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Peter-Gärtner-Realschule begeht Anne Frank Tag 2018

Klares Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus

Jacqeline Schaefer und Michelle Gutfrucht stellen Zvi Aviram vor, der einer jüdischen Widerstandsgruppe angehörte

Van Hoang Phan mit dem Plakat Anne Franks, der zentralen Figur der Ausstellung

Böhl-Iggelheim. Gemeinsam mit 150 Schulen im gesamten Bundesgebiet beteiligte sich die Peter-Gärtner-Realschule plus Böhl-Iggelheim (PGRS+) am Anne Frank Tag »Helfen und Widerstand«. Mehr als 20.000 Schülerinnen und Schüler setzten an diesem Aktionstag am 12. Juni ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus und für eine demokratische Gesellschaft. Dazu erinnerten sie mit einer Plakatausstellung des Anne Frank Zentrums an mutige Menschen, die sich der Judenverfolgung der Nationalsozialisten widersetzten.

Die Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ unter Leitung von Sascha Liebhauser lud dazu den Böhl-Iggelheimer Arbeitskreis "Bündnis für Vielfalt und gegen Extremismus" um Werner Scarbata ein. Die AG präsentierte den Gästen die Ausstellung gemeinsam mit der Klasse 9c. Diese hatte sich in den Wochen zuvor mit ihrer Klassenleiterin Anne Weiler intensiv mit Menschen beschäftigt, die auf verschiedene Arten gegen den Nationalsozialismus kämpften und Anne Frank und ihre Familie beziehungsweise andere jüdische Flüchtlinge unter Einsatz ihres eigenen Lebens unterstützt hatten.

Einen besonderen Bezug konnten die Böhl-Iggelheimer Jugendlichen dabei zur Hamburger Lehrerin Elisabeth Flügge gewinnen, die ihre jüdischen Schülerinnen unterstützt und außerdem jüdischen Bekannten bei der Flucht aus Deutschland geholfen hatte. Ab 1940 durfte Elisabeth Flügge nicht mehr als Lehrerin unterrichten, dennoch setzte sie sich bei der Geheimen Staatspolizei für eine jüdische Mutter ein und konnte deren Deportation hinauszögern. Im Juli 1943 nahm sie bei sich zuhause eine jüdische Familie auf, die tatsächlich bis zum Kriegsende bleiben konnte. 1976 zeichnete die israelische Gedenkstätte Yad Vashem sie als »Gerechte unter den Völkern« aus.

Ihr Mut und die Selbstlosigkeit der anderen Helfer und Widerständler beeindruckten die Jugendlichen stark. Umso wichtiger fanden sie es, über diese kleine Minderheit der Widerständler im Dritten Reich Bescheid zu wissen. Eine Meinung, die sie an diesem Tag mit den Mitgliedern des Arbeitskreises, ihren Lehrerinnen und Lehrern und ihrer Schulleiterin Elisabeth Kasprowiak teilten.

Text PGRS; Foto: Sascha Liebhauser