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Im Schloss wird an Marianne Kirchgessner erinnert

Referenten aus Wien, Bremen, Schwetzingen und Karlsruhe / Besuch der Vorträge im ermäßigtem Schlosseintritt inbegriffen

Glasharmonika - Bildnachweis Wiener Glasharmonika Duo

Christa Schoenfeldinger Hands 2014-2 - Bildnachweis Wiener Glasharmonika Duo

Glasharmonika - WGD 2014

Glasharmonika aus dem Bestand des Musikinstrumenten-Museums im Staatlichen Institut für Musikforschung Berlin SIMPK (www.simpk.de), Foto Jürgen Liepe - 2

Glasharmonika um 1800 - Historisches Museum Frankfurt Fotograf Uwe Dettmar

Bruchsal. Mit einer Reihe von Kurzvorträgen wird am Sonntag, 16. Juni im Schönbornsaal des Bruchsaler Barockschlosses an die Glasharmonika-Virtuosin Marianne Kirchgessner erinnert, die vor 250. Jahren geboren wurde. Die Vorträge im Rahmen des diesjährigen Schlosserlebnistages von jeweils rund 30 Minuten Dauer mit anschließender Diskussionsmöglichkeit beginnen um 14 Uhr und enden um 17 Uhr. Um 18 Uhr schließt sich das Konzert des Wiener Glasharmonika-Duos im Kammermusiksaal an.

Über die Glasharmonika als Instrument an den südwestdeutschen Höfen spricht um 14 Uhr Dr. Rüdiger Thomsen-Fürst von der Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Die zentrale Rolle der Region in der Geschichte der Glasharmonika wird in diesem Referat näher betrachtet werden.

Mit dem fragilen Unternehmen, als Glasharmonika-Virtuosin zu reisen, befasst sich ab 14.45 Uhr Prof. Dr. Melanie Unseld von der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst. Sie widmet sich auch der Frage, wie sich Konzerttourneen für eine Musikerin im 18. Jahrhundert gestalteten und welche Strategien zu Reiserouten gewählt wurden.

„Klänge aus dem Jenseits – Die Glasharmonika als Instrument der Empfindsamkeit“ lautet um 15.45 Uhr das Thema von Prof. Dr. Freia Hoffmann vom Sophie Drinker Institut Bremen. Um 1800 haben Dichter wie Schiller und Goethe die Glasharmonika in nahezu religiöser Schwärmerei beschrieben. Dass Marianne Kirchgessner mit ihrem Spiel ihr Publikum zutiefst rührte, hing auch mit ihrem Schicksal als Blinde zusammen.

Um 16.30 Uhr schließlich widmet sich Prof. Dr. Thomas Seedorf von der Hochschule für Musik Karlsruhe dem Ende der Ära des Glasharmonika-Spiels. Der Komponist Gaetano Donizetti setzt in der sogenannten Wahnsinnsszene seiner Oper „Lucia di Lammermoor“, ursprünglich für eine Glasharmonika geschrieben, ihren sphärischen Ton als Klang einer zersprungenen Seele ein.

Die Vortragsreihe im Schönbornsaal dauert von 14 bis 17 Uhr. Eine Teilnahme auch an einzelnen Vorträgen ist möglich. Kurze Pausen zwischen den Vorträgen erlauben jeweils den Zutritt und das Verlassen des Vortragsraums. Die Teilnahme ist im ermäßigten Eintritt von 4 Euro aus Anlass des Schlosserlebnistages 2019 ohne Aufpreis inbegriffen.

Stadt Bruchsal, Presse