„Feind ist, wer anders denkt“
Wanderausstellung
über die Staatssicherheit der DDR in Speyer
Die Wanderausstellung „Feind ist, wer anders denkt“ erreicht in
Speyer ihre 39. Station. Die Ausstellung dokumentiert Entstehung,
Aufgaben und Methoden des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS).
Sie erläutert, wie das MfS durch Überwachung, Bespitzelung und
Unterdrückung die Macht der Staatspartei SED sicherte. Im
Vordergrund steht dabei das Schicksal der Menschen, die ins Visier
der Staatssicherheit gerieten – in Ost und West.
Dabei zeigen zwei Regionaltafeln auch Fälle mit Bezug zum Raum
Speyer. Erweitert ist die Wanderausstellung derzeit um zwei Module
zum 17. Juni 1953 in der DDR.
Regionale Beispiele mit Fotos und originalen Tonsequenzen
verdeutlichen die Bandbreite der ostdeutschen Protestaktionen gegen
das SED-Regime. Sie zeigen auch, wie die Stasi auf die
Aufstandsbewegung reagierte.
Eröffnung: 23. Mai 2013, 14.00 Uhr
Dr. Joachim P. Heinz, Oberstudiendirektor
Monika Kabs, Bürgermeisterin
Markus Müller, Sprecher des Schülerelternbeirats
Dr. Dieter Schiffmann, Leiter der Landeszentrale für politische
Bildung, Mainz
Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen
Ort: Hans-Purrmann-Gymnasium, Theaterraum, Otto-Mayer-Str. 2,
67346 Speyer
Öffnungszeiten: 23. Mai - 12. Juni 2013 montags bis donnerstags
von 13.00 bis 17.00 Uhr
Am 30./31. Mai bleibt die Ausstellung geschlossen.
Begleitprogramm: 28. Mai 2013, 19.00 Uhr
„Das Ministerium für Staatssicherheit“ Sylvia Dalitz,
Stasi-Unterlagen-Behörde
Ort: Hans-Purrmann-Gymnasium, Theaterraum, Otto-Mayer-Str. 2,
67346 Speyer
Der Eintritt ist frei.
Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin BStU
Hintergrund: Antragszahlen zum Raum
Speyer
Zahlen zur Akteneinsicht bei der Stasi-Unterlagen-Behörde (1991
bis 21. März 2013) Anträge gesamt aus Speyer: 306
- darunter persönliche Akteneinsicht/Kopienherausgabe: 284
Anträge gesamt aus Rheinland-Pfalz: 23.851
- darunter persönliche Akteneinsicht/Kopienherausgabe:
16.803
Text und Foto: bstu
18.05.2013
Vom Charme der Kleinheit – Hochrangige Delegation des kroatischen Verfassungsgerichtes zu Gast im Historischen Speyerer Rathaus
Überraschungsgast:
BVG-Präsident Prof. Dr. Andreas Voßkuhle
Von Gerhard Cantzler
Eine hochrangige Delegation des obersten
kroatischen Verfassungsgerichts in Zagreb unter der Führung seiner
Präsidentin, Professor Dr. Jasna Omejec, konnte
Oberbürgermeister Hansjörg Eger gestern im
Historischen Ratssal, der „guten Stube“ der Stadt begrüßen. Im
Rahmen ihres zweitägigen Besuchs am Bundesverfassungsgericht in
Karlsruhe, bei dem naturgemäss rechtspolitische Fachthemen im
Mittelpunkt standen, hatten sich die Mitglieder der Delegation als
Ziel einer nachmittäglichen Exkursion Speyer ausgewählt, wo sie
neben einer Stadtführung durch Peter Ellspermann am Abend auch noch
das Konzert im Rahmen der Schwetzinger Festspiele im Kaiser- und
Mariendom besuchten.
Im Ratssaal gab ihnen
Oberbürgermeister Eger eine kurze Einführung in die mehr als
2000jährige Geschichte der Stadt und wies dabei insbesondere auf
die einstige Bedeutung Speyers als Sitz des obersten Gerichtes im
„Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“, des
Reichskammergerichts hin, das von 1526 bis zur Zerstörung der Stadt
im Pfälzischen Erbfolgekrieg im Jahr 1689 hier seinen Sitz hatte.
Heute beherberge die Stadt – die kleinste kreisfreie Stadt in
Rheinland-Pfalz - mit der Deutschen Universität für
Verwaltungswissenschaften auch die kleinste Universität in
Deutschland, die aber gerade im Bereich der Rechts- und
Verwaltungswissenschaften internationale Anerkennung genieße. „Für
Speyer gilt eben: 'Small is beutiful' – unsere Stadt ist klein,
aber fein“, so schloß Eger seine Begrüßung nicht ohne Stolz.
Dem konnte sich in ihrer Erwiderung die strahlende
Präsidentin Prof. Dr. Omejec nur anschließen. Auch
Kroatien gehöre zu den „Kleinen“, so erklärte sie - sei ein kleines
Land, aber deshalb nicht weniger bedeutsam im Konzert der
europäischen Staatenfamilie. Ein opulenter Bildband über „1000
Jahre Geschichte der kroatischen Hauptstadt Zagreb“, den sie dem
Oberbürgermeister mitgebracht hatte, sollte darüber Auskunft geben.
Dieses Gastgeschenk wiederum konnte Hansjörg Eger mit dem neuesten
Speyer-Bildband angemessen erwidern.
Danach trug sich die
Delegation - ihr gehörte neben der Präsidentin auch die
Vizepräsidentin des kroatischen
Verfassungsgerichts, Prof. Snježana Bagič sowie
die Richter am kroatischen Verfassungsgericht, Professor
Dr. Davor Krapac und Richterin Slavica Banic, sowie der
Generalsekretär des kroatischen Verfassungsgerichts Dr.
Teodor Antič, die Leiterin des Büros der Präsidentin
Ksenija Podgornik sowie der Botschafter der
Republik Kroatien in Berlin, S.E. Dr. Miro Kovač
an – in das Goldene Buch der Stadt ein.
Begleitet wurde die kroatische Richter-Gruppe von
den Richtern im 1. Senat des Deutschen Bundesverfassungsgerichts,
Prof. Dr. Michael Eichberger und Prof. Dr.
Gabriele Britz, dem Direktor beim
Bundesverfassungsgericht Peter Weigl , der
Leiterin des Protokolls beim Bundesverfassungsgericht, Dr.
Margret Böckel und ihrer Mitarbeiterin Daniela
Müller.
Und dann – die
Delegation wollte sich nach angeregten Gesprächen bei den in Speyer
obligatorischen Wein und Brezeln gerade auf den Weg zum Abendessen
in den „Ratskeller“ aufmachen – da stand plötzlich er auf der
Schwelle: Prof. Dr. Andreas Voßkuhle,
Präsident des Bundesverfassungsgerichtes in
Karlsruhe. Er hatte sich am späten Nachmittag noch kurz
entschlossen auf den Weg nach Speyer gemacht, wo sein Besuch auch
die Beamten der Speyerer Polizei in höchste Aufregung
versetzte.
Von Oberbürgermeister Hansjörg Eger aufs
herzlichste begrüßt, trug auch er sich noch in das „Goldene Buch
der Stadt“ ein, ehe er sich noch für ein gemeinsames Foto mit der
darob überglücklichen Präsidenten-Kollegin aus Kroatien in Positur
stellte. Foto: gc
17.05.2013
Hochrangige Delegation des kroatischen Verfassungsgerichtes zu Gast - Bilderalbum
Eurosportturnier ab Montag
Speyer-
Ab Montag, dem 20.5.2013 bis Samstag, 25.5., ist die Stadt Speyer
Gastgeberin für das Eurosportturnier, an dem in diesem Jahr neben
Jugendlichen aus Speyer auch Gäste aus Chichester (England) und
Ravenna (Italien) teilnehmen.
In den Disziplinen Beachvolleyball, Fußball, Rudern und Lauf
messen sich die Sportlerinnen und Sportler unter der Leitung von
Claudia Degott-Leitmeyer (Nikolaus-von-Weis-Gymnasium) und Thomas
Werner (Hans-Purrmann-Gymnasium).
Das Turnier wurde 2001 erstmals durchgeführt, auf Initiative von
Francoise Brocard, Lehrerin am Institut Universitaire de
Technologie (IUT) in Chartres und wurde anschließend abwechselnd in
Chartres Partnerstädten Chichester, Evora (Portugal), Ravenna und
Speyer ausgetragen. Speyer war zuletzt 2008 Ausrichterin, damals
unter Beteiligung von Gruppen aus Chartres, Chichester, Evora und
Gniezno.
Die Gruppen werden am Di, dem 21.5. um 15 Uhr von
Bürgermeisterin Kabs im Historischen Ratssaal begrüßt. Am Freitag,
dem 24.5. findet um 17.30 Uhr die Siegerehrung im Alten Stadtsaal
statt, bevor die Jugendlichen und ihre Trainer die Kult(o)urnacht
besuchen.
Neben dem Sport geht es bei der Begegnung auch um das
gegenseitige Kennenlernen der Menschen und der Städte/ Regionen,
die Ausrichterin sind. Deshalb stehen neben Stadtführungen in
Speyer auch ein Ausflug nach Heidelberg mit Schlossführung auf dem
Programm. Stadt Speyer, Pressestelle
Die Geschichte des Eurosport-Treffens
Eurosport kam im Jahr 2001 in Chartres zustande im Rahmen von
Projekten der Studenten der Abteilung Geschäftsführung, Logistik
und Transport, auf Initiative von P. Dr. Francoise Brocard, die für
das genannte Projekt verantwortlich ist.
Das Netz europäischer Städte, die eine Partnerschaft mit
Chartres haben, ist das ideale Spektrum, in dem sich die Stundenten
der Chartreiner Universität und denjenigen der Städte Chichester,
Ravenna, Speyer und Evora treffen können, um sportliche und
kulturelle Werte austauschen zu können.
Dank des gemeinsamen Willens unserer Kommunen, deren Beziehungen
sich seit der Nachkriegszeit entwickelt haben ( außer der
portugiesischen Stadt Evora, seit Neustem dank unserem neuen
Bürgermeister, Jean Pierre Gorges, mit Chartres verknüpft ist),
wurden bis heute je 85 Teilnehmer (Jugendliche und Begleiter)
reihum in jeder dieser Städte empfangen.
Zuerst waren Chartres, Chichester und Ravenna befreundet dann
Evora und Speyer ab 2004; so wurde „Eurosport“ seit 2001
ununterbrochen veranstaltet bis heute.
Francoise BROCARD, aktives Mitglied des Freundeskreises der
Partnerschaften von Chartres und zugleich Präsidentin der
Partnerschaft Chartres- Bethlehem legt großen Wert auf das Prinzip
der Partnerschaft, das dem „Partnerschaftsgeist treu zu bleiben“
lautet. Jede Gruppe reist auf eigene Kosten in die einladende
Stadt, die eine Woche lang für Unterkunft, die Verpflegung und die
Organisation der ganzen sportlichen und freizeitlichen Aktivitäten
sorgt.
Sowohl die Hand Ball-, Rugby-, Volley Ball-, Basketball-,
Fußballspiele als auch die lustigen Spiele und die feierlichen
Nächte haben unsere Jugendlichen, die nach gesunden und dynamischen
Aktivitäten gierig sind, vereint.
Jede Stadt, da es auch um den Stolz geht, veranstaltet
Stadtführungen oder - Rundfahrten und bietet einen Tagesausflug in
die nähere Umgebung an: Ausflug nach London (Chichester), Venedig
und Florenz (Ravenna), Lissabon und Alentejo (Evora), Paris und La
Défense (Chartres).
Die Organisatoren, die meistens Freiwillige sind, müssen das
ganze Jahr die Studenten mobilisieren, um irgendwie die
Finanzierung, die Unterkünfte und die verfügbaren Stadions
ausfindig zu machen; und dies mit dem Beitrag ihrer Städte und
Institutionen.
Was die Engländer betrifft, haben Tony Quinn und Ray Brown,
Lehrer in Chichester an dem „ College of Arts, Science and
Technology“ mit der Hilfe des Schulleiters Dr. Parker, der neulich
von der Königin geehrt wurde, die Delegationen im Jahr 2003 und
2006 empfangen.
Was die Italiener angeht, hat Roberto Borghesi, der für das
Sportinstitut (CUS) verantwortlich ist, die Gruppen im 2002 und
2005 herzlich willkommen geheißen. In Portugal hat Nono,
Sporttrainer der Kommune, sowie Paula Dos Santos, Verantwortliche
der internationalen Angelegenheiten der Kommune, mit Erfolg die
Eurosports von 2007 organisiert. Die Franzosen ihrerseits sind
dabei noch diese Feierlichkeit fürs Jahr 2009 vorzubereiten,
nachdem sie dieses interessante Treffen im Jahr 2001 und 2004
organisiert hatten.
Die Absicht aller ist, diese Formel für eine bessere Integration
unserer Jugendlichen im gemeinsamen Europaraum fortzusetzen, und
dennoch gleichzeitig die nationalen Identitäten zu beachten.
Übersetzt von Abdourahmane Wane (Praktikant) und Melanie
Forster
17.05.2013
Kinder und Jugend Flohmarkt in der Maximilianstraße
Am
Samstag, 18. Mai 2013 veranstaltet das Jugendcafé
Speyer-West in Zusammenarbeit mit der Jugendförderung Speyer den
traditionellen Flohmarkt auf der Maximilianstraße.
Flohmarktfans jeden Alters, besonders Kinder und Jugendliche
können an diesem Tag alles zum Verkauf anbieten, was in Kellern und
Speichern, in Kisten und Kästen gefunden wird und zum Wegwerfen zu
schade ist. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Wichtig für Interessenten, die ihre Flohmarktartikel mit dem
Auto transportieren: Zufahrt ist nur über den Domplatz möglich,
abfahren kann man nur über die Schustergasse in die Herdstraße.
Nach 8:30 Uhr dürfen keine Pkw die Maximilianstraße befahren bzw.
müssen diese verlassen haben. Parkmöglichkeiten bestehen auf dem
Parkplatz-Festplatz.
Der Flohmarkt
findet auf der Maximilianstraße und zwar ab der Schustergasse bis
zum Ende der Fußgängerzone vor dem Domplatz statt, der
Bischofsvorplatz kann nicht genutzt werden. Um einen reibungslosen
Ablauf zu gewähren, ist es während des Aufbaus wichtig, den
Anweisungen der Mitarbeiter des Flohmarktes nachzukommen.
Die Stände können ab 6 Uhr aufgebaut werden, ab 8:30
Uhr ist die Zufahrt für Pkw gesperrt, wer später
aufbaut, kann sich zu Fuß oder mit dem Rad einen Platz suchen.
Neben der Standgebühr (2,50 Euro pro lfd. Meter) wird, wie jedes
Mal, eine Müllkaution (5,00 Euro) erhoben, die jeder Teilnehmer
entrichten muss. Wer seinen Stand rechtzeitig sauber verlässt,
bekommt sein Geld wieder zurück. Der Flohmarkt endet um 14
Uhr. Die Straße bleibt bis 17 Uhr für den
Individualverkehr gesperrt. Die Zufahrt zum Be- und Entladen ist.
Der Shuttle-Bus wird umgeleitet. Infos darüber finden sich an den
Haltestellen.
Weitere Informationen bei der Jugendförderung, Telefon 14-2721
oder unter www.jugendfoerderung-speyer.de.
Stadt Speyer, Pressestelle
15.05.2013
Kinderkirchentag in der Johanneskirche
Am Samstag, 25. Mai findet von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr in der
Johanneskirche ein Kinderkirchentag für Kinder im Grundschulalter
statt. Zum Thema „ Pfingsten – wir feiern Geburtstag-wer feiert
mit?“ gibt es Spiele und Bastelangebote. Mittagessen ist
inklusive.
Anmeldungen bis spätestens Do, 23. Mai im Gemeindebüro bei Frau
Dres Tel. 61216 oder bei Frau Bleich Tel. 63481.
Vergleich von Politik und Öffentlicher Verwaltung in der EU, Deutschland und den USA
4. SPEA-Tagung
an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer
zu Gast bei OB Eger
cr. Speyer. Der Vergleich von Politik und
Öffentlicher Verwaltung in der EU, Deutschland und den USA - er
steht im Mittelpunkt der diesjährigen Fortbildungstagung des
„SPEA Overseas Program“ an der Deutschen
Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer, deren
Teilnehmer heute samt ihren Kursleitern von
Oberbürgermeister Hansjörg Eger im Historischen
Ratssaal der Stadt Speyer empfangen wurden. Zwanzig Studierende der
SPEA, der „School of Public and Environmental
Affairs“ in Bloomington, Indiana in den USA – zehn davon
wiederum Austauschstudenten der Lomonossow-Universität in Moskau,
die sich in einem aufwändigen Verfahren für diesen Aufenthalt
qualifizieren mussten, nehmen schon seit dem 6. Mai und noch bis
einschließlich zum 6. Juli in einem eng „getakteten“ Programm an
insgesamt fünf Seminaren teil, in denen neben dem unmittelbaren
Vergleich der politischen und der Verwaltungssysteme auch „der
Einfluss der Verwaltung auf die Politikgestaltung“ untersucht
werden soll. Spannende Veranstaltungen, an denen auch Studierende
der Speyerer Universität teilnehmen.
Leiter dieses
fast fünfwöchigen Sommerkurses sind auf deutscher Seite der
Speyerer Universitätsprofessor Dr. Michael W.
Bauer und auf Seite der University of Indiana der
Assistenzprofessor an der SPEA, Dr. William G.
Resh. Prof. Dr. Bauer, der derzeit sein erstes Semester an
der Speyerer Universität liest, hat die Nachfolge auf dem Lehrstuhl
für Verwaltungswissenschaften von Univ.-Prof. Dr. Eberhard
Bohne angetreten, der vor nunmehr vier Jahren diese
Sommerprogramme ins Leben gerufen hatte und zum Ende des
vergangenen Wintersemesters emeritiert wurde.
In seiner
Begrüßung ließ der Oberbürgermeister – wie immer im „feinsten“
Englisch - die reiche Speyerer Stadtgeschichte lebendig werden und
würdigte die große Bedeutung, die Speyer seit der Verleihung der am
Dom angeschlagenen Freiheitsrechte durch Kaiser Heinrich V. im
Jahre 1111 für die Entwicklung bürgerschaftlicher Selbstverwaltung
und Selbstbewußtseins habe.
Die Kursteilnehmer, die insbesondere den Himmelfahrtstag
offensichtlich schon dazu benutzt haben, um sich einem kleinen
Überblick über die Stadt zu verschaffen – immerhin kannten sie
bereits den Dom, das Bier und die Brezeln – werden in den kommenden
Wochen auch noch Gelegenheit haben, wichtige staatliche
Einrichtungen in Deutschland und in der EU kennenzulernen: So
werden sie an einem Tag an einer Sitzung des Europäischen
Parlamentes in Strassbourg teilnehmen, an einem anderen das
Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe besuchen sowie bei der
Europäischen Zentralbank und der Deutschen Börse in Frankfurt/Main
zu Gast sein.
Daneben wird
es natürlich auch Gelegenheit für „touristische Schmankerl“ geben –
ein Ausflug nach Heidelberg ist schon für dieses Wochenende geplant
und Abstecher an die Weinstraße sind Pflicht für nachgeradezu jeden
Speyer-Besucher. „Die Speyerer sind ungemein liebenswert und
gastfreundlich“, konnte Prof. Dr. Resh schon nach ersten Kontakten
konstatieren.
Was auffällt bei diesen Sommerkursen: Auch wenn die Zahl der
russischen Teilnehmer – auch in diesem Jahr sind übrigens wieder
drei Studierende aus der georgischen Hauptstadt Tiflis mit von der
Partie – in den letzten Jahren kontiuierlich angewachsen ist und
inzwischen schon fünfzig Prozent erreicht hat, so wird ein
Vergleich der russischen Verwaltungs-Ussancen mit denen in
Deutschland, der EU oder in den USA noch immer ausgespart – aber
vielleicht ist hier der Unterschied doch noch zu eklatant. Eine
solche Vergleichbarkeit herzustellen bleibt deshalb in dieser
Hinsicht wohl noch über lange Zeit ein fernes Ziel – auch für die
jungen Wissenschaftler.in Rußland, den USA und in Deutschland.
Foto: gc
10.05.2013
4. SPEA-Tagung an der DUV Speyer zu Gast bei OB Eger - Bilderalbum
Nachlass des Stadthistorikers Fritz Klotz an das Archiv übergeben
Marianne Polzin bei der Übergabe im Magazin des Archivs, im Hintergrund Archivmitarbeiterin Franziska Ochsenreither
Am 7. Mai hat das Stadtarchiv Speyer einen Teil der
schriftlichen Hinterlassenschaft des vor kurzem verstorbenen
Speyerer Historikers Fritz Klotz (1921-2013) als Dauerleihgabe
übernommen.
Marianne Polzin, Tochter von Fritz Klotz, überbrachte einen
wertvollen, akribisch geordneten „Zettelkatalog“ zur Speyerer
Geschichte.
Die insgesamt 13 Zettelkästen, verschlagwortet nach unzähligen
Namen, Straßen, Gebäuden usw. waren eine Art Handapparat für die
tägliche historische Forschung von Klotz. Die Zettelkästen
stehen ab demnächst für die Nutzer des Archivs zur Einsicht zur
Verfügung.
Fritz Klotz, von Beruf Lehrer und langjähriges Vorstandsmitglied
der Bezirksgruppe Speyer im Historischen Verein der Pfalz, hat mit
seiner erstmals 1971 erschienenen "Kleinen Stadtgeschichte" die
Erforschung und vor allem Vermittlung der Speyerer Historie ein
erhebliches Stück vorangebracht.
Das Werk liegt mittlerweile in 5., erweiterter Auflage vor
(2008, zusammen mit Dr. Thomas Rölle). Es ist ein Standardwerk und
im besten Sinne ein Speyerer "Hausbuch". Pressestelle Stadt
Speyer
09.05.2013
Der Countdown läuft: in 66 Tagen will sich Speyer ins „Guiness-Buch der Rekorde“ eintragen
Dann gilt es,
die Zahl von 1176 Dirndln zu schlagen
cr. Speyer. Petrus meinte es wirklich gut mit
den Speyerern und ihren zahlreichen Gästen an diesem Wochenende.
Hatte noch am Samstag der Himmel seine Schleußen zwar immer wieder
geöffnet und das „Speyerer Frühlingsfest“ 2013 „eingeweicht“, so
war der zweite Tag - der verkaufsoffene Sonntag - ein um so
größerer Knaller: In voller Pracht strahlte die Sonne aus einem
pfälzisch-bayrisch-blauen Himmel auf die Stadt, als
Hans-Jürgen und Doris Demmer ihr Fachgeschäft für
exclusive City- und Landhausmode auf der Speyerer Maximilianstraße
10 gegenüber dem Alten Marktplatz für eine Modenschau der
besonderen Art aufsperrten: Dirndln in vielen Farben und Schnitten
galt es zu bewundern, so fröhlich und so farbenfroh, wie dieser Tag
„uff de Schbeierer Hauptstroos“ war – so bunt, wie dieser Sommer es
zu werden verspricht.
Schon eine
Stunde vor Beginn der Schau zogen die Mitglieder des eigenes
gegründeten Sonderausschusses des Speyerer Verkehrsvereins für die
Ausrichtung des Dirndl-Contests – des Weltrekord-Versuchs, der am
Brezelfest-Samstag, am 13. Juli 2013, Speyer in das
„Guiness-Buch der Rekorde“ bringen soll: Denn geht es nach
Anton Morgenstern, Thomas Zander, Franz Hammer und Bernd
Kopietz, dann werden sich an diesem Tag auf dem Speyerer
Brezelfest mehr Dirndl-Trägerinnen tummeln als jemals zuvor an
einem Ort in der Welt. Sie riefen deshalb weit über die
Grenzen der Stadt Speyer hinaus Frauen, aber auch Männer, zur
Teilnahme an diesem lustigen Event ein – und die Resonanz aus dem
In- und Ausland ist schon jetzt einfach überwältigend. Von überall
her melden sich Interessent(inn)en, so dass sich die
Verantwortlichen in Speyer ganz sicher sind: „Wir schaffen das –
wir schlagen Straubing in Niederbayern, das derzeit mit 1176
Dirndl-Trägerinnen und -Trägern den Weltrekord hält“. Da ist sich
nach diesem großartigen Start beim Frühlingsfest 2013 auch
Oberbürgermeister Hansjörg Eger sicher, der nebst
Gattin gleichfalls zu dieser Präsentation gekommen war.
Einen überwältigenden Vorgeschmack auf die Stimmung, die dann am
Brezelfest-Samstag vorherrschen wird, erhielten die zahlreichen
Besucher, die jetzt zu dieser Modenschau auf die Hauptstraße
gekommen waren: Neun Models - „blitzsaubere Madln“ tät der Bayer
dazu sagen - – zugleich auch Mitglieder einer Speyerer
Jazz-Dance-Gruppe, waren von Doris Demmer und ihren
Mitarbeiterinnen in schmucke Dirndl perfekt eingekleidet worden,
mit denen sie den Catwalk im Schatten des Domes „betanzten“.
Rot-grün, Blau und beige und immer wieder in gelb – der Modefarbe
der Saison – in ihren unterschiedlichen Abstufungen - dazu lustige
Sportschuhe aus dem Hause Bödecker – die Reaktionen aus dem
begeisterten Publikum reichten von “wie süss“ über „ach wie
niedlich“ bis hin zu „einfach suuuuper!“. Moderator Howard
Biery konnte sich da einfach kaum mehr „einkriegen“, so
begeistert war er von diesem Auftritt. Leicht, locker und
sommerlich heiter – die Dirndl-Modelle schmeicheln ihren
Trägerinnen durch die Bank – und entzücken ihre männlichen
Begleiter....
Schicke junge
Männer dann ebenfalls auf dem Catwalk – Dazu Biery: „Meine Herren,
halten Sie Ihre Frauen fest,,,“ - sie gaben auch den Damen „etwas
zum Schauen“. „Für Sie haben wir natürlich auch noch eine passende
Kniebundlederhose“, beschied Hans-Jürgen Demmer
dem Stadtoberhaupt und Ehefrau Colleen Towns-Eger
feixte zustimmend angesichts dieses „Anschlags“ auf des Gatten
„Geläuf“.
Danach gab's Abendmode im Dirndl-Stil – von schlicht bis opulent
- seit ein paar Jahren schon der „letzte Schrei“ bei den großen
Sommer-Festivals von Salzburg bis nach Bayreuth, bei den
Musifestspielen vom Rheingau bis nach Schleswig-Holstein. Sie haben
dem „kleinen“ oder auch „pompösen Schwarzen“ für solche
Gelegenheiten längst den Rang abgelaufen, taugen für den großen
Opernabend ebenso wie für das illustre Gartenfest, weil sie den
Stil des Anlasses mit der Heiterheit des Sommers in optimaler Weise
verbinden.
Über 1000
verschiedene Dirndln hat Doris Demmer in Vorbereitung auf den
Weltrekord-Versuch in den letzten Wochen in ihrem Speyerer Geschäft
zusammengetragen. „Und wenn's nicht reicht, dann können wir in
kürzester Zeit noch weiteren 'Nachschub' aus unseren Filialen in
der Metropolregion herbeischaffen oder sie bei unseren Lieferanten
nachordern“, so die Modeexpertin, die ihr Modehaus - nur einen
Steinwurf weit entfernt vom Speyerer Kaiserdom - in den vergangenen
13 Jahren ihrer Anwesenheit in Speyer zum 'hot spot' der
internationalen Modelabels für exclusive Freizeit- und Landhausmode
entwickelt hat.
Übrigens: Für das Finish in Sachen Dekoration und Schmuck der
Dirndln steht Doris Demmer mit ihren bestens präparierten
Mitarbeiterinnen den Kundinnen persönlich zur Verfügung – für
leichter Veränderung zur Perfektionierung der Passform gibt es die
hauseigene Änderungsschneiderei.
Bei dieser
Schau passte einfach alles – vom Anfang bis zum Schluss. Die
Jagdhornbläser untermalten die Schau zu Beginn mit gekonnt
gespielten bekannten Stücken – für fetzige Popmusik sorgte danach
„DJ Andy“ - dann allerdings vom Band.
Und weil's so schön war, zogen die Models danach froh gelaunt in
breiter Front über die Speyerer 'via triumphalis', ließen sich beim
Brezelstand am Speyerer Stadthaus schon einmal im Vorgriff auf das
Brezelfest die ersten Exemplare des knusprigen Speyerer
Nationalgebäcks schmecken und drehten auf dem kleinen Karussell am
Alten Marktplatz frohbeschwingt ein paar Runden, ehe sie sich zum
zweiten Durchgang der Dirndl-Modenschau wieder im Hause Demmer
„zurecht machten“.
Nur noch 66
Tage sind es bis zum großen Tag – bis Speyer sich in die legendäre
Bestenliste eintragen kann, zumindest was die Zahl der Dirndln
angeht, die dann im großen Zelt auf dem Festplatz zu sehen sein
werden . Wer übrigens noch an diesem Tag selbst kurz entschlossen
mit von der Partie sein möchte oder der sein eigenes Dirndl zuhause
vergessen hat – kann ja mal vorkommen, meine Damen, nicht wahr? -,
für den wird Demmer auch auf dem Festplatz mit einem Verkaufsstand
für alle „Dirndl-Notfälle“ präsent sein – direkt neben dem
Festzelt.
Da kann doch dann eigentlich gar nichts mehr schief gehen –
dieser Titel gehört schon so gut wie sicher Speyer – Wetten dass?
Foto: gc
06.05.2013
Dirndl Modenschau beim „Speyerer Frühlingsfest“ - Bilderalbum
Zwei China-Vorträge während der Europawoche
Mit zwei
interessanten Vorträgen setzt die Gesellschaft für
Deutsch-Chinesische Freundschaft (GDCF) ihr Jahresprogramm 2013
fort: Am Freitag, dem 17. Mai 2013, 19:30 Uhr, wird Gerhard
Fiedler Impressionen aus der rheinland-pfälzischen Partnerprovinz
Fujian vermitteln und am Mittwoch, dem 22. Mai 2013, 19:30
Uhr, wird Prof. Dr. Hartmut Soell über „Chinas Geschichte,
Wirtschaft und Politik aus der Sicht eines Zeithistorikers
referieren. Beide Veranstaltungen finden im Historischen Ratssaal
des Rathauses statt.
Gerhard Fiedler ist pensionierter Lehrer und hat in den
vergangenen Jahren mehrere China-Reisen unternommen. In den Jahren
2009 und 2011 unterrichtete er als Muttersprachler insgesamt sieben
Monate am Fremdspracheninstitut der Universität Fuzhou. Er
unternahm - unterstützt von chinesischen Freunden - mehrere Reisen
in der Provinz Fujian, zuletzt im April 2013, und lernte so die
großen Städte und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der
Partner-Provinz von Rheinland-Pfalz kennen.
Hartmut Soell lehrte als Professor für Neuere Geschichte an der
Universität Heidelberg. Er war mehrere Jahre lang Mitarbeiter des
damaligen SPD-Fraktionsvorsitzenden Helmut Schmidt und 1980 bis
1994 selbst Mitglied des Deutschen Bundestags. Er gilt ebenfalls
als ausgewiesener China-Kenner.
Beide Vorträge finden im Rahmen der von der Stadt Speyer und den
Freundeskreisen der Partnerstädte organisierten „Europawoche“
statt. Stadt Speyer, Pressestelle;
Foto: Gerhard Fiedler
04.05.2013
Stadt sucht freiwillige für kostenlose Energieberatung
Stadt bietet kostenlose Energieberatung
Für die Erarbeitung des energetischen Quartierskonzeptes für das
Stadtumbaugebiet „Kernstadt Nord“ bietet die Stadt Speyer im Rahmen
der Klimaschutzinitiative Gebäudeeigentümern kostenlos eine
exemplarische Energieberatung an. Das Angebot kann für
eigengenutzte Eigenheime innerhalb des Stadtumbaugebiets „Kernstadt
Nord“ abgerufen werden. Dieses Gebiet umfasst die Achse Große
Himmelsgasse, Johannesstraße, Armbruststraße, St.
Guido-Stifts-Platz, Adenauerpark, Bahnhoftrasse, Mühlturmstraße,
Postplatz sowie die nördliche Seite der Maximilianstraße. Die
Energieberatung wird kostenlos von Fachkräften des Steinbeis
Transferzentrums Energie-, Gebäude- und Solartechnik Stuttgart,
Projektpartner der Stadt, durchgeführt. Voraussetzung ist, die
Bereitschaft der Eigentümer, ihre Verbrauchsdaten zur Verfügung zu
stellen. In Veröffentlichungen werden sie anonymisiert dargestellt.
Für Anfragen steht Hans-Joachim Ritter, Leiter des AK Klimaschutz,
zur Verfügung (Tel.: 14-22 91, hans-joachim.ritter@stadt-speyer.de).
www.speyer.de Pressestelle
Stadt Speyer
Wir entnehmen dem Feuer die Bücher von...“ -
Aufruf zu
zahlreichem Besuch von „Gedenkfeier und Ausstellung zur
Bücherverbrennung in Speyer am 6. Mai 1933“ als Mahnung „gegen das
Vergessen“ am kommenden Montag
Von Gerhard Cantzler
Am 6. Mai 2013 ist es genau 80 Jahre her, dass auch in Speyer –
so wie überall damals in Deutschland - Bücher verfemter Dichter und
Autoren brannten. Auf dem Alten Marktplatz, gegenüber dem
Historischen Rathaus, waren an diesem Samstag des Jahres 1933 die
„Braunen Schergen“ der SA aufgezogen, um in einer gespenstischen
Zeremonie die Werke bekannter Literaten zu vernichten. An
diesem 6. Mai, am kommenden Montag um 18.00 Uhr, wird
jetzt in einer Gedenkstunde im Kulturhof Flachsgasse an dieses
Ereignis in ganz besonderer Weise gedacht. Bei einem Pressegespräch
im Dienstzimmer von Oberbürgermeister Hansjörg
Eger stellten dazu jetzt die Vertreter der an der
Gedenkstunde beteiligten Institutionen ihr gemeinsames Konzept für
dieses Gedenken vor, dem sich direkt danach die Eröffnung einer
Ausstellung mit Fotos und Dolumenten zu diesem Tag im Stadtarchiv
in der Johannesstraße anschließen wird.
Die Speyerer
Nazi-Repräsentanten waren mit ihrer Bücherverbrennung - quasi in
der Form eines 'vorauseilenden Gehorsams' - sogar um vier Tage vor
dem von Berlin aus angeordneten Termin aktiv“, erinnerte Hansjörg
Eger an einen Tag, den er zu den „schwarzen in der Speyerer
Stadtgeschichte“ zählt und als „Auftakt für unvorstellbare Mord-
und Gräueltaten“ bezeichnete.
Katholische und Evangelische Kirche werden an diesem Tag
gemeinsam mit Einrichtungen der Stadt Speyer - von der
Stadtbücherei, der Volkshochschule und der Städtischen Musikschule
bis hin zu der Abteilung 'Kulturelles Erbe' – dem Stadtarchiv –
zusammenwirken, um ein Gedenken zu ermöglichen, das Erinnerung und
erzieherische Mahnung eines „Damit es sich niemals mehr wiederholt“
in sich vereinigt.
Oberbürgermeister
Hansjörg Eger wird die Gedenkstunde eröffnen und in dieses
düstere Kapitel deutscher und Speyerer Geschichte einführen. Danach
wird Thomas Sartingen von der Katholischen
Erwachsenbildung einen Einblick in die politischen
Hintergründe dieser unvergleichlichen Aktion intellektueller
Verleumdung und Hetze geben. „Mit dieser Form der Veranstaltung
wollen wir ganz bewußt an die Tradition anknüpfen, die wir
gemeinsam vor fünf Jahren mit dem Gedenken vor der Villa Eccarius
begründet haben“, so Sartingen. Schon damals wurde aus Werken
verfemter Autoren gelesen – auch in diesem Jahr soll das einer der
Höhepunkte der Veranstaltung sein. Katrin Hopstock, eine
der intimsten Kennerinnen der Speyerer Stadtgeschichte,
wird dann den Fokus auf die damaligen Ereignisse in Speyer
lenken.
„Wir wollen
mit dieser Gedenkstunde gerade auch die jüngere Generation für das
damals Geschehene sensibiliseren“, betonte Hans
Schulze-Bühlmann, Leiter der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung
und Gesellschaft, der darauf hinwies, dass – insbesondere
wegen des wachsenden zeitlichen Abstandes zu diesem Tag - die Zahl
der Zeitzeugen von Jahr zu Jahr immer kleiner wird. „Unser Konzept
von vor fünf Jahren, Gedenken und Bildung zusammenzuführen und
dadurch Autoren, die gerade durch die Bücherverbrennung dem
Vergessen anheim gefallen waren, wieder in unser Bewußtsein
zurückzuholen, ist auch heute noch richtig“, so
Schulze-Bühlmann.
„Die Bücherverbrennungen sollten 1933 zu einem öffentlichen
Machtsymbol werden“, betonte auch der Leiter der
Volkshochschule Speyer, VHS, Ewald Gaden. „Den Tätern von
damals ging es darum, Macht über die Gedenkenwelt der Menschen zu
erlangen“.
Finanziert
durch die Freundeskreise von VHS und Stadtibliothek, die gemeinsam
7.000 Euro aufbrachten, solle jetzt für die verfemten und vor
achtzig Jahren verbrannten Bücher im Inneren des Kulturhofes ein
öffentliches Bücherregal errichtet werden, das von allen Speyerer
Bürgerinnen und Bürgern „rund um die Uhr“ uneingeschränkt benutzt
werden kann. Zwar wird dieses Regal am kommenden Montag nur
symbolisch vorgestellt werden können, aber noch im Verlauf dieses
Jahres soll es im Kulturhof in einer auch architektonisch
angemessenen Form errichtet werden. Solche „Öffentlichen
Bücherregale“ gäbe es wie hier in Bergisch-Gladbach bei Köln (siehe
unser wikimedia-Bild) zwischenzeitlich schon in mehr als hundert
Städten und Gemeinden in der Bundesrepublik, berichtete der
VHS-Leiter. Dort hätten es sich die Bürger zur Gewohnheit gemacht,
Bücher leihweise zu entnehmen, um sie zu lesen, aber auch andere,
zum thematischen Context dieses Tages passende, dort
einzustellen.
Mit einer
solchen öffentlichen Büchersammlung, so betonte auch der
Oberbürgermeister, könne man ein „niedrigschwelliges“ Angebot von
zunächst einmal rund 100 Bänden realisieren, zu denen vor allem die
Werke der 1933 verfemten Autoren gehören sollen.
Bedenken, dass an dieser Stelle die Sicherheit der kleinen
Biblothek nur unzureichend zu gewährleisten sei, hielt Eger seine
Hoffnung entgegen, dass die Bürgerschaft für eine solche Sammlung
durchaus eine „soziale Kontrolle“ übernehmen werde. „Und außerdem
wird der Kulturhof ja in der Nacht auch abgeschlossen“, so der OB
beschwichtigend.
Aus Büchern, die später ihren – hoffentlich dauerhaften –
Standort in diesem Regal haben, werden in der Gedenkstunde am
kommenden Montag Hans Schulze-Bühlmann, Sabrina Albers, Dr.
Gabriele Dreßing, Jutta Hornung, Angela Magin und
Erhard Steiger lesen.
Im Anschluß daran wird Ewald Gaden zum gemeinsamen Gang ins nur
wenige hundert Meter entfernte Archiv der Stadt Speyer einladen, wo
direkt im Anschluß an die Gedenkstunde die vom Stadtarchiv
zusammengestellte Ausstellung „80 Jahre Bücherverbrennung 1933“
eröffnet wird.
Die Einladung zu beiden Veranstaltungen an diesem Tag enthält
den Verweis auf ein Zitat des selbst dem Verdikt der Nazis
anheimgefallenen Dichters Heinrich Heine, das
dieser bereits 110 Jahre vor jenen unseligen Maitagen des Jahres
1933 geschrieben hatte und in dem er hellsichtig prophezeite:
„...wo man Bücher verbrennt, da verbrennt man am Ende auch
Menschen....“
Damit sich so etwas nie mehr wiederholt, dazu müssen auch die
Speyerer an diesem Jahrestag einmal mehr ein Zeichen für Toleranz
und Menschlichkeit setzen. Am 6. Mai 1933, als auch in Speyer
Bücher brannten, hatten sich – so schätzen Stadthistoriker – mehr
als tausend Speyerer Bürgerinnen und Bürger zu dieser
gespenstischen Zeremonie am Alten Marktplatz eingefunden - Schulen
und Vereine in der Stadt waren damals zum kollektiven Aufmarsch
„verpflichtet“ worden.
Heute, 80 Jahre später - in Zeiten der Freiheit – gibt es, Gott
sei's gedankt - keine verpflichtenden Aufmärsche mehr. Um
so schöner wäre es, wenn am kommenden Montag, wenn die einst
verfemten Bücher wieder „dem Feuer entnommen“ und den Bürgerinnen
und Bürgern zurückgegeben werden, zumindest genau so viele Speyerer
in den Kulturhof kommen würden wie an diesem Tag vor 80 Jahren -
als ein sichtbares und nachhaltiges Zeichen gegen das
Vergessen. Foto: gc; wikimedia; Stadtarchiv Willi
Fix
01.05.2013
Gedenkfeier als Mahnung „gegen das Vergessen“ - Bilderalbum
Stadt beteiligt sich an bundesweiter Fanta-Spielplatzinitiative
Mit täglichem
Mouse-Klick zum Fördergeld
„Heute schon gevotet?“ Mit dieser Frage wirbt die Stadt Speyer
um Unterstützung bei ihrer Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb um
Fördergelder der Fanta-Spielplatzinitiative. Täglich bis zum 31.
Juli 2013 gilt es per Online-Voting über www.speyer.de oder die städtische
Facebook-Seite für den geplanten Spielplatz „Am Gießhübelbach“ in
unmittelbarer Nachbarschaft zum Judomaxx abzustimmen.
Wer einen der ersten 20 Plätze beim Spielplatzwettbewerb
einnimmt, mit dem Fanta, das Deutsche Kinderhilfswerk und der TÜV
Rheinland kreatives Spielen unterstützen, erhält 5.000 Euro.
Gefördert werden insgesamt 100 Spielplätze in Deutschland, mit
mindestens 1.000 Euro pro Stadt.
In Speyer will man mit den Wettbewerbsgeldern einen
Balancierparcours in einer Sandfläche anlegen, ergänzt durch eine
Sitzplattform zum Aufenthalt. Mit dem Spielplatz „Am
Gießhübelbach“, am beliebten Spazierweg von der Holzstraße Richtung
Dudenhofen gelegen, erfährt das Spiel- und Bewegungsangebot im
Bereich Judomaxx und Sportplatz Butenschönstraße eine weitere
Aufwertung.
Den Spielplatz soll zukünftig der Garten der Generationen und
Nationen umgeben, für den der JSV unter sachkundiger Anleitung des
städtischen Grünflächenplaners Steffen Schwendy jüngst die ersten
Obstbäume gepflanzt hat. Und am 10. Mai steht die gemeinsame
Raseneinsaat auf dem Programm.
Zukünftig soll ein Garten mit Pflanzen aller im JSV vertretenen
Nationen entstehen, der den internationalen Charakter von Sport und
Bewegung unterstreicht. www.speyer.de Pressestelle
Stadt Speyer
30.04.2013
bademaxx: Verkauf von Saisonkarten ab 4. Mai 2013
Am
Samstag, 4. Mai 2013, beginnt im Sport- und
Erlebnisbad bademaxx der Verkauf von Saisonkarten für die
Freibadsaison. Für nur 90 Euro können Erwachsene (Ermäßigte 40
Euro) von 9. Mai bis Anfang September jeden Tag schwimmen, relaxen
und toben. Bei der Saisonkarte ist die Nutzung aller
Hallenbadflächen mit Wellenball, Sprungturm, Riesenrutsche etc.
inklusive. Witterungsbedingt ist der Zugang ab 9. Mai über den
Freibad- oder Hallenbadeingang möglich. Die Wasserflächen im Freien
werden je nach Witterung freigegeben.
Die Saisonkarte ist ab Samstag an der Hauptkasse im Hallenbad
(Geibstraße 3) erhältlich. Für deren Ausstellung wird jeder
zukünftige Karteninhaber fotografiert bzw. - wenn vorhanden - das
Vorjahresfoto genutzt.
Mietschränke sind ebenfalls für die gesamte Freibadsaison für 20
Euro (plus 5 Euro Pfand) an der Hallenbadkasse zu buchen.
www.bademaxx.de bademaxx –
Das Sport- und Erlebnisbad in Speyer, Presse
30.04.2013
Schornsteinfeger bringen Glück, weil sie Brände verhindern
Andreas Groel
als neuer Bezirksschornsteinfeger für Kehrbezirk im Speyerer Süden
eingeführt
cr. Speyer. Mit der Aushändigung seiner
Bestallungsurkunde wurde heute Schornsteinfegermeister
Andreas Groel zum Bezirksschornsteinfeger für die
südlichen Speyerer Stadtteile ernannt. Der 41jährige, der sein
Handwerk im Meisterbetrieb der Firma König in Dudenhofen erlernte
und nach erfolgreich abgelegter Meisterpüfung seit 1996 bei der
Speyerer Firma Best als angestellter Schornsteinfegermeister tätig
war, tritt in diesem verantwortungvollen, mit hoheitlichen Rechten
und Pflichten ausgestatteten Amt die Nachfolge von
Schornsteinfegermeister Martin Beck an, der sich
aus gesundheitlichen Gründen aus dieser Funktion zurückziehen
musste. Heute nun verabschiedete der zuständige Städtische
Dezernent, Beigeordneter Frank Scheid, den alten
Bezirksschornsteinfeger und führte seinen Nachfolger in dieses Amt
ein.
Wie der
Beigeordnete bei dieser Gelegenheit noch einmal ausführte, gelten
seit dem 1. Januar diesen Jahres für die Schornsteinfeger
europaweit einheitliche Zuständigkeiten. Denn während der
Bezirksschornsteinfeger nämlich auch weiterhin – mit offizieller
Bestallungsurkunde – ganz formell mit bestimmten Aufgaben betraut
ist, steht es dem Hausbesitzer frei, welchen Schornsteinfeger er
für die eigentlich Reinigung seiner Kamine beschäftigt. Waren diese
Funktionen bisher in der Regel in einer Hand vereint, so können
dies seit diesem Jahr - im Zuge der europäischen Liberalisierung –
durchaus auch unterschiedliche Betriebe sein. Selbst Heizungsbauer
mit einer entsprechenden Zusatzausbildung können diese Aufgabe
übernehmen, teilte Scheid mit.
Dem Bezirksschornsteinfeger dagegen obliegen in seinem Bezirk
auch weiterhin alle hoheitlichen Aufgaben: Die Führung des
sogenannten Kehrbuches, die Feuerstätten-Schau, die der
Bezirksschornsteinfege innerhalb seiner auf sieben Jahre
festgelegten Amtszeit zweimal vornehmen muss, die Prüfung der
Brandsicherheit durch Abnahme der in einem Gebäude eingebauten
Brennvorrichtungen, die Durchführung „anlassbezogener
Überprüfungen“, wie es im Amtsdeutsch heißt – also wenn sich
Nachbarn zum Beispiel über einen zu heftig qualmenden Kamin
beklagen – die Ausstellung von Bescheinigungen über die Abnahme neu
errichteter Anlagen sowie letztlich auch die Durchführung von
„Zwangskehrungen“ - wenn z.B. ein Hausbesitzer die Reinigung seines
Kamins „standhaft“ verweigert.
Zuständig ist der Bezirksschornsteinfeger für alle stationären
Feuerstellen bis 1.110 Kw Leistung – für größere Anlage oder mobile
Feuerstellen - z.B. in Wohnmobilen oder in Wohnwagen - muss der TÜV
hinzu gezogen werden.
Für die
Bewohner des Kehrbezirks im Speyerer Süden, für den Andreas
Groel und sein Mitarbeiter,
Schornsteinfegermeister Felix Bauer zukünftig die
Verantwortung tragen, bedeutet dies, dass sie bei den beschriebenen
grundlegenden Aufgaben keine Alternative bei der Auswahl „ihres“
Schornsteinfegers haben – für die Durchführung der regelmäßigen
Kehrarbeiten dagegen können sie sich nach Lust, Laune und Sympathie
„ihren“ Schornsteinfeger „frei“ auf dem Markt auswählen.
Für alle Schornsteinfeger aber gilt: Sie zu berühren, bringt
Glück, denn war der „schwarze Mann“, der immer häufiger auch eine
„schwarze Frau“ sein kann, erst einmal im Haus, dann ist die
Gefahr, dass ein Brand ausbrechen könnte, gleich um ein vielfaches
geringer.....sagt man zumindest. Foto: gc
29.04.2013
Andreas Groel als neuer Bezirksschornsteinfeger im Speyerer Süden eingeführt - Bilderalbum
Zunftbaumtradition und Handwerkerturm müssen gepflegt werden
Traditionelle
Zunftbaum-Aufstellung jährt sich zum 31. Mal
jüs. Speyer- Der Wettergott meinte es nicht wirklich
gut mit den Speyerer Handwerkern, die bei leichten Nieselregen zum
31. Mal den traditionellen Zunftbaum in der Maximiliansstrasse
aufstellten. Bei Bratwurst, Domhofbier und Waffeln hofften sie auf
rege Beteiligung und Beachtung durch die Bevölkerung.
Angelika
Wöhlert, Stadtbeauftragte der Kreishandwerkerschaft für das
Speyerer Handwerk bedankte sich bei allen Handwerkskollegen des
2010 gegründeten Vereins der Speyerer Handwerkstradtion für ihr
Engagement. Ziel des Vereins, so Wöhlert, sei die Pflege des
Brauchtums der traditionellen Zunftbaumaufstellung. Zudem sei der
denkmalgeschützte Handwerkerturm in der Mühlturmstrasse Treffpunkt
für Innungsversammlungen und soll ab 2013 durch die Speyerer
Handwerkstradition gepflegt und unterhalten werden. Interessierte
hätten beim „Tag des offenen Denkmals“ im September die
Möglichkeit, das Bauwerk von 1821 zu besichtigen.
Beim genauen Betrachten des aufgestellten Zunftbaumes fiel
Oberbürgermeister Hansjörg Eger auf, dass „Kosmetik“ als neues
Handwerk hinzugekommen sei. Dies werfe beim ihm die Frage auf, so
der OB, wo und ob Kosmetik im Handwerk zu verorten sei. Das sei
doch wohl eher Kunst, wenn man sieht, was Kosmetik mit bzw. aus
einem Gesicht alles Kunstvolles machen könne, so der OB mit einem
Augenzwinkern.
Eger und Wöhlert wünschten als Doppelpack trotz des schlechten
Wetters allen Besuchern noch ein gelingendes Zunftbaumfest.
Foto: jüs
29.04.2013
Traditionelle Zunftbaum-Aufstellung - Bilderalbum
Literarische Zufallbegegnung:
Oberkirchenrat
i.R. Dr. Klaus Bümlein rückt die Erinnerung an den Literaten und
Alchemisten Alexander von Bernus ins Bewußtsein der
Region
cr. Speyer. Alexander Freiherr von
Bernus, 1880 in Aeschbach bei Lindau geboren und 1965 auf
Schloss Donaumünster bei Donauwörth verstorben – als
„Schriftsteller und Alchimist“ in den einschlägigen Lexika verewigt
- er hatte mit Speyer eigentlich eine eher zufällige Verbindung,
war er doch nach ersten Jahren seiner schulischen Erziehung durch
Hauslehrer auf dem heutigen Benediktiner-Stift Neuburg in
Heidelberg-Ziegelhausen, das durch Vererbung in den Besitz seiner
Familie gekommen war, Anfang der 1890er Jahre aufs Humanistische
Gymnasium nach Speyer geschickt worden. Dort war es dann einem
weiteren Zufall geschuldet, dass er in der privaten Schülerpension
des Gymnasilaprofessors und protestantischen Pfarrers Karl-Ludwig
Gümbel in der heutigen Ludwigsstraße 80 – damals noch Landauer
Straße 6 - untergebracht wurde. Und schließlich noch ein weiterer
Zufall, dem wir jetzt die öffentliche Wiederbelebung der Erinnerung
an den sonst weitgehend in Vergessenheit geratenen Dichter und
Alchemisten verdanken: Genau in diesem Haus lebt jetzt schon seit
Jahren der frühere Oberkirchenrat und Stellvertretende Präsident
der Protestantischen Landeskirche der Pfalz, Dr. Klaus
Bümlein, den der „genius loci“ dieses Hauses nicht ruhen
ließ und zu eingehenden Recherchen über den bedeutenden
„Vorbewohner“ seines Hauses ind der „Ludwigsstraße 80 anregte.
In einem gut
besuchten Vortrag trug Dr. Bümlein jetzt im Archiv der Stadt Speyer
die Ergebnisse seiner mit großer Akribie geführten Forschungen vor.
Und dabei stand naturgemäß die Speyerer Zeit von Alexander von
Bermus im Mittelpunkt. Als der junge Freiherr nämlich nach Speyer
kam – sein Vater musste nach dem Tod der Stiefmutter eine andere
„Bleibe“ für den Adoptivsohn suchen, war er selbst doch
berufsbedingt viel auf Reisen -, da war das Speyerer Humanistische
Gymnasium noch im sogenannten „Fürstenhaus“ in der Großen
Pfaffengasse untergebracht. Das heutige Gymansium am Kaiserdom -
gegenüber der „alten Penne“ - wurde, wie das daneben liegende
Historische Museum der Pfalz, die heutige Postgalerie oder das
heutige Stadthaus, erst mehr als ein Jahrzehnt später
errichtet.
Die Erinnerungen, so schilderte Dr. Bümlein, die
Bernus an diese Jahre hatten, waren durchaus gemischt: Da war der
extrem gestrenge „Hausvater“ Karl-Ludwig Gümbel, dem Bernus später
kritisch bescheinigte, dass er nur den Bau „seiner
Gedächtniskirche“ als dem Gegenmonument zum Kaiserdom im Sinn
gehabt habe. Damals „tobte“ in der Folge der Kaiserkrönung Wilhelms
I. der sogenannte „Kirchenkampf“ zwischen Protestanten und
Katholiken im Deutschen Kaiserreich - Bauten wie die Speyerer
Gedächtniskirche waren nicht nur ein religiöses, sondern ebenso ein
politisches Statement.
In dieser „Gümbeley“, wie der Schüler das Haus des
strengen Schulmannes spöttisch nannte, entdeckte Bernius seine
Liebe zu den Werken der deutschen Romantiker - dort lernte er auch
Friedrich Glaser kennen, den Sohn eines BASF-Direktors, mit dem ihn
die Begeisterung für die Dichtkunst vor allem dann auch später in
den gemensamen Studienjahren in München zusammenschweißen
sollte.
Dann war da
aber – im Wortsinne auf der anderen Seite – auch die junge Caroline
Ritter, die er aus dem Fenster seiner Mansarde sehen konnte und mit
er wohl so manchen schmachtenden Blicke getauscht haben mag. Sie
wurde zu seiner ersten Jugendliebe. Ansonsten richtete sich sein
Blick aus seinem Zimmer aufs damals noch völlig unbebaute freie
Feld bis hin zum Hardtgebirge. Diese wohl „unschuldige Liebe“ aber
konnte Karl-Ludwig Gümbel nicht dulden - er zwang den Vater von
Bernus, für den Sohn eine andere Bleibe zu suchen. Die fand er
dann, nur wenige hundert Meter entfernt, im Anwesen von Karl
Hollidt, gleichfalls Gymnasialprofessor am Speyerer Humanistischen
Gymnasium.
Nach dem Abitur im Jahr 1898 meldete sich Bernus als
Einjährig-Freiwilliger zum Militärdienst, wurde sogar zum
Fahnenjunker und zum Leutnant im badischen Leibdragonerregiment in
Karlsruhe ernannt. Doch das „Militärische“ war nicht so Bernius'
Sache. Er nahm seinen Abschied und begann in München ein Studium
der Literaturgeschichte und der Philosophie, das er später durch
die Fächer Medizin und Chemie ergänzte. Doch die „Theorie“ reizte
den Studenten Alexander von Bernus weitaus weniger als die
literarische Praxis: Gemeinsam mit Stefan Zweig veröffentlichte er
schon 1902 seinen ersten Gedichtband, 1903 zeichnete er gemeinsam
mit dem Schulfreund Friedrich Glaser, den er in München
wiedergetroffen hatte, als Herausgeber der Vierteljahresschrift
„Die Freistatt“, in der die damals bedeutensten Literaten ihre
Werke veröffentlichten. Von Ricarda Huch, Karl Wolfskehl über Frank
Wedekind, Rainer Maria Rilke, Thomas Mann bis Hermann Hesse und
Stefan George gehörten alle Namen der damaligen Münchner
Literaturszene zum direkten Umfeld von Bernius in der Münchener
Aimüllerstraße und auch Bernus selbst trat mit einer großen Zahl
von Arbeiten an die Öffentlichkeit.
1908 erbte
Bernus nach dem Tod des Stiefvaters das Stift Neuburg, wo er schon
große Teile seiner Kindheit verlebt hatte. Als dort 1911 sein Sohn
Alexander Walter im Alter von nur acht Jahren beim Spielen in der
Schlosskapelle tödlich verunglückte, war das ein tiefer Einschnitt
in sein Leben. Noch im gleichen Jahr ließ er sich von seiner
Ehefrau scheiden und heiratete 1912 seine zweite Ehefrau, die
baltische Künstlerin Imogen von Glasenapp
In diese Zeit fiel aber vor allem auch der Wechsel
seiner Profession: Okkulte und alchemistische Studien beherrschten
von da an sein Leben. Gemeinsam mit Conrad Johann Glückselig
arbeitete er auf der Grundlage der Alchemie an der Entwicklung von
spagyrischen Arzneimitteln. Nach dem Ersten Weltkrieg gründete von
Bernus 1921 sein „alchymistich-spagyrisches Laboratorium Stift
Neuburg“. Am 1. September 1926 trennte er sich dann aber von dem
Stift, das ihn immer wieder an den toten Sohn erinnerte, dessen
Unterhalt ihm aber wohl auch zu aufwändig geworden war. Seitdem
sind in Stift Neuburg Benediktiner zuhause.
1929 trennte er sich von seiner zweiten Ehefrau und
lernte seine dritte Ehefrau, die Schauspielerin Isolde Oberländer
kennen. Bereits 1921 hatte er das Schloss Donaumünster erworben,
das er bis 1943 in den Sommermonaten bewohnte. Nachdem seine beiden
Häuser in Stuttgart 1943 bei Bombenangriffen vollkommen zerstört
worden waren, zog er sich ganz auf das kleine Barockschloss
Donaumünster bei Donauwörth zurück. Dort starb Alexander von Bernus
im Jahr 1965.
Sein nachgelassenes eigenes lyrisches Werk umfasst
mehr als 1.000 Gedichte.
Ein ungewöhnliches Leben, das da für einige prägende
Jahre eng mit Speyer verbunden war, wo Alexander von Bernus an
heißen Sommertagen oft die Kühle des Domes aufsuchte, um die
Gedichte seines Lieblingsdichters Clemens von Brentano de la Roche
zu lesen oder selbst erste zaghafte literarische Versuche zu
unternehmen.
Dem pensionierten Kirchenmann Dr. Klaus Bümlein war
es zu verdanken, dass diese schillernde Persönlichkeit jetzt
wenigstens für einpaar Stunden ins Bewußtsein der Speyerer und der
Kurpfälzer zurückgekehrt ist. Foto: gc; Wikipedia
28.04.2013
Für Integration Jugendlicher mit Migrationshintergrund in Handwerksbetriebe
Und für die
Mitwirkung des Migationsbeirats beim Brezelfestumzug
2013
cr. Speyer. Das Programm zur Integration von
Jugendlichen mit Migrationshintergrund in deutsche
Handwerksbetriebe, ein Rückblick auf die Demonstration „Speyer bunt
statt braun“ sowie die Unterstützung des neugegründeten
deutsch-afrikanischen Freundeskreises „Onuado e.V.“ - sie bildeten
die Tagesodnung für den öffentlichen Teil der letzten Sitzung des
Beirates für Migration und Integration der Stadt Speyer in der
Bibliothek des „Hauses der Vereine“.im ehemaligen
Normand-Gelände.
Dr. Brenda
Hart Bohne, Vorsitzende des Beirats, hatte dazu
Leyla Cetintas vom Berufsbildungs- und
Technologiezentrum Ludwigshafen der Handwerkskammer
Pfalz/Rheinhessen als Referentin gewinnen können, die zuächst über
ihre Erfahrungen mit der Vermittlung von Jugendlichen mit
Migrationshintergrund berichtete. Rund 750.000 Menschen in
Rheinland-Pfalz – 19 % der Gesamtbevölkerung - verfügten heute über
einen Migrationshintergrund, berichtete Leyla Cetintas – bei der
Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich auf eine
Berufsausbildung vorbereiteten, sei dieser Anteil noch wesentlich
höher. Für diese Jugendlichen, die eine Ausbildung in einem
Handwerksbetrieb anstreben, sei sie unterwegs, um zunächst - zur
Berufsorientierung – Praktikumsplätze, dann aber auch
Ausbildungsplätze aufzuspüren. Um dabei behilflich zu sein, suche
sie aber auch Tutoren, die den jungen Menschen auf ihrem „Weg ins
Berufsleben“ hilfreich zur Seite stünden.
Dr. Wolf
Böhm, als Städtischer Beigeordneter u.a. auch zuständig
für Fragen der Integration und der Migration, verwies auf neuere,
durchaus erfreuliche Zahlen des Deutschen Städtetages, wonach der
Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die wegen
mangelnder Deutschkenntnisse oder wegen einer fehlenden schulischen
Qualifikation keinen Ausbildungsplatz erhielten, in den letzten
Jahren deutlich zurückgegangen sei. Diese Gruppe – heute nur noch
circa sieben Prozent eines Altersjahrganges der betroffenen Gruppe,
sei aber am schwierigsten zu vermitteln. Die Jugendlichen seien oft
erst mit sieben, acht Jahren mit ihren Eltern nach Deutschland
eingewandert und bewegten sich auch weiterhin fast ausschließlich
im sprachlichen Umfeld ihrer eigene Ethnie. „Die tun sich dann
ungeheuer schwer, die Sprache des Gastlandes zu erlernen“, so Dr.
Böhm, der als Mitglied des Bildungsausschusses des Deutschen
Städtetages selbst aktiv an Lösungsvorschlägen für dieses Problem
mitarbeitet.
Speyerer Einrichtungen wie „gabis“ oder der „VFBB“ würden hier
in der Region mit entsprechenden Maßnahmen eine durchaus
segensreiche Brückenfunktion einnehmen, so Dr. Böhm Um so mehr
begrüße er den von Leyla Cetintas vorgestellte Ansatz, solchen
Jugendlichen auch ehrenamtliche Tutoren zur Seite zu stellen.
Zum Abschluss dieses Tagesordnungspunktes rief die Referentin
alle Anwesenden und die Öffentlichkeit dazu auf, entsprechende
Jugendliche an ihre Einrichtung in Ludwigshafen zu verweisen, aber
auch dazu, freie Ausbildungsstellen, die in Handwerksbetrieben in
der Region noch offen seien - „und das werden in der Zukunft
angesichts der demographischen Entwicklung immer mehr sein“, so
Cetintas, ihr ebenfalls aufzuzeigen.
Als weitere
Gäste konnte die engagierte Vorsitzende des Beirates, Brenda Hart
Bohne an diesem Abend auch die 1. Vorsitzende des neu gegründeten
deutsch-afrikanischen Freundeskreises „Onuado e.V.“, Gloria
Aryeh-Steffen und ihre Stellvertreterin Selita
Arthur begrüßen. „Onuado“ - das bedeutet in der
Ghanaischen Twi-Sprache soviel wie „Freundschaft“. Und allein
Freundschaft ist es, was die beiden Frauen an der Spitze des neuen
Vereins stiften wollen – Freundschaft zwischen Menschen
unterschiedlicher Ethnien und Hautfarben – Freundschaften über
Sprachgrenzen hinweg und fernab aller parteipolitischen
Bindungen.
Die Mitglieder des Vereins „Onuado e.V.“, die sich
jeweils am letzten Mittwoch im Monat von 17.30 bis 20.30 Uhr im
„Paradiesgarten“ bei der Dreifaltigkeitskirche treffen,
tauschen dabei Lebenserfahrungen aus, kochen miteinander - „und was
wir zusammen kochen, das essen wir auch zusammen“, so Gloria
Aryeh-Steffen.
Zu der Sitzung des Beirates für Migration und Integration waren
sie gekommen, um „eine Lanze“ für eine Mitwirkung des Beirates beim
diesjährigen Brezelfestumzug „zu brechen“. Dazu haben sie bereits
einen „fahrbaren Untersatz“ besorgt, auf dem sie mit Unterstützung
der Beiratsmitglieder einen im besten Sinne „bunten Festwagen“
aufbauen wollen. Brenda Hart Bohne war Feuer und Flamme für diese
Idee, für die sich am Ende selbst einige „Fußkranke“ aus dem Beirat
erwärmen konnten. „Helfen beim Aufbau Ja“, versprach Daoud Hattab,
„Mitlaufen und Tanzen – das muss ich mir noch sehr überlegen“. Ein
anderes Beiratsmitglied, Vertreter der islamischen Gemeinde, will
mit weiteren Freunden gleichfalls kommen, helfen und mitlaufen:
„Das Brezelfest fällt in diesem Jahr zwar in unsere Fastenzeit –
aber dennoch: Ich bin dabei“. Auch die kleine thailändische
Gemeinde hat schon ihr Mittun angekündigt. Da konnte am Ende auch
Beigeordneter Dr. Böhm nicht entsagen: „Ich werde gemein sam mit
Frau Dr. Hart Bohne im offenen Cabriolet hinter dem Festwagen
herfahren“. Versprochen!
Vielleicht
gelingt es ja auch auf diesem Wege noch, die eine oder andere
Community mit Migrationshintergrund noch für eine Mitwirkung zu
begeistern, damit diese Zugnummer beim diesjährigen Brezelfestumzug
ganz besonders bunt und farbenprächtig wird. Anmeldungen nimmt die
begeisterte Beirats-Vorsitzende gerne entgegen.
Zufrieden zeigte sich der Beirat schließlich mit dem Auftritt
seiner Mitglieder gegen den Aufmarsch der NPD am 23. März am
Speyerer Bahnhof. „Wir haben gestanden und uns klar erklärt“,
freute sich Dr. Brenda Hart Bohne, die schließlich aber auch noch
darauf hinweisen musste, dass in diesem Jahr die „Interkulturelle
Woche“ wegen „Terminkollissionen“ mit dem rheinland-pfälzischen
Ehrenamtstag in Speyer leider ausfallen müsse. Foto:
gc
24.04.2013
Für Integration Jugendlicher mit Migrationshintergrund - Bilderalbum
Orchesterkonzert der Musikschulen Speyer und Germersheim im Rahmen der Speyerer Kulturtage
Speyer- Ein
besonders anspruchsvolles Programm bietet das gemeinsame Orchester
der beiden Musikschulen Germersheim und Speyer im Rahmen der
Speyerer Kulturtage. Unter dem Titel "Family Bach" präsentiert das
Orchester Kompositionen vom Bachsohn Carl Phillip Emanuel und vom
Meister Johann Sebastian selbst. Beim Konzert in A-Moll, BWV 1041,
für Violine Solo wird der erst 13-jährige Paul Stauch-Erb den
anspruchsvollen Part der Solovioline übernehmen. Geboren in Speyer
erhielt er seinen ersten Geigenunterricht an der Musikschule der
Stadt. Einer ersten Teilnahme im Wettbewerb "Jugend musiziert" im
Jahre 2007, mit einem 1. Platz in der Solowertung Geige, folgten in
den darauffolgenden Jahren weitere 1. Preise im selben Wettbewerb.
Als Neunjähriger schafft der Hochbegabte die Aufnahmeprüfung in die
Frühförderklasse an der Musikhochschule Würzburg und erhält seitdem
Unterricht von den Professoren Conrad von der Goltz und Grigory
Zhislin. Als Solist war Paul bei Galakonzerten des Rotary-Clubs
Speyer zu hören und stand in selbiger Funktion auch dem
Jugendsinfonieorchester Bruchsal bei Konzerten und bei einer
Konzertreise nach Wales/England vor.
Das
Heranwachsen in einem überaus musikalischen Umfeld und der
Gelegenheit des regelmäßigen Musizierens mit hervorragenden
Profimusikern, gepaart mit großem Talent und einer geradezu
besessenen Freude am Musizieren bringen bei Paul Stauch-Erb schon
in frühen Jahren außergewöhnliche musikalische Leistungen
hervor.
In der Orchestersuite in H-Moll, BWV 1067, wird Dagmar Schülke
den Part der Soloflöte übernehmen. Die solistisch und pädagogisch
tätige professionelle Musikerin, studierte in Mannheim, Trossingen,
Antwerpen und Saarbrücken. Sie genießt sowohl als Solistin und
profilierte Orchester- und Kammermusikerin, als auch als Pädagogin
einen hervorragenden Ruf. Das Orchester der Musikschulen Speyer und
Germersheim wurde 1997 gegründet und feierte im letzten Jahr sein
15-jähriges Bestehen. Es beschäftigt sich vornehmlich mit
Originalliteratur für Streicher und ist offen für alle
fortgeschrittenen Schüler der Musikschulen Speyer und Germersheim.
Die Leitung hat Daniel Spektor. Musikschule der Stadt Speyer,
Presse
23.04.2013
Chancen der Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen
Heike Baum klärt über Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen auf
Der Kinderschutzbund (KSB) Speyer setzt neue
Schwerpunkte
Speyer- Auf seiner
Mitgliederversammlung ging der Kinderschutzbund Speyer andere Wege.
Der Vortrag von Heike Baum zu den Chancen der Mitbestimmung von
Kindern und Jugendlichen stimmte auf eines der Schlüsselthemen der
Mitgliederversammlung ein. „Für Kinder da sein, heißt vor allem,
Kindern zuzuhören, ihre Wünsche zu verstehen und sie bei der
Verwirklichung mitbestimmen zu lassen“, sagte Schriftführerin
Elisabeth Denk. Sie wirft damit die Frage auf, warum nicht auch
Kinder Mitglieder des Kinderschutzbundes sind. Alle sind sich
einig: Kinder und Jugendliche sollen künftig stärker in die Arbeit
des DKSB Speyer eingebunden werden. Der DKSB könne nur so erfahren,
was die Kinder wirklich wollen und brauchen. Erreicht werden soll
das u.a. über einen verstärkten Kontakt zu den Schulen, Kitas und
zum Jugendstadtrat. Der KSB Speyer hofft dabei auf die
Unterstützung der pädagogischen Fachkräfte.
Heike Baum zeigte dem Kinderschutzbund während
eines interaktiven Vortrags indes wie das mit der Mitbestimmung
genau funktioniert. Dabei wirft sie zu Anfang die Frage auf, in
welchen Bereichen Kinder und Jugendliche selbst bestimmen sollten
und in welchen nicht. Darf ein Kind von 4 Jahren entscheiden, was
es anziehen möchte, was es essen soll und wann es nach Hause kommen
soll? Und wie sieht das bei einem Jugendlichen mit 14 Jahren aus?
Während der Gruppenarbeit wird deutlich: viele sind sich einig,
dass sie sich uneinig sind. Einig sind sie sich darin, dass ein
Jugendlicher schon mehr mitbestimmen kann als ein 4-jähriges Kind.
Aber auch wie das genau aussehen soll, ist umstritten – gar nicht
so leicht, das richtige Maß der Mitbestimmung zu finden.
Deshalb hält Heike Baum wertvolle Tipps bereit,
wie Mitbestimmung ideal funktionieren kann. Zunächst sei es
wichtig, dass der Ausgang bei Verhandlungen stets offen sein müsse.
„Kinder spüren es, wenn alles nur scheindemokratisch ist.“ Zudem
sei die dialogische Haltung aller Beteiligten und der respektvolle
Umgang mit den Bedürfnissen und Ausdrucksweisen des anderen ebenso
elementar wie das aktive Zuhören, damit sich alle verstanden
fühlen. „Kinder und Jugendliche brauchen auch eine klare
Vorstellung wie sich das Endergebnis letztlich entscheidet“,
ergänzt Baum. Sollte zum Beispiel keine Mehrheit für ein
Ausflugsziel gefunden werden, sollte verhandelt werden nach welchen
Kriterien das Ausflugsziel ausgewählt wird. So kann an einem
Wochenende dem einen und an einem anderen Wochenende dem anderen
Wunsch entsprochen werden. Auch die Generationsgrenze sei
einzuhalten: „ Kinder bestimmen nicht überall mit, auch wenn diese
Themen mit dem zunehmenden Alter der Kinder abnehmen“, betont
Baum.
Doch wie schafft man bei einem Kind die besten
Voraussetzungen für Mitbestimmung? Ein stressfreies Aufwachsen sei
dafür ebenso elementar wie eine klare und verlässliche Bindung zu
den engsten Bezugspersonen. „Was Menschen immer brauchen, ist das
Gefühl der Verbundenheit und die Erlaubnis wachsen zu können“, so
Baum. Nur so könne sich eine klare Hirnstruktur herausbilden und
nur so könnten sie sich bewusst auf das Lernen konzentrieren.
Andernfalls entstehe Chaos im Kopf und ein Teil der für das Lernen
erforderlichen Aufmerksamkeit sei von der Angst vor Gefahren
gebunden. „Nur Kinder, die gut gebunden sind, trauen sich in der
Welt etwas zu.“ Kinder, die daheim immer ja und amen sagen, seien
zwar bequem für die Eltern, aber auch leichte Opfer für die Welt
außerhalb der Familie. Kinderschutzbund Speyer, Presse
20.04.2013
„Netzwerk Kindeswohl und Kindergesundheit Speyer“ feiert 5. Geburtstag
Speyer bietet
zahlreiche Hilfen für Schwangere und Eltern mit Säuglingen und
Kleinkindern
mfh. Speyer. 120 Vertreterinnen und Vertreter
der Speyerer Jugend- und Gesundheitshilfe, von Kindertagesstätten,
Schulen, Beratungsstellen und Kooperationspartner/innen aus Speyer
und den umliegenden Kommunen folgten jetzt der Einladung von
Bürgermeisterin Monika Kabs zu einer
Arbeitstagung aus Anlass des fünfjährigen Bestehens des
„Netzwerks Kindeswohl und Kindergesundheit“ in den
Historischen Ratssaal der Stadt Speyer.
In ihrem einführenden Vortrag stellte die
Netzwerkkoordinatorin, Michaela Fischer-Heinrich,
die vielfältigen Konzepte, Projekte und Unterstützungsangebote vor,
die durch das Netzwerk und durch seine Kooperationspartner in den
letzten fünf Jahren angeregt und in die Praxis umgesetzt
wurden:
So wurde
entsprechend der Forderung des Landeskinderschutzgesetzes im März
letzten Jahres in der Quartiersmensa in Speyer-West eine
Anlaufstelle „Frühe Hilfen“ der Stadt Speyer mit präventiven
Angeboten für Schwangere und Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern
eröffnet. Die Angebotspalette der „Frühen Hilfen“ reicht dabei von
der Beratung über kostenlose Willkommensbesuche für Speyerer Eltern
mit Neugeborenen und die Vermittlung von Familienhebammen bis hin
zu niedrigschwelligen Elternkursen.
In Kooperation mit den Speyerer niedergelassenen Kinderärzten
und dem Gesundheitsamt konnten im Rahmen der
Früherkennungsuntersuchungen die Fälle, bei denen die
frühkindlichen Kontrollunteruchungen U4 – U 9 nicht von den Eltern
für ihr Kind wahrgenommen wurden, im Zeitraum von 2009 bis 2013 um
die Hälfte reduziert werden.
Seit Juni 2012 übernimmt der Caritas-Kinderschutzdienst im
Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit dem Fachbereich Jugend,
Familie und Soziales der Stadt Speyer die Fachberatung von
Berufsgeheimnisträgern, Lehrern und anderen Berufsgruppen bei
Kindeswohlgefährdungen, die immer in anonymer Form durchgeführt
werden.
Um Angebote für seelisch erkrankte Mütter nach der Geburt ihres
Kindes zu bündeln und weiterzuentwickeln – immerhin zeigen gut 20%
aller Gebärenden an entsprechenden Symptomen - wurde im Oktober
2012 aus Mitgliedern des vom Netzwerk initiierten Arbeitskreises
„Frühe Hilfen“ eine eigene Arbeitsgruppe gebildet.
Durch die intensive und gute Zusammenarbeit mit dem Hebammenteam
von „Guter Start ins Kinderleben“ - einem Angebot des
Diakonissen-Stiftungs-Krankenhauses für Schwangere und Eltern mit
Neugeborenen -, mit der „Frühförderstelle“ - einem Angebot der
„Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt“ für Familien mit
beeinträchtigten Kindern und mit den „Frühen Hilfen“ können
Speyerer Familien frühzeitig erreicht und rechtzeitig zum Wohl
ihrer Kinder entlastet werden.
Eine interdisziplinäre Sprechstunde für Eltern mit Neugeborenen
und Kleinkindern nach dem Vorbild der Heidelberger Uniklinik könnte
nach Einschätzung der Netzwerkkoordinatorin eine weitere wichtige
präventive Hilfe für Speyerer Eltern darstellen und eine Lücke im
Speyerer Kindesschutz-Netz schließen.
Das
Bilderbuchkino, ein kostenloses Angebot zur Lese- und
Sprachförderung, stellt das Netzwerk in Kooperation mit dem Haus
der Familie K.E.K.S. e.V. seit Januar 2013 den Speyerer
Kindertagesstätten zur Verfügung. Um den Teilnehmer/innen einen
Eindruck von solch einem „Bibuki“ zu vermitteln, hatten
Iris Hellmann-Deurer gemeinsam mit ihrer
8-jährigen Tochter Malin eine Lese-Kostprobe
vorbereitet und sehr lebendig vorgeführt.
Am Ende ihres Vortrages bedankte sich Michaela Fischer-Heinrich
bei ihren Netzwerkpartnern und Partnerinnen für die bisherige sehr
gute Zusammenarbeit mit dem gemeinsamen Ziel, das gesunde und
geschützte Aufwachsen der Speyerer Kinder zu fördern.
Den
Mittelpunkt der Netzwerkkonferenz bildeten die anschließenden 9
Workshops, die in zwei Runden abliefen und den Teilnehmern/innen
Gelegenheit boten, die im Vortrag angestoßenen Themen zu vertiefen
und sich interdisziplinär auszutauschen.
Mit ihren zum Thema Kindesschutz passenden und sehr einfühlsam
vorgetragenen musikalischen Beiträgen wie „Save the children“,
„Menschenjunges“, „Jedes Kind braucht einen Engel“ und „Gabriellas
Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“ begeisterten die
Mezzosopranistin Pia Knoll mit ihrem
Klavierbegleiter Bernd Camin das Fachpublikum.
Ein Ergebnisbericht über die Netzwerktagung wird in Kürze
vorgestellt. Foto: gc
19.04.2013
"Netzwerk Kindeswohl und Kindergesundheit“ im Historischen Ratssaal der Stadt Speyer - Bilderalbum
Latein und Altgriechisch für Schüler auch heute noch 'attraktiv und cool'
Sieger im
Landeswettbewerb „Certamen Rheno-Palatinum“ 2013 in Speyer
ausgezeichnet
Von Gerhard Cantzler
Speyer- Wie sinnreich es sein kann, auch heute
noch vermeintlich „tote“ Sprachen wie Latein und Altgriechisch zu
beherrschen, das konnte jetzt der rheinland-pfälzische
Staatssekretär im Ministerium für Bildung,
Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Walter
Schumacher bei der Ehrung der Sieger zur ersten und
zweiten Runde im diesjährigen Landeswettbewerb „Certamen
Rheno-Palatinum“ an einem durchaus amüsanten Beispiel
verdeutlichen. Als der frühere Papst Benedikt XVI. nämlich am 15.
März diesen Jahres seinen Amtsverzicht ankündigte, so berichtete
Schumacher, da sei es eine einzelne italienische
Agentur-Journalistin gewesen, die diese Meldung sofort herausgeben
konnte – sie verstand nämlich direkt und ohne Hilfe eines
Übersetzers, was der Heilige Vater – auf Latein natürlich – da
ankündigte – für jeden Journalisten – und daran erinnert sich der
ehemalige Rundfunkjournalist Walter Schumacher ja auch noch - ein
unschätzbarer Vorsprung in seiner Berichterstattung
Doch auch
sonst wurde das Lob der „alten Sprachen“ von allen Rednern
„gesungen“ an einem Tag, an dem es galt, die Sieger aus über 500
Teilnehmern auszuzeichnen. „Die klassischen Sprachen sind auch
heute noch für Schülerinnen und Schüler attraktiv“, so Schumacher
in einer gewohnt humorigen Rede, „Die Alten Sprachen Latein und
Griechisch sind auch heute noch ,in‘ und ,cool‘“. Das belege die
große Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der ersten Runde
des diesjährigen Landeswettbewerbs ,Certamen Rheno-Palatinum’ für
Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe. Der Wettbewerb
belege zudem: Herausforderungen können begeistern und zu
außergewöhnlichen Leistungen anregen, so Walter Schumacher bei der
Preisverleihung für die erste und zweite Runde des
Landeswettbewerbs im Historischen Ratssaal der Stadt Speyer.
Der vom Landesverband Rheinland-Pfalz des Deutschen
Altphilologenverbandes (DAV) und vom Bildungsministerium
Rheinland-Pfalz getragene Wettbewerb findet seit 1991 jährlich
statt. In der ersten Runde schreiben die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer eine Klausur in Latein oder Griechisch. In diesem Jahr
waren dies landesweit 502 Schülerinnen und Schüler – 79 davon in
altgriechisch. Von den dort Erfolgreichen nahmen sich in der
zweiten Runde immerhin noch 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine
Hausarbeit vor, in der ganz unterschiedliche
Gestaltungsmöglichkeiten gewählt werden konnten. In den vergangenen
Jahren waren in der zweiten Wettbewerbsrunde bereits freie Reden
geschrieben, künstlerisch-kreative Produktionen erstellt oder auch
Literaturpassagen in Theaterszenen umgesetzt worden.
Bereits in der
ersten Runde winkten Geldpreise bis zu 200 Euro sowie Sachpreise -
in der zweiten Runde Geldpreise bis zu 500 Euro. Die besten acht
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des bisherigen Wettbewerbs - unter
ihnen auch der Speyerer Joshua Burgert vom Gymnasium am
Kaiserdom (hier gemeinsam mit Staatssekretär Schumacher
und den sieben weiteren Qualifikanten für die dritte Runde auf dem
Balkon des Rathauses) - stellen sich nun in der dritten Runde einem
Kolloquium an der Universität Mainz und können dort bei einem
Erfolg ein Stipendium der „Studienstiftung des deutschen Volkes“
erringen.
Auf all das
wies der Jury-Vorsitzende Dr. Hartmut Wilms hin,
der den „alten Sokrates“ bemühte, der sich in einer Rede höchst
abfällig über die Schüler und jungen Menschen in seiner Zeit
geäußert hatte: Sie seien ungezogen, frech und würden ihre Lehrer
mitunter sogar tätlich angreifen – Untugenden, von denen Dr. Wilms
heute nichts mehr zu erkennen glaubt. Er attestierte den
Teilnehmern von „Certamen Rheno-Palatinum“ vielmehr die
Bereitschaft, sich bereitwillig Strapazen auszusetzen, die über das
Normalmass des Schulalltages hinausgingen.
Grußworte
überbrachte dann auch der Vorsitzende des Landesverbandes
Rheinland-Pfalz des Altphilologenverbandes, OstDir. Horst-Dieter
Meurer, der mit einem Zitat von Nelson Mandela, das so
auch von einem antiken Philosophen stammen könnte, den
Wettbewerbs-Teilnehmern mitgab, dass „jeder Mensch dazu betimmt
sei, zu leuchten und dazu, geliebt zu werden“.
Neben den Siegerpreisen in Latein und Griechisch in
den Jahrgangsstufen 11 und 12, die Dr. Wilms gemeinsam mit
Staatssekretär Schumacher aushändigte, gab es auch noch eine Reihe
von Sonderpreisen, die zum Teill von Vertretern der Preisstifter
übergeben wurden.
So erhielt Joshua Burgert vom Speyerer GaK
den Preis der Stadt Neustadt/Weinstraße - der
Preis der Stadt Speyer, den
Oberbürgermeister Eger gemeinsam mit der Speyerer
Schuldezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs,
überreichte ging an Tobias Tix vom Regino-Gymnasium in
Prüm. Tobias Tix konnte zudem auch den
Thomas-Morus-Preis der Katholischen Bistümer in
Rheinland-Pfalz entgegennehmen, der ihm von
Schulrätin Dr. Irina Kreusch überreicht wurde.
Der Philipp-Melanchthon-Preis -
gemeinsam gestiftet von der Protestantischen Kirche der Pfalz und
der Evangelischen Kirche im Rheinland und von
Oberkirchenrat Dr. Michael Gärtner ausgehändigt -
ging an Anton Li Koschak vom Gymnasium Theresianum in
Mainz.
Stud.Dir. Malte Blümke, Stellvertretender
Vorsitzender des Philologenverbandes Rheinland-Pfalz
konntefür seinen Verband den nach dem legendären Schulmann
Dr. Paul-Pöstgens benannten Preis an
Marcel Kertels vom GoetheGymansium in Bad Ems.
Der Preis des Ministeriums
schließlich – von Staatssekretär Walter Schumacher
überreicht – ging an Melissa Neumann vom
Immanuel-Kant-Gymnasium in Pirmasens.
Bemerkenswert
– die Festrede des Schülers Johannes Rensinghoff vom
Görres-Gymnasium Koblenz, der sich mit einer These von
Philipp Melanchthon auseinandersetzte, in der der Reformator die
Gegenwartsbezogenheit antiker Sprachen für das Verständnis
grundlegender Texte der Menschheitsgeschichte dargelegt hatte. Für
seine Leistungen im Wettbewerb wurde Rensinghoff mit dem
Herzog-Wolfgang Preis ausgezeichnet.
Lesen Sie diese Rede von Johannes
Rensinghoff im Wortlaut im SPEYER-KURIER 
Musikalisch umrahmt wurde die ausführliche
Feierstunde von einem Instrumentalensemble des GaK Speyer
unter der Leitung von Fritz Burkhardt,
das Werke von Antonin Dvorak, Felix Mendelssohn-Bartholdy und dem
Zeithgenossen Jerry Bock mitgebracht hatte.
Die Teilnehmer an der dritten Wettbewerbsrunde des
„Certamen Rheno-Palatinum“ werden in diesem Jahr sein:
Joshua Burgert, Gymnasium am
Kaiserdom Speyer
Lena Fein, Görres-Gymnasium Koblenz
Marcel Kertels, Goethe-Gymnasium Bad Ems
Melissa Neumann, Immanuel-Kant-Gymnasium
Pirmasens
Johannes Rensinghoff, Görres-Gymnasium Koblenz
Frank Schindler, Peter-Joerres-Gymnasium Bad
Neuenahr-Ahrweiler
Tobias Tix, Regino-Gymnasium Prüm
Sabine Wilke, Gymnasium an der Stadtmauer Bad Kreuznach
Foto: gc
18.04.2013
Sieger im Landeswettbewerb „Certamen Rheno-Palatinum“ 2013 in Speyer ausgezeichnet - Bilderalbum
Ansprache zum 27. Certamen am 16.4.2013 in Speyer
Johannes Rensinghoff
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe
Mitschülerinnen und Mitschüler! Als Sie, Herr Dr. Wilms, mich vor
einigen Wochen anriefen und fragten, ob ich diese Ansprache halten
wolle, sagte ich spontan und freudig zu, ohne zu ahnen, auf was ich
mich dabei einlassen würde. Nachdem verschiedene Entwürfe
entstanden und wieder verworfen waren, kam sozusagen als Rettung
das Programm für den heutigen Tag, in dem ich mit „Gedanken eines
Preisträgers zum Wettbewerb“ ja angekündigt bin. Das Thema stand
daher fest: „Alte Sprachen ganz modern“ – denn unter diesem Motto
steht ja das aktuelle Certamen Rheno Palatinum.
Dies scheint auf den ersten Blick ein
Widerspruch in sich selbst zu sein, immerhin geht unser heutiger
Altsprachenunterricht auf die Humanisten im 15. und 16. Jahrhundert
zurück. Sind also Griechisch und Latein, wenn sie heute
unterrichtet werden, nicht doch nur Anachronismen aus längst
vergangener Zeit? Um diese Frage beantworten zu können, lohnt es
sich, einen Blick auf die Gedanken und Absichten der Männer zu
werfen, die vor circa 500 Jahren die Tradition des altsprachlichen
Unterrichts begründeten.
Nehmen wir als Beispiel Philipp Melanchthon, den
praeceptor Germaniae, also den Lehrer Deutschlands, der schon 1518
in seiner Antrittsvorlesung an der Wittenberger Universität
vehement gegen die Vorwürfe Stellung nahm, – Zitat – „das Studium
der humanistischen Wissenschaften sei zu schwierig und habe
demgegenüber zu geringen Nutzen“ oder – Zitat – „Das Griechische
eigneten sich nur gewisse Personen an, die ihre Zeit damit vertun
und prahlen wollten“. Gegenüber diesen, in ihrer Art Ihnen allen
sicherlich auch heute nicht ganz unbekannten Aussagen betonte
Melanchthon die Wichtigkeit der Lektüre antiker Autoren wie
Aristoteles, Platon, Homer, Vergil oder Horaz vor allem für die
Geistesbildung der Jugend. Durch die Beschäftigung mit diesen
Werken sollte das Reden und Denken geschult und die
Naturwissenschaften und besonders die Geschichte gelehrt werden.
Ausdrücklich legte er Wert darauf, dass diese Lektüre – ganz im
Sinne des humanistischen „ad fontes“ – möglichst in der Sprache
ihrer ursprünglichen Abfassung gelesen wird, nicht in
Übersetzungen, weil diese stets Interpretationen seien. Ein
Grundstudium nach diesen Maßstäben, welches also erstens aus dem
Erlernen der alten Sprachen und zweitens aus der Beschäftigung mit
antiken Texten besteht, sollte – Zitat – den „Geist zum Nutzen
aller Wissenschaftsbereiche angenehm fördern und in jeder Beziehung
verfeinern“. Mit dem erworbenen Wissen gerüstet, könne sich der
Absolvent eines solchen Grundstudiums dann fundiert und reflektiert
zum Beispiel der Juristerei, der Medizin oder der Theologie
widmen.
Melanchthon traf mit diesen Thesen den Nerv
seiner Zeit. Das von ihm und anderen Humanisten nach diesen
Überlegungen eingerichtete Studienprogramm bildet die Grundlage und
das historische Vorbild für den heutigen Altsprachenunterricht. Und
damit kommen wir zurück zu unserer Frage nach der Aktualität und
dem Nutzen von altsprachlichem Unterricht heute: Sind die von
Melanchthon angestellten Überlegungen und der daraus gefolgerte
Latein- und Griechischunterricht im schulischen Fächerkanon noch
haltbar? Ob dies so ist, will ich im Folgenden kurz
diskutieren:
Natürlich ist heute nicht mehr, wie das im 16.
Jahrhundert der Fall war, nahezu die gesamte relevante
wissenschaftliche Literatur entweder in der Antike selbst oder
wenigstens in einer antiken Sprache verfasst. Dennoch bringen die
Werke der antiken Autoren auch dem heutigen Leser einen Gewinn:
So bietet zum Beispiel die Lektüre von Stoikern
und Epikureern die Grundlagen vieler Teile unserer heutigen Kultur
und Gesellschaft, von denen unter anderem die Entwicklung des
Kapitalismus oder auch die Evolutionstheorie beeinflusst wurden.
Das Befassen mit diesen Autoren hilft uns deshalb, unsere Kultur
erst richtig zu durchdringen.
Unsere neuzeitlichen Unterhaltungsmedien wie
Literatur, Theater, aber auch der Film sind sowohl auf inhaltlicher
wie auch auf sprachlicher und formeller Ebene oft an den antiken
Vorbildern orientiert. Das reicht von dem „Ring des Polykrates“ von
Schiller bis zum Hollywoodfilm „300“.
Historisch-politische Schriften aus der Antike
spiegeln politische und damit menschliche Mechanismen, die auch
heute noch greifen. Die Lektüre zum Beispiel des Sallust, des
Herodot oder des Thukydides sind deshalb, wie letzterer es selbst
ausdrückt, ein „Schatz“ für den Leser. Die hierin aufgeschriebenen
Erfahrungen des Zusammenlebens von Menschen, sozusagen das Know-How
von Generationen, lassen den Leser über heutige Gesellschaftsformen
reflektieren.
Epische und lyrische Autoren, genannt seien hier
stellvertretend für andere Homer, Sophokles, Theokrit, Vergil oder
Plinius, behandeln oft menschliche Verhaltensweisen in bestimmten
Situationen, etwa im Krieg oder wenn sich ein Mensch verliebt. Wer
sich etwa heute unglücklich verliebt, wird sich vielleicht ohne
Weiteres in dem Klagegesang des Polyphem bei Theokrit wiederfinden.
Neben der Aktualität solcher Schlüsselprobleme fasziniert besonders
ihre oft sehr kunstvolle Verarbeitung. Sie zeigt auf erstaunliche
Weise das Spiel und den Umgang mit Sprache, wodurch die erzählten
Inhalte in ein besonderes Licht gerückt werden.
Antike philosophisch-naturwissenschaftliche
Texte vermitteln zwar zumeist nicht den neusten Stand der heutigen
Wissenschaft, doch zeigen sie eine andere Sichtweise auf die Natur
oder auf den Menschen. Dadurch regen sie zur Reflexion unserer
heutigen, angeblich unwiderlegbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse
oder auch einfach zum Nachdenken über sich selbst und die Natur an.
So würde heute vermutlich niemand ernsthaft auf die Idee kommen,
einen Staat nach dem Vorbild von Platons Politeia einzurichten,
aber trotzdem faszinieren diese Überlegungen viele und inspirieren
immer noch Philosophen, Politologen oder Pädagogen.
Aus dieser natürlich unvollständigen Aufzählung
wird klar, dass Melanchthons und unsere Ausgangsannahme auch heute
noch gilt: Antike Autoren sind gegenwartsbezogen! Dieser Bezug zur
Gegenwart zeigt sich zusammenfassend vor allem auf dreierlei Weise:
Erstens: Die antiken Texte erschließen uns die Gegenwart, weil
diese auf der Antike aufbaut, man denke etwa an unseren
demokratischen Staatsaufbau. Zweitens: Sie behandeln zeitlose
Schlüsselprobleme wie Krieg oder Frieden, Liebe oder Hass, mit
denen wir auch gegenwärtig zu tun haben. Drittens: Sie zeigen und
diskutieren gelebte und gedachte Möglichkeiten menschlicher
Existenz wie z. B. in der Politeia. Wichtig bei alledem muss
bleiben, dass mit der Originallektüre eine solide Kenntnis der
Sprache einhergeht. Ein Lesen der Schriften ausschließlich in
Übersetzungen würde zum einen den Inhalt verfälschen, weil jede
Übersetzung interpretiert, und gleichzeitig am durchdringenden
Verstehen hindern, weil die Gedanken untrennbar mit den
Möglichkeiten und Gegebenheiten der Sprache, in der sie gedacht und
aufgeschrieben wurden, zusammenhängen. So gibt z. B. kein deutsches
Wort alle Konnotationen des griechischen Wortes λόγος wieder,
welches unter anderem „Wort“ oder „Rede“, aber auch „Berechnung“
oder sogar „Vernunft“ beinhalten kann. An solchen Beispielen sehen
wir, dass das Beherrschen der alten Sprachen also nach wie vor der
Schlüssel zu den wichtigen antiken Texten ist. Deshalb sind die
alten Sprachen modern. Herzlichen Dank allen Verantwortlichen und
Beteiligten des Certamen und Ihnen vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit.
18.04.2013
„Netzwerk Betriebliche Gesundheitsförderung“ auf 26 Betriebe mit rund 17.000 Mitarbeitern ausgeweitet

Teilnehmer an „Speck-Weg-Aktion“ 2013 bringen 720 Kilo
Gewicht weniger auf die Waage
cr. Speyer. Rund 17.000 Beschäftigte in jetzt
26 Speyerer Unternehmen und Behörden – das sind die neuesten
Kennzahlen des Speyerer „Netzwerks Betriebliche
Gesundheitsförderung“, dem mit der Unterzeichnung der
Leitlinien jetzt auch der Praxisverbund Vorderpfalz PRAVO; die
Physiotherapie-Praxis Richter, die Katholische
Gesamtkirchengemeinde Speyer, der Rechnungshof Rheinland-Pfalz, das
Pädagogische Landesinstitut – beide mit Sitz in Speyer – sowie die
PFW Aerospace GmbH als neue Netzwerkpartner auch offiziell
beigetreten sind.
Im Kasino der
Stadtwerke Speyer trafen dazu Uwe Geske,
Vorstandsvorsitzender der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer und
Kurt Scherer, Vorsitzender des „Netzwerkes
Betriebliche Gesundheitsförderung“ mit Vertreterinnen und
Vertretern der neuen Mitglieder zusammen, um die Vereinbarung zu
unterzeichnen. Dabei schilderte Geske die Funktionsweise des
Netzwerkes, das im Jahr 2004 mit vier Partnerbetrieben gestartet
sei und das die Plattform für alle Unternehmen und Institutionen in
der Stadt bieten wolle, die in der betrieblichen
Gesundheitsförderung aktiv sind oder es zukünftig werden wollten.
Dabei stünden die Bedürfnisse der Mitarbeiter und der Betriebe
gleichermaßen im Blickpunkt.
Mit seinen Aktivitäten wolle das Netzwerk Krankheiten am
Arbeitsplatz vorbeugen, Gesundheitsreserven wecken und das
Wohlbefinden der Mitarbeiter im Arbeitsalltag verbessern. Um das zu
erreichen, müssten betriebliche Rahmenbedingungen verändert und ein
gesunder Lebensstil propagiert werden. Ausreichende Bewegung,
gesunde Ernährung, Stressabbau und Rauchentwöhnung könnten dabei
die Gesundheit der Beschäftigten entscheidend verbessern, so
Geske.
Für die Leiter der beteiligten Behörden und Betriebe stünden die
Vorteile des Netzwerks längst fest: Durch die kooperative
Zusammenarbeit könne den Mitarbeitern ein breit gefächertes Angebot
gesundheitsfördernder Maßnahmen kostengünstig angeboten werden.
Geske verwies dabei neben den laufenden Sport- und
Gesundheitsangeboten insbesondere auf die Sonderaktionen, die
jeweils nur über einen begrenzten Zeitraum laufen und die mit
klaren Zielen verbunden sind: Zu diesen gehörten z.B. die Aktion
"Weg mit dem Speck", die in diesem Jahr bereits zum vierten Male
durchgeführt wurde, die Ausbildung zu „Ergo-Scouts“ unter dem Motto
"Rückenfit am Arbeitsplatz", sowie die
Herzinfarkt-Vorsorgeuntersuchung "Netzwerk mit Herz", die bereits
mehrere potentielle Infarkt-Patienten vor dem Schlimmsten bewahrt
habe. Dazu zähle aber auch die "Work-Life-Balance-Seminarreihe",
die Aktion "1000 Leben retten", Darmkrebsvorsorge-Untersuchungen
sowie nicht zuletzt auch der jährliche
Sportabzeichenwettbewerb.
Von all diesen Vorteilen für die Gesundheit ihrer
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen künftig auch diejenigen
Unternehmen und Behörden profitieren, die jetzt die Vereinbarung
unterzeichnet haben.
Für das
Ärztenetzwerk PRAVO, das schon seit längerem in der gemeinsamen
Präventionsarbeit aktiv ist und das nach Aussagen seines
Vorsitzenden, Dr. Clemes Spiekermann, über 100
Mitarbeiter in die Zusammenarbeit einbringen wird, war diese
Unterzeichnung ebenso nur ein letzter, formaler Schritt wie für die
Physiotherapie-Praxis Matthias Richter, die an
ihren verschiedenen Stützpunkten insgesamt 35 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter beschäftigt. Auch sie sind schon seit längerem für das
Netzwerk unterwegs und zeichnen dort für die Bewegungstherapien
verantwortlich.
Für den Rechnungshof Rheinland-Pfalz - eine höchst eigenständige
Einrichtung zwischen Legislative, Exekutive und Judikative - der
richterlichen Gewalt – stellte deren Vizepräsidentin
Gabriele Binz die Besonderheit ihrer Behörde vor. Bei
insgesamt 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern habe der
Rechnungshof rund 90 Prüfbeamte im Einsatz, die in ganz
Rheinland-Pfalz oft monatelang, jeweils von Montag bis Donnerstag,
von ihrem Wohnort in oder um Speyer abwesend sein und dann in
Hotels wohnen müssten.Dies bringe für die Beamten zum Teil
schwerwiegende gesundheitliche Belastungen mit sich, insbesondere
durch die Reisen zu den Prüfungsorten sowie durch die mit dieser
Lebensweise oft verbundene ungesunde Ernährung.
Die Vizepräsidentin offenbarte in diesem Zusammenhang auch die
vielfach in Vergessenheit geratene Geschichte, wie einst der
Rechnungshof nach Speyer gekommen . Dessen erster Präsident
nämlich, Prof. Heinz Maria Oeftering, der später auch erster
Präsident der Deutschen Bundesbahn wurde, und der von den
französischen Besatzungsbehörden in dieses hohe Amt in dem neu
gegründeten Bundesland Rheinland-Pfalz berufen worden war, hatte
damals darauf bestanden, dass „sein“ Amt in der Pfalz angesiedelt
würde, weil er doch mit einer Pfälzerin verheiratet.war - So also
wurde einst Landesgeschichte geschrieben....
Dr. Birgit
Pikowsky, seit 2010 Direktorin des damals neu gegründeten
Pädagogischen Landesinstituts in der Speyerer Butenschönstraße –
der Nachfolgeeinrichtung des früheren SIL – stellte ihr Institut
vor, das zahlreiche Dienstleistungen rund um die Schule von der
Fort- und Weiterbildung der Lehrer über den Schulpsychologischen
Beratungsdienst bis hin zur Erstellung von Medien verantworte.
„Unsere Kunden sind die Lehrer“, fasste Dr. Pikowsky das breite
Spektrum der Aufgaben ihres Instituts zusammen. Um hier erfolgreich
zu sein, so die Direktorin, müsse die Arbeit des Institust, die für
die Mitarbeiter oft auch mit längerer Abwesenheit vom Dienstsitz in
Speyer verbunden sei, gesundheits- und familienfreundlich gestaltet
sein. Hierfür habe sich das Institut zwischenzeitlich sogar
zertifizieren lassen.
Für rund 140 Erzieherinnen in acht Kindertagesstätten im
Pfarrverband Speyer – und deren Gesuncheit – fühlt sich der
Leiter des Pfarrverbandes, Pfarrer Hubert
Ehrmanntraut verantworlich. Er wies auf die hohe
Verantwortung hin, die auf seinen Mitarbeiterinnen laste, aber auch
auf die physischen Belastungen wie sie mit dem Umstand verbunden
seien, dass die Kinder auf kleinen, altersgerechten Stühlen säßen,
auf denen dann auch die Erzieherinnen sitzen müsssten, wollten sie
„auf Augenhöhe“ mit ihren kleinen Schützlingen kommunizieren. Dies
führe bei vielen Mitarbeiterinnen dauerhaft zu erhebeblichen
Problemen im Bereich der Wirbelsäule und des Bewegungsapparates.
Hier erhofften sich er und seine Mitarbeiterinnen von dem
Kursangebot des Netzwerkes wirksame Hilfe und Entlastung.
Auf die
besonderen Anforderungen an die Mitarbeiter seines Unternehmens,
das in diesem Jahr auf seine 100jährige Geschichte am Standort
Speyer zurückblicken kann, wies auch der
Hauptgeschäftsführer der PFW Aerospace GmbH, Jordi
Boto, hin. 80% der Belegschaft des Flugzeug-Zulieferers
verrichteten schwere körperliche Arbeit, so Boto. Als eines von
wenigen Unternehmen in der Welt und als einziges in Europa
verarbeite PFW Aerospace in Speyer hochfestes Titanium, das in
„Reinräumen-Technologie“ verarbeitet werden müsse. Dies bedeute
Arbeit unter Schutzkleidung und in abgeschlossenen Kabinen. „Wenn
man so lange in einer Region verankert ist, dann muss man auch Teil
der Sozialstruktur in dieser Region sein“, begründete der
Luftfahrt-Manager die Entscheidung seines Unternehmens, dem
Netzwerk beizutreten.
Nach der Unterzeichnung der Vereinbarung und ihrer Hinterlegung
beim Vorstand des Netzwerkes gab es dann „etwas zu Feiern“ - galt
es doch, die „Erfolge“ der diesjährigen „Speck-Weg-Aktion“ zu
würdigen.
Die im Rahmen dieser Aktion angebotenen Arztvorträge und
Sportangebote seien, so der Vorsitzende des Netzwerkes,
Kurt Scherer, auch in diesem Jahr wieder sehr gut
angenommen worden und jeweils von 15-20 Teilnehmern genutzt
worden.
Insgesamt
hätten 251 Personen an der „Speck-Weg-Aktion“ 2013 teilgenommen und
dabei zusammen eine Gewichtsreduzierung von insgesamt 720 kg
erzielt. Besonders erfolgreich auch in díesem Jahr – die Speyerer
Polizei. Sie stellte mit Veit Wesser sowohl den
Einzelsieger – den 2. Platz belegte hier Jörg
Breitsch von den Stadtwerken Speyer - wie auch mit in der
Mannschaftswertung mit Erich Scheuermann, Peter Stuhlfauth,
Werner Flick und Torsten Buhl den Gesamtgruppensieger.
Damit ging der „Speck-Weg-Pokal“ - wie bereits im Jahr
2012 – erneut an die Polizei.
Alle Sieger konnten aus der Hand von Kurt Scherer neben
Ehrenurkunden werthaltige Preise in Form von Gutscheinen für den
Fitnesspark Pfitzenmeier entgegennehmen. Für Marion
Hofen und Melanie Weber, die für die
Organisation der Aktion verantwortlich waren, gab es als Dank
opulente Blumengebinde. Foto: gc
17.04.2013
Teilnehmer an „Speck-Weg-Aktion“ 2013 bringen 720 Kilo Gewicht weniger auf die Waage - Bilderalbum
Sie geben keine Heimat auf, sondern gewinnen eine neue dazu

50 „Neu-Speyerer“ aus 24 Ländern nehmen aus der Hand von
Oberbürgermeister Hansjörg Eger ihre Einbürgerungsurkunden
entgegen
cr.
Speyer. Seit heute nachmittag ist Speyer um 50 froh
gestimmte und aufgeräumte Einwohner reicher. Im festlichen Rahmen
des Historischen Ratssaales konnte Oberbürgermeister
Hansjörg Eger „Neubürgern“ aus insgesamt 24 Ländern aus
der ganzen Welt - darunter 13 Kindern und Jugendlichen - ihre
Einbürgerungsurkuden überreichen. Damit steigt die Zahl der
Einbürgerungen seit Beginn des Jahrtausends auf insgesamt 1163 an -
„ein sehr positives Zeichen dafür, dass Ihre Integration gelungen
ist“, rief Eger den „neuen“ Speyerern zu. Jede Einbürgerung, so
betonte der Oberbürgermeister, sei ein klares Signal dafür, dass
die Identifikation mit dem neuen Heimatsstaat auf einem guten Wege
sei. Gleichzeitg aber solle die Einbürgerung aber nicht bedeuten,
dass sie deshalb ihre emotionalen, kulturellen und sprachlichen
Bindungen an ihr Herkunftsland aufgeben müssten.
Eger erinnerte daran, dass Integration keine Einbahnstraße
darstellen dürfe, sondern eine gegenseitige Verpflichtung in sich
trage, der alle Bürger – ungeachtet ihrer Herkunft - gerecht werden
müssten. Er erinnerte daran, dass es auch Zeiten gegeben habe, in
denen Pfälzer, Badener oder Bayern aufgrund äußerer Einflüsse und
innerer Nöte die Heimat verlassen und sich in einer neuen Umgebung
integrieren mussten. Entscheidend für das Gelingen jeder
Integration aber sei es, dass alle Bürger offen und vorurteilslos
aufeinander zugingen und es zu einer ebenso offenen und
vorurteilslosen Kommunikation kommen könne. „Gegenseitiges
Verstehen ist dafür eine wichtige Voraussetzung“, betonte der
Oberbürgermeister. „Das Eintauchen in die Sprache des Gastlandes,
das mit diesem Tag auch Ihre staatsrechtliche Heimat wird, ist
deshalb ebenso wesentlich für eine gelungene Integration wie die
Annahme der neuen Staatsangehörigkeit. „Damit aber sollten Sie Ihre
kulturelle oder auch sprachliche Heimat nicht verlieren“.
Die Basis für
ein funktionierendes Zusammenleben sei aber auch der Schutz und die
Achtung der Verfassung und der in ihr festgeschriebenen Werte. Dass
ohne entsprechenden Konsens ein friedliches Zusammenleben nicht
funktionieren kann, zeige sich im alltäglichen Zusammenleben in den
Kommunen, in Schulen, Kindertagesstätten und Freizeitstätten oder
auch in den Vereinen.
In einer Zeitung habe man zuletzt lesen können, dass bei der
Speyerer „PFW Aerospace“ rund ein Drittel der 2000 Mitarbeiter
ausländische Wurzeln hätten - im Bereich der Lehrwerkstatt seien es
sogar 70 Prozent. Nach Aussagen des Betriebsrates komme es dabei
nur „ganz selten“ zu Auseinandersetzungen wegen unterschiedlicher
Nationalitätszugehörigkeit. Mit dem Ziel, dass diese zukünftig ganz
ausbleiben, beteilige sich der Speyerer Zuliefererbetrieb für die
Internationale Luftfahrtindustrie an der Respekt-Kampagne: „Kein
Platz für Rassismus“, die von der IG Metall vom Fußballplatz an die
Werkbank transferiert wurde. In der Hoffnung, dass Kampagnen wie
diese das Bewusstsein aller Bürger schärfen und das friedliche
Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft befördern
mögen, hieß der Oberbürgermeister die neuen Mitbürgerinnen und
Mitbürger im Kreise der Speyerer Bürgerschaft willkommen.
„Ich gratuliere Ihnen allen sehr herzlich zu Ihrer Einbürgerung
und appelliere gleichzeitg an Sie, sich als engagierte Bürgerinnen
und Bürger für unsere gemeinsame Stadt und unser Land einzusetzen,
denn eines ist heute sicher: Sie geben keine Heimat auf, sondern
sie gewinnen eine neue dazu“, so Eger am Ende seiner Ansprache.
„Deshalb herzlich willkommen und auf eine gute Zusammenarbeit an
der Fortentwicklung unseres gemeinsamen Hauses und der gemeinsamen
Heimat“.
Nach dem von
allen Neubürgern gemeinsam gesprochenen feierlichen Bekenntnis zur
Bundesrepublik Deutschland nahmen die 50 Neu-Speyerer im Beisein
des für Migration und Integration zuständigen Städtischen
Beigeordenten Dr. Wolf Böhm aus der Hand des
Oberbürgermeisters ihre Einbürgerungsurkunde entgegen. Aus
unterschiedlichen Mitgliedsländern der EU wie Griechenland,
Italien, Rumänien, Spanien, Polen und Ungarn stammen die neu
eingebürgerten Speyerer, aber auch aus Rußland, Indien, dem Iran,
aus Kuba, dem afrikanischen Malawi, aus Sri Lanka und aus Vietnam
und anderen mehr – wie gesagt also - aus insgesamt 24 Ländern.
Mit der zunächst noch etwas verhalten, dann aber doch zunehmend
überzeugender , gemeinsam gesungenen Nationalhymne und einer
Begegnung bei Brezeln, Wein und alkoholfreien Getränken ging die
Einbürgerungsfeier zuende.
Speyer ist heute wieder ein Stück internationaler
geworden – und das ist gut so. Foto: gc
15.04.2013
50 „Neu-Speyerer“ aus 24 Ländern nehmen ihre Einbürgerungsurkunden entgegen - Bilderalbum
Speyer: Zwei Tage lang Mekka des Weingenusses
„Weinforums
der Pfalz - Wein am Dom“ von Besuchern und Anbietern gleichermaßen
begeistert angenommen
Von Gerhard Cantzler
Speyer- „Phantastisch !“ - Einfach nur toll !“
- „Gigantisch !“ - „Supergeil !“ - so oder so ähnlich hörten sich –
je nach Alter der Befragten - die Urteile der Besucher des ersten
„Weinforums der Pfalz - Wein am Dom“ in Speyer
auch am heutigen Sonntag an. Insbesondere die Beschicker freuten
sich über ein so ganz anderes Publikum, als sie es sonst von
Weinmessen gewohnt sind. Natürlich waren auch sie heute wieder da:
Die erprobten Weinkenner und eingefleischten Weinliebhaber, die
sich oft schon seit Jahrzehnten an dem edlen Trank erfreuen und die
für sich selbst ganz individuelle geschmackliche Vorlieben
entwickelt haben. An diesem Wochenende kamen aber auch viele junge,
die die Vielfalt gerade der pfälzischen Weine noch für sich
entdecken wollten. Und in den vergangenen zwei Tagen hatten sie
reichlich Gelegenheit dazu.
Heute um 16.30
Uhr meldete Dr. Detlev Janik, Geschäftsführer der
„Pfalzwein e.V.“, dass die Marke von 2.700 Besuchern
überschritten sei - noch einmal gut eine Stunde später, um 17:41
Uhr, ergänzte Ökonomierat Norbert Schindler MdB,
Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz und
verantortlicher Veranstalter, dass nun auch die 3.000er-Marke
geknackt war: 3.014 lautete jetzt die magische Zahl, zu der sich
wohl bis zur endgültigen Schließung um 18.00 Uhr noch der eine oder
andere weitere „versprengte“ Besucher hinzugesellt haben
dürfte.
Viele
Prominente, die bei der gestrigen Eröffnung bereits ganz offiziell
mit dabei waren, kamen heute noch einmal ganz privat und wollten
noch den einen oder anderen Wein verkosten, den sie sich seit
gestern aus dem informativen Messekatalog ausgesucht hatten. „Das
Angebot ist einfach großartig“, freute sich z. B. auch
Ministerialdirektor a.D. Prof. Dr. Dr. Klaus
König, der früher an der Seite eines anderen großen
pfälzischen Weinliebhabers, des Altbundeskanzlers Dr. Helmut Kohl,
im Bundeskanzleramt Dienst tat. Er bevorzuge normalerweise nur
Rotwein und gerate deshalb „als konservativer Mensch“ leicht in die
Gefahr, auch bei solchen Gelegenheiten nur das zu probieren, was er
ohnedies schon kenne und die Winzer aufzusuchen, die ihm seit
langem bekannt seien. „Glücklicherweise habe ich aber meine Frau
dabei, die da etwas experimentierfreudiger ist und für mich auch
einmal etwas anders mit probiert“, so der emeritierte
Professor.
„Einfach nur
toll !“, findet auch Domkustos Peter Schappert
Idee und Angebot auf dem Wein-Forum. Auch die Verteilung auf vier
Standorte sei gegenüber der früheren Konzentration auf nur einen
Raum „ein echter Gewinn“, betonte der Domkapitular. Natürlich
erhofft sich der „oberste Beschützer“ des Speyerer Domes, dass das
gute Image der neuen Veranstaltung dauerhaft auch positiv auf den
Ruf der Kathedrale abstrahlen werde.
Auch
Theo Wieder, Oberbürgermeister aus Frankenthal und
als Vorsitzender des Bezirksverbandes der Pfalz „ein ganz klein
wenig auch Hausherr“ im Historischen Museum der Pfalz, freut sich,
dass „sein Haus“ bei den Besuchern so große Zustimmung erfahren
hat. „Wie viele davon auch die derzeit laufende Ausstellung
„Königreich Pfalz“ besucht haben, weiß ich noch nicht. Was wir aber
in letzten beiden Tagen immer wieder gehört haben, ist, dass viele
zu der Ausstellung noch einmal wieder kommen wollen“. Eine typische
„win-win-Situation“ also für alle Beteiligte, so scheint's....
„Ich bin
einfach nur begeistert“, brach es auch aus dem 1.
Vorsitzenden der „Johann Joachim Becher Gesellschaft zu Speyer
e.V“.,Hans-Joachim
Spengler heraus. „Eine tolle Veranstaltung, wo ich auch
viele Anregungen für meinen eigenen Weinkeller gefunden habe“. Auch
sein Begleiter, Heinz-Jürgen Engberding, wie
Spengler Mitglied in der „Pfälzischen Weinbruderschaft“, ist
angetan: „“Wein am Dom“ ist ein Gewinn für die Pfalz, für Speyer
und vor allem für unsere Winzer“, ist er überzeugt.
Patrick Wilhem, Verkaufsberater im „Weinkeller“
der BASF in einer Ludwigshafener Ladengalerie, ist angetan von
dieser Messe. „Höchst professionell gemacht“, meint er, der schon
so manche Weinmesse besucht hat, anerkennend. Was ihm besonders gut
gefällt, ist die gelöste Atmosphäre, „die so gar nichts von der
üblichen Nüchternheit einer Messe hat“.
Auch
Katrin Slomian, Weinberaterin aus Essen und ihr
Begleiter Martin Schömann, selbst Winzer aus
Zeltingen an der Mosel, die eigentlich „nur versehentlich“ in der
Veranstaltung „gelandet“ sind, zeigen sich begeistert von diesem
Event. „Schade nur, dass wir nur zufällig davon erfahren haben.
Hätten wir das früher gewusst, wären wir wohl schon am Tag zuvor
nach Speyer gefahren“, betonen die beiden, die sich vorgenommen
haben, im nächsten Jahr wieder – und dann an beiden Tagen – mit von
der Partie zu sein.
Die beiden
indischen Gäste Tyochi Nukala und ihr Begleiter
Adityelh Kumar – sie aus dem Norden, er aus Süden
indischen Subkontinets stammend und seit geraumer Zeit bei den
IT-Services der BASF in Ludwigshafen tätig, sind hellauf begeistert
von dieser Messe. „In Indien bekommen wir nur süssen Rotwein aus
Australien und Südafrika zu kaufen – ich aber bevorzuge die
trockenen Weine – rot oder weiß ist mir dabei egal“. Auf dem
„Weinforum der Pfalz - Wein am Dom“ wurde ihr und ihrem dazu
Zustimmung signalisierenden Kollegen von beidem eine große Auswahl
geboten.
Besonders
gesucht waren heute bei „Wein am Dom“ die Grauburgunder – Weine,
die aus der „Rebsorte des Jahres“ gekeltert sind. Aus 60
beispielhaften Grauburgunder-Kreationen hat gestern eine Jury aus
Mitgliedern der „Vereinigung deutscher Sommeliers“ – gleich zwei
Sieger zu „Entdeckungen des Jahres“: gekürt: Einen 2012er
Qualitätswein des Maikammerer Weingutes August Ziegler und
einen 2011er aus dem Weingut Langenwalter in Weisenheim am
Sand. Chapeau – die Pfalz !
Und welche Bilanz ziehen die Veranstalter am Ende dieses ersten
„Weinforums am Dom“ in Speyer?. Dr. Detlev Janik:
„Die Zustimmung bei Besuchern und bei Ausstellern ist
gleichermaßen uneingeschränkt positiv. Wir haben bisher von keiner
Seite irgendwelche Beschwerden gehört. Deshalb wird es „Wein am
Dom“ auch im nächsten Jahr geben. Das sieht auch Norbert
Schindler so: „Der Umzug nach Speyer war eine richtige
Entscheidung. Das „Weinforum der Pfalz“ hat mit seinem neuen
Konzept, Wein und Kultur noch stärker zu verbinden, sein
Stammpublikum erhalten, aber auch viele neue Besucher hinzu
gewonnen“, betont er. Und ganz besonders freut er sich darüber,
dass soviele junge Besucher zu den vier Veranstaltunsgorten in
Speyer gekommen waren und dort für eine beschwingte, lockere
Atmospäre gesorgt haben. „Das sind nämlich unsere Weinfreunde und
Kunden von morgen“, stellt er zufrieden fest.
Das „Weinforums der Pfalz - Wein am Dom“ 2013 ist vorüber, doch
wie immer ist auch 'nach dem „Weinforum vor dem Weinforum'!
Deshalb bis dann – bei „Wein am Dom“ am 5. und 6. April
2014 ... Fotos: gc
14.04.2013
„Weinforums der Pfalz - Wein am Dom“ - Bilderalbum
Erstes Weinforum der Pfalz „Wein am Dom“ in Speyer mit überzeugendem Zuspruch gestartet
Konzept der
Verbindung von Kultur und Wein erfolgreich umgesetzt
Von Gerhard Cantzler
Speyer- Was einige wenige befürchtet, aber noch
weit mehr erhofft hatten – das ist heute eingetreten: Schon kurz
nach der Eröffnung des ersten „Weinforums der Pfalz - Wein am Dom“
in Speyer waren am Samstag schon um die Mittagszeit die vier
„Spielorte“ dieser Veranstaltung dicht gefüllt – die ersten bereits
fast schon überfüllt: Unter der Glaskuppel des Innenhofes des
Historischen Museums der Pfalz, im Festsaal des
Friedrich-Spee-Hauses im nördlichen Domgarten, im Historischen
Ratssaal des Rathauses sowie in allen Räumen des Kulturhofes
Flachsgasse drängten sich die Weinfreunde in dichten Trauben um die
140 thematisch gegliederten Weinprobierstände, wo sie noch bis zum
Sonntag abend 700 Wein- und Sektsorten verkosten können.
Schon wenige Minuten nach der Eröffnung konnten die
Verantwortlichen aufatmen: „Wein am Dom“ wird ein voller
Erfolg – „Unser Konzept, Kultur und Wein in Sichtweite des Domes
miteinander zu verbinden, ist in vollem Umfang
aufgegangen“, freute sich Ökonomierat Norbert
Schindler MdB, als Präsident der Landwirtschaftskammer
Rheinland-Pfalz einer Veranstalter des Weinforums im Gespräch mit
dem SPEYER-KURIER.
Zuvor schon
hatte Schindler im Innenhof des Museums zahlreiche Ehrengäste zur
Eröffnung von „Wein am Dom“ begrüßen können, unter ihnen den
ehemaligen Landwirtschafts- und Weinbauminister des Landes,
Ökonomierat Dieter Ziegler aus Maikammer, den
Vizepräsidenten des rheinland-pfälzischen Landtages, Dr.
Bernhard Braun MdL (Bündnis 90/die Grünen) und die
Speyerer Landtagsabgeordnete Friederike Ebli MdL
(SPD). Für die Stadt Speyer konnte er
Bürgermeisterin Monika Kabs, für den Rhein-Pfalz
Landrat Clemens Körner und seinen desginierten
Kollegen, den frisch gewählten Kreischef des Landkreises Bad
Dürkheim, Hans-Ulrich Ihlenfeld, sowie für die
Weinstadt NeustadtWeinstraße Oberbürgermeister Hans Georg
Löffler begrüßen. Mit besonderer Freude und einem
ausdrücklichen Dank hieß Schindler den Speyerer
Weihbischof und Winzerssohn Otto Georgens
willkomen, mit dem ihn nicht nur die Leidenschaft für den Wein
verbinde, sondern auch familiäre Bande: Der Bundestagsabgeordnete
und der Weihbischof sind Cousins.
Nachdem in den letzten Tagen und Stunden noch einmal ein wahrer
Ansturm auf die Vorverkaufs-Tickets eingesetzt hatte, korrigierte
Schindler die ursprünglichen Erwartungen der Veranstalter spontan
von ursprünglich 2.000 auf nunmehr 3.000 Besucher der
Veranstaltung. „Das Wetter wird uns zusätzlich dabei helfen, das zu
erreichen“, betonte er und kündigte für die nächsten beiden Tage
„bestes Wein-Probier-Wetter“ an.
Der
passionierte Winzer und Landwirt dankte sodann noch einmal allen,
die zum Zustandekommen dieser außergewöhnlichen Veranstaltung
beigetragen hatten und würdigte in diesem Zusammenhang insbesondere
den Geschäftsführer der „Pfalzwein e.V.“, Dr. Detlev
Janik, der nicht nur die Idee zu dem „Weinforum am Dom“
gehabt habe, sondern der damit zugleich auch mit einem Großereignis
in seine alte Heimatstadt zurückgekehrt sei. Schindlers Dank galt
aber auch dem Hauptsponsor der Veranstaltung, der Speyerer
Volksbank Kur- und Rheinpfalz, deren
Vorstandsvorsitzender Rudolf
Müller ebenfalls zu der Eröffnung gekommen
war.
Dann aber wurde es ernst: Gemeinsam mit Weinbaupräsident
Edwin Schrank und der Pfälzischen Weinkönigin
Andrea Römmich (Edenkoben), sowie assistiert von den vier
charmanten Weinprinzessinnen der Pfalz löste Schindler die
Vorfreude und Erwartungen der anwesenden Gäste und Besucher auf und
durchtrennte das Band, das sie alle zuvor von dem Genuss der
zahlreichen köstlichen Beispiele von „Wein am Dom“ abgehalten
hatte.
Und so wie die
zahllosen Gäste, die fröhlich und in aufgeräumter Stimmung - zum
Teil mit dem Weinglas in der Hand – in den nächsten Stunden durch
die zunehmend sonnendurchflutete Speyerer Innenstadt von
Probierstation zu Probierstation flanierten und dabei das
unvergleichliche Flair alter und neuer Kunst, drinnen und draußen,
gemeinsam mit ausgewählten Wein- und Sektköstlichkeiten genossen,
machten sich die Bildberichterstatter des
SPEYER-KURIER auf einen Rundgang durch die vier
Standorte von „Wein am Dom“. Denn wie sagt schon das Sprichwort?
„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ - und viele Bilder......
Doch ehe wir Sie jetzt unserem Bilderalbum vom „Weinforum der
Pfalz – Wein am Dom“ überlassen, noch unser bester Tipp für den
morgigen, sonnigen Sonntag: Auch am 14. April 2014 ist die
Wein-Messe „Wein am Dom“ noch einmal von 11.00 bis 18. Uhr geöffmet
– und das lohnt sich für alle: Für Weinkenner und alle, die es
werden möchten. Und das sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen
lassen. Fotos: gc
13.04.2013
Eröffnung: Weinforum der Pfalz „Wein am Dom“ - Bilderalbum
Ratssaal: Weinforum der Pfalz „Wein am Dom“ - Bilderalbum
Kulturhof: Weinforum der Pfalz „Wein am Dom“ - Bilderalbum
Speehaus: Weinforum der Pfalz „Wein am Dom“ - Bilderalbum
Wein am Dom – das Weinforum der Pfalz
bk.
Speyer- Zur Eröffnung der Weintage in Speyer lud die
Pfalzwein e.V. zur einer Rheinschifffahrt mit Weinprobe
ein.
Illustre Gäste waren an Bord der "MS Sealife" gekommen um der
Veranstaltung "Wein am Dom" ihre Referenz zu erweisenn – unter
anderem: Jürgen Creutzmann MdEP, Norbert Schindler MdB, die
Deutsche Weinprinzessin Anna Hochdörffer, die Pfälzische
Weinkönigin Andrea Römmich, sowie Weihbischof Otto Georgens
und die Speyerer Bürgermeisterin Monika Kabs.
In der Pfalz
wurde der älteste Wein nördlich der Alpen gefunden – darauf ist der
ebenfalls anwesende Bürgermeister von Ungstein, Walter Rolf, mit
Recht stolz. Norbert Schindler begrüßte in seiner Rede
Weihbischof Otto Georgens, der wieder gesundet von seiner
Reise nach Tunesien und Algerien nach Speyer zurück gekommen
ist. Schindler fragte nach, ob Georgens vielleicht eine
„Fatima“ in Tunesien habe, was für reichlich Gelächter sorgte.
Begrüßen konnte Schindler auch Steffen Christmann, den Vorsitzenden
der Prädikatswinzer sowie weitere Personen die dem Weinbau sehr
verbunden sind.
"Wein am Dom"
steht in diesem Jahr im Zeichen des Grauburgunders – auch genannt
Ruländer, Speyerer oder Speyeremer oder Vinum Bonum. Die Geschichte
dieses Weines erinnert an ein Märchen – im Jahr 1705 heiratete
Johann Seger Ruland, geboren in Niedererlenbach bei Frankfurt, Anna
Maria Stegmann, die Tochter des damaligen Speyerer Bürgermeisters.
Auf einem Grundstück, dass die beiden kauften, entdeckten sie zwei
Reben. Im sehr guten Weinjahr 1711 ernteten sie dort Trauben und
vermosteten diese. In ein vom Nachbar geliehenes Fässchen wurde
dieser Most gefüllt – das war die „Geburtsstunde“ des Ruländers,
der seitdem seinen Siegeszug angetreten hat und auch unter dem
Namen Tokayer oder Pinot Grigio vermarktet wird. Wurden im Jahr
1964 nur 110 ha mit dieser Rebsorte bepflanzt, so waren es im Jahr
2012 bereits 1.179 ha.
Zum ersten Mal findet die Messe nun in Speyer statt – nach zuvor
25 Jahren in Bad Dürkheim. Erwartet werden nicht nur Weinfreunde
aus ganz Deutschland und dem Ausland, sondern auch Fachhändler und
Gastronomen. Die Mehrzahl dieser Fachbesucher kommt natürlich aus
der näheren Umgebung, doch auch aus der Rhein-Main-Region, dem
Saarland und dem Ruhrgebiet gibt es Kartenbestellungen. Im
Vorverkauf wurden bereits über 600 Karten verkauft. Die
teilnehmenden Weinbaubetriebe haben ebenfalls 500 Karten für gute
Kunden und Mitarbeiter geordert. So hoffen die Veranstalter,
dass die angestrebte Besucherzahl von 3.000 Gästen ein
durchaus erreichbares Ziel sein.
Für die
Jahreshaupt-Versammlung der Sommelier-Union Deutschland liegen mehr
als 100 Anmeldungen vor. Die Sommeliers werden die Messe am
Sonntagnachmittag besuchen und amMontag dann ihre Versammlung in
Speyer abhalten.
Die neue Form der Weinmesse mit dem Bonus des Speyerer
Altstadtflairs scheint auch bei den Speyerer Gastronomen alle
Erwartungen zu erfüllen. Mehrere der teilnehmenden Hotels, die
spezielle Arrangements zur Messe anbieten, sind bereits ausgebucht,
vereinzelte Zimmer gibt es noch im „Goldener Engel“, im „Ibis
Styles Speyer“ und in der „Residenz am Königsplatz“. Auch das
abwechslungsreiche Rahmenprogramm der Speyerer Gastronomie findet
großen Anklang.
Und da alle wissen, dass das Wetter in der Pfalz immer besser
als im Wetterbericht ist, scheint auch Petrus seinen Teil zum
Gelingen der Messe beizutragen. Wie sagte Monika Kabs:
"Speyer lebt diese Messe mit allen Sinnen" – lassen auch Sie sich
berauschen von diesem neuen Highlight, das ihnen Speyer bietet.
Also: Macht Euch auf nach Speyer und besucht die
Weinmesse "Wein am Dom" Foto: pem; gc
12.04.2013
"Wein am Dom" mit einer Schifffahrt auf dem Rhein gestartet - Bilderalbum
Weyherer Michelsberg 2012 Riesling Spätlese und 2011er Domcuvée
Dom-Wein-Edition
2013 vorgestellt
spk. Speyer. Im würdigen Rahmen des
Historischen Ratsaals der alten Weinhandelsstadt Speyer und in
Anwesenheit des Speyerer Oberbürgermeisters Hansjörg
Eger, von Weihbischof Otto Georgens und
zahlreicher Mitglieder des Domkapitels wurde jetzt die
Dom-Wein-Edition 2013 präsentiert,
In seiner Begrüßung erinnerte dabei der Vorsitzende des
Dombauvereins, Dr. Wolfgang Hissnauer, an
die lange Tradition der Dom-Weine als wirkungsvolle Dom-Bausteine,
durch deren Verkauf im Verlauf der vergangenen Jahre respektable
Einnahmen für den Domerhalt erzielt worden seien.
Der
Erlös aus dem Verkauf des Dom-Weines 2012 nebst
einer Aufrundung der Summe durch die
engagierte Weingut-Inhaber-Familie Meier aus Weyher
erbrachte eine Spendensumme von insgesamt 4700
Euro für die Speyerer Kathedrale, die der neue
Schatzmeister des Dombauvereins, Winfried Szkutnik
in Form eines Spendenschecks dankbar entgegennehmen konnte.
Nach den
Grußworten des Speyerer Oberbürgermeisters und der gleichfalls
anwesenden Weinprinzessin der Südlichen Weinstraße, Sophie
Rebholz, stellteder Leiter des Weinbauamtes in
Neustadt/Weinstraße, Stefan Hilz, die Dom-Weine der
Edition 2013 vor. Dabei lobte er besonders die hohe Qualität des
2012er Rieslings Spätlese Trocken , Weyherer Michelsberg und der
2011er Domcuvée aus Spätburgunder, Dornfelder und Frühburgunder.
Hinz bezeichneten beide Weine als das Ergebnis der erfolgreichen
Arbeit des Weingutes Valentin Ziegler Sohn.
Lesen Sie die „Wein-Laudatio“ von Stefan Hilz im Wortlaut im
SPEYER-KURIER.
Im vergangenen Jahr hatte ich das Weingut Valentin Ziegler
Sohn bereits ausführlich vorgestellt und insbesondere über die
großen Erfolge des Weingutes berichtet.
Die
Erfolgsgeschichte ist wie nicht anders zu erwarten weiter gegangen.
Im vergangenen Dezember hat das Weingut seinen Vorjahreserfolg
wiederholt. da dies wieder der fünfte Staatsehrenpreis in Folge
war, wurde ihm von Frau Ministerin Höfken der Große
Staatsehrenpreis überreicht. Grundlage für diesen Erfolg war die
Tatsache, dass von 32 ausgezeichneten Weinen 18 eine Goldmedaille
bekamen. Zudem stellte das Weingut den Siegerwein in der Kategorie
Weißburgunder trocken.
Ich bin selbst mal gespannt, was in Zukunft noch so von
diesem bemerkenswerten Weingut zu hören, sehen und vor allem zu
schmecken ist.
Zum Abschluss noch ein paar Worte zu Wein am Dom am
kommenden Wochenende. Das Weingut Valentin Ziegler Sohn ist eines
der rund 140 dort vertretenen Weingüter und wird sich im Kulturhof
Flachsgasse mit der Vereinigung Die junge Südpfalz
präsentieren. Und dort können Sie dann auch in aller Ruhe
den Riesling Domwein noch einmal probieren.
Die Domweine
2013
2011 Pfalz QbA im Barrique gereift
Domcuvée
14,24 % vol - 5,1 Säure - 0,9 RZ - QZ 3,28
Das Domcuvée besteht aus 50 Prozent Spätburgunder, 25
Prozent Dornfelder und 25 Prozent Frühburgunder, so zu sagen ein
pfälzer Cuvée. Die Weine reiften je nach Rebsorte ein bis zwei
Jahre in Barriquefässern.
In der Nase sind dunkle Waldfrüchte, Nelke , aber auch
sanfte Röstaromen erkennbar.
Im Mund zeigt sich das Domcuvee von seiner eher sanften
Seite. Sehr weich, rund, gefällig und füllig mit präsenten, reifen
Tanninen. Ein Cuvée mit sehr viel Nachhaltigkeit und Würze am
Gaumen. Ein mächtiger Körper mit rund 14,3 vol % Alkohol, die so
nicht spürbar sind, prägt das nachhaltige Domcuvée.
Georg Meier ist es wieder sehr schön gelungen in diesem Wein
den ganzen Reiz eines Cuvées aufzuzeigen. Denn: ein gutes Cuvée ist
besser als seine einzelnen Bestandteile. Gerade hier zeigt sich das
Können des Kellermeisters, die optimale Kombination zu finden und
die richtigen Geruchs- und Geschmackselemente
herauszuarbeiten.
2012 Weyherer
Michelsberg Riesling Spätlese trocken
12,57 % vol - 7,7 Säure - 5,2 RZ - QZ 3,44
Ein schönen Kontrapunkt zu dem voluminösen Domcuvee bildet
die fruchtbetonte 2012er Riesling Spätlese trocken aus der Lage
Weyherer Michelsberg.
Die Frucht springt förmlich aus dem Glase in die Nase! Beim
ersten Schnuppern erkennt man viel Citrus und Aprikose. Die
intensive Wahrnehmung dieser Aromen weckt eine unbändige Lust auf
den ersten Schluck.
Und tatsächlich hat man schon mit dem ersten Schluck ein
lebendig mineralisches, lang anhaltendes
Geschmackserlebnis.
Eine belebende und erfrischende Säure, unterlegt durch die
bereits erwähnten Citrus- und Aprikosennoten halten diesem Wein die
Spannung.
Gut ausbalanciert mit 12,6 vol % Alkohol hinterlässt die
Riesling Spätlese einen vollendeten und nachhaltigen
Eindruck.
Apropos Domwein: Wir werden übermorgen als
Auftaktveranstaltung zu Wein am Dom mit der MS Sealife eine kleine
Schiffsrundfahrt machen. Und dabei werden wir, so habe ich es mit
der Pfalzweinwerbung abgesprochen, auch den Riesling Domwein den
Gästen und vor allem auch Journalisten präsentieren.
In diesem Sinne: Zum Wohl die Pfalz! Zum Wohl des
Domes
Sehr
bemerkenswert war schließlich auch die musikalische
Umrahmung dieser Präsentation durch den erst zehnjährigen
Keyborder und Sieger des Musikwettbewerbs „Kids to Keys“,
Dominik Plein. Er begeisterte durch sein Spiel die
Zuhörer und trug, so Dr. Hissnauer in seinem Dank, wesentlich zu
der gelungenen Veranstaltung bei. Dr. Hissnauer dankte in diesem
Zusammenhang auch dem ehemaligen Vorstandsmitglied im Dombauverein,
Dr. Hermann von Samson, für die vorzügliche
Vorbereitung der Veranstaltung.
Mit der Verkostung der neuen Weine, die bei den Anwesenden auf
breite Zustimmung und viel Beifall stießen, ging die Präsentation
bei guten Gesprächen zu Ende. Foto: pem
11.04.2013
Dom-Wein-Edition 2013 vorgestellt - Bilderalbum
Kita St. Joseph überrascht Pfarrer Ehrmantraut zum 40. Priesterjubiläum

Bereits am Ostersonntag hatte Herr Pfarrer Ehrmantraut
sein Jubiläum mit der Gemeinde gefeiert.
Speyer- Nach den Ferien überraschten ihn die
Kinder der Kita ST. Joseph im Ägidienhaus. Sie gratulierten ihrem
Pfarrer mit einem eigens für ihn geschriebenen Lied.
Dazu überreichten sie ihm eine DVD mit der Präsentation und
einer Karte mit vielen Glückwünschen.
Anschließend luden sie ihn zum gemeinsamen Frühstück an die
festlich gedeckte Tafel ein.
Herr Pfarrer Ehrmantraut war begeistert und freute sich über das
gelungene Miteinander der 6 Gruppen (Kita St. Joseph mit
ausgelagerter Gruppe im Altenzentrum St.Martha und Waldkindergarten
St. Joseph).
Wir freuen uns schon jetzt auf unser nächstes gemeinsames Fest
am 23.Juni 2013. Dann feiert der Kindergarten St.
Joseph sein 60-jähriges Bestehen.Text und Foto: Kita St.
Joseph
10.04.2013
Zu Gast im Historischen Speyerer Rathaus
Austauschschülergruppe
von Bürgermeisterin Monika Kabs empfangen
cr. Speyer. 18 Schülerinnen und Schüler des
„Collége Victor Hugo“ aus Speyers französischer Partnerstadt
Chartres kamen heute im Rahmen ihres Besuchs bei ihren Speyerer
Alterskameraden von der „IGS + Realschule plus Georg Friedrich
Kolb“ in den Historischen Trausaal im Rathaus, wo sie von der
Speyerer Schuldezernentin, Bürgermeisterin Monika
Kabs empfangen wurde. Kabs gab dabei einen Überblick über
die Stadt Speyer, die inzwischen seit fast 54 Jahren mit der
Heimatstadt der Austauschschüler verschwistert ist. Damit, so die
Bürgermeisterin, stehe die französische Stadt für die bereits am
längsten währende Städtepartnerschaft von Speyer, der sich
inzwischen weitere mit Spalding in England, Ravenna in Italien,
Kursk in Russland, Gniezno in Polen und Yavne in Israel
hinzugesellt hätten. Außerdem engagiere sich die Domstadt auch im
Rahmen der landesweiten Partnerschaft von Rheinland-Pfalz mit dem
zentralafrikanischen Land Ruanda und werde im Herbst gemeinsam mit
Worms auch eine Verbindung mit der chinesischen Stadt Ningde
eingehen. „Auch wenn wir nicht alles gut finden, was sich in dem
einen oder anderen unserer Partnerländer ereignet, so möchten wir
mit diesen Verschwisterungen einen Beitrag dazu leisten, dass sich
die Menschen aller Altersgruppen treffen und Verbindungen aufbauen
könnten.
Die
Deutschlehrerin der Chartrainer Schülergruppe, Mme. Sylvie
Perineau, die im Rahmen der bereits seit zwanzig Jahren
bestehenden Schulpartnerschaft selbst schon wiederholt in Speyer
weilte und die einmal mehr auch während diesem Empfang wieder als
versierte Dolmetscherin fungierte, kann mit Fug und Recht als eine
der Protagonistinnen dieser Jumelage gelten. Sie wird in den
nächsten sechs Tagen, gemeinsam mit ihrer Speyerer Kollegin
Ulrike Ungemach von der Speyerer IGSihren
Schützlingen und deren deutschen Partnern und Gastgebern ein
umfangreiches Programm vermitteln, zu dem neben einer ausführlichen
Erkundung der Sehenswürdigkeiten der gastgebenden Stadt Speyer auch
ein Abstecher nach Heidelberg sowie ein Tagesausflug in das „Haus
der Sinne“ in Wiesbaden gehören wird.
Ende Mai werden dann die Speyerer Schülerinnen und Schüler zum
Gegenbesuch nach Chartres aufgrechen. Dann wird wohl auch ihr
Klassenkamerad Liam wieder mit von der Partie
sein, der derzeit wegen einer Erkrankung nicht mit ihnen durch
Speyer und Umgebung „ziehen“ kann. Ihm übermittelte die ganze
Gruppe aus dem Speyerer Rathaus bei Brezeln, Säften und
Mineralwasser herzliche Grüße und beste Genseungswünsche. Foto:
gc
09.04.2013
Austauschschülergruppe von Bürgermeisterin Monika Kabs empfangen - Bildealbum
Speyerer Frühjahrsmesse, ein Sympathieträger der Stadt, ist eröffnet
Zur 433.
Speyerer Frühjahrsmesse sind Speyerer und Gäste herzlich
eingeladen
bk.Speyer- Gestern wurde im Beisein zahlreicher
Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben der Stadt Speyer die
Frühjahrsmesse mit dem traditionellen Messerundgang eröffnet. Die
erste Station war „Freddys Circus – Manege frei“. Einige
Teilnehmer, auch der Städtische Beigeordente
Frank Scheid, ließen es sich nicht nehmen, diese
Attraktion auszuprobieren und waren sichtlich angetan. Der nächste
Halt fand an „Beisels Gewürz- und Kaffeestand" statt. Das
attraktive Holzhaus mit einer Länge von 14,1 m und einer Breite von
4 m bietet Gewürze, Kaffee, Tee, Porzellan und vieles mehr, was das
Herz begehrt. Sicherlich eine Bereicherung der Speyerer
Frühjahrsmesse. Der Inhaber, Dirk Beisel aus Heidelberg, betonte,
er wäre zwar zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal in
Speyer. Die Herbstmesse sei schon fest eingeplant. Am Riesenrad von
Familie Jost hielt Scheidt seine Eröffnungsrede. Hier einige
Ausschnitte:
"Die Stadt
Speyer kann auf eine lange Messetradition zurückblicken. Seit 433
Jahren gibt es die Speyerer Frühjahrsmesse. Die Herbstmesse ist
bereits seit 768 Jahren nachgewiesen. Das zeigt, das diese Messen,
zu denen selbstverständlich auch das Brezelfest gehört, sehr
wichtig für die Stadt Speyer sind. Außerdem sind diese Feste
Sympathieträger, denn Speyer lebt davon, seinen Bürgern und
Besuchern ein attraktives und vielfältiges kulturelles Angebot
bieten zu können. Die Volksfeste sind hierfür ein unverzichtbarer
Bestandteil.
Das wichtigste aber ist, dass sich die Menschen auf den
Volksfesten wohl fühlen. Dafür sorgen die Schausteller mit ihren
Attraktionen und Angeboten wie hier Familie Jost mit dem Riesenrad.
Die Schausteller schaffen als Freizeitprofis die Rahmenbedingungen
für einen unbeschwerten Aufenthalt. Die tollen Fahr- und
Schaugeschäfte, die attraktiven Imbissbuden, Verkaufsgeschäfte,
Süßwarenstände und Losbuden sorgen für eine abwechslungsreiche
Frühjahrsmesse. Dafür danke ich an dieser Stelle ganz ausdrücklich
allen Schaustellern der Speyerer Messe.
Außerdem geht
mein Dank an unsere Marktmeisterin Patricia Holländer, die ich
wegen Krankheit heute entschuldigen muss. In Zusammenarbeit mit dem
Speyerer Schaustellerverband, mit Unterstützung von
Barbara Raupp, unserer Praktikantin bei der Stadt und ganz
wesentlich mit großer Unterstützung von Thomas Zander, dem
heimlichen Marktmeister, ist es gelungen, einen anziehenden
Festplatz zu gestalten, auf dem die Menschen sich wohl fühlen."
Nach der Rede schlug Frank Scheid mit zwei gezielten Schlägen
das von der Privatbrauerei Eichbaum zur Verfügung gestellte Faß
Bier an. Bei eiskaltem Wind und kühlem Bier wurde auf eine
erfolgreiche Speyerer Frühjahrsmesse angestoßen.
Thomas Zander
rief alle Anwesenden dazu auf, den "Dirndl-Wettbewerb" auf dem
Brezelfest zu einem neuen Weltrekord zu führen. "Wir werden es
schaffen, im großen Festzelt am Brezelfestsamstag über 1.177 Frauen
im Dirndl zu begrüßen", sagte Zander unter dem
Beifall der Anwesenden.
Zu diesem Zeitpunkt war die Messe bereits sehr gut besucht und
wir wünschen allen Besuchern heitere und unbeschwerte Stunden und
den Schaustellern nette Gäste und gute Geschäfte.
Bis zum 7. April können Sie die Frühjahrsmesse genießen. Die
Messe ist täglich von 14 Uhr bis 23 Uhr, an Sonn- und Feiertagen
von 12 Uhr bis 23 Uhr geöffnet. Am Mittwoch, den 3. April, gibt es
einen ganztägigen Familientag mit halben Fahrpreisen und
Sonderangeboten. Am Sonntag, den 7. April, findet ein
Abschluss-Musik-Feuerwerk statt. Foto: pem
31.03.2013
Rundgang auf der Speyerer Frühjahrsmesse - Bilderalbum
„Tanti auguri di buon compleanno, Johannes Bruno !“
Zum 80. Geburtstag
eines überzeugten Christen und engagierten Streiters für die
Versöhnung mit den Juden
Von Gerhard Cantzler
Ausgerechnet ein geborener Italiener hat wie kaum ein anderer in
Speyer die Erinnerung an die untergegangenen jüdischen
Mitbürgerinnen und Mitbürger ins kollektive Bewußtsein der Stadt
zurückgeholt. Mit seinen beiden Büchern über die „Schicksale
Speyerer Juden“ hat Johannes Bruno unendlich viel zur
Versöhnung von Christen und Juden in der Stadt beigetragen. Heute
nun feiert der Pädagoge seinen 80. Geburtstag. Dazu gratuliert auch
der SPEYER-KURIER heute dem engagierten Mitbürger und guten
Freund der Stadt ganz herzlich und wünscht ihm noch viele gute
Jahre voller Gesundheit und Tatkraft im Kreise seiner Familie.
Schon als Junge erlebte Johannes Bruno – zwölftes von dreizehn
Kindern einer aus dem armen Süditalien nach Rom eingewanderten
Familie - den Schrecken der Nazizeit – seine Mutter, eine gläubige
Katholikin, nahm das Kind eines jüdischen Ehepaares in die eigene
Familie auf und verbarg es unter Einsatz ihres Lebens vor dem
Zugriff der SS. Das Kind überlebte den mörderischen Krieg, seine
Eltern fielen den braunen Schergen zum Opfer.
Für Johannes Bruno, der im Jahr 1968 als Lehrer nach Deutschland
kam, blieb dieses Erlebnis prägend für sein ganzes Leben, auch wenn
er erst im Jahr 1993 näher mit dem Thema „Judentum in Speyer“ in
Berührung kam. Damals beschloss der frühere Religionslehrer, der
bis heute als Sakristan und Lektor aktiv in seiner Kirche tätig
ist, den jüdischen Friedhof in Speyer näher zu erforschen. Die
hier gefundenen Spuren Speyerer Juden hätten ihn nie mehr
losgelassen, berichtet Bruno – das Lebensschicksal der vielen
Menschen jüdischen Glaubens, die mit einer einzigen Ausnahme in der
unseligen Zeit des Nationalsozialismus vertrieben, deportiert oder
gar getötet wurden, habe die folgenden Jahre seines Lebens bis
heute geprägt. Archive, Standesämter und Friedhöfe in der Region
seien seitdem zu seiner zweiten Heimat geworden, unzählige
Schriftwechsel mit Archiven in der ganzen Welt füllen heute Reihen
von Aktenordnern.
Aus aller Welt landen Anfragen von Nachfahren ehemals jüdischer
Bürger aus Speyer und der Vorderpfalz in dem Haus im Asternweg in
Speyer-Nord - und immer wieder suchen Besucher aus ganz Europa und
aus Übersee Kontakt zu dem ausgewiesenen Kenner der jüngeren
jüdischen Geschichte Speyers.
Mit ganzer Kraft setzt sich Johannes Bruno noch immer für den
weiteren Ausbau des historischen Judenhofes in der Speyerer
Altstadt ein und unterstützt den Antrag zur gemeinsamen Aufnahme
der SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz auf die Liste der
UNESCO-Weltkulturerbestätten mit großer Hingabe. Für seine
Verdienste um die Bewahrung des jüdischen Erbes in der Stadt und um
die Aussöhnung mit den Juden wurde er bereits 2007 mit dem „German
Jewish History Award“ der in Boston/USA ansässigen, renommierten
Obermayer-Foundation ausgezeichnet.
Die Errichtung und die Einweihung der neuen Synagoge „Beith
Schalom“ - „Haus des Friedens“ im Jahr 2011, ausgerechnet auf den
Grundmauern der ehemaligen katholischen St. Guido-Stiftskirche,
erfüllt ihn bis heute mit dankbarer Freude.
Um so trauriger ist er jedoch darüber, dass seine Initiative zur
Umbennung des Speyerer St. Guido-Stifts-Platzes in „Platz der neuen
Speyerer Synagoge“ bislang noch nicht auf fruchtbaren Boden
gefallen ist. Um so mehr hofft er deshalb, dass bei der nächsten
sich bietenden Gelegenheit zumindest einer der früheren Speyerer
jüdischen Mitbürger bei der Benennung einer neuen Straße in Speyer
eine würdige Erinnerung finden wird.
Doch bis dies soweit ist, wird der hochgebildete, sympathische
„italienische Deutsche“ in der ihm eigenen „feinen“ Bescheidenheit
und Zurückhaltung seinen Dienst als kenntnisreicher „Ciccerone“ im
Judenhof verrichten und Interessenten durch die reiche Speyerer
Stadtgeschichte geleiten, damit die Juden aller Generationen in der
Stadt und ihr oft leidvolles Schicksal nicht in Vergesseneheit
geraten.
An seinem heutigen Ehrentag, zu dem ihm neben seiner Familie
sicher auch viele Freunde und Gleichgesinnte von Herzen gratulieren
werden, möchte ihm auch der SPEYER-KURIER dafür danken, dass
er sich im Vorfeld der Einweihung der neuen Synagoge dazu bereit
fand, seine Zustimmung zur Veröffentlichung der „Schicksale
Speyerer Juden“ (Band 1) in dieser Zeitung zu geben, sowie unserer
Redaktion immer wieder mit seinem reichen Wissen um die Geshichte
der Juden in Speyer bereitwillig zur Verfügung zu stehen.
„Tanti auguri di buon compleanno, Giovanni Bruno - buona
fortuna e la benedizione di Dio !“ -
Deshalb noch einmal: Herzliche Glückwünsche, Johannes Bruno –
viel Glück und Gottes Segen!“
Foto: Archiv SPK
28.03.2013
Ministerpräsidentin Dreyer lädt zur Teilnahme am Ehrenamtstag ein
10. Ehrenamtstag
in Speyer
Ministerpräsidentin Malu Dreyer lädt
ehrenamtliche Organisationen, Initiativen und Projekte dazu ein,
sich für den landesweiten Ehrenamtstag am 29. September in Speyer
zu bewerben. „Der Ehrenamtstag ist die zentrale Veranstaltung, um
den 1,5 Millionen ehrenamtlich Engagierten in unserem Land zu
danken. Gleichzeitig wollen wir ihnen Gelegenheit geben, über ihre
Arbeit und ihre Erfahrungen zu informieren und andere zum Mitmachen
zu motivieren“, erläuterte die Ministerpräsidentin.
Der 10. Ehrenamtstag steht unter dem Motto
„Ehrenamt in Rheinland-Pfalz – sozial und nachhaltig“. Aufgerufen
sind in diesem Jahr alle, die neben dem sozialen Aspekt die
Nachhaltigkeit im Blick haben. Auf dem „Markt der Möglichkeiten“
stellt die Landesregierung den teilnehmenden Organisationen,
Initiativen und Projekten insgesamt 50 Stände zu Verfügung.
Begleitet wird der Markt von einer Geräteausstellung der
Hilfsdienste und einem bunten ehrenamtlichen Kulturprogramm. Der
Tag schließt mit der Live-Sendung „Ehrensache“ des SWR-Fernsehens,
bei der Menschen mit Mut zum Engagement ausgezeichnet werden.
„Wir brauchen das Ehrenamt für unser
Zusammenleben. Für mich ist es ein zentrales Anliegen, das
bürgerschaftliche Engagement in Rheinland-Pfalz zu unterstützen“,
betonte Ministerpräsidentin Dreyer. Daher gebe es bei der
Landesregierung die Leitstelle Ehrenamt und Bürgerbeteiligung. Ihre
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten die Aufgabe, bei allen
Fragen rund um das Thema Ehrenamt zu beraten und zu unterstützen.
Außerdem organisiere sie den landesweiten Ehrenamtstag.
Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum
Bewerbungsverfahren für den Markt der Möglichkeiten auf dem
Ehrenamtstag 2013 finden Sie unter www.wir-tun-was.de
26.03.2013
Einspruch des Rheinkollegs zwingend
Der
Stadtrat Speyer unterstützt eine private Grundstücksspekulation zum
Schaden der Gesamtplanung
Seit vier Jahren engagiert sich das Rheinkolleg für die geplante
Bebauung des nördlichen Rheinufers in Speyer in hohem Maße. Ein
Ende ist nicht in Sicht. Der Bebauungsplan 19 D „Alte Ziegelei“
Speyer (Erlus-Gelände) ist in Offenlage, die am 28. März 2013
schließt. Das Rheinkolleg wird diesen Plan anfechten.
Unsere Gründe sind:
1. Anstatt
mit Hilfe des neuen Bebauungsplanes Blick und Zugang zum Rhein zu
verbessern, räumt der Stadtrat an prominenter Steller einem lokalen
Investor exklusives Baurecht für zwei Luxus-Bungalows ein. Schon im
Frühjahr 2012 stellte der Stadtrat mit einer 150 Meter langen
Hochwasserwand dafür die Weichen. Diese Stahlbetonmauer macht das
Wettbewerbsergebnis mit Uferweg, Flussterrasse und Rheinpark zur
Makulatur, denn der Freiraum als Sichtachse zwischen Rhein und
Fabrikantenvilla wird verbaut. Und dies auf einem Grundstück, das
als nicht bebaubare Ausgleichsfläche ausgewiesen ist. Neben dem
wissentlich in Kauf genommenen öffentlichen Schaden an der
Gesamtplanung, verwandelt die Stadt ein Gewerbegrundstück in
Bauland und verschafft dem Eigentümer einen erheblichen
Spekulationsgewinn. Bebauungsplan Nördliches Rheinufer Speyer in
der Offenlage Einspruch des Rheinkollegs zwingend Der Stadtrat
Speyer unterstützt eine private Grundstücksspekulation zum Schaden
der Gesamtplanung
2. Noch
schlimmer ist die übergeordnete Auswirkung: Die Gelegenheit, aus
der Hafenstraße einen großzügigen Zugang zum öffentlichen Freiraum
am Rheinufer zu machen bleibt ungenutzt. Auch eine mögliche
Fußgängerbrücke „Yachthafen-Hafenmole“ wird durch die Bungalows ein
für alle Mal vereitelt. Die Stadt verliert damit ihre Chance einer
durchgehenden Rheinpromenade mit entsprechender Anziehungskraft für
den Tourismus. Der baufällige alte Bestand wäre gemäß
Wettbewerbsergebnis geschliffen worden, um das Grundstück der
Grünfläche des Bürgerparks zuzuschlagen. Im neuen B-Plan ist davon
keine Rede mehr, genauso wenig wie von einem Ausgleich der am Kopf
des alten Hafens überzogenen Bebauung.
Das Rheinkolleg fordert deshalb:
• Den B-Planes „Alte Ziegelei“ in der jetzigen Form
zurückzuziehen, schnellsten zu korrigieren und von den „Bungalows“
zu bereinigen, um das Gesamtprojekt Erlus nicht zu verzögern.
• Den rechtskräftigen Teilbebauungsplanes 19 A Sternengarten -
Alter Hafen zu belassen. Kein Baurecht auf dieser Grün- und
Ausgleichsfläche zu schaffen, sondern die Ausgleichsfläche wie sie
liegt zu erhalten.
• Die Planfeststellung der Hochwasserschutzwand sofort stoppen.
Ein alternatives Hochwasserschutzkonzept, das Zugang zum Wasser
gewährleistet und das Wettbewerbsergebnis unterstützt.
• Eine geheime Abstimmung ohne Fraktionszwang über den
B-Plan.
Im Namen des Rheinkollegs:
Prof. Dr.h.c. Jörg Kühn, Darmstadt Prof. Dr. Ing. E.h.
Helmut Striffler Martin Baumgärtner
25.03.2013
„Setzen Sie ein Fanal der Zuversicht“ - Nachruf auf Helmut Böhme
Das Rheinkolleg
trauert um seinen Vorsitzenden und Gründungsmitglied Helmut Böhme,
der im Alter von 76 Jahren starb.
Der Altpräsident der Technischen Hochschule Darmstadt übernahm
2010 den Vorsitz des Rheinkollegs bei der Jahrestagung in Bad
Kreuznach und füllte diesen, wie zuletzt auf der
Mitgliederversammlung im Stadthaus Mannheim erlebt, souverän und
authentisch aus. Seine Begeisterung für das Rheinkolleg entsprang
seinem Interesse für die Kultur- und Städteentwicklung am Rhein,
für die er sich als brillanter Redner mit hoher Fachkompetenz schon
früh auch außerhalb der universitären Verpflichtungen einsetzte. So
rief er 1985, drei Jahre vor Gründung des Rheinkollegs, bei einer
Podiumsdiskussion des Deutschen Werkbundes in Mannheim die
Stadtoberen auf: „Setzen Sie mit der Bebauung des Paradeplatzes N1
ein Fanal der Zuversicht, das Jahrhundert zu meistern!“
Auch als Mitherausgeber der Zeitschrift „Die alte Stadt“ und
Initiator des Hauses für Industriekultur in Darmstadt manifestierte
sich sein Engagement. In den 1990er Jahren weitete sich sein
stadtgeschichtlicher Fokus durch Kooperationen mit führenden
ausländischen Universitäten global aus. Diesen internationalen
Anspruch brachte Helmut Böhme als Emeritus in das Rheinkolleg wie
selbstverständlich mit ein. Und so war die erfolgreiche Rettung der
ältesten Brücke im Mannheimer Hafen für Prof. Böhme nicht nur eine
Frage des Denkmalschutzes, sondern vielmehr Ausdruck von
Kulturbewusstsein einer kommenden europäischen
Kulturhauptstadt.
Das Rheinkolleg verliert mit Prof. Helmut Böhme einen
leidenschaftlichen Visionär und eine große Persönlichkeit.
25.03.2013
„Speyer – kein Pflaster für rechtsradikales Gedenkengut“
Speyerer
Bürger erteilen Demonstrations-“Versuch“ der „Jungen
Nationaldemokraten“ eine eindrucksvolle Abfuhr
cr. speyer. „Nazis raus aus Speyer!“ - „Schämt Euch!“ -
„Wir wollen keine Nazis seh'n!“ - solche und andere Rufe, dazu ein
durch Mark und Bein gehendes, gellendes Pfeifkonzert aus zahllosen
Trillerpfeifen und laut scheppernd, rhythmisch zugeschlagene
Mülleimerdeckel - „tretet alles Braune in die Tonne!“ – es war
schon eine eindrucksvolle Abfuhr, die heute nachmittag kurz nach
15.35 Uhr gut 300 Speyerer Bürgerinnen und Bürger den 37
Mitgliedern der „Jungen Nationaldemokraten“ erteilten, die mit der
S-Bahn nach einem anderen Aufmarsch in Sinsheim auf dem Speyerer
Hauptbahnhof eintrafen. Drei Einsatzhundertschaften der
Bereitschaftspolizei Rheinland-Pfalz, dazu noch einmal gut 100
weitere Beamtinnen und Beamte des Polizeipräsidiums Ludwigshafen
unter der Führung des Speyerer Inspektionsleiters,
Polizeioberrat Uwe Giertzsch sowie Mitarbeiter der Speyerer
Ordnungsverwaltung unter dem Städtischen Fachbereichsleiter
Thomas Zander hatten den Speyerer Bahnhof weiträumig abgesperrt
und vor dem Eingang zur Bahnhofshalle, ähnlich einem Schafspferch,
ein ca. 50qm großes Areal abgezäunt, in das sie die ankommenden
jungen Rechtsradikalen geleiteten. Von diesen getrennt, waren am
Eingang zur Prinz-Luitpold-Straße und auf beiden Seiten der
Bahnhofstraßen Absperrgitter aufgestellt, um die Gegendemonstranten
großräumig auf Abstand zu halten.
Noch bevor die
„braune Brut“, wie von den Gegendemonstranten immer wieder
skandiert wurde, eintraf, hatten sich einige Autonome und
„Antifa“-Demonstranten provokativ vor dem Bahnhof zu einem
Sitzstreik niedergelassen – sie suchten wohl die direkte
Konfrontation mit den anrückenden Rechten - was aber von den
durchweg ruhig und mit routinierter Gelassenheit agierenden
Polizeibeamten- ihnen hatten die "Jung-Nazis" mit ihrem Aufmarsch
obendrein auch noch den - dank des Fußball-Länderspiels ersten
freien Samstag in diesem Jahr verdorben -sofort unterbunden wurde,
indem sie die Sitzblockierer einzeln hinter die Absperrung auf der
anderen Straßenseite trugen. Doch auch anschließend versuchten
die Autonomen immer wieder, über Nebenwege auf den Bahnsteig
und damit in den Rücken der Jung-Nazis zu gelangen, was die Polizei
immer wieder dazu nötigte, sie abdrängen zu müssen. Das bei solchen
Gelegenheiten halt immer wieder übliche
„Katz-und-Maus-Spiel“....
„Ist das
alles?“ riefen die Gegendemonstranten, als dann die ersten
Jung-Nazis, scheint's doch etwas verunsichert ob der
eindrucksvollen Präsenz ihrer Widersacher, aus der Bahnhofshalle
traten, und immer wieder ertönten „schämt Euch !“-Rufe. Ein
Verstärker und ein Megaphon wurden dann von den durchweg schwarz
gekleideten Neonazis aufgebaut – nur ihr Anführer, der aus Speyer
stammende „Versammlungsleiter“, unterschied sich von den anderen
durch seinen blauen Anorak. „Wir kennen Dich – wir finden Dich !“,
erklang es drohend aus der Mitte der Demonstranten – auch nicht
unbedingt ein Ausweis von Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Als
der mit seiner Rede anfangen wollte, da übertönten die
aufbrandenden Sprechchöre und das Pfeifkonzert die „braune“
Verstärkeranlage, sodaß die rechten Demonstranten schließlich
frustriert die Lautsprecher umdrehen mussten, damit wenigestens sie
selbst etwas von den Parolen ihrer Anführer hören konnten. Dann
noch ein weiteres Statement, von einem anderen Mitglied der Gruppe
vorgetragen, danach ein gemeinsames Lied – was geredet, was
gesungen wurde, ging in dem lautstarken Geräuschpegel der lärmenden
Demonstranten unter, die inzwischen schunkelnd zu dem Mainzer
Ernst-Neger-Fastnachts-Hit „Ui-ui-ui, Au-au-au“
übergewechselt waren.
Empörung
mischte sich mit Spott, bis der „Versammlungsleiter“ Punkt 16.30
Uhr die Versammlung für beendet erklärte und zum „Abmarsch blies“.
Zehn Minuten später war der ganze „braune Spuk“ vorbei – die
Neonazis saßen wieder in der S-Bahn – das „Bündnis gegen Rechts“
hatte sein Ziel erreicht – die rechten Demonstranten hatten,
zumindest akustisch, in Speyer niemanden erreicht.
Das überparteilische „Bündnis für Demokratie und Zivilcourage“
hatte funktioniert: Der komplette Stadtvorstand war vertreten – nur
OB Hansjörg Eger fehlte - er befindet sich zur Zeit im
Familienurlaub in Kanada – Bürgermeisterin Monika Kabs und
die Beigeordneten Frank Scheid und Dr. Wolf Böhm
waren ebenso vor Ort wie die zahlreichen Stadträte und die
Vertreter aller demokratischen Parteien in Speyer.
Dazu waren aber auch Abordnungen von Migrantengruppen in der
Stadt vertreten und viele, viele Bürger, die mit ihrem Kommen
deutlich unterstrichen haben: „Braune“ Parolen, Rassenhass und
Ausländerfeindlichkeit – sie haben keinen Platz in Speyer – heute
nicht und hoffentlich auch nicht in der Zukunft! Foto:
gc
Lesen Sie hierzu auch einen EINWURF von Gerhard
Cantzler: 
23.03.2013
Speyerer Bürger erteilen Demonstrations-“Versuch“ eine eindrucksvolle Abfuhr - Bilderalbum
Einwurf
Beklemmendes terminliches Zusammentreffen: Gedenken an
die Verabschiedung der „Ermächtigungsgesetze“ im Jahr 1933 und
Naziaufmarsch in Speyer 2013
von Gerhard Cantzler
Es war schon ein beklemmendes Zusammentreffen zweier Ereignisse
am gleichen Tag, die heute einmal mehr augenfällig belegten, dass
viele Zeitgenossen bis heute noch immer nicht bereit oder dazu in
der Lage sind, aus der Geschichte zu lernen: Denn während in der
Bundeshauptstadt Berlin und an vielen anderen Orten in der
Bundesrepublik Deutschland heute an den 80. Jahrestag des Endes der
allzu kurzen Demokratie in der Weimarer Republik erinnert wurde –
an diesen denkwürdigen Tag, an dem die Nazis endgültig die
uneingeschränkte Macht im Reich an sich rissen – der Tag, an dem im
Berliner Reichstag die sogenannten „Ermächtigungsgesetze“
beschlossen wurden und an dem die Sozialdemokraten – sie leisteten
in jener dramatischen Sitzung durch eine Rede ihres unvergessenen
Fraktionsvorsitzenden Otto Wels als letzte Widerstand gegen die
aufkommende Tyrannei - von der NSDAP-Mehrheit lautstark
niedergeschrieen wurden.
Heute war es umgekehrt – heute wurden mit gellenden
Trillerpfeifen, scheppernden Mülleimerdeckeln und lautstarken
Protestrufen diejenigen „überstimmt“, die meinen, auch heute noch
die dumpfen rassen- und fremdenfeindlichen Parolen von vor 80
Jahren weitertragen zu müssen.
Diesmal haben, anders als am 23. März 1933, die Demokraten
obsiegt. Das ist gut so und sollte auch so bleiben.
Doch dass da zwischen den Demokraten auch heute wieder einige
Demonstranten waren, die meinten, die unseligen Parolen aus der
Zeit des „Dritten Reiches“ statt mit Argumenten mit Lärm und
Klamauk bekämpfen zu sollen, das zeigt, dass viele den wahren Ernst
der Lage noch immer nicht recht erkannt haben. Denn die Mordserie
der NSU und unser öffentlicher Umgang damit zeigt, dass wir noch
lange nicht alle in unserer Gesellschaft der Gefahrenzone des
braunen Sumpfes entronnen und auf dem sicheren Boden der Demokratie
angekommen sind.
Wer meint, der rechten Provokation durch Provokationen aus der
autonomen Ecke begegnen zu können, der irrt. Er sollte vielmehr in
den Annalen der neueren deutschen Geschichte nachlesen. Dort wird
er lernen, dass totalitäre Systeme durch provokativen Klamauk nicht
zu beeindrucken sind – und zu überwinden sind sie so gleich gar
nicht.
Hier hilft nur die intellektuelle Auseinandersetzung oder - als
ultima ratio - das endgültige Verbot der unverbesserlichen rechten
Schreihälse durch das Verfassungsgericht – denn Schreien gegen
Schreien allein hilft jedenfalls nicht.
Drei Speyerer Unternehmen im Kampf um sozial verträgliche Arbeitsplätze
Verzahnung von
VFBB, gabis und diag erfolgreich bewältigt - gabis stellt neuen
Geschäftsführer vor
spk. Speyer. Ob zufällige zeitliche Koinzidenz oder
Absicht – der Termin für die Vorstellung des neuen Geschäftsführers
von gabis - der Gemeinnützigen
Arbeitnehmerüberlassung der
BeschäftigungsInitiative Speyer - Thomas
Cantzler, hätte kaum besser gewählt werden können als für
diesen Tag, der deutschlandweit als „equal-pay-day“ begangen wird
und an dem das Recht aller Arbeitnehmer auf „gleichen Lohn für
gleiche Arbeit“ eingefordert werden soll.
Walter Werner, 2.
Vorsitzender des VFBB, des „Vereins zur Förderung der
berufliche Bildung e.V“., - „Mutter“ und gleichzeitig Partner des
vor kurzem ins Leben gerufenen Unternehmensverbundes aus VFBB
e.V., der gabis GmbH und der diag GmbH, der
„Dienstleistungs-Innovations-Arbeitsvermittlungs Geselllschaft“ -
stellte in Vertretung des aus Termingründen verhinderten 1. VFBB
-Vorsitzenden Gerd Rheude das neue Unternehmenskonzept vor, das
die bisherige, erfolgreiche Arbeit der Einzelunternehmen jetzt noch
effizienter gestalten soll. Denn alle drei Unternehmungen eint auch
weiterhin der Wille, Menschen in sozial schwierigen Verhältnissen
in Lohn und Arbeit zu bringen.
Gabis wurde
bereits im Jahr 1995 gegründet und hat seitdem über 4.200 zuvor
arbeitslose Menschen nach einer entsprechenden Qualifizierung in
ein festes Arbeitsverhältnis vermittelt. Thomas Cantzler,
Diplom-Psychologe mit dem Schwerpunkt Arbeits-, Betriebs-
und Organisationspsychologie, der zum 1. Januar 2013 als Nachfolger
von Wolfgang Viertel zum Geschäftsführer des Unternehmens bestellt
wurde, gehört dem Team der gabis bereits seit über zehn Jahren an.
In diese Zeit – so erinnert sich der neue Geschäftsführer, der bis
zu seiner endgültigen Eintragung ins Handelsregister noch das
Kürzel „design.“ hinter seinem Titel führt - fielen für die
Speyerer Arbeitnehmerüberlassung entscheidende
Entwicklungsschritte: Seit dem Jahr 2003 nämlich sei die
Zusammenarbeit mit dem Daimler-Benz-Nutzfahrzeug-Werk in Wörth,
einem der größten Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz, ein wesentliches
Standbein der Aktivitäten von gabis. 9.800 Mitarbeiter habe man dem
LKW-Bauer „mit dem Stern“ in dieser Zeit als „Zeitarbeiter“
überlassen - 4.200 davon seien mit einem festen Anstellungsvertrag
übernommen worden. „41 Prozent -“, so Cantzler, „das ist eine tolle
Quote in einem Bereich des Arbeitsmarktes, wo durchschnittlich nur
etwa 16 Prozent der Vermittlungen in eine Festanstellung
einmünden“.
Weitere Meilensteine: Als erste Arbeitnehmerüberlassung habe
gabis eine Tarifvertrag abgeschlosssen und im Sinne von „equal-pay“
für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine einheitliche
Urlaubsregelung von 30 Tagen eingeführt. Hinzu komme, dass die
Mitarbeiter von gabis nicht „in die Kinderlandverschickung“ kämen,
d.h. mit ständig wechselnden Arbeitsstellen zurecht kommen müssten,
sondern immer nur für einen Kunden tätig seien - „equal treat“
halt, wie es im Fachjargon heißt.
Hinzu komme, dass sich die soziale Ausrichtung des Unternehmens
auch in der Verwendung seiner Gewinne dokumentiere. Cantzler: „Das
Geld, das wir verdienen, fließt nicht an die Gesellschafter,
sondern bleibt im Unternehmen und wird in vollem Umfang für andere
soziale Arbeitsmarktprojekte eingesetzt“. Der neue
Unternehmensverbund gebe den beteiligten Firmen nun noch mehr
Freiheit, Maßnahmen im Intersse der Beschäftigen zwischen den
verschiedenen Bereichen zu optimieren. „Es macht deshalb großen
Spaß, für gabis tätig zu sein“, schloß der neue Geschäftsführer
sein Bekenntnis zu der von gabis realisierten Form der Zeitarbeit.
Dies vor allem auch deshalb, „weil man tagtäglich den unmittelbaren
Erfolg sieht“.
Doris Eberle,
Geschftsführerin der diag GmbH, der „Schmiede“ kreativer
Lösungen für den Einstieg von Randgruppen in den Arbeitsmarkt im
Unternehmensverbund, stellte sodann eine Reihe von Projekten vor,
mit denen die diag versuche, Angehörige benachteiligter Gruppen in
Arbeit zu bringen. Beispielhaft nannte sie hierzu die
„Get-in-job“-Projekte, in denen z.B. Spätbewerber bis zum 30.
Lebensjahr derzeit in Kooperation mit den Speyerer
Pfalzflugzeugwerken zu Industriemechanikern aufgebildet werden.
Mit einem weiteren Projekt zielt die diag auf weibliche
Spätbewerber – alleinerziehende junge Mütter zumeist – die im Q + H
in Speyer-West eine sechsmonatige Ausbildung erhalten, um danach in
eine ordentliche Ausbildungsstelle vermittelt zu werden.
Und noch ein drittes Beispiel: Das Projekt „sophi – Der Laden“.
Dort werden ungelernte Arbeitslose für „haushaltsnahe
Dienstleistungen“ qualifiziert , um dadurch ältere Menschen in
ihrem Wunsch zu unterstützen, länger in ihrer angestammten
häuslichen Umgebung bleiben zu können. Damit werde es zugleich
möglich, so Doris Eberle, „generationsübergreifende Freundschaften
zu schließen und Verantwortung für ältere Menschen zu übernehmen“.
Angesichts des demografischen Wandels in der Gesellschaft habe die
diag dazu ein Modell entwickelt, durch das die stetig wachsende
Zahl von Pflegebedürftigen zukünftig von Zweier-Teams betreut
werden könnten, in denen jeweils eine Pflegekraft von einer bei
„sophi“ ausgebildeten Fachkraft für haushaltsnahe Dienstleistungen
unterstützt werden soll. Dadurch könnten die Pflegekräfte entlastet
werden und zusätzliche Patienten zur Betreuung übernehmen Allein
für Speyer sieht Doris Eberle hier ein Potential von 250 neuen
Arbeitsplätzen.
„Bei der Auswahl unserer Projekte achten wir insbesondere auf
das, was der Staat nicht macht“, beschrieb Doris Eberle den
subsidiären Ansatz des Unternehmensverbundes. Und dabei kommen dann
vielfach Projekte heraus, die auch an anderen Orten Nachahmung oder
Nachfrage hervorrufen. So etwa bei „sophi – der Laden“, das
inzwischen auch in Germersheim „laufe“ und demnächst auch in
Neustadt/Weinstraße, Ludwigshafen sowie in Walldorf-Wiesloch
angeboten werden wird.
Gleiches gilt auch bei „Perspektive Wiedereinstieg für Frauen“ -
einem Projekt, das die Bundesagentur für Arbeit ausgeschrieben
hatte und für das die diag als einziges Unternehmen einen
akzeptablen Vorschlag unterbreitet hatte – ab Mitte April wird es
ebenfalls auch in einem länderübergreifenden Verbund in
Ludwigshafen und Mannheim umgesetzt.
Weiter ausgebaut werden soll schließlich auch das Projekt „Best
interest“, das Beratung für Klein- und Kleinstunternehmen anbietet
– Betriebe, die selbst keine Zeit und keine Kapazitäten für eigene
Personalentwicklung haben. Hier sollen insbesondere Menschen, die
auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf angewiesen sind,
verrmittelt werden.
Es sprüht also nur so von neuen arbeitsmarktpolitischen Ideen in
dem Gebäude in der Lessingstraße 4 – 6 in Speyer, aus dem die drei
Unternehmen am 3. Mai in ihr neues Domizil „um die Ecke“ - in die
Heinrich-Heine-Straße, umziehen werden. Und der Sprecher der
„Mutter“ VFBB, Walter Werner, ist stolz auf die Kreativität und die
Erfolge seiner „Töchter“, die sich in der engen Verzahnung von
VFBB, gabis und diag.tagtäglich manifestiere. Foto: gc
22.03.2013
Neptun wieder zwischen Speyer und Rheinhausen unterwegs
Ab Freitag, 22.
März 2013, bringt die Neptun wieder Fahrgäste über den
Rhein. Die Fähre verbindet die Gemeinde Oberhausen/Rheinhausen auf
badischer Seite und Speyer auf pfälzischer Seite. Bereits zur
Römerzeit war hier ein wichtiger Straßenknotenpunkt mit Übergang
über den Rhein. Erstmals wird die Rheinhäuser Fähre 1296 in
historischen Dokumenten erwähnt.
Die Beförderungszeiten ab Speyer sind freitags von
11 – 20 Uhr, samstags, sonntags und an gesetzlichen Feiertagen in
Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg von 10 – 20 Uhr von 10 – 20
Uhr (ab 01.10. jeweils bis 19 Uhr).
Die Fähre verkehrt bei Bedarf, mindestens aber im
30-Minuten-Takt. Die Überfahrt dauert 5 bis 10 Minuten. Die
Ab-/Anlegestelle im Speyerer Süden ist der "Berghäuser Altrhein"
(Alte Rheinhäuser Fähre). Der Abzweig von der Industriestraße ist
ausgeschildert.
Erwachsene zahlen 1,40 EUR, Kinder von 6 – 16
Jahren 0,50 EUR, die Mitnahme eines Fahrrades kostet 0,50 EUR, ein
Radanhänger 1,00 EUR. Kinder unter 6 Jahren fahren entgeltfrei mit.
Fahrausweise des VRN gelten nicht. Durch die Konstruktion der Fähre
mit ihrer Bugklappe ist auch das Benutzen für Rollstuhlfahrer und
Behindertenfahrzeuge möglich und wird auch rege in Anspruch
genommen.
Auf Initiative der Stadt Speyer und der Gemeinde
Oberhausen/Rheinhausen ist die historische Fährverbindung 1995
wiederbelebt worden. Die Fährverbindung wird heute von den
Verkehrsbetrieben Speyer zusammen mit dem Schifffahrtsunternehmen
Hessenauer betrieben.
Am Sonntag, 3. November 2013 geht das
Wasserfahrzeug dann wieder in die Winterruhe. Verkehrsbetriebe
Speyer GmbH, Pressestelle
21.03.2013
Kampf gegen „Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder“
Verein
„Frauenhaus Speyer e.V.“ erhält namhafte Spende aus Benefizkonzert
des Heidelberger Jazzchors
cr. Speyer. Gewalt gegen Frauen – ein „dunkles“, ein
trauriges Phänomen in unserer Gesellschaft - im häuslichen, im
famliären Umfeld und in anderen engen sozialen Beziehungen
allgegenwärtig und dennoch oft enug mit einem Tabu belegt,
verschwiegen und vertuscht.
Da ist es gut, wenn es Einrichtungen gibt wie die Frauenhäuser,
wie sie erstmals in den frühen 1970er Jahren in den USA gegründet
und noch im gleichen Jahrzehnt auch in Deutschland aufgebaut
wurden. In Speyer gibt es den Verein „Frauenhaus Speyer
e.V.“ seit dem Jahr 1987 – schon 1990 konnte der Verein „sein“
Frauenhaus eröffnen, in dem jetzt schon seit fast einem viertel
Jahrhundert von Gewalt bedrohte und betroffene Frauen mitsamt ihren
Kindern Zuflucht finden. Was all diese Einrichtungen von Anfang an
eint, ist ihre chronische Unterfinanzierung. Zwar werden die
Frauenhäuser im Land in ihrer wichtigen Arbeit durch Zuschüsse des
Landes und der Stadt unterstützt, doch ohne zusätzliche Spenden
sähe sich der Verein rasch an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit
gedrängt.
In der
Beratungsstelle des Vereins „Frauenhaus Speyer e.V.“ in der Kleinen
Pfaffengasse konnte jetzt die Leiterin der Einrichtung, Silvia
Bürger, wieder einmal eine solche, nennenswerte Spende
entgegennehmen. Anfang März nämlich war der Heidelberger
Jazzchor mit seiner originellen, aus drei virtuosen jungen
Kontrabassistinnen bestehenden Begleitcombo, unter seinem Leiter
Jochen Berenbold im Rahmen der Reihe „Konzerte im Turm“ zu
einem Benefizkonzert in der Johanneskirche in Speyer-West zu Gast,
um für die Arbeit des Frauenhauses zu musizieren. In Anwesenheit
der Speyerer Sozialdezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs,
konnte Jochen Berenbold als Erlös dieses von der Stadt Speyer und
der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer geförderten Konzertes jetzt
einen symbolischen Scheck über 1.300 Euro überreichen.
Bürgermeisterin Kabs zeigte sich einerseits sehr erfreut über
die Spende, auch wenn sie selbst auf der anderen Seite doch sehr
traurig und betroffen sei, dass Einrichtungen wie die Frauenhäuser
in unserer Gesellschaft überhaupt notwendig seien.
Und dass die leider durchaus notwendig sind, zeigten die
bedrückenden Zahlen, die Silvia Bürger an diesem Tag präsentieren
musste: 400 ambulante und zumeist auch anonyme Beratungen seien im
Jahr 2012 durchgeführt worden – 50 Frauen mit insgesamt 74 Kindern
hätten im gleichen Zeitraum in dem mit fünf Zimmern ausgestatteten
Frauenhaus, dessen Adresse aus nachvollziehbaren Gründen geheim
bleiben muss, Zuflucht suchen müssen. Übrigens wollen die
Verantwortlichen mit der räumlichen Trennung von Beratungsstelle
und Frauenhaus verhindern, dass gewalttätige Männer ihre Übergriffe
auf Frau und Kinder auch in der beschützten Umgebung des
Frauenhauses fortsetzen können.
Wie Silvia Bürger weiter mitteilte, habe sich ein neuer
Schwerpunkt ihrer Arbeit in der „nachgehenden Beratung“ ihrer
Klienten herausgebildet. Dabei gehe es darum, Mädchen und Jungen
aus einer gewaltbestimmten Umgebung in sozialpädagogischer Einzel-
und Gruppenarbeit bei der Verarbeitung erlebter Gewalt, in der
Selbstbehauptung und in der Gewaltprävention zu unterstützen. Auch
habe der Verein „Frauenhaus Speyer e.V.“ durch eine Intensivierung
der Zusammenarbeit mit der Polizei seine proaktive Beratung weiter
verstärken können.
Aufgaben genug also für den so wichtigen Verein, der Frauen aus
Speyer und dem alten Landkreis Speyer beisteht und der per Fax über
06232-28577 oder per e-mail unter frauenhaus-speyer@gmx.de
erreichbar ist.
Und wer die segensreichen Arbeit des Vereins unterstützen will,
dem empfiehlt auch der SPEYER-KURIER eine Spende auf
das Sonderkonto Nr. 5322 bei der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer
(BLZ 547 500 10). Foto: gc
20.03.2013
„Streicheln erwünscht!“ - Ostern kann kommen -
Speyerer
Postgalerie begrüßt Kinder mit Lachtauben, Hühnern und
Streichelhasen
cr. Speyer. Draußen kann man sich den Frühling derzeit
überhaupt noch nicht so recht vorstellen – zu nass, zu kalt –
einfach nur schauerlich – so präsentiert sich derzeit noch immer
das Wetter.. Doch drinnen, in der Speyerer Postgalerie, ist der
Lenz seit heute voll „ausgebrochen“: In der Säulenhalle im
Eingangsbereich der Ladengalerie werden die Besucher von einem
duftend-.bunten Blütenflor begrüßt. Tulpen, Primel, Osterglocken
prangen aus geschmackvoll zusammenkomponierten Beeten um die Wette,
über zwei Findlinge rinnt munter plätschernd ein kleines Rinnsal.
In den Schaufenstern rund um die Eingangshalle wie in der gesamten
Postgalerie präsentieren Modegeschäfte die neuesten
Frühjahrs-Sommer-Kreationen. Zeit für die Erwachsenen, sich von den
schweren Winter-Klamotten zu verabschieden und nach luftig-leichten
Frühjahrs- und Sommersachen Ausschau zu halten..
Für die
Kleinsten aber wird es erst ein Stockwerk höher, im ersten
Obergeschoß, so richtig spannend. Da haben nämlich die Tierfreunde
vom Schifferstadter Geflügelzuchtverein „Ornis“ im rückwärtigen
Bereich der Ladengalerie einen kleinen Streichelzoo eingerichtet,
wo heute schon die ersten Besucher aus Speyerer Kindertagesstätten
wie der „Flohkiste“ zu Gast waren.
Da ist in einer Ecke ein Schwarm Afrikanischer Lachtauben in
einer Voliere versammelt – ihr typisches, glucksendes Lachen kann
man am ehesten frühmorgens, gleich nach der Öffnung des Zoos
vernehmen. Ist der Zoo aber erst einmal mit Besuchern angefüllt,
dann vergeht auch diesen putzigen Zeitgenossen im wahrsten Sinne
oft „das Lachen“.
Anders auf der
anderen Seite des großen Raumes – gegenüber den dicht
zusammengedrängt auf ihren Stangen sitzenden Tauben: Ein
stattlich-stolzes, lebhaft Körner pickendes Hühnervolk. Der
schwarze Hahn kann sich garnicht genug aufplustern und lässt ein
ums andere Mal lautstark sein Kikeriki durch den Zoo erschallen. Da
hat auch Center-Manager Jürgen Ehlen sichtbar seinen
Spaß.
Wo die kleinen Küken herkommen, das können die Kinder daneben in
einem Schaubrüter lernen. Dort sind in einem Wärmeschrank Eier
eingestellt, aus denen immer wieder kleine Küken ausschlüpfen. Die
verschiedenen Stadien des Werdens eines solchen Kükens kann 'Kind'
in einem begehbaren Brutschrank betrachten, wo die Eier mit
speziellen Lampen durchleuchtet werden können. Spannend auch die
„Speisekarten“ der „Geflügel-Tiere“. Auf einem zentrslen Tisch
haben die Schiffetstadter Geflügelzüchter die unterscheidlichen
Getreidearten ausgelegt, die sich für Aufzucht und Ernährung der
Hühnervögel besonders eignen.
Hauptattraktion
für die Kleinen ist aber sicher das Gehege mit den
kuschelig-weichen Hasen, die mit den Kindern um die Wette über und
um die ausgelegten Heuballen herumtollen. „Ach, ist der aber schön
zart“, freut sich die kleine Lara und herzt und streichelt dem
kleinen Hasen noch einmal sein weiches Fell. Und die Tiere mit
Karotten zu füttern – da wird es Kindern und Erwachsenen
gelichermaßen warm ums Herz.
Noch bis zum Karsamstag, dem 30. März, wird diese gelungene
Attraktion für Klein und Groß täglich von 11.00 bis 18.00 Uhr in
der Speyerer Postgalerie geöffnet sein. In diesen Stunden sind auch
immer Mitglieder des Geflügelzuchtvereins vor Ort, um Fragen zu
beantworten und um die Kindern bei der Hand zu nehmen, wenn sie
Scheu davor haben, ein lebendes Tier zu streicheln. Denn hier heißt
es nicht; „Berühren verboten!“, sondern ganz ausdrücklich:
„Streicheln erwünscht!“ Foto: gc
18.03.2013
Spirituell, interreligiös und politisch zugleich – die Fußwallfahrt von vier Schweizer Theologen nach Jerusalem
Faszinierend-bewegender
Bericht im Speyerer Priesterseminar
Von Gerhard Cantzler
Speyer- Pilgern ist wieder „in“ - das kann man
auch noch bis zum kommenden Freitag in der Sonderausstellung
„Pilgern“ in der Hauptstelle der Kreis- und Stadtsparkasse in
Speyer anschaulich erfahren. Und deshalb wurden in den letzten
Jahrzehnten die alten Pilger-Wege von Osten nach Westen quer durch
Europa wieder aktiviert. Entlang dieser Routen, auf denen man immer
mehr Pilger findet, die in Abschnitten oder „am Stück“ auf dem Weg
zu dem spanischen Wallfahrtsort Santiago die Compostela an der
galicischen Atlantikküste sind, hat sich ein umfangreicher
„Pilger-Tourismus“ entwickelt, der dem nach Spirtualität und
innerer Einkehr suchenden Wanderer alles bietet, was er sich
wünscht: Bescheidenheit oder Luxus, Kontemplation oder überbordend
lautstarke Fröhlichkeit. Wie immer man es mag – eines ist sicher
entlang dieser rund 2.500 Kilometer langen Pilgerstrecke: Das Dach
über dem Kopf, das Bett, um an jedem Abend die vom Wandern müden
Glieder auszustrecken.
Auf derartigen
Komfort wollten die vier Pilger verzichten, die am 2. Juni 2011, am
Hochfest „Christi Himmelfahrt“ im „Lasalle-Haus“ - einem
kirchlichen Bildungszentrum in Bad Schönbrunn im schweizerischen
Kanton Zug - aufbrachen, um zu Fuß den 4.300 Kilometer langen Weg
nach Jerusalem „unter die Füße“ zu nehmen. 219 Tage, an denen sie
im Mittel sechs, sieben Stunden am Tag unterwegs waren und in denen
sie 25 bis 30 Kilometer zu Fuß zurücklegten, Eindrücke aus 11
Ländern und der Versuch, mit Menschen in neun unterschiedlichen
Sprachen zu kommunizieren, lagen vor ihnen. Dort, wo sie bei
überlangen Tagesetappen den Rest des Weges per Autostopp
zurücklegten, ließen sie sich am darauffolgenden Tag zurückbringen
an die Stelle , wo sie am Vortag in ein Fahrzeug eingestiegen waren
– jeden Kilometer der Strecke wollten sie zu Fuß zurücklegen. Dann,
am 23. Dezember 2011 gegen 16.00 Uhr, am Vorabend des Christfestes,
trafen die vier Theologinnen und Theologen dann nach einer fast
siebenmonatigen Reise voller Mühen und Strapazen an ihrem Ziel in
Jerusalem ein.
Am vergangenen Freitag nun war einer der vier Pilger, Prof.
Dr. Franz Mali, der an der schweizerischen Universität Fribourg
Griechische Patristik (die Wissenschaft, die sich mit der
Zeit der Kirchenväter vom 1. bis zum 7. nachchristlichen
Jahrhundert beschäftigt) sowie Sprachen des christlichen
Orients, lehrt, ins Speyerer Priesterseminar St. German
gekommen, um einem tief beeindruckten Zuhörerkreis in einem
bewegenden Vortrag von dieser Reise zu berichten. Möglich geworden
war dieser Besuch des Wissenschaftlers, der derzeit auch Dekan der
theologisch-philosophischen Fakultät der traditionsreichen
Universität ist, durch seine persönliche Freundschaft mit dem
Speyerer Dombaumeister Mario Colletto sowie auf Einladung
des 'summos custos' des Speyerer Domes, Domkapitular Peter
Schappert. Und der Dombaumeister ahtte nicht zuviel
versprochen, als er den Besuchern für diesen Abend „eine
spirituelle Ayuveda-Kur“ ankündigte. Prof. Mali hatte nämlich den
Bericht über eine Reise mitgebracht, wie sie in unserer Zeit wohl
kaum noch einem Menschen vergönnt sein dürfte. Denn wer kann schon
das Privileg für sich in Anspruch nehmen, wie die vier Schweizer
mehr als ein halbes Jahr lang aus dem Alltag und aus allen
persönlichen Verpflichtungen „auszusteigen“?
Die vier
Theologen – zwei Frauen und zwei Männer – neben dem gebürtigen
Steirer Franz Mali noch die Schweizer Theologinnen
Hildegard Aepli und Esther Ruthenau sowie der
Priester Christian Rutishauser - hatten sich für ihre
Fußpilgerfahrt zu den heiligen Stätten der Christenheit nicht den
bequemsten Weg ausgesucht – der hätte sie durch Italien und dann
auf dem Seeweg nach Jerusalem geführt. Sie wanderten statt dessen
zunächst auf der Alpensüdseite quer durch die Schweiz, durch Süd-
und Osttirol und Südkärnten nach Slowenien, und von dort über den
Balkan - durch Kroatien, Serbien und Bulgarien - bis in die Türkei.
Allein für das Durchqueren der 12-Millionen-Megacity Istanbul
brauchten sie drei Tage – mit der Besichtigung der wichtigsten
Sehenswürdigkeiten und der Planung der weiteren Reiseroute blieb
die Vierergruppe zwölf Tage in der faszinierenden Stadt, ehe sie
sich auf den allein 1.300 Kilometer langen Weg durch das
anatolische Hochland machten. Durch Syrien, das damals bereits vom
Bürgerkrieg geprägt war und schließlich durch Jordanien erreichte
die Pilgergruppe dann, vom Ölberg herab kommend, Jerusalem – „ein
Sinnbild für die pilgernde Kirche“, so Prof. Mali.
„Wir nahmen den Landweg – aber es war ein Gang über das Wasser“.
So beschreibt der charsmatische Steirer ganz unprätentiös die
strapaziöse Tour voller höchst unterschiedlicher Eindrücke, auf der
die vier Individualisten sieben Monate lang versuchen mussten, sich
auch einander anzupassen. „Zu viert zu gehen, heißt nicht allein
unterwegs zu sein“, so das Fazit eines der vier am Ende der
Reise.
Prof. Mali
ließ anhand erschütternder Bilder die Spuren von Krieg und
Zerstörung in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien wach werden,
die bis heute noch nicht bewältigt sind – von den Auswirkungen des
Bürgerkriegs in Syrien, wo die Gruppe auf Druck der syrischen
Geheimpolizei einen hundert Kilometer langen Abschnitt der Reise
aus Sicherheitsgründen mit dem Taxi zurücklegen mussten – von der
bedrückenden Situation in der jordanischen Hauptstadt Amman, die
durch die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen zwischen Israelis
und Palästinensern von 70.000 auf 1,2 Millionen Menschen – 70%
davon palästinensiche Flüchtlinge - geradezu explosionsartig
gewachsen ist.
Aber auch die vielen beglückenden Erfahrungen, auf so viele
Menschen ganz unterschiedlicher Kulturen zu treffen, die ihnen
immer wieder mit großer Gastfreundschaft begegneten und die sie in
ihre Häuser einluden, auch wenn die „Standards“ dort oft höchst
unterschiedlich waren. Prof. Mali erinnerte an die tägliche
Anspannung, am Abend ein Quartier finden zu müssen. Und davon, dass
es jeden Tag irgendwie funktioniert hat. Denn genau in dem Moment,
wenn er an einer Kreuzung stand und nach einer Lösung für ein
aktuelles Problem suchte, da seien Menschen auf sie zugekommen und
es habe sich immer wieder ein Ausweg gefunden. „Gottes Vorsehung
ist pünktlich – sie schmiegt sich an unsere Pläne an“, so die
Erkenntnis Prof. Malis aus dankbarer Erfahrung.
Der Theologe ließ die Momente aufleben, wenn die Gruppe in
freier Natur Eucharistie feierte: Im sommerlich-heißen Park vor der
Universität in Belgrad, in einem vom Regen durchnässten Garten vor
einem orthodoxen Kloster in Bulgarien, auf der herbstlich-kühlen
Hochebene Anatoliens, wo sie nach Wochen einsamer Wanderung, in der
sie nur untereinander deutsch sprechen konnten, in einem
abgelegenen Dorf bei einer türkischen Familie Unterkunft fanden,
die dreißig Jahre in Bochum gelebt hatte.
Oder die grße Freude, nachdem sie ihren einsamen – dennoch durch
die haaarscharf an ihnen vorbeirasenden LKW auf dem
„Nord-Süd-Auto-Pud“ quer dirch den Balkan und Anatolien höchst
gefährlichen Weg - gesund hinter sich gebracht hatten, auch wieder
auf andere Pilger zu treffen - auf den Polen auf dem Weg nach
Assisi, auf den Franzose auf dem Weg nach Alexandria – man ging ein
Stück Wegs gemeinsam, mman aß zusammen und betete zusammen.....
Überhaupt war das tägliche Gebet um Frieden in der Welt, um
Frieden für all die Menschen, denen sie unterwegs begegneten, das
zentrale Anliegen dieser Pilgerreise.
Als sie dann
am 23. Dezember 2011 gegen 16 Uhr, vom Ölberg herab, auf die Stadt
Jerusalem blickten, da war das Ziel, die Grabes- und
Auferstehungskirche.erreicht. Prof. Mali erinnert sich an diesen
Augenblick: „Jetzt waren wir angekommen - nach so viel Zeit und so
viel Geschichte. Wir fielen uns um den Hals. Für diesen Moment
waren wir gegangen.“
Am nächsten Morgen legten die Schweizer und der Steirer ihr
„Pilgerband“, in dem auf Zetteln unzählige Gebetsanliegen steckten,
die sie schon von zuhause mitgebracht hatten oder die ihnen auf
ihrem Weg immer wieder von Menschen zugesteckt wurden und für
welche die Gruppe unterwegs war, auf den „Golgotafelsen“ in der
Kirche.
„Der Weg ist das Geschenk Gottes und die Kraft der Gemeinschaft
ließ mich ankommen“, so faßte eine der beiden Teilnehmerinnen ihre
Erfahrungen von dieser ganz besonderen Art der Gottes-Begegnung
zusammen – an diesem Abend konnten auch die Besucher der
Vortragsveranstaltung im Speyerer Priesterseminar ein Stück weit
Anteil haben an diesen beglückend-bewegenden Erfahrungen. „Wir
haben es für uns als ein ganz besonderes Privileg erfahren, diese
Erfahrung machen zu dürfen“, so Prof. Mali gegenüber dem
SPEYER-KURIER. „Denn wer kann schon für mehr als ein halbes
Jahr aus seinem Alltag und seinen persönlichen Verantwortungen
aussteigen?“
Bereits während der Reise gab es die Möglichkeit, über einen
Blog den Weg der Gruppe mit zu verfolgen und diese Reise mit
Kommentaren zu begleiten. Der Blog kann auch aktuell noch
eingesehen werden unter: http://blog.lassalle-haus.org Foto:
gc
17.03.2013
Fußwallfahrt von vier Schweizer Theologen nach Jerusalem - Bilderalbum
Landschaftlich natürliches Kleinod in Speyer-West am Entstehen
Woogbachtal
mit künstlichen Inseln und vielen Sitzgelegenheiten lädt künftig
wieder zum Verweilen ein
cr. Speyer. Gut vierzig Speyerer Bürgerinnen und Bürger
hatten sich gestern nachmittag an der Woogbachbrücke an der
Eugen-Jäger-Straße eingefunden, um sich über den Fortgang der
aktuellen Arbeiten zur Aufweitung und Renaturierung des
Woogbachtales zu informieren. Zu einer „Gummistiefel-Begehung“
hatte die für diese Maßnahme zuständige Arbeitsgruppe des Projektes
„Soziale Stadt Speyer-West“ unter der Leitung von Hans-Joachim
Ritter, dem Leiter der Städtischen Bauverwaltung, und Dr.
Sven Fries eingeladen. Und das war gut so: Denn bedingt durch
den Schnee der vergangenen Tage, der im gleisenden Sonnenlicht
langsam dahinschmolz, war „das Geläuf“ entlang des Bachs doch
ziemlich matschig....
Auf sicherem Grund konnte aber zunächst Klaus-Dieter
Aichele vom Planungsbüro Bierbaum & Aichele anhand der
ausgehängten Pläne über den aktuellen Stand der Maßnahme berichten.
Vier Aufweitungen seien in den letzten Monaten in den Bachlauf
eingebaut worden - die künstlichen Inseln darin würden für die
gewünschten unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten im Woogbach
sorgen
Als nächstes
würden jetzt in den künstlich aufgeschichteten Erdhügel unterhalb
der Eugen-Jäger-Straße Sitzgelegenheiten in Treppenform eingebaut
sowie entlang des Bachlaufs weitere Bänke aufgestellt. Der Weg
entlang des Bachs wird befestigt und steht auch zukünftig
Fußgängern und Radfahrern gleichmaßen zur Verfügung.
Bis zu den Sommerferien soll die Maßnahme abgeschlossen sein.
Bis dahin werden wohl auch die Bäume und Sträucher eingewurzelt
sein, die als Ersatz für die morschen Pappeln, die wegen fehlender
Standsicherheit gefällt werrden mußten, in den nächsten Tagen neu
gepflnazt werden. Dazu haben die Verantwortlichen im Sinne einer
natürlichen Vegetation Erlen, Weiden, Ahorn und Haselnuss
ausgesucht, die aufgrund ihrer unterschiedlichen
Wachstumsgeschwindigkeiten eine nachhaltige Bepflanzung
versprechen.
Wie bereits
mehrfach berichtet, wird die komplette Umgestaltungsmaßnahme von
der B 9 bis zur Bahnbrücke zu 90 % aus der „Aktion Blau“ - einem
EU-Programm zur Renaturierung von Bachläufen – gefördert. „Bis zum
Jahr 2015 hätten wir ohnedies an die Sanierung des Bachlaufs
herangehen müssen“, so Klaus-Dieter Aichele, „da war es auch von
der Kostenseite her günstiger, das jetzt gleich gemeinsam mit den
Maßnahmen im Zusammenhang mit der „Sozialen Stadt Speyer-West“ in
Angriff zu nehmen.
Und dass dies eine überaus gelunge Maßnahme zu werden
verspricht, davon konnten sich die Teilnehmer an dem gemeinsamen
Spaziergang entlang des Woogbachs ein beeindruckendes eigenes Bild
machen.
Wenn es in ein paar Wochen erst festig ist, dann wartet ein
landschaftlich natürliches Kleinod auf die Speyerer – freuen wir
uns drauf. Foto: gc
16.03.2013
Fortgang der aktuellen Arbeiten zur Aufweitung und Renaturierung des Woogbachtales - Bilderalbum
Leicht rückläufige Unfallzahlen und minimal gestiegene Zahl verunglückter Menschen
Verkerhsunfallstatistik
der Polizeiinspektion Speyer zeigt nur minimale Veränderungen
gegenüber dem Vorjahr.
Eine eher unauffällige Entwicklung der Verkehrsunfallzahlen im
Jahr 2012 konnten heute der Leiter der Polizeiinspektion Speyer,
Polizeioberrat Uwe Giertzsch, und sein zuständiger Leiter der
Verkehrspolizei, Polizeihauptkommissar Jürgen Preek, bei
einem Pressegespräch für ihren Dienstbereich vorstellen. Doch
während landesweit die Unfallzahlen leicht anstiegen, die
Unfallfolgen dagegen - insbesondere die Zahl der Verletzten und der
Toten – weiter zurückging, verzeichnete die Polzeiinspektion Speyer
zwar einen geringfügigen Rückgang der Gesamtzahl der
Verkehrsunfälle von 2.602 im Jahr 2011 auf 2.564 im Berichtsjahr –
gleichzeitig aber stieg die Zahl der verunglückten Personen von 429
auf 436 leicht an. Dass dabei die Zahl der Schwerverletzten von 61
auf 75 anwuchs und die der Getöteten gar von 0 auf 4, sei, so POR
Uwe Giertzsch, eher ein Verharren auf dem Niveau der letzten Jahre
als ein „Ausreißer“ in die eine oder andere Richtung. Selbst die
Zahl der Getöteten sei mit 4 bei drei Unfällen – zwei davon allein
bei dem tragischen Unglücksfall kurz vor Weihnachten auf der
Verbindungsstraße zwischen Harthausen und Römerberg - wieder auf
das langjährige Mittel zurückgekehrt.
Während die Statistik bei den Unfällen unter Einfluß von Drogen
einen deutlichen Anstieg auf 13 und damit fast eine Verdoppelung
gegenüber dem Vorjahr vermeldet, ist bei den Unfällen unter
Alkoholeinwirkung nach dem absoluten Tiefstand von 39 Fällen im
Jahr 2011 zwar wieder ein Anstieg auf 50 Fälle zu registrieren –
dennoch bedeutet dies aber nur eine Wiederannährerung an den
langjährigen Mittelwert von 57 solcher Unfälle.
Positiv habe sich sich dagegen die Zahl der Unfälle mit
unerlaubtem Entfernen von Unfallort entwickelt. Hier weise die
Statistik einen Rückgang von 708 Fällen im Jahr 2011 auf 634 im
Vorjahr aus. Auch sei es hier gelungen, den Anteil der aufgeklärten
Fälle von 42,66 auf 48,42 % zu steigern.
Auch bei den Fahrradunfällen habe das Pendel nach dem Anstieg
auf 198 Fälle im Jahr 2011 mit 189 im Vorjahr wieder eine
Abwärtsbewegung eingeschlagen, konnte PHK Preek berichten. Noch
erfreulicher, so der Polizeibeamte, sei dabei der Umstand zu
bewerten, dass bei den Fahrradunfällen statt 66 im Vorjahr nur noch
47 Kinder beteiligt waren. Allerdings sei es immer noch
bemerkenswert, dass bei über 60 Prozent aller Unfälle mit
Beteiligung von Radfahrern die Radler selbst den Unfall verursacht
hätten.
Auch die Zahl der Unfälle mit
Fußgängerbetiligung habe sich mit 32 gegenüber 35 im Vorjahr auf
dem gleichen Niveau manifestiert.
Allgemein habe die Polizei in der Zeit vom Frühjahr bis zum
Herbst 2012 auf viele Kontrollen verzichten müssen.
Krankheitsbedingte Ausfälle und Kolleginnen, die in Mutterschaft
gingen, hätten in dieser Zeitr zu einer zeitweisen Ausdünnung des
Soll-Stärke der Polizeiinspektion von knapp 100 Beamtinnen und
Beamten geführt. Seit dem vierten Quartal 2012 hätten sich diese
Ausfälle iedoch wieder ausgeglichen und die Kontrollen hätten
wieder spürbar zugenommen. So sorge inzwischen vor allem die
Großbaustelle an der Autobahnbrücke der A 61 über den Rhein noch
immer für zusätzliche Belastungen der Speyerer Polizeidienststelle.
Denn wenn die Menschen in Speyer schlafen, müssten oft mehrfach pro
Woche überbreite Schwertransporte zwischen der BAB-Anschlussstelle
Hockenheim/Neulußheim und dem Autobahnkreuz Speyer von der Autobahn
abgeleitet und über die B 39/ B 9 um die Stadt herumgeführt werden.
Insbesondere der Abschnitt auf der B 39 müsse dazu oft komplett
gesperrt werden, was für die Speyerer Polizei einen erheblichen
personellen Aufwand bedinge.
Zum Abschluss des Pressegesprächs informierte die Polizei noch
über die Liste der Unfallhäufungspunkte in der Stadt, die noch
immer von der mit täglich mehr als 30.000 Fahrzeugen hochbelasteten
Kreuzung am Wartturm angeführt wird. Gute Nachricht dagegen für all
die, die sich täglich an der Ausfahrt von der B 39 auf die Landauer
Straße „quälen“. Hier wird schon in Kürze eine Ampelanlage
eingerichtet, die Autofahrern künftig eine unfallfreie Einfahrt auf
die Landauer Straße ermöglichen wird.
14.03.2013
Frank Scheid übernimmt Führung der Speyerer Wählergruppe
Neuer
„swg“-Vorsitzender für Fortsetzung der bürgerlichen
Rathauskoalition über 2014 hinaus.
Wachwechsel an der Spitze der Speyerer Wählergruppe „swg“
- Frank Scheid, Hauptamtlicher Beigeordneter im Speyerer
Rathaus, folgt jetzt Martin Roßkopf im Amt des Vorsitzenden
der „swg“ nach, das er acht Jahre lang – so betonte er jetzt bei
der Mitgliederversammlung der „swg“ im Hotel „Löwengarten“ - stets
mit großer Freude ausgeübt habe. Nachdem Hermann Preuß im
September 2011 aufgrund einer akuten Erkrankung das Amt des
Fraktionsvorsitzenden der im Speyerer Stadtrat kurzfristig
niederlegen musste, habe er sich als Preuß' Stellvertreter in der
Fraktionsführung dazu bereit erklärt, übergagsweise beide
Funktionen gemeinsam auszuüben. In der „swg“ sei es aber schon seit
langem „guter Brauch“ gewesen, so Roßkopf, Partei- und
Fraktionsvorsitz personell getrennt voneinander zu führen. Er habe
sich deshalb jetzt entschlossen, das Amt des Parteivorsitzenden „in
andere und zugleich in jüngere Hände“ abzugeben. Bei Frank Scheid
sehe er dieses Amt nun zukünftig „in guten Händen“ und habe deshalb
auch den Beigeordneten als seinen Nachfolger im Parteivorsitz
vorgeschlagen.
Roßkopf erinnerte daran, dass er fast auf den Tag genau vor acht
Jahren am gleichen Ort das Amt des Vorsitzenden der „swg“ von Rolf
Wunder übernommen habe, Damals sei Hermann Preuß Vorsitzender der
Fraktion gewesen, die nachfolgende Zusammenarbeit sei „eine schöne
und fruchtbare“ Zeit gewesen, so der scheidende Vorsitzende, der
sich bei Preuß insbesondere für das überaus angenehme und
kollegiale Mitaeinander bedankte.
Neben der Organisation der monatlichen Mitgliederversammlungen
zur Diskussion der aktuell anstehenden kommunalpolitischen Themen
habe in dieser Zeit vor allem die Organisation des 50jährigen
Jubliäums der „swg“ mit dem Festakt am 11. November 2006 im
Historischen Ratssaal im Vordergrund der Arbeit des Vorstandes und
des Vorsitzenden gestanden. Dabei habe insbesondere die - Dank des
Engagements von Frank Scheid möglich gewordene - Festschrift große
öffentliche Aufmerksamkeit gefunden, die – so Martin Roßkopf, der
fast auf den Tag genau so alt ist wie die Speyerer Wählergruppe –
einen wichtigen Beitrag zur Identitätsstiftung der „swg“ geleistet
habe.
Schließlich erinnerte Roßkopf auch noch einmal an die letzte
Kommunalwahl im Jahr 2009, aus der die Wählergruppe als
drittstärkste Fraktion im Speyerer Stadtrat hervorgegangen war.
Möglich geworden sei dies dank der großen Geschlossenheit der
Mitglieder der „swg“, denen Roßkopf „für die vielen Diskussionen
und die Loyalität“ dankte, die sie ihm gegenüber „in jeder
Situation“ gezeigt hätten. „Es hat mir immer Freude gemacht, mit
Euch für Speyer aktiv zu sein“, stellte Roßkopf fest und versprach,
diese Arbeit auch als Sprecher der Fraktion im gleichen Umfang
fortzusetzen.
Danach attestierte
Klaus Mayrhofer in seiner Funktion als Kassenrevisor dem mit
der Kassenführung der „swg“ betrauten Beisitzer Rolf Wunder
eine vorbildliche Arbeit. „Die „swg“ kann sich für den nächsten
Kommunalwahlkampf auf eine gut gefüllte „Kriegskasse“ stützen“,
bescheinigte Mayrhofer der Vorstandschaft, die – einmalig in der
Parteienlandschaft – nicht aus Beiträgen der Mitglieder, sondern
ausschließlich aus den Sitzungsgeldern der Fraktionsmitglieder
gespeist werde.
Danach übernahm wieder Wolf-Eberhard Bonnet die
Verhandlungsführung. Er war zuvor schon von den in beeindruckender
Zahl erschienenen swg-Migliedern - 29 von insgesamt 63 verzeichnete
das Protokoll – die trotz Eis und Schnee zu der Versammlung
gekommen waren - zum Wahlleiter gewählt. Er schlug angesichts der
Bewerbungslage – für jedes Amt stand nur ein Kandidat zu Verfügung
- die in der Satzung vorgesehene Möglichkeit der offenen Abstimmung
vor.
Für Frank Scheid bedeutete dies, dass er bei eigener
Enthaltung einstimmig zum neuen Vorsitzenden der Speyerer
Wählergruppe gewählt wurde. Gleichfalls ohne Gegenstimme wurden
dann Christine Ritthaler und Michael Neugebauer zu
Stellvertretenden Vorsitzenden, Rolf Wunder und Hermann
Preuß zu Beisitzern gewählt. Die Ratsmitglieder der „swg“
gehören dem Vorstand kraft Amtes an. Bestätigt wurde schließlich
auch Klaus Mayrhofer in seiner Funktion als Kassenrevisor,
das er bereits seit neun Jahren versieht.
In einer kurzen Antrittsrede verwies Frank Scheid dann auf die
langjärige, erfolgreiche Zusammenarbeit der „swg“ mit der CDU im
Speyerer Rathaus. „Bei den nächsten Kommunalwahlen im Jahr 2014
wird diese erfolgreiche bürgerliche Koalition 20 Jahre bestehen“,
so Scheid. „Inzwischen ist sie schon zu so etwas wie einer „echten
Liebesbeziehung“ geworden - wer etwas anderes behauptet, tut dies
aus rein politischem Kalkül“, unterstrich Scheid, der selbst seit
dem Jahr 2000 der „swg“ angehört. Für ihn gebe es deshalb zur Zeit
keine Alternative zu der Zusammenarbeit mit der CDU. Er wolle er
sich deshalb – soweit es die Wahlergebnisse wieder hergeben – für
die Fortsetzung dieser bürgerlichen Koalition einsetzen. Dabei
seinen unterschiedliche Meinungen in Sachfragen in einer Demokratie
– in kommunalpolitischen Fragen zumal - ganz normal, ja vielleicht
sogar notwendig.
Bei den zahlreichen Zukunftsprojekten in der Stadt – vom
Feuerwehrbedarfsplan über die Neuausschreibung des Stadtverkehrs
bis zu den neuen Bestattungsformen, wo die „swg“ einen
entsprechenden Antrag eingebracht hatte - werde man sich in der
Rathauskoalition auch künftig um die gleiche Geschlossenheit
bemühen wie dies zuletzt beim Kommunalen Entschuldungfonds, bei der
Suche nach einem neuen Standort für die Rettungswache oder bei der
Diskussion um den Bebauungsplan am Alten Güterbahnhof gelungen sei,
wo sich die „swg“ neben der Sanierung der beiden bestehenden
Altbauten für den Neubau eines Gebäudes parallel zum „Schipka-Pass“
- dem Viadukt über die Bahngleise – ausgesprochen habe.
Die Speyerer Wählergruppe werde auch unter seiner Führung „immer
erst an Speyer denken“, so Scheid. Deshalb dürften auch bei der
weiteren wohnungsbaulichen Verdichtung der Stadt nicht die
wohlhabenden „Auswärtigen“ den Vorzug vor den angestammten
Speyerern bekommen. „Andererseits bedeutet Verdichtung aber immer
auch eine Belastung für die Anwohner“, betonte der neue
Vorsitzende, „doch wenn wir uns zu einer solchen Verdichtung
bekennen, dann müssen wir dies den Bürgern aus unserer politischen
Verantwortung heraus auch vermitteln“.
14.03.2013
Mehr Leuchten, geringerer Verbrauch
Die
Stadtwerke modernisieren die Speyerer Straßenbeleuchtung mit großem
Erfolg und Unterstützung des BMU.
Als die Stadtwerke Speyer 2008 die gesamte Beleuchtungsanlage
aus städtischem Besitz übernommen haben, sagte Geschäftsführer
Bühring: „Energieeffizienz ist unser großes Ziel. Wir setzen beim
Austausch auf wartungsarme Modelle mit optimierter Lichtoptik. Die
neuen Leuchtmittel, die sukzessive zum Einsatz kommen, erzielen
eine höhere Lichtausbeute bei einem Drittel weniger Verbrauch".
Und dieser Weg wurde sofort und konsequent beschritten. Seit
2008 konnte der Jahresverbrauch an elektrischer Energie für die
nächtliche Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer um fast 15 % gesenkt
werden, obwohl die Anzahl der Leuchten von 5167 auf 5380 gestiegen
ist. Dies entspricht einer CO2-Einsparung von fast 273.000 kg im
Jahr. Von 2010 bis 2012 wurden die Stadtwerke auf Antrag bei den
Ausgaben von 192.000 Euro mit 30.000 Euro aus dem Fördertopf des
Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
unterstützt.
Natriumdampf-Hochdrucklampen (NAV) verbrauchen bei etwa gleicher
Lichtausbeute bis zu 35 % weniger Energie als die bisher
eingesetzten Quecksilberdampf-Hochdrucklampen. Deshalb ersetzten
die SWS im Rahmen des Projekts 542 vorhandene HQL und NAV mit
integriertem Zündgerät durch neue Leuchten mit energieeffizienteren
NAV. Durch den Einsatz von Kofferleuchten mit modernen
Facettenspiegeln ist der Gesamtwirkungsgrad von Leuchte und
Leuchtmittel deutlich höher als bei den über 30 Jahre Laternen.
Durch die geänderte Bauform der Leuchten musste die Lichtpunkthöhe
angepasst werden. Deshalb wurden im Zuge der Sanierung auch die
Masten ausgetauscht. Um den Gesamtenergieverbrauch zusätzlich zu
reduzieren, wird die Leistung der Beleuchtung zwischen 22 Uhr und 6
Uhr reduziert. Wegen der dafür notwendigen Steuerungstechnik
mussten die elf Kabelverteiler ausgetauscht werden. Im Vergleich
zur Ausgangssituation konnte der Stromverbrauch in den umgerüsteten
Straßenzügen um 63,7 % reduziert werden.
Auch im laufenden Jahr sind weitere Maßnahmen geplant. Im Rahmen
des BMU-Förderprogramms werden Im Vogelgesang und in Speyer Nord,
westlich der Spaldinger Straße, die alten Laternen durch
energieeffiziente LED-Straßenleuchten ersetzt. In den beiden
Gebieten wird eine Reduzierung des aktuellen Verbrauchs
elektrischer Energie und der CO2-Emissionen von durchschnittlich 75
% erwartet.
Federführend für das zukunftsweisende Modernisierungsprojekt der
Speyerer Straßenbeleuchtung ist Daniel Großstück, der seit 2012
seinen Bachelor of Engineering in der Tasche hat. Er war der erste
Student der Fachrichtung Elektrotechnik/Schwerpunkt Energietechnik,
der bei den Stadtwerken in Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule
Baden-Württemberg Mannheim ausgebildet wurde.
14.03.2013
www.speyer.de - Stadt kommt jetzt noch näher zu ihren Bürgerinnen und Bürgern und in die ganze Welt
Oberbürgermeister
Eger gibt nach Erprobungsphase neues Internet-Portal frei.
Die Stadt Speyer kommt jetzt noch näher zu ihren Bürgerinnen und
Bürgern und mit ihrem neuen Internetportal „www.speyer.de“ über das „www“ - das
„world wide net“ zu allen Menschen in der Welt. Das „alte“ Portal,
so erklärte Oberbürgermeister Hansjörg Eger jetzt bei der
Vorstellung des „neuen“, sei nach neunjähriger Nutzung doch etwas
„angestaubt“ gewesen. Täglich rund 3.000 mal angeklickt, sei es
jetzt am Ende seiner Entwicklungsmöglichkeiten gewesen; zudem habe
die Firma, die mit seiner Pflege beauftragt gewesen sei, die
Aufgabe dieses Geschäftszweiges angekündigt. Der Städtische
Pressesprecher Dr. Matthias Nowack habe deshalb gemeinsam mit
seinen Mitarbeitern und in Zuzsammenarbeit mit dem Mannheimer
Webdesigner Dietmar Brühmüller in zweieinhalbjähriger Arbeit
den neuen, noch weitaus vielseitigeren Internetauftritt konzipiert
- die Westerwälder Kreativschmiede „Chamäleon“ die
Gestaltung des neuen Portals übernommen. Rund 30.000 Euro hat die
Stadt bisher für das neue System ausgegeben – die Arbeitszeit der
daran beteiligten städtischen Mitarbeiter wäre noch oben drauf zu
rechnen.
Frischer und farbiger präsentiere sich das neue Portal, freute
sich der Oberbürgermeister - multimedialer – so ergänzte sein
Sprecher mit Hinweis auf die derzeit bereits zwölf professionell
gemachten Videofilme, die zu den Sehenswürdigekeiten der Stadt
führen und die über einen eigenen „You-Tube“-Kanal abgerufen werden
können
Überhaupt wird er Tourismus in Speyer wohl am meisten von dem
neuen Internet-Auftritt der Stadt profitieren: Hotelbuchungen
können jetzt unmittelbar übers Internet vorgenommen -
Eintrittskarten für die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen in
Speyer direkt gebucht und unmittelbat ausgedruckt werden – der Gang
zum Kartenbüro kann damit künftig entfallen.
Für diejenigen, die Speyer einen Besuch abstatten wollen, gibt
es jetzt noch mehr Möglichkeiten, sich über die Stadt zu
informieren. Thematisch geordnete Bildergalerien ergänzen die
Videofilme – ganz aktuell kann man über eine neue Livekamera einen
Blick auf Alten Marktplatz und Kaiserdom werfen und sich nebenbei
auch noch mit eigenen Augen einen Eindruck von der aktuellen
Wetterlage in der Stadt verschaffen.
Einen eigenen Blog widmet das Portal den Freunden des
Radfahrens. Hier hat sich der Fahrradbeauftragte der Stadt ,
Karl-Heinz Hepper, vieles rund ums Zweirad einfallen lassen,
stellt „thematische Radtouren“ rund um Speyer und die Pfalz vor und
gibt viele nützliche Ratschläge über alles, was Radler wissen
sollten.
Unter der Überschrift „Rathaus“ öffnen sich den Besuchern des
neuen Internet-Portals die Türen zu allen Amtsstuben der
Stadtverwaltung. Dort kann man den „Städtischen“ quasi über die
Schulter blicken, weil alle öffentlichen und veröffentlichten
Dienstvorgänge künftig direkt über das Netz eingesehen und
nachgelesen werden können.
Ein eigener
Link führt auch zu den wohl noch auf längere Zeit zahlreichen
Baustellen in der Stadt, erklärt die Baumaßnahme, gibt
Erläuterungen über ihren Ablauf und zeigt, wie man insbesondere die
vielen Straßenbaustellen am besten umfahren kann.
Der neue Internet-Auftritt wird sich als sehr dynamisch
erweisen, erklärte Dr. Matthias Nowack bei der Vorstellung. Dadurch
soll er jederzeit durch neue Iinformationen oder durch ganze
Untermenues ergänzt werden können.
Erste „Kostproben“ davon werden die Nutzer schon in Kürze
einsehen können, wenn in den nächsten Wochen das neue
Vereinsverzeichnis eingestellt werden wird. Für diese Nutzung will
die Stadtverwaltung, eingedenk der ehrenamtlichen Tätigkeit der
Vereinsverantwortlichen, keine Gebühren erheben.
Anders wird das bei dem gleichfalls vorgesehenen neuen
Branchenverzeichnis sein, dessen Realisierung der Stadtrat erst
kürzlich beschlossen hat und das seinen Nutzern die aufwändige
Entwicklung eines eigenen Internet-Auftritts ersparen soll. Hier
will die Stadt einen jährlichen Kostenbeitrag erheben, auch – so
der Oberbürgermeister – um mit der alljährlichen Abbuchung an
eventuell notwendige Aktualisierungen zu erinnern.
Es wird also künftig noch komfortabler und viellecht auch
spannender sein, sich über „seine“ Stadt Speyer in Wort und Bild
auf dem laufenden zu halten.
Klicken Sie doch einfach einmal rein!
Auch der SPEYER-KURIER wird sich in Kürze mit dem neuen
Internet-Portal „www.speyer.de“
verlinken.
13.03.2013
Mit kontinuierlichen Dividendenzahlungen und glänzenden Zukunftsaussichten
Volksbank
Kur- und Rheinpfalz präsentiert drei profitable Aktienwerte aus der
Metropolregion Rhein-Neckar
Mit dem Mannheimer Schmierstoffspezialisten Fuchs Petrolub, der
Neustadter Hornbach Holding AG und dem Walldorfer
Softwareunternehmen SAP präsentierte die Volksbank Kur- und
Rheinpfalz bei ihrem jüngsten Aktionärsforum im Speyerer
„Labsaal“ - den älteren noch als „Katholisches Vereinshaus“ und
Veranstaltungsort unvergeslicher Feste und Feiern in bester
Erinerung – gleich drei Aktiengesellschaften mit Sitz im weiteren
Geschäftsbereich der pfälzisch-badischen Genossenschaftsbank. Als
echte „Dividenden-Aristokraten“, so charakterisiserte der
Generalbevöllmächtigte der Volksbank, Achim Seiler, in
seiner Begrüßung die drei weltweit operierende
Aktiengesellschaften, die mit glänzenden Zukunftsperspektiven
aufwarten könnten und die in den letzten Jahren durch
kontinuierliche Dividendenzahlungen überzeugt hätten. Gerade in
Niedrigzinsphasen wie heute, so betonte Seiler, seien solche
Faktoren für potentielle Anleger wichtige Hilfen für ihre
Kaufentscheidung.
Für die Mannheimer Fuchs Petrolub AG, innovativer
Entwickler und Hersteller eines der umfangrichsten Sortimente von
Schmierstoffen für fast jeden Anwendungszweck, war an diesem Abend
der Stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Alexander
Selent nach Speyer gekommen. Er stellte sein Unternehmen als
eines der dreißig größten Familienunternehmen in Deutschland vor,
das – heute in dritter Generation von Dr. Stefan Fuchs geführt -
seit seiner Gründung im Jahre 1931 noch nie Verluste gemacht habe.
Vom Unternehmensgründer Rudolf Fuchs, der seine Produkte in den
Anfangsjahren noch persönlich mit der Handkarre zu seinen Kunden in
Mannheim brachte, habe das Unternehmen insbersondere unter dessen
Sohn Dr. Manfred Fuchs einen steilen Aufstieg genommen. Sei der
Umsatz im Jahr des Börsenganges 1985 noch bei 500 Mio. D-Mark (!)
gelegen, so sei im Jahr 2012 die 1,8 Milliarden-Grenze
überschritten worden. Dabei sei für den Erfolg der Aktie stets das
überaus profitable Wandstum von Fuchs Petrolub wichtig gewesen. Mit
seinem „robusten Geschäftsmodell“, so Dr. Selent, habe das
Unternehmen heute auf vielen strategisch wichtigen Geschäftsfeldern
die Weltmarktführerschaft übernommen. Dazu seien seine
internationale Präsenz, die globale Vernetzung und ein gutes
Managment wichtige Eckdaten des Erfolgs. Dadurch sei es glungen, im
Mittel der vergangenen Jahre den Umsatz um 5,5 % jährlich zu
steigern. Diese Stärke habe Fuchs Petrolub auch weitgehend
unbeschadet durch die Weltfinanzkrise in den Jahren 2008/2009
kommen lassen. Denn während der Markt insgesamt in dieser Zeit 15,5
% einbüßte, habe Fuchs Petrolub lediglich einen Umsatzrückgang von
200 Mio. Euro auf das erwartete Wachstum von 600 Mio. Euro
hinnehmen müssen.
Die hohe
Profitabilität des Untzernehmens habe sich vor allem auch in der
Entwicklung des Unternehmensgewinns gezeigt, die in den vergangene
Jahren bei durchschnittlich 20 % pro Jahr gelegen habe. So konnte
das Unternehmen trotz des durch die Weltwirtschafzskrise
ausgelösten Umsazurückgang von 15,5 % den höchsten Gewinn in der
Unternehmensgeschichte „einfahren“. Und auch im Vorjahr habe Fuchs
Petrolub einen Gewinn von 207 Mio Euro verzeichnen können.
Und noch eine weitere positive Entwicklung wollte Dr. Selent den
Teilnehmern an dem Forum nicht vorenthalten: Hätten in der Bilanz
des Unternehmens noch vor zehn Jahren 310 Millinen Euro Schulden
gestanden, so sei diese Schuldenlast schon im Jahr 2008 bei Null
gestanden – heute verfüge Fuchs Petrolub über ein Eigenkapital in
Höhe von über 700 Mio. Euro. „Eine wetterfeste Bilanz mit einer
Eigenkapitalquote von 98 %“, konnte Dr. Selent nicht ohne Stolz
konstatieren.
Grund für diese beeindruckende Lage des Unternehmens ist sicher
der Umstand, dass Fuchs Petrolub heute auf vielen technologischen
Feldern der Weltmarktführer ist. Auch dadurch unterscheide man sich
in Mannheim von den großen Mineralölunternehmen der Welt. Über
10.000 unterschiedliche Schmierstoffe seien in den Forschungslabors
von Fuchs Petrolub entwickelt worden und würden heute in 34
Produktionsstätten in der ganzen Welt hergestellt. Über 100.000
Kunden in 120 Ländern der Welt würden die Erzeugnisse aus Mannheim
für ihre Produkte einsetzen:
Von den Trockenschmierstoffen, wie sie beispielsweise den Einzug
und die Rückgabe der Scheckkarte am Geldautomaten überhaupt erste
möglich machen - die Reißverschlüsse gangbar halten oder das
Funktionieren einer Injektionsspritze sicher stellten - „ohne Fuchs
dreht sich nichts“, wie Achim Seiler scherzhaft anmerkte. Fuchs ist
heute Weltmarktführer bei den sprühbaren Haftschmierstoffen und
produziert über 35 % der für schwierige Einsätze notwendigen
Bergbauschmierstoffe Allein im Automobil werden heute weit über 100
unterschiedliche Öle und Fette eingesetzt – Fuchs hat sie in seinem
Portfolio. China, Nord- und Südamerika, Rußland, Brasilien, Indien
– überall, wo auf der Welt modernste technologische Prozesse
ablaufen, ist Fuchs heute mit dabei.
Im Jahr 2000 betrug die Marktkapitalisierung des Unternehmens
noch 150 Mio. DM – heute sind es bereits über 4 Milliarden Euro.
Kein Wunder, dass da auch die Aktionäre immer „ihren Schnitt“
machen. „Wir haben seit unserem Börsengang im Jahr 1985 alljährlich
Dividenden bezahlt“, berichtete Dr. Selent abschließend, „und das
mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 11 %“. Gute
Aussichten also für den, der sich für das Mannheimer Fuchs
Petrolub-Papier entscheidet – ca. 60 Euro muss man dafür derzeit
aufwenden.
Ein
erfolgreiches Familienunternehmen ist auch die Neustadter
Hornbach Holding AG, in der die zahlreichen Tochterfirmen
des ursprünglich aus Bornheim bei Landau kommenden und heute
international operierenden Baumarktkonzerns „Hornbach“
zusammengefasst sind. Axel Müller, zuständig für
„Investors Relations“ bei Hornbach, erinnerte an den Beginn
der Unternehmensgeschichte, die der Schieferdeckermeister Michael
Hornbach im Jahre 1877 begann. 1968 gründete dann sein Nachfahre
Ottmar Hornbach in Bornheim den ersten kombinierten Bau- und
Gartenmarkt. Heute betreibt das Unternehmen 130 Baumärkte in neun
europäischen Ländern, wo Kunden die Auswahl aus über 120.000
Artikeln haben. „Von der Planung bis zur Realisation – vom
Einsteiger- bis zum Profiprodukt““ böten die Hornbach Märkte heute
alles - „für bastelnde Laien bis zu den versierten
„Profi-Häuslebauer“ - jeder käme heute auf seine Kosten, so
Müller.
Auch sein Unternehmen habe seit dem Börsengang im Jahr 1987 in
jedem Jahr Dividenten an seine Aktionäre bezahlt, obwohl es sich
bei den Baumärkten – im Unterschied zu den Mannheimer
Schmierstoff-Kollegen – um ein durchaus konjunkturabhängiges und
deshalb schwierigeres Geschäft handele, so Axel Müller, der deshalb
für das laufende Geschäftsjahr ein Ergebnis erwartet, das wohl
nicht an das Rekordergebnis des Vorjahres heranreichen werde
Dennoch habe Hornbach seinen zweiten Platz auf der Skala der
größten Baumarktketten halten können, berichtete der Manager..“Wir
haben die höchsten Umsätze pro Markt und pro qm in unseren Märkten,
die im Durchschnitt 11.000 qm groß sind“, berichtete er. Dabei
setze sein Unternehmen vor allem auf die Wachstumsmärkte Altbau-
und energetische Sanierung. „80 Prozent aller Wohnungen in
Deutschland sind älter als zwanzig Jahre“, wußte Müller zu
berichten, „da hat sich ein enormer Verbesserungsbedarf und damit
ein gewaltiges Potential für unseren Geschäftszweig angehäuft“.
Das verspreche deshalb auch für die Aktionäre – Hornbach ist
seit 1983 mit seinen Baumärkten und seit 1987 mit der „Hornbach
Holding“ bördennotiert – gute Dividende. Nicht umsonst verzeichne
das Unternehmen für die Branche vorzügliche Ratings und werde bei
Moody's mit Ba2, bei ´Standard & Poors“ mit BB+ bewertet.
Von
ausgezeichneten Resultaten konnte schließlich auch der Vertreter
der im Jahr 1972 gegründeten SAP AG berichten. Stephan
Kahlhöfer, Manager „Investors Relations“ von SAP, des
Software-Riesen im badischen Walldorf , konnte auch für 2012 wieder
ein Rekordergebnis seines Unternehmens ankündigen – genaue Zahlen
werden in der kommenden Woche vorgestellt. Im 41. Jahr seines
Bestehens sei SAP zum Weltmarktführer für Unternehmenssoftware
aufgestiegen, berichtete der Manager. Mit über 232.000 Kunden in
180 Ländern der Welt habe SAP im Jahr 2012 seinen Umsatz auf die
Rekordhöhe von 16,2 Milliarden Euro gesteigert. Auch Stephan
Kahlhöfer sprach von einem „robusten Geschäftsmodell“ seines
Unternehmens, das es seit dem Börsengang der SAP im Jahr 1985
möglich gemacht hätte, den Aktionären eine stetig gewachsene
Dividende auszuzahlen. 30 % des Nettogewinns habe man zuletzt an
die Aktionäre ausgeschüttet, 70 % würden in weiteres Wachstum
investiert. „Schließlich wollen wir das am schnellsten wachsende
Datenbankunternehmen in der Welt bleiben,“ so Stephan Kahlhöfer.
Bis 2015 wolle man eine Milliarde Kunden erreichen und damit den
Umsatz auf 20 Milliarden Euro steigern.
Gute Aussichten also für Anleger – schwierig nur, wenn man so
„die Qual der (Aus)wahl“ hat – aber da, so Achim Seiler, stünden ja
er und seine Kollegen mit Rat für passgenaue Lösungen bei der
Volksbank Kur- und Rheinpfalz bereit.
12.03.2013
1899 Hoffenheim Torwart Heurelho Gomes heißt die neue Pazifische Riesenkrakendame im SEA LIFE Speyer willkommen.
Dass Oktopoden und Fußball zusammen gehören, ist seit Krake
Paul wohl unumstritten. 2010 sorgte das Tier als Orakel bei der
Fußball Weltmeisterschaft durch seine korrekten Spielvorhersagen
für Aufsehen. Seit heute herrscht eine weitere Verbindung zwischen
König Fußball und dem blaublütigen Oktopus.
Das SEA LIFE Aquarium Speyer war auf der Suche nach einem Paten
für den imposanten Neuankömmling, eine Pazifische Riesenkrake. Sie
ist Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung „Octopus Garden“, die
am 20. März offiziell eröffnet wird. Pazifische Riesenkraken können
eine Spannweite von bis zu vier Metern erreichen und so beinahe ein
Fußballtor ausfüllen. Wer wäre also als Pate für dieses Tier besser
geeignet als „Mr. Oktopus“ selbst? Heurelho Gomes ist für seine
schnelle Reaktion mit Händen und Beinen bekannt und trägt eben
diesen Spitznamen. Der Torhüter des Erstligisten TSG Hoffenheims
erklärte sich bereit die Patenschaft der Riesenkrake zu übernehmen
und schon bei der ersten Begegnung stimmte die Sympathie.
Am 20. März eröffnet die neue Sonderausstellung „Octopus Garden“
im SEA LIFE Speyer. Unterschiedliche Krakenarten, Sepien und
Perlboote erwarten die Besucher in aufwendig gestalteten Becken.
Als einziges Aquarium in Süddeutschland zeigt das SEA LIFE Speyer
dann einen Pazifischen Riesenkrake.
2013 feiert das SEA LIFE Speyer seinen 10. Geburtstag. Ein
Jahrzehnt Großaquarium – das sind nicht nur 60 Tonnen Fischfutter,
3,1 Millionen Liter aufbereitetes Wasser und 250 Tonnen Salz –
sondern auch unzählige strahlende Kinderaugen, faszinierte Eltern
und 3.000 Meeresbewohner in Partystimmung.
11.03.2013
Das Feld ist bestellt: Verkehrsvereins-Vorsitzende Heike Häußler kündigt bei Mitgliederversammlung Wechsel an der Spitze der erfolgreichen Vereinigung an.
Heike Häußler hört auf!
Schon im Jahr 2010 hatte sie ihren Rückzug aus der Führung des
Speyerer Verkehrsvereins angekündigt – dann aber ließ sie sich doch
noch einmal in die Pflicht nehmen – doch im kommenden Jahr soll es
jetzt endgültig Ernst werden: Bei der diesjährigen
Mitgliederversammlung des Verkehrsvereins im Augustinersaal der
Kreis- und Stadtsparkasse Speyer kündigte Häußler an, für eine
erneute Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung stehen zu wollen.
Entscheidende Weichen seien gestellt, wichtige Projekte auf den Weg
gebracht, so Heike Häußler, die dem Speyerer Verkehrsverein bei den
Neuwahlen im kommenden Jahr zwanzig Jahre lang vorstehen wird.
Jetzt wolle sie Platz machen für einen jüngeren Vorsitzenden. Für
dieses Amt wolle sie das langjährige Vorstandsmitglied der Kreis-
und Stadtsparkasse Speyer, Uwe Wöhlert als ihren Nachfolger
vorschlagen,, der im vegangenen Jahr als Generalbevollmächtigter
zur Landersbausparkasse LBS Rheinland-Pfalz nach Mainz wechselte
und der, so Heike Häußler, als langjähriges Mitglied im
Geschäftsführenden Vorstand des Verkehrsvereins die
selbstgestellten Aufgaben der Vereinigung aus dem „Eff-Eff“
kenne.
Zuvor hatte Häußler in ihrem Jahresbericht die vielfältigen
Aktivitäten des Vereins und seines Vorstandes Revue passieren
lassen: Als Vorsitzende kam sie selbst dabei allein auf 60
Arbeitstermine und Sitzungen, an denen sie teilgenommen bzw den
Verein über die eigenen Veranstaltungen hinaus offiziell vertreten
habe. Hinzu seien noch die Sitzungen des Arbeitskreises Tourismus,
des Brezelfest-Vergabeausschusses, des Redaktionsausschusses und
nicht zuletzt die Termine von Vorstand und Beirat zu zählen Auf gut
100 Termine summierten sich so die Gelegenheiten, bei denen sie die
„Sache des Verkehrsvereins“ in den unterscheidlichesten Gremien
vertreten habe. Doch „da ich das alles gerne tue, ist es mir nach
wie vor mehr Freude als Belastung“, gestand die Vorsitzende den
rund 80 zu der Versammlung erschienen Mitgliedern.
Im Mittelpunkt des umfangreichen Tätigkeitsberichts stand
naturgemäss einmal mehr die Arbeit rund um das Brezelfest. Dieses
„größte Volksfest am Oberrhein“ vom 11. bis zum 17, Juli 2012 sei
erneut ein großer Erfolg gewesen, konnte die Vorsitzende
berichten.
Ein paar „Regengüsse zur Unzeit“ hätten die Besucher nicht
weiter erschüttert. Hätten einige Schausteller noch am
Brezelfest-Samstag versucht, Marktmeister Franz Hammer und
seiner Crew zu erklären, wie ein Festplatz gestaltet sein muss,
damit sein wirtschaftlicher Erfolg garantiert ist, seien am
Dienstag alle Kritik verstummt und sogar die Betreiber der
Fahrgeschäfte mit ihren Umsätzen zufrieden gewesen. Die neuen
Ideen, das Fest um einen Tag zu verlängern und seine Eröffnung in
das Zelt auf dem Festplatz zu verlegen, seien gut angekommen.
Wichtig sei aus
Sicht des Vereins vor allem gewesen, dass auch im Jahr 2012 die
Organisation wieder gut geklappt habe und das Zusammenwirken der
vielen ehrenamtlichen Helfer ohne Pannen vonstatten gegangen sei.
„Wir wollen uns auch weiter anstrengen, mit Fantasie und
Kreativität die Ausstrahlung und die Qualität des Brezelfestes zu
steigern“, versprach Heike Häußler, die abschließend auch noch
einmal an den im Wortsinne „Schlagzeilen“ machenden „Zwischenfall“
erinnerte, „als der Oberbürgermeister mir mit noch ungeübtem
Schwung den Krug aus der Hand schlug und eine kleine
Bierüberschwemmung verursachte“. Den Zuschauern habe das großen
Spaß gemacht und man sei gespannt, was Eger sich in diesem Jahr
einfallen lasse.
Über viele weitere Events konnte die Verkehrsverins-Vorsitzende
berichten – öffentliche wie den traditionellen Sommertagszug, für
dessen Organisation sie Esther Wedekind-Razvi und ihren
Helfern dankte.
Dann erinnerte sie an die Eröffnung des Medienraums in dem vom
Verkehrsverein betreuten Jüdischen Museum SchPIRA, in dem mit zwei
Filmen über die Geschichte des Judenhofes und der Juden in Speyer
sowie speziell über die mittelalterliche Synagoge informiert wird.
Die Filme werden in Englisch und Französisch angeboten und finden
inzwischen bei den immer zahlreicheren Besuchern reges
Interesse.
Auch bei den Aktivitäten des Verkehrsvereins bei der 12.
Kult(o)urnacht habe das Programm aus Führungen durch das Areal und
jüdischer Klezmer-Musik beim Publikum wieder großen Anklang
gefunden. Insbesondere die wiederum große Zahl der Besucher habe
auch sie mehr als erstaunt, so Heike Häußler. Denn habe man in den
Jahren zuvor noch zwischen 3.000 und 3.500 Gäste gezählt, seien es
im letzten Jahr 4.700 Besucher gewesen. Dabei seien auch die
Gedenkräume für Martin Greif und Eugen Jäger über dem jüdischen
Museum wieder geöffnet worden. Dr. Klaus Haag und das Ehepaar Dr.
Rudolf und Rosemarie Joeckle hätten dabei die Besucher kompetent
informiert.
Besonders bedankte sich Häußler in diesem Zusammenhang beim THW
mit Christian Maier, seinen jugendlichen Helfern und dem
Senior Fritz Maier, die für das Bewirtungsangebot an diesem Abend
gesorgt hätten - ebenso Uwe Wöhlert und den
Judenhofbetreuern für die Organisation sowie allen helfenden
Mitgliedern des Verkehrsvereins für die Unterstützung dieser
Veranstaltung. Heike Häußler erinnerte daran, dass seit dem 15.
September 2012 auch regelmäßig öffentliche Führungen durch die
Gedenkstuben für Martin Greif und Eugen Jäger durchgeführt werden.
Informationen über die Termine sind in der Tourist Information zu
erhalten oder über die Internet-Seiten der Stadt.
Im November habe im Medienraum eine Ausstellung zur Geschichte
des Judenhofes und über die Funde und Erkenntnisse der
verschiedenen Grabungen im Areal eröffnet werden können, zu der
auch hochkarätige Gäste der Denkmalbehörde in Mainz gekommen waren.
Diese Ausstellung ist noch bis Ende Mai geöffnet.
Breiten Raum in dem
Bericht nahmen auch die „Speyerer Vierteljahreshefte“ ein,
die der Verkehrsverein jährlich viermal gemeinsam mit der Stadt
Speyer herausgibt. Nach wie vor seien die Hefte eine sehr beliebte
Speyerer Publikation, die vor allem bei ehemaligen Mitbürgern, die
fern von Speyer in Deutschland oder im Ausland lebten, dankbar als
Brücke in die alte Heimat angesehen würden.
Für die Gestaltung der Hefte dankte Heike Häußler dem
Redaktionsausschuss, dem neben Mitgliedern des Vorstandes auch
Bruno Cloer, Karl-Markus Ritter und Dr. Joachim Kemper
angehörten. Mit einer ausgewogenen Mischung aus historischen
Ereignissen und aktueller Berichterstattung habe der Ausschuss von
Jutta Jansky wieder gute Auswahl getroffen,.Gregor
Flörchinger, seit einem Jahr Beiratsmitglied, kümmere sich
erfolgreich um die Anzeigenwerbung.
Das neue Jahr schließlich habe für den Verkehrsverein mit der
Eröffnung einer Medienstation im Museum SchPIRA begonnen, in der
die Besucher digitalisierte jüdische Urkunden, Texte und
Fotografien aus acht Jahrhunderten zur jüdischen Geschichte der
Stadt Speyer am Bildschirm betrachten könnten. Die leicht zu
bedienende Station wurde von der Abteilung Kulturelles Erbe der
Stadt, dem Stadtarchiv und mit finanzieller Unterstützung des
Verkehrsvereins eingerichtet werden können..
Schließlich konnte die Vorsitzende noch über eine Reihe von
internen, geselligen Veranstaltungen berichten, so über den Ausflug
mit den Speyerer Judenhofbetreuern zu einer Besichtigung des neuen
Synagogenzentrums in Mainz und über die traditionelle
Brezelfestbier-Verkostung, die 2012 erstemals auf dem Gelände der
IPA auf dem Polygon-Gelände stattfand und bei der das neueste
Brezelfest-Bild des Künstlers Martin Eckrich von Round Table
vorgestellt wurde.
Und schließlich der letzte und aktuellste Termin des
Arbeitsjahres: Die Verabschiedung von Christian Maier als
Ortsbeauftragter des THW, bei der Heike Häußler dem scheidenden
Ortsbeauftragten für vielfältige Unterstützung danken konnte.
Eine abschließende Anmerkung der Vorsitzenden galt der im
vergangenen Jahr gegründeten „Verkehrsverein GmbH“. „Ihr Zweck, den
geschäftsführenden Vorstand und die Vorsitzende zu entlasten, die
vor allem für das Brezelfest einen großen zeitlichen Einsatz
erbringen mußten, hat sich schon im ersten Jahr in einer spürbaren
Entlastung ausgedrückt“, bescheinigte Häußler dem
Geschäftsführer der GmbH, Joachim Bechmann, der dazu sehr
viel Verantwortung übernommen habe, so dass sie selbst nur noch bei
wichtigen Entscheidungen mit dabei sein müsse.
Nach dem
Kassenbericht von Steffen Kühn, der - bei 537 Mitgliedern -
von einer soliden Kassenlage berichten konnte, wählte die
Versammlung Klaus Steckmann, Vorstandsmitglied bei der
Kreis- und Dtadtsparkasse Speyer in einer notwendig gewordenen
Nachwahl als Beisitzer in den Vorstand, ehe Heike Häußler noch eine
Reihe langjärhiger Mitglieder auszeichnen konnte:
Für 25 Jahre Mitgliedschaft:
Artur Dingeldein, Lieselotte Müller, Hermann Preuss, Beatrix
Rieck.
Für 40 Jahre
Mitgliedschaft:
Rosemarie Bauer, Paul Müller, Schützenstr. 6, Beate Wittmann,
Für 50 Jahre
Mitgliedschaft:
Gerhard Jester, Schuhhaus Bödeker GmbH, Dr. Hellmuth Eiberger.
. . . . . Meine Damen und Herren, ich komme allmählich zum
Schluss!
Liebe Mitglieder, meine Damen und Herren,
einer der Gründe, weshalb die GmbH ins Leben gerufen wurde, war,
den geschäftsführenden Vorstand und die Vorsitzende zu entlasten.
Vor allem das Brezelfest erfordert großen zeitlichen Einsatz. Da
gibt es für mich tatsächlich spürbare Entlastung, weil Joachim
Bechmann sehr viel Verantwortung übernommen hat und ich nur noch
bei wichtigen Entscheidungen dabei sein muss.
Trotzdem habe ich im vergangenen Geschäftsjahr an rund 60
Arbeitsterminen und Sitzungen teilgenommen und habe den Verein über
die eigenen Veranstaltungen hinaus oftmals offiziell vertreten.
Hinzu kommen die Sitzungen des Arbeitskreises Tourismus, des
Brezelfest-Vergabeausschusses, des Redaktionsausschusses und nicht
zuletzt die Termine von Vorstand und Beirat.
Wenn ich das alles zusammen zähle, dann komme ich auf 30 weitere
Termine oder Sitzungen, d.h. es waren immer noch rund 100
Gelegenheiten sich in den verschiedensten Gremien mit VVS-Themen zu
beschäftigen.
Weil ich das aber alles gerne tue, ist es mir nach wie vor mehr
Freude als Belastung.
10.03.2013
Hochkomplexe Sachzusammenhänge verständlich dargeboten – Der Ökonom und Wirtschaftspolitische Sprecher der „Grünen“ im Bundestag, Dr. Tobias Lindner MdB, zum Thema „Euro-Krise“ in Speyer.
Von Gerhard Cantzler
„ESM“, „EFSF“ - „Europäischer Stabilitätsmechanismus“,
„Europäische Finanzstabilisierungsfaszilität“ - „Europäisches
Semester“ - Abkürzungen, neue Begriffe und Wortungetüme, mit denen
die Menschen in Europa seit Beginn der Europäischen Finanz- und
Währungskrise in immer größerem Maße konfrontiert werden. Für die
weit überwiegende Mehrzahl der gut 500 Millionen Einwohner dieses
Wirtschaftraumes „Europäische Union“ wohl „ein Buch mit sieben
Siegeln“ und für die Parlamentarier, die in Brüssel und in den
Hauptstäften der Mitgliedsstaaten der EU über diese Mechanismen
entscheiden müssen, wohl in ihrer Mehrzahl auch. Denn zu wenige von
ihnen durchschauen wohl die Wirkungsweise dieser Werkzeuge und
Programme, die den finanziellen Kollaps einzelner Mitglieder der
Gemeinschaft abwenden sollen.
Einer von den wenigen, die diese Mechanismen offensichtlich bis
in die kleinsten Verästelungen durchdrungen haben, ist der
südpfälzische Bundestagsabgeordnete Dr. Tobias Lindner, der
als Wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion von „Bündnis
90/die Grünen“ und Mitglied im Haushalts- und Finanzausschuss des
Deutschen Bundestages jetzt bei seinen Parteifreunden in Speyer zu
Gast war, um das nachzuholen, was viele Menschen in Europa heute
wohl am meisten bei ihren Politikern vermissen: Dass sie ihnen
nämllich in einer für jedermann verständlichen Sprache erklären,
was Ursachen und Wirkungen für die weltweite Finanzkrise mit
Schwerpunkt in Europa sind – wie es zu der Krise kommen konnte und
welche Auswege sich daraus auftun.
Tobias Lindner, Technischer Diplom-Volkswirt und bis zu seinem
Einzug in den Deutschen Bundestag im Juni 2011 Wissenshaftlicher
Mitarbeiter am renommierten „Karlsruher Institut für Technologie
KIT“ verstand es, seinen Zuhörern an diesem Abend das hochkomplexe
Thema der Beherrschung der „Euro-Krise“ so konkret zu machen, dass
am Ende zwar wohl keiner mit dem Gefühl „Alles wird gut in Europa“
aus der Versammlung ging, dass aber wohl jeder ein Stück weit
„klüger war als zuvor“. Und dass das Wissen um die Ursachen eines
Problems stets den ersten, entscheidenden Schritt zu seiner
Bewältigung darstellt, wissen die Menschen nicht erst seit Goethe
seinen „Faust“ geschrieben hat.
Dass Lindner dabei darauf verzichtete, im üblichen Stil des
Politikbetriebs „schwarz-weiß“ - will heißen „Rot-Grün“ versus
„Schwarz-Gelb“ - zu malen und die Schuld für Fehler stets „bei den
anderen“ festzumachen, die Verdienste für politische Erfolge
dagegen ausschließlich bei der eigenen „politischen Farbe“, das hat
seine Ausführungen nur noch um so glaubwürdiger gemacht. Und so
musste es auch nicht verwundern, dass sich die von ihm
beschriebenen „Wege aus der Krise“ nicht entscheidend von denen der
politischen Gegner unterscheiden.
Wer neben den zahlreichen inhaltlichen Details, die Tobias
Lindner an diesem Abend ausbreitete, verstanden hat, dass sich die
Krise nur bewältigen lassen wird, wenn alle, die in Europa
politische Verantwortung tragen, gemeinsam an einem Strang ziehen,
dann war auch das sicher schon ein kleiner Beitrag zur „Lösung des
Problems“.
Schade eigentlich nur, dass die Vorsitzende der Speyerer
„Grünen“, Petra Fischer-Wolfert, zu diesem Abend nur so wenige
Mitglieder ihrer Partei und Gäste von außerhalb begrüßen konnte.
Verdient gehabt hätte es der Vortrag von Tobias Lindner allemal.
Vielleicht war diese zahlenmäßig bescheidene Präsenz aber auch ein
Indikator dafür, dass das Problem, das an diesem Abend im
Mittelpunkt von Referat und Diskussion stand, von vielen Menschen
bereits als so groß und übermächtig wahrgenommen wird, dass sie
seine Bewältigung eh' schon als unmöglich und damitals
abgeschrieben betrachten.
Um so wichtiger war es deshalb, dass an diesem Abend jemand
einen Anfang damit machte, dieses für die Zukunft Europas so
existentielle Thema wieder kompetent und mit Sachverstand in die
Mitte der öffentlichen Diskussion und damit in den so langsam auf
Touren kommenden Wahlkampf hinein zu holen. Von daher hat sich Dr.
Tobias Lindner an diesem Abend um die politische Diskussionskultur
auch über die Grenzen seiner eigenen Partei hinaus Verdienste
erworben.
09.03.2013
Pilger-Tipps in der Sparkasse
In der Hauptstelle der Kreis- und Stadtsparkasse
Speyer ist noch bis 22. März eine Pilgerausstellung der St.
Jakobus-Gesellschaft Rheinland-Pfalz-Saarland zu sehen. Auf 20
Bildtafeln und 12 Banner wird mit beeindruckenden Bildern und
prägnanten Texten die nationale und internationale Einbettung der
Pilgerbewegung visualisiert. Begleitend zur Ausstellung geben die
Mitglieder der Regionalgruppe Süd- und Vorderpfalz Tipps von Pilger
für Pilger und Interessenten am 14. und 21. März von 14 - 18 Uhr in
der Sparkassen-Hauptstelle.
09.03.2013
Der Dirndl-Weltrekordversuch zieht Kreise - Verkehrsverein lädt zum Dirndl-Casting ein
Das Ziel ist bekannt: Am Brezelfestsamstag will der
Verkehrsverein knapp 1200 Dirndl tragende Personen im Festzelt
versammeln und damit ins Guinessbuch der Rekorde eingehen. Auf dem
Weg dorthin wird es noch manche originelle Dirndl-Aktion in Speyer
geben.
Jetzt lädt der Verkehrsverein zum Dirndl-Casting ein. Zum
Speyerer Frühlingsfest am 5. Mai wird das Modehaus Demmer in der
Maximilianstraße eine Dirndl und Landhaus-Modenschau ausrichten,
natürlich mit zünftiger Blasmusik. Für diese Modenschau werden noch
Dirndl-Trägerinnen gesucht. Bewerberinnen können sich bis 23. März
für dieses Dirndl-Casting bewerben. Eine Mail mit kurzer Angabe von
personenbezogenen Daten und einem Foto reicht aus. E-Mail bitte an:
info@verkehrsverein-speyer.de.
09.03.2013
Mittagsandachten im Speyerer Dom während des Konklaves
In allen Pfarrgemeinden des Bistums Speyer läuten nach der Wahl
des neuen Papstes die Glocken
In der Zeit des Konklaves findet im Speyerer Dom täglich um
12.15 Uhr eine rund 20-minütige Andacht statt. Die Gläubigen sind
eingeladen, das Konklave in Rom zur Wahl eines neuen Papstes im
Gebet zu begleiten.
Auch in den übrigen Pfarrkirchen des Bistums Speyer werden, wo es
möglich ist, Gebete für die Wahl eines guten Papstes abgehalten.
Die Termine werden von den jeweiligen Pfarrämtern
veröffentlicht.
Sobald die Wahl eines neuen Papstes bekannt gegeben ist, werden zur
nächsten vollen Stunde die Glocken des Speyerer Doms und jeder
Pfarrkirche im Bistum Speyer 15 Minuten lang geläutet.
Nach Beendigung des Konklaves ist ein Pontifikalamt im Speyerer Dom
zum Dank für den neuen Papst geplant. Fällt die Entscheidung an
einem Vormittag, findet das Pontifikalamt um 12.15 Uhr desselben
Tages statt. Andernfalls wird das Pontifikalamt am darauf folgenden
Tag um 12.15 Uhr gefeiert.
09.03.2013
Fünf Krimiautorinnen laden ein zu einem spannenden Leseabend in der Stadtbibliothek Speyer
Unter dem Titel: „Tödliche Häppchen“ servieren die
Mörderischen Schwestern kriminell gute Rezepte und morden dabei,
was das Zeug hält. Es wird geliebt, gehasst, gesotten und gemordet,
so dass manch einer die Nachspeise nicht erleben wird.
Es erwarten Sie Witz, Spannung und mörderisch gute
Unterhaltung.
Mit Heidi Lauterer, Bettina Helwig, Simone Ehrhardt, Gudrun
Bendel und Ursel Albrecht wird der Leseabend zum Erlebnis.
Außerdem bringen die Autorinnen „mörderisch“ gute Rezepte mit.
Lassen Sie sich die Morde auf der Zunge zergehen …
15. März 2013, 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek Speyer,
Bahnhofstr. 54
Eintritt: 3 Euro (Vorverkauf in der Stadtbibliothek)
„Tödlichen Häppchen“-Ladies Crime Night
5 mörderische Schwestern lesen Auszüge aus ihren
regionalen Krimis und Krimikurzgeschichte und bringen dazu
ein passendes Requisit oder ein passendes Rezepte mit.
Rita Hausen, geb1952 in Dernbach/ Westerwald geboren,
Studium der Germanistik und katholischen Theologie in Bonn, von
1981 bis 2008 Lehrerin am Gymnasium in Walldorf bei Heidelberg. Sie
hat zahlreiche Geschichten und Gedichte in Zeitungen,
Zeitschriften und Anthologien und eigene Bücher veröffentlicht.
Simone Ehrhardt, geb 1967 lebt als freie Autorin mit
ihrem Mann in Mannheim. 2006 veröffentlichte sie den ersten Teil
der Penelope-Plank-Krimireihe „Tote Pfarrer reden nicht“, von der
es inzwischen vier Folgen gibt. Im letzten Jahr erschien ihr
Mannheim-Krimi „Mannheimer Blut“. Außer Krimis schreibt sie
Kurzgeschichten, Romane und anderes.
Heide-Marrie Lauterer, Dr. phil.geb. 1952 in Heidelberg,
wo sie heute mit ihrem Mann und ihrem Pferd lebt. Sie unterrichtete
Deutsch und Geschichte, war in der Geschichtsforschung tätig und
arbeitete an einem Editionsprojekt. Nach all diesen
schriftstellerischen Umwegen schreibt sie endlich das, was ihr die
Feder diktiert – Kurzgeschichten mit kriminalistischen Elementen
und Kurzkrimis.
Bettina Hellwig, Stuttgart, D
Geboren 1963 in Braunschweig; lebt mit Mann und Pferden in
Konstanz; verdiente sich die ersten journalistischen Sporen bei
Lokalzeitungen, veröffentlichte ein paar Gedichte; studierte
Pharmazie und Medizin bis zum Physikum in Berlin und Göttingen;
arbeitet als Apothekerin und Medizinjournalistin für Fachverlage;
schreibt Geschichten, in denen Pharmazie und Medizin eine Rolle
spielen, hat mehrere Kurzkrimis und den Fortsetzungsroman „Mörder
und Pistill“ in der „Deutschen Apotheker Zeitung“ veröffentlicht
und arbeitet an einem Medizinthriller.
Homepage http://www.krimi-rhein-neckar.de/
09.03.2013
Kammermusik im Rathaus
Freitag, 22. März
2013 Lutz Koppetsch, Saxophon, Markus Bellheim,
Klavier
In der einundzwanzigsten Saison dieser außergewöhnlichen
Konzertreihe hat der künstlerische Leiter Professor Helmut Erb
erneut ein anspruchsvolles Programm mit renommierten Künstlerinnen
und Künstlern zusammengestellt.Zum dritten Konzert der Reihe laden
Lutz Koppetsch und Markus Bellheim am Freitag, den 22. März 2013,
um 20.00 Uhr zu einem Konzert für Saxophon und Klavier in den
Historischen Ratssaal der Stadt Speyer, Maximilianstraße 12,
ein.
Es kommen Werke von Eisler, Hindemith, Hummel, Delvincourt,
Decrück und Milhaud zur Aufführung. Lutz Koppetsch – Saxophon
Meisterkurse bei anerkannten Saxophonpädagogen wie Claude Delangle,
Johannes Ernst und Arno Bornkamp. Bei letzterem Ausbildung am
Conservatorium van Amsterdam . Nach weiteren Wettbewerbserfolgen
u.a. beim Deutschen Musikwettbewerb in Berlin und beim
Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München und
anschließenden Studien an den Konservatorien von Paris und
Versailles, übernimmt Lutz Koppetsch im Jahre 2002, mit 26 Jahren,
die Leitung der Saxophonklasse an der Hochschule für Musik
Würzburg, wo er 2008 zum Professor ernannt wird.
Markus Bellheim – Klavier Spätestens seit dem Gewinn des
Internationalen Messiaen-Wettbewerbs 2000 in Paris macht Markus
Bellheim als einer der interessantesten und vielseitigsten
Pianisten seiner Generation auf sich aufmerksam. Seine ausgedehnte
Konzerttätigkeit führt ihn durch den gesamten europäischen Raum,
nach Asien und Amerika. Renommierte Orchester laden Bellheim ein,
um mit ihm Werke des klassischen Repertoires zu interpretieren.
Außerdem konzertiert er mit etablierten Ensembles für
zeitgenössische Musik.
Markus Bellheim
leitet eine Klavierklasse an der Hochschule für Musik Würzburg und
ist außerdem seit 2011 Professor für Klavier an der Musikhochschule
München. Daneben gibt er regelmäßig Meisterkurse im In- und
Ausland.
Die Eintrittskarten für die Einzelveranstaltungen kosten € 18,00
(ermäßigt € 13,00). Alle Tickets der Reihe sind im Vorverkauf in
der Tourist Information, Maximilianstraße 13, Tel. 06232 / 14 2392
sowie allen anderen Reservix- Vorverkaufsstellen oder unter
www.reservix.de erhältlich. Eintrittskarten zu den
Einzelveranstaltungen sind auch an der Abendkasse erhältlich.
Text: Kulturbüro der Stadt Speyer
09.03.2013
Elternrunde des KSB Speyer zum Thema Pubertät: „Wir hatten einen guten Austausch miteinander“
Susanne und Tessa Müller
Die neue Elternrunde des Kinderschutzbundes (KSB) Speyer rund um
das Thema Pubertät stößt schon bei der ersten Veranstaltung mit 22
Besuchern auf reges Interesse und auf eine positive Resonanz. „Wir
hatten einen guten Austausch miteinander“, freut sich auch KSB-
Expertin Anne Zwick über den erfolgreichen Verlauf des Abends. Es
hätten sich auch bereits sehr viele für den nächsten Abend
angemeldet. Dieser soll am 20. März wieder um 19
Uhr im Mehrgenerationenhaus in Speyer stattfinden. Behandelt wird
das Thema „Liebe, Vertrauen und Anerkennung in schwierigen Zeiten.“
Weitere Termine sind der 11. April und der 16.
Mai.
„Wie kann ich mich durchsetzen ohne zu schreien?“ Bei der ersten
Elternrunde stand demgegenüber getreu dem Motto des Abends
„Kommunikation in schwierigen Zeiten. Pubertät - Umbruch, Aufbruch,
aber kein Zusammenbruch“ die Kommunikation mit dem eigenen Kind im
Fokus. „Wie kann ich eine bessere Kommunikation mit meinem Kind
erreichen? Wie kann ich mich durchsetzen ohne zu schreien? Wie
schaffe ich es, dass mein Kind mir zuhört?“ – Das waren die Fragen,
welche die Eltern die Veranstaltung über beschäftigten. Dabei wird
deutlich: die Eltern sind durch den demokratischen Er-ziehungsstil
verunsichert. Das Problem sei vor allem, so Anne Zwick, dass dieser
neue Er-ziehungsstil oft nicht richtig verstanden würde. Im
Gegensatz zur autoritären Erziehung der vorangegangen Generation
gebe es bei dieser Form keine klaren Vorstellungen. „In vielen
Familien herrschen deshalb die Kinder“, meint Zwick.
„Die Eltern sollen nicht nur auf die Launen des Kindes
reagieren, sondern führen.“ Doch wie könne dies wieder geändert
werden, wollen die Eltern wissen. Anne Zwick baut dabei ganz klar
darauf, die eigene Persönlichkeit als Mutter oder Vater zu stärken.
„ Die Eltern sollen nicht nur auf die Launen des Kindes reagieren,
sondern führen.“ „Ich übernehme die Verantwortung für mein Handeln,
unabhängig davon wie mein Kind reagiert“, ist dabei nach Anne Zwick
eine gute Strategie. Zentral sei darüber hinaus auch der Ausbau der
Beziehung zum Kind. Denn mit 14 Jahren sei die Erziehung vorbei, so
Zwick. „Beziehungspflege, elterliche Präsenz und ein
Vertrauensvorschuss stärken die Bindung zwischen Eltern und
Jugendlichen - nur wer „gebunden“ ist, ist auch bereit denn Eltern
in einem gewissen Rahmen zu folgen“, meint Zwick. Für den Aufbau
einer solchen Eltern-Kind-Beziehung sei es wichtig, den Kindern
zuzuhören, ihnen trotz ihrer Aufsässigkeit Respekt zu zollen und
sich als Erwachsener nicht auf die gleiche Ebene zu begeben. Denn
klar ist: In der Pubertät befinden sich Kinder in einer
biologischen und psychosozialen Umbauphase, die ihr ganzes Leben
auf den Kopf stellt. Dadurch lassen sich viele der Verhaltensweisen
erklären. DKSB Speyer e.V., Presse:
Foto: DKSB
07.03.2013
THW zu einer „festen Größe in der Stadt“ weiterentwickelt
Ortsbeauftragter
Christian Maier legt sein Amt „in jüngere Hände“ - Jan Görich als
bestens vorbereiteter Nachfolger eingeführt
cr. Speyer. Wachwechsel beim Ortsverband Speyer des
Technischen Hilfswerkes THW: Christian Maier (48), seit zwölf
Jahren Ortsbeauftragter des THW Speyer, macht Platz für seinen
Nachfolger Jan Görich (37) . Gross war deshalb die Zahl der
Gäste und THW-Kameraden, die jetzt aus diesem Anlaß in den
Historischen Ratssaal des Speyerer Rathauses gekommen waren, um
sich bei Maier zu bedanken und ihn – nein, nicht um ihn zu
verabschieden – denn wer einmal von dem „Virus THW“ befallen ist,
den lässt er sein Leben lang nicht mehr los. Und so wird Christian
Maier auch in der Zukunft für „sein“ THW“ da sein, wird als
Fachberater seinem Nachfolger Jan Görich zur Seite stehen und als
Cheforganisator die 60-Jahr-Feier des Ortsverbandes Speyer des THW
im kommenden Jahr vorbereiten und verantwortlich „durchziehen“.
„Leute wie
Sie braucht das THW“, bescheinigte Dipl,-Ing. Werner
Vogt, Landesbeauftragter des THW Hessen, Rheinland-Pfalz,
Saarland dem scheidenden Ortsbeauftragten. „Christian Maier war
und ist ein kerniger, mitunter auch unbequemer und
unkonventioneller Zeitgenosse – offen und ehrlich und stets das
Wohl des THW im Blick“, so charakterisierte der „oberste THWler“ im
Lande den Speyerer Kameraden, der, wie so viele bereits durch den
Vater zu der großen THW-Familie gekommen war. Maier diente nach
seiner Helferausbildung von 1988 bis 1995 der Hilfsorganisation als
Zugführer und seit 1995 als Stellvertrtetender Ortbeauftragter, ehe
er 2001 zum Ortsbeauftragten ernannt wurde. In all diesen Jahren
habe er an zahllosen Einsätzen mitgewirkt - unter anderem bei dem
Einsatz beim Oderhochwasser 1997 – und auch die Hilfslieferungen
nach Rumänien organisiert.
Auch heute sei das THW wieder in einem fordernden Großeinsatz
unterwegs, berichtete Vogt: Unter schwierigsten Umständen seien die
Helferinnen und Helfer am Aufbau und dem Betrieb der
Flüchtlingslager im jordanischen Grenzgebiet zu dem vom Bürgerkrieg
geplagten Syrien beteiligt Dort würden derzeit täglich bis zu 5.000
neue Flüchtlinge Zuflucht suchen. „Dass die Bundeswehr mit ihren
'Patriot'-Einheiten in der Türkei unterwegs ist, füllt tagtäglich
die Hauptnachrichtensendungen und die Titelseiten der
Tageszeitungen“, stellte Vogt fest, „der freiwilllige und
ehrenamtliche Hilfsdienst unserer zahllosen Helfer bleibt daneben
jedoch weithin unbeachtet“, klagte der Landesbeauftragte.
Doch zurück zu Christian Maier: Der „gelernte“ Finanzbeamte –
Vogt: „Beamter und Einsatzmann – das muss kein Widerspruch sein,
wie wir an Maier beispielhaft erleben konnten...“ - habe die
Zusammenarbeit mit den Vereinen und anderen Rettungsorganisationen
in der Stadt vorangetrieben und so das THW zu einem festen
Bestandbild des Bildes bei öffentlichen Veranstaltungen gemacht.
Sicherungsdienste beim Sommertagszug, beim Martinszug oder beim
Brezelfestumzug - Absperrungen bei Feuerwerk oder dem alljährlichen
„Altpörtel in Flammen“ stünden hier nur stellvertretend für viele
andere, öffentlich erkennbar werdende Aktivitäten.
Die
Anwesenheit der nahezu vollzähligen Vorstandschaft des
Verkehrsbereins Speyer sowie einer Abordnung der Freiwilligen
Feuerwehr der Stadt waren da sicher nur äußerer Ausdruck der großen
Wertschätzung für Christian Maier und für die tiefe Verankerung der
über so viele Jahre von ihm geführten Organisation in der
Stadt.
Auch die Vorbereitung seines Nachfolgers Jan Görich sei eine der
herausragenden Leistungen Maiers, betonte Werner Vogt. „Sie sind so
viele Jahre Seit' an Seit' für das THW unterwegs gewesen, dass es
Jan Görich nicht schwer fallen sollte, den Staffelstab zu
übernehmen“, schloss er seine Laudatio, ehe er den Nachfolger
ausführlich vorstellte.
Oberbürgermeister
Hansjörg Eger, zugleich auch oberster Katastrophenschützer in
der Stadt, betonte die Notwendigkeit, dass das THW stets „einen
guten Eindruck“ von der Stadt habe - dass seine Mitglieder die
uneingeschränkte Wertschätzung der Verantwortlichen in Rat,
Verwaltung und Bürgerschaft für ihre Arbeit zum Wohle der
Allkgemeinheit verspürten. Die Anwesenheit des gesamten
Stadtvorstandes bei diesem Anlass wolle dies auch auf diesem Wege
vermitteln.
Als eine von der Konversion „belastete“ Stadt komme auf Speyer
auch eine Entscheidung über die Weiterverwendung des bisherigen
Wasserübungsplatzes der Bundeswehr im Reffenthal zu. Hier wünsche
er sich, so Eger, dass es darüber zu einem gemeinsamen Gespräch mit
der Bundesanstalt THW und den Ländern Rheinland-Pfalzt und
Baden-Württemberg kommen möge, an dessen Ende die Einrichtung eines
gemeinsamen, länderübergreifenden Ausbildungszentrums stehen
könnte. „Die Nähe zu den KKWs Philippsburg und Biblis, die noch
über viele Jahre hinweg, gerade auch in der Phase ihres Rückbaus,
ein Risiko darstellen, sprechen ebenso für eine solche Entscheidung
wie die auch weiterhin bestehenden Gefahren, die durch Hochwasser
oder durch Schiffshavarien auf dem Rhein ausgehen“, unterstrich
Eger sein Plädoyer für diie Einrichtung eines solchen
Ausbildungszentrums.
Dem scheidenden Ortsbeauftragten des THW, Christian Maier,
dankte Eger ausdrücklich für den großen persönlichen Einsatz, den
er in den mehr als 30 Jahren seiner Zugehörigkeit zum THW erbracht
habe. „Sie haben das THW zu einer „festen Größe' in unserer Stadt
weiterentwickelt und so entscheidend dazu beigetragen, die
Schlagkraft der Hilfs- und Rettungsdienste in Speyer zu stärken“,
lobte das Stadtoberhaupt den THW-Verantwortlichen.
In einem sehr
persönlich gehaltenen Grußwort erinnerte auch die Vorsitzende
des Verkehrsvereins Speyer, Heike Häußler, daran, dass es
durchaus ungewöhnlich sei, wenn ein 50jähriger ein Amt abgebe, um
es „in jüngere Hände“ zu legen. „Das zeigt aber nur, wie früh Sie
schon beim THW angefangen haben und welch große Verantwortungen Sie
in dieser Zeit übernommen haben“, würdigte Häußler das Wirken
Maiers, dessen Werdegang man beim Verkehrsverein von Kindesbeinen
an mit verfolgen konnte.
Für die THW-Kameraden im Geschäftsführerbereich
Neustadt/Weinstraße überbrachten Cornelius Blank und Uwe
Keller, die Ortsbeauftragten des THW in Pirmasens bzw. in
Germersheim, Grüße und beste Wünsche. Sie sprachen Maier den Dank
der Organisation für die stets kameradschaftliche Zusammenarbeit
mit den beachbarten Ortsverbänden aus - auch über den Rhein
hinweg.
Dann war es an
Christian Maier, eine Bilanz seiner Arbeit zu ziehen. Dabei
konnte er berichten, dass die rund 100 Aktiven des Speyerer
THW-Ortsverbandes im vergangenen Jahr 18.400 Dienststunden
geleistet hätten. „Da kamen dann schon einmal rasch 640 Stunden im
Jahr auch für den Ortsbeauftragten zusammen“, machte Maier
deutlich, „und am Donnerstag, dem regelmäßigen Übungstag des THW,
habe ich unsere beiden Kinder nur gesehen, wenn meine Frau sie im
Ausbildungszentrum in der Industriestraße vorbeibrachte“. Er habe
deshalb schon Ende 2011, gemeinsam mit seinem langjährigen
Stellvertreter Klaus-J. Debeck, den Rückzug aus der Führung
des Speyerer THW geplant, „um auch den vielen anderen guten Leuten,
die wir haben, Perspektiven für ihre weitere ehrenamtliche Arbeit
zu geben“, so Christian Maier. „Und darum höre ich auf - der
Ortsverband hat im Cockpit eine stabile und gut ausgebildete
Führungscrew, und mit einem vollgetankten Flieger und guten Piloten
kann man weiter und noch besser fliegen“.
Maier erinnerte noch einmal an zahllose Einsätze im In- und
Ausland: An die Begleitung der Sondertransporte ausgefallener
Expoonate auf ihrem Weg ins Technikmuseum – vom U-Boot U 9, der
riesigen Antonov AN 22, die auf dem Speyerer Flugplatz ihre letzte
Landung absolvierte, bis hin zur Boeing 747-Jumbo Jet, der
russsischen Weltraumfähre Buran oder zuletzt des
Seenotrettungskreuzers „John T. Essberger“, die, jeweils über den
Rhein nach Speyer verbracht, ihren letzten Weg ins Museum in
Begleitung der THW-Helfer antraten. Aber auch an die vielen
Auslangseinsätze der Speyerer Spezialisten Heini Schwerer und
Andreas Garrecht, sowie die Verlegung der gesamten Speyerer
Fachgruppe WP nach New Orleans wollte er in dieser Stunde erinnern,
aber auch an die kontinuierlich und intensiv gelebte Zusammenarbeit
mit der Speyerer Feuerwehr.
„Ich bin ja nicht weg“, rief Christian Maier seinen
Kameraden zu. „2014 wird der Ortsbeauftragte a.D. seinen Nachfolger
bei den Vorbereitungen für das geplante Fest zum 60jährigen des
Speyerer THW unterstützen“, versprach er und bekannte: „So einen
wie Jan Görich habe ich mir immer als Nachfolger
gewünscht.“
„Allerdings
bin ich derzeit auch nicht auf der Suche nach einer neuen
'Schublade', in die ich mich schieben lassen kann“, wehrte Maier
allfällige Begehrlichkeiten ab. Jetzte gelte seine Zuwendung erst
einmal seiner Familie, die so oft in den letzten Jahren auf ihn
habe verzichten müssen. Einen ersten Vorgeschmack darauf
„vermachten“ ihm die Kameraden aus dem Geschäftsführerbereich
Neustadt, die dem Ehepaar Maier einen Aufenthalt in dem
Wellness-Hotel des berühmten Sterne-Kochs Jörg Sackmann
„spendierten“. Und auch sonst gab es viele Geschenke für den
scheidenden Ortsbeauftragten an diesem Tag: Wein, Wein und noch
einmal Wein und dann eine von dem Steinmetzmeister und THW-Kamerad
Tobias Uhrig geschaffene, künstlerisch gestaltete
Sandsteinplatte, die einen Ehrenplatz am Haus der Familie Maier in
Römerberg erhalten wird.
Dazu Blumen für die Ehefrauen des alten und des
neuen Ortsbeauftragten, denn über eines sind sich alle
THW-Mitglieder einig: Ohne die Unterstützung durch ihre Partner
könnten sie ihre segensreiche Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit
nicht tagaus, tagein leisten.
Das
unterstrich auch der neue Ortsbeauftragte Jan Görich in
seiner programmatischen Antrittsrede, in der er zunächst noch
einmal ein „Lob- und Danklied“ auf seinen Vorgänger Christian Maier
anstimmte. „Ich habe Dich in den zwanzig Jahren meiner
Zugehörigkeit immer nur in verantwortlichen Funktionen erlebt“,
brachte er seinen Respekt und seine Hochachtung zum Ausdruck, „Du
bist mir deshalb zum Vorbild geworden“. Mit nachdenklichen Worten
äußerte er sich dann zu der Verantwortung, die jedes Mitglied im
THW für die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitbürgerinnen und
Mitbürger übernehmen müsse. Dies sei für jeden von ihnen eine ganz
besondere Herausforderung.
Die komplette Rede von Jan Görich veröffentlicht
der SPEYER-KURIER nachfolgend im Wortlaut. 
Bei Pfälzer Spezialitäten, Speyerer Brezeln, Wein
und Bier sowie alkoholfreien Getränken gab die große THW-Familie
dem Amtswechsel noch lange ein froh gestimmtes Äußeres, ehe man
sich am Nachmittag wieder auf den Rückweg in die heimatlichen
Quartiere machte. Foto: gc
Lesen Sie hierzu auch einen EINWURF von
Gerhard Cantzler 
06.03.2013
Ortsbeauftragter Christian Maier legt sein Amt „in jüngere Hände“ - Bilderalbum
Einwurf
Die Chance nützen und den Wasserübungsplatz
Reffenthal in ein länderübergreifendes Ausbildungszentrum für das
Technische Hilfeswerk umwandeln.
Von Gerhard Cantzler
Der Wachwechsel an der Spitze des Ortsverbandes
Speyer des Technischen Hilfswerkes war eine gute Gelegenheit für
Oberbürgermeister Hansjörg Eger, erneut seinen Gedanken von der
Einrichtung eines länderübergreifenden Ausbildungszentrums auf dem
in Kürze zur Konversion anstehenden Wasserübungsplatz der
Bundeswehr im Reffenthal zu platzieren. Die Bundeswehr-Pioniere in
der Kurpfalz-Kaserne waren fast fünfzig Jahre lang der Garant für
die Stadt, im Katastrophenfalle – bei Hochwasser und bei schweren
Unfällen - neben den dafür zuständigen Hilfs- und Rettungsdiensten
noch eine „schlagkräftige Truppe“ in der „Hinterhand“ zu haben.
Hier droht sich mit dem Abzug der Spezialpioniere
in den nächsten drei Jahren eine gefährliche Sicherheitlücke
aufzutun. Eger hat recht, wenn er auf das Gefahrenpotential
hinweist, das gerade in der Phase des Abbaus von den
Kernkraftwerken in Philippsburg und Biblis ausgehen könnte - er hat
aber auch recht, wenn er angesichts des kontinuierlich weiter
wachsenden Verkehrsaufkommens mit Nutzfahrzeugen und damit auch mit
Gefahrguttransporten auf den zahlreichen Straßen und Autobahnen in
der Metropolregion auf Gefahrenherde hinweist, die auch nach der
Demontage der beiden KKWs bestehen bleiben werden.
Dies alles wird zukünftig eher mehr als weniger gut
ausgerüstete und bestens geschulte Hilfskräfte brauchen, die dazu
in der Lage sind, solchen Bedrohungsszenarien wirkungsvoll
entgegenzutreten.
Der Bund als Träger des THW sollte deshalb diese
einmalige Chance nutzen, um hier ein gleichfalls in Bundesbesitz
befindliches und bestens ausgestattetes Gelände für einen solchen
Zweck umzunutzen – und die Politiker auf allen Ebenen sollten die
Stadt und ihren Oberbürgermeister bei diesem Bemühen nach Kräften
unterstüzen.
Rede von Jan Görich, Ortsbeauftragter des THW Speyer
Festakt zum Wechsel der Funktion des Ortsbeauftragten
des THW Ortsverband Speyer am Samstag, 2. März 2013, 11:00Uhr,
Historischer Ratssaal, Speyer
Liebe Gäste. Liebe THWler.
Vom Schriftsteller Ernst Jünger stammt der Satz: „Man muß
spätestens aus einem Verein austreten, wenn man Vorsitzender
wird.“
Du, Christian, bist diesem Satz zum Glück nie gefolgt. Solange
ich im THW Mitglied bin und das sind mittlerweile schon fast 20
Jahre, hast du immer als „Vorsitzender“ agiert. Berichte unserer
Althelfer zufolge hast Du im THW Speyer immer Verantwortung
übernommen. Du warst immer vorne dabei, wenn es Wert war im THW
etwas neues Anzufangen, Aufgaben zu koordinieren, Veranstaltungen
zu planen, aber auch, wenn es darum ging mal zünftig zu feiern. Du
hast jedoch auch immer ab gewägt; Nicht bei jeder Sau die durch die
Gasse getrieben wurde, war es für dich Wert zu folgen. Manchmal gar
kam ein kategorisches Nein. Hierfür wurden wir das eine oder andere
Mal auch als das kleine gallische Dorf gesehen.
Nun, Speyer ist eben schon seit Heinrich dem Vierten vor fast
eintausend Jahren mit dem Gang nach Canossa ein Synonym für das
pfälzische Aufmüpfigtum. Oder wie der Pfälzer sagt, „Jo, Alla. Wend
määnschd.“
Verantwortung zu übernehmen ist nicht einfach. Es bedeutet auch
immer sich aus der eigenen Komfortzone zu verabschieden. Es gibt
einem jedoch auch die Möglichkeit sich selbst und das Umfeld in dem
man sich bewegt positiv weiterzuentwickeln. Du hast dies immer
vorgelebt. Das hat mich und auch andere, nicht nur im THW geprägt.
Das konnte ich mitnehmen und auch in meinem Berufsleben umsetzten.
Ich kann sagen; Es lohnt sich in jedem Fall Verantwortung zu
übernehmen. Ich will den Inhalt dieser Nachricht aufgreifen und an
meine Helferschaft weitergeben. Die Position meines Stellvertreters
oder der Stellvertreterin ist noch zu besetzen. Die Aufgabe wird
derzeit von mir und Michael Brin, als Ausbildungsbeauftragten
zusätzlich wahrgenommen. Dies ist eines der Pflänzchen, die in
nächster Zeit neu zu pflanzen sind. Es ist Zeit Verantwortung zu
übernehmen und ich werde dies auch ein fordern.
Am 31. Januar hat Christian die Aufgaben des Ortsbeauftragten
des THW Speyer an mich übertragen. Bereits die letzten zwei Jahre
haben wir immer eng zusammengearbeitet. Vielen Dank für diese
Zusammenarbeit, die ich stets als konstruktiv empfunden habe! Wir
waren bestimmt nicht immer der gleichen Meinung. Damit konnte ich
jedoch sehr gut leben: , Wenn zwei Führungskräfte immer der
gleichen Meinung sind, ist einer von ihnen überflüssig!‘. So sehe
ich das und werde dies auch weiterhin so halten.
Was nun? Wie geht es weiter? Henry Kissinger sagte einmal „Neue
Leute dürfen nicht Bäume ausreißen, nur um zu sehen, ob die Wurzeln
noch dran sind.“. Ich denke, dies beschreibt sehr gut, wie ich
meine, daß es weitergehen wird. 20 Jahre lang habe ich gesehen, wie
die meisten unsere Bäume gewachsen sind. So manchen Baum habe ich
sogar selbst gepflanzt oder habe wenigstens beim Gießen geholfen.
Viele Bäume, die ich nicht kenne gibt es nicht. Bäume die gefällt
oder zurückgeschnitten gehören kann ich keine erkennen. Neue
Pflänzchen die in nächster Zeit gehegt und gepflegt gehören habe
ich jedoch schon im Blick;
Wir Menschen sind Wesen mit der Fähigkeit zum gemeinschaftlichen
Leben. – Und diese Fähigkeit bringt auch besondere Verantwortung
mit sich: Wir müssen auf den anderen achten. Klingt fast
selbstverständlich, ist es natürlich nicht.
„Auf den anderen achten,“ kann auch heißen, für ihn da zu sein,
wenn er Hilfe braucht. Und in diesem Sinne sehe ich uns als
Helferinnen und Helfer im Katastrophenschutz. Wir gehen mit gutem
Beispiel voran. Wir geben wesentliche Impulse für den Zusammenhalt
in unserem Land und damit auch in unserer Stadt. Ein Spruch den ich
sehr beschreibend für unsere Arbeit sehe ist: „Wo andere raus
rennen, rennen wir rein“. Lassen Sie mich sagen; Da gibt es keinen
Unterschied zwischen den „Blauen“ und den „Roten“. Vor Zehn bis
Fünfzehn Jahren hatten wier hier in Speyer noch die Situation, daß
mehrfach das Pflänzchen des Zusammenarbeitsbaums nicht wachsen
wollte. Die falschen Gärtner waren eventuell am Werk oder der Boden
auf dem der Setzling wachsen wollte, war nicht OK. Wie auch immer,
die letzten Zehn Jahre haben wir es gemeinsam, mit der Feuerwehr
geschafft, daß mittlerweile eine massive Eiche in unserem
gemeinsamen Wald steht. Wir machen dies leise. Wir machen dies aber
auch mit Substanz. Wir sitzen in einem Boot. Plakativer, wie in
diesem Jahr können wir es gar nicht mehr aufzeigen; Zur
Kirchbootregata werden wir als gemeinsames Team antreten. Ich will
den Moment hier auch nutzen den Garanten für die gute
Zusammenarbeit auf Seite der Freiwilligen Feuerwehr Speyer ganz
herzlich zu Danken. Mein Christian Kölsch ist hier wohl als der
Motor unserer Partnerschaft ganz besonders zu erwähnen. Ich freue
mich hier auch weiterhin nicht als Konkurrent, sondern als Partner
der Örtlichen Gefahrenabwehr hier in Speyer und im Umland zur
Verfügung zu stehen.
Mit Blick auf die Diskussionen und Forderungen rund um die
Themen, was eine Stadt seinen Jugendlichen bieten muß, kann ich nur
Bekräftigen, sich die Jugendarbeit der zahlreichen Organisationen
und Vereinen in Speyer und Umland sich mal anzuschauen; Es ist
wahrlich für jede und jeden etwas dabei. Es muß nur gewollt werden.
Jean Cocteau, ein französischer Dichter sagte einmal: „Die Jugend
weiß, was sie nicht will, bevor sie sich darüber im klaren ist, was
sie will.“ Unsere THW Jugend bietet hier ganz klar etwas, was die
Jugend haben will.
Die Arbeit unserer Jugend war schon immer wichtig und sie wird
in den Zeiten des Wegfalls des Ersatzdienstes und des
demographischen Wandels in Zukunft noch wichtiger werden. Ich setze
auch wie Christian und dessen Vorgänger zuvor, ganz klar auf eine
starke Jugendförderung. Wie kann man besser die Werte unserer
Gesellschaft erhalten, als das man die Jugend, so früh wie nur
möglich, einbindet? Die Jugend ist empfänglich für den THW-Virus.
Das weiß ich und dies wird auch in Zukunft meine höchste
Aufmerksamkeit haben.
Wir sind eine Bundesanstalt, wir sind jedoch auch ein Teil
dieser Stadt und der Region. Speyer und das Umland ist unsere
Heimat. Wir haben hier nicht nur unser zu Hause, wir beteiligen uns
auch an dem gesellschaftlichen Leben. Hier ist ganz klar die
Zusammen- und Mitarbeit bei den großen Festen und Veranstaltungen
mit Narrenumzug, Kult(o)urnacht, 1. Mai Kundgebung, Brezelfest,
Altstadtfest, Martinsumzug, Altpörtel in Flammen, Messen,
Kaisertafel, Tag der Hilfsdienste und, und, und zu nennen. Auch die
Pflege der Netzwerke mit dem Verkehrsverein, den Rockmusikern, dem
FC 09, den Martinsfreunden, der IPA, der Jugendförderung, den
anderen Hilfsorganisationen und nicht zuletzt der Stadt und den
Kirchen haben ein hohes Gewicht.
Mein THW in Speyer; Aufgaben, Ausstattung, Unterkunft,
Helfererhaltung, Helferwerbung, Einsatzbereitschaft, Ausbildung,
Helferbindung, Verwaltung, Unterhalt, Öffentlichkeitsarbeit und
noch mehr, das sind die Themen auf unserer Agenda. Ich will mich
nicht beschweren. Die letzten 20 Jahre hat sich viel getan, für uns
vieles zum Positiven. Ich will jedoch mahnen, daß wir wieder Gefahr
laufen in die Mangelwirtschaft zurückzufallen. Das THW behält zwar,
anders wie andere Bereiche im Bundeshaushalt sein Volumen und es
sieht so aus, daß dies auch zukünftig so sein wird. Dies geschieht
jedoch eh schon auf einem niedrigen, unterfinanzierten Niveau. Ein
Gleichstand über Jahre bedeutet immer eine Stagnation. Es geht
immer langsamer vorwärts. Sondereffekte, wie Konjukturpakete wird
es nicht mehr geben. Die Leuchtürme werden weniger. Die Visionen
werden unklarer. Die durch die ersatzlose Streichung des
Ersatzdienstes fallenden Helferzahlen sind nur schwer mit noch mehr
Einsatz der Ehrenamtlichen zu kompensieren. Ein Beispiel hierzu,
daß dies plakativ Aufzeigt ist ein Blick in unsere Chronik; Im Jahr
2000 berichtete Christian Maier bei unserer Jahresabschlußfeier,
daß wir sechszehntausend siebenhundert Stunden geleistet haben. Im
letzten Jahr haben wir über Achtzehntausend Stunden geleistet. Nur,
die Anzahl der Aktiven Helferrinnen und Helfer ist in den letzten
Zwölf Jahren um ein Drittel geschrumpft. Nun, die zusätzlichen
Stunden kommen nicht unbedingt durch ein Mehr an Ausbildung und
Einsätzen zustande. „Muß“-Aufgaben in der Administration sind hier
belastend und erschweren, neue Helferinnen und Helfer zu gewinnen.
In Zukunft werde ich, wie mein Vorgänger auch, dies kritisch
begleiten. Auch wenn es einen Gang nach Canossa nötig machen
wird.
Meine Gäste, dies sind die Kerngebiete, es gibt noch viele
andere wichtige Themen. Ohne Frage. Ich wünsche mir selbst, daß ich
alle Themen richtig angehe werde und bitte alle mich bei dieser
Arbeit zu unterstützen.
Die kürzeste Antrittsrede eines amerikanischen Präsidenten hielt
George Washington - gerade einmal 135 Worte. Die längste lieferte
1841 Henry Harrison - 9000 Worte, zwei Stunden lang bei eisigem
Nordostwind. Am nächsten Tag hatte er eine Erkältung, und einen
Monat später starb er an einer Lungenentzündung. – Nun, ich will
zum Ende kommen;
Christian komm bitte vor;
Christian, wir wollen Dich nicht aus der Verantwortung
entlassen, ohne Dir ein Zeichen unserer, der des THW Speyer,
Wertschätzung zu zeigen. Im nächsten Jahr werden wir das 60jährige
Bestehen unseres Ortsverbands feiern. Über die Hälfte dieser Zeit
hast Du selbst erlebt und maßgeblich gestaltet. Auch Du Wenke, hast
Christian immer unterstützt. Das eine oder andere Mal bestimmt auch
wegen dem THW verzichtet. Dafür ein dickes Dankeschön.
Christian, ich habe geschaut, zur Farbe eurer Fassade in
Heiligenstein paßt es wunderbar. Unser Steinmetzmeister Tobias
Uhrig Junior hat diese Tafel für Dich erstellt. Es soll Dich an
Deine Zeiten als Ortsbeauftragten im THW Speyer immer erinnern.
[Steintafel]
Liebe Gäste, wir alle sind froh, daß wir Sie hier bei uns haben
–und auch daß wir bei Ihnen hier in der guten Stube der Stadt Gast
sein dürfen! Ich wünsche uns nun noch gute Gespräche und eine
schöne Zeit!
Im Foyer bieten wir ihnen nun, wie es sich gehört, Pfälzer
Hausmacher, Käsewürfel, einen guten Wein und Speyrer Bier.
Gestatten Sie mir, daß ich mit 5 Wörtern schließe; „Der
gemütliche Teil hat begonnen.“
06.03.2013
„Arbeiten von außergewöhnlicher sprachlicher Schönheit und geistiger Tiefe“
Speyerer Lyrikerin Elisabeth Anton gehört zum Kreis der
Preisträger des Wettbewerbs der „Bibliothek deutschsprachiger
Gedichte“ 2012
Von Gerhard Cantzler

Mit ihrem Gedicht
„Herbst, welch Zeitenspur“ gehört die Speyerer
Lyrikerin und Autorin Elisabeth Anton zum Kreis der Preisträger
der „Bibliothek deutschsprachiger Gedichte“ 2012 und fand
damit erneut mit einem ihrer Werke Aufnahme in die jetzt in XV.
Auflage erschienene Ausgabe der gleichnamigen Anthologie.
Elisabeth Anton, die seit 1980 in Speyer lebt
und dort – von einer breiteren Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt
– Lyrik „vom Feinsten“ schreibt, hat seitdem unvorstellbare mehr
als 16.000 Gedichte verfasst - Lyrik, vielleicht auch als Therapie,
um damit manche schweren Schicksalsschläge leichter bestehen zu
können.
Die außergewöhnliche Dichterin – kreativ und von
beeindruckender Produktivität – geboren in Jimbolia – deutsch
Hatzfeld – einer deutschsprachigen Kulturinsel im rumänischen
Banat, direkt an der Grenze zum ehemaligen Jugoslawien, hat sich
von frühester Kindheit an für die Dichtkunst begeistert und bereits
in jungen Jahren selbst erste Gedichte verfasst.
Gut erinnert sie sich noch daran, wie ihre
Familie bereits 1960 einen ersten Antrag auf Ausreise aus dem
kommunistischen Herrschaftsbereich stellte. Dieser Antrag vom 19.
August 1964 wurde allerdings erst am 27. April 1980 genehmigt. In
der dazwischen liegenden Zeit musste Elisabeth Anton ab 1967 eine
schwere Zeit endloser Verhöre und Schikanen durch die berüchtigte
Securitate, den omnipräsenten Staatssicherheitsdienst in dem
totalitären System des rumänischen Diktators Ceausescu erleiden.
Auch ihre beständige Weigerung, der kommunistischen Staatspartei
Rumäniens beizutreten, war für das System ein zusätzlicher Grund
für unaufhörliche, schlimme Repressionen.
Trotz dieser politisch begründeten Widerstände
gelang es Elisabeth Anton, am Gymnasium ihrer Heimatstadt Hatzfeld
ihr Abitur abzulegen. Danach studierte sie an der Universität im
rumänischen Temeswar Germanistik und Romanistik. Parallel dazu
arbeitete sie im Städtischen Krankenhaus ihrer Heimatstadt, um so
ihr Studium zu finanzieren.
Fast zwei
Jahrzehnte lang musste die examinierte Diplom-Philologin dann
allerdings noch aushalten – arbeitete in dieser Zeit als Lehrerin
an zwei Gymnasien in Hatzfeld – ehe sie und ihre Familie am 27.
April 1980 endlich die ersehnten Ausreisegenehmigungen in Händen
hielten und am 13. Juli 1980 in die Bundesrepublik Deutschland
ausreisen durften. Zuvor musste Elisabeth Anton sich aber noch von
rund 14.000 Gedichten trennen, die sie in all den Jahren der
Unterdrückung verfasst hatte. In ihnen hatte sie ihre Hoffnungen
und Erwartungen, ihre Enttäuschungen und den Schmerz verarbeitet,
die das Leben für sie bereit hielt - auch viele über das Schicksal
ihrer einzigen Tochter Radegunde, die im Jahre 1977 aufgrund einer
unzureichenden Versorgung während des Geburtsvorganges mit einer
dauerhaften Behinderung fürs ganze Leben geboren wurde. Aus Furcht
vor dem rumänischen Geheimdienst hatte sie diese Arbeiten, die sich
auch immer wieder kritisch mit dem Regime auseinandersetzten, im
Verborgenen verwahrt – jetzt mussten sie vergraben oder vernichtet
werden. Bis auf ganz wenige Gedichte; entschied sich die Dichterin
für die sichere Variante und verbrannte, mit Tränen in den Augen,
all ihre Gedichte.
Die nächste Enttäuschung erwartete die Familie
am Ziel ihrer Aussiedlung, denn statt – wie von ihnen erhofft und
gewünscht – ins gebirgige Bayern wurde die Familie von Elisabeth
Anton von den zuständigen deutschen Behörden nach Baden-Württemberg
und schließlich nach Rheinland Pfalz, nach Speyer eingewiesen. Ihr
Studium und ihre in Rumänien erworbene Befähigung, als Lehrerin für
Deutsch und Romanistik zu arbeiten, wurden in der Bundesrepublik
nur teilweise anerkannt. Elisabeth Anton fasste deshalb den
Entschluss, sich vorrangig um die Therapien für ihre damals
zweieinhalbjährige Tochter zu kümmern und verdiente sich deshalb
zunächst ihr Geld als „Angelernte“ in einem Speyerer Unternehmen.
Nachdem die Therapien eingeleitet und der zukünftige Weg ihrer
Tochter entschieden waren, nahm Elisabeth Anton eine zweijährige
Ganztagsumschulung in Angriff, um anschließend als Assistentin
eines sehbehinderten Dozenten an der Fachhochschule der
Bundesagentur für Arbeit in Mannheim tätig zu sein.
In Speyer bauten sich Elisabeth Anton und ihr
Ehemann Helmuth mit großer Tatkraft eine neue Existenz auf und
widmeten sich vor allem ihrer geliebten Tochter, deren Förderung
immer im Mittelpunkt all ihrer Bemühungen stand.
Daneben aber vergaßen sie auch die Menschen in
ihrer alten Heimat nicht. Nach dem Zusammenbruch des
kommunistischen Systems machten sie sich daran, Hilfe für
Behinderte und Hilfebedürftige zu organisieren, reisten immer
wieder in ihre alte Heimatstadt Hatzfeld im Banat und bauten dort
auf Initiative von Elisabeth Anton und mit finanzieller Hilfe der
„Caritas“ im Bistum Speyer „Vergiss mich nicht“, eine Tagesstätte
für Menschen mit Behinderungen, auf. Daneben errichteten sie
Sozialwohnungen für Menschen, die zuvor unter freiem Himmel lebten
und sammelten Spenden, um bei einigen bedürftigen Menschen in ihrer
alten Heimat lebensnotwendige Operationen vornehmen lassen zu
können: eine davon ermöglichte es zum Beispiel einem zuvor
gehunfähigen Jungen, nach der Operation eigenständig gehen zu
können.
Im Jahre 2005 erfuhr
das Leben von Elisabeth Anton dann erneut eine dramatische Wendung
- bei ihrem Ehemann wurden die seit Jahren aufgetretenen
Auffälligkeiten als „morbus Alzheimer“ diagnostiziert. Vom
Schicksal nicht verschont, starb ihr Ehemann im Herbst 2009 nach
kurzer Leidenszeit an nicht erkannten und daher nicht behandelten
inneren Blutungen, obwohl Frau Anton, vier Tage lang, immer wieder
auf den kritischen Zustand ihres Mannes hingewiesen hatte.
Seitdem gilt die ganze Hingabe und das Schaffen
der Lyrikerin neben ihrer Tochter Radegunde auch weiterhin ihrem
unermüdlich sprudelnden literarischen Werk, das Experten ob „seiner
stilistischen Klarheit, seiner außergewöhnlichen sprachlichen
Schönheit und seiner geistigen Tiefe“ in die vorderste Reihe
zeitgenössischer Lyrik stellen.
Neben der Aufnahme in die Anthologie „Bibliothek
deutschsprachiger Gedichte“ fand Elisabeth Antons Gedicht „Herbst,
welch Zeitenspur“ inzwischen auch Aufnahme in die Produktion einer
Hör-CD mit zeitgenössischer Lyrik. Informationen:
www.gedichte-bibliothek.de Foto:
gc
01.03.2013
Oberbürgermeisterin aus Kursk hält Antrittsbesuch in Speyer
Im Rahmen eines
fachlichen Austausches weilt derzeit eine Delegation aus der
russischen Partnerstadt Kursk in Speyer.
Diese wird von Oberbürgermeisterin Olga Germanowa angeführt, die
ihren Antrittsbesuch in Speyer hält.
Zu einem Arbeitsgespräch kam die Delegation am Dienstag mit
Oberbürgermeister Hansjörg Eger und Bürgermeisterin Monika Kabs
zusammen.
Der Arbeitstitel des Programms „Soziale Aufgaben als
Herausforderung kommunalen Handelns“ führte die Gäste vorrangig in
den Fachbereich Jugend, Familie und Soziales der Stadtverwaltung
Speyer, wo Fachbereichsleiterin Claudia Völcker und die beiden
Mitarbeiterinnen Wiltrud Grünnagel und Michaela Fischer-Heinrich
über die Aufgaben und Leistungen der Einheit berichteten.
Im
Mehrgenerationenhaus Speyer gewannen die insgesamt sieben Frauen
einen Einblick in die verschiedenen Angebote für Jung und Alt und
lobten die Arbeit vor Ort. Weiter auf dem Programm stehen ein
Besuch im Landtag sowie ein Gespräch mit dem Frauenhaus Speyer.
Der Freundeskreis Speyer-Kursk hat seine Mitglieder und Freunde
der Partnerstadt zum Abschluss des Programms ins Feuerbachhaus
geladen, um ein Treffen mit den Gästen zu ermöglichen.
Am 2. März reist die Gruppe zurück und nimmt viele Anregungen
und die gemeinsam getroffene Vereinbarung nach mehr Vernetzung mit
nach Kursk. Stadt Speyer, Presse
28.02.2013
OB ehrt und verabschiedet verdiente Mitarbeiter im Rathaus
(v.li. n.re.): Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Gabriele Winter, Moinka Herbin, Marion Kohlroß und Steffen Schwendy
Die WoLa war 42 Jahre ihr zweites zuhause. Heute verabschiedete
Oberbürgermeister Hansjörg Eger in seinem Dienstzimmer Monika
Herbin offiziell in den Ruhestand. Dank und Anerkennung gebühre ihr
als langjähriger Mitarbeiterin der Kindertagesstätte. Kinder und
Kindeskinder hat sie betreut und zahlreiche Veränderungen in der
Kleinkindpädagogik mitgestaltet und mitgetragen. Sie vermisse die
Kinder schon jetzt, sei aber auch dankbar für die gewonnene Zeit,
die ihr für die eigene Familie bleibe. Wandern wolle sie nun
häufiger und die Liebe zum eigenen Garten pflegen, beantwortet
Monika Herbin die Frage nach ihren Freizeitplänen.
Dank und Anerkennung seitens der Stadt übermittelte der OB auch
den Jubilaren, die seit einem Vierteljahrhundert der Stadt die
Treue halten. Allen voran Steffen Schwendy, der Planer öffentlicher
Grün- und Spielflächen. Seit 15 Jahren ist der Gartenbauingenieur
für die Stadtverwaltung tätig. Zuvor hat er seinen grünen Daumen
bei der Stadt Mühlacker unter Beweis gestellt. In Speyer tragen
bereits 25 Spielplätze seine Handschrift. Mit den Kolleginnen der
Gebäudewirtschaft, die mit ihm 25-jähriges Dienstjubiläum feiern,
verbinde ihn, dass auch seine Arbeit permanent nachwachse. Während
Marion Kohlroß im Stadthaus und somit auch im Dienstzimmer des
Oberbürgermeisters für Sauberkeit sorgt, leistet Gabriele Winter
als Reinemachefrau auf dem Friedhof treue Dienste. Pressestelle
Stadt Speyer
28.02.2013
Die Energiewende geht uns alle an
JJBG-Vize-Vorsitzender
Wolfgang Bührung zu Chancen und Hemmnissen für das wohl
bedeutsamste gesamtgesellschaftliche Projekt des 21.
Jahrhunderts
Von Gerhard Cantzler
Spätestens seit der Katastrophe von Fukushima vor nun schon fast
wieder zwei Jahren sind sich alle Lager in Politik und Gesellschaft
einig: Der Ausstieg aus der Kernenergie ist zumindest in
Deutschland alternativlos und unumkehrbar. Und auch der
schrittweise vollständige Rückzug aus den fossilen Energiearten Öl
und Kohle scheint unstrittig. So bleibt der Auf- und Ausbau der
regenerativen Energien zweifellos die wohl größte technologische
Herausforderung dieses Jahrhunderts.
Trotz so viel Einigkeit über das Ziel steckt jedoch auch hier
bei der Entscheidung Wege zu diesem Ziel „der Teufel im Detail“.
Denn ein Stück weit wohl schon dem aufziehenden
Bundestags-Wahlkampf geschuldet, werden inzwischen Detail- und
Einzelprobleme rasch zu unüberbrückbaren Gräben selbst zwischen
gemeinsamen Regierungspartnern. Insbesondere die der kaum noch
durchschaubaren Logik des Energie-Einspeisungs-Gesetzes EEG
unterliegenden, rasch steigenden Strompreise sorgen für heftige
politische Auseinandersetzungen.
Die
Speyerer Johann-Joachim-Becher-Gesellschaft JJBG - allein
schon aus Verantwortung gegenüber ihrem Namensgeber dazu
verpflichtet, genauer hinter die Zusammenhänge zu schauen und dabei
den Blick frei von unangemessenen Emotionen nach vorne zu richten,
hatte jetzt ihren Stellvertretenden Vorsitzenden Wolfgang
Bühring, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer, um ein Referat
über „Chancen und Hemmnisse der erneuerbaren Energien“
gebeten. Und der Energieexperte, der sich inzwischen in Speyer und
überregional einen guten Namen bei der Umsetzung des vom Speyerer
Stadtrat beschlossenen Ziels „100 Prozent regenerativ“ gemacht hat,
enttäuschte seine Zuhörer im JJBG-Haus im Speyerer Judenhof mit
seiner sachgerechten Herangehensweise an das gestellte Thema nicht:
Frei von unangemessener Polemik, allenfalls gewürzt mit einigen
Spitzen gegen die politisch Handelnden auf Bundesebene führte er
die Sachverhalte auf, die nach seiner Überzeugung derzeit noch die
kurzfristige Umsetzung der Energiewende hemmten.
Zu Beginn seiner Ausführungen ging Bühring jedoch zunächst auf
die Rolle der Stadtwerke bei der Umsetzung der Energiewende ein.
Dabei betonte er das große Potential der Werke, das er insbesondere
in ihrer dezentralen Vernetzung im Bereich der Infrastruktur mit
allen Bürgern, mit Handwerkern.Gewerbetreibenden und der Industrie
sieht. Die Stadtwerke müssten sich deshalb als „Hauptakteur und
Projekttreiber“ bei der regionalen Umsetzung der Energie- und
Klimaziele in der Region profilieren.
Mit ihrem Stadtratsbeschluss für „100 Prozent regenerativ“ aus
dem Jahr 2010 und der Klimaschutz-Initiative „KISS“ habe Speyer auf
lokaler Ebene den Weg für die Energiewende geebnet. Mit der 21
Kilometer langen Leitung zum Anschluss Speyers an das Großkraftwerk
Mannheim und damit an die Nutzung der dort anfallenden Abwärme habe
die Domstadt den Startschuss für das größte Fernwärme-Ausbauprojekt
in Europa gegeben und damit zugleich einen wesentlichen Baustein
für eine zukunftsorientierte Wärmeversorgung gelegt.
Der Einsatz
von Biomasse, Abwasserwärme und Solarthermie bildeten einen zweiten
Baustein in den Speyerer Wohngebieten, Blockheizwerke, die
Kläranlage, bademaxx, Schulen und andere öffentliche Gebäude sowie
Private Haushalte und Industriebetriebe versorgten, stellten das
dritte Standbein dar. Weitere Anlagen dieser Art, so kündigte
Bühring an, seien mit einem Investitionsaufwand von jährlich 2
Millionen Euro auch für die kommenden Jahre geplant.
Werkseigene Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung
von 2,8 Megawatt und Fremdanlagen mit 5,6 Megawatt Leistung seien
bis zum Jahr 2030 ebenso wirkungsvolle Schritte auf dem Weg zu
einer 100%igen Versorgung mit Strom aus regenerativen Energien wie
die drei Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 5 Megawatt,
die von den Stadtwerken betrieben werden. Schließlich verdiene auch
die zertifizierte CO2-freie Erzeugung von Strom aus Wasserkraft in
Skandinavien Beachtung, der allen Speyerer Haushalten als
„SWS-Naturstrom“ angeboten werde. Auch für den weiteren
Ausbau solcher Anlagen haben die Stadtwerke für die kommenden Jahre
10 Millionen jährlich eingeplant.
„Die Energiewende ist nur gemeinsam zu
schaffen...“ Mit dieser Feststellung leitete Bühring auf die
vielfältigen Möglichkeiten über, mit denen jeder einzelne Bürger
zur Erzeugung regenerativer Energien beitragen könne. Dazu zähle
das „Solardach-Programm“, bei dem Hausbesitzer ihr Dach an
die Stadtwerke zur Stromerzeugung vermieteten ebenso wie das
sogenannte „Mini-BHKW (Blockheizkraftwerk)
-Komplettpaket“, mit dem Strom- und Wärmeerzeugung dauerhaft
ohne Fremdeinsatz von Energie möglich ist.
Und dann natürlich die unterschiedlichen Maßnahmen,
um Energie einzusparen: Das beginne mit einem kompetenten und
unabhängigen Energie SparCheck, der zu einer spürbaren
Senkung der Energiekosten und zugleich zur Schonung der Umwelt
beitrage -. das setze sich fort in den Naturstromangeboten,
die dem Nutzer „Stromverbrauch im Einklang mit der Natur“
ermöglichten – umfasse auch das Heizungspumpen-Programm, bei
dem die alte Pumpe gegen eine moderne „Hocheffizienz-Pumpe“
ausgetauscht werde, die mit einem Bruchteil der Energie der alten
Pumpe auskomme. Und schließlich wies Bühring auch noch auf den
Wärme-Direktservice hin, der eine echte Alternative zur
Eigeninvestition in eine neue Heizungsanlage darstelle.
Über all das könnten sich die Verbraucher in Speyer
beim regelmäßigen SWS-Energietreff informieren, wo es alles
„rund um die erneuerbaren Energien zum Anfassen und zum Mitmachen“
gebe.
Bei seiner
Analyse der Hemmnisse, die den zügigen Fortgang der
Energiewende behindern könnten, kam Bühring dann als erstes auf das
Verhältnis zwischen dem „Hauptakteur“ Stadtwerke und der
Handwerkerschaft zu sprechen. Hier löse der wirtschaftliche
Größenunterschied bei so manchen Handwerker Ängste aus, im Bereich
der Energieleistungen auf einen übermächtigen Konkurrenten zu
treffen. Auch die unterschiedlichen Qualifikations- und
Leistungsprofile der Handwerksbetriebe und ihre ganz
unterschiedlichen Kapazitäten.die oft nur unzureichend auf den
Massenumbau auf die neuen Energietechniken vorbereitet seien, könne
Berührungsängste auslösen.
Hier schlug Bühring deshalb eine engere,
partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Handwerksbetrieben und
Stadtwerken, gemeinsame Qualifizierungs-Programme für neue
Technologien sowie gemeinsame Vertriebs- und Geschäftsmodelle
vor.
Im weiteren beklagte der Referent die noch immer
nur in Ansätzen vorhandene Verbreitung multifunktionaler,
intelligenter Mess- und Steuereinheiten. „Die heutigen
Zählerausstattungen“, so der Referent, „gewähren den Verbrauchern
keinen objektiven Einblick in ihren Energieverbrauch“. Dadurch aber
fehle es den Verbrauchern noch immer oft am gebotenen
Energiesparbewusstsein – die Kunden könnten mit ihren alten Zählern
nicht an den enormen Energiepreisschwankungen über den Tag und
durch die Jahreszeiten teilhaben. Deshalb greife auch die
Beschränkung solcher Zähler allein auf Strom viel zu kurz.
Hier sei deshalb der Gesetzgeber – sinnvoller Weise
gleich auf europäischer Ebene – gefordert, der den Funktionsumfang
solcher Zähler definieren und die damit verbundenen
datenschutzrechtlichen Probleme regeln müsse. So könne die Mess-
und Steuereinheit zugleich auch zur Basis für Gesamtsystemangebote
werden. Auch hierzu arbeiteten die Stadtwerke Speyer bereits an
Komplettlösungen.
Ein weiterer
Akzent in dem Referat Bührings galt der Energieberatung. Wenn eine
kürzlich erstellte Studie ergeben habe, dass von zehn
durchgeführten Beratungen neun mangelhaft gewesen seien, dann
beweise das die Notwendigkeit eines besseren Qualitätsmonitoring
solcher Beratungsleistungen. „Stadtwerke können sich aufgrund ihrer
Kundennähe und ihrer Beauftragung durch die sie tragenden
Gebietskörperschaften eine 'Schlechtberatung' nicht leisten“,
stellte der Speyerer SWS-Geschäftsführer fest und sprach sich für
eine Gleichstellung der Energieberatungen der Werke mit denen der
Verbraucherzentralen und anderer Anbieter aus.
An „die eigene Adresse“ wandte sich Bührings
Aufforderung, psychologische Schwellen und Schwerfälligkeiten der
Menschen bei Veränderungen der technischen Ausrüstung ihrer
Wohnungen zu überwinden. Hier müssten Stadtwerke und andere
Unternehmen ihr Produktmarketing modernisieren, die Bürger
gezielter ansprechen und mögliche Lösungen anschaulicher
darstellen. Auch hierzu müsse der Gesetzgeber Rahmen und Ziele
vorgeben, aber auch finanzielle Anreize schaffen.
Als ein großes Hemmnis für die Energiewende
kritisierte Bühring schließlich noch die vorliegende
Mietrechtsnovelle, die nach seiner Ansicht Investitionen in
innovative Technologien eher behindere. Solarthermie und
Wärmepumpen könnten dadurch in professionellen Contracting-Modellen
nicht eingesetzt werden, da sie dem Prinzip des gesetzlich
vorgesehenen Kostendeckels nicht entsprechen. „Das
Wirtschaftlichkeitsgebot nach § 560 (5) BGB und die absolute
Warmmietenneutralität nach § 556 c BGB verhindern die dringende
Erneuerung von Energieanlagen im Mietbestand“, kritisierte de
Redner und wies darauf hin, dass dies Mietwohnungsbau mittel- und
langfristig zu einem Investitionsstau bei den
Wohnungsbaugesellschaften und Eigentümern im Mietwohnungsbau führen
müsse. Dadurch seien aber auch höhere Belastungen der Mieter durch
steigende Preise bei den einzurechnenden Primärenergien zu
erwarten.
Schließlich sprach sich Bühring nachdrücklich für
eine Änderung der Gemeindeordnung von Rheinland-Pfalz aus, die es
derzeit den Stadtwerken noch untersage, sich an
Gemeinschaftsunternehmen zu beteiligen. Als Vorreiter bei der
Umsetzung alternativer Energiekonzepte müsse den Werken aber der
Zugang zu den Energiebörsen geöffnet und der Bau von Windparks,
Pumpspeicheranlagen und anderer regenerativer
Energieerzeugungsanlagen ermöglicht werden.
Investitionen in den Netzausbau und die Förderung
der Entwicklung neuer Speichertechnologien waren schließlich
weitere Punkte, mit denen Wolfgang Bühring einen Einblick über die
Faktoren gab, die er aus der Sicht eines Stadtwerks die größte
Hemmnisse für die Energiewende erkannt zu haben glaubt.
Wie hatte er
zu Beginn seines Referates betont? Die Energiewende wird nur
gelingen, wenn alle daran mitwirken. Durch diesen Abend, zu dem
JJBG-Vorsitzender Hans-Joachim Spengler unter anderem auch
den früheren Oberbürgermeister Dr. Christian Roßkopf und den
Vorstandsvorsitzenden der Kreis- und Stadtsparkasse, Uwe
Geske im JJBG-Haus begrüßen konnte – auch OB Hansjörg
Eger schaute für eine kurze Stippvisite vorbei – sollten sich
viele politische Ebenen – in Brüssel, Berlin, Mainz und Speyer,
aber auch jeder einzelne Bürger aufgerufen fühlen, seinen Beitrag
zur Energiewende zu leisten. Jeder einzelne dort, wo ihm das
möglich ist.
Johann Joachim Becher hätte sicher seine Freude
gehabt an diesem hoch informativen Abend, der sicher manchem der
Besucher eine neue Perspektive auf die notwendige Energiewende
eröffnet haben dürfte. Foto: gc
26.02.2013
Die Energiewende geht uns alle an - Bilderalbum
Zu Gast im Woogbachtal: Der Eisvogel – ein Schnappschuss unseres Lesers Ludwig Sternberger
spk.
Speyer. Mit offenen Augen und allzeit „schussbereiter“ Kamera
ist SPEYER-KURIER-Leser Ludwig Sternberger in den
Naturräumen von Speyer und der Umgebung unterwegs.
Nachdem er uns schon am 10. Februar mit zwei auch graphisch
überaus gelungenen Bildern an seiner Beobachtung eines aus
unerklärlichen Gründen unter der Überführung der B 9 über den
Woogbach entstandenen See teilhaben ließ, hat er uns jetzt auch
bildlich über den Abschluss der „groben Erdarbeiten zur
Renaturierung des Woogbaches westlich der B 9“ in Kenntnis gesetzt.
„Das Wasser fließt wieder durch das neue Bachbett“, teilt er uns
mit und fügt voller Freude und Stolz hinzu: „....und schon hat
der Eisvogel dieses neue Revier besucht“.
Ein ebenso seltener wie gelungener Schnappschuss ! Dazu: Herzlichen
Glückwunsch, Ludwig Sternberger !


25.02.2013
Bei frostig-kaltem Winterwetter Richtfest und Grundsteinlegung gefeiert
„Verein
Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt e.V.“ vor der Fertigstellung
seines neuen Kurzzeithauses
cr. Speyer. Ein bissig-eisig-kalter Nordost-Wind blies
über die Baustelle der Lebenshilfe in der Speyerer
Paul-Egell-Straße, als am Freitag Nachmittag der Zimmerer Markus
Wowery auf den Baukran hinaufstieg, um in luftiger Höhe neben
der Richtkrone seinen Richtspruch aufzusagen, auf das Wohl von
Bauherrschaft, Architekt und auf Glück und die Gesundheit aller zu
trinken, die in diesem Haus ein- und ausgehen werden, und
schließlich sein Glas am Fuß des Baukrans zu zerschmettern. Dann
zogen sich die Gäste des Richtfestes auch schon wieder rasch ins
Innere des neuen Kurzzeit- und Appartementhauses zurück, wo es dank
bereits montierter Fenster, provisorischer Baustellentüren und
einem gut isolierten Dach mollig warm war.
Dort drinnen
begrüßte der Vorsitzende der „Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt
e.V.,“ Gerhard Wissmann, die Gäste, die – zwar zahlreich
eingeladen - der Einladung zu diesem Richtfest doch nur in
reduzierter Zahl gefolgt waren, Denn viele mussten, zum Teil im
letzten Augenblick noch, absagen – die aktuelle Grippe-Welle hatte
auch sie voll erfasst. So konnte Wissmann von der kommunalen Ebene
nur dem Speyerer Stadtoberhaupt, Oberbürgermeister Hansjörg
Eger, dessen Schifferstadter Kollegin, Bürgermeisterin Ilona
Volk, und dem Dudenhofener Bürgermeister Peter Eberhard,
seinen Gruß entbieten. Von der parlamentarischen Ebene war das
Mitglied des Europäischen Parlamentes – zugleich auch Mitglied im
Stiftungsrat der „Lebenshilfe e.V.“ - Jürgen Creutzmann MdEP
sowie als Vertreter der Kirchen der Speyerer Weihbischof Otto
Georgens und Domdekan a.D., Prälat Hubert Schuler zu
diesem Anlass auf die Baustelle gekommen. Wissmanns Gruß galt
schließlich auch dem Bürgermeister a.D. und langjährigen
Sozialdezernenten der Stadt Speyer, Hanspeter Brohm, dem
Geschäftsführer der GEWO in Speyer, Alfred Böhmer, den
Vertreterinnen und Vertretern der Bewohner der
Lebenshilfe-Einrichtungen in Speyer und Schifferstadt und nicht
zuletzt den Kontaktbeamten der Polizei Speyer und -last, but not
least – den Nachbarn des neuen Hauses in der Paul-Egell-Straße.
Die „Lebenshilfe“ sei längst weit mehr als nur eine
Elternvertretung, zu der sich landesweit inzwischen mehr als 9.000
Mitglieder bekennen würden, so Wissmann. Unzählige Menschen
leisteten tagtäglich haupt- wie ehrenamtlich ihren Beitrag dazu,
behinderte Menschen zu einem selbstbestimmten Leben zu begleiten.
Damit leisteten sie einen elementaren Dienst zum Wohle unserer
gesamten Gesellschaft. Diese Haltung hätten die beiden
Ehrenvorsitzenden der Vereinigung, Richard Entzminger und
Kurt Weinschütz, in vorbildlicher Weise vorgelebt.
Kurt Weinschütz habe das Projekt, das im Bestand des Vereins
bisher noch gefehlt habe und für das nun an diesem Tag das
Richtfest gefeiert werden könne, initiiert und es tatkräftig voran
getrieben. „Gemeinsam mit Michael Thorn wird er es auch zu
Ende führen“, war sich Gerhard Wissmann gewiss. Bis dahin aber
werde beiden in den nächsten Monaten noch reichlich Arbeit ins Haus
stehen und viel Tatkraft abverlangt.
Ehrenvorsitzender
Kurt Weinschütz, nimmermüder Motor der Lebenshilfe und auch bei
diesem Neubau omnipräsenter ehrenamtlicher Bauleiter, zeigte sich
erfreut und tief gerührt zugleich, dass es jetzt möglich sei, neben
dem Richtfest zugleich auch den Grundstein zu legen. Dafür dankte
Weinschütz allen, die das Projekt bis hierhin gefördert und
begleitet hätten, vor allem aber seinem Schulkameraden Edwin
Etzkorn aus Römerberg, der den kunstvoll gestalteten Grundstein
geschaffen und gespendet hat.
In der der Lebenshilfe gemäßen Gemeinsamkeit mauerten dann der
alte und der neue Vorsitzende den Grundstein in die Wand hinter dem
künftigen Haupteingang des Gebäudes ein, ehe Weihbischof Georgens
für die weitere Bauzeit und für alle an dem Haus Beschäftigten den
Segen des Allmächtigen erbat und den Grundstein segnete.
In dem
Grundstein wurde eine Kupferhülse eingemauert, in der neben
Grußbotschaften von Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Weihbischof
Otto Georgens und Bürgermeisterin Ilona Volk ein Satz der aktuell
gültigen Euro-Münzen, ein Exemplar einer Speyerer Tageszeitung
sowie eine Flasche Riesling aus dem Kirrweiler Weinzehnt des
Jahrgangs 2011 für den Speyerer Bischof eingelegt wurden. Gemeinsam
mit Unterlagen über das neue Haus und über den Verein „Lebenshilfe
e.V.“ im Jahr 2013 sollen diese Gegenstände nachfolgende
Generationen an diesen Tag erinnern.
Mit launischen Worten überbrachten Oberbürgermeister Hansjörg
Eger und Bürgermeisterin Ilona Volk die Glückwünsche ihrer Städte,
frotzelten miteinander über den Zustand der Städtischen Kassen in
Zeiten des Kommunalen Entschuldungsfonds, waren sich aber auch
einig in ihrer Meinung über die große Nützlichkeit und
Sinnhaftigkeit des neuen Hauses, dessen Werdegang abschließend
Architekt Thorsten Petroschka noch einmal tabellarisch Revue
passieren ließ.
Im Anschluss
an die Feier nahmen die Gäste Gelegenheit, sich in dem insgesamt
zehn Einzelzimmer und sieben Appartements sowie eine Großwäscherei
umfassenden neuen Gebäude umzusehen, dessen Innenausbau in den
kommenden Wochen zügig vorangetrieben werden soll. Denn am 26. Mai
2013 - so kündigte Kurt Weinschütz an - wird neue Haus eingeweiht.
Und wenn Kurt Weinschütz das so ankündigt, dann wird es sicher auch
so kommen – das lehrt die Erfahrung aus anderen Projekten in der
Vergangenheit.
Musikalisch umrahmt von dem Pianisten Michael Rentschler
von der Musikschule Römerberg feierten Handwerker und Gäste bei
Würstchen und Hausgemachten Frikadellen noch lange zusammen – nur
das im Freien „naturgekühlte“ Bier und der Win „gingen“ an diesem
Tag vielleicht nicht ganz so gut wie an wärmeren Tagen – hätte sich
doch so mancher Besucher gar eher Glühwein, Grog oder heißen Tee
gewünscht. Aber bis zum 26. Mai 2013, dem Tag der Einweihung,
wird’s sicher wieder wärmer werden …. Fotos: gc
23.02.2013
"Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt e.V.“ feiert Richtfest - Bilderalbum
Die Angehörigengruppe in der Jugend- und Suchtberatungsstelle NIDRO in Speyer
Jugend- Suchtberatungsstelle NIDRO in Speyer
Speyer- Die Gruppe bietet für belastete, betroffene
Angehörige eine Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen, sich
hierdurch zu entlasten und positive wie negative Erfahrungen mit
suchtmittelabhängigen Kindern oder Verwandten zu kommunizieren.
Erschwert wird die extreme, ohnehin schon hohe
Belastung ein suchtkrankes Kind zu haben, durch die wachsende Zahl
der Mehrfachstörungen, wie z. B. Suchtmittelabhängigkeit
einhergehend mit psychischen Erkrankungen. Gerade
Suchtmittelabhängige mit z.B. Psychosen verweigern die Kooperation,
d.h. die Einnahme von stabilisierenden Medikamenten und verschärfen
durch Drogenkonsum die Situation zusätzlich. Oft bleiben Angehörige
mit ihrer Scham, ihren Schuldgefühlen und mit ihrer massiven
Belastungssituation alleine.
Herr Straßner, als Suchtberater ist hierbei der
kompetente Ansprechpartner und hat, zusammen mit langjährigen
Mitgliedern der Grupp, ein offenes Ohr für die Nöte der Menschen.
Außerdem geben diese Informationen über Sucht – und Suchtverlauf.
„Wichtig ist es im Gespräch Wege zu finden sich vor einer drohenden
Co – Abhängigkeit zu schützen oder entsprechendes Verhalten im
Erfahrungsaustausch zu erkennen und zu verändern“, so Straßner.
Viele der Betroffenen kennen die inneren
Vorwürfe, die Suche nach eigenen Fehlern, ja sogar das Gefühl sich
für die Sucht des eigenen Kindes verantwortlich zu fühlen sehr gut.
Straßner meint: „Sehr schnell geraten Eltern in den Strudel der
Mitabhängigkeit und vernachlässigen sich selbst, Partnerschaften
und Freunde, um für das kranke Kind da zu sein.“
Der Schutz der eigenen Person und vor der
drohenden Selbstaufgabe und Zerstörung der Familie und
Partnerschaft durch die Sucht spielen in den Gesprächen eine
bedeutende Rolle.
Straßner berichtet, dass den Teilnehmenden der
persönliche und wertschätzende Umgang in einem vertrauenswürdigen
Rahmen sehr entgegenkommt. Dadurch werde in dieser Gruppe eine
Atmosphäre geschaffen, schwierige und belastende Themen
anzusprechen. Weitere Teilnehmerinnen sind daher herzlich
willkommen.
Die Angehörigengruppe der Jugend – und
Suchtberatung NIDRO in Speyer ist ein Angebot für Angehörige, dass
heißt für Eltern, Großeltern, Geschwister und weitere
Familienmitglieder oder enge Freunde suchtmittelabhängiger
Menschen.
Die Gruppe trifft sich jeden ersten Donnerstag
im Monat um 18.30 Uhr in den Räumen der Beratungsstelle in der
Heydenreichstr. 6.
Weitere Informationen sind unter www.ludwigsmuehle.de im Netz
abrufbar oder bei der Jugend- Suchtberatungsstelle NIDRO –
Heydenreichstr. 6 – 67346 Speyer – Tel. 06232 /26047
erhältlich.
22.02.2013
Stadtrundgänge zu „Markt und Menschen“ mit großer Resonanz
Speyerer
Stadtführer beteiligen sich erstmals am „Welttag der
Gästeführer“
cr. Speyer. Schon seit dem Jahr 1990 ist der 21.
Februar der „International Tourist Guide Day (ITGD)“ - der
„Welttag der Gästeführer“- , mit dem alljährlich an die Gründung
dieses Zusammenschlusses von Stadt- und Gästeführern in aller Welt
vor fast einem viertel Jahrhundert erinnert werden soll. An Speyer
ging dieser Tag bislang unbeachtet vorbei - in diesem Jahr nun
wollten auch die ehrenamtlichen Gästeführer der traditionsreichen
Dom-und Kaiserstadt Speyer mit von der Partie sein und hatten
deshalb heute unter dem Titel „Menschen und Märkte“ zu drei ganz
speziellen Rundgängen durch das historische Speyer eingeladen. Und
die Resonanz auf diese Einladung konnte sich durchaus sehen lassen:
Schon zur ersten Führung um 10.00 Uhr früh hatten sich 18
Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei eisig kaltem Wind, aber sonnigem
Himmel am Eingang zum Domes eingefunden – zur Mittagsführung um
13.00 Uhr waren es dann schon 27 Interessenten, die mit
Stadtführerin Cornelia Benz „auf Tour“ gehen wollten - und
schließlich war auch die Nachmittagsführung um 16.00 Uhr erneut
bestens nachgefragt.
Nach einer gründlichen Besichtigung der Romanischen Kathedrale
von außen – Führungen im Inneren sind ja bekanntlich allein den
offiziellen Führerinnen und Führern des Domkapitels vorbehalten –
ging es zunächst hinüber zum Judenhof - in jedem Stadtrundgang ein
Ort, der die Gäste immer wieder ganz besonders tief beeindruckt.
Von dort ging es dann zurück zur Maximilianstraße, zum Alten
Marktplatz und zur Dreifaltigkeitskirche und von dort durch die
Altstadt über Fischmarkt, Holzmarkt und Sonnenbrücke wieder in
einem weiten Bogen zurück zum Dom.
Viel
Interessantes erfuhren die Gäste in den jeweils rund zweistündigen
Führungen, Wissenswertes aus der reichen Geschichte der über 2000
Jahre alten Stadt – dabei so manches, was selbst „eingeborenen“
Speyerern bis dahin unbekannt war. Die Stadtführer, - sie wissen
halt immer noch das eine oder andere Detail mehr.....
Wie bereits erwähnt: Diese drei Führungen aus Anlass des ITGD
waren kostenlos, und deshalb fiel es den Teilnehmerinnen und
Teilnehmern um so leichter, mit einer mehr oder weniger „kleinen“
Spende etwas Gutes zu tun. Als „Begünstigte“ hatten sich die
Speyerer Stadtführer die Dreifaltigkeitskirche ausgesucht, über
deren Renovierungsbedarf sich die Besucher mit eigenen Augen einen
Eindruck verschaffen konnten.
Eine guter Tag also für Speyer und seine Stadtführer: Werbung
für die Stadt, für ihre freundlichen Gästeführer – und etwas Gutes
kam am Ende auch noch dabei heraus. Foto: gc
21.02.2013
Speyerer Stadtführer beteiligen sich erstmals am „Welttag der Gästeführer“ - Bilderalbum
Speyer wächst ohne zu wachsen – Immer mehr Auswärtige wollen in Speyer den „Bund fürs Leben“ eingehen
Heirats-Statistik
offenbart interessante Trends für die Domstadt
gc, Speyer. „Speyer ist auf dem besten Weg, eine
„der Trauungs-Hochburgen“ bundesweit zu werden“. Das
erklärten heute der Städtische Beigeordnete Frank Scheid und
der Leiter des in seinem Dezernat angesiedelten Speyerer
Standesamtes, Harald Jossé, bei der Vorstellung der
Heirats-Statistik 2012 ihrer Heimatstadt Speyer. Die
außergewöhnlich breite Palette ganz unterschiedlicher ,
faszinierender Räumlichkeiten, in denen regelmäßig Trauungen
abgehalten werden. sowie die ausgeprägte Kunden- und
Serviceorientierung der Mitarbeiter des Standesamtes hätten Speyer
auf der „Besten-Liste“ der am häufigsten nachgefragten Trauungsorte
ganz weit nach oben katapultiert, so der Beigeordnete. Dadurch
rangiere die Stadt mit 8,9 Trauungen pro 1.000 Einwohner inzwischen
auf Rang 5 der bundesweit mehr als 400 Standesämter umfassenden
Rangliste. Führend auf dieser Liste sind die Landkreise
Nordfriesland und Vorpommern-Rügen mit 13,5 bzw. 12,2 Trauungen pro
1.000 Einwohner, Trauungen, die oft auf den immer beliebteren
Leuchttürmen stattfinden. Einen weiten Weg haben die deutschen
Trauungs-Hochburgen allerdings noch vor sich, wollen sie den Wert
der „Welthauptstadt des Heiratens“ mit 167 Trauungen pro tausend
Einwohner erreichen. Hier ist allerdings – im Gegensatz zu Speyer,
das in dieser Kategorie vor Mainz auf dem vorletzten Platz im Lande
rangiert – die Scheidungsrate auch um ein Vielfaches höher.
Speyer
biete inzwischen drei ganz außergewöhnliche „Trauungs-Locations“
an: Den traditionsreichen Trausaal im früheren Stadtarchiv im
Historischen Rathaus, die Gotische Kapelle im Adenauer-Park und die
Traustube im über 1000 Jahre alten historischen Altpörtel. Gerade
von den beiden zuletzt genannten scheint eine ungeheure Faszination
auszugehen, so Scheid, kämen doch – nicht zuletzt auch auf
Vermittlung der immer zahlreicher werdenden „wedding-Planer“, die
Speyer inzwischen auch schon für sich entdeckt hätten - Brautpaare
aus der ganzen Bundesrepublik – von Hamburg bis nach München – nach
Speyer, um sich hier das „Ja-Wort“ zu geben. Sogar ein Paar aus
London sei zuletzt in Speyer den Bund für's Leben eingegangen.
„Unsere vielfältigen Möglichkeiten sind für das Stadtmarketing von
Speyer ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“, betonte Frank Scheid
nicht ohne Stolz.
418 Eheschließungen verzeichnet die Statistik des Speyerer
Standesamtes für das Jahr 2012 – noch einmal zwei mehr als im Jahr
zuvor und damit zum dritten Mal in Folge mehr als 400. Im Jahr 2010
seien es 450 Paare gewesen, die hier getraut wurden – damals ein
deutlicher Sprung von zuvor nur 347. Die Ausweitung des Angebotes
trägt also reiche Früchte, sorgt aber auch für reichlich
zusätzliche Arbeit für die drei Standesbeamten, die jetzt mit
Philipp Schneider um einen vierten ergänzt würden, so der
Dezernent.
Noch
viel Statistisches hatte Harald Jossé für dieses Pressegespräch
zusammengetragen: So die Tatsache, dass 40 % der Heiratsaspiranten
von auswärts nach Speyer kommen – bei der Hälfte der betroffenen
Trauungen sogar beide Ehepartner. Durchschnittlich drei
gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften seien in den
vergangenen Jahren in Speyer besiegelt worden – im Gegensatz zu
anderen Städten sogar in den gleichen Räumlichkeiten, in denen auch
die heterosexuellen Paare getraut werden.
Das gilt im übrigen gerade auch für die Traukapelle im
Adenauerpark, in der im vergangenen Jahr 41 Ehen geschlossen wurden
- ebenso für das Altpörtel, wo sich die Zahl der Hochzeiten von 7
im Jahr 2010 über 19 im Jahr 2011 auf 28 im Vorjahr kontinuierlich
nach oben entwickelt habe. Diese als „Ambiente-Trauungen“
vermarktete Zeremonien würden sich immer größerer Beliebtheit
erfreuen – was allerdings noch auf seine Premiere warte, sei die
Eintragung einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft hoch
über denalso Dächern der Stadt im Altpörtel, „Wer das das für sich
in Abspruch nehmen möchte, kann noch „erste(r)“ auf unserer Liste
werden“, so Harald Jossé.
In der Gotischen Traukapelle im Adenauerpark sind übrigens auch
kirchliche Feiern möglich. „Wer einen Geistlichen mitbringt, kann
hier auch eine Einsegnung vornehmen lassen“, informiert Harald
Jossé – Vertreter beider christlichen Kirchen machten von dieser
Möglichkeit immer öfter Gebrauch, auch wenn die Kapelle ja schon
seit langem profanisiert sei.
Die
wachsende Zahl von Trauungen trage - ebenso wie der kontinuierlich
ansteigende Umfang der Geburten im Diakonissen/Stiftungskrankenhaus
- zu der noch vor kurzem unvorstellbaren Anzahl an notwendigen
Beurkundungen von Personenstandsfällen bei. Über 4.000 seien es im
abgelaufenen Jahr in Speyer gewesen – nur 1.500 in der
vergleichbaren Nachbarstadt Neustadt/Weinstraße, 2.000 in
Landau/Pfalz. Übrigens werden alle Veränderungen des
Personenstandes wie die Geburt von Kindern, Namensänderungen bis
hin zum Tod am Ort der Trauung im Personenstandsregister vermerkt –
viel Arbeit also auch in der Zukunft für das Team des Speyerer
Standesamtes, dessen Leiter auch für das laufende Jahr einen
weiteren, moderaten Anstieg der Trauungen in Speyer erwartet.
Übrigens - nur um eventuell aufkommenden Ängsten vor zu beugen: Die
Trauungen so vieler „Zuag'roaster“ (Zugereister) verursacht für die
Stadt Speyer keinerlei zusätzliche Kosten, sondern spült – soweit
„Ambiente-Trauungen“ gewählt werden – der Stadt sogar eher den
einen oder anderen zusätzlichen Euro in die Kasse. Foto:
gc
16.02.2013
Mit neuem Jugendverkehrsmobil für mehr Sicherheit im Straßenverkehr
Polizeiinspektion
Speyer stellt neues Fahrzeug für den Verkehrsunterricht vor
cr. Speyer. Aufgeregte Spannung herrschte heute bei den
Kindern der Kindertagesstätte St. Elisabeth am Speyerer
Langensteinweg. Der Grund: Die Speyerer Polizei hatte sich
angesagt, um ihr neues Jugendverkehrsmobil vorzustellen. Als die
Buben und Mädchen gemeinsam mit der Leiterin der Einrichtung,
Sabrina Wöhlert, hinaus traten in den frisch gefallenen
Schnee - da stand er dann vor ihnen auf dem Parkplatz vor dem Haus,
der kleine weiße Kastenwagen mit der bunten Bemalung. Die beiden
Polizeioberkommissare Emine Etyemez und Matthias
Michel, die Verkehrssicherheitsberater der Speyerer
Polizeiinspektion, hatten das Fahrzeug bereits geöffnet und
präsentierten ihren kleinen Gästen das Lehrmaterial in dem
funkelnagelneuen Verkehrsmobil - unter anderem die Magnetwand an
der Außenseite, auf der unterschiedliche Verkehrssituationen
spielerisch nachgestellt werden können.
Polizeioberrat
Uwe Giertzsch, der Leiter der Polizeiinspektion Speyer, hatte
es sich nicht nehmen lassen, selbst zu dieser „Premiere“ nach
Speyer-West zu kommen. Er wies darauf hin, dass mit diesem Fahrzeug
die 33 Kindertagesstätten in Speyer und in den Gemeinden im alten
Landkreis Speyer angefahren werden sollen, um die Kinder im
richtigen Verhalten im Straßenverkehr einzuüben.
Das neue Fahrzeug – ein Opel Combo -,, der vom Polizeipräsidium
Rheinpfalz noch kurz vor dem Ende des vergangenen Jahres aus
restlichen Haushaltsmitteln beschafft worden war, löst den mit 13
Jahren und einer Laufleistung von gut 130.000 Kilometern doch arg
in die Jahre gekommenen, alten Ford Transit ab, der wegen
zunehmender technischer Probleme jetzt ausgesondert werden
musste.
Die Innenraumgestaltung des neuen Fahrzeugs, so Uwe Giertzsch,
sei so flexibel angelegt, dass es mit wenigen Handgriffen
ausgeräumt und dann auch afür allgemeine Transporte benutzt werden
könne. Ein weiterer Vorteil;: Der Turbodieselmotor des „neuen“
verbraucht gerade einmal halb soviel Treibstoff wie sein Vorgänger
– auch ökologisch also eine bedeutende Verbesserung.
Schließlich
konnte der Polizeichef bei den Kindern noch einen eigenen Wunsch
loswerden, den der SPEYER-KURIER auf diesem Wege an alle
Kinder weiterleiten möchte: Die Symbolfigur auf dem neuen Fahrzeug,
der kleine Radfahrer, sucht noch einen Namen. Giertzsch ruft
deshalb alle Kinder im Bereich der Polizeiinspektion Speyer auf,
ihre Phantasie und ihre Kreativität zu bemühen und entsprechende
Namensvorschläge einzureichen.
Möglich ist dies entweder per Postkarte an die
Polizeiinspektion Speyer, Jugendverkehrsschule, Maximilianstraße
6, 67346 Speyer oder
per e-mail an: pispeyer@polizei.rlp,de.
Einsendeschluss ist der 1. März 2013. Für die originellsten
Vorschläge hat die Polizei interessante Preise ausgesetzt.
Foto: gc
15.02.2013
Polizeiinspektion Speyer stellt neues Fahrzeug für den Verkehrsunterricht vor - Bilderalbum
Die Reisesaison 2013 kann kommen
Die
„Tourist-Information“ Speyer präsentiert sich mit verbesserter
Servicequalität und in neuem Gewand
cr. Speyer. In bewährter Umgebung, jedoch in völlig neuem
Gewand – so präsentiert sich jetzt die Speyerer
„Tourist-Information“ in der Maximilianstraße 13. In dem
historischen Gebäude - vielen Speyerern noch unter seinem alten
Namen „Pfälzer Hof“ geläufig, unter dem es bis ins Jahr 1912 als
Gasthaus geführt wurde - präsentiert sich jetzt technisch und von
seiner Optik her auf dem allerneuesten Stand. Ein endlich auch
barrierefreier, für Rollstuhlfahrer geeigneter Zugang zu der um gut
fünfzig Prozent gewachsenen Fläche zur Beratung der Kunden,
vielfältige Möglichkeiten zur Präsentation von Prospekt- und
Informationsmaterialien und eine bestens ausgestattete Spielecke
für Kinder – das ist das Ergebnis der Umbaumaßnahmen, die dort in
den vergangenen beiden Wochen durchgeführt wurden. Wie die
zuständige Dezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs, heute
bei der Indienststellung der neu gestalteten Räumlichkeiten
erläuterte, sei dies dadurch möglich geworden, dass der
„Back-office-Bereich“ - das Büro hinter der bisherigen
Beratungszone - ins 1. Obergeschoss verlagert werden konnte. Diese
Umstrukturierung sei als ein Baustein des neuen Tourismuskonzeptes
„Speyer 2020“ insbesondere durch die stetig wachsende Nachfrage
nach Informationen und Dienstleistungen der „Tourist-Information“
notwendig geworden.
Eine weitere
Veränderung: Die sechs Mitarbeiterinnen der „Tourist-Info“ um die
Leiterin des Büros, Rita Nietsche, präsentieren sich jetzt
in einem einheitlichen, adretten Outfit und sind so auch bei großem
Publikumsandrang leicht als Beratungskräfte zu erkennen.
In Anwesenheit
von Oberbürgermeister Hansjörg Eger und der Vorsitzenden
des Speyerer Verkehrsvereins, Heike Häußler wies Monika Kabs
bei dieser Gelegenheit auf die Spitzenposition innerhalb des
Pfalz-Tourismus hin, die sich die Speyerer „Tourist-Info“ in den
letzten Jahren erworben habe. So nehme das Speyerer Büro bei den
Online-Buchungen im Lande schon seit Jahren regelmäßig den ersten
bzw. den zweiten Platz ein. Dies hänge auch mit der Bedeutung
zusammen, die die Stadt in immer größerem Umfang als Portal zur
Pfalz einnehme.
Mit dem „Weinforum der Pfalz“, das am 13. und 14.
April 2013 erstmals in Speyer stattfinden wird,
verspreche sich die Stadt eine weitere Steigerung ihrer
Attraktivität als Weinstadt in der Pfalz, so die
Fremdenverkehrs-Dezernentin. Auch mit der Anbringung eines weiteren
Steigers am Rheinufer, mit dem das Festmachen zusätzlicher
Flusskreuzfahrtschiffe und damit die Ausweitung einer bedeutsamen
Touristenklientel möglich werden soll, könne das Ziel eines noch
qualifizierteren Tourismus in der Stadt weiter intensiviert werden.
Zu der Erreichung dieses Zieles solle künftig auch der neue Beirat
für Tourismus mit seiner Fachkompetenz beratend beitragen, der am
5. März zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentreten und dabei
auch seinen Vorsitzenden wählen wird.
15.000 Euro,
so teilte die zuständige Bauleiterin bei der Städtischen
Bauverwaltung, Ilona Bast, mit, habe sich die Stadt die
Umbaumaßnahme kosten lassen. Für die Möblierung kommen noch einmal
rund 8.000 Euro dazu – ein Großbild-Fernsehgerät, auf dem
Informationen über Speyerer Events und aktuelle Informationen
eingespielt werden sollen, ist bereits bestellt und steht vor der
Auslieferung.
Was auch noch fehlt, so Monika Kabs im Gespräch mit dem
SPEYER-KURIER, ist eine ebenso dezente wie
unmissverständliche Außenwerbung für das Büro. Bürgerinnen und
Bürger, die dazu eine zielführende Idee haben, können diese gerne
beim Büro von Monika Kabs oder bei der Redaktion des SPEYER-KURIER
unter redaktion@speyer-kurier.de
deponieren.
Die neue Reise-Saison 2013 kann also kommen – die
„Tourist-Information“ Speyer steht zum Empfang und zum „Verwöhnen“
der Gäste bereit. Foto: gc
14.02.2013
„Tourist-Information“ Speyer präsentiert sich in neuem Gewand - Bilderalbum
Tag der deutschen Entwicklungsarbeit am 25. Mai 2013
Entwicklungspolitische
Gruppen in Speyer für Mitarbeit gesucht
Unter dem Motto „Dein Engagement. Unsere Zukunft.“ findet am 25.
Mai 2013 erstmals der Deutsche Entwicklungstag statt. In
zahlreichen Städten in Deutschland sollen zeitgleich Aktionen zur
Entwicklungszusammenarbeit veranstaltet werden, um die Bürgerinnen
und Bürgern über das Engagement und die Vielfalt der
bürgerschaftlichen und kommunalen Mitmachmöglichkeiten in der
Entwicklungspolitik zu informieren und gleichzeitig Möglichkeiten
aufzuzeigen, selbst mitzumachen und sich zu engagieren.
Die Initiativgruppe „Eine Welt Speyer e.V.“/ Weltladen Speyer
und die Speyerer Freiwilligenagentur spefa, die die Vorbereitung
und Koordination der Aktionen in Speyer an diesem Tag übernommen
haben, bitten deshalb alle Vereine, Stiftungen, Initiativen,
Schulen und Akteure aus Speyer, die sich in der Entwicklungspolitik
engagieren, um Mitarbeit. Am 25.5. sollen in Speyer möglich viele
Akteure ihr gemeinsames Engagement in der Entwicklungspolitik
öffentlichkeitswirksam darstellen und für eine breite Unterstützung
durch die Bürgerinnen und Bürger werben können.
Alle Aktiven, die Interesse an einer Beteiligung und Vernetzung
haben, können sich mit der Speyerer Freiwilligenagentur spefa,
Johannesstraße 22a, Tel. 06232 142780 oder ute.brommer@stadt-speyer.de
in Verbindung setzen. Stadt Speyer,
Pressestelle www.speyer.de
12.02.2013
Premiere ein voller Erfolg
Überraschende Begegnungen beim ersten Rundgang zu den
Wirkungsstätten bedeutender Speyerer Frauen.
spk. Speyer. Sie haben in der Speyerer Stadtgeschichte –
jede auf ihre Weise und auf ihrem Feld – viel zum Ansehen Speyers
beigetragen: Die großen Frauengestalten, heute vielfach zu Unrecht
in Vergessenheit geraten, die jetzt wieder durch die Initiative
einer engagierten Gruppe von sechs Stadtführerinnen ins öffentliche
Bewusstsein gerückt werden. In speziellen Stadtrundgängen unter dem
Titel „Kaiserinnen – Künstlerinnen – Krankenschwestern:
Frauenpower in Speyer im Wandel der Zeit“ können sich
Speyerer/innen und ihre Gäste zukünftig zu den Wirkungsstätten
dieser großen Persönlichkeiten führen lassen und näheres erfahren
über ihr Schaffen und ihre Bedeutung.
Am vergangenen
Donnerstag, an „Weiberfastnacht“, war es soweit: Sechs Frauen und
ein Mann trafen sich gegen 16.00 Uhr vor der Tourist-Information
auf der Maximilianstraße mit der bestens vorbereiteten
Stadtführerin Sabrina Albers, um sich auf einen ersten
Rundgang zu machen. Dass man dabei von der angestrebten
Gruppengröße von maximal 25 noch weit entfernt war, lag sicher
nicht an der Vielfalt der bei diesem Rundgang vorgestellten
Frauenfiguren, sondern eher vielleicht an der doch recht
kurzfristigen Ankündigung dieses Termins Doch das kann und wird
sich sicher schon bei den nächsten Führungen ändern. Denn was
Sabrina Albers und ihre Kolleginnen ihren Gästen zu bieten haben,
überrascht selbst eingefleischte Speyerer. Die Vielfalt bedeutender
Frauenfiguren in Speyer ist nämlich so groß, dass sie alle wohl
auch zukünftig kaum in einer einzigen Führung „untergebracht“
werden können.
Von Marktweibern und der einzigem in Speyer verbrannten
Hexe
Für die Premiere am vergangenen Donnerstag hatte Sabrina Albers
gleich als erstes die Marktfrauen aus Speyer und aus dem
„Gäu“ in den Blick genommen, die bis zum Zweiten Weltkrieg auf dem
Platz vor der Alten Münze in der damaligen Krämergasse, heute
Maximilianstraße, ihre Buden aufgebaut hatten und dort oft
lautstark ihre Waren feilboten. Es war ein buntes Treiben, von dem
die Stadtführerin zu berichten wusste – Mutterwitz und oft
lautstark „zu Markte“ getragene Schlagfertigkeit der Marktfrauen
waren legendär. Im Stadtarchiv hat Sabrina Albers eine
Polizeiverordnung aus dem Jahre 1821 ausgegraben, die es
„böszüngigen Weibern“ auferlegte, „ane Mantel unn unverhänget“
einen „Lästersteyn“ zu tragen und sich so dem Spott der
Marktbesucher auszusetzen. Hier war es wohl auch, wo im 16.
Jahrhundert mit „der Barbara Köhlerin“ die wohl erste und einzige
der Hexerei beschuldigte und verurteilte Frau den Tod auf dem
Scheiterhaufen starb.
Trotz überragendem Talent nicht zur Kunstakademie zugelassen
– Mathilde Vollmoeller-Purrmann
Gut 300 Meter Fußweg und einen gewaltigen Zeit- und Kultursprung
mussten die Teilnehmer an der Führung überbrücken, als sie als
zweite Station ihres Rundganges das Purrmann-Haus besuchten. Doch
galt hier ihr Besuch zuvörderst nicht Hans Purrmann, dem
bedeutenden Maler und großen Sohn der Stadt, sondern seiner Frau
Mathilde Vollmoeller-Purrmann, die - 1876 geboren und einer
großbürgerlichen Stuttgarter Familie aus Theologen,
Wissenschaftlern und Unternehmern entstammend – trotz ihres
bemerkenswerten Talentes noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht
an der Kunstakademie Aufnahme fand. Der Grund: Sie was eine Frau.
So ging sie nach Paris, nahm dort Privatunterricht und gehörte
einem Kreis von Künstlern um Henri Matisse an, stellte ihre
Arbeiten in mehreren viel beachteten Ausstellungen in der
Seine-Stadt aus, ehe sie 1912 Hans Purrmann heiratete und ihre
vielversprechende künstlerische Karriere abrupt beendete. Zwar
malte sie - man kann es in der Ausstellung im Purrmann-Haus sehen –
auch weiter, beschränkte sich aber in der Folgezeit darauf, als
„Kunstmalersehefrau“, so der Eintrag in ihrem dort ausgestellten
Reisepass, die Karriere ihres Ehemannes Hans Purrmann zu
befördern.
Bei so viel Uneigennützigkeit und Zurückstehen zugunsten des
geliebten Mannes war es nur ein kleiner, wenn auch nur
gedanklicher, Abstecher zu einem anderen großen Speyerer
Künstlername: Zu dem in dem kleinen Häuschen in der Speyerer
Allerheiligenstraße geborenen Anselm Feuerbach. Hier war es die
Stiefmutter Henriette Feuerbach, die den Stiefsohn
zeitlebens nach Kräften unterstützte und förderte. Im Feuerbachhaus
in vielen Beispielen zu bewundern: Ihr Briefwechsel mit dem
geliebten Stiefsohn, den sie auf intellektueller Augenhöhe mit dem
genialen Maler führte.
In sozialer Verantwortung und politischem Widerstand:
Speyerer Frauen gegen Not und Unterdrückung
Vom Purrman-Haus ging es dann hinunter in die Altstadt, wo
Sabrina Albers an große Persönlichkeiten der Sozialgeschichte der
Stadt erinnerte. Hier, wo noch bis in die siebziger Jahre Jahre die
zuletzt als Wohnhaus genutzte Zigarrenfabrik der Firma Wellensiek
stand, rief sie das schwere Los der Zigarrenarbeiterinnen im
19. und 20. Jahrhundert ins Bewusstsein. In diesem Milieu von
Armut, Hunger und Krankheit gründete Clara de la Motte 1893
den ersten Arbeiterverein in der Stadt, hier mussten in der
Nazi-Zeit Zwangsarbeiterinnen ihre schwere Arbeit machen,
hier entstand in der Nazi-Zeit die Widerstandsgruppe „Kameradschaft
Speyer“, die von Emma Schultheis, Ehefrau von Jakpb
Schultheis und ihrer gemeinsamen Tochter Emma gegründet
wurde.
Zuvor hatte man kurz Station gemacht an dem unscheinbaren
Bürgerhaus links neben der Heiliggeistkirche, in dem im Jahr 1856
die Geschichte der Speyerer Diakonissenanstalt ihren Ausgangspunkt
nahm. Sabrina Albers erinnerte hier an die bedeutende Vorsteherin
der Diakonissen, Else Krieg, die von 1909 bis 1969 diese
soziale Einrichtung leitete, die in der nach ihrem Wohltäter
Heinrich Hilgard benannten Straße im Südwesten der Stadt längst zu
ungeahnter Größe und Bedeutung gefunden hat.
Vom Fischmarkt ging es dann weiter zur Sonnenbrücke, wo Sabrina
Albers an die Lebensgeschichte und an das Schicksal der zum
Katholizismus konvertierten jüdischen Wissenschaftlerin und
Religionsphilosophin Edith Stein erinnerte, die, aus dem
Karmel im niederländischen Karmel verschleppt, 1942 in der
Gaskammer des KZ Auschwitz-Birkenau den Märtyrertod starb. Als
„Benedicta vom Kreuz“ 1989 heilig gesprochen und zur „Patronin
Europas“ ernannt, genießt sie heute den Rang einer der meist
verehrten Glaubenszeuginnen des Abendlandes.
Mit Spiritualität und Esprit: Große Geister der Speyerer
Stadtgeschichte
Den Kaiser- und Mariendom im Blick, der in seiner Patronin, der
Gottesmutter Maria, die für die Stadt und die Menschheit
vielleicht bedeutsamste Frauenfigur mit der Stadt verbindet, wies
Sabrina Albers auf die großen Kaiserinnen Berta, Betrix und
die Kaisertochter Agnes hin, die in der Grablege des
Saliergeschlechtes ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.
In der Zeit des Dombaus vor gut 950 Jahren gelangte nur einen
Steinwurf weit von der Kathedrale entfernt auch der Judenhof zu
mittelalterlichen Blüte. Hier erläuterte Sabrina Albers die
besondere Rolle, die Frauen im Judentum bis heute einnehmen.
Sie sind verantwortlich für die Weitergabe des jüdischen Glaubens –
nur wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde, darf sich mit
vollem Recht als Jude bezeichnen. In dieser Zeit, um das Jahr 1.000
entstand übrigens auch das jüdische Scheidungsrecht, das es
jüdischen Frauen erlaubt, sich von ihrem Mann scheiden zu
lassen.
Jetzt noch hinüber zum blauen „Hohenfeld'schen Haus“ in der
Maximilianstraße 99, in dem sich die Gruppe um Sabrina Albers über
das Lebensschicksal der Schriftstellerin und Autorin Sophie de
la Roche, der kongenialen Briefpartnerin von Johann Wolfgang
von Goethe, informieren ließ.
Hier nahm Sabrina Albers schließlich noch Gelegenheit, an
weitere Speyerer Frauen zu erinnern, die sich durch ihr Handeln in
die Sozialgeschichte der Stadt dauerhaft eingeschrieben haben: An
die Jüdin Sara Lehmann, die im Jahr 1919 in der notvollen
Zeit nach dem Ersten Weltkrieg das erste Speyerer Wohlfahrtsamt
aufbaute und an die heute das „Sara-Lehmann-Spielhaus“ erinnert und
schließlich noch an Betty Blum, die jüdische
Kaufmannstochter, die statt im Geschäft des Vaters lieber als
Lehrerin an der Speyerer Höheren Töchterschule wirkte.
Viele überraschende Erkenntnisse also für die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer des Rundganges, die ebenso viele Nachfragen und
vielfältige Diskussionen nach sich zogen - Begegnungen mit
Bekannten und bislang Unbekannten. Und so gingen die Gespräche im
warmen Café „Triumphalis“ auch nach dem Ende dieses „so ganz
anderen Stadtrundganges“ noch lange weiter – eine ganz besondere
Art halt, den „schmutzigen Donnerstag“ zu begehen – und sicher
nicht der schlechteste. Wie Sabrina Albers abschließend in Aussicht
stellte, wird schon die nächste Führung zu den Wirkungsstätten
bedeutender Speyerer Frauen wieder viele neue Überraschungen bereit
halten. Denn bedeutende Frauengestalten, so hat man an diesem Tag
gelernt, hält Speyer in Hülle und Fülle bereit. Da darf man
gespannt sein.....
11.02.2013
Auf der Jagd nach eindrucksvollen Naturmotiven:
Der Speyerer
Umweltschützer, Naturfreund und Fotograf Ludwig Sternberger
Wer, wie SPEYER-KURIER-Leser Ludwig Sternberger, mit
offenen Augen durch Speyer und sein Umland geht, der findet immer
wieder interessante Motive.Bei einem Spaziergang durch das
Woogbachtal fiel dem engagierten Naturfreund, Umweltschützer und
leidenschaftliche Fotograf schon im Dezember 2012 der „See“ auf,
der sich dort direkt unter der Brücke, die die B 9 über den
Woogbach führt, gebildet hat. „Regen- und Schmelzwasser, das im
Laufe der Zeit wieder versickert“, ließ die Stadtverwaltung auf
Anfrage unserer Redaktion wissen – diese Auskunft aber hält Ludwig
Sternberger für wenig glaubwürdig. „Das Wasser steht schon seit den
starken Regenfällen Anfang Dezember 2012 dort und versickert nicht.
Allenfalls könnte es langsam verdunsten, wird aber durch neues
Regenwasser und durch den schmelzenden Schnee eher wieder mehr
werden“, so Sternberger. .
Doch sei es, wie
es wolle – Ludwig „Luigi“ Sternberger hat ein graphisch
überaus reizvolles Motiv entdeckt, das er den Leserinnen und Lesern
des SPEYER-KURIER - mit und ohne Schnee - nicht vorenthalten
möchte.
Ja, und vielleicht sollte sich die Stadtverwaltung diesen See,
den es so nach Auskunft der Anwohner und Gartenbesitzer seit dem
Bau der Brücke noch nie gab, im Rahmen der Aufweitung des
Woogbachtales dann doch noch einmal genauer ansehen und, wenn
möglich, für einen Abfluss dieses ungewöhnlichen Sees sorgen.
cr./ Fotos: Luigi
10.02.2013
„Da hilft Dir auch die Fastnacht nicht – die Stadtratssitzung, die ist Pflicht“
Trotz Dispens
des Oberbürgermeisters mit Pflichtbewusstsein 20
Tagesordnungspunkte abgearbeitet
Von Gerhard Cantzler
„Um 19:11 beginnt die Damensitzung zur Weiberfassenacht – wer
hin geht, der ist schon im Voraus entschuldigt!“ Mit dieser Ansage
zum Beginn der letzten Stadtratssitzung am Abend des
„Schwer-Donnerstag“ - wohl mehr an die bunt kostümierten „Weiber“
unter den Ratsmitglieder gerichtet als an die an diesem Tag zumeist
„unbeschlipst“ oder mit „gestutzter“ Krawatte aufgetauchten
„Herrlichkeiten“ - hatte Oberbürgermeister Hansjörg Eger
seinen Stadtratsmitgliedern eigentlich „carte blanche“ gegeben, die
Sitzung im Rathaus mit der in der Stadthalle zu tauschen – doch -
Spaß beiseite, Ernst muss sein – soweit wollten die Rats-Damen und
-Herren an diesem Tag dann doch nicht gehen: Sie alle blieben bis
zum „bitteren Ende“ der Stadtratssitzung - gerade einmal, dass sie
sich zu einer „Entrümpelung“ der Tagesordnung um einige Punkte
verständigen konnten und es ihrem Oberbürgermeister erlaubten,
einige der immer zahlreicher werdenden Anfragen statt „live“ in der
Sitzung schriftlich zu beantworten. Und schwupp waren von den 26
(!) Tagesordnungspunkten auch schon drei „erledigt“. Dann auch noch
weg mit den beiden höchst „diskussionsgefährdeten“ Punkten „Projekt
Bürgerbüro 2020“ und „Wochenmarkt“ sowie Verweis des Themas
“Kommunale Einrichtung der Erziehungshilfe“ in den zuständigen
Ausschuss – und schon waren es „nur“ noch 20 TOPs – da sollte es
doch jetzt eigentlich ganz schnell gehen, oder?
Doch weit gefehlt, denn wenn - „Jaah, Herr Oberbürgermeister...“
- ein bestimmtes, dafür bekanntes Ratsmitglied sich ausnahmslos zu
jedem Thema ein- bis mehrmals zu Wort meldet, dann kann sich 'Frau'
ihre Damensitzung abschminken - auch wenn's der gestrenge OB zuvor
doch eigens genehmigt hatte.
Und so machten sich die Ratsdamen- und Herren – die einen
fastnachtlich-fröhlich, die anderen, wie gewohnt,
ärgerlich-kritisch – gell, Herr Ableiter? - halt doch daran, die
restliche Tagesordnung abzuarbeiten.
Nach der
Verpflichtung von drei neuen Ratsmitgliedern – der
SPEYER-.KURIER berichtete am 08.02.2013 – rief
Oberbürgermeister Eger den Antrag der SPD-Fraktion auf
„Priorisierung der Investitionsmaßnahmen“ der Stadt auf. Damit
wolle man, so SPD-Fraktionsvorsitzender Walter Feiniler,
Fehlinvestitionen vermeiden, eine mittel- bis langfristige
Stadtplanung sicherstellen und unnötige Prestige-Objekte
verhindern. Diesem Anliegen entsprach der Rat nach kurzer
Diskussion einstimmig.
Weitgehende Einmütigkeit auch bei dem Prüfungsauftrag an die
Verwaltung, den Aufwand und die Form für ein Branchenverzeichnis
auf der Homepage der Stadt Speyer zu ermitteln, mit dem
insbesondere den vielen kleineren und mittleren Betrieben in der
Stadt, die über keinen eigenen Internet-Auftritt verfügen, eine
Plattform zur Darstellung ihrer Aktivitäten gegeben werden soll.
Hierfür sollen die Nutzer einen kleinen Beitrag bezahlen, der sie,
so der Oberbürgermeister, durch die alljährliche Abbuchung zugleich
auch daran erinnern soll, der Stadtverwaltung eventuelle Änderungen
anzuzeigen, um zu verhindern, dass das Verzeichnis zu rasch
veraltet. Im Gegensatz zu OB Eger, der diese Aufgabe in die
Verantwortung der Städtischen Pressestelle legen möchte, sprach
sich der Grünen-Ratsmitglied Dr.-Ing. Owe-Karsten Lorenz
hier für eine Zuständigkeit der Städtischen Wirtschaftsförderung
aus. Claus Ableiter (BGS) sprach sich gar gänzlich gegen
dieses Vorhaben aus: „Wir haben kein Geld für die Führung eines
solchen Verzeichnisses – das sollten Private machen oder die IHK“,
so seine Forderung. Bei der anschließenden Abstimmung votierte
Claus Ableiter deshalb wohl gegen dieses Projekt, während sein
Bruder Frank sich der Stimme enthielt - alle anderen Ratsmitglieder
stimmten dafür.
„Essbare Stadt“ eint die kontroversen Ratsparteien
Eine wahre
Welle von Zustimmung und Begeisterung wogte dann durch den
Stadtratssitzungssaal, als Michael Wagner, Kreisvorsitzender der
Speyerer CDU, den Antrag seiner Fraktion zur Umgestaltung
städtischer Grünflächen in öffentliche Obst- und Gemüsegärten
vortrug. „Wir wollen einen Paradigmenwechsel beim Umgang mit diesen
Flächen“, erklärte Wagner. Deshalb wolle die CDU auf bestimmten
Arealen der Stadt das anderenorts bereits erfolgreich erprobte
Konzept einer „essbaren Stadt“ umsetzen. Hierfür würde seine
Fraktion definierte Flächen z.B. im Feuerbachpark, auf dem „Platz
der Stadt Chartres“ oder auf den Grünflächen entlang der Stadtmauer
„Hinterm Esel“ für besonders geeignet erachten.
Für die SPD begrüßte Steffi Seiler diesen Antrag mit
Nachdruck und regte an, auf den vorgesehenen Flächen vor allem
heimische Kulturpflanzen anzubauen, aber auch Wildblumenwiesen dort
anzulegen. Auch Johannes Jaberg, „Bündnis 90/Die Grünen“
kündigte die volle Unterstützung seiner Fraktion für diesen
„wunderbaren Antrag“ an. Er bedauerten lediglich, dass dieser
Antrag nicht aus seinen Reihen gestellt worden sei. Skeptisch
zeigte sich dagegen auch hier allein Claus Ableiter, der
einer Aufzucht von Gemüsepflanzen - „von Kohl, Kartoffeln und von
Rüben“ - im öffentlichen Raum wenig abgewinnen kann und sich statt
dessen für den Erhalt der Grünanlagen in ihrer bisherigen Form
aussprach. „Mir gefallen die Anlagen wie sie sind“, konstatierte er
- würde allenfalls das Anpflanzen von Obstbäumen und in der Folge
davon die Durchführungen von Obstbaum-Schneide-Kursen für sinnvoll
halten.
Jetzt wird es wohl auf die Bürgerinnen und Bürger, auf Vereine,
Schulen und Kindertagesstätten ankommen, sich für dieses Projekt so
einnehmen zu lassen wie es Wagner bei seinen Ratskollegen
offensichtlich gelungen ist, denn die Bürger sind es ja
schließlich, die Gestaltung, Anlage und Pflege „ihrer essbaren
Stadt“ in die Hände nehmen und nicht allein nur bei der Ernte mit
von der Partie sein sollen. Und so heiter, wie sich die gesamte
Diskussion um diesen Tagesordnungspunkt vollzog, so fröhlich ging
sie dann auch zu Ende – beschloss sie doch der Antragsteller
Michael Wagner selbst mit einem beziehungsreichen Vierzeiler und
einem dem „Festtag“ angemessenen „Helau!“ - fehlte eigentlich nur
noch der sonst obligatorische Tusch, ehe es dann wieder ernsthaft
weiterging – tuff-tää. tuff-tää, tuff-tää.
Auf Spaß folgt Ernst: Asylbewerber und behindertengerechtes
Wohnen
Doch dann ging
es auch gleich wieder um ein, insbesondere für die betroffenen
Menschen, überaus schwerwiegendes Problem: „Bündnis 90/ Die Grünen“
hatten an die Verwaltung eine Reihe von Fragen bezüglich der
Entwicklung der Asylbewerberzahlen in der Stadt gestellt. 59
Personen, so Oberbürgermeister Eger, seinen 2012 in Speyer
registriert worden, die dauerhaft Leistungen nach dem
Asylbewerberleistungsgesetz erhalten hätten. Derzeit lebten 38
Erwachsene und 14 Kinder unter 14 Jahren sowie sieben Jugendliche
in der Domstadt. Überrascht habe ihn, so Eger, dass von diesen
Kindern allein zwölf in Speyer geboren worden seien.
Für die Zukunft sieht Eger wachsende Probleme bei der
Unterbringung der Asylanten – die Städtischen Unterkünfte in der
Industriestraße und im Schlangenwühl seien inzwischen an den
Grenzen ihrer Kapazitäten angelangt. Jetzt suche die
Sozialverwaltung nach weiteren Unterkünften in der Stadt.
Neben der Beratung der Asylbewerbersituation im Sozialausschuss
solle deshalb, so der Wunsch der „Grünen“ Irmgard
Münch-Weinmann auch der „Arbeitskreis Asyl“ in Speyer wieder
neu belebt werden. Dazu rief Münch-Weinmann ihre Ratskolleginnen
und Kollegen zu engagierter Mitarbeit auf.
Überraschungen förderte auch die Beantwortung der Anfrage der
CDU-Fraktion über die Zahl der Wohnungen in Speyer zu Tage, die
barrierefrei bzw. behindertengerecht ausgebaut sind. Hierzu hatte
die Verwaltung die drei in Speyer angesiedelten
Wohnungsbaugesellschaften um Auskunft gebeten. Das Ergebnis: Die
GEWO verfügt derzeit über 378 barrierefreie sowie 26
behindertengerecht ausgebaute Wohneinheiten. Hinzu kommen noch 68
Altenwohnungen. Die Baugenossenschaft hat nur eine einzige
behindertengerechte Wohnung in ihrem Bestand, das Siedlungswerk der
Diözese Speyer im gesamten Bistum gerade einmal sieben
barrierefreien Wohnungen, davon allerdings keine einzige in Speyer.
„Diese Zahlen sind auf keinen Fall ausreichend“, musste der
Oberbürgermeister feststellen, auch wenn die BGS im Bereich
Russenweiher und die GEWO in Speyer-West weitere Wohnungen
entsprechend behindertengerecht umbauen wollen. Die Verwaltung, so
Eger, werde deshalb unter Bezug auf Zahlen des Statistischen
Landesamtes eine Bedarfsanalyse erstellen und so den prospektiven
Bedarf für solche Wohnungen ermitteln.
Nachtumzug der Brezelkracher und ein integriertes
Stadtmarketing-Konzept
Zur Anfrage
der CDU zu den Kosten und Einnahmen der Stadt durch den inzwischen
schon zu einer kleinen Tradition gewordenen Nachtumzug der
„Speyerer Brezelkracher“ teilte der Oberbürgermeister mit, dass
bislang nur die Kosten der Veranstaltung für die Stadt bekannt
seien: Hier hätten für Sicherheit und Ordnung seitens der Stadt ca.
10.000 Euro, für Arbeiten des Städtischen Betriebshofes ca. 15.500
Euro aufgewendet werden müssen. Des weiteren teilte Eger mit, dass
nach Schätzungen der Polizei rund 20.000 Besucher zu diesem
Ereignis in die Stadt gekommen seien. Welche Einnahmen daraus für
die Kassen der Stadt zu erwarten seien, stehe erst im Mai genauer
fest. Was allerdings schon heute festgehalten werden müsse: Im
kommenden Jahr müssten dringend mehr Toiletten aufgestellt werden,
um das „Ausweichen“ der Besucher in die Peripherie, z.B. in den
Rathausinnenhof auszuschließen.
Mit den Stimmen von CDU, SPD, SWG und FDP – gegen die Stimmen
der BGS bei Enthaltung der Grünen beschloss der Rat sodann die
Entwicklung eines Konzeptes für ein integratives Stadtmarketing.
Zuvor hatte der Grüne Klaus-Dieter Schütt auf das Leitbild
für die Stadt Speyer aus dem Jahr 1998 hingewiesen, das nach
Auffassung seiner Fraktion ausreichend Rahmenbedingungen gebe -
„diese müssen halt nur inhaltlich ausgefüllt werden“. Was die
Grünen vermissten, sei eine stringente Umsetzung der 1998
vorgegebenen Ziele. Um dies zu erreichen, plädierte Martin
Roßkopf, Sprecher der SWG, für ein kleineres Gremium, in dem
diese Ziele neu definiert werden sollten.
„Uns fehlen nicht die Ziele – uns fehlen die Inhalte“,
kritisierte auch Claus Ableiter, BGS, der die Verwaltung
aufforderte, hierzu endlich aktiv zu werden. „Tun Sie etwas für die
Radfahrer“, rief er aus, „dann tun Sie auch etwas für den
Tourismus“. Gleiches gelte auch für die Anbringung weiterer
Hinweisschilder auf wichtige touristische Ziele in der Stadt.
Walter Feiniler und seine Stellvertreterin Steffi
Seiler baten den Oberbürgermeister um Auskunft darüber, welche
Teile eines solchen Konzeptes die Verwaltung „mit Bordmitteln“
erfüllen könne und welche dann nach außen vergeben werden müssten
Dazu wollten sie auch wissen, in welchem Umfang die Beauftragung
Privater den Städtischen Haushalt belaste.
Hierzu musste der Oberbürgermeister darauf verweisen, dass diese
Fragen erst geklärt werden könnten, wenn der Rat den Auftrag für
die Entwicklung eines solchen Konzeptes an die Verwaltung erteilt
habe.
Haushalt der Stadt soll in eigener Ratssitzung behandelt
werden
Eine ausführliche Diskussion entwickelte sich dann auch um den
Antrag der SPD, die Abschlussberatungen über den Haushalt des
jeweils folgenden Jahres in einer gesonderten Stadtratssitzung zu
behandeln. Angesichts der zahlreichen Redner zum Haushalt und der
vielen weiteren Tagesordnungspunkte auf dieser jeweils letzten
Ratssitzung des Jahres drohe, so SPD-Sprecher Walter
Feiniler, eine gründliche Diskussion des Zahlenwerkes auf der
Strecke zu bleiben.
Diesem Antrag
hielt CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Gottfried Jung entgegen,
dass es dazu ja stets eine vorbereitende Sitzung des
Hauptausschusses gebe, die ausreichend Gelegenheit zur Diskussion
aller strittigen Punkte biete. „Hier sind allerdings Linke und
Republikaner nicht vertreten“, wandte Claus Ableiter ein und
verwies darauf, dass der Hauptausschuss zudem in nichtöffentlicher
Sitzung tage. „Gerade in den wichtigen Haushaltsfragen wünschen wir
uns aber mehr Transparenz“, so Ableiter, der zudem einem Vorschlag
des CDU-Fraktionsvorsitzeden widersprach, der neben einem Aufruf
„zur Selbstdisziplinierung bei der Zahl der Anträge in dieser
Sitzung eine Beschränkung der Redezeit der Fraktionssprecher zum
Haushalt auf jeweils 15 Minuten vorgeschlagen hatte, weil er sich
davon eine deutliche Verkürzung der Sitzungsdauer verspricht.
Außerdem regte Dr. Jung an, diese Haushaltssitzung im Rat
bereits eine Stunde früher, d.h. um 16.00 Uhr zu beginnen.
Johannes Jaberg schlug vor, die Hauptausschuss-Sitzung in
eine zusätzliche, öffentliche Ratssitzung umzuwandeln und dann
dafür die Hauptausschuss-Sitzung entfallen zu lassen. Außer Stande,
eine einvernehmliche Entscheidung zu teffen, entschied sich der
Stadtrat schließlich mit 24 Ja-, 12 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen
dafür, diese Frage im Ältestenrat weiter zu behandeln und sie dann
erneut dem Rat vorzulegen.
Gehaltserhöhung und Baufragen
Rascher kamen die Ratsmitglieder dann bei den nächsten
Tagesordnungspunkten „zu Potte“. Gegen Bedenken der „Grünen“, deren
Sprecher mit Blick auf die Finanzlage der Stadt eine weitere
Verschiebung ins Gespräch brachte, beschloss der Stadtrat die
Anhebung der Bezüge von Bürgermeisterin Monika Kabs. Diese Anhebung
habe ihr, so der Oberbürgermeister, nach der geltenden
Besoldungsordnung bereits im vergangenen Jahr, nach einer
zweijährigen Amtszeit, zugestanden – Monika Kabs habe damals aber
freiwillig auf diese Anhebung verzichtet.
Einmütigkeit auch bei der Änderung des Flächennutzungsplanes
2020 „Rudersport Reffenthal“, der nach Auswertung der Offenlegung
ohne Aussprache verabschiedet wurde.
Zu einer kontroversen Debatte über Sachfragen kam es dann noch
einmal bei der Erörterung des bevorstehenden Vollausbaus der
Schützenstraße. Hier sprachen sich Vertreter der Grünen für eine
Verbreiterung des neuen Radweges von, wie geplant, 1,25 Meter auf
1,60 Meter aus. Dies würde allerdings erhebliche Mehrkosten
verursachen, stellte der Oberbürgermeister dazu fest, müsste dann
doch der Fußweg auf der westlichen Straßenseite weiter in den
Schützengarten verschoben werden.
Uneins waren sich die Diskutanten auch über den Einsatz von
„Flüsterasphalt“ auf dieser Straße. Während die einen. durch
häufiges Abbremsen und Beschleunigen auf dieser Strecke, einen
raschen Abrieb dieses Belages befürchteten, konnten andere darauf
verwiesen, dass der „Split-Mastix-Asphalt“ nicht mit dem
Flüster-Asphalt auf Schnellstraßen verwechselt werden dürfe und
sich in Speyer auf anderen Strecken schon sehr bewährt habe. So
konnte schließlich auch dieser Punkt mit drei Enthaltungen aus den
Reihen der Grünen zustimmend verabschiedet werden.
Dann stand neben einigen Formalien „nur“ noch die öffentliche
Aussprache über die Neuausschreibung des Stadtverkehrs auf dem
Programm – der SPEYER-KURIER berichtete darüber in seiner
gestrigen Ausgabe – und dann waren die Sitzungen auch schon fast zu
Ende – die Ratssitzung im Rathaus und – bald drauf – auch die
Damensitzung der SKG in der Stadthalle. Na Ja – oder wie sagt man
in Speyer? „Hajo!“ Foto: gc
09.02.2013
Stadtratssitzung am 07. 02.2013 - Bilderalbum
Auf acht Routen durch die Speyerer Stadtquartiere
Stadtrat
erteilt Auftrag zur europaweiten Ausschreibung des neuen
Stadtverkehrs-Konzeptes
cr. Speyer. Die Neuordnung des Speyerer Stadtverkehrs ist
ihrer Umsetzung einen entscheidenden Schritt näher gekommen – in
seiner letzten Sitzung hat der Speyerer Stadtrat jetzt
Oberbürgermeister Hansjörg Eger einstimmig dazu ermächtigt,
die Ausschreibung des neuen „Buslinienbündels“ in die Wege zu
leiten. Dazu soll die Vergabestelle der VRN GmbH (Verkehrsverbund
Rhein-Neckar) „mit der Durchführung der wettbewerblichen Vergabe
eines öffentlichen Dienstleistungsauftrages im Rahmen einer
europaweiten Ausschreibung beauftragt werden“, so die offizielle
Beschlussvorgabe. Damit folgte der Rat der Empfehlung eines eigenes
zu diesem Zweck eingerichteten Arbeitskreises, dessen Votum zuletzt
auch Gegenstand der Beratungen im Hauptausschuss des Stadtrates
war. Dieser hatte Anfang der Woche auch beschlossen, die
ursprünglich für den nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung
vorgesehene Beratung des Tagesordnungspunktes nun doch öffentlich
zu behandeln.
Die dem Beschluss zugrunde liegende Planung sieht eine
völlige Neustrukturierung des Speyerer Stadtverkehrs vor. Dazu
sollen insgesamt acht neue Buslinien eingerichtet werden, von denen
drei durch die Maximilianstraße und damit durch die Kernstadt
geführt werden sollen. Dadurch könne der bisherige Shuttle-Service
durch die Innenstadt ersatzlos entfallen.
Während sich die Planer durch diese neue Linienführung für
Speyer-Nord deutliche Verbesserungen in der ÖPNV-Versorgung
versprechen, soll durch den Oberkämmerer künftig keine eigene Linie
mehr führen – hier war in der Vergangenheit die Akzeptanz einfach
zu gering. Im Speyerer Westen soll es dagegen keine Veränderung
gegenüber der bisherigen Versorgung geben.
Als zusätzliche Erweiterungsangebote – 'Optionen', wie es in dem
Papier heißt - soll die Ausschreibung jedoch Aufschluss geben über
die Kosten für Zusatz- bzw. Verlängerungslinien in das
Gewerbegebiet Auestraße, zur Quartiersmensa Q + H in Speyer-West
sowie zum Ärzte-Haus im Cura-Center in der Iggelheimer Straße.
Gerade die letztere 'Option' führte in der Debatte zu
erheblichen Zündstoff. Während hier der Sprecher der
Bürgergemeinschaft Speyer BGS, Claus Ableiter, keinen
Handlungsbedarf zu erkennen glaubte und der Sprecher der Speyerer
Wählergruppe SWG, Martin Roßkopf sich wegen der seines
Erachtens zu geringen Entfernung der Haltestelle in der
Kurt-Schumacher-Straße zu einem eigenen Halt beim Cura-Center von
nur 290 Metern gegen ein solches Vorhaben aussprach, plädierte
Dr. Maria Montero-Muth (CDU) vehement für eine Verlängerung
der entsprechenden Buslinie. Sie begründete dies insbesondere mit
den Bedürfnissen von Kassenpatienten, die oft auf eine Konsultation
von Fachärzten im Cura-Center angewiesen seien, weil sie von den
Ärzten in den Speyerer Kliniken nicht behandelt werden dürften. Da
Dr. Montero-Muth allerdings auch selbst im Cura-Center praktiert,
sah sich der Oberbürgermeister dazu verpflichtet, ihr wegen
Befangenheit das Wort zu entziehen. „Außerdem steht die Frage, ob
wir diese Option am Ende ziehen oder nicht, heute ohnedies nicht
auf der Tagesordnung“, versuchte Eger die aufgeregten Diskutanten
zu beruhigen.
Für die Aufnahme einer anderen 'Option' setzte sich danach
Luzian Czerny (Bündnis 90/die Grünen) ein, als er für eine
Verdichtung der Frequenz der Busse durch die Maximilianstraße von
15 auf nur zehn Minuten plädierte. Optionen, die natürlich ebenso
mit Mehrkosten verbunden sein würden wie der Einsatz von
Elektrobussen, für dessen Prüfung sich Claus Ableiter und der
Republikaner Alois Röbosch aussprachen. Ableiter verwies auf
Erfahrungen in dem Schweizer Wintersportort Zermatt, wo
Elektrobusse in unterschiedlicher Größen schon seit mehr als 30
Jahren mit großem Erfolg eingesetzt würden.
Geld wird auch dieses neue Stadtverkehrs-Konzept kosten:
Mit rund 950.000 Euro, so schätzen die Experten, wird die neue
Linienführung den städtischen Haushalt Jahr für Jahr belasten –
Optionen wie die von Christine Ritthaler (SWG) geforderte
dichtere Anbindung des St. Vincentius-Krankenhauses - halbstündlich
statt nur stündlich - kosten extra. Da lindert sicher auch der
kleine Beitrag, den der Rhein-Pfalz-Kreis zu einer Linienführung
beitragen will, den Schmerz sicher auch nur wenig.
Man darf gespannt sein, welches Zahlenwerk die Angebote in den
nächsten Monaten offenbaren. Denn erst dann wird das „große
Gefeilsche“ losgehen - wird entschieden werden müssen, wie der
Speyerer Stadtverkehr in den nächsten acht bis zehn Jahren wirklich
aussieht.
Die Linienplanungen sehen Sie hier:
Diese wurden uns
von der Stadtverwaltung Speyer zur Verfügung gestellt.
Über die weiteren Beratungspunkte der Stadtratssitzung berichtet
der SPEYER-KURIER in seiner nächsten Ausgabe.
08.02.2013
Konzeptplanung des Buslinenverkehrs - Bilderalbum
Neu im Ehrenamt:
Maike
Hinderberger (SPD), Petra Spoden (SPD) und Gregor Flörchinger (CDU)
komplettieren ihre Fraktionen im Speyerer Stadtrat
spk. Speyer. Mit der Verpflichtung von Maike
Hinterberger (SPD), Petra Spoden (SPD) und Gregor
Flörchinger (CDU) als neue Mitglieder des Speyerer Stadtrates
hat Oberbürgermeister Hansjörg Eger zu Beginn der gestrigen
Ratssitzung die noch im alten Jahr entstandenen Vakanzen
geschlossen. In einer kurzen Einführungsrede erinnerte Eger dabei
die drei Nachrücker an ihre mit diesem Mandat verbundene Pflicht
zur Unabhängigkeit und zu allein an der Sache orientierteen
Entscheidung in dem Ehrenamt. „Als Ratsmitglieder sind Sie allein
ihrem Gewissen verantwortlich“, betonte der Oberbürgermeister, ehe
er den „neuen“ Räten per Handschlag ihre Verpflichtung abnahm.
Maike Hinderberger tritt die Nachfolge des am 7. Dezember 2012
verstorbenen Christian Regenauer an - Petra Spoden folgt Fritz
Knuta nach, der sein Mandat zum 31. Dezember zur Verfügung gestellt
hatte. Gregor Flörchinger schließlich hat die Nachfolge von Barbara
Hintzen angetreten, die aus Gesundheitsgründen zum 30. November
2012 auf ihr Ratsmandat verzichten musste. Der SPEYER-KURIER
berichtete über die Verabschiedung von Barbara Hintzen am
14.12.2012 unter Stadt Speyer/Politik..
Mit der Physiotherapeutin Maike Hinderberger ist die bekannte
Speyerer Sportler-Familie jetzt gleich zweifach im Rat vertreten –
das neue Ratsmitglied sitzt nämlich Seit an Seit mit ihrem Vater
Friedel in den Reihen der Speyerer SPD-Fraktion.
Petra Spoden, geb. Hauser, ist gelernte Sonderschullehrerin und
als Sprecherin der Bürgerinitiative „Lärmschutz an der B)/B
39“.auch Mitbegründerin dieser Institution.
Gregor Flörchinger (25) ist seit 2008 Vorsitzender der Jungen
Union im Kreisverband Speyer der CDU. Foto: gc
08.02.2013
Speyerer Polizei sucht Namen - kleine Belohnung winkt
Neues Fahrzeug für
die Jugendverkehrsschule der Polizeiinspektion Speyer
Polizeioberkommissarin Emine Etyemez und Polizeioberkommissar
Matthias Michel, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion
Speyer, freuen sich mit den Kindern aus Speyer, Römerberg,
Dudenhofen und Otterstadt über das neue Jugendverkehrsmobil, das
nach Beschaffung und bedarfsgerechtem Ausbau durch den Sachbereich
22 des Polizeipräsidiums Rheinpfalz in Dienst gestellt werden
konnte.
Der seit Jahresanfang zur Verfügung stehende Opel Combo besitzt
ein optimiertes Beladungssystem und kindgerechtes Design, welches
so gestaltet wurde, dass es auch zur theoretischen Schulung der
Kinder genutzt werden kann.
Auch ökologisch ist das Fahrzeug auf dem neuesten Stand, denn
der Turbodieselmotor verbraucht gerade die Hälfte an Kraftstoff wie
sein Vorgängermodell, ein grün-weißer Ford Transit, der nach 13
Dienstjahren mit einer Laufleistung von 130.000 km ausgesondert
wurde.
Für die Gallionsfigur des Verkehrsmobiles, einen kleinen
tapferen Radler auf der Seite und der Motorhaube, wird noch ein
Name gesucht!
Daher hier ein Appell an alle Kinder: Schlagt uns vor,
wie der Radler heißen soll!
Schreibt eine Postkarte an die Polizeiinspektion Speyer,
Jugendverkehrsschule, Maximilianstr. 6, 67346 Speyer oder eine
E-Mail an pispeyer@polizei.rlp.de Dem
Namensgeber winkt eine kleine Belohnung.
Uwe Giertzsch (Leiter der Polizeiinspektion)
07.02.2013
„Mittwochabend im Stadtarchiv“
Abteilung
„Kulturelles Erbe“ der Stadt Speyer bietet auch 2013 mit sechs
attraktiven Vorträgen zu ganz unterschiedlichen Themenfeldern
attraktives Programm
spk. Speyer. Auch im laufenden Kalenderjahr 2013 setzt
das Speyerer Stadtarchiv wieder seine beliebte und stets gut
nachgefragte Vortragsreihe „“Mittwochabend im Stadtarchiv“ fort.
Bei einem Gespräch im Stadtarchiv stellte jetzt die Speyerer
Kulturdezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs, gemeinsam
mit dem Leiter der Abteilung „Kulturelles Erbe – Stadtarchiv“
der Stadt Speyer, Dr. Joachim Kemper, die sechs Abende
umfassende Vortragsreihe dieses Jahres vor.
Los geht es damit schon am 20. Februar 2013, wenn der
bekannte Mainzer Zeithistoriker Prof. Dr. Michael Kissener
unter dem Titel "Vom Altar aus versöhnen" - Speyerer Initiativen
zur deutsch-französischen Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg
vorstellt. Dieser Vortrag findet ausnahmsweise nicht wie gewohnt im
Lesesaal des Stadtarchivs in der Johannesstraße statt, sondern im
Historischen Ratssaal. Für diesen Vortrag bittet das Stadtarchiv um
Anmeldung bis zum 18. Februar – die Teilnahme ist natürlich wie
immer kostenlos.
Der zweite Vortrag ist auf den 06. März terminiert. Dann
referieren der Wiener Journalist Karl Schlösser gemeinsam
mit seiner Ehefrau Annelore (Mannheim) unter dem Titel „Vom
Bürger-Arbeitskreis bis zur Internet-Präsenz“ über die lange
Geschichte des Forschungsprojekts „Die Wormser Juden 1933 bis
1945“. Wie alle weiteren Vorträge dieser Reihe findet dieser Abend
wieder im Stadtarchiv statt.
Am 24. April stellt dann der Speyerer Oberkirchenrat
i.R. Dr. Klaus Bümlein den Dichter und Alchemisten Alexander
von Bernus (1880-1965) vor.
Am 15. Mai spricht die Tübinger
Diplom-Theologin Daniela Blum über das „Konfessionelle
Zusammenleben im Speyer des 16. Jahrhunderts“.
Nach der Sommerpause referiert dann am
21.August die Kölner Historikerin und Judaistin Dr.
Ursula Reuter über unter dem Titel „Ein Mordanschlag in Speyer
1631?“ über Konflikte zwischen Wormser Juden im Dreißigjährigen
Krieg.
Am 18. September geht es dann um ein
kulturgeografisches Thema, wenn der Speyerer Rudi Höhl über
„Speyer und seine Rheinübergänge einst und jetzt“ vorträgt.
Am 23. Oktober stellt die Speyerer Autorin,
Übersetzerin und Gymnasiallehrerin Lenelore Möller aus
Anlass seines 500. Todestages den Speyerer Domherrn Nicolaus Matz
vor: „ Rechenkünstler und Büchersammler“ hat sie ihren Vortrag
überschrieben..
Zum Abschluss der Vortragsreihe 2013 spricht am
13. November Prof. Dr. Stefan Fisch von der Deutschen
Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer über „Sep Rufs Bau
für die Universität Speyer - Planung, Bau und Bedeutung“ und
würdigt damit die in den Sechziger Jahren geschaffene Architektur
des bekannten Bauhaus-Architekten in Speyer.
Ein wiederum höchst vielfältiges und reichhaltiges
Vortragsprogramm, das da dem Speyerer Publikum geboten wird.
Übrigens ist jetzt auch der 56 Seiten starke
Jahresbericht der Abteilung für das Jahr 2012 im Druck erschienen.
Die online-Version ist unter http://de.slideshare.net/StadtASpeyer/ttigkeitsbericht-2012
abrufbar.
07.02.2013
Ministerpräsidentin Dreyer lädt zum Ehrenamtstag nach Speyer ein
Mainz/Speyer- Der zehnte
landesweite Ehrenamtstag wird am 29. September 2013 in
Speyer stattfinden. Diesen Termin gaben
Ministerpräsidentin Malu Dreyer und der Speyerer Oberbürgermeister
Hansjörg Eger bekannt.
„Mir ist der Ehrenamtstag sehr wichtig. Er bietet
eine hervorragende Möglichkeit, die vielen Facetten des Ehrenamtes
zu präsentieren und noch mehr Menschen dafür zu gewinnen, sich für
andere zu engagieren“, sagte Dreyer. Schon jetzt liege
Rheinland-Pfalz im Ländervergleich mit Niedersachsen und
Baden-Württemberg beim ehrenamtlichen Engagement auf Platz 1. „Das
‚Wir’ wird in unserem Land ganz groß geschrieben, ob in Sport- oder
Jugendverbänden, Eltern- oder Seniorenbeiräten, sozialen
Vereinigungen, in Selbsthilfeorganisationen oder den
Rettungsdiensten. Die ehrenamtlich Engagierten sind für mich die
eigentlichen Helden des Alltags. Was sie leisten, kann gar nicht
genug gewürdigt werden“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie
freue sich, dass es auch dieses Jahr wieder eine Kooperation mit
dem SWR geben werde. Die Sendung ‚Ehrensache in der Landesschau
Rheinland-Pfalz‘ werde auch diesmal live ausgestrahlt.
Oberbürgermeister Hansjörg Eger versprach, dass die
Domstadt ein guter Gastgeber für den landesweiten Ehrenamtstag sein
werde, wie sie es bei Rheinland-Pfalz-Tagen 1990 und 2006 sowie dem
Aktionstag UN-Millenniumsziele 2010 unter Beweis stellen konnte.
„Speyer zeichnet sich durch viele engagierte Menschen und ein
lebendiges ehrenamtliches Engagement aus. Wir freuen uns,
anlässlich der Jubiläumsveranstaltung Ehrenamtliche aus ganz
Rheinland-Pfalz in unserer schönen Stadt begrüßen zu dürfen“, so
Eger.
Der letzte Ehrenamtstag fand am Deutschen Eck in
Koblenz statt und zog rund 15.000 Besucherinnen und Besucher an.
stk, Presse
05.02.2013
Die Folgen des bevorstehenden Klimawandels erkennen und Maßnahmen zu ihrer Bewältigung entwickeln
Speyer als
erste Mittelstadt „Modellstandort“ in bundesweitem
Forschungsprojekt – OB stellt neuen Projektkoordinator vor
cr. Speyer. Die Folgen des Klimawandels auf regionaler
und lokaler Ebene will die Stadt Speyer noch zielgenauer in den
Blick nehmen und hat sich dazu jetzt einen Experten „ins Boot“
geholt. Bei einem Pressegespräch in seinem Dienstzimmer im
Stadthaus stellte dazu jetzt Oberbürgermeister Hansjörg Eger
den neuen Projektkoordinator „Klimawandelfolgen Speyer“, Dr.
Steffen Schobel vor, der seit Anfang Januar in der Städtischen
Umweltabteilung „amtiert“.
Der 42jährige Diplomgeograph, der an der Universität in Trier
promovierte und mit seiner erfolgreichen Bewerbung in Speyer „das
Rennen“ gegen 130 „Wettbewerber“ machte, arbeitete zuvor als
Wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen wissenschaftlichen
Einrichtungen der Umwelt- und Klimaforschung, zuletzt beim
„Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen“ des Landes Rheinland-Pfalz
in Trippstadt, wo der in Trier lebende verheiratete Vater von zwei
Kindern auch künftig noch „seinen zweiten Schreibtisch“ behalten
werde.
Mit dem
Projekt „Klimawandelfolgen Speyer“, so stellte OB Eger fest, nehme
Speyer jetzt als erste Mittelstadt in Rheinland-Pfalz und als eine
der ersten in der Bundesrepublik.überhaupt die Rolle eines
Modellstandortes ein, an dem die Entwicklung des Klimawandels
anhand von Daten und Fakten ermittelt, seine Folgen abgeschätzt und
Strategien zu ihrer Bewältigung entwickelt werden sollen. „Und das
beste“, so freut sich der Oberbürgermeister, „diese Stelle wird
aufgrund ihres Modellcharakters bis zum 30. Juni 2015 in vollem
Umfang – immerhin mit 300.000 Euro - vom Bund und zu einem kleinen
Teil vom Land finanziert“. Für die Stadt, so Eger, sei die neue
Stelle völlig „kostenneutral“.
Wie der
Leiter der Städtischen Bauverwaltung, Hans-Joachim Ritter
berichtete, habe man bei einer Tagung der „Stiftung Ökologie“
festgestellt, dass ein solches Projekt bislang nur in einigen
deutschen Großstädten in Angriff genommen worden sei. In Gesprächen
mit dem Land und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit in Berlin habe man dann eine Öffnung des
Programms auf Mittelstädte erreicht.
Gemeinsam
mit dem Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen bei der
Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in
Trippstadt, deren Leiter, Dr. Ullrich Matthes, ebenfalls an
dem Gespräch teilnahm, habe man dann einen entsprechenden Antrag
gestellt - und den Zuschlag erhalten.
Durch seine Lage und klimatische Exposition im Oberrheingraben
eigne sich Speyer ganz besonders für ein solches Modellprojekt,
erläuterte Koordinator Dr. Steffen Schobel, der inzwischen schon
versuchte, sich auf einigen Stadtrundgängen einen kleinen Überblick
über die Situation „vor Ort“ in Speyer zu verschaffen. Dabei zeigte
er sich beeindruckt, wie weit die Stadt in Sachen Klimaschutz schon
vorangekommen sei. Insbesondere beim Hochwasserschutz stelle sich
Speyer schon heute als „Musterstadt“ dar. Als nächstes wolle er
sich jetzt um den Aufbau eines tragfähigen Netzwerkes zu den
Akteuren auf dem Feld des Klimaschutzes in Speyer und in der Region
bemühen.
Danach solle auf der Basis vorhandenen Datenmaterials, das
insbesondere vom Deutschen Wetterdienst und dem Kompetenzzentrum
für Klimawandelfolgen in Trippstadt zur Verfügung gestellt wird,
die kleinklimatische Situation im Raum Speyer und in der Stadt
ermittelt werden. In acht weiteren, für das Jahr 2013 bereits fest
geplanten Workshops – einige sollen auch öffentlich sein, sollten
dann erste Detailfragen in Angriff genommen werden, die dann in
thematisch gegliederten Zwischenberichten öffentlich diskutiert
werden und schließlich in einen Abschlußbericht einmünden
sollen.
Denn die
Akteure in dem Projekt sind sich sicher: Der Klimawandel ist schon
in vollem Gange und wird sich in den nächsten Jahrzehnten immer
stärker bemerkbar machen. Hitze, Sturm und Starkregen würden immer
häufiger auftreten und damit Hochwasser und Überflutungen – die
Kommunen müssten sich deshalb z.B. schon heute Gedanken darüber
machen, wie sie zukünftig die Abwasser-Ableitung gestalteten müssen
– Herausforderungen, die bei zukünftigen Bauprojekten in der Stadt
dringend berücksichtigt und frühzeitig in die Planungen mit
eingebracht werden müssten.
Für die
Bürger werde diese Entwicklung zwar aktuell kaum spürbare Folgen
haben - auch wenn schon bald die Sommer wärmer und trockener, die
Winter dagegen niederschlagsreicher werden würden. Extreme
Temperaturschwankungen sowie Sturm- und Starkwindphänomene könnten
in den nächsten Jahrzehnten immer häufiger auftreten. Auf all das
müssten die Menschen sich mittel- und langfristig einrichten,
betonten die Klimaexperten. Möglichkeiten zum Umgang mit diesen
Wetterveränderungen würden deshalb im Zuge des Projektes
diskutiert, in den städtischen Gremien beraten und am Ende als
Empfehlungen bzw. als konkrete Maßnahmen beschlossen. Auch andere
Kommunen in klimatisch vergleichbarer Situation in Deutschland und
Europa sollten dann von den in Speyer gewonnenen Erkenntnissen und
Handlungsempfehlungen profitieren – Speyer eben einmal mehr ein
Modellstandort.
Als erste Hinführung zu diesem Prozess hat die Stadtverwaltung
inzwischen bereits unter dem Titel „Klimawandel Speyer folgen –
Innovative Strategien zur Anpassung“ einen informativen Folder
herausgegeben, der die Ziele des Projektes anschaulich erläutert
und den die Bürger bei den Bürgerbüros und an vielen anderen
Stellen finden können. Foto: gc
31.01.2013
Ein neuer Volvo für „JuMA“
Karlsruher
PSD-Bank unterstützt Speyerer Arbeitsprojekt „Junge Menschen im
Aufwind“
cr. Speyer- Für „JuMA“ - das Speyerer
Arbeitsprojekt „Junge Menschen im Aufwind“ in der Ludwigstraße 13
war das heute ein großer Tag: Bernhard Slavetinsky,
Vorstandsvorsitzender der PSD-Bank e.G. mit Sitz in
Karlsruhe-Neustadt und mit einer Filiale u.a, auch in der Speyerer
Wormser Straße, überreichte der Vorsitzenden von JuMA, Irmgard
Münch-Weinmann die Schlüssel für ein zwar gebrauchtes, aber
noch immer wertvolles Automobil, mit dem die Mitarbeiter des
Projektes zukünftig Personen und kleinere Güter transportieren
können. Der weiße Volvo V 50 mit der bunten Signatur der Stiftung
„Junge Menschen im Aufwind“, ein mit einem 2-Liter-Motor mit 136 PS
ausgestattetes, drei Jahre altes Fahrzeug, ist mit seiner
Laufleistung von rund 60.000 Km „gerade einmal warm gefahren“, wie
Fachleute erklären.
Bei der JuMA
löst der „neue“ Volvo ein altes Fahrzeug ab, das in die Jahre
gekommen war und zuletzt nur noch durch seinen exorbitanten
Spritverbrauch auffiel. „Von daher ist das neue Auto für uns auch
ein Beitrag für eine sauberere Umwelt“, freute sich das
„Grüne“-Stadtratsmitglied, die bekennende Umweltschützerin Irmgard
Münch-Weinmann. Doch da auch „der Alte“ noch läuft, will sie ihn an
einen ihrer Schützlinge verschenken, „für den er durchaus taugt,
wenn der nicht zu viel herumfahren will“.
In dem Arbeitsprojekt JuMA betreut ein engagiertes Team aus
Pädagoginnen und Pädagogen, aus Sozialpädagoginnen und
Sozialpädagogen sowie aus handwerklichen Fachanleiterinnen und
Anlietern straffällig gewordene Jugendliche und junge Erwachsene
sowie Menschen in prekären Lebenslagen.
JuMA will
dabei neue Perspektiven durch die Ableistung von Arbeitsstunden,
durch arbeitstherapeutische und sozialpädagogische Betreuung, durch
Unterstützung bei der Ausbildungsplatz- und Arbeitssuche, bei der
Unterstützung im Lebensalltag, bei der Erweiterung der sozialen
Kompetenzen durch Kreativprojekte sowie durch Beratung und
Information, z.B. in der. Schuldnerberatung vermitteln – so in dem
Profil von JuMA. Das Arbeitsprojekt „Junge Menschen im Aufwind“
wird in seiner Arbeit unterstützt von der Stiftung "Aufwind“
der PSD-Bank Karlsruhe-Neustadt eG.
Die PSD-Bank ist ein Nachfolge-Institut der früheren „Postspar-
und Darlehenskasse“, die vor mehr als 125 Jahren als spezialisierte
Genossenschaftsbank ausschließlich den Beamten, Angestellten und
Arbeitern der Reichspost und später der Deutschen Bundespost
vorbehalten war. Heute wird die PSD-Bank als genossenschaftliche
Direktbank für Jedermann geführt und nimmt alle gängigen
Bankgeschäfte im Privatkundenbereich wahr.
Im Jahr 2003 gründete die PSD-Bank Karlsruhe-Neustadt e.G. die
Stiftung „Aufwind“, die als eines von zwei großen Projekten
kontinuierlich das Speyerer Arbeitsprojekt „Junge Menschen im
Aufwind“ unterstützt. Foto: gc
29.01.2013
Ein neuer Volvo für „JuMA“ - Bilderalbum
„Ein offenes Ohr und offene Augen für die Unsicherheiten ihrer Altersgenossen entwickeln“
OB Eger
überreicht 18 neuen, ehrenamtlichen Sicherheitsberatern ihre
Ernennungsurkunden
cr. Speyer. Sie sollen ein offenes Ohr und offene Augen
haben für die Senioren in der Stadt, die sich im Umgang mit
ungewohnten Lebenssituationen unsicher fühlen - die 18 neuen
„ehrenamtlichen Sicherheitsberater für Senioren“, die heute im
Trausaal des Rathauses aus der Hand von Oberbürgermeister
Hansjörg Eger ihre Ernennungsurkunden entgegennehmen konnten.
Sie alle hatten dafür in den letzten Wochen ein zweitägiges Seminar
absolviert, in dem sie erfahrene Polizeibeamte mit den Tricks und
Praktiken der „Nepper, Schlepper, Bauernfänger“ - so Eger in
Anknüpfung an den Titel einer früheren, erfolgreichen
TV-Aufklärungsserie – vertraut machten und ihnen Ratschläge zum
richtigen Umgang mit solchen Straftaten, zu ihrem Erkennen und zu
ihrer Aufklärung gaben.
Denn immer
öfter werden Senioren Opfer von raffiniert agierenden
Trickbetrügern und Dieben, die die Hilfsbereitschaft und
Gutmütigkeit älterer Menschen schamlos ausnutzen. Der berüchtigte
Enkeltrick, in dem ein Anrufer dem älteren Opfer vorgaukelt, er sei
ein naher Verwandter – der Enkel, der Neffe oder sonst ein naher
Angehöriger - der unverschuldet in finanzielle Not geraten sei und
deshalb „kurzzeitig“ Hilfe benötige, sei dabei nur eine der infamen
Vorgehensweisen. Auf andere, so wusste der Leiter der
Polizeiinspektion Speyer, Polizeioberrat Uwe Giertzsch, zu
berichten, würden Senioren immer öfter hereinfallen, wenn sie sich
im Internet tummelten. „Eine 72jährige Dame“, so beschrieb der
Polizeichef den 'modus operandi' der Gauner, „wurde zuletzt
betrogen, als sie an einem Wettspiel im Internet teilnahm, für das
sie zuerst einmal Punkte erwerben musste“. Natürlich verlor sie die
Wette – die Punkte verfielen – das eingesetzte Geld war futsch. Und
so gebe es gerade im Internet, in dem gerade ältere Menschen heute
immer öfter unterwegs seien, immer wieder heimtückische Fallen, die
den unbedarften Nutzer dann viel Geld kosten könnten. Nach solch
negativen Erfahrungen schämten sich aber gerade ältere Menschen
oft, Anzeige bei der Polizei zu erstatten – und da sei dann die
Hemmschwelle, den „Sicherheitsberater“ aus der Nachbarschaft
anzusprechen, doch deutlich niedriger, „insbesondere, wenn er auch
noch der gleichen Altersgruppe angehört“.
Dieser erste
Kurs werde deshalb auch nicht der letzte sein, kündigte OB Eger an.
Schon im kommenden Monat, am 22. und 23. Februar, soll eine zweite
Gruppe solcher Sicherheitsberater ausgebildet werden, die dann als
Multiplikatoren in ihrer Altersgruppe dazu dienen soll, das
Sicherheitsgefühl in dieser Bevölkerungsgruppe zu steigern.
Mit dem Termin dieser Schulung reagierten das Städtische
Seniorenbüro und der kriminalpräventive Rat der Stadt Speyer
übrigens auf Empfehlungen aus der Auftaktveranstaltung, bei der
sich die Mehrzahl der Teilnehmer für eine Durchführung dieser
Seminare an den Wochenenden ausgesprochen hatten. Auch diese
Schulung wird wieder von erfahrenen Polizeibeamten abgehalten, von
denen heute in Vertretung des verhinderten Leiters des Zentrums
für Polizeiliche Prävention beim Polizeipräsidium Rheinpfalz, KHK
Walter Zöllner, dessen Kollege POK Matthias Michel an
der Urkundenübergabe teilnahm.
Doch auch für die erste Speyerer Gruppe „ehrenamtlicher
Sicherheitsberater für Senioren“ wird es mit der jetzt
durchgeführten Schulung mit dem „Lernen“ noch nicht zu Ende sein.
Sie sollen schon im Juni/Juli zu einer Auffrischung und Erweiterung
ihres Wissens eingeladen werden – dann allerdings in die Speyerer
Polizei-Inspektion in der Maximilianstraße. Dieser Ort, so POR Uwe
Giertzsch, sei mit Bedacht gewählt worden, um auch bei dieser
Gruppe die Hemmschwelle vor dem Betreten einer Polizeidienststelle
zu überwinden. Foto: gc
28.01.2013
OB Eger überreicht Sicherheitsberatern ihre Ernennungsurkunden - Bilderalbum
„GABIS – die bessere Form der Zeitarbeit“
Das Speyerer
Modell für eine gerechtere Form der Beschäftigung
cr. Speyer. „Wenn es die GABIS nicht gäbe – man müsste sie
erfinden“ - dieses eindeutige Bekenntnis von Karl Feldmann,
Vorsitzender der Personalkommission des derzeit wohl größten
Kooperationspartners der Speyerer Personalservice-Agentur (PSA),
des Mercedes-Benz LKW-Werkes in Wörth, konnten wohl
alle Teilnehmer am diesjährigen Arbeitsmarkt-Gespräch im Speyerer
Gemeindezentrum St. Hedwig – Quartiersmensa Q + H, das unter dem
vielsagenden Thema „Zeitarbeit“ stand, teilen – vor allem aber
sicher jene inzwischen mehr als 4.200 Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer, die in den vergangenen 15 Jahren den Weg über die
„Brücke“ der GABIS gegangen und so wieder zu einer qualitätvollen
Arbeit in fester Beschäftigung gekommen sind.
Vertreter aller politischen Ebenen konnte Walter Werner, 2.
Vorsitzender des VFBB e.V., eines der Träger der gemeinnützig
agierenden Speyerer PSV GABIS begrüßen - an ihrer Spitze den
Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger (CDU), die Speyerer
Sozialdezernentin Monika Kabs (CDU), die Ludwigshafener
Bundestagsabgeordnete Doris Barnett (SPD) und den für
Barnetts kurzfristig verhinderten Abgeordnetenkollegen Norbert
Schindler (CDU) eingesprungenen Mutterstadter
Landtagsabgeordneten Johannes Zehfuß (CDU).
Diplom-Psychologe
Thomas Cantzler, designierter Nachfolger des zum Jahresende in
den Ruhestand gewechselten langjährigen GABIS-Geschäftsführers
Wolfgang Viertel, begrüßte zunächst den „Ideengeber“ von VFBB
und GABIS, Kurt Waas, ohne den nach seiner Überzeugung die
gemeinnützige PSV – die wohl einzige ihrer Art in Deutschland – so
nie entstanden wäre. In einer Zeit, in der die Zeitarbeit in der
Öffentlichkeit vielfach scharf kritisiert und kontrovers diskutiert
werde, habe sich die GABIS mit ihrem Konzept von „equal pay“ - von
gleichem Lohn für Zeitarbeiter und Stammbelegschaft - einen
eigenständigen Rang auf dem Markt der Zeitarbeitsbranche erworben.
„GABIS wurde 1995 gegen den 'mainstream' gegründet“, betonte
Cantzler und verwies darauf, dass das Unternehmen seitdem auf
vielen Ebenen Vorreiter gewesen sei. So habe GABIS 1996 als erstes
Zeitarbeitsunternehmen einen Tarifvertrag abgeschlossen – damals
noch mit der Gewerkschaft ÖTV. 2002 sei bereits der 1000.
Mitarbeiter eingestellt worden, 2004 habe die Mitarbeiterzahl die
2000er-Marke überschritten. Im Jahr 2006 – zehn Jahre nach der
Gründung von GABIS - habe man bereits 900 Vermittlungen in feste
Beschäftigungsverhältnisse verzeichnen können. Die Eröffnung eines
Büros in Koblenz im Jahr 2010 und die Durchsetzung von 30 Tagen
Urlaub für alle Mitarbeiter – außer im gewerblichen Bereich –
seinen weitere Kapitel in dieser Erfolgsgeschichte, für die man
heute bei insgesamt 9.819 Einstellungen mit 4.118 Übernahmen eine
außergewöhnlich positive Bilanz ziehen könne. „Gut 40 % Übernahmen
– das ist eine ganz ausgezeichnete Quote“, hob Cantzler hervor, der
darauf verwies, dass die Branche sonst im Mittel nur auf sieben
Prozent komme.
„Wir orientieren uns mit unseren Löhnen am jeweiligen
Tarifgefüge der entleihenden Firmen“, stellte der Referent heraus..
Deshalb habe GABIS im vergangenen Jahr auch einen
durchschnittlichen Stundenlohn von 15,55 Euro bezahlen können.
„41,9% Vermittlungsquote – faire Bezahlung – hohe Transparenz“,
schloss Cantzler seine Einführung, „das zeigt: „Equal pay“ geht
doch !“
Sozialethiker Friedhelm Hengsbach kritisiert
Arbeitsmarkt-Politik und lobt GABIS
Mit großer
Spannung sodann erwartet: Der Hauptreferent des Tages – Prof.
Dr. Friedhelm Hengsbach, der wohl profilierteste Sozialethiker
der Gegenwart - Jesuit und bis zu seiner Übersiedlung in die
Jesuiten-Kommunität im Ludwigshafener Heinrich-Pesch-Haus dreißig
Jahre lang Professor für Christliche Sozialwissenschaften an der
Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in
Frankfurt/Main.
Er war um eine Annäherung an das Thema „Zeitarbeit“ aus
„moralisch-ethischer Sicht“ gebeten worden und präsentierte hierzu
eine gewohnt scharfzüngig-scharfsinnige Analyse der Situation auf
dem deutschen Arbeitsmarkt. Dabei kritisierte er mit deutlichen
Anmerkungen die Sozial- und Arbeitsmarktpolitik der
Bundesregierungen in der jüngeren Vergangenheit. Insbesondere die
„rot-grüne“ Regierung Schröder/Fischer musste sich dabei harsche
Kritik gefallen lassen. Mit der 'Agenda 2010' und den
Hartz-Gesetzen seien die sozialen Sicherungssysteme in der
Bundesrepublik ausgehöhlt und der Arbeitsmarkt dereguliert worden,
kritisierte der Theologe - ob mit böser Absicht oder aus Dummheit,
bleibe dabei offen. Mit der Ausweitung der Zeitarbeit, so
Prof. Dr. Hengsbach weiter, habe sich der Staat dann weitgehend aus
der aktiven Arbeitsmarktpolitik „verabschiedet“.
Die wichtigste Ressource von Gegenwart und Zukunft - das
"Arbeitsvermögen" der Menschen - gerate gegenüber dem
„Maschinenvermögen“ in unserer Industrie- und
Produktionsgesellschaft zunehmend ins Hintertreffen. Deshalb sei es
auch eine Katastrophe, wenn über 300.000 Jugendliche – selbst gut
ausgebildete - keinen Zugang mehr zum Arbeitsmarkt bekämen,
denn Arbeit sichere die materielle Existenz und mache die Menschen
zu vollwertigen Mitgliedern der Gesellschaft. „Wie sollen sich
junge Menschen heute für eine verantwortliche Partnerschaft oder
gar für Kinder entscheiden, wenn sie in der Arbeitswelt mit
Destabilisierung und Flexibilisierung des Arbeitsmarktes
konfrontiert werden, - wenn sie Konkurrenzdruck zwischen
Stammbelegschaft und Zeitarbeitskräften ertragen müssten, der dazu
benutzt werde, die Löhne zu drücken“, Das steigere nicht nur das
Risiko der Altersarmut, sondern löse vermehrt psycho-soziale
Erkrankungen wie "burn out" und Depressionen aus.
Diese
Entwicklung sei allerdings nicht mehr allein auf Deutschland
begrenzt, denn im Zuge der sogenannten "Reformen" werde inzwischen
auch in anderen EU-Staaten wie in Spanien oder Griechenland
"geschrödert".
GABIS hebe sich in dieser Situation überaus positiv von dem
allgemeinen Markt an Zeitarbeitsunternehmen ab, da es ihr gelungen
sei, den Grundsatz "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" durchzusetzen
und die Gewinne des Unternehmens in soziale Projekte einfließen zu
lassen. .
Prof. Dr. Hengsbach rief die Verantwortlichen der Speyerer GABIS
deshalb dazu auf, an dieser vorbildlichen Geschäftspolitik
festzuhalten und auch weiterhin ihrer Verantwortung für die
Arbeitsuchenden, insbesondere auch für Jugendliche, gerecht zu
werden.
In der anschließenden Diskussion warnte der Sozialethiker davor,
den Finanzmärkten auch weiterhin eine ungezügelte Entfaltung zu
ermöglichen. Auch kritisierte er Tendenzen, den sich abzeichnenden
Fachkräftemangel statt in den eigenen Arbeitskräftereserven im
Ausland decken zu wollen. „Die Arbeit darf nicht zur Ware werden!“,
mahnte er.
Politik spricht sich für vorsichtige Reformierung der
Zeitarbeit aus.


In ihren anschließenden Statements sprachen sich Doris
Barnett MdB (SPD) und Johannes Zehfuß
MdL(CDU) auch weiterhin für einen Einsatz von Zeitarbeit
als Flexibilisierungsinstrument auf dem Arbeitsmarkt aus.
Allerdings müssten Prinzipien wie „Equal pay“ - bei GABIS längst
Standard – von allen Zeitarbeitsfirmen eingehalten werden. Auch
müssten weitere Fehler der 'Agenda 2010' vorsichtig reformiert
werden.
Lesen Sie die Ausführungen von Doris Barnett
und
Johannes Zehfuß
im Wortlaut im
SPEYER-KURIER.
Berichte aus der Praxis unterstützen vorbildliches
GABIS-Konzept
Schließlich
berichtete Jürgen Czupalla, Leiter der Agentur für Arbeit in
Mainz, aus seinem Arbeitsalltag. Dort seien bereits 37 % der
angebotenen Stellen im Bereich der Zeitarbeit ausgeschrieben.
Während die Mitarbeiter von GABIS in der Regel aber nur bei
einer Entleihfirma eingesetzt werden, würden „Zeitarbeiter“ in
anderen Unternehme oft an wechselnden Arbeitsplätzen eingesetzt.
Das erschwere die Lebensplanung der Betroffenen und verhindere
Aufstiegsperspektiven für solche Mitarbeiter, die sich zusätzlich
noch über Stress durch häufigen Zwang zur Ein-und Umgewöhnung im
Arbeitsumfeld sowie über eine mangelnde gesellschaftliche
Anerkennung ihres Beschäftigungsverhältnisses beklagten.
Auch Czupalla sprach sich deshalb nachdrücklich für die
Durchsetzung des Prinzips des „Equal pay“ für alle
Zeitarbeitskräfte aus. Auch plädierte er dafür, unterschiedliche
Bekleidung für Mitarbeiter der Stammbelegschaft und Zeitarbeiter zu
unterbinden, den Zeitarbeitern ihre Mobilitätsbereitschaft zu
honorieren und die Möglichkeiten der Weiterqualifizierung für
Leiharbeiter zu verbessern.
ie
„Erfolgsgeschichte“ der Zusammenarbeit von Mercedes-Benz und GABIS
skizzierte schließlich der eingangs bereits zitierte Karl
Feldmann. Er schilderte, wie sich in seinem Unternehmen gegen
anfängliche Widerstände das Verständnis für die Bedürfnisse der
Leiharbeiter und die Anerkennung ihrer Leistungsfähigkeit
entwickelt habe. „Über 2.500 Mitarbeiter in unserem Hause sind
einst als Zeitarbeitskräfte zu uns gekommen“, stellte er fest. „Und
das sind heute wahrlich nicht die Schlechtesten“. Dass das so
gekommen sei, führte er vor allem auch auf den unermüdlichen
Einsatz der engagierten GABIS-Verantwortlichen zurück, die auch in
„schwierigen Zeiten“ an der Seite der Personalmitarbeiter von
Mercedes gestanden hätten. Von daher sei es kein Wunder, dass sich
sein Unternehmen zuletzt auch darauf eingelassen habe, auch den
Zeitarbeitern die gleichen Schichtzuschläge zu zahlen wie den
Mitgliedern der Stammbelegschaft. „GABIS ist für uns längst eine
feste Größe“, lobte Feldmann, „und wir haben sogar eine
Betriebsvereinbarung, dass wir unsere personellen Mehrbedarf
ausschließlich gemeinsam mit GABIS decken“,
Zum Ende des hoch informativen Arbeitsmarktgespräches stellten
Kerstin Ziegler vom Institut für Arbeitsmarkt- und
Berufsforschung und Dr. Juliane Landmann von der
Bertelsmann-Stiftung die Ergebnisse ihrer Untersuchungen über
die Zeitarbeit vor, die deutlich machten, dass die Entwicklungen
bei der Zeitarbeit meist denen des allgemeinen Arbeitsmarktes
vorausgingen und deshalb als Frühindikator gewertet werden
könnten.
Am Ende dieser fast sechsstündigen Fachkonferenz, die nicht nur
Experten viele neue Erkenntnisse brachte und manch dezidierte
Meinung bot, durften alle Referenten aus der Hand von Walter
Werner als Erinnerung an ihren Besuch in Speyer den prächtigen
Bildband „Wir sind Speyer – Menschen einer liebenswerten Stadt“ mit
nach Hause nehmen – als Anregung, wieder zu kommen und manche der
Menschen zu treffen, um die es bei dieser Konferenz ging. Foto:
gc
Lesen Sie hierzu auch unseren Einwurf 
27.01.2013