Ausstellung zur deutsch-französischen Freundschaft

Historisches Museum der Pfalz verlängert „Rendezvous“ bis November 2022

Diie Hochzeit des französischen Militärarztes Dr. JeanClaude Waguet mit Katia Bourgeois, der Tochter des damaligen Kommandeurs des 32° Régiment du Genie fand 1966 im Dom zu Speyer statt. Bildnachweis: Bettina Deuter

Blick in die Ausstellungsräume. Bildnachweis: Historisches Museum der Pfalz/Foto: Klaus Landry

Stiftungsvorstandsvorsitzender Werner Schineller Bildnachweis: Historisches Museum der Pfalz/Klaus Venus

Direktor Dr. Alexander Schubert und Kurator Dr. Ludger Tekampe Bildnachweis: Historisches Museum der Pfalz/Klaus Venus

Seit der Französischen Revolution symbolisiert die Figur der Marianne die französische Nation. Der in Speyer lebende und international bekannte Künstler Wolf Spitzer (*1940) hat diese Marianne 1997 als Denkmal für Speyer entworfen, um nach dem Abzug der französischen Militärs und ihrer Familien an die Verbundenheit von Deutschen und Franzosen zu erinnern. Eine Umsetzung des Entwurfs scheiterte bisher aus Kostengründen. Bildnachweis: Leihgabe Wolf Spitzer, Speyer. Foto: Peter Haag -Kirchner, HMP Speye

Speyer. Bei den Besucherinnen und Besuchern im Historischen Museum der Pfalz trifft die Ausstellung „Rendezvous. Frankreichs Militär in der Pfalz 1945-1999“ auf großes Interesse. Viele der Museumsgäste erinnern sich selbst gut an die Stationierung französischer Streitkräfte in Speyer und der Pfalz. Das Museum hat jetzt beschlossen, die Schau bis zum 27. November 2022 zu verlängern.

Die Ausstellung zeigt auf rund 230 Quadratmetern Fotodokumente und Exponate der Erinnerungskultur aus privaten und öffentlichen Sammlungen in Deutschland und Frankreich. Wandbanner, digitalisierte Karten und Kurzfilme beleuchten unterschiedliche Facetten der deutsch-französischen Vergangenheit. War das Verhältnis am Ende des Zweiten Weltkriegs noch stark belastet, kam es im Laufe der Zeit zu einer schrittweisen Aussöhnung zwischen den französischen Streitkräften und der deutschen Bevölkerung. Heute pflegen alleine in der Pfalz mehr als 80 Städte und Gemeinden Partnerschaften mit einer französischen Kommune. Nicht zuletzt sind aus den Begegnungen zwischen Deutschen und Franzosen lebenslange Freundschaften, Liebesbeziehungen und Ehen erwachsen, die das greifbarste Element eines friedfertigen Kulturkontaktes darstellen. „Es ist etwas Besonderes, wenn man ein Wunder ausstellen kann. Nicht anders kann man die Annäherung der jahrhundertelangen Erbfeinde Deutschland und Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg bezeichnen“, so Museumsdirektor Alexander Schubert. Mit Blick auf die europäische Geschichte sei die gelebte Freundschaft zwischen beiden Ländern immer noch ein vergleichsweise junges Phänomen. „Die Ausstellung soll ein Bewusstsein dafür schaffen, wie wir diese friedenstiftende Errungenschaft geschaffen haben und wie wichtig es ist, sie immer zu pflegen“.  

Ab Mitte Dezember ergänzen Hörbeiträge den Ausstellungsrundgang. Zu Wort kommen Zeitzeugen wie Guy Lesueur, der als Wehrpflichtiger in den 1950er Jahren in Speyer diente und später in die Stadt zurückkehrte und hier bis heute mit seiner deutschen Frau lebt. Oder Werner Schineller, der aus seiner Zeit als Speyerer Oberbürgermeister berichtet. Hintergrundinformationen liefern der Kurator Ludger Tekampe, der Gastkurator der Ausstellung Professor Christian Führer und Museumsdirektor Alexander Schubert. Die Beiträge können per App mit dem eigenen Smartphone abgerufen werden. Weitere Informationen dazu unter https://museum.speyer.de/aktuell/rendezvous/souvenirs

Öffnungszeiten:
Das Historische Museum der Pfalz ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Aktuelle Informationen zu Sonderöffnungszeiten, Preisen und Corona-Vorgaben finden sich unter www.museum.speyer.de

Historisches Museum der Pfalz, Presse