Kreuz und Krone

Das neue Dom- und Diözesanmuseum im Historischen Museum der Pfalz

Wie Konrad II. und Gisela wurde auch ihr Sohn Heinrich III. mit einer Grabkrone aus Kupfer beigesetzt. Der Kronreif wird von vier Lilien überragt und trägt keine Inschrift. Heinrich III. war am 5. Oktober 1056 in der Pfalz Bodfeld im Harz verstorben. Herz und Eingeweide wurden in der Stiftskirche in Goslar bestattet; der Leichnam wurde in einem prächtigen Trauerzug nach Speyer überführt und im Königschor des Doms an der Seite seiner Eltern beigesetzt. Bildnachweis: Dom- und Diözesanmuseum im Historischen Museum der Pfalz Speyer/Edgar Lissel

Kaiserin Gisela wurde 1043 an der Seite ihres 1039 verstorbenen Gemahls Konrad II. im Dom zu Speyer beigesetzt. Bei der Öffnung des Grabes lag die kupferne Krone auf dem Haupt der mit einem Schleier bedeckten Toten. Den Kronreif zieren ein Kreuz und drei stilisierte Lilien sowie die Inschrift + GISLE IMPERATRIX. Bildnachweis: Dom- und Diözesanmuseum im Historischen Museum der Pfalz Speyer/Edgar Lissel

Grabkrone des salischen Kaisers Konrad II., 1039. Die Krone ist aus Kupfer und teilweise vergoldet. Sie ist an der Stirnseite mit einem Kreuz und seitlich sowie an der Rückseite mit stilisierten Lilien verziert. Bildnachweis: Dom- und Diözesanmuseum im Historischen Museum der Pfalz Speyer/Hans-Georg Merkel

Der Altarbehang aus dem ehemaligen Dominikanerkloster in Speyer entstand um 1490/1500. Festliche Behänge (Antependien) dieser Art schmückten den Altar und zählten zur üblichen Ausstattung einer Kirche. Bildnachweis: Dom- und Diözesanmuseum im Historischen Museum der Pfalz Speyer/Julia Paul

Eine Museumsbesucherin in den neukonzipierten Ausstellungsräumen. Bildnachweis: Historisches Museum der Pfalz Speyer/Julia Paul

Speyer. Unter dem Titel „Kreuz und Krone“ ist im Historischen Museum der Pfalz seit dem 20. September das neugestaltete Dom- und Diözesanmuseum zu sehen. Die Besucherinnen und Besucher dürfen sich ebenso auf beeindruckende Exponate aus 1500 Jahren Kirchengeschichte freuen wie auf neue Räumlichkeiten. Die Sammlung ist vom Museumsneubau, wo sie bis zum August 2021 zu sehen war, in den historischen Altbau gezogen. Der Grundriss der neuen Ausstellungsfläche ähnelt einem mehrschiffigen Kirchenbau mit Querhaus und kleeblattartigem Chor. Daher eignet sich der Altbau in idealer Weise für die Präsentation sakraler Kunstwerke.  

Einführend geben ausgewählte Exponate einen Überblick über die Geschichte des Speyerer Bistums, während die Baugeschichte des Speyerer Doms anhand einer Computeranimation nachvollziehbar wird. Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden die Funde aus den Gräbern der Herrscherinnen und Herrscher des Mittelalters, die im Jahr 1900 im Speyerer Dom geborgen wurden. Dazu zählen die einzigartigen Grabkronen des salischen Kaisers Konrad II. und seiner Gemahlin Gisela, die in der Neupräsentation ausgestellt sind.  

Ergänzt wird die Präsentation durch kostbare liturgische Geräte und Gewänder zur Feier des Gottesdienstes sowie durch Exponate aus verschiedenen Einrichtungen des Bistums. Einige dieser Kunstwerke sind nun erstmals oder seit langer Zeit wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Ein besonderes Kleinod ist dabei ein dreiteiliges Altarbild aus der Kapelle des Kinderheims St. Nikolaus in Landstuhl, entstanden in der Zeit um 1500. Die drei doppelseitig bemalten Tafeln zeigen die Geburt Christi und die Anbetung der Heiligen Drei Könige sowie auf der Rückseite vier großformatige Heiligenfiguren, Dorothea, Vitus, Fabian und Margareta, auf prächtigem Goldgrund. Erstmals ausgestellt ist auch ein kostbares spätgotisches Antependium, ein reich verzierter Bildteppich zum Schmuck des Altars, das zuvor in der ehemaligen Ludwigskirche in Speyer aufbewahrt wurde.

Aus verschiedenen Pfarreien des Bistums stammen farbig gefasste und teils großformatige spätgotische Heiligenfiguren. Eine besondere Rolle spielt dabei die Verehrung der Gottesmutter Maria, der Patronin des Bistums.

Auch Familien und junge Besucherinnen und Besucher finden in der neukonzipierten Ausstellung spannende Informationen: Das Junge Museum widmet sich der Baugeschichte des Speyerer Doms. Über die Inszenierung einer Dombaustelle erfassen die Museumsgäste die Bedeutung von Dombau und Dom für die mittelalterliche Stadt.

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen unter www.kreuz-krone-speyer.de

Historisches Museum der Pfalz, Presse