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Hunde mit Qualifikationen an der Peter-Gärtner-Realschule plus

Fast jedes Kind verknüpft Hunde mit etwas Positivem. Beim Streicheln wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, was Stress und Aufregung lindert.

Thomas Heber mit Schulhund Paul und Paul Schrettenbrunner

Britta Gronbach mit Therapiehündin Tilly

Kowalski

Böhl-Iggelheim. An der Peter-Gärtner-Realschule plus in Böhl-Iggelheim gehören nicht nur Menschen zur Schulgemeinschaft. Zwei Hunde, die unterschiedlicher nicht sein könnten, erfüllen dort pädagogische Aufgaben.

Paul, ein zehnjähriger Labrador, hört gerne zu, wenn Kinder ihm vorlesen. Dabei ist es ihm völlig egal, wer liest und wie gelesen wird, was sich positiv auf das Selbstvertrauen des Vorlesers auswirkt. Besucht Paul den Unterricht, müssen alle Taschen geschlossen sein, denn der Rüde sucht, wie jeder Labrador, zielstrebig nach allem, was er fressen könnte. Hat er seinen Platz im Klassenraum gefunden, wirkt sich allein seine Anwesenheit beruhigend auf die Kinder aus. Manchmal läuft er während Stillarbeitsphasen durch den Saal und lässt sich hier und da streicheln. Sein Namensvetter Paul Schrettenbrunner aus der Klasse 6b liebt es, wenn der Hund zu Besuch kommen darf und führt ihn dann stolz an der Leine in den Saal.

Sein Hund Paul habe sozusagen das „Abitur unter den Hundeprüfungen“, erklärt Thomas Heber, Lehrer an der Peter-Gärtner-RS plus, schmunzelnd. Ein ganzes Jahr habe der Vierbeiner für die Begleithundeprüfung in der Hundeschule gebüffelt und sein friedliches und stressresistentes Wesen unter Beweis gestellt.

Die Schulsozialarbeiterin Britta Gronbach bringt den zweiten fachlich qualifizierten Hund mit. Tilly, eine fünfjährige Mopshündin, hat nicht nur das „Abitur“, sie darf sich auch „Schul- und Therapiehund“ nennen und begann schon mit zwölf Wochen, sich an die Schule zu gewöhnen. Mit ihrem freundlichen, fast „clownigen“ Wesen verändere sie die Stimmung der oft problembehaften Einzelgespräche mit Schülerinnen und Schülern ins Positive, schildert die Sozialarbeiterin. Häufig finde die Kontaktaufnahme über die kleine Hündin statt, die wie ein „Eisbrecher“ wirke und sicher absolute Verschwiegenheit garantieren könne. Britta Gronbach erläutert auch die Hintergründe, warum Hunde in keiner Schule fehlen sollten. Fast jedes Kind verknüpft Hunde mit etwas Positivem. Beim Streicheln wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, was Stress und Aufregung lindert.

Ein weiteres tierisches Mitglied der Schulgemeinschaft darf in diesem Bericht nicht vernachlässigt werden, auch wenn es gar keine pädagogische Funktion erfüllt: Kowalski.

Der Mischlingsrüde gelangte vor etwa neun Jahren aus einer spanischen Tötungsstation zu Hausmeister Dietmar Fink und besitzt ähnliche pädagogisch-therapeutische Fähigkeiten wie Tilly und Paul, leider hat ihm diese aber noch niemand attestiert und so begrüßt Kowalski die eintreffenden Kinder morgens gerne am Haupteingang, für den Rest des Tages muss er aber  im Hausmeisterbüro bleiben.

Paul, Tilly und Kowalski haben alle erforderlichen Impfungen und auf Hygiene wird im Umgang mit den Hunden selbstverständlich geachtet.

Text und Bild: Anne Weiler