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DIE DIGITALE TRANSFORMATION IN DEN BIBLIOTHEKEN IN RHEINLAND-PFALZ

Das Thema „Digitalisierung“ spielt in den Bibliotheken in Rheinland-Pfalz eine entscheidende Rolle

Mainz/Speyer. Die Digitalisierung stand im Mittelpunkt des „politischen Frühstücks", das der Landesverband Rheinland-Pfalz im Deutschen Bibliotheksverband e.V. am 11. April 2019 im Abgeordnetenhaus des Landtags in Mainz ausrichtete. Eingeladen zum Gespräch waren die Mitglieder des Ausschusses für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landtags, die nach den einführenden Vorträgen mit vielen Fragen und Diskussionsbeiträgen ihr reges Interesse bekundeten.

Der Vorsitzende des dbv-Landesverbandes Manfred Geis, MdL, hob in seiner Begrüßung die Bedeutung der Bibliotheken als nicht-kommerzieller Ort der Begegnung sowie als Bildungspartner in allen Lebens- und Ausbildungsstufen hervor.

Die wissenschaftlichen Bibliotheken des Landes bereiten sich auf die Ablösung der bisherigen Bibliothekssysteme vor, mit denen die gedruckten und elektronischen Bestände erschlossen und vermittelt werden. Marko Knepper, der Leiter der AG Bibliothekssysteme, stellte die Anforderungen vor, die ein Nachfolgesystem erfüllen muss, ebenso die Chancen und Risiken der vorhandenen Optionen; aktuell gibt es kein Produkt, das diese Anforderungen erfüllt. Die AG empfiehlt eine landesweite Lösung mit einem Open-Source-System, da hier mehr Einfluss auf die Gestaltung genommen werden kann und man sich unabhängig von den Geschäftsmodellen der beiden weltweit agierenden Anbieter mache. „Die digitale Transformation ist eine grundlegende Herausforderung, die die Arbeit von Bibliotheken tiefgreifend verändert. Sie ist nur zu bewältigen, wenn den Bibliotheken die notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden", stellte Michael Hansen fest, der Vorsitzende des Beirates für die Wissenschaftlichen Bibliotheken.

Ein bundesweit einmaliges Projekt wird vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (LBZ) im Auftrag des Ministeriums geplant, das einen unverzichtbaren Baustein in der Digitalstrategie des Landes darstellt. Ziel ist ein innovatives Informations- und Lernportal für die Bürgerinnen und Bürger in Rheinland-Pfalz. Es soll analoge wie auch digitale Angebote bündeln und Bibliotheken miteinander vernetzen. Eine leicht bedienbare Oberfläche soll einen landesweiten Bestell- und Lieferservice bieten. „Mit dem Informations- und Lernportal garantieren die Bibliotheken die Qualität und Zukunftssicherheit der Informationsversorgung. Es unterstützt als nicht-kommerzielles Angebot die Bildung, Teilhabe und Chancengleichheit in der Gesellschaft" betonte die Leiterin des LBZ, Dr. Annette Gerlach.

Für Dietrich Skibelski, den Vorsitzenden des Beirates für die Öffentlichen Bibliotheken bot das politische Frühstück „eine gute Gelegenheit, dem Minister und den kulturpolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen die aktuellen Entwicklungen, aber auch die Sorgen und Nöte der Bibliotheken in Rheinland-Pfalz darzulegen. Mein Eindruck ist, dass seitens der politisch Verantwortlichen eine weitestgehend positive Reaktion auf die vorgeschlagenen Ansätze zur Lösung der bestehenden Probleme zu erkennen ist."

Zum Abschluss unterstrich Minister Prof. Dr. Konrad Wolf die Vorteile der Entwicklung: „Die neuen digitalen Möglichkeiten bieten den Bibliotheken in unserem Land große Chancen, noch mehr Menschen zu erreichen und sie an Kultur und Bildung teilhaben zu lassen. Mit Open Access und neuen Kommunikationsformen können die Angebote noch passgenauer auf die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer hin entwickelt werden. Wir als Landesregierung begleiten und unterstützen die Bibliotheken bei dieser großen Chance.“
Manfred Geis zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Diese auch für die Abgeordneten ungewöhnliche Form des Gedankenaustauschs sollte unbedingt regelmäßig auch zu anderen Themen der Bibliotheksarbeit fortgesetzt werden.“
Der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv) vertritt mit seinen mehr als 2.100 Mitgliedern bundesweit rund 10.000 Bibliotheken mit 25.000 Beschäftigten und 11 Mio Nutzerinnen und Nutzern. Sein zentrales Anliegen ist es, Bibliotheken zu stärken, damit sie allen Bürgerinnen und Bürgern freien Zugang zu Informationen ermöglichen. Der Verband setzt sich ein für die Entwicklung innovativer Bibliotheksleistungen für Wissenschaft und Gesellschaft. Als politische Interessensvertretung unterstützt der dbv die Bibliotheken, insbesondere auf den Feldern Informationskompetenz und Medienbildung, Leseförderung und bei der Ermöglichung kultureller und gesellschaftlicher Teilhabe für alle Bürgerinnen und Bürger.

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