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Der Weg zur Fotografie

Um 1871 begann Georg Maria Eckert damit , das Schloss zu fotografieren

Bruchsal. Georg Maria Eckert wurde am 17. September 1828 in Heidelberg geboren. Er war ursprünglich Landschaftsmaler, studierte unter anderem in Düsseldorf bei Johann Wilhelm Schirmer und gehörte dem Kreis der sogenannten Düsseldorfer Schule an. Das Studium und Zeichnen von Naturformen bildete für diese Schule eine wichtige Grundlage. Ab 1867 widmete sich Eckert der Fotografie. Sie war für ihn aber zunächst kein künstlerisches Ausdrucksmittel, sondern eine Möglichkeit, originalgetreue Bildvorlagen zu produzieren, die er an andere Künstler als Vorlagen verkaufen konnte. Georg Maria Eckert starb am 2. Januar 1901 in Karlsruhe. 

Eine Fotomappe über das Schloss

Nach dem Tod von Markgräfin Amalie von Baden 1832 erlebte das Schloss Bruchsal eine Phase der Umnutzung. Die Beletage blieb zwar der großherzoglichen Familie für gelegentliche Besuche erhalten, die übrigen Flächen wurden jedoch vermietet. Als Georg Maria Eckert um 1871 damit begann, das Schloss zu fotografieren, fertigte er nicht nur nüchterne Gesamtansichten einzelner Räume an. Durch kleine Inszenierungen, wie dem Blick in das Innenleben eines Schrankes oder der Fotografie durch geöffnete Türen, die die eindrucksvolle Enfilade, die Raumfolge, sichtbar machte, wurde der Betrachter neugierig auf das, was ihn als nächstes erwarten würde. Im Pagenzimmer arrangierte er vermutlich sogar Möbel, die nicht zur fürstlichen Einrichtung gehörten, um gemäß dem Geschmack seiner Zeit das Bild eines geheimnisvollen Schlossinterieurs zu inszenieren. 

Grosses interesse an Details

Neben den Raumansichten beinhaltete die Mappe über Schloss Bruchsal Fotografien der Deckengemälde des Kuppel- und des Marmorsaals, der Tapisserien und zahlreiche Details der Wand- und Deckendekorationen. Die 82 Blätter wurden von der Bassermann’schen Verlagsbuchhandlung in Heidelberg unter dem Titel „Das Schloss zu Bruchsal in Photographieen" veröffentlicht. Einige Zeit später erschien eine zweite Mappe mit dem Titel „Ornamente aus der Rococozeit“ mit 38 weiteren Aufnahmen. Doch Eckert fotografierte nicht nur Schloss Bruchsal. Spätestens 1873 war er als „badischer Hofphotograph“ unter anderem damit beauftragt, im Schwetzinger Garten und Rokokotheater, im Schwarzwald und in der Pforzheimer Schlosskirche zu fotografieren. Seine Bilder erlauben noch heute einen spannenden und detailreichen Blick ins 19. Jahrhundert.

Service und information

Öffnungszeiten Schloss Bruchsal

Di bis So, Feiertage 10.00 und 17.00 Uhr 

Klassische Schlossführungen

Di bis So, Feiertage 12.00 und 14.00 

KARTENVERKAUF UND TREFFPUNKT

Schlosskasse

Text und Fotos: Presseservices der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg