Speyer-Kurier
Shalom - jüdisches Leben
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Erinnerungen an einen bedeutsamen Teil Speyerer Bürgerschaft

SPEYER-KURIER präsentiert Lebensbilder jüdischer Speyerer Mitbürger

von Gerhard Cantzler

Am 09. November war es soweit: Mit der Einweihung der neuen Speyerer Synagoge kehrte ein Stück Geschichte in die Stadt zurück, das vor dann genau 73 Jahren in einem barbarischen Akt von Gewalt und Willkür ausgelöscht wurde. Damals wurden in der sogenannten “Reichskristallnacht” vom 09. auf den 10. November 1938 mehr als tausend jüdische Gotteshäuser in Deutschland durch die Nationalsozialisten niedergebrannt - darunter auch die Synagoge in Speyer, die damals ihren Standort an der Heydenreichstraße (heute: Kaufhof) hatte.

Der SPEYER-KURIER möchte an jüdische Menschen erinnern, die in dieser Synagoge ihre geistliche Heimat hatten - die dort beteten und die jüdischen Feste feierten. Dazu veröffentlichte der Speyerer Lehrer, Historiker und Autor Johannes Bruno im Jahr 2000 einen Band mit Lebensbildern jüdischer Speyerer Mitbürger, der zwischenzeitlich allerdings längst vergriffen ist.

Der SPEYER-KURIER stellt deshalb gemeinsam mit Johannes Bruno in seiner neuen Rubrik Shalom - Jüdisches Leben in regelmäßiger Folge 17 Vertreter der Speyerer Judenheit vor und damit die Erinnerung an diesen einst bedeutsamen Teil der Speyerer Bürgerschaft wieder wach rufen.

Johannes Bruno selbst ist geborener Italiener, dessen Familie im Gefolge der Ritterschaft in der Zeit des Stauferkaisers Friedrich II. nach Süditalien auswanderte. Als Spross dieser Familie 1933 in Rom in eine überzeugt katholische Familie hineingeboren, erlebte er dort 1943, wie seine Mutter eine jüdische Familie versteckte und sie so vor dem Zugriff der faschistischen Häscher bewahrte. 1953 wanderte der Italiener Johannes Bruno nach Deutschland in das Land seiner Vorfahren, aus, um dort als Lehrer zu wirken.

Geprägt von seinen Kindheitserinnerungen hat Bruno zahlreiche Artikel zur jüdischen Geschichte veröffentlicht und mehrere Bücher zur Geschichte der einst bedeutenden jüdischen Gemeinde in Speyer verfasst.

Der SPEYER-KURIER bedankt sich ausdrücklich bei Johannes Bruno für seine freundliche Genehmigung, die von ihm erforschten und niedergeschriebenen Lebensbilder jüdischer Speyerer Mitbürger nachzudrucken. Fotos: mh

16.08.2011