Ameisenvolk zu Gast im Museum

„Es ist für ein Historisches Museum sicherlich unüblich, lebende Tiere auszustellen", so Museumsdirektor Alexander Schubert

Ameisenvolk Bildnachweis: Historisches Museum der Pfalz/Julia Paul

Manuel Schwamm, Heger der Ameisenfreunde Wasgau bringt die Ameisen in das Terrarium, in das sogenannte Formicarium in der Ausstellung. Bildnachweis: Historisches Museum der Pfalz/Julia Paul

Ein Gangsystem verbindet die Ameisen-Terrarien in der Ausstellung „Expedition Erde“. Bildnachweis: Historisches Museum der Pfalz/Julia Paul

Großes Ameisen-Nest in der Ausstellung „Expedition Erde“. Bildnachweis: Historisches Museum der Pfalz/Julia Paul

Speyer. Ab sofort zeigt die Ausstellung „Expedition Erde“ im Historischen Museum der Pfalz ein lebendiges Ameisenvolk. Die Ameisen spielen im Ökosystem unserer Natur eine wesentliche Rolle und können von den Besucherinnen und Besuchern bei ihrer Arbeit beobachtet werden. Mit der Ausstellung lädt das Historische Museum der Pfalz zu einer ungewöhnlichen Reise in die Welt unter der Erdoberfläche ein und will für den Wert unseres Bodens sensibilisieren. Die Tiere wurden unter der Aufsicht geschulter Heger der Wasgauer Ameisenfreunde umgesiedelt, nach Ende der Ausstellung kehrt das Volk zurück in den Wald.

„Es ist für ein Historisches Museum sicherlich unüblich, lebende Tiere auszustellen. Mit unserem Ameisenvolk machen wir eine Ausnahme, um die faszinierende Welt der kleinen Bodenbewohner ganz hautnah zu zeigen. Es ist faszinierend, die Tiere bei der Organisation ihres Hügels zu beobachten. Da lohnt es sich durchaus, öfter ins Museum zu kommen“, so Museumsdirektor Alexander Schubert.

Die Kahlrückige Waldameise oder auch Kleine Rote Waldameise findet in der Ausstellung alle Räume, die sie zum Leben braucht von der Brutstation bis zum Friedhof. In der freien Natur bringen die Ameisen durch das Anlegen der Nester Sauerstoff in den Boden und verbessern dadurch die Bodendurchlüftung. Sie räumen aber auch den Wald auf, indem sie Aas fressen, weshalb sie auch als Gesundheitspolizei des Waldes bezeichnet werden. Sie vertilgen sehr viele Baumschädlinge, verbreiten den Samen von etlichen Waldblumen und tragen somit zu einer großen Diversität an Pflanzen bei. Mit dem Abbau von Holz bilden sie wertvollen Humus.

Almut Neef, die das Projekt vom Jungen Museum betreut, sagte: „Es ist äußerst faszinierend, aus extremer Nähe diesen erstaunlichen kleinen Lebewesen bei all ihren unterschiedlichen Tätigkeiten zuschauen zu können. Alles scheint nach einem großen, ausgeklügelten Plan abzulaufen. Wir sind uns der großen Verantwortung bewusst, die wir für den Schutz dieses Ameisenvolkes tragen."

Die Ausstellung „Expedition Erde. Im Reich von Maulwurf und Regenwurm. Eine Mitmachausstellung des Zoom Kindermuseum Wien“ ist noch bis zum 19. Juni im Historischen Museum der Pfalz zu sehen. Fesselnde Mitmachstationen, faszinierende Inszenierungen und kindgerechte Medienstationen vermitteln, warum es so wichtig ist, mit der Ressource Boden achtsam und sorgsam umzugehen.

  Öffnungszeiten und weitere Informationen

Das Historische Museum der Pfalz ist Dienstag bis Sonntag sowie an den Feiertagen wie auch an Ostermontag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zur Ausstellung www.expedition-erde-ausstellung.de und zum Museum unter www.museum.speyer.de

Historisches Museum der Pfalz, Presse