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Verdiente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verabschiedet

Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Reinhold Gehres, Personalratsvorsitzender Martin Flörchinger, Monika Schneider, Hannelore Lied und Karola Geibig Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Reinhold Gehres, Personalratsvorsitzender Martin Flörchinger, Monika Schneider, Hannelore Lied und Karola Geibig

Speyer- Die Verabschiedung von drei Mitarbeiterinnen und einem Mitarbeiter standen gestern im Zentrum einer kleinen Feierstunde im Dienstzimmer von Oberbürgermeister Hans Jörg Eger im Stadthaus. Eger verabschiedete sie mit Dankurkunde, Brief, Speyer-Buch und einigen Anekdoten aus dem dienstlichen Leben der Stadtverwaltung.

Seit 1976 hat Reinhold Gehres der Stadtverwaltung treue Dienste geleistet, seit 1991 als Leiter des Personalamtes. Als „hart aber herzlich“ bezeichnete er den Umgangston zwischen Personalabteilung und Personalrat in der Verwaltung. Man habe immer konstruktive Lösungen gefunden, so der langjährige Personalchef, der auch fast zwei Jahrzehnte als Schöffe am Arbeitsgericht tätig ist. Er schlafe ruhiger seit er nicht mehr im Dienst ist, so Gehres. Eger dankte ihm für die geleisteten Dienste in der Verwaltung.

Karola Geibig, seit 1981 bei der Gebäudewirtschaft der Stadt tätig, nutzte die Gelegenheit ihrer Verabschiedung, mehrere dicke Aktenordner mit insgesamt 14.611 Unterschriften von Bürgern aus Speyer und der Umgebung an den Oberbürgermeister zu übergeben. Es sind Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern, die sich gegen die Einschränkung der Öffnungszeiten der Bereitschaftsdienstzentrale am Diakonissen-Stiftungskrankenhaus ausgesprochen hatten. Sie wolle in dieser Sache „am Ball bleiben“, sagte Geibig und Eger sicherte zu, die Listen an die Kassenärztliche Vereinigung weitergeben verbunden mit einem Appell, noch einmal das Gespräch zu suchen, um eine modifizierte Lösung für die Öffnungszeiten anzustreben. Der Oberbürgermeister würdigte die langjährige Tätigkeit Geibigs für die Verwaltung und dankte ihr für das große Engagement in Sachen „Bereitschaftsdienstzentrale“.

Auf 50 Jahre Dienst für die Stadt konnte Hannelore Lied zurückblicken. Sie hat am 1. April 1966 ihre Ausbildung als Bürogehilfin angetreten und war über mehrere Jahrzehnte für das Standesamt tätig. Dort habe sie auch „Lust aufs Heiraten bekommen“. Jetzt entspannt sie gerne bei Rockkonzerten von ACDC oder Rammstein.

In den Ruhestand verabschiedet hat Eger auch Verwaltungsdirektorin Monika Schneider. Sie kam nach Stationen in der Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz, in der Kreisverwaltung Germersheim und in der Struktur- und Genehmigunsdirektion Süd (SGD) im Januar 2002 als Leiterin des Fachbereiches Zentrale Dienste nach Speyer. Eger beschrieb sie als warmherzige Frau, „persönlich, emotional und emphatisch“, die ihn zu seinem Dienstantritt die Verwaltungsarbeit schnell nähergebracht habe. „Hunde bringen sie zum Leiden“, sagte Schneider mit Blick auf ihre neue Freiheit sich jetzt intensiv um die heimischen Vierbeiner kümmern zu können, darunter auch ein erst kürzlich aufgenommenen junger Parson Jack Russell namens „Falco“, der noch viel Erziehungsarbeit brauche.     

Text und Foto: Stadt Speyer

21.07.2016


Fuhrpark der Feuerwehr Speyer wird erweitert und modernisiert

dak.Speyer- Der Fuhrpark der Feuerwehr der Stadt Speyer ist erweitert und damit modernisiert worden. Am Freitag, den 15.07.2016, durfte Oberbürgermeister Hans-Jörg Eger gemeinsam mit Beigeordneter Stefanie Seiler der Feuerwache in der Industriestraße drei neue Fahrzeuge offiziell übergeben.

Hierbei handelte es sich um ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20), ein Wechselladerfahrzeug (WLF) sowie einen Gerätewagen Sanität (GW-SAN), welcher ab diesem Datum den Kameraden in Speyer zur Verfügung stehen.

Das HLF 20 ist das Basisfahrzeug der Feuerwehr Speyer, welches bei jedem größeren Alarm für einen Löschzug als erstes ausrückt. In der Regel wird es mit 6 Mann besetzt, kann aber maximal 9 Personen aufnehmen. Zusätzlich führt es aber genügend Ausrüstung mit sich, um einem weiteren kompletten Zug vor Ort ausrüsten zu können oder aber eben nachrückenden Kollegen Ausrüstung bereit zu stellen.

Das Fahrzeug selbst wird auch als Erstangriffsfahrzeug klassifiziert, da es über eine eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Leistung von 3000 Litern pro Minute verfügt. Ebenfalls ist es möglich, mittels der Druckzumischanlage Löschschaum herzustellen welcher von 0,1 - 9 % hinzugedichtet werden kann, um für nahezu jede Situation gewappnet zu sein.

Hierfür führt es selbst einen Löschwasserbehälter mit 1.600 l Fassungsvermögen sowie einen Schaumbehältern mit 200 l mit sich. Da bei einem "normalen Wohnungsbrand" in der Regel zwischen 800 - 900 l Löschwasser benötigt werden, ist es damit erst einmal autark von einem externen Wasseranschluss, was im Einsatz wertvolle Zeit spart. Abgerundet wird das Fahrzeug durch eine Seilwinde mit einer Zugkraft von 50 kN, somit ist das Einsatzspektrum sehr vielseitig und das neue Fahrzeug für vieles gewappnet. Zur umfangreichen feuerwehrtechnischen Beladung - ein großer Teil wurde vom technisch veralteten Vorgängerfahrzeug, dem Löschgruppenfahrzeug LF 24, übernommen - gehören auch hydraulische Rettungsgeräte, Hebekissen, ein Sprungpolster, Schutzausrüstung für Gefahrguteinsätze und eine Wärmebildkamera.

Daher wundert es auch nicht, das sich solch ein Fahrzeug von den Kosten her auf rund 405.000 € läuft, die sich wie folgt zusammensetzen:

Fahrgestell (Mercedes-Benz Typ 1529 F Atego)    78.000 €

Auf-/Ausbau                                                     270.000 €

Beladung                                                            45.000 €

Atemschutzgeräte                                                12.000 €

Die Landesregierung hat die Notwendigkeit der Beschaffung grundsätzlich anerkannt; es ist ein Zuschuss von 119.000 € zu erwarten. Für die restliche Summe kommt die Kommune selbst auf; welche daher auch das Vorgängermodell aus dem Jahre 1992, welches inzwischen ausgeräumt ist, meistbietend verkauft.

Als weiteres Fahrzeug erhielten die Kameraden der Feuerwehr Speyer ein Wechselladerfahrzeug (WLF), das für den Transport von sogenannten Abrollbehältern (AB) vorgesehen ist. In diesem befindet sich hauptsächlich Ausrüstung, die nicht so häufig benötigt wird und daher "auf Bedarf" dem Einsatzort schnell zugeführt werden kann. Durch dieses Modulsystem ist eine schnelle und zielgerichtete Einsatzführung möglich und es können erhebliche Kosten für zusätzliche Fahrzeuge eingespart werden.

Mit diesem neuen Fahrzeug besitzt die Feuerwehr nun zwei solcher flexibel einsetzbaren Fahrzeuge sowie 8 Abrollbehälter. 2 weitere AB`s sind dem Katastrophenschutz zuzuordnen.

Die Kosten für das neue WLF betragen insgesamt rund 202.000 € welche sich wie folgt zusammensetzen:

Fahrgestell (MAN Typ TGS 26.400 6x2-4 BL)          99.000 €

Auf-/Ausbau                                                         97.000 €

Beladung/Ausstattung                                              6.000 €

Für dieses Fahrzeug ist ein Landeszuschuss von 59.000 € beantragt; diesem wurde aber zum Zeitpunkt der Übergabe noch nicht stattgegeben. Das neue WLF ersetzt ein älteres Fahrzeug aus dem Jahre 1994, welches fortan im Katastrophenschutz eingesetzt wird.

Als drittes Fahrzeug erhielt die Schnelleinsatzgruppe (SEG) aus der Einheit Katastrophenschutz einen Gerätewagen Sanität (GW-San).

Dieses hat der Bund der Stadt Speyer im Rahmen seiner Aufgaben im Bevölkerungsschutz kostenfrei zur Verfügung gestellt. Das Fahrzeug ist eine sogenannte "Unterstützungskomponente" und kann jederzeit auch überörtlich eingesetzt werden. Somit profitiert von diesem Fahrzeug nicht nur die Stadt Speyer, sondern bei entsprechenden Gefahrenlagen auch der gesamte Kreis.

Der Gerätewagen Sanität ist für die Versorgung einer größeren Anzahl von Verletzten oder Erkrankten konzipiert. Das Fahrzeug führt Material für etwa 15 - 20 Patienten mit. Dazu gehören eine umfangreiche Sanitätsausstattung, Medikamente und medizinische Geräte, aber z.B. auch Tragen, ein Schnellaufblaszelt mit Zubehör und eine eigene Stromversorgung nebst Beleuchtung. Durch die Doppelkabine können sechs Helfer mit diesem Fahrzeug transportiert werden - zusätzlich verfügt es über eine hydraulische Ladebordwand.

Das Fahrzeug hat einen Wert von insgesamt 167.000 €, davon entfallen 121.000 € auf das Fahrzeug selbst und weitere 46.000 € auf die Beladung und Ausstattung.

Wir freuen uns mit den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Speyer über diese Stärkung der Feuerwehr. Hoffentlich haben sie mit diesen Fahrzeugen allzeit einen guten Dienst und selten schwere Einsätze, auch wenn sie nun für diese bestens gewappnet sind.

Das einzige Problem könnte nun höchstens noch die Anfahrtszeit zum Einsatz darstellen, da die Feuerwehrwache in der Industriestraße leider weit ab von den Wohngebieten in Speyer-Nord liegt. Aber die Diskussion zu einem zusätzlichen Standort der Feuerwehr in diesem Gebiet läuft ja schon länger und alle hoffen, daß sie bald einen positiven Abschluss findet. Foto: dak

19.07.2016


Schwetzinger Radler bei Sonnenschein in Speyer begrüßt

bk.Speyer- In der „guten Stube“ der Stadt Speyer wurden turnusgemäß einmal mehr die Schwetzinger Radler, mit deren Oberbürgermeister Dr. René Pöltl und dem Ersten Bürgermeister Matthias Steffan, begrüßt. Im jährlichen Wechsel radeln Schwetzinger Bürger nach Speyer und Speyerer nach Schwetzingen. In diesem Jahr waren nun wieder die Schwetzinger an der Reihe. Eine erfreulich große Gruppe von etwa fünfzig Personen machte sich auf den Kurpfalzradweg, um Schlag Punkt zwölf bei strahlendem Sonnenschein vor dem Rathaus anzukommen.

Herzlich begrüßte Oberbürgermeister Hansjörg Eger die Gäste aus dem Badischen. Nachdem sich alle mit Wein oder Wasser sowie den obligatorischen Brezeln versorgt hatten, folgte seine durchaus launige Begrüßungsrede.

„Ihr habt’s geschafft – mit wenig Verlusten seid Ihr von Schwetzingen nach Speyer geradelt. Es ist für uns eine große Ehre, daß halb Schwetzingen sich auf den Weg gemacht hat, um uns zu besuchen. Wie ich erfahren habe, wurde Euch unterwegs auch die Funktionsweise von Fähren erklärt; etwas, das man in Schwetzingen nicht kennt. Und wir haben Brücken – wie ich weiß, hat der Oberbürgermeister von Schwetzingen, Rene Pöltl, sich die T-Kreuzung in Altlußheim angeschaut und sich damit Anregungen geholt. Und auch die Gestaltung des Schloßvorplatzes hat Schwetzingen beim Speyerer Dom abgeschaut. Während allerdings in Speyer zwei Poller gefühlt jeden Tag umgefahren werden, hielte man sich Schwetzingen an die Geschwindigkeitsbeschränkungen. Die Radwege zwischen den beiden Städten sind in Ordnung – und so können die Schwetzinger sich vergewissern, ob sie in den letzten 1.250 Jahren in der richtigen Stadt gelebt haben“. Das sorgte für großes Gelächter. „Aber bleibt in Schwetzingen – Speyer ist nicht schöner. Weil Schwetzingen den Organisator Manfred Dams hat, möchte ich wenigstens etwas nachahmen und habe mir Max Damaschke (persöhnlicher Referent) organisiert, der alles bestens im Griff hat. Schwetzingen hat die Festspiele und wir haben den Dom – so können wir gemeinsam tolle Tourismusangebote vorlegen. Und dabei darf die Lebensfreude nicht zu kurz kommen. Pressetechnisch stehen wir ja jetzt vor einem Sommerloch – Rheinland Pfalz hat zwei Wochen früher Sommerferien als Baden Württemberg. Und deshalb wurden in der Stadtratssitzung die Ergebnisse des Stadt-Logowettbewerbes vorgestellt. Das bisherige Logo ist fast zwanzig Jahre alt und deshalb wird es Zeit für ein neues – wobei es darüber erregte Diskussionen gab. Aber vielleicht kommt während der Sommerwochen noch die eine oder andere gute Idee. Eine Schlagzeile, die er gerne lesen würde heißt: "Schwetzingen gibt das Ende der Welt an Speyer ab"! (wer damit nichts anfangen kann – das „Ende der Welt“ ist im Schwetzinger Schloßgarten zu finden und lohnt auf jeden Fall einen Besuch).

Zum Abschluß seiner Rede wünschte Hansjörg Eger den Schwetzingern weitere erfolgreiche 1.250 Jahre, im nächsten Jahr eine bessere Spargelernte (wobei Rene Pöltl anmerkte, in diesem Jahr hätten sie ihren Spargel selber gegessen) und weiterhin so eine super Nachbarschaft. Als Gastgeschenke überreichte er unter anderem einen Brezelfestkrug – leider ohne Dauerleitung für die Bierzapfanlage zur Vermeidung von einer Dehydrierung.

Auch der bestens gelaunte Oberbürgermeister René Pöltl freute sich darüber, das das Wetter so perfekt mitgespielt hat in diesem Jahr und bedankte sich für den herzlichen Empfang. Beide Städte haben eine lange Verbindung und der Rhein wirkt nicht als trennendes Element. Er habe jedes Mal eine Gänsehaut, wenn er die Salierbrücke erreiche und die Landmarke Speyerer Dom in Sicht käme. Speyer und Schwetzingen verbinde ein freundschaftliches Miteinander.

Als Gastgeschenke hatte er „Schwetzingen by Horst Hamann“, ein Fotobuch, eine Sonderbriefmarke zur 1.250 Jahr Feier, einen Jubiläumslikör für Frau Eger mit einem „ist gut“ Zertifikat seiner Frau und einem Jubiläumbrand dabei.

Im Anschluss an den Empfang standen den Schwetzingern die weitere Zeit zur freien Verfügung. Wer mochte, konnte an einer Domführung teilnehmen, die einen Besuch des Kaisersaals mit den Schraudolphfresken und den Aufstieg auf die neue Aussichtsplattform des Doms mit –bei klarem Wetter- kilometerweiter Sicht in alle Himmelsrichtungen beinhaltete.

In 2017 erfolgt der Gegenbesuch der Speyerer Radler, möglicherweise im Juli zum Lichterfest im Schlossgarten Schwetzingen. Foto: dak; pem

18.07.2016


Schwetzinger Radler in Speyer begrüßt - Bilderalbum

Bunte Beutel gegen Plastik

Speyer- Am Freitag war auf dem Wochenmarkt in Speyer-West alles ein bisschen anders. Die Kinder der Kita Abenteuerland aus der Dr.-Eduard-Orth-Straße stürmten den Berliner Platz und schauten Händlern und Kunden genau auf die Einkäufe.

Und Sie sahen jede Menge Obst, Gemüse, Käse und Wurstwaren, die im Plastikbeutel über den Standtisch gereicht wurden. Das ist nicht gut für die Umwelt – das wissen sie. Deshalb waren die kleinen Künstler mit einem Bollerwagen voller von Hand bunt bedruckter Baumwollbeutel hergekommen, um sie direkt bei den Käufern gegen die Einwegtüten einzutauschen. Die Beschenkten zeigten sich begeistert und meist sehr einsichtig. Einige versprachen, die schöne Tasche jetzt immer wieder mitzubringen und so jede Menge Verpackungsmüll einzusparen.

Die Aktion war Teil einer Kampagne zur Umwelterziehung, die die städtische Einrichtung aufgegriffen hat. Die Stadtwerke und Entsorgungsbetriebe Speyer unterstützten die Idee durch die Bereitstellung der Beutel und freuten sich über die eifrigen Abfallberatungshelfer.

Denn: Was Hänschen schon weiß, braucht Hans nicht mühsam einzuüben. Text: Angela Sachweh; Foto: dak

16.07.2016


Bunte Beutel gegen Plastik - Bilderalbum

Brasilianisches Bier und Speyerer Brezel

OB empfängt Donauschwaben aus Entre Rios

Speyer- Vor vollem Haus spielte die Blasmusikgruppe aus dem brasilianischen Entre Rios gestern Abend im Haus Pannonia. Kein Wunder, dass Oberbürgermeister Hansjörg Eger beim heutigen Empfang im Rathaus in 26 strahlende Gesichter blickte. Nach der deutschen Partnerstadt Rastatt ist Speyer die zweite Station der von der Donauschwäbisch-Brasilianische Kulturstiftung ermöglichten Europareise.

Die Gäste aus dem Bundesstaat Paraná staunten nicht schlecht, als ihnen Oberbürgermeister Eger erklärte, dass nicht nur die Brezel sondern auch das Bürgermeisteramt –Stichwort Freiheitsbrief von Heinrich V. aus dem Jahre 1111- in Speyer erfunden wurden.

Paul Nägel von der Donaudeutschen Landsmannschaft und Ehrenvorsitzender Josef Jerger erinnerten an den Besuch der Chorsänger aus Entre Rios 2013 und freuen sich über die Pflege der deutschen Sprache und des Brauchtums der Donauschwaben im fernen Brasilien. Bewahrt wird die eigene Geschichte in Entre Rios seit den 1950er Jahren, als in Gemeinschaftsarbeit eine Siedlung aus Holzhäusern errichtet wurde, die 500 donauschwäbischen Familien eine neue Heimat boten. Die Pioniere gründeten die landwirtschaftliche Genossenschaft „agraria“, die erfolgreich Gerste, Weizen, Mais und Sojabohnen anbaut und verarbeitet.

„Wer in Brasilien ein Bier trinkt, kann davon ausgehen, dass die Gerste aus Entre Rios kommt“, weiß Paul Nägel, der 1992 die Siedlung der Donauschwaben in Brasilien besuchte. Und Viviane Schüssler, Leiterin der brasilianischen Besuchsgruppe, verweist nicht ohne Stolz auf die Brauerei der Agrária. Text und Foto: Stadt Speyer

15.07.2016


Leuchtende Nächte auf dem Flugplatz Speyer-Ludwigshafen

Speyer- Am 01.10.2016 findet auf dem Flugplatz Speyer-Ludwigshafen in Speyer die Veranstaltung "Leuchtende Nächte" statt. Der Flugplatz bildet dann eine beeindruckende Kulisse zum Thema Licht und Feuerwerk.

Kommen und staunen lautet das Motto zu diesem regionalen Highlight. Ab Samstagabend ab 18.00 Uhr können sich die Besucher auf eine Symbiose aus Licht, Pyrotechnik und Musik freuen. Zahlreiche Künstler & Acts aus ganz Deutschland bilden das Programm zur Veranstaltung und sorgen für den ein oder anderen steifen Nacken.

Als außergewöhnliches Highlight wird es eine Flugshow der besonderen Art geben. Das ZeitFlügel-Acro-Team um Pilotin Martina Kirchberg präsentiert eine Segelkunstflug-Show mit Pyrotechnik und Feuerwerk aus der Luft. Unterhaltung vom allerfeinsten und das Feeling der besonderen Art sind dabei garantiert.

Leuchtend und mit jeder Menge Feuer wird es weiter durch den Abend gehen. So erwarten die Besucher ein farbenfrohes Ballonglühen, außergewöhnliche musiksynchrone Höhenfeuerwerke, eine musikbegleitete Lasershow mit pyrotechnischen Effekten und Flammen sowie reichlich Akrobatik mit den Feuerkünstlern.

Die Thematik Licht wird auch nicht außer Acht gelassen – eine magische Bühnenshow sowie eine atemberaubende LED-Lichtershow mit Tanz sorgen für Abwechslung.

Die zauberhaften Illuminationen lassen den Flugplatz in einem anderen Licht erscheinen und die strahlend bunten Walking Acts werden die Gäste in ihren Bann ziehen.

Der Event beginnt um 18.00 Uhr mit Live-Musik und Unterhaltungsprogramm auf der Bühne. Für die Kleinsten ist natürlich auch gesorgt. So wird es eine Hüpfburg, ein Bungee Trampolin, eine Bastelstraße und Kinderschminken geben, um für Kurzweile zu sorgen. Ebenfalls gesorgt ist für das leibliche Wohl, wenn regionale und überregionale Anbieter mit einer Vielfalt an Speisen und Getränken aufwarten.

Faszination Leuchtende Nächte, ein Fest für die ganze Familie und Anziehungspunkt für Jung und Alt!

Alle Informationen zum Event gibt es im Internet unter www.leuchtende-naechte.de, oder telefonisch unter 01805 / 552766 (0,14 € pro Min. Festnetz / max. 0,42 € pro Min. Mobilfunk).

Seit dem 01.07.2016 läuft der Vorverkauf über den Ticketanbieter Eventim. Sichern Sie sich direkt unter www.eventim.de Ihr Ticket oder nutzen Sie eine der vielen regionalen Vorverkaufsstellen.

Erleben Sie einen wirklich außergewöhnlichen Event am 01. Oktober auf dem Flugplatz Speyer-Ludwigshafen.

Text und Foto: IDECON-Team Eventmanagement und TV-Produktionsgesellschaft mbH

13.07.2016


Informationen und Gespräche beim Lessingstraßenfest

Lebendige Begegnung im Quartier

spk.Speyer- Gesellig, nachbarschaftlich, sonnig und informativ ging es am 1. Juli 2016 in der Lessingstraße zu. GABIS GmbH, VFBB e. V., das Gemeindepsychiatrische Zentrum und die Soziale Stadt Speyer West hatten Anwohner und Gäste zum lockeren Beisammensein eingeladen, das Dank der Straßensperrung auch sicher und verkehrsberuhigt im Freien stattfinden konnte.

Auf dem Programm standen keine offiziellen Reden, dafür aber gastliche Bewirtung mit Steaks, Würstchen, Kaffee und Muffins. Viele nahmen das Angebot wahr, sich in diesem Rahmen über die Aktivitäten im Quartier zu informieren.

Etwa das Projekt „Westentasche“ des Stadtteilvereins, das wöchentlich zum Stricken kleiner bunter Quadrate einlädt, die dann zu individuellen Taschenkreationen zusammengenäht und verkauft werden. Oder das Dienstleistungsangebot des Job-lokals, das Arbeitssuchende rund um Bewerbung, Berufsfindung, Qualifizierung und Beschäftigung berät. Verantwortliche und Bewohner des Gemeindepsychiatrischen Zentrums boten Dekoartikel, selbstgemachte Erdbeermarmelade und Kissen zum Verkauf an.

Zahlreiche Gäste, unter ihnen auch der Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises Clemens Körner, konnten so den sonnigen Nachmittag mit guten Gesprächen und vielfältigen Informationen genießen. Foto: pem

04.07.2016


Lebendige Begegnung im Quartier - Bilderalbum

Eger ehrt verdiente Mitarbeiter im Stadthaus

v.l.: Personalrat Martin Flörchinger, Tanja Rosenow, Diana Volk, Barbara Krüger, Maria Anna Däuber und Oberbürgermeister Hansjörg Eger v.l.: Personalrat Martin Flörchinger, Tanja Rosenow, Diana Volk, Barbara Krüger, Maria Anna Däuber und Oberbürgermeister Hansjörg Eger

Speyer- Dank und Anerkennung seitens der Stadt Speyer übermittelte Oberbürgermeister Hansjörg Eger in dieser Woche drei Jubilarinnen, die seit einem Vierteljahrhundert ihrem Arbeitgeber die Treue halten. Darüber hinaus hat er Barbara Krüger in den Ruhestand verabschiedet. Sie kam 2001 zu den Entsorgungsbetrieben, war einige Jahre bei den Stadtwerkern beschäftigt und hat schließlich im Bürgerbüro Industriestraße ihren Traumarbeitsplatz gefunden. Ohne diese Tätigkeit im Team des Bürgerbüros könne sie sich ihr Leben nur schwer vorstellen, so Krüger. Sie hatte bereits auf eigenen Wunsch ihre Lebensarbeitszeit verlängert. Den Ruhestand will sie jetzt mit ihrem Mann bei Urlauben in Kenia, ihrer „zweiten Heimat“, verbringen.

Neben Urkunde und der obligatorischen Flasche Ruländer freute sich bei der Ehrung für 25 Dienstjahre Maria Anna Däuber über einen Regenschirm mit Speyer-Motiv. Däuber war nach ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau zunächst in Kaiserslautern tätig und kam 1989 als Politesse zur Stadtverwaltung. Ihr Jubiläum feiert sie im Baubetriebshof, für den sie seit 2013 tätig ist. Tanja Rosenow, ebenfalls seit 25 Jahren bei der Stadt, hat immer noch viel Freude an der Arbeit als Schulsekretärin in der Berufsbildenden Schule Die sportbegeisterte Rosenow (Schwimmen und Jazztanz), war zunächst Bürogehilfin und kam über verschiedene Stationen zur Berufsbildenden Schule. Die dritte Jubilarin heißt Diana Volk und arbeitet seit 2004 bei der Straßenverkehrsbehörde. Sie hat bei der Stadtverwaltung eine Ausbildung als Bürogehilfin gemacht und hat auch lange Zeit für die Stadtkasse gearbeitet.   Text und Foto: Stadt Speyer

01.07.2016


Asylkreis Speyer: Neue Radwerkstatt in zwei Räumen des Heizkraftwerks eingerichtet

Bereits 200 Zweiräder in Gang gesetzt

Von unserem Mitarbeiter Werner Schilling

Speyer- Alle sind über die zwei neuen Räume glücklich, am meisten die acht ehrenamtlichen Helfer, die für Asylbewerber und zum Teil mit deren Mithilfe Fahrräder für die in Speyer lebenden Flüchtlinge Fahrräder aufbereiten.  Der Verein Arbeitskreis Asyl Speyer e. V. hatte an seiner bisherigen Arbeitsstätte in der Quartiersmensa Q + H nicht mehr genug Platz und hat nun für sein Technikteam Räume im alten Heizkraftwerk (HKW) in der Butenschönstraße 5 (gegenüber dem  Judomaxx und dem Bellissima-Zirkuszelt von den Stadtwerken Speyer (SWS) zu akzeptablen Konditionen vermietet bekommen.

Der Umzug in die neue Werkstatt wurde nun mit Bürgermeisterin Monika Kabs und SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring gebührend gefeiert. Große Freude beim Technikteam-Koordinator Armin Klostermann, der sich bei Bühring für die Bereitstellung der für den Werkstattbetrieb hergerichteten Räume und bei seinen Mitstreitern für die tatkräftige Mithilfe beim Transport der rund 100 Fahrräder (darunter ein gutes  Dutzend Kinderräder) sowie der Werkzeuge und Zubehörteile  bedankte.   Sie füllen den einen Raum und können von dem Helferteam fahrtüchtig gemacht werden. Zum Teil stammen die Stahlrösser vom Fundbüro oder aus Privatspenden.

Zurzeit treffen sich die Hobbyreparierer an zwei Nachmittagen zu zwei bis drei „Bastelstunden“.  Hier werden die Techniker weiterhin  gerne gespendete Fahrräder, Ersatzteile und Werkzeug entgegennehmen, erklärte Klostermann. Das Technikteam will  die Werkstatt jeweils donnerstags von 15 bis 17 Uhr geöffnet haben für notwendige  Reparaturen der etwa 200 Fahrräder, die von der Asylkreis-Gruppe  bisher ausgegeben wurden. Wollen Asylsuchende einen der Drahtesel  erwerben, müssen sie  je nach Qualität des Rads zwischen zehn und vierzig Euro bezahlen. Für Mithilfe beim Reparieren wird ein Nachlass eingeräumt.  

Da bisweilen Ersatzteile, wie Dinamo, Gangschaltungszug oder Kette,  hinzugekauft werden müssen, sind die Ehrenamtlichen freilich auch für Geldspenden dankbar. Deshalb nahmen  Klostermann und seine Mitstreiter verständlicherweise liebend gerne  von der Freiwilligenagentur aus der Hand von Ute Brommer die aus der  Stadtradeln-Prämie der Fairtrade-Gruppe stammenden 1000 Euro entgegen.

Ihre bestmögliche Unterstützung sagte Bürgermeisterin Monika Kabs dem Fahrrad-Team zu. Ein zweiter Fluchtweg wurde in unkomplizierter Vorgehensweise geschaffen, dankte Bürgermeisterin Monika Kabs SWS-Bereichsleiter Ralf Lang für die pragmatische Hilfe. Lobende Worte über den Asylkreis fand auch SWS-Geschäftsführer Bühring. Er sei von Aufsichtsratsmitglied Hans-Peter Rottmann auf den Bedarf aufmerksam gemacht worden. Bühring sieht das ruhende  Heizkraftwerk  nicht als „Industriebrache“, sondern als „Industriereserve“.  Bühring betonte: „Das Heizkraftwerk ist ein wichtiger Knotenpunkt zur Versorgung der Stadt Speyer.“

Info:In den neuen Räumen sollen künftig auch neue Ideen, wie Kurse zur Selbsthilfe bei Reparaturen oder Sicherheit im Straßenverkehr umgesetzt werden. Das Asylkreis-Fahrradteam nimmt gespendete Fahrräder, Werkzeuge und Ersatzteile  gerne entgegen. Weitere Informationen: www.asyl-speyer.de, E-Mail: vorstand@asyl-sp.de oder Tel. 06232/6768958. Foto: Stadtwerke Speyer

29.06.2016


Oberbürgermeister Hansjörg Eger unterstützt Volksbund-Arbeit

v.l.: OB Hansjörg Eger, Franz Dudenhöffer, Ulrich Johann, Ulrich Kronenberg und Bgm. Monika Kabs v.l.: OB Hansjörg Eger, Franz Dudenhöffer, Ulrich Johann, Ulrich Kronenberg und Bgm. Monika Kabs

Ernennung und Ehrung für ehrenamtliches Engagement im Rathaus

Speyer- Gleich zwei neue ehrenamtliche Beauftragte für die Stadt Speyer übernehmen von nun an die Funktion, die gesellschaftlich wichtige Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge weiter voran zu bringen. Im Beisein von Oberbürgermeister Hansjörg Eger und Bürgermeisterin Monika Kabs bekamen Franz Dudenhöffer und Pfarrer Ulrich Kronenberg eine Ernennungsurkunde und eine Arbeitsmappe überreicht.

Franz Dudenhöffer, ehemals stellvertretender Schulleiter am Nikolaus-von-Weis Gymnasium, war Vorsitzender des Speyerer Kunstvereins. Aufgrund seines persönlichen Bezuges zum Volksbund möchte er nun sein ehrenamtliches Engagement fortführen. Zwei seiner Onkel fielen im Zweiten Weltkrieg und liegen auf Kriegsgräberstätten in Frankreich und Italien bestattet.

Ulrich Kronenberg ist evangelischer Pfarrer im Kirchenbezirk Speyer und Mitglied des Volksbundes. Als ehemaliger Militärpfarrer hatte er bereits viele Verbindungen zur Bundeswehr, die in und um Speyer immer ein herausragendes Sammelergebnis für den Volksbund erzielen konnte.v.l.: OB Hansjörg Eger, Bgm. Monika Kabs,  Manfred Mussotter und Ulrich Johann

Um die wichtige Arbeit des Volksbundes auch nach dem Abzug der Bundeswehr aus Speyer weiter voranzubringen und in vielen gesellschaftlichen Bereichen zu verankern, kommt Beiden eine Schlüsselfunktion zu.

Stadtrat Manfred Mussotter erhält Auszeichnung

Für seine langjährige Mitgliedschaft und sein ehrenamtliches Engagement erhielt Manfred Mussotter eine Ehrung durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Als Besitzer im Bezirksvorstand, als Organisator der Prominentensammlung in Speyer und als Koordinator des Volkstrauertages ist er für den Bezirksverband Rheinhessen-Pfalz aktiv. Mit der Ehrung hat sein Engagement eine Anerkennung erfahren. Text und Foto: Stadt Speyer

28.06.2016


Gemeinsame Übung der THW Ortsverbände Mannheim und Speyer

Speyer/Mannheim-  Gemeinsames Üben macht die Zusammenarbeit im Einsatz effektiver. Daher übten 22 Helfer und Helferinnen aus den THW Ortsverbänden Mannheim und Speyer gemeinsam am Samstag, den 25. Juni, auf dem Übungsgelände der Geschäftsstelle Neustadt die Abstützung von einsturzgefährdeten Gebäuden.

Hauptziel war es, ein Trümmerhaus mit Hilfe des Einsatzgerüstsystems (EGS) abzustützen. Gemeinsam bauten die Helfer beider Ortsverbände diese Abstützung fachgerecht auf.

Geleitet wurden sie dabei vom Mannheimer Zugführer Dr. Ralph Rudolph.

Da Im Einsatzfall selten alles nach Plan und ohne Störungen läuft hatte sich Übungsleiter Andreas Garrecht aus Speyer einige Einspielungen ausgedacht. Während der Arbeit wurde gemeldet, dass im Keller des Hauses eine Person vermisst wird. Aufgrund einer unbekannten Atmosphäre musste die Suche unter Atemschutz durchgeführt werden. Die Mannheimer THW-Helfer stellten zwei Atemschutztrupps zur Suche. Unterdessen bereitete eine Gruppe aus Speyer die Rettung des Vermissten aus dem Keller vor. Nachdem die Übungspuppe gefunden und auf eine Trage gelegt wurde, wurde sie an eine zur Rettung geeignete Stelle gebracht. Mittels eines Leiterkrans wurde die Puppe nach oben gebracht.

Nach einer Mittagspause, zu der die Fachgruppe Logistik Verpflegung (LogV) aus Mannheim eine Stärkung lieferte, gab es neue Aufgaben.

Der Fahrer eines verunglückten Gefahrguttransports musste unter Atemschutz aus seinem LKW gerettet werden. Auch hier kam wieder das EGS zum Einsatz. Es wurde eine mobile Rettungsplatzform gebaut, die eine schonende und schnelle Rettung des Fahrers aus dem hohen Führerhaus ermöglicht.

Gleichzeitig wurde am Übungshaus eine weitere Personenrettung durchgeführt. Eine Rettungspuppe wurde aus dem ersten Stock auf einer Trage zu Boden gelassen. Der Anschlagspunkt für die Trage wurde ein Stockwerk höher mit Hilfe des EGS konstruiert.

Sowohl die beteiligten Führungskräfte und Helferinnen und Helfer, als auch die Übungsleitung waren mit dem Übungsziel und dem Ablauf der Übung sehr zufrieden. Die Übung wurde gegen 16:00 Uhr beendet.

Um die Kameradschaft weiter zu vertiefen, wurde im Anschluss im Ortsverband Speyer zum gemeinsamen grillen eingeladen.

Text und Foto: THW Speyer, cs

27.06.2016


THW Übung - Bilderalbum

Anerkennung für „WestenTaschen“

Projekt des Stadtteilvereins Speyer-West kommt gut an beim „Preis Soziale Stadt“ in Berlin

Speyer/Berlin - Eine Anerkennung für ihr Projekt „WestenTaschen“ durften Mitglieder des Stadtteilvereins Speyer-West am 22. Juni in Berlin beim „Preis Soziale Stadt“ entgegennehmen – ein beachtlicher Erfolg für die Frauen, die im Stadtteilbüro bunte und individuelle Taschen stricken, sie verkaufen und mit dem Erlös ebenso bunte Parkbänke fürs Quartier finanzieren. Das Projekt war neben 17 weiteren  aus der ganzen Republik für den Preis nominiert worden, da es den Gedanken der Sozialen Stadt vorbildlich umsetzt.

Quadratisch, praktisch und bunt sind die Westentaschen, die aus rund zehn mal zehn Zentimeter großen, gestrickten oder gehäkelten Quadraten entstehen, die patchworkartig zu einer Tasche zusammengefügt werden. Jede ist ein individuelles Einzelstück und doch schon von weitem als „WestenTasche“ erkennbar. Wer sie trägt, identifiziert sich mit dem Stadtteil, denn die Taschen bringen zum Ausdruck, was für ein positiver, lebendiger, kreativer und bunter Stadtteil Speyer-West ist, auf den die Menschen stolz sein können. Als Nebeneffekt sollen die Taschen auch Plastiktüten ersetzen und damit einem Beitrag zum Umweltschutz liefern.

Entstanden ist die Idee zu diesem individuellen und nützlichen Accessoire im vergangenen Jahr. Der Stadtteilverein Speyer-West e.V. hat sie aufgegriffen und gemeinsam mit Christa Berlinghoff im Rahmen der „Sozialen Stadt Speyer-West“ umgesetzt. Die Quartiersmanagerin, die erfolgreich mit dem Stadtteilverein und anderen Akteuren im Quartier kooperiert, hat es in den letzten Jahren geschafft, ihr Stadtteilbüro als gut genutzten Anlaufpunkt für Bürgerinnen und Bürger zu etablieren. Jeden Dienstag zwischen 16 und 18 Uhr treffen sich auch die Ehrenamtlichen der "WestenTasche" bei ihr - Menschen unterschiedlicher Generationen und Kulturen, die gemeinsam stricken und häkeln. Flüchtlinge aus dem nahegelegenen Asylbewerberheim begegnen hier Speyrerinnen und Speyerern, lernen ganz nebenbei die Sprache und finden Unterstützung bei der Integration. Ältere Menschen können ihr Wissen und ihre Kenntnisse an Jüngere weitergeben, oftmals über die reinen Handarbeitstechniken hinaus.

Das Praktische ist: Es wird weder eine verbindliche Anmeldung, noch eine regelmäßige Teilnahme oder Teilnahmegebühr erwartet, auch Vorkenntnisse sind nicht nötig. Wer nicht vorbei kommen kann, etwa aus gesundheitlichen Gründen oder weil die Zeit gerade nicht passt, kann von zuhause aus mitmachen und dem Stadtteilbüro „seine“ Quadrate zukommen lassen. Sowohl der Stadtteilverein als auch Träger, Privatpersonen und Betriebe sind an dem Projekt beteiligt. Finanzielle Unterstützung benötigt das Projekt nicht, da es von Sachspenden und dem Fleiß der Ehrenamtlichen lebt – Wollknäuel und  ausgediente Stricknadeln werden jedoch gerne im Stadtteilbüro entgegengenommen.

Bis Anfang Dezember letzten Jahres wurden so bereits über 60 Taschen angefertigt, welche auf dem Adventsmarkt auf dem Berliner Platz für zehn Euro pro Stück den Besitzer wechselten – und die Produktion geht weiter. Der Erlös wird anschließend in Parkbänke für das Quartier Speyer-West investiert, die zum Treffen und Verweilen einladen sollen. Sie sollen genauso bunt und individuell ausfallen wie die Taschen. Die erste wird bereits von Jugendlichen der „Malerwerkstatt“ an der Schule im Erlich mit viel Kreativität bearbeitet und noch in diesem Jahr im Woogbachtal aufgestellt.

Kein Wunder also, dass das Speyerer Projekt, das sich gegen etliche Mitbewerber durchsetzen konnte und  als eines der drei besten in der Kategorie „Bürgermitwirkung und Stadtteilleben“ nominiert wurde, die Jury des renommierten „Preises Soziale Stadt“ überzeugt hat. „Ich freue mich sehr, dass das Projekt `WestenTasche` so gut ankommt“, so Speyers Oberbürgermeister Hansjörg Eger. "Das zeigt, dass die `Soziale Stadt" in Speyer erfolgreich ist und bundesweit beachtet wird". Der Wettbewerb wurde bereits zum neunten Mal seit dem Jahr 2000 ausgelobt. Er ist eine Gemeinschaftsinitiative des AWO Arbeiterwohlfahrt Bundesverband, des Deutschen Städtetages, des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, des Deutschen Mieterbundes und des vhw Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung. Unterstützt wird er durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).

"Die `WestenTasche` ist ein Projekt vom Westen für den Westen", sagt Dr. Thomas Kohl, der Vorsitzende des Stadtteilvereins Speyer-West e.V., "und die Anerkennung ein Ansporn, sich auch weiterhin für den Stadtteil zu engagieren.“ Text und Foto: Stadt Speyer, Presse

26.06.2016


Manege frei für den Kinder- und Jugendzirkus Bellissima

Lidl spendet 1.000 Euro an den Verein Bellissima Polaris aus Speyer

Speyer- Ob Flickflack schlagen, eine Clownsnase aufsetzen oder mit einem Diabolo jonglieren – beim Kinder- und Jugendzirkus Bellissima aus Speyer ist das alles möglich. Um den Verein zu unterstützen, spendet die Lidl-Regionalgesellschaft Speyer nun 1.000 Euro. Den symbolischen Scheck übergaben am Dienstag Stefan Dirks, Dennis Brandt und Veronika Roller, Vertreter der Lidl-Regionalgesellschaft Speyer, an Stefanie Friedrich und Christine von Freital, Vorstände des Vereins Bellissima Polaris. Sie nahmen die Spende mit großer Freude und Dankbarkeit entgegen.

Mit der Spende möchte der Kinder- und Jugendzirkus Bellissima einen Kleinbus finanzieren, um die Kinder zum Training zu bringen. Zusätzlich spendet die Lidl-Regionalgesellschaft eine Palette Wasser, damit die Kinder während der Trainingseinheiten mit genügend Wasser versorgt sind. „Mit dieser Spende helfen wir gerne und es bereitet uns Freude, dass wir damit den Kindern etwas Gutes tun können“, so Dennis Brand, Verkaufsleiter der Lidl-Regionalgesellschaft Speyer.

Kinder- und Jugendzirkus Bellissima

Seit 1996 führt der Verein Bellissima Polaris theater- und zirkuspädagogische Projekte, Kurse und Fortbildungen in Speyer, der Vorderpfalz und Baden-Württemberg durch. Bildungsziel ist es, vielfältige Möglichkeiten bewussten Ausdruckes zu vermitteln, Integration, Unterstützung und Förderung auf dem Weg zum Erwachsenwerden, sowie Begleitung durch das Abenteuer Pubertät. In seinen lokalen Bündnissen, die durch Zirkus macht stark gefördert werden, bietet der Verein zusammen mit Schulen und Jugendhilfeträgern Zirkusprojekte für Kinder aus dem Brennpunkt Speyer Nord-West. Weitere Informationen finden Sie hier: www.zirkusbellissima.de .

Lidl

Das Handelsunternehmen Lidl gehört zu den führenden Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland. Die 39 rechtlich selbstständigen Regionalgesellschaften mit rund 3.200 Filialen und mehr als 75.000 Mitarbeitern sorgen täglich für die Zufriedenheit der Kunden. Bei der Herstellung und Auswahl der angebotenen Waren hat Qualität für Lidl höchste Priorität. Dafür setzt das Unternehmen auf ein umfangreiches Qualitätssicherungssystem, das alle Schritte entlang der gesamten Produktions- und Lieferkette kontrolliert. Weitere Informationen zu ausgewählten Produktgruppen gibt es unter www.lidl-lohnt-sich.de

Text: Lidl Deutschland, Presse

25.06.2016


Team groß-ART-ig spendet 600 Euro für die Tafel Speyer e.V.

Speyer/Dudenhofen- Das Künstlerteam groß-ART-ig beteiligt sich jedes Jahr mit neuen Ideen für soziale Zwecke bei den Dudenhofener SpargelSpitzen.

Diesmal luden sie Groß und Klein zum mitmachen ein.

Mit Acryl.-, Aquarellfarbe und Spray wurde auf Papier, Zierkürbisse und Glückssteine gemalt sowie Holzskulpturen angefertigt.

Diese Arbeit wurde durch viele Helfer und Helferinnen sowie unter fachkundiger Anleitung von Antikholz Künstler Burghard H. E. Elster durchgeführt.

Der Erlös von 515 Euro, aufgerundet von Bürgermeister Eberhard auf 600 Euro, geht an die Speyerer Tafel e.V..

Während der Aktion wurde von den Künstlern auf großformatige Leinwand, in Teamarbeit gemalt. Daran beteiligten sich mit großer Begeisterung die Gäste.

Die Künstler sind sehr stolz auf diesen Betrag, der in 2 Tagen erarbeitet wurde und an die Speyerer Tafel gespendet wird. Diese wird mit dem Geld haltbare Grundnahrungsmittel für die mittlerweile 300 gemeldeten Menschen kaufen die auf die Unterstützung durch die Tafel angewiesen sind.

Die Vorsitzenden der Tafel Speyer e.V., Heiderose Zwick und Angelika Kohl, bestätigten wie wichtig Unterstützung für die Tafel benötigt wird. So erhalten Sie zwar von einigen Supermärkten Lebensmittelspenden mit abgelaufenem oder an dem MHD gelegenem Datum sowie Obst und Gemüse welches für den Verkauf nicht mehr "schön genug" wäre aber gerade haltbare Konserven, Kaffee und Grundnahrungsmittel sind selten. Lediglich im Rahmen der "Weihnachtsaktion" von Edeka und Marktkauf werden solche Lebensmittel von Bürgerinnen und Bürgern im Geschäft gekauft und direkt über dieses an die Tafel gespendet.

So haben auch einmal die ärmsten und bedürftigsten Mitbürger/innen ein paar schöne Tage um den Jahreswechsel.

Aber nur durch die unermüdliche Arbeit der Mitglieder der Tafel Speyer e.V. ist es möglich das dieses, immer wichtiger werdende, Soziale Projekt weiter am laufen gehalten wird. Die Stadt Speyer stellt als Unterstützung die Räumlichkeiten in der Seekatzstraße 12 zur Verfügung und die Stadtwerke erlauben eine kostenfreie Entsorgung auf der Deponie.

Doch bereits den Strom, den Kraftstoff und die Wartung der Fahrzeuge und selbst so alltägliche Dinge wie Handschuhe, Toner oder Papier für den Drucker müssen durch die Tafel finanziert werden. Dies alles wäre durch die 2 € Unkostenpauschale die die Kunden der Tafel bei den Ausgaben am Mittwoch und Samstag bezahlen gar nicht möglich. Sind es doch viele viele Kleinigkeiten aber auch mal teure Dinge wie Reparaturen oder Neuanschaffungen von z.B. einer Gefriertruhe die ins Geld laufen.

Und so ist die Tafel nicht nur äußerst Dankbar durch das Team Groß-Art-ig so unterstützt worden zu sein sondern freut sich auch jederzeit über weitere Spenden. Diese können als Geldspenden auf eines der beiden Konten getätigt werden aber auch Sachspenden wie z.B. erwähntes Druckerpapier, Handschuhe, Fliegenfänger und ähnliches sind jederzeit gerne Willkommen. Hierzu aber am Besten im Vorfeld abklären was wirklich gerade dringend benötigt wird.

Auch sind natürlich "helfende Hände" gerne Willkommen. Diese könnten als Fahrer die einzelnen Märkte anfahren und Lebensmittel abholen und zur Tafel bringen. Als Sortierer die angelieferten Waren aussortieren und für die Ausgabe vorzubereiten oder eben bei der Ausgabe am Mittwoch oder Samstag selbst hinter der Theke zu stehen und die Lebensmittel mit auszugeben.

Weitere Informationen sowie auch die beiden Spendenkonten finden Sie unter: http://www.speyerer-tafel.de/_home.php

Text: rg/dak Foto: dak

25.06.2016


Spende an die Tafel Speyer e.V. - Bilderalbum

Ordnungsbehörde kontrolliert - Vierbeiner dürfen nur auf Hundewiese von der Leine

Großes Geschäft mit den Tüten

Von Werner Schilling

Speyer- Gestatten, mein Name ist Wedlo von der Wauburg. Ich bin ein glücklicher Schäferhund und hab mein Zuhause in Speyer-West. Glücklich bin ich, weil mein Frauchen immer im Woogbachtal auf die einzige eingezäunte Hundewiese geht.

Diese ist Richtung Haus Panomia / Dudenhofen und vorm Haus Panomia geht eine kleine Brücke über den Woogbach, nach dieser kommt auf der linken Seite die Hundewiese.

Wenn wir dort sind, nimmt sie mir die Leine ab, und ich kann mir im Gras ein Plätzchen suchen, an dem ich mein großes Geschäft erledigen kann. Wenn ich fertig bin, packt Frauchen mit einer schwarzen Plastiktüte meine Hinterlassenschaft ein und wirft sie in den Abfalleimer.

Wenn sie das nämlich nicht machen und den Haufen beim Gassigehen einfach liegen lassen würde, bekäme sie es mit dem kommunalen Vollzugsdienst zu tun.

Dass meine in Speyer zurzeit gemeldeten 2136 Artgenossen und ich auf öffentlichen Straßen und Anlagen immer angeleint sein müssen, ist zwar blöd, steht aber in Paragraph drei der städtischen Gefahrenabwehrverordnung festgeschrieben.

Die drei Männer von der Ordnungsbehörde, Markus Fischer, Sascha Gauweiler und Oliver Müller haben jetzt zwei Stunden lang am Woogbach kontrolliert und ihrer Chefin, der Beigeordneten Stefanie Seiler, berichtet, dass sie zwei Hundehalter auf die Anleinpflicht hinweisen mussten. Wenn sie erneut erwischt werden, kann sie das schon mal 20 Euro kosten.

Es ist auch verboten, Hunde auf Kinderspielplätze und Spielwiesen mitzunehmen. Dass es nur noch am Eselsdamm eine für uns Vierbeiner ausgewiesene Wiese gibt, finde ich schon sehr schade.

Für alle anderen Herrchen und Frauchen stehen im Stadtgebiet, besonders an Parkanlagen, insgesamt rund zwei Dutzend Kästchen mit Plastiktüten für den Hundekot bereit.

Da es immer wieder Hundebesitzer gibt, die verbotenerweise gefüllte Tüten irgendwo ins Gebüsch werfen, überlegt sich der Umweltausschuss gerade, ob Tüten in Signalfarben die schwarzen ersetzen und so das Wegwerfen ins Grüne verhindern helfen sollen.

Dezernentin Seiler erzählte, dass Ludwigshafen auf knallrote Kot-Tüten umgestellt hat und sie nun die Kostenfrage prüft. Als ärgerlich empfindet sie, wenn wie zuletzt am Berliner Platz, unsere Plastiktüten als „Wasserbomben“ zweckentfremdet werden.

Gottseidank kümmert sich das Vollzug-Trio der Ordnungsbehörde nicht nur um Anleinpflicht und Hundehaufen, sondern unter anderem auch um nicht versicherte Kraftfahrzeuge, Einhaltung des Jugendschutzgesetzes, Psychiatriefahrten und muss zurzeit auch wegen der Fußball-Europameisterschaft Sonderschichten schieben. Foto: dak

24.06.2016


Woogbachtal Begehung - Bilderalbum

Mit dem Autoskooter auf der Jagd nach dem Ball

Anmeldungen bis zum 7. Oktober

Herbstmesse Speyer- Das verspricht ein Riesenspaß zu werden: Zum ersten Mal wird am Dienstag, den 25.10.2016 ab 14 Uhr ein Skooterball-Turnier auf der Speyerer Herbstmesse ausgetragen. Gespielt wird eine Art Fußball - nur mit dem Autoskooter. Mitmachen darf jeder, der mindestens 14 Jahre alt ist und rechtzeitig ein Team mit mindestens vier Personen meldet, denn die Zahl der Teilnehmer ist begrenzt: An den Start gehen zehn Teams mit jeweils vier Autos, die jeweils mit höchstens zwei Personen besetzt sind. Bei mehr als zehn gemeldeten Teams entscheidet das Los. Anmeldeschluss ist der 7. Oktober 2016.

Die Spieldauer beträgt einmal fünf Minuten; gespielt wird in zwei Gruppen zu je fünf Teams. Es gibt eine Gruppenphase, danach werden Viertel- und Halbfinale, das Spiel um Platz drei sowie das Finale ausgetragen. Insgesamt wird das „1. Skooterball-Turnier auf der Speyerer Messe“ rund vier Stunden dauern. Die Regeln sind einfach: Der Ball darf nur mit dem Autoskooter oder dem Kopf gespielt werden; werden andere Körperteile eingesetzt, gibt es einen Strafstoß für den Gegner. Auch Aufstehen ist nicht erlaubt. Ein Sieg bringt drei Punkte, ein Unentschieden einen Punkt. Bei Punkt- und Torgleichheit zählt zunächst der direkte Vergleich, danach entscheidet das Los.

Alle Teilnehmer erhalten ein Freiticket. Die Teams mit den Plätzen 1 bis 3 erhalten einen attraktiven Hauptgewinn.

Anmeldeformulare können unter http://www.speyer.de/sv_speyer/de/Tourismus/Veranstaltungen/Herbstmesse/ herunter geladen werden oder auch per Mail unter strassenverkehr@stadt-speyer.de angefordert werden. Fragen zum Skooterball-Turnier beantwortet gerne die Straßenverkehrsbehörde – Messen, Märkte und Sondernutzungen unter Tel. 06232-142731 oder -142748.

Text: Stadt Speyer, Presse

21.06.2016


Kreativwerkstatt im Birkenweg

Fred Feuerstein betreut Landesprojekt „Jedem Kind seine Kunst“ in der Kita Pusteblume

Speyer- Gut drei Monate wurde in der städtischen integrativen Kindertagesstätte Pusteblume im Birkenweg gehämmert, gemalt, verziert, geknotet und sich mit einem „echten Künstler“ ausgetauscht. Im Rahmen des Landesprogramms „Jedem Kind seine Kunst“ setzte der Speyerer Künstler Fred Feuerstein mit den Vorschulkindern der Kita seine Projektidee „Windspiel“ um.

Unter Feuersteins fachkundiger und kindgerechter Anleitung fertigten die Kinder zunächst Holzstücke für ihr individuelles Windspiel und bemalten dann die Einzelteile mit ihren Lieblingsfarben. Nachdem die kleinen Künstler munter den Pinsel geschwungen hatten und die Farbe getrocknet war, ging es ans konzentrierte Knoten. Jedes Teil musste mit Schnüren und Holzleisten verbunden und ausbalanciert werden, bis das Mobile im Flur der Kita ausgestellt werden konnte. Dort erfreuen die Windspiele Kinder, Erzieher und Eltern gleichermaßen. Kein Wunder, dass der stolze Ausruf: „Schau mal, was ich da angemalt habe!“, immer wieder während der Ausstellungsdauer zu hören war.

Nach der Werk- und Ausstellungsphase, wird der Austausch der Nachwuchskünstler mit Fred Feuerstein fortgesetzt. Termine für einen Atelierbesuch bei Fred Feuerstein und einen gemeinsame Ausflug zu der von Fred Feuerstein gestalteten Spinne im Domgarten seien schon vereinbart, freut sich Leiterin Bettina Hampel über weitere Baustein kultureller Bildung in der Kita Pusteblume.

Im Jahre 2013 hat das rheinland-pfälzische Bildungsministerium das Landesprogramm „Jedem Kind seine Kunst“ für Künstler aus verschiedenen Kunstsparten aufgelegt, um Kinder in Schulen und Kindertagesstätten für künstlerische Aktivitäten zu begeistern. Text und Foto: Stadt Speyer, Presse

13.06.2016


Große und kleine Retter retten in Speyer um die Wette

Johanniter Landeswettkampf erfolgreich durchgeführt, Teams für den Bundeswettkampf 2017 im eigenen Verband stehen fest

Speyer- Die 2.000 Jahre alte Stadt Speyer wurde geprägt von Kelten und römischen Soldaten, von religiösen und weltlichen Herrschern. Am 4. Juni aber stand die Kaiserstadt am Rhein ganz im Zeichen der Johanniter. Umrahmt von geschichtsträchtigen Bauwerken wie dem Kaiserdom, der Gedächtniskirche oder dem Prachtboulevard Via Triumphalis, haben die Johanniter des Landesverbandes Hessen/Rheinland-Pfalz/Saar ihren Landeswettkampf ausgetragen.

Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Malu Dreyer, kamen knapp 600 Johanniterinnen und Johanniter aus verschiedenen Regionalverbänden zusammen, um die Olympiade der Retter zu feiern. Die Teilnehmer stellten an diesem Tag ihr Können unter Beweis und wurden dabei von zahlreichen Schlachtenbummlern unterstützt. Auch in diesem Jahr konnte auf eine große Zahl an haupt- und ehrenamtlichen Helfern zurückgegriffen werden, die die Veranstaltung erst möglich gemacht haben. Neben dem Wettbewerbsgedanken ist der Landeswettkampf immer eine Veranstaltung, um das Wir-Gefühl innerhalb der Johanniterfamilie über Kreis- und Regionalgrenzen hinweg zu stärken.

Staatsministerin Anne Spiegel besucht die Johanniter bei ihrer Abschlussfeier

Am Ende des Wettkampftages standen Siegerehrung und Abschlussfeier im Hangar 10 des Technik Museums Speyer auf dem Programm. Die Johanniter freuten sich über den Besuch der rheinland-pfälzischen Ministerin für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz, Anne Spiegel, die den Johannitern für ihr Engagement insbesondere im Jugendbereich dankte: „Ich finde es toll, dass ich hier Grundschulkinder sehe, die fit sind in Erster Hilfe und die hier womöglich besser Bescheid wissen, als ihre Eltern. Dies ist Ihr Verdienst, da Sie Ihr Wissen an die Kinder und Jugendlichen weitergeben. Für Ihren beeindruckenden Einsatz bedanke ich mich herzlich nicht nur bei den hauptamtlichen Kräften, sondern auch bei den ehrenamtlich Engagierten.“ Auch der Oberbürgermeister von Speyer, Hansjörg Eger, gab sich die Ehre und nahm an der Veranstaltung teil.

Retter sein – keine Frage des Alters

Die jüngsten Teilnehmer sind gerade mal sechs bis zwölf Jahre alt und schon als Ersthelfer von morgen oder im Schulsanitätsdienst aktiv. Der älteste Teilnehmer ist knapp 50 Jahre alt. Was sie alle gemeinsam haben? Sie engagieren sich, überwiegend ehrenamtlich, im Rettungs- und Sanitätsdienst. Anderen Menschen zu helfen hat nichts mit dem Alter zu tun, es ist eine Lebenseinstellung. Das hat dieser Tag der Johanniter zeigen können.

Im fairen Wettstreit wird der Ernstfall geprobt

Die Olympiade der Retter findet alle zwei Jahre in wechselnden Regionalverbänden statt. Teams aus vier Kategorien, unterteilt nach Alter und Ausbildungsgrad, treten gegeneinander an und proben den Ernstfall. An unterschiedlichen Stationen stellen sie ihr praktisches und theoretisches Wissen unter Beweis, dazu gehört zum Beispiel das Versorgen von Verletzten, die Herz-Lungen-Wiederbelebung oder die Beförderung einer Patiententrage durch einen Trageparcours – schnell und gleichzeitig so ruhig wie möglich. Die jüngsten Teilnehmer machen nicht alle Tests mit, sie müssen beispielsweise einen Notruf richtig absetzen und Verletzungen beschreiben können. Schiedsrichter bewerten die Leistung unter anderem nach der Kommunikation im Team, Eigenschutz und Absicherung der Unfallstelle und natürlich der Erstversorgung von Patienten.

Die Siegermannschaften qualifizieren sich für den Bundeswettkampf im kommenden Jahr. Mit Koblenz liegt der Austragungsort im eigenen Verband - ein Motivationsschub für alle Teilnehmer, sich beim Heimspiel mit den Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland zu messen.

Diese Teams vertreten den Landesverband beim Bundeswettkampf am 23. September 2017 in Koblenz

-        Kategorie A (Sanitätshelfer/innen ab 16 Jahren): Regionalverband Offenbach, Team Ortsverband Rodgau/Rödermark

-        Kategorie B (Jugendmannschaften/Schulsanitätsdienst, 12 bis 19 Jahre): Regionalverband Bergstraße-Pfalz, Team Landau B2

-        Kategorie C (Jugendmannschaften/Ersthelfer von morgen, 6 bis unter 12 Jahre): Regionalverband Bergstraße-Pfalz, Team Ludwigshafen C1

-        Kategorie S (aktive Helfer/innen aus dem Rettungsdienstbereich ab 16 Jahren): Regionalverband Bergstraße-Pfalz, Team Viernheim S1

Insgesamt haben 27 Teams aus den verschiedenen Regionalverbänden am Landeswettkampf teilgenommen, darunter auch eine Gastmannschaft des THW Viernheim.

Landesvorstand dankt Organisatoren und Helfern

Der Regionalverband Bergstraße-Pfalz war in diesem Jahr Ausrichter des Landeswettkampfes und hat als Veranstaltungsstätte die Innenstadt von Speyer und den Domgarten gewählt. „Für die gute Vorbereitung und den reibungslosen Ablauf möchte ich mich, auch im Namen meiner Landesvorstandskollegen Peter Kaimer und Dr. Michael Frase  bei allen Organisatoren, Helfern, Betreuern und auch bei den Schlachtenbummlern für die gute Stimmung ganz herzlich bedanken. Nicht zu vergessen die Schminker und Mimen der Realistischen Unfall Darstellung (RUD) ohne die die Verletzungen und Szenarien nicht so echt gewirkt hätten. Dank der guten Organisation konnten wir uns als Johanniter in dieser schönen Stadt optimal präsentieren und zeigen was wir drauf haben. Ich gratuliere allen Siegermannschaften nochmal ganz herzlich und bin sicher, dass ihr bei unserem Heimspiel in Koblenz nächstes Jahr den Landesverband würdig vertreten werdet“, so Oliver Meermann, Mitglied des Landesvorstands im Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saar. Text und Foto: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Regionalverband Bergstraße-Pfalz, Presse

06.06.2016


Offener Kanal auf neuem Kurs

jüs. Speyer/Worms. Ob es wirklich eine Vermählung oder eher ein gemeinsamer Weg ist, den die beiden Offenen Kanäle Speyer und Worms zukünftig gehen werden, das wird sich noch zeigen.

Ab 1. Juni senden beide Lokalsender auf der gleichen Frequenz im Kabelnetz. Somit werden Produktionen aus dem Wormser Sendegebiet nun auch in Speyer zu sehen sein und umgekehrt. Der Vorteil ist dabei sicherlich, dass sich die Verbreitungsmöglichkeit der jeweiligen Sendung nun die ganze Rheinschiene entlang zu sehen sein wird. Die Sendezeiten werden zwischen Worms und Speyer nach klaren Strukturen aufgeteilt.

Speyerer Beiträge haben nun den Vorteil, dass sie auch im analogen Kabelprogramm (bisher nur digital) über ein größeres Gebiet zu sehen sein werden. Anlässlich der Zusammenlegung der beiden Lokalsender und dem 25jährigen Jubiläum des Speyerer OKs schipperten die Mitglieder beider Fördervereine plus Gäste am Wochenende von Speyer nach Worms und wieder zurück.

Und damit auch andere in den Genuß der Erlebnistour entlang des Rheins kommen können, wurde gleich an Bord die erste gemeinsame RheinLokal-Sendung produziert mit Talk, Musik und mehr. Ein erster medialer Schritt auf einem gemeinsamen Weg in die Zukunft.

02.06.2016


Offener Kanal Schifffahrt - Bilderalbum

Mit Kindermeilen Klima-Bündnis unterstützen

Gruppenbild bei der Offizieller Aktionsstart in der Kita Regenbogen im GinsterwegRadtour zu den kleinen Klimaschützern

Speyer- Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Entsprechend dieser Volksweisheit sind sechs Kitas dem städtischen Aufruf zur Teilnahme an der Aktion „Kindermeilen“ des Klima-Bündnisses gefolgt. Zum offiziellen Start der Speyerer Premiere radelten heute Morgen Oberbürgermeister Hansjörg Eger und Umweltdezernentin Stefanie Seiler gemeinsam mit dem diesjährigen STADTRADLER-Star Wolfgang Bühring, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer (SWS) zu den Bildungseinrichtungen.

Gestartet wurde bei der Kita Regenbogen im Ginsterweg. Weitere Etappenziele waren die Kitas Abenteuerland, Pusteblume, St. Elisabeth und St. Joseph sowie das Familienzentrum K.e.k.s. Für die Verkehrssicherheit der Aktionsteilnehmer führte Matthias Michel von der Jugendverkehrsschule Speyer ein Rollertraining durch.

Kita St. Elisabeth in Erwartung der RadeldelegationZiel der Kindermeilen-Aktion sei es, die über 350 Kindergartenkinder an klimafreundliche Mobilität heranzuführen und den Spaß an Bewegung zu fördern, betonte der OB bei der Übergabe der ersten Sammelalben an die kleinen Klimaschützer. Für jeden klimafreundlich zurückgelegten (Kindergarten-)Weg mit Kinderroller, Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Bus gibt es einen Sticker fürs Kindermeilen-Album. Neben grünen Mobilitäts-Meilen, können zusätzlich rote Lebensmittel- und blaue Energie-Meilen gesammelt werden. Und sammeln lohnt sich. Dank den SWS als Sponsor, wird der Einsatz fürs Klima neben einer Urkunde auch mit Preisen belohnt. Und die aktivste Kita mit den meisten Punkten und kreativsten Ideen zur Plakatgestaltung erhält einen Sonderpreis. Die gesammelten Speyerer Kindermeilen werden im November auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen übergeben. (weitere Infos: www.kindermeilen.de)

STADTRADELN

Für die „Großen“ Klimaschützer heißt es am Montag, 23. Mai 2016, um 16 Uhr vor dem Domnapf „Auf die Sättel, fertig, los!“ Gemeinsam mit Oberbürgermeister Hansjörg Eger STADTRADLER-Star 2016 Wolfgang Bührung führt die rund anderthalbstündige Eröffnungstour der Aktion STADTRADELN entlang des Rheins Richtung Mechtersheim.

Als STADTRADLER-Star 2016 will Bühring, der bereits viel mit dem Stadtwerke-E-Bike unterwegs ist, testen, „wie sein Alltag ausschließlich mit Rad und Bahn funktioniert“ und darüber im STADTRADELN-Blog berichten.

Radbeauftragter Karl-Heinz Hepper, ebenfalls mit von der Partie, wirbt gemeinsam mit OB Eger, den Aktionszeitraum auch dazu zu nutzen, störende und gefährliche Stellen im Radwegeverlauf über die neue Meldeplattform RADar! zu melden. Registrierte STADTRADLER können das Internet oder die STADTRADELN-App nutzen, um die Mängel via GPS zu senden und so zur Verbesserung der Radinfrastruktur in Speyer beizutragen.

Oberbürgermeister Eger appelliert an die Ratsmitglieder wie alle Speyerer, beim deutschlandweiten Wettbewerb für den Klimaschutz mit zu radeln und ein deutliches Zeichen für mehr Radverkehr zu setzen. Die aktivsten Radler und Teams werden durch die Stadt Speyer ausgezeichnet. Zusätzlich winken den engagiertesten Kommunen und Kommunalparlamenten eine bundesweite Auszeichnung und hochwertige Sachpreise durch das Klima-Bündnis e.V., dem größten kommunalen Netzwerk zum Klimaschutz, dem auch die Stadt Speyer angehört.

STADTRADELN ist eine deutschlandweite Aktion des Klima-Bündnis und wird lokal von der Sparkasse Vorderpfalz, der Volksbank Kur- und Rheinpfalz eG, der BBBank, Engel & Völkers Landhaus-Pfalz Immobilien-Services GmbH, den Stadtwerken Speyer, dem ADFC Speyer e.V., AOK Rheinland-Pfalz/Saarland - Die Gesundheitskasse, VRNnextbike, Stiller Radsport aktiv e.K., der Jugendverkehrsschule Speyer, der Verkehrswacht Speyer und dem Hotel am Wartturm mit Bellorange Fahrradverleih und Fahrrad-Event-Agentur unterstützt.

Anmeldung

Interessenten können sich an die lokalen Ansprechpartnerinnen Sandra Gehrlein (Tel. 14-2490) und Fabienne Mittmann (Tel. 14-2596), E-Mail: speyer@stadtradeln.de wenden.

Weitere Informationen:

www.speyer.de    www.stadtradeln.de     www.facebook.com/stadtradeln

Text und Foto: Stadt Speyer

20.05.2016


Radtour zu den kleinen Klimaschützern - Bilderalbum

 

Am liebsten daheim - GEWO sorgt mit neuem Pflegeangebot für mehr Versorgungssicherheit im Quartier

Oberbürgermeister Hansjörg Eger begrüßt die zahlreichen Interessentinnen und Interessenten

Speyer- Der voll besetzte große Saal in „Q + H“ in Speyer-West zeugte davon, dass die GEWO Wohnen GmbH mit ihrem neuesten Angebot, einem ambulanten Pflegedienst mitten im Quartier, ins Schwarze getroffen hat. Fast hundert Mieterinnen und Mieter waren am Mittwoch in die Quartiersmensa gekommen, um sich über das innovative Projekt zu informieren, das die GEWO gemeinsam mit dem Pflegeteam Handermann und Schäfer GmbH unter dem Namen „am liebsten daheim“ ins Leben gerufen hat. Das Besondere an dem Angebot ist, dass das Team eine professionelle Unterstützung vorübergehend, dauerhaft und bei Bedarf sogar rund um die Uhr sicherstellt - und das ohne Betreuungspauschale.

Bezahlt werden nur jene Leistungen, die auch abgerufen werden. Am 1. Juli wird das Team seine Arbeit in "Q + H" aufnehmen und so für eine verstärkte Gesundheitsversorgung mit kurzen Wegen sorgen.

„Unser ambulanter Pflegedienst ist 24 Stunden für Sie erreichbar. Das gibt Ihnen Sicherheit“, erläuterte  Michael Handermann, der gemeinsam mit Franziska  Heidweiler und David Schäfer das neue Angebot vorstellte und Fragen beantwortete. Der Pflegedienst ist jedoch nur ein Baustein eines umfassenden Konzepts, das GEWO-Geschäftsführer Alfred Böhmer vorstellte: Zeitgleich mit dem Pflegebüro in „Q + H“ eröffnet das Pflegeteam dort auch eine Tagespflegestelle und die Quartiersmensa erweitert ihr Angebot um die Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Als Nachbarschaftstreff soll sie gemeinsame Aktivitäten und nachbarschaftliche Unterstützung bieten. „Ich freue mich sehr“, sagte Oberbürgermeister Hansjörg Eger, „dass wir unter dem Motto `am liebsten daheim´ etwas vor Ort anbieten können, das für eine bessere soziale Vernetzung sorgt. Das ist bisher einmalig in Speyer.“ Zusätzlich startet die GEWO in Kürze mit dem Bau von 36 barrierearmen und barrierefreien Wohnungen in unmittelbarer Nachbarschaft von "Q + H". 

Schon seit Jahren hat es sich die GEWO auf die Fahnen geschrieben, das Gemeinwohl, den Zusammenhalt und den langen Verbleib in den Quartieren zu fördern. "Ein häufig geäußerter Wunsch unserer Mieterinnen und Mieter ist es", so schildert Alfred Böhmer, "trotz körperlicher Beeinträchtigungen oder fortgeschrittenen Alters `am liebsten daheim` in der vertrauten Umgebung bleiben zu können und dort ein selbstbestimmtes Leben zu führen".

Von ähnlichen quartiersbezogenen Projekten, die bereits mit Erfolg umgesetzt wurden, berichtete  Dagmar Lust, Geschäftsstellenleiterin des Vereins Integrative Wohnformen e.V. Ihre Praxisbeispiele zeigten, dass - ist der Anfang erst einmal gemacht - Barrieren in vielfacher Hinsicht abgebaut werden und die Gemeinschaft gestärkt werden kann.   

Dr. Sven Fries erläuterte, dass das Konzept von „am liebsten daheim“ sich in eine lange Reihe von Maßnahmen, überwiegend im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“, einfügt: Um das Quartier für seine Bewohnerinnen und Bewohner attraktiver zu machen, haben Stadtverwaltung und GEWO in den letzten Jahren den Treffpunkt „Q + H“ geschaffen, zahlreiche Unterstützungs- und Beratungsangebote darin eingerichtet, Wohnungen barrierearm umgebaut, ein Gemeindepsychiatrisches Zentrums eröffnet und umfangreiche Verbesserungen des Wohnumfelds geplant.  

Am Ende der Informationsstunde unterzeichneten Alfred Böhmer und die drei Partner vom Pflegeteam Handermann und Schäfer GmbH den Kooperationsvertrag und gaben so offiziell den Startschuss für das Angebot, das ab 1. Juli für jeden im Quartier zugänglich ist. Wer bereits jetzt Fragen zum Pflegedienst oder zur ehrenamtlichen Tätigkeit hat, kann sich beim Pflegeteam beraten lassen. Erreichbar ist es unter der Telefonnummer 06232 - 2966732 oder per E-Mail pflegeteam.mh@googlemail.com.

Lesen Sie hier auch den Flyer zu diesem Angebot als PDF

Text: GEWO Speyer, Presse Foto: dak

13.05.2016


Am liebsten daheim - Bilderalbum

Speyerer Bäckersänger in der Wieskirche

Speyer- Der diesjährige Jahresausflug führte die Speyerer Bäckersänger nach Bayern. Die Hinfahrt wurde durch einen Zwischenstopp in Landsberg am Lech aufgewertet. Bei einem Rundgang durch den mittelalterlichen Stadtkern lernten die Speyerer dieses durch regen Salzhandel entstandene, hübsche Städtchen näher kennen. Die kleinen, über hundert Meter langen Salzstadel sind auch heute noch ein beeindruckendes Zeugnis der Vergangenheit.

Danach ging die Fahrt weiter zum Standort Peiting im Pfaffenwinkel. Die folgenden Tage waren gefüllt mit Ausflügen in dieser schönen Voralpenlandschaft und stets begleitet von schneebedeckten, in der Sonne glänzenden Alpengipfeln. In eintausend Metern  Höhe gab der Bäckerchor in der Klosterkirche auf dem Hohen Peißenberg  spontan eine gesangliche Kostprobe, überwältigt  von deren Schönheit. Nächstes Ziel  war Murnau am Staffelsee. Die Besichtigung dieses imponierenden Städtchens endete schließlich mit einer bayrischen Brotzeit, bei  Weißwurst und Bier. Den Nachmittag  verbrachten die Bäckersänger in Bad Tölz. Hier fielen besonders die Liftlmalereien an den Hausfassaden ins Blickfeld.

Am Samstag ging die Fahrt vorbei an den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau  nach Füssen und Umgebung.

Der Höhepunkt dieses Ausflugs war zweifellos der Besuch der Wieskirche bei Steingaden. In dieser zum Weltkulturerbe ernannten Barockkirche gestalteten die Speyerer Bäckersänger (unter der Leitung von Alfred Strehl) das Hochamt am Sonntagmorgen. Dieser schöne Rahmen und die hervorragende Akustik in dieser bis auf den letzten Platz gefüllten Basilika bewirkte eine tiefe Ergriffenheit bei allen Anwesenden. Am Ende der Messe bedankte sich der Zelebrant bei den Speyerer Bäckersängern, die sich mit der Zugabe „O Maria sei gegrüßt“ verabschiedeten.

Beim „ Moser“ wurden schließlich Muttertag und der Abschied von dieser schönen Gegend gefeiert. Text: H. Wilhelm; Foto:pem

12.05.2016


Kiwanis: Schulranzen im Wert von über 6.600 Euro gespendet

75 Kinder und Jugendliche können das kommende Schuljahr mit nagelneuen Schulranzen und Rucksäcken beginnen

Speyer- 60 hochwertige Schulranzen inklusive Turnbeutel und Mäppchen sowie 15 Rucksäcke im Wert von insgesamt 6.630 Euro überreichten Mitglieder des Kiwanis-Club Speyer Anfang Mai an Vertreterinnen von Speyerer Kindertagesstätten. Sie geben die Spenden rechtzeitig zum Schuljahresbeginn an die Empfänger weiter. „Es handelt sich vielfach um Kinder von Alleinerziehenden, aus Familien mit geringem Einkommen oder Flüchtlingskinder“, erklärte Rosi Henrich, Leiterin der Kita Cité de France, in der die Spendenübergabe stattfand. Dass der Bedarf jährlich wachse, betonte Kiwanis-Präsident Raphael Herbig: „Gestartet sind wir 2013 mit 24 Ranzen, im vergangenen Jahr waren es bereits 45 Ranzen und 15 Rucksäcke.“

Die Schulranzen wurden aus dem Erlös der beliebten Literatur & Genuss-Veranstaltung angeschafft, bei der am 27. Februar im Historischen Ratssaal Christoph Poschenrieder aus seinem Roman „Mauersegler“ gelesen hatte. „Wir freuen uns, dass wir mit der Aktion über 150 Menschen einen unterhaltsamen Abend bereiten und gleichzeitig etwas Sinnvolles und Gutes für Kinder und Jugendliche tun können“, so Herbig. Der nächste Literatur & Genuss-Abend im Frühjahr 2017 sei bereits in Vorbereitung, derzeit arbeiteten die Club-Mitglieder auf Hochtouren an der anderen großen Charity-Aktion: Ab November gibt es wieder den beliebten Kiwanis-Adventskalender!

Kiwanis ist eine weltweite Organisation von Freiwilligen, die sich aktiv für das Wohl von Kindern und der Gemeinschaft einsetzen. Aktive Frauen und Männer aus allen Berufen und Bevölkerungsschichten engagieren sich überparteilich und über Konfessionen hinweg. Im Fokus der Charity-Aktivitäten stehen dabei besonders Kinder und deren Umfeld nach unserem internationalen Motto:“Serving the Children of the World”. Charity-Einnahmen werden ohne Abzüge in voller Höhe weitergegeben.  Die deutschen Clubs helfen dabei mit gezielten Maßnahmen vornehmlich vor Ort.

Weitere Informationen unter www.kiwanis-speyer.de. Text und Foto: Kiwanis-Club Speyer

10.05.2016


Den Wald entdecken - Nicht nur im Frühling

Die Temperaturen steigen, die Sonne scheint – im Frühling zieht es die Menschen vermehrt in die Natur. Die Kinder der Waldgruppe des Diakonissen Hauses für Kinder erkunden sie ganzjährig.

Speyer- Die drei- bis sechsjährigen Kinder sind täglich von 8 bis 13 Uhr bei Wind und Wetter im Freien unterwegs. Für die „Waldameisen“ im Speyrer Stadtwald am Froschweiher stehen experimentieren, erforschen und  sich bewegen zu allen Jahreszeiten im Mittelpunkt. So begeistert einmal im Monat ein Waldbiologe Kinder und Erzieherinnen mit seinem Fachwissen über Flora und Fauna.

Neben praktischem und theoretischem Anschauungsmaterial, das die Kinder zu kleinen Experten in Sachen Natur macht, haben sie im Wald ausgiebig Gelegenheit, sich im  Umgang mit Werkzeugen zu  üben, zu klettern, Seilkonstruktionen zu entwickeln und nutzen, zu buddeln, bei Spaziergängen ihre Umgebung  kennen zu lernen und vieles mehr.

Weitere Informationen zur Waldgruppe unter www.diakonissen.de oder direkt im Diakonissen Haus für Kinder an der Bartholomäus-Weltz-Straße, Tel. 06232 629-850.

Text und Foto: Diakonissen Speyer-Mannheim, Presse

30.04.2016


„Einzigartiges“ auf dem Weg zum Flaggenmast am Rhein

„Rentschler's Café, Restaurant, Event am Rhein“ soll neue gastronomische Maßstäbe in Speyer setzen

cr. Speyer- Für unzählige „eingefleischte“ Speyerer sowie ihre Freude aus dem pfälzischen und badischen „Vorland“ gehörte der sonn- oder feiertägliche Spaziergang aus der Speyerer Innenstadt - vorbei am Dom und durch den parkähnlich gestalteten Domgarten „hinunter“ zum „Flaggenmast“ am Rhein – schon seit vielen Jahrzehnten hinweg zum allwöchentlichen „Familienritual“, das jeweils seinen köstlich-süßen Höhepunkt und Abschluss bei einer Kaffeetafel im „Café Hammer“ fand - gegenüber dem traditionsreichen Speyerer Wirtshaus „Alter Hammer“ auf der Südseite der alten Brückenstraße, der historischen Zufahrt zum Flaggenmast der „Schiffigen“ und zum Rheinufer.

Umso schlimmer war es dann für die zahlreichen Stammgäste des inzwischen doch „in die Jahre“ gekommenen Panorama-Cafés mit seinem weithin reichenden Ausblick in die Rheinauen, als der „Neue Hammer“, ein Café mit umfangreichem Getränke-, jedoch nur eingeschränktem Speiseangebot, vor inzwischen schon wieder mehr als sechs Jahren seine Pforten schloss.

Man sei auf der Suche nach einem neuen gastronomischen Konzept, ließen von da an die Mitglieder der Speyerer Familie Hammer, Eigentümer des postmodernen Anwesens, immer wieder vernehmen – und setzte sich, gemeinsam mit den Verantwortlichen der Karlsruher Privatbrauerei Höpfner – seit Jahrzehnten Bierlieferant des „Neuen Hammer“ - ein ums andere Mal zusammen, um die letztlich optimale konzeptionelle Lösung für den „Neuen Hammer“ zu finden.

Das scheint jetzt wohl - gemeinsam mit dem dritten Projektbeteiligten, der sich schon frühzeitig zu den Immobilienbesitzern und dem Bierlieferanten hinzugesellt hatte, endgültig gelungen: Wie sich nämlich der Seniorchef der Speyerer Gastronomenfamilie Rentschler, dessen Restaurant „Zum Kutscherhaus“ zwischen Holz- und Fischmarkt im Herzen der Altstadt vor Jahresfrist einem katastrophalen Schadenfeuer zum Opfer gefallen war, erinnert, sei er in den Wochen und Monaten nach dem Brand immer wieder auf der Suche nach einem geeigneten neuen Standort für sein Unternehmen durch die Altstadt „gestreift“. Dabei sei ihm auch immer wieder das traditionsreiche Café „Neuer Hammer“ ins Auge gefallen, erinnert sich Dieter Rentschler (63) bei einem Pressegespräch auf dem Gelände des „Neuen Hammer“, auf dem inzwischen schon seit einigen Wochen die Bauhandwerker tätig sind „Und dann – eines Tages – stand ich wieder einmal vor dem alten Restaurant/Cafe „Neuer Hammer“ und wusste plötzlich: „Des isses! - Des werd' „R“ - die neue „Gastronomie Rentschler“ am Speyerer Rheinufer“.

Gemeinsam mit Dipl.-Ing. Dominik Morsay und seiner Kollegin, Dipl.-Ing. Alexa Eberhard, beides Mitglieder des hochkreativen Speyerer Architekten-Teams ADS, war bauseits rasch die architektonische Kompetenz für das Projekt gesichert – kurz darauf waren dann auch die Verträge für die Gründung einer eigenen „G.b.R“ ausgefertigt, der neben dem tatkräftigen Senior Dieter Rentschler auch dessen Sohn Boris Rentschler (37) angehören wird, der zukünftig die Verantwortung für die Umsetzung des neuartigen Konzeptes „in Küche und Keller“ tragen wird. Dort sollen bereits ab Juli 2016 tagtäglich rund 25 gastronomische Fachkräfte „den Kochlöffel schwingen“ und sich an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr um das leibliche Wohl der Gäste kümmern.

Los gehen wird das künftig schon am frühen Morgen mit einer umfangreichen, täglichen Frühstückskarte, der sich ab 11.00 Uhr eine reichhaltige Auswahl an Mittagessen anschließen wird. Zwischen der nicht weniger umfangreichen kalt/warmen Abendkarte wird das neue Restaurant ein breites Angebot an Kuchen und Torten aus einem eigenen Kuchenbuffet anbieten, für dessen Bestückung die „Rentschler Gastronomie“ derzeit noch diverse Konditoren sucht, die mit ihrem süßen Können dem der Köche in nichts nachstehen sollen.

„Ein einzigartiger gastronomischer Full-Service“, lobte da auch der Verkaufsleiter der Privatbrauerei Höpfner, Dipl.-Braumeister Holger Wunsch, der gemeinsam mit seiner „Öffentlichkeitsarbeiterin“ Dagmar Zimmermann eigens zur Vorstellung dieses neuen Konzeptes aus dem „Badischen“ über den Rhein nach Speyer gekommen war.

Und schließlich zeigte sich auch die Leiterin der Wirtschaftsförderung der Stadt Speyer, Silvia Gonsior, höchst angetan von der gastronomischen Bereicherung, die sie sich von der Wiederbelebung des traditionsreichen „Neuen Hammer“ direkt am Rheinufer - an der Anlagestelle der immer zahlreicher in Speyer anlandenden Flußkreuzfahrtschiffe für eine „komplette Speyerer Gastro-Szene“ verspricht.

In den kommenden Wochen können die Speyerer und ihre Gäste übrigens schon einmal den Fortgang der Arbeiten beim „Neuen Hammer“ verfolgen, ehe das Unternehmen dann im Sommer in neuem Gewand an den „Start geht“. Beobachten können sie das übrigens direkt von dem kleinen Ausschank aus, den die Höpfner-Brauerei in bayrischem Stil dort hat errichten lassen und wo sie schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf die kommenden Köstlichkeiten genießen können. Foto: gc

19.04.2016


Mit Tretroller zur Kita und Fahrrad durch die Stadt

Der diesjährige STADTRADEL-Star, SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring Der diesjährige STADTRADEL-Star, SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring

Kindermeilen und STADTRADELN: zwei Aktionen für den Klimaschutz

Speyer- Der Wettbewerb STADTRADELN hat Nachwuchs bekommen. Während die bundesweite Aktion in Speyer bereits in die fünfte Auflage geht, feiert die Aktion „Kindermeilen“ Premiere. Vom 23.05. bis 12.06.2016 gilt es, mit oder ohne elektrische Unterstützung, Fahrradkilometer für den Klimaschutz zu sammeln. Im gleichen Zeitraum sammeln fünf Speyerer Kitas „Kindermeilen“. Für jeden klimafreundlich zurückgelegten Kindergartenweg zu Fuß, mit dem Fahrrad, Tretroller oder Bus gibt es einen Punkt im Sammelalbum, für die abschließende Belohnung.

Entsprechend dem Motto „Auf die Sättel, fertig, los!“ lädt Oberbürgermeister Hansjörg Eger am Montag, 23. Mai 2016, um 16 Uhr zum Aktionsstart radelbegeisterte und umweltbewusste Speyerer vor das Stadthaus ein. Von da führt anschließend die rund anderthalbstündige Eröffnungstour entlang des Rheins Richtung Mechtersheim. Mit OB Eger voraus radelt Wolfgang Bühring, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer, als Speyers diesjähriger STADTRADLER-Star. Bühring, der bereits viel mit dem Stadtwerke-E-Bike unterwegs ist, will testen, „wie sein Alltag ausschließlich mit Rad und Bahn funktioniert“ und darüber im STADTRADELN-Blog berichten.

Radbeauftragter Karl-Heinz Hepper, ebenfalls mit von der Partie, wirbt gemeinsam mit OB Eger, den Aktionszeitraum auch dazu zu nutzen, störende und gefährliche Stellen im Radwegeverlauf über die neue Meldeplattform RADar! zu melden. Registrierte STADTRADLER können das Internet oder die STADTRADELN-App nutzen, um die Mängel via GPS zu senden und so zur Verbesserung der Radinfrastruktur in Speyer beizutragen.

Oberbürgermeister Eger appelliert an Ratsmitglieder und alle Speyerer, beim deutschlandweiten Wettbewerb für den Klimaschutz mit zu radeln und ein deutliches Zeichen für mehr Radverkehr zu setzen. Die aktivsten Radler und Teams werden durch die Stadt Speyer ausgezeichnet. Zusätzlich winken den engagiertesten Kommunen und Kommunalparlamenten eine bundesweite Auszeichnung und hochwertige Sachpreise durch das Klima-Bündnis e.V., dem größten kommunalen Netzwerk zum Klimaschutz, dem auch die Stadt Speyer angehört.

STADTRADELN ist eine deutschlandweite Aktion des Klima-Bündnisses und wird lokal von der Sparkasse Vorderpfalz, der Volksbank Kur- und Rheinpfalz eG, der BBBank, Engel & Völkers Landhaus-Pfalz Immobilien-Services GmbH, den Stadtwerken Speyer, dem ADFC Speyer e.V., AOK Rheinland-Pfalz/Saarland - Die Gesundheitskasse, VRNnextbike, Stiller Radsport aktiv e.K., der Jugendverkehrsschule Speyer, der Verkehrswacht Speyer und dem Hotel am Wartturm mit Bellorange Fahrradverleih und Fahrrad-Event-Agentur unterstützt.

Anmeldung

Interessenten können sich an die lokalen Ansprechpartnerinnen Sandra Gehrlein (Tel. 14-2490) und Fabienne Mittmann (Tel. 14-2596), E-Mail: speyer@stadtradeln.de wenden.

Weitere Informationen:

www.speyer.de

www.stadtradeln.de

www.facebook.com/stadtradeln

Text: Stadt Speyer; Foto: SWS

14.04.2016


Stadt Speyer führt Handy Warndienst KATWARN ein

v.l.: Ortwin Neuschwander (Frauenhofer Fokus), Michael Hopp (Feuerwehr Speyer), Hansjörg Eger (Oberbürgermeister Stadt Speyer), Stefanie Seiler (Beigeordnete Stadt Speyer) und Harald Speil (Bayrische Versicherungskammer) v.l.: Ortwin Neuschwander (Frauenhofer Fokus), Michael Hopp (Feuerwehr Speyer), Hansjörg Eger (Oberbürgermeister Stadt Speyer), Stefanie Seiler (Beigeordnete Stadt Speyer) und Harald Speil (Bayrische Versicherungskammer)

Speyer- Warnungen im Gefahren- und Katastrophenfall sendet die Stadt Speyer ab sofort direkt auf die Mobiltelefone der betroffenen Menschen. Der kostenfreie Warnservice nennt sich KATWARN und ist verfügbar als Smartphone-App oder per SMS und E-Mail. KATWARN bietet zusätzlich zu Lautsprecheransagen, Sirenen und Rundfunk Informationen, die lebenswichtig sein können.

Ob Großbrand, Chemieunfall oder Bombenfund – bei Unglücksfällen und Katastrophen muss man schnell reagieren. Das Warn- und Informationssystems KATWARN ist dafür ein Hilfsmittel: Die kostenlose Smartphone-App für iPhone, Android und Windows Phone sendet behördliche Warnungen ortsbezogen zum aktuellen Standort des Nutzers und zu weiteren frei wählbaren Gebieten. Dafür müssen nur die sogenannte Schutzengelfunktion aktiviert oder die Gebiete auf einer Karte im Display ausgewählt werden. Alternativ wird KATWARN auch per SMS und E-Mail für ein Postleitzahlgebiet angeboten. Seit 2011 ist KATWARN in Deutschland im Betrieb und wird Schritt für Schritt in den Städten und Kreisen eingeführt.

„Auch wenn die Warnung der Bevölkerung über Sirenen und Lautsprecherfahrzeuge sowie Rundfunkdurchsagen mit der Einführung von KATWARN nicht entbehrlich werden, bietet diese Warn-App Nutzern neuer Medien ein zeitgemäßes Angebot, direkt über ihr Smartphone oder Tablet informiert zu werden. Es ist sinnvoll auch im Not- und Katastrophenfall, die Möglichkeiten moderner Kommunikationsmittel zu nutzen“, unterstreicht Oberbürgermeister Hansjörg Eger.

Bereits im März 2015 wurde KATWARN in Rheinland-Pfalz erstmals auf Ebene eines Flächenbundeslandes für großräumige Gefahrensituationen in Betrieb genommen. Auch die Einführung in den Landkreisen und kreisfreien Städten im Bundesland wird nun vom Innenministerium finanziell unterstützt. Die technische Plattform stellt Versicherungskammer Bayern gemeinsam mit den anderen öffentlichen Versicherern zur Verfügung. " Mit der Einführung von KATWARN wollen wir einen Beitrag für mehr Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger von Speyer leisten. Als Versicherer mit einer langen Tradition hier in der Region sehen wir dieses Engagement als Teil unserer Verpflichtung für das Gemeinwohl", erklärt Harald Speil, Hauptabteilungsleiter für Öffentliche Einrichtungen und für Haftpflicht der Versicherungskammer Bayern.

Zusätzlich zu den Warnungen auf kommunaler und Landesebene empfangen die Nutzerinnen und Nutzer von KATWARN seit 2012 deutschlandweit auch die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Darüber hinaus setzen auch außerhalb von Rheinland-Pfalz immer mehr Landkreise und Städte in ganz Deutschland auf KATWARN, darunter die Großstädte Berlin, Hamburg und München. Entwickelt wurde das System vom renommierten Fraunhofer-Institut FOKUS in Berlin. Text und Foto: Stadt Speyer

14.04.2016


Osternester sorgen für Kinderlachen

Weinstraßen C+C spendet Ostersüßigkeiten für AfA Speyer

Speyer- In der Kurpfalzkaserne in Speyer leben derzeit knapp 500 Asylbegehrende.  Mit einem gemeinsamen Osterbrunch feierte die Spielstube der Aufnahmestelle für Asylbegehrende (AfA) Ostern nach den Ferien. „Dank der erneuten großzügigen Spende des Großhandelsunternehmen Cash und Carry   Weinstraßen C+C konnten wir mit unseren Kindern in der Notunterkunft Ostern feiern. Aus Frisbeescheiben, Schokohasen, Osterkörbchen und Zuckereier bastelten wir Osternester“, freute sich Markus Leipert, DRK-Mitarbeiter in der AfA Speyer.

Die über 60 Kinder aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, dem Irak und Iran genossen die Brezeln, bunten Eier und den leckeren Kuchen. Besonders viel Spaß bereitete das Osternest-Suchen mit den süßen Leckereien. „Wir suchen dringend ehrenamtliche Helfer, die uns bei der Betreuung der Kinder unterstützen. Aber auch Hobbybäckerinnen und Hobbybäcker sind aufgerufen, für die Kinder zu besonderen Festlichkeiten einen Kuchen zu backen“, ergänzte Eva Nowack, sozialpädagogische Leitung des DRK-Kreisverbandes Vorderpfalz.

Interessierte können sich bei Christina Jost-Mallrich unter E-Mail: c.jost-mallrich@kv-vorderpfalz.drk.de melden.

Text und Foto: Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Vorderpfalz e.V.

06.04.2016


Müll im Straßenraum mindert Aufenthaltsqualität

Dezernentin Seiler appelliert an EBS Kunden

Speyer- Beigeordnete Stefanie Seiler, zuständig u.a. für die Müllentsorgung, appelliert an Privathaushalte und Gewerbetreibende gleichermaßen, die Abfallsatzung der Stadt Speyer einzuhalten, wonach Restmüll-, Bio- und Papiertonnen sowie Wertstoffsäcke frühestens um 16 Uhr am Vortag der Abholung im öffentlichen Straßenraum bereitgestellt werden können.

Viele hatten über die Ostertage den Blick in den Müllkalender versäumt, sodass „Speyer nicht allerorten eine gute Visitenkarte abgab“, beklagt Seiler. In unterschiedlichen Stadtteilen habe es „wüst“ ausgesehen. Selbst Gastronomiebetriebe, die von den Besuchern der touristisch stark frequentiert Innenstadt profitierten, hätten mit am falschen Tag bereitgestellten Wertstoffsäcken die Aufenthaltsqualität in der Speyerer Innenstadt geschmälert.

Die EBS hätten zwischen den Feiertagen am Samstag eine Sonderfahrt beauftragt, um entlang der Maximilianstraße z.B. gegenüber dem Speyerer Rathaus Glassäcke einzusammeln. Der Baubetriebshof leere auch an Sonn- und Feiertagen die öffentlichen Abfallbehälter entlang der Maximilianstraße, über Ostern sogar zweimal täglich, damit sich Einheimische wie Gäste in einer attraktiven, einladenden Innenstadt wohlfühlen könnten. „Bei unserem Bemühen sind wir aber auf die Unterstützung aller angewiesen“, betont Beigeordnete Seiler und wirbt um zukünftige Beachtung der im Müllkalender publizierten Abfuhrtage. Text und Foto: Stadt Speyer

31.03.2016


61 Schaustellerbetriebe, verteilt auf 683 „Frontmeter“

„Speyerer Frühjahrsmesse“ verspricht einmal mehr zahlreiche Highlights

cr. Speyer-  Bereits zum 435. mal lädt die alte und traditionsreiche Dom- und Kaiserstadt Speyer am Rhein die eigene Bürgerschaft sowie Freunde der Stadt aus der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar in ihre Mauern ein, um gemeinsam zwei Wochen lang „Messe“ zu feiern – „Messe“ jedoch weniger im kirchlich-liturgischen Sinne, sondern vielmehr als vielseitig beliebte Verkaufs- und Vergnügungsveranstaltung. Und ganz in diesem Sinne konnte jetzt die für Messen und Märkte in Speyer zuständige Städtische Beigeordnete Stefanie Seiler gemeinsam mit Marktmeisterin Eva Neskudla und deren gerade erst“ frisch“ im neuen Amt „angekommenen“ Mitarbeiterin Heidi Jester die Besonderheiten der 436. Auflage dieser weithin bekannten „Speyerer Frühjahrsmesse“ vorstellen, die vom 26. März bis zum 10. April 2016 auf die Speyerer Festplatz ihre Pforten öffnen wird.

Und wie immer wird wieder viel „los“ sein bei dieser Gelegenheit, die am Eröffnungstag, am 26. März 2016, mit der Aufforderung „Test the best“ von 16.00 bis 17.00 Uhr ihren Auftakt nimmt. Dann bieten die meisten angemeldeten Betriebe wieder ein ebenso breites wie individuelles „Schnupperangebot“ in allen Sparten – von den zahlreichen, teilweise wieder spektakulären Fahrgeschäften bis hin zu der ganzen köstlichen Vielfalt der Speise- und Getränkeständen. Noch bevor dann die Städtische Beigeordnete Stefanie Seiler vor dem Verweilplatz der Fa. Birgit Lemke-Krieg den Anstich des ersten Fasses „Eichbaum-Festbier“ in „Angriff“ nimmt, wird sich „Speyerer Prominenz“ aus Politik, Wirtschaft und Handel schon um 17.00 Uhr an der Haupttreppe des Festplatzes treffen, um von dort aus in Begleitung der Guggemusik „Domguggler“ einen ersten Rundgang über den „Festparcour“ zu starten.

Was dann in den zwei folgenden Wochen für Spaß und Unterhaltung sorgt, gibt’s dann in der Regel alles „doppelt“: Da bieten die Schausteller jeweils am 30. März und am 08. April einen der beliebten „Familientage“ mit halben Fahrpreisen und vielen Sonderangeboten an den Verkaufsgeschäften an.

Und auch die immer beliebteren „Magic Fridays“ gibt’s ab sofort im „Doppelpack“: Am 01. und am 08. April 2016 nämlich „packen“ die Messe-Verantwortlichen ihre „Wundertüten“ aus, um den Festplatz mit einem „magischen Flair“ zu überziehen. Da wird jeweils bereits ab 15.00 Uhr ein „magisches Fotoshooting“ angeboten, das Speyerer Mädchen in kleine Königinnen und Prinzessinnen verwandelt, und Buben zu „echten?“ Schneemännern werden lässt. Ab 18.00 Uhr verzaubert dann die „Feuergruppe Svarogs“ die Gäste auf dem Platz, ehe die „Domguggler“ von 19.00 bis 22.00 Uhr ihren Zuhörern noch einmal „heiße Rhythmen“ auf die Ohren geben.

Gleich zweimal extravagantes „Brillant Höhenfeuerwerk“ wird am Sonntag, dem 03. und am 10. April – dann musikalisch passend inszeniert -, jeweils ab 21.00 Uhr, den Himmel über Speyer in magisches Licht tauchen. Der erste der beiden Sonntage wird dann zudem von 13.00 bis 18.00 Uhr durch den weit über die Region hinaus beliebten „Verkaufsoffenen Sonntag“ eröffnet, bei dem die Speyerer Geschäftswelt einmal mehr unter Beweis stellen kann, was sie in ihren jeweiligen Frühlings /Sommer-Kollektionen für die Messebesucher zu bieten haben.

Mit insgesamt 61 Betrieben, die ihr breit gefächertes Angebot auf ansehnliche 693 Frontmeter verteilen, verspricht die „Speyerer Frühjahrsmesse“ auch im Jahr 2016 wieder in vielerlei Hinsicht zum „echten Highlight“ zu werden – da sind sich Steffi Seiler und ihre Marktmeisterin Eva Neskudla schon im voraus sicher.

Was es jetzt noch braucht, ist gutes Wetter - dann können die Gäste aus Speyer und der gesamten Metropolregion „anrücken“. Aber mit Petrus haben die Speyerer eigentlich ja schon immer ein gutes Verhältnis.

Deshalb: Kommen, Hingehen - sich an der Vielfalt des wie immer breiten Angebots erfreuen. Denn es lohnt sich für alle – Groß und Klein. Foto: gc

22.03.2016


Ein Motto für die SchUM-Städte

Bewerbung um das UNESCO-Welterbe

Speyer/Worms/Mainz- Das jüdische Erbe in den Städten Speyer, Worms und Mainz soll noch enger miteinander verbunden werden. Die Menschen in der Region sollen sich mit dem Thema identifizieren können. Die SchUM-Städte haben deshalb ein Motto für die Bewerbung um den Welterbestatus formuliert. SchUM-Städte am Rhein – Jüdisches Erbe für die Welt.

Weitere Aktivitäten des Vereins der SchUM-Städte werden in den nächsten Wochen und Monaten eine inhaltlich und gestalterisch neue Website, erste Informationsflyer sowie eine Ausstellung zu „Wein und Judentum“ umfassen. Hinzu kommen Präsentationen auf Konferenzen und die Vernetzung mit international und national agierenden Experten der Museologie und Bildung sowie UNESCO-Experten.

Seit 2005 engagiert sich das Land Rheinland-Pfalz für die Aufnahme der SchUM-Städte in das Welterbeprogramm der UNESCO. Seit Juni 2014 nehmen die SchUM-Städte auf der Tentativliste der Kultusministerkonferenz, die über die Reihenfolge der Anträge in den nächsten Jahren entscheidet, Platz fünf ein. 2020 wird das Land Rheinland-Pfalz über das Auswärtige Amt der UNESCO in Paris das Nominierungsdossier samt Management-Plan einreichen, 2021 fällt die Entscheidung. Bewahrung, Tourismus und Vermittlung, ein Austausch zu Fragen der Beziehungen zwischen Kulturen und Religionen und die Auseinandersetzung mit jüdischen Traditionen und jüdischer Gelehrsamkeit in ihrer Bedeutung auch für die Gegenwart werden intensiviert, sollten die SchUM-Städte Welterbe werden.

Information SchUM-Städte

Die jüdischen Gemeinden in den mittelrheinischen Städten Speyer, Worms und Mainz bildeten im Mittelalter einen Verbund, der die Kultur, Religion und Rechtsprechung der mittel- und osteuropäischen jüdischen Diaspora zutiefst prägte. Das Akronym SchUM als Bezeichnung für diesen Verbund setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen, auf Latein zurückgehenden hebräischen Städtenamen zusammen:

Schin (Sch) = Schpira = Speyer

Waw (U) = Warmaisa = Worms

Mem (M) = Magenza = Mainz

SchUM ist jedoch weit mehr als eine Abkürzung und es ist nicht nur Geschichte. SchUM ist ein Begriff am Rhein und in der Welt. Steinerne Zeugnisse der wichtigen Epoche – Synagogen, Friedhöfe und Ritualbäder – sind erhalten bzw. archäologisch gesichert. Untrennbar mit diesen einzigartigen Räumen jüdischer Tradition ist das immaterielle jüdische Erbe von SchUM verwoben: Gelehrsamkeit, Thora-Kommentare, liturgische Dichtungen, Alltagsbräuche, Mythen. SchUM ist auch jüdische Gegenwart.

Der Verein SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz wird getragen vom Land Rheinland-Pfalz, den Städten Worms, Speyer und Mainz, der Jüdischen Gemeinde Mainz-Worms, der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz und dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden Rheinland-Pfalz.  Text und Foto: SchUM-Städte e.V.

15.03.2016


DRK Vorderpfalz eröffnet neues „Zentrum für Altenhilfe“

Aufgaben zur Bewältigung des demographischen Wandels und Erinnerung an bemerkenswerte Speyerer Persönlichkeit  in traditionsreichem Gebäude in der Speyerer Wormser Landstraße

cr. Speyer-  Insbesondere ältere Speyerer mögen sich noch gut an ihn erinnern: Jakob Kraus, viele Jahrzehnte lang Obermeister der südwestdeutschen Herrenschneider-Innung und von 1953 bis 1964 Bundesvorsitzender des „Verbandes Deutscher Herrenschneider“, der von seinem Atelier in edlem Naturholz-Ambiente in der Speyerer Wormser Landstraße 16 aus modebewusste Herren in aller Welt dezent und nach einem ureigenen, von ihm selbst entwickeltem „dernier crie“ modisch kleidete.

Der stets ebenso höflich-zuvorkommende wie charmant-elegante Tailleur mit dem unverwechselbaren „Menjou-Bärtchen“ „zauberte“ für seine zumeist höchst anspruchsvolle Kundschaft in aller Welt seine ganz persönlichen, ausgeprägt modischen Phantasien in mindestens zweimal jährlich wechselnden Kollektionen auf die Laufstege der Modewelt, entwarf gemeinsam mit den wichtigsten Designern der Welt die von ihm selbst entworfenen Stoffe - „erfand“ dazu immer wieder neue Schnittführungen und trug so dazu bei, den Ruf Speyers auch als der einer „ganz besonderen Modestadt“ zu stärken.

Doch diese modisch herausragenden Zeiten sind längst vorüber: Wiederholt wechselten in den darauffolgenden Jahrzehnten Mieter und Nutzer des Hauses mit seiner großzügigen Schaufensteranlage im Erdgeschoss und der mit hellblauen Fliesen belegten Fassade.

Auch jetzt stand wieder ein Nutzerwechsel bevor: Die „Altenhilfe“ des „Deutschen Roten Kreuzes Vorderpfalz gGmbH“ hat hier nämlich zum 1. März 2016 in der Verantwortung von Kreisgeschäftsführer Michael Kurz und unter der Leitung der neuen Teamleiterin Ilona Stegeli sein neues, lokales „Domizil“ eröffnet, in das sie nach der Aufgabe ihres früheren Standortes in der Speyerer Petschengasse bereits vor zwei Jahren umgezogen ist.

Wie Michael Kurz auf Rückfrage des SPEYER-KURIER berichtete, werden im Mittelpunkt der Aufgaben der neuen Kreisgeschäftsstelle neben der Führung und Betreuung von je einem Seniorenzentrum- und einem Pflegeheim in Ludwigshafen die Organisation einer Sozialstation mit rund 60 SeniorInnen im Rhein-Pfalz-Kreis stehen. Ebenfalls von der Speyerer Kreisgeschäftsstelle aus wird die Hausnotruf-Zentrale in Speyer und dem Rhein-Pfalz-Kreis geführt.

Aufgaben des DRK, die so wichtig sind, dass es sich auch der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger und der Vorsitzende des DRK Vorderpfalz, Willi Dörfler, nicht nehmen lassen wollten, zu der Eröffnung der neuen Geschäftsstelle in das traditionsreiche Ladengeschäft in der Wormser Landstraße 16 zu kommen.

Wie Dörfler bei dieser Gelegenheit berichten konnte, habe die vom DRK geführte „Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge und Asylbegehrende“ in der seit dem 1. Januar allein noch diesem Zweck zur Verfügung stehenden Speyerer Kurpfalzkaserne inzwischen bereits über 1.000 Asylbegehrende in die Einrichtung aufnehmen, sie dort betreuen und auf ihren ersten Schritten in einem neuen Leben begleiten können. Von hier aus sollen die Flüchtlinge in längerfristigere Wohnungen umgesetzt und ihre Integration in die sie neu empfangende Gesellschaft betrieben werden.

Während die hier geleisteten Aufgaben aber nach Überzeugung des Speyerer Oberbürgermeisters wohl nur so lange temporär genutzt werden müssen, bis das Kriegsende den Flüchtlingen die Rückkehr in ihre angestammte Heimat ermöglicht, würden die anderen sozialen Aufgaben, die das DRK von der Wormser Landstraße aus betreuerisch wahrnimmt, wohl angesichts des demographischen Wandels wohl eher auf Dauer angelegt sein – eine Rolle, in der Hansjörg Eger die neue Einrichtung deshalb noch umso herzlicher begrüßen möchte. Foto: gc; Foto Jakob Kraus, Stadtarchiv Speyer

02.03.2016


Dreck-weg-Tag 2016

Das Sammelergebnis

Speyer- 3064 große und kleine Umweltaktivisten haben an den beiden Dreck-weg-Tagen 70 m³ Restmüll im Stadtgebiet eingesammelt. Hinzu kommt der wilde Müll in der Peripherie: im Binsfeld, an der Rheinhäuser Fähre und unter der Autobahnbrücke  haben Ehrenamtliche jeweils einen 10 m³ großen Container gefüllt.

Während sich der Restmüll auf dem Niveau des Vorjahres bewegt, hat sich der wild entsorgte Glasmüll um fast die Hälfte auf 3,5 m³ reduziert. „So wenig Glasmüll haben wir in 14 Jahren Dreck-weg-Tag noch nicht gehabt“, freut sich Angela Sachweh von den EBS über die Abschlussbilanz in der Walderholung. Wesentlich reduziert hat sich auch der Schrott, die rund 3 m³ stellen weniger als ein Drittel des Vorjahresergebnisses dar (2015: waren es noch 10 m³ Schrott). Mit Blick auf den Elektroschrott hat sich der abnehmende Trend fortgesetzt. „Es ist bei den  Bürgern angekommen, dass Elektrogeräte kostenfrei im Abfallwirtschaftshof entgegengenommen werden“, so das Resümee der zuständigen Dezernentin Stefanie Seiler.

Auch in puncto Sperrmüll sind die Müllsünden rückläufig, stellen Seiler und Sachweh bei ihrer gemeinsamen Inspektion der Restmüllcontainer an der Walderholung fest, bei der sie  lediglich ein orangenes Sofa und eine Matratze registrieren. Auch diese zwei Fundstücke seien vor dem Hintergrund der kostenfreien Abgabe von 3m³ Sperrmüll pro EBS Kunden und Jahr nicht nachvollziehbar, kommentiert Beigeordnete Seiler, in deren Zuständigkeit auch die EBS fällt. 

Im Container für wild entsorgten Elektroschrott fanden sich zwei Rasenmäher,  drei Mikrowellen, ein Radiogerät, ein DVD-Player, ein Fernsehgerät, eine Kaffeemaschine und ein Bügeleisen.  Dispersionsfarbe, Lack- und Ölgebinden füllen rund 1 m³ des Sondermüllcontainers, daneben türmten sich 16 Autoreifen, ein Autobatterie und ein PkW-Achsschenkel mit Federbein. Ferner wurden auf dem Parkplatz hinter dem Naturfreundehaus gleich 4 Flaschen Propangas wild entsorgt: 2x 47 kg, 1 x 19 kg, 1 x 13 kg und am Russenweiher ein Abfallsack mit Asbest-Platten.

Der BUND überreicht Oberbürgermeister Hansjörg Eger beim Helferessen in der Walderholung seinen wertvollsten Fund „eine echte Pistole“. 

Text: Stadt Speyer; Foto: jw

28.02.2016


Speyerer - hinaus an die frische Luft! - Es ist wieder „Dreck-Weg-Tag“

KiTa „Cité des France“ bildet in diesem Jahr die Vorhut....

Speyer- cr. Im Beisein der Städtischen Umweltdezernentin Stefanie Seiler gaben sie bereits heute vormittag den Startschuß für die diesjährige „Dreck-Weg-Aktion“ der Stadt Speyer - die drei Gruppen der KiTa „Cité de France“ mit ihren insgesamt dreißig Kindern, die vor Jahren schon von der GEWO im Erdgeschoß eines der früher als Wohnungen für französische Offiziere und Unteroffiziere genutzten Wohnblocks in der Speyerer Kämmererstraße zur Kindertagesstätte umgewandelt worden war.

Bereits zum achten Mal in Folge beteiligt sich die Kita „Cité de France“ in diesem Jahr an dieser Aktion zur Entmüllung von Speyer.

Wie Stefanie Seiler und die für den „Dreck-Weg-Tag“ mitverantwortliche Städtische Pressesprecherin Barbara Fresenius mitteilen konnten, hätten sich bereits am ersten Tag des Projektes insgesamt 2.414 KiTa-Kinder einschließlich der Schülerinnen und Schüler Speyerer Grundschulen mit großem Engagement für die Sauberkeit ihrer Heimatstadt eingesetzt. Und am morgigen Samstag, so Seiler, wird diese Zahl noch einmal weiter anwachsen, hätten doch genau 3.065 Speyerer aus Vereinen und vielen anderen Institutionen bereits im Vorfeld ihre Teilnahme verbindlich angemeldet.

Im Ergebnis rechnet Umweltdezernentin „Steffi“ Seiler deshalb auch in diesem Jahr wieder mit mehreren Tonnen Abfall, Müll und Unrat der unterschiedlichsten Klassifizierung, die im Verlaufe des morgigen Vormittags eingesammelt werden sollen.

Um 12.00 Uhr mittags wird „Steffi“ Seiler dann zu der inzwischen schon traditionellen, zünftigen Mittagsmahlzeit in die Räume der „Walderholung“ in der Iggelheimer Straße einladen – auch dies ein Ereignis, das für viele Speyerer inzwischen zum festen Jahreskalender gehört..

Übrigens sind morgen alle Speyerer den ganzen Vormittag über eingeladen, sich an dieser so ganz „besonderen Sammelaktion“ zu beteiligen. Müllsäcke, Arbeitshandschuhe und spezielle Zangen zum „Aufklauben“ des Abfalls, die aus Spenden der Speyerer Wirtschaft zentral beschafft wurden, stehen reichlich zur Verfügung.

Also: Auf denn, wenn denn das Wetter auch morgen so schön bleibt, wie es schon heute war, dann verspricht die Speyerer „Dreck-Weg-Aktion“ auch in diesem Jahr wieder eine höchst nützliche und zugleich amüsante Veranstaltung zu werden – also hingehen und mitmachen! Fotos: gc

26.02.2016


Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr

Die Kinder der Kita Cité de France ziehen mit dem Bollerwagen auf Mülljagd

Dreck-weg-Tag der Kitas und Schulen

Speyer- Mülltrennung steht in der städtischen Kindertagesstätte Cité de France auf der Tagesordnung und „wenn die Kinder Zeugen werden, wie jemand achtlos Müll wegwirft, sprechen sie denjenigen auf sein Fehlverhalten an“, betont Erzieherin Beate Kögel und verweist auf die 8. Teilnahme der Kita am Dreck-weg-Tag.

In unmittelbarer Näher zu ihrer Einrichtung haben die kleinen Umweltaktivisten heute Morgen gemeinsam mit Umweltdezernentin Stefanie Seiler vor allem Verpackungsmüll gefunden. Nur Sektflasche, Scheibenwischer und ein Holzschläger zum Beach-Ball-Spielen waren zu groß für die kleinen Greifzangen, da musste die Arbeitshandschuhe übergestreift werden.

Umweltdezernentin Stefanie Seiler und die Kinder sind sich einig: Die Kita ist kein Hundeklo!Empörung löste bei Kindern wie Erziehern gleichermaßen das Fundstück „Hundekot“ aus, insbesondere auf ihrem Spielplatz. Dieser ist nämlich nach Schließung der Einrichtung öffentlich zugänglich. Und manch Hundebesitzer zeige sich von dem Hinweisschild am Eingangstor unbeeindruckt. Neben ihrem Ärger über den ignorierten Appell, haben sie auch eine positive Meldung für die Umweltdezernentin.

Merklich zurückgegangen seien Getränkedosen und Flaschen, dank Pfandeinführung, bestätigt Erzieherin Elke Guth, die sich an beiden Aktionstagen für ein sauberes Stadtbild engagiert und morgen mit dem Alpenverein im Einsatz ist. Ihr wie allen großen und kleinen Teilnehmern des Dreck-weg-Tages dankte die Umweltdezernentin für die tatkräftige Unterstützung für ein sauberes Speyer.

Umweltdezernentin Stefanie Seiler und Sophia entsorgen einen ScheibenwischerAllein die pädagogischen Einrichtungen (19 Kitas und 12 Schulen) haben zum Dreck-weg-Tag 2414 Teilnehmer angemeldet. Diese haben heute 25 Kubikmeter Restmüll und 1,1 Kubikmeter Glas im Stadtgebiet zusammengetragen. Ferner fanden sie einen Rasenmäher, ein Fahrrad, einen Autoreifen sowie drei Mikrowellen, ein Radiogerät, einen DVD-Player und einen Wandtresor.

Morgen setzten 634 ehrenamtliche Kräfte von 48 Vereinen und Verbänden den kollektiven Frühjahrsputz auf Speyers Gemarkung fort.

Text und Foto: Stadt Speyer, Presse

26.02.2016


Rotary Club Speyer überreicht Spende

v.L.: Präsident Thomas Stevens (Rotary Club Speyer), Vorsitzende Gisela Herschbach (Dommusik-Förderverein) und Domkapellmeister Markus Melchiori.

Dommusik-Förderverein freut sich über 15.000 Euro

Speyer- Es war ein voller Erfolg in vielerlei Hinsicht. Im Anschluss an das Benefiz-Konzert Ende Januar konnte jetzt der Dommusik-Förderverein den Erlös des Abends in Höhe von 15.000 Euro aus den Händen des Präsidenten des Rotary Clubs Speyer Thomas Stevens in Empfang nehmen.

Rund 800 Gäste waren der Einladung der Rotarier in die Speyerer St. Josephskirche gefolgt. Organisator Thomas Stevens bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit der Dommusik, die wunderbare Musik und schöne Atmosphäre des Abends. Unter dem Titel „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“ hatten der Domchor Speyer, Mitglieder des Mädchenchors und der Domsingknaben, die Dombläser, die Sopranistin Annabelle Hund und Markus Eichenlaub an der Orgel  unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori einen Streifzug durch die kirchenmusikalische Geschichte dargeboten .

Insgesamt schüttet der Rotary Club Speyer als Erlös aus seinen Weihnachtsaktionen und dem Konzert in diesen Tagen 35.000 Euro an verschiedene Empfänger aus. Den größten Anteil erhält mit 15.000 Euro der Dommusik-Förderverein, der damit den Stimmbildungsunterricht für die Kinder des Mädchenchors und der Domsingknaben finanziert. „Wir bedanken uns sehr bei den Verantwortlichen des Rotary Clubs Speyer“, so die Vorsitzende des Dommusik-Fördervereins Gisela Herschbach bei der Spendenübergabe. „Es ermöglicht uns, die Arbeit der Dommusik im Bereich der Kinder und Jugendlichen weiter zu unterstützen. Die jungen Sängerinnen und Sänger kommen so in den Genuss einer fundierte musikalischen Ausbildung“, so Herschbach weiter.

Text: Bistum Speyer, Presse Foto: Dommusik Speyer, Presse

25.02.2016


Einbruchschutz in Speyer - Erfolgreiche Informationsveranstaltung

Speyer- Am 23.02.2016 informierte der Kriminalpräventive Rat der Stadt Speyer zum Thema Einbruchschutz. Rund 120 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung in den „kleinen Saal“ der Stadthalle Speyer gefolgt.

Nach der Begrüßung durch den Schirmherrn der Veranstaltung, Herrn Oberbürgermeister Hansjörg Eger, erhielten die Zuhörer Informationen der Polizei zu aktuellen Einbruchszahlen, Täterstrukturen, Präventionsmöglichkeiten u.v.m.

Im Anschluss an die Fachvorträge nutzten die Anwesenden die Gelegenheit zum Austausch mit den Polizeibeamten. Das Interesse lag dabei insbesondere auf unseren Grundschutzberatungen - Beratungen, die die örtliche Polizeidienststelle bei den Bürgerinnen und Bürgern zuhause durchführen – kostenlos!

Hansjörg Eger bedankte sich im Anschluss bei der Polizei für die Initiative zur Informationsveranstaltung und die gute Organisation.

Zufrieden war auch der Leiter der Polizeiinspektion Speyer, Uwe Giertzsch: „Ich freue mich, dass wir durch die Veranstaltung so viele Bürgerinnen und Bürger informieren konnten und interessante Gespräche führen konnten.“

Aufgrund der guten Resonanz soll die Veranstaltung 2017 wiederholt werden!

Information Grundschutzberatung:

Sollten Sie auch Interesse an einer individuellen Beratung zu Präventions- und Sicherungsmöglichkeiten in ihrem Zuhause haben, vereinbaren sie bitte telefonisch einen Beratungstermin. Rufnummer: 06232-137-0 oder per E-Mail: pispeyer@polizei.rlp.de.

Text: Polizeiinspektion Speyer, Presse Foto: spk, archiv

24.02.2016


Ferienprogramme in den Sommerferien

Speyer- Drei Ferienprogramme für verschiedene Altersgruppen finden in den Sommerferien unter der Regie der Jugendförderung in der Walderholung, auf dem Abenteuerspielplatz im Erlich und im bademaxx statt. Jährlich ab Aschermittwoch sind Anmeldungen zu den Sommerferienprogrammen möglich.

Das Ferienprogramm in der Walderholung ist ein Ganztagesangebot  für alle Speyerer Grundschüler/innen. Es beginnt am 18. Juli und endet am 19. August 2016 und findet täglich von 7:45 bis 16:30 Uhr statt.

Unter dem Motto „Spielen – Lachen – Ferienmachen“ werden die Kinder in Kleingruppen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen betreut und verbringen miteinander den Tag: Gemeinsames Basteln, Bauen, Spielen und Kochen stehen ebenso auf dem Programm wie ein Ausflug ins bademaxx oder Streifzüge in die Umgebung der Walderholung.

Morgens holt ein Bus die Kinder in den Stadtteilen ab, am Nachmittag werden sie wieder zurückgebracht. In Absprache mit dem Leitungsteam, können die Kinder auch zu flexiblen Zeiten gebracht und geholt werden.

Die Kinder können wochenweise zum Ferienprogramm angemeldet werden. Eine Wochenkarte kostet für ein Kind 52,- €. Für Geschwisterkinder werden jeweils 46,- € fällig. Der ermäßigte Preis für eine Wochenkarte (z. B. bei Bezug von Arbeitslosengeld II) beträgt 27,- €.

Auf dem Abenteuerspielplatz im Erlich finden in den ersten beiden Wochen der Sommerferien die Abenteuerwochen statt. Die Abenteuerwochen sind ein Halbtagesangebot (7:45 bis 13 Uhr) und richten sich ebenfalls an Speyerer Grundschulkinder.
Hier lautet das Motto „Spiel, Spaß und Spannung“. Spiel- und Bastelangebote, Sport und Musik und nicht zu vergessen das legendäre „Woogbachrafting“ lassen die Vormittage schnell vergehen.
Die Wochenkarte für die Abenteuerwochen kostet 27,50 €. Der ermäßigte Preis liegt bei 15,- €.

An die etwas älteren Kinder und an Jugendliche im Alter von 11-16 Jahren richtet sich der Ferienpass. Er findet durchgängig in allen sechs Ferienwochen statt und kostet je Woche 5,- €.
Neben einem täglichen Nachmittagsprogramm an der Ferienpassbasis im bademaxx gibt es zum Selbstkostenpreis eine Vielzahl von Ausflügen und Aktionen der Jugendförderung und kooperierender Sportvereine: Ausflüge zum Felsenmeer im Odenwald oder zum ZDF in Mainz stehen beispielsweise ebenso auf dem Programm wie Übernachtungsaktionen im bademaxx oder ein Besuch des Kletterwalds.

Weitere Informationen sowie Bilder und Videos zu den Ferienprogrammen früherer Jahre finden sich auf www.jufö.de. Hier sind rund um die Uhr auch Online-Anmeldungen zum gesamten Programm der Jugendförderung möglich – für Kurzentschlossene übrigens auch noch für die zweite Ferienwoche (29. März bis 1. April) zum Osterferienprogramm in der Walderholung.

Für telefonische Anfragen ist die Jugendförderung unter 0 62 32 / 6773-180 erreichbar.

Text und Foto: Stadtverwaltung Speyer, Presse

10.02.2016


Strahlende Gesichter, frohes Lachen

Lebenshilfe Speyer-Schifferstad feiert mit den „Böhler Hängsching“ Fassenacht

von Franz Gabath

Speyer/Böhl-Iggelheim/Vorderpfalz/Schifferstadt- Wie schon seit vielen Jahren besuchen die „Böhler Hängsching“ mit ihrer liebreizenden Prinzessin. die Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt im Wohnheim in Speyer. Dieses Jahr führte die charmante Nicole II. die starke Abordnung der „Hängsching“ an.

Der Besuch wurde eine Fastnachtsveranstaltung die fast 2 Stunden dauerte. Über Sechzig erwartungsvolle Bewohnerinnen und Bewohner, alle fastnachtlich kostümiert, hatten sich mit ihren Betreuerinnen und Betreuern im liebevoll geschmückten Speisesaal versammelt. Herzlich und lautstark wurde die große Abordnung der „Böhler Hängsching“, angeführt von Prinzessin Nicole II. und ihrem 1. Vorsitzenden, Clemens Kreitner, begrüßt. Der Besuch der Lebenshilfe in Speyer –Schifferstadt entstammte vor Jahren einer Idee von der damaligen Prinzessin Anna-Katharina I. Tochter des Vorsitzenden der „Hängsching, Clemens Kreitner.  Aus Böhl leben Menschen, die mit Familien aus dem Kreise der „Hängsching“ verbunden sind, im Wohnheim in Speyer. „Und denen wollen wir ein wenig „Spaß an der Freude vermitteln“ erklärte eine gut gelaunte Prinzessin. Diese Tradition möchte ich einfach fortsetzen und mit meinem Besuch zu einer festen Veranstaltung im Terminkalender der „Hängsching“ etablieren, erklärte Nicole II. ihre Intension auch in ihrer Regentschaft den engen Kontakt zur Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt zu pflegen.

Der Frohsinn stand beim Besuch im Mittelpunkt. Es war eine Freude die Begeisterung der gehandikapten Frauen und Männer zu sehen, als Nicole II. den Schlachtruf der  Böhler - „Hängsching ahoi“, übte.  Die Hängsching-Prinzessin. hatte Orden zu verteilen und jeder der Anwesenden erhielt von der Prinzessin einen Button mit ihrem Konterfei, so wie eine Autogrammkarte. Eine Geste die begeistert aufgenommen wurde. Stolz zeigten Viele auf ihre Auszeichnung auf der Brust.

Die „Hängsching“ hatten  ihrer Tanzmariechen , mitgebracht. Begeistert wurde der akrobatische Tanz der jungen Dame bewundert und beklatscht. Die Freude und Begeisterung der Närrinnen und Narhallesen drückte sich auch darin aus, dass mehrmals eine Polonaise durch den Saal gelaufen wurde und auch bei den bekannten Karnevalsschlager Arme und Beine kräftigt durchgeschüttelt wurden. Und es wurde auch schwungvoll getanzt. Die Fastnachter wurden noch zum Nachtessen eingeladen und danach wurde noch in froher Runde gefeiert. Ein Abend der größte Zufriedenheit bei den Heimbewohnern hinterließ, aber auch den Karnevalisten, wie zu hören war, Viel gegeben hat.

„Kommt wieder“ war immer wieder beim Abschied zu hören, und die „Hängsching“ versprachen dies für nächstes Jahr. Bild:fg

09.02.2016


Vorderpfälzer Tollitätenalarm in Speyer

Speyer- 47 Tollitäten aus 35 Vereinen machten am Mittwoch, den 20.01.2016 der Vereinigung ihre Aufwartung beim Vorderpfälzer Tollitätentreffen 2016. Ein glücklicher Tag... für die närrischen Häupter der Vorderpfalz aber auch für die Verbandsjugend, denn genialerweise hatte der Vizepräsident Pfalz gleich zu Beginn festgelegt, "wer sich freut da zu sein" kündigt damit automatisch seine Bereitschaft für eine Spende an die Verbandsjugend in Höhe von 5 Euro an.

Ihr glaubt nicht wie oft man sich an diesem Abend gefreut hat hier zu sein. Weit über 100 Euro kamen zusammen und legen den Grundstock für die bereits jetzt sehr erfolgreiche Verbandsjugendarbeit. Heike Unfricht Schriftführerin der Verbandsjugend strahlte über so viel Freude zum Spenden. Und auch Ingo Bergold, der Archivar strahlte, erhielt der Verband doch einen Till vom Speyerer Königreich als Dauerleihgabe für das Museum und der Kerle ist wohl schon richtig alt.

Stolz übergab Bernhard Bumb und sein Atlatus sowie der Bohnenkönig das alte Relikt aus langer närrischer Vorzeit. Das Präsidium in großer Zahl anwesend und der Seminarraum dicht gedrängt, so erlebten die Pfälzer Tollitäten einen wunderschönen Abend mit anschließender Führung durch das über die Region hinaus bekannte Fasnachtsmuseum des Zweitgrößten Landesverbandes im Bund Deutscher Karneval.

Ein wunderschöner Erinnerungsorden, gestiftet von der Firma Zinnhannes schmückte die stolze Brust der Lieblichkeiten und Tollitäten. Kurzweilig erlebnisreich und wieder einmal klasse von Gerald Bleimaier, dem Präsidenten Jürgen Lesmeister, Thomas G. Schwaab, Georg Fuesterer, Walter Egersdörfer samt seiner Frau Ingrid, Peter Schwiewager, Ingo Bergold, Pia Fouquet, Dietmar Beck und Rainer Holzhauser in Szene gesetzt. Hat Spaß gemacht ! Auf Wiedersehen im nächsten Jahr !

Nachstehende Tollitäten haben das Treffen in Speyer besucht:

Godramsteiner Karnevalverein Eva I. und Michele
Limburger Hofnarren Karnevalabteilung TG 04 Livia I. von Lihonesien
Karnevalverein Ingenheim " Die Sandhasen" Tina I. und Johannes I....
Karnevalclub Igglemer Bessem Annika I.
Speyerer Karnevalgesellschaft Sarah II.
KG Bellheim Denise I.
Carneval-Club Speyer 2000 Lady Carneval Sonja I.
KV "Frohsinn" Edenkoben Sabrina I.
Tanzverein "Kaiserfunken" Martina I.
KV " Böhler Hänsching" Nicole II.
BICC Billigheimer Carnevalclub Anna-Lena I. und Patrick I.
Impflinger Carneval-Verein 1995 " Die Hanebber" Katharina I. und Jens I.
Karnevalverein "Herxemer Wind" Kevin I. und Julia I.
Karnevalverein Dudenhofen e.V Christina I.
Karnevalgesellschaft Rot -Weiß " Die Stecher" Rülzheim e.V. Lisa I. und Manuel I.
Carnevalverein " Narrhalla" Herxheim e.V. Nicole I. und Jürgen IV.
Bobenheimer Carnevalverein " Die Zellerieköpp" Sara I.
Haßlocher Carnevalverein 1959 Sabrina I.
Fasnachtsgesellschaft Speyerer Königreich König Reiner
BI-KA-GE " Die Krautköpf" 1963 e.V. Sascha II. und Melanie I.
Landauer Carnevalverein "Narrhalla" Dominik I. und Magdalena I.
Karnevalverein " Rheinfunken" Kirsten I. und Michael II.
KG Schlotte Schifferstadt Vivien I.
1. Karnevalverein Limburgerhof e.V. Lara I. von der Prinzengarde
KG " Wasserhinkle " Altrip Ramona I.
KG Royal Frankenthal-Studernheim Stadtprinzessin Frankenthal Yvonne I.
Tusnesia Neuhofen Vivien I.
Karneval-Verein Neustadt 1840 e.V. Alexandra I. und Kevin I.
Karnevalverin Hördt " Die Benserobber" e.V. 30. Benserobber Mike Reddmann
Karnevalverein "Bruchkatzen" Ramstein Anne I.
Karnevalverein Rot-Weiß "Die Gäseknie" Berg Fabienne I.
Karnevalverein Dirmstein Alicia I.
Mußbacher Ausles Kristina I.
Wasserhinkle Leimersheim Claudia I. und Christian I.
KV Uno Waldsee Janina I.

Text und Foto: Rainer Holzhauser Pressereferent  der Vereinigung
der Deutschen Fastnacht (BDK) für Baden / Pfalz

22.01.2016


THW Speyer nach Brand in Asylunterkunft mehrmals im Einsatz

Speyer-  Am Freitag, den 15. Januar 2016, brannte in Speyer eine kommunale Asylunterkunft vollständig aus. Nach Abschluss der Löscharbeiten war das Technische Hilfswerk (THW) Speyer mehrmals im Einsatz, um das Gelände auszuleuchten und das Gebäude zu sichern.

Am Freitagabend wurde gegen 23:00 Uhr die zweite Bergungsgruppe (2. BG) alarmiert, um das Gelände auszuleuchten. Da Brandstiftung zu dieser Zeit noch nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde das Gebäude die gesamte Nacht durch die Polizei bewacht. Auftrag der 2. BG war die Beleuchtung des Geländes, um der Polizei die Überwachung zu erleichtern. Die Beleuchtung wurde am folgenden Samstag gegen 10:00 Uhr wieder zurückgebaut.

Gegen 14:00 Uhr wurde der gesamte Technische Zug des THW Speyer alarmiert. Einsatzauftrag war es das Gebäude gegen unberechtigtes Eindringen zu sichern. Es galt alle Öffnungen zu verschließen. Innerhalb von 3 Stunden wurden 11 Türen und Fenster mittels Spanplatten und Balken verschlossen. Gegen 17:00 rückten die Helfer wieder ab und stellten im Ortsverband die Einsatzbereitschaft wieder her.

Text und Foto: THW Speyer

17.01.2016


Neues Wertstoffgesetz führt zu höheren Kosten

Recyclingziele und Arbeitsplätze vor Ort gefährdet

Speyer- Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) hat am 21. Oktober 2015 den Arbeitsentwurf für ein Wertstoffgesetz veröffentlicht. Ziel des Gesetzes ist es, negative ökologische Auswirkungen von Verpackungsabfällen und sonstigen Haushaltsabfällen aus Kunststoffen oder Metallen zu vermeiden oder zu verringern. Dazu soll die Produktverantwortung, die bisher nur für Verpackungen gilt, auf sogenannte stoffgleiche Produkte, wie etwa die Bratpfanne oder das Bobbycar, ausgeweitet werden.

Der Arbeitsentwurf läuft auf die Privatisierung der Wertstofferfassung in der Hausmüllentsorgung hinaus. Denn mit der Organisation sollen die dualen Systeme betraut werden, ein intransparentes und ineffizientes System, das 2014 kurz vor dem Kollaps stand und bei Kunststoffen nur eine Recyclingquote von 20 Prozent erreicht.

Sollte das Gesetz so umgesetzt werden, würde weiterhin ein teures und ineffizientes Parallelsystem in der Entsorgung aufrechterhalten und sogar ausgebaut werden. Zur Lizenzierung und Mengensteuerung soll nach dem Gesetzentwurf eine neue Mammutorganisation unter Federführung des Handels mit teilweise hoheitlichen Aufgaben geschaffen werden. Dazu Beigeordnete Stefanie Seiler: „Wir als kommunaler Abfallwirtschaftsbetrieb sind tagtäglich und seit Jahrzehnten für eine bürgerfreundliche und nachhaltige Abfallentsorgung im Einsatz. Der Gesetzentwurf soll uns nun an den Rand drängen. Das können wir nicht akzeptieren. Des Weiteren wird der Bereich der Abfallwirtschaft als ein wichtiger Bestandteil kommunaler Arbeitgeber völlig verkannt. Allein bei den EBS sind dies 18 Arbeitsplätze.“

Auch vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) kommt massive Kritik am Arbeitsentwurf zum Wertstoffgesetz. Der Gesetzentwurf lasse nicht erkennen, dass mit den vorgeschlagenen Regelungen Abfall vermieden oder mehr stofflich verwertet werden kann. Wer hohe Recyclingquoten erreichen wolle, müsse auf die Kommunen setzen, heißt es vom VKU. Zudem seien noch zentrale Fragen – etwa, was genau denn als Wertstoff definiert ist – ungeklärt. Nur wenn etwa die stoffgleiche Nichtverpackung leichter als fünf Kilogramm ist, soll sie unter die Produktverantwortung fallen. Je größer und schwerer ein Erzeugnis sei und je mehr Ressourcen man für die Herstellung eines Produktes aufwende, umso eher entgehe man der Produktverantwortung. Fehlanreize seien so vorprogrammiert, so der VKU.

Wolfgang Bühring, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer GmbH ergänzt: „Ich glaube nicht, dass eine solche Regelung dazu beiträgt, die Abfalltrennung intuitiv verständlich und einfach zu machen. Und genau das wünscht sich der Bürger von einer zukunftsfähigen Entsorgungswirtschaft“. Außerdem benötigen alle Beteiligten mehr Planungssicherheit, um unternehmerische Prozesse langfristig organisieren zu können, so Bühring.

Peter Nebel, Teamleiter Entsorgung bei den Stadtwerken Speyer unterstreicht, dass sowohl die bisherige Wertstoffentsorgung auf Basis der Verpackungsverordnung als noch viel mehr das im Entwurf vorliegende Wertstoffgesetz volkswirtschaftlich unsinnig ist.

Bühring und Nebel halten eine an den jeweiligen Kernkompetenzen orientierte Arbeitsteilung zwischen den kommunalen Entsorgern und der Privatwirtschaft für den richtigen Weg. Und das Ganze ohne eine neue Mammutorganisation zu deutlich geringeren Kosten.

Beigeordnete Seiler appelliert vor diesem Hintergrund an die zuständigen Bundes- und Landtagsabgeordneten, sich für eine bürgerfreundliche und nachhaltige Abfallwirtschaft einzusetzen. Stadt Speyer, Presse 

12.01.2016


Nachtwächter übergibt traditionelle Jahresspende

3.010,- EUR gehen 2015 an verschiedene Einrichtungen in und um Speyer

Speyer- Alle Jahre wieder nutzt der Nachtwächter von Speyer seinen letzten öffentlichen Rundgang im Jahreslauf auch dafür, um seine traditionelle Nachtwächter-Spende an verschiedene soziale und karitative Einrichtungen und Projekte zu übergeben. Bereits zum 13. Mal fand nun am Dienstagabend am Brezelbrunnen auf dem Königsplatz die symbolische Spendenübergabe statt. Der “wohlleibliche Herre Nachtrath” Otmar Geiger zeigte sich darüber erfreut, dass auch in diesem Jahr wieder ein "ordentlicher" Spendenbetrag zusammengekommen sei. "Dies ist aber nur dank der Unterstützung all der Menschen möglich, die 2015 an den Nachtwächterrundgängen in Speyer teilgenommen haben”, gab er den Beifall der bereits auf den Rundgang "zwischen den Jahren" wartenden Besucher aus der ganzen badisch-pfälzischen Region zurück.
Dank der diesjährigen Summe von 3.010,- Euro beläuft sich der Gesamtbetrag der Jahresspenden seit 2003 inzwischen auf 32.447,50 Euro. Da es ihm und seiner Familie aus eigener Erfahrung immer wieder ein Herzensanliegen ist, geht auch in diesem Jahr ein großer Teil der Summe an den Förderverein Kindernotarztwagen Speyer. Mit weiteren Förderbeiträgen werden zudem wieder weitere Projekte und kleinere Aktionen in und um Speyer unterstützt.

Das Nachtwächterjahr 2016 beginnt der Heimat- und Brauchtumsforscher Otmar Geiger traditionell mit dem historischen Neujahrsruf. Der erste öffentliche Rundgang im neuen Jahr ist der Dreikönigsgang am Mittwoch, 6. Januar, der um 17.00 Uhr am Brunnen auf dem Königsplatz beginnt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, Karten gibt es vor Ort oder vorab in der Tourist Info Speyer. Weitere Informationen unter www.erlebnis-speyer.de. Text und Foto: OG

30.12.2015


Ruchloser Diebstahl oder nur „Dummer-Jungen-Streich“?

„Warm'nachtsbaum“ am Adenauer-Park nur wenige Stunden nach Übergabe völlig leergeräumt

cr. Speyer. Der „Warm'nachtsbaum“ für Obdachlose und Bedürftige“ , den die Speyererin Roswitha Schulz beim Stöbern in „Facebook“ auf einer Seite eines Users aus Gütersloh entdeckt hatte – er könnte doch auch etwas für Speyer sein. Also meldete sich Frau Schulz mit ihrer Idee bei der Speyerer Sozialdezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs, und „rannte“ damit „offene Türen“ ein: Ein Baum, an dem spendenfreudige Menschen Schuhe, warme Kleidung, Süssigkeiten und Hygieneartikel in wasserdichten Verpackungen befestigen könnten, damit sie dort von Bedürftigen abgenommen und zum persönlichen Gebrauch mitgenommen werden – das war ein Gedanke, der auch der Bürgermeisterin gefiel.

Rasch war neben dem Haupteingang zum Adenauer-Park in der Bahnhofstraße beim Denkmal von „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn – Sie wissen schon, liebe Leserin, lieber Leser: der mit den vier „f“ „frisch, fromm, fröhlich, frei“, dessen Gedenkplakette in Speyer schon vor Jahren entwendet wurde – ein geeigneter Baum gefunden, sodass sich die hochgradig Internet-affine Speyererin daran machen konnte, ihren Einfall in geeigneter Weise zu kommunizieren. Und das war natürlich „Facebook“, bei dem sich schon eine Stunde nach der Veröffentlichung mehr als 200 „Follower“ – Freunde also – für diese Idee begeistert hatten.

Gestern nachmitag, Punkt 15.00 Uhr, war es nun soweit: Da traf sich die neue Speyerer „Community“, um ihre wintergerechten Mitbringsel an dem uralten Baum zu befestigen, auf den ein weithin sichtbares rotes Schild hinweisen sollte. Und auch wenn von Winter weit und breit nichts zu sehen und zu spüren war, so konnten sich doch die mitgebrachten Gaben sehen lassen: Winterschuhe, Thermohosen, warme Wollpullover, handgestrickte Mützen und Handschuhe – dazu zwei „Iso-Matten“, Hygiene-Artikel wie Seife, Zahnpasta und Zahnbürsten - ein hilfsbereiter Passant trennte sich gar spontan von seiner modisch-ärmellosen Lederweste. Es mögen wohl gut und gerne um die fünfzig Liebespakete mit Kleidung, Hygienartikeln und Süssigkeiten gewesen sei, die sich da, sorgfältig verpackt, an einem Tau um den Stamm des alten Baumes nach oben schlängelten....

Stolz posierten die Akteure vor dem Baum, ehe sie ihn bei einbrechender Dunkelheit sich selbst und dem Interesse potentieller Interessenten überließen.

Doch um so schlimmer war es, als Roswitha Schulz schon kurz vor 19.00 Uhr von Klemens Dörr, einem der „Follower“ alarmiert wurde: „Alles weg - der ganze Baum ist leer“, mailte er der engagierten Dame, die sich sofort auf ihr Fahrrad schwang, um den Schaden mit eigenen Augen zu begutachten.

Und in der Tat: Der Baum war leer – ein „ruchloser Diebstahl“ zu Lasten von Menschen, die eh auf der Schattenseite unserer Reichtumsgesellschaft leben oder einfach nur ein „dummer Jungenstreich“?

Roswitha Schulz jedenfalls hat inzwischen Anzeige bei der Polizei gestellt.

Fazit: Eine gut gemeinte Aktion Einzelner, die anderenorts schon viel positive Resonanz gefunden hat, soll in Speyer schon nach knapp drei Stunden ein schmähliches Ende gefunden haben. Eigentlich kaum vorstellbar! Der SPEYER-KURIER hat deshalb bei Klaus Steckmann, Vorstand der Sparkasse Vorderpfalz darum gebeten, mitzuhelfen, dass auch die Speyerer auf eine solche Aktion stolz bleiben können...... Foto: gc

Lesen Sie im folgenden Presse-Stimmen zu vergleichbaren Projekten in anderen deutschen Städten, zusammengetragen von Roswitha Schulz:

Stricken für Obdachlose: Mit einem ganz besonderen Baum wärmen vier Freiburger Studenten Körper und Herzen ihrer bedürftigen Mitbürger. Ihr "Warmnachtsbaum" trägt Decken, Pullover und Schals - und eine warme Botschaft.

Die vier Freiburger Studenten Julian, Andreas, Peter und Yannik machen seit Juni vergangenen Jahres mit Aktionen für Obdachlose auf sich aufmerksam. Als "be japy" haben sie einen eigenen Verein gegründet. Ihr neuestes Projekt: Der "Warmnachtsbaum" in ihrer Unistadt.

Für den haben die vier jungen Männer zu Stricknadel und Faden gegriffen. Herausgekommen sind Pullis, Mützen, Schals und Decken, die jetzt an einem Baum in der Freiburger Innenstadt hängen - zusammen mit einer warmen Botschaft:

"Schön, dass es dich gibt"

"Ich bin für all die, die es in der kalten Jahreszeit besonders schwer haben. Eine Person hat mich gestrickt, um Dir etwas Wärme zu schenken. Schön, dass es dich gibt." Abgeschlossen wird die Botschaft mit einem Herz.

Verpackt in Plastiktüten baumeln die Stricksachen vom Ast daneben oder kleben am Stamm des Warmnachtsbaumes. Nicht alle sind von den vier Studenten, auch einige Freiburger haben sich mittlerweile beteiligt. Bleibt nur zu hoffen, dass sich wirklich nur Bedürftige die warmen Wollsachen abholen - zumindest bis zum Wochenende sind für Freiburg nachts frostige Temperaturen angesagt.

(Focus 23.02.2015)

http://be-japy.org/warmnachtsbaum/:

Der Winter kommt näher, dies ist die härteste Zeit für Menschen auf der Straße. Wie bereits im letzten Jahr möchten wir ein positives Zeichen setzen und benötigen Eure Hilfe dazu. Eine gestrickte Mütze oder ein Schal mit einer netten Botschaft sind ein Anfang, um Bedürftige in der kalten Jahreszeit zu unterstützen.

Wenn ihr Stricken könnt und jemanden eine Freude machen wollt, dann strickt was das Zeug hält. Hauptsächlich benötigen wir Mützen und Schals, aber es können auch andere nützliche Dinge an den Baum gehängt werden. Natürlich könnt Ihr uns auch ohne Strickfähigkeiten unterstützen. Die gestrickten Mützen und Schals müssen auch verteilt werden, das macht der Baumwart/Baumwärtin. Als Baumwart/Baumwärtin wirst Du Pakete mit Stricksachen aus ganz Deutschland bekommen und bist verantwortlich, damit einen zentral gelegenen Baum zu gestalten. 

Über Facebook:

Helfen mit Handarbeit – Strickt für den Warmnachtsbaum!

Die Nächte werden kühler und damit auch die Zeiten für obdachlose Menschen noch ein Stück schwerer. Diesen Menschen zu helfen kann so einfach sein und auch wenn viele Menschen mit den Gedanken spielen helfen zu wollen, kommen Berührungsängste und Alltagsstress oft dazwischen.
Die neueste Idee ist der Warmnachtsbaum, bei der warme Kleidung von jedem, der helfen möchte an einen bestimmten Baum der Stadt gehangen werden kann und somit für Bedürftige zur freien Verfügung steht.
Das Team von be japy will das Helfen vereinfachen & hat mit seinem Projekt Warmnachtsbaum eine tolle Idee für Handarbeitsfans. Seid mit dabei!

So wie die Städte: Wolfsburg, Osnabrück, Bottrop, Offenburg, München, Freiburg, Frankfurt, Münster und..und..und..

14. Dezember um 19:05....neuer Eintrag bei Facebook:

Am Bahnhof in Gütersloh steht seit heute ein "Warmnachtsbaum". Seine Äste tragen Dinge für Menschen, die es in der kalten Jahreszeit besonders schwer haben.

Das war der Auslöser für mich, diese Aktion auch hier in Speyer zu unterstützen.

23.12.2015


„Statt kurzem Sprint ein mühevoller Marathonlauf“

Bewältigung der Flüchtlingsproblematik weiterhin größte Herausforderung unserer Zeit – Stadt Speyer dankt ehrenamtlichen Helfern mit Fest im Alten Stadtsaal

cr. Speyer-  Ehrenamtliches Engagement auf allen Ebenen und in vielen Facetten – für Speyerer und ihre Freunde ist dies seit Jahrzehnten schon aktiv gelebter Alltag und Normalität. Um so bedeutsamer war diese von hohem Ethos zeugende Haltung deshalb gerade auch in den vergangenen Wochen und Monaten, als sich, bedingt durch den wachsenden Zustrom von immer mehr Flüchtlingen, auch in der Domstadt öffentliche Institutionen und freiwillige Helfergruppen vor stetig wachsende Herausforderungen gestellt sahen. Denn: dieser Krisenfall ist bei weitem noch nicht voll umfänglich bewältigt, auch wenn sich die Zahl der an den Grenzen Bayerns ankommenden Flüchtlinge zuletzt doch merklich verringert hat und die Speyerer samt ihrer Verwaltung für ihre gelassene, unaufgeregte Art, dem Flüchtlingsansturm Herr zu werden, immer wieder Lob von außen wie von innen erfahren dürfen.

Grund genug deshalb nun auch für die Speyerer Stadtspitze, wenige Tage vor dem Weihnachtsfest einen „Zwischenstopp“ für ein erstes Resümee einzulegen, um in besinnlich-heiterer Atmosphäre all jenen Dank zu sagen, die sich mit ihrem unermüdlichen Einsatz als Ehren- wie als Hauptamtliche um die Flüchtlinge und Asylbewerber kümmern. Zu diesem Zweck hatten die Aktiven des Kinder- und Jugendtheaters Speyer um den rührigen Leiter der Einrichtung, Matthias Folz, den traditionsreichen Saal des „Alten Stadtsaales“ so umbestuhlt, dass zumindest all diejenigen Platz fanden, die an diesem Abend nicht mit der Betreuung „ihrer“ Flüchtlinge beschäftigt waren.

Wie die Initiatorin des Abends, die zuständige Speyerer Sozialdezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs, dazu dankbar mitteilen konnte, seien inzwischen allein aus den öffentlichen Bereichen der Kirchen und Vereine, der Wohlfahrtsverbände sowie zahlreicher anderer, privater Initiativen rund 660 dauerhaft engagierte Akteure als Helfer im Einsatz, zu denen sich noch einmal gut 150 weitere Freiwillige gesellten, die sich mit eigens entwickelten Projekten sowie „auf Zuruf im Bedarfsfalle“ um die Flüchtlinge kümmerten.

Derzeit unter anderem betreut von dieser großen Zahl freiwilliger Helfer mit ihrem so ganz unterschiedlichen Hintergrund und ihrer gewaltigen Motivation würden derzeit knapp 500 Flüchtlingen und Asylbewerber in der Stadt leben, berichtete Oberbürgermeister Eger über die aktuellen Ist-Zahlen. Von diesen würden wohl sicher viele auf Dauer in Speyer wohnen bleiben und hier auch Arbeit suchen, zeigte sich Eger überzeugt.

Auch dass so mancher Flüchtling inzwischen schon wieder selbst zum Beispiel als Dolmetscher wertvolle Beiträge zur Integration seiner nach ihm in Deutschland angekommenen Landsleute und Sprachgenossen leiste und so von der Seite der Hilfeempfänger auf die der aktiv Helfenden gewechselt sei, unterstreiche die hohe Bedeutung der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit auf allen Ebenen und über die Grenzen der unterschiedlichen Ethnien hinaus. „Dennoch bleibt das, auf das wir uns hierzu einstellen müssen, im sportlichen Sinne wohl auch weiterhin kein Sprint, sondern kann allein nur ein alle Kräfte fordernder Marathonlauf sein“, so Eger weiter, der bei dieser Aufgabe auf „seine Zuständigkeit fürs Grobe“ verwies. So sei er dafür verantwortlich, dass die Flüchtlinge „ein Dach über dem Kopf“ bekämen und dass sie auch möglichst kurzfristig in Brot und Arbeit gelangten. „Deshalb: Wenn Sie freien Wohnraum anbieten können oder über einen freien Praktikumsplatz verfügen, dann melden Sie sich bitte direkt bei mir“. Denn hier gehe es um existentielle Fragen, für die sich jeder Bürger einsetzen müsse. Für alle anderen, sozialpolitisch-inhaltlichen Fragen sei seine Bürgermeister-Kollegin Monika Kabs zuständig.

Dank sagen wollte Eger dann aber doch noch der „Klambt-Mediengruppe“ Speyer, die – gleichfalls freiwillig – die kulinarische Versorgung der zahlreichen Helferinnen und Helfer übernommen hatte. Ihr Geschäftsführer Lars Joachim Rose zeigte sich in einem kurzen Grußwort tief beeindruckt von der Hilfsbereitschaft und dem Engagement der Freiwilligen in Speyer, die eine bei weitem größere Effizienz erreiche als zum Beispiel in einer großstädtischen Region wie es Hamburg, München oder Berlin seien. „Deshalb war es unser Wunsch, Ihnen hier in Speyer zu helfen, 'Danke' zu sagen und Ihnen damit zugleich unseren Respekt zu erweisen vor dem, was Sie hier leisten“.

Mit anrührend schön und ausdruckstief vorgetragenen Chansons umrahmte das Duo „Eure Freunde“ mit Astrid Milarch, Gesang und Walter Hoinka, Gitarre diesen in jeder Hisicht gelungenen Abend, dem Matthias Folz mit hintersinnigen Texten unter anderem der anarchistischen West-Berliner Kabarettgruppe „3 Tornados“ sowie des unvergessenen Hanns-Dieter Hüsch humorige, zum Teil aber ganz und garnicht vorweihnachtliche Akzente beisteuerte.

Nach soviel geistigen und kulinarischen Genüssen konnten sich dann die ehrenamtlichen Speyerer frisch gestärkt an die Fortsetzung ihrer so wichtigen, selbstgestellten Ausgabe der Flüchtlingsbetreuung machen. Foto: gc

23.12.2015


Speyerer Erdöl-Konsortium spendet Spielzeug für Flüchtlingskinder

Mit Spielsachen Eingewöhnung in andersgeartetes kulturelles Umfeld erleichtern

cr. Speyer- Wie sollte eine „über alle Ohren“ verschuldete kommunale Gebietskörperschaft wie die Stadt Speyer heute überhaupt noch funktionieren ohne den engagierten Einsatz von Freiwilligen aus dem Kreise seiner Bürgerschaft und seiner Unternehmen? Dies mag sich jetzt wohl auch die Speyerer Sozialdezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs, wieder dankbar gefragt haben, als sie ein Anruf des Geschäftsführers des Konsortiums „Palatina GeoCon“ und „GdF SUEZ“, Jürgen Siewerth, erreichte, der von ihr wissen wollte, mit was sein Unternehmen denn wohl zum Weihnachtsfest Flüchtlinge in der Stadt erfreuen könnte. Unter anderem den schon traditionellen riesigen Weihnachtsbaum vor dem Dom und die mehr als zwanzig frisch gepflanzten Obstbäume bei der Salier-Schule hatte das Konsortium ja zuletzt schon „spendiert“ - jetzt sollte es etwas sein, an dem in Speyer lebende Flüchtlingskinder ihre Freude haben sollten.

Für die Bürgermeisterin – selbst gelernte Pädagogin - war es da ein leichtes, eine entsprechende Antwort zu geben: In dem neuen Flüchtlingswohnheim im Birkenweg in Speyer-Nord, einem von zwei ehemaligen Mannschaftsquartieren der Bundeswehr auf dem Gelände der Kurpfalzkaserne, die seitens des Bundes inzwischen der Stadt zur Unterbringung von Asylbewerbern überlassen wurden und die aktuell mit 127 Flüchtlingen aus Syrien, Mazedonien, Pakistan, Afghanistan sowie aus dem Iran schon randvoll ausgelastet sind, lebt nämlich auch eine Vielzahl von Kindern im Vorschul- und Grundschulalter. Und die bräuchten dringend ein mit pädagogisch sinnvollen Spielsachen gut ausgestattetes Spielzimmer, so Kabs zu dem Unternehmensleiter.

Ein „Fall“ für die Pressesprecherin des Konsortiums, Beate Klehr-Merkl, die sich umgehend mit der Koordinatorin für Flüchtlingsfragen im Städtischen Fachbereich IV., Angelika Schaz und der vor Ort zuständigen Sozialarbeiterin Kornelia Münzer besprach, um danach ein bekanntes Speyerer Fachgeschäft für pädagogisch besonders wertvolle und kindgerechte Spielsachen „leerzukaufen“.

Rechtzeitig vor den Weihnachtsferien kam jetzt Beate Klehr-Merkl gemeinsam mit Jürgen Siewerth und dessen Kollegen Bernard Prost in die Unterkunft, um mitzuerleben, mit welcher Freude und Begeisterung drei der Kinder – die anderen waren zu dieser Zeit noch in der Schule bzw. in der KiTa – die Spielsachen „in Beschlag“ nahmen. Da war ein festlich gedeckter Kaffeetisch, an dem sich die Kinder spielerisch mit der Benutzung der Geschirre vertraut machen können und nebenbei die deutschen Begriffe für Teller, Tassen und Kannen kennenlernen. Eine „Gligger-Bahn“, LKW und ein Kranfahrzeug aus Holz, Memory-Spiele und vieles andere füllen jetzt das Spielzimmer, damit es den Kindern auch in der bevorstehenden Ferienzeit, in der es mit dem „Spielen draußen“ schwierig werden könnte, nicht langweilig wird.

Sinnvolle Geschenke also, die da das „Erdöl-Konsortium“ überbrachte und damit einmal mehr sein großes Interesse an einer guten bürgerschaftlichen Vernetzung mit Menschen unter Beweis stellte, denen auf diesem Wege das „Ankommen“ in der neuen Heimat, im andersartigen kulturellen Umfeld, vielleicht ein Stück weit leichter gemacht werden kann. Foto: gc

21.12.2015


Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

„Nachwuchsgeneration“ der Speyerer „Nagelklotzer“ überbringen „Flüchtlingshaus im Erlich“ stattlichen 5.000Euro-Scheck

cr. Speyer. Eigentlich hätte er seinen Platz schon längst auf dem „Altenteil“ gefunden haben sollen – der riesige Nagelklotz, mit dem eine Schar sozial engagierter Speyerer seit Jahren schon beim Altstadtfest die Geschicklichkeit (bzw. Ungeschicklichkeit) ihrer Besucher dazu nutzten, um Gutes zu tun für allerlei soziale Zwecke. Doch zuletzt sollte es genug sein: Beschwerden über die beim „Nageln“ halt zwangsläufig entstehenden Geräusche verleideten es den Mitgliedern der vereinsfreien „Initiative Nagelklotz“ ihre segensreichen Aktivitäten. Doch da sollten die „Gründerväter“ der Initiative die „Rechnung ohne den Wirt“ - sprich ohne ihren Nachwuchs gemacht haben. Denn diese – als ob sie geahnt hätten, welche soziale Herausforderung inzwischen durch die Flüchtlingsproblematik auch auf Speyer zukommen würde - „löcherten“ ihre Väter, dass sie das „wohltätige Geschäft“ mit den eingeschlagenen Nägeln auch bei künftigen Altstadtfesten an anderem Standort weiterführen wollten.

Das Ergebnis dieser ihrer Beharrlichkeit konnten jetzt Marlen Stepp, Nina Winkler und Clara Tekampe - nur drei der zuletzt rund 60 Aktiven bei den letzten Altstadtfesten - der engagierten Leiterin des „Flüchtlingshauses“ des Diakonischen Werkes der Pfalz im Speyerer „Erlich“, Angelika Geist, in Form eines symbolischen Schecks überbringen:

Beachtliche 5.000 Euro, mit denen in den nächsten Wochen die Außenanlagen der eigentlich schon kurz vor ihrer Schließung stehenden Asylbewerber-Unterkunft wieder hergestellt werden sollen. „Und wenn dann noch etwas Geld übrig bleibt, wollen wir damit für die Kinder des Asylbewerberheimes auf dem Gelände der Kurpfalzkaserne eine Rutschbahn anschaffen“, erläuterte die derzeit für die 48 Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung im Erlich, unter ihnen auch viele Kinder, zuständige „Flüchtlingsmutter“ Angelika Geist.

Gut 500 Nägel seien allein beim letzten Altstadtfest mehr oder weniger geschickt – krumm oder gerade - in dem Nagelklotz versenkt worden, wussten die drei Teamleiterinnen der letzten Initiative zu berichten. Dazu hätten sie auch noch einige individuellen Privatspender für das Projekt begeistern können, unter ihnen auch ein kompletter Abiturjahrgang des Speyerer „Hans-Purrmann-Gymnasiums“, der „die Überreste“ seiner bei den Abifesten in der Halle 101 eingenommenen Gelder spontan in den großen „Topf“ geworfen hätten.

Dies habe nun zur Folge, dass nach einem seit Jahren guten Brauch nun auch in diesem Jahr wieder ein „Rest“ von 2.000 Euro in der „Nagelklotz“-Kasse verblieben ist – quasi eine wirksame Erinnerung daran, dass die „gute Tat“ auch im Jahr 2016 wieder „in die Verlängerung gehen“ soll. An unseren dafür begeistert-engagierten jungen Damen, die eigens zu dieser Spendenübergabe aus ihrem Studien- bzw. Ausbildungsort Berlin ins heimatliche Speyer gekommen waren, soll's jedenfalls nicht liegen.

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, sagt ein kluges Wort des Schriftstellers Erich Kästner. Und die „Nagelklotzer“ aus der Speyerer Altstadt haben sich diesen Spruch zueigen gemacht: Sie haben, wie ihre Väter schon, Gutes getan und wollen dies auch in der Zukunft fortsetzen. Für Flüchtlingskinder wie den kleinen Joseph und seine Schwester Mariam im Speyerer Flüchtlingshaus „Im Erlich“ sicher eine gute Nachricht und ein Segen dazu....Fotos: gc/privat

20.12.2015


Berzel lässt Brezel-Band Ende März 2016 auslaufen

Bäckerei in der Lauergasse: Familienunternehmen muss nach 51 Jahren den Ofen ausmachen 

Von unserem Mitarbeiter Werner Schilling

Speyer-  Als Bäckermeister  Johann Berzel anno 1964 beschlossen hat, sich auf die Fabrikation von Laugenbrezeln zu spezialisieren, hatte er sich eine solch großartige Erfolgsgeschichte vielleicht  erträumt. Die echte Speyerer  Berzel-Brezel und die dazugehörigen Verkaufsstände bestimmten viele Jahrzehnte das Leben entlang  der Maximilianstraße. Nun sieht es so aus, als sollte  diese Ära im Frühjahr zu Ende gehen. Die beiden ältesten der vier Töchter von Johann und Margot Berzel, Gabriele Vick und Birgit Wurster, im Tandem mit ihren Ehemännern Wolfgang Vick und Wolfgang Wurster ab 1984 als Gesellschafter der OHG für die die Brezelbäckerei  mitverantwortlich, sehen keine Perspektiven für eine Erfolg versprechende  Fortführung der Firma und stellen die Produktion in der Lauergasse Ende März kommenden Jahres ein. Einen Silberstreif am Horizont gibt es aber noch: Eines der acht Enkelkinder von Johann Berzel will  sich mit der Betriebsschließung nicht abfinden und trägt sich ernsthaft mit dem Gedanken, die komplett auf eine  Produktion möglichst vieler Laugenbrezeln eingerichtete Backstube zu modernisieren und so die Brezelfabrikation aufrechtzuerhalten.

Dazu will Gabi Vick ihren Neffen nicht ermuntern,  „ich rate ihm sogar davon ab“. Der offensichtlich ins Brezelbacken vernarrte Berzel-Enkel ist zwar als Bankkaufmann mit Finanzgeschäften vertraut, müsste aber in die Sanierung der Brezelbäckerei  und die zukunftsweisende Ausrichtung des Betriebes schon eine schöne Stange Geld investieren.  Die Firma Winkler, die den Backofen in seiner Grundstruktur 1964 gebaut hat, existiert nicht mehr. Alle inzwischen ergänzten Teile, wie die Strangmaschine, der Ofenvorbau  und das Abkühlband mussten speziell angefertigt und in die Fabrikationsmaschinerie integriert werden. Jede Reparatur und Neueinrichtung  geht richtig ins Geld.

Die  notwendige Investition in den Maschinenpark und die Brezel-Zentrale in der Lauergasse, wo allein schon beim Hineinschnuppern die Lust auf  einen frisch gebackenen Laugenschlingel  ins Unermessliche steigt, ist jedoch nur einer der Gründe, warum der Familienbetrieb vor dem Aus steht. Die Kostensteigerung für die Zutaten Mehl, Salz und Pflanzenfett  konnten  bei einem Stückpreis von 60 Cent nicht aufgefangen werden. Gleichzeitig bieten Supermärkte im eigenen Ofen aufgebackene Brezeln zum halben Preis an. Sie beziehen ihre Teiglinge von ein paar Großbäckereien,  das Stück im Durchschnitt für zehn Cent.

Weiteres Problem für die große Berzel-Familie, die seit1983 beim Brezelfest alljährlich rund um die Uhr im Großeinsatz  für Nachschub und Verkauf des hervorragend zu Wein und Bier schmeckenden  Salzgebäcks sorgte, ist der Mindestlohn. Die neuerdings gesetzlich vorgeschriebenen 8,50 netto bedeuten, dass Verkäuferinnen fortan mit einem Stundenlohn von 11,05 Euro brutto zu kalkulieren sind.  Dies zwang die Bäckerei Berzel bereits Anfang des Jahres  zur Aufgabe des Postpavillons, das, wie berichtet, als größtes Brezelhäuschen der Welt in die Speyerer Stadtgeschichte einging. Dass die meisten der treuen Verkaufskräfte beteuerten, sie würden auch weiterhin liebend gerne für niedrigere Löhne arbeiten, half Gabi Vick und Birgit Wurster nicht, denn „Gesetz ist Gesetz“. Die beiden Berzel-Töchter sind ohnehin  seit einigen Monaten gezwungen, verstärkt bei Teigherstellung und Brezel-Schlingen selbst mit Hand anzulegen, da der gelernte Bäcker Alexander Sauer krankheitsbedingt ausfiel. Er war über 20 Jahre lang die treue Seele der Brezelbäckerei. Den Umsatz merklich gedrückt hat auch der Wegfall einiger Großabnehmer, die sich entweder für billigere Bezugsquellen oder auch die Eigenproduktion von Brezeln entschlossen.

Ein hoffnungsvolles Zeichen sehen die Verantwortlichen der OHG in der Tatsache, dass seit Bekanntwerden der wohl nahenden Schließung mehr Brezeln verkauft wurden,  laut Gabi Vick oft mit der Begründung, „so lange es die guten Brezeln von euch noch gibt“ und mit Bedauernsbekundungen über das drohende Aus. Noch hat sich der Berzel-Enkel nicht durchgerungen zu einer Entscheidung pro oder contra Laugengebäck aus der Lau(g)ergasse…

Lesen Sie hierzu auch einen Kommentar von Werner Schilling

Info zu Berzel

Johann Berzel, Jahrgang 1928, hatte zusammen mit seiner Frau Margot in den 50er Jahren die erste Bäckerei in Dannstadt und startete 1964 in der Lauergasse die reine Brezelbäckerei. Hierzu entschloss er sich, weil seine Brezeln besonders gut in Speyer ankamen. Die ersten Speyerer Berzel-Brezeln kosteten 10 Pfennige. Hauptabnehmer war von Beginn an  der Verkehrsverein  zum jährlichen Brezelfest. 1984, als der Preis bereits 35 Pfennige betrug, übernahmen die beiden  ältesten (der vier) Berzel-Töchter Gabriele Vick und Birgit Wurster als Gesellschafter der OHG Mitverantwortung.

Bei der Herstellung des Brezelteigs verzichtet die Bäckerei Berzel von Beginn an auf die Verwendung von Bräunungsmalz und seit vielen Jahren auf das die Haltbarkeit fördernde Lecithin. Für rund 400 Brezeln werden im Schnitt 28 Kilo Mehl, 12 Liter Speyerer Wasser, 400 Gramm Salz, Hefe  und Pflanzenfett verarbeitet. ws; Foto: spk-Archiv

11.12.2015


Kommentar

Rettungsanker

 

Von Werner Schilling

 

Entrüstung wohin man hört: „Was, der Berzel will aufhören? Es soll im  nächsten Jahr „kee eschde Schbeiermer Brezle“ mehr geben? Da können wir ja nur noch die vom Supermarkt oder vom Bäckerfilialist essen! Die Betonung liegt hier auf nur noch. Warum gibt es in Speyer neben dem Brezel-Berzel lediglich noch drei eigenständige Bäckereien? Daran sind die Speyerer selber schuld. Weil die meisten Menschen  eben hauptsächlich auf den Preis gucken, Qualität und Geschmack hintanstellen.  Und das gilt nicht nur für Brezeln, Brot und Brötchen, sondern beispielsweise auch für Fleisch und Wurst. Alteingesessene Metzgereien kämpfen ums Überleben. Die Reihe lässt sich fortsetzen, etwa mit Obst und Gemüse, das beim Discounter günstiger zu erstehen ist als auf dem Wochenmarkt. Der ist vom Aussterben bedroht.

 

Doch zurück zur Brezel.  Ein Speyerer weiß, wie gut eine mit viel Handarbeit produzierte Berzel-Brezel schmeckt, auch ohne Butter.  Allein zum Bier  oder  zum Schoppen Weinschorle  auf dem Brezelfest. Es ist trotzdem nur eine nette Geschichte, dass man in Speyer wegen Johann Berzel Brezel schreibt und nicht, wie anderswo  meistens  mit tz.

 

Was kredenzt  die Stadt  ihren  Gästen künftig  bei Empfängen oder den Speyerer Bürgern beim Neujahrsempfang? Für den 8.Januar 2016 ist die Lieferung  ja noch gesichert. Um nicht aufs Aufbacken von in Großbäckereien lieblos produzierten Teiglingen angewiesen zu sein, wäre es daher  ratsam, den in den Startlöchern sitzenden  Berzel-Enkel, der sehr gerne die traditionsreiche Speyerer Brezelbäckerei vor dem drohenden Aus bewahren möchte, bei  seinen Bemühungen bestmöglich zu unterstützen. Die brezelverwöhnten Speyerer würden den städtischen Verantwortlichen für einen Rettungsanker ganz sicher danken.  Brezel für Brezel. Mich  eingeschlossen.

Einwurf

Behördliche Inkompetenz oder „nur“ unglücklicher Zufall - Land lässt erneut Aufbau und Einrichtung des Zeltes vor der Kurpfalz-Kaserne ohne Rücksprache mit Stadt und Betreiber DRK fortsetzen

 

Von Gerhard Cantzler

 

So langsam beginnt das Maß an behördlicher Inkompetenz in Sachen „Flüchtlingsunterbringung“ nicht nur beim BAMPF in Nürnberg und beim LAGESO in Berlin das Erträgliche zu überschreiten. Auch was sich rund um die Speyerer „Erstaufnahmestelle für Asylbewerber AfA“ in der Kurpfalz- Kaserne abspielt, spottet inzwischen jeder Beschreibung und ist eigentlich nur noch dazu angetan, den Glauben der Bürgerinnen und Bürger an ihre „Obrigkeit“ zutiefst zu erschüttern.

 

Was ist passiert? Da kündigte die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Irene Alt noch beim Landesparteitag ihrer „Grünen“ am 28. November ihre Absicht an, alle derzeit noch in Zelten untergebrachten Asylbewerber kurzfristig in winterfeste Quartiere wie die in der Kurpfalzkaserne zu verlegen.

 

Doch schon zwei Tage später beginnen Zeitbauer, ausgerechnet vor einem solchen „winterfesten Quartier“, der Speyerer Kurpfalz-Kaserne, in der zu diesem Zeitpunkt noch mehrere hundert Wohnheimplätze in gut ausgestatteten Zimmern leer stehen, ein Zelt für rund 350 Asylbewerber aufzubauen - „nur für einen eventuellen Notfall, wenn uns die Zahl der Asylbewerber 'durch die Decke zu gehen' droht, verlautbart das Mainzer Ministerium.

 

Was folgt, ist Unverständnis dafür auf allen zuständigen lokalen Ebenen. „Wir wissen nichts von einem Zelt – mit uns ist darüber auch nicht gesprochen worden“, so die zuständige Speyerer Sozialdezernentin. Bürgermeisterin Monika Kabs. Und ein Sprecher des Betreibers der Einrichtung, des Deutschen Roten Kreuzes DRK erklärt „verschnupft“: „Wir brauchen kein solches Zelt, haben keines bestellt und werden auch keinen Finger daran legen“.

 

Alles nur ein großer, administrativer Irrtum, der, beiläufig erwähnt, den Steuerzahler täglich zwischen 5.000 und 6.000 Euro kosten dürfte?

 

„Das Zelt auf dem Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende in der Kurpfalz-Kaserne in Speyer … soll als Funktionszelt dienen, das das Deutsche Rote Kreuz nach Bedarf nutzen kann – etwa zur Essensausgabe oder als Aufenthaltsraum. Es ist jedoch nicht geplant, in diesem Zelt im regulären Betrieb Flüchtlinge unterzubringen“, heißt es noch am gleichen Tag erneut beschwichtigend aus dem Integrationsministerium „Im Gegenteil: Unser Ziel ist es, noch vor Weihnachten möglichst viele Asylsuchende, die derzeit in Zelten leben, in feste Unterkünfte zu verlegen“, so die Ministerin, die jedoch vorsichtshalber erneut hinzufügen lässt: „Freiwerdende Zelte bleiben aber vorerst stehen, um im Notfall auf Kapazitätsengpässe reagieren zu können.“ Vom Bau neuer Zelte ist da keine Rede...Statt dessen lässt Ministerin Alt ausrichten: „Sollte sich an der Bedarfszahl in der Kurpfalz-Kaserne etwas ändern, so wird das Land dies selbstverständlich zunächst mit der Stadt besprechen“..

 

Doch anstatt solche Absprachen zu führen und erst einmal wie zugesagt Stadtverwaltung und DRK als Betreiber in die Vorbereitung der Maßnahme einzuschalten., rückten jetzt erneut Monteure an, um, wie der SPEYER-KURIER erfuhr, insgesamt 350 Betten in das – angeblich nicht einmal beheizbare - Zelt zu schaffen und sie dort aufzubauen.

 

Erneut nur ein „dummes Missverständnis“, eine reine „Vorsorgemaßnahme“, falls „die Zahlen durch die Decke gehen“?

 

Frau Minister Alt, Sie sollten dafür sorgen, Ihren (Pardon) „Laden“ wieder in den Griff zu bekommen, sodass er Sie mit seinem Verwaltungshandeln nicht jeden Tag aufs Neue Lügen „vorführt“. Denn das hilft niemandem – weder den Flüchtlingen noch Ihrer Verwaltung und schon gar nicht dem Ansehen unseres Gemeinwesens.

 

Und fast schon ein bisschen zuviel des Zufalls wäre es am Ende doch auch, oder.....?

P.S.. Nach Redaktionsschluß erreichte uns noch die Mitteilung, dass jetzt Detlev Platzeck vom „Führungsstab Flüchtlingshilfe“ der Landesregierung persönlich die Anweisung an die Speyerer AfA erteilt habe, die 300 Betten wieder abzubauen und sie so einzulagern, dass sie im Bedarfsfalle sofort wieder aufgebaut werden können. Und noch eines: Ob und wie das DRK dann das leere Zelt nutzen will, sei dann seine eigene Angelegenheit, so Patzeck geradezu trotzig..

Das Chaos geht also weiter - und tragfähige Entscheidungen sind nicht in Sicht.

Für Mitmenschlichkeit und Willkommenskultur

Speyerer „Bündnis für Demokratie und Zivilcourage“ versammelt über 700 Bürger zu eindrucksvoller Manifestation gegen Fremdenfeindlichkeit und gegen „Rechts“

cr. Speyer- Sie sollen und dürfen keine „zweite Chance“ in unserer Gesellschaft bekommen – die menschenverachtenden Populisten des sogenannten „III. Weges“, deren „geistige“ Haltung und „gedankliche Herkunft“ allein schon aus der Schreibweise ihres „Firmen“-Logos überdeutlich wird. Das war die wohl einhellige Überzeugung von über 700 Speyerer Bürgerinnen und Bürgern, die gestern Abend in den Stadtteil Speyer-Nord gekommen waren, wo sich Anhänger des rechtsradikalen NPD-Ablegers auf der einen und Mitglieder des bunten „Speyerer Bündnisses für Demokratie und Zivilcourage“ auf der anderen Seite rund um das Stadtteilzentrums am Weißdorn/Starenweg zu genehmigter Demonstration und Gegendemonstration angemeldet hatten.

Im Vorfeld schon hatten Stadtverwaltung Speyer und Polizei mit den Demonstranten ein Konzept ausgearbeitet, durch das beiden Seiten ihr grundgesetzlich verbürgtes Recht zur Demonstration gesichert werden sollte. Dieses Konzept sah die frühzeitige Trennung beider Demonstrantengruppen durch starke Polizeikräfte vor – die einen sollten ihre Kundgebung am Eingang zum Falkenweg hinter dem Verkehrskreisel, die andere die ihre nördlich des Drosselweges in sicherer Entfernung davon abhalten.

Noch ehe dann jedoch die offiziell 56 angemeldeten, in Wirklichkeit aber wohl doch deutlich weniger, Anhänger des „III. Weges“ - von einer vorhergehenden Kundgebung in Schifferstadt kommend - am S-Bahnhaltepunkt Speyer Nord-Ost eintrafen, wo sie von einem um ein vielfaches stärkeren Polizeiaufgebot in Empfang genommen wurden, hatten sich bereits die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gegendemonstration mit Genehmigung der Evangelischen Kirchengemeinde Speyer-Nord als Hausherr im Garten der KiTa „Arche Noah“ im Falkenweg zu ihrer Protestkundgebung versammelt, wo mit Musikbeiträgen und vor allem in eindringlichen Reden die von den „Braunen“ ausgehenden Gefahren beschworen wurden – ein Treffen, das nach Aussagen von Polizeiführern gegenüber dem SPEYER-KURIER entgegen der Vereinbarung mit den Sicherheitskräften abgehalten wurde, was im Zweifel noch zu strafrechtlichen Konsequenzen führen könnte.

Und während sich das „traurige Häufchen“ der Rechtsradikalen – eskortiert von schätzungsweise zwei Einsatzhundertschaften der rheinland-pfälzischen Bereitschaftspolizei und gefolgt von „gefühlt“ dutzenden von Einsatzfahrzeugen – noch in flottem Tempo über die Landwehrstraße in Richtung Speyer-Nord bewegte, konnte Silke Bankhardt, Moderatorin des Abends, die zahlreichen Teilnehmer der Veranstaltung aus erkennbar vielen Herkunftsländern und Ethnien - „Speyer ist halt bunt“ - begrüßen - stellvertretend für alle Oberbürgermeister Hansjörg Eger, seine Bürgermeisterin Monika Kabs und die „Grüne“ Landtagsabgeordnete Anne Spiegel. Unter den Gästen zu beiden Seiten der „Demarkationslinie“ sah man auch – soweit dies die Lichtverhältnisse zuließen - Spiegels SPD-Kollegen Walter Feiniller MdL und die Kandidaten für die Wahlen zum Landtag im kommenden März, Reinhard Oelbermann (CDU), Uta Mattern (FDP) und Aurel Popescu (Die Linke). Und mit der großen Zahl der anwesenden Ratsmitglieder hätte Oberbürgermeister Eger „getrost“ zumindest eine größere Ausschusssitzung „bestücken“ können.

„Was bewegt Menschen, dass sie diesen 'braunen Hetzern' hinterherlaufen?“, stellte Silke Bankhardt gleich zu Beginn die Kernfrage im Umgang mit Parteien wie der NPD sowie mit „Bewegungen“ wie „pegida“ oder auch dem „III. Weg“. „Wir wollen auch in Zukunft keine solchen Rassisten in unserer Stadt“, rief Bankhardt aus, ehe sie das Wort der Vorsitzenden des „Beirates für Integration und Migration“ in Speyer, Selda Ünsal übergab.

Die zeigte sich in ihrer bemerkenswerten Rede stolz darauf, Deutsche und Speyererin zu sein und trat auch in dieser Eigenschaft allen Formen von Diskriminierung in unserer Gesellschaft entschieden entgegen. „Wir müssen erkennen, dass 'anders sein' immer mehr zur Normalität wird“, rief sie den Versammelten zu und rief sie dazu auf, darin auch eine Chance zu erkennen. „denn Vielfalt ist keine vorübergehende Krise, sondern eine anhaltende Normalität“. Mit ihrem Hinweis auf die bleibende Verantwortung auch der jungen Deutschen für den Terror des nationalsozialistischen Regimes verwies Ünsal darauf, dass damit zwar keinem Angehörigen der gegenwärtigen deutschen Generation eine individuelle Mitschuld an den Untaten des NS-Regimes zugemessen werden solle, dass daraus aber eine unvergängliche Verantwortung dafür abgeleitet werden müsse, dass sich Vergleichbares nie mehr wiederholen dürfe,

Lesen Sie die bedenkenswerten Überlegungen von Selma Ünsal im Wortlaut im SPEYER-KURIER:

Auf die in Ünsals Ausführungen zum Ausdruck kommende Verpflichtung kam nach ihr auch Oberbürgermeister Eger zu sprechen, der daran erinnerte, dass Speyer erst Anfang Oktober mit dem Titel „Stadt ohne Rassismus – Stadt mit Courage“ ausgezeichnet worden sei. „Heute bin ich einmal mehr froh und dankbar dafür, dass Sie alle diese Verpflichtung ernst- und annehmen“, rief er den Teilnehmern der Kundgebung zu. Sie hätten mit ihrer Anwesenheit ein deutliches Zeichen dafür gesetzt, dass sie nicht bereit seien, rechtsradikales und extremistisches Gedankengut in ihrer Stadt zu dulden. „Wir alle wollen in Speyer jemals wieder reaktionärem Nationalismus noch Fremdenfeindlichkeit oder Rassismus Raum bieten“, so Eger unter dem Beifall der Zuhörer, „denn Speyer ist weltoffen, friedlich und tolerant!“

Die Speyerer wollten deshalb auch nicht jenen die Straßen der Stadt überlassen, die die Flüchtlingssituation in Europa dazu missbrauchen wollten, Angst vor Überfremdung zu schüren und eine Sozialneid-Debatte im Lande zu befeuern. „Polemische und einfache Antworten haben noch nie auch nur eine einzige soziale Frage gelöst“, so der Oberbürgermeister, der sich stattdessen bei all jenen bedankte, die mit ihrem Einsatz dazu beitragen würden, die zweifelsohne große Herausforderung der Flüchtlingsströme gemeinsam zu bewältigen.

Abschottung und kulturelle Absonderung seien die falschen Rezepte, so Eger, der sich überzeugt zeigte, dass Integration nur dort gelingen könne, wo sich Menschen begegnen, wo Fremdheit überwunden wird und Vertrauen wachsen könne. „Deshalb sage ich klar und deutlich, dass wir all den Menschen, die vor Krieg und Terror fliehen und in unserer Stadt Schutz und Zuflucht suchen, auch Hilfe und Obdach bieten“.

Abschließend wies der Oberbürgermeister auch auf die zahlreichen Ehrenamtlichen hin, die auch in ´Speyer darum bemüht seien, den ankommenden Flüchtlingen bei ihrem Start in ein für sie neues Leben behilflich zu sein. Zwischenzeitlich seien dafür bereits mehrere hundert Ehrenamtliche am Werk, darunter allein dreißig Ärzte, die für die sie wichtige medizinische Betreuung der Flüchtlinge Sorge tragen würden.

Eine von ihnen, der leitende Bereitschaftsarzt des Deutschen Roten Kreuzes, Chefarzt Dr. med. Claus-Peter Wresch, konnte im Anschluss an Eger in einem bewegenden Erfahrungsbericht Einblicke in die Situation der Flüchtlinge, ihre körperliche und seelische Befindlichkeit geben, den der SPEYER-KURIER seiner Dramatik wegen im Wortlaut abdruckt.

Dann neigte sich die knapp einstündige Kundgebung, die – zeitgemäß – mit ein paar Strophen des Adventsliedes „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ begonnen hatte und – anders als in Mainz, wo ihre öffentliche Darbietung durch Chor und Orchester des Mainzer Opernhauses auf dem Theaterplatz zu einem veritablen „Skandal“ ausartete, weil sie nach Auffassung der Polizei damit eine andere „rechte Demo“ stören würde - nicht mit Beethovens „Ode an die Freude“ – da wäre der Speyerer „Ad-Hoc-Chor“ dann vielleicht doch überfordert gewesen - mit dem fast schon vergessenen, legendären Pfälzer Schunkelwalzer „Ja, so än guder Palzwoi“ des seligen Kurt Dehn – für Angehörige von Religionen mit Alkoholverbot auch mit Traubensaft.

Dazwischen hatten drei junge syrische Flüchtlinge mit einem wehmütigen Lied aus ihrer Heimat, in dem sie daran erinnern, dass „auch wenn Feuer auf Syrien fällt, dieses Land unser Paradies bleibt“ ihre Zuhörer zutiefst bewegt und die Stimmung wieder „in den Ernst der Situation“ zurückgeholt.

Zuvor hatte Silke Bankhardt darauf verwiesen, dass die Teilnehmer der Gegendemonstration vereinbarungsgemäß nach ihrem „Auszug“ aus der „Arche Noah“ nach rechts in den Falkenweg abbiegen und sich bis hinter die Absperrung am Drosselweg zurückziehen sollten. Ja – und da begannen dann die Missverständnisse, die beinahe eskaliert wären: Wer findet schon in der Finsternis den Drosselweg? Welcher Gegendemonstrant ist angesichts der riesigen leeren Fläche vor sich und der allein der Beschilderung für das Durchfahrtsverbot vorbehaltenden Absperrbarken bereit, sich noch weiter zurückzuziehen – auch wenn die sich martialisch mit Helmen und „Rüstungen“ ausgestatteten Polizeibeamten sie immer wieder aufforderten: „Zurückgehen!“?

Für die Mitglieder und Sympathisanten des „III. Weges“ war dies Grund genug, ihren Aufmarsch, mit dem sie inzwischen bereits die Spaldinger Straße erreicht hatten, erst einmal zu stoppen und ihr weiteres Vorgehen zu beraten. Abbrechen oder – gleichfalls nicht im Einklang mit der Vereinbarung mit den Veranstaltern und den Sicherheitskräften – den Kundgebungsort verlegen? „Die Polizei ist unter diesen Umständen nicht imstande, unsere Demonstration zureichend abzusichern“, beklagten sich einige „bewährte Rechts-Demonstranten“ und verlegten – während die Gegendemonstranten sie im Falkenweg noch mit Sprechchören, Trillerpfeifen und Transparenten hinter den zur Absperrung zwischen die beiden Demonstrationsblocks gefahrenen Polizeieinsatzfahrzeuge erwarteten – ihre Kundgebung an die Bushaltestelle in der Spaldinger Straße. Dort hatte die rasch herbeigeeilte Polizeieinheit einen geräumten, freien Bereich zwischen den beiden Blocks eingerichtet, an dessen stadtzugewandten Seite die „rechten“ ihre Parolen verkünden konnten, während auf der anderen Seite Gegendemonstranten versuchten, dies mit ihrem gellenden Lärm unmöglich zu machen.

Gegen 20.00 Uhr machte sich der „III. Weg“ dann wieder auf den Heimweg – die Speyerer, so bekundeten sie lautstark immer wieder, vermissten sie nicht und werden sie wohl auch in Zukunft ´nicht vermissen.

Ob, und wenn ja, welche rechtlichen Folgerungen noch aus diesem Spätnachmittag in Speyer-Nord erwachsen werden – lassen wir uns überraschen. Fotos: gc/dak

06.12.2015


Überlegungen von Selma Ünsal im Wortlaut

Sehr geehrte Damen und sehr geehrte Herren,

Liebe Zuhörerinnen, liebe Zuhörer,

Im 1. Artikel des Grundgesetzes heißt es: ,,Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie  zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt''.

Ich denke, daß wir das Alle unterschreiben können.

Das Wort Respekt, steht für mich , besonders heute, an höchster Stelle. Respekt lässt sich nicht verordnen. Respekt geht nur miteinander, nicht übereinander. Respekt erfordert Beziehung, Wahrnehmung, Verständigung. Respekt verlangt Handlung und Haltung, dem gegenüber , der unseren Respekt empfängt. Respekt braucht aber auch Aktion.

Respekt ist das Gegenteil von Diskriminierung. Diskriminierung ist immer darauf gerichtet, reale oder erfundene Unterschiede zwischen Menschen zu entdecken, und diese so lange mit Bewertungen aufzuladen, bis letzlich das geschaffene ,,Andere''  oder ,,Fremde'' zu etwas wird, was gemieden wird, wovor man Angst hat.

Wir müssen erkennen, dass „Anderssein“ normal ist. Wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass wir unterschiedlich alt sind, dass wir verschiedengeschlechtlich sind und unterschiedliche „ethnische“ und religiöse Hintergründe haben, dass wir unterschiedliche Hautfarben haben und das wir mehr oder weniger mit Behinderungen konfrontiert sind und uns, in einer letztlich unendlichen Menge von Dingen voneinander unterscheiden. Diese Vielfalt ist jedoch keine Krise, die vorübergehend ist, sondern anhaltende Normalität. Deswegen ist die Akzeptanz des Anderen umso wichtiger !!!

Große totalitäre Systeme haben es in der Geschichte unserer Menschheit immer wieder zustande gebracht, daß  Menschen mit bestimmten Markern(Hautfarbe, Sprache, Religion,  Rasse und Kultur, Geschlecht, Behinderung) nur noch als ANDERS gesehen wurden und letzlich dann Ihr Mensch-SEIN  für die verhetzten Massen nicht mehr erkennbar waren. Hier möchte ich eine Verbindung zur nahen Vergangenheit aufbauen.

NIEMAND aus der jüngeren Generation hat Schuld an den Geschehen im dritten Reich. Aber es geht um Verantwortung. Frei von Schuld heißt nämlich nicht, daß man frei von Verantwortung ist !!!!!!! Viele Menschen sind dieser Verantwortung gerecht geworden und haben als Zeitzeugen den nachfolgenden Generationen zu erzählen versucht, wohin Rassismus geführt hat, oder sich laut zu Wort gemeldet, wenn wieder gegen Minderheiten Stimmung gemacht wurde.

Wir müssen Verantwortung für die Gegenwart und die Zukunft übernehmen. Solche Verbrechen an der Menschheit sollen sich nie mehr wiederholen. Deshalb ist die Erinnerung an die Verbrechen so wichtig. Wir sagen der Diskriminierung, dem Rassismus und dem Antisemitismus den Kampf an. Denn den Vorurteilen, die Verbrechen gegen Juden, Nicht-Deutsche, Sinti und Roma, Homosexuelle und Menschen mit Behinderungen mit auslösten, begegnet man leider heute noch. Mitten unter uns. Aber ohne uns!!!

Schlußwort:

Es wäre so leicht und es gibt unzählig viele Gründe sich gegenseitig zu respektieren, zu tolerieren und vor allem sich auch als ein Mensch, gegenseitig zu lieben.Man sucht aber trotzdessen nach Gründen um sich zu hassen. Warum???????????

06.12.2015


Erfahrungsbericht von Chefarzt Dr. med. Claus-Peter Wresch

Bündnis für Demokratie und Zivilcourage Speyer, 05.12.2015

Am 24. September haben die ersten Flüchtlinge die Erstauf-nahmeeinrichtung für Asylbegehrende in der Kurpfalzkaserne erreicht und bezogen. Seitdem konnten wir über 900 Menschen hier aufnehmen, unterbringen und versorgen. Etliche haben die Kaserne inzwischen wieder verlassen und sind in rheinland-pfälzischen Kommunen untergebracht worden. Neue Flüchtlinge sind hinzugekommen. Die Schutzsuchenden stammen ganz überwiegend aus Syrien und Afghanistan, unter den Aufge-nommenen sind viele Familien, etwa ein Drittel sind Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren.

Aktuell betreuen wir vom Deutsche Roten Kreuz in der AfA Speyer etwa 650 Flüchtlinge. Das gelingt uns nur mit dem unermüdlichen engagierten Einsatz ganz vieler Ehrenamtlicher aus Speyer und Umgebung, denen an dieser Stelle mein Respekt und mein ganz besonderer Dank gelten.

Wir lernen bei der Arbeit für die Flüchtlinge Menschen kennen, Menschen, die vor Krieg, Bürgerkrieg und den Terroranschlägen des  IS, der Taliban oder anderer Milizen und Mörderbanden zu uns geflohen sind und bei uns Schutz und eine Zukunfts-perspektive suchen. Wir lernen Menschen in Not kennen, denn freiwillig und ohne existenzielle  Not, ohne Angst um Leib und Leben verlässt niemand seine vertraute Heimat, Familienangehörige, Freunde und ist dabei gezwungen Hab und Gut, fast alles zurückzulassen. Und ohne Not begibt sich niemand auf eine riskante Flucht, die auch einen tödlichen Ausgang nehmen kann. Aus den Gesprächen mit Flüchtlingen können wir aber allenfalls erahnen, was an Schrecklichem wirklich hinter diesen Menschen liegt, was sie erlitten haben, was Kinder sehen und erleben mussten.

Vor diesem Hintergrund ist es für mich geradezu unerträglich, wenn Neonazis, die AFD und andere vom politisch rechten Rand unserer Gesellschaft, Flüchtlinge aus Ländern des moslemischen Kulturkreises, die oft gerade vor dem Terror des fanatischen Islamismus fliehen mussten in einen Täterzusammenhang mit  islamistischen Terroranschläge von Paris und anderswo bringen – wenn also versucht wird, aus Opfern Täter zu machen.

In der Kurpfalzkaserne bieten wir den bei uns Schutzsuchenden zunächst ein Dach über dem Kopf. Angesichts der fremden-feindlichen Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte in ganz Deutschland - auch hier in Limburgerhof oder jüngst in Herxheim  - sind wir froh, dass es hier innerhalb des bewachten Kasernen-geländes ein sicheres Dach sein kann und hoffentlich auch bleiben wird. Wir versorgen die Flüchtlinge mit Lebensmitteln und Kleidung, betreuen sie medizinisch und - wie alle Helferinnen und Helfer – erlebe ich bei dieser Arbeit freundliche, friedliche und vor allem sehr dankbare Menschen, die uns - wo immer sie können – bereitwillig unterstützen, als Dolmetscher bei der Kleiderausgabe und in der medizinischen Ambulanz oder anderweitig.

Die Befriedigung von Grundbedürfnissen der Flüchtlinge als humanitäre Verpflichtung ist nur eine erste, verhältnismäßig leicht zu lösende Aufgabe. – Schwieriger und langwieriger, aber letztendlich entscheidend wird die Integration dieser Menschen in unsere Gesellschaft sein. Kaum etwas dazu beitragen werden Integrationsverpflichtungen, die von Flüchtlingen unterschrieben werden sollen. Integration kann nur erfolgreich sein, wenn wir unsere Gesellschaft, wenn wir uns selbst den Flüchtlingen gegenüber öffnen, sie an unserem gesellschaftlichen Leben teilhaben lassen. Das bedeutet auch ihre Teilhabe am Arbeits-markt, an qualifizierter Arbeit, die wiederum setzt Teilhabe an qualifizierender Ausbildung voraus.

Integration erfolgt in einem Lernprozess – einem gegenseitigen Lernprozess. Sie setzt sensiblen und von Respekt getragenen Umgang miteinander voraus, Neugier und die Bereitschaft Neues, auch andere Kulturen kennen und verstehen zu lernen.

Hinter Fremdenfeindlichkeit steckt oft eine allgemeine Angst vor allem Fremdem. Die Begegnung mit Flüchtlingen, das Kennen-lernen der Menschen und ihrer Kultur hilft uns dabei, diese Ängste und Unsicherheiten abzubauen, Vorurteile zu beseitigen und Missverständnisse auszuräumen.

Aus Begegnungen können auch Freundschaften entstehen. Diese schöne und bereichernde Erfahrung machen wir in der Kurpfalz-kaserne genauso wie die vielen Menschen, die sich in ganz Speyer schon lange in zahlreichen Initiativen, Gruppen und Netzwerken in der Flüchtlingsarbeit engagieren.

Nur über die Teilhabe an unserem Leben, unserem Alltag,   können und werden wir Menschen aus anderen Kulturen und Gesellschaften von den Werten und Vorteilen unserer offenen, freien und freiheitlichen Gesellschaft überzeugen. Zu diesen Werten zählen auch Pluralismus und Toleranz, was uns verbietet, Menschen zur Aufgabe ihrer kulturellen Identität zu zwingen.  Unsere Gesellschaft kann vielmehr durch den Beitrag anderen Kulturen bereichert und bunter werden.

Von selbst allerdings wird sich Integration nicht einstellen. Wir alle müssen mit langem Atem an dieser zukunftsentscheidenden gesellschaftlichen Aufgabe arbeiten, uns einbringen und Integration leben. Dabei werden wir uns mit Skeptikern geduldig und sachlich auseinandersetzen, Fragende und ihre Bedenken ernstnehmen, Verzagende aufmuntern – auch in den eigenen Reihen.

Wer wie die Neonazis vom 3.Weg oder auch die AFD unsere Gesellschaft zu spalten versucht, Flüchtlinge ausgrenzt und ihre Integration verwehrt, treibt diese in Schattengesellschaften wie wir sie aus den Banlieus von Paris oder aus Molenbeek in Brüssel kennen, der verbannt sie in soziale Ghettos, wo auf dem Boden von Frustration und Perspektivlosigkeit die Saat fanatischer Islamisten aufgehen kann.

Wir stehen für Toleranz in einer freien und offenen Gesellschaft, einer Gesellschaft, in der Fremdenhass keinen Platz hat. Wir stehen zu und für Speyer als einer Stadt gegen Rassismus, einer Stadt mit Courage.

Wenn heute hier in unserer Stadt Neonazis aufmarschieren, stellen wir uns deshalb neben und vor unsere Flüchtlinge und treten diesem dumpfen braunen Mob und seine menschen-verachtenden Machenschaften mit aller Entschiedenheit entgegen.

06.12.2015


„Lotto sammelte 201.000 Euro für Kinder mit geistigen Behinderungen“

Scheckübergabe in Mainz v.l.: Peter Stieber (Präsident des Landesmusikrates), Jürgen Häfner (Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz), Magnus Schneider (Vorsitzender der Lotto-Stiftung), Sarah Salm, Leiterin der Frühförderung der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt, die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Barbara Jesse (Vorsitzende der Lebenshilfe Rheinland-Pfalz) und Karl-Heinz Thommes (Präsident von Special Olympics Rheinland-Pfalz). Scheckübergabe in Mainz v.l.: Peter Stieber (Präsident des Landesmusikrates), Jürgen Häfner (Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz), Magnus Schneider (Vorsitzender der Lotto-Stiftung), Sarah Salm, Leiterin der Frühförderung der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt, die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Barbara Jesse (Vorsitzende der Lebenshilfe Rheinland-Pfalz) und Karl-Heinz Thommes (Präsident von Special Olympics Rheinland-Pfalz).

7.000 Euro für die Frühförderung der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt

Mainz/Speyer- Im Beisein von Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler übergaben Lotto Rheinland-Pfalz und die Lotto-Stiftung in der Coface-Arena in Mainz Schecks in Gesamthöhe von 201.000 Euro an Vertreterinnen und Vertreter der Lebenshilfe, Special Olympics und dem Landesmusikrat. Das Geld wurde im Jahr 2014 im Rahmen einer ganzjährigen Spendenaktion unter dem Dach der Lotto-Initiative „Kinderglück“ für Kinder mit geistigen Behinderungen gesammelt. Lotto Rheinland-Pfalz

„Lotto Rheinland-Pfalz ist ein dem Gemeinwohl verpflichtetes Unternehmen mit der vielfach gelebten Grundphilosophie, viel von dem, was es erhält, an Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, zurück zu geben“, sagte Lotto-Geschäftsführer Jürgen Häfner bei der Scheckübergabe in der Mainzer Coface-Arena.

Magnus Schneider, der Vorstandsvorsitzende der Lotto-Stiftung, pflichtete ihm bei: „Herausragend dafür steht die Lotto-Stiftung des Unternehmens, die pro Jahr über 1.000 Projekte aus Sport, Kultur und vor allem aus sozialen Bereichen unterstützt.“

Jedes Jahr sammelt die Lotto-Stiftung darüber hinaus gemeinsam mit der Lotto Rheinland-Pfalz GmbH für Kinder, denen es nicht so gut geht – seit 2007 sind auf diese Weise über 1,2 Millionen Euro zusammengekommen. Alleine im Jahr 2014 waren es rund 200.000 Euro für Kinder mit geistigen Behinderungen.

7.000 Euro für die Frühförderung der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt

Mit 7.000 Euro fördert Lotto Rheinland-Pfalz die Frühförderung unserer Vereinigung, welche für uns ein besonders wichtiger Baustein unserer Angebote für Menschen mit Behinderung ist. Denn unsere Förderung ist individuell auf die jeweiligen Familien und deren Situation angepasst und findet im vertrauten Umfeld des Kindes statt. Sie hilft den Eltern die Entwicklung ihres Kindes bewusster zu erleben; im Spiel mit dem Kind und im Austausch mit den Eltern werden vorhandene Fähigkeiten gestärkt und ausgebaut.

Unser Angebot richtet sich an Familien mit Kindern von Geburt an bis zum Eintritt in den Kindergarten – im Einzelfall auch darüber hinaus bis zur Einschulung. In enger Zusammenarbeit mit dem Kinderzentrum in Ludwigshafen wird die Förderung individuell angepasst und beantragt. Den Eltern entstehen hierbei keine Kosten.

Die Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt dankt Lotto Rheinland-Pfalz für die großzügige Spende für unseren Familien unterstützenden Dienst „Frühförderung“. Wir danken auch im Namen aller Eltern und Kinder, denen so geholfen wird.

Text: Lotto Rheinland-Pfalz; Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt; Foto: Lotto Rheinland-Pfalz

02.12.2015


„Nein zu Gewalt gegen Frauen!“

Fahnen und Banner mahnen auch 2016 zur Änderung des §177 StGB gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

cr. Speyer- Seit gestern flattern sie wieder vor dem Speyerer Rathaus ebenso wie vor und in den Gebäuden der inzwischen auf 58 angewachsenen Zahl der Speyerer Kooperationspartner beim 15. Internationalen Aktionstag „Nein zu Gewalt gegen Frauen!“. Unter tätiger Mithilfe von Bürgermeisterin Monika Kabs und ihrer Kollegin, Beigeordnete Stefanie Seiler sowie von Stadträtinnen und Sprecherinnen Speyerer Frauenrechtsorganisationen zogen Punkt 12.00 Uhr mittags gegenüber dem Weihnachtsmarkt auf dem Alten Marktplatz gut zwei Dutzend Damen (und ein Mann) die blaue Fahne und das Banner mit der Aufschrift „frei leben ohne Gewalt“ und dem internationalen „Terre des femmes“-Signet auf.

Zuvor schon hatte die Bürgermeisterin in ihrer Begrüßung darauf verwiesen, dass die diesem Aktionstag innewohnende Mahnung bis heute – leider – nichts von ihrer Dringlichkeit und ihrer Notwendigkeit verloren habe. Dass Frauen auch heute noch straf- und folgenlos von ihren Partnern geschlagen und misshandelt werden dürften, sei eine Schade, unterstrich Kabs.

Dies unterstrich dann auch Sabine Horn vom „Frauen- und Kinder-Notruf Speyer“, die an diesem Tag einmal mehr ihre Forderung aus den Vorjahren wiederholen musste, dass Gewalt in der Ehe und Vergewaltigung verfolgt und bestraft werden müssten. Wenn heute von 1.000 entsprechenden Straftaten nur 100 verfolgt und am Ende gerade einmal neun zu einer Verurteilung gelangten, dann beweise dies, dass hier noch immer ein dringender gesetzlicher Handlungsbedarf bestehe.

In Deutschland seien sexuelle Handlungen gegen den ausdrücklichen Willen der betroffenen Person noch immer nicht strafbar, kritisierte Horn. Dabei reiche nicht einmal ein ausdrückliches „Nein“ aus; vielmehr müsste eine solche Tat letztlich in Gewalt oder zumindest in die Androhung von Gewalt oder in eine für die Betroffenen „schutzlose Lage“ einmünden, wenn sie strafrechtliche Relevanz erreichen sollte. Täter dürften sich aber nicht weiterhin wissentlich über den erklärten Willen einer Betroffenen hinwegsetzen dürfen. Es sei deshalb allerhöchste Zeit, den entsprechenden § 177 StGB zu reformieren, so wie es auch in der entsprechenden Konvention des Europarates angemahnt worden sei.

Erst kürzlich, vor gerade einmal drei Wochen, habe der „Bundesverband der Frauennotrufe und Frauenberatungsstellen“ Bundesjustizminister Heiko Maas in Berlin mehr als 60.000 Unterschriften aus der jüngsten Kampagne „Vergewaltigung verurteilen!“ überreicht, mit denen erneut auf die noch immer bestehende „unglaubliche Gesetzeslücke des deutschen Strafrechts“ aufmerksam gemacht werden soll.

„Nur die wenigsten sexuellen Übergriffe nämlich werden in Deutschland strafrechtlich geahndet“, beklagte Sabine Horn. Die meisten Verfahren würden statt dessen bereits von der Staatsanwaltschaft eingestellt, bevor es überhaupt zu einer Anklage komme. „Die Betroffenen, die sich schließlich doch zu einer Anzeige durchgerungen haben, lesen dann häufig den Satz in der an sie gerichteten Einstellungsverfügung: „Ihr Fall ist nicht strafbar.

„Für einen Täter aber bedeutet dies, dass er sich weiterhin wissentlich über den erklärten Willen einer Betroffenen hinwegsetzen darf. Denn wenn sich eine Frau nicht körperlich wehrt - sei es aus Angst oder aus einem Schockzustand heraus oder weil im Zimmer nebenan ihre Kinder schlafen und sie deshalb nicht schreit – dann wird ihr bei einer Anzeige keine Gerechtigkeit zuteil“, erklärte die engagierte Sprecherin des „Frauen- und Kindernotrufs Speyer“.

„Nein heißt Nein“, betonte Sabine Horn weiter - „und Frauenrechte sind Menschenrechte“. Deshalb würden die Verantwortlichen für den Aktionstag einmal mehr von Justiz und Politik fordern, sich wirksam dafür einzusetzen, dass die Rechtslage in Deutschland zugunsten der Opfer von sexuellen Übergriffen verändert wird.

Um diese Forderung zu untermauern, kündigte Sabine Horn nach der erfolgreichen Postkartenaktion des Vorjahres für die kommenden Monate weitere Maßnahmen an. Foto: gc

26.11.2015


Beliebte Verbindung zwischen den Stadtteilen

Speyerer „Schneckennudelbrücke“ am Hauptbahnhof nach Grundsanierung wieder in Dienst gestellt

cr. Speyer- Als überaus bedeutsame Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen der Speyerer Innenstadt und den Quartieren im Westen der Stadt, sowie als Zugang zu den Gleisen des Speyerer Hauptbahnhofs zählt die im Volksmund liebevoll „Schneckennudelbrücke“ genannte Überführung schon seit ihrer Errichtung im Jahr 1979 ihrer verkehrsgünstigen Lage und ihrer filigran-geschwungenen Formensprache wegen zu den beliebtesten Bauwerken ihrer Art in Speyer. Doch Wind und Wetter - Hitze, Regen, Schnee und Eis sowie die „Dauerbelastung“ durch ihre Benutzer hatten dem Bauwerk in den vergangenen 35 Jahren so sehr zugesetzt, dass ihm zuletzt das weithin bekannte Schicksal der „Schiersteiner Brücke“ zwischen Wiesbaden und Mainz gedroht hätte, wäre sich der Bau- und Planungsausschuss der Stadt Speyer nicht darin einig gewesen, die Brücke mit einem Aufwand von knapp einer Million Euro in den vergangenen sieben Monaten einer Grundsanierung zu unterziehen.

Jetzt konnte der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger im Beisein seiner Beigeordneten Stefanie Seiler sowie verantwortlicher Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Maßnahme mit dem Durchtrennen eines Bandes in den Speyerer Stadtfarben offiziell für abgeschlossen erklären. Zu diesem Anlass konnte Eger neben Mitgliedern des Speyerer Stadtrates, unter ihnen auch den SPD-Landtagsabgeordneten Walter Feiniler, mit besonderer Freude Ministerialdirektor Thomas Linnertz vom rheinland-pfälzischen Ministerium des Inneren sowie für Sport und Infrastruktur, den Stellvertretenden Leiter der „Landesbetriebe Mobilität Speyer“, Manfred Borell sowie Jutta Helmerichs von der „DB Station&Service AG“ begrüßen, die allesamt tätig zur Verwirklichung dieses Projektes beigetragen hätten.

Egers besonderer Dank galt dabei dem Vertreter des Landes Rheinland-Pfalz, das die schließlich mit 959.000 Euro abgerechnete Maßnahme mit 75 Prozent der bezuschussungsfähigen Kosten gefördert habe.

Ministerialdirektor Linnertz wies auf die besondere technische Herausforderung einer solchen Brückensanierung hin, die sich zum Beispiel in der Tatsache ausdrücke, dass die Bauarbeiten zumeist nur nachts ausgeführt werden konnten. Um so höher sei es zu bewerten, dass die Arbeiten ohne Kostensteigerung innerhalb der veranschlagten Bauzeit hätten abgeschlossen werden können.

Für die Landesregierung hätten Fuß- und Radwege in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, so der Spitzenbeamte. Dies zeige sich unter anderem in der Tatsache, dass allein im laufenden Jahr 2015 in Rheinland-Pfalz Ausbaumaßnahmen für den Radwegeverkehr im Umfang von 13,6 Millionen Euro realisiert würden. „Und diesen Wege wollen wir auch in den kommenden Jahren konsequent beibehalten“, kündigte Linnertz sehr zur Freude aller Rad'l-Freunde an.

Bei einem traditionellen „Speyerer Gedeck“ - ausnahmsweise ohne Wein, dafür aber mit Saft und Mineralwasser – sowie Speyerer Brezeln begingen die Ehrengäste gemeinsam mit den Bauhandwerkern die Wieder-Indienststellung der „Schneckennudelbrücke“, die jetzt wieder für einige Jahrzehnte den Speyerer und ihren Gästen den Weg zwischen den Stadtteilen und zu den Bahnsteigen verkürzen soll. Foto: gc

25.11.2015


Christen und Muslime gedenken in beeindruckender Feier der Opfer der Terroranschläge von Paris

Ein wahrer Muslim ist nur der, von dessen Reden und Handeln für keinen anderen Menschen ein Schaden ausgeht“ 

Von Gerhard Cantzler 

Speyer- Flackerndes Kerzenlicht, weiße Rosen, Gebete von Christen und Muslimen - dazu Reden und gemeinsam gesungene Friedenslieder in arabischer, türkischer, französischer, englischer und deutscher Sprache - die Mahnwache zum Gedenken an die Opfer der hinterhältigen Terroranschläge von Paris vom vergangenen Freitag, zu der das Speyerer „Bündnis für Zivilcourage und gegen Rassismus“ gestern Abend vor das Altpörtel eingeladen hatte - sie war ebenso „bunt“ wie die Zusammensetzung der Teilnehmer, die sich zum Ende der Veranstaltung Hand in Hand zu einem überwältigenden Bekenntnis gegen jedwede Form von Hass und Gewalt und für Frieden zwischen allen Ethnien vereinigten.  

Gut 250 Menschen – „eingeborene“ Speyerer, Angehörige der türkisch-islamischen Gemeinde in der Stadt sowie in Speyer lebende Flüchtlinge aus dem vorderen und mittleren Orient – sie versammelten sich Seit' an Seit' unter dem Zeichen des schon in den 1960er Jahren zum internationalen Symbol der Friedensbewegung gewordenen „Peace“-Zeichen, das in so frappierender Weise an den Pariser Eiffelturm erinnert.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Aurel Popescu die Menschen in der Stadt dazu aufgerufen, auch unter den Eindrücken der schlimmen Ereignisse weltweit - den Terroranschlägen und Opfern im Libanon, in der Türkei, in Kenia sowie des „schwarzen Freitags“ von Paris, aber auch zuletzt der Bombendrohung von Hannover - bei aller Trauer und Betroffenheit nicht in Angst und Agonie zu verfallen. „Lasst uns unser Leben auch weiterhin nach unseren freiheitlichen und demokratischen Werten leben - nach vorne schauen und nicht zurück und nicht den fanatischen Terroristen den Sieg über unsere Werte und unsere offene Gesellschaft gönnen“, ermutigte Popescu seine Mitbürgerinnen und Mitbürger aller Ethnien. „Wir werden auch weiterhin zusammen feiern, tanzen, Sport treiben, singen und auch....träumen! - ganz so, wie es John Lennon in seinem Lied „IMAGINE“ besungen hat“.  

Nach der bewegenden Wiedergabe dieses Liedes durch Rainer Schimpf (Gesang), Dr. Michael Beutelspacher (Gitarre) und Stefan "Hering" Cerin (Drums & Percussion) zitierte Ellen Korelius-Bruder als Sprecherin des aus vielen Gruppen der Speyerer Stadtgesellschaft zusammengesetzten „Bündnis für Demokratie und Zivilcourage“ einen syrischen Flüchtling, der in einem Gespräch darauf hingewiesen hatte, dass das, was die Menschen in Paris am letzten Freitag hätten erleiden müssen, in seiner angestammten Heimat in Syrien ebenso Alltag sei wie im Irak, in Afghanistan oder den anderen Fluchtländern: Gewalt gegen Frauen und Kinder, Bombenangriffe und Zerstörung – Länder, in denen heute Menschen kaum noch eine echte Lebenschance hätten. „Wir stehen deshalb an der Seite der Opfer von Paris, aber auch an der Seite aller Opfer“, hob Korelius-Bruder hervor – es gelte ein ganz klares „Nous tous sont Paris“ -“wir alle sind Paris!“.  

Dieses eindrucksvolle Bekenntnis bekräftigten die Anwesenden – zumindest soweit sie des Textes mächtig waren – mit der gemeinsam mit dem „Chor der Französischen Bibliothek Speyer“ angestimmten französischen Nationalhymne – der „Marseillaise“ - „Allons enfants de la Partrie...“.  

In seiner Ansprache erklärte sich danach Oberbürgermeister Hansjörg Eger zugleich auch im Namen des Rates und der Bürgerschaft von Speyer solidarisch mit den Opfern von Paris, ihren Angehörigen und dem gesamten französischen Volk. „Das Entsetzen über diese Taten ist auch in Speyer allgegenwärtig“, betonte das Stadtoberhaupt, zumal sich diese ruchlosen Taten nicht gegen einzelne Menschen richteten, sondern gegen „unser aller Lebensweise.“ - „Deshalb hätte auch jeder von uns zum Opfer werden können“, konstatierte der Oberbürgermeister.  

Speyer sei schon seit vielen Jahrzehnten herzlich und freundschaftlich verbunden mit seiner französischen Partnerstadt Chartres, die nun unverschuldet gleichfalls in die Anschläge von Paris mit hineingezogen worden sei, weil einer der mutmaßlichen Täter wohl längere Zeit dort gewohnt und gelebt habe. 

Eger drückte deshalb, wie schon zuvor in einem Schreiben an seinen Amtskollegen in Chatres, allen Opfern der Pariser Anschläge sein tiefempfundenes Mitgefühl aus, in das er ausdrücklich auch alle Flüchtlinge mit einbezog, die auf der Suche nach Sicherheit für das eigene Leben und das ihrer Familien nach Speyer gekommen seien. „Diese Tage haben uns einmal mehr gezeigt, dass absolute Sicherheit wohl nirgendwo in der Welt zu verwirklichen ist – das gilt für die USA, in denen am Vortag noch zwei Flugzeuge wegen Bombendrohungen umgeleitet oder für Hannover, wo wegen Sicherheitsbedenken ein eigentlich als Freundschaftsspiel geplantes Fußballländerspiel abgesagt werden musste. Eger verband mit dieser bitteren Bilanz die Hoffnung, dass die Ereignisse der Vortage vielleicht dazu beitragen könnten, dass die westlichen Demokratien wieder dichter zusammenrückten. 

In einem aufrüttelnden Appell erinnerte sodann der Speyerer „Flüchtlingsvater“ Daoud Hattab in arabischer Sprache – ins Deutsche übersetzt von der Vorsitzenden des Speyerer „Beirats für Migration und Integration“, Selma Ünsal - daran, dass er selbst vor nunmehr 55 Jahren nach Deutschland gekommen sei, wo er eine offene und tolerante Gesellschaft vorgefunden habe, die er zu lieben gelernt habe und für deren Erhalt und Wohlergehen er sich mit aller Kraft einsetze. Die ihn an diesem Abend begleitenden, in Speyer lebenden Flüchtlinge rief er deshalb dazu auf, sich gleich ihm selbst für Demokratie und Toleranz in Deutschland und in der ganzen Welt stark zu machen.  

Mit einem nicht minder bewegenden Statement meldete sich dann auch der Stellvertretende Vorsitzende der  „Speyerer Türkisch-Islamischen Gemeinde“, Servet Özel zu Wort, die der SPEYER-KURIER im Folgenden im Wortlaut abdruckt.

Als Zeichen der in Speyer schon seit vielen Jahren fest verwurzelten interreligiösen Zusammenarbeit trat sodann der Imam der Speyerer „Fatih Camii- Moschee“, Riza Akdemir, gemeinsam mit der evangelischen Pfarrerin Corinna Schauder und ihrem katholischen Amtsbruder, Pastoralreferent Dr. Markus Lamm ans Mikrophon, um, jeder nach seinem Ritus, Gebete zu sprechen.  

Von Selda Ünsal ins Deutsche übersetzt, betonte dabei der Imam, dass Allah nicht der Verbündete der Attentäter sei. Auch die Speyerer Muslime würden es deshalb nicht zulassen, dass Terroristen versuchten, die Welt glauben zu machen, dass Allah mit ihrem verbrecherischen Tun sei. „Wir teilen deshalb die Trauer der Opfer von Paris und ihrer Angehörigen und des ganzen französischen Volkes und sprechen Ihnen heute unser tiefes Mitgefühl aus“, ließ Reza Akdemir die Gemeinde wissen und schloß mit einem eindrucksvollen Zitat aus dem Koran, in dem es heißt „Ein Muslim ist nur der, von dessen Reden und Handeln für niemanden ein Schaden ausgeht“. - Klare Worte des Propheten... 

Und Dr. Markus Lamm erklärte, er habe bei der Gründung des interreligiösen Forums in Speyer vor drei Jahren nicht erwartet, dass dieser Zusammenschluß jemals so wichtig werden könnte wie in diesem Jahr, in dem allein Frankreich Opfer von zwei schweren Terrorangriffen geworden ist. „Es gibt nur einen Gott – für Juden, Christen und Muslime und für alle, die an ein höheres Wesen glauben“, schloß der Geistliche, ehe die Gemeinde gemeinsam in ein weiteres Bekenntnislied des Friedenswillens einfiel und das berühmte „We shall overcome...“ der legendären Joan Baez einstimmte.

Fast schon außerhalb der Tagesordnung meldete sich dann abschließend noch einmal Selda Ünsal zu Wort, die darauf verwies, dass sie sich zutiefst in Deutschland verwurzelt fühle, sei sie doch in Deutschland - in Berlin - geboren worden. Sie sei deshalb tief traurig über das Leid, das Terroristen zuletzt über unschuldige Menschen in Paris gebracht hätten. „Doch wir haben es gehört: Wer so handelt, ist kein Muslim und darf sich auch nicht als ein solcher bezeichnen“.  

Sie selbst sei aber andererseits auch zutiefst verärgert darüber, als bekennende Muslima in einem Atemzug mit solchen vermeintlichen Muslimen genannt und gemeinsam mit allen anderen, friedliebenden Muslimen unter den Generalverdacht gestellt zu werden, möglicherweise auch selbst eine Terroristin zu sein.

Anmerkung:

Liebe Frau Ünsal, die Redaktion des SPEYER-KURIER versteht Ihre Gefühle und teilt sie. Wer sich, wie Sie, tagtäglich und auf vielen Ebenen für ein noch besseres Miteinander von Juden, Christen und Muslimen in unserer Stadt einsetzt, der verdient solche fast schon beleidigenden Unterstellungen nicht – wir werden uns deshalb, wo immer sie laut werden, in Ihrem Namen mit allem Nachdruck dagegen verwahren.... Foto: pem

19.11.2015


Rede von Servet Özel

„Wir alle sind zutiefst betroffen von den niederträchtigen und barbarischen Anschlägen. Wir sind bestürzt und entsetzen was vor paar Tagen in Paris und vor paar Wochen in Ankara passierte. Diese erschütternden Terroranschläge haben uns fassungslos gemacht und uns in tiefe Trauer gestürzt.

Die Familien und Freunde der Opfer sind in tiefer Trauer. Unser Mitgefühl und Beileid gilt zuallererst den Familien, Angehörigen und Freunden der Opfer sowie der französischen und türkischen Nation, und allen die sie sich betroffen fühlen.

Wir teilen diese Trauer, denn auch wir sind Teil dieser Gesellschaft. So ist dieser Angriff auch ein Angriff auf die Menschheit. Terroranschläge richten sich gegen den gesellschaftlichen Frieden und die Friedliebenden. Ob sich darunter Angehörige einer bestimmten Volks-, Religions-, Weltanschauungszugehörigkeit befinden, ist Terroristen gleichgültig. Das zeigen auch die Anschlägen in der Türkei und in Libanon. Terror hat keine Nationalität, Terror hat keine Religion.

Die Mörder von Paris und Ankara irren, wenn sie glauben, sie seien die Vollstrecker eines göttlichen Willens. Terror steht in gänzlichem Widerspruch zur Barmherzigkeit Gottes. Die Terroristen sollen wissen: Im Bewusstsein der Barmherzigkeit Allahs stehen wir vereint in unserer Liebe zum Nächsten und in der Achtung vor dem Leben. Wir stehen entschlossen gegen Terror und gegen jede Form von Gewalt.

Diese Angriffe sind -wie jedes terroristischen Akts und wo immer er sich auch ereignet möge- auch ein Angriff auf unsere Gesellschaft und unsere Werte. Wir dürfen nicht schweigen. Deutlich müssen wir uns diesen und allen Terroristen entgegenstellen und deutlich machen, dass wir als Gesellschaft stark genug sind, um uns nicht von ihnen einschüchtern zu lassen. Kein Muslim kann solche Verbrechen teilnahmslos hinnehmen. Allah ist nicht ihr Verbündeter – gar keine Religion kann dies rechtfertigen oder legitimieren - Er ist mit allem, was er offenbart hat, ihr Gegner.

Wir, die Muslime in Deutschland, werden es nicht zulassen, dass Verbrecher glauben, sie handelten nach dem Willen Gottes. Und wir Muslime wissen: Unser Schöpfer ist mit uns, wenn wir uns der Gewalt und dem Hass mit unserem Glauben entgegenstellen.

Das Gebot der Stunde ist es, die Verantwortlichen weltweit auf ihre Verantwortung hinzuweisen und sie aufzufordern, Unterdrückung, Tyrannei und Kriegen im Nahen Osten, in Afrika und überall auf der Welt mit allen Mitteln, die unsere freiheitlich und demokratischen Werte zulassen, entgegenzuwirken.

Alle Menschen in unserer Gesellschaft, gleich ob Muslime oder Nichtmuslime, stehen geeint in ihrer Liebe zu ihrem Nächsten, in ihrer Achtung vor dem Leben und in ihrer Entschlossenheit, sich über die Grenzen des Glaubens oder der Herkunft hinweg füreinander einzusetzen und sich der Gewalt in den Weg zu stellen.

Wir teilen nochmals unser Trauer und Mitgefühl der Familien und Freunden der Opfer und wünschen allen ein friedliches Leben auf der ganzen Welt

19.11.2015


"Kommandiert auf den Weg der Menschlichkeit“

Totengedenken in Erinnerung an die Toten der Kriege des 20. Jahrhunderts sowie an die Opfer der aktuellen Terroranschläge von Paris

Von Gerhard Cantzler

Speyer- Es waren wohl gleich drei Faktoren, die - einander überlagernd - in diesem Jahr die traditionelle Gedenkfeier zum „Volkstrauertag“ auf dem Speyerer Friedhof so anrührend und tief bewegend machten: Sie fand nämlich zum ersten Male nach dem Abzug der Bundeswehr und der Schließung der Speyerer Pioniergarnison in weitgehender Abwesenheit „unserer“ inzwischen schon von so vielen Menschen in der Region schmerzlich vermissten Soldaten statt – sie bezog zum anderen aber auch in zahlreichen Anmerkungen und noch mehr Gebeten die vielen Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten des vorderen und mittleren Orient mit ein, die inzwischen auch in Speyer – u.a. auch in der Erstaufnahmestelle in der Kurpfalzkaserne – ein erstes Obdach suchten und hoffentlich auch recht bald in Deutschland eine neue Heimat finden mögen – und schließlich war dieses Gedenken geradezu tiefschwarz überschattet von den furchtbaren Terroranschlägen von Paris vom vorigen Freitag, dem 13. November (!), die der französische Präsident Francois Hollande als „barbarischen Krieg“ des sogen.„Islamischen Staates IS“ gegen die Freiheit Europas und der Welt und die inzwischen auch Bundespräsident Joachim Gauck „als eine neue Form des Krieges“ gekennzeichnet hat.

„Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen“ - diesen nachdenkenswerten, uralten Choraltext stellte der Evangelische Militärpfarrer Ulrich Kronenberg an den Beginn seiner üneraus bemerkenswerten Gedenkrede zu diesem Tag und traf damit wohl zugleich auch die Befindlichkeit so vieler Opfer, die am letzten Freitag eigentlich nur „Spaß, Freude und Unterhaltung" suchten und dann so plötzlich Opfer einer aberwitzigen Verbrechensserie wurden. „In einer solchen Situation braucht der Mensch Halt und Mut“, betonte der Geistliche, der dazu aufrief, den französischen Freunden und Nachbarn in diesen schweren Tagen jede nur denkbare Hilfe zukommen zu lassen.

Zugleich warnte der Militärpfarrerfarrer aber auch davor, die Ereignisse von Paris pauschal mit den in ihrer Mehrzahl muslimischen Flüchtlingen in Verbindung zu bringen. „Die meisten dieser Menschen sind doch genau vor der Gewalt jener geflohen, die jetzt soviel Leid über die Opfer von Paris, deren Familien und über die gesamte französische Nation gebracht haben“, so Kronenberg, der den anwesenden Teilnehmern der Feier zu diesem Anlass Reproduktionen des berühmten, 500 Jahre alten Holzschnittes „Ritter, Tod und Teufel“ von Albrecht Dürer hatte auslegen lassen.

Der hier dargestellte „Ritter“ kennzeichne den christlichen Beter, der auch 2015 durch ein Leben mit „Tod und Teufel“ gehen müsse – ein Leben, das nicht nur von Spaß und sinnlosem Unterhaltungswahn geprägt sei, sondern auch heute noch von Hunger, Gewalt und Tod. „Unsere Aufgabe aber ist es deshalb nicht, uns in Schwärmereien zu ergehen, sondern wir müssen vielmehr unsere Pflicht erfüllen und dadurch den uns gestellten Aufgaben gerecht werden“.

Kronenberg erinnerte im weiteren an den früheren Landesbischof von Berlin-Brandenburg, Otto Dibelius, der in einer seiner berühmten Predigten unmittelbar nach dem Bau der Berliner Mauer gesagt hatte: „Der Christ lebt nun einmal sein Leben nicht für sich allein, sondern er lebt in der Gemeinschaft - er hat Verantwortung für andere, und in dieser Verantwortung innerhalb einer Gemeinschaft kann er des Rechtes nicht entbehren“.

Lesen Sie die Gedenkrede von Pfarrer Ulrich Kronenberg im Wortlaut im SPEYER-KURIER

Mit aufrüttelnden Texten des österreichischen Dadaisten Ernst Jandl und des Anti-Kriegs- und „Trümmer“-Autors Wolfgang Borchert („Draußen vor der Tür“) brachten Magdalena Grimbs, Niklas Müller und Florentine Parzich, Schülerinnen und Schüler des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums, passende literarische Akzente in die Gedenkstunde mit ein, die vom Speyerer Kammerorchester unter der Leitung von Matthias Metzger und vom „Sängerkreis der Bäckerinnung e.V.“ unter Alfred Strehl musikalisch würdig umrahmt wurde.

Die Formel des traditionell vom jeweiligen Staats- oder Stadtoberhaupt zu sprechenden Totengedenkens schließlich erweiterte der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger abschließend um ein sehr persönlich gehaltenes Gedenken an die Opfer der Terroranschläge von Paris, in dem er den „französischen Freunden“ die tiefe und aufrichtige Anteilnahme der Speyerer Bürgerschaft versicherte und gleichzeitg jeder Form von Gewalt gegen Menschen jeder Rasse und Religion eine scharfe Absage erteilte.

Dass Speyer seit diesem Jahr kein miitärischer Standort mehr ist, wurde den Teilnehmern der Feierstunde spätestens dann bewusst, als sie aus der Aussegnungshalle des Speyerer Friedhofes traten und dort, anders als in all den Jahren zuvor, keine Kranzträger mit den Kränzen der unterschiedlichen Institutionen und Formationen angetreten waren. Stattdessen waren diese Symbole der Trauer und des Gedenkens zuvor schon auf den deutschen und französischen Ehrenfriedhöfen platziert worden, wo sie nach einem kurzen Gang der Teilnehmer der Feier zu den Gedenkstätten und einer kleinen Zeremonie – auf deutscher wie auf französischer Seite mit dem Lied vom „guten Kameraden“, gespielt von dem jungen Trompeter Tobias Ebert – auf französischer Seite zudem ergänzt durch die französische Nationalhymne, die „Marseillaise“ - ihren Höhepunkt und Abschluß fanden.

Prominenten-Sammlung zugunsten des „Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge“ mit leider gerade einmal zehn Teilnehmern.

Bereits am Samstag vormittag hatten sich gerade einmal zehn Teilnehmer vor dem Rathaus zur traditionellen „Sammlung der Prominenten und Ratsmitglieder“ zugunsten der so wichtigen Arbeit des „Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge“ auf den Soldatenfriedhöfen in ganz Europa versammelt, wo Jahr für Jahr Jugendliche im Rahmen der „Aktion Sühnezeichen“ Gefallenen beider Weltkriege eine würdige Ruhestätte bereiten und so ein dauerhaftes Verständnis für die Bedeutung von „Erinnerungskultur“ erfahren können. Foto: gc

Lesen Sie hierzu auch einen EINWURF von Gerhard Cantzler

16.11.2015


Ansprache von Militärpfarrer Ulrich Kronenberg

Totengedenken zum Volkstrauertag 2015 am 15. November 2015

Volkstrauertag 2015. Wieder sind wir versammelt, um der Opfer der Weltkriege zu gedenken, die im vergangenen Jahrhundert über die Erde hinweggegangen sind. Wir müssen es heute erleben, dass wir in Europa keineswegs im Frieden leben wie die schrecklichen Ereignisse in Paris vorgestern uns schmerzlich vor Augen führen. Mitten im Herzen der französischen Hauptstadt Paris haben sich schreckliche Dinge abgespielt. Der französische Präsident hat klare Worte gefunden zu den feigen Anschlägen des IS und dabei auch vom Kriege gesprochen. Mitten in harmlose Freizeitveranstaltungen ist der Tod getreten und hat über 100 Menschenleben vernichtet und zahllose Menschen verletzt, die nun schwer zu leiden haben. Nicht nur die französische Nation steht unter Schock, sondern wir alle. Wir alle im Westen sind hier getroffen, weil es eine Kriegserklärung ist an unsere Art, zu leben.

Für mich als Christen ist klar, dass wir nicht irgendwelchen pazifistischen Tagträumen nachhängen dürfen, wie das gerade auch in der evangelischen Kirche so gern getan wird. Wenn wir in den letzten Jahren von Abrüstung, Friedensdividende und Weltfrieden geträumt haben, so sind diese Träume nun wie Seifenblasen zerplatzt und wir stehen in einer harten Realität, von der Jesus Christus bereits gesprochen hat, als er sagte: „Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei“ Und er hat hinzugefügt „Fürchtet euch nicht!“ (Mk 13,7). Der Freitag hat die harte Wahrheit gezeigt, die wir so gern vergessen: „Mitten wir im Leben sind, mit dem Tod umfangen...“. Wir spüren es alle: Ja, wir brauchen jetzt Mut. Und wir brauchen Halt. Ich meine wirklichen Halt und nicht etwa Haltung: die kann einem vergehen angesichts dieser mörderischen Brutalität. Wir müssen erkennen, dass dies alles bei uns stattfindet und man kann in dieser Situation nur unseren französischen Nachbarn alle Hilfe anbieten, wie dies unsere Bundeskanzlerin mit klaren Worten getan hat. Denn unsere angegriffene Gesellschaft fußt auf Werten: Werte, die verteidigt und errungen werden müssen. Werte, die auch die schützen, die zu uns geflohen sind vor dem Terror und Schrecken.

Unser Land steht vor gewaltigen Aufgaben, die auch in Speyer gemeistert werden müssen. Der Einsatz der Verantwortlichen und der ehrenamtlichen Kräfte sind immens und es bewegt viele die Frage, wie und ob das zu schaffen ist. Doch diese Debatte gehört heute Morgen nicht hier her, dafür haben wir andere Gremien, die um diese schweren Aufgaben nicht zu beneiden sind.

Aber wir haben Menschen hier bei uns, die den Krieg aus der Nähe kennen. Viele, die vieles und manche, die alles verloren haben. Das ist auch die Realität in unserer Heimat. Die Zeiten, in denen wir das nur per Zeitung oder Fernsehen serviert bekamen, sind vorbei und mancher sieht auch bei uns das Gespenst des Krieges oder des Bürgerkrieges am Horizont. Diese Entwicklung hat uns alle unvorbereitet getroffen – das hatte so niemand vorhergesehen, wie man eben manche Entwicklungen und Ereignisse einfach nicht vorhersehen kann.

Wir müssen handeln und damit umgehen. Denn dass wir das tun müssen, ist völlig klar, denn wir leben ja nicht im luftleeren Raum. Es ist unsere Stadt und unser Land - wir sind betroffen. Ich habe Ihnen heute Morgen deshalb ein Meisterwerk Albrecht Dürers mitgebracht. Unser Land hat große Künstler hervorgebracht und besitzt reiche Kunstschätze. Dürer hat dieses Meisterwerk vor rund 500 Jahren geschaffen: und es hat uns auch heute viel zu sagen: wir sehen eine Reiter, der unbeirrt seinen Weg zieht: man sieht den Tod und den Teufel, die ihn anfechten und hinter ihm schreien. Man sieht alles Mögliche, was uns Menschen Angst und Sorge macht: die Bilder unserer französischen Nachbarn führen uns das drastisch vor Augen. Die Haltung dieses Ritters, ist die Haltung des Christen. Des christlichen Beters – anders kann man dieses Werk nicht interpretieren: er sieht stur geradeaus: er sieht auf die heimatliche Burg, zu der er zieht: er wird begleitet von seinem Hund, der für Treue und Beständigkeit steht. Er lässt sich nicht irremachen. Er lässt sich nicht ablenken. Er hat das Ziel im Blick – egal, was ihn umgibt und wie groß das Problem und das Geschrei von Tod und Teufel auch ist.

Das ist die Botschaft, die uns 2015 genauso erreicht: denn auch wir gehen durch ein Leben, durch eine Welt von Tod, Teufel und Geschrei: die blödsinnige Werbung „Hauptsache ihr habt Spaß“ ist nicht die Realität dieser Welt, sondern nur für aggressive Krämerseelen richtig. Wir haben alle das Leid und die Not dieser Welt vor Augen. Wir dürfen unsere Augen nicht verschließen um im „Geiz ist geil“-Koma den Wohlstandstraumata zu frönen - das mögen Schwärmer und gesellschaftspolitische Utopisten tun. Wir Christen sind realistische und nüchterne Leute. Und als solche wollen wir unseren Dienst tun und unserem Mann stehen. Denn was ist unsere Aufgabe? Unsere Aufgabe ist nicht, ein schwärmerisches Multikultitraumbild zu verbreiten - unsere Aufgabe ist es nicht, den Untergang des Abendlandes herbeizureden - unsere Aufgabe ist es nicht, zu jammern und zu klagen und zu räsonieren. Nein: unsere Pflicht ist es, die vor uns liegenden Aufgaben anzupacken und unseren Weg zu gehen. Und zwar als Menschen: und da gibt es nur einen Maßstab: das ist die Menschlichkeit. Die Partisanen des Teufels sind die Sorgen. Man hat in unserem Volk von Jammerern und Bedenkenträgern manchmal das Gefühl, wir seien die „vier grauen Weiber“ aus Goethes „Faust“. Kennen Sie die? Es sind Mangel, Schuld, Sorge und Not. Der Sorgengeist kann einen binden und er kann uns auch ersticken. Deshalb lasst uns diesen Ritter zum Vorbild nehmen. Unser Maßstab ist die Menschlichkeit - wir Christen sprechen von Liebe.

Als in unserem Vaterland die DDR die Mauer der Unmenschlichkeit errichtete, da hat der große Berliner Bischof und EKD Ratsvorsitzende Otto Dibelius an fünf Abenden in Berlin sehr bewegende Reden gehalten : die dritte Rede an die damals frisch geteilte Stadt war überschrieben: „Über die Menschrechte“: darin sagte er: „Der Christ lebt nun einmal sein Leben nicht für sich allein, sondern er lebt in der Gemeinschaft, er hat Verantwortung für andere, und in dieser Verantwortung innerhalb einer Gemeinschaft kann er des Rechtes nicht entbehren“.

Und deshalb lasst uns diesen Ritter nachahmen und den Weg der Menschlichkeit unbeirrt gehen bis zum Ziel: das liegt für den Christen nicht in dieser Zeit: aber der Christ ist ein Mensch, der mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen steht, aber mit dem Haupt an den Himmel ragt:

Mein Ziel liegt nicht in dieser Welt. Das lehrt uns auch dieser Tag und deshalb ist es so bedauerlich, dass wir heute Morgen so wenige nur sind: Die Opfer der Kriege des letzten Jahrhunderts kommandieren – genau wie die Toten von Paris - uns auf den Weg der Menschlichkeit. Geht über unseren wunderbaren Friedhof und seht auf den Gräbern die Zeugnisse des Krieges, der Gewalt und all des Elends. Ich habe dies im vergangenen Jahr sehr häufig getan und war erschüttert, wie viele Erinnerungen an unsere Kriegsopfer hier zu finden sind. Wie viele Grabsteine zeugen von Tragödien und menschlichen Katastrophen. Wie viele abgebrochene Träume, Pläne, Hoffnung und Erwartungen. Man kann darüber weinen. Ich hatte oft die Kamera dabei und habe manches Grab fotographiert: ich möchte es gern einmal in einem Dia-Abend vorführen, denn es ist eine Mahnung – diese Predigt im Stein - an uns, die wir so lange Jahre und Jahrzehnte im Frieden und im Wohlstand leben durften. Das mahnt uns zur Dankbarkeit: aber keine Gabe Gottes ist ohne Aufgabe: darin liegt auch immer eine Verpflichtung: gewissermaßen ein Testament der Toten der Kriege: SEID MENSCHLICH.

Meine Oma hatte einen richtigen und wichtigen Spruch, den sie gegen Ende ihres Lebens immer sagte:

„Bewahret einander vor Herzeleid

Kurz ist die Zeit, die Ihr zusammen seid.

Und werden auch Jahre euch vereinen:

Einst werden sie wie Minuten euch erscheinen“.

Dies drückt auch das andere Bild aus, das ich Ihnen heute mitgebracht habe: Die Stalingradmadonna, die heute in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin hängt: wenn ich dort bin, muss ich sie jedes Mal ansehen, denn sie drückt das aus, was wir brauchen und was der Künstler, Arzt und Theologe Kurt Reuber so eindrücklich dargestellt hat in der Hölle der Schlacht von Stalingrad: das Bedürfnis nach Wärme, Liebe und Geborgenheit: man braucht es nicht zu interpretieren: es spricht für sich selbst.

Und deshalb: gedenken wir der Toten der Kriege. Gedenken wir der Toten und Verwundeten von Paris, die vor wenigen Stunden noch so gesund und munter waren wie Ihr und ich. Gedenken wir der Menschen, die ihre Lieben verloren haben. Gedenken wir der Menschen, die nun in Verzweiflung an den Särgen der Ihren stehen und Abschied nehmen müssen. Gedenken wir der Angehörigen, die nun auf den Intensivstationen und in den Krankenhäusern um das Leben und die Gesundheit der Ihren bangen müssen. Gedenken wir der Menschen, in deren Leben nun nichts mehr so ist wie vor zwei Tagen.

Und dann lasst uns lieben: dann lasst uns helfen und lasst uns diesem Wahnsinn der Unmenschlichkeit entgegentreten: und das geht nur mit dem Gegengift. Dem Gegengift des Lichtes. Dem Gegengift des Lebens. Dem Gegengift der Liebe.

In der Hölle von Stalingrad hat Kurt Reuber seinen Kameraden davon etwas geben können, was wir 2015 ohne Worte verstehen können. An Tagen wie diesen spüren wir alle die Wahrheit: Zuflucht ist bei dem alten Gott und unter den ewigen Armen. (Dtn 33,27). Wir – Du und ich – wir brauchen keine Programme und Pläne und Vorhaben: wenn nur jeder das Seine tut wird die Welt ein wenig wärmer und menschlicher: An meiner Stelle. In meiner Stadt. Bei meinem Nachbarn. Bei meinen Schwestern und Brüdern.

Geben wir etwas ab von dem Dank, der uns an einem solchen Tag erfassen muss. Geben wir etwas zurück von dem, was wir empfangen: seht, es ist wie beim Gleichnis vom Schalks-Knecht, von dem Jesus sprach: die Liebe ist nicht wie eine Konserve: die Liebe ist nicht wie etwas Eingefrorenes, das man aufbewahren will: man muss es weitergeben und nur so – indem es sich verzehrt – kann es wirken.

Gegen all den Wahnsinn dieser Zeit, dieses Lebens und dieser Welt. Jesus Christus sei mit uns und stärke uns auf unserem Weg, dass wir unsere Straße ziehen können: mag Tod und Teufel heulen: wir dürfen uns zu dem Gott flüchten, der uns tröstet, wie einen seine Mutter tröstet (Ex 15,26): mit Licht. Mit Leben. Mit Liebe: was die dunkle Todesnacht mir auch für Gedanken macht.

16.11.2015


Einwurf

Wider das leichtfertige Vergessen – für ein Erinnern - auch in der Zukunft

Von Gerhard Cantzler

Tief bedauerlich war es und jammerschade zugleich: Gerade einmal drei von insgesamt 44 Speyerer Ratsmitglieder fanden am Samstag vormittag - einen Tag vor dem Volkstrauertag und nur wenige Stunden nach dem barbarischen Angriff des sogenannten „Islamischen Staates“ auf die Freiheit und das Lebensgefühl der Menschen in unserer ach so aufgeklärten Welt - den Weg vors Speyerer Rathaus zu der eigentlich längst schon traditionellen „Prominenten-Sammlung“ zugunsten der so wichtigen Arbeit des „Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge“, mit der die Erinnerung an all jene Menschen wachgehalten werden soll, die als Vorbilder an allen Fronten der beiden Weltkriege ihr Leben für ihre Heimat gegeben haben, oder die Opfer von Unrecht und Verfolgung wurden.

Einer der drei "Aufrechten", Manfred Mussotter, begleitet von seinem langjährigen französischen Freund und Mitstreiter in Sachen 'Erinnerungskultur', war als Beauftragter des „Volksbundes“ sicher gleichermaßen aus Pflichtbewußtsein wie aus innerer Überzeugung gekommen – seine CDU-Fraktionskollegen Hans-Peter Rottmann und Dr. Martin Moser wohl vor allem aus der Gewissheit heraus, dass Verantwortung vor der Geschichte niemals nur zu einer Frage der Generationszugehörigkeit werden darf.

Auch Dompfarrer Matthias Bender und sein protestantischer Amtsbruder, Dekan Markus Jäckle, haben so wie der Chef der Speyerer Feuerwehr, Stadtfeuerwehrinspekteur Michael Hopp und der Leiter der Polizeiinspektion Speyer, Polizeioberrat Uwe Giertzsch, diesen traditionellen Termin für sich für so wichtig und selbstverständlich erachtet, dass sie genau wie Oberbürgermeister Hansjörg Eger und seine Bürgermeisterin Monika Kabs andere, durchaus sicher auch wichtige Termine hintangestellt haben, um bei diesem Anlass ein Bekenntnis des Dankes und der Würdigung für ganze Generationen abzulegen, die für uns heute Lebenden „den Kopf" und "die Knochen“ hingehalten haben, wie es ein frustrierterer Teilnehmer der Feierstunde formulierte, und die ihr Pflichbewußtsein und ihre Verantwortungsgefühl für andere mit dem eigenen Leben bezahlten.

Sicher, so mancher Kommunalpolitiker war wegen anderer Verpflichtungen an diesem Tag entschuldigt - musste in Vorbereitung der bevorstehenden Landtagswahlen im kommenden Frühjahr seinen Verpflichtungen z.B. bei einem der Parteitage von SPD und CDU im Lande nachkommen – doch galt dies so für alle anderen auch? Oder war es nicht vielmehr dem zunehmend schwindenden Interesse an der eigenen Geschichte und der Unfähigkeit geschuldet, sich die Schrecken eines Krieges vor Augen zu führen – obwohl Dschihadisten und „IS“ ausgerechnet an diesem Wochende ein zutiefst erschreckendes Beispiel dafür gegeben haben?

Noch ist es sicher nicht zu spät, uns wieder unserer eigenen Werte zu besinnen, zu denen stets auch Gedenken an und Dank für die gehört haben, die vor uns waren – 3 aus 44 jedenfalls sollte sich nicht wiederholen.

P.S.: Auch beim eigentlichen Totengedenken am gestrigen Volkstrauertag war die Präsenz „der Prominenz“ nicht viel besser – gab es viele Lücken in den Stuhlreihen der Friedhofshalle.

Wie meinte dazu doch unser ratloser Zeitgenosse in einer Mischung aus Zorn und Unverständnis? „Wenn so das Interesse unserer Funktionsträger an unserer eigenen, jüngsten Vergangenheit aussieht, dann sollten wir diesen Gedenktag doch am besten gleich ganz aus dem Kalender streichen“, - um jedoch gleich darauf hinzuzufügen, dass er an diesem Tag in jedem Fall seiner Gewohnheit treu bleiben wolle, seinen Angehörigen und Freuden auch weiterhin zu gedenken – auch wenn er selbst der Letzte wäre.....

Wandel des Weltwirtschaftssystems durch regionale Initiativen möglich

Fachkonferenz Regionales Wirtschaften als Chance für globale Gerechtigkeit

Speyer- Die Fachkonferenz des Weltladens Speyer zum Regionalen Wirtschaften als Chance für globale Gerechtigkeit war mit 97 Anmeldungen fast bis zum letzten Platz ausgebucht. In seinem Grußwort betonte Michael Staaden vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Ernährung die wachsende Wichtigkeit des regionalen Handelns. Danach forderte Klaus Schilder von MISEREOR im Plenum Gerechtigkeit in unserem momentanen Welthandelssystem und skizzierte alternative Wirtschaftsweisen. Prof. Clarita Müller-Plantenberg aus Kassel zeigte Chancen und Grenzen des solidarischen Wirtschaftens sowohl lokal als auch regional auf.

Anschließend konnten die TeilnehmerInnen im Heinrich-Pesch-Haus in Ludwigshafen zwei von sechs verschiedenen Workshops besuchen. Die solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) bietet dem Bauern Planungssicherheit, indem sie nicht die Ernte, sondern das Projekt vermarktet. Jeder Anteilseigner bezahlt einen festen Betrag pro Monat und erhält dafür einen ernteabhängigen Anteil der Ernte. Mit der Essbaren Stadt wandelte die Stadtverwaltung Andernach öffentliche Grünflächen in Gemüsebeete oder Blumenwiesen um und wandelte damit auch die Sicht der Bürger auf die eigene Stadt. Das brachte auch Touristen in die Stadt. Besonders ist hier, das die Initiative von der Stadtverwaltung ausging und nicht von den Bürgern wie in anderen Essbaren Städten.

Die Elektrizitätswerke Schönau sind demokratisch legitimierte Stromrebellen, die als einer der ersten Initiativen ihr Stromnetz kauften. Die Genossenschaft versorgt heute 160.000 Kunden mit Ökostrom. Weil Rohstoffe und fossile Brennstoffe immer knapper werden, will die Transition Town Bewegung den Verbrauch von fossilen Energieträgern senken und die lokale und regionale Wirtschaft stärken. Regionalwährungen wie der Chiemgauer unterstützen die regionale Wirtschaft und fördern soziale Projekte. Regionale Finanzierungssysteme in Bürgerhand fördern nachhaltiges Wirtschaften und Konsum und lassen die Wertschöpfung in der Region.

Nach der Workshopphase moderierte Helmut Törner-Roos die Präsentation der Workshopergebnisse im Plenum. Gunter Grünentahl vom Weltladen Speyer kommentierte die Fachtagung: „Ich bin begeistert von den hochkarätigen Vorträgen und informativen Workshops. Vielen Dank an Ann-Marie Schlutz, unserer Fachpromotorin für Umwelt und Entwicklung, für die reibungslose Organisation der Fachkonferenz.“ Text und Foto: Claudia Weber

15.11.2015


Jetzt geht’s los: Planungsstart für „Alla-Hopp“

Bewegungs- und Begegnungsanlage im Speyerer Osten mit der Präsentation einer Federbank gestartet 

cr. Speyer- Wild im eher frühsommerlich-lauen Herbstwind flatternde Fahnen mit dem inzwischen weithin bekannten „Alla-hopp“-Signet, daneben die noch kurzfristig vom Städtischen Grünplaner Steffen Schwendy zu voller Größe und Schönheit aufgeblasenen Riesen-Luftballons - der herzig-pittoreske, blaue Oldtimer-Bus - und dann natürlich die weit ausladende, breite Federbank, auf der sich bereits die fröhliche Kinderschar der KiTa „Abenteuerland“ tummelte – das alles signalisierte gestern früh: Jetzt geht es auch in Speyer mit der „Alla-Hopp-Anlage“ wirklich los. 

Zu diesem Planungsstart waren neben der Geschäftsführerin der Dietmar-Hopp-Stiftung, Katrin Tönshoff auch die Verantwortliche für die insgesamt 19 Begegnungs- und Bewegungsparks in der erweiterten Metropolregion Rhein-Neckar, Sandra Zettel, auf die Speyerer Maximilianstraße gekommen, wo sie gemeinsam mit Sebastian Ebeling vom „FC 09 Speyer“ von der Städtischen Sportdezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs, begrüßt wurden. In ihrer kurzen Rede erinnerte Kabs an die große Freude, die im Jahr 2013 in Speyer die Botschaft ausgelöst hatte, dass die Stadt mit ihrer Bewerbung um einen solchen Bewegungs- und Begegnungspark erfolgreich gewesen sei. „Mit dem von uns vorgeschlagenen Areal auf einer Brachfläche neben dem Gelände des 'FC 09 Speyer' hatten wir ja auch ein offensichtlich ganz besonders überzeugendes Konzept vorgelegt, bewegen wir uns damit doch im Wortsinne zwischen allen Generationen“, hob die Bürgermeisterin selbstbewußt hervor und verwies auf die zahlreichen Einrichtungen - von den Kitas über die reichhaltige Schullandschaft im Umfeld bis hin zum Altersheim und den anderen seniorengerechten Einrichtungen - von denen aus die künftige „Alla-Hopp-Anlage“ durchweg fußläufig leicht zu erreichen sein werde.  

Wie Katrin Tönshoff mitteilte, sollen die Planungsarbeiten für die Speyerer „Alla-Hopp-Anlage“ unmittelbar im neuen Jahr aufgenommen werden, so dass man hoffnungsfroh sei, die Anlage schon Anfang 2017 ihrer Bestimmung übergeben zu können. Zuvor aber werden bereits die Planer der Anlage des Karlsruher Landschaftsplanungsbüros „EU - Elke Ukas“ - an diesem Tag vertreten durch die Projektverantwortliche Grit Orwat – bei den künftigen Nutzern der Anlage vorsprechen, um zu erfahren, wie diese sich einen solchen Bewegungspark vorstellen und welche besonderen Wünsche sie damit verknüpfen.  

Die Kinder der KiTa „Abenteuerland“ jedenfalls hatten dazu schon den „Vorreiter“ gemacht und gemeinsam ein riesiges Bild gemalt, auf dem sie in bunten Farben ihre Visionen von Bewegung und Begegnung zu Papier brachten. 

Und damit der Startschuß für das Projekt auch dauerhaft im Bewußtsein der Speyerer Bevölkerung verankert bleibt – die Federbank selbst wird ja in den nächsten Monaten vor den unterschiedlichsten sozialen und sportlichen Einrichtungen in der Stadt „Station machen“ - wurde gestern von den Kindern der KiTa „Abenteuerland“ sowie den Verantwortlichen von Stadt und Dietmar-Hopp-Stiftung auch eine „Alla-Hopp“-Fahne vor dem Stadthaus aufgezogen. 

Es geht also wirklich los! 

Für die neue Anlage, die nach Vorstellung ihrer „Macher“ eine bunte Mischung aus lokal geprägten Elementen und „Konstanten“ aller 19 Anlagen wie dem „Mikadowald“ oder einem auch von Behinderten nutzbaren „Familienkarussell“ beinhalten soll, wird die Dietmar-Hopp-Stiftung – eine der größten und wirkungsvollsten Familienstiftungen Europas, die sich insbesondere der Förderung von Sport, Medizin, Sozialem und Bildung verschrieben hat - auf dem rund 5.500 qm großen Gelände in Speyer-Ost rund 2,2 Mio. Euro investieren. Foto: gc

11.11.2015


„Rockmusikerverein Speyer“ und „Arbeitskreis Asyl“ packen gemeinsam 600 Päckchen

Willkommenspakete für Flüchtlinge und Asylbewerber in der Stadt

cr. Speyer- Eine tolle Idee, die da der „Rockmusikerverein Speyer e.V.“ an diesem Samstag gemeinsam mit dem „Arbeitskreis Asyl“ der Domstadt zu einem großartigen Erfolg werden ließ: Die Idee nämlich, Bürgerinnen und Bürger der Stadt schon gut sechs Wochen vor dem „Fest der Liebe“ in die Halle 101 einzuladen, damit sie dort gemeinsam Päckchen und Willkommenspakete packen konnten für Neuankömmlinge – Flüchtlinge und Asylsuchende aus den Kriegsgebieten des vorderen und mittleren Ostens zumeist – und ihnen so ihre aufrichtige Verbundenheit, ihre ungebrochene Hilfsbereitschaft – kurz: ihre Liebe und Empathie zu Menschen zu bekunden, die durch die Kriegsereignisse in ihrer alten Heimat oft alles verloren haben, um bei uns nach einer oft wochen- und monatelangen, gefährlichen Flucht mit „Müh und Not“ wenigstens ihr nacktes Leben zu retten. Ein großartiger Erfolg aber auch, strömten doch die Speyerer bereits lange vor der Öffnung der Halle 101 am frühen Nachmittag „in hellen Scharen“ zum Spielort so manchen Rockkonzerts, sodass schon nach der ersten Stunde mehr als 200 fertig gepackte Pakete gezählt werden konnten, sodass sich die Bereitstellung zusätzlicher Kartonagen zum Abtransport der Liebensgaben rasch zur größten, wenn auch sicher zur erfreulichsten Herausforderung des Tages entwickelte.

Die Organisatoren des gelungenen Hilfsprojektes um Anna Krämer und Tristan Sontowski vom „Rockmusikerverein Speyer e.V.“ und Irmgard Münch-Weinmann vom „Arbeitskreis Asyl“ Speyer hatten „in weiser Voraussicht“ die Spender gebeten, ihre mitgebrachten Gaben so zu sortieren, dass sie – gegliedert nach Paketen für Frauen und (großen und kleineren) Männern sowie für Kinder – für Buben und Mädchen - rasch und unkompliziert in die vorbereiterten Tüten verpackt werden konnten. Ganz oben an Hygieneartikel, Kleidung und Süßigkeiten für alle sowie natürlich Spielzeug für die Kinder.

Schon kurz vor 17:00 Uhr und damit bereits eine Stunde vor dem Ende der Aktion waren so bereits alle vorrätigen 500 Beutel mit den Gaben befüllt und die Organisatoren entschlossen sich, in den nächsten Tagen noch eine „Sonderschicht“ einzulegen, um die restlichen Spenden zusammen mit notwendigen Zukäufen in 100 weitere Stoffbeutel einpacken.
„Der 'Arbeitskreis Asyl Speyer' und wir vom 'Rockmusikerverein' sind stolz auf die Speyerer!“, freute sich Anna Krämer am frühen Samstagabend erschöpft, aber glücklich. „Dank ihrer riesigen Spendenbereitschaft heute und in den Tagen zuvor können sich nämlich bald 600 Menschen – mehr als wir erwartet hätten - über unsere Willkommenspakete freuen“.

Ein nicht minder großes „Dankeschön“ wollte das Orga-Team des Projektes aber auch all den vielen anderen freiwilligen Helfern sagen, die noch am Samstag spontan in die „Halle 101“ gekommen waren, um anzupacken und zu helfen. Und schließlich wollten sie auch all jene nicht vergessen, die während des gesamten Nachmittags für Kaffee und selbstgebackenen Kuchen sorgten und denen, die sich – dem Ort entsprechend – in interkultureller Gemeinsamkeit zwischen Flüchtlingen und Einheimischen um die musikalische Unterhaltung kümmerten.

Eine tolle Idee also mit einem überzeugenden Ergebnis – Wiederholung sicher nicht ausgeschlossen. Foto: gc; Rockmusikerverein

08.11.2015


Max Damaschke als neuer Persönlicher Referent und „Allzweckwaffe“ von OB Eger vorgestellt

Studierter Kultur- und Wirtschaftswissenschafter mit historischem Hintergrund

cr.Speyer- Seit Anfang diesen Monats schon ist er der Mann an der Seite des Speyerer Oberbürgermeisters Hansjörg Eger: Der 27jährige Viernheimer Max Damaschke, der als Persönlicher Referent des OB die Nachfolge von Silvia Gonsior übernommen hat, die selbst bereits seit Anfang Oktober die Städtische Wirtschaftsförderung verantwortet. Doch seine Tätigkeit als „Persönlicher“ soll Damaschke nach Aussage des Oberbürgermeisters nur etwa zur Hälfte seiner Arbeitszeit ausfüllen – mit der anderen Hälfte – Eger: „Vielleicht werden dies auch 60 oder nur 40 Prozent sein“ - soll er sich in der neuen Stabsstelle „Kultur, Marketing und Kommunikation“ der Stadtverwaltung um Sonderaufgaben kümmern wie die Vorbereitung der Aktionstage der „Johanniter-Unfall-Hilfe“ oder des Reformationsjubiläums.

Über die notwendigen Voraussetzungen für diese Aufgaben scheint der junge Bergsträsser, der sich in dem Ausschreibungsverfahren für die Stelle gegen rund 140 weitere BewerberInnen durchgesetzt hat, durchaus zu verfügen: Der Viernheimer, in dessen Geburtsurkunde zwar 'Heppenheim' als Geburtsort zu lesen ist - „dort verbrachte ich als Neugeborener allerdings nur die ersten Tage meines Lebens“ - absolvierte nämlich nach dem Abitur an der Universität Mannheim ein umfassendes Master- und Bachleor-Studium in den Fächern Kultur- und Wirtschaftswissenschaften in Verbindung mit Geschichte und Betriebswirtschaftslehre, in dessen Verlauf er im Rahmen des renommierten „Erasmusprogramms“ auch einen Studienaufenthalt an der Universität Oslo in seiner Vita „verbuchen“ konnte. In seiner Zeit in der norwegischen Hauptstadt erwarb er sich auch erste Grundkenntnisse in der norwegischen Sprache und verbreiterte damit seine nach eigenen Worten „deutlich besseren Kenntnisse“ in Englisch und Französisch um eine weitere, durchaus seltene und zugegebenermaßen auch schwierige Fremdsprache.

Nach dem erfolgreichen Abschluß seines Studiums, vor dessen Aufnahme Damaschke bereits seinen Zivildienst beim "Viernheimer Forum der Senioren" abgeleistet hatte, arbeitete der neue Städtische Mitarbeiter seit 2009 als Wissenschaftliche Hilfskraft am "TECHNOSEUM" - Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim, ehe er 2011 als wissenschaftliche Hilfskraft und seit 2013 als geprüfte wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte bei Prof. Dr. Julia Angster an der Universität Mannheim tätig wurde. Nur unterbrochen durch ein halbjähriges Praktikum bei der „Stadtmarketing Karlsruhe GmbH“, wo er in die Vorbereitung des 300. Stadtjubiläums der Fächerstadt eingebunden war, wirkte Damaschke bis zu seinem jetzt erfolgten Wechsel nach Speyer an dem Mannheimer Universitätsinstitut.

Privat interessiert sich der neue „Persönliche“, der gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin – sie ist Mitarbeiterin im „Kulturbüro“ der „Metropolregion Rhein-Neckar“ und verfügt deshalb aufgrund ihrer Vernetzung in der Region auch selbst beruflich über eine hohe Affinität zur „zweiten Hälfte“ des neuen Tätigkeitsfeldes ihres Freundes - in Mannheim wohnt, vor allem für die reiche Kino-Szene in der Quadratestadt und ist ein ebenso fleißiger Theatergänger wie Besucher der zahlreichen Museen und Ausstellungen in der Metropolregion.

Wie der Oberbürgermeister bei dieser Gelegenheit weiter mitteilen konnte, sind auch die anderen, derzeit im Besetzungsverfahren befindlichen Stellen auf einem „guten Weg“: So hätten sich auch für die Stelle eines/einer neuen Kulturreferenten/in eine Vielzahl von Bewerber/innnen gemeldet, aus denen derzeit verwaltungsintern eine erste Vorauswahl getroffen werde. Gleiches gelte auch für die Stelle des/der Sachbearbeiters/in für die Pflege der zahlreichen Städtepartnerschaften, die Speyer in alle Welt unterhält. Gleichfalls bereits ausgeschrieben sei auch die Stelle des Nachfolgers/ der Nachfolgerin des zum Monatsende ans Frankfurter Stadtarchiv gewechselten Leiters des Speyerer Stadtarchivs innerhalb der städtischen Abteilung „Kulturelles Erbe“, Dr. Joachim Kemper.

Und sogar für die zwölf ausgeschriebenen Stellen für den feuerwehrtechnischen Dienst, mit denen die Stadt den „Einstieg in den Umstieg“ von einer Freiwilligen zu einer Berufsfeuerwehr beginnen möchte, seien auf mehr Resonanz gestoßen als ursprünglich erwartet. Hier jedoch sei, so Eger, das Auswahlverfahren komplizierter als bei den anderen, reinen Verwaltungsstellen, weil die neuen Berufsfeuerwehrleute vor ihrer Einstellung die vorgeschriebenen Prüfungen bei einer vergleichbaren, externen Einrichtung ablegen müssten. Was allerdings bereits feststehe, sei die Absicht von Rat und Verwaltung, bei entsprechendem Interesse und Qualifikation Bewerber aus den Reihen der Freiwilligen Feierwehr Speyer zu bevorzugen. Foto: gc

06.11.2015


20 neue Bäume neben Salier-Schule gepflanzt

Cuvée“ aus Äpfeln, Birnen und Kastanien als Grundlage für „ess- und trinkbare“ Stadt Speyer vorgestellt 

cr. Speyer- Eine Streuobst-Baumreihe der ganz besonderen Art konnte jetzt Oberbürgermeister Hansjörg Eger dank einer Spende des in der Erdölexploration und -Förderung in und rund um Speyer tätigen Konsortiums „GDF Suez Deutschland“ und „Palatina GeoCon“ auf dem Gelände der Salierschule der Öffentlichkeit vorstellen: Ein ganz eigenes „Cuvée“ aus Äpfeln, Birnen und Kastanien werde hier zukünftig heranreifen, die, so Eger, wohl schon in wenigen Jahren von den zwanzig hier neu gepflanzten Bäumen geerntet werden können.

Doch wer erwartet hatte, dass bei dieser Gelegenheit der Oberbürgermeister höchst eigenhändig die Neubepflanzung vornehmen würde, der sah sich enttäuscht: „Da meine Mitarbeiter wissen, dass ich mich nicht für allfällige handwerkliche Arbeiten eigne, haben sie die Bäume dankenswerter Weise schon zuvor eingepflanzt“, begründete Eger die Tatsache, dass ihm selbst und den anwesenden Spendern so nur noch die Aufgabe blieb, „symbolisch“ mit dem Spaten den Rindenmulch „zu Füßen“ der neuen Bäume „umzugraben“ und die Baumscheiben kräftig zu begießen. Wie der Städtische Grünplaner Steffen Schwendy, erläuterte, habe man zuvor schon im Pflanzbereich der Bäume bis in eine Tiefe von 40 Zentimeter einen Bodenaustausch vorgenommen, so dass die Bäume jetzt auf einem optimalen Untergrund, einem lehmigen Substrat, anwachsen und sich gut entwickeln könnten.

Wie das Stadtoberhaupt erklärte, seien jetzt auf der Ausgleichsfläche neben der Salier-Grundschule im Rahmen des vom CDU-Ortsverband Speyer-Ost unter seinem Vorsitzenden Dr. Martin Moser und der CDU-Stadtratsfraktion initiierten Projektes „Essbare Stadt“ zehn neue Apfelbäume, sechs Birnbäume und vier rotblühende Kastanien gepflanzt worden, die, so Steffen Schwendy, so platziert seien, dass sie auch bei starkem Wachstum die Solaranlage auf dem Dach der Schule in ihrer Wirkung nicht beeinträchtigen können.

Besonderen Dank konnte der Oberbürgermeister an diesem Tag den engagierten Spendern sagen - Bernhard Prost von „GDF Suez“ sowie Jürgen Siewert und Gernot Eberhard von „Palatina GeoCon“, die als Konsortium inzwischen auch schon seit Jahren gemeinsam als Spender für die prachtvollen Weihnachtsbäume vor dem Dom „einstehen“ würden. In seinen Dank schloss Eger schließlich auch Ulrich Zehfuß von der Agentur „Protext“ mit ein, der den Kontakt zwischen der Stadtverwaltung und den Spendern einerseits, andererseits aber auch zu der Bürgerinitiative „für den Bau eines Bolzplatzes“ auf diesem Gelände um deren Sprecherin Sabine Ross geknüpft habe. Wie Zehfuß im Weiteren ankündigte, wolle er gemeinsam mit Kindern der benachbarten Grundschule und der KiTa des Stadtteils das anfallende Streuobst einsammeln und es zu Saft zu verarbeiten.

Das Projekt „Ess- und trinkbare Stadt scheint also so langsam Fahrt aufzunehmen: Die Kinder der Grundschule haben auf dem Areal „mit Assistenz“ der Stadt inzwischen Kiwis, Feigen, Himbeeren und Stachelbeeren angepflanzt - und vielleicht fällt ja auch die Idee von Gernot Eberhard auf im Wortsinne „fruchtbaren Boden“, der davon schwärmte, wieviel Freude seine eigenen Kinder und ihre Freunde alljährlich beim Anbau und vor allem bei der Ernte von Kartoffeln auf seinem eigenen Bauernhof in der Nordpfalz empfinden würden. Foto: gc

01.11.2015


Freundeskreis Speyer-Ruanda wählte neue Vorstandschaft

einige Mitglieder des neuen Vorstandes – v.l.: Dr. Barbara Schmidt-Nechl (Schriftführerin), Birgit Jardelot (Vorsitzende-Stellvertreterin), Dr. Wolf Böhm (Schatzmeister), Gabriele Schall-Rupp (Beisitzerin), Jean-Michel Jardelot (1. Vorsitzender), Louisa Thireau (Beisitzerin), Monika Hecht-Thireau (Vorsitzende-Stellvertreterin) einige Mitglieder des neuen Vorstandes – v.l.: Dr. Barbara Schmidt-Nechl (Schriftführerin), Birgit Jardelot (Vorsitzende-Stellvertreterin), Dr. Wolf Böhm (Schatzmeister), Gabriele Schall-Rupp (Beisitzerin), Jean-Michel Jardelot (1. Vorsitzender), Louisa Thireau (Beisitzerin), Monika Hecht-Thireau (Vorsitzende-Stellvertreterin)

Speyer- Die freundschaftliche und engagierte Partnerschaft zwischen Speyer und seinen Partnerschaftsregionen im äußersten Südwesten von Ruanda besteht seit über 30 Jahren! Turnusgemäß fanden im „Freundeskreis Speyer-Ruanda“ die Vorstandswahlen statt, bei denen sich  gleichzeitig auch  ein Generationenwechsel vollzog. Durchgehend einstimmig wurden in dem nun bis 2017 amtierenden Vorstand einzeln gewählt: Jean-Michel Jardelot als 1. Vorsitzender, als gleichberechtigte Stellvertreterinnen: Monika Hecht-Thireau und Birgit Jardelot; Dr. Barbara Schmidt-Nechl als Schriftführerin und Dr. Wolf Böhm als Schatzmeister. Als BeisitzerIn für Jugend und Schule wurden Louisa Thireau und Julian Jardelot gewählt; weitere Beisitzerinnen sind Gabriele Schall-Rupp und Niki Maurer; als Rechnungsprüfer werden zukünftig Stefan Bosslet und Werner Krämer fungieren!

Zuvor wurde der alte Vorstand einstimmig entlastet: der bisher 1. Vorsitzende Dr. Wolf Böhm berichtete in seinem „Jahresbericht“ über die Aktionen und Aktivitäten des Vereins für Ruanda, in deren Fokus im vergangenen Jahr die Unterstützung von Schulpartnerschaften, die Ausstattung von Schulen, Schülerinnen-Patenschaften – auch Behinderten, die Ausbildung von LehrerInnen, Jugend- und Schüleraustausch, Schulspeisung, Sportförderung, der Aufbau eines „Heimatmuseums“,  Aktionen von FairTrade und der Kommunalen Entwicklungszusammenarbeit – letztere in konkreter Zusammenarbeit mit der Stadt Speyer; weiterhin fanden Begegnungen für Projektplanungen mit fünf (!) Akteuren  des Speyerer Freundeskreises (quasi als eine „Bürgerreise“) mit Partnern in Ruanda statt sowie Studien-Exkursionen mit  ruandischen StudentInnen an der Technischen Universität in Kaiserslautern (beispielsweise mit Praktikums- und Diplomarbeits-Vermittlungen  bei den Stadtwerken in Speyer und Neustadt sowie weitere  landeskundliche und kommunale Betriebs-Erkundungen) – es gibt fast 100 (!) StudentInnen aus Ruanda in Kaiserslautern, Teilnahme am landesweiten Ruanda-Tag mit aktiver Unterstützung für die Teilnahme des ruandischen Künstlers Richard Safari Karekezi, ehemaliger Künstler-Stipendiat der Stadt Speyer!

Wolf Böhm hob bei diesem Jahresbericht das „Credo“ des  Freundeskreis Speyerer-Ruanda e.V. hervor: der Verein fühlt sich, ebenso wie die gesamte Stadt Speyer offiziell als eine „Millenniums-Aktionsstadt“ seit 2009,  der „UN-Millenniumserklärung 2015“ verpflichtet. Dabei soll die Bürgerschaft zu einer aktiven Unterstützung der globalen Partnerschaft sensibilisiert werden,  in der zukünftig als oberstes Ziel „eine bessere, gerechtere und sichere Welt“  steht!

In einem Rahmen von Solidarität und Engagement bewegt sich diese Partnerschaft von Speyer mit Ruanda kontinuierlich von einer traditionellen „Graswurzelpartnerschaft“ in Richtung der weiteren Realisierung der globalen Millenniumsziele auf folgenden  Gebieten: Beseitigung von Hunger und Armut, Gesundheitsvorsorge, Bildung, Gleichstellung von Mann und Frau, Umwelt, Technik, Sport und Kultur sowie „Partnerschaft auf gleicher Augenhöhe“ und die Förderung der internationalen Gesinnung!

Der neue 1. Vorsitzende Jean-Michel Jardelot hob hervor, den bisher eingeschlagenen Weg in der Partnerschaft  fortzusetzen – ergänzt durch die gerade jetzt im September 2015 von der UN-Hauptversammlung  erweiterten Millenniumsziele wie etwa die „Beschäftigung für alle“ sowie die „Klimaziele“, die globale Erwärmung unter zwei Grad im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung zu halten. Darüber hinaus enthält diese „Post 2015-Nachhaltigkeitsagenda 2030“ auch erstmals das eigenständige Ziel der „Nachhaltigen Stadtentwicklung“, für das sich die Kommunalverbände weltweit eingesetzt hatten. Danach sollen in den globalen Ballungszentren „menschen- und umweltfreundliche Lebensräume“ mit bezahlbarem Wohnraum entstehen. Die Städte sollen nachhaltiger und grüner werden. Und die Entwicklungsländer sollen unterstützt werden, um die Städte gegen klimabedingte Naturkatastrophen widerstandsfähiger zu machen. Im Grunde werden damit alle unsere Städte zu einer umfangreicheren und intensiveren kommunalen Partnerschaft „verpflichtet“ – aber gleichzeitig auch durch nationale Einrichtungen in diesen Aktivitäten unterstützt! Mit diesen Aktionen könnten dann auch mittelfristig der weltweiten Flüchtlingsströme von zz.  etwa 60 Millionen Migranten reduziert werden?

Der neue Vorsitzende Jardelot schlug auch vor, in der nächsten Zeit einer „Bürgerreise“ nach Ruanda durchzuführen, um sich von den bisher sehr erfolgreichen Partnerschaftsprojekten der letzten 30 Jahre überzeugen zu lassen und die Partnerschaft noch mehr zu festigen : danach könnte die Speyerer  Partnerschaftsarbeit sicher noch optimistischer  und wirkungsvoller fortgesetzt werden! Text und Foto: Freundeskreis Speyer-Ruanda

01.11.2015


Überraschendes Geschenk für die Kinder der Speyerer KiTa „Flohkiste"

Bettenfachgeschäft SOMNOS spendiert sechs Matratzen nebst Zubehör „zum Hüpfen und zum Kuscheln“.

cr. Speyer- Es war quasi das „Abfallprodukt“ eines Matratzenkaufs in dem vor gut anderthalb Jahren in der Speyerer Tullastraße neu gegründeten Bettenfachgeschäftes „Somnos“: Die Mutter eines Kindes der KiTa „Flohkiste“ in der Speyerer Winternheimer Straße wies dabei nämlich gesprächsweise darauf hin, dass die KiTa „Flohkiste“ dringend neue Matratzen „zum Hüpfen und zum Kuscheln“ brauchen könne, seien die alten „Liegestätten“ doch schon arg verschlissen.

Dieser „versteckte Wink“ ließ die beiden Inhaber des neuen Fachgeschäftes, Peter Lieske und Nicola Di Tullio nicht ruhen: Kurz entschlossen ließen sie bei einem renommierten Matratzenhersteller im schwäbischen Ditzingen sechs höchst qualitätvolle Matratzen anfertigen, um damit zwei der vier Gruppen der KiTa „Flohkiste“ mit entsprechend hochwertigsten „Hüpf- und Ruhestätten“ auszustatten.

Heute nun war es soweit: Heute konnten die beiden zehnköpfigen Kindergruppen gemeinsam mit Gruppenleiterin Anne-Katrin Hammer und ihrer Kollegin, der Erzieherin Judith Mosler, mit großer Begeisterung die sechs mit farbenfroh-kuscheligen Spannbetttüchern bezogenen Matratzen in ihren Besitz nehmen und dabei feststellen, dass diese Matratzen, die nach Aussagen von Peter Lieske einen Gegenwert rund 2.000 Euro repräsentieren, das Zeug dazu haben, auch heftigere „Kinderhüpfer“ klaglos auszuhalten. „Wir haben aber auch darauf geachtet, dass in den Matratzen weder latexhaltige Materialien verwendet noch andere, Allergien auslösende Stoffe verarbeitet wurden“, betonte Peter Lieske.

Die beiden Bettenfachleute, die mit ihrem neuen Geschäft SOMNOS vor kurzem noch vom Fachmagazin „Haustex Star“ zum „Bettenhändler des Jahres 2015“ gekürt wurden, wünschten den Kindern der KiTa „Flohkiste“ abschließend, dass sie möglichst lange Spaß und Freude an dem Geschenk haben mögen.

Und diesem Wunsch ist dann eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.....

Fotos: gc

28.10.2015


Tierischer Ausreißer - 160 Km von Koblenz nach Speyer

Speyer- Martina Antrett, 1. Vorsitzende im Tierschutzverein Speyer und Umgebung e.V., sowie der Tierheimleiter des Tierheims Speyer, Herr Mario Aarts, hatten am vorletzen Wochenende allen Grund zum Staunen.

Am Seniorenheim „Salierstift“ in Speyer wurde eine herrenlose Katze dem Tierheim Speyer gemeldet und kurze Zeit später konnte Tierheimleiter Mario Aarts die Katze einfangen. Bei der Routineuntersuchung stellte sich heraus, dass die Katze einen Chip in sich trägt und beim Deutschen Haustierregister registriert ist. Ein kurzer Anruf dort brachte zu Tage, dass die ca. 8 Jahre alte tricolorfarbene Katzendame vor ca. 3 Monaten im rund 160 Km entfernten Koblenz von einer 84 Jahre alten Dame als vermisst gemeldet wurde.

Am vergangenen Sonntag (18.10.2015) war dann das große und tränenreiche Wiedersehen. Die alte Dame und die Katze namens „Miezi“ fielen sich sofort in die Arme und die Samtpfote fand sogar so schnell wieder ihren Schlafplatz und Fressnapf, als wäre sie nie weggewesen. Die alte Dame erklärte, dass die Katzendame plötzlich und spurlos verschwunden war und sie schon mit dem Schlimmsten gerechnet hatte. Umso größer war die Freude, als der erlösende Anruf aus Speyer kam und am Sonntag das große Wiedersehen gefeiert werden konnte.

Doch die Frage, wie „Miezi“ den Weg ins 160 Km entfernte Speyer fand, bleibt ungeklärt. „Dass „Miezi“ den ganzen Weg gelaufen sei, schließen wir aus. Wir vermuten eher, dass sie an einem nahegelegenen Umschlagsplatz eventuell unfreiwillig auf ein Schiff oder LKW gelangt ist und als blinder Passagier so den Weg in die Domstadt fand. Aber das Wichtigste daran ist, dass die Katze und ihr Herrchen nun wieder glücklich vereint sind.“ so Martina Antrett, 1. Vorsitzende im Tierschutzverein Speyer und Umgebung e. V.

Tierschutzverein Speyer u. U. e. V., Presse

28.10.2015


Mit neuen Wohnformen Mietwohnraum für Menschen mit „schmalerem Geldbeutel“ schaffen

„Sozialbündnis gegen Armut“ lädt zu Informationsabend ins „Naturfreundehaus“.

cr. Speyer- Es ist seit Jahren und Jahrzehnten schon eine stetig wachsende Herausforderung an die Städte und Gemeinden auch in der Kurpfalz: Antworten zu finden auf gesamtgesellschaftlich erhobene Forderung, für ihre Einwohnerinnen und Einwohner wieder verstärkt „bezahlbaren Wohnraum“ zu schaffen.

Und diesen vor allem für Menschen mit „schmalerem Geldbeutel“ und kleinerem und zunehmend auch mit mittleren Einkommen verfügbar zu machen.

„Preisgünstiges“ Wohnen“ nämlich, so zeigen einschlägige Untersuchungen, wird immer teurer: Eine ausuferende „Regulierungswut“ – „ausgedacht“ zumeist auf europäischer Ebene – macht „Sozialen Wohnungsbau“ heute kaum noch möglich – Verschärfungen von Bestimmungen z.B. für den Brandschutz oder den barrierefreien Zugang zu Wohnungen treiben inzwischen insbesondere die Verantwortlichen für die sozial verpflichteten Wohnungsbaugesellschaften mehr und mehr zur Verzweiflung.

Für die Stadt Speyer kommt zudem auch noch das Problem dazu, durch ihre eingeschränkte Gemarkung kaum noch über weitere, bebaubare Flächen zu verfügen - sieht man einmal von den Konversionsflächen ab, die eigentlich durch den Abzug der Bundeswehr frei werden sollten, deren Bebauung jetzt aber durch die übergeordnet notwendige Nutzung für die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylberwerbern zumindest mittelfristig in mehr oder weniger weite Ferne gerückt sein dürfte – Menschen, von denen sich obendrein in den nächsten Jahren wohl viele auch in die Schar der auf „günstigen Wohnraum“ Angewiesenen einreihen werden.

Um hier neuartige Lösungsansätze zu diskutieren, lädt jetzt das „Speyerer Sozialbündnis gegen Armut" für Mittwoch, den 28. Oktober 2015, von 19.00 bis 21.00 Uhr, zu einem Informationsabend ins „Naturfreundehaus“ in der Geibstraße ein, um unter der Überschrift "Gemeinschaftlich wohnen in Speyer. Neue Wohnformen – solidarisch, barrierefrei und bezahlbar" unter der Gesprächsleitung von Walter Werner mit Experten ins Gespräch zu kommen.

Wie die beiden Sprecher des Sozialbündnisses, Axel Elfert und Gabi Tabor vom DGB-Stadtverband Speyer bei einem Pressegespräch mitteilten, konnten für diesen Abend neben Herit Berger von der „Landesstelle Neues Wohnen Rheinland-Pfalz“ auch Rainer Gschwind vom Speyerer Verein „Unter einem Dach“, Gisela Jungjahr von der ArGe „Bezahlbare Wohnformen" sowie Lena Werner – mit dem rührigen Moderator weder verwandt noch verschwägert – gewonnen werden.

Lena Werner, so erläuterte Walter Werner, betreue derzeit das „Wohnprojekt SWK“ auf dem Gelände der ehemaligen US-amerikanischen „Turley-Kaserne“ in Mannheim, wo nach jahrelangen Verzögerungen mit dem sogenannten Mietshäusersyndikatsmodell wohl ein „Erfolgsweg zum selbstorganisierten und bezahlbaren Wohnen“ eröffnet worden sei und dadurch endlich Bewegung in die Realisierung neuer Wohnformen in der Quadratestadt gekommen sei.

Wie Walter Werner weiter unterstrich, habe das „Sozialbündnis gegen Armut in Speyer““ bereits in seinem Positionspapier „Wohnen in Speyer“ vom Oktober 2013 neben seinen Empfehlungen für mehr „bezahlbaren Wohnraum in Speyer“ die Förderung gemeinschaftlicher und genossenschaftlicher Wohnprojekte gefordert und Erfolgswege dahin beschrieben, daneben aber auch auf den Mehrwert solcher Projekte für die Stadt veriwiesen.

Daraus zitierte er noch einmal: „Gemeinschaftliches Wohnen wird schnell zum Selbstläufer, wenn man einmal damit angefangen hat - Der Bedarf ist da und die Nachfrage kommt, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen sind“. Sicher auch eine gute These für den Informationsabend, denn auch Axel Elfert unterstreicht: Das Sozialbündnis gegen Armut“ sieht einen riesigen Handlungsbedarf für bezahlbares, gemeinschaftliches und barrierefreies Wohnen in Speyer. Mit der demografischen Entwicklung – älter, bunter – wachsen Bedarf und Ansprüche nach bezahlbarem, gemeinschaftlichem und barrierefreiem Wohnen. Wir sind deshalb fest davon überzeugt: mit einer konzertierten Aktion aus Kommunalpolitik, Wohnungswirtschaft und Interessengruppen für Gemeinschaftliches Wohnen lässt sich in Speyer viel bewegen. Die Bedenken dagegen sind hinreichend bekannt - was bisher zu kurz kommt, sind eine offensive Strategie für Gemeinschaftliches Wohnen und ein klares Marketing für dieses Politikziel, das Speyer für all die attraktiv machen soll, die zusammen wohnen wollen“.

Es verspricht also, ein durchaus spannder Abend zu werden am kommenden Mittwoch im „Naturfreundehaus“ in Speyer.

Fotos: gc

25.10.2015


Ordnungsdezernentin Steffi Seiler präsentiert „Projekt Pfandringe“ in Speyer

Für mehr Sauberkeit im Stadtbild und einen leichteren Zugriff auf leere Pfandflaschen

cr. Speyer- Die ersten drei von insgesamt zehn testweise beschafften Pfandringen hat jetzt die Speyerer Ordnungsdezernentin, Beigeordnete Stefanie Seiler, bei einem Pressetermin an der Rheinuferpromenade zu Füßen des weithin sichtbaren Flaggenmastes präsentiert.

Wie Seiler mitteilte, sind weitere sieben der für die Aufnahme von jeweils fünf Flaschen vorbereiteten Pfandringe an Papierkörben und Mülleimern zwischen Dom und Alter Münze sowie am St. Guidostifts-Platz und im Woogbachtal angebracht.

Mit diesen von dem kreativen Hachenburger Industriedesigner Paul Ketz entwickelten Pfandringen sollen gleich mehrere Ziele erreicht werden: Die Innenstädte sollen besser frei gehalten werden von Glas- und Plastikabfällen, die sonst oft als Glasscherben am Boden liegen oder im Herbstwind in Form von leeren Plastikflaschen durch die Fußgängerzonen unserer Innenstädte „getrieben“ werden.

Einen weiteren. positiven Effekt solcher Pfandringe verspricht sich die Speyerer SPD in ihrem Prüfantrag, den sie am 19. März 2015 zur Behandlung im Rat der Stadt an Oberbürgermeister Eger gerichtet hatte.

Die Speyerer Sozialdemokraten möchten nämlich mit einer solchen Maßnahme Menschen helfen, die sich zusätzlich zu ihrem schmalen Einkommen ein Zubrot durch das Einsammeln von leeren Flaschen verdienen müssen.

Die Pfandringe, so erklärte die Beigeordnete - zugleich SPD-Stadtverbandsvorsitzende - könnten solche Bürgerinnen und Bürger davor bewahren, leere Flaschen aus geschlossenen Abfallbehältern „fischen“ zu müssen, wobei es durch Glasscherben immer wieder zu Verletzungen an Händen und Fingern komme.

Mit den ersten zehn der „quietschegelben“ und damit weithin sichtbaren Pfandringe wolle die Stadtverwaltung zunächst deren Akzeptanz in der Bevölkerung testen. Das erklärte der Städtische Grünflächenplaner Steffen Schwendy bei der heutigen Vorstellung. Sollte sich ihr Einsatz bewähren, so sei die Beschaffung von weiteren dieser ohne Montage 130 Euro pro Stück kostenden Pfandringe vorstellbar. Schau'n wir mal....!“

Fotos: gc

23.10.2015


Für „S-Bahn-Haltepunkt Speyer-Süd“

Speyerer Oberbürgermeister nimmt 1520 Unterschriften umfassende Befürworter-Liste entgegen – Eger erwartet noch 2015 Antrag zur Einleitung des Planfeststellungsverfahrens

cr. Speyer- Über Wochen hinweg herrschte zuletzt Ruhe an der „Front“ rund um die Errichtung eines S-Bahn-Haltepunktes zwischen Dr.-von-Hörmann- und Kämmererstraße im Süden der Stadt. Jetzt scheint wieder „Leben“ in die Entscheidungswege zu kommen. Denn nachdem sich bisher vor allem die Gegner der umstrittenen Maßnahme in der Öffentlichkeit mit Bürgerversammlungen, Petitionen und einer 1.113 Adressen umfassenden Ablehner-Liste zu Wort gemeldet hatten, stellten sich jetzt gestern nachmittag Vertreter der Befürworter im Dienstzimmer von Oberbürgermeister Hansjörg Eger ein, um dem Stadtoberhaupt ihrerseits das Ergebnis ihrer kurz nach Ende des Brezelfestes gestartete und drei Monate dauernden Aktion „Pro S-Bahn-Haltepunkt Speyer-Süd“ zu überbringen - angeführt von den beiden CDU-Ratsmitgliedern Rosemarie Keller-Mehlem und Hans-Peter Rottmann sowie von der besonders fleißigen „Sammlerin“ Stefanie Kraus, die allein gut 120 der insgesamt 1.520 Unterschriften eingeworben hatte.

Wie Hans-Peter Rottmann betonte, habe sich zuletzt zwar auch seine eigene CDU-Ratsfraktion einmütig für den Bau des Haltepunktes ausgesprochen; die jetzt abgeschlossene Unterschriften-Aktion aber repräsentiere Zustimmung zu der Maßnahme weit über die Grenzen der Parteien und Fraktionen hinaus. „Wir haben sehr viele Unterschriften von Anwohnern im direkten Umfeld des geplanten Haltepunktes erhalten, aber auch von Geschäftsleuten, deren Mitarbeiter sich von dem Bau versprechen, zukünftig ihr Auto stehen lassen zu können und statt dessen mit der S-Bahn zur Arbeit fahren zu können“, erklärte Rottmann, der auch auf jene Unterschriften verwies, die in den Bürgerbüros von Römerberg, aber auch von Schülerinnen und Schülern des Speyerer Doppelgymnasiums geleistet worden seien. „Wir sehen also, dass es durchaus eine breite Zustimmung für das Projekt gibt und dass anders, als es in der Öffentlichkeit oft kolportiert wurde, keineswegs die Ablehnung überwiegt“.

Oberbürgermeister Eger bedankte sich bei allen Unterschriftensammlern, die ja auch intensive Gespräche mit den betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern in der näheren und weiteren Umgebung des Projektes geführt und so deren Gründe für eine Befürwortung der Maßnahme erfahren hätten. „Dies wird auch dem Stadtrat bei seiner anstehenden Entscheidung eine wesentliche Hilfe sein“, so Eger, der zusagte, die Unterschriftenliste „Pro-S-Bahn-Haltepunkt Speyer-Süd“ der inzwischen schon umfangreichen Akte zu diesem Vorgang beizufügen, um sie so allen Ratsmitgliedern zugänglich zu machen. Diese Liste aber dürfe keinesfalls Teil eines über Unterschriftslisten öffentlich ausgetragenen Wettbewerbs „Pro und Contra S-Bahn-Haltepunkt Speyer-Süd“ werden, so Eger, der seinen ganz besonderen Dank Steffi Kraus aussprach, die mit ihrem Einsatz ein Beispiel für bürgerschaftliches Engagement gegeben habe, so der Oberbürgermeister, der noch im Verlaufe des Jahres 2015 mit dem Eingang der Unterlagen der „Deutschen Bahn AG“ zur Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für die Maßnahme rechnet.

Wenn es nach Hans-Peter Rottmann geht, dann werden sich die Aktivisten für den Haltepunkt schon bald auf eine neue Runde des „Unterschriften-Sammelns“ machen können. Denn nach Meinung des Speyerer CDU-Ratsmitglieds sollten die derzeit noch üblichen Schließzeiten der Bahnübergänge Untere Langgasse und Schützenstraße von zwei bzw. vier Minuten angesichts moderner technischer Möglichkeiten schon bald der Vergangenheit angehören. Und dafür wolle man sich als nächstes einsetzen – wenn nötig auch mit einer neuen Unterschriftenaktion. Foto: gc

20.10.2015


205 Jahre treue Pflichterfüllung zum Wohle der Stadt

Oberbürgermeister Eger ehrt fünf „Städtische“ für 25 Jahre Mitarbeit, zwei weitere sogar für 40 Jahre

 cr. Speyer- Gleich ansehnliche 205 Jahre treue Pflichterfüllung im Dienste der Stadt Speyer galt es in diesen Tagen in angemessenem Rahmen im Speyerer Stadthaus zu würdigen: Denn gleich fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnte Oberbürgermeister Hansjörg Eger im Beisein seiner Kolleginnen aus dem Stadtvorstand, Bürgermeisterin Monika Kabs und Beigeordneter Stefanie Seiler, den Leitern der betroffenen Fachbereiche sowie Axel Elfert als dem Vertreter des Personalrats der Stadtverwaltung, mit Dankurkunden und individuellen, ganz persönlichen Geschenken für 25 Jahre Mitarbeit ehren. Zwei weitere konnte er gar für 40 Jahre Zugehörigkeit zur Stadtverwaltung auszeichnen – sie erhielten neben der Dankurkunde ihres langjährigen Arbeitgebers, der Stadt Speyer, auch eine zweite, von Ministerpräsidentin Malu Dreyer unterzeichnete Urkunde des Landes Rheinland-Pfalz – Ehre, wem Ehre gebührt! 

Für 25 Jahre Mitarbeit konnte Eger als erste Christiane Beutler auszeichnen, die ihre Karriere im öffentlichen Dienst im Jahr 1979 bei der Stadtkämmerei startete und nach mehrjähriger „Auszeit“ durch die Erziehung und Pflege ihrer drei Kinder jetzt in der Städtischen Immobilienabteilung tätig ist. Um sich für ihren Büroalltag „fit“ zu halten, versucht sich Beutler, wann immer möglich, mit „Freizeitsport“ - läuft, schwimmt und unternimmt lange Wanderungen.  

Anders ihr Kollege Willy Raab: Der im Bereich „Stadtgrün“ beschäftigte, gelernte Gärtner glaubt schon in seinem Arbeitsalltag „ausreichend Bewegung“ zu finden, weshalb er auch seinen Urlaub am liebsten in der heimischen Umgebung der Pfalz verbringt. Bei seinen Kolleginnen und Kollegen besonders geschätzt ist Raabs anerkanntes Talent, durch eifrigen Gebrauch beschädigte Gartengeräte wieder „in Schuß zu bringen“ - seine Kunstfertigkeit, Gartenscheren wieder zu alter Schärfe zu verhelfen, ist deshalb auch über die Gärtnerei hinaus hochgeschätzt. 

Auf ihre Art „im Grünen unterwegs“ ist oft auch Hedwig Rausch, Reinemachefrau am Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasium. „Sie hat ein großes und gutes Herz für alle Kreaturen“, bescheinigen Freunde und Kollegen begeistert der erklärten Tierfreundin, die zwischenzeitlich auf ihrem Gnadenhof acht alte oder verletzte Pferde „vom kleinen Pony bis zum großen Reitpferd“ vor dem Gang zum Schlachter bewahrt hat und ihnen nun statt dessen zusammen mit zwei Hunden und zwei Katzen einen würdigen Lebensabend ermöglicht. 

Mit Hunden „hat es“ auch Monika Wamprecht, Erzieherin an der KiTa „Regenbogen“ im Ginsterweg in Speyer-Nord: Sie bildet seit Jahren schon „Familienhunde“ aus, um mit ihnen den von ihr pädagogisch betreuten Kindern die Angst vor den „großen Tieren“ zu nehmen. Zur Zeit zählt zum Wamprecht'schen Haushalt auch ein „spanischer Straßenhund“, der inzwischen schon längst zum „Lieblingsspielgefährten“ ihrer KiTa-Schützlinge geworden ist.  

Ganz andere Aufgaben nimmt Andrea Wischnewski wahr: Sie ist nach Tätigkeiten in den unterschiedlichsten Bereichen der Stadtverwaltung inzwischen verantwortliche Leiterin des Vorzimmers von Thomas Zander, dem Chef des Fachbereichs 2 der Verwaltung, zu dessen Zuständigkeiten die Bereiche Öffentliche Sicherheit und Ordnung, der Straßenverkehr sowie die Bürgerdienste zählen.  

Auch Werner Brech, seit inzwischen 40 Jahren in Diensten der Stadtverwaltung Speyer und heute Vollzugsmitarbeiter der Stadtkasse, „outete“ sich im Rahmen der Mitarbeiterehrung als „echter Tierfreund“. Seine Liebe gilt jedoch nicht den Hunden oder gar noch größeren Haustieren – nein, er ist schon seit langem in „seine Stubentiger“ vernarrt und zählt Katzen zu seinen „Hausgenossen“.  

Doch noch eine weitere, ganz dem Wohle seiner Kolleginnen und Kollegen dienende „Nebenbeschäftigung“ nimmt Werner Brech inzwischen schon seit mehr als zwanzig Jahren mit großem Engagement wahr: Er ist nämlich der gewählte „Beauftragte für die Schwerbehinderten“ in der Stadtverwaltung und gewohnt, im Umgang mit übergeordneten Dienststellen und Behörden immer wieder „Gutes“ für diese Mitarbeitergruppe zu bewirken.  

Ebenfalls seit 40 Jahren „bei der Stadt“ ist schließlich auch Christiane Feiniler-Lehr, seit 1998 schon die „Konstante“ in der Wirtschaftsförderung der Stadt. Auch sie hat vor ihrem Wechsel in das für das wirtschaftliche Gedeihen der Stadt so wichtige Referat viele andere Ämter der Stadtverwaltung kennengelernt und war unter anderem bei der Volkshochschule, der Liegenschaftsverwaltung, dem Ordnungsamt, der Kämmerei, dem Hauptamt, dem Wahlamt und im Bürgerbüro tätig und hat auch in der Burgfeld- und der Klosterschule ihren Dienst verrichtet. „Eine Frau für viele Fälle“ also, wie auch der Oberbürgermeister bei der Aushändigung der Dankurkunden von Stadt und Landesregierung betonte.  

Auch Axel Elfert zeigte sich als Vertreter des Personalrates der Stadtverwaltung ob der vielfältigen, beruflichen Erfahrungen seiner Kolleginnen und Kollegen begeistert und gratulierte jedem von ihnen mit einer „flüssigen Gabe“. Foto: gc

13.10.2015


20 Jahre "Fliegendes Klassenzimmer“ (FliK) – ein Grund zum Feiern

von Iris Hammann

Speyer- Der Kinderhort „Das Fliegende Klassenzimmer“ (im Folgenden: FliK) feiert am 7. November sein zwanzigjähriges Bestehen. Am 21. August 1995 öffnete er erstmals seine Türen für 31 Grundschulkinder in der Zeppelinschule. Heute können achtzig Kinder hier zu Mittag essen, Hausaufgaben machen und spielen.

Das FliK ist vom Zimmer unterm Dach der Zeppelinschule schon lange ins Erdgeschoss umgezogen. Vier Gruppen, in denen je zwei pädagogische Fachkräfte die Kinder betreuen, bieten heute, dank der halboffenen Struktur der Einrichtung, die Möglichkeit am Nachmittag AGs und anderen Interessen nachzugehen. Im Vordergrund steht in diesem Lebensabschnitt zwar die Bewältigung schulischer Pflichten, aber auch darin werden die Hortkinder von Pädagogen der Kindertagesstätte (und zuweilen auch der Schule) unterstützt. Zuvor wird ein gesundes, nach biologischen Kriterien zusammengestelltes Mittagessen serviert.

Gegründet wurde das „Fliegende Klassenzimmer“ vom „Verein zur Förderung der Ganztagsschule in offener Form“, der dieses, von Landes- und Kommunalpolitik, hoch gelobte Projekt nicht nur zur Unterstützung der pädagogischen Arbeit der Schule ins Leben rief. Es galt in erster Linie auch eine Lücke in der Kinderbetreuung zu schließen, denn die Ganztagsschule in ihrer heutigen Form existierte noch nicht. Die Kooperation mit der Schule ist auch nach Einführung dieser Betreuungsform ein Qualitätsmerkmal des FliK, das sich zur Zeit mit voller Kraft auf das Jubiläum vorbereitet.

Auch das Programm der Herbstferien ist ganz auf den großen Tag ausgerichtet. So werden die Kinder in einer „Schreibwerkstatt“ Texte in der alten „Sütterlin“-Schrift verfassen, die ihre Erlebnisse im Hortalltag widerspiegeln. Zudem soll gemeinsam ein Abschnitt der Festschrift erarbeitet, in einer Kunst-Aktion Flur und Speiseraum gestaltet und eine Kunstausstellung vorbereitet werden. Stabpuppentheater, ein Musikangebot, sowie ein „Raum der Sinne“ vervollständigen das Spektrum.                                                             

Am 23. Oktober ist der große Tag der „Ehemaligen“. Das FliK lädt sie, in der Zeit zwischen 15 Uhr und 16 Uhr 30, zum gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen ein. In der Kindertagesstätte würde man sich freuen möglichst viele bekannte Gesichter an diesem Tag wiederzusehen. Wer gerne kommen möchte, kann seinen Besuch bis 21. Oktober unter der E-Mail-Adresse 20.ster.Geburtstag@flik-speyer.de ankündigen.  Foto: Privat

12.10.2015


Blick auf die Energiepolitik von Morgen

Speyerer Schulen legen spannende Arbeiten zur „Energieeinsparung“ vor und werden großzügig dafür belohnt

cr. Speyer. Für den Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger war dies sicher einer der angenehmeren Termine in seinem Arbeitsalltag: Im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Historischen Ratssaal konnte er jetzt nämlich sechs Speyerer Schulen für ihre erfolgreiche Teilnahme am „Energiesparwettbewerb 2015“  der Stadt Speyer - dem 13. seit seiner Auslobung im Jahr 2002 - mit durchweg hochwertigen Geldpreisen belohnen – und das schönste: Für die Preisgelder musste Eger nicht einmal den eigenen „Stadtsäckel“ anzapfen – dafür standen einmal mehr die beiden städtischen „Töchter“ Stadtwerke Speyer SWS und die Städtische Wohnungsbaugesellschaft „GEWO GmbH“ ein.

In seiner Laudatio wies Eger auf das durchweg hohe Niveau der Wettbewerbsarbeiten hin, das sich allein schon an der Tatsache erkennen lasse, dass auf Anregung der Jury die Zahl der vergebenen Preise von ursprünglich fünf auf sechs erhöht wurde – zu dicht seien gerade beim zweiten Platz die Qualität der eingereichten Arbeiten beieinander gewesen. 

Da aber selbst bei einer noch so engen Qualitätsdichte der Arbeiten am Ende halt doch eine Entscheidung getroffen werden muss, wer Erster, Zweiter, Dritter und so weiter wird, konnte der Oberbürgermeister schließlich nach einigen grundsätzlichen Ausführungen, die in diesem Beitrag noch später abzuhandeln sein werden, die Preisträger bekanntgeben und unter Assistenz von Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Bühring – sein GEWO-Kollege Alfred Böhmer war wegen anderer Termine verhindert - und der Klimaschutzbeauftragten der Stadt Speyer, Fabienne Mittmann – zur Aufrechterhaltung der Spannung übrigens in umgekehrter Reihenfolge - die Preise vergeben und den Preisträgern ihre werthaltigen Schecks überreichen.

Der 5. Platz, mit 250 € dotiert, habe sich mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ sowie mit der „Erhaltung und sinnvollen Nutzung vorhandener Ressourcen“ beschäftigt, berichtete Eger. Dazu hätten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen 3e, 4a, 4b und 4c der Siedlungsgrundschule dem Thema im Rahmen einer Projektwoche interdisziplinär angenähert und dazu die Themenfelder Bionik, Kunststoffe im Alltag, Erneuerbare Energien und Recycling-Instrumente untersucht. „Besonders gut hat uns dabei gefallen, wie fachlich gekonnt die Workshops zu den einzelnen Themen von den Schülerinnen und Schülern bearbeitet wurden“, zitierte das Stadtoberhaupt die Jury, die auch die „sehr kreativ gestalteten Infoplakate“ und die Präsentation der Ergebnisse der Projektwoche in Form eines Schulfestes heraushob. Mit den Schülerinnen und Schülern konnten sich auch die Leiterin der Siedlungsgrundschule, Elke Steppe und die das Projekt betreuende Lehrerin Christine Johann über das Lob aus berufenem Munde sowie natürlich auch über den Scheck freuen.

Den 4. Platz, mit einem Preisgeld von 500 € bedacht,  konnten in diesem Jahr junge Menschen der Klasse BVJ-d der Berufsbildenden Johann-Joachim-Becher Schule für sich erobern, die zum Zeitpunkt der Abfassung ihrer Arbeit kurz vor ihrem Berufseinstieg standen. Die Klasse habe sich dazu mit den praxisorientierten Themen „Reduzierung des Stromverbrauchs durch Kennzeichnung der Lichtschalter in den Klassenräumen“ und „Reduzierung des Stromverbrauchs durch vollständiges Abschalten der Computerbildschirme bei Nichtgebrauch“ beschäftigt. Wie der Oberbürgermeister weiter mitteilen konnte, habe sich die Jury insbesondere „von der analytisch-wissenschaftlichen Herangehensweise“ der Arbeitsgruppe an die Thematik unter der Leitung von Abteilungsleiterin Birgit Gockel und dem zuständigen Fachlehrer Georg Rein beeindruckt gezeigt, die bei ihrer Umsetzung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch noch einen echten finanziellen Vorteil für die Stadt erbringen würde.

Den 3. Platz, ausgestattet mit einem Preisgeld von 750 €, verlieh die Jury den 4. Klassen der „Salierschule Grundschule“ die unter der Anleitung ihrer Schulleiterin Maren Siegrist eine „besonders liebevoll gestaltete Arbeit“ vorgelegt hätten, so im Wortlaut das einhellige Lob der Juroren. Ihre selbstgestellte Thematik: „Energie“ - im speziellen „Energiegewinnung, der Einsatz von Energie sowie die Möglichkeiten der Energieeinsparung“. Dabei hätten die Schülerinnen und Schüler – sie konnten wegen einer anderen schulischen Verpflichtung an diesem Tag ihren Preis nicht selbst entgegennehmen – im Einzelnen herausgefunden, welche Formen Erneuerbarer Energien es gibt, wie Energie eingespart werden kann und warum dies für die Umwelt so wichtig ist. „Uns gefällt vor allem auch der Plan der Projektbeteiligten, an ihrer Schule Energie einzusparen und auf die Lösungswege dazu durch „Expertenteams“ aus Schülerinnen und Schülern mit selbstentworfenen Hinweisschildern aufmerksam zu machen.

Wie bereits dargestellt, wurde der mit 1.000 € dotierte 2. Preis des Wettbewerbs auf Vorschlag der Jury in diesem Jahr gleich doppelt und damit an zwei Preisträger vergeben, zum einen an die „Realschule Plus“ der Siedlungsschule Speyer-Nord mit ihrem Schulleiter Peter Ertel und der Betreuerin der Arbeit, Sabrina Michel-Braun, zum anderen an die „Realschule Plus“ der Burgfeldschule mit ihrem Klassenleiter Andreas Kopf.

Dazu hätten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 6 bis 9 der Siedlungsschule unter dem Motto „Energie sparen geht uns alle etwas an“ die Frage gestellt, was sie selbst tun können, um den Energieaufwand in der Schule und auch daheim möglichst gering zu halten. „Uns hat bei dieser Arbeit insbesondere die moderne, kind- und jugendgerechte Herangehensweise überzeugt“, lobte die Jury in ihrem Urteil. Besonders toll seien dabei die „selbstgemachten Werbespots“ der Schülerinnen und Schüler aufgenommen worden.

Auch die Schülerinnen und Schüler der „Realschule plus“ der Burgfeldschule mit ihrem Fachlehrer Andreas Kopf, die Gewinner des zweiten 2. Platzes, beschäftigen sich gleichfalls mit dem Thema Energiesparen. Auch hier seien die Verfasser der vorgelegten Arbeit in „moderner, cooler“ Weise an das Thema „Energieverbrauch“ herangegangen, attestierte die Jury. Und der Oberbürgermeister ergänzte: „Ganz toll, wie der selbstgedrehte Film mit Schulbegehung, Interviews und Vorzeigebeispielen realisiert wurde“.

Zu guter Letzt blieb nur noch ein einziger Preisträger, eine einzige Schule übrig: Der Gewinner des 1. Preises des Wettbewerbs - das „Hans-Purrmann-Gymnasium“, das sich im Rahmen seiner „Bio- und  NaWi-Plus AG“ (Arbeitsgemeinschaft Biologie und Naturwissenschaften) in den Klassenstufen 6 und 7 auch des Themas „Energiesparen“ angenommen hatte. Dabei habe das Projektteam - für die Veranstalter des Wettbewerbs gänzlich neu und innovativ, so bekannte der Oberbürgermeister - auch „schulische Großverbraucher“ wie Kühlschränke, Geschirrspülmaschinen und Getränkeautomaten ins Visier genommen. Mit witzigen Slogans, „verpackt“ in eine graphisch schön ausgearbeitete Projektmappe, hätten sie die gekonnte Anwendung ihres Fachwissens präsentiert, lobte der OB. Dabei sei das Team auch nicht vor der kritischen Hinterfragung der Ergebnisse ihres Projektes „zurückgeschreckt“. Dies habe auch die Jury begeistert und überzeugt und so den letzten Ausschlag für die Platzierung gegeben. 

Der erste Preis des „Speyerer Energiesparwettbewerbs 2015“ geht also an Schülerinnen und Schüler des Speyerer „Hans-Purrmann-Gymnasiums“, die gemeinsam mit ihrem Schulleiter Dr. Joachim Heinz und den betreuenden Lehrerinnen Dr. Anke Hänßle-Schardt und Silke Mengistu gekommen waren, um den gewichtigen Sieger-Scheck in Empfang zu nehmen. Eine tolle Sache – gerade mit Blick auf die stets immer zu knappen Finanzmittel aller Schulen? 

Als eine „tolle Sache“ bezeichnete Oberstudiendirektor Dr. Joachim Heinz als Sprecher der beteiligten Schulleitungen den Wettbewerb, der bekannte, allwöchentlich mit zahlreichen Einladungen zur Teilnahme an Wettbewerben „überrollt“ zu werden. „Wenn wir dem allem folgen wollten, dann würde der Schulbetrieb zusammenbrechen“. Doch ein solches Projekt der eigenen Heimatstadt - zumal, wenn es ein derart nachhaltiges Thema zum Inhalt habe – da könne man nicht abseits stehen. Und wenn dann auch noch ein so hohes Preisgeld mit ins Spiel komme, dann sei dies „ganz besonders toll“.  

Mit Speyerer Schülerinnen und Schülern auf dem Weg zu 100 Prozent regenerativer Energie

Zu Beginn der von Sophie Scheidt, Alt-Saxophon und Christoph Janz am Klavier stimmungsvoll umrahmten Übergabefeier hatte Oberbürgermeister Eger den außerordentlich hohen Stellenwert hervorgehoben, den die Stadt und ihre Gremien schon seit Jahren Themen wie „Energieeinsparung“, „Energieeffizienz“, „Klimaschutz“ und „Anpassung an den Klimawandel“ zumessen. So habe der Speyerer Stadtrat schon im Jahr 2008 einstimmig eine Klima- und Energieleitlinie beschlossen und sich 2010 das Ziel „100%-regenerativ“ vorgegeben. Konkret bedeute dies, dass Speyer bis zum Jahr 2020 25 % seiner CO2-Emissionen einsparen, bis 2030 auf 100% regenerativen Strom und bis 2040 auf 100% regenerative Wärmeenergie umgestellt haben wolle.

Schulen und anderen Bildungseinrichtungen kämen bei der Umsetzung dieser Ziele eine ganz besondere Rolle zu, betonte Eger, weil hier bereits früh der Grundstein für kommende Generationen gelegt werde. „Und diese „kommende Generation“, das seid Ihr alle“, rief er den anwesenden Schülerinnen und Schüler zu – „und ich sehe an Euren tollen und sehr innovativen Wettbewerbsbeiträgen, dass Ihr Euch schon heute mit dieser Thematik intensiv auseinandersetzt“.  

Mit diesem Wettbewerb sollten aber auch die Bemühungen der Schülerinnen und Schüler „belohnt“ und heute vielleicht noch weniger interessierte Mitschülerinnen und Mitschüler für diese Thematik begeistert werden. Von Anfang an habe man sich in Speyer gegen ein sogenanntes „Fifty-Fifty-Modell“ ausgesprochen, bei dem Schule und Stadt jeweils die Hälfte des Wertes der eingesparten Energie ausbezahlt bekommen sollten. „Ein solches Modell wäre ungerecht, weil nicht alle Schulen einen gleich guten energetischen Standard aufweisen“, betonte Eger. Speyer habe sich deshalb mit den seit 12 Jahren eingeführten Wettbewerben für einen Weg entschieden, der den einzelnen Schulen am ehesten gerecht werde und es am Ende zulasse, jede teilnehmende Schule mit einem Preisgeld zu bedenken. Foto: gc

07.10.2015


„Türen auf!“ beim THW Speyer

Speyer-  Am 3. Oktober sind normalerweise viele Türen zu. Doch am Maus-Türöffner-Tag öffnen sich für neugierige Fans der „Sendung mit der Maus“ deutschlandweit spannende Türen von Firmen und Organisationen. Das THW Speyer nahm dieses Jahr erstmals an der Veranstaltung teil.

Während sich die Teilnehmer bei der Vorstellungsrunde noch sehr schüchtern mit „Ich bin hier, weil mein Papa mich angemeldet hat“ vorstellten, stellten die zehn Jungen und Mädchen kurz darauf schon viele Fragen. Gemeinsam bekamen sie eine Führung durch den Ortsverband. Anschließend durften sie sich getreu dem Motto des Tages nicht nur die THW-Fahrzeuge anschauen, sondern auch deren Türen und Rollläden öffnen. Neben den vielen technischen Geräten auf den Gerätekraftwagen war natürlich vor allem der Fahrersitz mit dem großen Lenkrad und den vielen Knöpfen besonders interessant. Nach der Führung durften die Kinder auch selbst Hand anlegen. In zwei Gruppen konnten sie an drei verschiedenen Stationen ausprobieren wozu das THW mit seinen Geräten in der Lage ist.

Die erste Station beinhaltete das Bewegen von Lasten. Mit vereinter Kraft wurde ein schwerer Betonklotz mit Brechstangen angehoben und mit Holz unterbaut. Anschließend kamen die Hebekissen zum Einsatz. Fasziniert waren die Kinder davon, dass nur das Betätigen eines Hebels am Steuergerät der Hebekissen ausreichte, um den schweren Klotz anzuheben. Natürlich musste das im Selbsttest verifiziert werden und so dauerte es nicht lange, bis sich die Kinder gegenseitig mit den Hebekissen anhoben.

An der zweiten Station waren die hydraulische Schere und Spreizer aufgebaut. Mit ein wenig Hilfe eines Helfers durften die Teilnehmer mit dem schweren Spreizer einen Tennisball von einem Verkehrsleitkegel aufnehmen und auf einem anderen wieder absetzen. Mit der Schere durfte dann jeder ein Stück Metallrohr abschneiden. Stolz wurden die Stücke auch gleich den Eltern präsentiert.

Die letzte Station kostete den Teilnehmern ein bisschen Mut. Mit dem Rettungssatz durften sie sich im Klettergurt in die Höhe ziehen (lassen). Doch die Kinder waren so begeistert, dass jeder ein zweites Mal nach oben wollte. „Ich will noch mal!“ oder „Ich auch!“ waren die häufigsten Sätze, die die Helfer gegen Ende zu hören bekamen.

Während die Kinder die Stationen durchliefen, bekamen die Eltern der Teilnehmer in einer Präsentation die Aufgaben des THW vorgestellt. Auch hier kamen die Helfer nach anfänglicher Zurückhaltung der Eltern mit dem Beantworten von Fragen fast nicht nach. Im Anschluss wurden die Eltern herumgeführt. Die vielen Fragen brachten sogar die erfahrensten Helfer ins Schwitzen. Doch auch für die Eltern blieb es nicht nur bei der Theorie. Gemeinsam wurden die Hebekissen zum GKW 1 gebracht und aufgebaut. Nachdem sich zuerst niemand traute erwählten die Kinder zwei Elternteile, die gemeinsam das Steuergerät bedienen sollten. Zum Erstaunen aller großen und kleinen Zuschauer konnte der GKW damit mühelos in die Höhe gehoben werden. Anschließend durftenauch die Eltern mit dem Rettungsgurt ausgestattet den Rettungssatz ausprobieren.

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer Verabschiedungsrunde. „Jetzt weiß ich endlich, was das THW macht!“, bedankte sich eine Mutter begeistert bei den Helfern. Text und Foto: THW Speyer

04.10.2015


„Interkulturelle Woche Speyer“ 2015 durch Flüchtlingszustrom mit ganz besonderem Akzent

Vertreter der monotheistischen Kirchen in Speyer beten gemeinsam für Frieden und Toleranz

cr. Speyer- Bereits wenige Stunden, bevor Bundespräsident Joachim Gauck mit einer zentralen Feier in Mainz die 40. bundesweite „Interkulturelle Woche“ (IKW) 2015 unter dem Motto „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt!“ eröffnete, trafen sich jetzt Vertreter der drei monotheistischen Weltreligionen – Juden, Christen und Muslime - in der katholischen Pfarrkirche St. Hedwig im Speyerer Westen, um gemeinsam für Frieden, gegenseitiges besseres Verstehen und Toleranz in der Stadt und in der Welt zu beten.

In ihrer Begrüßung kennzeichnete dabei Selda Ünsal, Vorsitzende des Städtischen Beirats für Migration und Integration, neben Organisatorin Irmgard Münch-Weinmann vor den in erfreulich großer Zahl zu der Feier gekommenen Mitbürgerinnen und Mitbürgern - unter ihnen sah man neben Oberbürgermeister Hansjörg Eger und Bürgermeisterin Monika Kabs auch den Speyerer CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Axel Wilke sowie Mitglieder des Speyerer Stadtrates - die „Interkulturelle Woche“ (IKW) als eine Chance, andere Kulturen, Religionen und Lebensentwürfe besser kennenzulernen und sich auf dieser Grundlage einander zu begegnen und besser zu verstehen. „Dabei sind die Menschenrechte die Grundlage unserer Gesellschaft und müssen es auch zukünftig bleiben“, forderte Ünsal, die sich zugleich nachdrücklich gegen Rassismus und Intoleranz aussprach.

Als ein Beispiel für die Möglichkeit zu noch intensiverer Begegung wies sie auf den „Tag der Offenen Moschee“ am kommenden Samstag, dem 3. Oktober 2015 in der Fatih-Camii-Moschee in der Speyerer Brunckstraße hin - jenem Tag, an dem Deutsche jedweder Religionszugehörigkeit und Ethnie der 25. Wiederkehr des „Tages der Wiedervereinigung Deutschlands“ nach über 40 Jahren Teilung gedenken werden.

In seinem Grußwort würdigte auch Speyers Oberbürgermeister Eger in seiner Eigenschaft als Schirmherr der IKW die Beiträge der verschiedenen, im „Interreligiösen Forum“ zusammengeschlossenen Glaubensbekenntnisse. Dabei wiederholte er ausdrücklich seinen bereits in der Vergangenheit mehrfach zum Ausdruck gebrachten Dank an die Speyerer „Türkisch-Islamische Gemeinde“, der er gerade in der gegenwärtige Situation des riesigen Zustroms von Flüchtlingen auch nach Speyer eine besondere Bedeutung zumisst. Mit großer Freude konnte Eger ankündigen, dass die Stadt Speyer ab dem kommenden Donnerstag, dem 1. Oktober 2015 als erste Kommune in Rheinland-Pfalz und als erst 11. Stadt in Deutschland überhaupt den Zusatztitel „Stadt ohne Rassismus – Stadt mit Courage“ in ihren Ortsschildern tragen werde. Zu der offiziellen und – notabene - öffentlichen Verleihung dieses Ehren-und Bekenntnis-Titels erwartet der Oberbürgermeister an diesem Tag um 18.00 Uhr im Historischen Ratssaal der Stadt u.a. die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Irene Alt, den Präsidenten der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad, den Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann sowie den bekennenden Vorkämpfer gegen Rassismus und für Toleranz, Profi-Basketballspieler Elias Harris. „Gemeinsam Sport zu treiben funktioniert im Normalfall auch ohne, dass man die Sprache des jeweils anderen versteht oder gar spricht“, wies Eger auf den hohen integrativen Wert des Sports hin. Von daher gebe es gerade auf diesem Feld viele ganz unterschiedliche Ansätze für eine gelingende Integration der ankommenden Flüchtlinge.

Ablehnung, Verweigerung oder Abschottung dagegen seien nicht dazu geeignet, der Herausforderung durch die in diesen Wochen auch nach Deutschland strömenden Asylbewerbern gerecht zu werden. Um so mehr dankte Eger deshalb allen – Ehrenamtlichen wie Hauptamtlichen – die dies für sich erkannt hätten und Rassismus und Intoleranz mit aktiver Hilfe für die Flüchtlinge begegnen wollten.

Grundlage aller drei abrahamitischer Weltreligionen – Juden, Christen und Muslimen – sei das auf gemeinsamen Überzeugungen basierende Wort - ihre „Heilige Schrift“; die Thora, die Bibel und der Koran. Das betonte Eugen Medovo, Kantor der „Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz“ mit Sitz in der neuen Speyerer Synagoge „Beith Shalom“ auf dem Weidenberg. So wie an jedem Schabbat in allen Synagogen in der Welt stehe auch das Speyerer Gotteshaus allen Menschen, gleich welcher Religionszugehörigkeit und Herkunft, offen – so wie in allen Synagogen der Welt sollten auch hier die in den Gottesdiensten gesprochenen Gebete und Segenswünsche allen Menschen in der Stadt und der gesamten Welt zum Heil gereichen.

„Wir wünschten uns so sehr, dass wir allen Menschenkindern, die zu uns kommen wollen, eine Zuflucht bieten könnten und sich so die Vision erfüllte, dass wir alle als gute Nachbarn zusammenleben könnten“, zitierte sodann Renate Walch, Synodalmitglied im Kirchenbezirk Speyer der Evangelischen Kirche der Pfalz unter Bezug auf Psalm 36,8 ein Papier dieses gewählten Gremiums ihrer Kirche - und Pastoralreferent Dr. Markus Lamm als Vertreter der katholischen Christen erneuerte (nachdem ihm der Oberbürgermeister mit seiner Lesebrille ausgeholfen hatte) mit Versen aus dem Matthäus-Evangelium die Kernbotschaft der Lehre Jesu Christi: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ - wohl der Ursprung der allen bei dieser Feier vertretenen Glaubensgemeinschaften eigenen Verpflichtung zur Hilfe von Flüchtlingen und Verfolgten.

„Ein wahrer Moslem ist der, der anderen nichts Schlechtes antut“, schloß sodann Imam Riza Akdemir von der Speyerer Islamisch-Türkischen Gemeinde den Bogen der Segenswünsche und setzte seine in arabischer Sprache gehaltene und von der Sprecherin der Jugendgruppe der Gemeinde, Betül Mis, ins Deutsche übersetzte Lesung mit der Feststellung fort: „Allah verbietet jede Gewalttätigkeit gegen Andersgläubige!“.

Mit der Übergabe der Spenden, die Kinder aller Konfessionen beim kürzlich gefeierten Pfarrfest der Gemeinde St. Hedwig zugunsten der „Flüchtlingshilfe Speyer“ durch Bastelarbeiten und Gesichts-Schminken eingesammelt hatten und die sie zum Ende der Feier an Oberbürgermeister Eger überreichten, ging dann die musikalisch von zwei Ordensschwestern des Klosters St. Magdalena mit Orgel und Flöte musikalisch umrahmte Feier zu Ende.

Noch bis zum 5. Oktober gibt es einmal mehr „reichlich“ Programm zu der diesjährigen „Interkulturellen Woche Speyer“, das Sie hier   nachlesen können. Foto: gc

29.09.2015


Toter Berner Sennenhund am Schäferweiher

Speyer- Heute wurden wir vom Tierheim Speyer bzw. Tierschutzverein Speyer u.U.e.V. zu einem tragischen Fall gerufen. Am Ufer des Schäferweihers in Lingenfeld wurde ein toter Berner Sennenhund aufgefunden.

Der Schäferweiher liegt zwar auf der Gemarkung Lingenfeld, liegt aber nahe dem Römerberger Ortsteil Mechtersheim. Der Kadaver ist schon ca. 1-3 Tage alt. Er hat eine schwarze Decke, eine hellbraune Schnauze, sowie hellbraune Pfoten.

Äußere Verletzungen oder gar Gewalteinwirkungen konnten wir jetzt nicht erkennen. Der Fund gibt uns also Rätsel auf.

Wer kann Hinweise zu dem Hund oder gar dem Halter machen?

Gerne nehmen wir vom Tierheim Speyer oder alternativ bestimmt auch die Polizeiinspektion Germersheim, welche wir informiert haben, Hinweise entgegen.

Tierschutzverein Speyer u. U. e. V.
Geschäftsstelle und Tierheim
Mäuseweg 9
67346 Speyer
Tel.: 06232/33339
Telefax: 06232/673660
Internet: www.tierheim-speyer.de

Mitglied im Deutschen Tierschutzbund

Unsere Öffnungs- und Telefonzeiten für Besucher und Vermittlungen:

Neue Probeöffnungszeiten vom 01.10.2014 bis 31.03.2015:

Donnerstag: 12:00 bis 17:00 Uhr

Freitag: 12:00 bis 17:00 Uhr

Samstag: 12:00 bis 14:00 Uhr


Montags, dienstags, mittwochs, sowie an Sonn- und Feiertagen ist das Tierheim für Besucher geschlossen.


Spendenkonto:
Volksbank Speyer

IBAN: DE02547900000000117722

BIC: GENODE61SPE
BLZ: 547 900 00
Kto.: 11 77 22

27.09.2015


Überwältigendes Interesse an Informationen „aus erster Hand“

Experten von Land, Stadt und Polizei treffen auf viel Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagment bei der Bewältigung der Flüchtlingsfrage.

cr. Speyer. Das Interesse der Speyerer und ihrer Nachbarn aus den Umlandgemeinden war riesig, als gestern abend das rheinland-pfälzische Integrationsministerium zu einer Informationsveranstaltung in die Sporthalle Speyer-Nord eingeladen hatte.

Die wohl weit mehr als 800 Besucher – allein 750 davon auf den dicht besetzten Tribünenplätzen - dazu die vielen, die die von der Referatsleiterin im Mainzer Integrationsministerium, Astrid Becker, moderierte, gut dreistündige Veranstaltung auf den oberen Rängen der Sporthalle „durchstehen“ mussten – sie zeigten, dass die unmittelbar bevorstehende Einrichtung und der Bezug einer „Erstaufnahmeeinrichtung“ (EAE) des Landes Rheinland-Pfalz - zunächst noch als Außenstelle der EAE Trier - in den Räumen der vor ihrer Schließung stehenden „Kurpfalz-Kaserne“ die Gemüter der Menschen in der Region bewegt.

Mit großer Aufmerksamkeit, aber auch mit überwiegend spürbarer Sympathie für den inhaltlichen Gegenstand dieses Abends – die derzeit alles andere überlagernde Flüchtlingsproblematik - verfolgten sie im Beisein der örtlichen Landtagsabgeordneten Anne Spiegel (Grüne), Dr. Axel Wilke (CDU) und Walter Feiniler (SPD), des kompletten Speyerer Stadtvorstandes mit Bürgermeisterin Monika Kabs und der Städtischen Beigeordneten Stefanie Seiler sowie Vertretern der beiden christlichen Kirchen die umfangreichen Erläuterungen der Staatssekretärin im Mainzer Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen, Margit Gottstein, ihrer zuständigen Abteilungsleiterin, Prof. Dr. Karin Weiss, des Speyerer Oberbürgermeisters Hansjörg Eger sowie des Stellvertretenden Präsidenten des Polizeipräsidiums Rheinpfalz, Leitender Kriminaldirektor Eberhard Weber und des wohl endgültig letzten Standortältesten der Bundeswehr in Speyer, Oberstleutnant Jürgen Manthey.

Dass sich den Statements und Kurzreferaten der Experten am Rednertisch eine fast doppelt so lange „Fragen- und Antwortrunde“ mit Diskutanten im Plenum anschloss, machte überdeutlich: Die Speyerer wollen helfen – „Welcome refugees !“ Sie wollen aber auch mitreden oder doch zumindest umfassend informiert sein. Und so waren auch viele der von Besorgnis, ja Angst, im Detail bestimmten Fragestellungen wohl eher Zeichen von Unsicherheit und bis dahin noch fehlenden Informationen über Abläufe und Zuständigkeiten sowie über die Kosten des jetzt in Gang kommenden Verfahrens und deren Verteilung auf Stadt und Land.

Im Kern jedoch wollten die Frager an diesem Abend in ihrer weit überwiegenden Mehrzahl doch vor allem eines: Erfahren, wie und womit sie den von Krieg und Terror aus ihrer Heimat vertriebenen Flüchtlingen helfen können - wie sie ihnen ihre Mitmenschlichkeit und ihre Geschwisterlichkeit erweisen können.

Über all das wurde gestern abend zwar sicher nicht allumfassend – dazu sind die Sachzusammenhänge einfach viel zu komplex – dennoch aber in den entscheidenden Punkten umfassend Aufklärung gegeben: Von der Zahl der Flüchtlinge etwa, die in den nächsten Tagen und Wochen in die Kurpfalzkaserne einziehen sollen bis hin zum Sicherheitskonzept des Polizeipräsidums Rheinpfalz, das nach der Einschätzung des Leitenden Kriminaldirektors mehr dem Schutz der ankommenden Flüchtlinge vor fremdenfeindlichen Übergriffen dienen soll als dem der Speyerer Bevölkerung vor den Asylbewerbern – alles wesentliche kam bei dieser Gelegenheit „auf den Tisch“. So teilte Staatssekretärin Gottstein mit, dass noch in dieser Woche eine erste Gruppe von 300 Asylsuchenden in der Kurpfalzkaserne eintreffen werde, denen schon in Kürze weitere 300 folgen sollen, ehe dann bis zum Jahresende mit 950 Flüchtlingen die endgültige Belegung der Kurpfalzkaserne erreicht werden soll.

„Soll“ - das wird wohl angesichts der sich täglich ändernden Zahlen der ankommenden Flüchtlinge und ihrer Unterbringung in den verschiedenen Bundesländern und Einrichtungen wohl noch für längere Zeit das „konjunktivische Schlüsselwort“ aller entsprechenden Verlautbarungen bleiben und so war es auch kein Wunder, dass sich auch der Speyerer Oberbürgermeister Eger gleich zu Beginn des Abends einen besseren Informatiosfluss über die ankommenden Flüchtlinge wünschte, damit die Stadt in dem von ihr zu organiserenden Verantwortungsbereich nicht ständig kurzfristig von anderen Zahlen und anderen Zusammensetzungen der Asylbewerbergruppen überrascht würde,

Geht es nach der mit der Bewältigung der Flüchtlingsproblematik betrauten „Bundesanstalt für Migration und Flüchtilingen“ BAMF, dann sollen nach Auskunft von Prof. Dr. Weiss die inzwischen zu mehr als 50 Prozent aus Syrien ankommenden Menschen maximal drei Monate in ihrer Speyerer Unterkunft verbleiben, ehe sie dann nach einem „quotenbasierten Schlüssel“ den zuständigen Kommunen zugewiesen werden. Die relative Kürze dieses Aufenthalts sei auch der Grund dafür, dass Kinder in dieser Zeit noch nicht der allgemeinen Schulpflicht unterliegen würden, sie jedoch, so wie andere Altersgruppen auch, bereits an Sprachkursen teilnehmen sollten. Während ihres Aufenthaltes in der vom Deutschen Roten Kreuz in der Kurpfalzkaserne betriebenen Unterkunft wird als erstes auch ihr Gesundheitszustand erhoben und sie, soweit notwendig, mit einem umfassenden Impfschutz versehen. Dort sollen auch ihre beruflichen Vorqualifikationen festgestellt werden, um sie so nach der Entscheidung über ihr Bleiberecht möglichst rasch in das Arbeitsleben vor Ort integrieren zu können.

Die Erstaufnahmeeinrichtung in Speyer, so rechnet Staatssekretärin Gottstein, werde angesichts der absehbaren geopolitischen Lage wohl auch in den nächsten fünf Jahre noch in ihrer Funktion aufrecht erhalten werden müssen. Dadurch würden in Speyer aber auch neue Arbeitsplätze entstehen und zusätzliche Kaufkraft in die Stadt gelangen – selbst durch die kleinen Beträge aus den sich wöchentlich auf 33 Euro belaufenden Taschengelder der Flüchtlinge. Außerdem könne die Stadt einen „Bonus“ von acht Prozent der in der EAE Speyer untergebrachten Flüchtlinge auf die ihnen dauerhaft zur Betreuung übertragenen Asylbewerber anrechnen lassen.

Ansonsten wenig zusätzlicher Aufwand: Wie Ltd. Kriminaldirektor Weber mitteilte, werde die Besetzung der Polizeiinspektion Speyer lediglich dahingehend aufgestockt, dass jeder der fünf Dienstgruppen eine zusätzliche, mit zwei Beamten ausgestattete „Interventionsstreife“ zugeteilt werde. Darüber hinaus werde beim Führungsstab des Polizeipräsidiums in Ludwigshafen eine gesonderte Kopfstelle eingerichtet, die auf „unvorhergesehene Ereignisse“ rasch mit dem Einsatz von Streifen aus benachbarten Inspektionen sowie von Beamten der Bereitschaftspolizei in Enkenbach reagieren könne. „Seit der Ankunft der ersten Flüchtlinge haben wir jedoch keinerleit Steigerungen der Kriminalitätesraten in Speyer und in der Region feststellen können“, betonte Weber und sah sich darin auch vom Speyerer Oberbürgermeister bestätigt.

Auch für die Bundeswehr und ihre in der Endphase der Auflösung befindliche Speyerer Einheit wird sich nach Aussagen von Oberstleutnant Manthey nichts ändern: „Die Speyerer Kurpfalzkaserne wird planmäßig am 31. Dezember 2015 geschlossen“, erklärte der Offizier seine Befehlslage. Bis dahin seien noch 300 Soldaten in der Liegenschaft stationiert, für die die Bundeswehr schon jetzt die militärische Kontrolle einschließlich des Haus- Reinigungs- und Winterdienstes abgegeben habe. Bis dahin werde das Areal auch über zwei separate Eingänge erschlossen – einer für die Bundeswehr, ein separater zweiter für die EAE.. Bis dahin solle auch eine weiße Sichtblende den Blick auf die „Nato-Draht“-Umzäunung kaschieren und so der Eingrenzung ein Stück weit ihr bedrohlich-militärisches „Outfit“ nehmen.

Weitere wesentliche Informationen konnte in der Diskussion auch Speyers Oberbürgermeister Hansjörg Eger vermitteln, der den Besuchern der Veranstaltung in Aussicht stellte, jeweils zeitnah über den weiteren Fortgang der Maßnahme auf dem Laufenden gehalten zu werden. Dazu gehörte auch der Hinweis, dass die Stadt ihre Pläne für die Konversion des Kasernen-Areals mit „gedämpfter Intensität“ fortführen werde, um sie nach einer dauerhaften Integration der Flüchtlinge nahtlos um- und fortsetzen zu können.

Im weiteren dankte Eger den anwesenden Vertretern der christlichen Kirchen für ihren unermüdlichen, ehrenamtlichen Einsatz für die Flüchtlinge, ohne den auch die Stadtverwaltung die auf sie zugekommene Herausforderung „so nicht stemmen könnte“. In diesen Dank schloß Eger ausdrücklich auch die türkisch-islamische Gemeinde in Speyer mit ein, mit der die Stadt bereits seit ihrer Gründung im Jahr 1985 eng zusammenarbeite und die sich in derzeitigen Situation als „ein wahrer Segen für die Stadt“ erweise. Dies konnte auch Pastoralreferent Dr. Markus Lamm in seiner Eigenschaft als Sprecher des „Interreligiösen Forums Speyer“ unterstreichen, dessen Vereinigung sich durch die Arbeit für und mit den Flüchtlingen sozial ganz besonders gefordert sehe.

In seinem Schlußwort erneuerte der Oberbürgermeister seinen Appell an die Landesregierung, die Kommunen in dieser schweren Herausforderung noch stärker zu unterstützen. „Ich bin sicher, dass wir diese Herausforderung bewältigen werden, weil wir sie bewältigen können und vor allem, weil wir sie bewältigen wollen“.

Zum Schluß aber dann doch noch ein „Nachklapp“: Ärgerlich war bei dieser Informations-Veranstaltung nämlich, dass die „Grüne“ Staatssekretärin auch gestern mehrfach der Versuchung nicht widerstehen konnte, ihren Auftritt in Speyer für Seitenhiebe auf ihre politischen Gegner zu nutzen, obwohl die Parteien doch sich und ihren Wählern noch vor kurzem „in die Hand versprochen hatten“, die Flüchtlingsfrage aus dem „politischen Gezänk“ des aufkommenden Wahlkampfes herauszuhalten. Schade, Frau Gottstein !

Fotos: gc

23.09.2015


Rotes Kreuz wird Betreuung der Menschen in AfA Speyer übernehmen

Speyer- In der Kurpfalz-Kaserne in Speyer richtet das Land Rheinland-Pfalz die Außenstelle der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) Trier ein. Die beiden DRK-Kreisverbände Vorderpfalz und Speyer übernehmen in Kooperation die Betreuung und Versorgung der Menschen – in Ergänzung zu den behördlichen Maßnahmen.

Morgen, Donnerstag, den 24. September 2015 erwarten wir dort die ersten Flüchtlinge. Wann und wie viele Menschen kommen, ist bisher unbekannt. „Wir sind mitten in den Vorbereitungen in der Kaserne und werden morgen mit zwei Einsatzeinheiten vor Ort sein“, sagt Michael Kurz, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Vorderpfalz.  Das Rote Kreuz wird zunächst die Logistik und Grundversorgung der Menschen sicherstellen. Die Betreuung ist mit Kooperationspartnern im Aufbau.

„Ich bin begeistert über die Hilfsbereitschaft der Speyerer Bürger. Leider können wir derzeit noch keine Sachspenden annehmen“, ergänzt Michael Gerber, DRK-Geschäftsführer des Kreisverbandes Speyer.

Text: Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Vorderpfalz e.V. und Altenhilfe Vorderpfalz gGmbH, Presse

23.09.2015


Sparkasse Vorderpfalz gestaltet Kreuzgang neu

Sparkasse Vorderpfalz wertet mit neuen Pflanzen und einer indirekten Beleuchtung bei Nacht den Kreuzgang auf.Kreuzgang neu gestaltet

Speyer- Die Sparkasse Vorderpfalz hat in den letzten Wochen den Kreuzgang auf dem Gelände ihrer Speyerer Hauptstelle neu gestalten lassen.

Mit neuen Pflanzen und einer indirekten Beleuchtung bei Nacht wurde der Kreuzgang verschönert und aufgewertet.

Hierfür hat die Sparkasse rund 30.000 Euro investiert.

Text und Foto: Sparkasse Vorderpfalz, Presse

23.09.2015


Speyer beim „Tag der Mehrgenerationenhäuser“ in Berlin

Berlin / Speyer- Auf Einladung von Bundespräsident Joachim Gauck nahm Jana Schellroth, Koordinatorin des Speyerer Mehrgenerationenhauses (MGH), anlässlich des „Tages der Mehrgenerationenhäuser“ in Berlin unter dem Motto „Engagement tut gut?!“ an  Vorkongress und Bürgerfest teil. „Der Dank für das unermüdlich erbrachte Engagement aller Koordinatoren der MGH, umfasste ein vielseitiges Rahmenprogramm aus Podiumsdiskussionen, Infoständen, Konzerten und einem bunten Feuerwerk zum Abschluss“, berichtet Schellroth von ihrem Berlinaufenthalt. Mit ihr waren 30 Koordinatoren der rheinland-pfälzischen Häuser der Einladung zum Bürgerfest des Bundespräsidenten gefolgt.

Beim Kongress erklärte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, dass die Bundesregierung die Arbeit der MGHs langfristig sichern wolle. In einer Rahmenvereinbarung haben sich das Bundesfamilienministerium, die Länder und Kommunalen Spitzenverbände erstmals zu einem gemeinsamen Engagement zur dauerhaften finanziellen Sicherung der MGHs bekannt. Mit dem Kabinettbeschluss zum Bundeshaushalt 2016 und zum Finanzplan 2015 bis 2019 ist zudem ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Verlängerung des Aktionsprogramms bis Ende 2016 und zur langfristigen Förderung ab 2017 gelungen. Text: Stadt Speyer, Presse

22.09.2015


Speyer T-Shirt für sozialen Zwecke

v. li.: Lukas Bonn, Bürgermeisterin Monika Kabs, Michael StöckelSpendenübergabe im Stadthaus

Speyer- Sie freue sich, wenn sich Unternehmer dem sozialen Leben in „ihrer“ Stadt verpflichtet fühlten, so Bürgermeisterin Monika Kabs bei der heutigen Spendenübergabe im Stadthaus. Mit 300 Euro unterstützt Lukas Bonn, Inhaber des Sportgeschäftes „Sakul“, den Härtefonds der städtischen Kindertagesstätten. „Aus ihm werden Verpflegungskosten von Kindern übernommen, deren Eltern die Verpflegungskosten nicht aufbringen können bzw. nicht über das Bildungs- und Teilhabepaket von den Verpflegungskostenbeiträgen befreit werden,“ erläutert der zuständige Abteilungsleiter Michael Stöckel.

Die Spendengelder resultieren aus dem Verkauf von Speyer-T-Shirts. Von dem Verkaufspreis (14,99 €) fließt je ein Euro in den städtischen „Notfalltopf“, der sich ausschließlich aus Spendengeldern speist und dazu dient, „dass in Speyers Kitas kein Kind vom warmen Mittagessen ausgeschlossen wird,“ betont Sozialdezernentin Monika Kabs. Es ist nicht die erste Spende dieser Art. Lukas Bonn bietet bereits seit 2012 die insbesondere bei US-amerikanischen Touristen beliebten Reisesouvenirs an. Zu Aktionsbeginn waren zunächst nur schwarze und weiße T-Shirts mit Domsilhouette und SPEYER-Schriftzug im Angebot. Mittlerweile wurde das Sortiment auf acht Farben und Größen von S bis 3XL erweitert. Nicht ausschließlich bei Touristen auch bei  Speyerer Lokalpatrioten finden die nach Ökostandards produzierten und in Deutschland bedruckten Textilien immer mehr Anhänger, freuen sich Bonn und Kabs über Folgetermine zwecks Spendenübergabe.

Text und Foto: Stadtverwaltung Speyer, Presse

22.09.2015


Voller Paradiesgarten bei kubanischer Nacht am 19.09.2015

Voller Paradiesgarten bei kubanischer Nacht

Speyer- Am Samstag, 19. September feierte der Weltladen Speyer eine kubanische Nacht im Paradiesgarten der Dreifaltigkeitskirchengemeinde. Der Himmel schloss rechtzeitig seine Pforten und die Veranstaltung lockte viele Besucher in das romantische Ambiente des Paradiesgartens. Der Vorsitzende des Trägervereins des Weltladens, Gunter Grünenthal, begrüßte die Besucher und führte durch das abwechslungsreiche Programm.

Thomas Sartingen führte ein Interview mit der Kubanerin Liudmilla Armas Cruz. Sie berichtete von ihrer Jugend auf Kuba und ihren Beweggründen, die sonnige Heimat zu verlassen. Anschließend berichteten die Speyerer Johannes Jaberg und Birgit Hoffmann-Jaberg über ihre Reise nach Kuba. Sie zeigten sich begeistert von der Herzlichkeit der Kubaner und dem karibisch-leichten Lebensgefühl, obwohl sie in unseren Augen arm sind.

Zwei Mitglieder des Weltladens trugen eine Parabel von Ángela Martínez und Gedichte von Raúl Rivero und Joaquín Baquero vor, die Gedichte sogar auf deutsch und spanisch. Rivero war anfangs begeistert von der Revolution, wandte sich aber später gegen Castros Politik, weil der sich Reformen verschloss. Unter dubiosen Umständen wurde er daraufhin ins Gefängnis geworfen. Sein Gedicht handelt unter der Maske eines Liebesbriefes von der alltäglichen Unterdrückung.

Die Tänzer von Salsa en Amor um Rosella Gatto-Hoffmann zeigten die Lebensfreude und den Figurenreichtum des karibischen Salsa, der vom kubanischen Son beeinflusst ist. Zur Musik der Band Palito Aché, einer Mischung aus karibischen und lateinamerikanischen Rhythmen, tanzten die Besucher dann selber hingebungsvoll. Einige waren in einer Lichterfahrt mit dem Rad und dem ADFC zur kubanischen Nacht gefahren. Die Initiativgruppe Eine Welt e. V. informierte über kubanische Alltagswirklichkeit und fair gehandelte Produkte aus Kuba, wie Kaffee und Rum. Die ehrenamtlich organisierte Veranstaltung innerhalb der Fair Trade Stadt Speyer wurde finanziell gefördert von Engagement Global, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Grünenthal freute sich abschließend: „ Wir sind begeistert, dass so viele gekommen sind und sich für Kuba interessieren. Sogar aus Frankfurt sind Besucher angereist.“

Text: Weltladen Speyer e.V., Presse Foto: Dr. Hildegard Grünenthal

21.09.2015


Medizintechnik von Speyer nach Odessa

v. l.: Uwe Grimm (Medizintechnik), Pfarrer Rudi Job, Christian Dopheide, Vorsteher Pfarrer Dr. Günter Geisthardt, Krankenhaus-Geschäftsführer Werner Vogelsang.Neben zahlreichen Krankenhausbetten machte sich am 16. September auch ein Endoskopieturm samt Zubehör auf den Weg vom Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer nach Odessa in der Ukraine.

Speyer- Vertreter des Krankenhauses und der Diakonissen Speyer-Mannheim übergaben die Spende Pfarrer i. R. Rudi Job, Vorsitzender des Arbeitskreises Pfalz-Ukraine der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Der Kontakt zwischen den Diakonissen Speyer-Mannheim und dem Arbeitskreis besteht schon länger, die Idee, Endoskopie-Equipment zu spenden, hatte nun Christian Dopheide, Pflegerischer Leiter der Endoskopie-Abteilung am Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus: „Bei uns wurden Geräte erneuert, da sie für deutsche Verhältnisse nicht mehr zeitgemäß waren, sie sind aber noch voll funktionstüchtig“, erklärt er.

Durch den Ärztlichen Direktor PD Dr. Dirk Jentschura, der bereits mehrfach Hospitanten aus der Ukraine betreut hat, kam der Kontakt zu Ärzten in Odessa und Pfarrer Job zustande. „Den Ärzten in der Ukraine fehlt in der Heimat häufig die technische Voraussetzung, um das, was sie bei uns lernen, auch umsetzen zu können“, betonen Krankenhaus-Geschäftsführer Werner Vogelsang und Vorsteher Pfarrer Dr. Günter Geisthardt, warum sie die Sachspende unterstützen.

„Wir organisieren derzeit einen Hilfstransport in die Ukraine, der neben medizinischem Gerät und Krankenhaus-Mobiliar zum Beispiel auch Kleidung und Kleinmöbel aus privaten Spenden umfasst“, erläutert Job, der auf vorangegangene gemeinsame Projekte mit den Diakonissen Speyer-Mannheim hinweist: Erst im vergangenen Jahr hatten zwei ukrainische Ärzte die Gelegenheit, zwei Wochen in der chirurgischen Klinik des Diakonissen-Stiftungs-Krankenhauses zu hospitieren. Darüber hinaus organisiert der Arbeitskreis Pfalz-Ukraine, der seit den 1990er Jahren humanitäre Hilfe leistet, mit finanzieller Unterstützung der Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ auch Austausche für Studierende oder Landwirte. Im November wird eine Gruppe um Pfarrer Job sich vor Ort in der Ukraine ein Bild davon machen, ob die Spenden aus dem Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus gut angekommen sind. Text und Foto: Diakonissen Speyer-Mannheim, Presse

18.09.2015


„Kinder Willkommen“

„Internationaler Weltkindertag“ am 20. September will auf die besonderen Schutzrechte von Kindern aufmerksam machen.

cr. Speyer- Trotz des - um es zurückhaltend auszudrücken - wahrlich „unfreundlichen Wetters“, wollte es sich das „Speyerer Frauenhaus“ gestern nicht nehmen lassen, mit einem Informationsstand am Altpörtel auf den am Sonntag stattfindenden „Weltkindertag“ aufmerksam zu machen, der in Rheinland-Pfalz mit einer Großveranstaltung in Mainz seinen Höhepunkt finden wird.

„Kinder Willkommen“ haben die Veranstalter - Kinderrechtsorganisationen, das „Deutsche Kinderhilfswerk“ und UNICEF - als Motto über die gemeinsamen Aktivitäten zu diesem Tag in Deutschland geschrieben und in diesem „Willkommensgruß“ vor allem auch die zahlreichen Kinder mit einbezogen, die gegenwärtig als Flüchtlinge aus dem vorderen Orient und aus anderen Teilen der Welt nach Mitteleuropa und vor allem auch nach Deutschland kommen und die dortigen Gesellschaften vor ungekannte Herausforderungen stellen.

Wie die Mitarbeiterinnen des Speyerer Frauenhauses mitteilten, solle der Fokus der Öffentlichkeit an diesem Tag deshalb insbesondere auf das besondere Recht aller Kinder auf Schutz vor Gewalt gerichtet werden. Und da verfügen die Sozialpädagoginnen und Betreuerinnen der Speyerer Einrichtung über umfangreiche Erfahrungen: Allein im Jahr 2014 mussten 46 Kinder mit ihren Müttern Zuflucht vor gewalttätigen Männern im „Speyerer Frauenhaus“ suchen, denn „Kinder sind von der häuslichen Gewalt im Elternhaus direkt oder indirekt immer mitbetroffen“, so die Feststellung der Expertinnen, die deshalb auf elementare Rechte aller Kinder hinweisen:

·        Alle Kinder haben das Recht, geschützt zu werden,

·        Alle Kinder haben das Recht zu lernen,

·        Alle Kinder haben das Recht auf Gesundheit und gewaltfreies Aufwachsen

·        Alle Kinder haben das Recht auf Mitsprache.

Das Speyerer Frauenhaus begleitet, berät und unterstützt jedes Jahr stationär und ambulant viele hundert Frauen nach häuslichen Gewalterfahrungen. Dabei spielen Religion und ethnische Herkunft keine Rolle. Kinder erhalten hier die so dringend erforderliche sozialpädagogische Begleitung und Unterstützung zur Gewaltaufarbeitung und zu ihrer emotionalen Stabilisierung. Dazu aber sei das als „E.V.“ organisierte „Speyerer Frauenhaus“, dessen Arbeitsfeld nur zum kleineren Teil aus öffentlichen Mitteln finanziert wird, auch weiterhin dringend auf Unterstützung angewiesen.

Spenden für diese so wichtige Arbeit werden deshalb erbeten auf das Spendenkonto 5322, BLZ 545 500 10 bei der Sparkasse Vorderpfalz – IBAN DE2854 5500 1000 0000 5322 BIC LUHSDEGA.                                       Fotos: gc

17.09.2015


Wohngruppen der „Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt“ im Rahmen gelungener Projektwoche zu Gast beim „Reitclub Speyer“ und seinen Pferden

Speyerer unterwegs in Speyer: Wohngruppen der „Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt“ im Rahmen gelungener Projektwoche zu Gast beim „Reitclub Speyer“ und seinen Pferden.

cr. Speyer- Für die Wohngruppen 7 und 8 der „Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt e.V.“ in der Speyerer Else-Krieg-Straße geht eine spannende und höchst aufregende Woche ihrem Ende entgegen: Denn unter dem Titel „Meine Stadt Speyer“ hatte die Wohngruppenverantwortliche und gelernte Erzieherin Daniela Oltersdorf gemeinsam mit ihrer Kollegin Christine Mattich und der Auszubildenden zur Erzieherin Justine Repp nämlich für diese Woche für ihre Schutzbefohlenen ein Programm aus sehenswerten Bauwerken und Einrichtungen in Speyer zusammengestellt, die Besuchern im Alltag zumeist verschlossen bleiben. Da standen ein Besuch auf dem Speyerer Flugplatz mit Rundblick vom neuen Tower ebenso auf dem Programm wie Besichtigungen von Dom, Altpörtel und Gedächtniskirche sowie ein ausführlicher, geführter Rundgang durch die Stadt. Für den morgigen Freitag schließlich ist auch noch ein Besuch im „Technikmuseum Speyer“ vorgesehen.

Zeitgenössische und historische Technik also zum Beginn und am Ende dieser Projektwoche – dazwischen stadtgeschichtlich Bedeutsames – ja, und dann - zur Wochenmitte – noch etwas sehr Lebendiges: Denn für diesen Tag hatte das Team um Daniela Oltersdorf nämlich einen Besuch auf dem Reiterhof „Ludwigshof“ im Norden der Stadt eingeplant, wo die Angehörigen der beiden Wohngruppen in direkten Kontakt mit den eindrucksvoll-großen Reitpferden kommen sollten. Zu diesem Zweck stellte die 1. Vorsitzende des „Reitclubs Speyer“, Heike Halstenberg, den Gästen ihren stattlichen braunen Wallach „Doni“ vor, während Daniela Oltersdorf, selbst bekennende „Pferdenärrin“, ihre eindrucksvolle Fuchsstute „Kayah“ präsentierte. „Für uns ist es wichtig, dass unsere Schützlinge lernen, ihre Angst vor den großen Tieren zu überwinden, ohne dabei den Respekt für sie aus den Augen zu verlieren“, hob Daniela Oltersdorf die pädagogische Zielsetzung solcher Begegnungen hervor.

Und die Bewohner der Wohnstätte der „Lebenshilfe“ ließen sich nach kurzem, gegenseitigem „Beschnuppern“ auch nicht lange bitten: Da wurde „Kayah“ mit Karotten verwöhnt, „Doni“ erhielt, gekonnt aus der flachen Hand angeboten, mit köstlichen Apfelhälften. Andere Bewohner griffen derweil beherzt zum Striegel, um die Pferde zu reinigen, die sich unter der liebevollen Massage ihrer Besucherinnen und Besucher sichtlich wohlfühlten.

Doch irgendwann geht auch die schönste Begegnung mit den „großen Tieren“ auf dem „Ludwigshof“ zuende: Jetzt - der Regen macht dazu kurz mal Pause – noch zu einem Gruppenfoto im Innenhof des Hofgutes aufgestellt, zu dem sich auch die schmusig-süsse, schwarze Haus- und Hofkatze schnurrend mit ins Bild schiebt, dann biegt unter lautem „Hallo“ der Besuchergruppe auch schon „Nicky“, die „gemütliche“, mit über dreißig Jahren hochbetagte kleine Ponydame in den Stallhof ein. Sie ist für so manches Mitglied der Wohngruppe zum Teil schon seit vielen Jahren eine gute Freundin, die sie in den vergangenen Jahren schon wiederholt besucht haben. Auch sie erhält kaum enden wollende Streicheleinheiten und hält geduldig Kopf und Mähne hin.

Auf dem Rückweg zu der Reithalle, wo Heike Halstenberg im „Reiterstübchen“ inzwischen bereits Kaffee und Kuchen für die Gäste vorbereitet hatte, konnten die Besucher noch dem beeindruckend-riesigen Traktor bei seiner Arbeit mit Heu und Streu für die Pferde zuschauen und einen zwischenzeitlich eingetroffenen Hufschmied beim „Besohlen“ der Pferde beobchten – allesamt Erlebnisse, die die Besucher auch noch den ganzen Abend über in ihrem Wohnheim weiter beschäftigte und wohl noch viel Grund zur „Nachbesprechung" gab. Fotos: gc

17.09.2015


An Bord der „Pfälzerland“ auf Zeitreise in die 60er- und 70er-Jahre

Neues Angebot von Katholischer Erwachsenenbildung, Katholischen Öffentlichen Büchereien und Spei’rer Buchladen auf Anhieb ein Erfolg

Speyer- (is). Musik-, Literatur- und Gaumengenuss an Bord eines Rheinschiffs: Das sind die Zutaten zu „LiteraTour on Board“. Das neue Angebot der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB), der Katholischen Öffentlichen Büchereien und des Spei’rer Buchladens startete am Mittwoch, 9. September, mit einer ausverkauften abendlichen Tour durch die Rheinauen rund um Speyer an Bord der „Pfälzerland“ voll durch.

Die „Pfälzerland“ tuckert gemütlich auf dem glitzernden Strom dahin. Auf dem offenen Oberdeck klicken die Auslöser der Smartphones. Zu schön glüht der Himmel in den Farben des Sonnenuntergangs, um das nicht für Familie, Freunde und die eigene Erinnerung festzuhalten. Die Silhouette des Speyerer Doms gibt’s gratis dazu. Von drinnen, aus der verglasten und überdachten Kabine, in der die meisten Fahrgäste Platz genommen haben, klingen die verführerisch-erotischen Klänge eines Saxophons nach draußen: „Take five“. Das Instrument wird bedient von einem Mann im weißen Anzug: Christoph Krzeslack hat sein musikalisches Programm an das Thema des Abends angepasst, und viele Füße wippen im Glenn-Miller-Sound.

Es geht um die Zeit der 1960er und 1970er Jahre, die Zeit der Kindheit und Jugend von Rainer Moritz, dem Leiter des Hamburger Literaturhauses. Er liest für die Passagiere aus seinem Buch „Ich Wirtschaftswunderkind“. Und so schwelgen die Gäste in Erinnerungen an Susanne Uhlen und Peggy March, an „Bonanza“ und „Raumschiff Enterprise“, blicken mit dem Autor zurück auf dessen frühkindliche Begeisterung für Pommes Frites und seinen ersten Kuss, während die „Pfälzerland“ vom Hauptstrom in den Altrhein abbiegt und sich in Richtung Reffenthal bewegt. Die Dämmerung fällt langsam herab auf die Rheinauen, und ein paar krummgewachsene Weiden auf einem Altrhein-Inselchen malen sich pittoresk vor den in allen Farben glühenden Abendhimmel. Die „Pfälzerland“ passiert dschungelartigen Auwald, einladende Sandstrände und Motoryachten, die hier in Reih und Glied vor Anker liegen. Die Stimmung an Bord ist entsprechend: entspannt, gelassen.

Während die Künstler auf dem Oberdeck die Gäste unterhalten, wird ein Stockwerk tiefer kräftig gewerkelt. Das Büffet, von der renommierten Küche des „Pfälzer Hofs“ in Römerberg-Mechtersheim bestückt, wird aufgebaut. Hübsch in Gläsern angerichtet, gibt es Häppchen aus Lachs, Geflügel- und Wurstsalat oder Tomaten mit Mozarella. Dazu eine Weinschorle oder ein Bierchen, serviert vom Team der „Pfälzerland“. Direkt beim Büffet haben die Damen vom Spei’rer Buchladen ihren Büchertisch aufgebaut. Schließlich möchte der eine oder andere sich später von Rainer Moritz sein Buch signieren lassen.

Musik, Literatur und Gaumenkitzel wechseln sich ab an diesem Spätsommerabend auf dem Rhein. Dreieinhalb Stunden dauert das Programm, das für alle Sinne etwas bietet. Die Gäste sind’s denn auch zufrieden, als sie um 22 Uhr die „Pfälzerland“ verlassen und wieder festen Boden unter den Füßen haben. Sie haben den Abend genossen.

„Die Karten wurden uns geradezu aus den Händen gerissen“, freut sich Erhard Steiger von der KEB. In den kommenden drei Jahren ist seinen Worten zufolge einmal jährlich eine weitere Auflage von „LiteraTour on Board“ geplant. „Die Idee haben wir bei den Kollegen in Mainz abgekupfert“, verrät er. Der Termin für die Veranstaltung werde bewusst mitten in die Woche gelegt. „Wir wollen keine Konkurrenz darstellen zu den Wochenendveranstaltungen.“ Um den Erfolg der neuen Veranstaltungsreihe ist Steiger nicht bange: „Die wird sicher ein Renner werden.“ Text und Foto: Anja Stahler

10.09.2015


Aus Troyes über die Vogesen nach Speyer geradelt

„VCS St. Julien-les Villas“ erneut zu Besuch beim „RSC Rot-Weiß Speyer“ - Seit 20 Jahren regelmäßiger Austausch über Ländergrenzen hinweg.

cr. Speyer. Eigentlich sind es von der einstigen, historischen Hauptstadt der Champagne, dem nordwestfranzösischen Troyes, bis nach Speyer „nur“ knapp 500 Kilometer. Doch für die ambitionierte Radlergruppe des Radsportvereins VCS St. Julien-les Villas, einem Vorort von Troyes, war dies in der vergangenen Woche bei ihrer letzten Tour in die Pfalz wohl nicht weit genug. Und deshalb entschlossen sie sich zu einem „kleinen Umweg“ über die Vogesen, der ihre geplante Reise auf gut 600 Kilometer verlängerte und sie – Respekt, Respekt! - zur Überwindung von insgesamt 8.500 (!) Höhenmetern nötigte.

Am vergangenen, verlängerten Wochenende nun traf die 22köpfige Gruppe französischer Radsport-Enthusiasten – unter ihnen ihr „Senior“, ein 84jähriger „Ritter der Pedale“, der sich für diesen Tag ein „privates“ Programm gemacht hatte, in Speyer mit ihren Freunden vom Radsportclub „Vorwärts“ Speyer um ihren Vorsitzenden Thomas Zürker zusammen, wo sie im Historischen Trausaal im Rathaus von Oberbürgermeister Hansjörg Eger empfangen wurden. Der ansonsten polyglotte Oberbürgermeister bekannte sich dabei freimütig zu seinen sprachlichen Defiziten in der Muttersprache der Gäste und griff deshalb gerne auf die „Dolmetscherdienste“ des Dudenhofener Gemeinderatsmitglieds Werner Löffler zurück. „Wer, wie Sie, schon seit zwanzig Jahren freundschaftlich miteinander verbunden ist, der weiß schon sehr, sehr viel über den jeweils anderen“, stellte Eger mit Blick auf die jährlichen Treffen der beiden Radsportvereine fest und verzichtete kurz entschlossen darauf, vor den französischen Gästen ein weiteres Mal Details der Speyerer Stadtgeschichte auszubreiten.

Statt dessen stellte er die grundsätzliche Bedeutung solcher Partnerschaften für das friedlich-freundschaftliche Miteinander der Völker in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Hier hätten Franzosen und Deutsche nämlich ihre jahrhundertelange „Erbfeindschaft“ längst in eine auf Dauer angelegte, haltbare Völkerfreundschaft verwandelt. Doch auch dies sei im einzelnen nur dank des individuellen, persönlichen Engagements einzelner möglich gewesen, so Eger, der hierzu den Einsatz der Mitbegründer der Vereins-Partnerschaft, Reinhard Amann auf deutscher und Michel Beau auf französischer Seite beim Auf- und Ausbau der Partnerschaft zwischen den Radsportfreunden in Speyer und Troyes hervorhob.

Sich einer gemeinsamen Leidenschaft zu widmen, miteinander zu feiern und, wie bei den Radsportfreunden, gemeinsame Touren zu unternehmen, das schaffe Freundschaft, betonte der Oberbürgermeister, der die französischen Gäste anschließend zu dem berühmten „Speyerer Gedeck“ aus Brezeln und Pfälzer Wein oder wahlweise einem alkoholfreien Getränk einlud. „Gerade für Radler eignet sich die Brezel besonders gut als 'Snack unterwegs', weil man sie so gut an den Lenker hängen kann“, stellte Eger mit einem hintergründigen Lächeln fest, erntete damit jedoch den Widerspruch der versammelten Radlerschar, die - nicht weniger zum Scherten aufgelegt - auf die Schwierigkeiten hinwiesen, die entstehen könnten, wenn man versuche, die Brezeln an den nach unten offenen Lenker eines Rennrades zu hängen – und darunter tue es ein echter Langstreckenradler nicht.....

Michel Beau machte dieser „Fachdiskussion“ dann ein Ende, indem er sich für den wie immer warmen und herzlichen Empfang in Speyer bedankte. Als Gruß aus seiner französischen Heimat hatte er eine Flasche Champagner aus den Kellern eines Clubmitglieds des VCS St. Julien-les Villas“ mitgebracht, ein „edler Tropfen“, den Eger an diesem Tag gerne gegen den kredenzten Pfälzer Wein eintauschen wollte.

Inzwischen haben sich die Radler aus Troyes nach einer vom Speyerer Fahrradbeauftragten Karl-Heinz Hepper organisierten, gemeinsamen Radtour am Sonntag an die Deutsche Weinstraße und einem langen, fröhlichen Abend in der „Domhofbrauerei“ schon wieder auf den Heimweg gemacht und werden – wenn alles planmässig verläuft – am Freitag wieder in ihrer Heimat in der Champagne zurück erwartet.

Fotos: gc

09.09.2015


Oberbürgermeister ehrt Jubilare und begrüßt städtische Azubis

OB Hansjörg Eger, Norbert Nutzinger, Ingrid Krause, Rudolf Knerr, Richard Kotter, Hermann Roß, Personalrat Axel Elfert, Bürgermeisterin Monika Kabs OB Hansjörg Eger, Norbert Nutzinger, Ingrid Krause, Rudolf Knerr, Richard Kotter, Hermann Roß, Personalrat Axel Elfert, Bürgermeisterin Monika Kabs

Speyer- Dieser Tage konnte Oberbürgermeister Hansjörg Eger gleich vier Mitarbeitern zum 40jährigen Dienstjubiläum danken und 11 Azubis an ihrem ersten Arbeitstag bei der Kommune willkommen heißen.

„Alte Hasen“ geehrte und verabschiedet

Im Stadthaus begegnet man ihm mit Postmappen unterm Arm und rasselndem Schlüsselbund in der Westentasche, außerhalb mit Zigarillo im Mund, gemächlich auf seinem Vélosolex unterwegs. Die Rede ist von Hausverwalter Richard Kotter, dem Oberbürgermeister Hansjörg Eger anlässlich seines 40-jährigen Dienstjubiläums für die Stadt Speyer dankte und die Ehrenurkunde namens der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer überreichte.

Beständigkeit zeichnet auch Ingrid Krause aus. Ihre vier Jahrzehnte im öffentlichen Dienst hat sie bei der Polizeidirektion Speyer begonnen und seit 1981 bei der Stadt Speyer im Bereich Ausländerwesen fortgesetzt. Ihren Ausgleich findet sie bei Radtouren und Wanderungen mit ihrem Mann, ebenso wie bei der Lektüre von Biografien.

Für vier Jahrzehnte gewissenhaften Umgang mit Zahlen konnte OB Eger dem Leiter der Steuerabteilung danken. Während  Rudolf Knerr dienstlich die Finanzlage der Stadt im Blick behält, hat er privat das Abschneiden des 1. FCK im Visier und hofft, dessen Rückkehr in die 1. Bundesliga noch erleben zu dürfen.

Die Leidenschaft von Norbert Nutzinger, der seit 40 Jahren im Team der Stadtgärtnerei im Einsatz ist, gilt auch im Privatleben dem Gärtnern.

Neben den Jubilaren überreichte OB Eger auch Hermann Roß eine Dankurkunde. Der gelernte Kfz-Mechaniker war ab 1978 in städtischen Diensten, zuletzt bei der Stadtgärtnerei. Als Ruheständler warten Haus und Hof auf seinen Arbeitseinsatz. „Schildkröten, Hühner und Vögel wollen versorgt sein“ und der Enkel freue sich auch auf gemeinsame Zeit mit dem Opa.

Verwaltungsnachwuchs begrüßt

Dieser einen Verabschiedung in den Ruhestand stehen elf Neuzugänge bei der Stadt gegenüber. Oberbürgermeister Hansjörg Eger konnte zu Beginn des Ausbildungsjahres eine Inspektor-Anwärterin, vier Azubis zur Verwaltungsfachangestellten, einen zum Fachangestellten für Medien und Informationsdienst-Archiv und zum Bauzeichner begrüßen. Erfolgreich war auch die Bewerbung von vier Ausbildungskandidaten für den Baubetriebshof, davon werden drei in der Stadtgärtnerei aufgenommen und einer im Betriebshof den Beruf des Kfz-Mechatronikers erlernen.

Aktuell bietet die Stadt Speyer 28 jungen Menschen Chancen zum Berufseinstieg: 14 im Verwaltungsbereich, 10 im Baubetriebshof und vier im Beamtenverhältnis. Text und Foto: Stadt Speyer

02.09.2015


Postplatz keine Augenweide: Pavillon steht meist leer

Sag mir, wo die Brezeln sind

Von unserem Mitarbeiter Werner Schilling

Speyer- Die überbaute  Stahl -Glas-Pyramide galt über zwei Jahrzehnte als das teuerste Brezelhäuschen der Welt. Mit dem Postpavillon hat sich Stadtbaudirektor Volker Fouquet zur 2000-Jahrfeier ein Denkmal gesetzt. Gedacht als Info- und Verkaufsstand vorm Haupteingang  der Post, was es niemals  war, pachtete es die Brezelbäckerei Johann  Berzel 1990 als Verkaufsstand für die echten Speyerer Laugenbrezeln. Nachdem die Geschäftsführer Wolfgang Vick und Wolfgang Wurster  gezwungen waren, den Pachtvertrag für  den Brezel-Pavillon Ende 2014 aufzukündigen, bemüht  sich  seit dem Frühjahr der Fotograf Karl Hoffmann  darum, den im Dornröschenschlaf dahin schlummernden Pavillon auf dem von Beginn an völlig an der Verkehrssituation vorbei gestalteten Postplatz zumindest sporadisch zu beleben.

Dass  sich der Architekt der Post-Pyramide seinerzeit eine licht-  und luftdurchflutete Konstruktion vorgestellt hat, die den Blick auf die imposante Post-Fassade nicht beeinträchtigt, ist noch heute irgendwie nachvollziehbar. Warum das innere Häuschen aber so klein bemessen sein musste, ist allein mit den geringen Ausmaßen  des Postplatzes nicht zu begründen. Es diente ohnehin nie Postzwecken, reichte gerade so für die Brezelfrau und die Auslage von ein paar Laugenbrezeln und - stangen.  Die Rundherum-Verglasung bescherte den Berzelschen Verkäuferinnen in nahezu 25 Jahren an heißen Sommertagen enorm hohe Temperaturen und verwandelte den Verkaufsplatz in einen Backofen. Hauptgrund für den Rückzug der Brezelbäckerei war jedoch der Mindestlohn, der allen Verkaufskräften zu zahlen war. Die Frage,  entweder zwei der treuen Verkäuferinnen zu entlassen oder eben den  Poststandort aufzugeben, beantwortete sich für  Vick und Wurster  von selbst.  Zudem war die erhoffte Umsatzsteigerung nach der Eröffnung der Postgalerie ausgeblieben.  Die gesamte Platzsituation war nicht dazu angetan, am gläsernen Brezelhäuschen  festzuhalten, sieht sich Wolfgang Vick im Nachhinein noch einmal bestätigt, nachdem nun die Mietfahrrad-Installation  wie eine optische „Schranke“ zwischen Pavillon und  Postgalerie wirkt. In höchstem Maß beeinträchtigt wird der zentrale Platz im Herzen der Stadt  vom Busverkehr. Oft kreisen mehrere Busse in einer Schleife um den Platz, wobei die Fahrer  häufig die Haltebucht vor der Postgalerie zu Wartezeiten nutzen, um dann „im richtigen Zeittakt“ losfahren zu können.

Das Durcheinander mit parkenden Fahrrädern und Krafträdern ist Karl Hoffmann auch ein Dorn im Auge. Der Neustadter Fotograf, der von 1989 bis 2004 im Pavillon neben der Gedächtniskirche ein Atelier betrieben hatte,  startete im Mai zum Frühlingsfest und beim Schnäppchenmarkt in Kooperation mit dem Hofladen Speierling zwei Versuche. Doch die Sonneneinstrahlung erschwerte den Verkauf von Obst und Gemüse zu stark, so dass diese Belebungsidee schnell wieder ad acta gelegt wurde.  Hoffmann ist nun dabei, ein Konzept zu erstellen für künftige Vermarktungsmöglichkeiten im Postpavillon, der inzwischen leider  die meiste Zeit leer steht und, vornehm formuliert, nicht gerade vor Sauberkeit erstrahlt.

Zwar weiß Hoffmann, dass  auch Oberbürgermeister Hansjörg Eger  daran gelegen ist, dass für den Postplatz eine vernünftige  Lösung geschaffen werden kann, aber    ob sich sein Traum „von einem kleinen  Stadtgarten“ realisieren und vor allem finanzieren lässt, steht in den Sternen.  Gespannt ist der Pavillon-Pächter auf die Antwort der Stadtverwaltung auf die schriftliche Ratsanfrage der Speyerer Wählergruppe zur Zukunft des Postplatzes. Foto: pem

24.08.2015


Spalding welcomes Speyer!

Chorreise in die englische Partnerstadt

Speyer- Mit ihrem Konzertprogramm "Cantate Domino" im Koffer machte sich der Motettenchor unter der Leitung von Marie-Theres Brand auf die Reise über den Kanal in die englische Partnerstadt Spalding.

Die Gastgeber warteten geduldig auf den verspäteten Chor, Sturm auf der Nordsee und ausgiebige Grenzkontrollen nach England verzögerten die Ankunft.

Das Konzert am späten Abend in der St. Mary and St. Nicolas Church in Spalding wurde unterstützt von David Bishop (London) an der Orgel und David Jones (Spalding) im Bass, der sich nicht nur als Sänger sondern auch als Reiseorganisator auf englischer Seite bestens bewährte.

" Sacred music for a summer evening" ( besser: a rainy day) mit Werken u.a. von Bach, Händel, Schütz, Telemann bis Mozart begeisterten die zahlreichen Zuhörer. Danai Amann sang ein wunderbares Mozart-Solo. Begleitet wurde der Chor von jungen Speyerer Instrumentalisten. Was ist besser für die Freundschaft zwischen zwei Ländern als gemeinsames Musizieren?

Als nächste Station der Konzertreise stand Boston auf dem Programm  - die Stadt, von der die Mayflower einst nach Amerika startete. Die größte Pfarrkirche Englands, 1309 in gotischem Baustil errichtet, ist bekannt für ihre fantastische Akustik. So wurde das vom Publikum gefeierte Konzert auch zu einem Highlight für den Chor.  

Seinen Abschluss fand der Konzertreigen der Speyerer in der mittelalterlichen Stadt Stamford. Die pitoresque Stadt dient in vielen Filmen immer wieder als historische Kulisse. In der Kirche " All Saints" stellten die beengten räumlichen Verhältnisse die Akteure vor eine Herausforderung, die Chorleiterin Brand sportlich nahm und Sänger wie Musiker als „Salz in der Suppe“ schmackhaft machte. Unwägbarkeiten wie diese bei Konzertreisen sei es nach China, Russland, Jamaika, Norwegen oder in die USA nimmt der Motettenchor für die wunderbaren Begegnungen mit Menschen gerne in Kauf. Wie jede Auslandsreise hat auch die Chorfahrt nach England einmal mehr bestätigt, dass Musik die Sprache ist, die alle verbindet!

Drei Tage London via Cambridge schlossen sich mit einem Individualprogramm an. Mit Leihrädern durch London zu fahren macht richtig Spaß, trotz Linksverkehr, und ist dazu ein kostengünstiges Verkehrsmittel.  

„Auf der Rückreise durch Calais, vorbei an 4-fachem Stacheldrahtzaun mit Flüchtlingen in plastikverstärkten Zelten, holte uns die Wirklichkeit zurück. Doch wie gut es tut, wenn man herzlich empfangen wird, haben wir gerade erfahren“, schließt Gabi Gruber-Gresch nachdenklich ihren Reisebericht.  Text: Stadt Speyer; Foto: Motettenchor, Brigitte Lutz

21.08.2015


Ein „anständiges, schützendes Dach über dem Kopf“

Erste Flüchtlinge ziehen in leerstehendes Speyerer Hotel „Tor zur Pfalz“ ein

cr. Speyer-  Wohl schon in den nächsten Tagen werden die ersten Flüchtlinge in das derzeit leerstehende Hotel „Tor zur Pfalz“ im Gebäude des ehemaligen Gesundheitsamtes auf der Maximilianstraße einziehen. Das teilten gestern Oberbürgermeister Hansjörg Eger und die Speyerer Sozialdezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs, im Rahmen eines „Vor-Ort-Termins“ in und um das Gebäude in der unmittelbaren Nachbarschaft der Polizeiinspektion Speyer mit, zu dem Eger neben den örtlichen Medien auch die Mitglieder des Speyerer Stadtrates eingeladen hatte, weil er ihnen damit einen Eindruck davon vermitteln wollte, dass es sich bei den ab sofort hier in 21 Zimmern zur Verfügung stehenden 42 Wohnheimplätzen mitnichten um „Luxus-Unterkünfte“ handele.

Zwar habe die Stadt noch einmal 100.000 Euro „in die Hand nehmen“ müssen, um alle Zimmer mit einem Kühlschrank auszustatten und im Dachgeschoss des Hauses eine Kochgelegenheit einzurichten, die allen Bewohnern zur Verfügung stehen soll – dennoch aber habe sich diese voll eingerichtete Immobilie, die das Land Rheinland-Pfalz als Eigentümer der Stadt für eine Übergangszeit von voraussichtlich einem Jahr mit Ausnahme der Verbrauchskosten für Strom, Heizung und Wasser mietfrei überlässt – als „ein echter Glücksfall für Speyer“ erwiesen, so der Oberbürgermeister.  

Mit dieser Lösung erfahre die derzeit doch höchst angespannte Wohnraumsituation für Flüchtlinge – Eger: „Aktuell haben wir gerade noch ein einziges freies Bett für Flüchtlinge in der Stadt, müssen aber in der Regel wöchentlich zweimal neue Asylbewerber bei uns aufnehmen“ - zumindest temporär eine leichte Entspannung, bis andere Unterkünfte z.B. in einem Bau in der Kurpfalzkaserne und eventuell im ehemaligen Schwesternhaus in der Engelsgasse – der OB kryptisch: „Hierzu sind wir in hoffnungsfroh stimmenden Gesprächen“ - in einen baulichen Zustand versetzt worden seien, der den Einzug weiterer Flüchtlinge erlaube. Auch die jetzt erfolgte Zusage eines privaten Speyerer Vermieters, der sein Anwesen in der Altstadt für diesen Zweck öffnen wolle, trage dazu bei, dass Flüchtlinge, die schon seit längerem in Speyer im „Flüchtlingshaus Im Erlich“ und in der eigentlich längst zum Abriß bestimmten, völlig maroden ehemaligen KiTa „St. Christophorus“ leben, angemessenen Wohnraum erhielten und ihre bisherigen Unterkünfte endlich in einen ordentlichen Zustand versetzt werden könnten. 

Ein bewährtes Konzept weiterführen. 

In jedem Fall aber trage die Immobilie „Tor zur Pfalz“ dazu bei, dass die Stadt ihr schon bisher bewährtes Konzept zur Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern auch weiterhin beibehalten könne, betonte der Oberbürgermeister. Das beginne schon damit, dass es in Speyer für jeden Asylsuchenden ein „anständiges, schützendes Dach über dem Kopf“ geben müsse. Die Unterbringung in Zeltstädten oder Turnhallen sei deshalb für die Stadt Speyer derzeit (noch?) keine Option. Auch an dem bewährten Grundsatz der „dezentralen Unterbringung“ von Flüchtlingen solle festgehalten werden. Im „Tor zur Pfalz“, so Eger, sollen deshalb unter Berücksichtigung ethnischer Besonderheiten ausschließlich Erwachsene untergebracht werden, weil durch die vom Innenhof des Anwesens aus oft mit oft hoher Geschwindigkeit zu ihren Einsätzen ausrückende Polizei für spielende Kinder eine nicht abschätzbare Gefahr ausgehen könne.  

Auch die Betreuung der dort einziehenden Flüchtlinge bleibe weiter in den bewährten Händen von „Flüchtlingsmutter“ Angelika Geist und ihrem „Netzwerk Flüchtlingshilfe Speyer“, zu denen die betroffenen Menschen inzwischen ein durchweg höchst vertrauensvolles Verhältnis aufgebaut hätten. 

Bei einem Rundgang durch das bisherige Hotel konnten sich die Besucher - unter ihnen auch die flüchtlingspolitische Sprecherin der „Grünen“ im rheinland-pfälzischen Landtag und Mitglied des Speyerer Stadtrates, Anne Spiegel MdL, der Leiter der Polizeiinspektion Speyer, Polizeioberrat Uwe Giertzsch sowie Rats- und Ausschussmitglieder von CDU, SPD und Linken – einen Eindruck davon verschaffen, dass sich das ehemalige Hotel nach kleinen Renovierungsarbeiten sauber und zweckmäßig eingerichtet präsentiert.

„Ich freue mich sehr, dass die Flüchtlinge damit mitten ins Zentrum unserer Stadt einziehen und sie damit - so, wie wir es uns wünschen – zu uns gehören“, bekannte Eger, der für die Stadt erklärte, dass Speyer auch weiterhin bereit sei, Flüchtlinge in seinen Mauern aufzunehmen – nicht allein, weil sie dazu verpflichtet sei, sondern weil sie dies bei allen damit verbundenen Problemen und Schwierigkeiten als ein Gebot der Mitmenschlichkeit verstehe. „Ich bin mir sicher, das kein Mitglied unseres Stadtrates dies anders bewerten wird und das auch all die Bürgerinnen und Bürger, die dieser für uns alle überraschenden Entwicklung noch skeptisch gegenüberstehen, sich von der Realität eines Besseren belehren lassen“, so Eger hoffnungsfroh.  

Übrigens sucht die Stadt Speyer auch weiterhin freien Wohnraum für Flüchtlinge, der per e-mail unter michael.spiess@stadt-speyer.de oder telefonisch unter 06232-14-2831 gemeldet werden kann. Foto: gc

Lesen Sie hierzu auch einen EINWURF von Gerhard Cantzler

13.08.2015


Einwurf

Geschichte wiederholt sich scheint's - immer wieder – auch Speyerer stammen zu großem Teil von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen ab

Von Gerhard Cantzler

Sicher - für die Stadt Speyer und ihre Verwaltung ist es durchaus eine große Heraus-, wenn auch wohl längst noch keine Überforderung, wenn sie aktuell in ihren Mauern 317 Flüchtlinge unterbringen und betreuen muss. Und selbst wenn diese Zahl in den kommenden Monaten auch noch weiter ansteigen dürfte, so ist sie doch wohl kaum vergleichbar mit der Integrationsleistung, die auch Speyerer nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg vollbracht haben. Da reden wir von einer um ein Vielfaches größere Zahl von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen, die unter zunächst gleichfalls nicht unbeträchtlichem Widerstand „ein Dach über den Kopf“ bekommen und ins Berufs- und Arbeitsleben integriert werden mussten.

Und was wäre wohl aus unserer Bundesrepublik Deutschland geworden ohne diese Menschen, die zumeist aus den sogenannten „Ostgebieten“ und aus Südosteuropa in die Bundesrepublik Deutschland, in die Pfalz und auch nach Speyer kamen? Wäre der Stolz der Deutschen, unser so viel gepriesenes „Wirtschaftswunder“, ohne die Schlesier, Ostpreußen, Donaudeutschen, Egerländer, Banater und all die anderen Volksgruppen überhaupt denkbar gewesen?

Heute sind sie, ihre Kinder, Enkel und Urenkel längst „waschechte Speyerer“, denen allenfalls noch am Familiennamen anzumerken ist, dass sie ursprünglich aus einer anderen Gegend Europas stammen. Und ähnlich verhält es sich inzwischen auch bei den zahlreichen Russland-Deutschen, die nach dem Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen sind und sich mit ihren vielfältigen Fähigkeiten und Kenntnissen, vor allem aber mit ihrem unbändigen Fleiß rasch in unsere „aufnehmende Gesellschaft“ integriert haben.

Warum also sollte sich dies bei Syrern, Irakern, Afghanen und Menschen aus Afrika und anderen aktuell unter Kriegshandlungen leidenden Weltregionen anders verhalten? Auch sie werden nach dem Verlust der angestammten Heimat, nach oft traumatischen Erlebnissen durch Krieg und Flucht sowie den üblichen Anfangsschwierigkeiten mit Sprache und Kultur ihren Platz in unserer Gesellschaft finden, die durch sie nur in erfreulicher Weise „bunter“ und vielfältiger wird.

Niemand verlässt Heimat, Familie und Freunde aus freien Stücken – das haben vor nicht einmal 70 Jahren die deutschen Heimatvertriebenen nach dem Krieg ebenso schmerzlich am eigenen Leibe erfahren müssen wie heute die Flüchtlinge aus Asien und aus Afrika. Der einzige Unterschied: Blieb das Schicksal der Heimatvertriebenen damals überwiegend in der Anonymität der Nachkriegswirren verborgen, so können wir das unsägliche Leid der Bevölkerung in den Kriegsgebieten heute „live“ an unseren Bildschirmen verfolgen.

Doch gerade als dergestalt „direkte Augenzeugen“ dürfen wir heute unsere Augen nicht vor dem Unglück so vieler verschließen, sondern müssen Hände und Herzen öffnen für jene, die aktuell das erleiden und erlitten haben, was wir - nach dem Motto „die Zeit heilt alle Wunden“ - wohl selbst, so scheint's, schon längst vergessen und verdrängt haben. Doch die aktuelle geopolitische Lage lehrt uns einmal mehr: Geschichte wiederholt sich und holt uns immer wieder ein – immer und immer wieder aufs Neue.

Und deshalb sind auch die Flüchtlingspolitik unserer Stadt Speyer und das Verhalten so vieler ihrer Bürgerinnen und Bürger in dieser Situation so richtig und verdienen jedwede Unterstützung. Und der Autor dieses Einwurfs bekennt an dieser Stelle; „Darum bin ich stolz darauf, Speyerer zu sein!..... Sie auch?“

Als „böse S..erei“ gebrandmarkt

Illegales Hundeklo in der Wormser Straße erregt zu Recht Unmut der Anwohner

cr. Speyer- „Die S..erei missden Se sich emol ogucke“, meldete sich dieser Tage eine aufgebrachte Speyerer Anwohnerin der Wormser Straße bei der Redaktion des SPEYER-KURIER. Und für unseren Redakteur war dieser empörte Anruf Grund genug, die Ursache der Beschwerde in Augenschein zu nehmen. Und was er da zu sehen bekam, spottet in der Tat jeder Beschreibung: Vermeintliche „Hundeliebhaber“ - mutmaßlich aus dem Stadtteil - haben sich nämlich offensichtlich ausgerechnet das kleine, mit nur einem einzigen, „struppigen“ Ligusterstrauch bepflanzte, zugegebenermaßen recht „verkommene Miniaturzierbeet“ am Fuße eines Baumes an der Ecke Wormser/ Rützhaubstraße als ganz „privates Hundeklo“ auserkoren, um dort, wenn man den Zustand der Fäkalien näher in Augenschein nimmt, wohl schon seit Monaten ihre Vierbeiner ihr notwendiges, aber unappetitliches „Geschäft“ erledigen zu lassen. Doch statt dann – wie vorgeschrieben - die Überreste der „tierischen Erleichterungen“ ordnungsgemäß zu entsorgen, indem sie die unangenehm „duftenden“ Zeugnisse der regelmäßigen Besuche ihrer Vierbeiner einpacken und sie zuhause in dem dafür vorgesehenen Müllbehältnis zu entsorgen, lassen sie die „Stinkbomben“ einfach liegen..... „Pfui Teufel“, kann man da nur sagen.

Auch wenn sich wohl in unmittelbarer Nachbarschaft des „Tatortes“ keine der Ausgabeboxen für die „städtischen Plastiktütchen“ befindet, in denen die „Hundehaufen“ eigentlich „abtransportiert“ werden sollten, kann dieser Umstand doch wohl kaum als Entschuldigung für das Fehlverhalten gelten und die hier gewählte Lösung als eine zu rechtfertigende Alternative für die Entsorgung von Hundekot anerkannt werden.

Und schließlich noch ein weiteres: Auch seitens der „Stadtreinigung“ scheint schon seit längerem kein Mitarbeiter mehr seinen Fuß in diesen Kreuzungsbereich gesetzt zu haben – dann nämlich hätte ihm die Anhäufung stinkender Hundehaufen längst ins Auge fallen und ihr Gestank in die Nase stechen müssen.....Foto: gc

11.08.2015


THW Speyer führte erfolgreiche Jahresübung in Dudenhofen durch

Rettung aus dem Regenauffangbecken mittels Leiterhebel.Speyer- Insgesamt 9 Verletzte mussten bei der Übung des Technischen Hilfswerks (THW) Speyer am Samstag dem 8. August gefunden und gerettet werden. In Becken und Schächten des Regenüberlaufbeckens in Dudenhofen lagen die Verletzendarsteller. Die Herausforderung war die patientengerechte Rettung aus großen Tiefen und teilweise beengten Platzverhältnissen. Die schwierigste Rettung war wohl die einer Übungspuppe aus einem engen Regenwasserkanal, besonders weil die Retter dabei schweren Atemschutz trugen.

Die rund 20 THW Helfer übten gemeinsam mit 6 Helfern der Schnelleinsatzgruppe Sanität (SEG SAN) fast 7 Stunden lang die verschiedensten Methoden um die Betroffenen in Sicherheit zu bringen. Nach der Rettung durch das THW übernahm die SEG SAN die medizinische Versorgung und den Abtransport der Verletzten.

THW und SEG San transportieren gemeinsam einen Verletzten ab.Zugführer und Übungsleiter Andreas Garrecht zeigte sich sehr zufrieden mit dem Übungsergebnis: „Alle Verletzten konnten schnell und professionell aus ihrer Lage befreit werden. Besonders gut war bei der Übung, dass für fast jede Rettung eine andere Methode ausprobiert wurde. Im Ernstfall würde man natürlich nicht jeden Betroffenen auf eine andere Art retten, sondern einmal aufgebaute Hilfskonstruktionen mehrfach benutzen. Für den Übungseffekt war es aber sehr gut die Vor- und Nachteile verschiedener Methoden direkt zu vergleichen.“

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Übung war die Zusammenarbeit zwischen der SEG SAN und dem THW. Das Wissen der Sanitätshelfer und das Wissen der THW Helfer ergänzten sich dabei sehr gut.

Engagierte Menschen die Helfen möchten werden stets sowohl vom THW als auch den Rettungsorganisationen gesucht. Informieren sie sich auf den Webseiten der Organisationen, wenn auch Sie ein gut ausgebildeter Retter in der Not werden wollen. Text und Foto: THW Speyer

10.08.2015


Trotz absoluten Rekordhitzegraden: Speyerer und ihre Gäste stehen treu zu „ihrer Kaisertafel“

Gastronomen trotz geringerer Umsatzerwartungen zufrieden, blicken aber wegen zunehmender Reglementierungen sorgenvoll in die Zukunft

cr. Speyer- Nur noch wenige Stunden bis zur „last order“ am heutigen Sonntag abend um 21.00 Uhr - dann ist auch die „Speyerer Jubiläums-Kaisertafel 2015“  schon wieder Geschichte. Als die Sprecher der Organisatoren und der beteiligten Gastronomen, Renzo Bertolini, Peter Stepp und Roland Lösch heute früh mit Speyerer Journalisten zu dem schon traditionellen „Frühresumee“ zusammentrafen, da war mit Blick auf das Thermometer ein hörbarer Seufzer der Erleichterung zu vernehmen: Keine „Rekordhitze“ mehr wie am Freitag abend mit 40,2° Celsius oder am gestrigen Samstag, als die Temperaturen noch immer kaum die 38°-Marke unterschritten; „nur“ 24,5° warm war es, als die Speyerer und ihre Gäste aus dem In- und Ausland heute früh schon wieder auf die Maximilianstraße strömten und nach dem Kirchgang auf die Öffnung der Schenken und Stände warteten.

Natürlich habe die übergroße Hitze in diesem Jahr der Besucherfrequenz geschadet, waren sich die Wirtesprecher einig. „Denn was uns den Tag über an Umsatz fehlt, weil die Menschen lieber zuhause in ihren kühlen oder doch zumindest kühleren Häusern oder Wohnungen bleiben, das kann am Abend auch ein noch so überwältigender Andrang nicht mehr ausgleichen“, stellte Peter Stepp fest.

Und in den Abendstunden des Freitag und des Samstag herrschte an den Verkaufsstellen der „Kaisertafel“ schon ein „gewaltiger Andrang“, der sich – soweit die Anbieter nicht wie Roland Lösch oder Anton Morgenstern mit 15 bis 20 MitarbeiterInnen hinter den Tresen standen - in oft schier endlosen Warteschlangen Ausdruck verlieh. Doch die Gäste standen und stehen gerne an bei der „Speyerer Kaisertafel“, wissen sie doch um die hohe Qualität der Speisen und Getränke, die ihnen zwischen Dom und Altpörtel angeboten werden.

Und so war diese „kulinarische Schlemmermeile 2015“ - zumindest bis in den späteren, gestrigen Nachmittag hinein – für die Besucher eine durchaus eher „einseitige“ Angelegenheit; denn angesichts der auch für sonnenverwöhnte Pfälzer durchaus ungewohnt großen Hitze in den vergangen zwei Tagen drängten sich die Gäste nämlich in aller Regel dicht an dicht auf den im Schatten der Häuser entlang der Maximilianstraße aufgebauten Biertischbänken, während auf der anderen Straßenseite die Sitzplätze in der prallen Sonne, selbst im Schatten der zahlreichen Sonnenschirme, zumeist leer blieben.

Und so war es kein Wunder, dass die Verantwortlichen der „Kaisertafel“ heute früh mit einem lachenden und einem weinenden, zumindest aber mit einem besorgten Auge hinauf zu der dünnen Wolkendecke am Himmel über der Maximilianstraße blickten: Mit einem lachenden, weil die Wolken die übergroße Hitze abhalten - mit einem „besorgten“, weil eine ähnliche Wolkenbildung im vergangenen Jahr der Vorbote einer Gewitterfront war, die dann ab 19.00 Uhr die „Kaisertafel 2014“ in einem heftigen Gewitterregen versinken ließ. „Für manch einen Kollegen war dies damals sicher ein wahrer Segen, waren sie doch um diese Zeit bereits restlos ausverkauft“, erläuterte heute Peter Stepp lachend und fügte ironisch hinzu: „Und ihr Geschirr wurde obendrein kostenlos abgewaschen“.

Für heute allerdings, so waren sich die Wirtesprecher einig, wünsche man sich einen solchen Abschluß der „Jubiläums-Kaisertafel“ aber nicht.,,, Lassen wir überraschen...“

Ansonsten herrschte heute bei den Festwirten trotz der – wetterbedingt – gedämpften Umsatzerwartungen Freude und Optimismus über den bisherigen Verlauf des Festes. „Wir sehen, dass unser Konzept auch nach 25 Jahren nichts von seinem Reiz und seiner Anziehungskraft auf die Gäste eingebüßt hat“, zeigte sich Renzo Bertolini zufrieden und auch Roland Lösch verweist auf die wachsende Zahl von Besuchern, die in immer größerer Zahl auch aus der weiteren Umgebung und sogar aus dem Ausland eigens zur „Kaisertafel“ in die Domstadt reisen würden so wie eine Gruppe Australier, die sich bei ihm beklagt hatte, dass sie auf der „Kaisertafel“ an keinem Stand ein Gericht gefunden hätten, das für sie für „German Gemütlichkeit“ steht: Sauerkraut und Würste“. Da wird man doch etwas machen können, liebe Veranstalter, wenn auch schon „Gyros“ auf der Speyerer Spezialitätenmeile Einzug gehalten hat?

Doch zurück zum „Ernst“ des Gastronomenlebens: Zunehmend Kummer bereitet ihnen nämlich, wie sie heute bekundeten, der wachsende Wust an Bestimmungen und Regelungen, die von den Wirten umgesetzt werden müssten und die sie Zeit und Geld kosten würden. So hätten zuletzt erst alle Zapfstellen für Frischwasser entlang der Festmeile aufgrund einer neuen Verordnung mit neuen Auslaßventilen ausgerüstet werden müssen, was allein die Mitarbeiter der Stadtwerke zwei Tage voll in Beschlag genommen habe. Und um die „Kaisertafel“ flächendeckend mit „Tafelmusik“ der unterschiedlichsten Art beschallen zu dürfen, müssten die Gastronomen pro 500 qm Bewirtschaftungsfläche 80 Euro pro Tag an die GEMA zahlen: über die drei Tage addiere sich dies allein auf rund 4.500 Euro – Geld, das aus den Umlagen aller Teilnehmer erwirtschaftet werden müsse. Auch die immer mehr um sich greifenden Vorschriften bezüglich der Auszeichnung der an den Ständen verwendeten Lebensmittel binde immer mehr „Menpower“ und setze fast schon den Einsatz eines Lebensmittel-Chemikers voraus. „Und diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen“, klagt Peter Stepp in Erwartung der noch ausstehenden Gebührenrechnungen, mit denen die Veranstalter in den kommenden Tagen und Wochen noch rechnen müssten. „Wir freuen uns, wenn Stadt und Land darauf achten, dass alle gesundheitsrelevanten und Hygiene-Vorschriften eingehalten werden und man uns am Ende immer wieder bescheinigt, durch die Bank „saubere“ Arbeit zu leisten und gesundes Essen an unsere Gäste auszugeben. Was uns aber unnötig Arbeit macht, sind die umfangreichen Dokumentationen, die für uns damit verbunden sind."

Die Mitwirkenden an der „Kaisertafel“ freuten sich aber auch, wenn öffentliche Institutionen auf diese Veranstaltung stolz seien und dies auch in aller Öffentlichkeit bekundeten, betonte Stepp weiter, „Doch mit etwas mehr aktiver Unterstützung wäre uns jenseits der großen Hilfsbereitschaft der einzelnen städtischen Mitarbeiter sicher noch mehr gedient“.

Wenn sich die gegenwärtigen Tendenzen einer immer stärkeren Reglementierung solcher Veranstaltungen weiter fortsetzten, dann drohe auch Straßenfesten wie dem „Altstadtfest“ oder der „Kaisertafel“ mittel- oder langfristig das Aus.

Doch über solch unerfreuliche Aussichten wollte man sich an diesem schönen Festtag nicht weiter den Kopf zerbrechen, sondern die Beschäftigung damit lieber auf andere, künftige Gelegenheiten vertagen – heute wollte man lieber noch einmal feiern, feiern, feiern....  Foto: gc

09.08.2015


Mauern, Türme, Tore. Die spätmittelalterliche Speyerer Stadtbefestigung

Präsentation des Katalogs v.l.: Walther Maier (Druckerei u. Verlag), Till Meßmer (Volksbank Kur- und Rheinpfalz), Oberbürgermeister Eger, Johannes Merz (Präsident des Lions-Club Speyer), Joachim Kemper). Präsentation des Katalogs v.l.: Walther Maier (Druckerei u. Verlag), Till Meßmer (Volksbank Kur- und Rheinpfalz), Oberbürgermeister Eger, Johannes Merz (Präsident des Lions-Club Speyer), Joachim Kemper).

Schriftenreihe der Abteilung Kulturelles Erbe der Stadt Speyer, Band 5, 2015

Speyer- Die neue Publikation ist zugleich reich bebilderter Katalog zur vor kurzem eröffneten gleichnamigen Dauerausstellung im Altpörtel. Sie ist im Altpörtel sowie im Stadtarchiv erhältlich, ebenso kann sie über den Buchhandel bzw. einschlägige Internet-Portale erworben und bestellt werden.

Zum Hintergrund: Zu den – weitgehend – verschwundenen Bauten, die das Bild der früheren Freien Reichsstadt Speyer geprägt haben, zählten auch die zahlreichen Türme, Tore und Mauern der Stadtbefestigung. Sie waren markante und weithin sichtbare Wahrzeichen der Wehrhaftigkeit und des bürgerlichen Selbstbewusstseins einer Stadt, die im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit direkt dem Kaiser als Reichsoberhaupt unterstand.

Das Speyerer Altpörtel, einer der höchsten und schönsten mittelalterlichen Tor­türme Deutschlands, beherbergt seit kurzem nicht nur eine neue Dauerausstellung zur Erinnerung an das Spey­erer Reichskammergericht (1527 bis 1689), sondern auch eine anschauliche Präsentation zur Speyerer Stadtbefes­tigung.

Beide Ausstellungen sowie die dazu publizierten Katalo­ge sind mit freundlicher Unterstützung des Lions-Clubs Speyer e.V. verwirklicht worden. Auch die Volksbank Kur-und Rheinpfalz hat den Druck des neuen Katalo­ges unterstützt.

Schriftenreihe der Abteilung Kulturelles Erbe der Stadt Speyer, Band 5, 2015

ISBN: 978-3-9817350-1-7.  

Preis: 7,95€.

Text: Dr. Joachim Kemper; Foto: Dr. Matthias Preißler

Homepage bzw. Online-Findmittel:

Homepage

Findbuch.net (Stadtarchiv Speyer)

Deutsche Digitale Bibliothek (Stadtarchiv Speyer)

07.08.2015


„Entwicklungsprogramm für junge Demokratie im Süden des Kaukasus“

OB Eger empfängt georgische Studierende der „Sommerschule 2015“ der DUV

cr. Speyer- Sie hat sich längst zu einer bewährten akademischen Tradition entwickelt – die seit dem Jahr 2009 in zweijährigem Turnus abgehaltene, gemeinsame „Sommerschule“ der„Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften DUV“ in Speyer mit der „Tbilisi State University TSU“ in Tiflis, der Hauptstadt der unabhängigen Republik Georgien am Fuße des Kaukasus. Seit dem letzten Wochenende weilen die 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen „Sommerschule“ in Speyer – gestern wurden sie im Rahmen ihres zweiwöchigen, dicht „getakteten“ Arbeits- und Forschungs-Aufenthalts im „Alten Trausaal“ des Historischen Rathauses der Stadt von Oberbürgermeister Hansjörg Eger begrüßt. Und obwohl die Mehrzahl der Kursteilnehmer mehr oder weniger der deutschen Sprache mächtig ist, galt doch auch gestern die Vorgabe, dass Verhandlungssprache dieses Kurses „Englisch“ ist – ein Umstand, der dem Oberbürgermeister, der selbst in Schottland Rechtswissenschaften studierte und dort auch seine aus Kanada stammende Ehefrau kennenlernte, durchaus zupass kam.

Denn mit erkennbarer Begeisterung hieß er – in akzentfreiem Englisch natürlich - die Gaststudenten „an der kleinsten deutschen Universität“ in der „kleinsten kreisfreien Stadt des Landes“ willkommen - ließ Glanzlichter der Speyerer Stadtgeschichte „aufblitzen“ wie den für die kommunale Selbstverwaltung bis heute bedeutsamen „Speyerer Freiheitsbrief“ aus dem Jahr 1111 oder die „Protestation“ auf dem Reichstag zu Speyer von 1529, auf dem sechs deutsche Fürsten und die Vertreter von 14 Reichsstädten gegen die Verhängung der Reichsacht über Martin Luther auftraten und so den bis heute weltweit synonymen Begriff für evangelische Christen - „Protestanten“ - prägten. „Dieses Ereignis hat dazu geführt, dass Speyer heute den Titel 'Europäische Luther-Stadt' tragen darf“, unterstrich der Oberbürgermeister nicht ohne Stolz – und das, obwohl Martin Luther Speyer als einzige der mit diesem Ehrentitel ausgezeichneten Städte wohl nie persönlich besucht hat. „Aber wir arbeiten daran und suchen noch immer in den alten Gästebüchern unserer Herbergen und Gasthäuser, ob der Reformator vielleicht nicht doch einmal 'incognito' in Speyer abgestiegen ist“.

Doch auch über weniger „stolze“ Daten in der Speyerer Stadtgeschichte wusste das Stadtoberhaupt zu berichten, so über die Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg im Jahr 1689, als Truppen des französischen „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. die komplette Kurpfalz brandschatzten und auch das mittelalterliche Gesicht der zuvor türmerreichen freien Reichsstadt Speyer grundlegend veränderten.

Für die Gäste der deutsch-georgischen „Sommerschule“, von denen einige bereits zum wiederholten Male in Speyer zu Gast sind, waren aber auch die kulturgeschichtlichen Herleitungen Egers zum Speyerer „Nationalgebäck“, der Brezel, höchst aufschlußreich, zumal er sie alle zum Abschluss seines Grusswortes zu dem schon traditionellen „Speyerer Gedeck“ - Brezeln und einem Getränk nach Wahl – Pfälzer Wein oder alkoholfrei – einlud.

Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern handelt es sich übrigens durch die Bank um junge Juristen und Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, die bereits in den Ministerien und Spitzenbehörden Georgiens, bei „NGOs“ - bei „Nicht-Regierungs-Organisationen“ ihrer Heimat also - tätig sind und so wohl zu der künftigen administrativen Elite ihres Landes zu zählen sein dürften. Das jedenfalls erwartet sich der Gründer dieses kooperativen, bi-nationalen Programms, der Speyerer Universitätsprofessor Dr. Karl-Peter Sommermann, der 2009 gemeinsam mit seinem georgischen Kollegen Prof. Dr. Giorgi Khubia, der erst in der zweiten Wochenhälfte in Speyer eintreffen wird, die beliebte „Sommerschule“ gegründet hat.

Bis dahin werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter der Führung der beiden organisatorischen Leiterinnen des Programms – Assessorin Claudia Hipp auf deutscher und Tamar Bereshvili auf georgischer Seite (hier im Bild gemeinsam mit Prof. Dr. Sommermann und OB Hansjörg Eger) - schon entscheidende Orte der parlamentarischen Willensbildung besuchen: So wird sie ein zweitägiger Kurztrip nach Berlin in den Deutschen Bundestag sowie eintägige Abstecher ins Europäische Parlament nach Straßburg und in den rheinland-pfälzischen Landtag nach Mainz führen, wo sie u.a. auch im Innenministerium zu Gast sein werden.

Die föderalen, politischen Strukturen in Deutschland und Europa kennen- und in ihrer Wirkung einschätzen zu lernen sowie Einblicke in die sozialen Gegebenheiten in Deutschland zu gewinnen, das seien von Anfang an die wesentlichen Ziele dieser „Sommerschule“ gewesen, so Prof. Dr. Sommermann gegenüber dem SPEYER-KURIER. Von daher habe dieses zwischenzeitlich auch auf europäischer Ebene zertifizierte Programm für die jungen Georgier, die es auf ihrem Weg in zukünftige Führungspositionen als ein viersemestriges Ergänzungsstudium berufsbegleitend absolvieren, durchaus auch etwas von einem „Entwicklungsprogramm“ für die noch junge Demokratie im Süden des Kaukasus. Foto: gc

06.08.2015


Ein Glücksfall für Speyer

Japanische Staatsagentur NEDO Partner von Stadtwerke und GEWO-Wohnen - „verbindliche Absichtserklärung“ für bessere Nutzung regenerativer Energien unterzeichnet

cr. spk. Speyer- Für die Stadt Speyer und ihre beiden „Töchter“, die „Stadtwerke Speyer SWS“ und die Städtische Wohnungsbaugesellschaft „Gewo Wohnen“, dürfte es sich als ein ausgesprochener Glücksfall erweisen, dass sie vor ein paar Jahren dank der Vermittlung der „Metropolregion Rhein-Neckar“ mit der „New Energy and Industrial Technology Development Organisation NEDO“ in Kontakt kamen, die als Staatskonzern des Kaiserreichs Japan derzeit rund um den Globus gemeinsm mit lokalen Partnern mit erheblichem Forschungsaufwand Lösungen zur Bewältigung der Energiewende sucht. Für das gemeinsam mit ihren Speyerer Partnern geplante Projekt hat jetzt NEDO-Geschäftsführer Dr. Hiroshi Kuniyoshi in Anwesenheit von Botschaftsrat Yotetsu Hayashi von der japanischen Botschaft in Berlin gemeinsam mit dem Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger und SWS -Geschäftsführer Wolfgang Bühring im Ältestenratszimmer des Historischen Rathauses eine „verbindliche Absichtserklärung“ unterzeichnet, die den Auftakt bilden soll für ein bis zum Ende des Geschäftsjahres 2016/17 am 31. März 2017 angesetztes Modell zur „lokalen Energie-Produktion für den lokalen Verbrauch“ - ein als „Smart Community Demonstration Project“ umschriebener Versuch, der - sofern er denn erfolgreich verläuft – als „Speyerer Modell“ künftig weltweit an vielen Orten umgesetzt werden könnte.

Nachdem derzeit bereits mehr als 20 Prozent des gesamten Strombedarfs der Bundesrepublik Deutschland aus erneuerbaren Energien gedeckt wird und die Bundesregierung es sich zum Ziel gesetzt hat, diesen Anteil bis zum Jahr 2020 auf 35 und bis zum Jahr 2050 gar auf 80 Prozent zu steigern, gleichzeitg aber die Einspeisevergütung in Deutschland immer niedriger ausfalle, könne die Netzparität der Photovoltaik zukünftig nur noch durch die Reduzierung der Kosten der Stromerzeugung durch den Einsatz von Photovoltaik erreicht werden. So SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring bei der feierlichen Unterzeichnungszeremonie, bei der er es als eine weitere Schwierigkeit bezeichnete, den Rückleistungsfluss aus der Stromerzeugung durch Photovoltaik so zu beherrschen, dass die Stromnetze ohne Schaden zu nehmen bis an die Kapazitätsgrenzen der Verteilleitungen genutzt werden könnten. Von daher sei es den Vertragspartnern ein dringendes Anliegen, in Speyer modellhaft ein System aufzubauen, das den Eigenverbrauch soweit möglich optimieren und die Notwendigkeit von Stromeinspeisungen in die Netze weitgehend verringern kann.

Auf dem Weg dahin sei deshalb bereits seit Dezember letzten Jahres eine Machbarkeitsstudie durchgeführt worden, die ein zur „lokalen Energieproduktion für den lokalen Verbrauch“ angelegtes Modell eines „Smart Community Demonstrationsprojekt“ zum Ziel hatte. Als Folge davon hätten sich die Kooperationspartner entschieden, zum offiziellen Start des Projektes eine Absichtserklärung zur weiteren, praktischen Zusammenarbeit im Rahmen des Projektes zu unterzeichnen.

Seine Entscheidung, das Demonstrationsprojekt gemeinsam mit der Stadt Speyer, den Stadtwerken Speyer und der GEWO Wohnen zu realisieren, habe NEDO aufgrund der Absicht des Landes Rheinland-Pfalz getroffen, bis zum Jahr 2030 zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umzusteigen. Das betonte NEDO-Geschäftsführer Dr. Hiroshi Kuniyoshi aus diesem Anlass. Doch auch die von den Gremien der Stadt Speyer beschlossenen, bekannten Massnahmen zum Erreichen der Klimaziele hätten diese Entscheidung von NEDO befördert. So wolle man auf die Herausforderungen durch die zunehmenden wirtschaftlichen Vorteile für die Stromkunden durch die Eigenstromproduktion mittels Photovoltaik reagieren und damit die Problematik der Qualitätsbeeinträchtigung der Netze durch den Rückleistungsfluss lösen.

Das von den japanischen Unternehmen NEDO, NTT, DOCOMO, NTT FACILITIES, Hitachi Chemical und Hitachi Information and Telecommunication Technologies in Zusammenarbeit mit den Speyerer SWS und der GEWO Wohnen umgesetzte Projekt wird im Zeitraum der Geschäftsjahre 2015 bis 2017 durchgeführt. Das Projekt ziele darauf ab, Technologien für den Aufbau eines "Eigenverbrauchsmodells“ einzuführen und zu testen, bei dem die in den örtlichen Wohnungsgemeinschaften in Gebäuden erzeugte erneuerbare Energie vor Ort direkt verbraucht wird.

Als Modellprojekte haben die Projektpartner Gebäude der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft „GEWO Wohnen“ im Rainer-Maria-Rilke-Weg in Speyer-West sowie im Ginsterweg im Wohngebiet Speyer-Nord ausgewählt. Wie GEWO-Geschäftsführer Alfred Böhmer erklärte, stehe sein Unternehmen über dieses gemeinsame Projekt im engen Dialog mit den Mietern der beiden Wohnanlagen. Die dabei notwendigen Investitionen, die der SWS-Geschäftschäftsführer seitens der Speyerer Partner auf rund 250.000 Euro beziffert, seien auch im Falle des „höchst unwahrscheinlichen Scheiterns des Projektes“ keineswegs verloren, so Bühring weiter. Denn die in dem Demonstrations-System aus Solarzellen, Batteriespeichern, Wärmespeichertechnologien mittels Pufferspeicher und ICT verbauten Technologien, die über ein sogenanntes „HEMS“ - ein „Home Energy Management System“ gesteuert werden, könnten auch unabhäbgig von diesem zukunftsweisenden neuartigen Einsatz genutzt werden.

In Speyer jedoch würden sie im Rahmen des weltweiten, gemeinsamen Projektes auf ihre Funktionalität in einem realen Lebensumfeld in Deutschland getestet werden. Damit solle der Weg geöffnet werden für ein „stabiles Eigenverbrauchs-Modell“, bei dem lokal erzeugte Solarenergie auch lokal verbraucht wird. Darüber hinaus soll es auch dazu beitragen, die Kontrolle des Rückleistungsflusses aus der Photovoltaik-Stromerzeugung, eine der wichtigsten Herausforderungen in Deutschland zu verbessern und so Effekte zur Verringerung der gesamten Wohnungsenergiekosten aufzuzeigen.

Den Mietern in den so zukunftsfähig ausgerüsteten beiden Wohngebäuden konnte GEWO-Geschäftsführer Böhmer zusichern, dass sein Unternehmen im Sinne seiner Mieter während der gesamten Projektlaufzeit „die Möglichkeit zum Ausstieg“ behalte.

NEDO, der größte auf diesem Feld operierende japanische Staatskonzern, der seinerseits mit immerhin 20 Millionen Euro den „Löwenanteil“ der notwendigen Investionen für dieses bilaterale Projekt erbringt und auch dadurch unter Beweis stellt, dass er an die damit verbundenen Entwicklungen und Zukunftschancen „glaubt“ - hat weltweit bereits an weiteren ausgewählten Standorten aktiv die Entwicklung neuer Energietechnologien wie Photovoltaik, Windkraft, Biomasse, Geothermie, thermische Verwertung und Brennstoffzellen in Angriff genommen und erforscht dabei vorrangig auch Wege zur Energieeinsparung. Dazu kommen die Überprüfung der technischen Ergebnisse der Projekte sowie die Umsetzung und Verbreitung solch neuer Technologien z. B. durch die praktische Unterstützung bei ihrer Einführung. Durch dieses Engagement will NEDO die stärkere Nutzung neuer Energien fördern, die zur Verbesserung der Energieeinsparungsmaßnahmen beitragen können. Dadurch will NEDO zugleich auch Wege zu einer stabilen Energieversorgung erschließen und so zur Lösung globaler Umweltprobleme beitragen. Damit will das Unternehmen Maßnahmen zur Energieeinsparung und Umwelttechnologien im Ausland umsetzen, die auf dem Wissen basieren, das bei inländischen Projekten gewonnen wird.

Mit dem Ziel der Verbesserung eingeführter Industrietechniken verfolgt NEDO zudem die Intensivierung der Erforschung und Entwicklung von fortschrittlichen Zukunftstechnologien. Dies erfolge - gestützt auf die beträchtlichen Management-Erfahrungen des vielseitig tätigen Unternehmens – durch Pilotprojekte zu Zukunftstechnologien sowie durch mittel- und langfristige Projekte, die die Grundlage weiterer industrieller Entwicklungen bilden sollen. NEDO unterstützt daneben auch Forschungsprojekte in ihrer praktischen Anwendung.

Nach ihrer Gründung im Jahr 1980 entwickelte sich die „New Energy and Industrial Technology Development Organization“ (NEDO) zu Japans größter öffentlicher Forschungs- und Entwicklungmanagement Organisation. In dieser Rolle übernimmt NEDO seitdem auch die Technologie-Entwicklung und Demonstration der Funktion neuer Technologien als zwei grundlegenden Aufgabenstellungen, um Energiethemen und globale Umweltfragen sowie die Verbesserung der Industrietechnik durch die Implementierung gemeinsamer Anstrengungen Industrie, Wissenschaft und Regierung zusammenzuführen.

NEDO leitet derzeit – so wie in Speyer - „Smart-Community Demonstrationsprojekte“ in den unterschiedlichen Regionen der Welt, so in Lyon /Frankreich, in Malaga/Spanien, Manchester/England, auf Hawaii in den USA sowie in Indonesien. Dort sollen durch die Bildung einer internationalen Kooperationsstruktur Beiträge zur Lösung von Umweltproblemen als den vorrangigen weltumspannenden Problemen gefunden werden. Foto: gc

03.08.2015


Stadt investiert 630.000 Euro in Schulgebäude

Reparatur- und Sanierungsarbeiten werden in den Sommerferien vorangetrieben

Speyer- Das laufende Schuljahr ist zu Ende und die Abteilung Gebäudewirtschaft der Stadtverwaltung wird die Ferienzeit wieder intensiv nutzen, in und an den Schulgebäuden Erneuerungs- und Reparaturarbeiten voranzutreiben. Nach Angaben von Oberbürgermeister Hansjörg Eger werden in den nächsten Wochen rund 630.000 Euro in die Sanierung der Speyerer Schulen investiert.

Die umfangreichsten Arbeiten stehen in der Integrierten Gesamtschule (IGS) Georg Friedrich Kolb an. Die Erneuerung aller naturwissenschaftlichen Fachräume schlägt mit 450.000 Euro zu Buche. Gegenwärtig laufen Abrissarbeiten, danach wird teilweise eine neue Raumaufteilung vorgenommen, bevor  Decken, Bodenbeläge, Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert und neue Versuchs- und Experimentiereinrichtungen eingebaut werden. Darüber hinaus gilt es Brandschutz- und sicherheitstechnische Anforderungen umzusetzen. Die Gesamtmaßnahme an der IGS erfolgt in zwei Bauabschnitten  und soll planmäßig bis Jahresende abgeschlossen sein.

Brandschutz ist auch in der Schule im Erlich ein Thema, wo für 45.000 Euro Brandschutztüren eingebaut werden, um im Notfall das Treppenhaus von den Fluren abzuschotten. Ferner werden die  Außentüren aus energetischen Gründen erneuert und mit Panikfunktion ausgestattet.

80.000 Euro investiert die Stadt als Schulträger des Doppelgymnasiums für die Sanierung der Außen-WC-Anlage der Sporthalle. Diese wird komplett entkernt, da eine neue  Raumaufteilung notwendig ist. Entsprechend dem Geschlechteranteil von Mädchen  und Jungen, wird der Mädchenbereich erweitert. Neben neuen Böden und Fliesen werden WC-Trennwände und sanitäre Einrichtungsgegenstände installiert.

Am Gymnasium am Kaiserdom fallen Sanierungsarbeiten der Außenjalousien für circa 25.000 Euro an. Die bestehenden, manuell betriebenen, Außenjalousien sind defekt. Die neue Anlage wird elektronisch gesteuert und über einen Windwächter überwacht, der bei starkem Wind die Anlagen einfährt. Die Sanierung erfolgt sukzessive, mit den 2015 zur Verfügung stehenden Mitteln wird der erste Bauabschnitt finanziert.

Die Pestalozzischüler erhalten für 20.000 Euro eine Pausenhofüberdachung. Der Wetterschutz besteht aus einer Stahlkonstruktion mit Trapezblechdeckung.

Auch in der Woogbachschule sind Handwerker im Einsatz. Sie erneuern eine defekte Fluchttür mit Panikfunktion und führen an weiteren Außentüren Reparaturarbeiten durch. “Für dieses Gewerk sind insgesamt 10.000 Euro im städtischen Haushalt eingeplant“, weiß Oberbürgermeister Hansjörg Eger, für den jede dieser Maßnahmen eine Investitionen in die Zukunft darstellt. „Schließlich tragen sie wesentlich dazu bei, die Schulgebäude am Bildungsstandort Speyer in Schuss zu halten“, verdeutlicht Eger abschließend. Pressestelle Stadt Speyer; Foto: spk

31.07.2015


„Wohnen am Fluss – Anlegen in Speyer“

Realisierung von 300 neuen Eigentumswohnungen auf dem früheren Erlus-Gelände vor dem Start

Von Gerhard Cantzler

Speyer- Jetzt geht es endlich richtig los: Nach durchaus mühevollen Vorbereitungen sollen ab Mitte August auf dem Areal der früheren „Erlus-Ziegelwerke“ am Rhein im Nordosten der Stadt die Bagger rollen. Das teilten jetzt die verantwortlichen Geschäftsführenden Gesellschafter des Investors, der „DIH Deutsche Wohnwerte GmbH & Co. KG“ Heidelberg, Diplom-Betriebswirt Thomas Dorant, sein Kollege Thomas Esslinger und die Projektbeauftragte Jasmin Kemmler im Beisein von Oberbürgermeister Hansjörg Eger und Stadtentwickler Bernd Reif im Rahmen eines Pressegesprächs im Ältestenratszimmer des Historischen Rathauses mit. Dann werden als erstes die umfangreichen Hochwasser-Schutzbauten entlang des Stromes errichtet, die künftig den alten Rheinhauptdeich an der Franz-Kirrmeier-Straße ersetzen und das neue Wohnquartier und dahinter die Speyerer Altstadt vor Überflutungen schützen sollen.

Im Frühjahr 2016 sollen dann direkt im Anschluss an die Historische Direktorenvilla aus der Frühzeit des 20. Jahrhunderts auf dem Gelände der alten Ziegelei die Hochbaumaßnahmen für den ersten von insgesamt fünf Bauabschnitten mit 57 Eigentumswohnungen von 30 bis 220 qm Wohnfläche in Angriff genommen werden, mit dessen Fertigstellung und Bezug durch die neuen Bewohner die Investoren spätestens bis Ende 2017 rechnen.

Zug um Zug sollen dann „im Jahrestakt“ die weiteren vier Bauabschnitte errichtet werden, sodass Thomas Dorant und sein Kollege Thomas Esslinger mit dem Abschluß der Gesamtmaßnahme mit insgesamt 300 Wohnungen planmäßig im Jahr 2021 rechnen. Ein weiteres wichtiges Datum soll davor allerdings bereits der 24. September 2015 sein: Dann nämlich startet die „DIH“ - zunächst noch von ihrem „Hauptquartier“ in Heidelberg aus – den Verkauf der Wohnungen des ersten Bauabschnitts, für die bei dem Pressegespräch Quadratmeterpreise im Mittel zwischen 3.500 bis 4.000 Euro genannt wurden – Steigerungen nach oben angesichts des ungebrochen großen Interesses am Wohnstandort Speyer ausdrücklich „nicht ausgeschlossen“.

Nach dem Abschluß der bereits auf vollen Touren laufenden Restaurierung der seinerzeit quasi als Referenzobjekt für die Leistungsfähigkeit der damals neu gegründeten „Speyerer Ziegelwerke“ im typischen Stil ihrer Entstehungszeit um das Jahr 1910 errichteten Backsteinvilla will die „DIH“ die Funktion des Info-Centers dann in dieses Gebäude nach Speyer verlegen – wohl auch, um Interessenten vor Ort schon einen ersten Vorgeschmack auf das „Wohnen zwischen Fluss und historischer Speyerer Altstadt“ zu gewähren. Später dann – nach Abschluss des Gesamtprojektes - könnten sich in der alten Villa Funktionen wie ein hochwertiges Restaurant, eine Wirtschafts- oder Anwaltskanzlei oder auch ein „Kunst- und Kulturbüro“ wiederfinden. Hier seien die Überlegungen noch nicht endgültig abgeschlossen, so Thomas Dorant, der allerdings bereits eine „Idee“ von den Kosten für die hochwertige Wiederherstellung dieses denkmalgeschützten Gebäudes hat: Auf gut zwei Millionen Euro veranschlagen er und sein Unternehmen die hierfür wohl anfallenden Kosten.

Hochwertig sollen dann auch die Konzeption und Ausführung der Wohnungen in den fünf Bauabschnitten ausfallen, die im Zuge eines eigens ausgelobten Wettbewerbs von fünf unterschiedlichen, international renommierten Architekturbüros geplant und entwickelt wurden. Und um die so entstehenden unterschiedlichen Baukörper zu einem „großen Ganzen“ zusammenzubinden, sei obendrein ein gleichfalls renommiertes Büro für Landschaftsarchitektur mit der Überplanung der rund 20.000 qm unversiegelten Flächen beauftragt worden, auf denen Plätze, Straßen und öffentlich zugängliche Grünflächen entstehen werden. „Und da auch noch die Dächer begrünt werden, wird sich die gesamte Anlage am Ende als durchgängig 'sehr grün' präsentieren“, wusste auch der Speyerer Stadtentwickler Bernd Reif zu berichten, der im weiteren auch noch daran erinnerte, dass auf der Seite zum Rhein hin die frei zugänglichen Flächen entgegen den ursprünglichen Planungen noch deutlich verbreitert wurden. Um hier für die Investoren einen Ausgleich der nutzbaren Flächen zu erzielen, hätten Rat und Verwaltung einer zusätzlichen inneren Verdichtung der Bebauung zugestimmt.

Wie die beiden geschäftsführenden Gesellschafter weiter mitteilten, werde die gesamte Maßnahme Zug um Zug von einem Generalunternehmer realisiert und schlüsselfertig an die „DIH“ übergeben, die dann wiederum als Vertragspartner der Käufer fungiere. Mit dem Generalunternehmer selbst würden die Verhandlungen über die Bauausführung direkt nach der Sommerpause anlaufen, wobei „DIH“ besonderen Wert darauf lege, dass überwiegend Handwerksbetriebe aus der Region zum Zuge kommen, was allerdings angesichts der derzeitigen „Überhitzung“ bei den Bauhaupt- und Nebengewerken durchaus nicht in jedem Fall zu verwirklichen sein dürfte.

Das Interesse an diesem „ganz besonderen Standort am Strom“ sei weiterhin ungebrochen, wusste Thomas Dorant abschließend zu berichten. So habe sein Unternehmen allein aus einer ersten Bekanntmachung des Projektes auf Anhieb rund 400 „ernsthafte Kaufinteressenten“ gewinnen können. Diese Tendenz habe sich auch bei einer kürzlich abgehaltenen Tagung von Immobilienexperten in Mannheim bestätigt, bei der dem Standort Speyer generell, so exklusiven Lagen wie der am Strom im Besonderen, durchweg ein extrem hohes Potenzial für neue Wohnprojekte zugemessen worden sei.

Als Hauptzielgruppen für die angebotenen Wohnungen seien auch bei dieser Gelegenheit insbesondere junge Familien benannt worden, bei denen ein oder beide Elternteile bei einem der großen Arbeitgeber in der Region beschäftigt seien – dann aber auch ältere Menschen, die in ihrer „dritten Lebensphase“ das einst errichtete Haus als zu groß empfinden würden und sich deshalb auf eine Geschoßwohnung „verkleinern“ wollten.

„Von daher ist uns auch vor diesem Projekt, in das wir allein für den Grundstückserwerb und die Abräumarbeiten bis heute bereits rund 12 Millionen Euro investiert haben, keinesfalls bange“, zeigten sich die beiden „DIH“-Verantwortlichen zuversichtlich, die die Gesamtaufwendungen für die Errichtung der insgesamt 300 Wohneinheiten – alle übrigens barrierefrei und deshalb behindertengerecht - auf eine dreistellige Millionensumme veranschlagen. In der „Volksbank Kur- und Rheinpfalz“ habe die „DIH“ zudem einen Finanzierungspartner an der Seite, der fest in der Region verankert sei und über große Erfahrung bei der Umsetzung so großer Projekte verfüge.

Auch Oberbürgermeister Hansjörg Eger zeigte sich schließlich höchst zufrieden darüber, dass das „Mammutprojekt am Rhein“ jetzt in seine Realisierungsphase eingetreten sei. „Dies war durchaus ein Projekt von ungewöhnlicher Komplexität, das für die Stadt – u.a. auch wegen seiner Auswirkungen auf den Hochwasserschutz – eine ganz besondere Bedeutung hat“, stellte er fest und gab den Bauleuten sicher zurecht alle guten Wünsche mit auf einen Weg, auf dem sich zuletzt noch ein - zugegeben nur formaler - letzter Stein in den Weg gestellt hatte: Die vorgeschriebene Veröffentlichung des rechtsgültigen Bebauungsplanes für das Grundstück im Amtsblatt fehlte bisher noch, wird aber in der kommenden Woche nachgeholt. Und dann wird ja wohl am Ende doch noch alles gut....Foto: gc/ DIH

28.07.2015


Kernfunktionen der Stadtverwaltung neu strukturiert

Silvia Gonsior übernimmt Wirtschaftsförderung und Dr. Matthias Nowack baut neue Abteilung „Kommunikation, Marketing und Kultur“ auf.

cr. Speyer- „Indiskrete Spatzen“ pfiffen es bereits seit Tagen von den Dächern der Stadt: Silvia Gonsior, seit nun fast schon wieder vier Jahren Persönliche Referentin des Oberbürgermeisters, wird ab dem 1. September diesen Jahres die derzeit vakante Stelle der „Wirtschaftsförderin“ der Stadt Speyer innerhalb des Fachbereichs „Stadtentwicklung“ übernehmen. Das teilte Oberbürgermeister Hansjörg Eger jetzt im Beisein des zuständigen Fachbereichsleiters Bernd Reif im Rahmen eines kurzfristig angesetzten Pressegesprächs mit. Wie Eger erläuterte, sei dem zuvor eine Stellenausschreibung nach dem üblichen Muster vorausgegangen, aufgrund derer insgesamt 25 Bewerbungen eingegangen seien. Von diesen habe die mit der Auswahl befasste Kommission aber schließlich nur eine Aspirantin - eine aus Augsburg kommende Berufsanfängerin - als mit dem vorgesehenen Profil für eine Einstellung kompatibel ausgemacht und dieser dann auch eine Zusage erteilt. Nachdem sie dann aber eine andere, für sie 'heimatnähere' Stelle gefunden und daraufhin in Speyer abgesagt habe, ihm selbst aber dennoch an einer raschen Nachfolgelösung für den in den Bereich „Projektmanagement“, zur „sozialen Stadt Speyer-West“ gewechselten Dominik Hahn gelegen gewesen sei, habe man sich entschlossen, das Verfahren noch einmal zu eröffnen und nach einer anderen, kurzfristig realisierbaren Lösung Ausschau zu halten.

Dabei sei dann auch die Diplom-Verwaltungswirtin Silvia Gonsior (53) ins Gespräch gekommen, die sich als seine Persönliche Referentin bereits beim Aufbau des städtischen Beschwerdemanagments bewährt habe und ihn „als den obersten Wirtschaftsförderer der Stadt“ schon bisher in vielen Fragen der Wirtschaftsförderung wirkungsvoll unterstützt habe. Von ihr verspreche er sich, diesen wichtigen Bereich der Stadtentwicklung – auch mit Blick auf die bevorstehende Konversion der bisherigen militärischen Areale - künftig eher „projektbezogen“ umsetzen, eine „pro-aktive Bestandspflege“ betreiben und alle Aktivitäten auch mit seiner eigenen Funktion als Oberbürgermeister besser vernetzen zu können. Dabei aber werde die Wirtschaftsförderung der Stadt, wie schon bei Gonsiors Vorgänger Dominik Hahn, nicht als Stabsstelle beim Büro des Oberbürgermeisters geführt, sondern auch weiterhin im Fachbereich „Stadtentwicklung“ der Stadtverwaltung und in der Verantwortung des Fachbereichsleiters Bernd Reif verbleiben.

Noch über eine weitere, wichtige Personalie konnte der Oberbürgermeister bei dieser Gelegenheit informieren: Dr. Matthias Nowack (57), an der kanadischen Universität in Toronto promovierter Germanist, der schon seit 25 Jahren zunächst als „Persönlicher“ von OB Dr. Christian Roßkopf in Diensten der Stadt Speyer steht und bereits unter der Ägide von Egers Vorgänger Werner Schineller zum Pressesprecher der Stadt Speyer ernannt wurde, soll nach dem Wechsel des bisherigen Fachbereichsleiters Bruno Cloer in den Ruhestand und dem Beschluss des Stadtvorstandes, dessen Stelle aus Kostenersparnisgründen nicht mehr neu zu besetzen, zukünftig eine neue Abteilung für „Kommunikation, Marketing und Kultur unter Einbeziehung der „Tourist-Information“ und des Bereichs „Kulturelles Erbe“ aufbauen. Zu seinem künftigem Mitarbeiterstab wird dann auch wieder Melanie Förster gehören, deren Aufgaben als Koordinatorin der Kontakte mit den Speyerer Partnerstädten Dr. Nowack in der Zeit ihrer Abwesenheit durch Schwangerschaft und Erziehungszeit kommissarisch wahrgenommen hatte. Da sie jedoch aufgrund ihrer Lebensplanung die mit häufig unregelmäßigen Dienstzeiten und Abwesenheiten von ihrer Heimatstadt verbundenen Tätigkeiten so nicht mehr weiter ausüben kann, wird sie andere Aufgaben in der neuen Abteilung übernehmen – ihre Stelle selbst wird ebenso neu ausgeschrieben wie die der Persönlichen Referentin/ des Persönlichen Referenten, die mit dem Wechsel von Silvia Gonsior in die „Wirtschaftsförderung“ gleichfalls frei wird.

Einschneidende Veränderungen also im Aufbau von Kernbereichen der Speyerer Stadtverwaltung, die sich aber gerade mit Blick auf das vom Oberbürgermeister präsentierte Marketingkonzept, das im Stadtrat noch verabschiedet werden muss, aber geradezu zwingend aufgedrängt haben. Und: Keine neuen Stellen also bei der „Stadt“ – alles vielmehr kostenneutral und am Ende vielleicht sogar „kostengünstiger umgebaut“. Foto: gc

26.07.2015


Gemeinsam Kosten sparen und Energiewende „befeuern“

„Verein Speyerer Handwerkstradition“ unterzeichnet Rahmenvereinbarungen zum gemeinsamen Bezug von Strom und Gas

cr. Speyer- Mit dem Abschluß von zwei Rahmenverträgen über den privilegierten Bezug von Gas und Strom für die Speyerer Handwerkerschaft zwischen dem „Verein Speyerer Handwerkstradition e.V.“ und den Stadtwerken Speyer kehren die beiden Vertragspartner jetzt quasi an die Wurzeln der Gründung des kommunalen Energieversorgers zurück. Denn die Gründung der drei zunächst eigenständigen Teilbereiche der Stadtwerke im 19. Jahrhundert geht nämlich auf eine gemeinsame Initiative der Stadt Speyer und den in ihr beheimateten Handwerkern zurück, die damals die Städtischen Betriebe zur Versorgung der Menschen in der Stadt mit Gas und Elektrizität, aber auch mit Wasser aus der Taufe hoben.

Mit dieser Rahmenvereinbarung, die jetzt vom 1. Vorsitzenden und Zunftmeister der „Speyerer Handwerkstradition“, Thomas Kleinböhl, und seiner Stellvertreterin, der Stadtbeauftragten des Speyerer Handwerks, Angelika Wöhlert auf der einen und von Wolfgang Bühring als Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer SWS im Beisein des SWS-Bereichsleiters Vertrieb und Handel, Peter Gaa und dessen Kundenmanagerin Annette Löser-Schultz auf der anderen Seite unterzeichnet wurde, reiht sich die „Handwerkstradition“ in eine inzwischen ansehnliche Liste von Institutionen ein, die - stellvertretend für ihre jeweiligen Mitglieder - solche Rahmenverträge bereits abgeschlossen haben: Die DEHOGA für das Hotel- und Gaststättengewerbe, die beiden christlichen Kirchen für ihre Gemeinden, der Speyerer Einzelhandel oder die Ärzteschaft in der Stadt. Sie alle profitieren – vorausgesetzt, sie haben sich für ihren jeweiligen Rahmenvertrag angemeldet – von dem ausgeklügelten Bonussystem, das die SWS dazu entwickelt hat. Weitere Vorteile, so betonte Angelika Wöhlert, würden ihre Mitglieder auch in der Tatsache erkennen, mit den SWS über einen Partner zu verfügen, der rund ums Jahr an 24 Stunden erreichbar sei und notfalls durch seinen Bereitschaftsdienst auch kurzfristig für Abhilfe sorgen könne.

Dieser Vorteil, so Wolfgang Bühring, sei übrigens wohl nur ein Grund dafür, dass die SWS im Gegensatz zu vielen anderen Energieversorgern nur wenig von dem Phänomen der „Vertragshopper“ betroffen seien, die immer wieder dem kurzfristig vermeintlich billigsten Preisangebot hinterherlaufen würden. „Meist finden solche Kunden ohnedies schon nach Ablauf des ersten Vertragszeitraumes wieder zu uns zurück, weil sie oft bei Vertragsabschluß die im 'Kleingedruckten' vieler Verträge versteckten Fallen und Risiken nicht erkennen können“, unterstreicht der SWS-Geschäftsführer, der auch darauf verweist, dass auch solch vermeintlich billigere Anbieter, die oft über Tarnfirmen in Osteuropa operierten, die von ihnen gekaufte Energie vielfach von den gleichen Anbietern beziehen würden wie die Speyerer Stadtwerke. „Und wenn sich dann auch noch verschiedene Zwischenhändler in der Ukraine oder in Weißrussland dazwischen schalten, die von dem Geschäft gleichfalls profitieren wollen, dann macht dies den Preis für den Endverbraucher sicher auch nicht günstiger“.

Für die Stadtwerke, so Bühring weiter, bringe die Zusammenarbeit mit „gleichgepolten“ Interessengruppen wie der „Handwerkstradition“ ein deutliches Mehr an Planungssicherheit bei ihren Dispositionen für den Bezug von Gas und Strom auf den immer komplexeren und immer rascheren Veränderungen unterliegenden internationalen Märkten. „Und das kommt dann am Ende wieder dem einzelnen Verbraucher oder über die an die Stadt abzuführende Konzessionsabgabe der Gemeinschaft aller Bürgerinnen und Bürger zugute“ und ermögliche so aktive Beiträge zur Umsetzung der Energiewende.

Und um hierzu „Nägel mit Köpfen zu machen“, unterzeichnete Angelika Wöhlert dann nicht nur die beiden Rahmenvereinbarungen für den von ihr geführten „Verein Speyerer Handwerkstradition e.V.“ , sondern an Ort und Stelle auch noch die beiden Beitrittsformulare für ihr eigenes Kosmetikstudio im Speyerer Westen. Foto: gc

21.07.2015


Landesarbeitsgemeinschaft der Mehrgenerationenhäuser in Rheinland-Pfalz gegründet

Das MGH „Offener Treff Weißdornweg“ Speyer ist mit dabeiDas MGH „Offener Treff Weißdornweg“ Speyer ist mit dabei

Mainz/Speyer- Seit 2007 gibt es auf Initiative der damaligen Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen in fast allen Kreisen Mehrgenerationenhäuser (MGH). Sie sind Treffpunkte für Jung und Alt. Die Arbeit der MGH wird geprägt durch vielfältige niedrigschwellige Angebote sowie Beratungs- und Unterstützungsleistungen insbesondere in den vier Schwerpunktbereichen „Alter und Pflege“, „Integration und Bildung“, „Angebot und Vermittlung von Haushaltsnahen Dienstleistungen“ sowie „Freiwilliges Engagement“. Kennzeichnend sind der generationenübergreifende Ansatz der MGH, der offene Zugang zu den Angeboten, die Nähe zu den Menschen und die Zusammenarbeit mit zahlreichen Kooperationspartnern vor Ort. So sind die Häuser mittlerweile ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und Knotenpunkte des Freiwilligen Engagements. Zwei Drittel der MGH engagieren sich zurzeit für Flüchtlinge.

Vor wenigen Wochen hat die heutige Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig eine Rahmenvereinbarung mit den Bundesländern unterzeichnet. Mit der Unterzeichnung dieser Vereinbarung ist ein wichtiger gemeinsamer Schritt gelungen, um die Mehrgenerationenhäuser bedarfsgerecht auszubauen, dauerhaft zu verankern und damit zu verstetigen. Klaus Peter Lohest, Abteilungsleiter im Familienministerium in Mainz, erklärte wenig später: „Die Landesregierung baut auf die Mehrgenerationenhäuser als wichtiges Infrastrukturangebot.“

Anfang Juli haben sich 27 Mehrgenerationenhäuser, darunter auch das MGH „Offener Treff Weißdornweg“ Speyer, in Mainz getroffen und eine Landesarbeitsgemeinschaft in Rheinland-Pfalz gegründet. Ziel der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) ist eine gute Vernetzung der Mehrgenerationenhäuser im Land. Die LAG setzt sich für eine gute Förderstruktur ein, die kooperativ mit den Kommunen, den Kreisen, dem Land und dem Bund getragen wird. Mitglied werden, können alle MGH in Rheinland-Pfalz und alle Einrichtungen, die auf der Grundlage des „Aktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser“ arbeiten.

Als Sprecherinnen sind mit breiter Mehrheit Felicitas Flöthner aus dem MGH Koblenz, Silvia Kempf-Diel aus dem MGH Wörth und Birgit Kleine-Weitzel aus dem MGH Ingelheim gewählt worden. Die Sprecherinnen sind Ansprechpersonen für die Landes- und Bundesregierung. Mit der Gründung der LAG ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Verstetigung vollzogen worden.

20.07.2015


Speyer auf Platz 5 im Ranking um die schlechtesten Verkehrszeichen Deutschlands

LandwehrstrasseStuttgart- Nach einem erfolgreichen Städte-Ranking im letzten Jahr hat sich der Schilderüberwachungsverein e.V dieses Jahr Deutschlands mittelgroße Städte und ihr Umland vorgenommen. Auch diesmal ist die Bilanz, wie im vergangenen Jahr vernichtend. Nach Meinung des Vereins gibt es auf Deutschlands Straßen immer noch zu viele Verkehrsschilder, die sich in einem katastrophalen Zustand befinden und somit die Verkehrssicherheit massiv gefährden.

In einer groß angelegten Aktion hat ein Team des Schilderüberwachungsvereins e.V., kurz SÜV, eine Tour durch 16 deutsche Städte und ihr Umland unternommen. Speyer schnitt bei der Bewertung nicht gut ab und landete auf Platz 5 im Negativranking. Von den 16 Städten rangiert Bergisch Gladbach auf Platz 1 im Ranking um die schlecht erkennbarsten Verkehrsschilder und hat somit am schlechtesten abgeschnitten. Danach folgen Hameln und Neunkirchen (Saarland). Bei der Schildercheck-Tour 2015 wurden bis zu 100 Schilder pro Region an unterschiedlichen Standorten gesichtet und fotografiert. Für die Auswertung wurden die Schilder in verschiedene Zustands-Kategorien eingeteilt. Doch nicht nur die Qualität der Schilder in den einzelnen Städten und ihrem Umland wurde bewertet. Auch der zeitliche Aufwand, der betrieben werden musste, um verblasste, beschädigte und veraltete Schilder zu finden, sowie der allgemeine Gesamteindruck der Schilderlandschaft in den einzelnen Regionen flossen in die Bewertung mit ein.

Im Neudeck„Uns ist bewusst, dass unsere Untersuchung nur eine Momentaufnahme ist. Unser Ziel war nicht ein wissenschaftlich fundiertes Ranking zu erstellen, sondern ein Symbolisches“, sagt Dino Borsellino, Vorstand des Vereins. „Hiermit wollen wir auf die Missstände aufmerksam machen und auf die Erneuerung der Schilder drängen. Denn Fakt ist: Es gibt diese schlechten Schilder. Und sie sind eine Gefahr!“, so der Vorstand weiter.

Der SÜV hat sich zum Ziel gesetzt die Verkehrssicherheit dadurch zu erhöhen, dass mehr Aufmerksamkeit auf den rechtzeitigen Austausch von Verkehrsschildern gelenkt wird. Denn etwa jedes 4. Schild in Deutschland ist älter als 15 Jahre und birgt somit ein Sicher- heitsrisiko. Der Verein hat die Ergebnisse und die Fotos der untersuchten Schilder auf seiner Webseite veröffentlicht. Wer den Verein bei seiner Arbeit unterstützen will, kann selbst aktiv nach beschädigten Schildern suchen, fotografieren und diese dann per kostenfreier App (Schilder-Melde App) oder auf der Webseite des Vereins (www.schilderueberwachungsverein.de) melden.

Ranking mit Speyer auf Platz 5

Infos zum Schilderüberwachungsverein e.V.:

Der Schilderüberwachungsverein e.V. wurde im Februar 2014 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt die Verkehrssicherheit dadurch zu erhöhen, dass man mehr Aufmerksamkeit auf den rechtzeitigen Austausch von Verkehrsschildern lenkt. Denn Verkehrssicherheit geht alle an. Jeder im Straßenverkehr getötete Mensch ist einer zu viel. Die Europäische Union hat darum das Ziel Vision Zero, null Verkehrstote, definiert. Dieser Vision schließt sich der SÜV an. Auf dem Weg dorthin setzt die Europäische Kommission Zwischenziele. Aktuell gilt als Vorgabe, die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 gegenüber 2010 zu halbieren. SÜV ist der Meinung, das geht unter anderem durch eine gute Erkennbarkeit von Verkehrsschildern. Da die Sicherstellung gut erkennbarer Verkehrsschilder die günstigste Methode ist, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, ist die Mission des Vereins, aus schlechten Schildern gute Schilder zu machen. Denn: „Gute Schilder schützen Dich!“. www.schilderueberwachungsverein.de 

Text und Foto: Schilderüberwachungsverein e.V.

15.07.2015


Notlandung der "Never come back Airline" auf dem Flugplatz Speyer

Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst, SEG und Feuerwehr bei Übung geprobt 

Speyer- Am 20.06. um 9:22 Uhr informiert ein Pilot der "Never come back Airline" den Tower des Flugplatzes Speyer über technische Probleme am Luftfahrzeug. Er müsse infolge eines Hydraulikdefektes außerplanmäßig in Speyer landen.

So begann die Großübung der Feuerwehr Speyer, bei der auch die SEG der Stadt Speyer teilnahm.

Nachdem der Tower die Leitstelle der Feuerwehr Speyer informiert hatte wurde von dort gemäß der Alarm- und Ausrückeordnung (AAO Flugunfall) die ersten Einheiten in Marsch gesetzt und weitere Dienststelle informiert.

Im Bereich des Towers nahmen neben den Löschkräften der Flughafengesellschaft mit einem Tanklösch- und einem Pulverlöschfahrzeug auch die Feuerwehr Speyer mit einem Einsatzleitwagen, einem Lösch – und einem Tanklöschfahrzeug Aufstellung.

Um 9:26 Uhr steht fest, dass der Flugzeugtyp eine kaum noch manövrierfähige DHC 8 mit 29 Passagieren und 4 Besatzungsmitgliedern ist, die aus Süden kommend in ca. zehn Minuten eintreffen wird.

Daraufhin wurde der zu erwartende Notfall auf die Kategorie „Flugunfall 3“ eingestuft und weitere Kräfte alarmiert. So wurde die Bereitstellung um eine weiteres Tanklöschfahrzeug und ein Sonderlöschfahrzeug ergänzt. Alarmiert wurden die   Schnelleinsatzgruppe Sanität/Betreuung der Stadt Speyer der Rettungsdienst, der Leitende Notarztdienst und die Polizei. Über die Rettungsleitstelle wurden fiktiv weitere Einheiten des Rettungsdienst und drei Rettungshubschrauber nach Speyer beordert. Die Krankenhäuser wurden auf einen Massenanfall von Verletzten vorbereitet.

Um 9:36 Uhr setzt das Flugzeug in instabiler Lage hart auf und bricht in mehrere große Teile.

Sofort wurden durch die schon vorhandenen Kräfte die Entstehungsbrände mit einem Wasser- Schaumangriff bekämpft um eine Evakuierung der Passagiere zu ermöglichen. Das anwesende Rettungsdienstpersonal beginnt, unterstützt durch die Kräfte der Feuerwehr, mit der Rettung und der Erstversorgung der Verletzten.

Parallel dazu wurde von der SEG und der Feuerwehr eine Verletztenablage eingerichtet. Hierher wurden die Verletzten getragen, ihre Verletzungen kategorisiert und die Behandlung eingeleitet. Entsprechend der vorhandenen Rettungsmittel, der Aufnahmekapazität der Krankenhäuser, und der vorhandenen Verletzungen wurden die Patienten abtransportiert.

Nach kurzer Zeit konnte "Feuer aus" gemeldet werden und die Hauptarbeit bestand in der Rettung und Versorgung der zum Teil schwer verletzten Passagiere.

Hauptziele der Übung waren die Erlangung und Auffrischung der Ortskenntnis und der vorhandenen Infrastruktur, die Überprüfung des AEP Flugunfall und die Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst, SEG und Feuerwehr.

Um 10:40 Uhr war die Übung beendet.

Die Verantwortlichen, Roland Kern (Geschäftsführer der Flugplatz-Speyer-Ludwigshafen GmbH) und Michael Hopp (Stadtfeuerwehrinspekteur), waren überaus zufrieden mit dem Ablauf der Übung.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle freiwilligen Helfer, die diese Übung überhaupt möglich gemacht haben. An die Jugendfeuerwehr die mit Hingabe die Verletzten darstellten und an das Fire Training Center der Feuerwehr Fraport welche uns ein entsprechendes Teil eines Flugzeugrumpfes zur Verfügung stellte. Und an den Flugplatz Speyer, der für die Dauer der Übung den kompletten regulären Flugverkehr gesperrt hatte. Michael Hopp; Foto: dak

11.07.2015


Vom „Staub“ der Archive zum „virtuellen Lesesaal“

Die deutsch-französische Archivlandschaft am Oberrhein wächst zusammen – präsentiert werden zehntausende historische Dokumente online

Speyer- Auch wenn heutzutage der Staub in einem modernen Archiv mehr eine Metapher, weniger eine Realität ist – den staatlichen, kommunalen und kirchlichen Archiven hängt immer noch der Ruf des Antiquierten an: Fleißige, aber etwas langweilige Archivare/innen, die sich erst langsam den Notwendigkeiten der modernen Welt öffnen können und wollen.

Den Notwendigkeiten der digitalen Welt gestellt haben sich beispielsweise die im Projekt „Archivum Rhenanum“ kooperierenden Archive am Oberrhein: Das durch die Europäische Union im Rahmen von Interreg IVa geförderte Vorhaben versammelte mehrere deutsche und französische Archive mit dem Ziel, der Öffentlichkeit einen gemeinsamen Zugang zu wichtigen Dokumenten der reichen Geschichte am Oberrhein zu bieten. Als ein Alleinstellungsmerkmal kann festgehalten werden, dass europaweit (!) betrachtet solche grenzüberschreitenden Kooperationen im Archivbereich bisher eine große Ausnahme sind. Unterschiedliche „Archivtraditionen“, auch in der Bearbeitung der Quellen, mussten im Verlauf des Projekts überwunden werden. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen: Die Online-Plattformen von „Archivum Rhenanum“ umfassen nicht nur ein deutsches und ein französisches Blog, sondern auch das grundlegende Internet- und Rechercheportal: In diesem sind weit über 60.000 Bilder historischer Quellen mit weiteren Informationen verknüpft worden. Dadurch wird eine umfassende und an den Quellen orientierte Suche möglich. Das Internet wird dadurch, um im Bild der Archive und Bibliotheken zu bleiben, zu einem digitalen und virtuellen „Lesesaal“.

Am Projekt und Portal beteiligt sind die Departementalarchive in Straßburg und Colmar, das Landesarchiv Baden-Württemberg – Generallandesarchiv Karlsruhe sowie die Stadtarchive Speyer und Freiburg (mit Projektleitung).

Am 30. Juni 2015 fand in der Straßburger National- und Universitätsbibliothek (BNU) eine große Abschlussveranstaltung statt

Die Projektpartner planen, auch nach Abschluss der EU-Förderung, das Portal weiter zu entwickeln. Erste Schritte wurden schon gemacht. Das Archiv des Bistums Speyer sowie das Landesarchiv Speyer werden als Partner mit historischen Dokumenten im Portal ebenfalls präsent sein.

Weblogs und weitere Informationen: www.archivum-rhenanum.eu

Beispiel-Quelle 1: Die Ratsgesandten der Städte Straßburg, Basel, Worms und Speyer haben sich im Jahr 1462 in Straßburg getroffen und bitten jetzt gemeinsam den Grafen Hesso von Leiningen, zwischen den kriegführenden Fürsten am Oberrhein zu verhandeln – da der Krieg besonders auch für den Handel am Rhein schädlich sei (uff dem Rine schedelich) (Stadtarchiv Speyer, Bestand 1A Nr. 661a S. 4).

 

Beispiel-Quelle 2:  Der Bündnisvertrag der Städte Mainz, Straßburg, Worms, Speyer, Frankfurt, Hagenau und Weißenburg vom 20. März 1381 (Stadtarchiv Speyer, Bestand 1U 682).

 

 

Text und Foto: Pressestelle Stadt Speyer

10.07.2015


"Zweckentsprechend und sozial sinnvoll“

Hotel im „Tor zur Pfalz“ wird vorübergehend Unterkunft für Flüchtlinge und Asylsuchende


spk.Speyer Nach dem Ende des bisherigen Hotelbetriebs im „Tor zur Pfalz“, dem früheren Gesundheitsamt, sollen die Obergeschosse des Gebäudes in der Maximilianstraße künftig für die vorübergehende Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden. Das teilten heute die Stadt Speyer und der „Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung LBB“ des Landes Rheinland-Pfalz als Eigentümer der Immobilie in einer gemeinsamen Erklärung mit. Wie Oberbürgermeister Hansjörg Eger dazu heute auf Nachfrage des SPEYER-KURIER erklärte, könne die Stadt damit die angemessene Unterbringung von Asylsuchenden bis zur Fertigstellung anderer, dauerhafter Unterkünfte sicherstellen. Solange diese Nutzung notwendig sei, werde das im Frühjahr 2015 angelaufene Bieterverfahren für das Gebäude ausgesetzt.

Nachdem derzeit alle vorhandenen Wohnraumkapazitäten ausgeschöpft seien, verspricht sich der Oberbürgermeister mit Blick auf weitere Zuweisungen von Asylbewerbern in den nächsten Monaten zumindest eine vorübergehende Entlastung. „Damit gewinnen wir Zeit, um neue Möglichkeiten der Unterbringung zu suchen und diese entsprechend vorzubereiten“, zeigte sich Eger erleichtert von dieser Entwicklung. Denn die bereits angedachten Lösungen in der Engelsgasse und in der Kurpfalzkaserne seien voraussichtlich erst im Verlauf des Jahres 2016 bezugsfertig. Die Stadt wolle damit auch weiterhin an ihrem Konzept einer dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen im Stadtgebiet festhalten. Eine dauerhafte Nutzung des Hotels als Unterkunft für Asylbewerber sei nicht geplant, unterstrich der Oberbürgermeister.

Nachdem die Rechtsstreitigkeiten um Mietrückstände in dem Objekt mit einem am 19. Juni geschlossenen gerichtlichen Vergleich zumindest teilweise hätten befriedet werden können, sprach die stellvertretende Geschäftsführerin des „LBB“, Dr. Petra Wriedt, heute von einer „sehr guten Lösung für die nähere Zukunft der Immobilie“. Entsprechend einem Beschluss des rheinland-pfälzischen Ministerrates vom Januar 2015 sei der „LBB“ nämlich befugt, als Flüchtlingsunterkünfte geeignete und leer stehende landeseigene Immobilien mietfrei an betroffene Kommunen abzugeben. „Mit der Beendigung des Hotelbetriebs zum Monatsende waren nämlich alle Voraussetzungen für eine solche mietfreie Überlassung der bisherigen Hotelzimmer an die Stadt Speyer gegeben“, so Dr. Wriedt, die eine zeitlich begrenzte Nutzung des bisherigen Hotelbereichs als „zweckentsprechend und überdies sozial sinnvoll“ bezeichnete.

Mit der Entscheidung des Landes, Speyer die Hotelzimmer mietfrei zur Nutzung zu überlassen, müsse die Stadt jetzt nur noch die Ausstattung der Räume mit Herden und Kühlgeräten besorgen, um es den Flüchtlingen zu ermöglichen, selbst zu kochen. Auch die Einstellung einer Sozialpädagogin zur Betreuung der zum Teil schwer traumatisierten Menschen sei geplant, während ein Hausmeister für den technischen Unterhalt der Räumlichkeiten eingesetzt werden soll.

Der kürzlich geschlossene Mietvertrag mit einer Weinhandlung in einem der beiden Ladengeschäfte im Erdgeschoss werde von der Entscheidung für eine Umnutzung unberührt bleiben.

Sobald die Stadt den Bau nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft benötige, werde der „LBB“ das unterbrochene Bieterverfahren für das mehr als 200 Jahre alte traditionsreiche Gebäude wieder aufleben lassen. Foto: spk-Archiv

02.07.2015


Bruno Cloer, „Repräsentant der Kultur in der Mittelstadt Speyer“

Weitere drei Mitarbeiter der Stadt Speyer in den Ruhestand verabschiedet

Von Gerhard Cantzler

Speyer- Von einem „nur schwer zu kompensierenden personellen Aderlass“ der Speyerer Stadtverwaltung sprach heute Oberbürgermeister Hansjörg Eger bei der Verabschiedung von gleich vier bewährten Mitarbeitern, unter ihnen Bruno Cloer, der Leiter des Fachbereichs 3 – Kultur, Bildung , Senioren und Sport und der Abteilungsleiter Gebäudemanagement der Stadt, Leo Grünnagel. Im Beisein von Bürgermeisterin Monika Kabs, dem Leiter der Abteilung Personalwesen, Reinhold Gehres und dem Vorsitzenden des Personalrates der Stadtverwaltung, Martin Flörchinger, konnte Eger dabei Grünnagel zugleich auch zur Vollendung seines 65. Geburtstages am heutigen Tage beglückwünschen und ihm noch einmal zu seinem im April begangenen 50. Dienstjubiläum gratulieren. Dafür konnte der Jubilar neben der Dankurkunde der Stadt Speyer auch eine von Ministerpräsidentin Malu Dreyer unterzeichnete Ehrenurkunde des Landes Rheinland-Pfalz entgegennehmen.

Viel zu feiern also für den in Thaleichweiler-Fröschen in der Südwestpfalz geborenen bekennenden Motorradfan, der seine Ausbildung zum Verwaltungsfachmann im Öffentlichen Dienst bei der Stadt Pirmasens erfuhr, ehe er 1982 zur Stadtverwaltung nach Speyer wechselte und zwischenzeitlich schon längst den Status eines „waschechten Speyerers“ für sich und seine Familie reklamiert. Bei der Stadt Speyer war Grünnagel zunächst in der Personal-Verwaltung tätig, ehe er über seine Zuständigkeit für die Reinigung aller städtischen Gebäude den Weg auf die Stelle des Abteilungsleiters für Gebäudemanagment fand.

Burkhard Weiler, zuletzt für den technischen Unterhalt der „KiTa ín der Cité de France“, sowie für die KiTas „Pünktchen“ und „Farbklecks“ zuständig, will sein künftiges „Dätsch'd emol-Zeitalter“ - sein „Könntest Du bitte mal dies oder jenes erledigen?“ noch intensiver als bisher schon seinem Ehrenamt als Gewässerwart der Vereinsgewässser des „Angel- und Fischzuchtvereins Speyer e.V.“ widmen, wo er schon jetzt pro Woche 8 bis 10 Stunden im Einsatz war.

Auch Gerhard Weinmann, zuletzt hauptamtlicher Oberbrandmeister bei der Freiwilligen Feuerwehr Speyer und dort u.a. für den Einsatz und den Unterhalt des Einsatzbootes der Wehr verantwortlich, wird „seinen „Floriansjüngern“ auch künftig eng verbunden bleiben. 1972 bei der Feuerwehr eingetreten, kämpfte er gut zwölf Jahre lang für die Anschaffung dieses für eine „Wehr am Strom“ so wichtigen Rettungs- und Bergungsmittels, für das er nach 30jährigem Einsatz nun einen eindeutigen Ersatzbedarf ausmacht. Weinmann, der für die Rettung eines älteren Ehepaares unter Einsatz seines eigenen Lebens mit dem selten verliehenen Feuerwehr-Ehrenkreuz ausgezeichnet wurde, will künftig auch aus der Position des „Ehemaligen“ heraus ehrenamtlich für „seine Feuerwehr“ und für die Ersatzbeschaffung eines neuen Feuerwehr-Bootes eintreten.

Eine besondere Überraschung erlebte schließlich Bruno Cloer, der, wie seine Kollegen auch, neben der von Oberbürgermeister Eger unterzeichneten Dankurkunde auch ein Exemplar des neuen, opulenten Bildbandes über die Stadt Speyer entgegennehmen konnte: Als sich der Oberbürgermeister nämlich „seinem Fall“ zuwandte, öffnete er nämlich zunächst die Tür seines Dienstzimmers – und draußen standen unter Führung und aktiver Mitwirkung ihres „Chefs“ Bernhard Sperrfechter drei Musiker der Städtischen Musikschule, die wie so viele Bereiche zum Fachbereich der heute aus dem Dienst geschiedenen „Vielzweckwaffe“ des Oberbürgermeisters in Sachen Kultur, Sport u.a.m. gehörte. Sie brachten zunächst Leo Grünnagel mit einem rhythmisch-schmissigen „Happy birthday to you“ ein zünftiges Ständchen für zwei Gitarren und Violine, ehe sie mit dem melancholischen „Gassenhauer“ „Auf Wiedersehen“ ihren langjährigen Fachbereichsleiter mit einem ganz auf ihn zugeschnittenen Text zum Abschied erkennbar berührten.

Wie Eger in seiner Laudatio auf den scheidenden Fachbereichsleiter bekannte, verbinde sich für ihn persönlich mit der Person von Bruno Cloer „ein ganz persönlicher Touch“, sei dieser doch vor 28 Jahren noch in der Amtszeit seines Vaters, Dr. Wolfgang Eger, als ehrenamtlicher städtischer Beigeordneter in seine Funktion als Leiter des damaligen „Kultur- und Werbeamtes“ der Stadt berufen worden. In der Folgezeit habe sich Cloer mehr und mehr zum „Gesicht der Kultur in der Mittelstadt Speyer“ entwickelt. „Sie waren und sind noch immer ein großer Netzwerker, Kommunikator und Bohrer dicker Bretter“, bescheinigte Eger dem in Arnsberg im Sauerland geborenen Cloer, der vor der Übernahme seiner Funktion bei der Stadt Speyer zwei Amtszeiten lang als Persönlicher Referent den wechselnden Rektoren der Universität Mannheim diente.

In Speyer habe sich Cloer, der der Stadt nicht zuletzt auch auf Wunsch der Purrmann-Familie auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst als verantwortlicher Organisator des „Purrmann-Preises“ erhalten bleiben wird, unschätzbare Verdienste als „kulturelle Identität stiftende Persönlichkeit“ erworben. „Damit unterstreichen Sie die Erkenntnis, dass richtig verstandener Dienst nicht mit der Versetzung in den Ruhestand enden muss“, lobte Eger den bisherigen Fachbereichsleiter.

„Gerade die freiwilligen Leistungen in einer Stadt verlangen von denen, die sie erbringen, besonders viel Kraft und Einsatz“, stellte der so Gelobte in seiner Erwiderung fest. Dazu gehöre vor allem die Motivation und die Aktivierung von Ehrenamtlichen, von denen es in Speyer glücklicherweise sehr viele gebe. Und da, einem alten Sprichwort zufolge, „die Aufgabe den Mann (oder die Frau) sucht und dann auch findet, habe sich in seiner Amtszeit ein ganzes „Sammelsurium“ von Aufgaben ergeben, die sich in seinem Fachbereich und um seine Stelle versammelt hätten. Diese zusammenzuführen und zu koordinieren sei für ihn, jenseits aller Sorge für seine jeweiligen Partner und Gegenüber, sein größte Herausforderung gewesen. Foto: gc

01.07.2015