Landtagsabgeordnete am Edith-Stein-Gymnasium

Am Montag, den 11. November besuchten zwei Landtagsabgeordnete die Schülerinnen des Edith-Stein-Gymnasiums: Georgina Kazungu-Haß (SPD) und Michael Wagner (CDU).

Speyer. Den historischen 9. November nimmt der Landtag alljährlich zum Anlass, um Abgeordnete an rheinland-pfälzische Schulen zu entsenden. Am Montag kamen an das Edith-Stein-Gymnasium für die SPD Georgina Kazungu-Haß und für die CDU Michael Wagner. Vorbereitet wurden die Fragen und die Debatte von Schülerinnen der 12. Jahrgangsstufe, die auch die Moderatorinnen stellten: Lisa-Marie Gruber und Annika Vowinkel.

Mit Blick auf den 9. November 1923 und 1938 beklagte Kazungu-Haß die heute zu beobachtende politische Radikalität, die man auch aus der Weimarer Republik kenne. Gerade die AfD-Erfolge in Thüringen seien besorgniserregend. Michael Wagner unterstrich, dass die AfD ein Grund dafür sei, „jeden Tag, um Demokratie zu kämpfen“. Der Schweigemarsch am vergangenen Samstag in Speyer sei ein schönes Beispiel hierfür. Die Lehre des Hitlerputsch vom 9. November 1923 müsse eine Warnung davor sein, Rechtsradikalismus zu verharmlosen, meinte Kazungu-Haß. Wagner stimmte zu und zog die Linie zum 9. November 1938: Gewalttaten hätten die Nazis stets in der Schublade gehabt, aber es sei ihnen gelungen, ein „scheinheiliges“, braves Bild nach außen zu wahren. Es schockiere, dass es den Nazis dann nach der Machtübernahme in Kürze gelang, all ihre Gewaltfantasien in die Realität umzusetzen. Dabei erinnerte Wagner an die Ermordung der jüdischen Namenspatronin des Mädchengymnasiums, Edith Stein. Man müsse daher heute für die Sicherheit jüdischer Menschen kämpfen, schlussfolgerte Kazungu-Haß. Wagner freute sich indes darüber, dass jährlich am 27. Januar das Edith-Stein-Gymnasium zusammen mit allen Speyerer Schulen vor rechter Gewalt warne: „Wir sind mehr!“, rief er dem Publikum zu.

Eher kurz ging es auch um das Jubiläum des Mauerfalls. Dieses müsse Gelegenheit sein, um miteinander ins Gespräch zu kommen, wünschte sich Kazungu-Haß. Ein Aufruf, den Wagner unterstützte. Beide äußerten Verständnis dafür, dass manche Menschen sozialen Sicherheiten vermissen, die die DDR ihnen „trügerisch“ bieten konnte.

Zum Abschluss rezitierten Schülerinnen entscheidende Artikel des Grundgesetzes und kamen mit den Abgeordneten in ein lebhaftes Gespräch darüber, was eine Demokratie leisten und ertragen müsse.

Text und Bild: D. Weitzel ESG