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Erdölbohrungen im Kreis sollten gestoppt werden

Landratskandidat Weinacht solidarisiert sich mit Otterstadter Bürgern

Otterstadt- Der Landratskandidat Elias Weinacht nahm am Donnerstag an einer Informationsveranstaltung der "Interessensgemeinschaft Kein Öl in Otterstadt" und des BUND teil. Das Thema bewegt die Bürgerinnen und Bürger in Otterstadt bereits seit Jahren. "Ich danke den vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern in Otterstadt, die sich gegen diese Erdölbohrungen aussprechen.

Klar ist: Diese Bohrungen sind eine massive Belastung für Mensch und Umwelt. Die Bürgerinitiative und der BUND haben eine Vielzahl von sachlichen Argumenten aufgezählt, warum diese Bohrungen nicht stattfinden dürfen. Dabei spielen der Lärmschutz, die gesundheitlichen Risiken für die Menschen, die massive Versiegelung von Ackerland und der potentielle Verlust von Vernetzungslinien und somit Biodiversität für mich eine herausragende Rolle. Ich teile die vorgetragenen Argumente gegen die Erdölbohrungen und solidarisiere mich mit den Bürgerinnen und Bürgern, die sich gegen die Erdölbohrungen aussprechen." Zumindest das könne ein Landratskandidat tun.

07.02.2017


Hochwassersicherer Campingplatz entsteht auf der Kollerinsel

Brühl/Otterstadt-  .... am beliebten Kollersee herrschte wieder einmal großer Andrang. Leider sind die geringe Anzahl an Parkplätzen und die fehlenden Toiletten ein permanentes Ärgernis ... < So oder ähnlich lautete das Fazit wenn in den vergangenen Jahren über die Halbinsel berichtet wurde: .

Mit dem Neubau eines hochwassersicheren Campingplatzes gehören diese Mängel endlich der Vergangenheit an. Der Parkplatz wurde von bislang rd. 70 auf rd. 400 Stellplätze erweitert, was auch an heißen Ferienwochenenden ausreichend sein sollte. Das Ärgernis, dass sich bislang viele Strandgäste 'in die Büsche geschlagen haben' ist ab 2017 vorbei. Der Campingplatzbetreiber wird ab der Saison 2017 für die Strandbesucher eine öffentliche Toilettenanlage zur Verfügung stellen. Mit dem Bau eines 'Strand-WC' wird sich die Hygienesituation ab 2017 am Kollersee wesentlich verbessern, eine erfreuliche Neuerung - vielleicht die Wichtigste. Der Campingplatz versichert, dass man lediglich die Betriebskosten verrechnen wird.

Schöne Lage, sauberes Wasser & vielfältige Freizeitaktivitäten

Wie fast jeder See bietet auch der Kollersee einen herrlichen Rundblick. Baden, Wassersport, Segeln und Campen, das sind die Freizeitmöglichkeiten, die auf der Kollerinsel  gleichzeitig genutzt werden. Vor allem an den Wochenenden pilgern unzählige Badegäste sowohl aus Baden-Württemberg als auch Rheinland-Pfalz an den Kollersee, um sich im Badegewässer eine Abkühlung zu gönnen. "Gute Qualität" meldet ein blaues Zeichen auf dem Schreiben des Gesundheitsamtes des Rhein-Neckar-Kreises, das in einem Glaskasten an der Zufahrt aushängt. Damit entspricht der See all den strengen Anforderungen der Badegewässerverordnung Baden-Württemberg und den Vorgaben der Europäischen Union.

Das neue Freizeitareal 'Inselcamping Kollersee Brühl' bietet Verleihmöglichkeiten für Fahrräder & Stehpaddelbretter, sogenannte Stand Up Paddle Boards, abgekürzt SUP.  Indira Ute Holzmann ist nicht nur studierte Betriebswirtin und für das Rechnungswesen des Betriebes verantwortlich sondern managt auch die SUP-Station 'Soul Surfin'. Mit entsprechendem Coaching sind bereits nach kurzer Zeit kleinere Touren entlang des sich rd. 5 km bis zum Rhein erstreckenden Seeufers, in die Buchten und um die kleinen Inseln möglich. Ab 2017 wird Indira Holzmann, wie der Vorname bereits vermittelt, auch 'Yoga an Land und auf dem Wasser (den SUP Boards) anbieten.

Neben dem gemütlichen und höchst gesunden Stehpaddeln (weil nahezu alle Muskeln schonend aktiv sind) vertragen sich entspannende Freizeitaktivitäten wie Baden, Segeln oder Kanu fahren perfekt. Nicht akzeptabel sind Reiter oder Modellrennboote die mit teilweise 50 km/h an Schwimmern vorbei rasen. Der Betreiber wird in Kürze mit Hinweisschildern auf geregelte und eher ungeregelte Strandabschnitte hinweisen.

Künftig wird es auch nicht mehr notwendig sein, seine Getränke mühsam vom Parkplatz an den Strand zu schleppen. Der Camping baut bis zum Frühjahr ein Bistro das neben 'Finger-food' auch Pizza, Eis und die üblichen Getränke anbieten wird.

Einige 'technische' Daten:

Lage: 

Linksrheinisch über Otterstadt ganzjährig erreichbare Halbinsel, jedoch auf der Gemarkung der 'Hufeisengemeinde' Brühl, die 'ihre' Insel bereits im Ortsmotto führt, nämlich 'links & rechts des Rheins'. Der Platz liegt knapp 1 km von der Rheinfähre und dem dortigen Pferdehof  'Kollerinsel Pferdeland' entfernt. Von Otterstadt sind es nur 3 km, nach Speyer 7 km.

Die 'Zivilisation' kommt von der Pfalz

Ohne die Pfälzer müsste die badische Halbinsel auf Strom & Wasser verzichten, denn alle Versorgungsleitungen kommen über Otterstadt. Die Pfälzer Versorgungsbetriebe und der Einzelhandel dürfen sich in den kommenden Jahren über einige Mehreinnahmen freuen.

Pfälzer und Kurpfälzer machen's möglich

Ein Staatsvertrag zwischen den Ländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hat den Bau der hochwassersicheren Warft erst möglich gemacht, sodass ab 2002 - im Rahmen der Ausbaggerung am Kollersee - das heutige Gelände aufgeschüttet wurde. Ziel beider Länder war es, die Umgebung am Kollersee zu renaturieren und die vielen am Ufer verstreuten, mehr oder weniger 'wilden' Campingplätze an einem Platz zusammen zu führen.

Anstatt kommunalem Camping private Investoren

Ursprünglich wollten die Gemeinden Brühl & Otterstadt einen Campingplatz gemeinsam bauen & betreiben. Im Mai 2014 hat das Land Baden-Württemberg, der Eigentümer der Halbinsel (vertreten durch den Amtsleiter Müller und seinen Stellvertreter Baumann), mit zwei Investoren einen Pachtvertrag abgeschlossen. Basis dieses Vertrages war wiederum ein Zusammentreffen des Brühler Bürgermeister Dr. Ralf Göck mit dem Organisator und heutigem Geschäftsführer Günther Schmitt-Köhler aus dem Jahre 2009. Fünf Jahre der Planung hat es gebraucht bis Schmitt-Köhler, einer von insgesamt 4 Gesellschaftern, 2014 den Pachtvertrag unterzeichnen konnte. Ohne die Unterstützung des Landes und insbesondere des Bürgermeisters Dr. Göck sowie die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem Brühler Gemeinderat wäre der Platz nicht entstanden, lobt Schmitt-Köhler die positive Zusammenarbeit mit den Behörden.

Naturschutz

Auch die Zusammenarbeit mit Naturschutzbehörden, insbesondere mit dem NABU und dem Reptilienspezialisten Peter Sandmaier, war sehr kooperativ, wenn auch kostspielig. Nachdem vorher auf dem Plateau nur 18 'amtlich registrierte' Eidechsen lebten, dürften es derzeit das Zehnfache sein, weil die in 2014 & 2015 neu gebauten 15 Eidechsenhügel und Totholzhaufen ideale Bedingungen für die Kleinreptilien darstellen. Auch Hasen erfreuen sich an frisch gepflanztem Grünzeug und Käuze und Eulen machen Jagd auf Mäuse. Die Befürchtungen der 'Grünen Liste Brühl' in Bezug auf eine negative 'Naturbilanz' auf dem Campingplatz waren - aus Sicht des Betreibers - unbegründet. Die Konzentration der bislang um den Altrheinarm angesiedelten Vereine sowie die Verbesserung der hygienischen Verhältnisse dienen eindeutig zum Vorteil der Umwelt. Auch die ungeregelte Müllentsorgung, die in der Vergangenheit für unschöne Müllansammlungen sorgte, versucht der Betreiber künftig zu verhindern und wird hierzu auch vor Anzeigen nicht zurückschrecken.

Das 'Biotop' in welches das komplette Oberflächenwasser des Platzes abgeführt wird hat einen explosionsartigen Aufschwung genommen. Während es früher nur eine hüfthohe 'Krüppelvegetation' gab gibt es nun mannshohe Sträuche. Die ansässigen Ringelnattern und auch Störche erfreuen sich an den Hunderten von Fröschen und Kröten die sich hier wohl fühlen.

Platzkapazität

Mit insgesamt knapp 180 Platzparzellen zählt der Platz zum Mittelfeld deutscher Campingplätze. 42 Blockhäuser (davon 2 in der Vermietung) 12 Mobilheime (davon 6 in der Vermietung) sowie rd. 120 Wohnwagen (davon 2 in der Vermietung) geben ein harmonisch abgerundetes Gesamtbild. Drei rustikal-luxuriöse Safarilodgezelte dienen im Rahmen des 'Glamping' (ein Wortspiel aus Glamour & Camping) der Vermietung. In 2017 kommen zur Vermietung noch 2 'Schlaf-Fässer' sowie 2 Schäferwagen hinzu.

Parkplatz

Die aktuelle Parkfläche für 400 PKW wird ab 2017 um etwa 30 Stellplätze für Wohnmobile erweitert. Dass die Bau- und Unterhalts-Investitionen über ein moderates Parkentgelt wieder herein kommen müssen ist verständlich. Der Betreiber versichert, dass man auch hier 'auf dem Teppich' bleiben wird.

Gebäude

Es steht bereits das Technikhaus in welchem Ende September zwei große Pumpen angeschlossen werden. Die Spezialpumpen versorgen den Platz mit Frischwasser bzw. saugen das Abwasser über eine Vakuumanlage ab. Eine andere, kostengünstigere  Bauweise war auf dem Platz leider nicht umsetzbar. Sobald die Pumpen im Technikhaus sitzen wird dessen Vorderfront zugemauert.

Neben dem weißen Technikhaus stehen zwei kleine, graue Blockhäuser die als Lager und Mini-Werkstatt dienen. Der Platz nutzt zudem einen originellen Hanomag-Oldtimer als rollenden Werkstattwagen.

Für das neue Sanitärgebäude war bereits das das Richtfest für die verschiedenen Baufirmen, die sowohl aus dem Raum Speyer kommen sowie auch aus dem Badnerland.

Das Bistro mit kleinem Biergarten kommt voraussichtlich als Fertigmodul von der Firma 'Elsässer Holzbauwerte' aus Mannheim.

Die öffentliche Toilette wurde als Fertigelement bestellt und im Frühjahr 2017 angeliefert.

Das Thema Bauverzögerung

... war leider ein ständiger und auch teurer Begleiter. Im Juni waren mehr als 1,5 km offene Gräben mit bis zu 1,40 Meter Tiefe randvoll mit Wasser gefüllt. Mit einem schmalen Kanu hätte man den Platz durchaus befahren können. Die notwendigen Auspumparbeiten dauerten insgesamt mehrere Tage, weil zeitweise, kaum ausgepumpt, neuer Dauerregen wieder für unbestellte Nachfüllung sorgte. Fast noch schlimmer als das Abpumpen waren die nachrutschenden Grabenränder. Auf dem durchnässten Boden war zudem zeitweise jegliches Arbeiten mit Maschinen unmöglich.

Weil Deutschlands Handwerker ausgebucht sind, gestalteten sich Terminverschiebungen extrem schwierig. Erschwerend kommt hinzu, dass die einzelnen Gewerke ineinander greifen, was bedeutet dass gewisse Folgearbeiten erst nach Vollendung der Vorarbeiten möglich sind - ein negatives 'Perpetuum mobile'. Kein Wunder, dass nicht nur die Baufirmen und Schmitt-Köhler genervt waren, sondern auch die Blockhauseigner die auf einen Sommer mit Strom- und Wasseranschluss gehofft hatten. Positiv daran: Viele erkannten dass einiges was als selbstverständlich angesehen wird, keineswegs selbstverständlich ist! Bei allen Verzögerungen, im Vergleich zum Berliner Flughafen war der Platz 'quasi' im Zeitplan.

An der professionellen Planung des Tiefbaus inkl. der Verlegung der Versorgungsleitungen hat die 'MVV Regioplan' in Mannheim maßgeblichen Anteil. Der Geschäftsführer Dr. Alexander Kuhn hat zusammen mit seinem Bauchef Ing. Rainer Gehrig gute Arbeit geleistet. Den Beiden sind Einsparungen im mittleren 5-stelligen Bereich zu verdanken.

Ausführende Erdarbeitsfirma war Fa. 'Becker Landschaftsbau' aus Zuzenhausen. Becker gewann die Ausschreibung der MVV was sich im Nachhinein als eine sehr gute Auswahl herausstellte. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist 'Fa. Izgec Elektrotechnik' aus Speyer und der Leitungsspezialist 'BO-Technik' aus Heilbronn. Mit allen Firmen und deren Mitarbeitern gestaltete sich die Zusammenarbeit mehr als sehr zufriedenstellend. 'Wie man in den Wald hinein schreit, so kommt's zurück' umschreibt Schmitt-Köhler die rundum harmonische Zusammenarbeit, selbst an den zahlreichen 'Katastrophentagen'.

An die komplette Konzeption eines 'Campingplatzes auf der grünen Wiese' wagen sich wenige Architekten. Nach fünf vergeblichen Anläufen mit dem Resultat 'zu komplex' fand sich mit dem Architekturbüro Thorsten & Günter Bellemann in Rauenberg Sohn & Vater die das Vorhaben planten und die Erstellung einiger Gebäude auch in Eigenregie durchführten. Sehr hilfreich war die Einbeziehung des deutschen 'Campingpapstes' Prof. Dr. Heinrich Lang aus Tübingen als Gutachter, der dem Platz auch weiterhin als Berater zur Seite steht.

Über das Thema 'Banken' breiten wir ein höfliches, wenn auch zähneknirschendes Netz des Schweigen. Schmitt-Köhler, selbst gelernter Banker und Betriebswirt, sieht für Kleinbetriebe und den Mittelstand künftig extreme Probleme bei Finanzierungen und dies selbst dann wenn diese mit einem hohen Anteil von Eigenkapital hinterlegt sind. Text: Inselcamping Kollersee Brühl; Foto: dak

25.09.2016


Ein Campingplatz entsteht auf der Kollerinsel - Bilderalbum

     

Bildhauer Siegfried Keller renoviert Bildstock von 1731

Waldsee- Nach monatelanger Arbeit an dem 1731 aus gelbem Sandstein geschaffenen Bildstock ist dieser nun wieder an seinen ursprünglichen Standort in die Berliner Straße in Waldsee zurückgekehrt.

Der "wandernde Bildstock", hatte seit seiner Errichtung im Jahr 1731 immer wieder wechselnde Standplätze und hatte durch die Umzüge und äußere Einflüsse schwer gelitten.

Teile wie der Säulenschaft waren beim Umzug wohl zerbrochen und wurden 1962 unfachmännisch in Beton mit rostenden Eisenankern versetzt.

Siegfried Keller hat alle Einzelteile von Grund auf in vielen Arbeitsstunden renoviert.

Rostige Eisendübel wurden entfernt, Risse "vernagelt", Fehlstellen ergänzt und einen neuen Säulenschaft mit einer sog. "Entasis", einer Säulenschwellung angefertigt.

Auch Schusslöcher an der kleinen Madonnenfigur wurden geschlossen.

Eine neue Basisplatte und das Sichtbarmachen der unterschiedlichen Beschriftungen im Sockelbereich lassen den "wandernden Bildstock", wieder stolz als sichtbares Zeichen für gelebten Glauben der Waldseer Ahnen auf sich aufmerksam machen.

Text und Foto: Siegrief Keller

17.09.2016


Spannung pur beim 63. Internationalen Altriper Sandbahnrennen

Packende Zweikämpfe und brenzlige Situationen im "Altriper Ei"

bk.Altrip- Nach einem Jahr Pause war es wieder so weit – in Altrip wurde das Rennen um den „Goldenen Römer“ ausgefahren. Bei  herrlichstem Wetter waren etwa 6.000 Zuschauer gekommen, um spannenden Rennsport zu sehen. Eine tatkräftige Mannschaft unter der Führung des langjährigen 1. Vorsitzenden, Karl-Martin Gensinger, hat auch in diesem Jahr wieder viel Freizeit geopfert, um alles aufs Perfekteste vorzubereiten.

Mit am Start waren die besten internationalen Gespanne sowie nationale Solo- und Seitenwagen. Veranstalter war wie immer der MSC Altrip, der unter großen Anstrengungen die Bahn auf den neuesten Stand gebracht hatte. Und diese Bahn stand 1a da – das bestätigten alle Fahrer.

An politischer Prominenz waren anzutreffen der Landrat des Rhein-Pfalz- Kreises Clemens Körner, der Landtagsabgeordnete Johannes Zehfuß und der Verbandsbürgermeister Otto Reiland.

Bei der Fahrervorstellung bekam jeder Teilnehmer eine Flasche Altriper Kurvekratzer überreicht – oder besser gesagt in seinen Rennoverall gesteckt.

Im Vorfeld sprachen wir mit überaus sympathischen und aufgeschlossenen Weltmeister 2015 Jannick de Jong, der zum ersten Mal, aber sicher nicht zum letzten Mal in Altrip teilnahm. Um es vorweg zu nehmen – er hatte im Anfang Schwierigkeiten, sich im „Altriper Ei“ zurecht zu finden und kam in seinen ersten beiden Läufen nur auf den vierten Platz. Dann jedoch gelang es ihm, zwei Mal den zweiten Platz zu erreichen und damit konnte er am Rennen um den „Goldenen Römer“ teilnehmen, wo er den dritten Platz erreichte.

Eine Schrecksekunde gab es, als Markus Eibl mitsamt seinem Motorrad über die Bande stürzte. Einige bange Sekunden vergingen, bevor sich der Fahrer auf eigenen Beinen und dem Publikum winkend zu Fuß auf den Weg zurück ins Fahrerlager begab.

Das Publikum war total begeistert und zufrieden mit diesem hochklassigen Rennsport, der geboten wurde. Sicher freuen sich alle auf den 15. Juni 2017, an dem das 64. Internationale Altriper ADAC Sandbahnrennen stattfinden wird. Und wer dieses Jahr nicht dabei war, hat wirklich etwas verpasst und sollte sich den nächsten Termin am Besten schon jetzt in seinen Kalender eintragen. Foto: pem

Sehen Sie im Anschluß die Ergebnisse der einzelnen Rennen:

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27.05.2016


Vorbereitungen abgeschlossen

 Großartiges Starterfeld sorgt für Spannung

pm.Altrip- Nach einem Jahr Zwangspause findet in diesem Jahr wieder das traditionelle Sandbahnrennen am 26. Mai (Fronleichnam) in Altip statt. Insgesamt stehen 19 Rennen auf dem Programm. Höhepunkt ist sicherlich der "Finallauf" um den goldenen Römer.

Wie der Vorsitzende des MSC Altrip Karl-Martin Gensinger auf einer Pressekonferenz mitteilte war eine große Kraftanstrenung notwendig um die Rennbahn und die Sitzplätze wieder in einen würdigen Zustand zu versetzen. 100 000 qm des Vereinsgeländes mussten in Schuss gebracht werden. Hierzu und am Veranstaltungstag waren und sind jede Menge Helfer notwendig. Es ist, so Gensinger, heutzutage nicht immer einfach die Leute zu finden und zu motivieren.

Für das Herrichten der Bahn wurden 150 Tonnen geriebener Sand aus Albersweiler (Pfalz) angefahren, auf der Bahn verteilt und festgewalzt.

Ohne das Engagement von Sponsoren und Spendern wäre eine solche Traditionsveranstaltung nicht mehr möglich. Alleine für die "Bahnrenovierung" musste der Verein 4.200 Euro aufbringen. Hinzu kommen noch die Antritts- und Preisgelder der Fahrer.

Dem MSC Altrip ist erneut gelungen, so Gensinger, ein ilustres Starterfeld unter anderem mit dem amtierenden Weltmeister Jannik de Jong aus den Niederlanden zu verpflichten. Weiterhin sind der Sieger von 2014, Glen Phillips aus England, nationale Meister und auch Newcomer am Start.  

Bleibt nur dem MSC Altrip zu wünschen, dass das Wetter mitspielt und tausende rensportbegeisterte Zuschauer die Bahn säumen. 

63. Int. Altriper ADAC Sandbahnrennen Fronleichnam 26.05.2016

Langbahn offene Veranstaltung

Int. Solo und Gespanne

B Solo und Gespanne

Zeitplan

TRAINING ab 9:00 UHR

RENNEN ab 13:30 UHR

Preise (bleiben auch weiterhin familienfreundlich)

Erwachsene:                                               13,00 €

Ermäßigte Karte:                                          7,00 €

(Schüler / Jugendliche bis 15 Jahre)

Kinder bis 12 Jahre:                                         frei

Tribünenkarte:                                            10,00 €

Nicht abgeholte Tribünenkarten gehen am Renntag ab 13:00 Uhr in den freien Verkauf.

Campingplatz Zelt:                                       5,00 €

Campingplatz Caravan/ Wohnwagen:         10,00 €

Auf dem verfügbaren Campinggelände steht kein Strom- und Wasseranschluss zur Verfügung

Hier die Starterlisten zum ausdrucken:

Vorläufiges Starterfeld I-Solo

Vorläufiges Starterfeld I-Seitenwagen

Vorläufiges Starterfeld B-Solo

Vorläufiges Starterfeld B-Seitenwagen

19.05.2016


„Wo es raunt, geistert und spukt“

Geschichte und Geschichtchen aus Altrip, Neuhofen,Waldsee und Otterstadt

Altrip- So lautet der Titel eines 74-seitigen Büchleins des Altriper Hobbyhistorikers Wolfgang Schneider, das dieser Tage erschienen ist. Das reichlich mit aktuellen Farbfotos versehene Bändchen ist nicht nur für „Erzähl-mir-was-Situationen“ von Kindern und Enkelkindern zum Vorlesen geeignet, sondern auch für  Erwachsene, die sich wieder einst gehörte Sagen und Geschichten  ins Gedächtnis rufen wollen. Neben bekannten Sagen, wie „Die Hammelgeschichte von Waldsee“, „Die Männlein von Altrip“, „Die weiße Frau von Neuhofen“ und „Die Otterstadter Stickelspitzer“ , sollen  auch vielfach „verschollene“ Geschichten sowie neuere Geschichtchen dem Vergessensein entrissen werden. So etwa über den Wilddieb aus Neuhofen, der dem Kitschhut begegnete oder die rostigen Nägel von ALTA RIPA, über die 200 bewaffneten „Neihöffer“ Bauern, die in Waldsee einfielen und eine Hammelherde entführten und wie die Otterstadter Karpfenübergabe an Schifferstadt einst tatsächlich war.

Die örtlichen Sagen und Geschichten gehören übrigens auch zum Unterrichtsstoff  der Grundschulen.

Die Publikation ist in einer Auflage von 500 Exemplaren ist in den Bürgerbüros der Ortsgemeinden Altrip, Neuhofen, Otterstadt und Waldsee der Verbandsgemeinde Waldsee erhältlich und kostet 8,00 Euro. Wolfgang Schneider

26.05.2015


Freie Demokraten müssen wieder in den Landtag einziehen

  • FDP-Kreisvorsitzender Konrad Reichert zum Direktkandidaten im Wahlkreis 37 - Mutterstadt bestimmt

spk. Waldsee- Auf ihrer Mitgliederversammlung in Waldsee wählten jetzt die Mitglieder des FDP-Kreisverbandes des Rhein-Pfalz-Kreises ihren langjährigen Kreisvorsitzenden Konrad Reichert aus Maxdorf einstimmig und in geheimer Wahl zum Direktkandidaten für die Wahl zum nächsten rheinland-pfälzischen Landtag im Wahlkreis 37, Mutterstadt am 13. März 2016. Mit dem gleichen, überwältigenden Ergebnis wurde an diesem Abend auch Marc Hauck, FDP-Vorsitzender des Gemeindeverbandes Dannstadt-Schauernheim, zu Reicherts Vertreter als B-Kandidat bestimmt.

Oberstes Ziel der bevorstehenden Wahlen, so betonten Reichert und Hauck bei dieser Gelegenheit übereinstimmend, sei es, dass die FDP bei der Landtagswahl wieder in das Landesparlament zurückkehre. Dafür wolle man sich in dem anstehenden Wahlkampf gemeinsam und mit ganzer Kraft einsetzen. Reichert erinnerte daran, dass die Liberalen von 1987 bis 2006 - insgesamt also 19 Jahre lang - den verschiedenen Landesregierungen in Rheinland-Pfalz angehört haben. Dabei sei es in dieser gesamten Zeit mit dem Land stetig und ohne jeden Skandal aufwärts gegangen - zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger. Mit der absoluten Mehrheit der SPD hätten sich dann aber die bekannten Probleme und die unsäglichen Geldverschwendungen wie beim Nürburgring oder bei den Flugplätzen in Hahn und Zweibrücken eingestellt.

Heute nun stehe das Land bei seiner Infrastruktur vor gewaltigen Problemen : Mit Schlaglöchern übersäte Straßen, marode Brücken wie in Ludwigshafen oder an der Schiersteiner Brücke in Mainz stünden nur beispielhaft für eine verfehlte Politik. Denn gute und funktionierende Verkehrswege seien die Grundvoraussetzung für eine prosperierende Wirtschaft, betonte Reichert. Ohne gute Verkehrswege gebe es keine wirtschaftliche Entwicklung, keinen Handel, und damit keine zusätzlichen Arbeitsplätze, zeigten sich Reichert und Hauck einig. Allein in Rheinland-Pfalz habe sich laut Rechnungshofbericht 2014 im kommunalen Verkehrsbereich ein Investitionsstau von über 800 Mio. Euro angehäuft, so Reichert weiter.

„Wenn wir uns für die Ganztagsbetreuung der Kinder in den Kitas einsetzen, dann wollen wir, dass Beruf und Familie besser miteinander vereinbar werden“, so Reichert mit Blick auf ein anderes, drängendes politisches Thema. Gute und frühe Bildung sei inzwischen eine wesentliche Voraussetzung für die Schaffung neuer Arbeitsplätze. „Sonst macht alles andere nur wenig Sinn“, so Reichert.

Unter Hinweis auf die in jüngster Zeit deutlich gestiegene Zahl der Einbrüche im Kreisgebiet sowie der Zunahme von Trickbetrügereien insbesondere gegenüber älteren Menschen wies der Reichert darauf hin, dass es gerade im ländlichen Raum wichtig sei, dass die Zahl der Polizeidienststellen nicht noch weiter ausgedünnt, sondern eher wieder verstärkt werden müsse.

Auch ein vernünftiges Konzept für die Energiewende sei in Rheinland-Pfalz derzeit noch nicht in Sicht. Die Grünen wollten Wald abholzen lassen, um dort Windkrafträder aufzustellen. „Was für eine „grüne“ Idee!“, wundert sich da der liberale Redner, der nicht versäumen wollte, darauf zu verweisen, dass selbst wenn die Windkrafträder im Pfälzer Wald genehmigt worden wären, es noch lange kein Konzept dafür gegeben hätte, auf welchem Weg - über welche Stromtrassen – die dort gewonnenen Energiemengen im Land hätten verteilt werden sollen.

Ein weiteres Thema, das Reichert schon seit langem am Herzen liegt, sind die Musikschulen in Rheinland-Pfalz. Immerhin war der FDP-Kreisvorsitzende von 2006 bis 2014 als ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter im Rhein-Pfalz-Kreis für Kultur und Sport auch für die Musikschulen zuständig und weiß, wovon er spricht, wenn er mit Nachdruck davor warnt, bei solchen und ähnlichen Einrichtungen die freiwilligen Leistungen der Kommunen zu kürzen oder gar ganz zu streichen, nur weil der kommunale Haushalt hochgradig defizitär ist. „Musikunterricht wirkt sich bei Kindern überaus positiv auf ihre künftige Entwicklung und ihr Leistungsvermögen aus“, unterstrich Reichert. Das belegten viele Studien und auch im Abschlussbericht der „Enquete-Kommission Kultur“ vom 11. Dezember 2007 sei auf diesen Zusammenhang ausführlich hingewiesen worden. „Wenn wir die beste Bildung für unsere Kinder wollen, ist es dringend notwendig, neben vielen anderen Maßnahmen im Bildungsbereich auch die öffentlichen Musikschulen so zu stärken, dass keine Aufsichtsbehörde von den Kommunen verlangen kann, öffentliche Musikschulen in ihrem Bildungsauftrag zu beschneiden“, so Reichert.

Auch die Berufliche Bildung müsse gestärkt und in ihrem Stellenwert der akademischen Bildung gleichgestellt werden, forderte Reichert. „Unsere Gesellschaft braucht nicht allein akademische, sondern ebenso dringend auch berufliche Fachkräfte“. Deshalb müssten die Berufsbildenden Schulen gestärkt und besser ausgestattet werden. Nicht zuletzt deshalb fordere die FDP ein „Schulfreiheitsgesetz“, durch das die Schulen Budgethoheit erhalten, um mehr Lehrer selbst auswählen und auch selbst über die schulische Ausstattung entscheiden zu können. „Individuellere Gestaltungsspielräume der Schulen fördern nämlich deren Qualität und ermöglichen es ihnen, thematische Schwerpunkte für ein besseres Unterrichtsangebot zu setzen“, zeigte sich Reichert überzeugt.

Schließlich kam Reichert auch auf das aktuell heiß diskutierte Thema der Vorratsdatenspeicherung zu sprechen und warnte davor, dadurch die gesamte Bevölkerung kollektiv zu „potentiellen Verbrechern“ zu stempeln. Über das Sammeln solcher Daten seien in der Vergangenheit noch keine Verbrechen verhindert oder Aufklärungsquote erhöht worden, so Reichert. Diese Tatsache könne auch nicht durch den Hinwies beschwichtigt werden, dass heute in unserer modernen Kommunikationsgesellschaft noch weit mehr Daten gespeichert würden. Reichert plädierte deshalb dafür, viel mehr dazu beizutragen, dass die massenhaften Datenspeicherungen in den neuen Medien verhindert werden - sei es durch entsprechende Gesetze, durch noch frühere und bessere Aufklärung oder durch die Unterstützung und Förderung der Entwicklung geeigneter Techniken und Software-Systeme.

Grundsätzlich gelte hier für die Liberalen, dass das informationelle Selbstbestimmungsrecht der Menschen unangetastet bleiben müsse.

Am Ende seines mit viel Beifall bedachten Referats kam Reichert noch auf den Zustand der Kommunalen Selbstverwaltung zu sprechen, die er durch den enormen Anstieg der Verschuldung und durch die Übertragung immer weiterer Aufgaben auf Städte und Gemeinden durch Bund und Land einer wachsenden Gefahr ausgesetzt sieht. Diese Entwicklung müsse in den latent unterfinanzierten Kommunen zu unterfinanzierten Schulen, Feuerwehren und und letztlich zu einer Überforderung durch die wachsenden Sozialaufgaben führen. Und natürlich drohten dadurch auch alle freiwilligen Leistungen, wie die wichtige Vereinsförderung, die Bibliotheken und die Kulturangebote unter dem Einfluss dieser Entwicklung immer stärker zurückgefahren zu werden, bis sie dann eines nicht allzu fernen Tages komplett abgeschafft seien.

Damit aber sterbe die kommunale Selbstverwaltung am Ende insgesamt. Und dem dürfe das Land nicht tatenlos zusehen. Foto: kor

19.05.2015


Kinder verzaubern Sparkassen-Weihnachtsbaum in Waldsee

Jetzt kann das Weihnachtsfest kommen: Kinder der kommunalen Kindertagesstätte Tausendfüßler Waldsee schmückten den Weihnachtsbaum der Geschäftsstelle Waldsee der Sparkasse Vorderpfalz. Jetzt kann das Weihnachtsfest kommen: Kinder der kommunalen Kindertagesstätte Tausendfüßler Waldsee schmückten den Weihnachtsbaum der Geschäftsstelle Waldsee der Sparkasse Vorderpfalz

Waldsee- Inzwischen ist es eine lieb gewonnene Tradition geworden: Jedes Jahr schmücken Kindergärten mit viel Mühe und eigenen Gestaltungsmitteln die Weihnachtsbäume der Sparkasse Vorderpfalz.

In der Sparkassen-Geschäftsstelle Waldsee verzauberten Kinder der kommunalen Kindertagesstätte Tausendfüßler Waldsee gemeinsam mit der kommissarischen Leiterin Barbara Feil den grünen Tannenbaum in ein wahres Kunstwerk. Voller Begeisterung waren die kleinen Künstler eifrig bei der Sache.

Und nach dem Schmücken versammelten sich die Kinder zum Gruppenfoto vor dem Weihnachtsbaum.

Das Team der Geschäftsstelle Waldsee bedankte sich für die tolle Aktion mit Geschenken bei den Kindern und einer Spende in Höhe von 100 Euro an den Kindergarten. Die Mitarbeiter und Kunden der Sparkasse in Waldsee sind sich einig: So viel Eifer und Kreativität wird das Christkind bestimmt belohnen.

Text und Foto: Sparkasse Vorderpfalz

01.12.2014


„Geste der Wertschätzung für Bundeswehr und die 'Helden des 20. Juli 1944'“

 Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl eröffnet eindrucksvolle Ausstellung in der Kulturhalle Waldsee.

Von Gerhard Cantzler

Waldsee- Dass es sich Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl nicht hatte nehmen lassen, zur Eröffnung der von ihm selbst initiierten und noch während seiner Amtszeit konzipierten Wanderausstellung „Aufstand des Gewissens“ gemeinsam mit Ehefrau Dr. Maike Kohl-Richter in die Kulturhalle nach Waldsee zu kommen, das dürfen sich „seine Bundeswehr“ als Veranstalter dieser Präsentation getrost als besondere Ehre und Zeichen seiner engen Verbundenheit, und die Männer des zivilen und militärischen Widerstandes in der Zeit des Nationalsozialismus als bewegende Referenz des „Vaters der Deutschen Einheit“ für die „Helden des Widerstandes“ zurechnen lassen. Sie, so betonte Dr. Kohl an diesem Tag einmal mehr, könnten jungen Menschen auch heute noch ebenso als Vorbilder dienen wie allen zukünftigen Generationen.

Am Montag abend allerdings war es, als wäre der Altkanzler noch immer in Amt und Würden: Rund um die Waldseer Kulturhalle herrschte schon den ganzen Tag über Ausnahmezustand – an jeder Straßenkreuzung waren Angehörige des Speyerer Spezialpionierbataillons 464 postiert, um den zahlreich anrollenden Ehrengästen aus Politik, Wirtschaft und Militär den Weg zum Veranstaltungsort zu weisen. Kradfahrer von Feldjägern und Polizei „flitzten“ durch die Waldseer Straßen, rund um die Kulturhalle mischten sich die Uniformen der heute zur Streitkräftebasis zugehörigen Waffengattungen mit uniformierten Polizeibeamten der Schutzpolizei und den nur durch ihren „Knopf“ am Anzugrevers erkennbaren Kriminalbeamten und Personenschützern. Mit gewohnter, militärischer Präzision und Routine wurden die Ehrengäste am Eingang zur Kulturhalle von Offizieren in Empfang genommen und in den Saal geleitet, die zahlreich erschienenen Medienvertreter von Fernsehen, Funk und schreibender Presse in ihre Plätze eingewiesen. Kurz: Es war noch einmal so wie in alten Zeiten, als Dr. Helmut Kohl regelmäßig seine zahlreichen Staatsgäste aus der ganzen Welt nach Speyer und in die Pfalz führte.

Kurz vor Beginn der Eröffnungsfeier gab es dann – im Gegensatz zur ursprünglichen Ankündigung – doch noch eine kleine Änderung im „generalstabsmäßig“ festgelegten Programmablauf: Der Altbundeskanzler und seine Begleitung betraten den inzwischen dicht gefüllten Ausstellungsraum nun doch nicht, wie angekündigt, durch einen Seiten-, sondern - es wäre ja anders auch noch schöner gewesen – durch den ihm angemessenen Haupteingang der Ausstellungshalle. Deshalb gab es kurzzeitig aufgeregte Bewegung in der Phalanx der erschienenen Fernsehteams und Fotografen, noch eine Umgruppierung, und dann konnte der in seiner Pfälzer Heimat noch immer unverändert hoch geschätzte und beliebte Ehrengast unter dem frenetischen Beifall der anwesenden Gäste in die Kulturhalle einziehen.

Angesichts der großen Zahl prominenter Ehrengäste, die der Einladung seiner Einheit zu dieser Veranstaltung gefolgt waren, beschränkte sich Oberstleutnant Stefan Jeck, Kommandeur des Speyerer Spezialpionierbataillons 464 und bei diesem Anlass militärischer Gastgeber, zunächst auf die Begrüßung der Landtagsabgeordneten Friederike Ebli (SPD) und Johannes Zehfuß (CDU), des Landrats des Rhein-Pfalz-Kreises, Clemens Körner sowie des Speyerer Oberbürgermeisters Hansjörg Eger. Auf militärischer Seite galt sein besonderer Gruß Generalmajor Hans-Erich Antoni, dem Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr in Erfurt, zu dem auch die Speyerer Pioniere zählen.

Unter den weiteren Gästen sah man aber auch die Bürgermeisterin von Schifferstadt, Ilona Volk, ihre Speyerer Kollegin Monika Kabs sowie, aus den Reihen der „Ehemaligen“, den früheren Landtagsvizepräsidenten Peter Schuler, Regierungspräsident i.R. Dr. Paul Schädler den früheren Oberbürgermeister von Speyer, Werner Schineller und den ehemaligen Standortältesten der Speyerer Pioniere, Oberst i.R. August Holzki – sie alle in ihren früheren Funktionen mit den Speyerer Pionieren über viele Jahre aufs engste verbunden.

Der erste Dank des Kommandeurs galt sodann Otto Reiland, dem Bürgermeister von Waldsee, der Patengemeinde seiner 6. Kompanie, für die uneingeschränkte Unterstützung, die er dem Ausstellungsprojekt gewährt habe. Mit Blick auf den Gegenstand der Ausstellung betonte Jeck, dass alle Menschen – unabhängig von ihrer Verantwortung in Staat und Gesellschaft – dazu aufgerufen seien, „uns durch unser Gewissen und unsere Bindung an Recht, Demokratie und Freiheit gegen eine Tyrannei wie die des NS-Regimes zu erheben“ - auch wenn dies mit Gefahr für Leib und Leben verbunden sei.

Gerade für Soldaten sei das Thema „Aufstand des Gewissens“ von herausragender Bedeutung, so Jeck, begründe der Militärische Widerstand doch zu recht eine der drei Traditionssäulen der Bundeswehr und die „Innere Führung“, nach deren Grundsätzen es „bedingungslosen Gehorsam“ heute nicht mehr geben dürfe, sondern statt dessen Befehle kritisch zu reflektieren und an an dem Wertekanon des Rechtsstaates zu messen seien.

Mit dem Bruch ihres dem Diktator geschworenen Eides hätten die Offiziere des 20. Juli 1944 ein außergewöhnliches Maß an Moral, Mut und Opferbereitschaft gezeigt, betonte der Oberstleutnant, der ihnen dafür den „allertiefsten Respekt“ der heutigen Soldaten zollte. Dieser Respekt müsse jedoch auch all den vielen Soldaten und Zivilisten gelten, die Widerstand geleistet hätten, ohne dass ihre Aktivitäten so bekannt geworden seien wie die der Offiziere um die Obersten Henning von Tresckow und Claus Graf Schenk von Stauffenberg.

Ihm als (vermutlich letztem d. Red.) Kommandeur der Speyerer Pioniere sei es wichtig gewesen, diese Ausstellung, die bereits seit 1998 durch Deutschland „tourt“, noch vor der Auflösung des Bataillons nach Waldsee zu bringen. Damit wolle man noch einmal unterstreichen, dass Soldaten stets nach Speyer und in die Region gehört hätten – nicht einfach nur als Teil eines öffentlichen Bildes, sondern weil sie als Bürger und Soldaten einander stets freundschaftlich verbunden gewesen seien. „Wir haben einander geholfen und sind für einander da gewesen“, betonte Jeck. Knapp anderthalb Jahre vor der Außerdienststellung des Bataillons wolle er deshalb den Bürgern in der Region mit dieser öffentlichkeitswirksamen Veranstaltung für das jahrzehntelange freundschaftliche Miteinander noch einmal von Herzen „Danke“ sagen.

An den Altkanzler gewandt, bedankte sich Jeck, dass Dr. Kohl bereitwillig die Schirmherrschaft über diese Ausstellung übernommen habe. Damit unterstreiche der seine große Verbundenheit mit der Bundeswehr, mit den Speyerer Pionieren und dem Thema „Widerstand im Dritten Reich“. „Für uns, die Soldaten des Spezialpionierbataillons 464, ist dies wenige Monate vor der Auflösung im kommenden Jahr noch einmal eine sehr große, eine ganze besondere Ehre“, schloß Jeck respektvoll.

Zu Beginn seines Grußwortes bedankte sich der Hausherr der Kulturhalle, Waldsees Verbandsbürgermeister Otto Reiland bei Oberstleutnant Jeck und Oberstabsfeldwebel Andreas Kurz, die sich dafür stark gemacht hätten, diese zeitgeschichtlich bedeutsame Schau in Waldsee zu zeigen. Dadurch, so betonte Reiland mit einem Augenzwinkern, sei es möglich geworden, die Erweiterung des Foyers in und die Neugestaltung des Vorplatzes vor der Kulturhalle früher als ursprünglich geplant fertigzustellen. „Denn wenn der Bundeskanzler kommt, dann geht halt alles viel, viel schneller“.

An diesen gewandt, gab Reiland seiner großen Freude darüber Ausdruck, dass er ihn – so wie früher so oft – wieder einmal in seiner neuformierten Verbandsgemeinde begrüßen dürfe, die nach der kürzlich erfolgten kommunalen Gebietsreform um die beiden Ortsgemeinden Neuhofen und Altrip gewachsen sei.

Zum Inhalt der Ausstellung selbst plädierte Reiland dafür, den 20. Juli nicht allein zu einem rein historischen Gedenkdatum werden zu lassen. So wie diese Ausstellung müsse dieser Tag in jedem Jahr neu daran erinnern, dass es auch in der Nazi-Diktatur Menschen gegeben habe, die zwar in das damals herrschende System eingebunden gewesen seien, die aber dennoch das Attentat wagten, um damit die Massenmorde an Juden und anderen Minderheiten sowie einen verheerenden, erkennbar nicht mehr zu gewinnenden Krieg zu beenden. „Wäre der Anschlag gelungen, dann hätten Millionen Zivilisten und Soldaten vor Tod und Verwundung, tausende Städte vor ihrer Zerstörung bewahrt werden können“, stellte Reiland fest und sprach sich deshalb nachdrücklich dagegen aus , die Ausstellung zukünftig in einem „Depot verstauben zu lassen“.

Jochen Hartloff, rheinland-pfälzischer Staatsminister für Justiz und Verbraucherschutz, wies auch seinerseits auf die Notwendigkeit des richtigen Umgangs mit der Geschichte hin, könnten doch aus ihr auch heute noch Lehren für die Zukunft gezogen werden. Die entscheidende Lehre aus dem Attentat des 20. Juli 1944 sei es, dass Menschen nicht nur als Täter oder Mitläufer zum Verbrechen fähig seien, sondern in gleicher Weise auch zum Widerstand. Zwar könnten Ereignisse wie derzeit in der Ukraine, in Syrien oder im Gaza-Streifen mitunter den Glauben an diese Fähigkeit der Menschheit zum Frieden schwinden lassen, gerade aber dann gelte es, auf den Mut und die Selbstlosigkeit der Männer des 20. Juli zu blicken.

Dass Widerstand in der Nazi-Zeit auch „im Kleinen“ stattfand, darauf verwies der auch für das Speyerer Bataillon zuständige Inspekteur der Streitkräftebasis der Bundeswehr, Vizeadmiral Manfred Nielson, als er – wohl für die meisten der anwesenden Gäste überraschend – an eine kleine zivile Widerstandsgruppe, die „Speyerer Kameradschaft“ erinnerte, die damals in der Waldseer Gaststätte „Zur Pfalz“ zusammengekommen sei, um Informationen über ihre verbotenen und strafbewehrten Kontakte mit Kriegsgefangenen sowie über die Meldungen der „Feindsender“ auszutauschen. Auf den Tag genau vor 75 Jahren, am 15. September 1939, so erinnerte Vizeadmiral Nielson, sei mit dem bekennenden „Zeugen Jehova“ August Diekmann der erste Kriegsdienstverweigerer in der Zeit der NS-Diktatur im Konzentrationslager Sachsenhausen hingerichtet worden – am gleichen Tag hätten in der polnischen Stadt Przemyśl Einsatzgruppen der deutschen Sicherheitspolizei und des SD ein Massaker an etwa 600 Juden begangen.

Beim Schirmherrn der Ausstellung, Bundeskanzler a.D. Dr. Kohl, bedankte sich der Vizeadmiral für die „große Geste der Wertschätzung“, die er den „Männern des 20. Juli“ und der Bundeswehr immer wieder habe zuteil werden lassen. Dabei habe der Historiker Dr. Helmut Kohl wie kein anderer Politiker stets für die deutsche Einheit gekämpft, die ihm schließlich „zum Lebenselexier“ geworden sei. „Ihre Visionen vom geeinten Deutschland, Herr Bundeskanzler, und einem geeinten Europa sind Wirklichkeit geworden“, so Manfred Nielson, der dem Altkanzler auch für seine Bemühungen um die Integration der Soldaten in die Zivilgesellschaft dankte. „Gerade hier in der Pfalz ist diese Integration immer wieder ganz besonders gut gelungen“.

Die Ausstellung, so schloß Vizeadmiral Nielson seine Ausführungen, berichte von Mut, Entschlossenheit und Zivilcourage, werbe für „Hin- statt Wegschauen“ und sei so nicht nur für die Soldaten, sondern für jedes Mitglied der Gesellschaft ein Ort moralischer Orientierung.

Mit einem ebenso spannenden wie informativen Vortrag führte sodann der Militärhistoriker Oberstleutnant Dr. Peter Popp, Dozent an der Offiziersschule der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck, in die von ihm maßgeblich mit gestaltete Ausstellung ein. Auch er machte noch einmal deutlich, welcher Terror, welche Verluste an Menschen und Sachwerten hätten vermieden werden können, wenn das Attentat vom 20. Juli 1944 geglückt wäre. Besonders eindrucksvolle dabei die Zahlen, mit denen er den Nachweis führte, dass im Zweiten Weltkrieg bis zum Tag des Anschlages allein in Deutschland pro Tag durchschnittlich 1588 Menschen gestorben seien – danach bis zum Ende des Krieges seien es im Mittel pro Tag 16.641 Deutsche gewesen.

Lesen Sie den Vortrag von Oberstleutnant Dr. Peter Popp im Wortlaut im SPEYER-KURIER.

Mit großer Spannung erwartet dann schließlich das gut zehnminütige, in freier Rede vorgetragene Statement des Altkanzlers, in dem er trotz seiner noch immer nachwirkenden schweren Erkrankung ein glühendes Bekenntnis zu einer in die Zukunft weisenden Erinnerungskultur für die „Helden des 20. Juli 1944“ ablegte. „Ich bin froh und dankbar für jede Gelegenheit, über das Schicksal unserer Soldaten nachzudenken“, betonte Dr. Kohl, „ und genau dazu können dieser Abend und diese Ausstellung beitragen “.

Ehe er sich dann gemeinsam mit seiner Begleitung unter der Führung von Dr. Peter Popp auf einen Rundgang durch die in sechs Abschnitte gegliederte und rund 60 Stationen umfassende Ausstellung begab, gab Dr. Kohl seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich möglichst viele Besucher, vor allem auch möglichst viele Schülerinnen und Schüler, mit den Inhalten der Schau auseinandersetzen mögen, in der die Entwicklung des „Dritten Reichs“ von seiner Vorgeschichte bis zum Untergang dargestellt wird.

Und zumindest dieser Wunsch des Altkanzlers scheint sich zu erfüllen: Schon am ersten Tag nach der Eröffnung der Ausstellung, die von einem Blechbläser-Sextett des Heeresmusikkorps Veitshöchsheim musikalisch umrahmt wurde, kamen sechs Schulklassen, eine umfangreiche Gruppe Soldaten der Speyerer Garnison sowie zahlreiche Einzelbesucher in die Waldseer Kulturhalle. Und das beste: Die Besucher nahmen das Gezeigte nicht einfach nur zur Kenntnis, sondern sie kamen untereinander und mit den die Schau kuratierenden Soldaten der Speyerer Spezialpioniere in zum Teil lebhafte Gespräche, in denen die Soldaten immer wieder ihr Verständnis vom „Bürger in Uniform“ eindrucksvoll unter Beweis stellten.

Die sehenswerte Ausstellung ist noch bis zum 28. September 2014, täglich von 9 – 18 Uhr in der Kulturhalle Waldsee zu sehen. Der Eintritt ist frei. Für Gruppen wird Anmeldung unter Tel. 06232-316-2601 empfohlen. Foto: gc

17.09.2014


Vortrag zur Eröffnung der Ausstellung „Aufstand des Gewissens“ in Waldsee am 15. September 2014

Von OTL Dr. Peter Andreas Popp (Lehrstabsoffizier Militärgeschichte und Politische Bildung an der Offizierschule der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck)

Herr Bundeskanzler,

Meine Damen und Herren,

„medias in res“, d.h. ohne lange Anrede, obliegt es mir als gelerntem Historiker und Offizier der Luftwaffe, Ihnen eine Hinführung zur mittlerweile vieljährigen Ausstellung des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes zu vermitteln.

Sie hatte in dieser Form mit hinterleuchteten Tafeln ihre Premiere vor über 16 Jahren in MÜNCHEN, dem Ort, den die Nazis einstmals wegen des missglückten Hitler-Ludendorff-Putsches als „Hauptstadt der Bewegung“ deklarierten, und sie ist heute in ausstellungstechnisch wirklich sehr gut erhaltener Form zu sehen in WALDSEE nördlich SPEYER: SPEYER, der alten Kaiserstadt mit dem nicht unweit gelegenen Hambacher Schloss als Freiheitsort der deutschen Geschichte. Das erfreut.

Verehrte Anwesende: Manche von Ihnen mögen es befürchten wegen der buchstäblichen „Stehzeit“, die Ihnen bei dieser Ausstellungseröffnung wohl aus organisatorischen Gründen abverlangt wird: Jetzt kommt der ausführliche Fachvortrag eines Historikers, und die haben bekanntlich nicht nur viel zu reden, sondern immer vieles und profundes zu sagen.

Dieser ausführliche Fachvortrag erfolgt nicht, denn dann liefe ich wohl Gefahr, dass angesichts der Umstände Interesse womöglich in Resistenz, um nicht zu sagen, in aktiven Widerstand umschlägt.

Doch „en passant“ und womöglich mit einem schlurigen Testat eines „eingeflogenen“ Historikers soll und darf die Ausstellung nun auch nicht eröffnet werden: Denn dazu ist das Thema einfach zu ernst und wirklich zu wichtig.

Ich will Ihnen also kurz die vielfältigen Facetten dieser Ausstellung präsentieren und Ihnen damit einen Zugang und die bessere Möglichkeit fürs Nachfragen eröffnen.

Das Militärgeschichtliche Forschungsamt (MGFA, heute ZMSBw – Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr) schuf in Ergänzung seiner Buchproduktion vor Jahren – es war Anfang der 1980er Jahre mit Einrichtung seiner Bildungsabteilung – zwei große Wanderausstellungen. Die trugen die Titel „Aufstand des Gewissens“ und „Deutsche Jüdische Soldaten“. Beide Ausstellungen wurden Mitte / Ende der 1990-er Jahre in eine wissenschaftlich und technisch überarbeitete Form gebracht.

Doch damit erschöpfen sich nicht die Gemeinsamkeiten:

·       Beiden Wanderausstellungen des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes gilt seit Jahren besonderes öffentliches Interesse.

·       Beide Ausstellungen behandeln alles andere als einfache Themen der deutschen Geschichte.

·       Und obwohl jeweils eigenständige Themen behandelt werden, berühren sich beide Ausstellungen doch in signifikanter Weise.

Am Beispiel dieser Ausstellung aufgezeigt: Gegen die Unmenschlichkeit des verbrecherischen NS-Regimes, welche ihren Gipfel in der zu sehr großem Teil vollzogenen industriellen Vernichtung der europäischen Juden und anderer vom Regime als „lebensunwert“ eingestufter fand, setzten die Männer und Frauen des Widerstandes ihr Wollen und Handeln entgegen.

Ihr erklärtes Ziel war – wie es in ihrem Regierungsprogramm hieß –  „die Wiederherstellung  der vollkommenen Majestät des Rechts".

Es ging ihnen also um nichts mehr und nichts weniger als die Existenz des Rechtsstaates. Ohne Recht und Gerechtigkeit konnte und kann eine wirklich menschliche Ordnung nämlich nicht existieren.

Dies, meine Damen und Herren, ist alles andere als ein Thema der Vergangenheit!

Wir betrachten den Widerstand gegen Hitler und das NS-Regime mittlerweile in zeitlicher Distanz von bald einem dreiviertel Jahrhundert. Trotz des sehr hohen Altersdurchschnitts unserer Gesellschaft, weit als zwei Drittel der heute lebenden Deutschen sind nach Hitler geboren und aufgewachsen. Somit ist – wenn man einmal von dem Teil der Deutschen absieht, die nach den braunen Machthabern die roten Machthaber erleben mussten – der Mehrzahl der Deutschen das unmittelbare Erleben der Diktatur fremd.

Demokratie und freiheitlicher Rechtsstaat sind in unserem Land inzwischen zu einer selbstverständlichen Gewohnheit geworden. Vielleicht liegt es auch daran, dass es den großen Freiheitsakt in Form einer geglückten Revolution in der deutschen Geschichte erst mit dem Epochenjahr 1989/90 gab und leider mit dem Epochenjahr 1848/49 nicht gegeben hatte....? Gleichwie, bei manchen scheint Demokratie und freiheitlicher Rechtsstaat schon zu einer „Ware mit Verteilcharakter“ geworden zu sein. Nebenbei bemerkt: Dieses erleichtert es dann, die zweite Diktatur totalitären Charakters auf deutschem Boden im 20. Jahrhundert nicht als Unrechtsstaat zu begreifen.

Wehrhafte Demokratie heißt, den Unrechtscharakter sowohl der braunen als auch der roten Diktatur klar zu benennen. Ich betone dies ganz bewusst als Soldat, Offizier und Lehrender.

Schließlich legen wir Soldaten unseren Eid darauf ab, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen, und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“ Seien Sie davon überzeugt: Es gelingt besser, wenn man weiß, was der Rechtsstaat verkörpert und was ein Unrechtsregime prägt. In den Worten eines der größten Philosophen des 20. Jahrhunderts, Sir Karl Popper: es geht immer um „die offene Gesellschaft und ihre Feinde“.

Diktaturen, zumal totalitäre, stellen geschlossene politische Systeme dar. Die bewusste Auseinandersetzung mit dem Zwanzigsten Juli 1944 durchbricht diesen Kreis hermetischer Abgeschlossenheit und trägt damit zur Entwicklung des Rechtsstaatsbewusstseins in Deutschland ganz entscheidend bei. Darum auch die Ausstellung.

Nun geben Diskussionen über das Thema "Widerstand im Nationalsozialismus" immer wieder zu erkennen, wie schwierig es mitunter ist, die Zeitgebundenheit und die Handlungsbedingungen der Akteure zu vermitteln. Das gilt gerade für die Soldaten im Widerstand gegen den NS-Staat.

Warum? Nicht wenige von ihnen hatten die nationalsozialistische Machtergreifung anfangs und folgend in den ersten Jahren ja durchaus mit Sympathie begleitet und selbst noch die Aufrüstungspolitik Hitlers mitgetragen. Die Weimarer Republik, dieses gescheiterte Experiment in Sachen Demokratie, war ihre Sache nicht gewesen!

Für die historische Forschung ist diese Verstrickung des militärischen Widerstandes in das NS-Regime eine längst bekannte Tatsache. Für den Nicht-Historiker – nennen wir ihn den naiven Betrachter damaligen Geschehens – wirkt es noch immer irgendwie befremdlich.

Historische Forschung bringt als Vorteil sachgebunden mit sich, dass emotionale Distanz die Erkenntnis befördert. Der Befund bleibt derselbe - in direkter Zielansprache formuliert: Wir haben es am Ende der Weimarer Republik mit einem eklatanten Versagen der Funktionseliten in Deutschland zu tun – Versagen auch des Militärs. Und das darf der zweiten Demokratie in Deutschland, der der Bundesrepublik einfach nicht mehr widerfahren. Nebenbei bemerkt: Auch darum historisch-politische Bildung in den Streitkräften, und das bitte nicht in mikro-ökonomischer Perspektive.

Hitler und die Seinen beim Wort genommen, so hätte man von vornherein erkennen können, worauf die Sache dann hinauslief. Einem Mann aus dem Volke, dem Werkzeugmacher Georg Elser aus dem schwäbischen Heidenheim an der Brenz ist es ja gelungen. Und das war eben keine hochgestellte Persönlichkeit im soziologischen Sinne. Er verfügte gleichwohl über soziale Intelligenz, indem er erkannte, dass Hitler und die Seinen gemeinschaftszerstörend wirkten.

Meine Damen und Herren, worum geht es in der Politik. Es geht in der Politik um Macht, es geht aber auch noch um etwas anderes, nämlich um das Prinzip ‚Verantwortung’ im Rahmen ethischer/moralischer Standards. Und hier bieten diejenigen unter den Militärs ein gutes Anschauungsfeld,

·       denen anfangs trotz erheblich getrübten Blickes auf Hitler und die Nazis oder auch aus machtpolitischer Verblendung in weiterreichender Wirkung des Deutschen Kaiserreiches, welches den Ersten Weltkrieg ja mitzuverantworten hatte, der Blick getrübt war und

·       die dann doch noch im Widerstand gegen Hitler und seine Schergen „die Kurve kriegten“.

Historische Forschung und Geschichtsunterricht müssen Fragen stellen und zum Nachdenken anregen. Das erfordert Erklärung, das erfordert Zeit, das zerstört Mythen, das befördert die Erkenntnis und fördert zuweilen Emotion.

Wir dürfen uns dann aber als Ergebnis keine Lichtgestalten erwarten. Wir haben es mit handelnden Subjekten in ihren jeweiligen Lebensumständen zu tun. Und diese Tatsache sollte berücksichtigt werden gerade dann, wenn es darum geht, Persönlichkeiten für traditionswürdig oder traditionsunwürdig zu erachten.

Die anfänglich von den Militärs euphorisch begrüßte „Sache mit dem ‚Dritten Reich’“ lief von vornherein schief. Entscheidend ist, den historischen Kontext freizulegen, der diese Erkenntnis verbaute. Und dazu muss man etwas weiter ausholen. Es geht dann um die Frage von Militär und aufgeklärtem Geistesgut, gerade weil die Nazis ihre Herrschaft als Gegenstück zur Staatsform der Aufklärung, die Demokratie nämlich, verstanden.

Sobald der historische Kontext freigelegt ist, dann kann nach dem Beurteilen auch geurteilt werden. Natürlich nicht so wie es Roland Freisler tat, der Vorsitzende Richter des „Volksgerichtshofes“. Ihn in seiner brutal geifernden Art vor Augen, kann man einfach nicht umhin, denen Respekt zu zollen, denen trotz anfänglicher Vernebelung des Geistes und Berauschung der Sinne, es dann doch noch gelang, in sich die Erkenntnis reifen zu lassen und sich sodann gegen diese finstere, den deutschen Namen beschmutzende Diktatur zu erheben.

Meine Damen und Herren. Nach abendländisch-christlichem Verständnis hat der Mensch immer die Wahl der Entscheidung in seiner individuellen Verantwortung vor Gott und – wenn Sie nicht an Gott glauben können – vor der Natur des Menschen. Unsere Entscheidungen sind beeinflusst durch Werte und Interessen.

Dies muss vorausgeschickt werden, weil die neuere Forschung zum Thema ‚Widerstand’ in dreierlei Hinsicht spezifisch geprägt ist. Die Ausstellungsmacher waren damit unmittelbar konfrontiert:

1.     Die Forschung lässt mitunter etwas außer acht lässt, dass die Klärung des Wortes ‚Widerstand’ natürlich auch die Frage aufwirft: Wogegen wird Widerstand geleistet wird und vor allem wofür?

2.     Sie fasst den Widerstandsbegriff erheblich weiter, als es in früheren Jahren der Fall war. ‚Widerstand’ umschließt demnach nicht nur das gesamte politische Spektrum, sondern auch die Vielfalt seiner Erscheinungsformen.

3.     Ein Drittes kommt hinzu: Als Lehrer werde ich fast immer von meinen Schülern gefragt: „Wie verhält es sich denn mit der Desertion von Soldaten. Ist das Widerstand, noch dazu vorbildhafter?“ Die Frage ist hochpolitisch, es geht um den Vorwurf des Verrats von Kameraden. Sie wurde über Jahre hinweg im Deutschen Bundestag äußerst kontrovers diskutiert. Die letzten Urteile der Wehrmachtsjustiz, die gegen Deserteure, sind mittlerweile durch unser Parlament generell für nichtig von Anfang an erklärt worden.

Den Primat der Politik vor Augen äußern sich Soldaten ungern zu Fragen aktueller Politik. Freilich, als mündiger Staatsbürger in Uniform und noch dazu gefragt von Schülern, da Lehrender im Fach „Militärgeschichte“, will ich der delikaten Frage nicht ausweichen.

Ich kann der Frage auch nicht ausweichen, weil es beim militärischen Widerstand gegen Hitler und das NS-Regime ja auch um etwas geht, aus dem sich das Traditionsverständnis der Bundeswehr speist. Konkret, der militärische Widerstand gegen Hitler und das NS-Regime bildet eine von drei Traditionssäulen der Bundeswehr.

Authentisch kann ich als Lehrer nur sein, wenn ich meinen Schülern die Antwort differenziert gebe. Sie also zum Nachdenken und nicht zum Nachplappern anrege.

Zu 1: Widerstand wogegen und wofür

Bei der Schaffung einer politischen Alternative zum NS-Regime muss man wissen, was die Alternative im positiven Sinne bedeutete. Konkret: die Kommunisten haben sehr wohl Widerstand geleistet. Doch ihr politischer Alternativentwurf verkörperte leider nicht eine rechtsstaatliche Ordnung, sondern den Ersatz von einer totalitären Diktatur durch die andere. Vom ‚braunen’ Regen in die ‚rote’ Traufe also. Im Sinne demokratisch werthaft orientierter historisch-politischer Bildung kann dies nicht die Alternative sein – was natürlich nicht heißt, diese Sparte der Gegnerschaft gegen das NS-Regime zu ignorieren. Würde man den Widerstand der Kommunisten ignorieren, so betriebe man Geschichtsklitterung. Doch die Frage nach dem „wozu?“ von deren Widerstand muss sehr wohl gestellt werden.

Zu 2: der erweiterte Widerstandsbegriff

Ist Widerstand dasselbe wie resistentes Verhalten? Man kann darüber natürlich trefflich streiten, ob mit dem erweiterten Widerstandsbegriff nicht der wahre Kern, nämlich die Tat zur Beseitigung des Tyrannen und seiner Lakaien verwässert wird.

Sicher ist, daß die Grenzen zwischen Mitmachen und Nicht-Mitmachen fließend waren, und daß es auch ein erstaunliches Spektrum widersetzlicher Verhaltensweisen im Alltag gab. Doch Widerstand lässt sich letztlich nicht nur als Haltung definieren, sondern als Handeln, das aus ethischen, politischen, religiösen, sozialen oder individuellen Motiven darauf abzielte, zum Ende des Regimes beizutragen.

Im Sinne dieses erweiterten Verständnisses von Widerstand beschränkt sich die Ausstellung nicht allein auf den (in Anführungszeichen) “großen” Widerstand, wie er von hochrangigen Offizieren verdeckt und generalstabsmäßig geplant und organisiert wurde. Zwar gilt das Hauptinteresse ihren spektakulären Unternehmungen, die dann im Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 gipfelten. Das ist letztlich erklärbar schon anhand der Bedeutung der Tat vom 20. Juli.

Die Ausstellung lenkt den Blick freilich auch auf Formen des Widerstand einzelner, auch einfacher Soldaten. Er entsteht im Gefolge des Kriegserlebnisses, oft genug verknüpft mit der Konfrontation mit den NS-Verbrechen aus eigener Anschauung.

Zu 3: Ist dann Desertion dasselbe wie Widerstand?

Im Sinne eines erweiterten Widerstandsbegriffes JA. Im Sinne des militärischen Widerstandes grundsätzlich NEIN. Beachten Sie bitte, dass ich jetzt ausdrücklich nicht in juristischer Absicht argumentiere, obwohl ich mich des juristischen Wortes „grundsätzlich“ bediene. Es bedeutet, dass es durchaus Ausnahmen von der Regel geben kann.

Es ist eine militärgeschichtliche Erfahrungstatsache, dass Desertion für Militärs einen Horror verkörpert - ganz gleich, wem das Militär im Einzelfall dient. Sie ist dysfunktional. Sie untergräbt die soldatische Ordnung, sie ist gegen die Kameradschaft, weil dadurch das Leben von Kameraden gefährdet wird.

ABER: Wenn man sich nur ansatzweise vor Augen hält,

·       welche Kumpanei die Militärs im ‚Dritten Reich’ mit Hitler eingegangen sind – hier nur das Stichwort: Rasse- und Vernichtungskrieg im Osten -;

·       die dort praktizierten verbrecherischen Befehle, die 1944 zunehmend auch im Süden und im Westen Europas griffen;

·       die deutsche Militärgerichtsbarkeit[1] mit ihren exorbitanten Todesurteilen;

·       insbesondere die Standgerichten am Ende des Krieges,

dann kann Desertion aus einer individuellen Perspektive plausibel und nachvollziehbar werden.

Jeder von uns weiß, dass man in seine Mitmenschen letztlich nicht hineinschauen kann. Es gibt solche und solche Motive. Doch bevor ich urteile im Sinne von verurteilen – bislang sprach ich bei diesem emotionalisierenden Thema immer im Sinne von beurteilen! - dann muss ich mir die Frage stellen: Wie hätte ich mich verhalten in der Erkenntnis, dass ich von Hitler und den Seinen „verraten und verkauft“ worden bin?“

Ich empfehle zur Vorbeugung von Selbstgerechtigkeit in der einen wie der anderen Richtung genaue Prüfung! Sehr genaue! Vielleicht kann zur Orientierung das Buch von Horst KRÜGER dienen mit dem Titel „Das zerbrochene Haus“. Es erschien bereits 1964.

Anhand des delikaten Themas „Desertion“ wird überdeutlich, worin die fatale Qualität von totalitären Diktaturen liegt: in der Zerstörung von Werten. Wir hatten es gerade in Deutschland, bedingt durch die doppelte Diktaturerfahrung und im Einstieg erleichtert durch die Gewaltkultur des Ersten Weltkrieges, mit einem hochpotenzierten Zerstörungsgrad von Werten zu tun. Es sind Werte, ohne die das menschliche Zusammenleben einfach nicht möglich ist. Dazu wären zu zählen die Begriffe:

·       Treue, Tugend, Disziplin, Ehre;

·       Vaterland und Nation,

·       Gemeinschaft, Gemeinsinn und Solidarität.

Wie kann ich mir in einem verbrecherischen Regime individuelle Würde und Autonomie bewahren? Wie kann ich mir noch in Spiegel schauen, wo doch totalitäre Herrschaft nach dem Muster funktioniert „Mitgehangen – Mitgefangen“; ich also schuldhaft verstrickt werde, damit das System funktioniert.

Ein herausragendes Beispiel, dass es gelingen kann, liefert Hauptmann Wilhelm, genannt Wilm Hosenfeld.

Als Angehöriger der deutschen Garnison Warschau hatte Hosenfeld während des Zweiten Weltkrieges zahlreiche vom NS-Regime verfolgte Polen – Juden und Christen – vor der sicheren Ermordung gerettet, indem er sie in seinem Dienstbereich versteckte.

In der Endphase der zunehmend brutaler gewordenen deutschen Herrschaft in Warschau, als diese im Spätsommer 1944 durch den sog. Warschauer Aufstand zeitweise gefährdet war, nutzte Hosenfeld seinen Spielraum als Vernehmungsoffizier und bewahrte gefangene polnische Aufständische vor der sicheren Ermordung durch die SS-Soldateska.

Der Nachlass „Wilm Hosenfeld“ wurde dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt leider erst zugänglich bei  Fertigstellung der Ausstellung „Aufstand des Gewissens“. Und so konnte diese wichtige Facette militärischen Widerstands erst richtig in Buchform hernach verarbeitet werden.

Einen ersten bildlichen Eindruck von der Person dieses bemerkenswerten deutschen Offiziers vermittelt Ihnen diese Ausstellung mit dem Titel „Aufstand des Gewissens“ immerhin. Auf Tafel 26 finden Sie sein Portrait und einen Auszug aus seinem Tagebuch, der Hosenfelds Charakter und Denkweise gut erkennen läßt.

Warum, so werden Sie sich fragen, weise ich ausdrücklich auf die Person von Hauptmann Hosenfeld hin? – Ganz einfach deshalb, weil er mit seinen Rettungsaktionen repräsentativ für eine besondere Form des Widerstandes von Soldaten gegen das NS-Regime steht, die weniger bekannt und anerkannt ist, Zu Unrecht steht sie gemeinhin noch immer im Schatten des organisierten Widerstandes einer Militäropposition, deren Verschwörung schließlich im Attentat und Umsturzversuch des 20. Juli 1944 gipfelte.

Wie gingen die Deutschen mit der Tatsache um, dass es neben dem nationalsozialistischen Deutschland noch ein anderes Deutschland gab? Sie taten und sie tun sich schwer damit.

Die Deutschen in den 1950er und 1960er Jahren hatten erhebliche Probleme mit dem „Zwanzigsten Juli“. Stauffenberg  wusste darum, bevor er zur Tat schritt: „Es ist Zeit, dass jetzt etwas getan wird. Derjenige allerdings, der etwas zu tun wagt, muss sich bewusst sein, dass er wohl als Verräter in die deutsche Geschichte eingehen wird. Unterlässt er jedoch die Tat, dann wäre er ein Verräter vor seinem eigenen Gewissen.“

Bundespräsident Theodor Heuss, der den 8. Mai 1945 bei Gründung unserer Bundesrepublik mit den Worten charakterisierte:  die „tragischste und fragwürdigste Paradoxie“ der deutschen Geschichte „weil wir erlöst und vernichtet in einem gewesen sind“, musste den Deutschen einschließlich den damaligen Angehörigen der Bundeswehr mehrfach ins Gewissen reden, sich dem 20. Juli positiv zu stellen. Zum Traditionsbestand der Bundeswehr gehört der „Zwanzigste Juli“ immerhin seit dem (Ersten) Traditionserlass von 1965.

Im Zwanzigsten Juli kristallisiert sich die eigentliche Militäropposition, die zurecht im Mittelpunkt der Ausstellung steht. Das Bemühen dieser Militärs, das verbrecherische NS-Regime zu stürzen, ließ die Militäropposition zum Symbol für ein besseres Deutschland werden.

Bedenken wir kurz, wie schwierig „Deutschlands langer Weg nach Westen“ (Heinrich August WINKLER) in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verlief.

Die Tragik der ersten deutschen Demokratie, der Weimarer Republik, liegt nicht zuletzt auch darin, dass sich Konservativismus und Demokratie fast durchwegs diametral gegenüberstanden. Den überwiegend national-konservativen  Trägern der Militäropposition stand nicht der Sinn nach Rückkehr zur Demokratie. Ihre Erfahrung mit Demokratie beschränkte sich auf jene wenigen Jahre der sog. Weimarer Republik. Mit ihr aber verbanden die allermeisten konservativen, kaiserzeitlich geprägten Oppositionellen nur traumatische Erinnerungen an politisches und wirtschaftliches Chaos. Es war, wie der Publizist und Historiker Joachim C. Fest einmal bemerkte, ein „langer Weg zum Zwanzigsten Juli“. Und so erfolgte die Distanzierung von Persönlichkeiten aus den alten Eliten, der Reichswehr und der höheren Bürokratie vom NS seit 1938 in einem schwierigen Lernprozess

Zum Teil muss gefragt werden, ob ihr Ideal eine freiheitliche und pluralistische Staats- und Gesellschaftsordnung war, wie sie uns heute selbstverständlich ist. Die Frage nicht zu stellen, ja auch dies würde Geschichtsklitterung bedeuten!

Die Männer und Frauen des 20. Juli mögen sich nicht begeistert haben für die parlamentarische Demokratie der späteren Bundesrepublik Deutschland. Ob sie sich in diesem deutschen Staat wohlgefühlt hätten, kann zu Recht angezweifelt werden. Doch eines können sie für sich sehr wohl in Anspruch nehmen: nämlich den Wiedereintritt des deutschen Volkes in die Gemeinschaft der zivilisierten Nationen gewollt und auch moralisch vorbereitet zu haben.

Meine Damen und Herren, wir sind es gewohnt eine Tat nur dann zu würdigen, wenn sie mit Erfolg behaftet ist. Doch kann man  eine Tat allein und immer nach ihrem Erfolg zu beurteilen? Nein: die Ethik bliebe ansonsten auf der Strecke!

Wie stünde denn das deutsche Volk, insbesondere das Militär, heute da, hätte es den Zwanzigsten Juli nicht gegeben? Wie viele Leben und wie viel Sachwerte hätten überlebt, wenn das Attentat erfolgreich gewesen wäre?

Der später immer wieder erhobene Vorwurf an die Militäropposition, sie habe auch nur eine Diktatur durch eine andere ersetzen wollen, verblaßt demgegenüber, abgesehen davon, daß er sachlich so nicht richtig ist. Ihr Denken war orientiert an der Verfassungswelt des deutschen Konstitutionalismus im 19. Jahrhundert, die eben noch nicht den engen und untrennbaren Zusammenhang von Rechtsstaat, Sozialstaat und Demokratie kannte. Im Übrigen hätten sich wohl kaum gestandene Sozialdemokraten wie Julius Leber und Wilhelm Leuschner aktiv einer Sache verschrieben, die letztlich nicht die ihre gewesen wäre.

Persönlichkeiten wie Claus Graf Schenk von Stauffenberg, Henning von Tresckow, Ludwig Beck, Julius Leber und andere scheiterten zwar im Augenblick der Tat - aber sie waren es, die geistige und moralische Fundamente für das demokratische Gebäude Bundesrepublik Deutschland legten.

Wir haben es nicht mit Ikonen zu tun, sondern mit Menschen. Artikel 1, Absatz 1 unseres über 65 Jahre alten Grundgesetzes formuliert „Die Würde des Menschen ist unantastbar, sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Demgegenüber verblassen wirklich die Einwände, die gegen Männer des Zwanzigsten Juli gemeinhin vorgebracht werden in Relativierung der Tat:

·       „Eidverletzung“ und damit „Verrat“

·       Aktion zu spät und / oder opportunistisch

·       Antidemokratische / elitistische Einstellung der Akteure

·       Verwicklung der Akteure in das NS-Regime und den Genozid

·       Nichtberücksichtigung der alliierten Deutschlandpolitik (unconditional surrender)

·       Ignoranz des Faktors „Sowjetunion“

·       Inkaufnahme der Gefahr eines Bürgerkrieges

All diese Punkte sind unerheblich, wenn man sich nur vor Augen hält, wie viele Menschen und wie viele materielle Werte hätten gerettet werden können, die zwischen dem 20. Juli 1944 und dem 8. Mai 1945 getötet und verloren gingen.

 

 

Vor dem 20.07.1944

20.07.44 – 08.05.45

 

 

 

Dt. Soldaten

2.696.633

2.355.285

Dt. Zivilisten

2,8 Mio.

4,8 Mio.

Jeden Tag kamen seit dem Juli 1944 durchschnittlich 16.641 Menschen deutscher Staatsangehörigkeit um, vorher durchschnittlich 1.588 Menschen. Auch im Hinblick auf die Mordmaschinerie waren die Opferzahlen 1944/1945 noch enorm hoch.

Es sind dies Zahlen, die jeden wehrhaften Demokraten sensibilisieren müssten, gerade auch dann, wenn sich anlässlich der auf den 20. Juli ganz bewusst gelegten Gelöbnissen junger Soldaten vor dem Reichstagsgebäude –Datum und Ort sind einer Parlamentsarmee wie der Bundeswehr mehr als würdig! – gewaltorientiertes Protestgeschrei erhebt.

Abschließend ganz kurz im Sinne der „geographischen“ Orientierung zur Gliederung der Ausstellung "Aufstand des Gewissens": Sie ist in sechs größere thematische Einheiten eingeteilt, erkennbar an unterschiedlichen Farbverläufen. Ein einleitendes Kapitel skizziert zunächst Entstehung und Wesen der NS-Diktatur, – dies mit einem besonderen Augenmerk auf das problematische Miteinander von politischer und militärischer Führung ab 1933.

Dem eigentlichen Thema widmen sich die drei daran anschließenden Themengruppen “Anfänge militärischen Widerstandes”, “Militärischer Widerstand im Krieg” und “Attentat und Umsturzversuch vom 20. Juli 1944”. Sie versuchen, die Entstehung und Entwicklung des militärischen Widerstandes ab 1938 in großen Zügen, aber dennoch in differenzierender Betrachtungsweise zu erfassen.

Deutlich tritt hier der dem militärischen Widerstand eigentümliche Prozeßcharakter hervor, wie er durch drei Phasen markiert ist:

·       Zunächst das Jahr 1938 von der innenpolitischen Blomberg-Fritsch-Krise und der außenpolitischen Sudeten-Krise im Frühjahr bis zum Münchner Abkommen Ende September – dem jähen Ende der ersten Staatstreichplanungen;

·       dann die Phase der ersten Kriegshälfte von 1939-1941 – nicht zuletzt wegen der deutschen Waffenerfolge alles andere als eine Hochzeit der Militäropposition;

·       und schließlich die Phase der zweiten Kriegshälfte von 1942-1944, mit der sich infolge der Erfahrungen des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion, aber auch durch die Wende des Kriegsglücks die Bedingungen für den Widerstand entscheidend veränderten.

Eine Ausstellung über den militärischen Widerstand wäre unvollständig, würde sie mit dem 20. Juli 1944 abbrechen. So setzt die hier vorliegende Fassung gerade was die Nach- und Wirkungsgeschichte des 20. Juli betrifft, besondere Akzente in Gestalt ihrer beiden letzten Themengruppen. Die eine nimmt sich des Schicksals der Verschwörer und ihrer Angehörigen an. Die Bilder von der Hinrichtungsstätte Berlin-Plötzensee sowie der in ‚Sippenhaft’ internierten und verschleppten Familienangehörigen führen die ganze Dimension des menschlichen Leides vor Augen, die das Regime in seiner Rachsucht verursachte.

Das Schlußkapitel der Ausstellung gilt dem Vermächtnis des Widerstandes. Ohne den Anspruch einer Rezeptionsgeschichte erheben zu wollen, wird zunächst schlaglichtartig beleuchtet,

·       wie die öffentliche Auseinandersetzung um die Bewertung des militärischen Widerstandes die junge Bundesrepublik in der Phase ihrer Identitätsfindung geprägt hat,

·       wie schwer es fiel, der positiven Würdigung des Widerstandes gegen die bekannten Verratsvorwürfe allmählich dann doch weitgehende Anerkennung zu verschaffen.

·       Und wie unterschiedlich hiervon diese Würdigung in der DDR ausfiel, wo aufgrund besonderer ideologischer Voreingenommenheit historische Erkenntnis sich lange Zeit einem staatlich verordneten Geschichtsbild unterordnen mussten.

Das Kapitel schließt - unter anderem - mit einem Bilddokument aus der Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung. Es zeigt den Bendler-Block in Berlin, wo im Gebäudekomplex der ehemaligen Staatsstreichzentrale heute symbolträchtig der zweite Dienstsitz des Bundesministers der Verteidigung und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand unter einem Dach vereint sind.

Die allerletzte Tafel schließlich erinnert in Form zahlreicher Portraits an hingerichtete und ermordete Widerstandskämpfer und –kämpferinnen unter der Überschrift “Sie gaben Ihr Leben für die Wiederherstellung der vollkommenen Majestät des Rechts”, was auf die bekannte Kernforderung im politischen Programm der Verschwörer des 20. Juli Bezug nimmt.

Mit dieser Botschaft, die als konkretes Vermächtnis des Widerstandes verstanden wird, klingt die Ausstellung aus. Sie sieht damit als geistiges Erbe des Widerstandes speziell die Verpflichtung zur Wahrung der Rechtsstaatlichkeit, einem Grundpfeiler jeder Demokratie. In weiterem Sinn beinhaltet dies nichts weniger als die Mahnung für uns Soldaten, für Menschenwürde und Menschenrechte einzutreten und jeder Form von Intoleranz und Menschenverachtung, Haß oder Gewalt entschieden entgegenzutreten.

In den Worten von Generaloberst Ludwig Beck, dem deutschen Staatsoberhaupt falls das Attentat gelungen wäre: „Ihr soldatischer Gehorsam hat dort eine Grenze, wo ihr Wissen, ihr Gewissen und ihre Verantwortung die Ausführung eines Befehls verbietet.“ (Denkschrift vom 16. Juli 1938)

Meine Damen und Herren, soweit die einführenden Worte. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

[1] Die NS-Militärjustiz verurteilte etwa 1,5 Millionen Soldaten in ihren insgesamt etwa 1.300 Gerichten. Sie verurteilte rund 30.000 Soldaten zum Tode; vollstreckt wurden etwa 23.000 Todesurteile. Der Zahl von 30.000 Verurteilungen der Justiz der Wehrmachtsjustiz stehen im Ersten Weltkrieg gerade 150 Todesurteile der deutschen Militärjustiz gegen deutsche Soldaten gegenüber, von denen 48 vollstreckt wurden. Der Vergleich wird noch drastischer, wenn man die Zahl der Todesurteile der westlichen Alliierten im Zweiten Weltkrieg heranzieht: die amerikanischen Streitkräfte exekutierten 146 eigene Soldaten, die französischen 102, die britischen 40. Japan 22.253. Nur noch die sowjetischen Militärtribunale übertrafen die Wehrmachtsrichter. 157.000 Todesurteile wurden zwischen 1941 und 1944 von sowjetischen Militärtribunalen gegen Angehörige der Roten Armee verhängt.

18.09.2014


Praxisnaher Beitrag zur Gesundheitsbildung:„Kids-an-die-Knolle“

Erntestart mit Bildungsministerin Doris Ahnen an der Hermann-Gmeiner-Grundschule in Waldsee

Waldsee- cr. Den durchaus spannenden Verlauf einer kompletten Vegetationsperiode bei heimischen Kartoffeln – vom Ausbringen der Pflanzkartoffeln im frühen Mai bis zur Ernte in diesen Tagen – das konnten, so wie Schulgemeinschaften von 118 weiteren Grundschulen in Rheinland-Pfalz in diesem Jahr - auch 36 Grundschulkinder der dritten Klassender Hermann-Gmeiner-Grundschule im pfälzischen Waldsee erleben. Und für die Kinder das aufregendste: Zum Erntestart der landesweiten Aktion „Kids an die Knolle“ kam – im Freizeitdress in Jeans und Turnschuhen und damit so ganz und garnicht im alltäglichen ministeriablen Outfit – die rheinland-pfälzische Bildungsminsterin Doris Ahnen nach Waldsee – locker, fröhlich und in ihrer sympathischen Art ganz schnell im besten Kontakt mit den Kindern. „Ich weiß, wie man Kartoffeln kocht und wie man Kartoffelpurree, Kartoffelsal und Bratkartoffeln macht“, erklärte sie den gespannt lauschenden Kindern, „aber wie man die „Grumbeeren“ erntet - das müsst Ihr mir jetzt zeigen – und wenn ich etwas falsch mache, dann müsst Ihr mir das auch sagen“.

Und schon konnte es losgehen: Genau wie Georg Riede, der Vorsitzende der Erzeugergemeinschaft „Pfälzer Grumbeere“ „rammte“ die Ministerin ihre Grabgabel in den sandigen Boden des Schulgartens und – traf - genau wie neben ihr auch der „Kartoffel“-Fachmann Georg Riede eine Kartoffel „mitten ins Herz“. „Eins zu eins“, feixte da auch der Böhler Landtagsabgeordnete und gelernte Landwirt Johannes Zehfuß MdL, der gemeinsam mit zahlreichen weiteren Ehrengästen im Schulgarten der Grundschule von Schulleiterin Nadine Wübbe begrüßt worden war. Doch rasch hatte auch die Politikerin „den Bogen raus“, grub einen Wurzelstock voll herzhafter „Pälzer Grumbeere“ nach dem anderen aus der Gartenerde, die von den Kindern mit viel Hallo aus dem Boden aufgelesen wurden.

119 Schulen aus ganz Rheinland-Pfalz, so Doris Ahnen - jetzt wieder ganz in der Rolle der für die Schulbildung der Kinder im Lande zuständige Ministerin – werden in den nächsten Tagen mit ihrer „Grumbeere“-Ernte dem Waldseer Beispiel folgen. Insgesamt seien in der laufenden Saison bei dem landesweiten Schulgartenprojekt rund eine Tonne Pflanzkartoffeln gesetzt worden. Genau wie bei den „Profis auf dem Acker“ habe das kalte Frühjahr den Saisonstart und damit auch die Ernte in den Schulgärten verzögert – sicher auch eine der vielen Erfahrungen, die die Kinder im Rahmen dieses Projektes sammeln konnten.. Dadurch dürfte auch die Erntemenge in den Schulgärten – so die Schätzungen der Erzeugergemeinschaft „Pfälzer Grumbeere“ – mit einer Gesamterntemenge von etwa zwölf Tonnen um etwa zehn Prozent niedriger ausfallen als im vergangenen Jahr.

Das wichtigste Ziel des Projektes aber - so waren sich die Mainzer Ministerin und der Vorsitzende der Pfälzischen Erzeugergemeinschaft einig – sei dennoch erreicht worden: „Kids an die Knolle“ habe Schülern auf praxisnahe Art und Weise Ernährungswissen nahe gebracht und ihnen darüber hinaus viel Spaß gemacht. „Gesundes Ernährungsverhalten ist ein wichtiges Thema für die Schulen“, betonte die Bildungsministerin. Das Projekt wirke zudem nachhaltig, weil es seit mehreren Jahren ein sehr praxisnaher Beitrag zur Gesundheitsbildung sei und dazu auf unterschiedlichen Ebenen ansetze. Die Schülerinnen und Schüler erhielten dadurch nicht nur wichtige Informationen, vom Anbau über die Pflege bis zur Ernte dieses Grundnahrungsmittels - sie würden darüber hinaus auch mit seiner Verarbeitung in der Küche vertraut gemacht und könnten so auch ganz direkt erfahren, was alles für eine gesunde und natur-belassene Ernährung getan werden muss. „Und das macht ihnen allen sichtlich Spaß!“, freute sich Doris Ahnen mit den Gästen. Den beteiligten Lehrkräften – an ihrer Spitze Nadine Wübbe und Veronika Ziegler, die während der hochsommerlich-heißen Ferienwochen, in denen die meisten Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern an den Stränden im Süden oder Norden weilten, regelmäßig von ihrem Wohnort in Speyer zu der Kartoffel-Kultur in Waldsee gefahren sei, um die Pflanzen vor dem „Verursten“ zu bewahren.

„Die Erntebilanz und das positive Feedback von Lehrern und Eltern auf das Projekt „Kids an die Knolle“ zeigen, dass Kinder von sechs bis zwölf Jahren hier sehr praktisch den Wert gesunder Grundnahrungsmittel kennenlernen können“, lobte Georg Riede das Engagement der Pädagoginnen.

Und damit der Unterricht auch weiterhin „kriminell“ gut, abwechslungsreich und lecker gestaltet werden könne, hatte er namens der Erzeugergemeinschaft „Pfälzer Grumbeere“ der Waldseer Grundschule „Rätselhafte Grumbeere“ - den neuen, spannenden „Schüler-Mitratekrimi“ des Schifferstadter Kinderbuchautors Harald Schneider – mitgebracht, der fächerübergreifend Impulse in den Unterricht einbringen soll. Mit ihrer Teilnahme an dem begleitenden Gewinnspiel können die Kids zudem für ihre eingereichten Projektdokumentationen eine exklusive Krimi-Lesung mit Harald Schneider gewinnen. Die besten Arbeiten gewinnen - de Preisträger werden nach Abschluss der Ernte benachrichtigt. Im Rahmen des Schulgartenprojekts bekommen die teilnehmende Schulen zudem kostenlos Pflanzkartoffeln sowie erklärendes Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt.

Nach so viel interessanter Information suchten die Grundschulkinder und ihre Gäste unter dem im Schulkof aufgeschlagenen Zelt Schutz vor der eher hoch- als süätsommerlich herunter „dengeldnen“ Sonne. Denn in der Zwischenzeit hatten Lehrer und Eltern aus den geernteten Kartoffeln ein köstliches Mittagsbüffet zubereitet: Von einer kräftigen Kartoffelsuppe, die sich u.a. auch Ministerin Doris Ahnen munden ließ über den leckeren Kartoffelsalat mit Würstchen – ganz nach dem Geschmack des Landtagsabgeordenten Johannes Zehfuß - bis hin zur Pfälzer Spezialität „Gequellte mit weisse Kääs“ - köstlich schmeckte es Groß und Klein, auch der Ministerin, die ihr Bekenntniis zur "Pfälzer Brumbeere" unter anderem auch mit der Entgegennahme des originalen "Pfälzer Grumbeere"-T-Shirts aus den Händen von Peter Schmitt, Geschäftsführer der Erzeugermeinschaft, anschaulich dokumentierte .

„Kids an die Knolle“ wird von der Erzeugergemeinschaft „Pfälzer Grumbeere“ in Kooperation mit dem Deutschen Kartoffel-Handelsverband (DKHV) durchgeführt und vom rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministerium sowie auch vom Bildungsministerium Rheinland-Pfalz unterstützt. Mehr Inforamtionen unter www.pfaelzer-grumbeere.de/kids-an-die-knolle

08.09.2013


Elfriede Benedix wird 70

Zehn Jahre lang gehörte sie dem Bezirkstag Pfalz an

Otterstadt- Die CDU-Kommunalpolitikerin Elfriede Benedix aus Otterstadt feiert am 30. Juni ihren 70. Geburtstag. Von 1999 bis 2009 gehörte sie dem Bezirkstag Pfalz an. Sie war Mitglied im Ausschuss für Schule und Weiterbildung, im Werksausschuss LUFA/Ausschuss für Landwirtschaft, Forst und Umwelt und im Rechnungsprüfungsausschuss; außerdem engagierte sie sich im Verwaltungsrat des Pfalzklinikums für Psychiatrie und Neurologie sowie in der Verbandsversammlung des Zweckverbands Pfalzmuseum für Naturkunde.

Elfriede Benedix wurde 1943 im Sudetenland, dem heutigen Tschechien, geboren. Nach der Vertreibung 1945 siedelten sich ihre Eltern zunächst in der Oberpfalz, 1950 dann in der Pfalz in Otterstadt an, wo sie auch heute noch zu Hause ist. Bei der BASF in Ludwigshafen wurde sie zur Chemielaborantin ausgebildet und arbeitete dort insgesamt zehn Jahre lang bis 1969 im Labor und in der Produktion. Danach widmete sie sich ganz dem Familienleben und zog drei eigene sowie zwei Pflegekinder groß. Von 1993 an war sie zehn Jahre lang wieder für ein umweltanalytisches Labor tätig.

Vor 40 Jahren trat Elfriede Benedix in die CDU ein. Zunächst engagierte sie sich im Verbandsgemeinderat, von 1984 bis 2004 gehörte sie, langjährig als Fraktionssprecherin, dem Ortsgemeinderat von Otterstadt an. 1999 wurde sie in den Bezirkstag Pfalz gewählt, 2001 in den Kreistag berufen. Darüber hinaus war bis 2011 Elfriede Benedix stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende des Rhein-Pfalz-Kreises. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf allen Fragen rund um die Umwelt, insbesondere was die Wasser- und Bodenqualität im Hinblick auf schadstofffreies Obst und Gemüse anbelangt; aber auch dem Bereich der Bildung gilt ihr Engagement. Außerdem ist sie Mitglied im Seniorenbeirat des Rhein-Pfalz-Kreises und zuständig für das Seniorenbüro der Kreisverwaltung. Text und Foto: Bezirksverbands Pfalz

27.06.2013


Super - EAV ist zurück in Otterstadt

bk.Otterstadt- Am Samstag, den 15.06.2013 war es so weit – EAV, der Grund aller OTTER-ROCK-Konzerte, war wieder zurück. Der Otterstadter Bürger, Dr. Lothar Daum, hatte sich 2004 den Wunsch erfüllt, seine Lieblingsband in sein Heimatdorf zu holen. Seitdem hatte ihn das „Konzertorganisationsvirus“ gepackt und er hat damit allen Gästen seiner Konzerte viel Freude bereitet. Herzlichen Dank dafür!

So konnten begeisterte Zuschauer schon unter anderem Truck Stop, J.B.O., Guildo-Horn, Brings, die Apokalyptischen Reiter und Saltatio Mortis erleben.

Was auch immer wieder schön und besonders ist -  die außergewöhnliche Atmosphäre der Sommerfesthalle mit dem direkt angeschlossenen Biergarten. Perfekt aufeinander eingespielte örtliche Vereine bewirten die Gäste schnell und zu günstigen Preisen mit Getränken und Speisen. Auch nach dem Konzert trifft man sich dort gerne und lässt die vergangenen Stunden Revue passieren.

Als Vorband trat Aspen Eve auf, die das Publikum mit eingängigen Liedern sofort zum mitsingen animierte und damit bestens auf EAV einstimmte. Zum Abschluß ihres Programms kam „An Tagen wie diesen“ und alle Zuhörer sangen mit.

Bestens gelaunt warteten alle dann auf EAV – und wie immer begeisterte die Band die Zuschauer sofort. Viele bekannte Lieder und weiter steigende Stimmung – es war einfach nur toll, grandios, wunderbar! Vielen Dank an die Band und an Dr. Lothar Daum – wie schade, daß auch der schönste Abend einmal zu Ende gehen muss.

Für alle, die nicht dabei waren – selber schuld, da habt Ihr echt etwas verpasst. Sobald wir wissen, wer im nächsten Jahr auftritt, geben wir Euch Bescheid – und wenn Ihr dann nicht kommt, sagt nicht, wir hätten nicht informiert! Foto: pem

17.06.2013


Mit aufwändigen Funktionsmodellen Integration Behinderter ins Berufsleben geschafft

Landrat Körner auf Besichtigungstour bei ScaleArt in Waldsee

cr. Speyer. Einen eindrucksvollen Einblick in die Arbeit eines Integrationsbetriebes der ganz besonderen Art konnte sich heute eine Delegation aus Kommunalpolitikern, Wirtschaftsvertretern und Sozial- und Arbeitsmarktexperten unter Führung des Landrates des Rhein-Pfalz-Kreises, Clemens Körner, in Waldsee verschaffen. Einmal im Monat, so der Landrat, besuche er in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises einen solchen Integrationsbetrieb - doch was ihm hier in Waldsee geboten wurde, war schon etwas ganz außergewöhnliches: Bei der Modellbau-Manufaktur „ScaleArt“ nämlich sind 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – die Hälfte von ihnen mit unterschiedlichen Behinderungen – mit Konstruktion und Fertigung von Funktionsmodellen von Nutzfahrzeugen und Baumaschinen im Maßstab 1/14,5 beschäftigt.

ScaleArt-Geschäftsführer Bernd Brand erklärte bei einem informativen Rundgang durch sein seit 15 Jahren auf diesem Feld tätigen Unternehmen, dass die von ihm gefertigten Modelle in allen Details ihren großen Vorbildern entsprächen. Dazu müsse man auf die Originalpläne der Hersteller zurückgreifen, die ScaleArt allerdings zuvor käuflich erwerben und zusätzlich auch noch von jedem produzierten Modell zusätzlich eine Lizenzgebühr von 7 Prozent abführen müsse. Bei Preisen ab 2.000 Euro für einen Bausatz und 4.000 Euro für ein fertig aufgebautes Modell einer Sattelzugmaschine – bei den Baumaschinen werden leicht auch fünfstellige Preise erreicht – kommen hier durchaus erhebliche Summen zusammen, die an die Lizenzgeber abgeführt werden müssen.

Weit über 200.000 Einzelteile umfasst inzwischen der Lagerbestand der Waldseer Modellbau-Manufaktur – alles Teile, die im eigenen Haus konstruiert, die zu erheblichen Teilen auch dort gefertigt bzw, bei Spezialfirmen in ganz Deutschland in Auftrag gegeben werden. Alles – außer den Elektromotoren – baut man in Waldsee selbst, 30 bis 40 Arbeitsstunden müssen aufgewandt werden, um ein solches Modell herzustellen, modernste computergesteuerte Maschinen und Automaten sind als nützliche Helfer im Einsatz.

Arno Weber, ehrenamtlicher Beauftragter des Kreises für die Integration Behinderter, zeigte sich begeistert von den Chancen, die seinen Schützlingen bei ScaleArt geboten würden. Und auch Bürgermeister Otto Reiland von der Verbandsgemeinde Waldsee lobte Bernd Brand für seine vorbildliche Initiative.

Dann – im Keller des Unternehmens – kam „das Kind im Manne“ bei den Besuchern zum Durchbruch. Dort hat Bernd Brand nämlich eine „Teststrecke“ aufgebaut, auf der die bei ScaleArt gebauten Fahrzeuge ihr Können demonstrieren können. Da pacen dann mit Blinklicht und voll aufgeblendeten Scheinwerfern Absetzkipper durchs Gelände, ein Caterpillar lädt Erde auf einen Transporter – bergauf und bergab fahren die Modellfahrzeuge, die sich aus bestimmten Blickwinkeln von ihren „großen“ Originalen kaum unterscheiden lassen.

Von den großen Nutzfahrzeug-Herstellern wurden die Modelle aus Waldsee früher oft als opulente Give-aways an die Kunden verschenkt. In Zeiten von „compliance“ aber ist das inzwischen verpönt; Bernd Brand musste seinen Produkten deshalb andere Vertriebswege suchen. Heute sind es begeisterte Privatkunden, die die Bausätze oder Fertigmodeelle aus Waldsee bestellen – Fahrschulen auch, die sie als Demonstrationsobjekte im Unterricht einsetzen. Gut 2.000 solcher Modell-Laster, Radlader und Planierraupen - ca. 150 pro Jahr, haben in den letzten 15 Jahren ihren Weg aus Waldsee in alle Welt gefunden – auf Automobilmessen sind sie immer wieder dicht umlagerter Anziehungspunkte vieler Besucher. In Zeiten von Internet wird der hohe Qualitätsstandard der Waldseer Modelle in vielen Foren und Plattformen gerühmt.

Bei einem Treffen am rechteckigen, „runden“ Tisch im Rathaus der Verbandsgemeinde Waldsee hatten die Teilnehmer der Besichtigungstour dann noch einmal Gelegenheit, sich über das beim Rundgang bei ScaleArt Gesehene auszutauschen. Dabei zeigte sich Landrat Körner tief beeindruckt von der Kreativität im Hause ScaleArt und von der Art, wie Behinderte in diese Arbeiten einbezogen werden.

Bürgermeister Reiland nutzte die Gelegenheit, noch einmal daran zu erinnern, dass die neue Verbandsgemeinde, der neben Otterstadt/Waldsee zukünftig auch die Gemeinden Altrip und Neuhofen angehören werden, dann mit rund 24.000 Einwohnern die größte im Rhein-Pfalz-Kreis sein werde. Reiland erinnerte auch daran, dass es in Waldsee neben dem Integrationsbetrieb ScaleArt auch einen von der Evangelischen Kirchengemeinde betriebenen integrativen Kindergarten gebe. „Wir kennen uns deshalb gut aus mit Integration und Inklusion“, so Reiland.

Bernd Brand schilderte dann noch einmal den Weg, den ScaleArt mit seinem Entschluss, auf Integration zu setzen, gegangen sei. Wichtig sei es dabei allerdings gewesen, dass alle Verantwortlichen für dieses Konzept an einem Strang ziehen. „Wenn man so etwas nicht zu seinem eigenen Projekt macht, dann wird das nichts“, räumte der Firmenchef ein, der allerdings Klage darüber führte, dass es auch für einen Integrationsbetrieb inzwischen schwierig geworden sei, Mitarbeiter zu finden. Und noch eines: Nachdem die Verbindungen seines Hauses zum Truckhersteller MAN „eingeschlafen“ seien, wünsche er sich eine engere Kooperation mit Daimler-Benz, das in Rheinland-Pfalz, in Wörth, das größte LKW-Werk der Welt unterhalte.

„Integrationsbetriebe stehen im direkten Wettbewerb zu Firmen ohne behinderte Mitarbeiter“. Das betonte Theodor Ohler vom Integrationsamt Landau des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz. Seine Behörde habe den Aufbau von ScaleArt aufmerksam begleitet und sieht in ihm ein in seiner Art vorbildliches Unternehmen. „Solche Betriebe sollten mindestens 25 % behinderte Mitarbeiter haben“, so Ohler, „50 % halten wir für allerdings für eine Obergrenze, die man nicht überschreiten sollte, um die Funktionalität eines solchen Unternehmens nicht zu überlasten“. Solche Konzepte würden sich deshalb insbesondere für kleinere und mittlere Betriebe eignen, weil dort die Nähe der Leitungsebenen zu den Mitarbeitern am Größten sei. Solchen Unternehmen würden deshalb auch umfangreiche Förderungen zuteil, so im Rahmen des Programms „Budget für Arbeit“ eine 70prozentige Übernahme der Lohnkosten oder bei dem „Bundesprogramm Inklusion“, das auf die Ausbildung junger Menschen und Arbeitsloser jenseits von 50 Jahren ausgerichtet sei. Foto: gc

05.12.2012


Unterrichtsmaterialien für verbesserte emotionale und soziale Kompetenz

LBS und Sparkassen fördern Projekt zur Gewaltprävention an Grundschulen

cr. Speyer. Über einen Koffer voller Unterrichtsmaterialien konnten sich jetzt die Schülerinnen und Schüler der Hermann-Gmeiner-Grundschule in Waldsee freuen. Im Auftrag des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur hat dazu das Pädagogische Landsinstitut in Rheinland-Pfalz das Projekt “Ich und Du und Wir” entwickelt, für das die Sparkassen gemeinsam mit der LBS - der Landesbausparkasse Rheinland-Pfalz - die Patenschaft übernommen haben. Damit wollen die beiden Einrichtungen einen wirksamen Beitrag zur Gewaltprävention an Grundschulen leisten.

Ziel dieses Projektes ist es vor allem, die Persönlichkeitsentwicklung von Schülerinnen und Schülern zu fördern und sie in ihrer emotionalen und sozialen Kompetenz zu stärken. Dazu nimmt das Projekt unter anderem die Wahrnehmung und Stärkung der eigenen Persönlichkeit , die Wertschätzung Anderer und die Gestaltung von Gemeinschaft in den Blick. Für dieses Projekt haben Schulpsychologen des Landes Rheinland-Pfalz gemeinsam mit Lehrkräften das Programm “Ich und Du und Wir” entwickelt.

Für die Hermann-Gmeiner-Grundschule in Waldsee liegt sie Patenschaft bei der LBS und der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer, als deren Vertreter jetzt Christian Ahlring, Pressesprecher der LBS in Mainz und Michael Bug, Leiter der Direktion Privatkunden der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer, den Koffer mit den Unterrichtsmaterialien übergaben.

Die beiden Paten, LBS und Sparkassen, stellen für das Projekt, das ab dem 1. Schuljahr zum Einsatz kommen kann, in den kommenden fünf Jahren insgesamt 125.000 Euro zur Verfügung. Damit sollen landesweit Patenschaften an 250 Grundschulen ermöglicht werden. Foto: Kienipress

03.02.2012


Neujahrskonzert der CDU Waldsee

„ Mit Walzermelodien ins neue Jahr“

von Franz Gabath

Waldsee- Viele Besucherinnen und Besucher von  befreundeten CDU Ortverbänden des Umlandes, aber auch  Gäste ohne Parteibuch, waren der Einladung des CDU Ortsverbandes Waldsee zum Neujahrskonzert gefolgt. Die erst vor wenigen Jahren liebevoll stilvoll zum katholischen Pfarrzentrum umgebaute Pfarrscheune, die wahrlich gute Stube der katholischen Pfarrgemeinde, war das richtige Ambiente und bot den stimmungsvollen Rahmen für das zweistündige Konzert.

Mit den beiden Künstlern, Annette Schneider-Wagner und ihren Ehemann Michael Wagner, hatten die Organisatoren zwei Künstler eingeladen, die mit ihrem lyrischem Sopran und lyrischem Tenor perfekte Umsetzung der anspruchsvollen Sologesangstücke, wie auch der Duette garantierten. Beide Künstler sind aus der Speyerer Domsingschule hervorgegangen, wo sie bei Domkapellmeister  Bernhard Weck ihre gesangliche Ausbildung erhielten. Dass Pianistin Christine Cantzler die Klavierbegleitung wegen Krankheit nicht ausführen konnte wurde bedauert, aber der ehemalige Domkapellmeister und Domorganist Professor Leo Krämer war sicher keine „Ersatzlösung". Der Name Leo Krämer, ein international anerkannter Künstler, bürgt immer für höchste Qualität.

Bemerkenswert, dass die CDU aus Waldsee nicht lange nach geeigneten Gesangsvirtuosen suchen musste. Ist doch Michael Wagner nicht nur Künstler, sondern begleitet auch das Amt des Stadtvorstandes der CDU aus Speyer. Ein perfekte Symbiose aus Politik und Kunst.

„Mit Walzermelodien ins neue Jahr“ war das Motto des Abends. So war es nur folgerichtig, dass Wien, der Stadt, die nicht nur politisch eine ganze Ära in Europa bestimmt hat, immer auch mit der Musik und hier besonders auch mit dem Walzer in Verbindung gebracht wird, ein breiter musikalischer Raum gegeben wurde.

Wenn auch Michel Wagner zu Beginn aus dem „Bettelstudent“ von Carl Millöcker verriet: „Ich knüpfte manche zarte Bande“ und melancholisch dann vom Soldaten am Wolgastrand aus „der Zarewitsch“ von Franz Lehar sang, folgte sehr bald dann mit „Bist du´s lachende Glück Franz“ vom gleichen Komponisten, der Übergang zur österreichischen Donaumetropole.  Als Annette Schneider-Wagner im Prater die Bäume, aus der Feder von Robert Stolz, erblühen lies, glaubte man in einen Fiaker zu sitzen und durch herrlich blühenden Baumbestand des Wiener Parks zu fahren. Man roch förmlich den Duft der Blüten auf dem Weg nach Sievering in die blühenden Weinberge hinaus und dort,  wo die richtigen Wiener gerne zum Heurigen gehen, ein Viertel Wein zu genießen.  Als Michael Wagner aus „Wien du Stadt meiner Träume“ von Rudolf Siecznyki. die hübschen Mädchen Wiens besang  folgte  mit „Wien wird erst schön bei Nacht“ von Robert Stolz, die Zeit der Verliebten. Und wer schon einmal in einer lauen Sommernacht auf dem Kahlenberg, dem Hausberg von Wien, stand, ein hübsches Mädchen im Arm halten durfte, das Lichtermeer Wiens zu seinen Füßen liegen sah, der wird diese Augenblicke nie vergessen. Der Schreiber dieser Zeilen weiß wovon er spricht. Mit diesem Mädchen ist er inzwischen fast 44 Jahre verheiratet. Auch nicht wie von Robert Stolz beschrieben „In Wien gibt´s manch winziges Gasserl“ durch das man zu winzigen Platzerl gelangt um himmlische Küsse unterm Sternenzelt auszutauschen.

Und mit „Hanni hutsch´n geh´n (tanzen gehen), wie es Edmund Eysler in Noten fasste, wäre dann nur folgerichtig. Michael Wagner lud dazu besonders Hanni Fuchs, die Gattin des CDU Vorsitzenden von Waldsee, ein. Besonders als Dank für die vorbildliche Organisation des Konzertes die in ihren Händen lag, wie Michael Wagner betonte.  Leider konnte er nicht, wie im Lied gesungen, einige Runden auf dem Prater Ringesspiel drehen, oder gar im Riesenrad einige bezaubernde Eindrücke gewinnen.

Die Feststellung von Michael, aus „Der Vater aus Dingsda“ von Eduard Künnecke, „Ich bin nur ein armer Wandergesell“ konterte Annette mit der Feststellung „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“ aus „Der Favorit“ von Robert Stolz. Die Aussage  „Dein ist mein ganzes Herz“ aus „Das Land des Lächelns“ von Franz Lehar endete dann in der Liebe die eine Himmelsmacht ist, wie sie Johann Strauß im Zigeunerbaron besingen lässt. Der stete Wunsch nach tanzen kommt im Duett „Einmal möchte ich wieder tanzen aus Emmerich Kalmans „Gräfin Mariza“ zum Ausdruck.

In den bunten Straus aus unvergesslichen Walzermelodien waren Leo Fall mit „Ein Walzer muss es sein“ aus „Die Rose von Stambul“, Johann Strauß mit „Du liegst in meinem Arm“ aus „Ein Nacht in Venedig“, so wie aus der Lustigen Witwe von Franz Lehar, „Lippen schweigen“ eingebunden, mit dem das Neujahrskonzert endete. Ein Konzert, in den sich in den lang anhaltenden Schlussapplaus viele „Bravorufe“ mischten, was die Künstler zu zwei Zugaben zwang.

Nur zufriedene Gäste traten den Heimweg an und so mancher Gast wird sich den Termin 29. November 2012 notieren, wenn Annette Schneider- Wagner, Michael Wagner wieder zum Adventskonzert konzertieren, vielleicht wieder mit Leo Krämer oder der wieder genesenden Christina Cantzler. Bilder: fg

24.01.2012


„Wir freuen uns auf viel Leben im Haus“

Im Rhein-Pfalz-Stift ist der Alltag eingekehrt / Kunterbunter Veranstaltungskalender

Der Jahreswechsel ist vielerorts die Zeit der Besinnung und der Rückschau – so auch im Rhein-Pfalz-Stift, das im September in Waldsee eröffnet hat. Die neue Pflegeeinrichtung im Neubaugebiet Lausbühl bietet 85 vollstationäre und Kurzzeitpflegeplätze. Die Einzelzimmer sind ebenso wie die großzügigen Gemeinschaftsräume hell und freundlich gestaltet, das moderne Hausgemeinschaftskonzept sorgt für reges Leben innerhalb des Hauses. Wir haben mit der Heimleiterin Angelika Kortyka gesprochen.

Frau Kortyka, haben Sie sich bereits in Waldsee eingelebt?

Angelika Kortyka: Ja, auf alle Fälle! Wir wurden hier so freundlich in der Gemeinde aufgenommen. Viele Vereine kamen schon zu uns ins Haus und haben uns und die Bewohner besucht oder nutzen unsere Räumlichkeiten für Veranstaltungen. Wir freuen uns schon auf die kommenden Monate – unser Veranstaltungskalender ist prall gefüllt und wir hoffen, dass wir viele Gäste im Rhein-Pfalz-Stift begrüßen dürfen. Darüber hinaus gibt es bereits Pläne für regelmäßige Angebote für Groß und Klein.

Und die Bewohner fühlen sich wohl im Rhein-Pfalz-Stift?

Angelika Kortyka: Natürlich ist der Umzug von den eigenen Wänden in eine Pflegeeinrichtung immer ein großer und sehr emotionaler Schritt. Doch unsere Bewohner leben sich hier wirklich schnell ein und fühlen sich sichtlich wohl. Das liegt zum einen sicherlich daran, dass die Zimmer ganz nach eigenem Geschmack eingerichtet und gestaltet werden können. Wir bieten eine Grundmöblierung an – bis auf das Pflegebett ist aber alles individuell veränderbar. Zum anderen liegt das sicher an unserem hochmotivierten Team. Alle Kollegen sorgen sehr liebevoll dafür, dass sich unsere Bewohner hier wohlfühlen – wie in einer großen Familie.

Haben Sie denn noch Platz für Neuaufnahmen?Und wie sieht es aus mit dem Verkauf der Pflegeapartments?

Angelika Kortyka: Wir haben natürlich langsam angefangen – das Haus war neu, das Team war neu, da musste sich erstmal alles zusammenfinden. Und für die Bewohner ist es hilfreich, wenn sie ganz in Ruhe einziehen und alles erkunden können. Das braucht Zeit – und die geben wir unseren Bewohnern genauso wie uns. Deshalb haben wir durchaus noch Kapazitäten frei und freuen uns auf noch mehr Leben im Haus. Die Pflegeapartments sind binnen kurzer Zeit verkauft gewesen – sehr zur Freude des Investors.

Was bieten Sie denn überhaupt alles an im Rhein-Pfalz-Stift?

Angelika Kortyka: Neben der klassischen vollstationäre Pflege nehmen wir auch Gäste in Kurzzeitpflege auf, eventuell werden wir unser Angebot noch um Tages- und Nachtpflege erweitern – hier kommt es auf die Nachfrage an. Und natürlich überlassen wir unsere Cafeteria oder andere Gemeinschaftsräume gerne für Veranstaltungen aller Art. Das Rhein-Pfalz-Stift ist ein offenes Haus, eine Begegnungsstätte für Jung und Alt.

 

Kontakt:

Rhein-Pfalz-Stift

Sophie-Scholl-Str. 1

67165 Waldsee

Telefon 06 236 / 44 94-0

E-Mail rheinpfalzstift@dus.de

www.avendi-Senioren.de

 

 

29.12.2011


Rauch wabert durch den Raum - Feuerwehr in vier Minuten vor Ort

Während dem Abendessen im Wohnbereich „Lausbühl“ wabert plötzlich Rauch durch den Raum, binnen kürzester Zeit breitet er sich aus; das Zimmer einer bettlägerigen Bewohnerin ist völlig verqualmt. Schnell erfolgt der Anruf bei der örtlichen Feuerwehr, und nur 4 Minuten später biegt das Einsatzfahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn um die Ecke - ein Szenario, das so hoffentlich niemals Realität wird. Im RHEIN-PFALZ-STIFT in Waldsee wurde kurz vor der Eröffnung der Ernstfall geprobt. Die „Bewohner“ werden von den Mitarbeitern der stationären Pflegeeinrichtung dargestellt, fürs Abendessen sorgt Heimleiterin Angelika Kortyka. Und bei Pizza stimmen sich die Kollegen auf ihre Rollen ein, haben sichtlich Spaß.

Doch dann wird es ernst. Im dichten Rauch ist die Hand vor Augen nicht mehr zu sehen. Erzeugt wird er von einer Nebelmaschine, die in regelmäßigen Abständen für Nachschub sorgt, so dass der komplette Wohnbereich binnen kürzester Zeit eingenebelt ist. Wie die Hobby-Schauspieler schnell feststellen, ist es doch beängstigend, hier auszuharren, bis die Feuerwehrleute mit Atemschutzgerät endlich zu ihnen vorgedrungen sind.

Im Einsatz sind heute die Wehren aus Altrip und Neuhofen – einige Einsatzkräfte aus Waldsee, die die Rettung per Drehleiter vom Dach üben wollten, werden schon kurz nach dem Eintreffen wieder abgezogen: Ein echter Einsatz hat Vorrang.

Nach und nach werden die „verletzten Bewohner“ aus der Wohnküche geborgen, zu Fuß oder auf Tragen ins Freie geschafft. Alle treffen sich am Sammelfahrzeug, wo sie mit Decken und Getränken versorgt werden – inzwischen hat es angefangen zu regnen, die wärmenden Umhänge kommen also gerade recht. Um die Ecke biegt ein Notarztwagen, in dem ein bewusstloser „Bewohner“ und die „Verletzten“ versorgt werden. Am Sammelpunkt wird derweil kontrolliert, ob alle „Bewohner“ geborgen sind, auf Listen werden die Namen notiert sowie der Ort, wo sie aufgefunden wurden. Dann der Schreck: Zwei „Bewohner“ fehlen. Schnell machen sich die Einsatzkräfte auf die Suche, nachdem die Lage im Haus unter Kontrolle ist. Auch die beiden Damen sind bald in Sicherheit.

Der Regen und der Temperatursturz zieht die Mitarbeiter des RHEIN-PFALZ-STIFT bald ins Haus. Hier wird noch fleißig Hand angelegt, bis alles wieder verstaut ist, Schläuche eingerollt und Tragen oder Leitern eingepackt sind. Beim anschließenden gemeinsamen Umtrunk sind sich alle einig: Die Übung hilft, um auf einen eventuellen Ernstfall besser vorbereitet zu sein. Und auch für das junge Team der Pflegeeinrichtung war der schauspielerische Einsatz eine tolle Erfahrung – „das macht einen schon nachdenklich“, „gut, dass wir das mal so erlebt haben, wie es ist, in so einem verqualmten Raum zu sein“ und „man hat überhaupt nichts gesehen, da kann man schon in Panik geraten“ war im Anschluss an die Übung zu vernehmen. „Das hat uns sicher auch noch mehr zusammengeschweißt“, ist sich Einrichtungsleiterin Angelika Kortyka sicher und blickt zuversichtlich in die Zukunft des RHEIN-PFALZ-STIFT, in das Anfang September mit den ersten Bewohnern Leben einziehen wird.Susanne Frank Fotos:sim

27.08.2011


Rosaroter Rock

J.B.O. und Stainless Quo in Otterstadt

Von Horst Priebe

Die Luft roch süßlicher, die T-Shirts leuchteten rosaroter und die Musik war lauter: J.B.O. war im Dorf! Zum mittlerweile dritten Mal holte Dr. Lothar Daum die Spaßrocker aus Erlangen in die Otterstadter Sommerfesthalle. Die Halle mit dem davor arrangierten Biergarten und den Verpflegungsständen ist eine optimale Location für solche Veranstaltungen. Es entsteht ein gewisser Open-Air-Charakter und doch ist man größtenteils wetterunabhängig. Deshalb tat der zwischenzeitlich düstere Himmel der Stimmung von 1.600 Party-Wütigen, oft in rosaroten Bandshirts gekleideten Fans, keinen Abbruch.

Zunächst heizte „Stainless Quo“ als Vorgruppe die Stimmung an. Bestens geeignete Musik zum mitsingen und mittanzen, denn die Texte und Riffs sind wohl jedem, der der Ü30-Fraktion angehört, mehr als geläufig. Nach einer Verschnaufpause kam dann endlich J.B.O. Auf die Bühne. Das Publikum ging begeistert mit bei den neuesten Werken von der aktuellen CD „I don’t like metal…“, aber die Halle begann zu kochen als Frontmann Hannes “G.Laber” Holzmann in breitestem fränkischen Dialekt meinte: „Ihr seids doch alle nur gekommen um den alten Scheiß zu hörn!“

In gekonnter Manier zelebrierten die Musiker ihre bekannten Hits und sogar das fränkische Bier und der gute, alte „Bolle“, der sich immer so köstlich amüsiert, wurden von den Fans begeistert angenommen. J.B.O.-ler sind textsicher, das haben sie den ganzen Abend lang bewiesen. Gegen Ende des Konzerts erschienen die drei den Abend bestimmenden Buchstaben J.B.O. als übergroße Luftballone im Hintergrund der Bühne und die Halle dankte es mit tosendem Applaus.

Dem über das ganze Gesicht strahlende Lothar Daum war anzusehen, dass er diesen Abend sichtlich genoss und auf Nachfrage versicherte, dass es mit dem „Otter-Rock“ weitergehen wird. Daum: „Das waren bisher acht Konzerte und zehn will ich auf alle Fälle machen. Herr Daum, we want more, we want more!!! Fotos: Bettina Hammond

25.07.2011


Geschichte der Verbandsgemeinde Rheinauen

Die Verbandsgemeinde Rheinauen ist im Zuge der Verwaltungsreform im Juli 2014 durch das Landesgesetz über die freiwillige Bildung der neuen Verbandsgemeinde Waldsee vom 22. November 2013 aus den bislang selbstständigen Gemeinden Altrip und Neuhofen sowie der Verbandsgemeinde Waldsee (alt), bestehend aus den Ortsgemeinden Waldsee und Otterstadt, gebildet worden.

Die Verbandsgemeinde hieß vom 01.07.2014 bis 31.12.2015 Verbandsgemeinde Waldsee, da sich vor Beschluss des Fusionsgesetzes die betroffenen Gemeinden auf keinen Namen einigen konnten. Im Fusionsgesetz wurde festgelegt, dass innerhalb eines Jahres nach der Neubildung der endgültige Name zu bestimmen ist. Nach der Durchführung einer Meinungsumfrage in der neuen Verbandsgemeinde und den gefassten Beschlüssen über den Vorschlag eines Namens in den einzelnen Gremien der Verbands- und Ortsgemeinden, welche sich bis auf die Ortsgemeinde Waldsee für den Namen Verbandsgemeinde Rheinauen ausgesprochen haben, wurde im November 2015 vom Landtag entschieden, den endgültigen Namen der Verbandsgemeinde auf Rheinauen festzulegen. Ein entsprechendes Gesetz wurde verabschiedet.

Bereits im Dezember 2011 wurde die freiwillige Vereinbarung zwischen der Verbandsgemeinde Waldsee (alt) und der Gemeinde Altrip abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt wollte Neuhofen mit Limburgerhof fusionieren. Durch einen Bürgerentscheid in Limburgerhof kam diese Fusion nicht zustande, so dass Neuhofen der neuen Verbandsgemeinde Waldsee zugeordnet wurde.

Als Hauptsitz der Verbandsgemeindeverwaltung wurde das Rathaus in Waldsee vereinbart, die Verbandsgemeindekasse sowie die Verbandsgemeindewerke sind im Rathaus in Altrip untergebracht, weiter sind in den Ortsgemeinden Altrip und Neuhofen Bürgerbüros eingerichtet worden. Die Verbandsgemeinde Rheinauen gehört dem Landkreis Rhein-Pfalz-Kreis an.

Die Gemeinden liegen am linken Rheinufer im vorderpfälzischen Tiefland. Der Rhein und das Rheinvorland haben die Entwicklung der Gemeinden zu allen Zeiten maßgeblich mitgeprägt, vom Fischfang in den früheren Jahrhunderten, über die Landwirtschaft bis hin zur heutigen Nutzung als Naherholungsgebiete.

Verschiedene Bodenfunde im Gemarkungsbereich lassen darauf schließen, dass bereits um 2.000 v. Chr. Menschen sich in diesem Raum angesiedelt haben. Ebenso weisen Funde von römischen Gräbern und die durch die westliche Gemarkung verlaufende „Römerstrasse“ auf diese Ansiedlungen hin.

Ortsgemeinde Waldsee

Wahrscheinlich beginnt die Geschichte der Ortsgemeinde Waldsee im 6. oder 7. Jahrhundert. Zum ersten Mal wird der Ort anno 1229 als Walahesheim im Zusammenhang mit einem Ritter namens Widegowe erwähnt. Dieser edle Recke ist schon 1203 urkundlich gesichert. Aus Walahesheim wurde eines Tages Waltzheim. Über 700 Jahre unterstand Waldsee dem fürstbischöflichen Hochstift Speyer. Das Dialekt machte aus -heim zunächst -sem und schließlich -se, also Waltzse, dann Waldsee. Mit einem See hat der Ortsname also gar nichts zu tun. Obwohl doch ein See in der Nähe existierte. Und dieses Gewässer sorgte dafür, dass die Waldseer "Hämmel" genannt werden. Ein Schäfer führte eine Herde Hämmel Waldseer Bauern über den zugefrorenen See, doch das Eis brach unter dem Gewicht der Tiere, die fast alle untergingen und ertranken. Mit dem benachbarten Otterstadt bildet Waldsee die Verbandsgemeinde Waldsee. Ein Höhepunkt des geselligen Lebens in der Ortsgemeinde Waldsee ist der alljährliche Fasnachtsumzug am Fasnachtsdienstag. -bb- Weitere Informationen: http://www.waldsee.de/

Ortsgemeinde Otterstadt

Die Ortsgemeinde Otterstadt wird zwar erstmals 1020 in einer Urkunde des Speyerer Bischofs Walter genannt, wurde aber schon im 7. oder 8. Jahrhundert als fränkische Siedlung gegründet. Landesherren des Dorfes waren die Speyerer Bischöfe, die direkte Herrschaft übte jedoch das St.-Guido-Stift in Speyer aus, dem Otterstadt zu 100 Prozent gehörte - von 1090 bis 1797. Im Dreißigjährigen Krieg und im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1689) wurde Otterstadt zerstört. Seit 1972 ist der Ort Teil der Verbandsgemeinde Waldsee. Bekannt sind die Otterstadter als "Stickelspitzer". Den Uznamen haben sie einem Betrüger zu verdanken, der ihnen weiß machte, dass eine Bahnstrecke nach Otterstadt gebaut werde. Daraufhin haben die Otterstadter jede Menge Holzpfähle an einem Ende zugespitzt, also Stickel hergestellt, um mit diesen die Bahntrasse abzustecken. Eines Tages war der Betrüger mit einer Investitionssumme, die er von den Bürgern vorab kassierte, verschwunden. An diese Geschichte erinnert der Stickelspitzerbrunnen. Und noch einen interessanten Brunnen gibt es in Otterstadt: der Ottertritschenbrunnen. Es muss ja nicht nur die Elwetritschen im Pfälzerwald geben! -bb- Weitere Informationen: www.otterstadt.de

28.05.2016