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Schredder-Bild "Love is in the bin"

Banksy-Bild „Love is in the bin“ wird erstmalig im Museum Frieder Burda in Baden-Baden präsentiert

Banksy-Bild „Love is in the bin“

Museum Frieder Burda in Baden-Baden

Baden-Baden. Was war das für ein Schock! – Im Oktober 2018 schredderte sich, bei einer Auktion von Sotheby´s in London, ein Bild von „Banksy“, nachdem es für rund 1,2 Millionen Euro erfolgreich verkauft worden war, plötzlich ganz von selbst. „Banksy“, vermutlich 1974 in Bristol, England geboren, ist das Pseudonym eines britischen Streetart-Künstlers. Seine Schablonengraffiti wurden anfangs in Bristol und London bekannt. Durch seine internationalen Aktivitäten erlangte er weltweite Berühmtheit. „Banksy“ bemüht sich, seinen bürgerlichen Namen sowie seine wahre Identität geheim zu halten.

Die Käuferin von „Love is in the bin“ war eine europäische Kunstsammlerin und langjährige Kundin von Sotheby’s. Sie nahm die Aktion gelassen und glaubt nun, dass dieses Banksy-Bild, nach der weltweiten Präsenz in den Medien, noch um Einiges an Wert zulegen wird.

Nun präsentiert das Museum Frieder Burda in Baden-Baden das Banksy-Werk „Love is in the Bin“, im Februar 2019, erstmalig der Öffentlichkeit.

Die Arbeit wird 4 Wochen vom 05. Februar 2019 bis 03.März 2019 zu sehen sein und von einem Symposium begleitet.

Seit Bestehen der Konzept-Kunst hat es immer wieder künstlerische Versuche gegeben, die eigene Existenz des Kunstwerkes zu verflüchtigen oder gar zu zerstören und damit seinen materiellen Wert zu unterminieren oder in einen anderen Wertkontext zu transferieren. Mit Banksys sich selbst zerstörendem Bild „Girl with Balloon“ von 2006 hat diese künstlerische Strategie zweifellos einen neuen, radikalen Höhepunkt erreicht, der entsprechend global für Aufsehen sorgte. Von 0 auf 100 ist die Arbeit zu einem der international bekanntesten Bilder avanciert – und das in einer Welt, die von Bildern geradezu überflutet ist.

Dem vom Museum Frieder Burda entwickelten Konzept einer angemessenen Präsentation und Inszenierung ist es zu verdanken, dass unter vielen Interessenten weltweit Baden-Baden nun den „Zuschlag“ für eine erstmalige Ausstellung bekommen hat. Hierbei kam auch die bereits 2014 unter Beweis gestellte Kompetenz im Umgang mit Urban Art im Kontext einer großen JR- Präsentation in Stadt und Museum zum Tragen.

„Wir erwarten ein großes Interesse, auch gerade von jungen Menschen und Banksy-Fans. Gleichzeitig wollen wir aber nicht der Versuchung verfallen, die Arbeit wie eine Trophäe zu platzieren. Dies wäre sicherlich auch nicht im Sinne ihres Urhebers. Wir folgen vielmehr seinem Ansatz einer konsequenten Demokratisierung der Kunst und diskutieren gerade, wie wir das Werk möglichst vielen Menschen zugänglich machen können“, so Henning Schaper, Direktor des Museum Frieder Burda.

Die Strategien des Kunstmarktes zu torpedieren – und gleichzeitig ihre Dynamik zu beflügeln: Eine begleitende Gesprächsrunde soll sich zudem dieser grundsätzlichen Fragestellung, der subtilen Strategie Banksys widmen. An ihr werden u.a.  Elke Buhr, Chefredakteurin Monopol, der Kulturwissenschaftler Wolfgang Ullrich sowie der Banksy-Experte Ulrich Blanché teilnehmen.

Frieder Burda selbst über das Projekt: „Ich freue mich sehr, ein so spannendes und außergewöhnliches Werk in unserem Haus präsentieren zu können und den kritischen Kunstdiskurs weiterzuverfolgen.“

Die geplante Inszenierung im Museum fokussiert ganz auf das Bild, die neue globale Ikone, zugleich versucht sie in konzentrierter Form die Hintergründe und Intentionen im Werk Banksys plausibel zu machen – sowie auch die Bedingungen in einer Kunstwelt zu hinterfragen, die eine solche Entwicklung, ja Wertexplosion überhaupt erst möglich macht. Die Einlassbedingungen werden – konsequent an Banksys eigenen Überzeugungen orientiert – so gestaltet sein, dass der Besuch vielen Menschen möglich sein wird. 

Text: Volker Weßbecher; Fotografie Museum Frieder Burda: Volker Weßbecher

Abbildung: Banksy: Love is in the Bin, 2018, Sprayfarbe und Acryl auf Leinwand, 142 x 78 x 18 cm, Privatsammlung, Foto: Sotheby’s, © Banksy