Speyer-Kurier
Stadt Speyer
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Neues PC-Angebot im Mehrgenerationenhaus

Anfänger und Fortgeschrittene, die ihre PC-Kenntnisse erweitern möchten, habe dazu im Mehrgenerationenhaus mittwochs von 15 bis 16 Uhr  die Möglichkeit, so der Hinweis auf ein neues Angebot im Weißdornweg. Laptops werden gestellt, können aber auch mitgebracht werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Infos unter:  Tel. 06232-100697 oder peter.fechter@mehrgenerationenhaus-speyer.de 

www.speyer.de Pressestelle Stadt Speyer

Mehrgenerationenhaus

Geänderte Sprechzeit der Taschengeldbörse

Die Sprechzeiten der Taschengeldbörse im Mehrgenerationenhaus Offener Treff Weißdornweg finden bis Ende Juni zu geänderten Sprechzeit statt, nämlich freitags, von 14 - 15 Uhr. Die Taschengeldbörse vermittelt engagierte Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren an private Haushalte für Tätigkeiten in Haus und Garten. Als Kontaktperson steht Angelika Keßler unter der Rufnummer 0 62 32/ 6 00 18 67 zur Verfügung. www.speyer.de

Pressestelle Stadt Speyer

 

Neueröffnung Vereinsheim von Rot-Weiss Speyer

Unter dem Motto „ Die schönsten Dinge des Lebens sind Rot Weiß „ feiert das Vereinsheim von Rot-Weiss Speyer am 9.3.2013 ab 11.00 seine Neueröffnung.

Die neue Wirtin Frau Charlotte Dick, lädt hierzu alle Mitglieder, Sponsoren, Freunde und alle Interessierten ein.

Ab sofort wird es dann täglich in der Zeit von 11.30 bis 14.00 einen Mittagstisch geben zu dem auch Beschäftigte aus der Auestrasse rechtherzlich eingeladen sind.

Ab 17.30 ist eine individuelle Auswahl aus der reichhaltigen Speisekarte möglich.

Lassen sie sich von dem neuen Konzept von Frau Charlotte Dick überzeugen und kommen sie vorbei und verbringen einige nette Stunden in einem netten Ambiente.

Veranstaltung der SPD-Stadtratsfraktion „Fraktion im Dialog“

Die SPD-Stadtratsfraktion startet ihre neue Veranstaltungsreihe „Fraktion im Dialog“.

In regelmäßigen Abständen wird sich die SPD-Stadtratsfraktion in Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen über Entwicklungen in den Stadtteilen, Problemen und Anliegen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort informieren.

Artenschutzbehörde warnt vor Betrüger

Die Artenschutzbehörde Neustadt und die Stadt Speyer warnen vor Betrügern, die sich in der Region als Mitarbeiter der Stadtverwaltung, von Greenpeace oder des Reptiliums Landau ausgeben und um die Herausgabe von Schildkröten bitten. Die mutmaßlichen Täter behaupten, die Tiere zur ärztlichen Behandlung oder Entwurmung zu bringen – die Halter könnten ihre Tiere danach angeblich wieder im Reptilium Landau abholen. Die Betrüger können sich laut Zeugenaussagen nicht ausweisen. Die Stadt Speyer als untere Artenschutzbehörde weist ausdrücklich darauf hin, dass sie keine städtischen Mitarbeiter zur Einsammlung von Schildkröten entsendet hat. Pressestelle Stadt Speyer

Beratungswegweiser online

Seit Dezember 2011 ist der Beratungswegweiser der Stadt Speyer unter www.lernen-in-speyer.de online.

Unter den Kategorien: „Arbeit“, „Ausbildung/Studium“, „Familie“, „Gesundheit“, „Kultur“, „Lebenshilfe“, „Migration“, „Pflege“, „Schule“, „Sucht“ und „Wirtschaft/Unternehmen“ sind kostenlose Beratungsangebote für die jeweiligen Zielgruppen abrufbar. In den Unterkategorien wird das Angebot der jeweiligen Träger abgebildet.

Zusammengestellt wurden die Daten von einem Gremium aus Beratungsanbietern mit dem Schwerpunkt „Bildung“. Die Koordination lief über „Lernen-vor-Ort“.

„Feind ist, wer anders denkt“

Wanderausstellung über die Staatssicherheit der DDR in Speyer

Die Wanderausstellung „Feind ist, wer anders denkt“ erreicht in Speyer ihre 39. Station. Die Ausstellung dokumentiert Entstehung, Aufgaben und Methoden des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Sie erläutert, wie das MfS durch Überwachung, Bespitzelung und Unterdrückung die Macht der Staatspartei SED sicherte. Im Vordergrund steht dabei das Schicksal der Menschen, die ins Visier der Staatssicherheit gerieten – in Ost und West.

Dabei zeigen zwei Regionaltafeln auch Fälle mit Bezug zum Raum Speyer. Erweitert ist die Wanderausstellung derzeit um zwei Module zum 17. Juni 1953 in der DDR.

Regionale Beispiele mit Fotos und originalen Tonsequenzen verdeutlichen die Bandbreite der ostdeutschen Protestaktionen gegen das SED-Regime. Sie zeigen auch, wie die Stasi auf die Aufstandsbewegung reagierte.

Eröffnung: 23. Mai 2013, 14.00 Uhr

Dr. Joachim P. Heinz, Oberstudiendirektor

Monika Kabs, Bürgermeisterin

Markus Müller, Sprecher des Schülerelternbeirats

Dr. Dieter Schiffmann, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, Mainz

Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen

Ort: Hans-Purrmann-Gymnasium, Theaterraum, Otto-Mayer-Str. 2, 67346 Speyer

Öffnungszeiten: 23. Mai - 12. Juni 2013 montags bis donnerstags von 13.00 bis 17.00 Uhr

Am 30./31. Mai bleibt die Ausstellung geschlossen.

Begleitprogramm: 28. Mai 2013, 19.00 Uhr

„Das Ministerium für Staatssicherheit“ Sylvia Dalitz, Stasi-Unterlagen-Behörde

Ort: Hans-Purrmann-Gymnasium, Theaterraum, Otto-Mayer-Str. 2, 67346 Speyer

Der Eintritt ist frei.

Dagmar Hovestädt, Pressesprecherin BStU

Hintergrund: Antragszahlen zum Raum Speyer

Zahlen zur Akteneinsicht bei der Stasi-Unterlagen-Behörde (1991 bis 21. März 2013) Anträge gesamt aus Speyer: 306

- darunter persönliche Akteneinsicht/Kopienherausgabe: 284

Anträge gesamt aus Rheinland-Pfalz: 23.851

- darunter persönliche Akteneinsicht/Kopienherausgabe: 16.803

Text und Foto: bstu

18.05.2013


Vom Charme der Kleinheit – Hochrangige Delegation des kroatischen Verfassungsgerichtes zu Gast im Historischen Speyerer Rathaus

Überraschungsgast: BVG-Präsident Prof. Dr. Andreas Voßkuhle

Von Gerhard Cantzler

Eine hochrangige Delegation des obersten kroatischen Verfassungsgerichts in Zagreb unter der Führung seiner Präsidentin, Professor Dr. Jasna Omejec, konnte Oberbürgermeister Hansjörg Eger gestern im Historischen Ratssal, der „guten Stube“ der Stadt begrüßen. Im Rahmen ihres zweitägigen Besuchs am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, bei dem naturgemäss rechtspolitische Fachthemen im Mittelpunkt standen, hatten sich die Mitglieder der Delegation als Ziel einer nachmittäglichen Exkursion Speyer ausgewählt, wo sie neben einer Stadtführung durch Peter Ellspermann am Abend auch noch das Konzert im Rahmen der Schwetzinger Festspiele im Kaiser- und Mariendom besuchten.

Im Ratssaal gab ihnen Oberbürgermeister Eger eine kurze Einführung in die mehr als 2000jährige Geschichte der Stadt und wies dabei insbesondere auf die einstige Bedeutung Speyers als Sitz des obersten Gerichtes im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“, des Reichskammergerichts hin, das von 1526 bis zur Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg im Jahr 1689 hier seinen Sitz hatte. Heute beherberge die Stadt – die kleinste kreisfreie Stadt in Rheinland-Pfalz - mit der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften auch die kleinste Universität in Deutschland, die aber gerade im Bereich der Rechts- und Verwaltungswissenschaften internationale Anerkennung genieße. „Für Speyer gilt eben: 'Small is beutiful' – unsere Stadt ist klein, aber fein“, so schloß Eger seine Begrüßung nicht ohne Stolz.

Dem konnte sich in ihrer Erwiderung die strahlende Präsidentin Prof. Dr. Omejec nur anschließen. Auch Kroatien gehöre zu den „Kleinen“, so erklärte sie - sei ein kleines Land, aber deshalb nicht weniger bedeutsam im Konzert der europäischen Staatenfamilie. Ein opulenter Bildband über „1000 Jahre Geschichte der kroatischen Hauptstadt Zagreb“, den sie dem Oberbürgermeister mitgebracht hatte, sollte darüber Auskunft geben. Dieses Gastgeschenk wiederum konnte Hansjörg Eger mit dem neuesten Speyer-Bildband angemessen erwidern.

Danach trug sich die Delegation - ihr gehörte neben der Präsidentin auch die Vizepräsidentin des kroatischen Verfassungsgerichts, Prof. Snježana Bagič sowie die Richter am kroatischen Verfassungsgericht, Professor Dr. Davor Krapac und Richterin Slavica Banic, sowie der Generalsekretär des kroatischen Verfassungsgerichts Dr. Teodor Antič, die Leiterin des Büros der Präsidentin Ksenija Podgornik sowie der Botschafter der Republik Kroatien in Berlin, S.E. Dr. Miro Kovač an – in das Goldene Buch der Stadt ein.

Begleitet wurde die kroatische Richter-Gruppe von den Richtern im 1. Senat des Deutschen Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Michael Eichberger und Prof. Dr. Gabriele Britz, dem Direktor beim Bundesverfassungsgericht Peter Weigl , der Leiterin des Protokolls beim Bundesverfassungsgericht, Dr. Margret Böckel und ihrer Mitarbeiterin Daniela Müller.

Und dann – die Delegation wollte sich nach angeregten Gesprächen bei den in Speyer obligatorischen Wein und Brezeln gerade auf den Weg zum Abendessen in den „Ratskeller“ aufmachen – da stand plötzlich er auf der Schwelle: Prof. Dr. Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichtes in Karlsruhe. Er hatte sich am späten Nachmittag noch kurz entschlossen auf den Weg nach Speyer gemacht, wo sein Besuch auch die Beamten der Speyerer Polizei in höchste Aufregung versetzte.

Von Oberbürgermeister Hansjörg Eger aufs herzlichste begrüßt, trug auch er sich noch in das „Goldene Buch der Stadt“ ein, ehe er sich noch für ein gemeinsames Foto mit der darob überglücklichen Präsidenten-Kollegin aus Kroatien in Positur stellte. Foto: gc

17.05.2013


Hochrangige Delegation des kroatischen Verfassungsgerichtes zu Gast - Bilderalbum

   

Eurosportturnier ab Montag

Speyer- Ab Montag, dem 20.5.2013 bis Samstag, 25.5., ist die Stadt Speyer Gastgeberin für das Eurosportturnier, an dem in diesem Jahr neben Jugendlichen aus Speyer auch Gäste aus Chichester (England) und Ravenna (Italien) teilnehmen.

In den Disziplinen Beachvolleyball, Fußball, Rudern und Lauf messen sich die Sportlerinnen und Sportler unter der Leitung von Claudia Degott-Leitmeyer (Nikolaus-von-Weis-Gymnasium) und Thomas Werner (Hans-Purrmann-Gymnasium).

Das Turnier wurde 2001 erstmals durchgeführt, auf Initiative von Francoise Brocard, Lehrerin am Institut Universitaire de Technologie (IUT) in Chartres und wurde anschließend abwechselnd in Chartres Partnerstädten Chichester, Evora (Portugal), Ravenna und Speyer ausgetragen. Speyer war zuletzt 2008 Ausrichterin, damals unter Beteiligung von Gruppen aus Chartres, Chichester, Evora und Gniezno.

Die Gruppen werden am Di, dem 21.5. um 15 Uhr von Bürgermeisterin Kabs im Historischen Ratssaal begrüßt. Am Freitag, dem 24.5. findet um 17.30 Uhr die Siegerehrung im Alten Stadtsaal statt, bevor die Jugendlichen und ihre Trainer die Kult(o)urnacht besuchen.

Neben dem Sport geht es bei der Begegnung auch um das gegenseitige Kennenlernen der Menschen und der Städte/ Regionen, die Ausrichterin sind. Deshalb stehen neben Stadtführungen in Speyer auch ein Ausflug nach Heidelberg mit Schlossführung auf dem Programm. Stadt Speyer, Pressestelle

Die Geschichte des Eurosport-Treffens

Eurosport kam im Jahr 2001 in Chartres zustande im Rahmen von Projekten der Studenten der Abteilung Geschäftsführung, Logistik und Transport, auf Initiative von P. Dr. Francoise Brocard, die für das genannte Projekt verantwortlich ist.

Das Netz europäischer Städte, die eine Partnerschaft mit Chartres haben, ist das ideale Spektrum, in dem sich die Stundenten der Chartreiner Universität und denjenigen der Städte Chichester, Ravenna, Speyer und Evora treffen können, um sportliche und kulturelle Werte austauschen zu können.

Dank des gemeinsamen Willens unserer Kommunen, deren Beziehungen sich seit der Nachkriegszeit entwickelt haben ( außer der portugiesischen Stadt Evora, seit Neustem dank unserem neuen Bürgermeister, Jean Pierre Gorges, mit Chartres verknüpft ist), wurden bis heute je 85 Teilnehmer (Jugendliche und Begleiter) reihum in jeder dieser Städte empfangen.

Zuerst waren Chartres, Chichester und Ravenna befreundet dann Evora und Speyer ab 2004; so wurde „Eurosport“ seit 2001 ununterbrochen veranstaltet bis heute.

Francoise BROCARD, aktives Mitglied des Freundeskreises der Partnerschaften von Chartres und zugleich Präsidentin der Partnerschaft Chartres- Bethlehem legt großen Wert auf das Prinzip der Partnerschaft, das dem „Partnerschaftsgeist treu zu bleiben“ lautet. Jede Gruppe reist auf eigene Kosten in die einladende Stadt, die eine Woche lang für Unterkunft, die Verpflegung und die Organisation der ganzen sportlichen und freizeitlichen Aktivitäten sorgt.

Sowohl die Hand Ball-, Rugby-, Volley Ball-, Basketball-, Fußballspiele als auch die lustigen Spiele und die feierlichen Nächte haben unsere Jugendlichen, die nach gesunden und dynamischen Aktivitäten gierig sind, vereint.

Jede Stadt, da es auch um den Stolz geht, veranstaltet Stadtführungen oder - Rundfahrten und bietet einen Tagesausflug in die nähere Umgebung an: Ausflug nach London (Chichester), Venedig und Florenz (Ravenna), Lissabon und Alentejo (Evora), Paris und La Défense (Chartres).

Die Organisatoren, die meistens Freiwillige sind, müssen das ganze Jahr die Studenten mobilisieren, um irgendwie die Finanzierung, die Unterkünfte und die verfügbaren Stadions ausfindig zu machen; und dies mit dem Beitrag ihrer Städte und Institutionen.

Was die Engländer betrifft, haben Tony Quinn und Ray Brown, Lehrer in Chichester an dem „ College of Arts, Science and Technology“ mit der Hilfe des Schulleiters Dr. Parker, der neulich von der Königin geehrt wurde, die Delegationen im Jahr 2003 und 2006 empfangen.

Was die Italiener angeht, hat Roberto Borghesi, der für das Sportinstitut (CUS) verantwortlich ist, die Gruppen im 2002 und 2005 herzlich willkommen geheißen. In Portugal hat Nono, Sporttrainer der Kommune, sowie Paula Dos Santos, Verantwortliche der internationalen Angelegenheiten der Kommune, mit Erfolg die Eurosports von 2007 organisiert. Die Franzosen ihrerseits sind dabei noch diese Feierlichkeit fürs Jahr 2009 vorzubereiten, nachdem sie dieses interessante Treffen im Jahr 2001 und 2004 organisiert hatten.

Die Absicht aller ist, diese Formel für eine bessere Integration unserer Jugendlichen im gemeinsamen Europaraum fortzusetzen, und dennoch gleichzeitig die nationalen Identitäten zu beachten. Übersetzt von Abdourahmane Wane (Praktikant) und Melanie Forster

17.05.2013


Kinder und Jugend Flohmarkt in der Maximilianstraße

Am Samstag, 18. Mai 2013 veranstaltet das Jugendcafé Speyer-West in Zusammenarbeit mit der Jugendförderung Speyer den traditionellen Flohmarkt auf der Maximilianstraße.

Flohmarktfans jeden Alters, besonders Kinder und Jugendliche können an diesem Tag alles zum Verkauf anbieten, was in Kellern und Speichern, in Kisten und Kästen gefunden wird und zum Wegwerfen zu schade ist. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Wichtig für Interessenten, die ihre Flohmarktartikel mit dem Auto transportieren: Zufahrt ist nur über den Domplatz möglich, abfahren kann man nur über die Schustergasse in die Herdstraße. Nach 8:30 Uhr dürfen keine Pkw die Maximilianstraße befahren bzw. müssen diese verlassen haben. Parkmöglichkeiten bestehen auf dem Parkplatz-Festplatz.

Der Flohmarkt findet auf der Maximilianstraße und zwar ab der Schustergasse bis zum Ende der Fußgängerzone vor dem Domplatz statt, der Bischofsvorplatz kann nicht genutzt werden. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewähren, ist es während des Aufbaus wichtig, den Anweisungen der Mitarbeiter des Flohmarktes nachzukommen.

Die Stände können ab 6 Uhr aufgebaut werden, ab 8:30 Uhr ist die Zufahrt für Pkw gesperrt, wer später aufbaut, kann sich zu Fuß oder mit dem Rad einen Platz suchen. Neben der Standgebühr (2,50 Euro pro lfd. Meter) wird, wie jedes Mal, eine Müllkaution (5,00 Euro) erhoben, die jeder Teilnehmer entrichten muss. Wer seinen Stand rechtzeitig sauber verlässt, bekommt sein Geld wieder zurück. Der Flohmarkt endet um 14 Uhr. Die Straße bleibt bis 17 Uhr für den Individualverkehr gesperrt. Die Zufahrt zum Be- und Entladen ist. Der Shuttle-Bus wird umgeleitet. Infos darüber finden sich an den Haltestellen.

Weitere Informationen bei der Jugendförderung, Telefon 14-2721 oder unter www.jugendfoerderung-speyer.de. Stadt Speyer, Pressestelle

15.05.2013


Kinderkirchentag in der Johanneskirche

Am Samstag, 25. Mai findet von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr in der Johanneskirche ein Kinderkirchentag für Kinder im Grundschulalter statt. Zum Thema „ Pfingsten – wir feiern Geburtstag-wer feiert mit?“ gibt es Spiele und Bastelangebote. Mittagessen ist inklusive.

Anmeldungen bis spätestens Do, 23. Mai im Gemeindebüro bei Frau Dres Tel. 61216 oder bei Frau Bleich Tel. 63481.

Vergleich von Politik und Öffentlicher Verwaltung in der EU, Deutschland und den USA

4. SPEA-Tagung an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer zu Gast bei OB Eger

cr. Speyer. Der Vergleich von Politik und Öffentlicher Verwaltung in der EU, Deutschland und den USA - er steht im Mittelpunkt der diesjährigen Fortbildungstagung des „SPEA Overseas Program“ an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer, deren Teilnehmer heute samt ihren Kursleitern von Oberbürgermeister Hansjörg Eger im Historischen Ratssaal der Stadt Speyer empfangen wurden. Zwanzig Studierende der SPEA, der „School of Public and Environmental Affairs“ in Bloomington, Indiana in den USA – zehn davon wiederum Austauschstudenten der Lomonossow-Universität in Moskau, die sich in einem aufwändigen Verfahren für diesen Aufenthalt qualifizieren mussten, nehmen schon seit dem 6. Mai und noch bis einschließlich zum 6. Juli in einem eng „getakteten“ Programm an insgesamt fünf Seminaren teil, in denen neben dem unmittelbaren Vergleich der politischen und der Verwaltungssysteme auch „der Einfluss der Verwaltung auf die Politikgestaltung“ untersucht werden soll. Spannende Veranstaltungen, an denen auch Studierende der Speyerer Universität teilnehmen.

Leiter dieses fast fünfwöchigen Sommerkurses sind auf deutscher Seite der Speyerer Universitätsprofessor Dr. Michael W. Bauer und auf Seite der University of Indiana der Assistenzprofessor an der SPEA, Dr. William G. Resh. Prof. Dr. Bauer, der derzeit sein erstes Semester an der Speyerer Universität liest, hat die Nachfolge auf dem Lehrstuhl für Verwaltungswissenschaften von Univ.-Prof. Dr. Eberhard Bohne angetreten, der vor nunmehr vier Jahren diese Sommerprogramme ins Leben gerufen hatte und zum Ende des vergangenen Wintersemesters emeritiert wurde.

In seiner Begrüßung ließ der Oberbürgermeister – wie immer im „feinsten“ Englisch - die reiche Speyerer Stadtgeschichte lebendig werden und würdigte die große Bedeutung, die Speyer seit der Verleihung der am Dom angeschlagenen Freiheitsrechte durch Kaiser Heinrich V. im Jahre 1111 für die Entwicklung bürgerschaftlicher Selbstverwaltung und Selbstbewußtseins habe.

Die Kursteilnehmer, die insbesondere den Himmelfahrtstag offensichtlich schon dazu benutzt haben, um sich einem kleinen Überblick über die Stadt zu verschaffen – immerhin kannten sie bereits den Dom, das Bier und die Brezeln – werden in den kommenden Wochen auch noch Gelegenheit haben, wichtige staatliche Einrichtungen in Deutschland und in der EU kennenzulernen: So werden sie an einem Tag an einer Sitzung des Europäischen Parlamentes in Strassbourg teilnehmen, an einem anderen das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe besuchen sowie bei der Europäischen Zentralbank und der Deutschen Börse in Frankfurt/Main zu Gast sein.

Daneben wird es natürlich auch Gelegenheit für „touristische Schmankerl“ geben – ein Ausflug nach Heidelberg ist schon für dieses Wochenende geplant und Abstecher an die Weinstraße sind Pflicht für nachgeradezu jeden Speyer-Besucher. „Die Speyerer sind ungemein liebenswert und gastfreundlich“, konnte Prof. Dr. Resh schon nach ersten Kontakten konstatieren.

Was auffällt bei diesen Sommerkursen: Auch wenn die Zahl der russischen Teilnehmer – auch in diesem Jahr sind übrigens wieder drei Studierende aus der georgischen Hauptstadt Tiflis mit von der Partie – in den letzten Jahren kontiuierlich angewachsen ist und inzwischen schon fünfzig Prozent erreicht hat, so wird ein Vergleich der russischen Verwaltungs-Ussancen mit denen in Deutschland, der EU oder in den USA noch immer ausgespart – aber vielleicht ist hier der Unterschied doch noch zu eklatant. Eine solche Vergleichbarkeit herzustellen bleibt deshalb in dieser Hinsicht wohl noch über lange Zeit ein fernes Ziel – auch für die jungen Wissenschaftler.in Rußland, den USA und in Deutschland. Foto: gc

10.05.2013


4. SPEA-Tagung an der DUV Speyer zu Gast bei OB Eger - Bilderalbum

Nachlass des Stadthistorikers Fritz Klotz an das Archiv übergeben

Marianne Polzin bei der Übergabe im Magazin des Archivs, im Hintergrund Archivmitarbeiterin Franziska Ochsenreither Marianne Polzin bei der Übergabe im Magazin des Archivs, im Hintergrund Archivmitarbeiterin Franziska Ochsenreither

Am 7. Mai hat das Stadtarchiv Speyer einen Teil der schriftlichen Hinterlassenschaft des vor kurzem verstorbenen Speyerer Historikers Fritz Klotz (1921-2013) als Dauerleihgabe übernommen.

Marianne Polzin, Tochter von Fritz Klotz, überbrachte einen wertvollen, akribisch geordneten „Zettelkatalog“ zur Speyerer Geschichte.

Die insgesamt 13 Zettelkästen, verschlagwortet nach unzähligen Namen, Straßen, Gebäuden usw. waren eine Art Handapparat für die tägliche historische Forschung von Klotz.  Die Zettelkästen stehen ab demnächst für die Nutzer des Archivs zur Einsicht zur Verfügung.

Fritz Klotz, von Beruf Lehrer und langjähriges Vorstandsmitglied der Bezirksgruppe Speyer im Historischen Verein der Pfalz, hat mit seiner erstmals 1971 erschienenen "Kleinen Stadtgeschichte" die Erforschung und vor allem Vermittlung der Speyerer Historie ein erhebliches Stück vorangebracht.

Das Werk liegt mittlerweile in 5., erweiterter Auflage vor (2008, zusammen mit Dr. Thomas Rölle). Es ist ein Standardwerk und im besten Sinne ein Speyerer "Hausbuch". Pressestelle Stadt Speyer

09.05.2013


Der Countdown läuft: in 66 Tagen will sich Speyer ins „Guiness-Buch der Rekorde“ eintragen

Dann gilt es, die Zahl von 1176 Dirndln zu schlagen

cr. Speyer. Petrus meinte es wirklich gut mit den Speyerern und ihren zahlreichen Gästen an diesem Wochenende. Hatte noch am Samstag der Himmel seine Schleußen zwar immer wieder geöffnet und das „Speyerer Frühlingsfest“ 2013 „eingeweicht“, so war der zweite Tag - der verkaufsoffene Sonntag - ein um so größerer Knaller: In voller Pracht strahlte die Sonne aus einem pfälzisch-bayrisch-blauen Himmel auf die Stadt, als Hans-Jürgen und Doris Demmer ihr Fachgeschäft für exclusive City- und Landhausmode auf der Speyerer Maximilianstraße 10 gegenüber dem Alten Marktplatz für eine Modenschau der besonderen Art aufsperrten: Dirndln in vielen Farben und Schnitten galt es zu bewundern, so fröhlich und so farbenfroh, wie dieser Tag „uff de Schbeierer Hauptstroos“ war – so bunt, wie dieser Sommer es zu werden verspricht.

Schon eine Stunde vor Beginn der Schau zogen die Mitglieder des eigenes gegründeten Sonderausschusses des Speyerer Verkehrsvereins für die Ausrichtung des Dirndl-Contests – des Weltrekord-Versuchs, der am Brezelfest-Samstag, am 13. Juli 2013, Speyer in das „Guiness-Buch der Rekorde“ bringen soll: Denn geht es nach Anton Morgenstern, Thomas Zander, Franz Hammer und Bernd Kopietz, dann werden sich an diesem Tag auf dem Speyerer Brezelfest mehr Dirndl-Trägerinnen tummeln als jemals zuvor an einem Ort in der Welt. Sie riefen deshalb weit über die Grenzen der Stadt Speyer hinaus Frauen, aber auch Männer, zur Teilnahme an diesem lustigen Event ein – und die Resonanz aus dem In- und Ausland ist schon jetzt einfach überwältigend. Von überall her melden sich Interessent(inn)en, so dass sich die Verantwortlichen in Speyer ganz sicher sind: „Wir schaffen das – wir schlagen Straubing in Niederbayern, das derzeit mit 1176 Dirndl-Trägerinnen und -Trägern den Weltrekord hält“. Da ist sich nach diesem großartigen Start beim Frühlingsfest 2013 auch Oberbürgermeister Hansjörg Eger sicher, der nebst Gattin gleichfalls zu dieser Präsentation gekommen war.

Einen überwältigenden Vorgeschmack auf die Stimmung, die dann am Brezelfest-Samstag vorherrschen wird, erhielten die zahlreichen Besucher, die jetzt zu dieser Modenschau auf die Hauptstraße gekommen waren: Neun Models - „blitzsaubere Madln“ tät der Bayer dazu sagen - – zugleich auch Mitglieder einer Speyerer Jazz-Dance-Gruppe, waren von Doris Demmer und ihren Mitarbeiterinnen in schmucke Dirndl perfekt eingekleidet worden, mit denen sie den Catwalk im Schatten des Domes „betanzten“. Rot-grün, Blau und beige und immer wieder in gelb – der Modefarbe der Saison – in ihren unterschiedlichen Abstufungen - dazu lustige Sportschuhe aus dem Hause Bödecker – die Reaktionen aus dem begeisterten Publikum reichten von “wie süss“ über „ach wie niedlich“ bis hin zu „einfach suuuuper!“. Moderator Howard Biery konnte sich da einfach kaum mehr „einkriegen“, so begeistert war er von diesem Auftritt. Leicht, locker und sommerlich heiter – die Dirndl-Modelle schmeicheln ihren Trägerinnen durch die Bank – und entzücken ihre männlichen Begleiter....

Schicke junge Männer dann ebenfalls auf dem Catwalk – Dazu Biery: „Meine Herren, halten Sie Ihre Frauen fest,,,“ - sie gaben auch den Damen „etwas zum Schauen“. „Für Sie haben wir natürlich auch noch eine passende Kniebundlederhose“, beschied Hans-Jürgen Demmer dem Stadtoberhaupt und Ehefrau Colleen Towns-Eger feixte zustimmend angesichts dieses „Anschlags“ auf des Gatten „Geläuf“.

Danach gab's Abendmode im Dirndl-Stil – von schlicht bis opulent - seit ein paar Jahren schon der „letzte Schrei“ bei den großen Sommer-Festivals von Salzburg bis nach Bayreuth, bei den Musifestspielen vom Rheingau bis nach Schleswig-Holstein. Sie haben dem „kleinen“ oder auch „pompösen Schwarzen“ für solche Gelegenheiten längst den Rang abgelaufen, taugen für den großen Opernabend ebenso wie für das illustre Gartenfest, weil sie den Stil des Anlasses mit der Heiterheit des Sommers in optimaler Weise verbinden.

Über 1000 verschiedene Dirndln hat Doris Demmer in Vorbereitung auf den Weltrekord-Versuch in den letzten Wochen in ihrem Speyerer Geschäft zusammengetragen. „Und wenn's nicht reicht, dann können wir in kürzester Zeit noch weiteren 'Nachschub' aus unseren Filialen in der Metropolregion herbeischaffen oder sie bei unseren Lieferanten nachordern“, so die Modeexpertin, die ihr Modehaus - nur einen Steinwurf weit entfernt vom Speyerer Kaiserdom - in den vergangenen 13 Jahren ihrer Anwesenheit in Speyer zum 'hot spot' der internationalen Modelabels für exclusive Freizeit- und Landhausmode entwickelt hat.

Übrigens: Für das Finish in Sachen Dekoration und Schmuck der Dirndln steht Doris Demmer mit ihren bestens präparierten Mitarbeiterinnen den Kundinnen persönlich zur Verfügung – für leichter Veränderung zur Perfektionierung der Passform gibt es die hauseigene Änderungsschneiderei.

Bei dieser Schau passte einfach alles – vom Anfang bis zum Schluss. Die Jagdhornbläser untermalten die Schau zu Beginn mit gekonnt gespielten bekannten Stücken – für fetzige Popmusik sorgte danach „DJ Andy“ - dann allerdings vom Band.

Und weil's so schön war, zogen die Models danach froh gelaunt in breiter Front über die Speyerer 'via triumphalis', ließen sich beim Brezelstand am Speyerer Stadthaus schon einmal im Vorgriff auf das Brezelfest die ersten Exemplare des knusprigen Speyerer Nationalgebäcks schmecken und drehten auf dem kleinen Karussell am Alten Marktplatz frohbeschwingt ein paar Runden, ehe sie sich zum zweiten Durchgang der Dirndl-Modenschau wieder im Hause Demmer „zurecht machten“.

Nur noch 66 Tage sind es bis zum großen Tag – bis Speyer sich in die legendäre Bestenliste eintragen kann, zumindest was die Zahl der Dirndln angeht, die dann im großen Zelt auf dem Festplatz zu sehen sein werden . Wer übrigens noch an diesem Tag selbst kurz entschlossen mit von der Partie sein möchte oder der sein eigenes Dirndl zuhause vergessen hat – kann ja mal vorkommen, meine Damen, nicht wahr? -, für den wird Demmer auch auf dem Festplatz mit einem Verkaufsstand für alle „Dirndl-Notfälle“ präsent sein – direkt neben dem Festzelt.

Da kann doch dann eigentlich gar nichts mehr schief gehen – dieser Titel gehört schon so gut wie sicher Speyer – Wetten dass? Foto: gc

06.05.2013


Dirndl Modenschau beim „Speyerer Frühlingsfest“ - Bilderalbum

Zwei China-Vorträge während der Europawoche

Mit zwei interessanten Vorträgen setzt die Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft (GDCF) ihr Jahresprogramm 2013 fort: Am Freitag, dem 17. Mai 2013, 19:30 Uhr, wird Gerhard Fiedler Impressionen aus der rheinland-pfälzischen Partnerprovinz Fujian vermitteln und am Mittwoch, dem 22. Mai 2013, 19:30 Uhr, wird Prof. Dr. Hartmut Soell über „Chinas Geschichte, Wirtschaft und Politik aus der Sicht eines Zeithistorikers referieren. Beide Veranstaltungen finden im Historischen Ratssaal des Rathauses statt.

Gerhard Fiedler ist pensionierter Lehrer und hat in den vergangenen Jahren mehrere China-Reisen unternommen. In den Jahren 2009 und 2011 unterrichtete er als Muttersprachler insgesamt sieben Monate  am Fremdspracheninstitut der Universität Fuzhou. Er unternahm - unterstützt von chinesischen Freunden - mehrere Reisen in der Provinz Fujian, zuletzt im April 2013, und lernte so die großen Städte und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Partner-Provinz von Rheinland-Pfalz kennen.

Hartmut Soell lehrte als Professor für Neuere Geschichte an der Universität Heidelberg. Er war mehrere Jahre lang Mitarbeiter des damaligen SPD-Fraktionsvorsitzenden Helmut Schmidt und 1980 bis 1994 selbst Mitglied des Deutschen Bundestags. Er gilt ebenfalls als ausgewiesener China-Kenner.

Beide Vorträge finden im Rahmen der von der Stadt Speyer und den Freundeskreisen der Partnerstädte organisierten „Europawoche“ statt.   Stadt Speyer, Pressestelle; Foto: Gerhard Fiedler

04.05.2013


Stadt sucht freiwillige für kostenlose Energieberatung

Stadt bietet kostenlose Energieberatung

Für die Erarbeitung des energetischen Quartierskonzeptes für das Stadtumbaugebiet „Kernstadt Nord“ bietet die Stadt Speyer im Rahmen der Klimaschutzinitiative Gebäudeeigentümern kostenlos eine exemplarische Energieberatung an. Das Angebot kann für eigengenutzte Eigenheime innerhalb des Stadtumbaugebiets „Kernstadt Nord“ abgerufen werden. Dieses Gebiet umfasst die Achse Große Himmelsgasse, Johannesstraße, Armbruststraße, St. Guido-Stifts-Platz, Adenauerpark, Bahnhoftrasse, Mühlturmstraße, Postplatz sowie die nördliche Seite der Maximilianstraße. Die Energieberatung wird kostenlos von Fachkräften des Steinbeis Transferzentrums Energie-, Gebäude- und Solartechnik Stuttgart, Projektpartner der Stadt, durchgeführt. Voraussetzung ist, die Bereitschaft der Eigentümer, ihre Verbrauchsdaten zur Verfügung zu stellen. In Veröffentlichungen werden sie anonymisiert dargestellt. Für Anfragen steht Hans-Joachim Ritter, Leiter des AK Klimaschutz, zur Verfügung (Tel.: 14-22 91, hans-joachim.ritter@stadt-speyer.de).

www.speyer.de Pressestelle Stadt Speyer

 

Wir entnehmen dem Feuer die Bücher von...“ -

Aufruf zu zahlreichem Besuch von „Gedenkfeier und Ausstellung zur Bücherverbrennung in Speyer am 6. Mai 1933“ als Mahnung „gegen das Vergessen“ am kommenden Montag

Von Gerhard Cantzler

Am 6. Mai 2013 ist es genau 80 Jahre her, dass auch in Speyer – so wie überall damals in Deutschland - Bücher verfemter Dichter und Autoren brannten. Auf dem Alten Marktplatz, gegenüber dem Historischen Rathaus, waren an diesem Samstag des Jahres 1933 die „Braunen Schergen“ der SA aufgezogen, um in einer gespenstischen Zeremonie die Werke bekannter Literaten zu vernichten. An diesem 6. Mai, am kommenden Montag um 18.00 Uhr, wird jetzt in einer Gedenkstunde im Kulturhof Flachsgasse an dieses Ereignis in ganz besonderer Weise gedacht. Bei einem Pressegespräch im Dienstzimmer von Oberbürgermeister Hansjörg Eger stellten dazu jetzt die Vertreter der an der Gedenkstunde beteiligten Institutionen ihr gemeinsames Konzept für dieses Gedenken vor, dem sich direkt danach die Eröffnung einer Ausstellung mit Fotos und Dolumenten zu diesem Tag im Stadtarchiv in der Johannesstraße anschließen wird.

Die Speyerer Nazi-Repräsentanten waren mit ihrer Bücherverbrennung - quasi in der Form eines 'vorauseilenden Gehorsams' - sogar um vier Tage vor dem von Berlin aus angeordneten Termin aktiv“, erinnerte Hansjörg Eger an einen Tag, den er zu den „schwarzen in der Speyerer Stadtgeschichte“ zählt und als „Auftakt für unvorstellbare Mord- und Gräueltaten“ bezeichnete.

Katholische und Evangelische Kirche werden an diesem Tag gemeinsam mit Einrichtungen der Stadt Speyer - von der Stadtbücherei, der Volkshochschule und der Städtischen Musikschule bis hin zu der Abteilung 'Kulturelles Erbe' – dem Stadtarchiv – zusammenwirken, um ein Gedenken zu ermöglichen, das Erinnerung und erzieherische Mahnung eines „Damit es sich niemals mehr wiederholt“ in sich vereinigt.

Oberbürgermeister Hansjörg Eger wird die Gedenkstunde eröffnen und in dieses düstere Kapitel deutscher und Speyerer Geschichte einführen. Danach wird Thomas Sartingen von der Katholischen Erwachsenbildung einen Einblick in die politischen Hintergründe dieser unvergleichlichen Aktion intellektueller Verleumdung und Hetze geben. „Mit dieser Form der Veranstaltung wollen wir ganz bewußt an die Tradition anknüpfen, die wir gemeinsam vor fünf Jahren mit dem Gedenken vor der Villa Eccarius begründet haben“, so Sartingen. Schon damals wurde aus Werken verfemter Autoren gelesen – auch in diesem Jahr soll das einer der Höhepunkte der Veranstaltung sein. Katrin Hopstock, eine der intimsten Kennerinnen der Speyerer Stadtgeschichte, wird dann den Fokus auf die damaligen Ereignisse in Speyer lenken.

„Wir wollen mit dieser Gedenkstunde gerade auch die jüngere Generation für das damals Geschehene sensibiliseren“, betonte Hans Schulze-Bühlmann, Leiter der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft, der darauf hinwies, dass – insbesondere wegen des wachsenden zeitlichen Abstandes zu diesem Tag - die Zahl der Zeitzeugen von Jahr zu Jahr immer kleiner wird. „Unser Konzept von vor fünf Jahren, Gedenken und Bildung zusammenzuführen und dadurch Autoren, die gerade durch die Bücherverbrennung dem Vergessen anheim gefallen waren, wieder in unser Bewußtsein zurückzuholen, ist auch heute noch richtig“, so Schulze-Bühlmann.

„Die Bücherverbrennungen sollten 1933 zu einem öffentlichen Machtsymbol werden“, betonte auch der Leiter der Volkshochschule Speyer, VHS, Ewald Gaden. „Den Tätern von damals ging es darum, Macht über die Gedenkenwelt der Menschen zu erlangen“.

Finanziert durch die Freundeskreise von VHS und Stadtibliothek, die gemeinsam 7.000 Euro aufbrachten, solle jetzt für die verfemten und vor achtzig Jahren verbrannten Bücher im Inneren des Kulturhofes ein öffentliches Bücherregal errichtet werden, das von allen Speyerer Bürgerinnen und Bürgern „rund um die Uhr“ uneingeschränkt benutzt werden kann. Zwar wird dieses Regal am kommenden Montag nur symbolisch vorgestellt werden können, aber noch im Verlauf dieses Jahres soll es im Kulturhof in einer auch architektonisch angemessenen Form errichtet werden. Solche „Öffentlichen Bücherregale“ gäbe es wie hier in Bergisch-Gladbach bei Köln (siehe unser wikimedia-Bild) zwischenzeitlich schon in mehr als hundert Städten und Gemeinden in der Bundesrepublik, berichtete der VHS-Leiter. Dort hätten es sich die Bürger zur Gewohnheit gemacht, Bücher leihweise zu entnehmen, um sie zu lesen, aber auch andere, zum thematischen Context dieses Tages passende, dort einzustellen.

Mit einer solchen öffentlichen Büchersammlung, so betonte auch der Oberbürgermeister, könne man ein „niedrigschwelliges“ Angebot von zunächst einmal rund 100 Bänden realisieren, zu denen vor allem die Werke der 1933 verfemten Autoren gehören sollen.

Bedenken, dass an dieser Stelle die Sicherheit der kleinen Biblothek nur unzureichend zu gewährleisten sei, hielt Eger seine Hoffnung entgegen, dass die Bürgerschaft für eine solche Sammlung durchaus eine „soziale Kontrolle“ übernehmen werde. „Und außerdem wird der Kulturhof ja in der Nacht auch abgeschlossen“, so der OB beschwichtigend.

Aus Büchern, die später ihren – hoffentlich dauerhaften – Standort in diesem Regal haben, werden in der Gedenkstunde am kommenden Montag Hans Schulze-Bühlmann, Sabrina Albers, Dr. Gabriele Dreßing, Jutta Hornung, Angela Magin und Erhard Steiger lesen.

Im Anschluß daran wird Ewald Gaden zum gemeinsamen Gang ins nur wenige hundert Meter entfernte Archiv der Stadt Speyer einladen, wo direkt im Anschluß an die Gedenkstunde die vom Stadtarchiv zusammengestellte Ausstellung „80 Jahre Bücherverbrennung 1933“ eröffnet wird.

Die Einladung zu beiden Veranstaltungen an diesem Tag enthält den Verweis auf ein Zitat des selbst dem Verdikt der Nazis anheimgefallenen Dichters Heinrich Heine, das dieser bereits 110 Jahre vor jenen unseligen Maitagen des Jahres 1933 geschrieben hatte und in dem er hellsichtig prophezeite: „...wo man Bücher verbrennt, da verbrennt man am Ende auch Menschen....“

Damit sich so etwas nie mehr wiederholt, dazu müssen auch die Speyerer an diesem Jahrestag einmal mehr ein Zeichen für Toleranz und Menschlichkeit setzen. Am 6. Mai 1933, als auch in Speyer Bücher brannten, hatten sich – so schätzen Stadthistoriker – mehr als tausend Speyerer Bürgerinnen und Bürger zu dieser gespenstischen Zeremonie am Alten Marktplatz eingefunden - Schulen und Vereine in der Stadt waren damals zum kollektiven Aufmarsch „verpflichtet“ worden.

Heute, 80 Jahre später - in Zeiten der Freiheit – gibt es, Gott sei's gedankt - keine verpflichtenden Aufmärsche mehr. Um so schöner wäre es, wenn am kommenden Montag, wenn die einst verfemten Bücher wieder „dem Feuer entnommen“ und den Bürgerinnen und Bürgern zurückgegeben werden, zumindest genau so viele Speyerer in den Kulturhof kommen würden wie an diesem Tag vor 80 Jahren - als ein sichtbares und nachhaltiges Zeichen gegen das Vergessen. Foto: gc; wikimedia; Stadtarchiv Willi Fix

01.05.2013


Gedenkfeier als Mahnung „gegen das Vergessen“ - Bilderalbum

Stadt beteiligt sich an bundesweiter Fanta-Spielplatzinitiative

Mit täglichem Mouse-Klick zum Fördergeld

„Heute schon gevotet?“ Mit dieser Frage wirbt die Stadt Speyer um Unterstützung bei ihrer Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb um Fördergelder der Fanta-Spielplatzinitiative. Täglich bis zum 31. Juli 2013 gilt es per Online-Voting über www.speyer.de oder die städtische Facebook-Seite für den geplanten Spielplatz „Am Gießhübelbach“ in unmittelbarer Nachbarschaft zum Judomaxx abzustimmen.

Wer einen der ersten 20 Plätze beim Spielplatzwettbewerb einnimmt, mit dem Fanta, das Deutsche Kinderhilfswerk und der TÜV Rheinland kreatives Spielen unterstützen, erhält 5.000 Euro. Gefördert werden insgesamt 100 Spielplätze in Deutschland, mit mindestens 1.000 Euro pro Stadt.

In Speyer will man mit den Wettbewerbsgeldern einen Balancierparcours in einer Sandfläche anlegen, ergänzt durch eine Sitzplattform zum Aufenthalt. Mit dem Spielplatz „Am Gießhübelbach“, am beliebten Spazierweg von der Holzstraße Richtung Dudenhofen gelegen, erfährt das Spiel- und Bewegungsangebot im Bereich Judomaxx und Sportplatz Butenschönstraße eine weitere Aufwertung.

Den Spielplatz soll zukünftig der Garten der Generationen und Nationen umgeben, für den der JSV unter sachkundiger Anleitung des städtischen Grünflächenplaners Steffen Schwendy jüngst die ersten Obstbäume gepflanzt hat. Und am 10. Mai steht die gemeinsame Raseneinsaat auf dem Programm.

Zukünftig soll ein Garten mit Pflanzen aller im JSV vertretenen Nationen entstehen, der den internationalen Charakter von Sport und Bewegung unterstreicht. www.speyer.de Pressestelle Stadt Speyer

30.04.2013


bademaxx: Verkauf von Saisonkarten ab 4. Mai 2013

Am Samstag, 4. Mai 2013, beginnt im Sport- und Erlebnisbad bademaxx der Verkauf von Saisonkarten für die Freibadsaison. Für nur 90 Euro können Erwachsene (Ermäßigte 40 Euro) von 9. Mai bis Anfang September jeden Tag schwimmen, relaxen und toben. Bei der Saisonkarte ist die Nutzung aller Hallenbadflächen mit Wellenball, Sprungturm, Riesenrutsche etc. inklusive. Witterungsbedingt ist der Zugang ab 9. Mai über den Freibad- oder Hallenbadeingang möglich. Die Wasserflächen im Freien werden je nach Witterung freigegeben.   

Die Saisonkarte ist ab Samstag an der Hauptkasse im Hallenbad (Geibstraße 3) erhältlich. Für deren Ausstellung wird jeder zukünftige Karteninhaber fotografiert bzw. - wenn vorhanden - das Vorjahresfoto genutzt.

Mietschränke sind ebenfalls für die gesamte Freibadsaison für 20 Euro (plus 5 Euro Pfand) an der Hallenbadkasse zu buchen.

www.bademaxx.de bademaxx – Das Sport- und Erlebnisbad in Speyer, Presse

30.04.2013


Schornsteinfeger bringen Glück, weil sie Brände verhindern

v.l.: Martin Beck, Andreas Groel, Beigeordneter Frank Scheid,  Felix BauerAndreas Groel als neuer Bezirksschornsteinfeger für Kehrbezirk im Speyerer Süden eingeführt

cr. Speyer. Mit der Aushändigung seiner Bestallungsurkunde wurde heute Schornsteinfegermeister Andreas Groel zum Bezirksschornsteinfeger für die südlichen Speyerer Stadtteile ernannt. Der 41jährige, der sein Handwerk im Meisterbetrieb der Firma König in Dudenhofen erlernte und nach erfolgreich abgelegter Meisterpüfung seit 1996 bei der Speyerer Firma Best als angestellter Schornsteinfegermeister tätig war, tritt in diesem verantwortungvollen, mit hoheitlichen Rechten und Pflichten ausgestatteten Amt die Nachfolge von Schornsteinfegermeister Martin Beck an, der sich aus gesundheitlichen Gründen aus dieser Funktion zurückziehen musste. Heute nun verabschiedete der zuständige Städtische Dezernent, Beigeordneter Frank Scheid, den alten Bezirksschornsteinfeger und führte seinen Nachfolger in dieses Amt ein.

Wie der Beigeordnete bei dieser Gelegenheit noch einmal ausführte, gelten seit dem 1. Januar diesen Jahres für die Schornsteinfeger europaweit einheitliche Zuständigkeiten. Denn während der Bezirksschornsteinfeger nämlich auch weiterhin – mit offizieller Bestallungsurkunde – ganz formell mit bestimmten Aufgaben betraut ist, steht es dem Hausbesitzer frei, welchen Schornsteinfeger er für die eigentlich Reinigung seiner Kamine beschäftigt. Waren diese Funktionen bisher in der Regel in einer Hand vereint, so können dies seit diesem Jahr - im Zuge der europäischen Liberalisierung – durchaus auch unterschiedliche Betriebe sein. Selbst Heizungsbauer mit einer entsprechenden Zusatzausbildung können diese Aufgabe übernehmen, teilte Scheid mit.

Dem Bezirksschornsteinfeger dagegen obliegen in seinem Bezirk auch weiterhin alle hoheitlichen Aufgaben: Die Führung des sogenannten Kehrbuches, die Feuerstätten-Schau, die der Bezirksschornsteinfege innerhalb seiner auf sieben Jahre festgelegten Amtszeit zweimal vornehmen muss, die Prüfung der Brandsicherheit durch Abnahme der in einem Gebäude eingebauten Brennvorrichtungen, die Durchführung „anlassbezogener Überprüfungen“, wie es im Amtsdeutsch heißt – also wenn sich Nachbarn zum Beispiel über einen zu heftig qualmenden Kamin beklagen – die Ausstellung von Bescheinigungen über die Abnahme neu errichteter Anlagen sowie letztlich auch die Durchführung von „Zwangskehrungen“ - wenn z.B. ein Hausbesitzer die Reinigung seines Kamins „standhaft“ verweigert.

Zuständig ist der Bezirksschornsteinfeger für alle stationären Feuerstellen bis 1.110 Kw Leistung – für größere Anlage oder mobile Feuerstellen - z.B. in Wohnmobilen oder in Wohnwagen - muss der TÜV hinzu gezogen werden.

Für die Bewohner des Kehrbezirks im Speyerer Süden, für den Andreas Groel und sein Mitarbeiter, Schornsteinfegermeister Felix Bauer zukünftig die Verantwortung tragen, bedeutet dies, dass sie bei den beschriebenen grundlegenden Aufgaben keine Alternative bei der Auswahl „ihres“ Schornsteinfegers haben – für die Durchführung der regelmäßigen Kehrarbeiten dagegen können sie sich nach Lust, Laune und Sympathie „ihren“ Schornsteinfeger „frei“ auf dem Markt auswählen.

Für alle Schornsteinfeger aber gilt: Sie zu berühren, bringt Glück, denn war der „schwarze Mann“, der immer häufiger auch eine „schwarze Frau“ sein kann, erst einmal im Haus, dann ist die Gefahr, dass ein Brand ausbrechen könnte, gleich um ein vielfaches geringer.....sagt man zumindest. Foto: gc

29.04.2013


Andreas Groel als neuer Bezirksschornsteinfeger im Speyerer Süden eingeführt - Bilderalbum

Zunftbaumtradition und Handwerkerturm müssen gepflegt werden

Traditionelle Zunftbaum-Aufstellung jährt sich zum 31. Mal

jüs. Speyer- Der Wettergott meinte es nicht wirklich gut mit den Speyerer Handwerkern, die bei leichten Nieselregen zum 31. Mal den traditionellen Zunftbaum in der Maximiliansstrasse aufstellten. Bei Bratwurst, Domhofbier und Waffeln hofften sie auf rege Beteiligung und Beachtung durch die Bevölkerung.

Angelika Wöhlert, Stadtbeauftragte der Kreishandwerkerschaft für das Speyerer Handwerk bedankte sich bei allen Handwerkskollegen des 2010 gegründeten Vereins der Speyerer Handwerkstradtion für ihr Engagement. Ziel des Vereins, so Wöhlert, sei die Pflege des Brauchtums der traditionellen Zunftbaumaufstellung. Zudem sei der denkmalgeschützte Handwerkerturm in der Mühlturmstrasse Treffpunkt für Innungsversammlungen und soll ab 2013 durch die Speyerer Handwerkstradition gepflegt und unterhalten werden. Interessierte hätten beim „Tag des offenen Denkmals“ im September die Möglichkeit, das Bauwerk von 1821 zu besichtigen.

Beim genauen Betrachten des aufgestellten Zunftbaumes fiel Oberbürgermeister Hansjörg Eger auf, dass „Kosmetik“ als neues Handwerk hinzugekommen sei. Dies werfe beim ihm die Frage auf, so der OB, wo und ob Kosmetik im Handwerk zu verorten sei. Das sei doch wohl eher Kunst, wenn man sieht, was Kosmetik mit bzw. aus einem Gesicht alles Kunstvolles machen könne, so der OB mit einem Augenzwinkern.

Eger und Wöhlert wünschten als Doppelpack trotz des schlechten Wetters allen Besuchern noch ein gelingendes Zunftbaumfest. Foto: jüs

29.04.2013


Traditionelle Zunftbaum-Aufstellung - Bilderalbum

Literarische Zufallbegegnung:

Oberkirchenrat i.R. Dr. Klaus Bümlein rückt die Erinnerung an den Literaten und Alchemisten Alexander von Bernus ins Bewußtsein der Region

cr. Speyer. Alexander Freiherr von Bernus, 1880 in Aeschbach bei Lindau geboren und 1965 auf Schloss Donaumünster bei Donauwörth verstorben – als „Schriftsteller und Alchimist“ in den einschlägigen Lexika verewigt - er hatte mit Speyer eigentlich eine eher zufällige Verbindung, war er doch nach ersten Jahren seiner schulischen Erziehung durch Hauslehrer auf dem heutigen Benediktiner-Stift Neuburg in Heidelberg-Ziegelhausen, das durch Vererbung in den Besitz seiner Familie gekommen war, Anfang der 1890er Jahre aufs Humanistische Gymnasium nach Speyer geschickt worden. Dort war es dann einem weiteren Zufall geschuldet, dass er in der privaten Schülerpension des Gymnasilaprofessors und protestantischen Pfarrers Karl-Ludwig Gümbel in der heutigen Ludwigsstraße 80 – damals noch Landauer Straße 6 - untergebracht wurde. Und schließlich noch ein weiterer Zufall, dem wir jetzt die öffentliche Wiederbelebung der Erinnerung an den sonst weitgehend in Vergessenheit geratenen Dichter und Alchemisten verdanken: Genau in diesem Haus lebt jetzt schon seit Jahren der frühere Oberkirchenrat und Stellvertretende Präsident der Protestantischen Landeskirche der Pfalz, Dr. Klaus Bümlein, den der „genius loci“ dieses Hauses nicht ruhen ließ und zu eingehenden Recherchen über den bedeutenden „Vorbewohner“ seines Hauses ind der „Ludwigsstraße 80 anregte.

In einem gut besuchten Vortrag trug Dr. Bümlein jetzt im Archiv der Stadt Speyer die Ergebnisse seiner mit großer Akribie geführten Forschungen vor. Und dabei stand naturgemäß die Speyerer Zeit von Alexander von Bermus im Mittelpunkt. Als der junge Freiherr nämlich nach Speyer kam – sein Vater musste nach dem Tod der Stiefmutter eine andere „Bleibe“ für den Adoptivsohn suchen, war er selbst doch berufsbedingt viel auf Reisen -, da war das Speyerer Humanistische Gymnasium noch im sogenannten „Fürstenhaus“ in der Großen Pfaffengasse untergebracht. Das heutige Gymansium am Kaiserdom - gegenüber der „alten Penne“ - wurde, wie das daneben liegende Historische Museum der Pfalz, die heutige Postgalerie oder das heutige Stadthaus, erst mehr als ein Jahrzehnt später errichtet.

Die Erinnerungen, so schilderte Dr. Bümlein, die Bernus an diese Jahre hatten, waren durchaus gemischt: Da war der extrem gestrenge „Hausvater“ Karl-Ludwig Gümbel, dem Bernus später kritisch bescheinigte, dass er nur den Bau „seiner Gedächtniskirche“ als dem Gegenmonument zum Kaiserdom im Sinn gehabt habe. Damals „tobte“ in der Folge der Kaiserkrönung Wilhelms I. der sogenannte „Kirchenkampf“ zwischen Protestanten und Katholiken im Deutschen Kaiserreich - Bauten wie die Speyerer Gedächtniskirche waren nicht nur ein religiöses, sondern ebenso ein politisches Statement.

In dieser „Gümbeley“, wie der Schüler das Haus des strengen Schulmannes spöttisch nannte, entdeckte Bernius seine Liebe zu den Werken der deutschen Romantiker - dort lernte er auch Friedrich Glaser kennen, den Sohn eines BASF-Direktors, mit dem ihn die Begeisterung für die Dichtkunst vor allem dann auch später in den gemensamen Studienjahren in München zusammenschweißen sollte.

Dann war da aber – im Wortsinne auf der anderen Seite – auch die junge Caroline Ritter, die er aus dem Fenster seiner Mansarde sehen konnte und mit er wohl so manchen schmachtenden Blicke getauscht haben mag. Sie wurde zu seiner ersten Jugendliebe. Ansonsten richtete sich sein Blick aus seinem Zimmer aufs damals noch völlig unbebaute freie Feld bis hin zum Hardtgebirge. Diese wohl „unschuldige Liebe“ aber konnte Karl-Ludwig Gümbel nicht dulden - er zwang den Vater von Bernus, für den Sohn eine andere Bleibe zu suchen. Die fand er dann, nur wenige hundert Meter entfernt, im Anwesen von Karl Hollidt, gleichfalls Gymnasialprofessor am Speyerer Humanistischen Gymnasium.

Nach dem Abitur im Jahr 1898 meldete sich Bernus als Einjährig-Freiwilliger zum Militärdienst, wurde sogar zum Fahnenjunker und zum Leutnant im badischen Leibdragonerregiment in Karlsruhe ernannt. Doch das „Militärische“ war nicht so Bernius' Sache. Er nahm seinen Abschied und begann in München ein Studium der Literaturgeschichte und der Philosophie, das er später durch die Fächer Medizin und Chemie ergänzte. Doch die „Theorie“ reizte den Studenten Alexander von Bernus weitaus weniger als die literarische Praxis: Gemeinsam mit Stefan Zweig veröffentlichte er schon 1902 seinen ersten Gedichtband, 1903 zeichnete er gemeinsam mit dem Schulfreund Friedrich Glaser, den er in München wiedergetroffen hatte, als Herausgeber der Vierteljahresschrift „Die Freistatt“, in der die damals bedeutensten Literaten ihre Werke veröffentlichten. Von Ricarda Huch, Karl Wolfskehl über Frank Wedekind, Rainer Maria Rilke, Thomas Mann bis Hermann Hesse und Stefan George gehörten alle Namen der damaligen Münchner Literaturszene zum direkten Umfeld von Bernius in der Münchener Aimüllerstraße und auch Bernus selbst trat mit einer großen Zahl von Arbeiten an die Öffentlichkeit.

1908 erbte Bernus nach dem Tod des Stiefvaters das Stift Neuburg, wo er schon große Teile seiner Kindheit verlebt hatte. Als dort 1911 sein Sohn Alexander Walter im Alter von nur acht Jahren beim Spielen in der Schlosskapelle tödlich verunglückte, war das ein tiefer Einschnitt in sein Leben. Noch im gleichen Jahr ließ er sich von seiner Ehefrau scheiden und heiratete 1912 seine zweite Ehefrau, die baltische Künstlerin Imogen von Glasenapp

In diese Zeit fiel aber vor allem auch der Wechsel seiner Profession: Okkulte und alchemistische Studien beherrschten von da an sein Leben. Gemeinsam mit Conrad Johann Glückselig arbeitete er auf der Grundlage der Alchemie an der Entwicklung von spagyrischen Arzneimitteln. Nach dem Ersten Weltkrieg gründete von Bernus 1921 sein „alchymistich-spagyrisches Laboratorium Stift Neuburg“. Am 1. September 1926 trennte er sich dann aber von dem Stift, das ihn immer wieder an den toten Sohn erinnerte, dessen Unterhalt ihm aber wohl auch zu aufwändig geworden war. Seitdem sind in Stift Neuburg Benediktiner zuhause.

1929 trennte er sich von seiner zweiten Ehefrau und lernte seine dritte Ehefrau, die Schauspielerin Isolde Oberländer kennen. Bereits 1921 hatte er das Schloss Donaumünster erworben, das er bis 1943 in den Sommermonaten bewohnte. Nachdem seine beiden Häuser in Stuttgart 1943 bei Bombenangriffen vollkommen zerstört worden waren, zog er sich ganz auf das kleine Barockschloss Donaumünster bei Donauwörth zurück. Dort starb Alexander von Bernus im Jahr 1965.

Sein nachgelassenes eigenes lyrisches Werk umfasst mehr als 1.000 Gedichte.

Ein ungewöhnliches Leben, das da für einige prägende Jahre eng mit Speyer verbunden war, wo Alexander von Bernus an heißen Sommertagen oft die Kühle des Domes aufsuchte, um die Gedichte seines Lieblingsdichters Clemens von Brentano de la Roche zu lesen oder selbst erste zaghafte literarische Versuche zu unternehmen.

Dem pensionierten Kirchenmann Dr. Klaus Bümlein war es zu verdanken, dass diese schillernde Persönlichkeit jetzt wenigstens für einpaar Stunden ins Bewußtsein der Speyerer und der Kurpfälzer zurückgekehrt ist. Foto: gc; Wikipedia

28.04.2013


Für Integration Jugendlicher mit Migrationshintergrund in Handwerksbetriebe

Und für die Mitwirkung des Migationsbeirats beim Brezelfestumzug 2013

cr. Speyer. Das Programm zur Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in deutsche Handwerksbetriebe, ein Rückblick auf die Demonstration „Speyer bunt statt braun“ sowie die Unterstützung des neugegründeten deutsch-afrikanischen Freundeskreises „Onuado e.V.“ - sie bildeten die Tagesodnung für den öffentlichen Teil der letzten Sitzung des Beirates für Migration und Integration der Stadt Speyer in der Bibliothek des „Hauses der Vereine“.im ehemaligen Normand-Gelände.

Dr. Brenda Hart Bohne, Vorsitzende des Beirats, hatte dazu Leyla Cetintas vom Berufsbildungs- und Technologiezentrum Ludwigshafen der Handwerkskammer Pfalz/Rheinhessen als Referentin gewinnen können, die zuächst über ihre Erfahrungen mit der Vermittlung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund berichtete. Rund 750.000 Menschen in Rheinland-Pfalz – 19 % der Gesamtbevölkerung - verfügten heute über einen Migrationshintergrund, berichtete Leyla Cetintas – bei der Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich auf eine Berufsausbildung vorbereiteten, sei dieser Anteil noch wesentlich höher. Für diese Jugendlichen, die eine Ausbildung in einem Handwerksbetrieb anstreben, sei sie unterwegs, um zunächst - zur Berufsorientierung – Praktikumsplätze, dann aber auch Ausbildungsplätze aufzuspüren. Um dabei behilflich zu sein, suche sie aber auch Tutoren, die den jungen Menschen auf ihrem „Weg ins Berufsleben“ hilfreich zur Seite stünden.

Dr. Wolf Böhm, als Städtischer Beigeordneter u.a. auch zuständig für Fragen der Integration und der Migration, verwies auf neuere, durchaus erfreuliche Zahlen des Deutschen Städtetages, wonach der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die wegen mangelnder Deutschkenntnisse oder wegen einer fehlenden schulischen Qualifikation keinen Ausbildungsplatz erhielten, in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen sei. Diese Gruppe – heute nur noch circa sieben Prozent eines Altersjahrganges der betroffenen Gruppe, sei aber am schwierigsten zu vermitteln. Die Jugendlichen seien oft erst mit sieben, acht Jahren mit ihren Eltern nach Deutschland eingewandert und bewegten sich auch weiterhin fast ausschließlich im sprachlichen Umfeld ihrer eigene Ethnie. „Die tun sich dann ungeheuer schwer, die Sprache des Gastlandes zu erlernen“, so Dr. Böhm, der als Mitglied des Bildungsausschusses des Deutschen Städtetages selbst aktiv an Lösungsvorschlägen für dieses Problem mitarbeitet.

Speyerer Einrichtungen wie „gabis“ oder der „VFBB“ würden hier in der Region mit entsprechenden Maßnahmen eine durchaus segensreiche Brückenfunktion einnehmen, so Dr. Böhm Um so mehr begrüße er den von Leyla Cetintas vorgestellte Ansatz, solchen Jugendlichen auch ehrenamtliche Tutoren zur Seite zu stellen.

Zum Abschluss dieses Tagesordnungspunktes rief die Referentin alle Anwesenden und die Öffentlichkeit dazu auf, entsprechende Jugendliche an ihre Einrichtung in Ludwigshafen zu verweisen, aber auch dazu, freie Ausbildungsstellen, die in Handwerksbetrieben in der Region noch offen seien - „und das werden in der Zukunft angesichts der demographischen Entwicklung immer mehr sein“, so Cetintas, ihr ebenfalls aufzuzeigen.

Als weitere Gäste konnte die engagierte Vorsitzende des Beirates, Brenda Hart Bohne an diesem Abend auch die 1. Vorsitzende des neu gegründeten deutsch-afrikanischen Freundeskreises „Onuado e.V.“, Gloria Aryeh-Steffen und ihre Stellvertreterin Selita Arthur begrüßen. „Onuado“ - das bedeutet in der Ghanaischen Twi-Sprache soviel wie „Freundschaft“. Und allein Freundschaft ist es, was die beiden Frauen an der Spitze des neuen Vereins stiften wollen – Freundschaft zwischen Menschen unterschiedlicher Ethnien und Hautfarben – Freundschaften über Sprachgrenzen hinweg und fernab aller parteipolitischen Bindungen.

Die Mitglieder des Vereins „Onuado e.V.“, die sich jeweils am letzten Mittwoch im Monat von 17.30 bis 20.30 Uhr im „Paradiesgarten“ bei der Dreifaltigkeitskirche treffen, tauschen dabei Lebenserfahrungen aus, kochen miteinander - „und was wir zusammen kochen, das essen wir auch zusammen“, so Gloria Aryeh-Steffen.

Zu der Sitzung des Beirates für Migration und Integration waren sie gekommen, um „eine Lanze“ für eine Mitwirkung des Beirates beim diesjährigen Brezelfestumzug „zu brechen“. Dazu haben sie bereits einen „fahrbaren Untersatz“ besorgt, auf dem sie mit Unterstützung der Beiratsmitglieder einen im besten Sinne „bunten Festwagen“ aufbauen wollen. Brenda Hart Bohne war Feuer und Flamme für diese Idee, für die sich am Ende selbst einige „Fußkranke“ aus dem Beirat erwärmen konnten. „Helfen beim Aufbau Ja“, versprach Daoud Hattab, „Mitlaufen und Tanzen – das muss ich mir noch sehr überlegen“. Ein anderes Beiratsmitglied, Vertreter der islamischen Gemeinde, will mit weiteren Freunden gleichfalls kommen, helfen und mitlaufen: „Das Brezelfest fällt in diesem Jahr zwar in unsere Fastenzeit – aber dennoch: Ich bin dabei“. Auch die kleine thailändische Gemeinde hat schon ihr Mittun angekündigt. Da konnte am Ende auch Beigeordneter Dr. Böhm nicht entsagen: „Ich werde gemein sam mit Frau Dr. Hart Bohne im offenen Cabriolet hinter dem Festwagen herfahren“. Versprochen!

Vielleicht gelingt es ja auch auf diesem Wege noch, die eine oder andere Community mit Migrationshintergrund noch für eine Mitwirkung zu begeistern, damit diese Zugnummer beim diesjährigen Brezelfestumzug ganz besonders bunt und farbenprächtig wird. Anmeldungen nimmt die begeisterte Beirats-Vorsitzende gerne entgegen.

Zufrieden zeigte sich der Beirat schließlich mit dem Auftritt seiner Mitglieder gegen den Aufmarsch der NPD am 23. März am Speyerer Bahnhof. „Wir haben gestanden und uns klar erklärt“, freute sich Dr. Brenda Hart Bohne, die schließlich aber auch noch darauf hinweisen musste, dass in diesem Jahr die „Interkulturelle Woche“ wegen „Terminkollissionen“ mit dem rheinland-pfälzischen Ehrenamtstag in Speyer leider ausfallen müsse. Foto: gc

24.04.2013


Für Integration Jugendlicher mit Migrationshintergrund - Bilderalbum

Orchesterkonzert der Musikschulen Speyer und Germersheim im Rahmen der Speyerer Kulturtage

Paul Stauch-ErbSpeyer- Ein besonders anspruchsvolles Programm bietet das gemeinsame Orchester der beiden Musikschulen Germersheim und Speyer im Rahmen der Speyerer Kulturtage. Unter dem Titel "Family Bach" präsentiert das Orchester Kompositionen vom Bachsohn Carl Phillip Emanuel und vom Meister Johann Sebastian selbst. Beim Konzert in A-Moll, BWV 1041, für Violine Solo wird der erst 13-jährige Paul Stauch-Erb den anspruchsvollen Part der Solovioline übernehmen. Geboren in Speyer erhielt er seinen ersten Geigenunterricht an der Musikschule der Stadt. Einer ersten Teilnahme im Wettbewerb "Jugend musiziert" im Jahre 2007, mit einem 1. Platz in der Solowertung Geige, folgten in den darauffolgenden Jahren weitere 1. Preise im selben Wettbewerb. Als Neunjähriger schafft der Hochbegabte die Aufnahmeprüfung in die Frühförderklasse an der Musikhochschule Würzburg und erhält seitdem Unterricht von den Professoren Conrad von der Goltz und Grigory Zhislin. Als Solist war Paul bei Galakonzerten des Rotary-Clubs Speyer zu hören und stand in selbiger Funktion auch dem Jugendsinfonieorchester Bruchsal bei Konzerten und bei einer Konzertreise nach Wales/England vor. Dagmar Schuelke Das Heranwachsen in einem überaus musikalischen Umfeld und der Gelegenheit des regelmäßigen Musizierens mit hervorragenden Profimusikern, gepaart mit großem Talent und einer geradezu besessenen Freude am Musizieren bringen bei Paul Stauch-Erb schon in frühen Jahren außergewöhnliche musikalische Leistungen hervor.

In der Orchestersuite in H-Moll, BWV 1067, wird Dagmar Schülke den Part der Soloflöte übernehmen. Die solistisch und pädagogisch tätige professionelle Musikerin, studierte in Mannheim, Trossingen, Antwerpen und Saarbrücken. Sie genießt sowohl als Solistin und profilierte Orchester- und Kammermusikerin, als auch als Pädagogin einen hervorragenden Ruf. Das Orchester der Musikschulen Speyer und Germersheim wurde 1997 gegründet und feierte im letzten Jahr sein 15-jähriges Bestehen. Es beschäftigt sich vornehmlich mit Originalliteratur für Streicher und ist offen für alle fortgeschrittenen Schüler der Musikschulen Speyer und Germersheim. Die Leitung hat Daniel Spektor. Musikschule der Stadt Speyer, Presse

 

23.04.2013


Chancen der Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen

Heike Baum klärt über Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen auf

Der Kinderschutzbund (KSB) Speyer setzt neue Schwerpunkte

Speyer- Auf seiner Mitgliederversammlung ging der Kinderschutzbund Speyer andere Wege. Der Vortrag von Heike Baum zu den Chancen der Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen stimmte auf eines der Schlüsselthemen der Mitgliederversammlung ein. „Für Kinder da sein, heißt vor allem, Kindern zuzuhören, ihre Wünsche zu verstehen und sie bei der Verwirklichung mitbestimmen zu lassen“, sagte Schriftführerin Elisabeth Denk. Sie wirft damit die Frage auf, warum nicht auch Kinder Mitglieder des Kinderschutzbundes sind. Alle sind sich einig: Kinder und Jugendliche sollen künftig stärker in die Arbeit des DKSB Speyer eingebunden werden. Der DKSB könne nur so erfahren, was die Kinder wirklich wollen und brauchen. Erreicht werden soll das u.a. über einen verstärkten Kontakt zu den Schulen, Kitas und zum Jugendstadtrat. Der KSB Speyer hofft dabei auf die Unterstützung der pädagogischen Fachkräfte.

Heike Baum zeigte dem Kinderschutzbund während eines interaktiven Vortrags indes wie das mit der Mitbestimmung genau funktioniert. Dabei wirft sie zu Anfang die Frage auf, in welchen Bereichen Kinder und Jugendliche selbst bestimmen sollten und in welchen nicht. Darf ein Kind von 4 Jahren entscheiden, was es anziehen möchte, was es essen soll und wann es nach Hause kommen soll? Und wie sieht das bei einem Jugendlichen mit 14 Jahren aus? Während der Gruppenarbeit wird deutlich: viele sind sich einig, dass sie sich uneinig sind. Einig sind sie sich darin, dass ein Jugendlicher schon mehr mitbestimmen kann als ein 4-jähriges Kind. Aber auch wie das genau aussehen soll, ist umstritten – gar nicht so leicht, das richtige Maß der Mitbestimmung zu finden.

Deshalb hält Heike Baum wertvolle Tipps bereit, wie Mitbestimmung ideal funktionieren kann. Zunächst sei es wichtig, dass der Ausgang bei Verhandlungen stets offen sein müsse. „Kinder spüren es, wenn alles nur scheindemokratisch ist.“ Zudem sei die dialogische Haltung aller Beteiligten und der respektvolle Umgang mit den Bedürfnissen und Ausdrucksweisen des anderen ebenso elementar wie das aktive Zuhören, damit sich alle verstanden fühlen. „Kinder und Jugendliche brauchen auch eine klare Vorstellung wie sich das Endergebnis letztlich entscheidet“, ergänzt Baum. Sollte zum Beispiel keine Mehrheit für ein Ausflugsziel gefunden werden, sollte verhandelt werden nach welchen Kriterien das Ausflugsziel ausgewählt wird. So kann an einem Wochenende dem einen und an einem anderen Wochenende dem anderen Wunsch entsprochen werden. Auch die Generationsgrenze sei einzuhalten: „ Kinder bestimmen nicht überall mit, auch wenn diese Themen mit dem zunehmenden Alter der Kinder abnehmen“, betont Baum.

Doch wie schafft man bei einem Kind die besten Voraussetzungen für Mitbestimmung? Ein stressfreies Aufwachsen sei dafür ebenso elementar wie eine klare und verlässliche Bindung zu den engsten Bezugspersonen. „Was Menschen immer brauchen, ist das Gefühl der Verbundenheit und die Erlaubnis wachsen zu können“, so Baum. Nur so könne sich eine klare Hirnstruktur herausbilden und nur so könnten sie sich bewusst auf das Lernen konzentrieren. Andernfalls entstehe Chaos im Kopf und ein Teil der für das Lernen erforderlichen Aufmerksamkeit sei von der Angst vor Gefahren gebunden. „Nur Kinder, die gut gebunden sind, trauen sich in der Welt etwas zu.“ Kinder, die daheim immer ja und amen sagen, seien zwar bequem für die Eltern, aber auch leichte Opfer für die Welt außerhalb der Familie. Kinderschutzbund Speyer, Presse

20.04.2013


„Netzwerk Kindeswohl und Kindergesundheit Speyer“ feiert 5. Geburtstag

Speyer bietet zahlreiche Hilfen für Schwangere und Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern

mfh. Speyer. 120 Vertreterinnen und Vertreter der Speyerer Jugend- und Gesundheitshilfe, von Kindertagesstätten, Schulen, Beratungsstellen und Kooperationspartner/innen aus Speyer und den umliegenden Kommunen folgten jetzt der Einladung von Bürgermeisterin Monika Kabs zu einer Arbeitstagung aus Anlass des fünfjährigen Bestehens des „Netzwerks Kindeswohl und Kindergesundheit“ in den Historischen Ratssaal der Stadt Speyer.

In ihrem einführenden Vortrag stellte die Netzwerkkoordinatorin, Michaela Fischer-Heinrich, die vielfältigen Konzepte, Projekte und Unterstützungsangebote vor, die durch das Netzwerk und durch seine Kooperationspartner in den letzten fünf Jahren angeregt und in die Praxis umgesetzt wurden:

So wurde entsprechend der Forderung des Landeskinderschutzgesetzes im März letzten Jahres in der Quartiersmensa in Speyer-West eine Anlaufstelle „Frühe Hilfen“ der Stadt Speyer mit präventiven Angeboten für Schwangere und Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern eröffnet. Die Angebotspalette der „Frühen Hilfen“ reicht dabei von der Beratung über kostenlose Willkommensbesuche für Speyerer Eltern mit Neugeborenen und die Vermittlung von Familienhebammen bis hin zu niedrigschwelligen Elternkursen.

In Kooperation mit den Speyerer niedergelassenen Kinderärzten und dem Gesundheitsamt konnten im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen die Fälle, bei denen die frühkindlichen Kontrollunteruchungen U4 – U 9 nicht von den Eltern für ihr Kind wahrgenommen wurden, im Zeitraum von 2009 bis 2013 um die Hälfte reduziert werden.

Seit Juni 2012 übernimmt der Caritas-Kinderschutzdienst im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit dem Fachbereich Jugend, Familie und Soziales der Stadt Speyer die Fachberatung von Berufsgeheimnisträgern, Lehrern und anderen Berufsgruppen bei Kindeswohlgefährdungen, die immer in anonymer Form durchgeführt werden.

Um Angebote für seelisch erkrankte Mütter nach der Geburt ihres Kindes zu bündeln und weiterzuentwickeln – immerhin zeigen gut 20% aller Gebärenden an entsprechenden Symptomen - wurde im Oktober 2012 aus Mitgliedern des vom Netzwerk initiierten Arbeitskreises „Frühe Hilfen“ eine eigene Arbeitsgruppe gebildet.

Durch die intensive und gute Zusammenarbeit mit dem Hebammenteam von „Guter Start ins Kinderleben“ - einem Angebot des Diakonissen-Stiftungs-Krankenhauses für Schwangere und Eltern mit Neugeborenen -, mit der „Frühförderstelle“ - einem Angebot der „Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt“ für Familien mit beeinträchtigten Kindern und mit den „Frühen Hilfen“ können Speyerer Familien frühzeitig erreicht und rechtzeitig zum Wohl ihrer Kinder entlastet werden.

Eine interdisziplinäre Sprechstunde für Eltern mit Neugeborenen und Kleinkindern nach dem Vorbild der Heidelberger Uniklinik könnte nach Einschätzung der Netzwerkkoordinatorin eine weitere wichtige präventive Hilfe für Speyerer Eltern darstellen und eine Lücke im Speyerer Kindesschutz-Netz schließen.

Das Bilderbuchkino, ein kostenloses Angebot zur Lese- und Sprachförderung, stellt das Netzwerk in Kooperation mit dem Haus der Familie K.E.K.S. e.V. seit Januar 2013 den Speyerer Kindertagesstätten zur Verfügung. Um den Teilnehmer/innen einen Eindruck von solch einem „Bibuki“ zu vermitteln, hatten Iris Hellmann-Deurer gemeinsam mit ihrer 8-jährigen Tochter Malin eine Lese-Kostprobe vorbereitet und sehr lebendig vorgeführt.

Am Ende ihres Vortrages bedankte sich Michaela Fischer-Heinrich bei ihren Netzwerkpartnern und Partnerinnen für die bisherige sehr gute Zusammenarbeit mit dem gemeinsamen Ziel, das gesunde und geschützte Aufwachsen der Speyerer Kinder zu fördern.

Den Mittelpunkt der Netzwerkkonferenz bildeten die anschließenden 9 Workshops, die in zwei Runden abliefen und den Teilnehmern/innen Gelegenheit boten, die im Vortrag angestoßenen Themen zu vertiefen und sich interdisziplinär auszutauschen.

Mit ihren zum Thema Kindesschutz passenden und sehr einfühlsam vorgetragenen musikalischen Beiträgen wie „Save the children“, „Menschenjunges“, „Jedes Kind braucht einen Engel“ und „Gabriellas Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“ begeisterten die Mezzosopranistin Pia Knoll mit ihrem Klavierbegleiter Bernd Camin das Fachpublikum.

Ein Ergebnisbericht über die Netzwerktagung wird in Kürze vorgestellt. Foto: gc

19.04.2013


"Netzwerk Kindeswohl und Kindergesundheit“ im Historischen Ratssaal der Stadt Speyer - Bilderalbum

Latein und Altgriechisch für Schüler auch heute noch 'attraktiv und cool'

Sieger im Landeswettbewerb „Certamen Rheno-Palatinum“ 2013 in Speyer ausgezeichnet

Von Gerhard Cantzler

Speyer- Wie sinnreich es sein kann, auch heute noch vermeintlich „tote“ Sprachen wie Latein und Altgriechisch zu beherrschen, das konnte jetzt der rheinland-pfälzische Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Walter Schumacher bei der Ehrung der Sieger zur ersten und zweiten Runde im diesjährigen Landeswettbewerb „Certamen Rheno-Palatinum“ an einem durchaus amüsanten Beispiel verdeutlichen. Als der frühere Papst Benedikt XVI. nämlich am 15. März diesen Jahres seinen Amtsverzicht ankündigte, so berichtete Schumacher, da sei es eine einzelne italienische Agentur-Journalistin gewesen, die diese Meldung sofort herausgeben konnte – sie verstand nämlich direkt und ohne Hilfe eines Übersetzers, was der Heilige Vater – auf Latein natürlich – da ankündigte – für jeden Journalisten – und daran erinnert sich der ehemalige Rundfunkjournalist Walter Schumacher ja auch noch - ein unschätzbarer Vorsprung in seiner Berichterstattung

Doch auch sonst wurde das Lob der „alten Sprachen“ von allen Rednern „gesungen“ an einem Tag, an dem es galt, die Sieger aus über 500 Teilnehmern auszuzeichnen. „Die klassischen Sprachen sind auch heute noch für Schülerinnen und Schüler attraktiv“, so Schumacher in einer gewohnt humorigen Rede, „Die Alten Sprachen Latein und Griechisch sind auch heute noch ,in‘ und ,cool‘“. Das belege die große Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der ersten Runde des diesjährigen Landeswettbewerbs ,Certamen Rheno-Palatinum’ für Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe. Der Wettbewerb belege zudem: Herausforderungen können begeistern und zu außergewöhnlichen Leistungen anregen, so Walter Schumacher bei der Preisverleihung für die erste und zweite Runde des Landeswettbewerbs im Historischen Ratssaal der Stadt Speyer.

Der vom Landesverband Rheinland-Pfalz des Deutschen Altphilologenverbandes (DAV) und vom Bildungsministerium Rheinland-Pfalz getragene Wettbewerb findet seit 1991 jährlich statt. In der ersten Runde schreiben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Klausur in Latein oder Griechisch. In diesem Jahr waren dies landesweit 502 Schülerinnen und Schüler – 79 davon in altgriechisch. Von den dort Erfolgreichen nahmen sich in der zweiten Runde immerhin noch 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Hausarbeit vor, in der ganz unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten gewählt werden konnten. In den vergangenen Jahren waren in der zweiten Wettbewerbsrunde bereits freie Reden geschrieben, künstlerisch-kreative Produktionen erstellt oder auch Literaturpassagen in Theaterszenen umgesetzt worden.

Bereits in der ersten Runde winkten Geldpreise bis zu 200 Euro sowie Sachpreise - in der zweiten Runde Geldpreise bis zu 500 Euro. Die besten acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer des bisherigen Wettbewerbs - unter ihnen auch der Speyerer Joshua Burgert vom Gymnasium am Kaiserdom (hier gemeinsam mit Staatssekretär Schumacher und den sieben weiteren Qualifikanten für die dritte Runde auf dem Balkon des Rathauses) - stellen sich nun in der dritten Runde einem Kolloquium an der Universität Mainz und können dort bei einem Erfolg ein Stipendium der „Studienstiftung des deutschen Volkes“ erringen.

Auf all das wies der Jury-Vorsitzende Dr. Hartmut Wilms hin, der den „alten Sokrates“ bemühte, der sich in einer Rede höchst abfällig über die Schüler und jungen Menschen in seiner Zeit geäußert hatte: Sie seien ungezogen, frech und würden ihre Lehrer mitunter sogar tätlich angreifen – Untugenden, von denen Dr. Wilms heute nichts mehr zu erkennen glaubt. Er attestierte den Teilnehmern von „Certamen Rheno-Palatinum“ vielmehr die Bereitschaft, sich bereitwillig Strapazen auszusetzen, die über das Normalmass des Schulalltages hinausgingen.

Grußworte überbrachte dann auch der Vorsitzende des Landesverbandes Rheinland-Pfalz des Altphilologenverbandes, OstDir. Horst-Dieter Meurer, der mit einem Zitat von Nelson Mandela, das so auch von einem antiken Philosophen stammen könnte, den Wettbewerbs-Teilnehmern mitgab, dass „jeder Mensch dazu betimmt sei, zu leuchten und dazu, geliebt zu werden“.

Neben den Siegerpreisen in Latein und Griechisch in den Jahrgangsstufen 11 und 12, die Dr. Wilms gemeinsam mit Staatssekretär Schumacher aushändigte, gab es auch noch eine Reihe von Sonderpreisen, die zum Teill von Vertretern der Preisstifter übergeben wurden.

So erhielt Joshua Burgert vom Speyerer GaK den Preis der Stadt Neustadt/Weinstraße - der Preis der Stadt Speyer, den Oberbürgermeister Eger gemeinsam mit der Speyerer Schuldezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs, überreichte ging an Tobias Tix vom Regino-Gymnasium in Prüm. Tobias Tix konnte zudem auch den Thomas-Morus-Preis der Katholischen Bistümer in Rheinland-Pfalz entgegennehmen, der ihm von Schulrätin Dr. Irina Kreusch überreicht wurde.

Der Philipp-Melanchthon-Preis - gemeinsam gestiftet von der Protestantischen Kirche der Pfalz und der Evangelischen Kirche im Rheinland und von Oberkirchenrat Dr. Michael Gärtner ausgehändigt - ging an Anton Li Koschak vom Gymnasium Theresianum in Mainz.

Stud.Dir. Malte Blümke, Stellvertretender Vorsitzender des Philologenverbandes Rheinland-Pfalz konntefür seinen Verband den nach dem legendären Schulmann Dr. Paul-Pöstgens benannten Preis an Marcel Kertels vom GoetheGymansium in Bad Ems.

Der Preis des Ministeriums schließlich – von Staatssekretär Walter Schumacher überreicht – ging an Melissa Neumann vom Immanuel-Kant-Gymnasium in Pirmasens.

Bemerkenswert – die Festrede des Schülers Johannes Rensinghoff vom Görres-Gymnasium Koblenz, der sich mit einer These von Philipp Melanchthon auseinandersetzte, in der der Reformator die Gegenwartsbezogenheit antiker Sprachen für das Verständnis grundlegender Texte der Menschheitsgeschichte dargelegt hatte. Für seine Leistungen im Wettbewerb wurde Rensinghoff mit dem Herzog-Wolfgang Preis ausgezeichnet.

Lesen Sie diese Rede von Johannes Rensinghoff im Wortlaut im SPEYER-KURIER

Musikalisch umrahmt wurde die ausführliche Feierstunde von einem Instrumentalensemble des GaK Speyer unter der Leitung von Fritz Burkhardt, das Werke von Antonin Dvorak, Felix Mendelssohn-Bartholdy und dem Zeithgenossen Jerry Bock mitgebracht hatte.

Die Teilnehmer an der dritten Wettbewerbsrunde des „Certamen Rheno-Palatinum“ werden in diesem Jahr sein:

Joshua Burgert, Gymnasium am Kaiserdom Speyer
Lena Fein, Görres-Gymnasium Koblenz
Marcel Kertels, Goethe-Gymnasium Bad Ems
Melissa Neumann, Immanuel-Kant-Gymnasium Pirmasens
Johannes Rensinghoff, Görres-Gymnasium Koblenz
Frank Schindler, Peter-Joerres-Gymnasium Bad Neuenahr-Ahrweiler
Tobias Tix, Regino-Gymnasium Prüm
Sabine Wilke, Gymnasium an der Stadtmauer Bad Kreuznach

Foto: gc

18.04.2013


Sieger im Landeswettbewerb „Certamen Rheno-Palatinum“ 2013 in Speyer ausgezeichnet - Bilderalbum

Ansprache zum 27. Certamen am 16.4.2013 in Speyer

Johannes Rensinghoff

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitschülerinnen und Mitschüler! Als Sie, Herr Dr. Wilms, mich vor einigen Wochen anriefen und fragten, ob ich diese Ansprache halten wolle, sagte ich spontan und freudig zu, ohne zu ahnen, auf was ich mich dabei einlassen würde. Nachdem verschiedene Entwürfe entstanden und wieder verworfen waren, kam sozusagen als Rettung das Programm für den heutigen Tag, in dem ich mit „Gedanken eines Preisträgers zum Wettbewerb“ ja angekündigt bin. Das Thema stand daher fest: „Alte Sprachen ganz modern“ – denn unter diesem Motto steht ja das aktuelle Certamen Rheno Palatinum.

Dies scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch in sich selbst zu sein, immerhin geht unser heutiger Altsprachenunterricht auf die Humanisten im 15. und 16. Jahrhundert zurück. Sind also Griechisch und Latein, wenn sie heute unterrichtet werden, nicht doch nur Anachronismen aus längst vergangener Zeit? Um diese Frage beantworten zu können, lohnt es sich, einen Blick auf die Gedanken und Absichten der Männer zu werfen, die vor circa 500 Jahren die Tradition des altsprachlichen Unterrichts begründeten.

Nehmen wir als Beispiel Philipp Melanchthon, den praeceptor Germaniae, also den Lehrer Deutschlands, der schon 1518 in seiner Antrittsvorlesung an der Wittenberger Universität vehement gegen die Vorwürfe Stellung nahm, – Zitat – „das Studium der humanistischen Wissenschaften sei zu schwierig und habe demgegenüber zu geringen Nutzen“ oder – Zitat – „Das Griechische eigneten sich nur gewisse Personen an, die ihre Zeit damit vertun und prahlen wollten“. Gegenüber diesen, in ihrer Art Ihnen allen sicherlich auch heute nicht ganz unbekannten Aussagen betonte Melanchthon die Wichtigkeit der Lektüre antiker Autoren wie Aristoteles, Platon, Homer, Vergil oder Horaz vor allem für die Geistesbildung der Jugend. Durch die Beschäftigung mit diesen Werken sollte das Reden und Denken geschult und die Naturwissenschaften und besonders die Geschichte gelehrt werden. Ausdrücklich legte er Wert darauf, dass diese Lektüre – ganz im Sinne des humanistischen „ad fontes“ – möglichst in der Sprache ihrer ursprünglichen Abfassung gelesen wird, nicht in Übersetzungen, weil diese stets Interpretationen seien. Ein Grundstudium nach diesen Maßstäben, welches also erstens aus dem Erlernen der alten Sprachen und zweitens aus der Beschäftigung mit antiken Texten besteht, sollte – Zitat – den „Geist zum Nutzen aller Wissenschaftsbereiche angenehm fördern und in jeder Beziehung verfeinern“. Mit dem erworbenen Wissen gerüstet, könne sich der Absolvent eines solchen Grundstudiums dann fundiert und reflektiert zum Beispiel der Juristerei, der Medizin oder der Theologie widmen.

Melanchthon traf mit diesen Thesen den Nerv seiner Zeit. Das von ihm und anderen Humanisten nach diesen Überlegungen eingerichtete Studienprogramm bildet die Grundlage und das historische Vorbild für den heutigen Altsprachenunterricht. Und damit kommen wir zurück zu unserer Frage nach der Aktualität und dem Nutzen von altsprachlichem Unterricht heute: Sind die von Melanchthon angestellten Überlegungen und der daraus gefolgerte Latein- und Griechischunterricht im schulischen Fächerkanon noch haltbar? Ob dies so ist, will ich im Folgenden kurz diskutieren:

Natürlich ist heute nicht mehr, wie das im 16. Jahrhundert der Fall war, nahezu die gesamte relevante wissenschaftliche Literatur entweder in der Antike selbst oder wenigstens in einer antiken Sprache verfasst. Dennoch bringen die Werke der antiken Autoren auch dem heutigen Leser einen Gewinn:

So bietet zum Beispiel die Lektüre von Stoikern und Epikureern die Grundlagen vieler Teile unserer heutigen Kultur und Gesellschaft, von denen unter anderem die Entwicklung des Kapitalismus oder auch die Evolutionstheorie beeinflusst wurden. Das Befassen mit diesen Autoren hilft uns deshalb, unsere Kultur erst richtig zu durchdringen.

Unsere neuzeitlichen Unterhaltungsmedien wie Literatur, Theater, aber auch der Film sind sowohl auf inhaltlicher wie auch auf sprachlicher und formeller Ebene oft an den antiken Vorbildern orientiert. Das reicht von dem „Ring des Polykrates“ von Schiller bis zum Hollywoodfilm „300“.

Historisch-politische Schriften aus der Antike spiegeln politische und damit menschliche Mechanismen, die auch heute noch greifen. Die Lektüre zum Beispiel des Sallust, des Herodot oder des Thukydides sind deshalb, wie letzterer es selbst ausdrückt, ein „Schatz“ für den Leser. Die hierin aufgeschriebenen Erfahrungen des Zusammenlebens von Menschen, sozusagen das Know-How von Generationen, lassen den Leser über heutige Gesellschaftsformen reflektieren.

Epische und lyrische Autoren, genannt seien hier stellvertretend für andere Homer, Sophokles, Theokrit, Vergil oder Plinius, behandeln oft menschliche Verhaltensweisen in bestimmten Situationen, etwa im Krieg oder wenn sich ein Mensch verliebt. Wer sich etwa heute unglücklich verliebt, wird sich vielleicht ohne Weiteres in dem Klagegesang des Polyphem bei Theokrit wiederfinden. Neben der Aktualität solcher Schlüsselprobleme fasziniert besonders ihre oft sehr kunstvolle Verarbeitung. Sie zeigt auf erstaunliche Weise das Spiel und den Umgang mit Sprache, wodurch die erzählten Inhalte in ein besonderes Licht gerückt werden.

Antike philosophisch-naturwissenschaftliche Texte vermitteln zwar zumeist nicht den neusten Stand der heutigen Wissenschaft, doch zeigen sie eine andere Sichtweise auf die Natur oder auf den Menschen. Dadurch regen sie zur Reflexion unserer heutigen, angeblich unwiderlegbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse oder auch einfach zum Nachdenken über sich selbst und die Natur an. So würde heute vermutlich niemand ernsthaft auf die Idee kommen, einen Staat nach dem Vorbild von Platons Politeia einzurichten, aber trotzdem faszinieren diese Überlegungen viele und inspirieren immer noch Philosophen, Politologen oder Pädagogen.

Aus dieser natürlich unvollständigen Aufzählung wird klar, dass Melanchthons und unsere Ausgangsannahme auch heute noch gilt: Antike Autoren sind gegenwartsbezogen! Dieser Bezug zur Gegenwart zeigt sich zusammenfassend vor allem auf dreierlei Weise: Erstens: Die antiken Texte erschließen uns die Gegenwart, weil diese auf der Antike aufbaut, man denke etwa an unseren demokratischen Staatsaufbau. Zweitens: Sie behandeln zeitlose Schlüsselprobleme wie Krieg oder Frieden, Liebe oder Hass, mit denen wir auch gegenwärtig zu tun haben. Drittens: Sie zeigen und diskutieren gelebte und gedachte Möglichkeiten menschlicher Existenz wie z. B. in der Politeia. Wichtig bei alledem muss bleiben, dass mit der Originallektüre eine solide Kenntnis der Sprache einhergeht. Ein Lesen der Schriften ausschließlich in Übersetzungen würde zum einen den Inhalt verfälschen, weil jede Übersetzung interpretiert, und gleichzeitig am durchdringenden Verstehen hindern, weil die Gedanken untrennbar mit den Möglichkeiten und Gegebenheiten der Sprache, in der sie gedacht und aufgeschrieben wurden, zusammenhängen. So gibt z. B. kein deutsches Wort alle Konnotationen des griechischen Wortes λόγος wieder, welches unter anderem „Wort“ oder „Rede“, aber auch „Berechnung“ oder sogar „Vernunft“ beinhalten kann. An solchen Beispielen sehen wir, dass das Beherrschen der alten Sprachen also nach wie vor der Schlüssel zu den wichtigen antiken Texten ist. Deshalb sind die alten Sprachen modern. Herzlichen Dank allen Verantwortlichen und Beteiligten des Certamen und Ihnen vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

18.04.2013


„Netzwerk Betriebliche Gesundheitsförderung“ auf 26 Betriebe mit rund 17.000 Mitarbeitern ausgeweitet

Teilnehmer an „Speck-Weg-Aktion“ 2013 bringen 720 Kilo Gewicht weniger auf die Waage

cr. Speyer. Rund 17.000 Beschäftigte in jetzt 26 Speyerer Unternehmen und Behörden – das sind die neuesten Kennzahlen des Speyerer „Netzwerks Betriebliche Gesundheitsförderung“, dem mit der Unterzeichnung der Leitlinien jetzt auch der Praxisverbund Vorderpfalz PRAVO; die Physiotherapie-Praxis Richter, die Katholische Gesamtkirchengemeinde Speyer, der Rechnungshof Rheinland-Pfalz, das Pädagogische Landesinstitut – beide mit Sitz in Speyer – sowie die PFW Aerospace GmbH als neue Netzwerkpartner auch offiziell beigetreten sind.

Im Kasino der Stadtwerke Speyer trafen dazu Uwe Geske, Vorstandsvorsitzender der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer und Kurt Scherer, Vorsitzender des „Netzwerkes Betriebliche Gesundheitsförderung“ mit Vertreterinnen und Vertretern der neuen Mitglieder zusammen, um die Vereinbarung zu unterzeichnen. Dabei schilderte Geske die Funktionsweise des Netzwerkes, das im Jahr 2004 mit vier Partnerbetrieben gestartet sei und das die Plattform für alle Unternehmen und Institutionen in der Stadt bieten wolle, die in der betrieblichen Gesundheitsförderung aktiv sind oder es zukünftig werden wollten. Dabei stünden die Bedürfnisse der Mitarbeiter und der Betriebe gleichermaßen im Blickpunkt.

Mit seinen Aktivitäten wolle das Netzwerk Krankheiten am Arbeitsplatz vorbeugen, Gesundheitsreserven wecken und das Wohlbefinden der Mitarbeiter im Arbeitsalltag verbessern. Um das zu erreichen, müssten betriebliche Rahmenbedingungen verändert und ein gesunder Lebensstil propagiert werden. Ausreichende Bewegung, gesunde Ernährung, Stressabbau und Rauchentwöhnung könnten dabei die Gesundheit der Beschäftigten entscheidend verbessern, so Geske.

Für die Leiter der beteiligten Behörden und Betriebe stünden die Vorteile des Netzwerks längst fest: Durch die kooperative Zusammenarbeit könne den Mitarbeitern ein breit gefächertes Angebot gesundheitsfördernder Maßnahmen kostengünstig angeboten werden. Geske verwies dabei neben den laufenden Sport- und Gesundheitsangeboten insbesondere auf die Sonderaktionen, die jeweils nur über einen begrenzten Zeitraum laufen und die mit klaren Zielen verbunden sind: Zu diesen gehörten z.B. die Aktion "Weg mit dem Speck", die in diesem Jahr bereits zum vierten Male durchgeführt wurde, die Ausbildung zu „Ergo-Scouts“ unter dem Motto "Rückenfit am Arbeitsplatz", sowie die Herzinfarkt-Vorsorgeuntersuchung "Netzwerk mit Herz", die bereits mehrere potentielle Infarkt-Patienten vor dem Schlimmsten bewahrt habe. Dazu zähle aber auch die "Work-Life-Balance-Seminarreihe", die Aktion "1000 Leben retten", Darmkrebsvorsorge-Untersuchungen sowie nicht zuletzt auch der jährliche Sportabzeichenwettbewerb.

Von all diesen Vorteilen für die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen künftig auch diejenigen Unternehmen und Behörden profitieren, die jetzt die Vereinbarung unterzeichnet haben.

Für das Ärztenetzwerk PRAVO, das schon seit längerem in der gemeinsamen Präventionsarbeit aktiv ist und das nach Aussagen seines Vorsitzenden, Dr. Clemes Spiekermann, über 100 Mitarbeiter in die Zusammenarbeit einbringen wird, war diese Unterzeichnung ebenso nur ein letzter, formaler Schritt wie für die Physiotherapie-Praxis Matthias Richter, die an ihren verschiedenen Stützpunkten insgesamt 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Auch sie sind schon seit längerem für das Netzwerk unterwegs und zeichnen dort für die Bewegungstherapien verantwortlich.

Für den Rechnungshof Rheinland-Pfalz - eine höchst eigenständige Einrichtung zwischen Legislative, Exekutive und Judikative - der richterlichen Gewalt – stellte deren Vizepräsidentin Gabriele Binz die Besonderheit ihrer Behörde vor. Bei insgesamt 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern habe der Rechnungshof rund 90 Prüfbeamte im Einsatz, die in ganz Rheinland-Pfalz oft monatelang, jeweils von Montag bis Donnerstag, von ihrem Wohnort in oder um Speyer abwesend sein und dann in Hotels wohnen müssten.Dies bringe für die Beamten zum Teil schwerwiegende gesundheitliche Belastungen mit sich, insbesondere durch die Reisen zu den Prüfungsorten sowie durch die mit dieser Lebensweise oft verbundene ungesunde Ernährung.

Die Vizepräsidentin offenbarte in diesem Zusammenhang auch die vielfach in Vergessenheit geratene Geschichte, wie einst der Rechnungshof nach Speyer gekommen . Dessen erster Präsident nämlich, Prof. Heinz Maria Oeftering, der später auch erster Präsident der Deutschen Bundesbahn wurde, und der von den französischen Besatzungsbehörden in dieses hohe Amt in dem neu gegründeten Bundesland Rheinland-Pfalz berufen worden war, hatte damals darauf bestanden, dass „sein“ Amt in der Pfalz angesiedelt würde, weil er doch mit einer Pfälzerin verheiratet.war - So also wurde einst Landesgeschichte geschrieben....

Dr. Birgit Pikowsky, seit 2010 Direktorin des damals neu gegründeten Pädagogischen Landesinstituts in der Speyerer Butenschönstraße – der Nachfolgeeinrichtung des früheren SIL – stellte ihr Institut vor, das zahlreiche Dienstleistungen rund um die Schule von der Fort- und Weiterbildung der Lehrer über den Schulpsychologischen Beratungsdienst bis hin zur Erstellung von Medien verantworte. „Unsere Kunden sind die Lehrer“, fasste Dr. Pikowsky das breite Spektrum der Aufgaben ihres Instituts zusammen. Um hier erfolgreich zu sein, so die Direktorin, müsse die Arbeit des Institust, die für die Mitarbeiter oft auch mit längerer Abwesenheit vom Dienstsitz in Speyer verbunden sei, gesundheits- und familienfreundlich gestaltet sein. Hierfür habe sich das Institut zwischenzeitlich sogar zertifizieren lassen.

Für rund 140 Erzieherinnen in acht Kindertagesstätten im Pfarrverband Speyer – und deren Gesuncheit – fühlt sich der Leiter des Pfarrverbandes, Pfarrer Hubert Ehrmanntraut verantworlich. Er wies auf die hohe Verantwortung hin, die auf seinen Mitarbeiterinnen laste, aber auch auf die physischen Belastungen wie sie mit dem Umstand verbunden seien, dass die Kinder auf kleinen, altersgerechten Stühlen säßen, auf denen dann auch die Erzieherinnen sitzen müsssten, wollten sie „auf Augenhöhe“ mit ihren kleinen Schützlingen kommunizieren. Dies führe bei vielen Mitarbeiterinnen dauerhaft zu erhebeblichen Problemen im Bereich der Wirbelsäule und des Bewegungsapparates. Hier erhofften sich er und seine Mitarbeiterinnen von dem Kursangebot des Netzwerkes wirksame Hilfe und Entlastung.

Auf die besonderen Anforderungen an die Mitarbeiter seines Unternehmens, das in diesem Jahr auf seine 100jährige Geschichte am Standort Speyer zurückblicken kann, wies auch der Hauptgeschäftsführer der PFW Aerospace GmbH, Jordi Boto, hin. 80% der Belegschaft des Flugzeug-Zulieferers verrichteten schwere körperliche Arbeit, so Boto. Als eines von wenigen Unternehmen in der Welt und als einziges in Europa verarbeite PFW Aerospace in Speyer hochfestes Titanium, das in „Reinräumen-Technologie“ verarbeitet werden müsse. Dies bedeute Arbeit unter Schutzkleidung und in abgeschlossenen Kabinen. „Wenn man so lange in einer Region verankert ist, dann muss man auch Teil der Sozialstruktur in dieser Region sein“, begründete der Luftfahrt-Manager die Entscheidung seines Unternehmens, dem Netzwerk beizutreten.

Nach der Unterzeichnung der Vereinbarung und ihrer Hinterlegung beim Vorstand des Netzwerkes gab es dann „etwas zu Feiern“ - galt es doch, die „Erfolge“ der diesjährigen „Speck-Weg-Aktion“ zu würdigen.

Die im Rahmen dieser Aktion angebotenen Arztvorträge und Sportangebote seien, so der Vorsitzende des Netzwerkes, Kurt Scherer, auch in diesem Jahr wieder sehr gut angenommen worden und jeweils von 15-20 Teilnehmern genutzt worden.

Insgesamt hätten 251 Personen an der „Speck-Weg-Aktion“ 2013 teilgenommen und dabei zusammen eine Gewichtsreduzierung von insgesamt 720 kg erzielt. Besonders erfolgreich auch in díesem Jahr – die Speyerer Polizei. Sie stellte mit Veit Wesser sowohl den Einzelsieger – den 2. Platz belegte hier Jörg Breitsch von den Stadtwerken Speyer - wie auch mit in der Mannschaftswertung mit Erich Scheuermann, Peter Stuhlfauth, Werner Flick und Torsten Buhl den Gesamtgruppensieger.

Damit ging der „Speck-Weg-Pokal“ - wie bereits im Jahr 2012 – erneut an die Polizei.

Alle Sieger konnten aus der Hand von Kurt Scherer neben Ehrenurkunden werthaltige Preise in Form von Gutscheinen für den Fitnesspark Pfitzenmeier entgegennehmen. Für Marion Hofen und Melanie Weber, die für die Organisation der Aktion verantwortlich waren, gab es als Dank opulente Blumengebinde. Foto: gc

17.04.2013


Teilnehmer an „Speck-Weg-Aktion“ 2013 bringen 720 Kilo Gewicht weniger auf die Waage - Bilderalbum

Sie geben keine Heimat auf, sondern gewinnen eine neue dazu

50 „Neu-Speyerer“ aus 24 Ländern nehmen aus der Hand von Oberbürgermeister Hansjörg Eger ihre Einbürgerungsurkunden entgegen

cr. Speyer. Seit heute nachmittag ist Speyer um 50 froh gestimmte und aufgeräumte Einwohner reicher. Im festlichen Rahmen des Historischen Ratssaales konnte Oberbürgermeister Hansjörg Eger „Neubürgern“ aus insgesamt 24 Ländern aus der ganzen Welt - darunter 13 Kindern und Jugendlichen - ihre Einbürgerungsurkuden überreichen. Damit steigt die Zahl der Einbürgerungen seit Beginn des Jahrtausends auf insgesamt 1163 an - „ein sehr positives Zeichen dafür, dass Ihre Integration gelungen ist“, rief Eger den „neuen“ Speyerern zu. Jede Einbürgerung, so betonte der Oberbürgermeister, sei ein klares Signal dafür, dass die Identifikation mit dem neuen Heimatsstaat auf einem guten Wege sei. Gleichzeitg aber solle die Einbürgerung aber nicht bedeuten, dass sie deshalb ihre emotionalen, kulturellen und sprachlichen Bindungen an ihr Herkunftsland aufgeben müssten.

Eger erinnerte daran, dass Integration keine Einbahnstraße darstellen dürfe, sondern eine gegenseitige Verpflichtung in sich trage, der alle Bürger – ungeachtet ihrer Herkunft - gerecht werden müssten. Er erinnerte daran, dass es auch Zeiten gegeben habe, in denen Pfälzer, Badener oder Bayern aufgrund äußerer Einflüsse und innerer Nöte die Heimat verlassen und sich in einer neuen Umgebung integrieren mussten. Entscheidend für das Gelingen jeder Integration aber sei es, dass alle Bürger offen und vorurteilslos aufeinander zugingen und es zu einer ebenso offenen und vorurteilslosen Kommunikation kommen könne. „Gegenseitiges Verstehen ist dafür eine wichtige Voraussetzung“, betonte der Oberbürgermeister. „Das Eintauchen in die Sprache des Gastlandes, das mit diesem Tag auch Ihre staatsrechtliche Heimat wird, ist deshalb ebenso wesentlich für eine gelungene Integration wie die Annahme der neuen Staatsangehörigkeit. „Damit aber sollten Sie Ihre kulturelle oder auch sprachliche Heimat nicht verlieren“.

Die Basis für ein funktionierendes Zusammenleben sei aber auch der Schutz und die Achtung der Verfassung und der in ihr festgeschriebenen Werte. Dass ohne entsprechenden Konsens ein friedliches Zusammenleben nicht funktionieren kann, zeige sich im alltäglichen Zusammenleben in den Kommunen, in Schulen, Kindertagesstätten und Freizeitstätten oder auch in den Vereinen.

In einer Zeitung habe man zuletzt lesen können, dass bei der Speyerer „PFW Aerospace“ rund ein Drittel der 2000 Mitarbeiter ausländische Wurzeln hätten - im Bereich der Lehrwerkstatt seien es sogar 70 Prozent. Nach Aussagen des Betriebsrates komme es dabei nur „ganz selten“ zu Auseinandersetzungen wegen unterschiedlicher Nationalitätszugehörigkeit. Mit dem Ziel, dass diese zukünftig ganz ausbleiben, beteilige sich der Speyerer Zuliefererbetrieb für die Internationale Luftfahrtindustrie an der Respekt-Kampagne: „Kein Platz für Rassismus“, die von der IG Metall vom Fußballplatz an die Werkbank transferiert wurde. In der Hoffnung, dass Kampagnen wie diese das Bewusstsein aller Bürger schärfen und das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft befördern mögen, hieß der Oberbürgermeister die neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger im Kreise der Speyerer Bürgerschaft willkommen.

„Ich gratuliere Ihnen allen sehr herzlich zu Ihrer Einbürgerung und appelliere gleichzeitg an Sie, sich als engagierte Bürgerinnen und Bürger für unsere gemeinsame Stadt und unser Land einzusetzen, denn eines ist heute sicher: Sie geben keine Heimat auf, sondern sie gewinnen eine neue dazu“, so Eger am Ende seiner Ansprache. „Deshalb herzlich willkommen und auf eine gute Zusammenarbeit an der Fortentwicklung unseres gemeinsamen Hauses und der gemeinsamen Heimat“.

Nach dem von allen Neubürgern gemeinsam gesprochenen feierlichen Bekenntnis zur Bundesrepublik Deutschland nahmen die 50 Neu-Speyerer im Beisein des für Migration und Integration zuständigen Städtischen Beigeordenten Dr. Wolf Böhm aus der Hand des Oberbürgermeisters ihre Einbürgerungsurkunde entgegen. Aus unterschiedlichen Mitgliedsländern der EU wie Griechenland, Italien, Rumänien, Spanien, Polen und Ungarn stammen die neu eingebürgerten Speyerer, aber auch aus Rußland, Indien, dem Iran, aus Kuba, dem afrikanischen Malawi, aus Sri Lanka und aus Vietnam und anderen mehr – wie gesagt also - aus insgesamt 24 Ländern.

Mit der zunächst noch etwas verhalten, dann aber doch zunehmend überzeugender , gemeinsam gesungenen Nationalhymne und einer Begegnung bei Brezeln, Wein und alkoholfreien Getränken ging die Einbürgerungsfeier zuende.

Speyer ist heute wieder ein Stück internationaler geworden – und das ist gut so. Foto: gc

15.04.2013


50 „Neu-Speyerer“ aus 24 Ländern nehmen ihre Einbürgerungsurkunden entgegen - Bilderalbum

Speyer: Zwei Tage lang Mekka des Weingenusses

„Weinforums der Pfalz - Wein am Dom“ von Besuchern und Anbietern gleichermaßen begeistert angenommen

Von Gerhard Cantzler

Speyer- „Phantastisch !“ - Einfach nur toll !“ - „Gigantisch !“ - „Supergeil !“ - so oder so ähnlich hörten sich – je nach Alter der Befragten - die Urteile der Besucher des ersten „Weinforums der Pfalz - Wein am Dom“ in Speyer auch am heutigen Sonntag an. Insbesondere die Beschicker freuten sich über ein so ganz anderes Publikum, als sie es sonst von Weinmessen gewohnt sind. Natürlich waren auch sie heute wieder da: Die erprobten Weinkenner und eingefleischten Weinliebhaber, die sich oft schon seit Jahrzehnten an dem edlen Trank erfreuen und die für sich selbst ganz individuelle geschmackliche Vorlieben entwickelt haben. An diesem Wochenende kamen aber auch viele junge, die die Vielfalt gerade der pfälzischen Weine noch für sich entdecken wollten. Und in den vergangenen zwei Tagen hatten sie reichlich Gelegenheit dazu.

Heute um 16.30 Uhr meldete Dr. Detlev Janik, Geschäftsführer der „Pfalzwein e.V.“, dass die Marke von 2.700 Besuchern überschritten sei - noch einmal gut eine Stunde später, um 17:41 Uhr, ergänzte Ökonomierat Norbert Schindler MdB, Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz und verantortlicher Veranstalter, dass nun auch die 3.000er-Marke geknackt war: 3.014 lautete jetzt die magische Zahl, zu der sich wohl bis zur endgültigen Schließung um 18.00 Uhr noch der eine oder andere weitere „versprengte“ Besucher hinzugesellt haben dürfte.

Viele Prominente, die bei der gestrigen Eröffnung bereits ganz offiziell mit dabei waren, kamen heute noch einmal ganz privat und wollten noch den einen oder anderen Wein verkosten, den sie sich seit gestern aus dem informativen Messekatalog ausgesucht hatten. „Das Angebot ist einfach großartig“, freute sich z. B. auch Ministerialdirektor a.D. Prof. Dr. Dr. Klaus König, der früher an der Seite eines anderen großen pfälzischen Weinliebhabers, des Altbundeskanzlers Dr. Helmut Kohl, im Bundeskanzleramt Dienst tat. Er bevorzuge normalerweise nur Rotwein und gerate deshalb „als konservativer Mensch“ leicht in die Gefahr, auch bei solchen Gelegenheiten nur das zu probieren, was er ohnedies schon kenne und die Winzer aufzusuchen, die ihm seit langem bekannt seien. „Glücklicherweise habe ich aber meine Frau dabei, die da etwas experimentierfreudiger ist und für mich auch einmal etwas anders mit probiert“, so der emeritierte Professor.

„Einfach nur toll !“, findet auch Domkustos Peter Schappert Idee und Angebot auf dem Wein-Forum. Auch die Verteilung auf vier Standorte sei gegenüber der früheren Konzentration auf nur einen Raum „ein echter Gewinn“, betonte der Domkapitular. Natürlich erhofft sich der „oberste Beschützer“ des Speyerer Domes, dass das gute Image der neuen Veranstaltung dauerhaft auch positiv auf den Ruf der Kathedrale abstrahlen werde.

Auch Theo Wieder, Oberbürgermeister aus Frankenthal und als Vorsitzender des Bezirksverbandes der Pfalz „ein ganz klein wenig auch Hausherr“ im Historischen Museum der Pfalz, freut sich, dass „sein Haus“ bei den Besuchern so große Zustimmung erfahren hat. „Wie viele davon auch die derzeit laufende Ausstellung „Königreich Pfalz“ besucht haben, weiß ich noch nicht. Was wir aber in letzten beiden Tagen immer wieder gehört haben, ist, dass viele zu der Ausstellung noch einmal wieder kommen wollen“. Eine typische „win-win-Situation“ also für alle Beteiligte, so scheint's....

„Ich bin einfach nur begeistert“, brach es auch aus dem 1. Vorsitzenden der „Johann Joachim Becher Gesellschaft zu Speyer e.V“.,Hans-Joachim Spengler heraus. „Eine tolle Veranstaltung, wo ich auch viele Anregungen für meinen eigenen Weinkeller gefunden habe“. Auch sein Begleiter, Heinz-Jürgen Engberding, wie Spengler Mitglied in der „Pfälzischen Weinbruderschaft“, ist angetan: „“Wein am Dom“ ist ein Gewinn für die Pfalz, für Speyer und vor allem für unsere Winzer“, ist er überzeugt.

Patrick Wilhem, Verkaufsberater im „Weinkeller“ der BASF in einer Ludwigshafener Ladengalerie, ist angetan von dieser Messe. „Höchst professionell gemacht“, meint er, der schon so manche Weinmesse besucht hat, anerkennend. Was ihm besonders gut gefällt, ist die gelöste Atmosphäre, „die so gar nichts von der üblichen Nüchternheit einer Messe hat“.

Auch Katrin Slomian, Weinberaterin aus Essen und ihr Begleiter Martin Schömann, selbst Winzer aus Zeltingen an der Mosel, die eigentlich „nur versehentlich“ in der Veranstaltung „gelandet“ sind, zeigen sich begeistert von diesem Event. „Schade nur, dass wir nur zufällig davon erfahren haben. Hätten wir das früher gewusst, wären wir wohl schon am Tag zuvor nach Speyer gefahren“, betonen die beiden, die sich vorgenommen haben, im nächsten Jahr wieder – und dann an beiden Tagen – mit von der Partie zu sein.

Die beiden indischen Gäste Tyochi Nukala und ihr Begleiter Adityelh Kumar – sie aus dem Norden, er aus Süden indischen Subkontinets stammend und seit geraumer Zeit bei den IT-Services der BASF in Ludwigshafen tätig, sind hellauf begeistert von dieser Messe. „In Indien bekommen wir nur süssen Rotwein aus Australien und Südafrika zu kaufen – ich aber bevorzuge die trockenen Weine – rot oder weiß ist mir dabei egal“. Auf dem „Weinforum der Pfalz - Wein am Dom“ wurde ihr und ihrem dazu Zustimmung signalisierenden Kollegen von beidem eine große Auswahl geboten.

Besonders gesucht waren heute bei „Wein am Dom“ die Grauburgunder – Weine, die aus der „Rebsorte des Jahres“ gekeltert sind. Aus 60 beispielhaften Grauburgunder-Kreationen hat gestern eine Jury aus Mitgliedern der „Vereinigung deutscher Sommeliers“ – gleich zwei Sieger zu „Entdeckungen des Jahres“: gekürt: Einen 2012er Qualitätswein des Maikammerer Weingutes August Ziegler und einen 2011er aus dem Weingut Langenwalter in Weisenheim am Sand. Chapeau – die Pfalz !

Und welche Bilanz ziehen die Veranstalter am Ende dieses ersten „Weinforums am Dom“ in Speyer?. Dr. Detlev Janik: „Die Zustimmung bei Besuchern und bei Ausstellern ist gleichermaßen uneingeschränkt positiv. Wir haben bisher von keiner Seite irgendwelche Beschwerden gehört. Deshalb wird es „Wein am Dom“ auch im nächsten Jahr geben. Das sieht auch Norbert Schindler so: „Der Umzug nach Speyer war eine richtige Entscheidung. Das „Weinforum der Pfalz“ hat mit seinem neuen Konzept, Wein und Kultur noch stärker zu verbinden, sein Stammpublikum erhalten, aber auch viele neue Besucher hinzu gewonnen“, betont er. Und ganz besonders freut er sich darüber, dass soviele junge Besucher zu den vier Veranstaltunsgorten in Speyer gekommen waren und dort für eine beschwingte, lockere Atmospäre gesorgt haben. „Das sind nämlich unsere Weinfreunde und Kunden von morgen“, stellt er zufrieden fest.

Das „Weinforums der Pfalz - Wein am Dom“ 2013 ist vorüber, doch wie immer ist auch 'nach dem „Weinforum vor dem Weinforum'!

Deshalb bis dann – bei „Wein am Dom“ am 5. und 6. April 2014 ... Fotos: gc

14.04.2013


„Weinforums der Pfalz - Wein am Dom“ - Bilderalbum

Erstes Weinforum der Pfalz „Wein am Dom“ in Speyer mit überzeugendem Zuspruch gestartet

v.r.:  Ökonomierat Norbert Schindler MdB; Andrea Römmich,Pfälzische Weinkönigin; Weinbaupräsident Edwin Schrank; die WeinprinzessinnenKonzept der Verbindung von Kultur und Wein erfolgreich umgesetzt

Von Gerhard Cantzler

Speyer- Was einige wenige befürchtet, aber noch weit mehr erhofft hatten – das ist heute eingetreten: Schon kurz nach der Eröffnung des ersten „Weinforums der Pfalz - Wein am Dom“ in Speyer waren am Samstag schon um die Mittagszeit die vier „Spielorte“ dieser Veranstaltung dicht gefüllt – die ersten bereits fast schon überfüllt: Unter der Glaskuppel des Innenhofes des Historischen Museums der Pfalz, im Festsaal des Friedrich-Spee-Hauses im nördlichen Domgarten, im Historischen Ratssaal des Rathauses sowie in allen Räumen des Kulturhofes Flachsgasse drängten sich die Weinfreunde in dichten Trauben um die 140 thematisch gegliederten Weinprobierstände, wo sie noch bis zum Sonntag abend 700 Wein- und Sektsorten verkosten können.

Schon wenige Minuten nach der Eröffnung konnten die Verantwortlichen aufatmen: „Wein am Dom“ wird ein voller Erfolg – „Unser Konzept, Kultur und Wein in Sichtweite des Domes miteinander zu verbinden, ist in vollem Umfang aufgegangen“, freute sich Ökonomierat Norbert Schindler MdB, als Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz einer Veranstalter des Weinforums im Gespräch mit dem SPEYER-KURIER.

Zuvor schon hatte Schindler im Innenhof des Museums zahlreiche Ehrengäste zur Eröffnung von „Wein am Dom“ begrüßen können, unter ihnen den ehemaligen Landwirtschafts- und Weinbauminister des Landes, Ökonomierat Dieter Ziegler aus Maikammer, den Vizepräsidenten des rheinland-pfälzischen Landtages, Dr. Bernhard Braun MdL (Bündnis 90/die Grünen) und die Speyerer Landtagsabgeordnete Friederike Ebli MdL (SPD). Für die Stadt Speyer konnte er Bürgermeisterin Monika Kabs, für den Rhein-Pfalz Landrat Clemens Körner und seinen desginierten Kollegen, den frisch gewählten Kreischef des Landkreises Bad Dürkheim, Hans-Ulrich Ihlenfeld, sowie für die Weinstadt NeustadtWeinstraße Oberbürgermeister Hans Georg Löffler begrüßen. Mit besonderer Freude und einem ausdrücklichen Dank hieß Schindler den Speyerer Weihbischof und Winzerssohn Otto Georgens willkomen, mit dem ihn nicht nur die Leidenschaft für den Wein verbinde, sondern auch familiäre Bande: Der Bundestagsabgeordnete und der Weihbischof sind Cousins.

Nachdem in den letzten Tagen und Stunden noch einmal ein wahrer Ansturm auf die Vorverkaufs-Tickets eingesetzt hatte, korrigierte Schindler die ursprünglichen Erwartungen der Veranstalter spontan von ursprünglich 2.000 auf nunmehr 3.000 Besucher der Veranstaltung. „Das Wetter wird uns zusätzlich dabei helfen, das zu erreichen“, betonte er und kündigte für die nächsten beiden Tage „bestes Wein-Probier-Wetter“ an.

Der passionierte Winzer und Landwirt dankte sodann noch einmal allen, die zum Zustandekommen dieser außergewöhnlichen Veranstaltung beigetragen hatten und würdigte in diesem Zusammenhang insbesondere den Geschäftsführer der „Pfalzwein e.V.“, Dr. Detlev Janik, der nicht nur die Idee zu dem „Weinforum am Dom“ gehabt habe, sondern der damit zugleich auch mit einem Großereignis in seine alte Heimatstadt zurückgekehrt sei. Schindlers Dank galt aber auch dem Hauptsponsor der Veranstaltung, der Speyerer Volksbank Kur- und Rheinpfalz, deren Vorstandsvorsitzender Rudolf Müller ebenfalls zu der Eröffnung gekommen war.

Dann aber wurde es ernst: Gemeinsam mit Weinbaupräsident Edwin Schrank und der Pfälzischen Weinkönigin Andrea Römmich (Edenkoben), sowie assistiert von den vier charmanten Weinprinzessinnen der Pfalz löste Schindler die Vorfreude und Erwartungen der anwesenden Gäste und Besucher auf und durchtrennte das Band, das sie alle zuvor von dem Genuss der zahlreichen köstlichen Beispiele von „Wein am Dom“ abgehalten hatte.

Und so wie die zahllosen Gäste, die fröhlich und in aufgeräumter Stimmung - zum Teil mit dem Weinglas in der Hand – in den nächsten Stunden durch die zunehmend sonnendurchflutete Speyerer Innenstadt von Probierstation zu Probierstation flanierten und dabei das unvergleichliche Flair alter und neuer Kunst, drinnen und draußen, gemeinsam mit ausgewählten Wein- und Sektköstlichkeiten genossen, machten sich die Bildberichterstatter des SPEYER-KURIER auf einen Rundgang durch die vier Standorte von „Wein am Dom“. Denn wie sagt schon das Sprichwort? „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ - und viele Bilder......

Doch ehe wir Sie jetzt unserem Bilderalbum vom „Weinforum der Pfalz – Wein am Dom“ überlassen, noch unser bester Tipp für den morgigen, sonnigen Sonntag: Auch am 14. April 2014 ist die Wein-Messe „Wein am Dom“ noch einmal von 11.00 bis 18. Uhr geöffmet – und das lohnt sich für alle: Für Weinkenner und alle, die es werden möchten. Und das sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen. Fotos: gc

13.04.2013


Eröffnung: Weinforum der Pfalz „Wein am Dom“ - Bilderalbum

   

Ratssaal: Weinforum der Pfalz „Wein am Dom“ - Bilderalbum

Kulturhof: Weinforum der Pfalz „Wein am Dom“ - Bilderalbum

 

Speehaus: Weinforum der Pfalz „Wein am Dom“ - Bilderalbum

 

Wein am Dom – das Weinforum der Pfalz

bk. Speyer- Zur Eröffnung der Weintage in Speyer lud die Pfalzwein e.V. zur einer Rheinschifffahrt mit Weinprobe ein. 

Illustre Gäste waren an Bord der "MS Sealife" gekommen um der Veranstaltung "Wein am Dom" ihre Referenz zu erweisenn – unter anderem: Jürgen Creutzmann MdEP, Norbert Schindler MdB, die Deutsche Weinprinzessin Anna Hochdörffer, die Pfälzische Weinkönigin Andrea Römmich, sowie Weihbischof Otto Georgens und die Speyerer Bürgermeisterin Monika Kabs.

In der Pfalz wurde der älteste Wein nördlich der Alpen gefunden – darauf ist der ebenfalls anwesende Bürgermeister von Ungstein, Walter Rolf, mit Recht stolz. Norbert Schindler begrüßte in seiner Rede Weihbischof Otto Georgens, der wieder gesundet von seiner Reise nach Tunesien und Algerien nach Speyer zurück gekommen ist. Schindler fragte nach, ob Georgens vielleicht eine „Fatima“ in Tunesien habe, was für reichlich Gelächter sorgte. Begrüßen konnte Schindler auch Steffen Christmann, den Vorsitzenden der Prädikatswinzer sowie weitere Personen die dem Weinbau sehr verbunden sind. 

"Wein am Dom" steht in diesem Jahr im Zeichen des Grauburgunders – auch genannt Ruländer, Speyerer oder Speyeremer oder Vinum Bonum. Die Geschichte dieses Weines erinnert an ein Märchen – im Jahr 1705 heiratete Johann Seger Ruland, geboren in Niedererlenbach bei Frankfurt, Anna Maria Stegmann, die Tochter des damaligen Speyerer Bürgermeisters. Auf einem Grundstück, dass die beiden kauften, entdeckten sie zwei Reben. Im sehr guten Weinjahr 1711 ernteten sie dort Trauben und vermosteten diese. In ein vom Nachbar geliehenes Fässchen wurde dieser Most gefüllt – das war die „Geburtsstunde“ des Ruländers, der seitdem seinen Siegeszug angetreten hat und auch unter dem Namen Tokayer oder Pinot Grigio vermarktet wird. Wurden im Jahr 1964 nur 110 ha mit dieser Rebsorte bepflanzt, so waren es im Jahr 2012 bereits 1.179 ha.  

Zum ersten Mal findet die Messe nun in Speyer statt – nach zuvor 25 Jahren in Bad Dürkheim. Erwartet werden nicht nur Weinfreunde aus ganz Deutschland und dem Ausland, sondern auch Fachhändler und Gastronomen. Die Mehrzahl dieser Fachbesucher kommt natürlich aus der näheren Umgebung, doch auch aus der Rhein-Main-Region, dem Saarland und dem Ruhrgebiet gibt es Kartenbestellungen. Im Vorverkauf wurden bereits über 600 Karten verkauft. Die teilnehmenden Weinbaubetriebe haben ebenfalls 500 Karten für gute Kunden und Mitarbeiter geordert. So hoffen die Veranstalter, dass die angestrebte Besucherzahl von 3.000 Gästen ein durchaus erreichbares Ziel sein.  

Für die Jahreshaupt-Versammlung der Sommelier-Union Deutschland liegen mehr als 100 Anmeldungen vor. Die Sommeliers werden die Messe am Sonntagnachmittag besuchen und amMontag dann ihre Versammlung in Speyer abhalten.

Die neue Form der Weinmesse mit dem Bonus des Speyerer Altstadtflairs scheint auch bei den Speyerer Gastronomen alle Erwartungen zu erfüllen. Mehrere der teilnehmenden Hotels, die spezielle Arrangements zur Messe anbieten, sind bereits ausgebucht, vereinzelte Zimmer gibt es noch im „Goldener Engel“, im „Ibis Styles Speyer“ und in der „Residenz am Königsplatz“. Auch das abwechslungsreiche Rahmenprogramm der Speyerer Gastronomie findet großen Anklang.

Und da alle wissen, dass das Wetter in der Pfalz immer besser als im Wetterbericht ist, scheint auch Petrus seinen Teil zum Gelingen der Messe beizutragen.   Wie sagte Monika Kabs: "Speyer lebt diese Messe mit allen Sinnen" – lassen auch Sie sich berauschen von diesem neuen Highlight, das ihnen Speyer bietet.

Also: Macht Euch auf nach Speyer und besucht die Weinmesse "Wein am Dom" Foto: pem; gc

12.04.2013


"Wein am Dom" mit einer Schifffahrt auf dem Rhein gestartet - Bilderalbum

Weyherer Michelsberg 2012 Riesling Spätlese und 2011er Domcuvée

Dom-Wein-Edition 2013 vorgestellt

spk. Speyer. Im würdigen Rahmen des Historischen Ratsaals der alten Weinhandelsstadt Speyer und in Anwesenheit des Speyerer Oberbürgermeisters Hansjörg Eger, von Weihbischof Otto Georgens und zahlreicher Mitglieder des Domkapitels wurde jetzt die Dom-Wein-Edition 2013 präsentiert,

In seiner Begrüßung erinnerte dabei der Vorsitzende des Dombauvereins, Dr. Wolfgang Hissnauer, an die lange Tradition der Dom-Weine als wirkungsvolle Dom-Bausteine, durch deren Verkauf im Verlauf der vergangenen Jahre respektable Einnahmen für den Domerhalt erzielt worden seien. Der Erlös aus dem Verkauf des Dom-Weines 2012 nebst einer Aufrundung der Summe durch die engagierte Weingut-Inhaber-Familie Meier aus Weyher erbrachte eine Spendensumme von insgesamt 4700 Euro für die Speyerer Kathedrale, die der neue Schatzmeister des Dombauvereins, Winfried Szkutnik in Form eines Spendenschecks dankbar entgegennehmen konnte.

Nach den Grußworten des Speyerer Oberbürgermeisters und der gleichfalls anwesenden Weinprinzessin der Südlichen Weinstraße, Sophie Rebholz, stellteder Leiter des Weinbauamtes in Neustadt/Weinstraße, Stefan Hilz, die Dom-Weine der Edition 2013 vor. Dabei lobte er besonders die hohe Qualität des 2012er Rieslings Spätlese Trocken , Weyherer Michelsberg und der 2011er Domcuvée aus Spätburgunder, Dornfelder und Frühburgunder. Hinz bezeichneten beide Weine als das Ergebnis der erfolgreichen Arbeit des Weingutes Valentin Ziegler Sohn.

Lesen Sie die „Wein-Laudatio“ von Stefan Hilz im Wortlaut im SPEYER-KURIER.

Im vergangenen Jahr hatte ich das Weingut Valentin Ziegler Sohn bereits ausführlich vorgestellt und insbesondere über die großen Erfolge des Weingutes berichtet.

Die Erfolgsgeschichte ist wie nicht anders zu erwarten weiter gegangen. Im vergangenen Dezember hat das Weingut seinen Vorjahreserfolg wiederholt. da dies wieder der fünfte Staatsehrenpreis in Folge war, wurde ihm von Frau Ministerin Höfken der Große Staatsehrenpreis überreicht. Grundlage für diesen Erfolg war die Tatsache, dass von 32 ausgezeichneten Weinen 18 eine Goldmedaille bekamen. Zudem stellte das Weingut den Siegerwein in der Kategorie Weißburgunder trocken.

Ich bin selbst mal gespannt, was in Zukunft noch so von diesem bemerkenswerten Weingut zu hören, sehen und vor allem zu schmecken ist.

Zum Abschluss noch ein paar Worte zu Wein am Dom am kommenden Wochenende. Das Weingut Valentin Ziegler Sohn ist eines der rund 140 dort vertretenen Weingüter und wird sich im Kulturhof Flachsgasse mit der Vereinigung Die junge Südpfalz präsentieren. Und dort können Sie dann auch in aller Ruhe den Riesling Domwein noch einmal probieren.

Die Domweine 2013

2011 Pfalz QbA im Barrique gereift Domcuvée

14,24 % vol - 5,1 Säure - 0,9 RZ - QZ 3,28

Das Domcuvée besteht aus 50 Prozent Spätburgunder, 25 Prozent Dornfelder und 25 Prozent Frühburgunder, so zu sagen ein pfälzer Cuvée. Die Weine reiften je nach Rebsorte ein bis zwei Jahre in Barriquefässern.

In der Nase sind dunkle Waldfrüchte, Nelke , aber auch sanfte Röstaromen erkennbar.

Im Mund zeigt sich das Domcuvee von seiner eher sanften Seite. Sehr weich, rund, gefällig und füllig mit präsenten, reifen Tanninen. Ein Cuvée mit sehr viel Nachhaltigkeit und Würze am Gaumen. Ein mächtiger Körper mit rund 14,3 vol % Alkohol, die so nicht spürbar sind, prägt das nachhaltige Domcuvée.

Georg Meier ist es wieder sehr schön gelungen in diesem Wein den ganzen Reiz eines Cuvées aufzuzeigen. Denn: ein gutes Cuvée ist besser als seine einzelnen Bestandteile. Gerade hier zeigt sich das Können des Kellermeisters, die optimale Kombination zu finden und die richtigen Geruchs- und Geschmackselemente herauszuarbeiten.

2012 Weyherer Michelsberg Riesling Spätlese trocken

12,57 % vol - 7,7 Säure - 5,2 RZ - QZ 3,44

Ein schönen Kontrapunkt zu dem voluminösen Domcuvee bildet die fruchtbetonte 2012er Riesling Spätlese trocken aus der Lage Weyherer Michelsberg.

Die Frucht springt förmlich aus dem Glase in die Nase! Beim ersten Schnuppern erkennt man viel Citrus und Aprikose. Die intensive Wahrnehmung dieser Aromen weckt eine unbändige Lust auf den ersten Schluck.

Und tatsächlich hat man schon mit dem ersten Schluck ein lebendig mineralisches, lang anhaltendes Geschmackserlebnis.

Eine belebende und erfrischende Säure, unterlegt durch die bereits erwähnten Citrus- und Aprikosennoten halten diesem Wein die Spannung.

Gut ausbalanciert mit 12,6 vol % Alkohol hinterlässt die Riesling Spätlese einen vollendeten und nachhaltigen Eindruck.

Apropos Domwein: Wir werden übermorgen als Auftaktveranstaltung zu Wein am Dom mit der MS Sealife eine kleine Schiffsrundfahrt machen. Und dabei werden wir, so habe ich es mit der Pfalzweinwerbung abgesprochen, auch den Riesling Domwein den Gästen und vor allem auch Journalisten präsentieren.

In diesem Sinne: Zum Wohl die Pfalz! Zum Wohl des Domes

Sehr bemerkenswert war schließlich auch die musikalische Umrahmung dieser Präsentation durch den erst zehnjährigen Keyborder und Sieger des Musikwettbewerbs „Kids to Keys“, Dominik Plein. Er begeisterte durch sein Spiel die Zuhörer und trug, so Dr. Hissnauer in seinem Dank, wesentlich zu der gelungenen Veranstaltung bei. Dr. Hissnauer dankte in diesem Zusammenhang auch dem ehemaligen Vorstandsmitglied im Dombauverein, Dr. Hermann von Samson, für die vorzügliche Vorbereitung der Veranstaltung.

Mit der Verkostung der neuen Weine, die bei den Anwesenden auf breite Zustimmung und viel Beifall stießen, ging die Präsentation bei guten Gesprächen zu Ende. Foto: pem

11.04.2013


Dom-Wein-Edition 2013 vorgestellt - Bilderalbum

Kita St. Joseph überrascht Pfarrer Ehrmantraut zum 40. Priesterjubiläum

Bereits am Ostersonntag hatte Herr Pfarrer Ehrmantraut sein Jubiläum mit der Gemeinde gefeiert.

Speyer- Nach den Ferien überraschten ihn die Kinder der Kita ST. Joseph im Ägidienhaus. Sie gratulierten ihrem Pfarrer mit einem eigens für ihn geschriebenen Lied.

Dazu überreichten sie ihm eine DVD mit der Präsentation und einer Karte mit vielen Glückwünschen.

Anschließend luden sie ihn zum gemeinsamen Frühstück an die festlich gedeckte Tafel ein.

Herr Pfarrer Ehrmantraut war begeistert und freute sich über das gelungene Miteinander der 6 Gruppen (Kita St. Joseph mit ausgelagerter Gruppe im Altenzentrum St.Martha und Waldkindergarten St. Joseph).

Wir freuen uns schon jetzt auf unser nächstes gemeinsames Fest am 23.Juni 2013. Dann feiert der Kindergarten St. Joseph sein 60-jähriges Bestehen.Text und Foto: Kita St. Joseph

10.04.2013


Zu Gast im Historischen Speyerer Rathaus

Austauschschülergruppe von Bürgermeisterin Monika Kabs empfangen

cr. Speyer. 18 Schülerinnen und Schüler des „Collége Victor Hugo“ aus Speyers französischer Partnerstadt Chartres kamen heute im Rahmen ihres Besuchs bei ihren Speyerer Alterskameraden von der „IGS + Realschule plus Georg Friedrich Kolb“ in den Historischen Trausaal im Rathaus, wo sie von der Speyerer Schuldezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs empfangen wurde. Kabs gab dabei einen Überblick über die Stadt Speyer, die inzwischen seit fast 54 Jahren mit der Heimatstadt der Austauschschüler verschwistert ist. Damit, so die Bürgermeisterin, stehe die französische Stadt für die bereits am längsten währende Städtepartnerschaft von Speyer, der sich inzwischen weitere mit Spalding in England, Ravenna in Italien, Kursk in Russland, Gniezno in Polen und Yavne in Israel hinzugesellt hätten. Außerdem engagiere sich die Domstadt auch im Rahmen der landesweiten Partnerschaft von Rheinland-Pfalz mit dem zentralafrikanischen Land Ruanda und werde im Herbst gemeinsam mit Worms auch eine Verbindung mit der chinesischen Stadt Ningde eingehen. „Auch wenn wir nicht alles gut finden, was sich in dem einen oder anderen unserer Partnerländer ereignet, so möchten wir mit diesen Verschwisterungen einen Beitrag dazu leisten, dass sich die Menschen aller Altersgruppen treffen und Verbindungen aufbauen könnten.

Die Deutschlehrerin der Chartrainer Schülergruppe, Mme. Sylvie Perineau, die im Rahmen der bereits seit zwanzig Jahren bestehenden Schulpartnerschaft selbst schon wiederholt in Speyer weilte und die einmal mehr auch während diesem Empfang wieder als versierte Dolmetscherin fungierte, kann mit Fug und Recht als eine der Protagonistinnen dieser Jumelage gelten. Sie wird in den nächsten sechs Tagen, gemeinsam mit ihrer Speyerer Kollegin Ulrike Ungemach von der Speyerer IGSihren Schützlingen und deren deutschen Partnern und Gastgebern ein umfangreiches Programm vermitteln, zu dem neben einer ausführlichen Erkundung der Sehenswürdigkeiten der gastgebenden Stadt Speyer auch ein Abstecher nach Heidelberg sowie ein Tagesausflug in das „Haus der Sinne“ in Wiesbaden gehören wird.

Ende Mai werden dann die Speyerer Schülerinnen und Schüler zum Gegenbesuch nach Chartres aufgrechen. Dann wird wohl auch ihr Klassenkamerad Liam wieder mit von der Partie sein, der derzeit wegen einer Erkrankung nicht mit ihnen durch Speyer und Umgebung „ziehen“ kann. Ihm übermittelte die ganze Gruppe aus dem Speyerer Rathaus bei Brezeln, Säften und Mineralwasser herzliche Grüße und beste Genseungswünsche. Foto: gc

09.04.2013


Austauschschülergruppe von Bürgermeisterin Monika Kabs empfangen - Bildealbum

Speyerer Frühjahrsmesse, ein Sympathieträger der Stadt, ist eröffnet

Zur 433. Speyerer Frühjahrsmesse sind Speyerer und Gäste herzlich eingeladen

bk.Speyer- Gestern wurde im Beisein zahlreicher Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben der Stadt Speyer die Frühjahrsmesse mit dem traditionellen Messerundgang eröffnet. Die erste Station war „Freddys Circus – Manege frei“. Einige Teilnehmer, auch der Städtische Beigeordente Frank Scheid, ließen es sich nicht nehmen, diese Attraktion auszuprobieren und waren sichtlich angetan. Der nächste Halt fand an „Beisels Gewürz- und Kaffeestand" statt. Das attraktive Holzhaus mit einer Länge von 14,1 m und einer Breite von 4 m bietet Gewürze, Kaffee, Tee, Porzellan und vieles mehr, was das Herz begehrt. Sicherlich eine Bereicherung der Speyerer Frühjahrsmesse. Der Inhaber, Dirk Beisel aus Heidelberg, betonte, er wäre zwar zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal in Speyer. Die Herbstmesse sei schon fest eingeplant. Am Riesenrad von Familie Jost hielt Scheidt seine Eröffnungsrede. Hier einige Ausschnitte:

"Die Stadt Speyer kann auf eine lange Messetradition zurückblicken. Seit 433 Jahren gibt es die Speyerer Frühjahrsmesse. Die Herbstmesse ist bereits seit 768 Jahren nachgewiesen. Das zeigt, das diese Messen, zu denen selbstverständlich auch das Brezelfest gehört, sehr wichtig für die Stadt Speyer sind. Außerdem sind diese Feste Sympathieträger, denn Speyer lebt davon, seinen Bürgern und Besuchern ein attraktives und vielfältiges kulturelles Angebot bieten zu können. Die Volksfeste sind hierfür ein unverzichtbarer Bestandteil.

Das wichtigste aber ist, dass sich die Menschen auf den Volksfesten wohl fühlen. Dafür sorgen die Schausteller mit ihren Attraktionen und Angeboten wie hier Familie Jost mit dem Riesenrad. Die Schausteller schaffen als Freizeitprofis die Rahmenbedingungen für einen unbeschwerten Aufenthalt. Die tollen Fahr- und Schaugeschäfte, die attraktiven Imbissbuden, Verkaufsgeschäfte, Süßwarenstände und Losbuden sorgen für eine abwechslungsreiche Frühjahrsmesse. Dafür danke ich an dieser Stelle ganz ausdrücklich allen Schaustellern der Speyerer Messe.

Außerdem geht mein Dank an unsere Marktmeisterin Patricia Holländer, die ich wegen Krankheit heute entschuldigen muss. In Zusammenarbeit mit dem Speyerer Schaustellerverband, mit Unterstützung von Barbara Raupp, unserer Praktikantin bei der Stadt und ganz wesentlich mit großer Unterstützung von Thomas Zander, dem heimlichen Marktmeister, ist es gelungen, einen anziehenden Festplatz zu gestalten, auf dem die Menschen sich wohl fühlen."

Nach der Rede schlug Frank Scheid mit zwei gezielten Schlägen das von der Privatbrauerei Eichbaum zur Verfügung gestellte Faß Bier an. Bei eiskaltem Wind und kühlem Bier wurde auf eine erfolgreiche Speyerer Frühjahrsmesse angestoßen.

Thomas Zander rief alle Anwesenden dazu auf, den "Dirndl-Wettbewerb" auf dem Brezelfest zu einem neuen Weltrekord zu führen. "Wir werden es schaffen, im großen Festzelt am Brezelfestsamstag über 1.177 Frauen im  Dirndl zu begrüßen", sagte Zander unter dem Beifall der Anwesenden.

Zu diesem Zeitpunkt war die Messe bereits sehr gut besucht und wir wünschen allen Besuchern heitere und unbeschwerte Stunden und den Schaustellern nette Gäste und gute Geschäfte.

Bis zum 7. April können Sie die Frühjahrsmesse genießen. Die Messe ist täglich von 14 Uhr bis 23 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 12 Uhr bis 23 Uhr geöffnet. Am Mittwoch, den 3. April, gibt es einen ganztägigen Familientag mit halben Fahrpreisen und Sonderangeboten. Am Sonntag, den 7. April, findet ein Abschluss-Musik-Feuerwerk statt. Foto: pem

31.03.2013


Rundgang auf der Speyerer Frühjahrsmesse - Bilderalbum

„Tanti auguri di buon compleanno, Johannes Bruno !“

Zum 80. Geburtstag eines überzeugten Christen und engagierten Streiters für die Versöhnung mit den Juden

Von Gerhard Cantzler

Ausgerechnet ein geborener Italiener hat wie kaum ein anderer in Speyer die Erinnerung an die untergegangenen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger ins kollektive Bewußtsein der Stadt zurückgeholt. Mit seinen beiden Büchern über die „Schicksale Speyerer Juden“ hat Johannes Bruno unendlich viel zur Versöhnung von Christen und Juden in der Stadt beigetragen. Heute nun feiert der Pädagoge seinen 80. Geburtstag. Dazu gratuliert auch der SPEYER-KURIER heute dem engagierten Mitbürger und guten Freund der Stadt ganz herzlich und wünscht ihm noch viele gute Jahre voller Gesundheit und Tatkraft im Kreise seiner Familie.

Schon als Junge erlebte Johannes Bruno – zwölftes von dreizehn Kindern einer aus dem armen Süditalien nach Rom eingewanderten Familie - den Schrecken der Nazizeit – seine Mutter, eine gläubige Katholikin, nahm das Kind eines jüdischen Ehepaares in die eigene Familie auf und verbarg es unter Einsatz ihres Lebens vor dem Zugriff der SS. Das Kind überlebte den mörderischen Krieg, seine Eltern fielen den braunen Schergen zum Opfer.

Für Johannes Bruno, der im Jahr 1968 als Lehrer nach Deutschland kam, blieb dieses Erlebnis prägend für sein ganzes Leben, auch wenn er erst im Jahr 1993 näher mit dem Thema „Judentum in Speyer“ in Berührung kam. Damals beschloss der frühere Religionslehrer, der bis heute als Sakristan und Lektor aktiv in seiner Kirche tätig ist, den jüdischen Friedhof in Speyer näher zu erforschen. Die hier gefundenen Spuren Speyerer Juden hätten ihn nie mehr losgelassen, berichtet Bruno – das Lebensschicksal der vielen Menschen jüdischen Glaubens, die mit einer einzigen Ausnahme in der unseligen Zeit des Nationalsozialismus vertrieben, deportiert oder gar getötet wurden, habe die folgenden Jahre seines Lebens bis heute geprägt. Archive, Standesämter und Friedhöfe in der Region seien seitdem zu seiner zweiten Heimat geworden, unzählige Schriftwechsel mit Archiven in der ganzen Welt füllen heute Reihen von Aktenordnern.

Aus aller Welt landen Anfragen von Nachfahren ehemals jüdischer Bürger aus Speyer und der Vorderpfalz in dem Haus im Asternweg in Speyer-Nord - und immer wieder suchen Besucher aus ganz Europa und aus Übersee Kontakt zu dem ausgewiesenen Kenner der jüngeren jüdischen Geschichte Speyers.

Mit ganzer Kraft setzt sich Johannes Bruno noch immer für den weiteren Ausbau des historischen Judenhofes in der Speyerer Altstadt ein und unterstützt den Antrag zur gemeinsamen Aufnahme der SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz auf die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten mit großer Hingabe. Für seine Verdienste um die Bewahrung des jüdischen Erbes in der Stadt und um die Aussöhnung mit den Juden wurde er bereits 2007 mit dem „German Jewish History Award“ der in Boston/USA ansässigen, renommierten Obermayer-Foundation ausgezeichnet.

Die Errichtung und die Einweihung der neuen Synagoge „Beith Schalom“ - „Haus des Friedens“ im Jahr 2011, ausgerechnet auf den Grundmauern der ehemaligen katholischen St. Guido-Stiftskirche, erfüllt ihn bis heute mit dankbarer Freude.

Um so trauriger ist er jedoch darüber, dass seine Initiative zur Umbennung des Speyerer St. Guido-Stifts-Platzes in „Platz der neuen Speyerer Synagoge“ bislang noch nicht auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Um so mehr hofft er deshalb, dass bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit zumindest einer der früheren Speyerer jüdischen Mitbürger bei der Benennung einer neuen Straße in Speyer eine würdige Erinnerung finden wird.

Doch bis dies soweit ist, wird der hochgebildete, sympathische „italienische Deutsche“ in der ihm eigenen „feinen“ Bescheidenheit und Zurückhaltung seinen Dienst als kenntnisreicher „Ciccerone“ im Judenhof verrichten und Interessenten durch die reiche Speyerer Stadtgeschichte geleiten, damit die Juden aller Generationen in der Stadt und ihr oft leidvolles Schicksal nicht in Vergesseneheit geraten.

An seinem heutigen Ehrentag, zu dem ihm neben seiner Familie sicher auch viele Freunde und Gleichgesinnte von Herzen gratulieren werden, möchte ihm auch der SPEYER-KURIER dafür danken, dass er sich im Vorfeld der Einweihung der neuen Synagoge dazu bereit fand, seine Zustimmung zur Veröffentlichung der „Schicksale Speyerer Juden“ (Band 1) in dieser Zeitung zu geben, sowie unserer Redaktion immer wieder mit seinem reichen Wissen um die Geshichte der Juden in Speyer bereitwillig zur Verfügung zu stehen.

Tanti auguri di buon compleanno, Giovanni Bruno - buona fortuna e la benedizione di Dio !“ -

Deshalb noch einmal: Herzliche Glückwünsche, Johannes Bruno – viel Glück und Gottes Segen!“

Foto: Archiv SPK

28.03.2013


Ministerpräsidentin Dreyer lädt zur Teilnahme am Ehrenamtstag ein

10. Ehrenamtstag in Speyer

Ministerpräsidentin Malu Dreyer lädt ehrenamtliche Organisationen, Initiativen und Projekte dazu ein, sich für den landesweiten Ehrenamtstag am 29. September in Speyer zu bewerben. „Der Ehrenamtstag ist die zentrale Veranstaltung, um den 1,5 Millionen ehrenamtlich Engagierten in unserem Land zu danken. Gleichzeitig wollen wir ihnen Gelegenheit geben, über ihre Arbeit und ihre Erfahrungen zu informieren und andere zum Mitmachen zu motivieren“, erläuterte die Ministerpräsidentin.

Der 10. Ehrenamtstag steht unter dem Motto „Ehrenamt in Rheinland-Pfalz – sozial und nachhaltig“. Aufgerufen sind in diesem Jahr alle, die neben dem sozialen Aspekt die Nachhaltigkeit im Blick haben. Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ stellt die Landesregierung den teilnehmenden Organisationen, Initiativen und Projekten insgesamt 50 Stände zu Verfügung. Begleitet wird der Markt von einer Geräteausstellung der Hilfsdienste und einem bunten ehrenamtlichen Kulturprogramm. Der Tag schließt mit der Live-Sendung „Ehrensache“ des SWR-Fernsehens, bei der Menschen mit Mut zum Engagement ausgezeichnet werden.

„Wir brauchen das Ehrenamt für unser Zusammenleben. Für mich ist es ein zentrales Anliegen, das bürgerschaftliche Engagement in Rheinland-Pfalz zu unterstützen“, betonte Ministerpräsidentin Dreyer. Daher gebe es bei der Landesregierung die Leitstelle Ehrenamt und Bürgerbeteiligung. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten die Aufgabe, bei allen Fragen rund um das Thema Ehrenamt zu beraten und zu unterstützen. Außerdem organisiere sie den landesweiten Ehrenamtstag.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum Bewerbungsverfahren für den Markt der Möglichkeiten auf dem Ehrenamtstag 2013 finden Sie unter www.wir-tun-was.de

26.03.2013


Einspruch des Rheinkollegs zwingend

ErlusVillaDer Stadtrat Speyer unterstützt eine private Grundstücksspekulation zum Schaden der Gesamtplanung

Seit vier Jahren engagiert sich das Rheinkolleg für die geplante Bebauung des nördlichen Rheinufers in Speyer in hohem Maße. Ein Ende ist nicht in Sicht. Der Bebauungsplan 19 D „Alte Ziegelei“ Speyer (Erlus-Gelände) ist in Offenlage, die am 28. März 2013 schließt. Das Rheinkolleg wird diesen Plan anfechten.

Unsere Gründe sind:

Statt eines Bürgerparks sollen hinter einer Hochwasserschutzwand Luxus-Bungalows entstehen.1. Anstatt mit Hilfe des neuen Bebauungsplanes Blick und Zugang zum Rhein zu verbessern, räumt der Stadtrat an prominenter Steller einem lokalen Investor exklusives Baurecht für zwei Luxus-Bungalows ein. Schon im Frühjahr 2012 stellte der Stadtrat mit einer 150 Meter langen Hochwasserwand dafür die Weichen. Diese Stahlbetonmauer macht das Wettbewerbsergebnis mit Uferweg, Flussterrasse und Rheinpark zur Makulatur, denn der Freiraum als Sichtachse zwischen Rhein und Fabrikantenvilla wird verbaut. Und dies auf einem Grundstück, das als nicht bebaubare Ausgleichsfläche ausgewiesen ist. Neben dem wissentlich in Kauf genommenen öffentlichen Schaden an der Gesamtplanung, verwandelt die Stadt ein Gewerbegrundstück in Bauland und verschafft dem Eigentümer einen erheblichen Spekulationsgewinn. Bebauungsplan Nördliches Rheinufer Speyer in der Offenlage Einspruch des Rheinkollegs zwingend Der Stadtrat Speyer unterstützt eine private Grundstücksspekulation zum Schaden der Gesamtplanung

Oberbürgermeister Hansjörg Eger und Prof. Helmut Striffler beim Ortstermin.2. Noch schlimmer ist die übergeordnete Auswirkung: Die Gelegenheit, aus der Hafenstraße einen großzügigen Zugang zum öffentlichen Freiraum am Rheinufer zu machen bleibt ungenutzt. Auch eine mögliche Fußgängerbrücke „Yachthafen-Hafenmole“ wird durch die Bungalows ein für alle Mal vereitelt. Die Stadt verliert damit ihre Chance einer durchgehenden Rheinpromenade mit entsprechender Anziehungskraft für den Tourismus. Der baufällige alte Bestand wäre gemäß Wettbewerbsergebnis geschliffen worden, um das Grundstück der Grünfläche des Bürgerparks zuzuschlagen. Im neuen B-Plan ist davon keine Rede mehr, genauso wenig wie von einem Ausgleich der am Kopf des alten Hafens überzogenen Bebauung.

Das Rheinkolleg fordert deshalb:

• Den B-Planes „Alte Ziegelei“ in der jetzigen Form zurückzuziehen, schnellsten zu korrigieren und von den „Bungalows“ zu bereinigen, um das Gesamtprojekt Erlus nicht zu verzögern.

• Den rechtskräftigen Teilbebauungsplanes 19 A Sternengarten - Alter Hafen zu belassen. Kein Baurecht auf dieser Grün- und Ausgleichsfläche zu schaffen, sondern die Ausgleichsfläche wie sie liegt zu erhalten.

• Die Planfeststellung der Hochwasserschutzwand sofort stoppen. Ein alternatives Hochwasserschutzkonzept, das Zugang zum Wasser gewährleistet und das Wettbewerbsergebnis unterstützt.

• Eine geheime Abstimmung ohne Fraktionszwang über den B-Plan.

Im Namen des Rheinkollegs:

Prof. Dr.h.c. Jörg Kühn, Darmstadt Prof. Dr. Ing. E.h. Helmut Striffler Martin Baumgärtner

25.03.2013


„Setzen Sie ein Fanal der Zuversicht“ - Nachruf auf Helmut Böhme

Helmut BöhmeDas Rheinkolleg trauert um seinen Vorsitzenden und Gründungsmitglied Helmut Böhme, der im Alter von 76 Jahren starb.

Der Altpräsident der Technischen Hochschule Darmstadt übernahm 2010 den Vorsitz des Rheinkollegs bei der Jahrestagung in Bad Kreuznach und füllte diesen, wie zuletzt auf der Mitgliederversammlung im Stadthaus Mannheim erlebt, souverän und authentisch aus. Seine Begeisterung für das Rheinkolleg entsprang seinem Interesse für die Kultur- und Städteentwicklung am Rhein, für die er sich als brillanter Redner mit hoher Fachkompetenz schon früh auch außerhalb der universitären Verpflichtungen einsetzte. So rief er 1985, drei Jahre vor Gründung des Rheinkollegs, bei einer Podiumsdiskussion des Deutschen Werkbundes in Mannheim die Stadtoberen auf: „Setzen Sie mit der Bebauung des Paradeplatzes N1 ein Fanal der Zuversicht, das Jahrhundert zu meistern!“

Auch als Mitherausgeber der Zeitschrift „Die alte Stadt“ und Initiator des Hauses für Industriekultur in Darmstadt manifestierte sich sein Engagement. In den 1990er Jahren weitete sich sein stadtgeschichtlicher Fokus durch Kooperationen mit führenden ausländischen Universitäten global aus. Diesen internationalen Anspruch brachte Helmut Böhme als Emeritus in das Rheinkolleg wie selbstverständlich mit ein. Und so war die erfolgreiche Rettung der ältesten Brücke im Mannheimer Hafen für Prof. Böhme nicht nur eine Frage des Denkmalschutzes, sondern vielmehr Ausdruck von Kulturbewusstsein einer kommenden europäischen Kulturhauptstadt.

Das Rheinkolleg verliert mit Prof. Helmut Böhme einen leidenschaftlichen Visionär und eine große Persönlichkeit.

25.03.2013


„Speyer – kein Pflaster für rechtsradikales Gedenkengut“

Speyerer Bürger erteilen Demonstrations-“Versuch“ der „Jungen Nationaldemokraten“ eine eindrucksvolle Abfuhr

cr. speyer. „Nazis raus aus Speyer!“ - „Schämt Euch!“ - „Wir wollen keine Nazis seh'n!“ - solche und andere Rufe, dazu ein durch Mark und Bein gehendes, gellendes Pfeifkonzert aus zahllosen Trillerpfeifen und laut scheppernd, rhythmisch zugeschlagene Mülleimerdeckel - „tretet alles Braune in die Tonne!“ – es war schon eine eindrucksvolle Abfuhr, die heute nachmittag kurz nach 15.35 Uhr gut 300 Speyerer Bürgerinnen und Bürger den 37 Mitgliedern der „Jungen Nationaldemokraten“ erteilten, die mit der S-Bahn nach einem anderen Aufmarsch in Sinsheim auf dem Speyerer Hauptbahnhof eintrafen. Drei Einsatzhundertschaften der Bereitschaftspolizei Rheinland-Pfalz, dazu noch einmal gut 100 weitere Beamtinnen und Beamte des Polizeipräsidiums Ludwigshafen unter der Führung des Speyerer Inspektionsleiters, Polizeioberrat Uwe Giertzsch sowie Mitarbeiter der Speyerer Ordnungsverwaltung unter dem Städtischen Fachbereichsleiter Thomas Zander hatten den Speyerer Bahnhof weiträumig abgesperrt und vor dem Eingang zur Bahnhofshalle, ähnlich einem Schafspferch, ein ca. 50qm großes Areal abgezäunt, in das sie die ankommenden jungen Rechtsradikalen geleiteten. Von diesen getrennt, waren am Eingang zur Prinz-Luitpold-Straße und auf beiden Seiten der Bahnhofstraßen Absperrgitter aufgestellt, um die Gegendemonstranten großräumig auf Abstand zu halten.

Noch bevor die „braune Brut“, wie von den Gegendemonstranten immer wieder skandiert wurde, eintraf, hatten sich einige Autonome und „Antifa“-Demonstranten provokativ vor dem Bahnhof zu einem Sitzstreik niedergelassen – sie suchten wohl die direkte Konfrontation mit den anrückenden Rechten - was aber von den durchweg ruhig und mit routinierter Gelassenheit agierenden Polizeibeamten- ihnen hatten die "Jung-Nazis" mit ihrem Aufmarsch obendrein auch noch den - dank des Fußball-Länderspiels ersten freien Samstag in diesem Jahr verdorben -sofort unterbunden wurde, indem sie die Sitzblockierer einzeln hinter die Absperrung auf der anderen Straßenseite trugen. Doch auch anschließend versuchten die Autonomen immer wieder, über Nebenwege auf den Bahnsteig und damit in den Rücken der Jung-Nazis zu gelangen, was die Polizei immer wieder dazu nötigte, sie abdrängen zu müssen. Das bei solchen Gelegenheiten halt immer wieder übliche „Katz-und-Maus-Spiel“....

„Ist das alles?“ riefen die Gegendemonstranten, als dann die ersten Jung-Nazis, scheint's doch etwas verunsichert ob der eindrucksvollen Präsenz ihrer Widersacher, aus der Bahnhofshalle traten, und immer wieder ertönten „schämt Euch !“-Rufe. Ein Verstärker und ein Megaphon wurden dann von den durchweg schwarz gekleideten Neonazis aufgebaut – nur ihr Anführer, der aus Speyer stammende „Versammlungsleiter“, unterschied sich von den anderen durch seinen blauen Anorak. „Wir kennen Dich – wir finden Dich !“, erklang es drohend aus der Mitte der Demonstranten – auch nicht unbedingt ein Ausweis von Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Als der mit seiner Rede anfangen wollte, da übertönten die aufbrandenden Sprechchöre und das Pfeifkonzert die „braune“ Verstärkeranlage, sodaß die rechten Demonstranten schließlich frustriert die Lautsprecher umdrehen mussten, damit wenigestens sie selbst etwas von den Parolen ihrer Anführer hören konnten. Dann noch ein weiteres Statement, von einem anderen Mitglied der Gruppe vorgetragen, danach ein gemeinsames Lied – was geredet, was gesungen wurde, ging in dem lautstarken Geräuschpegel der lärmenden Demonstranten unter, die inzwischen schunkelnd zu dem Mainzer Ernst-Neger-Fastnachts-Hit „Ui-ui-ui, Au-au-au“ übergewechselt waren.

Empörung mischte sich mit Spott, bis der „Versammlungsleiter“ Punkt 16.30 Uhr die Versammlung für beendet erklärte und zum „Abmarsch blies“. Zehn Minuten später war der ganze „braune Spuk“ vorbei – die Neonazis saßen wieder in der S-Bahn – das „Bündnis gegen Rechts“ hatte sein Ziel erreicht – die rechten Demonstranten hatten, zumindest akustisch, in Speyer niemanden erreicht.

Das überparteilische „Bündnis für Demokratie und Zivilcourage“ hatte funktioniert: Der komplette Stadtvorstand war vertreten – nur OB Hansjörg Eger fehlte - er befindet sich zur Zeit im Familienurlaub in Kanada – Bürgermeisterin Monika Kabs und die Beigeordneten Frank Scheid und Dr. Wolf Böhm waren ebenso vor Ort wie die zahlreichen Stadträte und die Vertreter aller demokratischen Parteien in Speyer.

Dazu waren aber auch Abordnungen von Migrantengruppen in der Stadt vertreten und viele, viele Bürger, die mit ihrem Kommen deutlich unterstrichen haben: „Braune“ Parolen, Rassenhass und Ausländerfeindlichkeit – sie haben keinen Platz in Speyer – heute nicht und hoffentlich auch nicht in der Zukunft! Foto: gc

Lesen Sie hierzu auch einen EINWURF von Gerhard Cantzler:

23.03.2013


Speyerer Bürger erteilen Demonstrations-“Versuch“ eine eindrucksvolle Abfuhr - Bilderalbum

Einwurf

Beklemmendes terminliches Zusammentreffen: Gedenken an die Verabschiedung der „Ermächtigungsgesetze“ im Jahr 1933 und Naziaufmarsch in Speyer 2013

von Gerhard Cantzler

Es war schon ein beklemmendes Zusammentreffen zweier Ereignisse am gleichen Tag, die heute einmal mehr augenfällig belegten, dass viele Zeitgenossen bis heute noch immer nicht bereit oder dazu in der Lage sind, aus der Geschichte zu lernen: Denn während in der Bundeshauptstadt Berlin und an vielen anderen Orten in der Bundesrepublik Deutschland heute an den 80. Jahrestag des Endes der allzu kurzen Demokratie in der Weimarer Republik erinnert wurde – an diesen denkwürdigen Tag, an dem die Nazis endgültig die uneingeschränkte Macht im Reich an sich rissen – der Tag, an dem im Berliner Reichstag die sogenannten „Ermächtigungsgesetze“ beschlossen wurden und an dem die Sozialdemokraten – sie leisteten in jener dramatischen Sitzung durch eine Rede ihres unvergessenen Fraktionsvorsitzenden Otto Wels als letzte Widerstand gegen die aufkommende Tyrannei - von der NSDAP-Mehrheit lautstark niedergeschrieen wurden.


Heute war es umgekehrt – heute wurden mit gellenden Trillerpfeifen, scheppernden Mülleimerdeckeln und lautstarken Protestrufen diejenigen „überstimmt“, die meinen, auch heute noch die dumpfen rassen- und fremdenfeindlichen Parolen von vor 80 Jahren weitertragen zu müssen.


Diesmal haben, anders als am 23. März 1933, die Demokraten obsiegt. Das ist gut so und sollte auch so bleiben.


Doch dass da zwischen den Demokraten auch heute wieder einige Demonstranten waren, die meinten, die unseligen Parolen aus der Zeit des „Dritten Reiches“ statt mit Argumenten mit Lärm und Klamauk bekämpfen zu sollen, das zeigt, dass viele den wahren Ernst der Lage noch immer nicht recht erkannt haben. Denn die Mordserie der NSU und unser öffentlicher Umgang damit zeigt, dass wir noch lange nicht alle in unserer Gesellschaft der Gefahrenzone des braunen Sumpfes entronnen und auf dem sicheren Boden der Demokratie angekommen sind.


Wer meint, der rechten Provokation durch Provokationen aus der autonomen Ecke begegnen zu können, der irrt. Er sollte vielmehr in den Annalen der neueren deutschen Geschichte nachlesen. Dort wird er lernen, dass totalitäre Systeme durch provokativen Klamauk nicht zu beeindrucken sind – und zu überwinden sind sie so gleich gar nicht.


Hier hilft nur die intellektuelle Auseinandersetzung oder - als ultima ratio - das endgültige Verbot der unverbesserlichen rechten Schreihälse durch das Verfassungsgericht – denn Schreien gegen Schreien allein hilft jedenfalls nicht.

Drei Speyerer Unternehmen im Kampf um sozial verträgliche Arbeitsplätze

Thomas Cantzler, Doris Eberle, Walter WernerVerzahnung von VFBB, gabis und diag erfolgreich bewältigt - gabis stellt neuen Geschäftsführer vor

spk. Speyer. Ob zufällige zeitliche Koinzidenz oder Absicht – der Termin für die Vorstellung des neuen Geschäftsführers von gabis - der Gemeinnützigen Arbeitnehmerüberlassung der BeschäftigungsInitiative Speyer - Thomas Cantzler, hätte kaum besser gewählt werden können als für diesen Tag, der deutschlandweit als „equal-pay-day“ begangen wird und an dem das Recht aller Arbeitnehmer auf „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ eingefordert werden soll.

Walter Werner, 2. Vorsitzender des VFBB, des „Vereins zur Förderung der berufliche Bildung e.V“., - „Mutter“ und gleichzeitig Partner des vor kurzem ins Leben gerufenen Unternehmensverbundes aus VFBB e.V., der gabis GmbH und der diag GmbH, der „Dienstleistungs-Innovations-Arbeitsvermittlungs Geselllschaft“ - stellte in Vertretung des aus Termingründen verhinderten 1. VFBB -Vorsitzenden Gerd Rheude das neue Unternehmenskonzept vor, das die bisherige, erfolgreiche Arbeit der Einzelunternehmen jetzt noch effizienter gestalten soll. Denn alle drei Unternehmungen eint auch weiterhin der Wille, Menschen in sozial schwierigen Verhältnissen in Lohn und Arbeit zu bringen.

Gabis wurde bereits im Jahr 1995 gegründet und hat seitdem über 4.200 zuvor arbeitslose Menschen nach einer entsprechenden Qualifizierung in ein festes Arbeitsverhältnis vermittelt. Thomas Cantzler, Diplom-Psychologe mit dem Schwerpunkt Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie, der zum 1. Januar 2013 als Nachfolger von Wolfgang Viertel zum Geschäftsführer des Unternehmens bestellt wurde, gehört dem Team der gabis bereits seit über zehn Jahren an. In diese Zeit – so erinnert sich der neue Geschäftsführer, der bis zu seiner endgültigen Eintragung ins Handelsregister noch das Kürzel „design.“ hinter seinem Titel führt - fielen für die Speyerer Arbeitnehmerüberlassung entscheidende Entwicklungsschritte: Seit dem Jahr 2003 nämlich sei die Zusammenarbeit mit dem Daimler-Benz-Nutzfahrzeug-Werk in Wörth, einem der größten Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz, ein wesentliches Standbein der Aktivitäten von gabis. 9.800 Mitarbeiter habe man dem LKW-Bauer „mit dem Stern“ in dieser Zeit als „Zeitarbeiter“ überlassen - 4.200 davon seien mit einem festen Anstellungsvertrag übernommen worden. „41 Prozent -“, so Cantzler, „das ist eine tolle Quote in einem Bereich des Arbeitsmarktes, wo durchschnittlich nur etwa 16 Prozent der Vermittlungen in eine Festanstellung einmünden“.

Weitere Meilensteine: Als erste Arbeitnehmerüberlassung habe gabis eine Tarifvertrag abgeschlosssen und im Sinne von „equal-pay“ für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine einheitliche Urlaubsregelung von 30 Tagen eingeführt. Hinzu komme, dass die Mitarbeiter von gabis nicht „in die Kinderlandverschickung“ kämen, d.h. mit ständig wechselnden Arbeitsstellen zurecht kommen müssten, sondern immer nur für einen Kunden tätig seien - „equal treat“ halt, wie es im Fachjargon heißt.

Hinzu komme, dass sich die soziale Ausrichtung des Unternehmens auch in der Verwendung seiner Gewinne dokumentiere. Cantzler: „Das Geld, das wir verdienen, fließt nicht an die Gesellschafter, sondern bleibt im Unternehmen und wird in vollem Umfang für andere soziale Arbeitsmarktprojekte eingesetzt“. Der neue Unternehmensverbund gebe den beteiligten Firmen nun noch mehr Freiheit, Maßnahmen im Intersse der Beschäftigen zwischen den verschiedenen Bereichen zu optimieren. „Es macht deshalb großen Spaß, für gabis tätig zu sein“, schloß der neue Geschäftsführer sein Bekenntnis zu der von gabis realisierten Form der Zeitarbeit. Dies vor allem auch deshalb, „weil man tagtäglich den unmittelbaren Erfolg sieht“.

Doris Eberle, Geschftsführerin der diag GmbH, der „Schmiede“ kreativer Lösungen für den Einstieg von Randgruppen in den Arbeitsmarkt im Unternehmensverbund, stellte sodann eine Reihe von Projekten vor, mit denen die diag versuche, Angehörige benachteiligter Gruppen in Arbeit zu bringen. Beispielhaft nannte sie hierzu die „Get-in-job“-Projekte, in denen z.B. Spätbewerber bis zum 30. Lebensjahr derzeit in Kooperation mit den Speyerer Pfalzflugzeugwerken zu Industriemechanikern aufgebildet werden.

Mit einem weiteren Projekt zielt die diag auf weibliche Spätbewerber – alleinerziehende junge Mütter zumeist – die im Q + H in Speyer-West eine sechsmonatige Ausbildung erhalten, um danach in eine ordentliche Ausbildungsstelle vermittelt zu werden.

Und noch ein drittes Beispiel: Das Projekt „sophi – Der Laden“. Dort werden ungelernte Arbeitslose für „haushaltsnahe Dienstleistungen“ qualifiziert , um dadurch ältere Menschen in ihrem Wunsch zu unterstützen, länger in ihrer angestammten häuslichen Umgebung bleiben zu können. Damit werde es zugleich möglich, so Doris Eberle, „generationsübergreifende Freundschaften zu schließen und Verantwortung für ältere Menschen zu übernehmen“. Angesichts des demografischen Wandels in der Gesellschaft habe die diag dazu ein Modell entwickelt, durch das die stetig wachsende Zahl von Pflegebedürftigen zukünftig von Zweier-Teams betreut werden könnten, in denen jeweils eine Pflegekraft von einer bei „sophi“ ausgebildeten Fachkraft für haushaltsnahe Dienstleistungen unterstützt werden soll. Dadurch könnten die Pflegekräfte entlastet werden und zusätzliche Patienten zur Betreuung übernehmen Allein für Speyer sieht Doris Eberle hier ein Potential von 250 neuen Arbeitsplätzen.

„Bei der Auswahl unserer Projekte achten wir insbesondere auf das, was der Staat nicht macht“, beschrieb Doris Eberle den subsidiären Ansatz des Unternehmensverbundes. Und dabei kommen dann vielfach Projekte heraus, die auch an anderen Orten Nachahmung oder Nachfrage hervorrufen. So etwa bei „sophi – der Laden“, das inzwischen auch in Germersheim „laufe“ und demnächst auch in Neustadt/Weinstraße, Ludwigshafen sowie in Walldorf-Wiesloch angeboten werden wird.

Gleiches gilt auch bei „Perspektive Wiedereinstieg für Frauen“ - einem Projekt, das die Bundesagentur für Arbeit ausgeschrieben hatte und für das die diag als einziges Unternehmen einen akzeptablen Vorschlag unterbreitet hatte – ab Mitte April wird es ebenfalls auch in einem länderübergreifenden Verbund in Ludwigshafen und Mannheim umgesetzt.

Weiter ausgebaut werden soll schließlich auch das Projekt „Best interest“, das Beratung für Klein- und Kleinstunternehmen anbietet – Betriebe, die selbst keine Zeit und keine Kapazitäten für eigene Personalentwicklung haben. Hier sollen insbesondere Menschen, die auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf angewiesen sind, verrmittelt werden.

Es sprüht also nur so von neuen arbeitsmarktpolitischen Ideen in dem Gebäude in der Lessingstraße 4 – 6 in Speyer, aus dem die drei Unternehmen am 3. Mai in ihr neues Domizil „um die Ecke“ - in die Heinrich-Heine-Straße, umziehen werden. Und der Sprecher der „Mutter“ VFBB, Walter Werner, ist stolz auf die Kreativität und die Erfolge seiner „Töchter“, die sich in der engen Verzahnung von VFBB, gabis und diag.tagtäglich manifestiere. Foto: gc

22.03.2013


Neptun wieder zwischen Speyer und Rheinhausen unterwegs

Ab Freitag, 22. März 2013, bringt die Neptun wieder Fahrgäste über den Rhein. Die Fähre verbindet die Gemeinde Oberhausen/Rheinhausen auf badischer Seite und Speyer auf pfälzischer Seite. Bereits zur Römerzeit war hier ein wichtiger Straßenknotenpunkt mit Übergang über den Rhein. Erstmals wird die Rheinhäuser Fähre 1296 in historischen Dokumenten erwähnt.

Die Beförderungszeiten ab Speyer sind freitags von 11 – 20 Uhr, samstags, sonntags und an gesetzlichen Feiertagen in Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg von 10 – 20 Uhr von 10 – 20 Uhr (ab 01.10. jeweils bis 19 Uhr).

Die Fähre verkehrt bei Bedarf, mindestens aber im 30-Minuten-Takt. Die Überfahrt dauert 5 bis 10 Minuten. Die Ab-/Anlegestelle im Speyerer Süden ist der "Berghäuser Altrhein" (Alte Rheinhäuser Fähre). Der Abzweig von der Industriestraße ist ausgeschildert.

Erwachsene zahlen 1,40 EUR, Kinder von 6 – 16 Jahren 0,50 EUR, die Mitnahme eines Fahrrades kostet 0,50 EUR, ein Radanhänger 1,00 EUR. Kinder unter 6 Jahren fahren entgeltfrei mit. Fahrausweise des VRN gelten nicht. Durch die Konstruktion der Fähre mit ihrer Bugklappe ist auch das Benutzen für Rollstuhlfahrer und Behindertenfahrzeuge möglich und wird auch rege in Anspruch genommen.

Auf Initiative der Stadt Speyer und der Gemeinde Oberhausen/Rheinhausen ist die historische Fährverbindung 1995 wiederbelebt worden. Die Fährverbindung wird heute von den Verkehrsbetrieben Speyer zusammen mit dem Schifffahrtsunternehmen Hessenauer betrieben.

Am Sonntag, 3. November 2013 geht das Wasserfahrzeug dann wieder in die Winterruhe. Verkehrsbetriebe Speyer GmbH, Pressestelle

21.03.2013


Kampf gegen „Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder“

Verein „Frauenhaus Speyer e.V.“ erhält namhafte Spende aus Benefizkonzert des Heidelberger Jazzchors

cr. Speyer. Gewalt gegen Frauen – ein „dunkles“, ein trauriges Phänomen in unserer Gesellschaft - im häuslichen, im famliären Umfeld und in anderen engen sozialen Beziehungen allgegenwärtig und dennoch oft enug mit einem Tabu belegt, verschwiegen und vertuscht.

Da ist es gut, wenn es Einrichtungen gibt wie die Frauenhäuser, wie sie erstmals in den frühen 1970er Jahren in den USA gegründet und noch im gleichen Jahrzehnt auch in Deutschland aufgebaut wurden. In Speyer gibt es den Verein „Frauenhaus Speyer e.V.“ seit dem Jahr 1987 – schon 1990 konnte der Verein „sein“ Frauenhaus eröffnen, in dem jetzt schon seit fast einem viertel Jahrhundert von Gewalt bedrohte und betroffene Frauen mitsamt ihren Kindern Zuflucht finden. Was all diese Einrichtungen von Anfang an eint, ist ihre chronische Unterfinanzierung. Zwar werden die Frauenhäuser im Land in ihrer wichtigen Arbeit durch Zuschüsse des Landes und der Stadt unterstützt, doch ohne zusätzliche Spenden sähe sich der Verein rasch an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gedrängt.

In der Beratungsstelle des Vereins „Frauenhaus Speyer e.V.“ in der Kleinen Pfaffengasse konnte jetzt die Leiterin der Einrichtung, Silvia Bürger, wieder einmal eine solche, nennenswerte Spende entgegennehmen. Anfang März nämlich war der Heidelberger Jazzchor mit seiner originellen, aus drei virtuosen jungen Kontrabassistinnen bestehenden Begleitcombo, unter seinem Leiter Jochen Berenbold im Rahmen der Reihe „Konzerte im Turm“ zu einem Benefizkonzert in der Johanneskirche in Speyer-West zu Gast, um für die Arbeit des Frauenhauses zu musizieren. In Anwesenheit der Speyerer Sozialdezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs, konnte Jochen Berenbold als Erlös dieses von der Stadt Speyer und der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer geförderten Konzertes jetzt einen symbolischen Scheck über 1.300 Euro überreichen.

Bürgermeisterin Kabs zeigte sich einerseits sehr erfreut über die Spende, auch wenn sie selbst auf der anderen Seite doch sehr traurig und betroffen sei, dass Einrichtungen wie die Frauenhäuser in unserer Gesellschaft überhaupt notwendig seien.

Und dass die leider durchaus notwendig sind, zeigten die bedrückenden Zahlen, die Silvia Bürger an diesem Tag präsentieren musste: 400 ambulante und zumeist auch anonyme Beratungen seien im Jahr 2012 durchgeführt worden – 50 Frauen mit insgesamt 74 Kindern hätten im gleichen Zeitraum in dem mit fünf Zimmern ausgestatteten Frauenhaus, dessen Adresse aus nachvollziehbaren Gründen geheim bleiben muss, Zuflucht suchen müssen. Übrigens wollen die Verantwortlichen mit der räumlichen Trennung von Beratungsstelle und Frauenhaus verhindern, dass gewalttätige Männer ihre Übergriffe auf Frau und Kinder auch in der beschützten Umgebung des Frauenhauses fortsetzen können.

Wie Silvia Bürger weiter mitteilte, habe sich ein neuer Schwerpunkt ihrer Arbeit in der „nachgehenden Beratung“ ihrer Klienten herausgebildet. Dabei gehe es darum, Mädchen und Jungen aus einer gewaltbestimmten Umgebung in sozialpädagogischer Einzel- und Gruppenarbeit bei der Verarbeitung erlebter Gewalt, in der Selbstbehauptung und in der Gewaltprävention zu unterstützen. Auch habe der Verein „Frauenhaus Speyer e.V.“ durch eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Polizei seine proaktive Beratung weiter verstärken können.

Aufgaben genug also für den so wichtigen Verein, der Frauen aus Speyer und dem alten Landkreis Speyer beisteht und der per Fax über 06232-28577 oder per e-mail unter frauenhaus-speyer@gmx.de erreichbar ist.

Und wer die segensreichen Arbeit des Vereins unterstützen will, dem empfiehlt auch der SPEYER-KURIER eine Spende auf das Sonderkonto Nr. 5322 bei der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer (BLZ 547 500 10). Foto: gc

20.03.2013


„Streicheln erwünscht!“ - Ostern kann kommen -

Speyerer Postgalerie begrüßt Kinder mit Lachtauben, Hühnern und Streichelhasen

cr. Speyer. Draußen kann man sich den Frühling derzeit überhaupt noch nicht so recht vorstellen – zu nass, zu kalt – einfach nur schauerlich – so präsentiert sich derzeit noch immer das Wetter.. Doch drinnen, in der Speyerer Postgalerie, ist der Lenz seit heute voll „ausgebrochen“: In der Säulenhalle im Eingangsbereich der Ladengalerie werden die Besucher von einem duftend-.bunten Blütenflor begrüßt. Tulpen, Primel, Osterglocken prangen aus geschmackvoll zusammenkomponierten Beeten um die Wette, über zwei Findlinge rinnt munter plätschernd ein kleines Rinnsal. In den Schaufenstern rund um die Eingangshalle wie in der gesamten Postgalerie präsentieren Modegeschäfte die neuesten Frühjahrs-Sommer-Kreationen. Zeit für die Erwachsenen, sich von den schweren Winter-Klamotten zu verabschieden und nach luftig-leichten Frühjahrs- und Sommersachen Ausschau zu halten..

Für die Kleinsten aber wird es erst ein Stockwerk höher, im ersten Obergeschoß, so richtig spannend. Da haben nämlich die Tierfreunde vom Schifferstadter Geflügelzuchtverein „Ornis“ im rückwärtigen Bereich der Ladengalerie einen kleinen Streichelzoo eingerichtet, wo heute schon die ersten Besucher aus Speyerer Kindertagesstätten wie der „Flohkiste“ zu Gast waren.

Da ist in einer Ecke ein Schwarm Afrikanischer Lachtauben in einer Voliere versammelt – ihr typisches, glucksendes Lachen kann man am ehesten frühmorgens, gleich nach der Öffnung des Zoos vernehmen. Ist der Zoo aber erst einmal mit Besuchern angefüllt, dann vergeht auch diesen putzigen Zeitgenossen im wahrsten Sinne oft „das Lachen“.

Anders auf der anderen Seite des großen Raumes – gegenüber den dicht zusammengedrängt auf ihren Stangen sitzenden Tauben: Ein stattlich-stolzes, lebhaft Körner pickendes Hühnervolk. Der schwarze Hahn kann sich garnicht genug aufplustern und lässt ein ums andere Mal lautstark sein Kikeriki durch den Zoo erschallen. Da hat auch Center-Manager Jürgen Ehlen sichtbar seinen Spaß.

Wo die kleinen Küken herkommen, das können die Kinder daneben in einem Schaubrüter lernen. Dort sind in einem Wärmeschrank Eier eingestellt, aus denen immer wieder kleine Küken ausschlüpfen. Die verschiedenen Stadien des Werdens eines solchen Kükens kann 'Kind' in einem begehbaren Brutschrank betrachten, wo die Eier mit speziellen Lampen durchleuchtet werden können. Spannend auch die „Speisekarten“ der „Geflügel-Tiere“. Auf einem zentrslen Tisch haben die Schiffetstadter Geflügelzüchter die unterscheidlichen Getreidearten ausgelegt, die sich für Aufzucht und Ernährung der Hühnervögel besonders eignen.

Hauptattraktion für die Kleinen ist aber sicher das Gehege mit den kuschelig-weichen Hasen, die mit den Kindern um die Wette über und um die ausgelegten Heuballen herumtollen. „Ach, ist der aber schön zart“, freut sich die kleine Lara und herzt und streichelt dem kleinen Hasen noch einmal sein weiches Fell. Und die Tiere mit Karotten zu füttern – da wird es Kindern und Erwachsenen gelichermaßen warm ums Herz.

Noch bis zum Karsamstag, dem 30. März, wird diese gelungene Attraktion für Klein und Groß täglich von 11.00 bis 18.00 Uhr in der Speyerer Postgalerie geöffnet sein. In diesen Stunden sind auch immer Mitglieder des Geflügelzuchtvereins vor Ort, um Fragen zu beantworten und um die Kindern bei der Hand zu nehmen, wenn sie Scheu davor haben, ein lebendes Tier zu streicheln. Denn hier heißt es nicht; „Berühren verboten!“, sondern ganz ausdrücklich: „Streicheln erwünscht!“ Foto: gc

18.03.2013


Spirituell, interreligiös und politisch zugleich – die Fußwallfahrt von vier Schweizer Theologen nach Jerusalem

Faszinierend-bewegender Bericht im Speyerer Priesterseminar

Von Gerhard Cantzler

Speyer- Pilgern ist wieder „in“ - das kann man auch noch bis zum kommenden Freitag in der Sonderausstellung „Pilgern“ in der Hauptstelle der Kreis- und Stadtsparkasse in Speyer anschaulich erfahren. Und deshalb wurden in den letzten Jahrzehnten die alten Pilger-Wege von Osten nach Westen quer durch Europa wieder aktiviert. Entlang dieser Routen, auf denen man immer mehr Pilger findet, die in Abschnitten oder „am Stück“ auf dem Weg zu dem spanischen Wallfahrtsort Santiago die Compostela an der galicischen Atlantikküste sind, hat sich ein umfangreicher „Pilger-Tourismus“ entwickelt, der dem nach Spirtualität und innerer Einkehr suchenden Wanderer alles bietet, was er sich wünscht: Bescheidenheit oder Luxus, Kontemplation oder überbordend lautstarke Fröhlichkeit. Wie immer man es mag – eines ist sicher entlang dieser rund 2.500 Kilometer langen Pilgerstrecke: Das Dach über dem Kopf, das Bett, um an jedem Abend die vom Wandern müden Glieder auszustrecken.

Auf derartigen Komfort wollten die vier Pilger verzichten, die am 2. Juni 2011, am Hochfest „Christi Himmelfahrt“ im „Lasalle-Haus“ - einem kirchlichen Bildungszentrum in Bad Schönbrunn im schweizerischen Kanton Zug - aufbrachen, um zu Fuß den 4.300 Kilometer langen Weg nach Jerusalem „unter die Füße“ zu nehmen. 219 Tage, an denen sie im Mittel sechs, sieben Stunden am Tag unterwegs waren und in denen sie 25 bis 30 Kilometer zu Fuß zurücklegten, Eindrücke aus 11 Ländern und der Versuch, mit Menschen in neun unterschiedlichen Sprachen zu kommunizieren, lagen vor ihnen. Dort, wo sie bei überlangen Tagesetappen den Rest des Weges per Autostopp zurücklegten, ließen sie sich am darauffolgenden Tag zurückbringen an die Stelle , wo sie am Vortag in ein Fahrzeug eingestiegen waren – jeden Kilometer der Strecke wollten sie zu Fuß zurücklegen. Dann, am 23. Dezember 2011 gegen 16.00 Uhr, am Vorabend des Christfestes, trafen die vier Theologinnen und Theologen dann nach einer fast siebenmonatigen Reise voller Mühen und Strapazen an ihrem Ziel in Jerusalem ein.

Am vergangenen Freitag nun war einer der vier Pilger, Prof. Dr. Franz Mali, der an der schweizerischen Universität Fribourg Griechische Patristik (die Wissenschaft, die sich mit der Zeit der Kirchenväter vom 1. bis zum 7. nachchristlichen Jahrhundert beschäftigt) sowie Sprachen des christlichen Orients, lehrt, ins Speyerer Priesterseminar St. German gekommen, um einem tief beeindruckten Zuhörerkreis in einem bewegenden Vortrag von dieser Reise zu berichten. Möglich geworden war dieser Besuch des Wissenschaftlers, der derzeit auch Dekan der theologisch-philosophischen Fakultät der traditionsreichen Universität ist, durch seine persönliche Freundschaft mit dem Speyerer Dombaumeister Mario Colletto sowie auf Einladung des 'summos custos' des Speyerer Domes, Domkapitular Peter Schappert. Und der Dombaumeister ahtte nicht zuviel versprochen, als er den Besuchern für diesen Abend „eine spirituelle Ayuveda-Kur“ ankündigte. Prof. Mali hatte nämlich den Bericht über eine Reise mitgebracht, wie sie in unserer Zeit wohl kaum noch einem Menschen vergönnt sein dürfte. Denn wer kann schon das Privileg für sich in Anspruch nehmen, wie die vier Schweizer mehr als ein halbes Jahr lang aus dem Alltag und aus allen persönlichen Verpflichtungen „auszusteigen“?

Die vier Theologen – zwei Frauen und zwei Männer – neben dem gebürtigen Steirer Franz Mali noch die Schweizer Theologinnen Hildegard Aepli und Esther Ruthenau sowie der Priester Christian Rutishauser - hatten sich für ihre Fußpilgerfahrt zu den heiligen Stätten der Christenheit nicht den bequemsten Weg ausgesucht – der hätte sie durch Italien und dann auf dem Seeweg nach Jerusalem geführt. Sie wanderten statt dessen zunächst auf der Alpensüdseite quer durch die Schweiz, durch Süd- und Osttirol und Südkärnten nach Slowenien, und von dort über den Balkan - durch Kroatien, Serbien und Bulgarien - bis in die Türkei. Allein für das Durchqueren der 12-Millionen-Megacity Istanbul brauchten sie drei Tage – mit der Besichtigung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten und der Planung der weiteren Reiseroute blieb die Vierergruppe zwölf Tage in der faszinierenden Stadt, ehe sie sich auf den allein 1.300 Kilometer langen Weg durch das anatolische Hochland machten. Durch Syrien, das damals bereits vom Bürgerkrieg geprägt war und schließlich durch Jordanien erreichte die Pilgergruppe dann, vom Ölberg herab kommend, Jerusalem – „ein Sinnbild für die pilgernde Kirche“, so Prof. Mali.

„Wir nahmen den Landweg – aber es war ein Gang über das Wasser“. So beschreibt der charsmatische Steirer ganz unprätentiös die strapaziöse Tour voller höchst unterschiedlicher Eindrücke, auf der die vier Individualisten sieben Monate lang versuchen mussten, sich auch einander anzupassen. „Zu viert zu gehen, heißt nicht allein unterwegs zu sein“, so das Fazit eines der vier am Ende der Reise.

Prof. Mali ließ anhand erschütternder Bilder die Spuren von Krieg und Zerstörung in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien wach werden, die bis heute noch nicht bewältigt sind – von den Auswirkungen des Bürgerkriegs in Syrien, wo die Gruppe auf Druck der syrischen Geheimpolizei einen hundert Kilometer langen Abschnitt der Reise aus Sicherheitsgründen mit dem Taxi zurücklegen mussten – von der bedrückenden Situation in der jordanischen Hauptstadt Amman, die durch die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern von 70.000 auf 1,2 Millionen Menschen – 70% davon palästinensiche Flüchtlinge - geradezu explosionsartig gewachsen ist.

Aber auch die vielen beglückenden Erfahrungen, auf so viele Menschen ganz unterschiedlicher Kulturen zu treffen, die ihnen immer wieder mit großer Gastfreundschaft begegneten und die sie in ihre Häuser einluden, auch wenn die „Standards“ dort oft höchst unterschiedlich waren. Prof. Mali erinnerte an die tägliche Anspannung, am Abend ein Quartier finden zu müssen. Und davon, dass es jeden Tag irgendwie funktioniert hat. Denn genau in dem Moment, wenn er an einer Kreuzung stand und nach einer Lösung für ein aktuelles Problem suchte, da seien Menschen auf sie zugekommen und es habe sich immer wieder ein Ausweg gefunden. „Gottes Vorsehung ist pünktlich – sie schmiegt sich an unsere Pläne an“, so die Erkenntnis Prof. Malis aus dankbarer Erfahrung.

Der Theologe ließ die Momente aufleben, wenn die Gruppe in freier Natur Eucharistie feierte: Im sommerlich-heißen Park vor der Universität in Belgrad, in einem vom Regen durchnässten Garten vor einem orthodoxen Kloster in Bulgarien, auf der herbstlich-kühlen Hochebene Anatoliens, wo sie nach Wochen einsamer Wanderung, in der sie nur untereinander deutsch sprechen konnten, in einem abgelegenen Dorf bei einer türkischen Familie Unterkunft fanden, die dreißig Jahre in Bochum gelebt hatte.

Oder die grße Freude, nachdem sie ihren einsamen – dennoch durch die haaarscharf an ihnen vorbeirasenden LKW auf dem „Nord-Süd-Auto-Pud“ quer dirch den Balkan und Anatolien höchst gefährlichen Weg - gesund hinter sich gebracht hatten, auch wieder auf andere Pilger zu treffen - auf den Polen auf dem Weg nach Assisi, auf den Franzose auf dem Weg nach Alexandria – man ging ein Stück Wegs gemeinsam, mman aß zusammen und betete zusammen.....

Überhaupt war das tägliche Gebet um Frieden in der Welt, um Frieden für all die Menschen, denen sie unterwegs begegneten, das zentrale Anliegen dieser Pilgerreise.

Als sie dann am 23. Dezember 2011 gegen 16 Uhr, vom Ölberg herab, auf die Stadt Jerusalem blickten, da war das Ziel, die Grabes- und Auferstehungskirche.erreicht. Prof. Mali erinnert sich an diesen Augenblick: „Jetzt waren wir angekommen - nach so viel Zeit und so viel Geschichte. Wir fielen uns um den Hals. Für diesen Moment waren wir gegangen.“

Am nächsten Morgen legten die Schweizer und der Steirer ihr „Pilgerband“, in dem auf Zetteln unzählige Gebetsanliegen steckten, die sie schon von zuhause mitgebracht hatten oder die ihnen auf ihrem Weg immer wieder von Menschen zugesteckt wurden und für welche die Gruppe unterwegs war, auf den „Golgotafelsen“ in der Kirche.

„Der Weg ist das Geschenk Gottes und die Kraft der Gemeinschaft ließ mich ankommen“, so faßte eine der beiden Teilnehmerinnen ihre Erfahrungen von dieser ganz besonderen Art der Gottes-Begegnung zusammen – an diesem Abend konnten auch die Besucher der Vortragsveranstaltung im Speyerer Priesterseminar ein Stück weit Anteil haben an diesen beglückend-bewegenden Erfahrungen. „Wir haben es für uns als ein ganz besonderes Privileg erfahren, diese Erfahrung machen zu dürfen“, so Prof. Mali gegenüber dem SPEYER-KURIER. „Denn wer kann schon für mehr als ein halbes Jahr aus seinem Alltag und seinen persönlichen Verantwortungen aussteigen?“

Bereits während der Reise gab es die Möglichkeit, über einen Blog den Weg der Gruppe mit zu verfolgen und diese Reise mit Kommentaren zu begleiten. Der Blog kann auch aktuell noch eingesehen werden unter: http://blog.lassalle-haus.org Foto: gc

17.03.2013


Fußwallfahrt von vier Schweizer Theologen nach Jerusalem - Bilderalbum

 

Landschaftlich natürliches Kleinod in Speyer-West am Entstehen

Woogbachtal mit künstlichen Inseln und vielen Sitzgelegenheiten lädt künftig wieder zum Verweilen ein

cr. Speyer. Gut vierzig Speyerer Bürgerinnen und Bürger hatten sich gestern nachmittag an der Woogbachbrücke an der Eugen-Jäger-Straße eingefunden, um sich über den Fortgang der aktuellen Arbeiten zur Aufweitung und Renaturierung des Woogbachtales zu informieren. Zu einer „Gummistiefel-Begehung“ hatte die für diese Maßnahme zuständige Arbeitsgruppe des Projektes „Soziale Stadt Speyer-West“ unter der Leitung von Hans-Joachim Ritter, dem Leiter der Städtischen Bauverwaltung, und Dr. Sven Fries eingeladen. Und das war gut so: Denn bedingt durch den Schnee der vergangenen Tage, der im gleisenden Sonnenlicht langsam dahinschmolz, war „das Geläuf“ entlang des Bachs doch ziemlich matschig....

Auf sicherem Grund konnte aber zunächst Klaus-Dieter Aichele vom Planungsbüro Bierbaum & Aichele anhand der ausgehängten Pläne über den aktuellen Stand der Maßnahme berichten. Vier Aufweitungen seien in den letzten Monaten in den Bachlauf eingebaut worden - die künstlichen Inseln darin würden für die gewünschten unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten im Woogbach sorgen

Als nächstes würden jetzt in den künstlich aufgeschichteten Erdhügel unterhalb der Eugen-Jäger-Straße Sitzgelegenheiten in Treppenform eingebaut sowie entlang des Bachlaufs weitere Bänke aufgestellt. Der Weg entlang des Bachs wird befestigt und steht auch zukünftig Fußgängern und Radfahrern gleichmaßen zur Verfügung.

Bis zu den Sommerferien soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Bis dahin werden wohl auch die Bäume und Sträucher eingewurzelt sein, die als Ersatz für die morschen Pappeln, die wegen fehlender Standsicherheit gefällt werrden mußten, in den nächsten Tagen neu gepflnazt werden. Dazu haben die Verantwortlichen im Sinne einer natürlichen Vegetation Erlen, Weiden, Ahorn und Haselnuss ausgesucht, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Wachstumsgeschwindigkeiten eine nachhaltige Bepflanzung versprechen.

Wie bereits mehrfach berichtet, wird die komplette Umgestaltungsmaßnahme von der B 9 bis zur Bahnbrücke zu 90 % aus der „Aktion Blau“ - einem EU-Programm zur Renaturierung von Bachläufen – gefördert. „Bis zum Jahr 2015 hätten wir ohnedies an die Sanierung des Bachlaufs herangehen müssen“, so Klaus-Dieter Aichele, „da war es auch von der Kostenseite her günstiger, das jetzt gleich gemeinsam mit den Maßnahmen im Zusammenhang mit der „Sozialen Stadt Speyer-West“ in Angriff zu nehmen.

Und dass dies eine überaus gelunge Maßnahme zu werden verspricht, davon konnten sich die Teilnehmer an dem gemeinsamen Spaziergang entlang des Woogbachs ein beeindruckendes eigenes Bild machen.

Wenn es in ein paar Wochen erst festig ist, dann wartet ein landschaftlich natürliches Kleinod auf die Speyerer – freuen wir uns drauf. Foto: gc

16.03.2013


Fortgang der aktuellen Arbeiten zur Aufweitung und Renaturierung des Woogbachtales - Bilderalbum

Leicht rückläufige Unfallzahlen und minimal gestiegene Zahl verunglückter Menschen

Verkerhsunfallstatistik der Polizeiinspektion Speyer zeigt nur minimale Veränderungen gegenüber dem Vorjahr.

Eine eher unauffällige Entwicklung der Verkehrsunfallzahlen im Jahr 2012 konnten heute der Leiter der Polizeiinspektion Speyer, Polizeioberrat Uwe Giertzsch, und sein zuständiger Leiter der Verkehrspolizei, Polizeihauptkommissar Jürgen Preek, bei einem Pressegespräch für ihren Dienstbereich vorstellen. Doch während landesweit die Unfallzahlen leicht anstiegen, die Unfallfolgen dagegen - insbesondere die Zahl der Verletzten und der Toten – weiter zurückging, verzeichnete die Polzeiinspektion Speyer zwar einen geringfügigen Rückgang der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle von 2.602 im Jahr 2011 auf 2.564 im Berichtsjahr – gleichzeitig aber stieg die Zahl der verunglückten Personen von 429 auf 436 leicht an. Dass dabei die Zahl der Schwerverletzten von 61 auf 75 anwuchs und die der Getöteten gar von 0 auf 4, sei, so POR Uwe Giertzsch, eher ein Verharren auf dem Niveau der letzten Jahre als ein „Ausreißer“ in die eine oder andere Richtung. Selbst die Zahl der Getöteten sei mit 4 bei drei Unfällen – zwei davon allein bei dem tragischen Unglücksfall kurz vor Weihnachten auf der Verbindungsstraße zwischen Harthausen und Römerberg - wieder auf das langjährige Mittel zurückgekehrt.

Während die Statistik bei den Unfällen unter Einfluß von Drogen einen deutlichen Anstieg auf 13 und damit fast eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr vermeldet, ist bei den Unfällen unter Alkoholeinwirkung nach dem absoluten Tiefstand von 39 Fällen im Jahr 2011 zwar wieder ein Anstieg auf 50 Fälle zu registrieren – dennoch bedeutet dies aber nur eine Wiederannährerung an den langjährigen Mittelwert von 57 solcher Unfälle.

Positiv habe sich sich dagegen die Zahl der Unfälle mit unerlaubtem Entfernen von Unfallort entwickelt. Hier weise die Statistik einen Rückgang von 708 Fällen im Jahr 2011 auf 634 im Vorjahr aus. Auch sei es hier gelungen, den Anteil der aufgeklärten Fälle von 42,66 auf 48,42 % zu steigern.

Auch bei den Fahrradunfällen habe das Pendel nach dem Anstieg auf 198 Fälle im Jahr 2011 mit 189 im Vorjahr wieder eine Abwärtsbewegung eingeschlagen, konnte PHK Preek berichten. Noch erfreulicher, so der Polizeibeamte, sei dabei der Umstand zu bewerten, dass bei den Fahrradunfällen statt 66 im Vorjahr nur noch 47 Kinder beteiligt waren. Allerdings sei es immer noch bemerkenswert, dass bei über 60 Prozent aller Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern die Radler selbst den Unfall verursacht hätten.

Auch die Zahl der Unfälle mit Fußgängerbetiligung habe sich mit 32 gegenüber 35 im Vorjahr auf dem gleichen Niveau manifestiert.

Allgemein habe die Polizei in der Zeit vom Frühjahr bis zum Herbst 2012 auf viele Kontrollen verzichten müssen. Krankheitsbedingte Ausfälle und Kolleginnen, die in Mutterschaft gingen, hätten in dieser Zeitr zu einer zeitweisen Ausdünnung des Soll-Stärke der Polizeiinspektion von knapp 100 Beamtinnen und Beamten geführt. Seit dem vierten Quartal 2012 hätten sich diese Ausfälle iedoch wieder ausgeglichen und die Kontrollen hätten wieder spürbar zugenommen. So sorge inzwischen vor allem die Großbaustelle an der Autobahnbrücke der A 61 über den Rhein noch immer für zusätzliche Belastungen der Speyerer Polizeidienststelle. Denn wenn die Menschen in Speyer schlafen, müssten oft mehrfach pro Woche überbreite Schwertransporte zwischen der BAB-Anschlussstelle Hockenheim/Neulußheim und dem Autobahnkreuz Speyer von der Autobahn abgeleitet und über die B 39/ B 9 um die Stadt herumgeführt werden. Insbesondere der Abschnitt auf der B 39 müsse dazu oft komplett gesperrt werden, was für die Speyerer Polizei einen erheblichen personellen Aufwand bedinge.

Zum Abschluss des Pressegesprächs informierte die Polizei noch über die Liste der Unfallhäufungspunkte in der Stadt, die noch immer von der mit täglich mehr als 30.000 Fahrzeugen hochbelasteten Kreuzung am Wartturm angeführt wird. Gute Nachricht dagegen für all die, die sich täglich an der Ausfahrt von der B 39 auf die Landauer Straße „quälen“. Hier wird schon in Kürze eine Ampelanlage eingerichtet, die Autofahrern künftig eine unfallfreie Einfahrt auf die Landauer Straße ermöglichen wird.

14.03.2013


Frank Scheid übernimmt Führung der Speyerer Wählergruppe

Neuer „swg“-Vorsitzender für Fortsetzung der bürgerlichen Rathauskoalition über 2014 hinaus.

Wachwechsel an der Spitze der Speyerer Wählergruppe „swg“ - Frank Scheid, Hauptamtlicher Beigeordneter im Speyerer Rathaus, folgt jetzt Martin Roßkopf im Amt des Vorsitzenden der „swg“ nach, das er acht Jahre lang – so betonte er jetzt bei der Mitgliederversammlung der „swg“ im Hotel „Löwengarten“ - stets mit großer Freude ausgeübt habe. Nachdem Hermann Preuß im September 2011 aufgrund einer akuten Erkrankung das Amt des Fraktionsvorsitzenden der im Speyerer Stadtrat kurzfristig niederlegen musste, habe er sich als Preuß' Stellvertreter in der Fraktionsführung dazu bereit erklärt, übergagsweise beide Funktionen gemeinsam auszuüben. In der „swg“ sei es aber schon seit langem „guter Brauch“ gewesen, so Roßkopf, Partei- und Fraktionsvorsitz personell getrennt voneinander zu führen. Er habe sich deshalb jetzt entschlossen, das Amt des Parteivorsitzenden „in andere und zugleich in jüngere Hände“ abzugeben. Bei Frank Scheid sehe er dieses Amt nun zukünftig „in guten Händen“ und habe deshalb auch den Beigeordneten als seinen Nachfolger im Parteivorsitz vorgeschlagen.

Roßkopf erinnerte daran, dass er fast auf den Tag genau vor acht Jahren am gleichen Ort das Amt des Vorsitzenden der „swg“ von Rolf Wunder übernommen habe, Damals sei Hermann Preuß Vorsitzender der Fraktion gewesen, die nachfolgende Zusammenarbeit sei „eine schöne und fruchtbare“ Zeit gewesen, so der scheidende Vorsitzende, der sich bei Preuß insbesondere für das überaus angenehme und kollegiale Mitaeinander bedankte.

Neben der Organisation der monatlichen Mitgliederversammlungen zur Diskussion der aktuell anstehenden kommunalpolitischen Themen habe in dieser Zeit vor allem die Organisation des 50jährigen Jubliäums der „swg“ mit dem Festakt am 11. November 2006 im Historischen Ratssaal im Vordergrund der Arbeit des Vorstandes und des Vorsitzenden gestanden. Dabei habe insbesondere die - Dank des Engagements von Frank Scheid möglich gewordene - Festschrift große öffentliche Aufmerksamkeit gefunden, die – so Martin Roßkopf, der fast auf den Tag genau so alt ist wie die Speyerer Wählergruppe – einen wichtigen Beitrag zur Identitätsstiftung der „swg“ geleistet habe.

Schließlich erinnerte Roßkopf auch noch einmal an die letzte Kommunalwahl im Jahr 2009, aus der die Wählergruppe als drittstärkste Fraktion im Speyerer Stadtrat hervorgegangen war. Möglich geworden sei dies dank der großen Geschlossenheit der Mitglieder der „swg“, denen Roßkopf „für die vielen Diskussionen und die Loyalität“ dankte, die sie ihm gegenüber „in jeder Situation“ gezeigt hätten. „Es hat mir immer Freude gemacht, mit Euch für Speyer aktiv zu sein“, stellte Roßkopf fest und versprach, diese Arbeit auch als Sprecher der Fraktion im gleichen Umfang fortzusetzen.

Danach attestierte Klaus Mayrhofer in seiner Funktion als Kassenrevisor dem mit der Kassenführung der „swg“ betrauten Beisitzer Rolf Wunder eine vorbildliche Arbeit. „Die „swg“ kann sich für den nächsten Kommunalwahlkampf auf eine gut gefüllte „Kriegskasse“ stützen“, bescheinigte Mayrhofer der Vorstandschaft, die – einmalig in der Parteienlandschaft – nicht aus Beiträgen der Mitglieder, sondern ausschließlich aus den Sitzungsgeldern der Fraktionsmitglieder gespeist werde.

Danach übernahm wieder Wolf-Eberhard Bonnet die Verhandlungsführung. Er war zuvor schon von den in beeindruckender Zahl erschienenen swg-Migliedern - 29 von insgesamt 63 verzeichnete das Protokoll – die trotz Eis und Schnee zu der Versammlung gekommen waren - zum Wahlleiter gewählt. Er schlug angesichts der Bewerbungslage – für jedes Amt stand nur ein Kandidat zu Verfügung - die in der Satzung vorgesehene Möglichkeit der offenen Abstimmung vor.

Für Frank Scheid bedeutete dies, dass er bei eigener Enthaltung einstimmig zum neuen Vorsitzenden der Speyerer Wählergruppe gewählt wurde. Gleichfalls ohne Gegenstimme wurden dann Christine Ritthaler und Michael Neugebauer zu Stellvertretenden Vorsitzenden, Rolf Wunder und Hermann Preuß zu Beisitzern gewählt. Die Ratsmitglieder der „swg“ gehören dem Vorstand kraft Amtes an. Bestätigt wurde schließlich auch Klaus Mayrhofer in seiner Funktion als Kassenrevisor, das er bereits seit neun Jahren versieht.

In einer kurzen Antrittsrede verwies Frank Scheid dann auf die langjärige, erfolgreiche Zusammenarbeit der „swg“ mit der CDU im Speyerer Rathaus. „Bei den nächsten Kommunalwahlen im Jahr 2014 wird diese erfolgreiche bürgerliche Koalition 20 Jahre bestehen“, so Scheid. „Inzwischen ist sie schon zu so etwas wie einer „echten Liebesbeziehung“ geworden - wer etwas anderes behauptet, tut dies aus rein politischem Kalkül“, unterstrich Scheid, der selbst seit dem Jahr 2000 der „swg“ angehört. Für ihn gebe es deshalb zur Zeit keine Alternative zu der Zusammenarbeit mit der CDU. Er wolle er sich deshalb – soweit es die Wahlergebnisse wieder hergeben – für die Fortsetzung dieser bürgerlichen Koalition einsetzen. Dabei seinen unterschiedliche Meinungen in Sachfragen in einer Demokratie – in kommunalpolitischen Fragen zumal - ganz normal, ja vielleicht sogar notwendig.

Bei den zahlreichen Zukunftsprojekten in der Stadt – vom Feuerwehrbedarfsplan über die Neuausschreibung des Stadtverkehrs bis zu den neuen Bestattungsformen, wo die „swg“ einen entsprechenden Antrag eingebracht hatte - werde man sich in der Rathauskoalition auch künftig um die gleiche Geschlossenheit bemühen wie dies zuletzt beim Kommunalen Entschuldungfonds, bei der Suche nach einem neuen Standort für die Rettungswache oder bei der Diskussion um den Bebauungsplan am Alten Güterbahnhof gelungen sei, wo sich die „swg“ neben der Sanierung der beiden bestehenden Altbauten für den Neubau eines Gebäudes parallel zum „Schipka-Pass“ - dem Viadukt über die Bahngleise – ausgesprochen habe.

Die Speyerer Wählergruppe werde auch unter seiner Führung „immer erst an Speyer denken“, so Scheid. Deshalb dürften auch bei der weiteren wohnungsbaulichen Verdichtung der Stadt nicht die wohlhabenden „Auswärtigen“ den Vorzug vor den angestammten Speyerern bekommen. „Andererseits bedeutet Verdichtung aber immer auch eine Belastung für die Anwohner“, betonte der neue Vorsitzende, „doch wenn wir uns zu einer solchen Verdichtung bekennen, dann müssen wir dies den Bürgern aus unserer politischen Verantwortung heraus auch vermitteln“.

14.03.2013


Mehr Leuchten, geringerer Verbrauch

Die Stadtwerke modernisieren die Speyerer Straßenbeleuchtung mit großem Erfolg und Unterstützung des BMU.

Als die Stadtwerke Speyer 2008 die gesamte Beleuchtungsanlage aus städtischem Besitz übernommen haben, sagte Geschäftsführer Bühring: „Energieeffizienz ist unser großes Ziel. Wir setzen beim Austausch auf wartungsarme Modelle mit optimierter Lichtoptik. Die neuen Leuchtmittel, die sukzessive zum Einsatz kommen, erzielen eine höhere Lichtausbeute bei einem Drittel weniger Verbrauch".

Und dieser Weg wurde sofort und konsequent beschritten. Seit 2008 konnte der Jahresverbrauch an elektrischer Energie für die nächtliche Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer um fast 15 % gesenkt werden, obwohl die Anzahl der Leuchten von 5167 auf 5380 gestiegen ist. Dies entspricht einer CO2-Einsparung von fast 273.000 kg im Jahr. Von 2010 bis 2012 wurden die Stadtwerke auf Antrag bei den Ausgaben von 192.000 Euro mit 30.000 Euro aus dem Fördertopf des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit unterstützt.

Natriumdampf-Hochdrucklampen (NAV) verbrauchen bei etwa gleicher Lichtausbeute bis zu 35 % weniger Energie als die bisher eingesetzten Quecksilberdampf-Hochdrucklampen. Deshalb ersetzten die SWS im Rahmen des Projekts 542 vorhandene HQL und NAV mit integriertem Zündgerät durch neue Leuchten mit energieeffizienteren NAV. Durch den Einsatz von Kofferleuchten mit modernen Facettenspiegeln ist der Gesamtwirkungsgrad von Leuchte und Leuchtmittel deutlich höher als bei den über 30 Jahre Laternen. Durch die geänderte Bauform der Leuchten musste die Lichtpunkthöhe angepasst werden. Deshalb wurden im Zuge der Sanierung auch die Masten ausgetauscht. Um den Gesamtenergieverbrauch zusätzlich zu reduzieren, wird die Leistung der Beleuchtung zwischen 22 Uhr und 6 Uhr reduziert. Wegen der dafür notwendigen Steuerungstechnik mussten die elf Kabelverteiler ausgetauscht werden. Im Vergleich zur Ausgangssituation konnte der Stromverbrauch in den umgerüsteten Straßenzügen um 63,7 % reduziert werden.

Auch im laufenden Jahr sind weitere Maßnahmen geplant. Im Rahmen des BMU-Förderprogramms werden Im Vogelgesang und in Speyer Nord, westlich der Spaldinger Straße, die alten Laternen durch energieeffiziente LED-Straßenleuchten ersetzt. In den beiden Gebieten wird eine Reduzierung des aktuellen Verbrauchs elektrischer Energie und der CO2-Emissionen von durchschnittlich 75 % erwartet.

Federführend für das zukunftsweisende Modernisierungsprojekt der Speyerer Straßenbeleuchtung ist Daniel Großstück, der seit 2012 seinen Bachelor of Engineering in der Tasche hat. Er war der erste Student der Fachrichtung Elektrotechnik/Schwerpunkt Energietechnik, der bei den Stadtwerken in Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim ausgebildet wurde.

14.03.2013


www.speyer.de - Stadt kommt jetzt noch näher zu ihren Bürgerinnen und Bürgern und in die ganze Welt

Oberbürgermeister Eger gibt nach Erprobungsphase neues Internet-Portal frei.

Die Stadt Speyer kommt jetzt noch näher zu ihren Bürgerinnen und Bürgern und mit ihrem neuen Internetportal „www.speyer.de“ über das „www“ - das „world wide net“ zu allen Menschen in der Welt. Das „alte“ Portal, so erklärte Oberbürgermeister Hansjörg Eger jetzt bei der Vorstellung des „neuen“, sei nach neunjähriger Nutzung doch etwas „angestaubt“ gewesen. Täglich rund 3.000 mal angeklickt, sei es jetzt am Ende seiner Entwicklungsmöglichkeiten gewesen; zudem habe die Firma, die mit seiner Pflege beauftragt gewesen sei, die Aufgabe dieses Geschäftszweiges angekündigt. Der Städtische Pressesprecher Dr. Matthias Nowack habe deshalb gemeinsam mit seinen Mitarbeitern und in Zuzsammenarbeit mit dem Mannheimer Webdesigner Dietmar Brühmüller in zweieinhalbjähriger Arbeit den neuen, noch weitaus vielseitigeren Internetauftritt konzipiert - die Westerwälder Kreativschmiede „Chamäleon“ die Gestaltung des neuen Portals übernommen. Rund 30.000 Euro hat die Stadt bisher für das neue System ausgegeben – die Arbeitszeit der daran beteiligten städtischen Mitarbeiter wäre noch oben drauf zu rechnen.

Frischer und farbiger präsentiere sich das neue Portal, freute sich der Oberbürgermeister - multimedialer – so ergänzte sein Sprecher mit Hinweis auf die derzeit bereits zwölf professionell gemachten Videofilme, die zu den Sehenswürdigekeiten der Stadt führen und die über einen eigenen „You-Tube“-Kanal abgerufen werden können

Überhaupt wird er Tourismus in Speyer wohl am meisten von dem neuen Internet-Auftritt der Stadt profitieren: Hotelbuchungen können jetzt unmittelbar übers Internet vorgenommen - Eintrittskarten für die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen in Speyer direkt gebucht und unmittelbat ausgedruckt werden – der Gang zum Kartenbüro kann damit künftig entfallen.

Für diejenigen, die Speyer einen Besuch abstatten wollen, gibt es jetzt noch mehr Möglichkeiten, sich über die Stadt zu informieren. Thematisch geordnete Bildergalerien ergänzen die Videofilme – ganz aktuell kann man über eine neue Livekamera einen Blick auf Alten Marktplatz und Kaiserdom werfen und sich nebenbei auch noch mit eigenen Augen einen Eindruck von der aktuellen Wetterlage in der Stadt verschaffen.

Einen eigenen Blog widmet das Portal den Freunden des Radfahrens. Hier hat sich der Fahrradbeauftragte der Stadt , Karl-Heinz Hepper, vieles rund ums Zweirad einfallen lassen, stellt „thematische Radtouren“ rund um Speyer und die Pfalz vor und gibt viele nützliche Ratschläge über alles, was Radler wissen sollten.

Unter der Überschrift „Rathaus“ öffnen sich den Besuchern des neuen Internet-Portals die Türen zu allen Amtsstuben der Stadtverwaltung. Dort kann man den „Städtischen“ quasi über die Schulter blicken, weil alle öffentlichen und veröffentlichten Dienstvorgänge künftig direkt über das Netz eingesehen und nachgelesen werden können.

Ein eigener Link führt auch zu den wohl noch auf längere Zeit zahlreichen Baustellen in der Stadt, erklärt die Baumaßnahme, gibt Erläuterungen über ihren Ablauf und zeigt, wie man insbesondere die vielen Straßenbaustellen am besten umfahren kann.

Der neue Internet-Auftritt wird sich als sehr dynamisch erweisen, erklärte Dr. Matthias Nowack bei der Vorstellung. Dadurch soll er jederzeit durch neue Iinformationen oder durch ganze Untermenues ergänzt werden können.

Erste „Kostproben“ davon werden die Nutzer schon in Kürze einsehen können, wenn in den nächsten Wochen das neue Vereinsverzeichnis eingestellt werden wird. Für diese Nutzung will die Stadtverwaltung, eingedenk der ehrenamtlichen Tätigkeit der Vereinsverantwortlichen, keine Gebühren erheben.

Anders wird das bei dem gleichfalls vorgesehenen neuen Branchenverzeichnis sein, dessen Realisierung der Stadtrat erst kürzlich beschlossen hat und das seinen Nutzern die aufwändige Entwicklung eines eigenen Internet-Auftritts ersparen soll. Hier will die Stadt einen jährlichen Kostenbeitrag erheben, auch – so der Oberbürgermeister – um mit der alljährlichen Abbuchung an eventuell notwendige Aktualisierungen zu erinnern.

Es wird also künftig noch komfortabler und viellecht auch spannender sein, sich über „seine“ Stadt Speyer in Wort und Bild auf dem laufenden zu halten.

Klicken Sie doch einfach einmal rein!

Auch der SPEYER-KURIER wird sich in Kürze mit dem neuen Internet-Portal „www.speyer.de“ verlinken.

13.03.2013


Mit kontinuierlichen Dividendenzahlungen und glänzenden Zukunftsaussichten

Volksbank Kur- und Rheinpfalz präsentiert drei profitable Aktienwerte aus der Metropolregion Rhein-Neckar

Mit dem Mannheimer Schmierstoffspezialisten Fuchs Petrolub, der Neustadter Hornbach Holding AG und dem Walldorfer Softwareunternehmen SAP präsentierte die Volksbank Kur- und Rheinpfalz bei ihrem jüngsten Aktionärsforum im Speyerer „Labsaal“ - den älteren noch als „Katholisches Vereinshaus“ und Veranstaltungsort unvergeslicher Feste und Feiern in bester Erinerung – gleich drei Aktiengesellschaften mit Sitz im weiteren Geschäftsbereich der pfälzisch-badischen Genossenschaftsbank. Als echte „Dividenden-Aristokraten“, so charakterisiserte der Generalbevöllmächtigte der Volksbank, Achim Seiler, in seiner Begrüßung die drei weltweit operierende Aktiengesellschaften, die mit glänzenden Zukunftsperspektiven aufwarten könnten und die in den letzten Jahren durch kontinuierliche Dividendenzahlungen überzeugt hätten. Gerade in Niedrigzinsphasen wie heute, so betonte Seiler, seien solche Faktoren für potentielle Anleger wichtige Hilfen für ihre Kaufentscheidung.

Für die Mannheimer Fuchs Petrolub AG, innovativer Entwickler und Hersteller eines der umfangrichsten Sortimente von Schmierstoffen für fast jeden Anwendungszweck, war an diesem Abend der Stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Alexander Selent nach Speyer gekommen. Er stellte sein Unternehmen als eines der dreißig größten Familienunternehmen in Deutschland vor, das – heute in dritter Generation von Dr. Stefan Fuchs geführt - seit seiner Gründung im Jahre 1931 noch nie Verluste gemacht habe. Vom Unternehmensgründer Rudolf Fuchs, der seine Produkte in den Anfangsjahren noch persönlich mit der Handkarre zu seinen Kunden in Mannheim brachte, habe das Unternehmen insbersondere unter dessen Sohn Dr. Manfred Fuchs einen steilen Aufstieg genommen. Sei der Umsatz im Jahr des Börsenganges 1985 noch bei 500 Mio. D-Mark (!) gelegen, so sei im Jahr 2012 die 1,8 Milliarden-Grenze überschritten worden. Dabei sei für den Erfolg der Aktie stets das überaus profitable Wandstum von Fuchs Petrolub wichtig gewesen. Mit seinem „robusten Geschäftsmodell“, so Dr. Selent, habe das Unternehmen heute auf vielen strategisch wichtigen Geschäftsfeldern die Weltmarktführerschaft übernommen. Dazu seien seine internationale Präsenz, die globale Vernetzung und ein gutes Managment wichtige Eckdaten des Erfolgs. Dadurch sei es glungen, im Mittel der vergangenen Jahre den Umsatz um 5,5 % jährlich zu steigern. Diese Stärke habe Fuchs Petrolub auch weitgehend unbeschadet durch die Weltfinanzkrise in den Jahren 2008/2009 kommen lassen. Denn während der Markt insgesamt in dieser Zeit 15,5 % einbüßte, habe Fuchs Petrolub lediglich einen Umsatzrückgang von 200 Mio. Euro auf das erwartete Wachstum von 600 Mio. Euro hinnehmen müssen.

Die hohe Profitabilität des Untzernehmens habe sich vor allem auch in der Entwicklung des Unternehmensgewinns gezeigt, die in den vergangene Jahren bei durchschnittlich 20 % pro Jahr gelegen habe. So konnte das Unternehmen trotz des durch die Weltwirtschafzskrise ausgelösten Umsazurückgang von 15,5 % den höchsten Gewinn in der Unternehmensgeschichte „einfahren“. Und auch im Vorjahr habe Fuchs Petrolub einen Gewinn von 207 Mio Euro verzeichnen können.

Und noch eine weitere positive Entwicklung wollte Dr. Selent den Teilnehmern an dem Forum nicht vorenthalten: Hätten in der Bilanz des Unternehmens noch vor zehn Jahren 310 Millinen Euro Schulden gestanden, so sei diese Schuldenlast schon im Jahr 2008 bei Null gestanden – heute verfüge Fuchs Petrolub über ein Eigenkapital in Höhe von über 700 Mio. Euro. „Eine wetterfeste Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von 98 %“, konnte Dr. Selent nicht ohne Stolz konstatieren.

Grund für diese beeindruckende Lage des Unternehmens ist sicher der Umstand, dass Fuchs Petrolub heute auf vielen technologischen Feldern der Weltmarktführer ist. Auch dadurch unterscheide man sich in Mannheim von den großen Mineralölunternehmen der Welt. Über 10.000 unterschiedliche Schmierstoffe seien in den Forschungslabors von Fuchs Petrolub entwickelt worden und würden heute in 34 Produktionsstätten in der ganzen Welt hergestellt. Über 100.000 Kunden in 120 Ländern der Welt würden die Erzeugnisse aus Mannheim für ihre Produkte einsetzen:

Von den Trockenschmierstoffen, wie sie beispielsweise den Einzug und die Rückgabe der Scheckkarte am Geldautomaten überhaupt erste möglich machen - die Reißverschlüsse gangbar halten oder das Funktionieren einer Injektionsspritze sicher stellten - „ohne Fuchs dreht sich nichts“, wie Achim Seiler scherzhaft anmerkte. Fuchs ist heute Weltmarktführer bei den sprühbaren Haftschmierstoffen und produziert über 35 % der für schwierige Einsätze notwendigen Bergbauschmierstoffe Allein im Automobil werden heute weit über 100 unterschiedliche Öle und Fette eingesetzt – Fuchs hat sie in seinem Portfolio. China, Nord- und Südamerika, Rußland, Brasilien, Indien – überall, wo auf der Welt modernste technologische Prozesse ablaufen, ist Fuchs heute mit dabei.

Im Jahr 2000 betrug die Marktkapitalisierung des Unternehmens noch 150 Mio. DM – heute sind es bereits über 4 Milliarden Euro. Kein Wunder, dass da auch die Aktionäre immer „ihren Schnitt“ machen. „Wir haben seit unserem Börsengang im Jahr 1985 alljährlich Dividenden bezahlt“, berichtete Dr. Selent abschließend, „und das mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 11 %“. Gute Aussichten also für den, der sich für das Mannheimer Fuchs Petrolub-Papier entscheidet – ca. 60 Euro muss man dafür derzeit aufwenden.

Ein erfolgreiches Familienunternehmen ist auch die Neustadter Hornbach Holding AG, in der die zahlreichen Tochterfirmen des ursprünglich aus Bornheim bei Landau kommenden und heute international operierenden Baumarktkonzerns „Hornbach“ zusammengefasst sind. Axel Müller, zuständig für „Investors Relations“ bei Hornbach, erinnerte an den Beginn der Unternehmensgeschichte, die der Schieferdeckermeister Michael Hornbach im Jahre 1877 begann. 1968 gründete dann sein Nachfahre Ottmar Hornbach in Bornheim den ersten kombinierten Bau- und Gartenmarkt. Heute betreibt das Unternehmen 130 Baumärkte in neun europäischen Ländern, wo Kunden die Auswahl aus über 120.000 Artikeln haben. „Von der Planung bis zur Realisation – vom Einsteiger- bis zum Profiprodukt““ böten die Hornbach Märkte heute alles - „für bastelnde Laien bis zu den versierten „Profi-Häuslebauer“ - jeder käme heute auf seine Kosten, so Müller.

Auch sein Unternehmen habe seit dem Börsengang im Jahr 1987 in jedem Jahr Dividenten an seine Aktionäre bezahlt, obwohl es sich bei den Baumärkten – im Unterschied zu den Mannheimer Schmierstoff-Kollegen – um ein durchaus konjunkturabhängiges und deshalb schwierigeres Geschäft handele, so Axel Müller, der deshalb für das laufende Geschäftsjahr ein Ergebnis erwartet, das wohl nicht an das Rekordergebnis des Vorjahres heranreichen werde

Dennoch habe Hornbach seinen zweiten Platz auf der Skala der größten Baumarktketten halten können, berichtete der Manager..“Wir haben die höchsten Umsätze pro Markt und pro qm in unseren Märkten, die im Durchschnitt 11.000 qm groß sind“, berichtete er. Dabei setze sein Unternehmen vor allem auf die Wachstumsmärkte Altbau- und energetische Sanierung. „80 Prozent aller Wohnungen in Deutschland sind älter als zwanzig Jahre“, wußte Müller zu berichten, „da hat sich ein enormer Verbesserungsbedarf und damit ein gewaltiges Potential für unseren Geschäftszweig angehäuft“.

Das verspreche deshalb auch für die Aktionäre – Hornbach ist seit 1983 mit seinen Baumärkten und seit 1987 mit der „Hornbach Holding“ bördennotiert – gute Dividende. Nicht umsonst verzeichne das Unternehmen für die Branche vorzügliche Ratings und werde bei Moody's mit Ba2, bei ´Standard & Poors“ mit BB+ bewertet.

Von ausgezeichneten Resultaten konnte schließlich auch der Vertreter der im Jahr 1972 gegründeten SAP AG berichten. Stephan Kahlhöfer, Manager „Investors Relations“ von SAP, des Software-Riesen im badischen Walldorf , konnte auch für 2012 wieder ein Rekordergebnis seines Unternehmens ankündigen – genaue Zahlen werden in der kommenden Woche vorgestellt. Im 41. Jahr seines Bestehens sei SAP zum Weltmarktführer für Unternehmenssoftware aufgestiegen, berichtete der Manager. Mit über 232.000 Kunden in 180 Ländern der Welt habe SAP im Jahr 2012 seinen Umsatz auf die Rekordhöhe von 16,2 Milliarden Euro gesteigert. Auch Stephan Kahlhöfer sprach von einem „robusten Geschäftsmodell“ seines Unternehmens, das es seit dem Börsengang der SAP im Jahr 1985 möglich gemacht hätte, den Aktionären eine stetig gewachsene Dividende auszuzahlen. 30 % des Nettogewinns habe man zuletzt an die Aktionäre ausgeschüttet, 70 % würden in weiteres Wachstum investiert. „Schließlich wollen wir das am schnellsten wachsende Datenbankunternehmen in der Welt bleiben,“ so Stephan Kahlhöfer. Bis 2015 wolle man eine Milliarde Kunden erreichen und damit den Umsatz auf 20 Milliarden Euro steigern.

Gute Aussichten also für Anleger – schwierig nur, wenn man so „die Qual der (Aus)wahl“ hat – aber da, so Achim Seiler, stünden ja er und seine Kollegen mit Rat für passgenaue Lösungen bei der Volksbank Kur- und Rheinpfalz bereit.

12.03.2013


1899 Hoffenheim Torwart Heurelho Gomes heißt die neue Pazifische Riesenkrakendame im SEA LIFE Speyer willkommen.

Dass Oktopoden und Fußball zusammen gehören, ist seit Krake Paul wohl unumstritten. 2010 sorgte das Tier als Orakel bei der Fußball Weltmeisterschaft durch seine korrekten Spielvorhersagen für Aufsehen. Seit heute herrscht eine weitere Verbindung zwischen König Fußball und dem blaublütigen Oktopus.

Das SEA LIFE Aquarium Speyer war auf der Suche nach einem Paten für den imposanten Neuankömmling, eine Pazifische Riesenkrake. Sie ist Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung „Octopus Garden“, die am 20. März offiziell eröffnet wird. Pazifische Riesenkraken können eine Spannweite von bis zu vier Metern erreichen und so beinahe ein Fußballtor ausfüllen. Wer wäre also als Pate für dieses Tier besser geeignet als „Mr. Oktopus“ selbst? Heurelho Gomes ist für seine schnelle Reaktion mit Händen und Beinen bekannt und trägt eben diesen Spitznamen. Der Torhüter des Erstligisten TSG Hoffenheims erklärte sich bereit die Patenschaft der Riesenkrake zu übernehmen und schon bei der ersten Begegnung stimmte die Sympathie.

Am 20. März eröffnet die neue Sonderausstellung „Octopus Garden“ im SEA LIFE Speyer. Unterschiedliche Krakenarten, Sepien und Perlboote erwarten die Besucher in aufwendig gestalteten Becken. Als einziges Aquarium in Süddeutschland zeigt das SEA LIFE Speyer dann einen Pazifischen Riesenkrake.

2013 feiert das SEA LIFE Speyer seinen 10. Geburtstag. Ein Jahrzehnt Großaquarium – das sind nicht nur 60 Tonnen Fischfutter, 3,1 Millionen Liter aufbereitetes Wasser und 250 Tonnen Salz – sondern auch unzählige strahlende Kinderaugen, faszinierte Eltern und 3.000 Meeresbewohner in Partystimmung.

11.03.2013


Das Feld ist bestellt: Verkehrsvereins-Vorsitzende Heike Häußler kündigt bei Mitgliederversammlung Wechsel an der Spitze der erfolgreichen Vereinigung an.

Heike Häußler hört auf!

Schon im Jahr 2010 hatte sie ihren Rückzug aus der Führung des Speyerer Verkehrsvereins angekündigt – dann aber ließ sie sich doch noch einmal in die Pflicht nehmen – doch im kommenden Jahr soll es jetzt endgültig Ernst werden: Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Verkehrsvereins im Augustinersaal der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer kündigte Häußler an, für eine erneute Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung stehen zu wollen. Entscheidende Weichen seien gestellt, wichtige Projekte auf den Weg gebracht, so Heike Häußler, die dem Speyerer Verkehrsverein bei den Neuwahlen im kommenden Jahr zwanzig Jahre lang vorstehen wird. Jetzt wolle sie Platz machen für einen jüngeren Vorsitzenden. Für dieses Amt wolle sie das langjährige Vorstandsmitglied der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer, Uwe Wöhlert als ihren Nachfolger vorschlagen,, der im vegangenen Jahr als Generalbevollmächtigter zur Landersbausparkasse LBS Rheinland-Pfalz nach Mainz wechselte und der, so Heike Häußler, als langjähriges Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand des Verkehrsvereins die selbstgestellten Aufgaben der Vereinigung aus dem „Eff-Eff“ kenne.

Zuvor hatte Häußler in ihrem Jahresbericht die vielfältigen Aktivitäten des Vereins und seines Vorstandes Revue passieren lassen: Als Vorsitzende kam sie selbst dabei allein auf 60 Arbeitstermine und Sitzungen, an denen sie teilgenommen bzw den Verein über die eigenen Veranstaltungen hinaus offiziell vertreten habe. Hinzu seien noch die Sitzungen des Arbeitskreises Tourismus, des Brezelfest-Vergabeausschusses, des Redaktionsausschusses und nicht zuletzt die Termine von Vorstand und Beirat zu zählen Auf gut 100 Termine summierten sich so die Gelegenheiten, bei denen sie die „Sache des Verkehrsvereins“ in den unterscheidlichesten Gremien vertreten habe. Doch „da ich das alles gerne tue, ist es mir nach wie vor mehr Freude als Belastung“, gestand die Vorsitzende den rund 80 zu der Versammlung erschienen Mitgliedern.

Im Mittelpunkt des umfangreichen Tätigkeitsberichts stand naturgemäss einmal mehr die Arbeit rund um das Brezelfest. Dieses „größte Volksfest am Oberrhein“ vom 11. bis zum 17, Juli 2012 sei erneut ein großer Erfolg gewesen, konnte die Vorsitzende berichten.

Ein paar „Regengüsse zur Unzeit“ hätten die Besucher nicht weiter erschüttert. Hätten einige Schausteller noch am Brezelfest-Samstag versucht, Marktmeister Franz Hammer und seiner Crew zu erklären, wie ein Festplatz gestaltet sein muss, damit sein wirtschaftlicher Erfolg garantiert ist, seien am Dienstag alle Kritik verstummt und sogar die Betreiber der Fahrgeschäfte mit ihren Umsätzen zufrieden gewesen. Die neuen Ideen, das Fest um einen Tag zu verlängern und seine Eröffnung in das Zelt auf dem Festplatz zu verlegen, seien gut angekommen.

Wichtig sei aus Sicht des Vereins vor allem gewesen, dass auch im Jahr 2012 die Organisation wieder gut geklappt habe und das Zusammenwirken der vielen ehrenamtlichen Helfer ohne Pannen vonstatten gegangen sei. „Wir wollen uns auch weiter anstrengen, mit Fantasie und Kreativität die Ausstrahlung und die Qualität des Brezelfestes zu steigern“, versprach Heike Häußler, die abschließend auch noch einmal an den im Wortsinne „Schlagzeilen“ machenden „Zwischenfall“ erinnerte, „als der Oberbürgermeister mir mit noch ungeübtem Schwung den Krug aus der Hand schlug und eine kleine Bierüberschwemmung verursachte“. Den Zuschauern habe das großen Spaß gemacht und man sei gespannt, was Eger sich in diesem Jahr einfallen lasse.

Über viele weitere Events konnte die Verkehrsverins-Vorsitzende berichten – öffentliche wie den traditionellen Sommertagszug, für dessen Organisation sie Esther Wedekind-Razvi und ihren Helfern dankte.

Dann erinnerte sie an die Eröffnung des Medienraums in dem vom Verkehrsverein betreuten Jüdischen Museum SchPIRA, in dem mit zwei Filmen über die Geschichte des Judenhofes und der Juden in Speyer sowie speziell über die mittelalterliche Synagoge informiert wird. Die Filme werden in Englisch und Französisch angeboten und finden inzwischen bei den immer zahlreicheren Besuchern reges Interesse.

Auch bei den Aktivitäten des Verkehrsvereins bei der 12. Kult(o)urnacht habe das Programm aus Führungen durch das Areal und jüdischer Klezmer-Musik beim Publikum wieder großen Anklang gefunden. Insbesondere die wiederum große Zahl der Besucher habe auch sie mehr als erstaunt, so Heike Häußler. Denn habe man in den Jahren zuvor noch zwischen 3.000 und 3.500 Gäste gezählt, seien es im letzten Jahr 4.700 Besucher gewesen. Dabei seien auch die Gedenkräume für Martin Greif und Eugen Jäger über dem jüdischen Museum wieder geöffnet worden. Dr. Klaus Haag und das Ehepaar Dr. Rudolf und Rosemarie Joeckle hätten dabei die Besucher kompetent informiert.

Besonders bedankte sich Häußler in diesem Zusammenhang beim THW mit Christian Maier, seinen jugendlichen Helfern und dem Senior Fritz Maier, die für das Bewirtungsangebot an diesem Abend gesorgt hätten - ebenso Uwe Wöhlert und den Judenhofbetreuern für die Organisation sowie allen helfenden Mitgliedern des Verkehrsvereins für die Unterstützung dieser Veranstaltung. Heike Häußler erinnerte daran, dass seit dem 15. September 2012 auch regelmäßig öffentliche Führungen durch die Gedenkstuben für Martin Greif und Eugen Jäger durchgeführt werden. Informationen über die Termine sind in der Tourist Information zu erhalten oder über die Internet-Seiten der Stadt.

Im November habe im Medienraum eine Ausstellung zur Geschichte des Judenhofes und über die Funde und Erkenntnisse der verschiedenen Grabungen im Areal eröffnet werden können, zu der auch hochkarätige Gäste der Denkmalbehörde in Mainz gekommen waren. Diese Ausstellung ist noch bis Ende Mai geöffnet.

Breiten Raum in dem Bericht nahmen auch die „Speyerer Vierteljahreshefte“ ein, die der Verkehrsverein jährlich viermal gemeinsam mit der Stadt Speyer herausgibt. Nach wie vor seien die Hefte eine sehr beliebte Speyerer Publikation, die vor allem bei ehemaligen Mitbürgern, die fern von Speyer in Deutschland oder im Ausland lebten, dankbar als Brücke in die alte Heimat angesehen würden.

Für die Gestaltung der Hefte dankte Heike Häußler dem Redaktionsausschuss, dem neben Mitgliedern des Vorstandes auch Bruno Cloer, Karl-Markus Ritter und Dr. Joachim Kemper angehörten. Mit einer ausgewogenen Mischung aus historischen Ereignissen und aktueller Berichterstattung habe der Ausschuss von Jutta Jansky wieder gute Auswahl getroffen,.Gregor Flörchinger, seit einem Jahr Beiratsmitglied, kümmere sich erfolgreich um die Anzeigenwerbung.

Das neue Jahr schließlich habe für den Verkehrsverein mit der Eröffnung einer Medienstation im Museum SchPIRA begonnen, in der die Besucher digitalisierte jüdische Urkunden, Texte und Fotografien aus acht Jahrhunderten zur jüdischen Geschichte der Stadt Speyer am Bildschirm betrachten könnten. Die leicht zu bedienende Station wurde von der Abteilung Kulturelles Erbe der Stadt, dem Stadtarchiv und mit finanzieller Unterstützung des Verkehrsvereins eingerichtet werden können..

Schließlich konnte die Vorsitzende noch über eine Reihe von internen, geselligen Veranstaltungen berichten, so über den Ausflug mit den Speyerer Judenhofbetreuern zu einer Besichtigung des neuen Synagogenzentrums in Mainz und über die traditionelle Brezelfestbier-Verkostung, die 2012 erstemals auf dem Gelände der IPA auf dem Polygon-Gelände stattfand und bei der das neueste Brezelfest-Bild des Künstlers Martin Eckrich von Round Table vorgestellt wurde.

Und schließlich der letzte und aktuellste Termin des Arbeitsjahres: Die Verabschiedung von Christian Maier als Ortsbeauftragter des THW, bei der Heike Häußler dem scheidenden Ortsbeauftragten für vielfältige Unterstützung danken konnte.

Eine abschließende Anmerkung der Vorsitzenden galt der im vergangenen Jahr gegründeten „Verkehrsverein GmbH“. „Ihr Zweck, den geschäftsführenden Vorstand und die Vorsitzende zu entlasten, die vor allem für das Brezelfest einen großen zeitlichen Einsatz erbringen mußten, hat sich schon im ersten Jahr in einer spürbaren Entlastung ausgedrückt“, bescheinigte Häußler dem Geschäftsführer der GmbH, Joachim Bechmann, der dazu sehr viel Verantwortung übernommen habe, so dass sie selbst nur noch bei wichtigen Entscheidungen mit dabei sein müsse.

Nach dem Kassenbericht von Steffen Kühn, der - bei 537 Mitgliedern - von einer soliden Kassenlage berichten konnte, wählte die Versammlung Klaus Steckmann, Vorstandsmitglied bei der Kreis- und Dtadtsparkasse Speyer in einer notwendig gewordenen Nachwahl als Beisitzer in den Vorstand, ehe Heike Häußler noch eine Reihe langjärhiger Mitglieder auszeichnen konnte:

Für 25 Jahre Mitgliedschaft:
Artur Dingeldein, Lieselotte Müller, Hermann Preuss, Beatrix Rieck.

Für 40 Jahre Mitgliedschaft:
Rosemarie Bauer, Paul Müller, Schützenstr. 6, Beate Wittmann,

Für 50 Jahre Mitgliedschaft:
Gerhard Jester, Schuhhaus Bödeker GmbH, Dr. Hellmuth Eiberger.



 

 

. . . . . Meine Damen und Herren, ich komme allmählich zum Schluss!


Liebe Mitglieder, meine Damen und Herren,

einer der Gründe, weshalb die GmbH ins Leben gerufen wurde, war, den geschäftsführenden Vorstand und die Vorsitzende zu entlasten. Vor allem das Brezelfest erfordert großen zeitlichen Einsatz. Da gibt es für mich tatsächlich spürbare Entlastung, weil Joachim Bechmann sehr viel Verantwortung übernommen hat und ich nur noch bei wichtigen Entscheidungen dabei sein muss.


Trotzdem habe ich im vergangenen Geschäftsjahr an rund 60 Arbeitsterminen und Sitzungen teilgenommen und habe den Verein über die eigenen Veranstaltungen hinaus oftmals offiziell vertreten.

Hinzu kommen die Sitzungen des Arbeitskreises Tourismus, des Brezelfest-Vergabeausschusses, des Redaktionsausschusses und nicht zuletzt die Termine von Vorstand und Beirat.

Wenn ich das alles zusammen zähle, dann komme ich auf 30 weitere Termine oder Sitzungen, d.h. es waren immer noch rund 100 Gelegenheiten sich in den verschiedensten Gremien mit VVS-Themen zu beschäftigen.


Weil ich das aber alles gerne tue, ist es mir nach wie vor mehr Freude als Belastung.

10.03.2013


Hochkomplexe Sachzusammenhänge verständlich dargeboten – Der Ökonom und Wirtschaftspolitische Sprecher der „Grünen“ im Bundestag, Dr. Tobias Lindner MdB, zum Thema „Euro-Krise“ in Speyer.

Von Gerhard Cantzler

„ESM“, „EFSF“ - „Europäischer Stabilitätsmechanismus“, „Europäische Finanzstabilisierungsfaszilität“ - „Europäisches Semester“ - Abkürzungen, neue Begriffe und Wortungetüme, mit denen die Menschen in Europa seit Beginn der Europäischen Finanz- und Währungskrise in immer größerem Maße konfrontiert werden. Für die weit überwiegende Mehrzahl der gut 500 Millionen Einwohner dieses Wirtschaftraumes „Europäische Union“ wohl „ein Buch mit sieben Siegeln“ und für die Parlamentarier, die in Brüssel und in den Hauptstäften der Mitgliedsstaaten der EU über diese Mechanismen entscheiden müssen, wohl in ihrer Mehrzahl auch. Denn zu wenige von ihnen durchschauen wohl die Wirkungsweise dieser Werkzeuge und Programme, die den finanziellen Kollaps einzelner Mitglieder der Gemeinschaft abwenden sollen.

Einer von den wenigen, die diese Mechanismen offensichtlich bis in die kleinsten Verästelungen durchdrungen haben, ist der südpfälzische Bundestagsabgeordnete Dr. Tobias Lindner, der als Wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion von „Bündnis 90/die Grünen“ und Mitglied im Haushalts- und Finanzausschuss des Deutschen Bundestages jetzt bei seinen Parteifreunden in Speyer zu Gast war, um das nachzuholen, was viele Menschen in Europa heute wohl am meisten bei ihren Politikern vermissen: Dass sie ihnen nämllich in einer für jedermann verständlichen Sprache erklären, was Ursachen und Wirkungen für die weltweite Finanzkrise mit Schwerpunkt in Europa sind – wie es zu der Krise kommen konnte und welche Auswege sich daraus auftun.

Tobias Lindner, Technischer Diplom-Volkswirt und bis zu seinem Einzug in den Deutschen Bundestag im Juni 2011 Wissenshaftlicher Mitarbeiter am renommierten „Karlsruher Institut für Technologie KIT“ verstand es, seinen Zuhörern an diesem Abend das hochkomplexe Thema der Beherrschung der „Euro-Krise“ so konkret zu machen, dass am Ende zwar wohl keiner mit dem Gefühl „Alles wird gut in Europa“ aus der Versammlung ging, dass aber wohl jeder ein Stück weit „klüger war als zuvor“. Und dass das Wissen um die Ursachen eines Problems stets den ersten, entscheidenden Schritt zu seiner Bewältigung darstellt, wissen die Menschen nicht erst seit Goethe seinen „Faust“ geschrieben hat.

Dass Lindner dabei darauf verzichtete, im üblichen Stil des Politikbetriebs „schwarz-weiß“ - will heißen „Rot-Grün“ versus „Schwarz-Gelb“ - zu malen und die Schuld für Fehler stets „bei den anderen“ festzumachen, die Verdienste für politische Erfolge dagegen ausschließlich bei der eigenen „politischen Farbe“, das hat seine Ausführungen nur noch um so glaubwürdiger gemacht. Und so musste es auch nicht verwundern, dass sich die von ihm beschriebenen „Wege aus der Krise“ nicht entscheidend von denen der politischen Gegner unterscheiden.

Wer neben den zahlreichen inhaltlichen Details, die Tobias Lindner an diesem Abend ausbreitete, verstanden hat, dass sich die Krise nur bewältigen lassen wird, wenn alle, die in Europa politische Verantwortung tragen, gemeinsam an einem Strang ziehen, dann war auch das sicher schon ein kleiner Beitrag zur „Lösung des Problems“.

Schade eigentlich nur, dass die Vorsitzende der Speyerer „Grünen“, Petra Fischer-Wolfert, zu diesem Abend nur so wenige Mitglieder ihrer Partei und Gäste von außerhalb begrüßen konnte. Verdient gehabt hätte es der Vortrag von Tobias Lindner allemal. Vielleicht war diese zahlenmäßig bescheidene Präsenz aber auch ein Indikator dafür, dass das Problem, das an diesem Abend im Mittelpunkt von Referat und Diskussion stand, von vielen Menschen bereits als so groß und übermächtig wahrgenommen wird, dass sie seine Bewältigung eh' schon als unmöglich und damitals abgeschrieben betrachten.

Um so wichtiger war es deshalb, dass an diesem Abend jemand einen Anfang damit machte, dieses für die Zukunft Europas so existentielle Thema wieder kompetent und mit Sachverstand in die Mitte der öffentlichen Diskussion und damit in den so langsam auf Touren kommenden Wahlkampf hinein zu holen. Von daher hat sich Dr. Tobias Lindner an diesem Abend um die politische Diskussionskultur auch über die Grenzen seiner eigenen Partei hinaus Verdienste erworben.

09.03.2013


Pilger-Tipps in der Sparkasse

In der Hauptstelle der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer ist noch bis 22. März eine Pilgerausstellung der St. Jakobus-Gesellschaft Rheinland-Pfalz-Saarland zu sehen. Auf 20 Bildtafeln und 12 Banner wird mit beeindruckenden Bildern und prägnanten Texten die nationale und internationale Einbettung der Pilgerbewegung visualisiert. Begleitend zur Ausstellung geben die Mitglieder der Regionalgruppe Süd- und Vorderpfalz Tipps von Pilger für Pilger und Interessenten am 14. und 21. März von 14 - 18 Uhr in der Sparkassen-Hauptstelle.

09.03.2013


Der Dirndl-Weltrekordversuch zieht Kreise - Verkehrsverein lädt zum Dirndl-Casting ein

Das Ziel ist bekannt: Am Brezelfestsamstag will der Verkehrsverein knapp 1200 Dirndl tragende Personen im Festzelt versammeln und damit ins Guinessbuch der Rekorde eingehen. Auf dem Weg dorthin wird es noch manche originelle Dirndl-Aktion in Speyer geben.

Jetzt lädt der Verkehrsverein zum Dirndl-Casting ein. Zum Speyerer Frühlingsfest am 5. Mai wird das Modehaus Demmer in der Maximilianstraße eine Dirndl und Landhaus-Modenschau ausrichten, natürlich mit zünftiger Blasmusik. Für diese Modenschau werden noch Dirndl-Trägerinnen gesucht. Bewerberinnen können sich bis 23. März für dieses Dirndl-Casting bewerben. Eine Mail mit kurzer Angabe von personenbezogenen Daten und einem Foto reicht aus. E-Mail bitte an: info@verkehrsverein-speyer.de.

09.03.2013


Mittagsandachten im Speyerer Dom während des Konklaves

In allen Pfarrgemeinden des Bistums Speyer läuten nach der Wahl des neuen Papstes die Glocken

In der Zeit des Konklaves findet im Speyerer Dom täglich um 12.15 Uhr eine rund 20-minütige Andacht statt. Die Gläubigen sind eingeladen, das Konklave in Rom zur Wahl eines neuen Papstes im Gebet zu begleiten.

Auch in den übrigen Pfarrkirchen des Bistums Speyer werden, wo es möglich ist, Gebete für die Wahl eines guten Papstes abgehalten. Die Termine werden von den jeweiligen Pfarrämtern veröffentlicht.

Sobald die Wahl eines neuen Papstes bekannt gegeben ist, werden zur nächsten vollen Stunde die Glocken des Speyerer Doms und jeder Pfarrkirche im Bistum Speyer 15 Minuten lang geläutet.

Nach Beendigung des Konklaves ist ein Pontifikalamt im Speyerer Dom zum Dank für den neuen Papst geplant. Fällt die Entscheidung an einem Vormittag, findet das Pontifikalamt um 12.15 Uhr desselben Tages statt. Andernfalls wird das Pontifikalamt am darauf folgenden Tag um 12.15 Uhr gefeiert.

09.03.2013


Fünf Krimiautorinnen laden ein zu einem spannenden Leseabend in der Stadtbibliothek Speyer

Unter dem Titel: „Tödliche Häppchen“ servieren die Mörderischen Schwestern kriminell gute Rezepte und morden dabei, was das Zeug hält. Es wird geliebt, gehasst, gesotten und gemordet, so dass manch einer die Nachspeise nicht erleben wird.

Es erwarten Sie Witz, Spannung und mörderisch gute Unterhaltung.

Mit Heidi Lauterer, Bettina Helwig, Simone Ehrhardt, Gudrun Bendel und Ursel Albrecht wird der Leseabend zum Erlebnis. Außerdem bringen die Autorinnen „mörderisch“ gute Rezepte mit. Lassen Sie sich die Morde auf der Zunge zergehen …

15. März 2013, 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek Speyer, Bahnhofstr. 54

Eintritt: 3 Euro (Vorverkauf in der Stadtbibliothek)

„Tödlichen Häppchen“-Ladies Crime Night

5 mörderische Schwestern  lesen Auszüge aus ihren regionalen Krimis und  Krimikurzgeschichte und bringen dazu ein passendes Requisit oder  ein passendes Rezepte mit.

Rita Hausen, geb1952 in Dernbach/ Westerwald geboren, Studium der Germanistik und katholischen Theologie in Bonn, von 1981 bis 2008 Lehrerin am Gymnasium in Walldorf bei Heidelberg. Sie hat zahlreiche Geschichten und Gedichte in  Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien und eigene Bücher veröffentlicht.

Simone Ehrhardt, geb 1967 lebt als freie Autorin mit ihrem Mann in Mannheim. 2006 veröffentlichte sie den ersten Teil der Penelope-Plank-Krimireihe „Tote Pfarrer reden nicht“, von der es inzwischen vier Folgen gibt. Im letzten Jahr erschien ihr Mannheim-Krimi „Mannheimer Blut“. Außer Krimis schreibt sie Kurzgeschichten, Romane und anderes.

Heide-Marrie Lauterer, Dr. phil.geb. 1952 in Heidelberg, wo sie heute mit ihrem Mann und ihrem Pferd lebt. Sie unterrichtete Deutsch und Geschichte, war in der Geschichtsforschung tätig und arbeitete an einem Editionsprojekt. Nach all diesen schriftstellerischen Umwegen schreibt sie endlich das, was ihr die Feder diktiert – Kurzgeschichten mit kriminalistischen Elementen und Kurzkrimis.

Bettina Hellwig, Stuttgart, D
Geboren 1963 in Braunschweig; lebt mit Mann und Pferden in Konstanz; verdiente sich die ersten journalistischen Sporen bei Lokalzeitungen, veröffentlichte ein paar Gedichte; studierte Pharmazie und Medizin bis zum Physikum in Berlin und Göttingen; arbeitet als Apothekerin und Medizinjournalistin für Fachverlage; schreibt Geschichten, in denen Pharmazie und Medizin eine Rolle spielen, hat mehrere Kurzkrimis und den Fortsetzungsroman „Mörder und Pistill“ in der „Deutschen Apotheker Zeitung“ veröffentlicht und arbeitet an einem Medizinthriller.

Homepage http://www.krimi-rhein-neckar.de/

09.03.2013


Kammermusik im Rathaus

Freitag, 22. März 2013 Lutz Koppetsch, Saxophon, Markus Bellheim, Klavier

In der einundzwanzigsten Saison dieser außergewöhnlichen Konzertreihe hat der künstlerische Leiter Professor Helmut Erb erneut ein anspruchsvolles Programm mit renommierten Künstlerinnen und Künstlern zusammengestellt.Zum dritten Konzert der Reihe laden Lutz Koppetsch und Markus Bellheim am Freitag, den 22. März 2013, um 20.00 Uhr zu einem Konzert für Saxophon und Klavier in den Historischen Ratssaal der Stadt Speyer, Maximilianstraße 12, ein.

Es kommen Werke von Eisler, Hindemith, Hummel, Delvincourt, Decrück und Milhaud zur Aufführung. Lutz Koppetsch – Saxophon Meisterkurse bei anerkannten Saxophonpädagogen wie Claude Delangle, Johannes Ernst und Arno Bornkamp. Bei letzterem Ausbildung am Conservatorium van Amsterdam . Nach weiteren Wettbewerbserfolgen u.a. beim Deutschen Musikwettbewerb in Berlin und beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München und anschließenden Studien an den Konservatorien von Paris und Versailles, übernimmt Lutz Koppetsch im Jahre 2002, mit 26 Jahren, die Leitung der Saxophonklasse an der Hochschule für Musik Würzburg, wo er 2008 zum Professor ernannt wird.

Markus Bellheim – Klavier Spätestens seit dem Gewinn des Internationalen Messiaen-Wettbewerbs 2000 in Paris macht Markus Bellheim als einer der interessantesten und vielseitigsten Pianisten seiner Generation auf sich aufmerksam. Seine ausgedehnte Konzerttätigkeit führt ihn durch den gesamten europäischen Raum, nach Asien und Amerika. Renommierte Orchester laden Bellheim ein, um mit ihm Werke des klassischen Repertoires zu interpretieren. Außerdem konzertiert er mit etablierten Ensembles für zeitgenössische Musik.

Markus Bellheim leitet eine Klavierklasse an der Hochschule für Musik Würzburg und ist außerdem seit 2011 Professor für Klavier an der Musikhochschule München. Daneben gibt er regelmäßig Meisterkurse im In- und Ausland.

Die Eintrittskarten für die Einzelveranstaltungen kosten € 18,00 (ermäßigt € 13,00). Alle Tickets der Reihe sind im Vorverkauf in der Tourist Information, Maximilianstraße 13, Tel. 06232 / 14 2392 sowie allen anderen Reservix- Vorverkaufsstellen oder unter www.reservix.de erhältlich. Eintrittskarten zu den Einzelveranstaltungen sind auch an der Abendkasse erhältlich.

Text: Kulturbüro der Stadt Speyer

09.03.2013


Elternrunde des KSB Speyer zum Thema Pubertät: „Wir hatten einen guten Austausch miteinander“

Susanne und Tessa Müller Susanne und Tessa Müller

Die neue Elternrunde des Kinderschutzbundes (KSB) Speyer rund um das Thema Pubertät stößt schon bei der ersten Veranstaltung mit 22 Besuchern auf reges Interesse und auf eine positive Resonanz. „Wir hatten einen guten Austausch miteinander“, freut sich auch KSB- Expertin Anne Zwick über den erfolgreichen Verlauf des Abends. Es hätten sich auch bereits sehr viele für den nächsten Abend angemeldet. Dieser soll am 20. März wieder um 19 Uhr im Mehrgenerationenhaus in Speyer stattfinden. Behandelt wird das Thema „Liebe, Vertrauen und Anerkennung in schwierigen Zeiten.“ Weitere Termine sind der 11. April und der 16. Mai.

„Wie kann ich mich durchsetzen ohne zu schreien?“ Bei der ersten Elternrunde stand demgegenüber getreu dem Motto des Abends „Kommunikation in schwierigen Zeiten. Pubertät - Umbruch, Aufbruch, aber kein Zusammenbruch“ die Kommunikation mit dem eigenen Kind im Fokus. „Wie kann ich eine bessere Kommunikation mit meinem Kind erreichen? Wie kann ich mich durchsetzen ohne zu schreien? Wie schaffe ich es, dass mein Kind mir zuhört?“ – Das waren die Fragen, welche die Eltern die Veranstaltung über beschäftigten. Dabei wird deutlich: die Eltern sind durch den demokratischen Er-ziehungsstil verunsichert. Das Problem sei vor allem, so Anne Zwick, dass dieser neue Er-ziehungsstil oft nicht richtig verstanden würde. Im Gegensatz zur autoritären Erziehung der vorangegangen Generation gebe es bei dieser Form keine klaren Vorstellungen. „In vielen Familien herrschen deshalb die Kinder“, meint Zwick.

„Die Eltern sollen nicht nur auf die Launen des Kindes reagieren, sondern führen.“ Doch wie könne dies wieder geändert werden, wollen die Eltern wissen. Anne Zwick baut dabei ganz klar darauf, die eigene Persönlichkeit als Mutter oder Vater zu stärken. „ Die Eltern sollen nicht nur auf die Launen des Kindes reagieren, sondern führen.“ „Ich übernehme die Verantwortung für mein Handeln, unabhängig davon wie mein Kind reagiert“, ist dabei nach Anne Zwick eine gute Strategie. Zentral sei darüber hinaus auch der Ausbau der Beziehung zum Kind. Denn mit 14 Jahren sei die Erziehung vorbei, so Zwick. „Beziehungspflege, elterliche Präsenz und ein Vertrauensvorschuss stärken die Bindung zwischen Eltern und Jugendlichen - nur wer „gebunden“ ist, ist auch bereit denn Eltern in einem gewissen Rahmen zu folgen“, meint Zwick. Für den Aufbau einer solchen Eltern-Kind-Beziehung sei es wichtig, den Kindern zuzuhören, ihnen trotz ihrer Aufsässigkeit Respekt zu zollen und sich als Erwachsener nicht auf die gleiche Ebene zu begeben. Denn klar ist: In der Pubertät befinden sich Kinder in einer biologischen und psychosozialen Umbauphase, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt. Dadurch lassen sich viele der Verhaltensweisen erklären. DKSB Speyer e.V., Presse: Foto: DKSB 

07.03.2013


THW zu einer „festen Größe in der Stadt“ weiterentwickelt

Ortsbeauftragter Christian Maier legt sein Amt „in jüngere Hände“ - Jan Görich als bestens vorbereiteter Nachfolger eingeführt

cr. Speyer. Wachwechsel beim Ortsverband Speyer des Technischen Hilfswerkes THW: Christian Maier (48), seit zwölf Jahren Ortsbeauftragter des THW Speyer, macht Platz für seinen Nachfolger Jan Görich (37) . Gross war deshalb die Zahl der Gäste und THW-Kameraden, die jetzt aus diesem Anlaß in den Historischen Ratssaal des Speyerer Rathauses gekommen waren, um sich bei Maier zu bedanken und ihn – nein, nicht um ihn zu verabschieden – denn wer einmal von dem „Virus THW“ befallen ist, den lässt er sein Leben lang nicht mehr los. Und so wird Christian Maier auch in der Zukunft für „sein“ THW“ da sein, wird als Fachberater seinem Nachfolger Jan Görich zur Seite stehen und als Cheforganisator die 60-Jahr-Feier des Ortsverbandes Speyer des THW im kommenden Jahr vorbereiten und verantwortlich „durchziehen“.

Leute wie Sie braucht das THW“, bescheinigte Dipl,-Ing. Werner Vogt, Landesbeauftragter des THW Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland dem scheidenden Ortsbeauftragten. „Christian Maier war und ist ein kerniger, mitunter auch unbequemer und unkonventioneller Zeitgenosse – offen und ehrlich und stets das Wohl des THW im Blick“, so charakterisierte der „oberste THWler“ im Lande den Speyerer Kameraden, der, wie so viele bereits durch den Vater zu der großen THW-Familie gekommen war. Maier diente nach seiner Helferausbildung von 1988 bis 1995 der Hilfsorganisation als Zugführer und seit 1995 als Stellvertrtetender Ortbeauftragter, ehe er 2001 zum Ortsbeauftragten ernannt wurde. In all diesen Jahren habe er an zahllosen Einsätzen mitgewirkt - unter anderem bei dem Einsatz beim Oderhochwasser 1997 – und auch die Hilfslieferungen nach Rumänien organisiert.

Auch heute sei das THW wieder in einem fordernden Großeinsatz unterwegs, berichtete Vogt: Unter schwierigsten Umständen seien die Helferinnen und Helfer am Aufbau und dem Betrieb der Flüchtlingslager im jordanischen Grenzgebiet zu dem vom Bürgerkrieg geplagten Syrien beteiligt Dort würden derzeit täglich bis zu 5.000 neue Flüchtlinge Zuflucht suchen. „Dass die Bundeswehr mit ihren 'Patriot'-Einheiten in der Türkei unterwegs ist, füllt tagtäglich die Hauptnachrichtensendungen und die Titelseiten der Tageszeitungen“, stellte Vogt fest, „der freiwilllige und ehrenamtliche Hilfsdienst unserer zahllosen Helfer bleibt daneben jedoch weithin unbeachtet“, klagte der Landesbeauftragte.

Doch zurück zu Christian Maier: Der „gelernte“ Finanzbeamte – Vogt: „Beamter und Einsatzmann – das muss kein Widerspruch sein, wie wir an Maier beispielhaft erleben konnten...“ - habe die Zusammenarbeit mit den Vereinen und anderen Rettungsorganisationen in der Stadt vorangetrieben und so das THW zu einem festen Bestandbild des Bildes bei öffentlichen Veranstaltungen gemacht. Sicherungsdienste beim Sommertagszug, beim Martinszug oder beim Brezelfestumzug - Absperrungen bei Feuerwerk oder dem alljährlichen „Altpörtel in Flammen“ stünden hier nur stellvertretend für viele andere, öffentlich erkennbar werdende Aktivitäten.

Die Anwesenheit der nahezu vollzähligen Vorstandschaft des Verkehrsbereins Speyer sowie einer Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt waren da sicher nur äußerer Ausdruck der großen Wertschätzung für Christian Maier und für die tiefe Verankerung der über so viele Jahre von ihm geführten Organisation in der Stadt.

Auch die Vorbereitung seines Nachfolgers Jan Görich sei eine der herausragenden Leistungen Maiers, betonte Werner Vogt. „Sie sind so viele Jahre Seit' an Seit' für das THW unterwegs gewesen, dass es Jan Görich nicht schwer fallen sollte, den Staffelstab zu übernehmen“, schloss er seine Laudatio, ehe er den Nachfolger ausführlich vorstellte.

Oberbürgermeister Hansjörg Eger, zugleich auch oberster Katastrophenschützer in der Stadt, betonte die Notwendigkeit, dass das THW stets „einen guten Eindruck“ von der Stadt habe - dass seine Mitglieder die uneingeschränkte Wertschätzung der Verantwortlichen in Rat, Verwaltung und Bürgerschaft für ihre Arbeit zum Wohle der Allkgemeinheit verspürten. Die Anwesenheit des gesamten Stadtvorstandes bei diesem Anlass wolle dies auch auf diesem Wege vermitteln.

Als eine von der Konversion „belastete“ Stadt komme auf Speyer auch eine Entscheidung über die Weiterverwendung des bisherigen Wasserübungsplatzes der Bundeswehr im Reffenthal zu. Hier wünsche er sich, so Eger, dass es darüber zu einem gemeinsamen Gespräch mit der Bundesanstalt THW und den Ländern Rheinland-Pfalzt und Baden-Württemberg kommen möge, an dessen Ende die Einrichtung eines gemeinsamen, länderübergreifenden Ausbildungszentrums stehen könnte. „Die Nähe zu den KKWs Philippsburg und Biblis, die noch über viele Jahre hinweg, gerade auch in der Phase ihres Rückbaus, ein Risiko darstellen, sprechen ebenso für eine solche Entscheidung wie die auch weiterhin bestehenden Gefahren, die durch Hochwasser oder durch Schiffshavarien auf dem Rhein ausgehen“, unterstrich Eger sein Plädoyer für diie Einrichtung eines solchen Ausbildungszentrums.

Dem scheidenden Ortsbeauftragten des THW, Christian Maier, dankte Eger ausdrücklich für den großen persönlichen Einsatz, den er in den mehr als 30 Jahren seiner Zugehörigkeit zum THW erbracht habe. „Sie haben das THW zu einer „festen Größe' in unserer Stadt weiterentwickelt und so entscheidend dazu beigetragen, die Schlagkraft der Hilfs- und Rettungsdienste in Speyer zu stärken“, lobte das Stadtoberhaupt den THW-Verantwortlichen.

In einem sehr persönlich gehaltenen Grußwort erinnerte auch die Vorsitzende des Verkehrsvereins Speyer, Heike Häußler, daran, dass es durchaus ungewöhnlich sei, wenn ein 50jähriger ein Amt abgebe, um es „in jüngere Hände“ zu legen. „Das zeigt aber nur, wie früh Sie schon beim THW angefangen haben und welch große Verantwortungen Sie in dieser Zeit übernommen haben“, würdigte Häußler das Wirken Maiers, dessen Werdegang man beim Verkehrsverein von Kindesbeinen an mit verfolgen konnte.

Für die THW-Kameraden im Geschäftsführerbereich Neustadt/Weinstraße überbrachten Cornelius Blank und Uwe Keller, die Ortsbeauftragten des THW in Pirmasens bzw. in Germersheim, Grüße und beste Wünsche. Sie sprachen Maier den Dank der Organisation für die stets kameradschaftliche Zusammenarbeit mit den beachbarten Ortsverbänden aus - auch über den Rhein hinweg.

Dann war es an Christian Maier, eine Bilanz seiner Arbeit zu ziehen. Dabei konnte er berichten, dass die rund 100 Aktiven des Speyerer THW-Ortsverbandes im vergangenen Jahr 18.400 Dienststunden geleistet hätten. „Da kamen dann schon einmal rasch 640 Stunden im Jahr auch für den Ortsbeauftragten zusammen“, machte Maier deutlich, „und am Donnerstag, dem regelmäßigen Übungstag des THW, habe ich unsere beiden Kinder nur gesehen, wenn meine Frau sie im Ausbildungszentrum in der Industriestraße vorbeibrachte“. Er habe deshalb schon Ende 2011, gemeinsam mit seinem langjährigen Stellvertreter Klaus-J. Debeck, den Rückzug aus der Führung des Speyerer THW geplant, „um auch den vielen anderen guten Leuten, die wir haben, Perspektiven für ihre weitere ehrenamtliche Arbeit zu geben“, so Christian Maier. „Und darum höre ich auf - der Ortsverband hat im Cockpit eine stabile und gut ausgebildete Führungscrew, und mit einem vollgetankten Flieger und guten Piloten kann man weiter und noch besser fliegen“.

Maier erinnerte noch einmal an zahllose Einsätze im In- und Ausland: An die Begleitung der Sondertransporte ausgefallener Expoonate auf ihrem Weg ins Technikmuseum – vom U-Boot U 9, der riesigen Antonov AN 22, die auf dem Speyerer Flugplatz ihre letzte Landung absolvierte, bis hin zur Boeing 747-Jumbo Jet, der russsischen Weltraumfähre Buran oder zuletzt des Seenotrettungskreuzers „John T. Essberger“, die, jeweils über den Rhein nach Speyer verbracht, ihren letzten Weg ins Museum in Begleitung der THW-Helfer antraten. Aber auch an die vielen Auslangseinsätze der Speyerer Spezialisten Heini Schwerer und Andreas Garrecht, sowie die Verlegung der gesamten Speyerer Fachgruppe WP nach New Orleans wollte er in dieser Stunde erinnern, aber auch an die kontinuierlich und intensiv gelebte Zusammenarbeit mit der Speyerer Feuerwehr.

„Ich bin ja nicht weg“, rief Christian Maier seinen Kameraden zu. „2014 wird der Ortsbeauftragte a.D. seinen Nachfolger bei den Vorbereitungen für das geplante Fest zum 60jährigen des Speyerer THW unterstützen“, versprach er und bekannte: „So einen wie Jan Görich habe ich mir immer als Nachfolger gewünscht.“

„Allerdings bin ich derzeit auch nicht auf der Suche nach einer neuen 'Schublade', in die ich mich schieben lassen kann“, wehrte Maier allfällige Begehrlichkeiten ab. Jetzte gelte seine Zuwendung erst einmal seiner Familie, die so oft in den letzten Jahren auf ihn habe verzichten müssen. Einen ersten Vorgeschmack darauf „vermachten“ ihm die Kameraden aus dem Geschäftsführerbereich Neustadt, die dem Ehepaar Maier einen Aufenthalt in dem Wellness-Hotel des berühmten Sterne-Kochs Jörg Sackmann „spendierten“. Und auch sonst gab es viele Geschenke für den scheidenden Ortsbeauftragten an diesem Tag: Wein, Wein und noch einmal Wein und dann eine von dem Steinmetzmeister und THW-Kamerad Tobias Uhrig geschaffene, künstlerisch gestaltete Sandsteinplatte, die einen Ehrenplatz am Haus der Familie Maier in Römerberg erhalten wird.

Dazu Blumen für die Ehefrauen des alten und des neuen Ortsbeauftragten, denn über eines sind sich alle THW-Mitglieder einig: Ohne die Unterstützung durch ihre Partner könnten sie ihre segensreiche Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit nicht tagaus, tagein leisten.

Das unterstrich auch der neue Ortsbeauftragte Jan Görich in seiner programmatischen Antrittsrede, in der er zunächst noch einmal ein „Lob- und Danklied“ auf seinen Vorgänger Christian Maier anstimmte. „Ich habe Dich in den zwanzig Jahren meiner Zugehörigkeit immer nur in verantwortlichen Funktionen erlebt“, brachte er seinen Respekt und seine Hochachtung zum Ausdruck, „Du bist mir deshalb zum Vorbild geworden“. Mit nachdenklichen Worten äußerte er sich dann zu der Verantwortung, die jedes Mitglied im THW für die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger übernehmen müsse. Dies sei für jeden von ihnen eine ganz besondere Herausforderung.

Die komplette Rede von Jan Görich veröffentlicht der SPEYER-KURIER nachfolgend im Wortlaut.

Bei Pfälzer Spezialitäten, Speyerer Brezeln, Wein und Bier sowie alkoholfreien Getränken gab die große THW-Familie dem Amtswechsel noch lange ein froh gestimmtes Äußeres, ehe man sich am Nachmittag wieder auf den Rückweg in die heimatlichen Quartiere machte. Foto: gc

Lesen Sie hierzu auch einen EINWURF von Gerhard Cantzler

06.03.2013


Ortsbeauftragter Christian Maier legt sein Amt „in jüngere Hände“ - Bilderalbum

Einwurf

Die Chance nützen und den Wasserübungsplatz Reffenthal in ein länderübergreifendes Ausbildungszentrum für das Technische Hilfeswerk umwandeln.

Von Gerhard Cantzler


Der Wachwechsel an der Spitze des Ortsverbandes Speyer des Technischen Hilfswerkes war eine gute Gelegenheit für Oberbürgermeister Hansjörg Eger, erneut seinen Gedanken von der Einrichtung eines länderübergreifenden Ausbildungszentrums auf dem in Kürze zur Konversion anstehenden Wasserübungsplatz der Bundeswehr im Reffenthal zu platzieren. Die Bundeswehr-Pioniere in der Kurpfalz-Kaserne waren fast fünfzig Jahre lang der Garant für die Stadt, im Katastrophenfalle – bei Hochwasser und bei schweren Unfällen - neben den dafür zuständigen Hilfs- und Rettungsdiensten noch eine „schlagkräftige Truppe“ in der „Hinterhand“ zu haben.


Hier droht sich mit dem Abzug der Spezialpioniere in den nächsten drei Jahren eine gefährliche Sicherheitlücke aufzutun. Eger hat recht, wenn er auf das Gefahrenpotential hinweist, das gerade in der Phase des Abbaus von den Kernkraftwerken in Philippsburg und Biblis ausgehen könnte - er hat aber auch recht, wenn er angesichts des kontinuierlich weiter wachsenden Verkehrsaufkommens mit Nutzfahrzeugen und damit auch mit Gefahrguttransporten auf den zahlreichen Straßen und Autobahnen in der Metropolregion auf Gefahrenherde hinweist, die auch nach der Demontage der beiden KKWs bestehen bleiben werden.


Dies alles wird zukünftig eher mehr als weniger gut ausgerüstete und bestens geschulte Hilfskräfte brauchen, die dazu in der Lage sind, solchen Bedrohungsszenarien wirkungsvoll entgegenzutreten.


Der Bund als Träger des THW sollte deshalb diese einmalige Chance nutzen, um hier ein gleichfalls in Bundesbesitz befindliches und bestens ausgestattetes Gelände für einen solchen Zweck umzunutzen – und die Politiker auf allen Ebenen sollten die Stadt und ihren Oberbürgermeister bei diesem Bemühen nach Kräften unterstüzen.

Rede von Jan Görich, Ortsbeauftragter des THW Speyer

Festakt zum Wechsel der Funktion des Ortsbeauftragten des THW Ortsverband Speyer am Samstag, 2. März 2013, 11:00Uhr, Historischer Ratssaal, Speyer

Liebe Gäste. Liebe THWler.

Vom Schriftsteller Ernst Jünger stammt der Satz: „Man muß spätestens aus einem Verein austreten, wenn man Vorsitzender wird.“

Du, Christian, bist diesem Satz zum Glück nie gefolgt. Solange ich im THW Mitglied bin und das sind mittlerweile schon fast 20 Jahre, hast du immer als „Vorsitzender“ agiert. Berichte unserer Althelfer zufolge hast Du im THW Speyer immer Verantwortung übernommen. Du warst immer vorne dabei, wenn es Wert war im THW etwas neues Anzufangen, Aufgaben zu koordinieren, Veranstaltungen zu planen, aber auch, wenn es darum ging mal zünftig zu feiern. Du hast jedoch auch immer ab gewägt; Nicht bei jeder Sau die durch die Gasse getrieben wurde, war es für dich Wert zu folgen. Manchmal gar kam ein kategorisches Nein. Hierfür wurden wir das eine oder andere Mal auch als das kleine gallische Dorf gesehen.

Nun, Speyer ist eben schon seit Heinrich dem Vierten vor fast eintausend Jahren mit dem Gang nach Canossa ein Synonym für das pfälzische Aufmüpfigtum. Oder wie der Pfälzer sagt, „Jo, Alla. Wend määnschd.“

Verantwortung zu übernehmen ist nicht einfach. Es bedeutet auch immer sich aus der eigenen Komfortzone zu verabschieden. Es gibt einem jedoch auch die Möglichkeit sich selbst und das Umfeld in dem man sich bewegt positiv weiterzuentwickeln. Du hast dies immer vorgelebt. Das hat mich und auch andere, nicht nur im THW geprägt. Das konnte ich mitnehmen und auch in meinem Berufsleben umsetzten. Ich kann sagen; Es lohnt sich in jedem Fall Verantwortung zu übernehmen. Ich will den Inhalt dieser Nachricht aufgreifen und an meine Helferschaft weitergeben. Die Position meines Stellvertreters oder der Stellvertreterin ist noch zu besetzen. Die Aufgabe wird derzeit von mir und Michael Brin, als Ausbildungsbeauftragten zusätzlich wahrgenommen. Dies ist eines der Pflänzchen, die in nächster Zeit neu zu pflanzen sind. Es ist Zeit Verantwortung zu übernehmen und ich werde dies auch ein fordern.

Am 31. Januar hat Christian die Aufgaben des Ortsbeauftragten des THW Speyer an mich übertragen. Bereits die letzten zwei Jahre haben wir immer eng zusammengearbeitet. Vielen Dank für diese Zusammenarbeit, die ich stets als konstruktiv empfunden habe! Wir waren bestimmt nicht immer der gleichen Meinung. Damit konnte ich jedoch sehr gut leben: , Wenn zwei Führungskräfte immer der gleichen Meinung sind, ist einer von ihnen überflüssig!‘. So sehe ich das und werde dies auch weiterhin so halten.

Was nun? Wie geht es weiter? Henry Kissinger sagte einmal „Neue Leute dürfen nicht Bäume ausreißen, nur um zu sehen, ob die Wurzeln noch dran sind.“. Ich denke, dies beschreibt sehr gut, wie ich meine, daß es weitergehen wird. 20 Jahre lang habe ich gesehen, wie die meisten unsere Bäume gewachsen sind. So manchen Baum habe ich sogar selbst gepflanzt oder habe wenigstens beim Gießen geholfen. Viele Bäume, die ich nicht kenne gibt es nicht. Bäume die gefällt oder zurückgeschnitten gehören kann ich keine erkennen. Neue Pflänzchen die in nächster Zeit gehegt und gepflegt gehören habe ich jedoch schon im Blick;

Wir Menschen sind Wesen mit der Fähigkeit zum gemeinschaftlichen Leben. – Und diese Fähigkeit bringt auch besondere Verantwortung mit sich: Wir müssen auf den anderen achten. Klingt fast selbstverständlich, ist es natürlich nicht.

„Auf den anderen achten,“ kann auch heißen, für ihn da zu sein, wenn er Hilfe braucht. Und in diesem Sinne sehe ich uns als Helferinnen und Helfer im Katastrophenschutz. Wir gehen mit gutem Beispiel voran. Wir geben wesentliche Impulse für den Zusammenhalt in unserem Land und damit auch in unserer Stadt. Ein Spruch den ich sehr beschreibend für unsere Arbeit sehe ist: „Wo andere raus rennen, rennen wir rein“. Lassen Sie mich sagen; Da gibt es keinen Unterschied zwischen den „Blauen“ und den „Roten“. Vor Zehn bis Fünfzehn Jahren hatten wier hier in Speyer noch die Situation, daß mehrfach das Pflänzchen des Zusammenarbeitsbaums nicht wachsen wollte. Die falschen Gärtner waren eventuell am Werk oder der Boden auf dem der Setzling wachsen wollte, war nicht OK. Wie auch immer, die letzten Zehn Jahre haben wir es gemeinsam, mit der Feuerwehr geschafft, daß mittlerweile eine massive Eiche in unserem gemeinsamen Wald steht. Wir machen dies leise. Wir machen dies aber auch mit Substanz. Wir sitzen in einem Boot. Plakativer, wie in diesem Jahr können wir es gar nicht mehr aufzeigen; Zur Kirchbootregata werden wir als gemeinsames Team antreten. Ich will den Moment hier auch nutzen den Garanten für die gute Zusammenarbeit auf Seite der Freiwilligen Feuerwehr Speyer ganz herzlich zu Danken. Mein Christian Kölsch ist hier wohl als der Motor unserer Partnerschaft ganz besonders zu erwähnen. Ich freue mich hier auch weiterhin nicht als Konkurrent, sondern als Partner der Örtlichen Gefahrenabwehr hier in Speyer und im Umland zur Verfügung zu stehen.

Mit Blick auf die Diskussionen und Forderungen rund um die Themen, was eine Stadt seinen Jugendlichen bieten muß, kann ich nur Bekräftigen, sich die Jugendarbeit der zahlreichen Organisationen und Vereinen in Speyer und Umland sich mal anzuschauen; Es ist wahrlich für jede und jeden etwas dabei. Es muß nur gewollt werden. Jean Cocteau, ein französischer Dichter sagte einmal: „Die Jugend weiß, was sie nicht will, bevor sie sich darüber im klaren ist, was sie will.“ Unsere THW Jugend bietet hier ganz klar etwas, was die Jugend haben will.

Die Arbeit unserer Jugend war schon immer wichtig und sie wird in den Zeiten des Wegfalls des Ersatzdienstes und des demographischen Wandels in Zukunft noch wichtiger werden. Ich setze auch wie Christian und dessen Vorgänger zuvor, ganz klar auf eine starke Jugendförderung. Wie kann man besser die Werte unserer Gesellschaft erhalten, als das man die Jugend, so früh wie nur möglich, einbindet? Die Jugend ist empfänglich für den THW-Virus. Das weiß ich und dies wird auch in Zukunft meine höchste Aufmerksamkeit haben.

Wir sind eine Bundesanstalt, wir sind jedoch auch ein Teil dieser Stadt und der Region. Speyer und das Umland ist unsere Heimat. Wir haben hier nicht nur unser zu Hause, wir beteiligen uns auch an dem gesellschaftlichen Leben. Hier ist ganz klar die Zusammen- und Mitarbeit bei den großen Festen und Veranstaltungen mit Narrenumzug, Kult(o)urnacht, 1. Mai Kundgebung, Brezelfest, Altstadtfest, Martinsumzug, Altpörtel in Flammen, Messen, Kaisertafel, Tag der Hilfsdienste und, und, und zu nennen. Auch die Pflege der Netzwerke mit dem Verkehrsverein, den Rockmusikern, dem FC 09, den Martinsfreunden, der IPA, der Jugendförderung, den anderen Hilfsorganisationen und nicht zuletzt der Stadt und den Kirchen haben ein hohes Gewicht.

Mein THW in Speyer; Aufgaben, Ausstattung, Unterkunft, Helfererhaltung, Helferwerbung, Einsatzbereitschaft, Ausbildung, Helferbindung, Verwaltung, Unterhalt, Öffentlichkeitsarbeit und noch mehr, das sind die Themen auf unserer Agenda. Ich will mich nicht beschweren. Die letzten 20 Jahre hat sich viel getan, für uns vieles zum Positiven. Ich will jedoch mahnen, daß wir wieder Gefahr laufen in die Mangelwirtschaft zurückzufallen. Das THW behält zwar, anders wie andere Bereiche im Bundeshaushalt sein Volumen und es sieht so aus, daß dies auch zukünftig so sein wird. Dies geschieht jedoch eh schon auf einem niedrigen, unterfinanzierten Niveau. Ein Gleichstand über Jahre bedeutet immer eine Stagnation. Es geht immer langsamer vorwärts. Sondereffekte, wie Konjukturpakete wird es nicht mehr geben. Die Leuchtürme werden weniger. Die Visionen werden unklarer. Die durch die ersatzlose Streichung des Ersatzdienstes fallenden Helferzahlen sind nur schwer mit noch mehr Einsatz der Ehrenamtlichen zu kompensieren. Ein Beispiel hierzu, daß dies plakativ Aufzeigt ist ein Blick in unsere Chronik; Im Jahr 2000 berichtete Christian Maier bei unserer Jahresabschlußfeier, daß wir sechszehntausend siebenhundert Stunden geleistet haben. Im letzten Jahr haben wir über Achtzehntausend Stunden geleistet. Nur, die Anzahl der Aktiven Helferrinnen und Helfer ist in den letzten Zwölf Jahren um ein Drittel geschrumpft. Nun, die zusätzlichen Stunden kommen nicht unbedingt durch ein Mehr an Ausbildung und Einsätzen zustande. „Muß“-Aufgaben in der Administration sind hier belastend und erschweren, neue Helferinnen und Helfer zu gewinnen. In Zukunft werde ich, wie mein Vorgänger auch, dies kritisch begleiten. Auch wenn es einen Gang nach Canossa nötig machen wird.

Meine Gäste, dies sind die Kerngebiete, es gibt noch viele andere wichtige Themen. Ohne Frage. Ich wünsche mir selbst, daß ich alle Themen richtig angehe werde und bitte alle mich bei dieser Arbeit zu unterstützen.

Die kürzeste Antrittsrede eines amerikanischen Präsidenten hielt George Washington - gerade einmal 135 Worte. Die längste lieferte 1841 Henry Harrison - 9000 Worte, zwei Stunden lang bei eisigem Nordostwind. Am nächsten Tag hatte er eine Erkältung, und einen Monat später starb er an einer Lungenentzündung. – Nun, ich will zum Ende kommen;

Christian komm bitte vor;

Christian, wir wollen Dich nicht aus der Verantwortung entlassen, ohne Dir ein Zeichen unserer, der des THW Speyer, Wertschätzung zu zeigen. Im nächsten Jahr werden wir das 60jährige Bestehen unseres Ortsverbands feiern. Über die Hälfte dieser Zeit hast Du selbst erlebt und maßgeblich gestaltet. Auch Du Wenke, hast Christian immer unterstützt. Das eine oder andere Mal bestimmt auch wegen dem THW verzichtet. Dafür ein dickes Dankeschön.

Christian, ich habe geschaut, zur Farbe eurer Fassade in Heiligenstein paßt es wunderbar. Unser Steinmetzmeister Tobias Uhrig Junior hat diese Tafel für Dich erstellt. Es soll Dich an Deine Zeiten als Ortsbeauftragten im THW Speyer immer erinnern. [Steintafel]

Liebe Gäste, wir alle sind froh, daß wir Sie hier bei uns haben –und auch daß wir bei Ihnen hier in der guten Stube der Stadt Gast sein dürfen! Ich wünsche uns nun noch gute Gespräche und eine schöne Zeit!

Im Foyer bieten wir ihnen nun, wie es sich gehört, Pfälzer Hausmacher, Käsewürfel, einen guten Wein und Speyrer Bier.

Gestatten Sie mir, daß ich mit 5 Wörtern schließe; „Der gemütliche Teil hat begonnen.“

06.03.2013


„Arbeiten von außergewöhnlicher sprachlicher Schönheit und geistiger Tiefe“

Speyerer Lyrikerin Elisabeth Anton gehört zum Kreis der Preisträger des Wettbewerbs der „Bibliothek deutschsprachiger Gedichte“ 2012

Von Gerhard Cantzler



Mit ihrem Gedicht „Herbst, welch Zeitenspur“ gehört die Speyerer Lyrikerin und Autorin Elisabeth Anton zum Kreis der Preisträger der „Bibliothek deutschsprachiger Gedichte“ 2012 und fand damit erneut mit einem ihrer Werke Aufnahme in die jetzt in XV. Auflage erschienene Ausgabe der gleichnamigen Anthologie.

Elisabeth Anton, die seit 1980 in Speyer lebt und dort – von einer breiteren Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt – Lyrik „vom Feinsten“ schreibt, hat seitdem unvorstellbare mehr als 16.000 Gedichte verfasst - Lyrik, vielleicht auch als Therapie, um damit manche schweren Schicksalsschläge leichter bestehen zu können.

Die außergewöhnliche Dichterin – kreativ und von beeindruckender Produktivität – geboren in Jimbolia – deutsch Hatzfeld – einer deutschsprachigen Kulturinsel im rumänischen Banat, direkt an der Grenze zum ehemaligen Jugoslawien, hat sich von frühester Kindheit an für die Dichtkunst begeistert und bereits in jungen Jahren selbst erste Gedichte verfasst.

Gut erinnert sie sich noch daran, wie ihre Familie bereits 1960 einen ersten Antrag auf Ausreise aus dem kommunistischen Herrschaftsbereich stellte. Dieser Antrag vom 19. August 1964 wurde allerdings erst am 27. April 1980 genehmigt. In der dazwischen liegenden Zeit musste Elisabeth Anton ab 1967 eine schwere Zeit endloser Verhöre und Schikanen durch die berüchtigte Securitate, den omnipräsenten Staatssicherheitsdienst in dem totalitären System des rumänischen Diktators Ceausescu erleiden. Auch ihre beständige Weigerung, der kommunistischen Staatspartei Rumäniens beizutreten, war für das System ein zusätzlicher Grund für unaufhörliche, schlimme Repressionen.

Trotz dieser politisch begründeten Widerstände gelang es Elisabeth Anton, am Gymnasium ihrer Heimatstadt Hatzfeld ihr Abitur abzulegen. Danach studierte sie an der Universität im rumänischen Temeswar Germanistik und Romanistik. Parallel dazu arbeitete sie im Städtischen Krankenhaus ihrer Heimatstadt, um so ihr Studium zu finanzieren.

Fast zwei Jahrzehnte lang musste die examinierte Diplom-Philologin dann allerdings noch aushalten – arbeitete in dieser Zeit als Lehrerin an zwei Gymnasien in Hatzfeld – ehe sie und ihre Familie am 27. April 1980 endlich die ersehnten Ausreisegenehmigungen in Händen hielten und am 13. Juli 1980 in die Bundesrepublik Deutschland ausreisen durften. Zuvor musste Elisabeth Anton sich aber noch von rund 14.000 Gedichten trennen, die sie in all den Jahren der Unterdrückung verfasst hatte. In ihnen hatte sie ihre Hoffnungen und Erwartungen, ihre Enttäuschungen und den Schmerz verarbeitet, die das Leben für sie bereit hielt - auch viele über das Schicksal ihrer einzigen Tochter Radegunde, die im Jahre 1977 aufgrund einer unzureichenden Versorgung während des Geburtsvorganges mit einer dauerhaften Behinderung fürs ganze Leben geboren wurde. Aus Furcht vor dem rumänischen Geheimdienst hatte sie diese Arbeiten, die sich auch immer wieder kritisch mit dem Regime auseinandersetzten, im Verborgenen verwahrt – jetzt mussten sie vergraben oder vernichtet werden. Bis auf ganz wenige Gedichte; entschied sich die Dichterin für die sichere Variante und verbrannte, mit Tränen in den Augen, all ihre Gedichte.

Die nächste Enttäuschung erwartete die Familie am Ziel ihrer Aussiedlung, denn statt – wie von ihnen erhofft und gewünscht – ins gebirgige Bayern wurde die Familie von Elisabeth Anton von den zuständigen deutschen Behörden nach Baden-Württemberg und schließlich nach Rheinland Pfalz, nach Speyer eingewiesen. Ihr Studium und ihre in Rumänien erworbene Befähigung, als Lehrerin für Deutsch und Romanistik zu arbeiten, wurden in der Bundesrepublik nur teilweise anerkannt. Elisabeth Anton fasste deshalb den Entschluss, sich vorrangig um die Therapien für ihre damals zweieinhalbjährige Tochter zu kümmern und verdiente sich deshalb zunächst ihr Geld als „Angelernte“ in einem Speyerer Unternehmen. Nachdem die Therapien eingeleitet und der zukünftige Weg ihrer Tochter entschieden waren, nahm Elisabeth Anton eine zweijährige Ganztagsumschulung in Angriff, um anschließend als Assistentin eines sehbehinderten Dozenten an der Fachhochschule der Bundesagentur für Arbeit in Mannheim tätig zu sein.

In Speyer bauten sich Elisabeth Anton und ihr Ehemann Helmuth mit großer Tatkraft eine neue Existenz auf und widmeten sich vor allem ihrer geliebten Tochter, deren Förderung immer im Mittelpunkt all ihrer Bemühungen stand.

Daneben aber vergaßen sie auch die Menschen in ihrer alten Heimat nicht. Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems machten sie sich daran, Hilfe für Behinderte und Hilfebedürftige zu organisieren, reisten immer wieder in ihre alte Heimatstadt Hatzfeld im Banat und bauten dort auf Initiative von Elisabeth Anton und mit finanzieller Hilfe der „Caritas“ im Bistum Speyer „Vergiss mich nicht“, eine Tagesstätte für Menschen mit Behinderungen, auf. Daneben errichteten sie Sozialwohnungen für Menschen, die zuvor unter freiem Himmel lebten und sammelten Spenden, um bei einigen bedürftigen Menschen in ihrer alten Heimat lebensnotwendige Operationen vornehmen lassen zu können: eine davon ermöglichte es zum Beispiel einem zuvor gehunfähigen Jungen, nach der Operation eigenständig gehen zu können.

Im Jahre 2005 erfuhr das Leben von Elisabeth Anton dann erneut eine dramatische Wendung - bei ihrem Ehemann wurden die seit Jahren aufgetretenen Auffälligkeiten als „morbus Alzheimer“ diagnostiziert. Vom Schicksal nicht verschont, starb ihr Ehemann im Herbst 2009 nach kurzer Leidenszeit an nicht erkannten und daher nicht behandelten inneren Blutungen, obwohl Frau Anton, vier Tage lang, immer wieder auf den kritischen Zustand ihres Mannes hingewiesen hatte.

Seitdem gilt die ganze Hingabe und das Schaffen der Lyrikerin neben ihrer Tochter Radegunde auch weiterhin ihrem unermüdlich sprudelnden literarischen Werk, das Experten ob „seiner stilistischen Klarheit, seiner außergewöhnlichen sprachlichen Schönheit und seiner geistigen Tiefe“ in die vorderste Reihe zeitgenössischer Lyrik stellen.

Neben der Aufnahme in die Anthologie „Bibliothek deutschsprachiger Gedichte“ fand Elisabeth Antons Gedicht „Herbst, welch Zeitenspur“ inzwischen auch Aufnahme in die Produktion einer Hör-CD mit zeitgenössischer Lyrik. Informationen: www.gedichte-bibliothek.de Foto: gc

01.03.2013


Oberbürgermeisterin aus Kursk hält Antrittsbesuch in Speyer

Im Rahmen eines fachlichen Austausches weilt derzeit eine Delegation aus der russischen Partnerstadt Kursk in Speyer.

Diese wird von Oberbürgermeisterin Olga Germanowa angeführt, die ihren Antrittsbesuch in Speyer hält.

Zu einem Arbeitsgespräch kam die Delegation am Dienstag mit Oberbürgermeister Hansjörg Eger und Bürgermeisterin Monika Kabs zusammen.

Der Arbeitstitel des Programms „Soziale Aufgaben als Herausforderung kommunalen Handelns“ führte die Gäste vorrangig in den Fachbereich Jugend, Familie und Soziales der Stadtverwaltung Speyer, wo Fachbereichsleiterin Claudia Völcker und die beiden Mitarbeiterinnen Wiltrud Grünnagel und Michaela Fischer-Heinrich über die Aufgaben und Leistungen der Einheit berichteten.

Im Mehrgenerationenhaus Speyer gewannen die insgesamt sieben Frauen einen Einblick in die verschiedenen Angebote für Jung und Alt und lobten die Arbeit vor Ort. Weiter auf dem Programm stehen ein Besuch im Landtag sowie ein Gespräch mit dem Frauenhaus Speyer.

Der Freundeskreis Speyer-Kursk hat seine Mitglieder und Freunde der Partnerstadt zum Abschluss des Programms ins Feuerbachhaus geladen, um ein Treffen mit den Gästen zu ermöglichen.

Am 2. März reist die Gruppe zurück und nimmt viele Anregungen und die gemeinsam getroffene Vereinbarung nach mehr Vernetzung mit nach Kursk. Stadt Speyer, Presse

28.02.2013


OB ehrt und verabschiedet verdiente Mitarbeiter im Rathaus

(v.li. n.re.): Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Gabriele Winter, Moinka Herbin, Marion Kohlroß und Steffen Schwendy (v.li. n.re.): Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Gabriele Winter, Moinka Herbin, Marion Kohlroß und Steffen Schwendy

Die WoLa war 42 Jahre ihr zweites zuhause. Heute verabschiedete Oberbürgermeister Hansjörg Eger in seinem Dienstzimmer Monika Herbin offiziell in den Ruhestand. Dank und Anerkennung gebühre ihr als langjähriger Mitarbeiterin der Kindertagesstätte. Kinder und Kindeskinder hat sie betreut und zahlreiche Veränderungen in der Kleinkindpädagogik mitgestaltet und mitgetragen. Sie vermisse die Kinder schon jetzt, sei aber auch dankbar für die gewonnene Zeit, die ihr für die eigene Familie bleibe. Wandern wolle sie nun häufiger und die Liebe zum eigenen Garten pflegen, beantwortet Monika Herbin die Frage nach ihren Freizeitplänen.

Dank und Anerkennung seitens der Stadt übermittelte der OB auch den Jubilaren, die seit einem Vierteljahrhundert der Stadt die Treue halten. Allen voran Steffen Schwendy, der Planer öffentlicher Grün- und Spielflächen. Seit 15 Jahren ist der Gartenbauingenieur für die Stadtverwaltung tätig. Zuvor hat er seinen grünen Daumen bei der Stadt Mühlacker unter Beweis gestellt. In Speyer tragen bereits 25 Spielplätze seine Handschrift. Mit den Kolleginnen der Gebäudewirtschaft, die mit ihm 25-jähriges Dienstjubiläum feiern, verbinde ihn, dass auch seine Arbeit permanent nachwachse. Während Marion Kohlroß im Stadthaus und somit auch im Dienstzimmer des Oberbürgermeisters für Sauberkeit sorgt, leistet Gabriele Winter als Reinemachefrau auf dem Friedhof treue Dienste. Pressestelle Stadt Speyer

28.02.2013


Die Energiewende geht uns alle an

JJBG-Vize-Vorsitzender Wolfgang Bührung zu Chancen und Hemmnissen für das wohl bedeutsamste gesamtgesellschaftliche Projekt des 21. Jahrhunderts

Von Gerhard Cantzler

Spätestens seit der Katastrophe von Fukushima vor nun schon fast wieder zwei Jahren sind sich alle Lager in Politik und Gesellschaft einig: Der Ausstieg aus der Kernenergie ist zumindest in Deutschland alternativlos und unumkehrbar. Und auch der schrittweise vollständige Rückzug aus den fossilen Energiearten Öl und Kohle scheint unstrittig. So bleibt der Auf- und Ausbau der regenerativen Energien zweifellos die wohl größte technologische Herausforderung dieses Jahrhunderts.

Trotz so viel Einigkeit über das Ziel steckt jedoch auch hier bei der Entscheidung Wege zu diesem Ziel „der Teufel im Detail“. Denn ein Stück weit wohl schon dem aufziehenden Bundestags-Wahlkampf geschuldet, werden inzwischen Detail- und Einzelprobleme rasch zu unüberbrückbaren Gräben selbst zwischen gemeinsamen Regierungspartnern. Insbesondere die der kaum noch durchschaubaren Logik des Energie-Einspeisungs-Gesetzes EEG unterliegenden, rasch steigenden Strompreise sorgen für heftige politische Auseinandersetzungen.

Die Speyerer Johann-Joachim-Becher-Gesellschaft JJBG - allein schon aus Verantwortung gegenüber ihrem Namensgeber dazu verpflichtet, genauer hinter die Zusammenhänge zu schauen und dabei den Blick frei von unangemessenen Emotionen nach vorne zu richten, hatte jetzt ihren Stellvertretenden Vorsitzenden Wolfgang Bühring, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer, um ein Referat über „Chancen und Hemmnisse der erneuerbaren Energien“ gebeten. Und der Energieexperte, der sich inzwischen in Speyer und überregional einen guten Namen bei der Umsetzung des vom Speyerer Stadtrat beschlossenen Ziels „100 Prozent regenerativ“ gemacht hat, enttäuschte seine Zuhörer im JJBG-Haus im Speyerer Judenhof mit seiner sachgerechten Herangehensweise an das gestellte Thema nicht: Frei von unangemessener Polemik, allenfalls gewürzt mit einigen Spitzen gegen die politisch Handelnden auf Bundesebene führte er die Sachverhalte auf, die nach seiner Überzeugung derzeit noch die kurzfristige Umsetzung der Energiewende hemmten.

Zu Beginn seiner Ausführungen ging Bühring jedoch zunächst auf die Rolle der Stadtwerke bei der Umsetzung der Energiewende ein. Dabei betonte er das große Potential der Werke, das er insbesondere in ihrer dezentralen Vernetzung im Bereich der Infrastruktur mit allen Bürgern, mit Handwerkern.Gewerbetreibenden und der Industrie sieht. Die Stadtwerke müssten sich deshalb als „Hauptakteur und Projekttreiber“ bei der regionalen Umsetzung der Energie- und Klimaziele in der Region profilieren.

Mit ihrem Stadtratsbeschluss für „100 Prozent regenerativ“ aus dem Jahr 2010 und der Klimaschutz-Initiative „KISS“ habe Speyer auf lokaler Ebene den Weg für die Energiewende geebnet. Mit der 21 Kilometer langen Leitung zum Anschluss Speyers an das Großkraftwerk Mannheim und damit an die Nutzung der dort anfallenden Abwärme habe die Domstadt den Startschuss für das größte Fernwärme-Ausbauprojekt in Europa gegeben und damit zugleich einen wesentlichen Baustein für eine zukunftsorientierte Wärmeversorgung gelegt.

Der Einsatz von Biomasse, Abwasserwärme und Solarthermie bildeten einen zweiten Baustein in den Speyerer Wohngebieten, Blockheizwerke, die Kläranlage, bademaxx, Schulen und andere öffentliche Gebäude sowie Private Haushalte und Industriebetriebe versorgten, stellten das dritte Standbein dar. Weitere Anlagen dieser Art, so kündigte Bühring an, seien mit einem Investitionsaufwand von jährlich 2 Millionen Euro auch für die kommenden Jahre geplant.

Werkseigene Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 2,8 Megawatt und Fremdanlagen mit 5,6 Megawatt Leistung seien bis zum Jahr 2030 ebenso wirkungsvolle Schritte auf dem Weg zu einer 100%igen Versorgung mit Strom aus regenerativen Energien wie die drei Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 5 Megawatt, die von den Stadtwerken betrieben werden. Schließlich verdiene auch die zertifizierte CO2-freie Erzeugung von Strom aus Wasserkraft in Skandinavien Beachtung, der allen Speyerer Haushalten als „SWS-Naturstrom“ angeboten werde. Auch für den weiteren Ausbau solcher Anlagen haben die Stadtwerke für die kommenden Jahre 10 Millionen jährlich eingeplant.

Die Energiewende ist nur gemeinsam zu schaffen...“ Mit dieser Feststellung leitete Bühring auf die vielfältigen Möglichkeiten über, mit denen jeder einzelne Bürger zur Erzeugung regenerativer Energien beitragen könne. Dazu zähle das „Solardach-Programm“, bei dem Hausbesitzer ihr Dach an die Stadtwerke zur Stromerzeugung vermieteten ebenso wie das sogenannte „Mini-BHKW (Blockheizkraftwerk) -Komplettpaket“, mit dem Strom- und Wärmeerzeugung dauerhaft ohne Fremdeinsatz von Energie möglich ist.

Und dann natürlich die unterschiedlichen Maßnahmen, um Energie einzusparen: Das beginne mit einem kompetenten und unabhängigen Energie SparCheck, der zu einer spürbaren Senkung der Energiekosten und zugleich zur Schonung der Umwelt beitrage -. das setze sich fort in den Naturstromangeboten, die dem Nutzer „Stromverbrauch im Einklang mit der Natur“ ermöglichten – umfasse auch das Heizungspumpen-Programm, bei dem die alte Pumpe gegen eine moderne „Hocheffizienz-Pumpe“ ausgetauscht werde, die mit einem Bruchteil der Energie der alten Pumpe auskomme. Und schließlich wies Bühring auch noch auf den Wärme-Direktservice hin, der eine echte Alternative zur Eigeninvestition in eine neue Heizungsanlage darstelle.

Über all das könnten sich die Verbraucher in Speyer beim regelmäßigen SWS-Energietreff informieren, wo es alles „rund um die erneuerbaren Energien zum Anfassen und zum Mitmachen“ gebe.

Bei seiner Analyse der Hemmnisse, die den zügigen Fortgang der Energiewende behindern könnten, kam Bühring dann als erstes auf das Verhältnis zwischen dem „Hauptakteur“ Stadtwerke und der Handwerkerschaft zu sprechen. Hier löse der wirtschaftliche Größenunterschied bei so manchen Handwerker Ängste aus, im Bereich der Energieleistungen auf einen übermächtigen Konkurrenten zu treffen. Auch die unterschiedlichen Qualifikations- und Leistungsprofile der Handwerksbetriebe und ihre ganz unterschiedlichen Kapazitäten.die oft nur unzureichend auf den Massenumbau auf die neuen Energietechniken vorbereitet seien, könne Berührungsängste auslösen.

Hier schlug Bühring deshalb eine engere, partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Handwerksbetrieben und Stadtwerken, gemeinsame Qualifizierungs-Programme für neue Technologien sowie gemeinsame Vertriebs- und Geschäftsmodelle vor.

Im weiteren beklagte der Referent die noch immer nur in Ansätzen vorhandene Verbreitung multifunktionaler, intelligenter Mess- und Steuereinheiten. „Die heutigen Zählerausstattungen“, so der Referent, „gewähren den Verbrauchern keinen objektiven Einblick in ihren Energieverbrauch“. Dadurch aber fehle es den Verbrauchern noch immer oft am gebotenen Energiesparbewusstsein – die Kunden könnten mit ihren alten Zählern nicht an den enormen Energiepreisschwankungen über den Tag und durch die Jahreszeiten teilhaben. Deshalb greife auch die Beschränkung solcher Zähler allein auf Strom viel zu kurz.

Hier sei deshalb der Gesetzgeber – sinnvoller Weise gleich auf europäischer Ebene – gefordert, der den Funktionsumfang solcher Zähler definieren und die damit verbundenen datenschutzrechtlichen Probleme regeln müsse. So könne die Mess- und Steuereinheit zugleich auch zur Basis für Gesamtsystemangebote werden. Auch hierzu arbeiteten die Stadtwerke Speyer bereits an Komplettlösungen.

Ein weiterer Akzent in dem Referat Bührings galt der Energieberatung. Wenn eine kürzlich erstellte Studie ergeben habe, dass von zehn durchgeführten Beratungen neun mangelhaft gewesen seien, dann beweise das die Notwendigkeit eines besseren Qualitätsmonitoring solcher Beratungsleistungen. „Stadtwerke können sich aufgrund ihrer Kundennähe und ihrer Beauftragung durch die sie tragenden Gebietskörperschaften eine 'Schlechtberatung' nicht leisten“, stellte der Speyerer SWS-Geschäftsführer fest und sprach sich für eine Gleichstellung der Energieberatungen der Werke mit denen der Verbraucherzentralen und anderer Anbieter aus.

An „die eigene Adresse“ wandte sich Bührings Aufforderung, psychologische Schwellen und Schwerfälligkeiten der Menschen bei Veränderungen der technischen Ausrüstung ihrer Wohnungen zu überwinden. Hier müssten Stadtwerke und andere Unternehmen ihr Produktmarketing modernisieren, die Bürger gezielter ansprechen und mögliche Lösungen anschaulicher darstellen. Auch hierzu müsse der Gesetzgeber Rahmen und Ziele vorgeben, aber auch finanzielle Anreize schaffen.

Als ein großes Hemmnis für die Energiewende kritisierte Bühring schließlich noch die vorliegende Mietrechtsnovelle, die nach seiner Ansicht Investitionen in innovative Technologien eher behindere. Solarthermie und Wärmepumpen könnten dadurch in professionellen Contracting-Modellen nicht eingesetzt werden, da sie dem Prinzip des gesetzlich vorgesehenen Kostendeckels nicht entsprechen. „Das Wirtschaftlichkeitsgebot nach § 560 (5) BGB und die absolute Warmmietenneutralität nach § 556 c BGB verhindern die dringende Erneuerung von Energieanlagen im Mietbestand“, kritisierte de Redner und wies darauf hin, dass dies Mietwohnungsbau mittel- und langfristig zu einem Investitionsstau bei den Wohnungsbaugesellschaften und Eigentümern im Mietwohnungsbau führen müsse. Dadurch seien aber auch höhere Belastungen der Mieter durch steigende Preise bei den einzurechnenden Primärenergien zu erwarten.

Schließlich sprach sich Bühring nachdrücklich für eine Änderung der Gemeindeordnung von Rheinland-Pfalz aus, die es derzeit den Stadtwerken noch untersage, sich an Gemeinschaftsunternehmen zu beteiligen. Als Vorreiter bei der Umsetzung alternativer Energiekonzepte müsse den Werken aber der Zugang zu den Energiebörsen geöffnet und der Bau von Windparks, Pumpspeicheranlagen und anderer regenerativer Energieerzeugungsanlagen ermöglicht werden.

Investitionen in den Netzausbau und die Förderung der Entwicklung neuer Speichertechnologien waren schließlich weitere Punkte, mit denen Wolfgang Bühring einen Einblick über die Faktoren gab, die er aus der Sicht eines Stadtwerks die größte Hemmnisse für die Energiewende erkannt zu haben glaubt.

Wie hatte er zu Beginn seines Referates betont? Die Energiewende wird nur gelingen, wenn alle daran mitwirken. Durch diesen Abend, zu dem JJBG-Vorsitzender Hans-Joachim Spengler unter anderem auch den früheren Oberbürgermeister Dr. Christian Roßkopf und den Vorstandsvorsitzenden der Kreis- und Stadtsparkasse, Uwe Geske im JJBG-Haus begrüßen konnte – auch OB Hansjörg Eger schaute für eine kurze Stippvisite vorbei – sollten sich viele politische Ebenen – in Brüssel, Berlin, Mainz und Speyer, aber auch jeder einzelne Bürger aufgerufen fühlen, seinen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Jeder einzelne dort, wo ihm das möglich ist.

Johann Joachim Becher hätte sicher seine Freude gehabt an diesem hoch informativen Abend, der sicher manchem der Besucher eine neue Perspektive auf die notwendige Energiewende eröffnet haben dürfte. Foto: gc

26.02.2013


Die Energiewende geht uns alle an - Bilderalbum

Zu Gast im Woogbachtal: Der Eisvogel – ein Schnappschuss unseres Lesers Ludwig Sternberger

spk. Speyer. Mit offenen Augen und allzeit „schussbereiter“ Kamera ist SPEYER-KURIER-Leser Ludwig Sternberger in den Naturräumen von Speyer und der Umgebung unterwegs.

Nachdem er uns schon am 10. Februar mit zwei auch graphisch überaus gelungenen Bildern an seiner Beobachtung eines aus unerklärlichen Gründen unter der Überführung der B 9 über den Woogbach entstandenen See teilhaben ließ, hat er uns jetzt auch bildlich über den Abschluss der „groben Erdarbeiten zur Renaturierung des Woogbaches westlich der B 9“ in Kenntnis gesetzt. „Das Wasser fließt wieder durch das neue Bachbett“, teilt er uns mit und fügt voller Freude und Stolz hinzu: „....und schon hat der Eisvogel dieses neue Revier besucht“.

Ein ebenso seltener wie gelungener Schnappschuss ! Dazu: Herzlichen Glückwunsch, Ludwig Sternberger !

 

25.02.2013


Bei frostig-kaltem Winterwetter Richtfest und Grundsteinlegung gefeiert

„Verein Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt e.V.“ vor der Fertigstellung seines neuen Kurzzeithauses

cr. Speyer. Ein bissig-eisig-kalter Nordost-Wind blies über die Baustelle der Lebenshilfe in der Speyerer Paul-Egell-Straße, als am Freitag Nachmittag der Zimmerer Markus Wowery auf den Baukran hinaufstieg, um in luftiger Höhe neben der Richtkrone seinen Richtspruch aufzusagen, auf das Wohl von Bauherrschaft, Architekt und auf Glück und die Gesundheit aller zu trinken, die in diesem Haus ein- und ausgehen werden, und schließlich sein Glas am Fuß des Baukrans zu zerschmettern. Dann zogen sich die Gäste des Richtfestes auch schon wieder rasch ins Innere des neuen Kurzzeit- und Appartementhauses zurück, wo es dank bereits montierter Fenster, provisorischer Baustellentüren und einem gut isolierten Dach mollig warm war.

Dort drinnen begrüßte der Vorsitzende der „Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt e.V.,“ Gerhard Wissmann, die Gäste, die – zwar zahlreich eingeladen - der Einladung zu diesem Richtfest doch nur in reduzierter Zahl gefolgt waren, Denn viele mussten, zum Teil im letzten Augenblick noch, absagen – die aktuelle Grippe-Welle hatte auch sie voll erfasst. So konnte Wissmann von der kommunalen Ebene nur dem Speyerer Stadtoberhaupt, Oberbürgermeister Hansjörg Eger, dessen Schifferstadter Kollegin, Bürgermeisterin Ilona Volk, und dem Dudenhofener Bürgermeister Peter Eberhard, seinen Gruß entbieten. Von der parlamentarischen Ebene war das Mitglied des Europäischen Parlamentes – zugleich auch Mitglied im Stiftungsrat der „Lebenshilfe e.V.“ - Jürgen Creutzmann MdEP sowie als Vertreter der Kirchen der Speyerer Weihbischof Otto Georgens und Domdekan a.D., Prälat Hubert Schuler zu diesem Anlass auf die Baustelle gekommen. Wissmanns Gruß galt schließlich auch dem Bürgermeister a.D. und langjährigen Sozialdezernenten der Stadt Speyer, Hanspeter Brohm, dem Geschäftsführer der GEWO in Speyer, Alfred Böhmer, den Vertreterinnen und Vertretern der Bewohner der Lebenshilfe-Einrichtungen in Speyer und Schifferstadt und nicht zuletzt den Kontaktbeamten der Polizei Speyer und -last, but not least – den Nachbarn des neuen Hauses in der Paul-Egell-Straße.

Die „Lebenshilfe“ sei längst weit mehr als nur eine Elternvertretung, zu der sich landesweit inzwischen mehr als 9.000 Mitglieder bekennen würden, so Wissmann. Unzählige Menschen leisteten tagtäglich haupt- wie ehrenamtlich ihren Beitrag dazu, behinderte Menschen zu einem selbstbestimmten Leben zu begleiten. Damit leisteten sie einen elementaren Dienst zum Wohle unserer gesamten Gesellschaft. Diese Haltung hätten die beiden Ehrenvorsitzenden der Vereinigung, Richard Entzminger und Kurt Weinschütz, in vorbildlicher Weise vorgelebt.

Kurt Weinschütz habe das Projekt, das im Bestand des Vereins bisher noch gefehlt habe und für das nun an diesem Tag das Richtfest gefeiert werden könne, initiiert und es tatkräftig voran getrieben. „Gemeinsam mit Michael Thorn wird er es auch zu Ende führen“, war sich Gerhard Wissmann gewiss. Bis dahin aber werde beiden in den nächsten Monaten noch reichlich Arbeit ins Haus stehen und viel Tatkraft abverlangt.

Ehrenvorsitzender Kurt Weinschütz, nimmermüder Motor der Lebenshilfe und auch bei diesem Neubau omnipräsenter ehrenamtlicher Bauleiter, zeigte sich erfreut und tief gerührt zugleich, dass es jetzt möglich sei, neben dem Richtfest zugleich auch den Grundstein zu legen. Dafür dankte Weinschütz allen, die das Projekt bis hierhin gefördert und begleitet hätten, vor allem aber seinem Schulkameraden Edwin Etzkorn aus Römerberg, der den kunstvoll gestalteten Grundstein geschaffen und gespendet hat.

In der der Lebenshilfe gemäßen Gemeinsamkeit mauerten dann der alte und der neue Vorsitzende den Grundstein in die Wand hinter dem künftigen Haupteingang des Gebäudes ein, ehe Weihbischof Georgens für die weitere Bauzeit und für alle an dem Haus Beschäftigten den Segen des Allmächtigen erbat und den Grundstein segnete.

In dem Grundstein wurde eine Kupferhülse eingemauert, in der neben Grußbotschaften von Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Weihbischof Otto Georgens und Bürgermeisterin Ilona Volk ein Satz der aktuell gültigen Euro-Münzen, ein Exemplar einer Speyerer Tageszeitung sowie eine Flasche Riesling aus dem Kirrweiler Weinzehnt des Jahrgangs 2011 für den Speyerer Bischof eingelegt wurden. Gemeinsam mit Unterlagen über das neue Haus und über den Verein „Lebenshilfe e.V.“ im Jahr 2013 sollen diese Gegenstände nachfolgende Generationen an diesen Tag erinnern.

Mit launischen Worten überbrachten Oberbürgermeister Hansjörg Eger und Bürgermeisterin Ilona Volk die Glückwünsche ihrer Städte, frotzelten miteinander über den Zustand der Städtischen Kassen in Zeiten des Kommunalen Entschuldungsfonds, waren sich aber auch einig in ihrer Meinung über die große Nützlichkeit und Sinnhaftigkeit des neuen Hauses, dessen Werdegang abschließend Architekt Thorsten Petroschka noch einmal tabellarisch Revue passieren ließ.

Im Anschluss an die Feier nahmen die Gäste Gelegenheit, sich in dem insgesamt zehn Einzelzimmer und sieben Appartements sowie eine Großwäscherei umfassenden neuen Gebäude umzusehen, dessen Innenausbau in den kommenden Wochen zügig vorangetrieben werden soll. Denn am 26. Mai 2013 - so kündigte Kurt Weinschütz an - wird neue Haus eingeweiht. Und wenn Kurt Weinschütz das so ankündigt, dann wird es sicher auch so kommen – das lehrt die Erfahrung aus anderen Projekten in der Vergangenheit.

Musikalisch umrahmt von dem Pianisten Michael Rentschler von der Musikschule Römerberg feierten Handwerker und Gäste bei Würstchen und Hausgemachten Frikadellen noch lange zusammen – nur das im Freien „naturgekühlte“ Bier und der Win „gingen“ an diesem Tag vielleicht nicht ganz so gut wie an wärmeren Tagen – hätte sich doch so mancher Besucher gar eher Glühwein, Grog oder heißen Tee gewünscht. Aber bis zum 26. Mai 2013, dem Tag der Einweihung, wird’s sicher wieder wärmer werden …. Fotos: gc

23.02.2013


"Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt e.V.“ feiert Richtfest - Bilderalbum

Die Angehörigengruppe in der Jugend- und Suchtberatungsstelle NIDRO in Speyer

Jugend- Suchtberatungsstelle NIDRO in Speyer Jugend- Suchtberatungsstelle NIDRO in Speyer

Speyer- Die Gruppe bietet für belastete, betroffene Angehörige eine Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen, sich hierdurch zu entlasten und positive wie negative Erfahrungen mit suchtmittelabhängigen Kindern oder Verwandten zu kommunizieren.

Erschwert wird die extreme, ohnehin schon hohe Belastung ein suchtkrankes Kind zu haben, durch die wachsende Zahl der Mehrfachstörungen, wie z. B. Suchtmittelabhängigkeit einhergehend mit psychischen Erkrankungen. Gerade Suchtmittelabhängige mit z.B. Psychosen verweigern die Kooperation, d.h. die Einnahme von stabilisierenden Medikamenten und verschärfen durch Drogenkonsum die Situation zusätzlich. Oft bleiben Angehörige mit ihrer Scham, ihren Schuldgefühlen und mit ihrer massiven Belastungssituation alleine.

Herr Straßner, als Suchtberater ist hierbei der kompetente Ansprechpartner und hat, zusammen mit langjährigen Mitgliedern der Grupp, ein offenes Ohr für die Nöte der Menschen. Außerdem geben diese Informationen über Sucht – und Suchtverlauf. „Wichtig ist es im Gespräch Wege zu finden sich vor einer drohenden Co – Abhängigkeit zu schützen oder entsprechendes Verhalten im Erfahrungsaustausch zu erkennen und zu verändern“, so Straßner.

Viele der Betroffenen kennen die inneren Vorwürfe, die Suche nach eigenen Fehlern, ja sogar das Gefühl sich für die Sucht des eigenen Kindes verantwortlich zu fühlen sehr gut. Straßner meint: „Sehr schnell geraten Eltern in den Strudel der Mitabhängigkeit und vernachlässigen sich selbst, Partnerschaften und Freunde, um für das kranke Kind da zu sein.“

Der Schutz der eigenen Person und vor der drohenden Selbstaufgabe und Zerstörung der Familie und Partnerschaft durch die Sucht spielen in den Gesprächen eine bedeutende Rolle.

Straßner berichtet, dass den Teilnehmenden der persönliche und wertschätzende Umgang in einem vertrauenswürdigen Rahmen sehr entgegenkommt. Dadurch werde in dieser Gruppe eine Atmosphäre geschaffen, schwierige und belastende Themen anzusprechen. Weitere Teilnehmerinnen sind daher herzlich willkommen.

Die Angehörigengruppe der Jugend – und Suchtberatung NIDRO in Speyer ist ein Angebot für Angehörige, dass heißt für Eltern, Großeltern, Geschwister und weitere Familienmitglieder oder enge Freunde suchtmittelabhängiger Menschen.

Die Gruppe trifft sich jeden ersten Donnerstag im Monat um 18.30 Uhr in den Räumen der Beratungsstelle in der Heydenreichstr. 6.

Weitere Informationen sind unter www.ludwigsmuehle.de im Netz abrufbar oder bei der Jugend- Suchtberatungsstelle NIDRO – Heydenreichstr. 6 – 67346 Speyer – Tel. 06232 /26047 erhältlich.

22.02.2013


Stadtrundgänge zu „Markt und Menschen“ mit großer Resonanz

Speyerer Stadtführer beteiligen sich erstmals am „Welttag der Gästeführer“

cr. Speyer. Schon seit dem Jahr 1990 ist der 21. Februar der „International Tourist Guide Day (ITGD)“ - der „Welttag der Gästeführer“- , mit dem alljährlich an die Gründung dieses Zusammenschlusses von Stadt- und Gästeführern in aller Welt vor fast einem viertel Jahrhundert erinnert werden soll. An Speyer ging dieser Tag bislang unbeachtet vorbei - in diesem Jahr nun wollten auch die ehrenamtlichen Gästeführer der traditionsreichen Dom-und Kaiserstadt Speyer mit von der Partie sein und hatten deshalb heute unter dem Titel „Menschen und Märkte“ zu drei ganz speziellen Rundgängen durch das historische Speyer eingeladen. Und die Resonanz auf diese Einladung konnte sich durchaus sehen lassen: Schon zur ersten Führung um 10.00 Uhr früh hatten sich 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei eisig kaltem Wind, aber sonnigem Himmel am Eingang zum Domes eingefunden – zur Mittagsführung um 13.00 Uhr waren es dann schon 27 Interessenten, die mit Stadtführerin Cornelia Benz „auf Tour“ gehen wollten - und schließlich war auch die Nachmittagsführung um 16.00 Uhr erneut bestens nachgefragt.

Nach einer gründlichen Besichtigung der Romanischen Kathedrale von außen – Führungen im Inneren sind ja bekanntlich allein den offiziellen Führerinnen und Führern des Domkapitels vorbehalten – ging es zunächst hinüber zum Judenhof - in jedem Stadtrundgang ein Ort, der die Gäste immer wieder ganz besonders tief beeindruckt. Von dort ging es dann zurück zur Maximilianstraße, zum Alten Marktplatz und zur Dreifaltigkeitskirche und von dort durch die Altstadt über Fischmarkt, Holzmarkt und Sonnenbrücke wieder in einem weiten Bogen zurück zum Dom.

Viel Interessantes erfuhren die Gäste in den jeweils rund zweistündigen Führungen, Wissenswertes aus der reichen Geschichte der über 2000 Jahre alten Stadt – dabei so manches, was selbst „eingeborenen“ Speyerern bis dahin unbekannt war. Die Stadtführer, - sie wissen halt immer noch das eine oder andere Detail mehr.....

Wie bereits erwähnt: Diese drei Führungen aus Anlass des ITGD waren kostenlos, und deshalb fiel es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern um so leichter, mit einer mehr oder weniger „kleinen“ Spende etwas Gutes zu tun. Als „Begünstigte“ hatten sich die Speyerer Stadtführer die Dreifaltigkeitskirche ausgesucht, über deren Renovierungsbedarf sich die Besucher mit eigenen Augen einen Eindruck verschaffen konnten.

Eine guter Tag also für Speyer und seine Stadtführer: Werbung für die Stadt, für ihre freundlichen Gästeführer – und etwas Gutes kam am Ende auch noch dabei heraus. Foto: gc

21.02.2013


Speyerer Stadtführer beteiligen sich erstmals am „Welttag der Gästeführer“ - Bilderalbum

Speyer wächst ohne zu wachsen – Immer mehr Auswärtige wollen in Speyer den „Bund fürs Leben“ eingehen

Heirats-Statistik offenbart interessante Trends für die Domstadt

gc, Speyer. „Speyer ist auf dem besten Weg, eine „der Trauungs-Hochburgen“ bundesweit zu werden“. Das erklärten heute der Städtische Beigeordnete Frank Scheid und der Leiter des in seinem Dezernat angesiedelten Speyerer Standesamtes, Harald Jossé, bei der Vorstellung der Heirats-Statistik 2012 ihrer Heimatstadt Speyer. Die außergewöhnlich breite Palette ganz unterschiedlicher , faszinierender Räumlichkeiten, in denen regelmäßig Trauungen abgehalten werden. sowie die ausgeprägte Kunden- und Serviceorientierung der Mitarbeiter des Standesamtes hätten Speyer auf der „Besten-Liste“ der am häufigsten nachgefragten Trauungsorte ganz weit nach oben katapultiert, so der Beigeordnete. Dadurch rangiere die Stadt mit 8,9 Trauungen pro 1.000 Einwohner inzwischen auf Rang 5 der bundesweit mehr als 400 Standesämter umfassenden Rangliste. Führend auf dieser Liste sind die Landkreise Nordfriesland und Vorpommern-Rügen mit 13,5 bzw. 12,2 Trauungen pro 1.000 Einwohner, Trauungen, die oft auf den immer beliebteren Leuchttürmen stattfinden. Einen weiten Weg haben die deutschen Trauungs-Hochburgen allerdings noch vor sich, wollen sie den Wert der „Welthauptstadt des Heiratens“ mit 167 Trauungen pro tausend Einwohner erreichen. Hier ist allerdings – im Gegensatz zu Speyer, das in dieser Kategorie vor Mainz auf dem vorletzten Platz im Lande rangiert – die Scheidungsrate auch um ein Vielfaches höher.

Speyer biete inzwischen drei ganz außergewöhnliche „Trauungs-Locations“ an: Den traditionsreichen Trausaal im früheren Stadtarchiv im Historischen Rathaus, die Gotische Kapelle im Adenauer-Park und die Traustube im über 1000 Jahre alten historischen Altpörtel. Gerade von den beiden zuletzt genannten scheint eine ungeheure Faszination auszugehen, so Scheid, kämen doch – nicht zuletzt auch auf Vermittlung der immer zahlreicher werdenden „wedding-Planer“, die Speyer inzwischen auch schon für sich entdeckt hätten - Brautpaare aus der ganzen Bundesrepublik – von Hamburg bis nach München – nach Speyer, um sich hier das „Ja-Wort“ zu geben. Sogar ein Paar aus London sei zuletzt in Speyer den Bund für's Leben eingegangen. „Unsere vielfältigen Möglichkeiten sind für das Stadtmarketing von Speyer ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“, betonte Frank Scheid nicht ohne Stolz.

418 Eheschließungen verzeichnet die Statistik des Speyerer Standesamtes für das Jahr 2012 – noch einmal zwei mehr als im Jahr zuvor und damit zum dritten Mal in Folge mehr als 400. Im Jahr 2010 seien es 450 Paare gewesen, die hier getraut wurden – damals ein deutlicher Sprung von zuvor nur 347. Die Ausweitung des Angebotes trägt also reiche Früchte, sorgt aber auch für reichlich zusätzliche Arbeit für die drei Standesbeamten, die jetzt mit Philipp Schneider um einen vierten ergänzt würden, so der Dezernent.

Noch viel Statistisches hatte Harald Jossé für dieses Pressegespräch zusammengetragen: So die Tatsache, dass 40 % der Heiratsaspiranten von auswärts nach Speyer kommen – bei der Hälfte der betroffenen Trauungen sogar beide Ehepartner. Durchschnittlich drei gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften seien in den vergangenen Jahren in Speyer besiegelt worden – im Gegensatz zu anderen Städten sogar in den gleichen Räumlichkeiten, in denen auch die heterosexuellen Paare getraut werden.

Das gilt im übrigen gerade auch für die Traukapelle im Adenauerpark, in der im vergangenen Jahr 41 Ehen geschlossen wurden - ebenso für das Altpörtel, wo sich die Zahl der Hochzeiten von 7 im Jahr 2010 über 19 im Jahr 2011 auf 28 im Vorjahr kontinuierlich nach oben entwickelt habe. Diese als „Ambiente-Trauungen“ vermarktete Zeremonien würden sich immer größerer Beliebtheit erfreuen – was allerdings noch auf seine Premiere warte, sei die Eintragung einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft hoch über denalso Dächern der Stadt im Altpörtel, „Wer das das für sich in Abspruch nehmen möchte, kann noch „erste(r)“ auf unserer Liste werden“, so Harald Jossé.

In der Gotischen Traukapelle im Adenauerpark sind übrigens auch kirchliche Feiern möglich. „Wer einen Geistlichen mitbringt, kann hier auch eine Einsegnung vornehmen lassen“, informiert Harald Jossé – Vertreter beider christlichen Kirchen machten von dieser Möglichkeit immer öfter Gebrauch, auch wenn die Kapelle ja schon seit langem profanisiert sei.

Die wachsende Zahl von Trauungen trage - ebenso wie der kontinuierlich ansteigende Umfang der Geburten im Diakonissen/Stiftungskrankenhaus - zu der noch vor kurzem unvorstellbaren Anzahl an notwendigen Beurkundungen von Personenstandsfällen bei. Über 4.000 seien es im abgelaufenen Jahr in Speyer gewesen – nur 1.500 in der vergleichbaren Nachbarstadt Neustadt/Weinstraße, 2.000 in Landau/Pfalz. Übrigens werden alle Veränderungen des Personenstandes wie die Geburt von Kindern, Namensänderungen bis hin zum Tod am Ort der Trauung im Personenstandsregister vermerkt – viel Arbeit also auch in der Zukunft für das Team des Speyerer Standesamtes, dessen Leiter auch für das laufende Jahr einen weiteren, moderaten Anstieg der Trauungen in Speyer erwartet. Übrigens - nur um eventuell aufkommenden Ängsten vor zu beugen: Die Trauungen so vieler „Zuag'roaster“ (Zugereister) verursacht für die Stadt Speyer keinerlei zusätzliche Kosten, sondern spült – soweit „Ambiente-Trauungen“ gewählt werden – der Stadt sogar eher den einen oder anderen zusätzlichen Euro in die Kasse. Foto: gc

16.02.2013


Mit neuem Jugendverkehrsmobil für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Polizeiinspektion Speyer stellt neues Fahrzeug für den Verkehrsunterricht vor

cr. Speyer. Aufgeregte Spannung herrschte heute bei den Kindern der Kindertagesstätte St. Elisabeth am Speyerer Langensteinweg. Der Grund: Die Speyerer Polizei hatte sich angesagt, um ihr neues Jugendverkehrsmobil vorzustellen. Als die Buben und Mädchen gemeinsam mit der Leiterin der Einrichtung, Sabrina Wöhlert, hinaus traten in den frisch gefallenen Schnee - da stand er dann vor ihnen auf dem Parkplatz vor dem Haus, der kleine weiße Kastenwagen mit der bunten Bemalung. Die beiden Polizeioberkommissare Emine Etyemez und Matthias Michel, die Verkehrssicherheitsberater der Speyerer Polizeiinspektion, hatten das Fahrzeug bereits geöffnet und präsentierten ihren kleinen Gästen das Lehrmaterial in dem funkelnagelneuen Verkehrsmobil - unter anderem die Magnetwand an der Außenseite, auf der unterschiedliche Verkehrssituationen spielerisch nachgestellt werden können.

Polizeioberrat Uwe Giertzsch, der Leiter der Polizeiinspektion Speyer, hatte es sich nicht nehmen lassen, selbst zu dieser „Premiere“ nach Speyer-West zu kommen. Er wies darauf hin, dass mit diesem Fahrzeug die 33 Kindertagesstätten in Speyer und in den Gemeinden im alten Landkreis Speyer angefahren werden sollen, um die Kinder im richtigen Verhalten im Straßenverkehr einzuüben.

Das neue Fahrzeug – ein Opel Combo -,, der vom Polizeipräsidium Rheinpfalz noch kurz vor dem Ende des vergangenen Jahres aus restlichen Haushaltsmitteln beschafft worden war, löst den mit 13 Jahren und einer Laufleistung von gut 130.000 Kilometern doch arg in die Jahre gekommenen, alten Ford Transit ab, der wegen zunehmender technischer Probleme jetzt ausgesondert werden musste.

Die Innenraumgestaltung des neuen Fahrzeugs, so Uwe Giertzsch, sei so flexibel angelegt, dass es mit wenigen Handgriffen ausgeräumt und dann auch afür allgemeine Transporte benutzt werden könne. Ein weiterer Vorteil;: Der Turbodieselmotor des „neuen“ verbraucht gerade einmal halb soviel Treibstoff wie sein Vorgänger – auch ökologisch also eine bedeutende Verbesserung.

Schließlich konnte der Polizeichef bei den Kindern noch einen eigenen Wunsch loswerden, den der SPEYER-KURIER auf diesem Wege an alle Kinder weiterleiten möchte: Die Symbolfigur auf dem neuen Fahrzeug, der kleine Radfahrer, sucht noch einen Namen. Giertzsch ruft deshalb alle Kinder im Bereich der Polizeiinspektion Speyer auf, ihre Phantasie und ihre Kreativität zu bemühen und entsprechende Namensvorschläge einzureichen.

Möglich ist dies entweder per Postkarte an die Polizeiinspektion Speyer, Jugendverkehrsschule, Maximilianstraße 6, 67346 Speyer oder

per e-mail an: pispeyer@polizei.rlp,de. Einsendeschluss ist der 1. März 2013. Für die originellsten Vorschläge hat die Polizei interessante Preise ausgesetzt. Foto: gc

15.02.2013


Polizeiinspektion Speyer stellt neues Fahrzeug für den Verkehrsunterricht vor - Bilderalbum

Die Reisesaison 2013 kann kommen

Die „Tourist-Information“ Speyer präsentiert sich mit verbesserter Servicequalität und in neuem Gewand

cr. Speyer. In bewährter Umgebung, jedoch in völlig neuem Gewand – so präsentiert sich jetzt die Speyerer „Tourist-Information“ in der Maximilianstraße 13. In dem historischen Gebäude - vielen Speyerern noch unter seinem alten Namen „Pfälzer Hof“ geläufig, unter dem es bis ins Jahr 1912 als Gasthaus geführt wurde - präsentiert sich jetzt technisch und von seiner Optik her auf dem allerneuesten Stand. Ein endlich auch barrierefreier, für Rollstuhlfahrer geeigneter Zugang zu der um gut fünfzig Prozent gewachsenen Fläche zur Beratung der Kunden, vielfältige Möglichkeiten zur Präsentation von Prospekt- und Informationsmaterialien und eine bestens ausgestattete Spielecke für Kinder – das ist das Ergebnis der Umbaumaßnahmen, die dort in den vergangenen beiden Wochen durchgeführt wurden. Wie die zuständige Dezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs, heute bei der Indienststellung der neu gestalteten Räumlichkeiten erläuterte, sei dies dadurch möglich geworden, dass der „Back-office-Bereich“ - das Büro hinter der bisherigen Beratungszone - ins 1. Obergeschoss verlagert werden konnte. Diese Umstrukturierung sei als ein Baustein des neuen Tourismuskonzeptes „Speyer 2020“ insbesondere durch die stetig wachsende Nachfrage nach Informationen und Dienstleistungen der „Tourist-Information“ notwendig geworden.

Eine weitere Veränderung: Die sechs Mitarbeiterinnen der „Tourist-Info“ um die Leiterin des Büros, Rita Nietsche, präsentieren sich jetzt in einem einheitlichen, adretten Outfit und sind so auch bei großem Publikumsandrang leicht als Beratungskräfte zu erkennen.

In Anwesenheit von Oberbürgermeister Hansjörg Eger und der Vorsitzenden des Speyerer Verkehrsvereins, Heike Häußler wies Monika Kabs bei dieser Gelegenheit auf die Spitzenposition innerhalb des Pfalz-Tourismus hin, die sich die Speyerer „Tourist-Info“ in den letzten Jahren erworben habe. So nehme das Speyerer Büro bei den Online-Buchungen im Lande schon seit Jahren regelmäßig den ersten bzw. den zweiten Platz ein. Dies hänge auch mit der Bedeutung zusammen, die die Stadt in immer größerem Umfang als Portal zur Pfalz einnehme.

Mit dem „Weinforum der Pfalz“, das am 13. und 14. April 2013 erstmals in Speyer stattfinden wird, verspreche sich die Stadt eine weitere Steigerung ihrer Attraktivität als Weinstadt in der Pfalz, so die Fremdenverkehrs-Dezernentin. Auch mit der Anbringung eines weiteren Steigers am Rheinufer, mit dem das Festmachen zusätzlicher Flusskreuzfahrtschiffe und damit die Ausweitung einer bedeutsamen Touristenklientel möglich werden soll, könne das Ziel eines noch qualifizierteren Tourismus in der Stadt weiter intensiviert werden. Zu der Erreichung dieses Zieles solle künftig auch der neue Beirat für Tourismus mit seiner Fachkompetenz beratend beitragen, der am 5. März zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentreten und dabei auch seinen Vorsitzenden wählen wird.

15.000 Euro, so teilte die zuständige Bauleiterin bei der Städtischen Bauverwaltung, Ilona Bast, mit, habe sich die Stadt die Umbaumaßnahme kosten lassen. Für die Möblierung kommen noch einmal rund 8.000 Euro dazu – ein Großbild-Fernsehgerät, auf dem Informationen über Speyerer Events und aktuelle Informationen eingespielt werden sollen, ist bereits bestellt und steht vor der Auslieferung.

Was auch noch fehlt, so Monika Kabs im Gespräch mit dem SPEYER-KURIER, ist eine ebenso dezente wie unmissverständliche Außenwerbung für das Büro. Bürgerinnen und Bürger, die dazu eine zielführende Idee haben, können diese gerne beim Büro von Monika Kabs oder bei der Redaktion des SPEYER-KURIER unter redaktion@speyer-kurier.de deponieren.

Die neue Reise-Saison 2013 kann also kommen – die „Tourist-Information“ Speyer steht zum Empfang und zum „Verwöhnen“ der Gäste bereit. Foto: gc

14.02.2013


„Tourist-Information“ Speyer präsentiert sich in neuem Gewand - Bilderalbum

Tag der deutschen Entwicklungsarbeit am 25. Mai 2013

Entwicklungspolitische Gruppen in Speyer für Mitarbeit gesucht

Unter dem Motto „Dein Engagement. Unsere Zukunft.“ findet am 25. Mai 2013 erstmals der Deutsche Entwicklungstag statt. In zahlreichen Städten in Deutschland sollen zeitgleich Aktionen zur Entwicklungszusammenarbeit veranstaltet werden, um die Bürgerinnen und Bürgern über das Engagement und die Vielfalt der bürgerschaftlichen und kommunalen Mitmachmöglichkeiten in der Entwicklungspolitik zu informieren und gleichzeitig Möglichkeiten aufzuzeigen, selbst mitzumachen und sich zu engagieren.

Die Initiativgruppe „Eine Welt Speyer e.V.“/ Weltladen Speyer und die Speyerer Freiwilligenagentur spefa, die die Vorbereitung und Koordination der Aktionen in Speyer an diesem Tag übernommen haben, bitten deshalb alle Vereine, Stiftungen, Initiativen, Schulen und Akteure aus Speyer, die sich in der Entwicklungspolitik engagieren, um Mitarbeit. Am 25.5. sollen in Speyer möglich viele Akteure ihr gemeinsames Engagement in der Entwicklungspolitik öffentlichkeitswirksam darstellen und für eine breite Unterstützung durch die Bürgerinnen und Bürger werben können.

Alle Aktiven, die Interesse an einer Beteiligung und Vernetzung haben, können sich mit der Speyerer Freiwilligenagentur spefa, Johannesstraße 22a, Tel. 06232 142780 oder ute.brommer@stadt-speyer.de in Verbindung setzen. Stadt Speyer, Pressestelle  www.speyer.de

12.02.2013


Premiere ein voller Erfolg

Überraschende Begegnungen beim ersten Rundgang zu den Wirkungsstätten bedeutender Speyerer Frauen.

spk. Speyer. Sie haben in der Speyerer Stadtgeschichte – jede auf ihre Weise und auf ihrem Feld – viel zum Ansehen Speyers beigetragen: Die großen Frauengestalten, heute vielfach zu Unrecht in Vergessenheit geraten, die jetzt wieder durch die Initiative einer engagierten Gruppe von sechs Stadtführerinnen ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. In speziellen Stadtrundgängen unter dem Titel „Kaiserinnen – Künstlerinnen – Krankenschwestern: Frauenpower in Speyer im Wandel der Zeit“ können sich Speyerer/innen und ihre Gäste zukünftig zu den Wirkungsstätten dieser großen Persönlichkeiten führen lassen und näheres erfahren über ihr Schaffen und ihre Bedeutung.

Lehramts-Studentin Sabrina AlbersAm vergangenen Donnerstag, an „Weiberfastnacht“, war es soweit: Sechs Frauen und ein Mann trafen sich gegen 16.00 Uhr vor der Tourist-Information auf der Maximilianstraße mit der bestens vorbereiteten Stadtführerin Sabrina Albers, um sich auf einen ersten Rundgang zu machen. Dass man dabei von der angestrebten Gruppengröße von maximal 25 noch weit entfernt war, lag sicher nicht an der Vielfalt der bei diesem Rundgang vorgestellten Frauenfiguren, sondern eher vielleicht an der doch recht kurzfristigen Ankündigung dieses Termins Doch das kann und wird sich sicher schon bei den nächsten Führungen ändern. Denn was Sabrina Albers und ihre Kolleginnen ihren Gästen zu bieten haben, überrascht selbst eingefleischte Speyerer. Die Vielfalt bedeutender Frauenfiguren in Speyer ist nämlich so groß, dass sie alle wohl auch zukünftig kaum in einer einzigen Führung „untergebracht“ werden können.

Von Marktweibern und der einzigem in Speyer verbrannten Hexe

Für die Premiere am vergangenen Donnerstag hatte Sabrina Albers gleich als erstes die Marktfrauen aus Speyer und aus dem „Gäu“ in den Blick genommen, die bis zum Zweiten Weltkrieg auf dem Platz vor der Alten Münze in der damaligen Krämergasse, heute Maximilianstraße, ihre Buden aufgebaut hatten und dort oft lautstark ihre Waren feilboten. Es war ein buntes Treiben, von dem die Stadtführerin zu berichten wusste – Mutterwitz und oft lautstark „zu Markte“ getragene Schlagfertigkeit der Marktfrauen waren legendär. Im Stadtarchiv hat Sabrina Albers eine Polizeiverordnung aus dem Jahre 1821 ausgegraben, die es „böszüngigen Weibern“ auferlegte, „ane Mantel unn unverhänget“ einen „Lästersteyn“ zu tragen und sich so dem Spott der Marktbesucher auszusetzen. Hier war es wohl auch, wo im 16. Jahrhundert mit „der Barbara Köhlerin“ die wohl erste und einzige der Hexerei beschuldigte und verurteilte Frau den Tod auf dem Scheiterhaufen starb.

Trotz überragendem Talent nicht zur Kunstakademie zugelassen – Mathilde Vollmoeller-Purrmann

Gut 300 Meter Fußweg und einen gewaltigen Zeit- und Kultursprung mussten die Teilnehmer an der Führung überbrücken, als sie als zweite Station ihres Rundganges das Purrmann-Haus besuchten. Doch galt hier ihr Besuch zuvörderst nicht Hans Purrmann, dem bedeutenden Maler und großen Sohn der Stadt, sondern seiner Frau Mathilde Vollmoeller-Purrmann, die - 1876 geboren und einer großbürgerlichen Stuttgarter Familie aus Theologen, Wissenschaftlern und Unternehmern entstammend – trotz ihres bemerkenswerten Talentes noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht an der Kunstakademie Aufnahme fand. Der Grund: Sie was eine Frau. So ging sie nach Paris, nahm dort Privatunterricht und gehörte einem Kreis von Künstlern um Henri Matisse an, stellte ihre Arbeiten in mehreren viel beachteten Ausstellungen in der Seine-Stadt aus, ehe sie 1912 Hans Purrmann heiratete und ihre vielversprechende künstlerische Karriere abrupt beendete. Zwar malte sie - man kann es in der Ausstellung im Purrmann-Haus sehen – auch weiter, beschränkte sich aber in der Folgezeit darauf, als „Kunstmalersehefrau“, so der Eintrag in ihrem dort ausgestellten Reisepass, die Karriere ihres Ehemannes Hans Purrmann zu befördern.

Bei so viel Uneigennützigkeit und Zurückstehen zugunsten des geliebten Mannes war es nur ein kleiner, wenn auch nur gedanklicher, Abstecher zu einem anderen großen Speyerer Künstlername: Zu dem in dem kleinen Häuschen in der Speyerer Allerheiligenstraße geborenen Anselm Feuerbach. Hier war es die Stiefmutter Henriette Feuerbach, die den Stiefsohn zeitlebens nach Kräften unterstützte und förderte. Im Feuerbachhaus in vielen Beispielen zu bewundern: Ihr Briefwechsel mit dem geliebten Stiefsohn, den sie auf intellektueller Augenhöhe mit dem genialen Maler führte.

In sozialer Verantwortung und politischem Widerstand: Speyerer Frauen gegen Not und Unterdrückung

Vom Purrman-Haus ging es dann hinunter in die Altstadt, wo Sabrina Albers an große Persönlichkeiten der Sozialgeschichte der Stadt erinnerte. Hier, wo noch bis in die siebziger Jahre Jahre die zuletzt als Wohnhaus genutzte Zigarrenfabrik der Firma Wellensiek stand, rief sie das schwere Los der Zigarrenarbeiterinnen im 19. und 20. Jahrhundert ins Bewusstsein. In diesem Milieu von Armut, Hunger und Krankheit gründete Clara de la Motte 1893 den ersten Arbeiterverein in der Stadt, hier mussten in der Nazi-Zeit Zwangsarbeiterinnen ihre schwere Arbeit machen, hier entstand in der Nazi-Zeit die Widerstandsgruppe „Kameradschaft Speyer“, die von Emma Schultheis, Ehefrau von Jakpb Schultheis und ihrer gemeinsamen Tochter Emma gegründet wurde.

Zuvor hatte man kurz Station gemacht an dem unscheinbaren Bürgerhaus links neben der Heiliggeistkirche, in dem im Jahr 1856 die Geschichte der Speyerer Diakonissenanstalt ihren Ausgangspunkt nahm. Sabrina Albers erinnerte hier an die bedeutende Vorsteherin der Diakonissen, Else Krieg, die von 1909 bis 1969 diese soziale Einrichtung leitete, die in der nach ihrem Wohltäter Heinrich Hilgard benannten Straße im Südwesten der Stadt längst zu ungeahnter Größe und Bedeutung gefunden hat.

Vom Fischmarkt ging es dann weiter zur Sonnenbrücke, wo Sabrina Albers an die Lebensgeschichte und an das Schicksal der zum Katholizismus konvertierten jüdischen Wissenschaftlerin und Religionsphilosophin Edith Stein erinnerte, die, aus dem Karmel im niederländischen Karmel verschleppt, 1942 in der Gaskammer des KZ Auschwitz-Birkenau den Märtyrertod starb. Als „Benedicta vom Kreuz“ 1989 heilig gesprochen und zur „Patronin Europas“ ernannt, genießt sie heute den Rang einer der meist verehrten Glaubenszeuginnen des Abendlandes.

Mit Spiritualität und Esprit: Große Geister der Speyerer Stadtgeschichte

Den Kaiser- und Mariendom im Blick, der in seiner Patronin, der Gottesmutter Maria, die für die Stadt und die Menschheit vielleicht bedeutsamste Frauenfigur mit der Stadt verbindet, wies Sabrina Albers auf die großen Kaiserinnen Berta, Betrix und die Kaisertochter Agnes hin, die in der Grablege des Saliergeschlechtes ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

In der Zeit des Dombaus vor gut 950 Jahren gelangte nur einen Steinwurf weit von der Kathedrale entfernt auch der Judenhof zu mittelalterlichen Blüte. Hier erläuterte Sabrina Albers die besondere Rolle, die Frauen im Judentum bis heute einnehmen. Sie sind verantwortlich für die Weitergabe des jüdischen Glaubens – nur wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde, darf sich mit vollem Recht als Jude bezeichnen. In dieser Zeit, um das Jahr 1.000 entstand übrigens auch das jüdische Scheidungsrecht, das es jüdischen Frauen erlaubt, sich von ihrem Mann scheiden zu lassen.

Jetzt noch hinüber zum blauen „Hohenfeld'schen Haus“ in der Maximilianstraße 99, in dem sich die Gruppe um Sabrina Albers über das Lebensschicksal der Schriftstellerin und Autorin Sophie de la Roche, der kongenialen Briefpartnerin von Johann Wolfgang von Goethe, informieren ließ.

Hier nahm Sabrina Albers schließlich noch Gelegenheit, an weitere Speyerer Frauen zu erinnern, die sich durch ihr Handeln in die Sozialgeschichte der Stadt dauerhaft eingeschrieben haben: An die Jüdin Sara Lehmann, die im Jahr 1919 in der notvollen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg das erste Speyerer Wohlfahrtsamt aufbaute und an die heute das „Sara-Lehmann-Spielhaus“ erinnert und schließlich noch an Betty Blum, die jüdische Kaufmannstochter, die statt im Geschäft des Vaters lieber als Lehrerin an der Speyerer Höheren Töchterschule wirkte.

Viele überraschende Erkenntnisse also für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Rundganges, die ebenso viele Nachfragen und vielfältige Diskussionen nach sich zogen - Begegnungen mit Bekannten und bislang Unbekannten. Und so gingen die Gespräche im warmen Café „Triumphalis“ auch nach dem Ende dieses „so ganz anderen Stadtrundganges“ noch lange weiter – eine ganz besondere Art halt, den „schmutzigen Donnerstag“ zu begehen – und sicher nicht der schlechteste. Wie Sabrina Albers abschließend in Aussicht stellte, wird schon die nächste Führung zu den Wirkungsstätten bedeutender Speyerer Frauen wieder viele neue Überraschungen bereit halten. Denn bedeutende Frauengestalten, so hat man an diesem Tag gelernt, hält Speyer in Hülle und Fülle bereit. Da darf man gespannt sein.....

11.02.2013


Auf der Jagd nach eindrucksvollen Naturmotiven:

Der Speyerer Umweltschützer, Naturfreund und Fotograf Ludwig Sternberger

Wer, wie SPEYER-KURIER-Leser Ludwig Sternberger, mit offenen Augen durch Speyer und sein Umland geht, der findet immer wieder interessante Motive.Bei einem Spaziergang durch das Woogbachtal fiel dem engagierten Naturfreund, Umweltschützer und leidenschaftliche Fotograf schon im Dezember 2012 der „See“ auf, der sich dort direkt unter der Brücke, die die B 9 über den Woogbach führt, gebildet hat. „Regen- und Schmelzwasser, das im Laufe der Zeit wieder versickert“, ließ die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Redaktion wissen – diese Auskunft aber hält Ludwig Sternberger für wenig glaubwürdig. „Das Wasser steht schon seit den starken Regenfällen Anfang Dezember 2012 dort und versickert nicht. Allenfalls könnte es langsam verdunsten, wird aber durch neues Regenwasser und durch den schmelzenden Schnee eher wieder mehr werden“, so Sternberger. .

Doch sei es, wie es wolle – Ludwig „Luigi“ Sternberger hat ein graphisch überaus reizvolles Motiv entdeckt, das er den Leserinnen und Lesern des SPEYER-KURIER - mit und ohne Schnee - nicht vorenthalten möchte.

Ja, und vielleicht sollte sich die Stadtverwaltung diesen See, den es so nach Auskunft der Anwohner und Gartenbesitzer seit dem Bau der Brücke noch nie gab, im Rahmen der Aufweitung des Woogbachtales dann doch noch einmal genauer ansehen und, wenn möglich, für einen Abfluss dieses ungewöhnlichen Sees sorgen. cr./ Fotos: Luigi

10.02.2013


„Da hilft Dir auch die Fastnacht nicht – die Stadtratssitzung, die ist Pflicht“

Trotz Dispens des Oberbürgermeisters mit Pflichtbewusstsein 20 Tagesordnungspunkte abgearbeitet

Von Gerhard Cantzler

„Um 19:11 beginnt die Damensitzung zur Weiberfassenacht – wer hin geht, der ist schon im Voraus entschuldigt!“ Mit dieser Ansage zum Beginn der letzten Stadtratssitzung am Abend des „Schwer-Donnerstag“ - wohl mehr an die bunt kostümierten „Weiber“ unter den Ratsmitglieder gerichtet als an die an diesem Tag zumeist „unbeschlipst“ oder mit „gestutzter“ Krawatte aufgetauchten „Herrlichkeiten“ - hatte Oberbürgermeister Hansjörg Eger seinen Stadtratsmitgliedern eigentlich „carte blanche“ gegeben, die Sitzung im Rathaus mit der in der Stadthalle zu tauschen – doch - Spaß beiseite, Ernst muss sein – soweit wollten die Rats-Damen und -Herren an diesem Tag dann doch nicht gehen: Sie alle blieben bis zum „bitteren Ende“ der Stadtratssitzung - gerade einmal, dass sie sich zu einer „Entrümpelung“ der Tagesordnung um einige Punkte verständigen konnten und es ihrem Oberbürgermeister erlaubten, einige der immer zahlreicher werdenden Anfragen statt „live“ in der Sitzung schriftlich zu beantworten. Und schwupp waren von den 26 (!) Tagesordnungspunkten auch schon drei „erledigt“. Dann auch noch weg mit den beiden höchst „diskussionsgefährdeten“ Punkten „Projekt Bürgerbüro 2020“ und „Wochenmarkt“ sowie Verweis des Themas “Kommunale Einrichtung der Erziehungshilfe“ in den zuständigen Ausschuss – und schon waren es „nur“ noch 20 TOPs – da sollte es doch jetzt eigentlich ganz schnell gehen, oder?

Doch weit gefehlt, denn wenn - „Jaah, Herr Oberbürgermeister...“ - ein bestimmtes, dafür bekanntes Ratsmitglied sich ausnahmslos zu jedem Thema ein- bis mehrmals zu Wort meldet, dann kann sich 'Frau' ihre Damensitzung abschminken - auch wenn's der gestrenge OB zuvor doch eigens genehmigt hatte.

Und so machten sich die Ratsdamen- und Herren – die einen fastnachtlich-fröhlich, die anderen, wie gewohnt, ärgerlich-kritisch – gell, Herr Ableiter? - halt doch daran, die restliche Tagesordnung abzuarbeiten.

Nach der Verpflichtung von drei neuen Ratsmitgliedern – der SPEYER-.KURIER berichtete am 08.02.2013 – rief Oberbürgermeister Eger den Antrag der SPD-Fraktion auf „Priorisierung der Investitionsmaßnahmen“ der Stadt auf. Damit wolle man, so SPD-Fraktionsvorsitzender Walter Feiniler, Fehlinvestitionen vermeiden, eine mittel- bis langfristige Stadtplanung sicherstellen und unnötige Prestige-Objekte verhindern. Diesem Anliegen entsprach der Rat nach kurzer Diskussion einstimmig.

Weitgehende Einmütigkeit auch bei dem Prüfungsauftrag an die Verwaltung, den Aufwand und die Form für ein Branchenverzeichnis auf der Homepage der Stadt Speyer zu ermitteln, mit dem insbesondere den vielen kleineren und mittleren Betrieben in der Stadt, die über keinen eigenen Internet-Auftritt verfügen, eine Plattform zur Darstellung ihrer Aktivitäten gegeben werden soll. Hierfür sollen die Nutzer einen kleinen Beitrag bezahlen, der sie, so der Oberbürgermeister, durch die alljährliche Abbuchung zugleich auch daran erinnern soll, der Stadtverwaltung eventuelle Änderungen anzuzeigen, um zu verhindern, dass das Verzeichnis zu rasch veraltet. Im Gegensatz zu OB Eger, der diese Aufgabe in die Verantwortung der Städtischen Pressestelle legen möchte, sprach sich der Grünen-Ratsmitglied Dr.-Ing. Owe-Karsten Lorenz hier für eine Zuständigkeit der Städtischen Wirtschaftsförderung aus. Claus Ableiter (BGS) sprach sich gar gänzlich gegen dieses Vorhaben aus: „Wir haben kein Geld für die Führung eines solchen Verzeichnisses – das sollten Private machen oder die IHK“, so seine Forderung. Bei der anschließenden Abstimmung votierte Claus Ableiter deshalb wohl gegen dieses Projekt, während sein Bruder Frank sich der Stimme enthielt - alle anderen Ratsmitglieder stimmten dafür.

Essbare Stadt“ eint die kontroversen Ratsparteien

Eine wahre Welle von Zustimmung und Begeisterung wogte dann durch den Stadtratssitzungssaal, als Michael Wagner, Kreisvorsitzender der Speyerer CDU, den Antrag seiner Fraktion zur Umgestaltung städtischer Grünflächen in öffentliche Obst- und Gemüsegärten vortrug. „Wir wollen einen Paradigmenwechsel beim Umgang mit diesen Flächen“, erklärte Wagner. Deshalb wolle die CDU auf bestimmten Arealen der Stadt das anderenorts bereits erfolgreich erprobte Konzept einer „essbaren Stadt“ umsetzen. Hierfür würde seine Fraktion definierte Flächen z.B. im Feuerbachpark, auf dem „Platz der Stadt Chartres“ oder auf den Grünflächen entlang der Stadtmauer „Hinterm Esel“ für besonders geeignet erachten.

Für die SPD begrüßte Steffi Seiler diesen Antrag mit Nachdruck und regte an, auf den vorgesehenen Flächen vor allem heimische Kulturpflanzen anzubauen, aber auch Wildblumenwiesen dort anzulegen. Auch Johannes Jaberg, „Bündnis 90/Die Grünen“ kündigte die volle Unterstützung seiner Fraktion für diesen „wunderbaren Antrag“ an. Er bedauerten lediglich, dass dieser Antrag nicht aus seinen Reihen gestellt worden sei. Skeptisch zeigte sich dagegen auch hier allein Claus Ableiter, der einer Aufzucht von Gemüsepflanzen - „von Kohl, Kartoffeln und von Rüben“ - im öffentlichen Raum wenig abgewinnen kann und sich statt dessen für den Erhalt der Grünanlagen in ihrer bisherigen Form aussprach. „Mir gefallen die Anlagen wie sie sind“, konstatierte er - würde allenfalls das Anpflanzen von Obstbäumen und in der Folge davon die Durchführungen von Obstbaum-Schneide-Kursen für sinnvoll halten.

Jetzt wird es wohl auf die Bürgerinnen und Bürger, auf Vereine, Schulen und Kindertagesstätten ankommen, sich für dieses Projekt so einnehmen zu lassen wie es Wagner bei seinen Ratskollegen offensichtlich gelungen ist, denn die Bürger sind es ja schließlich, die Gestaltung, Anlage und Pflege „ihrer essbaren Stadt“ in die Hände nehmen und nicht allein nur bei der Ernte mit von der Partie sein sollen. Und so heiter, wie sich die gesamte Diskussion um diesen Tagesordnungspunkt vollzog, so fröhlich ging sie dann auch zu Ende – beschloss sie doch der Antragsteller Michael Wagner selbst mit einem beziehungsreichen Vierzeiler und einem dem „Festtag“ angemessenen „Helau!“ - fehlte eigentlich nur noch der sonst obligatorische Tusch, ehe es dann wieder ernsthaft weiterging – tuff-tää. tuff-tää, tuff-tää.

Auf Spaß folgt Ernst: Asylbewerber und behindertengerechtes Wohnen

Doch dann ging es auch gleich wieder um ein, insbesondere für die betroffenen Menschen, überaus schwerwiegendes Problem: „Bündnis 90/ Die Grünen“ hatten an die Verwaltung eine Reihe von Fragen bezüglich der Entwicklung der Asylbewerberzahlen in der Stadt gestellt. 59 Personen, so Oberbürgermeister Eger, seinen 2012 in Speyer registriert worden, die dauerhaft Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten hätten. Derzeit lebten 38 Erwachsene und 14 Kinder unter 14 Jahren sowie sieben Jugendliche in der Domstadt. Überrascht habe ihn, so Eger, dass von diesen Kindern allein zwölf in Speyer geboren worden seien.

Für die Zukunft sieht Eger wachsende Probleme bei der Unterbringung der Asylanten – die Städtischen Unterkünfte in der Industriestraße und im Schlangenwühl seien inzwischen an den Grenzen ihrer Kapazitäten angelangt. Jetzt suche die Sozialverwaltung nach weiteren Unterkünften in der Stadt.

Neben der Beratung der Asylbewerbersituation im Sozialausschuss solle deshalb, so der Wunsch der „Grünen“ Irmgard Münch-Weinmann auch der „Arbeitskreis Asyl“ in Speyer wieder neu belebt werden. Dazu rief Münch-Weinmann ihre Ratskolleginnen und Kollegen zu engagierter Mitarbeit auf.

Überraschungen förderte auch die Beantwortung der Anfrage der CDU-Fraktion über die Zahl der Wohnungen in Speyer zu Tage, die barrierefrei bzw. behindertengerecht ausgebaut sind. Hierzu hatte die Verwaltung die drei in Speyer angesiedelten Wohnungsbaugesellschaften um Auskunft gebeten. Das Ergebnis: Die GEWO verfügt derzeit über 378 barrierefreie sowie 26 behindertengerecht ausgebaute Wohneinheiten. Hinzu kommen noch 68 Altenwohnungen. Die Baugenossenschaft hat nur eine einzige behindertengerechte Wohnung in ihrem Bestand, das Siedlungswerk der Diözese Speyer im gesamten Bistum gerade einmal sieben barrierefreien Wohnungen, davon allerdings keine einzige in Speyer. „Diese Zahlen sind auf keinen Fall ausreichend“, musste der Oberbürgermeister feststellen, auch wenn die BGS im Bereich Russenweiher und die GEWO in Speyer-West weitere Wohnungen entsprechend behindertengerecht umbauen wollen. Die Verwaltung, so Eger, werde deshalb unter Bezug auf Zahlen des Statistischen Landesamtes eine Bedarfsanalyse erstellen und so den prospektiven Bedarf für solche Wohnungen ermitteln.

Nachtumzug der Brezelkracher und ein integriertes Stadtmarketing-Konzept

Zur Anfrage der CDU zu den Kosten und Einnahmen der Stadt durch den inzwischen schon zu einer kleinen Tradition gewordenen Nachtumzug der „Speyerer Brezelkracher“ teilte der Oberbürgermeister mit, dass bislang nur die Kosten der Veranstaltung für die Stadt bekannt seien: Hier hätten für Sicherheit und Ordnung seitens der Stadt ca. 10.000 Euro, für Arbeiten des Städtischen Betriebshofes ca. 15.500 Euro aufgewendet werden müssen. Des weiteren teilte Eger mit, dass nach Schätzungen der Polizei rund 20.000 Besucher zu diesem Ereignis in die Stadt gekommen seien. Welche Einnahmen daraus für die Kassen der Stadt zu erwarten seien, stehe erst im Mai genauer fest. Was allerdings schon heute festgehalten werden müsse: Im kommenden Jahr müssten dringend mehr Toiletten aufgestellt werden, um das „Ausweichen“ der Besucher in die Peripherie, z.B. in den Rathausinnenhof auszuschließen.

Mit den Stimmen von CDU, SPD, SWG und FDP – gegen die Stimmen der BGS bei Enthaltung der Grünen beschloss der Rat sodann die Entwicklung eines Konzeptes für ein integratives Stadtmarketing. Zuvor hatte der Grüne Klaus-Dieter Schütt auf das Leitbild für die Stadt Speyer aus dem Jahr 1998 hingewiesen, das nach Auffassung seiner Fraktion ausreichend Rahmenbedingungen gebe - „diese müssen halt nur inhaltlich ausgefüllt werden“. Was die Grünen vermissten, sei eine stringente Umsetzung der 1998 vorgegebenen Ziele. Um dies zu erreichen, plädierte Martin Roßkopf, Sprecher der SWG, für ein kleineres Gremium, in dem diese Ziele neu definiert werden sollten.

„Uns fehlen nicht die Ziele – uns fehlen die Inhalte“, kritisierte auch Claus Ableiter, BGS, der die Verwaltung aufforderte, hierzu endlich aktiv zu werden. „Tun Sie etwas für die Radfahrer“, rief er aus, „dann tun Sie auch etwas für den Tourismus“. Gleiches gelte auch für die Anbringung weiterer Hinweisschilder auf wichtige touristische Ziele in der Stadt. Walter Feiniler und seine Stellvertreterin Steffi Seiler baten den Oberbürgermeister um Auskunft darüber, welche Teile eines solchen Konzeptes die Verwaltung „mit Bordmitteln“ erfüllen könne und welche dann nach außen vergeben werden müssten Dazu wollten sie auch wissen, in welchem Umfang die Beauftragung Privater den Städtischen Haushalt belaste.

Hierzu musste der Oberbürgermeister darauf verweisen, dass diese Fragen erst geklärt werden könnten, wenn der Rat den Auftrag für die Entwicklung eines solchen Konzeptes an die Verwaltung erteilt habe.

Haushalt der Stadt soll in eigener Ratssitzung behandelt werden

Eine ausführliche Diskussion entwickelte sich dann auch um den Antrag der SPD, die Abschlussberatungen über den Haushalt des jeweils folgenden Jahres in einer gesonderten Stadtratssitzung zu behandeln. Angesichts der zahlreichen Redner zum Haushalt und der vielen weiteren Tagesordnungspunkte auf dieser jeweils letzten Ratssitzung des Jahres drohe, so SPD-Sprecher Walter Feiniler, eine gründliche Diskussion des Zahlenwerkes auf der Strecke zu bleiben.

Diesem Antrag hielt CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Gottfried Jung entgegen, dass es dazu ja stets eine vorbereitende Sitzung des Hauptausschusses gebe, die ausreichend Gelegenheit zur Diskussion aller strittigen Punkte biete. „Hier sind allerdings Linke und Republikaner nicht vertreten“, wandte Claus Ableiter ein und verwies darauf, dass der Hauptausschuss zudem in nichtöffentlicher Sitzung tage. „Gerade in den wichtigen Haushaltsfragen wünschen wir uns aber mehr Transparenz“, so Ableiter, der zudem einem Vorschlag des CDU-Fraktionsvorsitzeden widersprach, der neben einem Aufruf „zur Selbstdisziplinierung bei der Zahl der Anträge in dieser Sitzung eine Beschränkung der Redezeit der Fraktionssprecher zum Haushalt auf jeweils 15 Minuten vorgeschlagen hatte, weil er sich davon eine deutliche Verkürzung der Sitzungsdauer verspricht. Außerdem regte Dr. Jung an, diese Haushaltssitzung im Rat bereits eine Stunde früher, d.h. um 16.00 Uhr zu beginnen.

Johannes Jaberg schlug vor, die Hauptausschuss-Sitzung in eine zusätzliche, öffentliche Ratssitzung umzuwandeln und dann dafür die Hauptausschuss-Sitzung entfallen zu lassen. Außer Stande, eine einvernehmliche Entscheidung zu teffen, entschied sich der Stadtrat schließlich mit 24 Ja-, 12 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen dafür, diese Frage im Ältestenrat weiter zu behandeln und sie dann erneut dem Rat vorzulegen.

Gehaltserhöhung und Baufragen

Rascher kamen die Ratsmitglieder dann bei den nächsten Tagesordnungspunkten „zu Potte“. Gegen Bedenken der „Grünen“, deren Sprecher mit Blick auf die Finanzlage der Stadt eine weitere Verschiebung ins Gespräch brachte, beschloss der Stadtrat die Anhebung der Bezüge von Bürgermeisterin Monika Kabs. Diese Anhebung habe ihr, so der Oberbürgermeister, nach der geltenden Besoldungsordnung bereits im vergangenen Jahr, nach einer zweijährigen Amtszeit, zugestanden – Monika Kabs habe damals aber freiwillig auf diese Anhebung verzichtet.

Einmütigkeit auch bei der Änderung des Flächennutzungsplanes 2020 „Rudersport Reffenthal“, der nach Auswertung der Offenlegung ohne Aussprache verabschiedet wurde.

Zu einer kontroversen Debatte über Sachfragen kam es dann noch einmal bei der Erörterung des bevorstehenden Vollausbaus der Schützenstraße. Hier sprachen sich Vertreter der Grünen für eine Verbreiterung des neuen Radweges von, wie geplant, 1,25 Meter auf 1,60 Meter aus. Dies würde allerdings erhebliche Mehrkosten verursachen, stellte der Oberbürgermeister dazu fest, müsste dann doch der Fußweg auf der westlichen Straßenseite weiter in den Schützengarten verschoben werden.

Uneins waren sich die Diskutanten auch über den Einsatz von „Flüsterasphalt“ auf dieser Straße. Während die einen. durch häufiges Abbremsen und Beschleunigen auf dieser Strecke, einen raschen Abrieb dieses Belages befürchteten, konnten andere darauf verwiesen, dass der „Split-Mastix-Asphalt“ nicht mit dem Flüster-Asphalt auf Schnellstraßen verwechselt werden dürfe und sich in Speyer auf anderen Strecken schon sehr bewährt habe. So konnte schließlich auch dieser Punkt mit drei Enthaltungen aus den Reihen der Grünen zustimmend verabschiedet werden.

Dann stand neben einigen Formalien „nur“ noch die öffentliche Aussprache über die Neuausschreibung des Stadtverkehrs auf dem Programm – der SPEYER-KURIER berichtete darüber in seiner gestrigen Ausgabe – und dann waren die Sitzungen auch schon fast zu Ende – die Ratssitzung im Rathaus und – bald drauf – auch die Damensitzung der SKG in der Stadthalle. Na Ja – oder wie sagt man in Speyer? „Hajo!“ Foto: gc

09.02.2013


Stadtratssitzung am 07. 02.2013 - Bilderalbum

Auf acht Routen durch die Speyerer Stadtquartiere

Stadtrat erteilt Auftrag zur europaweiten Ausschreibung des neuen Stadtverkehrs-Konzeptes

cr. Speyer. Die Neuordnung des Speyerer Stadtverkehrs ist ihrer Umsetzung einen entscheidenden Schritt näher gekommen – in seiner letzten Sitzung hat der Speyerer Stadtrat jetzt Oberbürgermeister Hansjörg Eger einstimmig dazu ermächtigt, die Ausschreibung des neuen „Buslinienbündels“ in die Wege zu leiten. Dazu soll die Vergabestelle der VRN GmbH (Verkehrsverbund Rhein-Neckar) „mit der Durchführung der wettbewerblichen Vergabe eines öffentlichen Dienstleistungsauftrages im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung beauftragt werden“, so die offizielle Beschlussvorgabe. Damit folgte der Rat der Empfehlung eines eigenes zu diesem Zweck eingerichteten Arbeitskreises, dessen Votum zuletzt auch Gegenstand der Beratungen im Hauptausschuss des Stadtrates war. Dieser hatte Anfang der Woche auch beschlossen, die ursprünglich für den nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung vorgesehene Beratung des Tagesordnungspunktes nun doch öffentlich zu behandeln.

Die dem Beschluss zugrunde liegende Planung sieht eine völlige Neustrukturierung des Speyerer Stadtverkehrs vor. Dazu sollen insgesamt acht neue Buslinien eingerichtet werden, von denen drei durch die Maximilianstraße und damit durch die Kernstadt geführt werden sollen. Dadurch könne der bisherige Shuttle-Service durch die Innenstadt ersatzlos entfallen.

Während sich die Planer durch diese neue Linienführung für Speyer-Nord deutliche Verbesserungen in der ÖPNV-Versorgung versprechen, soll durch den Oberkämmerer künftig keine eigene Linie mehr führen – hier war in der Vergangenheit die Akzeptanz einfach zu gering. Im Speyerer Westen soll es dagegen keine Veränderung gegenüber der bisherigen Versorgung geben.

Als zusätzliche Erweiterungsangebote – 'Optionen', wie es in dem Papier heißt - soll die Ausschreibung jedoch Aufschluss geben über die Kosten für Zusatz- bzw. Verlängerungslinien in das Gewerbegebiet Auestraße, zur Quartiersmensa Q + H in Speyer-West sowie zum Ärzte-Haus im Cura-Center in der Iggelheimer Straße.

Gerade die letztere 'Option' führte in der Debatte zu erheblichen Zündstoff. Während hier der Sprecher der Bürgergemeinschaft Speyer BGS, Claus Ableiter, keinen Handlungsbedarf zu erkennen glaubte und der Sprecher der Speyerer Wählergruppe SWG, Martin Roßkopf sich wegen der seines Erachtens zu geringen Entfernung der Haltestelle in der Kurt-Schumacher-Straße zu einem eigenen Halt beim Cura-Center von nur 290 Metern gegen ein solches Vorhaben aussprach, plädierte Dr. Maria Montero-Muth (CDU) vehement für eine Verlängerung der entsprechenden Buslinie. Sie begründete dies insbesondere mit den Bedürfnissen von Kassenpatienten, die oft auf eine Konsultation von Fachärzten im Cura-Center angewiesen seien, weil sie von den Ärzten in den Speyerer Kliniken nicht behandelt werden dürften. Da Dr. Montero-Muth allerdings auch selbst im Cura-Center praktiert, sah sich der Oberbürgermeister dazu verpflichtet, ihr wegen Befangenheit das Wort zu entziehen. „Außerdem steht die Frage, ob wir diese Option am Ende ziehen oder nicht, heute ohnedies nicht auf der Tagesordnung“, versuchte Eger die aufgeregten Diskutanten zu beruhigen.

Für die Aufnahme einer anderen 'Option' setzte sich danach Luzian Czerny (Bündnis 90/die Grünen) ein, als er für eine Verdichtung der Frequenz der Busse durch die Maximilianstraße von 15 auf nur zehn Minuten plädierte. Optionen, die natürlich ebenso mit Mehrkosten verbunden sein würden wie der Einsatz von Elektrobussen, für dessen Prüfung sich Claus Ableiter und der Republikaner Alois Röbosch aussprachen. Ableiter verwies auf Erfahrungen in dem Schweizer Wintersportort Zermatt, wo Elektrobusse in unterschiedlicher Größen schon seit mehr als 30 Jahren mit großem Erfolg eingesetzt würden.

Geld wird auch dieses neue Stadtverkehrs-Konzept kosten: Mit rund 950.000 Euro, so schätzen die Experten, wird die neue Linienführung den städtischen Haushalt Jahr für Jahr belasten – Optionen wie die von Christine Ritthaler (SWG) geforderte dichtere Anbindung des St. Vincentius-Krankenhauses - halbstündlich statt nur stündlich - kosten extra. Da lindert sicher auch der kleine Beitrag, den der Rhein-Pfalz-Kreis zu einer Linienführung beitragen will, den Schmerz sicher auch nur wenig.

Man darf gespannt sein, welches Zahlenwerk die Angebote in den nächsten Monaten offenbaren. Denn erst dann wird das „große Gefeilsche“ losgehen - wird entschieden werden müssen, wie der Speyerer Stadtverkehr in den nächsten acht bis zehn Jahren wirklich aussieht.

Die Linienplanungen sehen Sie hier:  Diese wurden uns von der Stadtverwaltung Speyer zur Verfügung gestellt.

Über die weiteren Beratungspunkte der Stadtratssitzung berichtet der SPEYER-KURIER in seiner nächsten Ausgabe.

08.02.2013


Konzeptplanung des Buslinenverkehrs - Bilderalbum

   

Neu im Ehrenamt:

v.l. Gregor Flörchinger (CDU),  Petra Spoden (SPD), Maike Hinterberger (SPD)Maike Hinderberger (SPD), Petra Spoden (SPD) und Gregor Flörchinger (CDU) komplettieren ihre Fraktionen im Speyerer Stadtrat

spk. Speyer. Mit der Verpflichtung von Maike Hinterberger (SPD), Petra Spoden (SPD) und Gregor Flörchinger (CDU) als neue Mitglieder des Speyerer Stadtrates hat Oberbürgermeister Hansjörg Eger zu Beginn der gestrigen Ratssitzung die noch im alten Jahr entstandenen Vakanzen geschlossen. In einer kurzen Einführungsrede erinnerte Eger dabei die drei Nachrücker an ihre mit diesem Mandat verbundene Pflicht zur Unabhängigkeit und zu allein an der Sache orientierteen Entscheidung in dem Ehrenamt. „Als Ratsmitglieder sind Sie allein ihrem Gewissen verantwortlich“, betonte der Oberbürgermeister, ehe er den „neuen“ Räten per Handschlag ihre Verpflichtung abnahm.

Maike Hinderberger tritt die Nachfolge des am 7. Dezember 2012 verstorbenen Christian Regenauer an - Petra Spoden folgt Fritz Knuta nach, der sein Mandat zum 31. Dezember zur Verfügung gestellt hatte. Gregor Flörchinger schließlich hat die Nachfolge von Barbara Hintzen angetreten, die aus Gesundheitsgründen zum 30. November 2012 auf ihr Ratsmandat verzichten musste. Der SPEYER-KURIER berichtete über die Verabschiedung von Barbara Hintzen am 14.12.2012 unter Stadt Speyer/Politik..

Mit der Physiotherapeutin Maike Hinderberger ist die bekannte Speyerer Sportler-Familie jetzt gleich zweifach im Rat vertreten – das neue Ratsmitglied sitzt nämlich Seit an Seit mit ihrem Vater Friedel in den Reihen der Speyerer SPD-Fraktion.

Petra Spoden, geb. Hauser, ist gelernte Sonderschullehrerin und als Sprecherin der Bürgerinitiative „Lärmschutz an der B)/B 39“.auch Mitbegründerin dieser Institution.

Gregor Flörchinger (25) ist seit 2008 Vorsitzender der Jungen Union im Kreisverband Speyer der CDU. Foto: gc

08.02.2013


Speyerer Polizei sucht Namen - kleine Belohnung winkt

Neues Fahrzeug für die Jugendverkehrsschule der Polizeiinspektion Speyer

Polizeioberkommissarin Emine Etyemez und Polizeioberkommissar Matthias Michel, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Speyer, freuen sich mit den Kindern aus Speyer, Römerberg, Dudenhofen und Otterstadt über das neue Jugendverkehrsmobil, das nach Beschaffung und bedarfsgerechtem Ausbau durch den Sachbereich 22 des Polizeipräsidiums Rheinpfalz in Dienst gestellt werden konnte.

Der seit Jahresanfang zur Verfügung stehende Opel Combo besitzt ein optimiertes Beladungssystem und kindgerechtes Design, welches so gestaltet wurde, dass es auch zur theoretischen Schulung der Kinder genutzt werden kann.

Auch ökologisch ist das Fahrzeug auf dem neuesten Stand, denn der Turbodieselmotor verbraucht gerade die Hälfte an Kraftstoff wie sein Vorgängermodell, ein grün-weißer Ford Transit, der nach 13 Dienstjahren mit einer Laufleistung von 130.000 km ausgesondert wurde.

Für die Gallionsfigur des Verkehrsmobiles, einen kleinen tapferen Radler auf der Seite und der Motorhaube, wird noch ein Name gesucht!

Daher hier ein Appell an alle Kinder: Schlagt uns vor, wie der Radler heißen soll!

Schreibt eine Postkarte an die Polizeiinspektion Speyer, Jugendverkehrsschule, Maximilianstr. 6, 67346 Speyer oder eine E-Mail an pispeyer@polizei.rlp.de Dem Namensgeber winkt eine kleine Belohnung.

Uwe Giertzsch (Leiter der Polizeiinspektion)

07.02.2013


„Mittwochabend im Stadtarchiv“

Abteilung „Kulturelles Erbe“ der Stadt Speyer bietet auch 2013 mit sechs attraktiven Vorträgen zu ganz unterschiedlichen Themenfeldern attraktives Programm

spk. Speyer. Auch im laufenden Kalenderjahr 2013 setzt das Speyerer Stadtarchiv wieder seine beliebte und stets gut nachgefragte Vortragsreihe „“Mittwochabend im Stadtarchiv“ fort. Bei einem Gespräch im Stadtarchiv stellte jetzt die Speyerer Kulturdezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs, gemeinsam mit dem Leiter der Abteilung „Kulturelles Erbe – Stadtarchiv“ der Stadt Speyer, Dr. Joachim Kemper, die sechs Abende umfassende Vortragsreihe dieses Jahres vor.

Los geht es damit schon am 20. Februar 2013, wenn der bekannte Mainzer Zeithistoriker Prof. Dr. Michael Kissener unter dem Titel "Vom Altar aus versöhnen" - Speyerer Initiativen zur deutsch-französischen Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg vorstellt. Dieser Vortrag findet ausnahmsweise nicht wie gewohnt im Lesesaal des Stadtarchivs in der Johannesstraße statt, sondern im Historischen Ratssaal. Für diesen Vortrag bittet das Stadtarchiv um Anmeldung bis zum 18. Februar – die Teilnahme ist natürlich wie immer kostenlos.

Der zweite Vortrag ist auf den 06. März terminiert. Dann referieren der Wiener Journalist Karl Schlösser gemeinsam mit seiner Ehefrau Annelore (Mannheim) unter dem Titel „Vom Bürger-Arbeitskreis bis zur Internet-Präsenz“ über die lange Geschichte des Forschungsprojekts „Die Wormser Juden 1933 bis 1945“. Wie alle weiteren Vorträge dieser Reihe findet dieser Abend wieder im Stadtarchiv statt.

Am 24. April stellt dann der Speyerer Oberkirchenrat i.R. Dr. Klaus Bümlein den Dichter und Alchemisten Alexander von Bernus (1880-1965) vor.

Am 15. Mai spricht die Tübinger Diplom-Theologin Daniela Blum über das „Konfessionelle Zusammenleben im Speyer des 16. Jahrhunderts“.

Nach der Sommerpause referiert dann am 21.August die Kölner Historikerin und Judaistin Dr. Ursula Reuter über unter dem Titel „Ein Mordanschlag in Speyer 1631?“ über Konflikte zwischen Wormser Juden im Dreißigjährigen Krieg.

Am 18. September geht es dann um ein kulturgeografisches Thema, wenn der Speyerer Rudi Höhl über „Speyer und seine Rheinübergänge einst und jetzt“ vorträgt.

Am 23. Oktober stellt die Speyerer Autorin, Übersetzerin und Gymnasiallehrerin Lenelore Möller aus Anlass seines 500. Todestages den Speyerer Domherrn Nicolaus Matz vor: „ Rechenkünstler und Büchersammler“ hat sie ihren Vortrag überschrieben..

Zum Abschluss der Vortragsreihe 2013 spricht am 13. November Prof. Dr. Stefan Fisch von der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer über „Sep Rufs Bau für die Universität Speyer - Planung, Bau und Bedeutung“ und würdigt damit die in den Sechziger Jahren geschaffene Architektur des bekannten Bauhaus-Architekten in Speyer.

Ein wiederum höchst vielfältiges und reichhaltiges Vortragsprogramm, das da dem Speyerer Publikum geboten wird.

Übrigens ist jetzt auch der 56 Seiten starke Jahresbericht der Abteilung für das Jahr 2012 im Druck erschienen. Die online-Version ist unter http://de.slideshare.net/StadtASpeyer/ttigkeitsbericht-2012 abrufbar.

07.02.2013


Ministerpräsidentin Dreyer lädt zum Ehrenamtstag nach Speyer ein

Mainz/Speyer- Der zehnte landesweite Ehrenamtstag wird am 29. September 2013 in Speyer stattfinden. Diesen Termin gaben Ministerpräsidentin Malu Dreyer und der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger bekannt.

„Mir ist der Ehrenamtstag sehr wichtig. Er bietet eine hervorragende Möglichkeit, die vielen Facetten des Ehrenamtes zu präsentieren und noch mehr Menschen dafür zu gewinnen, sich für andere zu engagieren“, sagte Dreyer. Schon jetzt liege Rheinland-Pfalz im Ländervergleich mit Niedersachsen und Baden-Württemberg beim ehrenamtlichen Engagement auf Platz 1. „Das ‚Wir’ wird in unserem Land ganz groß geschrieben, ob in Sport- oder Jugendverbänden, Eltern- oder Seniorenbeiräten, sozialen Vereinigungen, in Selbsthilfeorganisationen oder den Rettungsdiensten. Die ehrenamtlich Engagierten sind für mich die eigentlichen Helden des Alltags. Was sie leisten, kann gar nicht genug gewürdigt werden“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie freue sich, dass es auch dieses Jahr wieder eine Kooperation mit dem SWR geben werde. Die Sendung ‚Ehrensache in der Landesschau Rheinland-Pfalz‘ werde auch diesmal live ausgestrahlt.

Oberbürgermeister Hansjörg Eger versprach, dass die Domstadt ein guter Gastgeber für den landesweiten Ehrenamtstag sein werde, wie sie es bei Rheinland-Pfalz-Tagen 1990 und 2006 sowie dem Aktionstag UN-Millenniumsziele 2010 unter Beweis stellen konnte. „Speyer zeichnet sich durch viele engagierte Menschen und ein lebendiges ehrenamtliches Engagement aus. Wir freuen uns, anlässlich der Jubiläumsveranstaltung Ehrenamtliche aus ganz Rheinland-Pfalz in unserer schönen Stadt begrüßen zu dürfen“, so Eger.

Der letzte Ehrenamtstag fand am Deutschen Eck in Koblenz statt und zog rund 15.000 Besucherinnen und Besucher an. stk, Presse

05.02.2013


Die Folgen des bevorstehenden Klimawandels erkennen und Maßnahmen zu ihrer Bewältigung entwickeln

Speyer als erste Mittelstadt „Modellstandort“ in bundesweitem Forschungsprojekt – OB stellt neuen Projektkoordinator vor

cr. Speyer. Die Folgen des Klimawandels auf regionaler und lokaler Ebene will die Stadt Speyer noch zielgenauer in den Blick nehmen und hat sich dazu jetzt einen Experten „ins Boot“ geholt. Bei einem Pressegespräch in seinem Dienstzimmer im Stadthaus stellte dazu jetzt Oberbürgermeister Hansjörg Eger den neuen Projektkoordinator „Klimawandelfolgen Speyer“, Dr. Steffen Schobel vor, der seit Anfang Januar in der Städtischen Umweltabteilung „amtiert“.

Der 42jährige Diplomgeograph, der an der Universität in Trier promovierte und mit seiner erfolgreichen Bewerbung in Speyer „das Rennen“ gegen 130 „Wettbewerber“ machte, arbeitete zuvor als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen der Umwelt- und Klimaforschung, zuletzt beim „Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen“ des Landes Rheinland-Pfalz in Trippstadt, wo der in Trier lebende verheiratete Vater von zwei Kindern auch künftig noch „seinen zweiten Schreibtisch“ behalten werde.

Mit dem Projekt „Klimawandelfolgen Speyer“, so stellte OB Eger fest, nehme Speyer jetzt als erste Mittelstadt in Rheinland-Pfalz und als eine der ersten in der Bundesrepublik.überhaupt die Rolle eines Modellstandortes ein, an dem die Entwicklung des Klimawandels anhand von Daten und Fakten ermittelt, seine Folgen abgeschätzt und Strategien zu ihrer Bewältigung entwickelt werden sollen. „Und das beste“, so freut sich der Oberbürgermeister, „diese Stelle wird aufgrund ihres Modellcharakters bis zum 30. Juni 2015 in vollem Umfang – immerhin mit 300.000 Euro - vom Bund und zu einem kleinen Teil vom Land finanziert“. Für die Stadt, so Eger, sei die neue Stelle völlig „kostenneutral“.

Wie der Leiter der Städtischen Bauverwaltung, Hans-Joachim Ritter berichtete, habe man bei einer Tagung der „Stiftung Ökologie“ festgestellt, dass ein solches Projekt bislang nur in einigen deutschen Großstädten in Angriff genommen worden sei. In Gesprächen mit dem Land und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Berlin habe man dann eine Öffnung des Programms auf Mittelstädte erreicht. Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen bei der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt, deren Leiter, Dr. Ullrich Matthes, ebenfalls an dem Gespräch teilnahm, habe man dann einen entsprechenden Antrag gestellt - und den Zuschlag erhalten.

Durch seine Lage und klimatische Exposition im Oberrheingraben eigne sich Speyer ganz besonders für ein solches Modellprojekt, erläuterte Koordinator Dr. Steffen Schobel, der inzwischen schon versuchte, sich auf einigen Stadtrundgängen einen kleinen Überblick über die Situation „vor Ort“ in Speyer zu verschaffen. Dabei zeigte er sich beeindruckt, wie weit die Stadt in Sachen Klimaschutz schon vorangekommen sei. Insbesondere beim Hochwasserschutz stelle sich Speyer schon heute als „Musterstadt“ dar. Als nächstes wolle er sich jetzt um den Aufbau eines tragfähigen Netzwerkes zu den Akteuren auf dem Feld des Klimaschutzes in Speyer und in der Region bemühen.

Danach solle auf der Basis vorhandenen Datenmaterials, das insbesondere vom Deutschen Wetterdienst und dem Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen in Trippstadt zur Verfügung gestellt wird, die kleinklimatische Situation im Raum Speyer und in der Stadt ermittelt werden. In acht weiteren, für das Jahr 2013 bereits fest geplanten Workshops – einige sollen auch öffentlich sein, sollten dann erste Detailfragen in Angriff genommen werden, die dann in thematisch gegliederten Zwischenberichten öffentlich diskutiert werden und schließlich in einen Abschlußbericht einmünden sollen.

Denn die Akteure in dem Projekt sind sich sicher: Der Klimawandel ist schon in vollem Gange und wird sich in den nächsten Jahrzehnten immer stärker bemerkbar machen. Hitze, Sturm und Starkregen würden immer häufiger auftreten und damit Hochwasser und Überflutungen – die Kommunen müssten sich deshalb z.B. schon heute Gedanken darüber machen, wie sie zukünftig die Abwasser-Ableitung gestalteten müssen – Herausforderungen, die bei zukünftigen Bauprojekten in der Stadt dringend berücksichtigt und frühzeitig in die Planungen mit eingebracht werden müssten.

Für die Bürger werde diese Entwicklung zwar aktuell kaum spürbare Folgen haben - auch wenn schon bald die Sommer wärmer und trockener, die Winter dagegen niederschlagsreicher werden würden. Extreme Temperaturschwankungen sowie Sturm- und Starkwindphänomene könnten in den nächsten Jahrzehnten immer häufiger auftreten. Auf all das müssten die Menschen sich mittel- und langfristig einrichten, betonten die Klimaexperten. Möglichkeiten zum Umgang mit diesen Wetterveränderungen würden deshalb im Zuge des Projektes diskutiert, in den städtischen Gremien beraten und am Ende als Empfehlungen bzw. als konkrete Maßnahmen beschlossen. Auch andere Kommunen in klimatisch vergleichbarer Situation in Deutschland und Europa sollten dann von den in Speyer gewonnenen Erkenntnissen und Handlungsempfehlungen profitieren – Speyer eben einmal mehr ein Modellstandort.

Als erste Hinführung zu diesem Prozess hat die Stadtverwaltung inzwischen bereits unter dem Titel „Klimawandel Speyer folgen – Innovative Strategien zur Anpassung“ einen informativen Folder herausgegeben, der die Ziele des Projektes anschaulich erläutert und den die Bürger bei den Bürgerbüros und an vielen anderen Stellen finden können. Foto: gc

31.01.2013


Ein neuer Volvo für „JuMA“

Karlsruher PSD-Bank unterstützt Speyerer Arbeitsprojekt „Junge Menschen im Aufwind“

cr. Speyer- Für „JuMA“ - das Speyerer Arbeitsprojekt „Junge Menschen im Aufwind“ in der Ludwigstraße 13 war das heute ein großer Tag: Bernhard Slavetinsky, Vorstandsvorsitzender der PSD-Bank e.G. mit Sitz in Karlsruhe-Neustadt und mit einer Filiale u.a, auch in der Speyerer Wormser Straße, überreichte der Vorsitzenden von JuMA, Irmgard Münch-Weinmann die Schlüssel für ein zwar gebrauchtes, aber noch immer wertvolles Automobil, mit dem die Mitarbeiter des Projektes zukünftig Personen und kleinere Güter transportieren können. Der weiße Volvo V 50 mit der bunten Signatur der Stiftung „Junge Menschen im Aufwind“, ein mit einem 2-Liter-Motor mit 136 PS ausgestattetes, drei Jahre altes Fahrzeug, ist mit seiner Laufleistung von rund 60.000 Km „gerade einmal warm gefahren“, wie Fachleute erklären.

Bei der JuMA löst der „neue“ Volvo ein altes Fahrzeug ab, das in die Jahre gekommen war und zuletzt nur noch durch seinen exorbitanten Spritverbrauch auffiel. „Von daher ist das neue Auto für uns auch ein Beitrag für eine sauberere Umwelt“, freute sich das „Grüne“-Stadtratsmitglied, die bekennende Umweltschützerin Irmgard Münch-Weinmann. Doch da auch „der Alte“ noch läuft, will sie ihn an einen ihrer Schützlinge verschenken, „für den er durchaus taugt, wenn der nicht zu viel herumfahren will“.

In dem Arbeitsprojekt JuMA betreut ein engagiertes Team aus Pädagoginnen und Pädagogen, aus Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie aus handwerklichen Fachanleiterinnen und Anlietern straffällig gewordene Jugendliche und junge Erwachsene sowie Menschen in prekären Lebenslagen. JuMA will dabei neue Perspektiven durch die Ableistung von Arbeitsstunden, durch arbeitstherapeutische und sozialpädagogische Betreuung, durch Unterstützung bei der Ausbildungsplatz- und Arbeitssuche, bei der Unterstützung im Lebensalltag, bei der Erweiterung der sozialen Kompetenzen durch Kreativprojekte sowie durch Beratung und Information, z.B. in der. Schuldnerberatung vermitteln – so in dem Profil von JuMA. Das Arbeitsprojekt „Junge Menschen im Aufwind“ wird in seiner Arbeit unterstützt von der Stiftung "Aufwind“ der PSD-Bank Karlsruhe-Neustadt eG.

Die PSD-Bank ist ein Nachfolge-Institut der früheren „Postspar- und Darlehenskasse“, die vor mehr als 125 Jahren als spezialisierte Genossenschaftsbank ausschließlich den Beamten, Angestellten und Arbeitern der Reichspost und später der Deutschen Bundespost vorbehalten war. Heute wird die PSD-Bank als genossenschaftliche Direktbank für Jedermann geführt und nimmt alle gängigen Bankgeschäfte im Privatkundenbereich wahr.

Im Jahr 2003 gründete die PSD-Bank Karlsruhe-Neustadt e.G. die Stiftung „Aufwind“, die als eines von zwei großen Projekten kontinuierlich das Speyerer Arbeitsprojekt „Junge Menschen im Aufwind“ unterstützt. Foto: gc

29.01.2013


Ein neuer Volvo für „JuMA“ - Bilderalbum

„Ein offenes Ohr und offene Augen für die Unsicherheiten ihrer Altersgenossen entwickeln“

OB Eger überreicht 18 neuen, ehrenamtlichen Sicherheitsberatern ihre Ernennungsurkunden

cr. Speyer. Sie sollen ein offenes Ohr und offene Augen haben für die Senioren in der Stadt, die sich im Umgang mit ungewohnten Lebenssituationen unsicher fühlen - die 18 neuen „ehrenamtlichen Sicherheitsberater für Senioren“, die heute im Trausaal des Rathauses aus der Hand von Oberbürgermeister Hansjörg Eger ihre Ernennungsurkunden entgegennehmen konnten. Sie alle hatten dafür in den letzten Wochen ein zweitägiges Seminar absolviert, in dem sie erfahrene Polizeibeamte mit den Tricks und Praktiken der „Nepper, Schlepper, Bauernfänger“ - so Eger in Anknüpfung an den Titel einer früheren, erfolgreichen TV-Aufklärungsserie – vertraut machten und ihnen Ratschläge zum richtigen Umgang mit solchen Straftaten, zu ihrem Erkennen und zu ihrer Aufklärung gaben.

Denn immer öfter werden Senioren Opfer von raffiniert agierenden Trickbetrügern und Dieben, die die Hilfsbereitschaft und Gutmütigkeit älterer Menschen schamlos ausnutzen. Der berüchtigte Enkeltrick, in dem ein Anrufer dem älteren Opfer vorgaukelt, er sei ein naher Verwandter – der Enkel, der Neffe oder sonst ein naher Angehöriger - der unverschuldet in finanzielle Not geraten sei und deshalb „kurzzeitig“ Hilfe benötige, sei dabei nur eine der infamen Vorgehensweisen. Auf andere, so wusste der Leiter der Polizeiinspektion Speyer, Polizeioberrat Uwe Giertzsch, zu berichten, würden Senioren immer öfter hereinfallen, wenn sie sich im Internet tummelten. „Eine 72jährige Dame“, so beschrieb der Polizeichef den 'modus operandi' der Gauner, „wurde zuletzt betrogen, als sie an einem Wettspiel im Internet teilnahm, für das sie zuerst einmal Punkte erwerben musste“. Natürlich verlor sie die Wette – die Punkte verfielen – das eingesetzte Geld war futsch. Und so gebe es gerade im Internet, in dem gerade ältere Menschen heute immer öfter unterwegs seien, immer wieder heimtückische Fallen, die den unbedarften Nutzer dann viel Geld kosten könnten. Nach solch negativen Erfahrungen schämten sich aber gerade ältere Menschen oft, Anzeige bei der Polizei zu erstatten – und da sei dann die Hemmschwelle, den „Sicherheitsberater“ aus der Nachbarschaft anzusprechen, doch deutlich niedriger, „insbesondere, wenn er auch noch der gleichen Altersgruppe angehört“.

Dieser erste Kurs werde deshalb auch nicht der letzte sein, kündigte OB Eger an. Schon im kommenden Monat, am 22. und 23. Februar, soll eine zweite Gruppe solcher Sicherheitsberater ausgebildet werden, die dann als Multiplikatoren in ihrer Altersgruppe dazu dienen soll, das Sicherheitsgefühl in dieser Bevölkerungsgruppe zu steigern.

Mit dem Termin dieser Schulung reagierten das Städtische Seniorenbüro und der kriminalpräventive Rat der Stadt Speyer übrigens auf Empfehlungen aus der Auftaktveranstaltung, bei der sich die Mehrzahl der Teilnehmer für eine Durchführung dieser Seminare an den Wochenenden ausgesprochen hatten. Auch diese Schulung wird wieder von erfahrenen Polizeibeamten abgehalten, von denen heute in Vertretung des verhinderten Leiters des Zentrums für Polizeiliche Prävention beim Polizeipräsidium Rheinpfalz, KHK Walter Zöllner, dessen Kollege POK Matthias Michel an der Urkundenübergabe teilnahm.

Doch auch für die erste Speyerer Gruppe „ehrenamtlicher Sicherheitsberater für Senioren“ wird es mit der jetzt durchgeführten Schulung mit dem „Lernen“ noch nicht zu Ende sein. Sie sollen schon im Juni/Juli zu einer Auffrischung und Erweiterung ihres Wissens eingeladen werden – dann allerdings in die Speyerer Polizei-Inspektion in der Maximilianstraße. Dieser Ort, so POR Uwe Giertzsch, sei mit Bedacht gewählt worden, um auch bei dieser Gruppe die Hemmschwelle vor dem Betreten einer Polizeidienststelle zu überwinden. Foto: gc

28.01.2013


OB Eger überreicht Sicherheitsberatern ihre Ernennungsurkunden - Bilderalbum

„GABIS – die bessere Form der Zeitarbeit“

Das Speyerer Modell für eine gerechtere Form der Beschäftigung

cr. Speyer. „Wenn es die GABIS nicht gäbe – man müsste sie erfinden“ - dieses eindeutige Bekenntnis von Karl Feldmann, Vorsitzender der Personalkommission des derzeit wohl größten Kooperationspartners der Speyerer Personalservice-Agentur (PSA), des Mercedes-Benz LKW-Werkes in Wörth, konnten wohl alle Teilnehmer am diesjährigen Arbeitsmarkt-Gespräch im Speyerer Gemeindezentrum St. Hedwig – Quartiersmensa Q + H, das unter dem vielsagenden Thema „Zeitarbeit“ stand, teilen – vor allem aber sicher jene inzwischen mehr als 4.200 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in den vergangenen 15 Jahren den Weg über die „Brücke“ der GABIS gegangen und so wieder zu einer qualitätvollen Arbeit in fester Beschäftigung gekommen sind.

Vertreter aller politischen Ebenen konnte Walter Werner, 2. Vorsitzender des VFBB e.V., eines der Träger der gemeinnützig agierenden Speyerer PSV GABIS begrüßen - an ihrer Spitze den Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger (CDU), die Speyerer Sozialdezernentin Monika Kabs (CDU), die Ludwigshafener Bundestagsabgeordnete Doris Barnett (SPD) und den für Barnetts kurzfristig verhinderten Abgeordnetenkollegen Norbert Schindler (CDU) eingesprungenen Mutterstadter Landtagsabgeordneten Johannes Zehfuß (CDU).

Diplom-Psychologe Thomas Cantzler, designierter Nachfolger des zum Jahresende in den Ruhestand gewechselten langjährigen GABIS-Geschäftsführers Wolfgang Viertel, begrüßte zunächst den „Ideengeber“ von VFBB und GABIS, Kurt Waas, ohne den nach seiner Überzeugung die gemeinnützige PSV – die wohl einzige ihrer Art in Deutschland – so nie entstanden wäre. In einer Zeit, in der die Zeitarbeit in der Öffentlichkeit vielfach scharf kritisiert und kontrovers diskutiert werde, habe sich die GABIS mit ihrem Konzept von „equal pay“ - von gleichem Lohn für Zeitarbeiter und Stammbelegschaft - einen eigenständigen Rang auf dem Markt der Zeitarbeitsbranche erworben. „GABIS wurde 1995 gegen den 'mainstream' gegründet“, betonte Cantzler und verwies darauf, dass das Unternehmen seitdem auf vielen Ebenen Vorreiter gewesen sei. So habe GABIS 1996 als erstes Zeitarbeitsunternehmen einen Tarifvertrag abgeschlossen – damals noch mit der Gewerkschaft ÖTV. 2002 sei bereits der 1000. Mitarbeiter eingestellt worden, 2004 habe die Mitarbeiterzahl die 2000er-Marke überschritten. Im Jahr 2006 – zehn Jahre nach der Gründung von GABIS - habe man bereits 900 Vermittlungen in feste Beschäftigungsverhältnisse verzeichnen können. Die Eröffnung eines Büros in Koblenz im Jahr 2010 und die Durchsetzung von 30 Tagen Urlaub für alle Mitarbeiter – außer im gewerblichen Bereich – seinen weitere Kapitel in dieser Erfolgsgeschichte, für die man heute bei insgesamt 9.819 Einstellungen mit 4.118 Übernahmen eine außergewöhnlich positive Bilanz ziehen könne. „Gut 40 % Übernahmen – das ist eine ganz ausgezeichnete Quote“, hob Cantzler hervor, der darauf verwies, dass die Branche sonst im Mittel nur auf sieben Prozent komme.

„Wir orientieren uns mit unseren Löhnen am jeweiligen Tarifgefüge der entleihenden Firmen“, stellte der Referent heraus.. Deshalb habe GABIS im vergangenen Jahr auch einen durchschnittlichen Stundenlohn von 15,55 Euro bezahlen können.

„41,9% Vermittlungsquote – faire Bezahlung – hohe Transparenz“, schloss Cantzler seine Einführung, „das zeigt: „Equal pay“ geht doch !“

Sozialethiker Friedhelm Hengsbach kritisiert Arbeitsmarkt-Politik und lobt GABIS

Mit großer Spannung sodann erwartet: Der Hauptreferent des Tages – Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach, der wohl profilierteste Sozialethiker der Gegenwart - Jesuit und bis zu seiner Übersiedlung in die Jesuiten-Kommunität im Ludwigshafener Heinrich-Pesch-Haus dreißig Jahre lang Professor für Christliche Sozialwissenschaften an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt/Main.

Er war um eine Annäherung an das Thema „Zeitarbeit“ aus „moralisch-ethischer Sicht“ gebeten worden und präsentierte hierzu eine gewohnt scharfzüngig-scharfsinnige Analyse der Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Dabei kritisierte er mit deutlichen Anmerkungen die Sozial- und Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierungen in der jüngeren Vergangenheit. Insbesondere die „rot-grüne“ Regierung Schröder/Fischer musste sich dabei harsche Kritik gefallen lassen. Mit der 'Agenda 2010' und den Hartz-Gesetzen seien die sozialen Sicherungssysteme in der Bundesrepublik ausgehöhlt und der Arbeitsmarkt dereguliert worden, kritisierte der Theologe - ob mit böser Absicht oder aus Dummheit, bleibe dabei offen. Mit der Ausweitung der Zeitarbeit, so Prof. Dr. Hengsbach weiter, habe sich der Staat dann weitgehend aus der aktiven Arbeitsmarktpolitik „verabschiedet“.

Die wichtigste Ressource von Gegenwart und Zukunft - das "Arbeitsvermögen" der Menschen - gerate gegenüber dem „Maschinenvermögen“ in unserer Industrie- und Produktionsgesellschaft zunehmend ins Hintertreffen. Deshalb sei es auch eine Katastrophe, wenn über 300.000 Jugendliche – selbst gut ausgebildete - keinen Zugang mehr zum Arbeitsmarkt  bekämen, denn Arbeit sichere die materielle Existenz und mache die Menschen zu vollwertigen Mitgliedern der Gesellschaft. „Wie sollen sich junge Menschen heute für eine verantwortliche Partnerschaft oder gar für Kinder entscheiden, wenn sie in der Arbeitswelt mit Destabilisierung und Flexibilisierung des Arbeitsmarktes konfrontiert werden, - wenn sie Konkurrenzdruck zwischen Stammbelegschaft und Zeitarbeitskräften ertragen müssten, der dazu benutzt werde, die Löhne zu drücken“, Das steigere nicht nur das Risiko der Altersarmut, sondern löse vermehrt psycho-soziale Erkrankungen wie "burn out" und Depressionen aus.

Diese Entwicklung sei allerdings nicht mehr allein auf Deutschland begrenzt, denn im Zuge der sogenannten "Reformen" werde inzwischen auch in anderen EU-Staaten wie in Spanien oder Griechenland "geschrödert".

GABIS hebe sich in dieser Situation überaus positiv von dem allgemeinen Markt an Zeitarbeitsunternehmen ab, da es ihr gelungen sei, den Grundsatz "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" durchzusetzen und die Gewinne des Unternehmens in soziale Projekte einfließen zu lassen. .

Prof. Dr. Hengsbach rief die Verantwortlichen der Speyerer GABIS deshalb dazu auf, an dieser vorbildlichen Geschäftspolitik festzuhalten und auch weiterhin ihrer Verantwortung für die Arbeitsuchenden, insbesondere auch für Jugendliche, gerecht zu werden.

In der anschließenden Diskussion warnte der Sozialethiker davor, den Finanzmärkten auch weiterhin eine ungezügelte Entfaltung zu ermöglichen. Auch kritisierte er Tendenzen, den sich abzeichnenden Fachkräftemangel statt in den eigenen Arbeitskräftereserven im Ausland decken zu wollen. „Die Arbeit darf nicht zur Ware werden!“, mahnte er.

Politik spricht sich für vorsichtige Reformierung der Zeitarbeit aus.

 

 

 

 

 

 

 

In ihren anschließenden Statements sprachen sich Doris Barnett MdB (SPD) und Johannes Zehfuß MdL(CDU) auch weiterhin für einen Einsatz von Zeitarbeit als Flexibilisierungsinstrument auf dem Arbeitsmarkt aus. Allerdings müssten Prinzipien wie „Equal pay“ - bei GABIS längst Standard – von allen Zeitarbeitsfirmen eingehalten werden. Auch müssten weitere Fehler der 'Agenda 2010' vorsichtig reformiert werden.

 

Lesen Sie die Ausführungen von Doris Barnett  und Johannes Zehfuß  im Wortlaut im SPEYER-KURIER.

Berichte aus der Praxis unterstützen vorbildliches GABIS-Konzept

Schließlich berichtete Jürgen Czupalla, Leiter der Agentur für Arbeit in Mainz, aus seinem Arbeitsalltag. Dort seien bereits 37 % der angebotenen Stellen im Bereich der Zeitarbeit ausgeschrieben.

Während die Mitarbeiter von GABIS in der Regel aber nur bei einer Entleihfirma eingesetzt werden, würden „Zeitarbeiter“ in anderen Unternehme oft an wechselnden Arbeitsplätzen eingesetzt. Das erschwere die Lebensplanung der Betroffenen und verhindere Aufstiegsperspektiven für solche Mitarbeiter, die sich zusätzlich noch über Stress durch häufigen Zwang zur Ein-und Umgewöhnung im Arbeitsumfeld sowie über eine mangelnde gesellschaftliche Anerkennung ihres Beschäftigungsverhältnisses beklagten.

Auch Czupalla sprach sich deshalb nachdrücklich für die Durchsetzung des Prinzips des „Equal pay“ für alle Zeitarbeitskräfte aus. Auch plädierte er dafür, unterschiedliche Bekleidung für Mitarbeiter der Stammbelegschaft und Zeitarbeiter zu unterbinden, den Zeitarbeitern ihre Mobilitätsbereitschaft zu honorieren und die Möglichkeiten der Weiterqualifizierung für Leiharbeiter zu verbessern.

ie „Erfolgsgeschichte“ der Zusammenarbeit von Mercedes-Benz und GABIS skizzierte schließlich der eingangs bereits zitierte Karl Feldmann. Er schilderte, wie sich in seinem Unternehmen gegen anfängliche Widerstände das Verständnis für die Bedürfnisse der Leiharbeiter und die Anerkennung ihrer Leistungsfähigkeit entwickelt habe. „Über 2.500 Mitarbeiter in unserem Hause sind einst als Zeitarbeitskräfte zu uns gekommen“, stellte er fest. „Und das sind heute wahrlich nicht die Schlechtesten“. Dass das so gekommen sei, führte er vor allem auch auf den unermüdlichen Einsatz der engagierten GABIS-Verantwortlichen zurück, die auch in „schwierigen Zeiten“ an der Seite der Personalmitarbeiter von Mercedes gestanden hätten. Von daher sei es kein Wunder, dass sich sein Unternehmen zuletzt auch darauf eingelassen habe, auch den Zeitarbeitern die gleichen Schichtzuschläge zu zahlen wie den Mitgliedern der Stammbelegschaft. „GABIS ist für uns längst eine feste Größe“, lobte Feldmann, „und wir haben sogar eine Betriebsvereinbarung, dass wir unsere personellen Mehrbedarf ausschließlich gemeinsam mit GABIS decken“,

Zum Ende des hoch informativen Arbeitsmarktgespräches stellten Kerstin Ziegler vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und Dr. Juliane Landmann von der Bertelsmann-Stiftung die Ergebnisse ihrer Untersuchungen über die Zeitarbeit vor, die deutlich machten, dass die Entwicklungen bei der Zeitarbeit meist denen des allgemeinen Arbeitsmarktes vorausgingen und deshalb als Frühindikator gewertet werden könnten.

Am Ende dieser fast sechsstündigen Fachkonferenz, die nicht nur Experten viele neue Erkenntnisse brachte und manch dezidierte Meinung bot, durften alle Referenten aus der Hand von Walter Werner als Erinnerung an ihren Besuch in Speyer den prächtigen Bildband „Wir sind Speyer – Menschen einer liebenswerten Stadt“ mit nach Hause nehmen – als Anregung, wieder zu kommen und manche der Menschen zu treffen, um die es bei dieser Konferenz ging. Foto: gc 

Lesen Sie hierzu auch unseren Einwurf

27.01.2013