"Radfahrer und Straßenverkehr" - Informationsabend der CDU Speyer-West
E I N L A D U N G
Informations- und Ausspracheabend des CDU Ortsverbandes
Speyer-West zum Thema "Radfahrer und Straßenverkehr"
In jüngerer Zeit haben mehrere geänderte Wegeführungen für
Radfahrer in unserer Stadt zu heftigen Diskussionen geführt.
Hintergrund sind Neuregelungen über die Ausgestaltung der vom
Straßenverkehr getrennten Radwege.
Erfreulicherweise wird das Fahrrad als umweltfreundliches
Verkehrsmittel auch in Speyer immer häufiger genutzt. Andererseits
finden die getroffenen Maßnahmen teilweise wenig Verständnis, zumal
die Beweggründe für die vorgenommenen Veränderungen nicht
hinreichend bekannt sind.
Um die Gründe für die Neuerungen näher kennenzulernen, lädt die
CDU zu einem Informations- und Ausspracheabend mit dem Speyerer
Fahrradbeauftragten, dem Vorsitzenden des ADFC und einem Vertreter
der Polizeiinspektion am
Montag dem 27. Mai 2013 um 19:00 Uhr
in das Haus Pannonia, Speyer,
Friedrich-Ebert-Straße 106, ein.
Auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen.
Georg Emes
(Ortsvorsitzender)
14.05.2013
Einkaufsmarkt an der Kurt-Schumacher-Straße geschlossen
Der CDU
Ortsverbandes Speyer-West gibt hierzu folgende Pressemitteilung
ab.
Zur aktuellen Diskussion über den nunmehr geschlossenen
Rewe-Markt an der Kurt-Schumacher-Straße teilt der CDU Ortsverband
Speyer-West mit, er habe sich bereits im Jahre 2010 für die
Beibehaltung einer Einkaufsmöglichkeit an dieser Stelle
ausgesprochen. In einem „Offenen Brief“ an den damaligen
Oberbürgermeister habe sich laut Vorsitzendem Georg Emes die CDU
Speyer-West besorgt über die künftigen Nahversorgungsmöglichkeiten
in diesem Gebiet geäußert. Mit der seinerzeitigen Entscheidung von
Rewe, an der Iggelheimer Straße einen neuen größeren Supermarkt zu
errichten, war abzusehen, dass der Standort in der
Kurt-Schumacher-Straße zumindest vom gleichen Konzern auf Dauer
keinen Bestand habe.
Die Zusage von Rewe, den bisherigen Markt bis 2013
weiterzuführen, erschien der CDU Speyer-West, so Emes, bereits
damals nicht geeignet, die Sorgen der Bewohner zu entkräften, die
eine anschließende Einschränkung der Möglichkeiten der
Nahversorgung befürchteten. Gleichzeitig habe er darauf
hingewiesen, dass sich die Einkaufsmöglichkeiten vor allem für
ältere Menschen, die über kein Fahrzeug verfügen, erheblich
verschlechtern würden. Gerade dieser Personenkreis vergrößere sich
aufgrund der demografischen Entwicklung stetig. Deshalb habe die
CDU-West bereits seinerzeit gebeten, nichts unversucht zu lassen,
um längerfristig an dieser Stelle eine Nahversorgung zu
gewährleisten. Auch eine Aufteilung in kleinere Läden habe er als
evtl. zielführende Lösung ins Gespräch gebracht.
Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ werde mit vielfältigen
Maßnahmen daran gearbeitet, die Lebensqualität in Speyer-West zu
verbessern, wozu es auch gehöre die bisher vorhandenen
Einkaufsstätten der kurzen Wege für die Zukunft zu sichern.
Auch wenn seitens der Stadtverwaltung auf die
Entscheidungsträger, dies seien letztlich vor allem die
Immobilieneigentümer, kein Einfluss ausgeübt werden könne, sei die
CDU-West zuversichtlich, dass es gelingen werde, für die Einkäufe
des täglichen Bedarfs eine zufriedenstellende Lösung zu erreichen.
CDU Speyer-West, Georg Emes Ortsvorsitzender
10.05.2013
Frank Hoffmann, Mitgliederbeauftragter der CDU Speyer, zu Gesprächen in Berlin
Die CDU Speyer
geht neue Wege im Bezug auf die Mitgliedergewinnung.
Aus diesem Grund besuchte der Mitgliederbeauftragte der CDU
Speyer, das Kreisvorstandsmitglied Frank Hoffmann, ein Seminar im
„schwarzen Herzen der Macht“ im Konrad-Adenauer-Haus, der
CDU-Bundeszentrale in Berlin. Dort trafen sich im
Bundesvorstandssaal über 50 Mitgliederbeauftragte aus ganz
Deutschland, um gemeinsame Wege zu beraten und Konzepte
auszutauschen.
„Das Rad muss nicht zweimal an verschiedenen Orten gleichzeitig
erfunden werden“, so Hoffmann. „Gemeinsam mit dem
CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe haben wir neue Wege diskutiert“.
Mitgliedergewinnung sähe heute deutlich anders aus, aus noch vor 10
Jahren. „Die Menschen möchten sich engagieren, alleine die
Unterstützung als passives Mitglied ist nicht mehr attraktiv“.
Aus spannenden Diskussionen mit den Parteifreunden aus
Berlin-Tegel, Stuttgart und Hamburg ergaben sich eine Vielzahl von
kreativen Ideen, um die Menschen für die CDU zu begeistern.
Immerhin haben es 40 Kreisverbände in Deutschland geschafft, 2012
mit einem positiven Mitgliedersaldo abzuschließen.
Die CDU Speyer wird die bevorstehenden Wahlkämpfe nutzen, um
noch mehr Menschen für die Mitarbeit in der CDU zu gewinnen. „Als
letzte verbliebene Volkspartei sind wir für alle Menschen offen,
die sich nach demokratischen Regel einbringen möchten. Ein
Riesen-Potential wartet darauf, angesprochen zu werden. Bereits am
Tag nach dem Seminar konnte ich einen jungen Mann für die CDU
gewinnen, leider wohnt der Student nicht in Speyer“, lacht
Hoffmann. Die neuen Konzepte sollen im Mitgliederausschuss der CDU
Speyer besprochen werden, der aus dem Kreisvorsitzenden Michael
Wagner, den vier Ortsvorsitzenden und dem Mitgliederbeauftragten
besteht. CDU Kreisverband Speyer, Presse
03.05.2013
Paradigmenwechsel im Speyerer Wohnungsbau
Stadtrat
bringt neben anderen, einmütig verabschiedeten Punkten auch ein
Baugruppen-Konzept für das Areal Stiftungskrankenhaus auf den
Weg
cr. Speyer. Eine – abgesehen von den üblichen
„Verdächtigen“ - harmonische Stadtratssitzung konnten heute die
wenigen Zuhörer erleben, die es in den Stadtratssitzungssaal im
Rathaus verschlagen hatte. Einstimmigkeit in nahezu allen
Tagesordnungspunkten – im Gegenteil, heute ging es eigentlich viel
mehr darum, wer als erster die Idee für den einen oder anderen
Antrag hatte.
Von der Anfrage der SPD, die Verwaltung möge prüfen, ob die
Kreis- und Stadtbildstelle in den bisher von der Pestalozzischule
belegten Räumen untergebracht werden kann – dazu
Oberbürgermeister Hansjörg Eger: Die Verwaltung
hat dies schon längst im Blick und wird über künftige Entwicklungen
pflichtgemäß jeweils zeitnah berichten – über das einstimmige Votum
für die Benennung des kleinen Platzes bei der „Woge“ an der
Rheinpromenade, der künftig „Platz der Stadt Kursk“ heißen soll -
bis hin zu dem gemeinsam gefaßten Beschluss, für das Anwesen
Ludwigsstraße 13 jetzt doch einen Bieterwettbewerb auszurufen, bei
dem potentielle Investoren mit ihrem Gebot zugleich auch ihre
Nutzungsvorstellungen einbringen sollen – nichts als schiere
Einmütigkeit.
Bezüglich der Kreis- und Stadtbildstelle schlug
Oberbürgermeister Eger zu Beginn der Tagesordnung
vor, die weitere Entwicklung dieses Sachverhaltes abzuwarten und
ihn spätestens erst wieder in sechs Monaten auf die Tagesordnung zu
setzen.
Ein kurzes
Geplänkel dann bei der Frage nach dem Erstgeburtsrecht für einen
Antrag der CDU, die für das Areal des ehemaligen
Stiftungskrankenhauses nach Ablauf der Krankenhausnutzung -
voraussichtlich im Jahr 2018 - nach dem inzwischen schon in
mehreren Städten – z.B. in Tübingen, Freiburg, Mannheim und
Karlsruhe – bewährten Konzept eine generationsübergreifende
Bebauung in sogenannten Baugruppen realsiert sehen möchte. Nachdem
CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Gottfried Jung
darauf hingewiesen hatte, dass seine Partei schon seit gut sieben
Monaten in einer Arbeitgruppe neben den Möglichkeiten der
militärischen auch die der zivilen Konversion in Speyer untersucht
habe und dabei bei ihrer Suche nach einem Paradigmenenwechsel im
Wohnungsbau in der Stadt auf die Chancen aufmerksam geworden sei,
die im Zusammenschluß bauwilliger Bürger zu Baugruppen für eine
attraktive und nachhaltige Bebauung im Stadtzentrum liegen könnten,
blieb scheinbar nur noch die Frage offen, wer wann diese Idee wohl
als erster hatte.
SPD-Fraktionsvorsitzender Walter Feiniler
erinnerte an bereits im Zusammenhang mit der Bebauung des Areals
der ehemaligen Normand-Kaserne mißglückten Versuche mit Baugruppen,
was sein Kollege Martin Roßkopf – Speyerer Wählergruppe
SWG – zu der Anmerkung veranlaßte, dass man zur
Realisierung eines solchen Baugruppen-Projektes wohl nicht nur gute
Architekten und Juristen, sondern vor allem auch Psychologen
brauche. „Denn gute Nerven werden die Verantwortlichen für ein
solches Projekt sicher brauchen“, war sich auch OB Eger gewiß, der
allerdinsg darauf hinwies, dass die Umseztzung eines solchen
Projektes im Normand-Areal letztlich sicher auch daran gescheitert
sei, dass nicht genügend Zeit zu seiner Vorbereitung zur Verfügung
gestanden habe - „damit die Beteiligten zueinander finden konnten“.
Zeit aber habe man ja jetzt reichlich – auch wenn fünf Jahre
letztlich auch keine Ewigkeit sind.
Auch die „Grünen“ Johannes Jaberg und
Luzian Czerny erinnerten sich an ihre – allerdings
vergeblichen – Bemühungen, solche alternative Bauformen in Speyer
zu realisieren.
Und so waren heute am Ende alle für den Vorschlag der CDU:
Selbst der „Linke“ Wolfgang Förster und der ewig
kritische Claus Ableiter (BGS) fanden die Idee –
war sie jetzt von der CDU, der SPD oder am Ende gar von
Oberbürgermeister Eger aufgebracht worden? - gut. Claus Ableiter
sprach gar davon, dass ein „vom Idealismus kritischer Gruppen der
Bürgerschaft getragenes Wohnprojekt in jedem Dorf darstellbar sein
müsste“ - warum dann nicht auch in Speyer? Und Hansjörg Eger
verstieg sich am Ende zu einer halsbrecherischen Rechnung, als er
den Grünen um Johannes Jaberg ebenso 50 % des Verdienstes am
Zustandekommen des Antrages zubilligte wie – mit Blick auf seinen
eigenen OB-Wahlkampf - sich selbst ebenso wie CDU und SPD. Eine
Akzeptanz dieses CDU-Antrages also – er soll jetzt nach einhelligem
Wunsch des gesamten Rates im Bau- und Planungsausschuss weiter
beraten werden - mit weit mehr als 200% Zustimmung auf allen
parlamentarischen Seiten. Wenn das keine Demokratie ist?
Zustimmung
dann auch zu dem Verfahrensvorschlag von Hansjörg Eger, als es um
einen Antrag von „Bündnis 90/Die Grünen“ ging, in
dem diese die „Ausdünnung“ der nächtlichen Straßenbeleuchtung
angeregt hatten. Schon seit 2008 werde die Beleuchtung in der Stadt
Zug um Zug auf moderne, energiesparende Technologien umgebaut,
berichtete Eger. Rund 2.400 Lampen – rund 40 % des Gesamtbestandes
- seien inzwischen bereits modernisiert, auch im Jahr 2013 werde
der Energieeinsatz für Beleuchtungskörper wieder um zehn Prozent
reduziert, und bis Ende 2017 sei der gesamte Bestand an
Beleuchtungskörper in der Stadt entsprechend erneuert. Dann könnte
„jede Menge Strom“ und jährlich eine Million Kilogramm CO2
eingespart werden. Unter der Bedingung, dass dabei die Sicherheit
der Bürger nicht auf der Strecke bleiben dürfe, soll nach Abschluß
dieser Arbeiten über weitere Einsparungen durch partielle
Abschaltungen nachgedacht werden.
Keine Aufregung dann auch bei der Diskussion eines Antrages der
CDU, die Hilfen zur Erziehung, für die die Stadt derzeit jährlich
rund 8 Millionen Euro (!) aufbringen muss, durch die Zusammenarbeit
mit benachbarten kommunalen Gebietskörperschaften kostengünstiger
zu gestalten. „Nichts dagegen“, könnte man auch hier das Fazit
dieser Aussprache kurz und bündig zusammenfassen, „wenn es bei den
Nachbarn daran überhaupt ein Interesse gibt“.
Breite
Zustimmung dann auch für den Beschluss über den auch im Dialog mit
den Bürgern lange und ausführlich diskutierten „Umbau der Kernstadt
Nord“. Hier glaubte zwar Claus Ableiter, eine
lange „Latte“ von vermeintlich fehlerhaften Ausführungen in dem 125
Seiten dicken und mit vielen Plänen ergänzten Plan gefunden zu
haben – und dass „Römerberg im Nordosten von Speyer“ liegen und die
Stadt an drei Seiten von Bundesstraßen umgeben“ sein soll, spricht
wirklich nicht für übertriebene Sorgfalt der Autoren und dürfte
auch bei der notwendigen Information der ADD eher verwirrend sein,
aber, wie SPD-Ratsherr Friedel Hinderberger -ihm
konnte Hansjörg Eger zu Beginn der Sitzung noch zum kürzlichen
Geburtstag gratulieren – nicht ohne Häme erklärte, hätte sich der
Redner seine Anmerkungen sparen können, wenn er bei der
entscheidenden Sitzung des Bau- und Planungsausschusses zugegen
gewesen wäre, wo alle von ih aufgeworfenen Punkte bereits
abgearbeitet worden seien. Einstimmigkeit deshalb auch hier quer
durch die Fraktionen – nur die beiden Brüder Ableiter hoben die
Hand zum „Nein“.
Totale, ungetrübte Einmütigkeit dann allerdings wieder, als die
Widmung des „Platzes für die russische Partnerstadt Kursk“
„durchgewinkt“ wurde.
Dann
allerdings wurde es doch noch einmal etwas „diffiziler“: Das
Anwesen Ludwigssstraße 13, dessen Sanierung mit Hilfe eines
großzügigen Landeszuschusses der Rat noch auf seiner letzten
Sitzung beschlossen hatte, soll nun eventuell doch verkauft werden.
Zwei Interessenten hätten sich schon gemeldet, wußte der
Oberbürgermeister zu berichten - einer wolle dort Ferienwohnungen
einrichten, der andere eine Wohnnutzung realisieren. So viel
Interesse mache dann aber angesichts der Größe des Objekts eine
entsprechende Ausschreibung notwendig, betonte Oberbürgemeister
Eger und schlug mit Blick auf die zuvor geführte Diskussion über
die Weiterentwicklung des Areals Stiftungskrankenhaus vor, in diese
Ausschreibung den Vermerk „möglichst für eine
generationenübergeifende Wohnnutzung in Form von Baugruppen“
aufzunehmen. Dem wollte sich Ableiter zwar grundsätzlich
anschließen, sprach sich dann aber dafür aus, den Begriff
„möglichst für“ durch „bevorzugt für“ zu ersetzen. Dem wollte sich
dann auch der OB nicht verschließen....denn eine gute Idee hat halt
immer viele Väter. Foto: gc
02.05.2013
Wachwechsel an der Spitze der Speyerer SPD – Steffi Seiler löst Walter Feiniler ab
Sozialdemokraten
gehen mit Harmonie und Einmütigkeit in die kommenden
Wahlkämpfe
cr. Speyer. Unspektakulär und ohne
Überraschungen – so vollzog sich jetzt der Wachwechsel an der
Spitze des Stadtverbandes Speyer der Sozialdemokratischen Partei
Deutschlands. Bei der Mitgliederversammlung der SPD im Sportheim
des AV 03 gab der bisherige Vorsitzende Walter
Feiniler – so wie er es bereits bei seinem Amtsantritt
nach dem überraschenden Rückzug von Dr. Markus Wintterle am 3. Juli
2012 angekündigt hatte – sein Amt zurück und schlug gleichzeitig
seine Stellvertreterin im Fraktionsvorsitz, Stefanie
„Steffi“ Seiler, als seine Nachfolgerin vor. Mit großer
Einmütigkeit folgte die Partei diesem Vorschlag und wählte die
29jährige Diplom-Soziologin mit 68 von 71 abgegebenen Stimmen zur
neuen Vorsitzenden. Und auch bei den weiteren Wahlen gab es keine
Überraschungen: Mit ähnlichen „Traumergebnissen“ wurden
Walter Feiniler und Karl-Heinz
Weinmann zu Seilers Stellvertretern bestellt.
Waltraud Meyerhöfer, die für den überraschend
verstorbenen Christian Regenauer – stehend und
sichtlich gerührt gedachte die Versammlung dem beliebten Genossen
in einer Schweigeminute – die Kassengeschäfte übernommen hatte,
wurde ebenso eindeutig im Amt der Kassiererin bestätigt wie
Philipp Brandenburger als Schriftführer. Von den
15 vom alten Vorstand nominierten Beisitzern zogen noch vor Beginn
der Wahlhandlung Brenda Hart Bohne, Peter Stepp und Dr. Markus
Wintterle ihre Kandidaturen zurück, so dass schließlich – in
alphabetischer Reihenfolge – Alexander Braun, Enzo di Naro,
Martin Flörchinger, Marion Fösser, Henri Frank, Maike Hinterberger,
Alireza Naderi, Martina Queisser, Sven Rummel, Klaus Seither, Petra
Spoden und Gabi Tabor auf diese
Positionen gewählt wurden.
Zuvor hatten
Walter Feiniler und Steffi Seiler in programmatischen Reden die
gegenwärtige Rathauskoalition aus CDU, Speyerer Wählergruppe SWG
und FDP, die Feiniler als „nicht mehr handlungsfähig“ bezeichnete,
ebenso heftig kritisiert wie den von ihr getragenen
Oberbürgermeister Hansjörg Eger. Die aufziehenden Wahlkämpfe
bestimmen halt langsam, aber sicher die Rhetorik. Beide Redner
forderten deshalb auch ihre Genossen auf, im Herbst bei den
Bundestagswahlen ebenso wie im kommenden Jahr bei den Kommunal- und
den Europawahlen mit aller Kraft dafür zu arbeiten, dass die SPD
wieder zur bestimmenden Kraft in der Stadt würde.
Lesen Sie den Rechenschaftsbericht von
Walter Feinilier im SPEYER-KURIER
im Wortlaut.
Viel Beifall und Lob für die aufopferungsvolle
Arbeit von von Walter Feiniler – dazu ein „italienisches“ Präsent
seiner Partei - waren der äußere Ausdruck der Dankbarkeit des
Parteitages.
Mit ihrer Rede
unter der Überschrift „Zurück zu neuen Ufern“ verband sodann
Steffi Seiler ihren Respekt vor einer langen Reihe
verdienstvoller Parteivorsitzender von Heiner Brech, Werner
Oppinger, der unvergessenen Luise Herklotz, Hermann Peter und
Martin Hussong und die Erinnerung an die Aufbau- und
Gestaltungsleistung der SPD-Oberbürgermeister vergangener Tage, Dr.
Paulus Skopp und Dr. Christian Roßkopf – ihn hatte Walter Feiniler
zu Beginn des Abends mit besonderer Herzlichkeit begrüßt - mit
einem programmatisch angelegten Katalog dringend notwendiger
Maßnahmen zur „Weiterentwicklung Speyers zu einer solidarischen
Stadtgesellschaft“, den sie in den kommenden Monaten gemeinsam mit
der Partei als Basis für ein Wahlprogramm ausarbeiten wolle.
Lesen Sie ebenfalls die Rede von Steffi
Seiler im Wortlaut im SPEYER-KURIER. 
Spannend wurde es an diesem Abend dann noch einmal,
als ein Diskussionsredner die Frage aufwarf, wie lange Walter
Feiniler noch auf die Einlösung der Zusage der
Landtagsabgeordneten Friederike Ebli – sie fehlte
an diesem Abend – warten müsse, die ihm einen Mandatsverzicht und
damit die Möglichkeit des Nachrückens in das Mainzer Parlament in
Aussicht gestellt habe. Verständlicherweise konnte und wollte sich
Feiniler zu dieser Frage aktuell nicht äußern und war sichtlich
erleichtert, als der „alte Fuchs“ Friedel Hinterberger die
Sitauation dadurch entschärfte, dass er vorschlug, diese Frage auf
einer gesonderten Parteiveranstaltung zu behandeln.
Damit waren Friede und Einigkeit wieder hergestelt,
von der die Teilnehmer an dem Parteitag hofften, dass sie die neue
Vorsitzende Steffi Seiler auch über diesen Abend hinaus durch die
nächsten Jahre ihrer Amtszeit erhalten bleiben möge. Foto: gc;
Bernd Kukatzki
26.04.2013
Wachwechsel an der Spitze des Stadtverbandes Speyer - Bilderalbum
Rede des Stadtverbandsvorsitzenden der SPD Walter Feiniler zur Mitgliederversammlung des SPD Stadtverbandes Speyer am 24.April 2013
Liebe Genossinnen und Genossen,
Sehr geehrte Vertreter der Speyerer Presse,
Meine sehr geehrte Damen und Herren,
wie gestaltet man einen Rechenschaftsbericht als amtierender
Vorsitzender des SPD Stadtverbandes Speyer, der nicht so lang
werden sollte aber trotzdem alle wichtigen Ereignisse der
vergangenen Wahlperiode beinhaltet.
Natürlich, und das gebe ich auch zu ist damit
auch etwas Wemuth verbunden, da Ihr ja alle wisst, das ich für eine
weitere Amtszeit als Vorsitzender der Speyerer SPD nicht mehr zur
Verfügung stehe.
Im Dezember 2012 wählten wir zum ersten male
seit Gründung der Speyerer Orstvereine im Jahre 1979 den
Stadtverbandsvorstand wieder in einer Mitgliederversammlung. Heute
hier im AV03 zum zweiten male – ich denke das ist eine gute Sache,
da es das Zusammengehörigkeitsgefühl unter uns Sozialdemokraten
stärkt.
Geprägt war diese Wahlperiode wieder, wie das
mittlerweile so üblich ist von der Organisation der Landtagswahl
2011. Im Vorfeld dieser Wahl, wussten wir alle dass es schwer
werden würde die im Jahre 2006 erreichte absolute Mehrheit halten
zu können. Nach einem langen intensiven Wahlkampf, wahr am
Wahlabend klar dass wir das in 2006 errungene Direktmandat nicht
halten konnten.
Aber liebe Genossinnen und Genossen eines war
wichtig für uns. Die Stadt ohne das Umland ging auch bei dieser
Wahl an die SPD. Und das dürfen wir uns durchaus auf die Fahne
schreiben, wir haben hier gegen den Trend gewonnen , dank eine
engagierten Wahlkampfes unserer Genossinnen und Genossen in den
Speyerer Ortsvereinen – hier nochmals meinen herzlichen Dank an
Euch alle.
Das zweite Halbjahr 2011 war geprägt von einer
innerparteilichen Diskussion zur Fusion der beiden Unterbezirke
Speyer und Vorderpfalz. Es war durchaus eine schwierige Diskussion
Für oder auch Gegen einen Zusammenschluss. Auch wurde diese
Diskussion und das sage ich offen und ehrlich oft unter der
Gürtellinie geführt. Was dann auch zu meinem Rücktritt als
Unterbezirksvorsitzender geführt hat.
Nach wie vor liebe Genossinnen und Genossen,
fand ich es eine richtige und wichtige Entscheidung die getroffen
wurde die beiden Unterbezirke zu fusionieren. Denn nach wie vor bin
ich der Meinung das größere Organisationseinheiten wesentlich
schlagkräftiger einen Wahlkampf organisieren und führen können als
kleine Einheiten die auch finanziell nicht überlebensfähig
sind.
Natürlich gibt es am Anfang auch
Startschwierigkeiten – aber diese sind mittlerweile überwunden da
man auch offen miteinander und untereinander redet und nicht
übereinander.
Auch kann man Synagien aus den einzelnen
Gliederungen mitnehmen – wie zum Beispiel das „Rote Frühstück“ das
in Ludwigshafen schon seit Jahren erfolgreich praktiziert wird.
Mann muss das Rad nicht immer neu erfinden – wir haben es
ausprobiert erst im OV West-Erlich mit dem damaligen
Generalsekretär Alexander Schweitzer – es war ein voller Erfolg,
gefolgt vom „Roten Frühstück“ im Ortsverein Speyer Nord.
Aber auch unsere Neujahrsempfänge 2011/2012/2013
mit unseren Gastrednern Roger Lewentz, Malu Dreyer und Dr. Carsten
Kühl waren eine durchaus gelungene Sache.
Genauso wie die politischen
Aschermittwochsveranstaltungen, wobei man auch sagen muss, das der
politische Aschermittwoch in diesem Jahr der erfolgreichste in der
Geschichte der Speyerer SPD war.
Mit diesem Zustrom von mehr als 130 Gästen hier
in diesem Räumen hatte wahrlich niemand gerechnet.
Im Mai 2012 hatten wir eine überaus erfolgreiche
Veranstaltung zum Thema „Altersarmut“ in Deutschland. Mit Malu
Dreyer unsere jetzigen Ministerpräsidentin platzte das
Naturfreundehaus aus allen Nähten. Man sieht es gibt Themen die für
die Bürgerinnen und Bürger wichtig sind.
Im Oktober letzten Jahres starteten wir in
Zusammenarbeit mit der Fraktion und den Ortsvereinen die
Veranstaltungsreihe „Fraktion im Dialog“ eine durchaus erfolgreiche
Veranstaltung die wir jetzt bereits im OV West und Erlich sowie im
OV Nord durchgeführt haben. Der OV Mitte wird am 04. Mai und am 27.
Mai folgen.
Wir habe zu vielen Themen die Speyer bewegen in
der Öffentlichkeit Stellung bezogen wie zum Beispiel Woogbachtal,
Bezahlbarer Wohnraum in Speyer, Thema Ludwigstraße 13 etc….
Liebe Genossinnen und Genossen,
es ist noch vieles verbesserungswürdig in
unserer Partei, aber wir können stolz sein auf das geleistete, die
Speyerer Sozialdemokratie hat sich noch nie weggeduckt wenn schwere
Entscheidungen für unsere Partei aber auch für Speyer anstanden.
Wir haben uns schon immer unserer Verantwortung gestellt und da
dürfen wir durchaus auch stolz darauf sein.
Es gibt viele Dinge liebe Genossinnen und
Genossen an denen wir für unsere Stadt noch bauen müssen….
Wir benötigen dringen deine solidarische
Stadtgesellschaft, Solidarität heißt für einander einstehen. Daraus
ergibt sich die Verpflichtung, sich als Stadt für die Schwachen,
die Armen, die Kinder, die Alten und für diejenigen, denen Rechte
verwehrt werden einzusetzen.
Insbesondere öffentliche Güter wie
Kindergartenplätze, Altenpflegeangebote, aber auch Wohnungen zu
bezahlbaren Preisen sollen und müssen in ausreichendem Maße für
Jedermann bereit gestellt werden.
Kommunale Sozialpolitik ist zuständig bei der
materiellen Unterstützung und der akuten Krisenhilfe.
Wir benötigen dringend eine ungeschönte Analyse
der sozialen Lage in dieser Stadt
Im Moment gerät hier etwas aus dem Lot.
In Speyer ist jedes 6. Kind von Armut betroffen.
Wollen wir dieses einfach so hinnehmen in der Wohlfühlstadt – ich
denke NEIN.
Wir benötigen hierzu einen weiterzuentwickelnden
Reichtums- und Armutsbericht, eine einmalige Berichterstattung
reicht hier bei weitem nicht aus. Eine kontinuierliche Erhebung und
Weiterentwicklung ist hier dringend geboten und der Situation
geschuldet.
Wir müssen aber auch eine aktive und
gestalterische Wirtschaftsförderung bauen.
Ich freue mich ja durchaus das der
Oberbürgermeister hier sozialdemokratische Themen aufgreift die
bereits bei der Kommunalwahl 2009 Gültigkeit hatten. Man sieht das
unsere Themen wichtig sind, wenn er diese weiter Verfolgt hat er
unsere volle Unterstützung.
Allerdings und das muss man klar und deutlich
benennen wurden Ihm die Flügen die er hier durchaus hatte von
seiner eigenen Partei gestutzt. Ob das wirklich seine Partei ist,
frage ich mich oft, ich denke eher Nein – denn wir wissen ja alle
wo er eigentlich herkommt.
Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung müssen
Hand in Hand arbeiten. Es kann nicht angehen, dass ein Unternehmen,
dass sich in Speyer ansiedeln möchte , durch bürokratische
Hindernisse, oder zwischenmenschlichen Beziehungen die nicht
funktionieren bei der Verwaltung ausgebremst wird und von Pontius
zu Pilatus läuft, um eine Baugenehmigung zu erhalten.
Die Wirtschaftsförderung muss sich als
Servicepunkt, Kümmerer und Vermittler zwischen Unternehmern und
Verwaltung sehen. Dabei sollte wie von uns schon immer gesagt der
Schwerpunkt darauf liegen Mittelständische Unternehmen in der Stadt
anzusiedeln.
Es war schon immer unsere Auffassung, nicht erst
seit heute, dass Wirtschaftsförderung und Bauverwaltung unter einem
Dach zusammengefasst werden müssen. Und wie ich finde auch
räumlich.
Aber so wie die Sache im Moment aussieht, sind
wir davon noch Lichtjahre entfernt.
Liebe Genossinnen und Genossen,
Sozial und- Wirtschaftspolitik sind zwei
Politikfelder die man auch hier in der Stadt zusammenführen
muss.
Nur wenn uns dieses gelingt, können wir auch mit
Zuversicht in die Zukunft dieser alten Stadt blicken.
Ein Sozial und Wirtschaftlich starkes Speyer ist
er Garant für eine stabile Kommunalpolitik, dieses sollte auch
unser Leitmotiv für die nächsten Jahre sein.
Wir sind Speyer – sozial und wirtschaftlich
stark!
Lasst mich noch ein paar Sätze zur sogenannten
Kooperation oder Koalition aus CDU/SWG und FDP sagen.
Der neue Vorsitzende der Speyerer Wählergruppe
hat bei seiner Wahl von einer Liebesheirat dieser drei Parteien
gesprochen. Liebesheirat ist für mich Harmonie und Vertrauen und
gegenseitiges aufeinander zugehen. Schaue ich mir aber das
Vertrauensverhältnis der handelten Personen Eger, Jung und Scheid
an so muss ich doch feststellen das der SWG Vorsitzende anscheinend
Blind auf beiden Augen ist und nicht weiß was eine Liebesheirat
eigentlich bedeutet.
Es pfeifen die Spatzen ja von den Dächern dass
das Verhältnis des Oberbürgermeisters mit seinem Beigeordneten
total zerstört ist. Und das des Vorsitzenden der CDU Fraktion mit
dem Beigeordneten ist auch nicht von Harmonie geprägt.
Natürlich verstehe ich auch die Wählergruppe und
den Beigeordneten, die sich über die nächste Runde retten wollen.
Nur vorher hat der Wähler noch das Wort und das sollten einige
Herrschaften nicht vergessen.
Und wenn ich mir dann noch den unnötigen
Beigeordneten der FDP anschaue, und bringen wir es von hier mal auf
den Punkt; der nur mit seinem Gerede die Leute nervt – und bis
jetzt noch nichts aber auch gar nichts auf die Beine gebracht hat
da kann es einem Angst und Bange werden um diese Stadt.
Aus diesem Grund wäre es in einer solchen
schwierigen Situation, die große Risiken mit sich bringt
erforderlich, dass eine klare politische Richtung erkennbar ist.
Dieses ist aber leider nicht der Fall. In vielen Fragen der
Speyerer Politik ist diese Koalition oder Kooperation zwischen
CDU/SWG und FDP nicht mehr handlungsfähig. Das sieht man nur zu
genau bei vielen Abstimmungen im Rat, wo die Verwaltungsspitze also
sprich der Oberbürgermeister bei dem ein oder anderen Projekt auf
die Stimmen der Opposition angewiesen ist. Es kann aber nicht
unsere Aufgabe sein, jedes Mal die Eisen aus dem Feuer zu holen,
wenn die eigenen Mehrheiten nicht stehen. Dieses meine Damen und
Herren ist ein desolates, erbärmliches und beunruhigendes Bild was
die Koalitionsparteien insbesondere die FDP, für die extra ein
Beigeordneten Posten nach der letzten Kommunalwahl geschaffen wurde
hier abgeben – und es ist zudem schlecht für unsere Stadt. Hier ist
jetzt endlich die Mehrheitsfraktion CDU gefragt wie lange sie sich
das Kasperletheater noch anschauen möchte.
Die Menschen in dieser Stadt haben wahrlich was
besseres verdient
Liebe Genossinnen und Genossen,
seit dem Jahre 2004 führe ich als Vorsitzender
den SPD Stadtverband Speyer. Es war mir eine große Ehre in der
Tradition von Heiner Brech, Werner Oppinger, Luise Herklotz,
Hermann Peter, Rolf Weis, Martin Hussong diesen Stadtverband mit
den vielen Mitgliedern unserer Partei in den Ortsvereinen zu
führen.
Und ich sage es heute nochmals ich war stolz
darauf diese traditionsreiche, alte SPD in Speyer als Vorsitzender
geführt zu haben.
Es waren nicht immer tolle Zeiten die ich erlebt
habe, oft mit viel Ärger verbunden – aber das positive überwiegt.
Und das waren die vielen schönen Begegnungen mit Euch Allen.
Es waren die vielen spannenden Wahlkämpfe ob gut
oder schlecht für uns – aber ich kann eines sagen jeder war anders
und in seiner eigenen Art auch schön. Ihr Alle die SPD habt
gezeigt, gemeinsamen können wir kämpfen gemeinsam sind wir
stark.
Ich habe von Euch allen viel Unterstützung
erfahren, dafür danke ich recht herzlich und hoffe das mir diese
Unterstützung auch als Fraktionsvorsitzender zuteil kommt.
Lasst mich aber auch hier ein paar Namen hervor
heben – die mich von Anfang an positivin diesem politischen Amt
begleitet haben.
Da nenne ich als erstes meine Familie, vor allem
meine Mutter die in dieser Zeit sich einiges anhören musste und
auch oft als Blitzableiter agieren musste und die immer zu mir
gesagt „mach Dich nett kaputt“.
Meine Schwester die mich von Anfang an in allen
Phasen dieses politischen Werdeganges unterstützt hat – und für Sie
war es oft nicht leicht, den Sie arbeitet bei der Stadtverwaltung
und Sie kann ein Lied davon singen, auch manchmal unter der
Gürtellinie wenn man einen „roten Bruder“ hat.
Ich danke ganz Herzlich der „Grand Dame“ der
Speyerer SPD unserer Ehrenvorsitzenden Margarethe Boiselle die mich
im Jahre 1983 in die Partei aufgenommen hat, die mich auf diesem
Weg immer wohlwollend begleitet hat und die mir auch in vielen
Dingen bis zum heutigen Tage immer gute Ratschläge gab.
Das gleiche gilt für Elke Jäckle, liebe Elke auf
Dich konnte ich mich schon immer verlassen, auch Du hast diesen Weg
von Anfang an bis heute immer begleitet und mir selbst Ratschläge
aus Deiner aktiven Zeit als Ratsmitglied und
Fraktionsgeschäftsführerin mit auf den Weg gegeben.
Ich danke Friedel Hinderberger, der immer offen
gesagt hat was er dachte – und kein Blatt vor den Mund nahm wenn
auch etwas in die falsche Richtung lief. Herzlichen Dank Friedel
für Deine offene und ehrliche Art mit der wir untereinander
umgehen.
Ein ganz lieber Dank geht an Martina Queisser,
wir haben uns über den damaligen Ortsverein West kennengelernt,
seitdem sind wir nicht nur in der Partei gute Freunde. Liebe
Martina, danke das ich Dir auch Dinge anvertrauen kann die nicht
immer für die Öffentlichkeit bestimmt sind, und natürlich für die
vielen guten Ratschläge und Empfehlungen.
Ein weiterer Dank geht an Margit Claus, in einer
schwierigen Phasen in der sich der ehemalige Ortsverein West
befand, ist es uns beiden gelungen wieder Vertrauen in die
Ortsvereinsarbeit zurück zu gewinnen – indem wir jedes einzelne
Mitglied in Speyer West abgelaufen sind und um Vertrauen geworben
haben. Es gab eine Grund warum ausgerechnet Margit Claus das mit
mir zusammen getan hat „Sie ist bekannt wie ein bunter Hund im
Burgfeld“ . Danke für die jahrelange gute Zusammenarbeit!
Recht herzlich bedanken möchte ich mich auch bei
Horst Nitsch, für die jahrelange positive Begleitung auf diesem
politischen Weg. Aber auch für seien Arbeit im Parteibüro, er hat
mir vieles abgenommen was das politische Alltagsgeschäft betrifft.
Hierfür Herzlichen Dank!
Ich danke ganz herzlich Steffi Seiler, die mir
mit vielen Dingen sei es im Stadtverband aber auch jetzt in der
Fraktion den Rücken frei hält , da dieser immense Arbeitsaufwand
alleine nicht zu bewältigen wäre. Wir haben über die Jahre hinweg
ein Vertrauensverhältnis aufgebaut das von gegenseitigem Respekt
geprägt ist – das uns durchaus in dieser Doppelspitze positiv
beflügeln wird.
Ich möchte aber auch bei meinem persönlichen
Dank drei Personen nicht vergessen die leider nicht mehr unter uns
sein dürfen.
Zum einen unsere Ehrenbürgerin Luise Herklotz,
oft waren wir bei Ihr in der Küche zusammen gesessen um über die
politische Wetterlage zu reden. Auch hier haben wir immer gute und
wichtige Argumente gegenseitig ausgetauscht, bei de Luis konnte man
durchaus einige politische Strategien lernen – die noch heute
wichtig sind und ihre Gültigkeit besitzen.
Manfred Ofer, ein Mann auf den ich mich immer in
allen Situationen verlassen konnte. Speziell im Ortsverein West hat
er mir oft dem Rücken frei gehalten – wenn die Arbeit im
Stadtverband und in der Fraktion einfach zu viel wurde.
Christian Regenauer, ein feiner Mensch der einem
immer beruhigend zur Seite stand. Ein Mensch dem es wichtig war zu
versöhnen statt zu spalten. Er war immer da wenn man ihn
brauchte.
Danke, für Deine Arbeit die Du in den letzten
Jahren an meiner Seite geleistet hast –vielleicht hörst Du es ja da
oben. Es war eine schöne Zeit!
Ich danke Euch allen liebe Genossinnen und
Genossen, ich danke Euch für Eurer Vertrauen das Ihr mir in den
letzten 10 Jahren entgegen gebracht habt.
Danke das Ihr mich in dieser Zeit getragen, aber
auch oft ertragen habt. Denn auch mit mir ging manchmal der Gaul
durch – aber das ist menschlich und das sollten wir uns alle in
dieser Partei erhalten. Ich entschuldige mich bei denen die ich in
dieser Zeit auch mal verletzt habe.
Liebe Freundinnen, liebe Freunde,
die Sozialdemokratie feiert in diesem Jahr Ihr
150jähriges bestehen, wir hier in Speyer haben 146 Jahre auf dem
Buckel.
Seit dieser Zeit machen Sozialdemokraten in
Speyer Politik für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. In der
Geschichte der Speyerer SPD spiegeln sich historische Ereignisse
und Umstände, die Lebenssituation, die soziale Lage sowie die
Entwicklung der gesamten Arbeiterbewegung wieder.
Nach 1945 entwickelte sich die SPD zur führenden
politischen Kraft. 45 Jahre stellten wir die Oberbürgermeister,
hier wurde der Grundstein für ein blühendes Gemeinwesen in Speyer
geschaffen.
Seit 1995 drücken wir die harten Bänke der
Opposition, und ich bin der Meinung damit sollte nun bald Schluss
sein.
Wir sollten uns aber auch weiterhin unseren
sozialdemokratischen Wurzeln und Werten bewusst sein: der Freiheit,
der Solidarität und der Gerechtigkeit. Denn wer seine Wurzeln
abschneidet, kann in Zukunft nicht wachsen. Dieses gilt auch für
unser Lebens- und liebenswertes Speyer mit seiner
traditionsreichen, wechselvollen Geschichte.
Gemeinsam sollten wir alle unser Ziel nicht aus
den Augen verlieren wieder bestimmende Kraft hier in Speyer zu
werden.
Denn Speyer braucht eine starke
Sozialdemokratie.
Speyer braucht uns!!!
Wir wollen liebe Genossinnen und Genossen die
Politik für die Menschen unserer Stadt gestalten, wir wollen unser
Speyer für die Menschen gestalten.
Lasst uns heute Abend von hier aus ein Zeichen
setzen, mit einer geschlossenen und starken SPD, werden wir uns den
Herausforderungen für die Zukunft stellen.
Wir sind bereit für Speyer, für unsere Stadt für
unsere Heimat Verantwortung zu übernehmen, wir ducken uns nicht weg
– nein wir nehmen die Herausforderung an.
In diesem Sinne danke ich Euch nochmals von
Herzen für Eure jahrelange Unterstützung, gebt diese Unterstützung
bitte in vollem Umfang an meine designierte Nachfolgerin Steffi
Seiler weiter.
Denn nur gemeinsam ZUSSAMMEN sind wir stark!
In diesem Sinne.
Herzlichen Danke für Eure Aufmerksamkeit und ein
herzliches Glück Auf unserer Speyerer SPD!
26.04.2013
Rede der neuen Stadtverbandsvorsitzenden der SPD Steffi Seiler
Liebe Genossinnen und Genossen,
lieber Christian Roßkopf, liebe Margarete
Boiselle, ich freue mich sehr, dass Ihr heute da seid.
Begrüßen möchte ich zudem die Ehrenvorsitzenden
Hans Winter des Ortsvereins Mitte und Friedel Hinderberger des
Ortsvereins Nord.
Ich möchte meine Rede unter den Titel „zurück zu
neuen Ufern“ stellen.
Für mich ist es eine große Ehre heute als
Nachfolgerin für Walter Feiniler in der Tradition von Heiner Brech,
Werner Oppinger, Luise Herklotz, Hermann Peter und Martin Hussong
der ältesten Partei hier bei uns in Speyer zu kandidieren.
Die SPD in Speyer hat eine beeindruckende
Geschichte hinter sich. Unter der Verantwortung von
Sozialdemokratinnen und Sozialdemoraten wurde unsere Stadt
maßgeblich gestaltet und zukunftsfähig gemacht. Wir können sehr
selbstbewusst und stolz auf deren Leistungen sein.
Daran gilt es anzuknüpfen ohne an der
Vergangenheit melancholisch festzuhalten, aber die Grundsätze der
Freiheit, Gleichheit und Solidarität an die Gegenwart angepasst
mitzunehmen, um die Zukunft unserer Stadt zu gestalten.
Speyer braucht eine starke Sozialdemokratie, die
die Stadtpolitik wesentlich mitgestaltet. Den
neoliberalen-konservativen Entwicklungen, wie sie seitens der
sogenannten Koalitionspartner der CDU/SWG und FDP vorangetrieben
werden, müssen wir nicht nur immer wieder offenbaren, sondern
diesen konkrete Alternativen gegenüberstellen.
Es ist nicht hinnehmbar, dass die
Verantwortlichen nur noch in Prestigeobjekte investieren und
grundlegende Investitionen nicht erbracht werden. Exemplarisch
möchte ich die Renaturierung des Woogbachtals anführen. Die SPD hat
sich nicht generell gegen dieses Projekt ausgesprochen, sondern für
eine Priorisierung von Investitionsmaßnahmen. Durch eine
Priorisierung sollten Fehlplanungen vermieden, eine mittel- bis
langfristige Stadtplanung sichergestellt und Prestigeprojekte
zurückgestellt werden. Wir brauchen in Speyer keine weiteren
Prestigeprojekte, die über den Köpfen der Bürgerinnen und Bürgern
leuchten, sondern Investitionen für und mit der Bürgerschaft.
Vielen Dank an die Fraktion, die hierzu einen entsprechenden Antrag
eingebracht hat.
(Antrag Oktober 2010)
So ist es für mich auch völlig unverständlich,
wie im Vorfeld der vorletzten Stadtratssitzung bspw. der
Vorsitzende der Grünen bezüglich der Renovierung der Ludwigstraße
13 mit folgenden Worten in der Rheinpfalz zitiert wurde: „Es ist
teuer, aber notwendig“. Im nächsten Zuge wurde aber eine Debatte
seitens der Wählergruppe, CDU und den Grünen um die Kosten für den
dringend notwendigen Neubau einer Feuerwache in Speyer Nord, um
diesen Stadtteil im Gefahrenfall zu erreichen, entfacht. Die
finanziellen Mittel dafür hätte die Stadt nicht. Es drängt sich die
Frage auf, für wen in Speyer politische Entscheidungen getroffen
werden?
Ein Skandal, den wir Sozialdemokratinnen und
Sozialdemokraten offen legen müssen. Seit der Regierungszeit eines
Werner Schinellers wird lediglich Politik zum Selbstzweck
betrieben. Lobby- und Klientelinteressen stehen im Mittelpunkt,
nicht die Speyerer Bürgerschaft. So gilt der Titel der
Wohlfühlstadt seit CDU-Verantwortung nur noch für wenige, nicht
aber mehr für alle Speyerer.
Und der Mann mit dem Bart entpuppt sich als der
OB ohne Plan. Ein Getriebener seiner Partei. Ein politisches
Konzept ist nicht erkennbar. So wirkt die Stadtpolitik planlos ohne
erkennbares Ziel. Investiert wird dort, wo es Fördermittel gibt,
eine Kosten-Nutzen-Analyse oder eine Bedarfsermittlung findet meist
nicht statt. Fördermittel unterstützen die schwachen kommunalen
Finanzen, aber die Verantwortlichen sollten sich bei Entscheidungen
immer wieder die Frage nach der Notwendigkeit stellen. Denn auch
diese Gelder sind Steuergelder und sollten sinnvoll investiert und
nicht um jeden Preis ausgegeben werden. Zumal dies lediglich ein
Zuschuss darstellt und die Restkosten die Kommune trägt.
Liebe Genossinnen und Genossen,
eine themenbezogene Debatte, um die bestmögliche
Entscheidung für unsere Stadt zu treffen, ist bei den
Koalitionsparteien weit in den Hintergrund gerückt.
So wurde ein ehrenamtlicher Beigeordneter
installiert, um für die Bürgermeisterwahl die fehlenden Stimmen zu
sichern. Und gegenwärtig wird die SWG als Stimmenfänger so an die
CDU gebunden, dass schon von einem Koalitionszwang gesprochen
werden kann. Nicht um für die Speyerer Bürgerinnen und Bürger
Politik zu betrieben, sondern allein um den Beigeordnetenposten zu
sichern.
Umso wichtiger ist es für mich eine starke
Sozialdemokratie als Gegenpol zu schaffen. Die alternative
Antworten bietet - mit einer politischen Kultur der Inhalte. Die
wirtschaftliche Vernunft und soziale Gerechtigkeit miteinander
verknüpft. Dies ist unsere große Chance, aber auch unsere
Verpflichtung gegenüber Euch, unseren Mitgliedern und den
Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt.
Anknüpfend an die Ägide der sozialdemokratischen
Oberbürgermeister Dr. Paulus Skopp und Dr. Christian Rosskopf
möchte ich mit Euch ein sozialdemokratisches Leitbild entwickeln.
Ein Leitbild, dass den Fokus auf inhaltliche und themenbezogene
Diskussionen legt, um damit Visionen und Konzepte für die
Stadtpolitik zu formulieren.
Wie soll für uns Sozialdemokratinnen und
Sozialdemokraten Speyer sich 2020, 2030 oder 2040 entwickeln? Was
macht eine kommunale nachhaltige Sozial-, Jugend-, Bildungs-,
Finanz- und Wirtschaftspolitik aus? Antworten auf diese und
ähnliche Fragen möchte ich mit Euch gemeinsam entwickeln.
Liebe Genossinnen und Genossen,
die folgenden Themen werden die Schwerpunkte für
die sozialdemokratische Stadtpolitik sein:
Die Forderung nach einem integrierten
Stadtentwicklungskonzept wird uns weiterhin beschäftigen. Wir
fordern eine langfristige Planung für die gesamte Stadt, einen
ganzheitlichen Blick. Dieser integrative Ansatz sollte die
zentralen Themenbereiche verknüpfen: Wohnraumanalyse, Armuts- und
Reichtumsberichterstattung,
Schulentwicklungs- und verkehrsplanung, Innenstadtentwicklung,
Einzelhandelskonzept und Wirtschaftsförderung sowie
Verkehrsentwicklungsplanung.
(Haushaltsrede 2012)
Durch die Verknüpfung dieser Konzepte in einem
integrierten Stadtentwicklungskonzept würden die politischen
Entscheidungen nicht mehr losgelöst von deren Auswirkungen für
andere Teilbereiche getroffen werden. Zudem könnten die
Erkenntnisse in die Überplanung der Konversionsflächen
einfließen.
Die Schließung der 23,22ha großen
Kurpfalzkaserne und der Abzugs des Spezialpionierbataillons hat
neben ökologischen und ökonomischen auch soziale und politische
Auswirkungen vor Ort in Speyer. Die SPD-Fraktion hat im vergangenen
Jahr im Stadtrat beantragt hierzu einen Ausschuss zu gründen.
Einberufen wurde diese seitens der Verwaltung bisher noch nicht.
Wir werden diese Thematik weiterhin vorantreiben und die
neugegründete Projektgruppe „Konversion“ wird ihre Arbeit
aufnehmen. Wir fordern eine geeignete Nachfolgenutzung für die
Liegenschaften und die darauf befindlichen Immobilien sowie die
Erarbeitung einer städtebaulichen Planung unter großer
Bürgerbeteiligung um diese Flächen so sinnvoll wie möglich zum Wohl
unserer Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger zu nutzen.
(Antrag September 2012)
Bezahlbarer Wohnraum für Familien sowie
erschwingliche Gewerbeflächen für den Klein- und Mitteilstand ist
ein weiteres zentrales Thema. Die Wohnraumentwicklung ist nicht
durch externe Einflüsse als gegeben hinzunehmen. Sondern sie
spiegeln die politischen Entscheidungen wieder. Die Preisspirale
für Wohneigentum, den Mieten und auch den Gewerbeflächen für klein-
und mittelständische Unternehmen steigt weiter nach oben. Es
betrifft nicht nur die Familien mit geringem Einkommen, die sich
bspw. eine Miete im Innenstadtbereich nicht mehr leisten können,
sondern Familien mit einem durchschnittlichen Einkommen.
Die Segregation in unserer Stadt wird weiter
vorangetrieben – unterstützt und forciert durch die politischen
Entscheidungsträger. Als ein Beispiel möchte ich die
Rheinuferbebauung nennen. An dieser Stelle müssen auch wir uns
hinterfragen, ob wir richtige Entscheidungen getroffen haben, um
dem Grundsatz der sozialen Gerechtigkeit gerecht zu werden.
Der Wohnungsmarkt befindet sich nicht in einem
luftleeren Raum, allein den Zwängen von Angebot und Nachfrage
unterworfen. Die momentanen Entwicklungen verschärfen erkennbar die
Spaltung zwischen armen und reichen Stadtteilen sowie die räumliche
Ungleichheit, der dort lebenden Bevölkerung.
Wir können dies nicht weiterhin als gegeben
hinnehmen, sondern müssen der kapitalistischen Leitlinie der
CDU/SWG und FDP unseren Grundsatz der sozialen Gerechtigkeit
entgegen setzen.
Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten
fordern die Inklusion unserer Stadtteile, eine heterogene Mischung
der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Von zentraler Bedeutung
ist hier die Quartiersorientierung, die die Lebensentwürfe der
Bürger in den Mittelpunkt stellt.
Still ruht der See um den
Verkehrsentwicklungsplan. Ein zukunftsfähiges Konzept, insbesondere
aber dessen Umsetzung für den motorisieren und nichtmotorisierten
Verkehr ist dringend notwendig. Für ein Verkehrskonzept rund um die
Speyerer Schulen werden wir uns weiterhin einsetzen. Ein
zeitgemäßer Schulstandort und die damit notwendigen verbundenen
Standortentwicklungen erfordert auch die Lösung die durch diese
Verkehrsbelastung entstehen. Die Grundschulen, sowie weiterführende
Schulen betrifft dies gleichermaßen, dass einerseits die
Bedürfnisse der Eltern und der Kinder, aber auch andererseits die
Anwohner vor erheblichen Belastungen geschützt werden. Eine
Schulentwicklung, die diese Probleme ignoriert, nimmt die Belange
der Anwohner, Eltern, aber insbesondere auch der Schülerinnen und
Schüler nicht ernst. Leider sieht weder der zuständige Beigeordnete
noch die Bürgermeisterin in ihrer Funktion als Schuldezernentin
sich in der Verantwortung, sich dieser Problematik zu widmen.
(Antrag April 2010)
Die angespannte Haushaltslage und die
Beteiligung der Stadt Speyer am Kommunalen Entschuldungsfonds
fordern einen verantwortungsvollen Umgang mit den knappen
öffentlichen Mitteln. Die Beteiligung am Kommunalen
Entschuldungsfonds reicht allerdings nicht aus, um die Schuldenlast
der Stadt abzubauen. Die Politik und die Verwaltung sind
aufgefordert die knappen finanziellen Mittel nach Notwendigkeit und
Bedarf zu investieren. Auch in Verantwortung den nachfolgenden
Generationen gegenüber, die diese Schulden tragen müssen. Jede
Maßnahme obliegt somit einem erhöhten Begründungszwang und fordert
von allen Beteiligten Disziplin bei der Ausgabenverteilung. Deshalb
werden wir uns weiterhin für eine Priorisierung der
Investitionsmaßnahmen einsetzen. Wir setzen uns nicht nur für die
Reduzierung der Neuverschuldung ein, sondern fordern ein
Finanzkonzept zur Sanierung des städtischen Haushaltes, um die
Handlungsfähigkeit der Verwaltung und der politischen
Entscheidungsträger auch zukünftig zu gewährleisten
Es gibt noch viele weitere wichtige Themen in
der Stadtpolitik, die ich an dieser Stelle nur kurz streifen
möchte:
-
Sicherstellung der Nahversorgung und Mobilität
in den Quartieren
-
Weiterentwicklung der Bildungslandschaft in
Speyer, unter anderem die Überprüfung und Fortführung des
Schulentwicklungsplans zur Weiterentwicklung des Schulstandortes
sowie eine Bestandsaufnahme und Maßnahmenentwicklung beim Übergang
von Schule in die Ausbildung
-
Gewährleistung der Kinderbetreuung in den
Randzeiten
-
Eine Wirtschaftsförderung, die ihrem Namen
gerecht wird und sich nicht allein auf Großinvestoren fixiert.
Sondern dem Klein- und Mittelstand sowie Existenzgründer
unterstützt und fördert. Zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes,
zur Vernetzung von Handwerk und Dienstleistung sowie zur
Arbeitsplatzsicherung
-
Ausweitung der interkommunalen Zusammenarbeit
auch zur Gewährleistung der Daseinsvorsorge (bspw. im Hinblick der
Metropolregion)
Liebe Genossinnen und Genossen,
hierzu möchte ich mit Euch und Interessierten
den inhaltlichen Diskussionsprozess anstoßen und intensivieren.
Durch verschiedene Beteiligungsformen, wie die Reaktivierung der
fachbezogenen Projektgruppen, der Stärkung der Ortsvereinsarbeit
und den Arbeitsgemeinschaften. Die Ernennung von Presse und
Mitgliederbeauftragten, um unsere politische Arbeit innerhalb der
Partei und nach außen zu verstärken. Die Fortführung der Werkstatt-
und Fachgespräche. Sowie die Zusammenarbeit von Stadtverband und
Fraktion. Unabdingbar ist dazu die Besetzung unseres Parteibüros,
um die einzelnen Vorstände organisatorisch zu entlasten. Hierzu
werden wir im neuen Vorstand ein Finanzierungskonzept
erarbeiten.
Die Speyerer Sozialdemokratie soll nach dem
Vorbild der Landespartei eine Mitmach-Partei werden, in der sich
jeder und jede nach Interessen und Fähigkeiten einbringen kann.
Jüngere und ältere Genossinnen und Genossen sowie interessierte
Bürgerinnen und Bürger sind dazu herzlich eingeladen. Auch das
Gemeinschaftsleben soll dabei nicht zu kurz kommen. Hierzu möchte
ich verschiedene Veranstaltungsformen und Bildungsreisen im neuen
Stadtverbandsvorstand konzipieren.
Durch eine demokratisch-sozialkritische
Erziehung im Elternhaus konnte ich mich schon früh mit sozialen und
politischen Themen beschäftigen. Mein politisches Engagement begann
mit dem Eintritt in die SPD als ich 18 Jahre alt war.
Im Jahr 2003 habe ich dann mit anderen jungen
Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten die Speyerer Jusos wieder
belebt. Unter dem Dach der Jusos konnten wir erfolgreich den Ring
politischer Jugend sowie einen aktiven Jugendstadtrat in Speyer
initiieren.
Neben meiner Tätigkeit im Ortsverein
West-Erlich, war ich zunächst als Beisitzerin und anschließend als
stellvertretende Vorsitzende im Stadtverband aktiv. Seit den
Kommunalwahlen 2009 bin ich Mitglied der SPD-Stadtratsfraktion und
seit letztem Jahr stellvertretende Fraktionsvorsitzende.
Überregional bin ich als Schriftführerin im Unterbezirk
Vorderpfalz, als Beisitzerin im Regionalverband sowie Mitglied des
Parteirates aktiv.
Nach meinem Abschluss als Diplom-Soziologin
absolvierte ich ein verwaltungswissenschaftliches Ergänzungsstudium
mit dem Schwerpunktbereich „Öffentliche Aufgaben, Organisation und
Verfahren“ an der Deutschen Universität für
Verwaltungswissenschaften in Speyer. Seit 2012 bin ich als
Bildungssekretärin der Jusos Rheinland-Pfalz und Saarland
tätig.
In diesem Jahr steht auch Einiges an, bei dem
ich mich einbringen möchte: Wir feiern das 150 jährige Jubiläum der
Sozialdemokratie in Deutschland - ein Anlass, für uns als SPD, über
die Geschichte und die Zukunft der Sozialdemokratie nachzudenken
Gleichzeitig wird es darum gehen für einen wirklichen
Politikwechsel im Bund zu kämpfen und das schwarz-gelbe
Gruselkabinett abzulösen.
Kaum ein Jahr später wollen wir dafür sorgen,
dass die SPD auch aus den Kommunalwahlen stark hervorgeht und hier
in Speyer wichtige Akzente setzen wird!
Es steht also viel an, bei dem ich gerne als
Vorsitzende des SPD Stadtverbandes mitarbeiten möchte und bei dem
ich mich über eure Unterstützung sehr freuen würde.
Glück auf der Speyerer Sozialdemokratie!
26.04.2013
Antrag der CDU-Stadtratsfraktion zur Umnutzung des ehemaligen Stiftungs-Krankenhauses
Herrn Oberbürgermeister
Hansjörg Eger
Maximilianstraße 100
67346
Speyer
20.04.2013
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir bitten, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der
nächsten Stadtratssitzung zu nehmen:
- Der Rat der Stadt Speyer spricht sich dafür aus, dass auf dem
Gelände des ehemaligen Stiftungs-Krankenhauses ein
Mehr-Generationen-Wohnbauprojekt realisiert werden soll. Das
Projekt soll sich unter Wahrung des vorhandenen Grünbestandes in
die Umgebung einfügen.
- Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit der GEWO zu
prüfen, ob ein solches Projekt in der Trägerschaft einer
Baugemeinschaft erfolgen kann, in der bevorzugt Speyerer
Bauinteressenten berücksichtigt werden.
- Die Verwaltung wird darüber hinaus beauftragt, zu prüfen, ob
auch andere Wohnbauprojekte in der Trägerschaft von
Baugemeinschaften realisiert werden können.
- Um das Instrument der Baugemeinschaft in Speyer zu fördern,
wird die Verwaltung beauftragt, dazu in einem ersten Schritt ein
öffentliches Informationsforum durchzuführen.
Begründung:
Das Gebäude des ehemaligen Stiftungskrankenhauses in der
Ludwigsstraße wird zwar noch mehrere Jahre für Krankenhauszwecke
genutzt werden. Dennoch ist es sinnvoll, frühzeitig ein
Entwicklungsziel für das Gebäude zu benennen – dies vor allem auch
mit Blick darauf, dass aus der Sicht der CDU-Stadtratsfraktion ein
neues Bauträgermodell entwickelt werden sollte, wofür ausreichend
Zeit benötigt wird. Ziel sollte ein
Mehr-Generationen-Wohnbauprojekt sein, das junge und ältere
Menschen zusammenführt, barrierefrei ist und auch neue Wohnformen
wie etwa eine „Senioren-WG“ berücksichtigt.
Da das Gelände der Bürgerhospitalstiftung gehört, sollte nicht
nur eine zeitgemäße Generationen übergreifende Wohnnutzung
ermöglicht, sondern auch geprüft werden, ob dort eine neue Form
eines möglichst kostengünstigen Wohnungsbaus in unmittelbarer
Verantwortung interessierter Bürgerinnen und Bürger, und zwar
vorrangig Speyerer Bürgerinnen und Bürger, in Betracht kommt. Das
Instrument der Baugemeinschaft (zum Teil auch als „Baugruppen“
bezeichnet) ist dafür aus der Sicht der antragstellenden Fraktion
ein möglicher Weg. Die Bildung einer Baugemeinschaft ist eine
Alternative zur Übernahme eines solchen
Mehr-Generationen-Wohnprojekts in der ausschließlichen Trägerschaft
eines Investors und damit verbunden der Schaffung von
Eigentumswohnungen „von der Stange“.
Baugemeinschaften sind der Zusammenschluss von privaten
Bauherren, die gemeinsam Häuser, auch Mehrfamilienhäuser, planen,
bauen oder umbauen. Solche Baugesellschaften werden üblicherweise
als Gesellschaften des Bürgerlichen Rechts gegründet. Die
Baugemeinschaft tritt als Bauherr mit allen damit verbundenen
Risiken auf. Die Planungs- und die Bauaufträge werden
gemeinschaftlich vergeben. Im Rahmen der Baugemeinschaft erwirbt
jedes Mitglied einen Anteil an dem Wohnbauprojekt.
Baugemeinschaften existieren mittlerweile, wie eine Erhebung des
Bundesverbandes Baugemeinschaften e. V. ergeben hat, in vielen
deutschen Städten und haben eine ganze Reihe größerer und kleinerer
Wohnbauprojekte realisiert. Dies geschah und geschieht nicht nur in
Groß-, sondern auch in Mittelstädten. So setzt zum Beispiel die
Stadt Tübingen dieses Instrument, das sie frühzeitig erprobt hat,
inzwischen vorzugsweise als bewährte Lösung ein.
Die Mitglieder der Baugemeinschaften können ihre Bauvorhaben
individueller realisieren, als wenn sie eine Eigentumswohnung oder
ein Reihenhaus von einem Bauträger kaufen. Deshalb können
Baugemeinschaften eine Alternative sein für diejenigen, die in der
Stadt leben und in Gemeinschaft mit Anderen Wohnungseigentum oder
Hauseigentum nach ihren Vorstellungen bilden wollen.
Baugemeinschaften können nicht nur städtische Baukultur durch
individuelle architektonische Lösungen bereichern, sondern schaffen
auch nachbarschaftliche Netzwerke und ein Verantwortungsgefühl
nicht nur für das unmittelbare Wohnungseigentum, sondern auch für
das Wohnumfeld. Gerade auch für Familien mit Kindern stellen
Baugemeinschaften eine Alternative zum Bau auf der „grünen Wiese“
dar. Durch die gemeinschaftliche Entwicklung eines Wohnbauprojekts
besteht die Möglichkeit, zur Kostenersparnis neben individuellen
Wohnungen gemeinschaftlich genutzte Einrichtungen bis hin zu
Gästezimmern zu schaffen.
Zwingend erforderlich ist eine professionelle Moderation der
Baugemeinschaft durch einen externen Betreuer und bereits im
Vorfeld der Baumaßnahme eine gründliche Aufarbeitung aller
architektonischen, finanziellen, rechtlichen und steuerlichen
Fragen sowie während der Baumaßnahme eine professionelle
Projektabwicklung. In den letzten Jahren haben sich viele Büros auf
solche Projekte spezialisiert. Da es inzwischen langjährige
Erfahrungen mit Baugemeinschaften gibt, kann hierauf in Speyer
zurückgegriffen werden.
Zu diesen Erfahrungen zählt, dass sich die Idee der
Baugemeinschaften vor allem dort durchsetzen kann, wo sich eine
Kommune für diese Idee engagiert, dafür wirbt und die Entwicklung
von konkreten Projekten möglich macht. Im vergangenen Jahr führte
die GEWO ein Fachgespräch mit einer früheren Bürgermeisterin von
Tübingen durch, die mit großem Engagement dargestellt hat, mit
welchem Aufwand, aber auch mit welchem Erfolg sich in dieser Stadt
das Bauen mit Baugemeinschaften durchgesetzt hat. Am Beispiel von
Tübingen hat sie die Notwendigkeit einer Kooperation von Familien,
Einzelpersonen, Gewerbetreibenden und Investoren in
Baugemeinschaften betont.
Der vorliegende Antrag zielt darauf ab, dass zunächst seitens
der Stadtverwaltung oder der GEWO eine öffentliche
Informationsveranstaltung angeboten wird, auf der die Gelegenheit
besteht, Erfahrungen aus anderen Städten, auch solchen aus nächster
Nähe wie etwa Mannheim und Karlsruhe, kennen zu lernen. Die
CDU-Stadtratsfraktion würde auch einen öffentlichen
Diskussionsprozess sehr begrüßen. Er könnte in das Angebot münden,
dass eine Baugemeinschaft auf dem Gelände des ehemaligen
Stiftungskrankenhauses ein Mehr-Generationen-Wohnbauprojekt
realisieren kann. Das Instrument der Baugemeinschaft käme aber auch
für andere Bereiche, etwa für Teile des Kasernengeländes oder für
Vorhaben auf privaten Grundstücken, in Betracht.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gottfried Jung
Fraktionsvorsitzender
24.04.2013
Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN: Intelligentes Beleuchtungskonzept für die Stadt Speyer
Herr
Oberbürgermeister
Hansjörg Eger
Maximilianstrasse 100
67346 Speyer
Speyer,
21. April 2013
Prüfantrag Lichtsmog mehr bekannt unter dem
Begriff Lichtverschmutzung.
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Eger,
wir bitten Sie folgenden Antrag auf die
Tagesordnung der kommenden Stadtratssitzung zu nehmen:
Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, wie ein
intelligentes Beleuchtungskonzept für die Stadt Speyer aussehen
könnte. Dabei geht es darum die Beleuchtung der Straßen in der
Nacht zielgerichtet einzusetzen, nur das nötige auszuleuchten unter
der Berücksichtigung der Nachtzeit (um 22.00 Uhr sollte mehr
ausgleuchtet sein als um 2.00 Uhr).
Begründung:
„Lichtverschmutzung“ bzw. Lichtsmog hat unabsehbare
ökologische, gesundheitliche und ökonomische Folgen. Es geht bei
einer Licht-Reduzierung nicht darum, die Stadt ins Dunkel zu
tauchen. Vielmehr verhindert eine effiziente und zielgerichtet
eingesetzte Beleuchtung, dass Licht verschwendet wird, indem es
z.B. unnötigerweise nach oben oder zur Seite abgestrahlt wird oder
Leuchtmittel die ganze Nacht hindurch brennen, obwohl eine
Reduzierung keine Nachteile brächte.
Wenn es gelänge, die nächtliche Innenstadt mit
weniger Licht angemessen zu beleuchten, ließe sich dadurch Energie
sparen (was die Kosten reduziert), die Natur schützen (indem z.B.
weniger Insekten getötet würden) und die menschliche Gesundheit
fördern (Stichwort: Tag/Nacht-Rhythmus / Melatonin-Produktion). Im
Gegensatz zum Landhimmel ist der städtische Himmel auch nachts
nicht mehr dunkel. Durch Straßenbeleuchtung, Reklametafeln oder das
Bestrahlen von Kulturdenkmälern wird die Nacht zum Tag gemacht- und
das oft rund um die Uhr. Ein bedarfsgerechtes Beleuchtungskonzept,
wie es z.B. die Stadt Augsburg umgesetzt hat, gefährdet weder die
Sicherheit der Bürger noch widerspricht es den Interessen des
Einzelhandels, die auch am Abend auf ihre Angebote aufmerksam
machen möchten. Ein intelligentes Beleuchtungskonzept ermittelt den
Bedarf der Nachtbeleuchtung und berücksichtigt mögliche
Einsparpotenziale.
Mehrere Städte in Deutschland haben mittlerweile
Licht-Masterpläne aufgestellt, mit denen sie ihre öffentliche
Beleuchtung systematisch modernisieren möchten. Vorreiter ist die
Stadt Augsburg. Dort kann die gesamte Straßenbeleuchtung
bedarfsgerecht ein- und ausgeschaltet oder gedimmt werden. In
anderen EU-Ländern gibt es bereits gesetzliche Verordnungen, die
die Lichtverschmutzung eindämmen. 2013 wurde in Frankreich ein
Dekret erlassen, nach dem aus Energiespargründen Werbebeleuchtung
nach Mitternacht auszuschalten sei. Slowenien hat bereits seit 2007
eine Verordnung zur Verhinderung von Lichtverschmutzung. Auch in
Deutschland gibt es Ansätze insbesondere im Immissions- und
Naturschutzrecht. Es fehlen jedoch konkrete Vorgaben und
Leitlinien.
Mit freundlichen Grüßen
Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Johannes Jaberg, Luzian Czerny
24.04.2013
Postgalerie Speyer – Vom Konsum-Traum zum Albtraum der Misswirtschaft
Speyer-
Die ersten Pächter in der Postgalerie geben auf, dass
Centermanagement wird ausgetauscht. Und das “trotz der sehr guten
Entwicklung der Psotgalerie”, wie ein Sprecher des Gesellschafters
Caposition lt. Rheinpfalz mitteilt.
Ein Schelm wer übles dabei denkt. War es bereits zu Anfang der
Planungen die Frage, wieviele Mode-Ketten-Filialen, wieviele
Nagelstudios, Futterbuden und Friseurläden in Speyer wohl noch
unterzubringen sind, bis die ersten Aufgrund der schieren Masse des
Angebotes aufgeben müssen, wird nun auch noch dem letzten klar,
dass die Profite der Postgalerie auf dem Rücken der Angestellten,
der Teilzeitkräfte und Leiharbeiter ausgetragen werden. “Die
Postgalerie hat mich ruiniert”, spricht ein ehemaliger Pächter aus
was er denkt.
“Ruiniert hat sich in Speyer die Politik der Grünen, der SPD,
der CDU und der FDP auf Bundesebene. Was hier passiert, was wir in
Zukunft sicher noch öfter beobachten können, ist ganz einfach: Wer
kein Einkommen hat, kann auch nichts konsumieren, Leiharbeit und
Niedriglöhne, Agendapolitik und das ewige “Gürtel-enger-schnallen”
fahren die Binnenwirtschaft vor die Wand”, so Wolfgang Förster,
Vorsitzender des Kreisverbandes Speyer-Germersheim der LINKEN.
“Die Gesellschafter der Postgalerie betreiben ein auf wachsenden
Gewinnansprüchen orientiertes Unternehmen. Der einzelne Pächter
kann dem nichts entgegensetzen, außer Lohndrückerei und Ausbeutung
durch unbezahlten Überstunden gibt es keinen Spielraum. Zusätzlich
verursacht die Postgalerie mit ihrem Angebot auch noch enormen
Druck auf die Löhne des Speyerer Einzelhandels insgesamt!” so
Förster weiter.
Aber es gibt auch Trost, wie kürzlich in der Zeitung zu lesen
war. All diejenigen, die künftig gar nicht mehr konsumieren können,
weil sie nicht einmal mehr die erniedrigensten Sklavenarbeiten
ausführen dürfen, dürfen wengistens den schönen Schein der
Glitzerwelt auf sich wirken lassen, auf ihrem Weg zum Jobcenter,
dass dann wohl ebenfalls Räumlichkeiten in der Postgalerie bezieht,
um ganz sicher nicht aus reinem Sadismus den Erwerbslosen all den
Luxus zu zeigen mit den Worten: Das alles werdet ihr nie wieder
haben, ihr Ausgestoßenen! DIE LINKE. Speyer-Germersheim,
Presse
23.04.2013
MIT Speyer besuchte Bäckerei und Metzgerei der WASGAU AG in Pirmasens
Speyer/Pirmasens-
Anfang März besuchte der Vorstand der Wirtschafts- und
Mittelstandsvereinigung der CDU-CSU Speyer zusammen mit dem
Kreisvorsitzenden Thomas Stevens und seinen Mitgliedern und
Interessierten die Produktionsbetriebe von Bäckerei und Metzgerei
der WASGAU AG mit Sitz in Pirmasens.
Im Zuge der letzten Lebensmittelskandale, ganz konkret des
Fleischskandals, hat sich die MIT Speyer sehr intensiv mit dem
Thema „Sicherung Lebensmittelqualität und Versorgung“
beschäftigt.
Dabei ging es auch um die Fragen der Lebensmittelqualität und des
nachhaltigen Umweltschutzes unter dem Aspekt des internationalen
Lebensmitteltransportes, dem sogenannten CO2
Anteil-Transporteinheit.
Diese Frage und die Frage der Qualitätssicherung scheinen zwingend
auch im Zusammenhang mit der Konzerngröße und der
Sicherungsmechanismen bzw. Qualitätskontrollen zu stehen. Hier gilt
es zu hinterfragen wie z.B. große Lebensmittelmengen unter dem
geforderten Qualitätsaspekt eingekauft und unter Einhaltung der
jeweiligen Lieferantenkontrolle in die Märkte und somit zum
Verbraucher gebracht werden.
Die zahlreichen Fragen rund um die Themen Qualitätssicherung und
Qualitätskontrolle wurden von dem Vorstandsvorsitzenden der WASGAU
AG Alois Kettern beantwortet. Dieser übernahm dann auch die Führung
durch die Produktionsbetriebe der WASGAU Bäckerei und WASGAU
Metzgerei, die so wie die Zentrale und das Logistikzentrum ihren
Sitz im südwestpfälzischen Pirmasens haben.
Besonders begeistert zeigte sich der Vorsitzende der MIT Speyer
Thomas Stevens von den hohen Standards des Fleisch- und
Wurstsortiments. Die Qualität des Premium Schweinefleischs und des
Landgeflügels liegt hier deutlich über den gestellten
Mindestanforderungen. Zudem verkauft und verarbeitet die WASGAU
Metzgerei seit über zehn Jahren ausschließlich Bio Rind-, Bio Kalb-
und Bio Lammfleisch. Das Fleisch stammt ausschließlich von der
Erzeugergemeinschaft Weidehof in Mecklenburg-Vorpommern.
Die WASGAU Metzgerei - einer der modernsten Betriebe im
südwestdeutschen Raum - beschäftigt in der Produktion derzeit 188
(davon 30 Metzgermeister und 69 Metzgergesellen) Mitarbeiter. Im
Vertrieb und an den Fleisch- und Wursttheken der WASGAU
Frischemärkte sind rund 800 Mitarbeiter beschäftigt. Diese
verantworten die herausragende Qualität der WASGAU Fleisch- und
Wurstwaren.
Auch in der WASGAU Bäckerei wird den Bio-Produkten viel
Aufmerksamkeit geschenkt. Seit 2006 gehören die Bio-Vollkornbroten
aus biologisch angebauten Getreidesorten zum Sortiment. Um ein
Maximum an gutem Brotgeruch und -geschmack zu kreieren, wird das
Bio-Getreide bei WASGAU in eigenen Mühlen gemahlen und am gleichen
Tag zu Bio-Brot verbacken.
Der Kreisvorsitzende Thomas Stevens und die Mitglieder der
Wirtschafts- und Mittelstandsvereinigung der CDU-CSU Speyer sind
sich nach dem Besuch der WASGAU AG sicher, dass sich das Angebot,
mit der Ansiedlung eines WASGAU Frischemarktes in Speyer für die
Verbraucher dort deutlich verbessern würde. Die herausragende
Qualität der Produkte und die Förderung und Zusammenarbeit mit
Bauern und Winzern aus der Region prägen die Philosophie der WASGAU
Frischemärkte.
Stevens appelliert an die Verantwortlichen hier alles zu tun um
eine Ansiedlung möglich zu machen, denn Lebensmittelqualität aus
der Region und ein damit verbundener gesunder Lebensstandart ist
wichtig für eine „Wohlfühlstadt“ wie Speyer. MIT Speyer,
Presse
20.04.2013
Vorstandsneuwahlen bei CDU Ortsverband Süd
CDU Speyer, OV Süd Jahresmitgliederversammlung mit Neuwahlen des
Vorstandes 18. April 2013, 19.30 Uhr, Hotel Löwengarten,
Schwerdstraße 14, 67346 Speyer
Zu seiner Jahresmitgliederversammlung mit Neuwahlen des
Vorstandes hat der CDU Ortsverband Speyer Süd am 18. April 2013 in
das Hotel Löwengarten eingeladen.
Die Zahl der satzungsgemäßen Beisitzer wurden auf Antrag von
bisher sieben auf zehn einstimmig geändert.
Nach dem Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden Robert Gard und
der Aussprache erfolgte die Entlastung des Vorstandes.
Aktuell gehören 117 Mitglieder dem Ortsverband an. Gard
bezeichnete den OV Süd als eine Gemeinschaft, die sich mit
vielfältigen Themen beschäftigt und für Interessierte offene
Stammtische anbietet.
Alle bisherigen Amtsinhaber stellten sich zur Wiederwahl. Ulrich
Zehfuß, der als Geschäftsführer der Firma profitext.com GmbH
bereits den Wahlkampf des Oberbürgermeister Hansjörg Eger begleitet
hat, informierte die Anwesenden im Anschluss an die Wahlen über die
Außenwahrnehmung der CDU in Speyer.
Ergebnis der Neuwahlen - Vorstand CDU OV Speyer-Süd:
Robert Gard, Vorsitzender
Inge Höhl und Johannes Dörr, stellv. Vorsitzende
Zehn Beisitzer:
Fanny Avril
Bettina Gersch
Silvia Hoffmann
Andreas Lutz
Werner Reisinger
Stefan Serr
Conny Schmidt
Bernhard Steegmüller
Gertrud Vögeli-Steegmüller
Jörg Zehfuß
19.04.2013
Antrag der SPD-Stadtratsfraktion zur Unterbringung der Kreis- und Stadtbildstelle
„Die SPD-Stadtratsfraktion bittet die Stadtverwaltung in einem
Antrag für die nächste Ratssitzung zu prüfen, ob die Kreis- und
Stadtbildstelle in den bisher von der Pestalozzischule belegten
Räumen untergebracht werden könnte,“ teilt die stellvertretende
Fraktionsvorsitzende Stefanie Seiler mit.
„Mit dem Umzug der Pestalozzischule wurden Räume frei, die unter
Umständen gut geeignet wären, um die Kreis- und Stadtbildstelle,
die z.Zt. in der Erlichschule untergebracht ist, aufzunehmen. Da es
sich bei dem Gebäude in der Vincentiusstraße um ein Haus im Besitz
des Landes handelt, bitten wir zu klären, ob eine solche Verwendung
für die Räume in Betracht kommen kann,“ fügt die stellvertretende
Fraktionsvorsitzende Petra Spoden an.
Ergänzend stellt der Frationsvorsitzende Walter Feiniler fest:
„Hintergrund der Überlegung ist, dass die Einrichtung in der
Erlichschule Platz einnimmt, der anderweitig sinnvoll genutzt
werden kann. Gleichzeitig ist es ökologisch und zeitökonomisch
gesehen sinnvoll, die Bildstelle als Dienstleister in der Nähe der
großen Schulen zu stationieren. Die Erlichschule könnte auf diese
Weise auch Platz gewinnen für ihre Malerwerkstatt, die inzwischen
großes Ansehen genießt und den SchülerInnen eine echte
Zukunftsperspektive bietet.“ SPD- Stadtratsfraktion Speyer,
Presse
18.04.2013
Energieeffizienz muss sich lohnen und die Energieversorgung künftig in 'Bürgerhand' liegen
Jutta Paulus,
Direktkandidatin der GRÜNEN, zu Gast beim Kreisverband Speyer ihrer
Partei
cr. Speyer- Eines der
beherrschenden Themen des langsam „an Fahrt gewinnenden“
Bundestagswahlkampfes stand jetzt im Mittelpunkt einer
Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Speyer von „Bündnis 90/Die
Grünen“, zu der die VorstandssprecherInnen Gudrun Weber,
Petra Fischer-Wolfert und Hemut Stickl
die Parteimitglieder in das Nebenzimmer der Gastwirtschaft „Alter
Hammer“ am Rheinufer eingeladen hatten. Referentin an diesem
Abend:Jutta Paulus, Kandidatin der
Bündnis-Grünen für die Wahl zum Deutschen Bundestag.
Nach einer Einführung in den Abend und der
Begrüßung der anwsenden Parteimitglieder und Gäste durch
Gudrun Weber trug Jutta Paulus (45)
- studierte Pharmazeutin und Leiterin der
Qualitätssicherung in einem von ihr mitgegründeten Labor für
Umweltanalytik und Chemikalienbewertung - mit wissenschaftlichem
Sachverstand, aber dennoch auch für Laien gut verständlich sowie
mit großer Sachlichkeit thesenhaft ihre Überlegungen zur
Energiewende vor.
Dabei wies sie zunächst noch einmal darauf hin,
dass nach der Katastrophe von Fukushima in Deutschland der Einsatz
der Kernenergie auf Dauer ausgeschlossen sei. Statt dessen müssten
regenerative Energien – Windkraft, Solarenergie und Biomasse - an
ihre Stelle treten. „Die Stromerzeuger haben aber ein Interesse
daran, die Lücke, die durch die Stilllegung der Kernkraftwerke
entsteht, mit eigenen Mitteln zu schließen“. Das aber bedeute den
vermehrten Einsatz von Stein- und Braunkohle, so Paulus. Diese
Energieträger aber sollten besser dort bleiben, wo sie sind – im
Boden - und für ihren wichtigeren Einsatz in der chemischen und in
der pharmazeutischen Industrie aufbewahrt werden. Man müsse deshalb
den Menschen, die sich heute vehement z.B. gegen den Aufbau
weiterer Windkraftanlagen im Pfälzer Wald aussprächen, deutlich
machen, dass die Energiewende nur zu schaffen sei, wenn sie sich
auch mit denen solidarisch erklärten, die tagtäglich in den
Braunkohlerevieren ihre Heimat verlören.
Die Antwort
darauf müsse deshalb der konsequente Einsatz von Windkraft und
Solarenergie sein, aber auch der Bau von Gaskraftwerken müsse zur
Absicherung des Grundbedarfs gebaut werden, weil in unseren Breiten
Sonne und Wind nicht zuverlässig verfügbar seien.
Als einen grundsätzlichen Fehler bezeichnete es die
Referentin, dass der Strom noch immer in verbrauchten
Kilowattstunden (Kwh) abgerechnet werde, der Aspekt der
Versorgungssicherheit dabei aber viel zu wenig berücksichtigt
werde. Jutta Paulus brachte deshalb auch die riesigen Kühlhäuser im
Lande, in denen tiefgefrorene Lebensmittel aufbewahrt werden, als
„Energiepuffer“ ins Gespräch: Dort könnten die Temperaturen in
Zeiten hoher überschießender Strommengen aus der regenerativen
Energie-Erzeugung zur Absenkung der Temperaturen eingesetzt und in
Zeiten hohen individuellen Stromverbrauchs in die Netze umgelenkt
werden. Dadurch solle die flächendeckende, kontinuierliche Kühlung
dieser Einrichtungen durch ein System eine tageszeit- und
verbrauchsorientierten Energieversorgung abgelöst werden.
Paulus kritisierte in diesem Zusammenhang die
derzeit noch immer eingesetzte Pufferung von Energie in den Netzen,
die den Aufbau von Speicherkapazitäten in großem Umfang verhindere.
„Speicher haben nämlich auch eine netzstabilisierende Funktion“,
betonte die Referentin, die sich deshalb nachdrücklich für die
Auflegung eines wirksamen Markteinführungsprogrammes zum
Aufbau neuer Speichertechnologien aussprach.
„Jede eingesparte Kwh ist der wirkungsvollste
Beitrag für einen zukunftsorientierten Energieversorgung“, betonte
Jutta Paulus in ihrer zweiten, an diesem Abend vertretenen These.
Energieeffizienz müsse deshalb noch stärker als bisher
belohnt werden.
Paulus sprach sich dennoch auch nachdrücklich für
die weitere Entlastung energieintensiver Schlüsselindustrien aus.
„Die Aluminium-Industrie am Standort Deutschland muss auch
zukünftig subventioniert werden“, betonte sie. Dies dürfe sich
jedoch nur auf den eigentlichen Vorgang der Elektrolyse beziehen,
nicht aber auf die Büros oder den Fuhrpark solcher Unternehmen.
Zu den Kosten
für die Energiewende verwies Jutta Paulus auf Studien die zeigten,
dass eine angestrebte Umsteuerung mit den momentan
eingesetzten Mitteln möglich sei. „200 Gigawatt
Solarenergie, 200 Gigawatt Windkraft und dazu noch 70 Gigawatt
Energiespeicherkapazität würden ausreichen, um eine langfristige
Energieversorgung in Deutschland sicherzustellen“, ist Paulus
überzeugt.. Als Mitglied der „Bundesarbeitsgemeinschaft Energie“
der Grünen werde sie sich für die Aufnahme der folgenden
Politikziele in das Wahlprogramm ihrer Partei einsetzen:
Beibehaltung des Klimaschutzgesetzes als
Bestandteil des Wahlprogrammes, Forderung nach einer
„Energiewende von unten“ - „Die Energieversorgung
muss aus den Händen weniger Großkonzerne wieder zurück in
Bürgerhand“, forderte sie deshalb und sprach sich deshalb für die
Stärkung der „Stadtwerke als Energieversorger von Bürgern für
Bürger“ aus. Damit könne man einer von den Grünen präferierten
dezentralen Energieversorgung im Land gerecht werden.
Des weiteren müsse das Wahlprogramm der Grünen den
Ausstieg aus der Kohleverstromung festschreiben.
„Wir werden nicht von der Nutzung fossiler Energien wegkommen, wenn
wir auch weiterhin neue Stein- und Braunkohlekraftwerke bauen, die
dann zu ihrer Amortisation 40 bis 60 Jahre lam Netz bleiben
müssen“, warnte Paulus mit Blick auf die derzeit im Bau bzw. in der
Planung befindlichen Kohlekraftwerke in Deutschland.
Die Grünen müssten deshalb die Bundestagswahl zur
Abstimmung über den endgültigen und dauerhaften Ausstieg aus der
Kernenergie bis zum Jahr 2017 machen.
Lesen Sie dazu das Referat von Jutta
Paulus im Wortlaut in unserem „Forum
Bundestagswahl 2013“ 
Danach war es an den Besuchern, in einer
eingehenden Diskussion Nachfragen zu stellen und den
Gesprächsrahmen auf ergänzende Themen zu erweitern.
Eines der
ersten war dabei das „Fracking“ - ein in den USA
auf breiter Front eingesetztes Verfahren zur Gewinnung von Erdgas
durch die Einleitung von Chemikalien in tiefe Gesteinsschichten,
aus denen so Gas gelöst werden soll. Jutta Paulus sprach sich
entschieden für für ein generelles Verbot des
Einsatzes dieser Technologie aus,solange sie in ihrer
Langzeitwirkung noch nicht zureichend erforscht sei.
Den in der jüngsten Zeit immer häufiger zu hörenden
Begriff von der „Energiearmut“ wies die Referentin als wenig
zielführend zurück. Grundsätzlich stehe genug Energie zur Verfügung
– Wind- und Solarenergie gar dauerhaft in unbegrenzetem Umfang und
„kostenlos“. Der Begriff müsse deshalb darauf verweisen, dass es
immer mehr Menschen gebe, die sich Energie einfach nicht mehr
leisten könnten. Hier müsse die Politik Lösungsansätze finden.
Im Zusammenhang mit dem notwendigen Rückbau der
Kernkraftwerke in den kommenden Jahrzehnten, die mit gewaltigen
finanziellen Aufwendungen verbunden sein werden, sprach sich Jutta
Paulus für die Überführung der in der Vergangenheit gebildeten
Rückstellungen der Stromerzeuger aus deren privater Verfügbarkeit
in öffentlich kontrollierte Fonds aus.
Schließlich kam natürlich auch die aktuell wieder
ins Gespräch gekommene Suche nach einem Standort für ein Endlager
für Atommüll ins Gespräch. Hier dürfe das Wahlprogramm ihrer Partei
„keine faulen Kompromisse“ enthalten, forderte die Kandidatin, die
sich nachdrücklich für eine Endlagerung dieser hochgefährlichen,
noch viele Jahrhunderte strahlenden Abfälle auf deutschem Boden
aussprach. „Hier müssen wir unserer Verantwortung gerecht werden
und dürfen diese Stoffe nicht in andere Regionen der Welt
abschieben, wo sie zudem unserer Kontrolle entzogen sein
würden“.
Eine lange,
höchst sachliche und problembewußte Diskussion, in der sich die
Speyerer Grünen - unter ihnen auch der Vorsitzende ihrer
Stadtratsfraktion, Johannes Jaberg - für den
bevorstehenden Wahlkampf mit den „richtigen“ Argumente zurichten
lassen wollten. Dabei zeigte sich aber auch, dass um viele der
diskutierten Fragen auch in der Partei noch hart gerungen wird,
dass auch bei den Grünen noch viel Klärungsbedarf besteht – und das
ist sicher gut so.
Mit dem nachfolgenden Meinungsbeitrag von Jutta
Paulus eröffnet der SPEYER-KURIER zugleich auch
sein neues „Forum Bundestagswahl 2013“, 
in dem wir – noch rechtzeitig vor Beginn der
heißen Phase des Wahlkampfes – den Bewerbern der demokratischen
Parteien um ein Mandat bei der Bundestagswahl am 22. September 2013
Gelegenheit geben wollen, ihre Überlegungen zur Energiewende
vorzustellen und sich einem sich daraus entwickelnden Diskurs über
ein Thema zu stellen. das zu einem der wahlentscheidenden werden
könnte. Foto: gc
16.04.2013
Jutta Paulus, Direktkandidatin der GRÜNEN, zu Gast beim Kreisverband Speyer - Bilderalbum
Gesetzlicher Mindestlohn statt schwarz-gelber „Lohnuntergrenze"
Speyer-
Auch der diesjährige Osterkaffee der SPD Speyer-Nord war gut
besucht.
So durfte der Ortsvereinvorsitzende Winfried Müller
u.a. den „Hausherren“ und 1. Vorsitzenden der Siedlergemeinschaft,
Helmut Jung, und seine beiden Ehrenvorsitzenden Margarete Boiselle
und Friedel Hinderberger sowie die Stadträtinnen Maike Hinderberger
und Gabi Tabor begrüßen. Den Opener zu diesem politischen
Gedankenaustausch machte der Ortsvereinvorsitzende Müller mit einem
Impulsreferat zu dem Thema: „Gesetzlicher Mindestlohn statt
schwarz-gelber „Lohnuntergrenze“. Die SPD-geführte Landesregierung
von Rheinland-Pfalz hat gerade erst im Februar 2013 einen
Gesetzesentwurf für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn
in den Bundesrat eingebracht. Durch einen Mindestbruttolohn von
8,50 € wollten die Sozialdemokraten sicherstellen, dass jede Arbeit
in Deutschland anständig bezahlt wird. Maßstab dafür ist, dass
Vollzeitbeschäftigte von ihrer Arbeit als vollwertige Mitglieder
der Gesellschaft leben können müssen. Aber auch Teilzeit- und
Aushilfsbeschäftigte dürfen nicht mit Armutslöhnen abgespeist
werden, denn auch sie verdienen mit ihrem Einsatz das gleiche Maß
an Wertschätzung. Niedriglöhne, für die Schwarz-Gelb steht,
signalisieren unmissverständlich: “Mehr bist Du nicht wert!“. Wer
trotz Vollzeitstelle zum Sozialamt gehen und auf das
Existenzminimum aufstocken muss, wird allein durch diese Lage
zusätzlich herabgewürdigt.
Der Handlungsbedarf ist offensichtlich: Mehr als
ein 1/5 aller Beschäftigten arbeitet für einen Niedriglohn. 2,5
Mio. Menschen arbeiten für weniger als 6,00 € pro/Stunde, 1,4 Mio.
sogar für unter 5,00 €. Mehr als 1,3 Mio. Menschen müssen trotz
Vollzeitjob aufstocken. Die Betroffenen haben keine Chance,
ausreichende Rentenansprüche zu erwerben oder vorzusorgen – und
werden somit auch im Alter arm sein.
Durch diese Initiative der SPD und den zu
erwartenden Bundesratsbeschluss sind Union und FDP öffentlich stark
unter Druck geraten. Trotzdem beharren sie auf ihrer
„Lohnuntergrenze“, die sich aber als Mogelpackung entpuppt und den
Beschäftigten in Niedriglohn-Jobs in Wahrheit nicht hilft. Sie ist
keine akzeptable Alternative zum Konzept eines flächendeckenden
gesetzlichen Mindestlohns.
Nach Widergabe dieses Sachstandes zeigte der
Ortsvereinvorsitzende Winfried Müller die wichtigsten Unterschiede
zwischen der Mogelpackung „Lohnuntergrenze“ der CDU und dem von der
SPD geforderten gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohn auf.
Gesetzlicher Mindestlohn soll für alle abhängig Beschäftigten
gelten, also auch für Leiharbeiter, für geringfügig Beschäftigte,
Arbeitnehmern in ländlichen oder strukturschwachen Regionen und für
alle Branchen. Müller räumte auch mit dem Scheinargument der CDU
auf, wonach diese behauptet, dass ein gesetzlicher Mindestlohn
Arbeitsplätze vernichtet. Dem setzte er entgegen, dass es in 20 von
27 EU-Ländern einen gesetzlichen Mindestlohn gibt, ohne dass ein
solcher Zusammenhang – Vernichtung von Arbeitsplätzen – zu
beobachten wäre. Armutslöhne sind keine ökonomische Notwendigkeit,
sondern Ergebnis ungleicher Machtverhältnisse.
Er beendete sein Impulsreferat mit dem Fazit, dass
das Lohnuntergrenze-Konzept der CDU, die Probleme im
Niedriglohnsektor nicht löst. Es ist nicht geeignet
sicherzustellen, dass Vollzeitbeschäftigte von ihrer Arbeit gut
leben können. Der Gesetzesentwurf der SPD für einen
flächendeckenden Mindestlohn schützt Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer wirksam vor Ausbeutung. Die CDU darf mit ihrem
Etikettenschwindel nicht durchkommen. Deshalb kann es nur heißen:
Wir brauchen den gesetzlichen flächendeckenden
Mindestlohn! SPD Ortsverein Speyer-Nord,
Presse
03.04.2013
Sicherheit für Radfahrer soll durch Maßnahmen wieder gewährleistet werden
Speyer- Anhaltende
Kritik und Unverständnis äußerten viele Bürger zu den von der Stadt
im letzten Jahr getroffenen Maßnahmen zur Neuregelung der
Wegeführung für Radfahrer. In Speyer-West gilt dies vor allem für
den Bereich Iggelheimer Straße. Die derzeitige Situation wird von
vielen Benutzern des umweltfreundlichsten Verkehrsmittels als
besonders gefährlich eingestuft. Sie sprechen teilweise von einem
„Schildbürgerstreich“, von „lebensgefährlicher Passage“, oder
„Angst um Leib und Leben“. Andere sehen sogar den Tatbestand
„fahrlässiger Verkehrsgefährdung“ erfüllt. Zumindest gehört Mut
dazu, einen Fahrradweg plötzlich verlassen und sich in den
Autoverkehr „eingliedern“ zu müssen.
Zurückzuführen sind diese Reaktionen auf verkehrslenkende
Maßnahmen (Markierung und Beschilderung), wonach Radfahrer
veranlasst werden, den vorhandenen separaten Radweg entlang eines
Teiles der stark befahrenen Iggelheimer Strasse zu verlassen und
auf die Fahrbahn zu wechseln. Die Stadtverwaltung begründet die
Neuregelungen mit geänderten Richtlinien für die Breite und
Ausgestaltung von Fahrradwegen.
Aufgrund der für viele Radfahrer unbefriedigenden Situation
wandte sich der Vorsitzende der CDU Speyer-West, Georg Emes,
kürzlich in einem „Offenen Brief“ an den Oberbürgermeister. Dabei
bat er geeignete „Maßnahmen zu treffen, die den
Sicherheitsanforderungen für Radfahrer“ hinreichend gerecht
werden.
Dies blieb nicht erfolglos. Die Verwaltung bot an, die Situation
vor Ort zu besprechen und gemeinsam mit Vertretern des
Ordnungsamtes, des Tiefbaus, der Polizei und des
Fahrradbeauftragten nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Beim
Ortstermin, an dem seitens der CDU auch Ratsmitglied Angelika
Wöhlert teilnahm, bestand Übereinstimmung, dass etwas geschehen
muss, um die Sicherheit für Radfahrer zu erhöhen. Seitens der Stadt
wurde zugesagt, als „Rückenschutz“ für die auf die Straße
wechselnden Radfahrer eine kleine Insel mit Abweisbake zu
installieren, ein Zusatzschild „Radfahrer verschwenkt von rechts
nach links“ anzubringen und im fraglichen Bereich die Mittellinie
abzufräsen um dem Individualverkehr „mehr“ Verkehrsfläche
anzubieten.
Mit diesen zusätzlichen Maßnahmen, die nach Aussagen der
Vertreter der Stadt alsbald verwirklicht werden sollen, kann es
nach Auffassung der CDU Speyer-West gelingen, die bislang
gefährliche Situation für Radfahrer zu entschärfen. CDU
Ortsverbandes Speyer-West,Presse
28.03.2013
FDP Speyer: Binsfeldfrage muß gelöst werden
Auf
seiner letzten Sitzung hat sich der Kreisvorstand der FDP Speyer
eingehend mit der Lösungsfindung für das Binsfeld befasst. Das von
der IG Binsfeld vorgelegte Konfliktlösungspapier von Dipl. Ing.
Lutz wird hierbei vom Kreisvorstand als sehr pragmatisch und
hilfreich für die Lösung bewertet.
„Es ist an der Zeit, dass dieser Konflikt endgültig
gelöst wird. Zunächst muss einmal Ruhe in die Sache kommen“,
schlägt der Kreisvorsitzende Carsten Jung vor. In einem ersten
Schritt solle die im Konfliktlösungspapier beschriebene Anerkennung
des Ist-Bestandes vorgenommen werden, so Jung weiter.
Da es für Binsfeld I und II keinen Bebauungsplan
gäbe, könne mit §34BauGB die Schliessung der wenigen vorhandenen
Lücken geregelt werden. Für Binsfeld III wiederum liege ein
gültiger Bebauungsplan vor. Hier solle der Status quo zunächst
anerkannt werden und über die offenen Punkte wie Grenzgaragen oder
Wintergärten Einvernehmen zwischen Eigentümern und Stadtverwaltung
erzielt werden. „Hier müssen sicherlich beide Parteien aufeinander
zugehen“, so Beisitzer und Binsfeldbewohner Thomas Adam.
Da eine solche Übereinkunft aber rechtlich ein jederzeit zu
kippendes Provisorium sei, schlage die FDP Speyer daher die
Erstellung eines Masterplans „Speyer 2030“ vor, so Jung. In diesem
solle die Entwicklung des gesamten Bereichs zwischen Kernstadt Nord
bis zum Binsfeld betrachtet werden, unter Einschluss der
zukünftigen Verwendung des Kasernen- und Außengeländes der
Bundeswehr. „Das Areal entlang des Rheins eignet sich sehr zur
Entwicklung von Wohngebieten. Und im Gegensatz zu Herrn Scheid
sehen wir darin die einzige Möglichkeit für Mietpreissenkungen“, so
Carsten Jung. Ziel des Planes müsse es sein, das Binsfeld in das
Speyrer Stadtgebiet einzubeziehen und somit eine dauerhafte Lösung
für dessen Bewohner herbeizuführen, so der Kreisvorsitzende
weiter.
Die FDP Speyer sieht es als notwendig an, den bestehenden
Flächennutzungsplan zu ändern und zu erweitern, sowie einen
entsprechenden Bebauungsplan zu entwickeln.
Die FDP Speyer sieht in diesem Vorschlag eine gute Perspektive
für die Eigentümer vor Ort und auch eine Perspektive für die
Weiterentwicklung Speyers. FDP Kreisverband Speyer,
Presse
16.03.2013
SPD-Stadtratsfraktion - Anfrage: "Sachstandsbericht Fachwasserzone Russenweiher"
In der Ausschusssitzung für Umwelt und Verkehr am 08.03.2012
wurde ein Sachstandsbericht zur Gestaltung einer Flachwasserzone im
nordwestlichen Teil des Russenweihers vorgestellt. Hierbei wurde
über die verschiedenen Möglichkeiten der Verbesserung der
Wasserqualität des Sees diskutiert. Dieses Gewässer bietet ein
wichtiges naturnahes Naherholungserlebnis im urbanen Raum des
Speyerer Südens. Deshalb sollte die Aufrechterhaltung der
ökologischen Funktionen des Russenweihers unser aller Anliegen
sein.
Bezüglich dieser Thematik hat die SPD-Stadtratsfraktion eine
entsprechende Anfrage für die nächste Sitzung des Ausschusses für
Umwelt und Verkehr eingebracht, die folgende Fragen beinhaltet:
-
Wurde der Vorschlag, Gräben auf dem Seeboden zu ziehen, um
wieder Grundwasseranschluss herzustellen und so eine Verbesserung
der Wasserqualität des Sees mit dem Landesamt für Wasserwirtschaft
besprochen? Wenn ja, bitten wir um Mitteilung des
Gesprächsergebnisses.
-
Welche Kosten würden durch das Ziehen von Gräben entstehen? Wir
bitten um eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosten.
-
Zuletzt wurde im Jahre 1981 (als vor über 30 Jahren) eine
Entschlammung durchgeführt. In welchem Turnus müsste eine
Entschlammung wiederholt werden, um langfristig die Wasserqualität
zu verbessern und die ökologischen Funktionen des Gewässers zu
erhalten?
-
Welche finanziellen Mittel müssten für die
Entschlammungsmaßnahme bereit gestellt werden? Auch hier bitten
wir, um eine detaillierte Aufstellung der Kosten.
-
Wurden seitens des städtischen Umweltamtes mögliche Zuschüsse
durch das Land Rheinland-Pfalz (z. B. Aktion Blau plus), den Bund
und/oder der Europäischen Union zur Verbesserung von Strukturgüte
und Wasserqualität und aus Gründen des Gewässerschutzes
geprüft?
SPD-Stadtratsfraktion, Presse
SPD-Stadtratsfraktion, Presse
06.03.2013
Antrag der CDU-Fraktion: Aufstellung kreativ gestalteter Papierkörbe/ Mülleimer im öffentlichen Raum
Herrn
Oberbürgermeister
Hansjörg Eger
Maximilianstraße 100
67346
Speyer
23.02.2013
Aufstellung kreativ gestalteter Papierkörbe/ Mülleimer im
öffentlichen Raum unter Beteiligung der Speyer Bürger
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir bitten, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der
nächsten Stadtratssitzung zu nehmen:
Die Verwaltung wird beauftragt, zu prüfen, wo und in welchem
Umfang nach dem Vorbild von Städten wie Mannheim oder Hamburg in
Speyer zusätzliche Papierkörbe/ Mülleimer aufgestellt werden
können. Dabei sollen die Besonderheiten im Geltungsbereich der
Altstadtsatzung berücksichtigt werden.
Folgende Einzelaspekte sollten geprüft werden:
1. Bedarfsplanung (Wo wären zusätzliche Behälter sinnvoll
?)
a) aus Sicht der Verwaltung/ EBS/ Betriebshof
b) aus Sicht der Speyerer Bürger (mit einem geeigneten
Beteiligungsverfahren)
2. Beteiligungsformen der Speyerer Bürger
a) durch Abfrage zum Bedarf und zu möglichen Orten („Experten für
Speyer“)
b) durch einen Kreativwettbewerb (Gestaltung/ Beschriftung der
Papierkörbe)
3. Erfahrungen anderer Kommunen mit kreativ gestalteten
Papierkörben/Mülleimern
4. Kosten der Gesamtmaßnahme einschließlich
Bürgerbeteiligung
Begründung:
Der bevorstehende „Dreck-Weg-Tag“ rückt das Problem des wilden
Mülls einmal mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Dieser Tag
ist eine vorbildliche Maßnahme zur Bewusstseinsbildung und aktiven
Beteiligung der Bürgerschaft an der Problemlösung, widmet sich dem
Problem des wilden Mülls allerdings nur an einem einzigen Tag im
Jahr.. Das Problem besteht aber ganzjährig.
Es sollten daher Wege gefunden werden, um das Problem dauerhaft
im Bewusstsein der Bürger zu verankern. Sicherlich lösen mehr
Papierkörbe nicht die Gesamtproblematik „wilder Müll“, wenn man
etwa an die Straßenränder der Umgehungsstraße, vor allem die Zu-
und Abfahrten, denkt. Wir halten die Aufstellung zusätzlicher,
kreativ gestalteter Müllbehälter mit „direkter Ansprache“ im
Stadtgebiet allerdings für Ziel führend in einem Teilbereich – und
vor allem auch für Bewusstsein bildend. An der Umgehungsstraße
könnte an die Aufstellung von Schildern, die auf das Problem
aufmerksam machen, durch den Landesbetrieb Mobilität gedacht
werden.
Die von uns beantragte Maßnahme wäre ein weiterer Baustein im
Rahmen der 2001 gestarteten Kampagne „Sauberes Speyer – Helft mit!“
und wäre geeignet, die Kampagne wieder etwas mehr in den Fokus zu
rücken.
Die Städte Mannheim („Fütterungszeiten in Mannheim“, www.mannheim.de/presse/
fuetterungszeiten-mannheim) oder Hamburg („Wir sind für jeden Dreck
zu haben“, http://www.srhh.de/srhh/opencms/privatkunden/strassenundwege/papierkoerbe/index.html)
haben entsprechende Projekte gestartet. Hier wurden auffällig
gestaltete Papierkörbe im öffentlichen Raum aufgestellt,
beschriftet mit originellen Sprüchen. Die Strategie dahinter ist,
durch die ungewöhnliche, teils provokante Gestaltung zunächst die
Aufmerksamkeit des Bürgers für den Papierkorb zu wecken und damit
dann die direkte Ansprache zu verbinden, das Kaugummi oder die
Zigarettenkippe genau dort zu entsorgen, anstatt den Müll auf den
Bürgersteig zu werfen.
So wird Umweltbewusstsein durch Aufmerksamkeit für vorhandene
Entsorgungs-möglichkeiten geschaffen. Der öffentliche Papierkorb
wandelt sich von der grauen (unbeachteten) Maus zum bunten,
witzigen Blickfang. Die öffentliche Wahrnehmung des Abfallproblems
wird durch Humor und Sprachwitz verändert und geschärft.
Da die Müllbehälter nicht dazu da sind, Plastiktüten komplett
gefüllt mit Hausmüll aufzunehmen, sollte auf Müllbehälter mit
kleinen Einwurfschlitzen geachtet werden.
Etliche kommunale Entsorgungsbetriebe/Stadtreinigungen haben
erkannt, dass die Lösung des Problems „wilder Müll“ zu allererst in
der Bewusstseinsbildung beim Bürger zu finden ist. Um dies zu
fördern, schlagen wir eine Bürgerbeteiligung vor, damit das Projekt
von Beginn an in der Bevölkerung verankert ist.
Zunächst sollten die Bürger die Möglichkeit erhalten, sich zu
äußern, wo sie einen zusätzlichen Papierkorb für sinnvoll halten
(„Experten für Speyer“). Die Beteiligung könnte beispielsweise über
die Schaltung einer entsprechenden mail-addy
(„papierkoerbe@speyer.de“) und/oder ein entsprechendes
Kontaktformular auf der Homepage der EBS/ SWS/ Stadt Speyer
erfolgen. Aus den meistgenannten Ortsvorschlägen ergeben sich
„Papierkorb-Charts“, um den Bedarf aus Sicht der Bevölkerung zu
ermitteln.
Ferner sollte ein „Kreativ-Wettbewerb“ gestartet werden, bei dem
die Speyerer Bürger, Vereine, Schulen, etc. die Möglichkeit
erhalten, Papierkorbsprüche (Beschriftungen der Behälter) zu
kreieren und einzureichen. Die originellsten Ideen (Auswahl
beispielsweise durch den Ausschuss für Umwelt und Verkehr) sollten
dann natürlich auch umgesetzt werden durch Beschriftung des
Behälters, auf Wunsch unter Nennung des Einreichenden.
Eine vorherige geeignete Bewerbung der Aktion ist natürlich
Grundvoraussetzung dafür, eine möglichst breite Beteiligung zu
erreichen. Geeignete Medien sind vorhanden, beispielsweise über die
Homepages der Stadt, der EBS, der SWS, im Kundenmagazin der SWS und
über die Tagespresse.
Uns ist bewusst, dass im Bereich der Altstadtsatzung besondere
Bedingungen gelten, die bei der Behältergestaltung berücksichtigt
werden müssen.
Die voraussichtlichen Kosten der Maßnahme wären vorab zu
ermitteln. Dabei wäre zu unterscheiden zwischen diversen
Umsetzungsformen der Maßnahme:
- Aufstellung zusätzlicher Papierkörbe (Anzahl x) einschließlich
Mehrkosten für erhöhten Leerungsaufwand
- Ersatz/ Umgestaltung vorhandener Papierkörbe
- ggf. Mischformen vorgenannter Maßnahmen
Im Hinblick auf den vorgeschlagenen Kreativwettbewerb gehen wir
davon aus, dass in Speyer ausreichend kreative Köpfe vorhanden
sind, um sich die Einschaltung einer externen Werbeagentur sparen
zu können.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gottfried Jung
Fraktionsvorsitzender
Anlagen: Bildbeispiele aus Hamburg und Mannheim
25.02.2013
SPD-Stadtratsfraktion Anfrage Wohnraumversorgung für Ayslbewerber
In der
Sozialausschusssitzung am 28.11.2012 wurde über die Nutzung des
Appartementhauses in der Industriestraße für Asylbewerber
diskutiert. Nach Angaben der Stadt Speyer soll die Nutzung dieses
Objektes durch Frauen und Ehepaare dazu dienen, die schwierige
Situation, die sich aus der Unterbringung von Asylbewerber/innen
ergibt, zu entspannen.
Bezüglich dieser Thematik hat die SPD-Stadtratsfraktion eine
entsprechende Anfrage für die nächste Sitzung des Sozialausschusses
eingebracht, die folgende Fragen beinhaltet:
-
Welche weiteren Unterbringungsmöglichkeiten bzw. Alternativen
wurden seitens der Verwaltung geprüft? Wir bitten um eine
detaillierte Darstellung der Ergebnisse?
-
Mit welchen Wohnungsbaugesellschaften wurde durch die Verwaltung
Kontakt aufgenommen? Sowohl hinsichtlich der Unterbringung von
durch Obdachlosigkeit bedrohenden Personen als auch von
Asylbewerber/innen.
-
Wurde seitens der Verwaltung Kontakt zu Kirchenvertretern
aufgenommen, um ggf. freie Räumlichkeiten zu eruieren?
-
Wie beurteilt die Verwaltung die derzeitige Situation mit
Wohnraumversorgung für Asylbewerber/innen und durch Obdachlosigkeit
bedrohenden Personen in Speyer?
-
Welchen Maßnahmenplan hat die Verwaltung sollten die Zahlen von
Asylbewerber/innen weiter steigen?
SPD-Stadtratsfraktion, Presse
25.02.2013
Anfrage Fraktion B 90/die Grünen zum Thema „SGB II („HARTZ IV“) Budget –Ausgaben in Speyer
An die
Bürgermeisterin Frau Monika Kabs
über Stadtverwaltung per Email
67346 Speyer
Anfrage zum Thema „SGB II („HARTZ IV“) Budget
–Ausgaben in Speyer
Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,
wir bitten Sie, folgende Anfrage auf die
Tagesordnung des nächsten Sozialausschusses zu nehmen:
Anfrage:
Wir bitten um schriftliche Informationen des
Jobcenters Ludwigshafen- Vorderpfalz zu der Entwicklung der SGB II
Ausgaben in Speyer im Jahr 2012 – im Vergleich zu der im Haushalt
vorgesehenen Planung und den tatsächlich geleisteten Ausgaben.
Dabei bitten wir möglichst um eine Differenzierung zwischen
-
Arbeitslosengeld II (ALG II)
-
Kosten für Unterkunft und Heizung
-
Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen
-
Verwaltungskosten des Jobcenters
Wichtig ist uns dabei, auch Kenntnis über die
Rückerstattung der Kosten an die Stadtverwaltung Speyer zu erhalten
und welche Kosten die Kommune allein zu tragen hat!
Begründung:
Das Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und
Jugendberufshilfe (BIAJ) hat in einem Paper („HARTZ IV -Ausgaben
des Bundes 2012“) mitgeteilt, dass der Bund von den veranschlagten
33 Milliarden Euro für „HARTZ IV“ auf Bundesebene 974 Millionen
€uro unangetastet gelassen hat.
Interessant dabei ist, dass für Arbeitslosengeld
II, Kosten für Unterkunft und Heizung sowie für
arbeitsmarktpolitische Maßnahmen weniger ausgegeben worden als
ursprünglich eingeplant gewesen sei.
Aber im Gegenzug überstiegen die Verwaltungskosten
das Budget um 159 Millionen Euro.
Die Fraktion B 90 / Die Grünen möchte deshalb
Auskunft des Jobcenters Ludwigshafen- Vorderpfalz zu den Ausgaben
und deren Verteilung in unserer Region - möglichst
heruntergebrochen auf unsere Stadt Speyer
Im Voraus vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen von der Fraktion Bündnis 90
/ Die Grünen
Stefan
Albring
Irmgard Münch-Weinmann
(Mitglied Sozialausschuss) (stellvertretende
Fraktionsvorsitzende)
25.02.2013
Anfrage Fraktion B 90/die Grünen zum Thema „AusBildung wird was- Spätstarter/innen
An die
Bürgermeisterin Frau Monika Kabs
über Stadtverwaltung per Email
67346 Speyer
Anfrage zum Thema „AusBildung wird was-
Spätstarter/innen Junge Erwachsene sollen Chance auf
Ausbildung bekommen“
Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,
wir bitten Sie, folgende Anfrage auf die
Tagesordnung des nächsten Sozialausschusses zu nehmen:
Anfrage:
Wir bitten um Informationen des Jobcenters und
der Agentur für Arbeit Ludwigshafen-Vorderpfalz zu der vorgesehenen
Umsetzung des neuen Projekts der Bundesagentur für Arbeit“
„AusBildung wird was- Spätstarter/innen „Junge Erwachsene sollen
Chance auf Ausbildung bekommen“.
Begründung:
Anfang des Monats hat bei der Bundesagentur für
Arbeit der Startschuss für die Initiative „Erstausbildung junger
Erwachsener“ stattgefunden mit dem Ziel 100 000 jungen Menschen
zwischen 25 und 35 Jahren ohne Berufsausbildung eine zweite Chance
zu geben.
Da aus unserer Sicht auch in Speyer Bedarf besteht,
interessiert uns die konkrete und schnelle Umsetzung im Jobcenter
und in der Agentur für Arbeit hier vor Ort.
Mit den Informationen können wir Anregungen und
Unterstützung geben, damit junge Erwachsene zwischen 25- 35 Jahren
ohne berufliche Ausbildung noch eine Chance erhalten und zukünftig
nicht mehr auf staatliche Leistungen angewiesen sind sondern mit
ihrem eigenen Einkommen ihren Lebensunterhalt finanzieren
können.
Im Voraus vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen von der Fraktion Bündnis 90
/ Die Grünen
Stefan
Albring
Irmgard Münch-Weinmann
(Mitglied Sozialausschuss) (stellvertretende
Fraktionsvorsitzende)
25.02.2013
SPD-Stadtratsfraktion fordert Einhaltung des Tarifvertrages bei SWS und EBS
„Die
SPD-Stadtratsfraktion bittet in einem Antrag für die nächste
Ratssitzung die Stadtverwaltung zu beauftragen, dass bei den
Stadtwerken Speyer GmbH und den Entsorgungsbetrieben Speyer auch
bei zukünftigen Einstellungen der Tarifvertrag Versorgungsbetriebe
TV-V für alle Mitarbeiter, sowohl Angestellt als auch Gewerblich,
verbindlich anzuwenden ist, wie in der 16. Werkausschusssitzung vom
24.04.2002 festgelegt, “ teilt der Fraktionsvorsitzende Walter
Feiniler mit.
„Die SPD-Stadtratsfraktion spricht sich entschieden dagegen aus,
dass bei jeder Neueinstellung, Ein- oder Umgruppierung bei den
gewerblichen Mitarbeitern der EBS eine Günstiger-Prüfung „TV-V zu
TVÖD“ vorgenommen wird“, so der Fraktionsvorsitzende (Information
TOP5 der 14. Werkausschusssitzung vom
21.11.2012-Rechnungshofbericht).
„Die SPD will keine 2-Klassen-Gesellschaft in einer Tochterfirma
des Unternehmens der Stadt. Wir sehen den sozialen Frieden und die
Mitarbeitermotivation gefährdet. Die Gleichbehandlung wäre nicht
mehr gewährleistet, wie im Jahr 2002 von den politischen Gremien
bei deren Entscheidung, die Betriebsführung der EBS und die
Überleitung der Mitarbeiter zu den SWS zu delegieren, gewollt. Die
SPD sieht durch die Einführung von zwei Tarifverträgen außerdem
einen erhöhten Verwaltungsaufwand, der Mehrkosten verursachen wird.
Die einstimmige, positive Abstimmung des Initiativantrages der SPD
im Werkausschuss vorerst befristet bis zum 31.03.2013 der TV-V bei
den Neueinstellungen anzuwenden, unterstreicht dies“, fügt
Werkausschussmitglied Gabriele Tabor an. SPD-Stadtratsfraktion,
Presse
23.02.2013
Nachtumzug Speyer - CDU begrüßt Gesprächsergebnis
Mit Freude und
Zustimmung nimmt die CDU das Ergebnis des Gesprächs zwischen OB
Hansjörg Eger (CDU) und den Vertretern der Brezelkracher zur
zukünftigen Gestaltung und Finanzierung des Nachtumzugs zur
Kenntnis.
Gerüchten, die Stadt wolle den Umzug nicht mehr, sei damit
endgültig die Grundlage entzogen, so CDU-MdL Axel Wilke in einer
Reaktion auf die gestrige Presseberichterstattung. Er begrüßt, dass
die Gesprächspartner den Vorschlag der CDU in der letzten
Stadtratssitzung aufgegriffen haben, Hoteliers und Gastronomie
stärker an den Kosten der Veranstaltung zu beteiligen. „Hoteliers
und Gastronomen, die in besonderem Maß vom Nachtumzug profitieren
und anders als die Standbetreiber im Narrendorf bisher keinen
Finanzbeitrag leisten, könnten die Abnahme einer größeren Anzahl
von Buttons garantieren oder einen Werbekostenzuschuss leisten und
damit Brezelkracher und Stadt entlasten, schlägt Wilke, der auch
stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Stadtrat ist, vor.
„Für die CDU hat der Nachtumzug einen festen Platz im Speyerer
Festkalender. Was Tourismus-Experte Prof. Rück im Interview als
Umwegrentabilität bezeichnet hat, der Werbeeffekt für Speyer, ist
für die CDU Grund genug, dass sich die Stadt auch weiter finanziell
engagieren soll“, so die Erklärung. Zu begrüßen sei, dass sich auch
die Brezelkracher ihrer Verantwortung für organisatorische
Verbesserungen bewusst seien.
Pressemitteilung des Landtagsabgeordneten und
stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden im Speyerer Stadtrat Dr.
Axel Wilke
21.02.2013
Stadtmarketing im Dialog mit den Bürgern betreiben
Stadtentwicklung und
Stadtmarketing waren Schwerpunkte einer Klausurtagung von
CDU-Stadtratsfraktion und CDU-Kreisvorstand am vergangenen
Wochenende. Ein weiteres Thema war ein Gespräch mit
Bundestagsabgeordnetem Norbert Schindler im Vorfeld des
Bundestagswahlkampfes.
Fraktionsvorsitzender Dr. Gottfried Jung, der die Klausurtagung
an Stelle des erkrankten CDU-Kreisvorsitzenden Michael Wagner
leitete, erinnerte daran, dass Hansjörg Eger als Kandidat für das
Amt des Oberbürgermeisters mit dem Programm angetreten sei, die
Zukunftsperspektiven für Speyer auf eine integrierte
Stadtentwicklungsplanung zu gründen und einen
Stadtmarketing-Prozess anzustoßen, der Speyer als Ganzes
betrachtet. Die Verwirklichung dieses Vorhabens sei nunmehr auf
gutem Weg. Dazu würden maßgeblich organisatorische Veränderungen
bei der Stadtverwaltung und die Einstellung des Stadtentwicklers
Bernd Reif beitragen.
Auf Einladung der CDU-Fraktion gab dieser im Beisein von
Oberbürgermeister Hansjörg Eger und Bürgermeisterin Monika Kabs
einen Überblick über sein Konzept einer integrierten
Stadtentwicklung und über anstehende Schwerpunktthemen in Speyer,
wozu insbesondere die militärische und die zivile Konversion
gehören. Er hob hervor, dass die Stadtentwicklung auf die
demografische Entwicklung ausgerichtet werden müsse, die für Speyer
nicht ein Schrumpfen bedeute, wohl aber Veränderungen in der
Altersstruktur. Zugleich machte er deutlich, dass für ihn eine
nachhaltige und klimagerechte Stadtentwicklung zentrale Leitlinien
seien. Dabei helfe das inzwischen eingerichtete Nachhaltigkeits-
und Klimaschutzmanagement. Bauliche Entwicklung bedeute bei Speyers
kleiner Gemarkung Entwicklung nach innen. Hier sei ihm
kostengünstiger Wohnungsbau, der Speyerer Familien eine Chance
gebe, wichtig, aber auch eine klimagerechte
Gewerbeflächenentwicklung.
Begrüßt wurde von den Teilnehmern der Klausurtagung, dass im
Bereich der Kernstadt Nord als Projekt eine energetische
Stadtsanierung angestrebt werde. Das sei ein weiterer wichtiger
Beitrag zu dem von der CDU-Fraktion formulierten Ziel „Speyer 100 %
regenerativ“. Fraktionsvorsitzender Jung hob hervor, dass dieses
Ziel auch eine Chance dafür sein könne, den Wirtschaftsstandort
Speyer weiterzuentwickeln. In einer Stadt, in der mit Nachdruck und
vielfältigem Engagement an der Energiewende gearbeitet werde, sehe
er es als lohnend an, sich vor allem um Fachunternehmen zu bemühen,
welche die Steigerung der Energieeffizienz als Geschäftsfeld
ansehen.
CDU-Vorstand und Fraktion waren sich darin einig, dass der
Prozess des Stadtmarketings nur gelinge, wenn er im Dialog mit den
Bürgerinnen und Bürgern betrieben werde. Das Ziel der CDU, dass
sich künftig die Grünflächenpolitik der Stadt an dem Leitbild
„essbare Stadt“ orientieren solle, sei ein Beispiel dafür, wie
Bürgerengagement das Profil der Stadt weiterentwickeln könne.
Vorstand und Fraktion der CDU kamen überein, dass nach den
öffentlichen Fraktionssitzungen, die im vergangenen Jahr in allen
Stadtteilen dem Dialog mit den Bürgern dienten, nunmehr Fachthemen
zum Gegenstand weiterer Dialogveranstaltungen gemacht würden. Die
erste in diesem Jahr finde zum Thema „Kulturstandort Speyer“ am 26.
Februar statt. Kreisverband CDU Speyer, Presse
19.02.2013
CDU Speyer - kein Verständnis über Streichung des Ringersports aus dem olympischen Programm
Mit Bestürzung
und Unverständnis reagiert die Speyerer CDU ob der Empfehlung der
Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das
Ringen ab dem Jahr 2020 aus dem olympischen Programm zu nehmen.
Dadurch, so Jung, Wagner und Wilke werde eine der ältesten
Sportarten aus nicht nachvollziehbaren Gründen geopfert.
Gerade für die Region von Speyer bedeute diese Entscheidung
einen harten Schlag für eine Sportart, die einem Millionen-Publikum
unvergessliche Szenen und Momente geschenkt hat, denkt man etwa an
den legendären Wilfried Dietrich, der einst als „Kran von
Schifferstadt“ Geschichte geschrieben hat, oder auch Markus
Scherer, den heutigen Trainer des VfK 07. Die Speyerer CDU habe
Sorge, dass ein Ausschuss der Sportart Ringen von den Olympischen
Spielen u.a. auch den in Speyer ansässigen AV 03 mit seiner
Ringerabteilung treffen könne.
Man dürfe nicht vergessen, dass es beim Sport immer auch um
Fragen der Integration gehe. Insoweit laufe die Empfehlung der
Executive des IOC dem von der Bundesregierung ins Leben gerufenen
Programm „Integration durch Sport“ zuwider. Gerade hier engagiere
sich die Sportart „Ringen“ im besonderen Maße. CDU Kreisverband
Speyer, Presse
18.02.2013
Thermographiebefliegung – Klimaschutz aus der Luft
CDU-Kreisvorsitzender schlägt
Aufnahme von „Wärmebildern“ vor
Die Energiewende mit ihren Herausforderungen und Chancen sei ein
herausragendes Projekt der nächsten Jahre und Jahrzehnte in
Deutschland. Die Speyerer CDU wolle den Umbau der Energieversorgung
hin zu den erneuerbaren Energien entschlossen und zügig
vorantreiben.
In diesem Zusammenhang sei an die im Jahre 2008 von der CDU
erarbeitete Klimaschutz- und Energieleitlinie erinnert, die
dann vom Stadtrat beschlossen wurde. Intelligent habe sich der
Speyerer Stadtrat dann auch in seiner Sitzung am 02. November 2010
verhalten, als er mit großer Mehrheit das Zielkonzept der
CDU-Stadtratsfraktion „Speyer 100% regenerativ“ beschlossen
habe. Dieses Speyerer Klimaschutzprojekt war gar in einem Leitfaden
zur Energiewende der Bundes-CDU aufgenommen worden, da „es
interessant und nachahmenswert sei und vielen Menschen Mut mache
und aufzeige, dass die Energiewende zum Erfolgsprojekt werden
könne, wenn alle aktiv zu ihrem Gelingen beitrügen.“
Auf diesen Lorbeeren wolle sich die Speyerer CDU
jedoch nicht ausruhen, sondern den eingeschlagenen Weg weiter
konsequent verfolgen.
Aus diesem Grunde trägt der CDU-Kreisvorsitzende
Michael Wagner die Bitte an die Stadtwerke Speyer heran, eine
Thermographiebefliegung zu überprüfen, um Möglichkeiten zur
Energieeinsparung aufzufinden und damit einen weiteren wichtigen
Beitrag für die Speyerer Bürgerinnen und Bürger zu leisten.
Die bei der Thermographiebefliegung
aufgenommenen Fotos könnten allen Gebäudeeigentümern zugänglich
gemacht werden, die sich so ein Bild über die Qualität ihrer
Dachdämmung machen könnten. Auf diese Art und Weise könnten die
Immobilienbesitzer von Speyer für das Thema Energieeffizienz
sensibilisiert und dazu begeistert werden, sich mit dem Thema
energetische Sanierung zu befassen. Dabei sollten die
Hauseigentümer nicht allein gelassen werden, sondern durch ein
umfangreiches qualifiziertes Beratungsangebot unterstützt werden.
Wagner ist sich sicher, dass die Speyerer Stadtwerke für jeden
Beratungsbedarf dann ein entsprechendes Angebot vorhalten
könnten.
Die Energiewende sei ohne das vielfältige
Engagement der Gemeinden, Städte und Kreise, die gemeinsam mit den
Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen vor Ort die Entwicklung der
erneuerbaren Energien, Klimaschutz und Energieeffizienz
vorantreiben, nicht denkbar, so Wagner. „Die Bürgerinnen und Bürger
müssen auf dem Weg hin zum Ausbau der erneuerbaren Energien
mitgenommen werden“. CDU KV Speyer, Presse
17.02.2013
Aschermittwoch in Speyer – viel Kritisches, aber wenig wirklich Kontroverses

Alexander Schweitzer (SPD) und Norbert Schindler (CDU) vor
voll besetzten Sälen
cr,/spk. Speyer. Aschermittwoch – nicht nur in
Niederbayern traditionell der „Tag der Abrechnung“ mit dem
jeweiligen politischen Gegner. Auch in Speyer laden die beiden
großen Parteien CDU und SPD schon seit vielen Jahren ihre
Mitglieder an diesem Tag zum gemeinsamen Heringsessen und – in
Wahljahren wie in diesem – zur gemeinsamen „Heerschau“ und zum
Aufgalopp für den bevorstehenden Wahlkampf ein. Und deshalb war es
auch nicht allzu verwunderlich, dass beide Parteien sich nicht über
einen zu geringen Besuch beklagen mussten. Der Große Saal im
Vereinsheim des AV 03 quoll über, als schon am frühen Abend die SPD
den hünenhaften neuen rheinland-pfälzischen Sozialminister
Alexander Schweitzer begrüßte – gerade einmal eine Stunde
später war auch der Ratsherrensaal in der Domhofbrauerei „gestopft
voll“, als der Speyerer Wahlkreisabgeordnete Norbert Schindler
MdB bei der örtlichen CDU ans Rednerpult trat.
Sozialminister Alexander Schweitzer (SPD) zu Ringer-Verbot,
Amtsverzicht des Papstes und anderen landespolitischen
Grundsatzfragen
Mit einem ganz
aktuellen Thema startete Alexander Schweitzer dann seine politische
„tour d'horizon“, als er mit scharfen Worten die Verantwortlichen
des Internationalen Olympischen Komitee dafür kritisierte, dass sie
kurz zuvor die Abschaffung von Ringen als Olympischer Sportart
angekündigt hatten. „Da fehlt nur noch, dass sie auch das
Gewichtheben aus dem Olympischen Kalender streichen“, empörte sich
Schweitzer, der darauf verwies, dass Ringen zu den ältesten und
traditionsreichsten Sportarten der Olympischen Kalenders zähle.
Mit launischen Worten kam er – der bekennende Katholik und
frühere Messdiener – dann auf eine ganz besondere Parallele zu
sprechen: Beide Institutionen – die katholische Kirche und die SPD
in Rheinland-Pfalz hätten in diesen Tagen ihre
Spitzenpersönlichkeit ausgetauscht. „Dass der Papst dabei
ausgerechnet an Rosenmontag der Entscheidung von Kurt Beck gefolgt
ist, ist schon eine ganz besondere Duplizität“, so Schweitzer - ob
es der Kirche dabei aber gelingen werde, eine ebenso gute
Nachfolgerin zu finden wie die SPD in Rheinland-Pfalz, das müsse
sich erst noch erweisen.
Überhaupt, Kurt Beck: 18 Jahre Ministerpräsident und 19 Jahre
Landesvorsitzender der SPD: „Wer so lange in der Politik tätig ist,
der macht auch den einen oder anderen Fehler“, räumte der Redner
ein. „Doch was bei uns und bei mir am Ende dieser Zeit bleibt, ist
das Gefühl von Respekt und großer Dankbarkeit“, so Schweitzer, der
als SPD-Generalsekretär auf ein ganz besonders enges Verhältnis mit
Kurt Beck zurückblicken kann. Den Kritikern des früheren
Ministerpräsidenten in der eigenen Partei rief er zu; „Wer es nicht
einmal geschafft hat, den eigenen Wahlkreis zu erringen, der sollte
sich nicht über jemand erheben, der gleich viermal in Folge das
Land für seine Partei gewinnen konnte“. Mit Malu Dreyer als
Ministerpräsidentin und Roger Lewentz als neuem
SPD-Landesvorsitzendem habe die Landespartei einen Neuanfang
geschafft, der den Vergleich mit keinem anderen Bundesland zu
scheuen brauche. Was ihn selbst an diesem Wechsel ganz besonders
freue, sei, dass mit Malu Dreyer auch ein neuer Ton in den Landtag
eingezogen sei. „Doch ob Frau Klöckner bereit und in der Lage ist,
auf diesen neuen Ton einzugehen, muss die Zukunft zeigen“.
Mit Blick auf
die anstehende Bundestagswahl kritisierte Schweitzer
Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür, dass sie stets allen
Konflikten aus dem Weg gehe, um dann, wenn sie erkenne, „wohin in
der Bevölkerung die Stimmung geht“, auf den „fahrenden Zug“
aufzuspringen. „Die Bürger haben aber einen Anspruch auf eine
Bundeskanzlerin mit einem eigenen Standpunkt“, so Schweitzer. „Was
wir hier erleben, ist aber die Abkehr von realer Politik“. Wenn sie
sich an diesen Prinzipien der Bundeskanzlerin orientieren wolle,
prophezeite Schweitzer der CDU-Landesvorsitzenden Julia Klöckner,
dann werde sie zum Scheitern verurteilt sein.
Im weiteren sprach sich der Sozialminister für eine konsequente
Durchsetzung einer Frauenquote aus. „Die 'Flexi-Quote' von Frau
Schröder bringt nichts und ist nur eine 'als-ob-Lösung',
kritisierte der Redner, der sich im Unterschied zu dem Vorschlag
der Bundesregierung statt einer Lohn-Untergrenze auch für die
Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von 8,50 Euro
aussprach. „Das Land Rheinland-Pfalz wird dazu im März gemeinsam
mit den anderen „rot-grün“ regierten Bundesländern über den
Bundesrat einen Gesetzentwurf einbringen“, informierte Schweitzer
seine Parteigenossen, „und vergesst nicht, im Wahlkampf darauf
hinzuweisen, woher diese Initiative kommt !“
Für eine Beibehaltung der bewährten Grundsätze sprach er sich
bei der Bildungspolitik aus: Rheinland-Pfalz sei vom Land der Rüben
und Reben zum Bildungs-Musterland aufgestiegen, weil es nie für
Bildung Gebühren erhoben habe. „Und so wird es auch in der Zukunft
bleiben – auch bei den Studiengebühren“, sicherte der Minister zu.
Das gelte auch für den Sozialstaat. „Der Sozialstaat der Zukunft
ist der präventive Sozialstaat“, so Schweitzer weiter, „der Staat,
der Risiken von vorne herein vermeidet und der jedem eine zweite
und nötigenfalls auch eine dritte Chance gibt“. Sich so zu
verhalten, sei für einen modernen Sozialstaat aus ethischen Gründen
ebenso geboten wie aus wirtschaftlichen. „“Ein guter Sozialstaat
ist deshalb der, wie wir ihn in Rheinland-Pfalz realisiert
haben“.
Mit Blick auf die in diesem Jahr 150jährige Sozialdemokratie
beschwor Schweitzer schließlich die alten Werte seiner Partei, die
sich nie mit dem Totalitarismus gemein gemacht und die nie Krieg
über die Menschen gebracht habe. „Die SPD, die einst als
Schutzgemeinschaft gegen Not und Unterdrückung begonnen hat, stehe
heute für die Verwirklichung der „Freiheit für ein gelingendes
Leben“ - ohne Rücksicht auf die soziale Herkunft des einzelnen.
„Weil jeder etwas wert ist, muss jeder auch seine Chance haben“, so
Schweizer, „wenn die SPD an diesen Grundsätzen festhält, dann hat
unsere Gesellschaft noch viele Jahre Sozialdemokratie vor
sich“.
Zuvor hatte
Stadtverbandsvorsitzender Walter Feiniler schon die
Ehrengäste an diesem Abend begrüßt, an ihrer Spitze den früheren
Oberbürgermeister Dr. Christian Roßkopf, Landtagsabgeordnete
Friederike Ebli, die Ehrenvorsitzende der Speyerer
Sozialdemokraten, Margret Boiselle-Vogler sowie den
Vorsitzenden der Bürgergemeinschaft Speyer, Claus
Ableiter.
Mit spöttischen Versen zog Feiniler sodann Parallelen zwischen
dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. und der Bundestagswahl im
Herbst: Im Jahr 2005: Kardinal Ratzinger wird Papst – Angela Merkel
Bundeskanzlerin, 2013: Der Papst tritt zurück – die Bundeskanzlerin
?: verliert.die Wahlen....
Die Speyerer
CDU bedauerte Feiniler, dass sie einen Koalitionspartner wie die
FDP aushalten müsse. „Eine solche Partei, die sich von ihrem
Beigeordneten so vorführen lässt wie die FDP von Dr. Böhm, die hat
es nicht verdient, Verantwortung zu tragen“, rief Feiniler unter
dem Beifall seiner Genossen aus. „Dieser Beigeordnete eignet sich
allenfalls noch für das Dschungel-Camp“. Dass der Oberbürgermeister
bei immer mehr Abstimmungen auf die Stimmen der oppositionellen SPD
angewiesen sei, kennzeichne die desolate Situation der
Rathaus-Koalition. „Den Gipfel der Unverfrorenheit – wenn es nicht
als Büttenrede gedacht war - markierte aber bei der letzten
Stadtratssitzung Frau Dr. Montero-Muth mit ihrer Forderung, zu
Lasten der Allgemeinheit eine Buslinie zum Cura-Center zu führen“.
Als die Ärzte sich in dem Projekt engagierten, hätten sie gewusst,
auf was sie sich damit einlassen würden. Die SPD sei nicht
grundsätzlich gegen eine Buslinie zum Cura-Center, bestehe aber bei
ihrer Realisierung auf einer angemessenen Kostenbeteiligung der
Ärzte, die davon profitierten. Anders sei es dagegen bei der
SPD-Forderung, die Buslinie nach Speyer-Nord bis zum Marktkauf in
der Auestraße zu verlängern. „Hier geht es um die Interessen vieler
Menschen in unserer Stadt“, betonte Feiniler, „und die will die SPD
für sich gewinnen – auch bei der nächsten Bundestagswahl“.
Norbert Schindler MdB (CDU) zu Finanzkrise, Energiewende und
anderen bundespolitischen Fragen.
Mit vielen
Detail-Informationen wartete Norbert Schindler MdB bei seinem
Auftritt auf. Als Mitglied des Finanzausschusses des Deutschen
Bundestages kennt er die Entwicklung der Staatsfinanzen aus dem
„FF“. Er hält die europäische Banken- und Finanzkrise dank des
tatkräftigen Handelns von Bundeskanzlerin Angela Merkel für
weitgehend überwunden und sieht deshalb der finanzpolitischen
Zukunft Deutschlands und Europas gelassen entgegen. „Die
Bürgschaften, die Deutschland und die EU für Banken übernommen
haben, sind bereits zum großen Teil zurückgeführt – allein die
Commerzbank zahlt in diesem Jahr zehn Milliarden Euro an den
Bundeshaushalt zurück“, konnte er berichten, führte aber
gleichzeitig Klage darüber, dass solche „good news“ viel zu selten
ihren Platz auf den Titelseiten der großen Zeitungen fänden.
Das gelte letztlich auch für die öffentliche Diskussion um die
Energiewende. Wer wie die grüne rheinland-pfälzische
Wirtschaftsministerin Evelyn Lemke zu 100 Prozent auf regenerative
Energien setze, der vergesse, dass zum Beispiel allein die BASF in
Ludwigshafen einen Strombedarf in der Größenordnung des ganzen
Landes Dänemark habe. „Und das Tag und Nacht – ob die Sonne scheint
oder nicht - ob der Wind weht oder nicht“, betonte Schindler, der
sich deshalb überzeugt davon zeigte, dass zur Abdeckung der
Grundlast bei der Sicherstellung des Energiebedarfs auch weiterhin
Gas- und Kohlekraftwerke gebraucht würden. „Photovoltaik ist gut im
Sommer, bei klarem Himmel und bei 28 Grad im Schatten“,
konstatierte der Abgeordnete, „aber was machen wir an einem grauen,
nebeligen November-Morgen?“ Er begrüßte es deshalb, dass
Umweltminister Peter Altmeier nunmehr schärfer gegen eine
übermäßige Bevorteilung der regenerativen Energien zu Lasten der
Verbraucher vorgehe. Die Union müsse in dieser Frage deshalb primär
gegen die Politik der Grünen Position beziehen – die SPD sei hier
eher industriefreundlich eingestellt.
Die Menschen hätten inzwischen erkannt, dass die übermäßige
Förderung der regenerativen Energien nur zu einer unkontrollierten
Steigerung der Energiepreise führe. Dadurch gerieten aber immer
mehr Verbraucher in wirtschaftliche Not – immer mehr
Industrieunternehmen müssten sich vom Standort Deutschland
verabschieden. „Wenn ein deutsches Unternehmen in den USA eine
Strompreisgarantie für die nächsten 30 Jahre erhält, dann dürfen
Sie dreimal raten, wo die dann ihre nächste, energieintensive
Fabrik bauen werden“, rief Schindler seinen Zuhörern zu. Eine
unmittelbare Folge: In Niedersachsen habe die CDU die Wahlen in den
Wahlkreisen verloren, in denen riesige Biogasanlagen übermäßig
gefördert worden seien.
Mit Blick auf
die Diskussion über die Welternährungssituation wies der
Abgeordnete darauf hin, dass sich trotz weiter wachsender
Weltbevölkerung die Zahl der Hungernden in der Welt in den letzten
zehn Jahren von einer Milliarde auf 850 Millionen verringert habe.
„Das sind zwar immer noch 850 Millionen zu viel, es zeigt aber,
dass wir auf dem richtigen Weg sind“. Um hier rascher weiter zu
kommen, dürfte es aber künftig auch nicht mehr möglich sein, dass
Länder wie China in Afrika eine aggressive Landerwerbspolitik
betrieben und es so der einheimischen Bevölkerung unmöglich
machten, sich aus dem eigenen Boden zu ernähren. „Gerade erst ist
in Äthiopien ein Gebiet von der Größe der Pfalz an die Chinesen
verkauft worden“, berichtete der Agrar-Experte. In diesem
Zusammenhang forderte er auch die Unterstützung der Kirchen ein,
die Menschen in der dritten Welt beim Aufbau einer funktionierenden
Landwirtschaft zu unterstützen.
Wie wird es in den nächsten Monaten bis zur Bundestagswahl
weitergehen? Nach Schindlers Prognose werden SPD und Grüne
versuchen, durch ihre Mehrheit im Bundesrat eine funktionierende
Politik in Deutschland zu verhindern. Umgekehrt werde aber die
Koalition in Berlin sich bemühen, möglichst viele Gesetze so
abzufassen, dass sie ohne Zustimmung des Bundesrates in Kraft
treten könnten. Gerade die Diskussion um die Energiewende zeige
dies beispielhaft auf. Wenn dazu 16 Bundesländer jeweils
unterschiedliche Konzepte verfolgten, dann könne der Bund daraus
kein einheitliches Gesamtkonzept formen, „denn wenn Frau Lemke in
Mainz zu 100 Prozent auf regenerative Energie setzt und deshalb
keine Stromdurchleitungen braucht, wo bleiben denn da die
Interessen der Nachbarländer, die auf den Strom aus den
Off-Shore-Windparks im Norden angewiesen sind?“
Eine Leihstimmen-Kampagne zugunsten der FDP wie in Niedersachsen
dürfe sich auch nicht wiederholen, betonte Schindler anschließend.
Statt dessen wolle er die FDP darauf hinweisen, dass sie zu dem
stehen müsse, was sie in der Koalitionsvereinbarung unterschrieben
habe. Dazu zähle aber auch das Betreuungsgeld, von dem die
Liberalen sich jetzt „still und leise“ zu verabschieden versuchten.
Dazu schließlich auch noch einmal Kritik an den Kirchen, von denen
er sich für das Betreuungsgeld, „eine soziale Tat in der
Familienpolitik“, auch einmal ein Lob erwartet hätte.
Viele Detailinformationen, die ein Stück weit die Vielfalt des
Arbeitsalltages widerspiegeln, zwischen denen sich der Abgeordnete
tagtäglich in Berlin bewegt.
Harte Diskussion und Kabarett – ganz unterschiedliche
Nachspiele zu den Reden bei CDU und SPD.
Wie schwer es
ist, all diese Informationen sachgerecht an den Wähler zu bringen,
zeigte die anschließende Diskussion, in der viele der Anwesenden
beim Politischen Aschermittwoch der CDU beklagten, sich im Alltag
durch die Medien nicht zureichend informiert zu fühlen. „Die Union
hat es zu lange versäumt, sich mit den Autoren in den
Redaktionsstuben zu beschäftigen und statt dessen nur den Kontakt
zu den Chefredakteuren gesucht“, klagte ein Diskussionsteilnehmer,
ein anderer kritisierte, dass seine Partei es versäumt habe, in den
politischen Auseinandersetzungen die zentralen Begriffe für die CDU
„zu besetzen“.
Aber auch gezielte Fragen zu konkreten Sachfragen legten die
Besucher der Veranstalter ihrem Abgeordneten noch auf den Tisch:
Die ging es um das „Fracking“ von Gas, um den immer mehr
überbordenden Internethandel und um die Gefahren, die von den
zahllosen „Sammlern“ persönlicher Daten der Menschen auszugehen
drohten.
„Fracking wird in Deutschland - auf den Erdgasfeldern in
Niedersachsen – schon seit über 50 Jahren betrieben, ohne dass es
dabei zu Störungen gekommen ist“, erklärte hierzu Norbert
Schindler. Dennoch werde die Union hierzu noch vor der
Bundestagswahl ein Gesetz vorlegen, das Fracking unter extrem hohen
Umweltauflagen zulässt“, so der Abgeordnete. Denn der Einsatz
dieser Technologie zeige schon heute in den USA außergewöhnlich
positive Marktauswirkungen.
Was den überbordenden Internethandel angeht, so bewertet
Schindler diesen ähnlich wie den Derivatehandel an den Börsen der
Welt. Hier habe sich ein Geschäftsmodell mit ungeheurer
Geschwindigkeit entwickelt, das es jetzt zu „zähmen“ gelte.
Noch viel
größere Gefahren sieht Schindler – ähnlich wie sein Landtagskollege
Dr. Axel Wilke – allerdings im unkontrollierten Sammeln und
Missbrauch von Daten. Hier müssten ganz neue Formen der
Kriminalität zur Kenntnis genommen werden, für deren Bekämpfung und
Eindämmung gänzlich neue Strategien entwickelt werden müssten.Dem
wolle sich die CDU in der nächsten Zeit verstärkt annehmen.
Und während sich die CDU noch mit schwerwiegenden Sachfragen
abmühte und sich auch nach Norbert Schindlers Abgang – er hatte an
diesem Abend noch einen zweiten Termin in seinem Wahlkreis zugesagt
– unter der Gesprächsleitung des Speyerer Fraktionsvorsitzenden
Dr. Gottfried Jung - er führte an Stelle des erkrankten
Kreisvorsitzenden Michael Wagner durch den Abend und konnte
gleich zu Beginn neben Oberbürgermeister Hansjörg Eger auch
Landtagsabgeordneten Dr, Axel Wilke, Staatsminister a.D.
Dr. Georg Gölter und den Ehrenvorsitzenden der Speyerer CDU,
Hans-Pater Brohm, begrüßen - noch lange über Einzelprobleme
die Köpfe heiß redete, da war die SPD nach einem Grußwort ihres
Unterbezirksvorsitzenden Martin Wegner schon zum
nach-fastnachtlich-kabarettistischen Teil ihres Aschermittwochs
übergegangen: Jutta Hinderberger alias Kättl
Feierdaach ließ traditionsgemäß noch einmal fastnachtliche Töne
anklingen, holte prominente Genossen zu sich auf die Bühne, um
„Fernsehstars“ zu persiflieren, ehe sich dann auch über den
Speyerer Sozialdemokraten die Stille und Nachdenklichkeit der
Fastenzeit herabsenkte.
Schää war's widder enmol bei de Schbeiermer „Rote“ unn bei de
„Schwarze“ - und anstrengend wird's in den kommenden Wochen und
Monaten – bis zum 22. September – bis zur Bundestagswahl. Foto:
gc
15.02.2013
Offener Brief des CDU Ortsverband Speyer-West an Oberbürgermeister Eger
Herrn
Oberbürgermeister
Hansjörg Eger
Maximilianstraße 100
67346 Speyer
Fahrradweg an der Iggelheimer Straße
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
viele Radfahrer beklagen zu Recht die derzeit für
sie ausgewiesene Wegführung entlang eines Teiles der Iggelheimer
Straße. Die von der Unterführung der Bahnlinie bzw. der
Friedrich-Ebert-Straße kommenden Benutzer des Radweges an der
Iggelheimer Straße sind durch verkehrslenkende Maßnahmen
(Beschilderungen und Kennzeichnungen auf dem Asphalt) gezwungen,
auf einem Teil der Strecke den dort nach wie vor vorhandenen
Fahrradweg zu verlassen und auf die Fahrbahn zu wechseln. Dies
obwohl der dortige Straßenabschnitt ein hohes Verkehrsaufkommen
aufweist und als sogenannte Ausfallstraße meist zügig befahren
wird.
Dass eine solche Regelung, die sich offenbar auf
neue Richtlinien stützt, an dieser Stelle bei vielen Radfahrern auf
Unverständnis stößt, ist nachvollziehbar. Die Iggelheimer Straße
ist als Anliegerstraße von drei Supermärkten sowie in ihrer
Funktion als Landesstraße im Vergleich zu anderen Straßen im
dortigen Bereich stark frequentiert. Hinzu kommt, dass die aus
Richtung Friedrich-Ebert-Straße stadtauswärts fahrenden Kraftfahrer
vor allem im Bereich der Neuregelung meist beschleunigen, um den
Anstieg der Fahrbahn zügig zu bewältigen.
Gegenüber der Stelle, an der in der Iggelheimer
Straße die Neuregelung für Radfahrer beginnt, befindet sich die
Einmündung der Straße Im Erlich. Für die von dort kommenden
Kraftfahrer, die Richtung Supermärkte bzw. stadtauswärts fahren
wollen, ist nicht rechtzeitig erkennbar, dass Radfahrer ab hier die
Fahrbahn benutzen müssen.
Auch wegen der Kurve in der Trassenführung der
Iggelheimer Straße und der den Gehweg verengenden Gaststätte auf
der gegenüberliegenden Straßenseite muss die Gesamtsituation an
dieser Stelle als unübersichtlich bezeichnet werden.
Viele Radfahrer, die diese Strecke regelmäßig
benutzen, empfinden es geradezu als Mutprobe, den Sicherheit
vermittelnden Fahrradweg plötzlich verlassen und sich in den für
Zweiradfahrer zumindest dort nicht unproblematischen
Kraftfahrzeugverkehr einreihen zu müssen. Auch wenn die nach den
derzeitigen Vorgaben geforderte Mindestbreite für Radwege hier
nicht gegeben ist, weshalb die Radfahrer auf die Straße geleitet
werden, ist es geboten, Maßnahmen zu treffen, die den
Sicherheitsanforderungen für Radfahrer hinreichend gerecht
werden.
Aus den genannten Gründen bitten wir klären zu
lassen, durch welche zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen die derzeit
unbefriedigende und für Radfahrer gefährliche Situation in
geeigneter Weise entschärft werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Georg Emes
Ortsvorsitzender
Hierzu Fotos, welche die
problematische Situation für Radfahrer dokumentieren

07.02.2013
„Fraktion im Dialog“
SPD-Fraktion
im Speyerer Stadtrat eröffnet Gesprächsreihe mit den Bürgerinnen
und Bürgern in den Stadtteilen
spk. Speyer. Der Wettergott meinte es nicht
wirklich gut mit der Speyerer SPD-Stadtratsfraktion, als
Stadtverbandsvorsitzender Walter Feinilier heute gemeinsam
mit dem Vorsitzenden des Ortsverbandes Speyer-West/Erlich,
Karl-Heinz Weinmann, den Informationsstand am Eingang zum
provisorischen freitäglichen Wochenmarkt auf der
Friedrich-Ebert-Straße aufbaute. Regen prasselte nieder - mal mehr,
mal weniger, aber kontinuierlich auf die roten Sonnenschirme herab
- und viele Passanten wollten nur eins: Möglichst rasch ihre
Einkäufe erledigen und dann wieder zurück in die warme, trockene
Stube.
Und dabei wollten die Genossen heute ihre neue
Veranstaltungsreihe „Fraktion im Dialog“ starten, mit der
die Stadtratsmitglieder gemeinsam mit den Verantwortlichen der vier
Ortsverbände der SPD mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch
kommen wollen. Dazu sollten zum ersten Mal die Postkarten verteilt
werden, auf denen sich die Bürger unter dem Motto „Was muss in
Speyer besser werden?“ anonym zu allen Problemen und Anliegen ihres
Stadtteils zu Wort melden können. Doch nach diesem feuchten Auftakt
greifen die Verantwortlichen der SPD jetzt zu ihrem zweiten
„Kommunikations-Werkzeug“: Sie werden in den kommenden Tagen
Postkarten in alle Briefkästen im Stadtteil einwerfen und so den
Bürgern eine zweite Chance zur Meinungsäußerung und zur
unmittelbaren Beteiligung geben. Die auf diesem Wege gesammelten
Vorschläge und Meinungen sollen dann im Rahmen einer öffentlichen
Veranstaltung der SPD-Stadtratsfraktion und des Ortsvereins
West-Erlich am 04. März, um 19Uhr, im„Haus Pannonia“ vorgestellt
und eingehend erörtert werden.
Vergleichbare Aktionen mit
Infostand und nachfolgender öffentlicher Diskussion werden in den
kommenden Wochen dann auch in den anderen Stadtteilen der Stadt
durchgeführt:
Am 23. Februar der Infostand und am 18. März die
Veranstaltung im OV Nord.
Am 23. März der Infostand und am 06. Mai die
Veranstaltung im OV Süd.und
Am 20. April der Infostand und am 27. Mai die
Veranstaltung im OV Mitte.
In allen Stadtteilen werden die Postkarten – dann
hoffentlich bei besserem Wetter - an einer zentralen Stelle im
jeweiligen Ortsteil verteilt - gleichzeitig wird zu der jeweiligen
öffentlichen Veranstaltung eingeladen. Darüber hinaus werden alle
Bürger natürlich auch noch die Postkarte in ihrem Briefkasten
vorfinden.
„Wir freuen uns schon sehr auf die Anregungen und
Vorschläge aus den Reihen der Speyerer Bürgerschaft,“ so Walter
Feiniler erwartungsfroh, „wir sehen aber auch eventuellen
Beschwerden gespannt entgegen“. Und sollten keine Postkarten den
Rücklauf in die SPD-Zentrale finden, „dann nehmen wir das halt als
Beleg dafür, dass es in Speyer nichts auszusetzen oder zu
verbessern gibt“, schmunzelte der SPD-Stadtverbandsvorsitzende
augenzwinkernd. Foto: gc
01.02.2013
Antrag der SPD-Fraktion: Haushaltberatungen sollten in einer separaten Stadtratssitzung stattfinden
„Die SPD-Stadtratsfraktion bittet in einem Antrag für die
nächste Ratssitzung die Stadtverwaltung zu beauftragen, eine
separate Stadtratssitzung für die Haushaltsberatungen einzuberufen
sowie im Vorfeld eine fraktionsübergreifende Sitzung mit dem
Personalrat und dem Kämmerer der Stadt Speyer zu terminieren und
durchzuführen, “ teilt der Fraktionsvorsitzende Walter Feiniler
mit.
„Die vergangenen Stadtratssitzungen mit Haushaltsberatungen
haben gezeigt, dass eine zentrale Auseinandersetzung mit dem
Haushaltsentwurf durch weitere Tagesordnungspunkte überlagert wird.
So ist eine konstruktive Aussprache zum städtischen Haushalt und zu
den Haushaltsreden der einzelnen Fraktionen kaum bis gar nicht
möglich. Die angespannte Haushaltslage und die Teilnahme am
kommunalen Entschuldungsfond fordern einen verstärkten
fraktionsübergreifenden sowie verantwortungsvollen Umgang mit den
knappen öffentlichen Mitteln“, so der Fraktionsvorsitzende.
„Die SPD-Fraktion möchte mit diesem Antrag die
fraktionsübergreifende Zusammenarbeit anstoßen und die Wichtigkeit
der Haushaltsberatungen durch eine separate Sitzung stärken“, fügt
die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Stefanie Seiler an.
SPD-Stadtratsfraktion, Presse
31.01.2013
Antrag der Fraktion B‘90/DIE GRÜNEN zur kommenden Stadtratsitzung - Branchenverzeichnis
Herrn
Oberbürgermeister Hansjörg Eger
Maximilianstr. 100
67346
Speyer
Speyer, 23. Januar 2013
Antrag zur Stadtratssitzung am 7.2.2013
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der
kommenden Stadtratsitzung zu setzen:
Der Stadtrat möge beschließen, dass das bestehende
Branchenverzeichnis im überarbeiteten Internet-Auftritt der Stadt
weiter geführt wird.
Begründung
Derzeit sind etwa 1.100 Unternehmen aus Speyer und Umgebung im
Branchenverzeichnis der Speyerer Internetseite auffindbar.
Überwiegend handelt es sich um kleine bis mittelständische
Unternehmen, die durch diese Präsentation von Suchmaschinen im www
leichter gefunden werden können. Für dienstleistende Unternehmen,
Handwerksbetriebe, Freiberufler, Freiberuflerinnen, Hotellerie und
Gastronomie u.v.m. stellt dieser Service der Stadt ein wichtiges
Instrument zur Darstellung und für die Kundengewinnung dar.
Insbesondere junge Unternehmen, Existenzgründer und
Existenzgründerinnen begrüßen diese bisherige Unterstützung der
Stadt. Das Firmenverzeichnis ist ein Aushängeschild der
wirtschaftsfreundlichen Stadt Speyer und steht einer dem Bürger und
Bürgerinnen als Unternehmer, Unternehmerin, Konsument und
Konsumentin zugewandten Wohlfühlstadt gut zu Gesicht.
Wir sind der Meinung, dass diese freiwillige Leistung der Stadt
auch vor dem Gebot der Sparsamkeit gut zu vertreten ist, da sie ein
nicht zu vernachlässigender Beitrag zur Wirtschaftsförderung ist
und sich ebenso auszahlt, wie andere Unterstützungen von Investoren
und Unternehmen, von deren Engagement sich die Stadt eine
ökonomische Nutzenentwicklung erhofft. Dem Zweck gemäßer wäre daher
auch, die Pflege des Firmen-Verzeichnisses in die Hände der
Stabsstelle 60 zu legen.
Wir bitten um die Unterstützung unseres Antrages.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Johannes Jaberg
Dr. Owe-Karsten Lorenz
(Fraktionsvorsitzender)
(Stadtrat)
29.01.2013
Antrag der CDU Stadtratsfraktion für die nächste Stadtratssitzung - Branchenverzeichnis
Herrn Oberbürgermeister
Hansjörg Eger
Maximilianstraße 100
67346
Speyer
22.01.2013
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir bitten, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der
nächsten Stadtratssitzung zu nehmen:
Die Verwaltung wird beauftragt, zu prüfen, mit welchem
Aufwand und in welcher Form in die neue Homepage der Stadt Speyer
ein Branchenverzeichnis für die Speyerer Wirtschaft aufgenommen
werden kann.
Begründung:
Branchenverzeichnisse, in denen sich örtliche Unternehmen
präsentieren, sind aus der Sicht der CDU-Stadtratsfraktion ein
unverzichtbarer Bestandteil der Internetauftritte von Städten und
Gemeinden. Ein solches Branchenverzeichnis war in der Vergangenheit
auf der Homepage der Stadt zu finden. Wir können es nachvollziehen,
dass es auf Grund des Pflegeaufwands und der Notwendigkeit einer
fortlaufenden Aktualisierung und des Umstands, dass es sich um ein
älteres Datensystem gehandelt haben mag, abgeschaltet wurde.
Allerdings sind wir der Auffassung, dass geprüft werden sollte, ob
in die neue Homepage der Stadt, die in Kürze freigeschaltet wird,
auch zeitnah ein neues Branchenbuch integriert werden kann. Es
liegt nahe, dieses Verzeichnis so zu strukturieren, dass die darin
aufgeführten Unternehmen selbst für die Datenpflege verantwortlich
sind und eine automatische Löschung vorzusehen, wenn die
Datenpflege nicht fortlaufend betrieben wird.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gottfried Jung
Fraktionsvorsitzender
29.01.2013
Antrag der CDU Stadtratsfraktion für die nächste Stadtratssitzung - "essbare Stadt"
Herrn Oberbürgermeister
Hansjörg Eger
Maximilianstraße 100
67346
Speyer
26.01.2013
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir bitten, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der
nächsten Stadtratssitzung zu nehmen:
Die Verwaltung wird beauftragt, zu prüfen, wo und in welchem
Umfang nach dem Vorbild von Städten wie Andernach und Kassel in
Speyer Grünflächen nach dem Modell „Die essbare Stadt“ genutzt
werden können. Dabei ist insbesondere zu prüfen, wie interessierte
Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Schulen und Kindertagestätten für
ein solches Projekt gewonnen werden können.
Begründung:
Öffentliche Grünflächen bestehen meist aus Rasenflächen,
Blumenbeeten und Bäumen ohne essbare Früchte. Sie laden zum
Spazieren ein, zum Teil zum Sitzen und Spielen, aber in erster
Linie sind sie für das Auge gemacht. In verschiedenen Städten gibt
es inzwischen eine Bewegung mit dem Ziel, Grünflächen auch für
Geruch und Geschmack erlebbar machen. Dementsprechend werden
Bereiche ausgewählt, in denen heimische Bäume wachsen, die Früchte
tragen, Bereiche, in denen Gemüse und essbare Wildkräuter
angepflanzt werden oder in denen Wildblumen blühen. Grünflächen
werden dadurch nicht nur optisch attraktiver, sondern sie werden zu
lebendigen Beispielen für Nachhaltigkeit, für Artenvielfalt und für
Gemeinschaftssinn. So wird die Idee der „essbaren Stadt“
beschrieben, wie sie inzwischen in verschiedenen Städten umgesetzt
wurde.
Angeregt auch durch Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern
kommt aus der Speyerer CDU der Vorschlag, auch in Speyer das Modell
„Die essbare Stadt“ auf den Weg zu bringen. Das wird sicherlich nur
schrittweise möglich sein, vornehmlich im Rahmen anstehender
Umgestaltungsmaßnahmen oder bei anstehenden Neuanlagen von
geeigneten Grünflächen. Es lassen sich aber sicherlich auch an
unterschiedlichen Standorten eher unscheinbare kleine Flächen
finden, die entsprechend der Idee der „essbaren Stadt“ genutzt
werden können. Ein Beispiel, das genau dieser Zielsetzung
entspricht, nämlich der Garten auf dem Gelände der Burgfeldschule,
wurde jüngst mit dem Umweltpreis der Stadt Speyer
ausgezeichnet.
Entsprechend gestaltete Grünflächen fördern, wie bereits
erwähnt, nicht nur die biologische Vielfalt, sondern den
Gemeinschaftssinn, wenn sie nicht einfach „für“ Bürgerinnen und
Bürger hergestellt werden, sondern „mit“ ihnen beziehungsweise
„von“ ihnen. Sie können in Wohngebieten entstehen, wo sich Anwohner
um ihre Pflege kümmern, an Schulen, an Kindertagesstätten oder auch
an zentralen Orten in der Stadt. Die „essbare Stadt“ lebt vom
Mitmachen, von bürgerschaftlichem Engagement und einer neuen Form
des „Gebrauchens“ von öffentlichem Grün, wie die Projektidee in
Andernach beschrieben wurde. „Pflücken erlaubt“ tritt dort an die
Stelle des aus der Vergangenheit gut bekannten „Betreten
verboten“.
Auf den ersten Blick mögen diese Formulierungen etwas
idealistisch erscheinen, oder es mag die Frage der Finanzierbarkeit
gestellt werden. Deshalb halten wir es für sinnvoll, zunächst
einmal dort Anregungen zu finden und Erfahrungen zu sammeln, ob die
Idee „essbare Stadt“ schon realisiert wurde. Dafür kommen
verschiedene Städte in Betracht, zum Teil auch Großstädte.
Besonders geeignet könnte als Anschauungsobjekt aber die Stadt
Andernach sein, die kleiner ist als Speyer, es aber mit
überschaubarem finanziellem Aufwand und mit vielfältigem
bürgerschaftlichem Engagement geschafft hat, das bundesweit wohl am
meisten beachtete Modell für eine innovative ökologische
Stadtgestaltung zu verwirklichen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gottfried Jung
Fraktionsvorsitzender
29.01.2013
Veranstaltung der SPD-Stadtratsfraktion „Fraktion im Dialog“
Die
SPD-Stadtratsfraktion startet am Freitag, den 01. Februar,
um 09:30Uhr mit einem Infostand in der
Friedrich-Ebert-Straße im Ortsverein West-Erlich ihre neue
Veranstaltungsreihe „Fraktion im Dialog“.
In regelmäßigen Abständen wird sich die SPD-Stadtratsfraktion in
Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen über Entwicklungen in den
Stadtteilen, Problemen und Anliegen der Bürgerinnen und Bürger vor
Ort informieren. Hierzu werden Postkarten unter dem Motto „Was muss
in Speyer besser werden?“ an alle interessierte Bürgerinnen und
Bürger verteilt. Die ausgefüllten Karten können am Infostand oder
im Parteibüro (Gutenbergstraße 11) abgegeben werden. Anschließend
findet eine Auswertung der Postkarten durch den jeweiligen
Ortsverein statt, die in einer separaten Veranstaltung präsentiert
und diskutiert werden.
Die erste Veranstaltung der SPD-Stadtratsfraktion und des
Ortsvereins West-Erlich findet am 04. März, um 19Uhr im Haus
Pannonia statt.
Übersicht der Termine „Fraktion im
Dialog“ der SPD-Stadtratsfraktion:
Am 01. Februar der Infostand und am 04. März die
Veranstaltung im OV West-Erlich.
Am 23. Februar der Infostand und am 18. März die
Veranstaltung im OV Nord.
Am 23. März der Infostand und am 06. Mai die
Veranstaltung im OV Süd.
Am 20. April der Infostand und am 27. Mai die
Veranstaltung im OV Mitte.
Zudem plant die SPD-Fraktion eine große
Abschlussveranstaltung im Juni bei der alle Anregungen und Wünsche
der Bürgerinnen und Bürger vorgestellt und diskutiert werden
können. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
SPD-Stadtratsfraktion, Presse
29.01.2013
Geschlossenheit bei Vorstandswahlen und Distanzierung von Beigeordnetem Dr. Wolf Böhm
FDP-Kreisverband
Speyer wieder in ruhigeren Fahrwassern
cr. Speyer. Es war wohl so etwas wie ein „reinigendes
Gewitter“, mit dem die Speyerer Freien Demokraten gestern einen –
zumindest vorläufigen – Schlussstrich unter ein unrühmliches
Kapitel ihrer Geschichte zogen: In großer Einmütigkeit nämlich
wählte die Partei nicht nur jedes einzelne Mitglied ihres neuen
Kreisvorstandes, sondern verabschiedete – genau wie die Personalien
in geheimer Abstimmung – ebenso einmütig einen Antrag, „dem
ehrenamtlichen Beigeordnetem Dr. Wolf Böhm das Vertrauen zu
entziehen, die Zusammenarbeit mit ihm zu beenden und ihn
aufzufordern, „sein Amt als ehrenamtlicher Beigeordneter umgehend
niederzulegen“,
Doch der Reihe
nach: Bekanntlich hatte der bisherigen FDP-Kreisvorsitzende
Dennis Peterhans nach unzähligen, zumeist auch öffentlich
geführten Angriffen von Dr. Böhm im November 2012 seinen
Rücktritt erklärt. In großer Solidarität schlossen sich damals
seine Vorstandskollegen diesem Schritt an und legten auch
ihrerseits ihre Ämter nieder.
Für Donnerstag Abend nun waren die Mitglieder des Speyerer FDP-
Kreisverbandes zur Wahl eines neuen Kreisvorstandes eingeladen und
die Resonanz darauf war beeindruckend: 28 von 50 eingeschriebenen
Mitglieder des Kreisverbandes ließen das Nebenzimmer des Speyerer
Restaurants „Meson Toledo“ rasch „aus allen Nähten platzen“ - ein
Umzug auf die benachbarte Kegelbahn war unvermeidlich.
Dort konnte „Noch-Vorsitzender“ Dennis Peterhans neben dem
liberalen Europa-Abgeordneten Jürgen Creutzmann auch den
Bezirksvorsitzenden der FDP Rheinhessen-Vorderpfalz, Franz
Ringhoffer, begrüßen, dem er gleich zu Beginn für seine
unermüdlichen Bemühungen um die Wiederherstellung der Eintracht im
Speyerer Kreisverband dankte. Später stieß dann auch noch der
FDP-Kandidat für die Wahl zum Deutschen Bundestag, Dr. Hartmut
Lardon aus Dudenhofen zu der Versammlung.
Nach der Wahl
des Tagungspräsidiums – hier wurde Jürgen Creutzmann ebenso
wie seine beiden Stellvertreter einstimmig zum Versammlungsleiter
gewählt – sowie nach Festlegung einer Zählkommission schilderte
Dennis Peterhans in seinem Rechenschaftsbericht noch einmal
mit großer Sachlichkeit die Ereignisse, die letztlich zu seinem
Rücktritt und in der Folge davon zum einhelligen Amtsverzicht des
gesamten Vorstandes der Speyerer FDP geführt hätten. „Dieser
Schritt ist mir und sicher auch allen anderen Vorstandsmitgliedern
nicht leicht gefallen“, bekannte Peterhans, machte zugleich aber
auch deutlich, dass angesichts der sich immer mehr ins Unsachliche
steigernden Angriffe des Beigeordneten Dr. Böhm auf seine Person
„eine konstruktive Parteiarbeit nicht mehr möglich“ gewesen
sei.
Diese Entwicklung habe im November 2012 ihren letzten Höhepunkt
erreicht, stellte Peterhans fest, der seinen Ausgangspunkt aber
bereits viel früher gehabt habe: „Im März 2012 hatte mich Herr Dr.
Böhm nämlich bereits ultimativ zum Rücktritt aufgefordert. Der
Grund: - für mich selbst unverständlich“, so Peterhans, „ich müsste
mich 'aus der Schusslinie bringen'“. Erst später habe er erkannt,
dass Dr. Böhm damit nur seine eigenen Querschüsse gemeint haben
konnte. Schon zuvor hätte sich der Beigeordnete allerdings der
Zusammenarbeit mit dem Vorstand verweigert und alles, was dort
gemacht wurde, „zum Ziel übelster Vorwürfe und Diffamierungen“
gemacht.
Nachdem mit
dem FDP-Parteitag 2012 jedoch noch einmal die Hoffnung gekeimt sei,
dass es doch noch zu einer konstruktiven Zusammenarbeit kommen
könnte, habe Dr. Böhm mit seinem Widerspruchsverfahren gegen die
damals getroffenen Beschlüsse vor dem Landesschiedsgericht der
Partei, von dem im Oktober 2012 alle Anfechtungen letztinstanzlich
abgewiesen worden seien all diese Erwartungen zerstört. Die
öffentlichen Diffamierungen hätten seitdem einen immer massiveren
Umfang angenommen.
Gleichzeitig habe es auch zunehmend Probleme mit der
zweiköpfigen FDP-Fraktion im Speyerer Stadtrat gegeben: So sollten
Ausschussbesetzungen geändert werden, ohne dass darüber zuvor mit
dem Vorstand gesprochen worden war.
Aufgrund all dieser Vorfälle habe er selbst den letzten Ausweg
aus dieser schwierigen Situation in seinem eigenen Rücktritt
gesehen, um damit den Weg freizumachen für einen totalen
Neuanfang.
Unter lang anhaltendem Beifall der Versammlung dankte Jürgen
Creutzmann dem scheidenden Vorsitzenden für seine „gute Arbeit“:
„Wenn man als ehrenamtlicher Vorsitzender zusätzlich zu seinem
Engagement auch noch in der Öffentlichkeit derart würdelos
behandelt wird, dann tut das weh“, attestierte Creutzmann Dennis
Peterhans.
Nach der Erstattung des Kassenberichtes durch Edith
Cussler – sie konnte ihre Parteifreunden über eine durchweg
erfreulich gute und gesunde Kassenlage informieren – bescheinigte
Christoph Ruppert der Schatzmeisterin im Bericht der
Kassenprüfer eine einwandfreie Kassenführung.
Zu Beginn der
sich anschließenden, eingehenden Aussprache bedankte sich auch
Bezirksvorsitzender Franz Ringhoffer noch einmal bei dem
scheidenden Vorstand. Er bezeichnete die Ereignisse der letzten
Monate in der Speyerer FDP als „Katharsis“, die eine „gute Chance
für eine erfolgreiche Arbeit in der Zukunft“ in sich trage. Im
übrigen habe er bei seinen zahlreichen Vermittlungsversuchen in den
zurückliegenden Monaten nie den Eindruck gewonnen, dass die Partei
in sich zerstritten sei. „Diesen Eindruck hat immer nur ein
einzelner zu vermitteln versucht“, fügte er an und ermunterte seine
Parteifreunde, nach der gründlichen Aussprache über die letzten
Monate jetzt nach vorne zu blicken.
Wesentlich
deutlicher wurde da – wie es seine Art ist – der Ehrenvorsitzende
der Speyerer FDP, Dr. Bernd Rückwardt, der „es als eine
'Schweinerei' bezeichnete, was da in der letzten Zeit passiert
ist“, An den Sprecher der FDP-Fraktion im Stadtrat, Dr.
Heinz-Dieter Jakumeit, gewandt, stellte er die Frage „warum
schweigt die Fraktion zu all diesen Vorkommnissen – wo war die
Fraktion in den letzten Monaten?“ Darauf allerdings wollte sich der
Fraktionsvorsitzende lediglich auf die Aussage verstehen: „Es gab
halt eine gewisse Sprachlosigkeit in den letzten Monaten“.
Karin
Ruppert, „grande dame“ der Speyerer FDP, langjähriges
Ratsmitglied und nach eigener Aussage bekennende „Links-Liberale“.
vermisste in ihrer Wortmeldung in den letzten Jahren zunehmend „das
Familiäre“ in ihrer Partei, das von „öffentlichen Diskussionen in
Restaurants und Gasthöfen“ verdrängt worden sei.
Als Christin und Protestantin sprach sie sich dafür aus, für Dr.
Böhm dem Element des Verzeihens Geltung zu verschaffen.
Noch weitere Diskutanten bedauerten, dass es zu einer solchen
Entwicklung in der Speyerer FDP gekommen sei, die am Ende dazu
geführt habe, dass man an diesem Tag statt des traditionellen
Neujahrsempfangs der Liberalen diesen Sonderparteitag abhalten
müsse.
„Eine härtere Gangart“ gegenüber Dr. Böhm forderten schließlich
andere Mitglieder ein – sprachen „von dem Fass, das dieser trotz
vielfacher Warnungen und Ermahnungen zum Überlaufen gebracht habe“
und erklärten sich solidarisch mit der Haltung des zurückgetretenen
Vorstandes.
Nach der
einstimmigen Entlastung des alten Vorstandes ging es dann aber
zunächst an die Wahl des neuen. Einziger Kandidat für das Amt des
Vorsitzenden: Carsten Jung, der bereits in den Jahren 2007
bis 2009 dem Kreisverband vorstand. Aufgrund seiner damaligen
Tätigkeit für die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung musste er
damals aber nach Potsdam umziehen und deshalb sein Speyerer Amt
aufgeben. Seit er jedoch zu einem Kronberger Beratungsunternehmen
gewechselt ist, wohnt Jung wieder in Speyer-Nord und kann sich
deshalb auch wieder intensiver um die Parteiarbeit kümmern.
Carsten Jung wurde von der Versammlung mit 23 Ja- gegen 4
Neinstimmen und einer Enthaltung gewählt. Mit ähnlich
eindrucksvollen Mehrheiten wurden dann auch seine
Stellvertreter Christoph Specht (22 Ja-, 3
Neinstimmen, 3 Enthaltungen) und Mike Oehlmann (24
Ja-Stimmen, 4 Enthaltungen) gewählt, Schatzmeister wurde mit
24 Ja- und 1 Neinstimme sowie 3 Enthaltungen der bisherige
Kreisvorsitzende Dennis Peterhans, als Schriftführer
erhielt Thomas Schwarz ebenfalls 24 Ja-Stimmen, 3 Mitglieder
enthielten sich der Stimme.
Zu Beisitzern wählte die Versammlung Thomas Adam
und Dr. Thorsten Frank (je 26 Ja-Stimmen), Wolfgang
Becker, Anna Grohmann und Stephan Saum (je 25
Ja-Stimmen) sowie Klaus-Peter Ferber (24 Ja-Stimmen). Per
Akklamation bestimmte der Parteitag schließlich Christoph
Ruppert und Edith Cussler zu Kassenprüfern – ihnen wurde
stellvertretend noch Eberhard Specht zur Seite gestellt.
Damit war die neue Vorstandschaft, der kraft Amtes als
Vertreterin der FDP-Stadtratsfraktion auch Ratsmitglied Käthe
Roos angehört, komplett.
Zwischen den Wahlgängen nutzte Tagungspräsident Jürgen
Creutzmann die durch die Auszählungen entstehenden Pausen, um mit
der Versammlung die beiden eingegangenen Anträge zu diskutieren.
Beide beschäftigten sich mit den Folgerungen aus den Ereignissen,
die zu diesem Sonderparteitag geführt hatten. Der Antrag von
Carsten Jung, der Parteitag möge Parteivorstand und Fraktion unter
Einbeziehung interessierter Mitglieder zu einem regelmäßigen
Informationsaustausch anhalten, wurde - von Dr. Otto Müller
mit dem knappen Wunsch: „Redet miteinander!“ quittiert, dann
aber dennoch bei 3 Gegenstimmen angenommen.
Eine breite
Aussprache entwickelte sich dann allerdings über den bereits
eingangs dargestellten Antrag, Dr. Wolf Böhm das Vertrauen der
Partei zu entziehen, die Zusammenarbeit mit ihm zu beenden und ihn
aufzufordern, sein Amt als Ehrenamtlicher Beigeordneter der Stadt
Speyer umgehend niederzulegen. Mit dem Zusatz „Der
FDP-Kreisverband Speyer wird auf öffentliche Äußerungen des Dr.
Böhm nicht mehr reagieren“ beendete die Versammlung dann wohl
auch endgültig jedwede Kommunikation mit dem Beigeordneten. Zu den
diesem Beschluss zugrunde liegenden Vorfällen äußersten sich auch
in dieser Aussprache viele Mitglieder äußerst verärgert - vor allem
auch darüber, dass Dr. Böhm mit Verweis auf einen anderweitigen
Termin dem Parteitag ferngeblieben sei, obwohl er ihm bereits seit
Mitte Dezember bekannt gewesen sei. Harte Worte fielen – Jürgen
Creutzmann musste mit Verweis auf Parteisatzung und Gemeindeordnung
viel argumentative Überzeugungsarbeit leisten, um weitergehende
Beschlüsse zu verhindern.
Erst die sich immer klarer herausstellende alte und neue
Geschlossenheit des Kreisverbandes trug wohl dazu bei, die Anfangs
doch recht angespannte Atmosphäre etwas zu lockern. So konnten die
Speyerer Freien Demokraten am Ende des Abends doch einigermaßen
zufrieden auseinander gehen, zumal etwa zeitgleich aus Hannover
bekannt wurde, dass ihre niedersächsischen Parteifreunde nach ihrem
langen „Stimmungstief“ erstmals wieder die Fünf-Prozent-Hürde nach
oben durchstoßen hätten.Und das könnte dann auch die politische
Zukunft des Vorsitzenden der Bundespartei, Philipp Rösler,
zumindest mittelfristig sichern.
Neue Einigkeit also in der FDP: Auf Bundesebene, in
Niedersachsen – und hoffentlich auch dauerhaft im Kreisverband
Speyer. Foto: gc
11.01.2013
Mitgliederversammlung mit Vorstandswahlen bei der FDP - Bilderalbum
„Haushaltslage der Stadt zwingt zu klaren Entscheidungen“
SPD eröffnet
Wahlkampfjahr mit Referat von Finanzminister Dr. Carsten
Kühl
Von Gerhard Cantzler
cr. Speyer. Der Wahlkampf für die Bundestagswahlen 2013
ist eröffnet – auch in Speyer. Mit dem Auftritt des
rheinland-pfälzischen Finanzministers Dr. Carsten Kühl MdL
beim Neujahrsempfang der Speyerer SPD wurden nun auch in der
Domstadt die Kernthemen der deutschen Sozialdemokraten für diese
zentrale politischen Auseinandersetzung des Jahres offenbar:
Mindestlohn, Wiedereinführung einer Vermögenssteuer, Erhöhung der
Steuersätze für höher Verdienende und – für die SPD konstitutives
Thema seit ihrer Gründung vor fast 150 Jahren – der soziale
Ausgleich zwischen den unterschiedlichen gesellschaftlichen
Gruppen. Was allerdings auffiel: Der Name des SPD-Spitzenkandidaten
Peer Steinbrück spielte in dem Referat des Finanzpolitikers kaum
eine Rolle....
Zu Beginn des
Abends, zu dem die Speyerer Genossen inzwischen schon traditionell
in den Kulturhof Flachsgasse eingeladen hatten, konnte
Stadtverbandsvorsitzender Walter Feiniler neben den
zahlreichen Parteimitgliedern auch viele Gäste begrüßen, an ihrer
Spitze „das Geburtstagskind des Tages“, Oberbürgermeister
Hansjörg Eger, der an diesem Tag seinen 49. Geburtstag feiern
konnte. Dazu:neben Egers Vor-Vorgänger im Amt, Dr. Christian
Roßkopf auch die Landtagsabgeordnete Friederike Ebli und
Vertreter der anderen im Stadtrat vertretenen, demokratischen
Parteien: Kreisvorsitzender Michael Wagner an der Spitze
einer großen Delegation der CDU, der „Chef“ der Speyerer
Wählergruppe SWG, Martin Roßkopf mit Freunden, für die FDP
der Städtische Beigeordnete Dr. Wolf Böhm und der Sprecher
der Freien Demokraten im Stadtrat, Dr. Heinz-Dieter Jakumeit
sowie eine Delegation von „Bündnis 90/Die Grünen“, an ihrer Spitze
Ingrid Münch-Weinmann und Johannes Jaberg.
Schließlich
galt Feinilers Gruß mit ganz besonderer Herzlichkeit der „Grande
Dame der Speyerer Sozialdemokraten“, der 90jährigen Magret
Boiselle-Vogler – frisch und gut erholt zurück aus dem
Winterurlaub im Tannheimer Tal, der Vorsitzenden des
Verkehrsvereins Speyer, Heike Häußler und - der närrischen
Jahreszeit entsprechend - dem Vorsitzenden der Speyerer
Karnevalsgesellschaft SKG, Daoud Hattab.
Wohl wissend, dass er damit längst noch nicht alle Gäste
namentlich begrüßt hatte, entbot Feiniler namens seiner auch in
Speyer bereits 145 Jahre zählenden Partei ihnen allen beste Wünsche
zum Neuen Jahr, verbunden mit der Mahnung eines anderen Jubilars
dieses Jahres,des großen SPD-Vorsitzenden Willy Brandt, dessen 100.
Geburtstag Deutschland und die SPD im Dezember gedenken wird und
der seiner Partei einst aufgegeben hatte, stets „auf
der Höhe der Zeit" zu sein, „wenn Gutes bewirkt
werden solle“.
In seiner
Neujahrsansprache forderte der SPD-Vorsitzende gleich zu Beginn ein
Stärkung des Wirtschaftsstandorts Speyer – von Einzelhandel,
Handwerk, Mittelstand und ortsansässiger Industrie – durch eine
durch verbesserte Verzahnung mit der Verwaltung wirkungsvollere
Wirtschaftsförderung. Zugleich setzte sich Feiniler für eine
Verbesserung der Wohnungsversorgung in der Stadt ein, wo er
beklagte, dass es kaum noch bebaubare Flächen im Stadtgebiet gäbe.
Hier glaubt er in der Konversion der frei werdenden Areale der
Bundeswehr „eine große Chance“ zu erkennen. Allerdings dürfe dort
kein neues soziales Ghetto entstehen. „Dazu brauchen wir aber eine
ungeschönte Analyse des Ist-Zustandes und des zukünftigen Bedarfs“,
forderte er in Anknüpfung an seine Haushaltsrede aus dem Dezember
letzten Jahres.
Entschlossene Maßnahmen gegen Kinderarmut waren eine weitere
Forderung des SPD-Vorsitzenden, der mahnte, dass auch in Zeiten des
Kommunalen Entschuldungsfonds KEF die Kinder nicht die
Leidtragenden sein dürften.
Zu der Entwicklung des Tourismus in der Stadt warf Feiniler die
Frage auf, wann Speyer hier an die Grenzen seiner Belastbarkeit
stoßen werde. Um hier voranzukommen, regte er deshalb eine
Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Pfalz-Touristik sowie mit
den Städten Schwetzingen und Heidelberg an. „Mit er Vielzahl
unserer Feste haben wir ebenfalls bereits die erträgliche Grenze
erreicht“, kritisierte er weiters und sprach sich für einen
verstärkten Ausbau der kulturellen Ressourcen in der Stadt – vom
Kaiserdom bis zum Judenhof, vom Historischen bis zum Technikmuseum
– aus. Dazu brauche es ein integriertes Stadtentwicklungskonzept,
in dem Bildung, Wohnen, Arbeit und Verkehr sinnvoll aufeinander
abgestimmt werden müssten. „Die SPD ist bereit, konstruktiv an
einem solchen Konzept mitzuwirken“, sagte Feiniler zu. Dabei müsse
allerdings der Vorrang von Bildung und Kinderbetreuung bestehen
bleiben.
„Die Stadt
Speyer steht auch 2013 und in den folgenden Jahren vor großen
Herausforderungen“, stellte der SPD-Vorsitzende fest, „die
Haushaltslage wird uns deshalb auch künftig zu klaren
Entscheidungen zwingen“. In dieser schwierigen Situation erweise
sich die derzeitige Rathauskoalition allerdings als zunehmend
handlungsunfähig – der Oberbürgermeister brauche deshalb bei immer
mehr Abstimmungen die Stimmen der Opposition.
„Wie lange wollen Sie sich eigentlich noch das
'Kasperle-Theater' bei der FDP anschauen“, fragte Feiniler seine
Kollegen von der CDU, „die FDP ist auch in Speyer abgetaucht – da
kommt nichts mehr“, kritisierte er.
Für den Monat Februar kündigte der SPD-Vorsitzende – beginnend
mit dem Stadtteil Speyer-West – deshalb einen Bürgerdialog an, in
dem die Bürgerinnen und Bürger ihre Verbesserungsvorschläge für die
Stadtpolitik einbringen könnten. Am 4. März solle dann in einer
öffentlichen Veranstaltung über diese Vorschläge mit den Bürgern
diskutiert werden – die anderen Stadtteile sollen folgen.
Zum Schluss seiner Neujahrsrede dankte Walter Feinilier dem
scheidenden Ministerpräsidenten und SPD-Landesvorsitzenden Kurt
Beck für seinen unermüdlichen Einsatz für das Land, von dem
auch Speyer immer wieder profitiert habe. Zugleich zeigte er sich
zuversichtlich, dass die SPD im Lande auch unter einer
Ministerpräsidentin Malu Dreyer an ihrem erfolgreichen Kurs
festhalten werde.
Lesen Sie die Neujahrsansprache von Walter
Feiniler im Wortlaut: 
Mindestlohn, Wiedereinführung der Vermögenssteuer und
Stärkung der Solidarität – Festrede von Finanzminister Dr.
Kühl
Mit einer
Würdigung der Arbeit von Kurt Beck begann auch
Finanzminister Dr. Carsten Kühl seine Rede. Viele Menschen
im Lande könnten sich kaum noch an die Zeit vor der Übernahme des
Ministerpräsidentenamtes durch Kurt Beck - viele SPD-Mitglieder
kaum noch an die Zeit vor seiner Wahl zum Landesvorsitzenden
erinnern. Das bedeutet für alle Menschen im Lande, vor allem aber
auch für die Landesregierung selbst, eine Zeitenwende.
„Wir alle haben in diesen Jahren von Kurt Beck gelernt, dass es
wichtig ist, dass Politik stets nahe bei den Menschen ist“, betonte
Dr. Kühl. „Sozialdemokraten müssen wissen, dass sich ein starker
Staat stets daran misst, wie er mit den Schwachen umgeht und dass
er sich danach bewerten lassen muss, wie er den sozialen
Interessen-Ausgleich zu organisier versteht.
Das Jahr 2013 werde für seine Partei ein besonderes Jahr,
stellte Dr. Kühl fest, 150 Jahre Sozialdemokratie stünden für die
Werte von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, stünden aber
auch – besonders in der Zeit des Nationalsozialismus – für Leid,
für Unterdrückung und für Verfolgung. Dabei erinnerte Dr. Kühl an
die große Rede des SPD-Führers Otto Wels zum „Ermächtigungsgesetz“
aus dem Jahr 1933, als dieser vor dem Reichstag ausrief:
„Freiheit und Leben kann man uns nehmen – die Ehre nicht“.
Diesem Bekenntnis fühle sich die SPD bis heute verpflichtet,
betonte der Redner, der darauf verwies, dass Freiheit und
Solidarität auch in unserer pluralistischen Gesellschaft tagtäglich
neu erkämpft werden müsse.
Gerade aber auf der kommunalen Ebene hätten die Menschen die
meisten Möglichkeiten zur direkten Gestaltung ihres Lebensumfeldes.
Es sei deshalb wichtig, dafür zu sorgen, dass die Kommunen
handlungsfähig blieben. „Wenn man nur Verzicht kommuniziert, wird
das das Ehrenamt auf Dauer nicht aushalten“, mahnte der
Finanzpolitiker, der aber darauf verwies, dass diese
Herausforderung nicht ohne die Mitwirkung des Bundes zu lösen
sei.
Für die nahe Zukunft sprach sich Dr. Kühl für die Einführung von
Mindestlöhnen auf breiter Front aus, „damit die Menschen von ihrer
Arbeit leben könnten und nicht zusätzlich um Almosen betteln
müssten“. Darüber hinaus plädierte er für die Erhaltung
finanzieller Spielräume, „um auch künftigen Generationen
Möglichkeiten zur Gestaltung offen zu halten“.
Dies alles
setze aber eine umfangreiche Konsolidierung der öffentlichen
Haushalte voraus, die ohne Ausgabenkürzungen jedoch nicht zu
erreichen sei. „Allerdings werden wir in eine gefährliche
gesellschaftliche Schieflage geraten, wenn wir diese Konsolidierung
einzig über Ausgabenkürzungen und nicht auch über
Einnahmeverbesserungen erreichen wollen“, warnte Dr. Kühl. Ein
'Mehr' an Einnahmen sei aber nur über Steuererhöhungen zu erzielen.
Der Finanzminister sprach sich deshalb nachdrücklich für die
Wiedereinführung der Vermögenssteuer und für die rigorose
Verfolgung all derer aus, die sich ihrer Steuerpflicht zum Beispiel
durch die Verlagerung ihres Geldes in Steueroasen zu entziehen
versuchten. „Die rheinland-pfälzische Steuerverwaltung wird deshalb
nicht zögern, eine werthaltige CD mit den Daten von deutschen
Steuer-Sündern zu erwerben, wenn sie uns angeboten wird“.
Die Euro/Schulden/Finanzkrise markierte der Redner als Ausdruck
des Missbrauchs von Freiheiten auf den Finanzmärkten und zitierte
dazu Altbundeskanzler Helmut Schmidt , der in einem Interview in
der Wochenzeitung „Die Zeit“ bereits im Dezember 2006 sagte:
„Auf den sogenannten Finanzmärkten tummeln sich intelligente,
aber einäugige Idioten. Sie sind blind auf dem Auge, welches das
Gemeinwohl im Blick haben sollte, und mit dem anderen Auge schielen
sie auf ihre eigene Bonifikation. Sie haben kein
Verantwortungsbewusstsein und gehören deshalb unter viel straffere
Aufsicht.“
Das wolle die SPD beherzigen, wenn sie im September in die
Regierungsverantwortung gewählt werde.
Mit einem Blick in die Geschichte sprach sich Dr. Kühl
schließlich dafür aus, sich trotz aller Vorbehalte solidarisch
gegenüber Griechenland zu verhalten. Denn „trotz der schrecklichen
Verbrechen und der Millionen Toten, die Deutschland durch den 1.
und 2. Weltkrieg über die Welt gebracht hat, haben die Siegermächte
nach 1945 uns mit großzügigen Krediten und Sachspenden wieder auf
die Beine geholfen“, betonte er. „Aus diesem Grund sollte gerade
auch wir Deutsche gegenüber den Griechen großzügig sein“, schloss
er seine Ausführungen und fügte an: „Diese Verhalten definierten
die Menschen als 'Brüderlichkeit', die Christen als 'Nächstenliebe'
und wir Sozialdemokraten als 'Solidarität'“.
Wie bei den
Neujahrsempfängen der Speyerer SPD inzwischen schon Tradition
beschloss Friederike Ebli MdL die Veranstaltung mit Dank an
den aus Mainz angereisten Referenten und mit der Hoffnung, dass es
diesem eine konsolidierte Haushaltslage zukünftig wieder öfter
ermöglichen werde, auf entsprechende Anfragen „zu nicken und
seltener mit den Kopf zu schütteln“, d.h., wie derzeit leider
zumeist nötig, Anträge auf Unterstützung ablehnen zu müssen.
Allerdings – auch in so schweren Zeiten bestätigt die Ausnahme
mitunter die Regel: Schon im Vorgriff auf Hansjörg Egers gestrigen
Geburtstag hatte der Finanzminister dem Oberbürgermeister schon in
den letzten Tagen eine Zuschuss-Bewilligung über 690.000 Euro – das
sind 60% der förderungsfähigen Kosten - für die Sanierung des
Städtischen Anwesens in der Ludwigsstrasse 13 zukommen lassen.
Das Jahr fängt also gut an – trotz allem! Foto: gc
10.01.2013
Neujahrsempfang der Speyerer SPD - Bilderalbum
Neujahrsrede des SPD Stadtverbandsvorsitzenden Walter Feiniler
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der
Speyerer SPD, liebe Genossinnen und Genossen,
Ich darf Sie alle recht herzlich zum
Neujahrsempfang der SPD Speyer begrüßen und freue mich über Ihr
zahlreiches Erscheinen. Meine besonderen Grüße gehen heute
insbesondere an…….
Ich wünsche uns allen persönlich, dass 2013 ein
gutes und vor allen Dingen ein gesundes Jahr wird. Auf dass wir mit
unseren Familien und Freunden gute Tage haben werden und schöne
Erlebnisse teilen können. Und auch auf dass wir gemeinsam weiterhin
unsere Stadt und unser Land weiterhin positiv zu unser aller Wohl
mitgestalten mögen.
Wieder einmal ist ein Jahr zu Ende gegangen und
fast schon traditionsgemäß eröffnen wir Sozialdemokraten hier in
der Stadt den Reigen der Neujahrsempfänge heute im Kulturhof.
Recht herzlichen Dank an dieser Stelle an Sie
Herr Duttenhöfer für die Zurverfügungstellung dieser ansprechenden
Räumlichkeiten.
Der Jahreswechsel stellt zwar immer wieder eine
gute Gelegenheit dar, Rückschau auf das vergangene Jahr zu halten
und auch gleichzeitig den Blick auf das gerade begonnene Jahr
Richtung Zukunft zu richten. Doch, meine sehr geehrten Damen und
Herren, lassen Sie mich heute einmal das Augenmerk mehr in Richtung
Zukunft richten, als das vergangene nochmals aufzuwärmen.
Bereits bei meiner Haushaltsrede für den
Haushaltsentwurf 2013 habe ich mich ein Zitat von Willy Brandt
bemüht. Dies möchte ich auch heute in Erinnerung bringen:
„Besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass
jede Zeit eigene Antworten will und man auf der Höhe der Zeit zu
sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll“.
Entsprechend dem Zitat von Willy Brandt werden
wir, die SPD Speyer, unsere ganze Kraft dafür einzusetzen wissen,
Gutes für die Menschen in Speyer zu bewirken. Wir werden
auch stets versuchen auf der Höhe der Zeit zu sein, ohne
jedoch dem Zeitgeist hinterher zu laufen. Wir wollen mit den
Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt gemeinsam Antworten auf neue
Herausforderungen finden und auch zu versuchen geben – aber
gleichzeitig an unseren sozialdemokratischen Grundsätzen
festhalten. Denn schließlich feiern wir nächstes Jahr das
150jährige Bestehen der Sozialdemokratie. Was ja wiederum die
Schlussfolgerung zulässt, dass unsere Grundsätze und Ideale wohl so
altmodisch nicht sein können, wenn sie solch eine lange Zeit
überdauern konnten.
In Bezug auf die politischen Weichenstellungen
in der Stadt sind unsere sozialdemokratischen Grundsätze:
Solidität, Solidarität und soziale Verantwortung.
Meine sehr geehrte Damen und Herren,
lassen Sie mich mit dem Thema Wirtschafts- und
Wirtschaftsförderungspolitik hier in der Stadt einmal beginnen.
Für uns alle heißt es, Speyer als
Wirtschaftsstandort zu stärken und weiter zu entwickeln.
Kennzeichen für diese Stadt ist der Einzelhandel und das heimische
Handwerk.
Dieses müssen wir erhalten. Deshalb ist unser
vorrangiges Ziel die Förderung des Handwerks, des Einzelhandels
sowie der ansässigen Industrie, damit Arbeitsplätze gesichert
werden und gleichzeitig neue entstehen können. Eine dynamische
kommunale Wirtschaftspolitik begünstigt die Ansiedlung von
Unternehmen. Wir müssen die Stadt als Dienstleistungsstandort
stärken. Deshalb war ich doch ziemlich überrascht, und dieses hatte
ich auch schon bei meiner Haushaltsrede erwähnt, über die
Kehrtwendung des Oberbürgermeisters in Sachen
Wirtschafsförderung.
Was der OB hierzu in einem Interview mit dem
Durchblick von sich gegeben hat. In diesem nimmt er eine ganz
andere Position ein als die, die sein Vorgänger und die ihn
tragende Partei über Jahre verfochten und vertreten haben.
Um es aber vorweg zu nehmen, der
Oberbürgermeister rennt bei uns hier offene Türen ein. Ich kann
daher nur für ihn hoffen, dass die Türen seiner eigenen Partei für
ihn nicht verschlossen bleiben und er sich eine blutige Nase
holt.
Bereits zur Kommunalwahl 2004 war unsere
Position, was die Wirtschaftsförderung betrifft, eindeutig. Im
Übrigen macht im Rahmen der ihr eingeräumten Möglichkeiten die
Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft hier einen
guten Job. Allerdings ist es dringend erforderlich, dass die
Wirtschaftsförderung enger mit der Verwaltung verzahnt wird. Es
kann nicht angehen, dass ein Unternehmen, das sich in Speyer
ansiedeln möchte, durch bürokratische Hindernisse aus der
Verwaltung ausgebremst wird und von Pontius zu Pilatus laufen muss,
um z.B. eine Baugenehmigung etc. zu erhalten.
Die Wirtschaftsförderung muss sich als
Servicepunkt, Kümmerer und Vermittler zwischen Unternehmern und
Verwaltung verstehen. Dabei sollte wie von uns schon immer gesagt
das Hauptaugenmerk auf der Ansiedlung mittelständischer Unternehmen
in der Stadt liegen.
Es war schon immer unsere Auffassung, nicht erst
seit heute, dass Planung, Wirtschaftsförderung und Bauverwaltung
unter einem Dach zusammengefasst werden müssen. Und wie ich finde
damit folgerichtig auch räumlich.
Ich hatte bereits oben schon erwähnt, dies war
die Position seit der Kommunalwahl 2004.
Das zweite wichtige Thema für uns
Sozialdemokraten, und hier werde ich auch nicht müde, dieses
ständig gebetsmühlenartig zu wiederholen, ist die einseitige
Wohnungssituation, die wir hier in unserer Stadt erleben.
Wohneigentum bleibt für Menschen und Familien
mit einem nicht allzu dicken Geldbeutel oft verwehrt, weil
unerschwinglich. Bauflächen für Familien stehen kaum auf dem freien
Markt zur Verfügung. Diese wandern ab in das Speyerer Umland wie
zum Beispiel Hanhofen, wo die Einwohnerzahl erheblich angestiegen
ist. Friederike Ebli freut sich natürlich darüber! Hier in Speyer
werden diese Flächen mittlerweile fast ausschließlich von
Bauträgern erworben und bebaut. Dieses kann man den diversen
Bauträgern ja nicht einmal zum Vorwurf machen, wenn sie diese
Flächen angeboten bekommen.
Einheimischen Bürgern bleibt nur der Erwerb von
Altbausubstanz. Dieses ist eine gefühlte Entwicklung, die wir schon
längere Zeit beobachten. Nur passiert ist bis zum heutigen
Zeitpunkt auch hier wiederum nichts. Diese einseitige
Wohnungssituation ist schlecht für die Stadt und die Menschen, die
hier leben. Hier müssen dringend Gegenmaßnahmen ergriffen werden,
um die Stadt für alle gesellschaftlichen Gruppen attraktiv zu
erhalten.
Deshalb ist es wenig hilfreich nur von einer
Wohlfühlstadt zu reden. Das Wohlfühlen muss auch erlebbar und
fühlbar sein, indem wir attraktiven sprich erschwinglichen Wohnraum
für Familien in Speyer zur Verfügung stellen.
Deshalb sehen wir als SPD, meine sehr geehrten
Damen und Herren, die Konversion als große Chance für Speyer.
Bereits bei zwei Veranstaltungen im vergangenen
Jahr hat die SPD-Stadtratsfraktion mit den Bürgerinnen und Bürgern
über die Risiken und Chancen diskutiert. Wir möchten, dass alle
Speyerer diesen Konversionsprozess aktiv mitgestalten können und
ihn begleiten.
Wir fordern daher eine geeignete
Nachfolgenutzung für die Liegenschaften und die darauf befindlichen
Immobilien. Eine Mischnutzung von Wohnen, sowie neuen Wohnformen
wie „generationsübergreifendes Wohnen“ und Gewerbe wäre durchaus
vorstellbar. Eine ausgewogene städtebauliche Entwicklung, bei der
alle Alters- und Einkommensstrukturen vertreten sind, ist
wünschenswert und anzustreben.
Klar und deutlich sage ich hier aber auch: eine
Ghetto-Bildung nur mit sozialem Wohnungsbau lehnen wir kategorisch
ab. Denn die Lösung sozialer Probleme ist eine große Aufgabe. Die
Verhinderung sozialer Probleme und Spannungen hat hier allerdings
auch über städtebauliche Instrumente vorsorglich zu erfolgen.
Von daher benötigen wir eine ungeschönte Analyse
zur sozialen Lage in der Stadt, um sachgerechte politische
Antworten für eine Krisenbewältigung entsprechend geben zu
können.
Die Schere zwischen arm und reich klafft in
Folge der Finanzkrise immer mehr und mehr auseinander. Armut
betrifft unterschiedliche Personengruppen sehr stark, insbesondere
Kinder, Frauen und ältere Menschen sind neben schwierigen Wohn- und
Lebensverhältnissen davon betroffen und haben infolgedessen oftmals
auch gesundheitliche Probleme.
Es gerät etwas aus dem Lot in dieser Stadt.
Bereits bei der Haushaltsrede habe ich erwähnt in Speyer ist jedes
6. Kind von Armut betroffen. Sollen wir dieses einfach so hinnehmen
und mal locker darüber hinweg sehen in dieser unseren
Wohlfühlstadt?
Ich denke: Nein!
Auch in Zeiten des Kommunalen Entschuldungsfonds
wird die soziale Gerechtigkeit mit uns Sozialdemokraten hier in der
Stadt nicht unter die Räder kommen. Hier können sich die
Bürgerinnen und Bürger auf uns verlassen, hier stehen wir fest an
der Seite derjenigen, die nicht auf der Sonnenseite dieser
Gesellschaft angekommen sind.
Meine sehr geehrte Damen und Herren, liebe
Genossinnen und Genossen,
Stadtentwicklung ist ein Thema was uns schon
lange beschäftigt, und wie ich denke auch weiterhin beschäftigen
wird.
Speyer ist schön, da sind wir uns alle einig.
Die Stadt lockt mit dem Weltkulturerbe Dom Tausende von Besuchern
an. Aber auch auf unsere jüdische Vergangenheit und unser
historisches Erbe können wir stolz sein. Der Tourismus erlebt seit
der 2000-Jahr-Feier eine ständige Weiterentwicklung. Allerdings
muss hier auch die Frage erlaubt sein, wann wird die Stadt hier an
ihre Grenzen der Belastbarkeit stoßen.
In jüngster Zeit werden allerdings auch
Vergleiche mit der berühmt-berüchtigten Rüdesheimer Drosselgasse
bemüht und ein Gutachten kommt gar zum Schluss, es müsste noch mehr
Werbung gemacht werden. Ein Tourismuskonzept wird erarbeitet. Hier
sollte unserer Meinung nach das Augenmerk auf eine übergreifende
Zusammenarbeit mit der Pfalz Touristik und eine enge Zusammenarbeit
und Erfahrungsaustausch mit Städten wie Schwetzingen, Heidelberg
und Mannheim dringend angestrebt werden.
Auch bin ich der Meinung, dass wir an der Grenze
angekommen sind, was die Anzahl der Feste in der Stadt betrifft.
Hier sollte wieder mehr das Augenmerkt auf kulturelle
Veranstaltungen gelegt werden wie eventuell einige Open Air
Veranstaltungen. Ich denke man sollte hier wieder Gespräche mit dem
Domkapitel aufnehmen, damit Speyer auch in diesem Bereich wieder an
Attraktivität gewinnt.
Die Stadt, meine Damen und Herren, darf jedoch
auf keinen Fall verkommen zu einem „Produkt“, das es im freien
Spiel der Kräfte nur zu vermarkten gilt.
Die Stadt ist auch kein Kartell, das nach
kommerziellen Zielen gemanagte werden könnte.
Es wird von daher immer deutlicher wie dringend
notwendig ein Stadtentwicklungskonzept mit integrierter Planung vor
allem für Wohnen, Arbeiten, Bildung Erholung,
Nahbereichsversorgung, Sport, Tourismus und Verkehr erarbeitet
werden muss.
All diese Dinge könnten zusammengefasst werden
in einem integrierten Stadtentwicklungskonzept.
Und auch hier waren wir dann wieder verblüfft
und verwundert über den Artikel „Eger sucht Vogelperspektive“.
Demnach möchte Eger ein „integriertes
Stadtmarketing“ aufbauen, das Konzepte einzelner Themenbereiche
zusammenfassen. Ich begrüße diese Aussage außerordentlich, da ich
dieses bereits bei meiner Haushaltsrede am 13. Dezember 2012
gefordert hatte. Der Oberbürgermeister dieses allerdings damals in
seiner Haushaltsrede nicht erwähnt hatte.
Dem Oberbürgermeister kann ich von hier aus
zusichern, dass die Speyerer SPD konstruktiv an der Erstellung
eines solchen integrierten Konzeptes für unsere Stadt mitarbeiten
wird, in dem einzelne Konzepte gebündelt und verknüpft werden. Hier
besteht dringender Handlungsbedarf.
Etwas irritiert bin ich allerdings schon, wie
schnell ein Konzept der SPD seitens des Oberbürgermeisters doch
aufgegriffen wird.
Vielleicht meine sehr geehrte Damen und Herren
ist seine politische Heimat doch noch eine andere?
Auch weiterhin muss bei allen Sparzwängen der
Vorrang für Kinder und Bildung bestehen bleiben.
So sichern wir die Teilhabe eines jeden Kindes
von Anfang an Unabhängig von der Finanzkraft seiner Eltern. Mit der
SPD wird hier keiner zurückgelassen.
Verehrte Gäste, meine Damen und Herren,
ich habe zusammengefasst die wichtigsten Punkte
versucht anzusprechen, die uns auch dieses Jahr in der Stadt
begleiten werden, und uns wichtig sind. Es gibt noch viele andere
Dinge, die für unsere Stadt wichtig sind wie zum Beispiel die
Kinder- und Jungendarbeit, eine Verkehrs- und Fußgängerfreundliche
Stadt. Das Ehrenamt, die Kultur und der Sport aber auch die Politik
für Senioren darf hier nicht zu kurz kommen.
Es würde heute Abend aber sicher den Rahmen
sprengen, dieses in aller eigentlich gebotener Ausführlichkeit
darzulegen. Gerne können Sie sich hierzu bei Bedarf meine
Haushaltsrede vom Dezember vergangenen Jahres zu Gemüte führen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe
Genossinnen und Genossen,
man sieht die Stadt steht auch im Jahre 2013 und
in den nächsten Jahren weiter vor großen Herausforderungen und
Problemen, die es gilt gemeinsam mit der Verwaltung und allem
demokratischen Parteien zu meistern.
Es gibt aus unserer Sicht keinen Spielraum für
unkalkulierbare Experimente und Prestigprojekte. Die
Haushaltsituation der Stadt zwingt uns zu einem klaren
verantwortungsvollen Kurs für Speyer.
Aus diesem Grund wäre es in einer solchen
schwierigen Situation, die große Risiken mit sich bringt
erforderlich, dass eine klare politische Richtung erkennbar ist.
Dieses ist aber leider nicht der Fall. In vielen Fragen der
Speyerer Politik ist diese Koalition oder Kooperation zwischen
CDU/SWG und FDP nicht mehr handlungsfähig. Das sieht man nur zu
genau bei vielen Abstimmungen im Rat, wo die Verwaltungsspitze also
sprich der Oberbürgermeister bei dem ein oder anderen Projekt auf
die Stimmen der Opposition angewiesen ist. Es kann aber nicht
unsere Aufgabe sein, jedes Mal die Eisen aus dem Feuer zu holen,
wenn die eigenen Mehrheiten nicht stehen. Dieses meine Damen und
Herren ist ein desolates, erbärmliches und beunruhigendes Bild was
die Koalitionsparteien insbesondere die FDP, für die extra ein
Beigeordneten Posten nach der letzten Kommunalwahl geschaffen wurde
hier abgeben – und es ist zudem schlecht für unsere Stadt. Hier ist
jetzt endlich die Mehrheitsfraktion CDU gefragt wie lange sie sich
das Kasperletheater noch anschauen möchte.
Die Menschen in dieser Stadt haben wahrlich was
besseres verdient, wie das was im Moment hier abläuft.
Wir als SPD machen unser Abstimmungsverhalten
davon abhängig was gut für Speyer ist, wir schauen nicht nach links
oder nach rechts. Uns ist es egal ob der Antrag von den Grünen der
Wählergruppe oder der CDU kommt die FDP ist abgetaucht da kommt
nichts mehr. Wir orientieren unsere Politik an der Sache zum Wohle
unserer Stadt.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe
Genossinnen und Genossen,
Politik braucht Kontakt zu den Menschen. Gute
Politik hält engen Kontakt. Die SPD-Fraktion startet am 01. Februar
mit einem Infostand in Speyer West hierzu eine neue Aktion unter
dem Motto „Fraktion im Dialog“ . Die Bürgerinnen und Bürger sollen
hierbei die Möglichkeit haben, uns Anregungen und Wünsche näher zu
bringen und uns auf Dinge, die sie bewegen aufmerksam zu machen und
hinzuweisen. Sie sollen uns sagen „Was muss in Speyer besser
werden“.
Wir wollen den Dialog mit den Menschen suchen.
Wir stellen uns den konkreten Sorgen und Interessen. Wir sind nah
bei den Menschen, wir wollen, dass die Bürger erleben Politik macht
Spaß und kann etwas bewegen. Wir wollen damit viele Menschen in
Speyer erreichen und für die Sozialdemokratie begeistern.
Die konkreten Ergebnisse aus dem Stadtteil West
werden dann bei einer Infoveranstaltung am 04. März diskutiert und
analysiert.
Diese Veranstaltungsreihe zieht sich durch alle
Stadtteile. Hierzu möchte ich Sie schon jetzt und heute recht
herzlich einladen.
Wir sind überzeugt, dass die Werte und Ziele
unserer Politik von großen Teilen der Bevölkerung mitgetragen
werden.
Die Mehrheit der Menschen hat ein ausgeprägtes
Empfinden für soziale Gerechtigkeit. Für sie ist Arbeit keine Ware,
deren Preis sich am Markt ergibt. Sie versteht Arbeit – ob einfach
oder hoch qualifiziert – als einen Beitrag zum Wohlstand unseres
Gemeinwesens.
Sie wollen, dass menschliche Lebensleistung
gewürdigt wird, auch durch Respekt und einem gerechten Anteil am
gesellschaftlichen Leben.
Verehrte Gäste,
zum Schluss meiner Rede möchte ich noch ein paar
Worte unserem Ehrenvorsitzenden der Rheinland-Pfälzischen SPD,
unserem scheidenden Ministerpräsidenten Kurt Beck, widmen. Mit Kurt
Beck verlässt ein Mann die politische Bühne, der nie die
Bodenhaftung verloren hat. Der immer da war, wenn man ein Anliegen
hatte. Der es immer möglich gemacht hat vor Ort zu sein, wenn man
ihn brauchte.
Der vor allem auch immer nah am Menschen war.
Von daher möchte ich mich hier und heute im Namen der gesamten
Speyerer SPD ganz herzlich bedanken für die jahrelange
beispielhafte, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sei es für die
Partei hier vor Ort, aber auch für unsere Stadt im Allgemeinen.
Kurt Beck hat Rheinland-Pfalz auf einen guten
Kurs gebracht, mit Ihm haben wir viel erreicht. Und ich bin
überzeugt unsere neue Ministerpräsidentin Malu Dreyer wird dieses
im Sinne von Kurt Beck so auch weiter fortführen. Die Unterstützung
der Speyerer SPD und meine persönliche sei ihr dabei gewiss. Wir
freuen uns auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit
ihr.
Meine sehr geehrte Damen und Herren, liebe
Genossinnen und Genossen,
lassen Sie uns nun das Glas gemeinsam erheben
auf ein gutes, neues sozialdemokratisch geprägtes Jahr 2013 und für
unsere gemeinsame Überzeugung einer solidarischen, freiheitlichen
brüder- und schwesterlichen Gesellschaft.
Ich freue mich auf gute Gespräche und eine gute
Zusammenarbeit zum Wohle unserer Stadt.
Ich danke für die Aufmerksamkeit.
10.01.2013
Stadtrat bestellt Mitglieder des neuen Speyerer Beirates für Tourismus
spk. Speyer. In seiner letzten Sitzung im alten Jahr hat
der Speyerer Stadtrat jetzt einstimmig auch die Mitglieder des neu
gegründeten Beirates für Tourismus bestellt. Der Beirat löst den
bisherigen Fremdenverkehrsausschuss des Stadtrates ab und soll
zukünftig in seiner Mitte noch mehr unmittelbare Erfahrung und
Fachkompetenz in Tourismusfragen bündeln. Zuvor hatte der Stadtrat
die einschlägigen. Mit dem Fremdenverkehr befaßten Institutionen in
der Stadt zur Benennung je eines Vertreters aufgefordert. Die
Ergebnisse dieses Verfahrens aber führten jetzt im Rat noch einmal
zu einem heftigen Disput, fühlten sich doch einige Mitglieder von
dem Ansinnen der Verwaltung, die von diesem benanten
Persönlichkeiten einfach nur zu bestätigen.
Nach gründlicher Debatte gelang es dann doch noch, die
Bestellung der Beiratsmitglieder sogar einstimmig zu beschließen.
Dem Beirat gehören jetzt Corinna Handrich für das
Technikmuseum), Domkapitular Peter Schappert als „Summus
Custos“ des Domes für das Bischöfliche Ordinariat des Bistums
Speyer, Dekan Friedhelm Jakob für die Protestantische
Gesamtkirchengemeinde Speyer, Ulrich Deisinger für den
Kreisverband Speyer des Hotel- und Gaststättengewerbes, Martin
Roßkopf für die Gastronomie, Thomas Armbrust für den
Einzelhandelsverband in Speyer, Peter Bödeker für die
Werbegemeinschaft „Das Herz Speyers“, Gerhard Bossert für
das Historische Museum der Pfalz, Maik Schmidt für das
„Sealife“, Rita Nitsche vom Tourismusbüro der Stadt Speyer
imd Heike Häußler, die Vorsitzende des Verkehrsvereins
Speyer an.
17.12.2012
Bebauungsplan „Alte Ziegelei“ im Speyerer Stadtrat nur knapp einem Desaster entronnen
Stadtrat
beschließt Offenlegung mit 21:17 Stimmen bei 3 Enthaltungen
cr. Speyer. Wer am vergangenen Donnerstag nach fast
dreistündigem Vortrag der Haushaltsreden aller im Speyerer Stadtrat
vertretenen Fraktionen und Gruppen und nach der jeweils einzeln
notwendigen Abstimmung über die Gebührenerhöhungen der Stadt im
Jahr 2013 - der SPEYER-KURIER berichtete am 14. Dezember
2012 – für die weitere Tagesordnung mit „Ermüdungserscheinungen“
bei den Ratsmitgliedern gerechnet hatte, der musste sich für den
weiteren Abend eines besseren belehren lassen.
Zwar konnte Oberbürgermeister Hansjörg Eger auch noch die
Tagesordnungspunkte „Beteiligung der Stadt Speyer an dem
Zweckverband für Informationstechnologie und Datenverarbeitung der
Kommunen in Rheinland-Pfalz“, „Einführung einer weiteren Fachschule
im Fachbereich Wirtschaft“ an der Speyerer Berufsbildenden „J.J.
Becher-Schule“ sowie die Entscheidung über die „Neugründung der
'GEWO-Leben eGmbH“ - sie wurde wegen technischer Probleme bei der
Vorbereitung der nachfolgenden Beratung über den Bebauungsplan
„Alte Ziegelei“ vorgezogen – einer einmütig zustimmenden Abstimmung
durch alle Ratsmitglieder zuführen – dann aber, bei der Diskussion
über den Bebauungsplan des „Erlus-Geländes“ gingen die „Wogen“ der
parlamentarischen Auseinandersetzung wieder hoch: Eine aufwändige
Animation, vom potentiellen Investor, der „Deutschen Wohnwerte
GmbH“ mitgebracht, um durch die Darstellung der Proportionen des
sicher ansehnlichen Gebäudekomplexes zu veranschaulichen, dass
dieser durchaus „in die Landschaft passt“ und sich dem alles
überragenden Weltkulturerbe „Kaiserdom zu Speyer“ unterordnet –
dann aber auch eine Skizze, die, aus einer anderen Blickrichtung,
genau das Gegenteil belegen sollte. Nach fast dreijähriger
Diskussion in den Ausschüssen des Rates, nach einem nahezu fast
einhellig euphorisch begrüßten Wettbewerbsergebnis war das Chaos
perfekt: Grüne, „Speyerer Wählergruppe SWG“ und „Bürgergemeinschaft
Speyer BGS“ glaubten plötzlich, für sie nicht zustimmungsfähige
Veränderungen bei den Bauhöhen der neuen Baukörper ausgemacht zu
haben.
Doch wer für die Gebäude „Passivhaus-Standard“ und
Barrierefreiheit einfordert - worauf sich Planer und Investor
eingelassen haben - der musste davon ausgehen, dass dadurch die
Bauten in die Höhe wachsen. Statt der ursprünglich ausgewiesenen
Bauhöhe von 110,40 Meter über NN weisen die Pläne jetzt 114,40
Meter aus – stolze vier Meter mehr - durch konstruktive Änderungen
hervorgerufen.
Ein endloser Disput setzte ein, den Oberbürgermeister Hansjörg
Eger zunächst durch den Hinweis zu schlichten versuchte, es gehe
bei dieser Abstimmung doch eigentlich nur um den Beschluss zur
Offenlegung der Pläne und damit zur Eröffnung einer breit
angelegten Bürgerbeteiligung. Doch darauf wollten sich die
erklärten Gegner der Maßnahme in der BGS nicht einlassen und auch
bei Grünen und SWG war plötzlich das Unbehagen über angebliche
Veränderungen so groß, dass sie sich nicht zu einer Offenlegung der
Pläne entschließen konnten.
Zeitweise
drohte gar die erneute Vertagung des Beschlussverfahrens und damit
eine erneute Verschiebung in eine ungewisse Zukunft. Ob der
Investor dann immer noch bereit gewesen wäre, das Verfahren, in dem
er bisher schon einen geschätzten siebenstelligen Betrag für
Planungskosten, Wettbewerb und, notabene, für die aufwändige
Animation „vergraben“ hat, darf dahingestellt bleiben. „Man könnte
meinen, alle Speyerer wandern täglich über den Leinpfad, um von
dort aus den Dom zu betrachten“, empörte sich SPD-Ratsmitglied
Friedel Hinderberger und wies darauf hin, dass es in der Stadt
durchaus noch viele weitere Stellen gäbe, von denen aus man die
Kathedrale nicht sehen könne. Hinderberger zu kritischen
Anmerkungen über die architektonische Gestaltung der Bebauung: „Wir
haben an der Maßnahme drei verschiedene Architekten im Boot – das
bietet die Gewähr dafür, dass dieses Wohngebiet nicht so einförmig
wird, wie die eintönige Reihe der Hafenville in der Nachbarschaft“,
führte er, spürbar genervt, aus.
Auch CDU-Fraktionschef Dr. Gottfried Jung zeigte sich entsetzt
über den Verlauf der Diskussion: Da habe der Rat einen Wettbewerb
beschlossen, der in den Gremien des Rates geradezu euphorisch
gefeiert worden sei, da habe sich der Investor auf konstruktive
Veränderungen eingelassen, die jetzt wieder in Frage gestellt
würden. „Mit einem solchen Verhalten machen wir uns auf alle
Zukunft unglaubwürdig“, stellte Dr. Jung fest.
So war es am Ende wohl nur den beiden „Großen“ im Rat, der CDU
und der SPD, zu verdanken, dass dieser Tagesordnungspunkt nicht
endgültig im Desaster endete. Mit 21:17 Stimmen bei drei
Enthaltungen, wurde die Offenlegung des Bebauungsplanes beschlossen
und damit der Weg frei gemacht für eine öffentliche Diskussion in
der Bürgerschaft. Dann wird auch, wie von Dr. Owe-Karsten Lorenz
von den Grünen angeregt und von OB Eger zugesagt, durch die
Aufstellung eines Lattengerüstes versucht, Befürwortern und
Zweiflern an dem Projekt gleichermaßen einen objektiveren Eindruck
von seinen Ausmaßen zu vermitteln.
Offen bleibt aber derzeit, ob der Investor angesichts der an
diesem Abend offenbar gewordenen, verworrenen „Gefechtslage“ in den
Speyerer (Nicht-)Entscheidergremien nicht doch so langsam „die
Lust“ an dem Projekt verliert. Dann könnten
Schadenersatzforderungen in unbekannter Höhe auf die Stadt
zukommen. Wie hoch? Eine entsprechende Anfrage blieb an diesem
Abend unbeantwortet und ging im sonstigen Getümmel unter – zum
Glück vielleicht, um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen. Dann
stünden die Speyerer vielleicht am Ende am Rhein mit einem in
blamabler Weise „geplatzten“ „Erlus-Projekt“ da - und die Kosten
hätten sie obendrein.
Lesen Sie hierzu auch den nachfolgenden EINWURF von
Gerhard Cantzler
16.12.2012
Einwurf
„Investoren“ - Speyerer Stadträte drohen immer mehr, eine
fürs Wirtschaftsleben notwendige „Spezies“ zu verstören
von Gerhard Cantzler
Wer in einem Schimpfwörter-Lexikon nachschaut, wird den Begriff
„Investor“ bislang sicher noch vergeblich suchen. Doch das könnte
sich „dank“ mancher Entscheidungsträger im Speyerer Stadtrat
künftig ändern. Denn immer öfter wird in Speyer der Begriff
„Investor“ in längst überholter, klassenkämpferischer Manier gleich
gesetzt mit „raffgierig“ und „unsozial“ - werden Investoren in
jedem Fall unlautere Absichten unterstellt.
Doch was ist ein Investor wirklich? Er setzt sein Geld oder das,
das ihm Banken aufgrund seines guten Namens und seiner Bonität
leihen, dafür ein, um Maßnahmen zu finanzieren, die sich
öffentliche Institutionen wie auch die Stadt Speyer, schon längst
nicht mehr leisten können.
Dass er dabei auch Geld verdienen muss, um die von ihm
beauftragten Firmen und seine eigenen Mitarbeiter bezahlen zu
können, dürften wohl nur noch pure Sozialromantiker in Frage
stellen. Ihn dafür aber, wie zuletzt wieder bei der
Dezember-Sitzung des Speyerer Stadtrates, direkt oder indirekt zu
schmähen, wird die Lust solch potentieller Investoren, ihr Geld in
Speyer anzulegen, sicher nicht gerade befördern. Speyer aber wird
solche Investoren auch zukünftig dringend brauchen – spätestens
wenn es um die Umsetzung der zuletzt so oft beschworenen Konversion
geht.
Deshalb sollten auch Speyerer Stadträte ihre Worte sorgsamer
wägen, um nicht diejenigen, die ihr Geld auch an anderen Orten
„unterbringen“ könnten, von einem Investment in Speyer
abzuschrecken – ein Investment, das – gut begleitet von
wohlmeinenden, zu gutem Rat und nicht allein der eigenen
Image-Mehrung verpflichteten Räten – die weitere Entwicklung des
Gemeinwesens positiv befördern kann.
Neue „GEWO Leben eGmbH“ soll soziale Aktivitäten der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft sicherstellen
cr. Speyer. Die
„GEWO-Leben eGmbH“, eine neue Tochtergesellschaft der
Städtischen Wohnungsbaugesellschaft kann gegründet werden. Nach
einer einhelliger Empfehlung des Aufsichtsrates der GEWO hat jetzt
auch der Speyerer Stadtrat in seiner letzten Sitzung im Jahre 2012
dies einstimmig beschlossen.
In der neu zu gründenden Gesellschaft sollen künftig alle
sozialen Projekte und Aktivitäten der GEWO gebündelt werden. Als
eigenständige Betriebseinheit soll sie insbesondere die
Bewirtschaftung und den laufenden Betrieb der Quartiersmensa „Q+H“
im Stadtteil Speyer-West sowie des „Mehrgenerationenhauses“ in
Speyer-Nord sicherstellen.
16.12.2012
132 Mio. Euro Ausgaben bei knapp 20 Mio Neuverschuldung
Speyerer
Stadtrat verabschiedet ersten Haushalt unter dem Eindruck des
Kommunalen Entschuldungsfonds KEF.
cr. Speyer. Trotz partieller Kritik haben
gestern Abend die im Stadtrat vertretenen Fraktionen und Gruppen
mit breiter Mehrheit dem Haushaltsplan der Stadt Speyer für das
Jahr 2013 in der von Oberbürgermeister Hansjörg Eger in der
November-Sitzung des Rates eingebrachten Form ihre Zustimmung
erteilt. Lediglich die „Bürgergemeinschaft Speyer BGS“ und die
„Linke“ lehnten den Haushaltsplan ab, in dem erstmals die
Auswirkungen des Kommunalen Entschuldungsfonds KEF spürbar werden.
Auf 132,45 Millionen addieren sich die Ausgaben für das kommende
Jahr - 19,96 Millionen davon müssen über neue Kredite finanziert
werden.
Noch größer war die Zustimmung zur Erhöhung zahlreicher
Gebühren, wo es nur bei der Abstimmung über die Erhöhung der
Parkgebühren zwei Neinstimmen und eine Enthaltung gab. Lesen Sie
dazu im Anschluss an diesen Beitrag unseren Beitrag
„Gebührenerhöhung auf breiter Front“.
In ihren Haushaltsreden – traditionell die „Stunde der
Abrechnung“ in jedem Parlament – setzten die Fraktionsvorsitzenden
und Sprecher der Gruppen im Rat ganz unterschiedliche Akzente.
Dr. Gottfried
Jung (CDU) kritisierte dabei insbesondere die Landesregierung, die
für die Kommunen bestimmte Zuschüsse des Bundes, z.B. für den
Ausbau von Kindertagesstätten, nicht an die eigentlichen Empfänger,
die Kommunen, weitergebe. Dadurch werde das Konnexitätsprinzip -
„wer bestellt, bezahlt!“ – zu Lasten der Gemeinden immer weiter
ausgehöhlt; insbesondere die kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz
zählten dadurch zu den finanziell am schlechtesten Ausgestatteten
in der gesamten Bundesrepublik.
Nachdrücklich sprach sich Dr. Jung gegen eine rigorose Kürzung
der freiwilligen Leistungen für Sport und Kultur aus. Die
„Kulturhochburg“ Speyer dürfe durch die ihr von der ADD auferlegten
Sparmaßnahmen in ihrem Image nicht beschädigt werden, so Dr. Jung,
mache dies doch ein Großteil der mühsam gewonnenen Anziehungskraft
der Stadt aus. Nicht zuletzt ihre kulturelle Attraktivität sei auch
für das hohe Zuzugsinteresse nach Speyer verantwortlich. Kritisch
äußerte sich der CDU-Fraktionsvorsitzende auch zu der derzeit in
der Umsetzung befindliche Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz, die
sich darauf beschränke, Verbandsgemeinden von mindestens 10.000
Einwohnern zu schaffen, die Situation der kreisfreien Städte aber
unberücksichtigt lasse. Dies führe dazu, dass die Stadt - ohne
Kostenersatz - jährlich mehr als 500.000 Euro für den Transport von
Schülern aus den Umlandgemeinden in die Speyerer Schulen aufwenden
müsse – in Baden-Württemberg dagegen müssten für diese Kosten die
Wohnsitzgemeinden aufkommen. Außerdem müsse die Stadt zu der
Finanzierung ihrer weiterführenden Schulen anteilig für die zu 50 %
aus dem Umland kommenden Schülerinnen und Schüler jährlich weiter
eine Million Euro aufwenden. „Der kommunale Finanzausgleich bedarf
deshalb dringend der Korrektur“, betonte Dr. Jung, der zugleich
auch darauf verwies, dass die Steigerungen bei den Personalausgaben
insbesondere durch den von Bund und Land initiierten, erhebliche
Ausbau der Kindertagesstätten ausgelöst werde.
Zu der Frage der Schaffung von neuem, dringend nachgefragtem
Wohnraum in der Stadt wies Dr. Jung auf die geplante Baumaßnahme
auf dem „Erlus-Gelände“ hin, das jedoch das Problem der Nachfrage
nach „preisgünstigen Mietwohnungen“ nicht zu lösen geeignet sei.
Von daher erhoffe er sich neue stadtplanerische
Gestaltungsmöglichkeiten durch das frei werdende Kasernengelände,
wobei er auch die Verlagerung derzeit im Stadtgebiet vorhandener
Nutzungen dorthin mit in die Überlegungen einbrachte, an deren
Stelle dann in der Stadt weitere Wohnnutzungen möglich werden
könnten.
Für die größte Ratsfraktion kündigte Dr. Jung die Zustimmung der
CDU zu dem vorgelegten Zahlenwerk an.
Haushaltsrede des CDU-Fraktionsvorsitzenden Dr.
Gottfried Jung im SPEYER-KURIER. * 
Für die
SPD-Fraktion vermisste Vorsitzender Walter Feiniler
in der Haushaltsrede von Oberbürgermeister Eger notwendige
Visionen, weitete seine Kritik aber zugleich auch auf den Bund und
das Land Rheinland-Pfalz aus, denen er vorhielt, nicht in
zureichendem Maße zu erkennen, dass „ohne handlungsfähige Kommunen
zukünftig 'kein Staat' mehr zu machen“ sei. Fakt sei nämlich, dass
auch der KEF nicht ausreichen werde, um den Schuldenberg der
Kommunen abzubauen. „Hätte man nicht Jahre lang über seine
Verhältnisse gelebt, müsste man nicht jetzt mit so drastischen
Kürzungen ansetzen“, so Feiniler, der einen Antrag seiner Fraktion
zur Anhebung des Gewerbesteuerhebesatzes auf 407 Punkte
ankündigte.
Im weiteren kündigte Feiniler Initiativen der SPD zum Ausbau der
Schulsozialarbeit sowie – zur Verbesserung der Schulweg-Sicherheit
- zur Erarbeitung von Verkehrskonzepten rund um die Speyerer
Schulen an. Schließlich mahnte er die Renovierung der zum Teil in
desolatem Zustand befindlichen Schulen in Speyer an.
Wie schon sei Vorredner, beklagte auch Walter Feiniler die
Kürzungen im Kulturbereich und regte die Einrichtung eines
Sponsoring-Fonds an, um auch weniger begüterten Mitbürgern den
Besuch von Kulturveranstaltungen in der Stadt zu ermöglichen. Auch
die Ausschreibung eines Nachwuchspreises für Kunstschaffende will
die SPD im neuen Jahr in die Diskussion bringen.
Ausdrücklich würdigte Feiniler unter dem Beifall des gesamten
Rates die Arbeit der „Speyerer Tafel e.V.“, die ihre hilfreiche
Arbeit ohne städtische Hilfe verrichte. „Hut ab vor diesen
Menschen, die dort arbeiten“, lobte der SPD-Sprecher.
Im weiteren plädierte er für ein Tourismuskonzept für die Stadt,
das insbesondere auch auf die Zusammenarbeit mit den Nachbarstädten
Schwetzingen und Heidelberg setze. Ein solches Konzept könne
zugleich auch ein konkreter Beitrag zur Wirtschaftsförderung in der
Stadt sein, für die er sich noch mehr Aktivitäten wünsche, damit im
Zusammenwirken mit der Stadtverwaltung weitere, möglichst
mittelständische Unternehmen zur Ansiedlung gebracht werden
könnten.
Auch Feiniler und seine SPD-Fraktion verknüpfen große Hoffnung
mit der Bundeswehr-Konversion. „Wir brauchen dringend mehr
bezahlbaren Wohnraum in Speyer“, betonte er und regte in diesem
Zusammenhang die baldige Überplanung der Areale
„Stiftungskrankenhaus“, Postplatz, „Decker-Gelände“ und „Platz der
Stadt Chartres“ an.
Abschließend kündigte Walter Feiniler die Zustimmung seiner
Fraktion zu dem vorliegenden Haushaltsentwurf an, wobei er den Etat
des Speyerer Flugplatzes ausdrücklich von dieser Akzeptanz
ausnahm.
Lesen Sie auch die Haushaltsrede des
SPD-Fraktionsvorsitzenden Walter Feiniler im Wortlaut im
SPEYER-KURIER. * 
Als
Vorsitzender der rittgrößten Gruppierung im Rat, der „Speyerer
Wählergruppe“, trat sodann Martin Roßkopf ans
Rednerpult. Er begrüßte gleich zu Beginn seiner Ausführungen die
Initiative der Verwaltung zur Erarbeitung eines Tourismuskonzeptes
für die Stadt, weil nur so das Abgleiten des Fremdenverkehrs in
Speyer auf das Niveau „der Rüdesheimer Drosselgasse“ vermieden
werden könne. Im weiteren kritisierte er noch einmal die
zustimmenden Beschlüsse des Stadtrats zur Renaturierung des
Woogbachtales und zum Bau des S-Bahnhaltepunktes Speyer-Süd. „Wir
können und sollten uns nicht alles leisten, nur weil es dazu
Zuschüsse von Bund oder vom Land gibt“, mahnte er.
Kritisch setzte sich Roßkopf auch mit der Diskussion um die
Fusion der vorderpfälzischen Sparkassen auseinander. Die derzeitige
Diskussionsrichtung basiere auf den gegenwärtigen wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen; niemand aber wisse, wohin sich die Ökonomie in
den nächsten Jahren entwickle. Es gelte deshalb, die Verhandlungen
nicht nur unter dem Blickwinkel der Sparkasse zu führen, sondern
ebenso auch aus dem der Stadt und der Bürgerschaft. Auch sei noch
unklar, welchen Einfluss Speyer in einer veränderten Konstellation
in einem dann größeren Kreditvergabeausschuss habe.
Mit Blick auf die Diskussion über Konversion wiederholte Roßkopf
seine Forderung, eine Bauleitplanung für die frei werdenden Areale
aufzustellen. „Planen wir selbst, bevor Investoren für uns planen“,
rief er seine Stadtratskollegen auf und erinnerte abschließend
daran, dass seine Fraktion bereits im letzten Jahr die Umstellung
der Haushaltsführung der Stadt auf einen Zwei-Jahres-Rhythmus
angeregt habe. Die SWG werde deshalb schon in Kürze erneut einen
Antrag auf Aufstellung eines Doppelhaushaltes 2014/15 als
„Bürgerhaushalt“, d.h. unter Mitwirkung der Bürgerschaft
beantragen. Seine Fraktion, so kündigte Martin Roßkopf abschließend
an, werde dem vorgelegten Haushaltsentwurf für 2013 zustimmen.
Lesen Sie dazu auch die Haushaltsrede des
Fraktionsvorsitzenden der "Speyerer Wählergruppe" Martin
Roßkopf im Wortlaut. * 
Für
Investitionen in der Stadt, die Speyer zukunftsfähig machen würden,
sprach sich der Vorsitzende der Fraktion „Bündnis 90/ die
Grünen“, Johannes Jaberg, in seiner Bewertung des
Haushaltsentwurfs aus. Im Zuge der bevorstehenden Neuausschreibung
des Stadtverkehrs regte er deshalb eine Verringerung der Fahrpreise
für den ÖPNV an, um damit eine Akzeptanzsteigerung von Bussen und
Bahnen in der Bevölkerung zu bewirken. Auch die Situation der
Radfahrer in der Stadt müsse ebenso dringend verbessert werden, wie
die der Behinderten, für die er sich nachhaltige Lösungsvorschläge
seitens der Verwaltung wünscht.
Schließlich nahm auch Jaberg zur Konversion Stellung und zeigte
sich hinsichtlich einer Wohnbebauung auf dem Gelände der
Kurpfalz-Kaserne überaus skeptisch. Statt dessen sprach auch er
sich für die Ansiedlung von Gewerbebetrieben auf dem Areal oder für
seine Nutzung als Behördenstandort aus.
Wie seine Vorredner dankte auch Jaberg den Mitarbeitern der
Stadtverwaltung für ihre Arbeit im zu Ende gehenden Jahr,
kritisierte aber den Stadtvorstand und die sie tragenden
Fraktionen, dass sie zu oft nach außen „kein Bild der
Geschlossenheit“ abgäben. „Daran sollten Sie arbeiten und Ihre
Divergenzen besser hinter verschlossenen Türen ausmachen“, mahnte
Jaberg, der für seine Fraktion die Zustimmung zum Haushaltsentwurf
ankündigte.
Lesen Sie auch die Rede von Johannes Jaberg – Bündnis 90/ die
Grünen im Wortlaut. * 
Nach einer Unterbrechung der Tagesordnung, die Oberbürgermeister
Eger zur Verabschiedung des bisherigen Ratsmitglieds
Barbara Hintzen nutzte (wir berichten separat) wurde die
Aussprache über den Haushalt fortgesetzt.
In gewohnt
aggressiver Form - „Jetzt spricht die einzige Oppositionsfraktion
im Speyerer Stadtrat“ - trat Claus Ableiter, Sprecher der
Fraktion der „Bürgergemeinschaft Speyer BGS“ ans Rednerpult.
Mit teilweise polemischen Zuspitzungen kritisierte er die
Mitglieder aller anderen Parteien im Rat, die Speyer auf einen
„griechischen Weg“ geführt und damit „ruiniert“ hätten. Auch er
geißelte scharf die Kostenverteilung bei der Schülerbeförderung
zwischen Stadt und Umlandgemeinden und kritisierte im Umfeld des
Neubaus des Speyerer Kombibades, dass es dabei zu ganz erheblichen
Vergabeverstößen gekommen sei.
Mit scharfen Worten kritisierte Ableiter auch den Bau des
Parkhauses am Bahnhof, das mit 12,7 % die niedrigste Auslastung
aller vergleichbaren Einrichtungen dieser Art in ganz
Rheinland-Pfalz aufweise. „Was Sie hier beschlossen haben“, warf er
seinen Ratskollegen vor, „war eine der dümmsten Entscheidungen in
ganz Rheinland-Pfalz“.
Nachdem sich Speyer ausweislich der Eröffnungsbilanz aus dem
Jahr 2009 bereits im Zustand der Zahlungsunfähigkeit befinde, so
Ableiter, werde seine Fraktion den Haushaltsvoranschlag ablehnen.
Auch für einen Fusionsbeschluss für die Sparkasse kündigte Ableiter
ebenso eine Ablehnung an, wie er andererseits noch einmal die
Zustimmung seiner Fraktion zum Bau des S-Bahnhaltepunktes
Speyer-Süd und zum Ausbau des Woogbachtales wiederholte.
Mit der Feststellung „Der KEF wird entscheidend durch die
Mehrbelastungen der Bürger finanziert“, schoss Ableiter eine letzte
„Breitseite“ auf all seine Ratskollegen ab, die dem Beitritt zu
diesem Finanzierungsinstrument zugestimmt hatten.
Leider konnte die BGS unserer Redaktion keinen Redetext im
Wortlaut vorlegen.
Auch Dr.
Heinz-Dieter Jakumeit, Vorsitzender der FDP-Fraktion, griff in
seiner Rede die Landesregierung scharf an. „Speyer verfügt seit
1993 über keinen ausgeglichenen Haushalt mehr“, stellte er fest und
führte dies auf den immer stärkeren Abbau des Konnexitätsprinzips
zwischen Land und Stadt zurück. „Die Erweiterung des Anspruchs auf
einen Platz in einer KiTa ist von Bund und Land ausgegangen“
stellte Dr. Jakumeit fest. Bis heute aber sei das Land seinen
zugesagten Drittelanteil bei der Co-Finanzierung schuldig
geblieben. Der Redner appellierte deshalb an Oberbürgermeister
Eger, auf allen Ebenen des Städtetages eine Diskussion über „die
Grundsicherung der Kommunen“ in Gang zu setzen. „Denn wie kann es
sein, dass z.B. Ludwigshafen – läge es in Baden-Württemberg – 75
Millionen Euro mehr an Zuweisungen bekommen würde als jetzt vom
Land Rheinland-Pfalz?“, empörte sich der FDP-Sprecher.
Seine Ratskollegen rief er im weiteren dazu auf, alles daran zu
setzen, damit alle Schulabgänger in Speyer durch entsprechende
Fördermaßnahmen zumindest zu einem Hauptschulabschluss geführt
würden.
Schon ganz erfüllt von vorweihnachtlichem Harmoniegefühl schloss
Dr. Jakumeit seine Rede mit dem dankbaren Hinweis auf die Arbeit in
dem Ausschuss zur Ermittlung der Streichungen für den KEF, die er
als ein „Licht im Dunkeln“ charakterisierte, weil sie bewiesen
habe, dass man im Speyerer Stadtrat auch zu
fraktionsübergreiffendem, „gemeinschaftlichem Handeln“ fähig
sei.
Ganz in diesem Sinne kündigte Dr. Jakumeit die Zustimmung seiner
Fraktion zum Haushaltsentwurf 2013 an.
Lesen Sie auch die Haushaltsrede des Vorsitzenden der
FDP-Stadtratsfraktion Dr. Heinz-Dieter Jakumeit im Wortlaut. *

Von der
äußersten Rechten und Linken des Plenums kamen ebenfalls
Statements. Dabei unterstützte Alois Röbosch (Die Republikaner) die
Entscheidung des Rates für „100 Prozent regenerative Energie“,
warnte aber vor einer übereilten Umsetzung dieses Zieles: „Die
Menschen können das nicht mehr bezahlen“, fürchtet er.
Für seine Partei erklärte seine Zustimmung für den
Haushaltsentwurf.
Anders Helmut
Förster (Die Linke), der in seiner Rede seine Ablehnung des
Zahlenwerkes ankündigte. Auch er kritisierte die ständige
Aushebelung des Konnexitätsprinzips durch das Land und vertrat die
Meinung, dass die in der Debatte wiederholt beklagte Störung im
deutschen Sozialsystem, die auch zu erheblichen Belastungen des
Haushaltes der Stadt Speyer führe, im wesentlichen auf die prekären
Arbeitsverhältnisse zurückzuführen sei.
Bei der anschließenden Abstimmung wurde nach gut
dreieinhalbstündiger Debatte der Haushalt der Stadt Speyer bei vier
Gegenstimmen mit überwältigender Mehrheit angenommen.
In der weiteren Sitzung, über die der SPEYER-KURIER noch
ausführlich berichten wird, stand insbesondere der Bebauungsplan
„Alte Ziegelei – Erlusgelände“ im Brennpunkt der Diskussion. Nach
eingehender und kontrovers geführter Diskussion beschloss der
Stadtrat die Offenlegung der Pläne und damit die Fortführung des
Verfahrens. Mehr in unserer morgigen Ausgabe.
* Es gilt das gesprochene
Wort Foto: gc
14.12.2012
Letzte Sitzung des Speyerer Stadtrates im Jahre 2012 - Bilderalbum
Gebühren steigen auf breiter Front - „moderat“ meint die Verwaltung - „kräftig“ meinen die Bürger
cr.
Speyer. Der Vertrag über den „Kommunalen Entschuldungsfonds
KEF“ ist in „trockenen Tüchern“ und für die Speyerer Bürgerinnen
und Bürger werden die Folgen schon mit Beginn des neuen Jahres
spürbar, wenn gleich eine ganze Reihe von Gebühren für
Dienstleistungen der Stadtverwaltung ansteigen werden. Denn
gemeinsam mit der Verabschiedung des Städtischen Haushaltes für das
Jahr 2013 wurden heute auch die Gebührenerhöhungen entsprechend der
Verwaltungsvorlage vom Stadtrat „abgesegnet“.
Dadurch werden die Parkgebühren – allein hier rechnet die
Verwaltung mit Mehreinnahmen von 230.000 bis 250.000 Euro - und
Gebühren für die Entsorgung und die Straßenreinigung – erwartete
Mehreinnahmen 40.000 Euro - in der Stadt ebenso ansteigen wie die
Kosten für die Inanspruchnahme der kulturellen Angebote von
Volkshochschule, Stadtbibliothek und Städtischer Musikschule.
Auch die Gebühren für die Nutzung des Städtischen Friedhofs
werden zum Jahreswechsel „moderat“ - so die Einschätzung der
Verwaltung – ansteigen. Durch die Erhöhung um erwartete 147.000
Euro soll der inzwischen auf jährlich über 300.000 Euro
angewachsene Fehlbetrag für die Unterhaltung der seit über 130
Jahren genutzten Begräbnisstätte eingedämmt werden – für Pacht- und
Reihengräber strebt die Stadt gar eine Kostendeckung an. Dazu wird
die Verwaltung eine „einheitliche Bestattungsgebühr“ von 138 Euro
einführen – die Gebühr für die Bestattung wird von bisher 665 Euro
auf 920 Euro ansteigen. Für Urnenbeisetzungen wird die Stadt statt
bisher 213 Euro künftig 390 Euro in Rechnung stellen – eine satte
Steigerung von 45 Prozent – moderat?
Aber auch bei anderen Dienstleistungen muss die Stadt - bedingt
durch die Auflagen des KEF und entsprechender Forderungen des
Landesrechungshofes – die Speyerer künftig stärker belasten: So
soll der Anteil der Bürger an den Kosten für die werktägliche
Straßenreinigung von bislang 60 auf 70 % der anfallenden Kosten
steigen, der Kostenersatz pro laufendem Meter Straßenfrontlänge von
16,80 auf 17,32 Euro klettern.
Vom Stadtrat nur „mit geballter Faust in der Tasche“ gebilligt:
Die gezwungenermaßen beschlossenen Gebühren-Erhöhungen im
Kulturbereich, wo bei der Musikschule 27.000 Euro, bei der
Volkshochschule 9.000 Euro und bei der Stadtbibliothek immerhin
noch 3.500 Euro mehr eingenommen werden sollen – vorausgesetzt, die
Benutzer halten auch bei steigenden Gebühren ihre Nachfrage für die
Leistungen dieser Einrichtungen im bisherigen Umfang aufrecht.
Dennoch: Trotz aller Einsparungen im Detail, trotz aller
angestrebten zusätzlichen Einnahmen – der Haushalt wird auch im
kommenden Jahr defizitär bleiben und sich ohne Sonderausschüttungen
der Stadtwerke noch tiefer in den „roten Bereich“ bewegen.
Und ob das Land Rheinland-Pfalz am Ende seinen zugesagten Anteil
am Kommunalen Entschuldungsfonds wird „bringen“ können, steht
gleichfalls noch in den Sternen. Es bleibt also spannend - auch im
neuen Fiskaljahr....
Haushaltsrede des CDU-Fraktionsvorsitzenden Dr. Gottfried Jung im SPEYER-KURIER. *
Die Schwaben gelten bekanntlich als Inbegriff der sparsamen
Menschen. Von Theodor Heuss, schwäbisches Urgestein und ehemaliger
Bundespräsident, stammt der Satz: „Sparen ist die goldene Mitte
zwischen Geiz und Verschwendung.“ Ein bemerkenswerter Satz, mit dem
wir wohl alle leicht übereinstimmen können. Aber vielleicht ist das
schon die einzige Übereinstimmung, denn wo die goldene Mitte ist,
da können leicht die Meinungen auseinander gehen.
Ist es Verschwendung, wenn wir uns am
Betrieb des Museums der Pfalz mit Sitz in Speyer finanziell
beteiligen? Ist es Verschwendung, dass wir uns ein Sport-Kombi-Bad
leisten? Ist es Verschwendung, dass wir ein Frauenhaus mit
Zuwendungen unterstützen? Oder fragen wir: Ab welchem
Bedienungskomfort beginnt die Verschwendung, wenn wir Geld in den
öffentlichen Personennahverkehr stecken? Sollen wir nur noch halb
so viel Geld in die Stadtbibliothek investieren, um nicht in den
Geruch der Verschwendung zu kommen?
Oder wie ist das mit dem Geiz? Wir bekommen
ja suggeriert, dass Geiz geil sei. Geiz kommt von Gier. Und Habgier
bezeichnet eine zwanghafte oder übertriebene Sparsamkeit. Und da
wir in Speyer als Kommunalpolitiker den Menschen verpflichtet sind,
ist Geiz nicht geil, sondern kann ganz schön unsozial sein. Sparen
hat also nichts mit „Geizen“ zu tun. Geiz und Gier sind wie
Geschwister, die zusammenraffen und für sich behalten.
Kommen wir also lieber zurück zur goldenen
Mitte im Heuss´schen Sinn. Sie mag schwierig zu treffen sein, aber
vielleicht verständigen wir uns darauf, dass wir uns um das
Notwendige, das Nützliche, das Dringende kümmern müssen und dabei
darauf zu achten haben, dass die Kosten so niedrig wie möglich und
so hoch wie nötig gehalten werden.
Aus der Sicht der Kommunalaufsicht bei der
ADD in Trier heißt dies, dass wir zuallererst die sogenannten
freiwilligen Leistungen weiter reduzieren müssen. Freiwillige
Leistungen zu reduzieren, das mag auf den ersten Blick naheliegend
erscheinen. Aber dann sollten wir doch einmal fragen, was wir unter
freiwilligen Leistungen verstehen. Dazu gehört vieles, was Speyer
überhaupt erst lebenswert macht: der Ausbau und die Pflege des
Stadtgrüns, die Unterhaltung der Kinderspielplätze, die
Jugendförderung, die Schulsozialarbeit, Beratungsangebote in
sozialen Notlagen, das schon erwähnte Frauenhaus, der öffentliche
Personennahverkehr – um nur einige Beispiele aufzuzählen. Solche
freiwilligen Leistungen sind übrig geblieben von dem, was einmal
die kommunale Selbstverwaltung des Freiherrn vom Stein ausgemacht
hat. Und jetzt sollen wir auch noch den Rest der Selbstverwaltung
beschneiden!
Zu den freiwilligen Leistungen gehört auch
der ganze Bereich der Kultur und Brauchtumspflege oder der
Erwachsenenbildung, die Stadtbibliothek, die Volkshochschule, die
Musikschule, der Judenhof mit dem Judenbad, das Feuerbachhaus, das
Hans-Purrmann-Haus, die städtische Galerie, das Kinder- und
Jugendtheater, die Künstlerszene, die Musikszene. Die CDU-Fraktion
steht zu diesen Einrichtungen und Leistungen. Das herausragende
kulturelle Profil der Stadt Speyer darf nicht gefährdet
werden.
Von Bundestagspräsident Lammert stammt der
Satz: „Was von dieser Generation einmal im Gedächtnis dieses Landes
bleiben wird, das sind nicht die Steuergesetze, die wir
verabschiedet haben, nicht die Autobahnkilometer, die wir gebaut
haben, auch nicht die Sozialansprüche, die wir angehoben und
gesenkt haben, sondern die Zeugnisse an Kunst und Kultur, die an
nachfolgende Generationen übergeben werden.“
Natürlich ist es richtig, wenn wir auf die
Bremse treten und Ausgaben kürzen. Und sicher wäre auch der
Spareffekt im kulturellen Bereich nachhaltig – aber er wäre
nachhaltig in einem negativen Sinn. Mit ein wenig Einsparung in
diesem Bereich würden wir viel zerstören. Und der Haushalt wäre
dennoch nicht saniert. Selbst wenn wir sagen würden, dass wir zwar
alle kulturellen Einrichtungen, die ich aufgezählt habe, erhalten
und nur ihren Etat beschneiden wollen, kommen wir rasch zu dem
Punkt, wo schließlich doch durch die Hintertür eine Einrichtung
infrage gestellt wird. Nehmen Sie als Beispiel die Stadtbibliothek:
Sie wird zum Museum für modernes Antiquariat, wenn sie nicht
ständig neue Medien erwerben kann.
Es mag zutreffen, dass wir in Speyer mehr
für Kultur ausgeben als andere vergleichbare Städte, wie die ADD
meint. Zu den Markenzeichen Speyers gehört aber auch, dass der Name
„Speyer“ ein Synonym für „Kulturhochburg“ ist. Das macht einen
großen Teil unserer Anziehungskraft aus. Diese Anziehungskraft
macht Speyer zu einem attraktiven Wohnstandort, der sich vor der
demografischen Entwicklung nicht zu fürchten braucht. Und die
Attraktivität dieses Wohnstandorts prägt auch die Steuerkraft
dieser Stadt. Bitte sehen Sie mir nach, wenn ich eine solche
Gedankenfolge wage. Aber sie ist notwendig, wenn man sich mit der
Forderung der Kommunalaufsicht auseinanderzusetzen hat, zur
Haushaltssanierung die Kulturförderausgaben auf das Niveau anderer
Kommunen zurückzufahren.
Nehmen Sie unsere Aufwendungen für den
Tourismus. Die Tourismusförderung ist eine freiwillige Aufgabe.
Aber wollen wir sie allen Ernstes infrage stellen, wo doch gerade
der Tourismus in Speyer einen jährlichen Umsatz von geschätzten 60
Millionen Euro zur Folge hat? Die Tourismusförderung ist aber auch
ein sehr gutes Beispiel dafür, dass wir uns unserer finanziellen
Verantwortung bewusst sind. Denn wir bekennen uns dazu, dass
diejenigen, die vom Tourismus wirtschaftlich profitieren, auch
einen finanziellen Beitrag zur professionellen Weiterentwicklung
der Tourismusförderung leisten sollen.
Eine etwas einseitige Betrachtung der
Haushaltssituation durch die Kommunalaufsicht erkennt man zum
Beispiel daran, dass die Lasten, die der Stadt Speyer durch den
Gesetzgeber aufgebürdet werden und gegen die wir uns nicht wehren
können, für die Kommunalaufsicht kein Thema sind. In Mainz wird es
zum Beispiel als soziale Wohltat verkündet, dass der Besuch der
Kindertagesstätten ohne Berücksichtigung des Einkommens der Eltern
kostenlos ist. Die Suppe auslöffeln müssen die Kommunen. Ein
anderes Beispiel: Alle Schüler werden durch Entscheidung des Landes
unabhängig vom Einkommen der Eltern kostenlos zu den
weiterführenden Schulen befördert, aber die Stadt Speyer kostet die
Schülerbeförderung pro Jahr mehr als 500 000 Euro. Und Speyer muss
auch noch den Kindern aus Mechtersheim, aus Hanhofen und aus
Waldsee die Fahrt ins Gymnasium nach Speyer bezahlen, während das
zum Beispiel im benachbarten Baden-Württemberg die
Wohnsitzgemeinden selber zu zahlen haben. 50 % der Schüler in den
Speyerer Gymnasien kommen von auswärts, aber die Kosten, die durch
diese Schüler entstehen, müssen zum überwiegenden Teil die Speyerer
tragen! Und das macht auch rund eine Million Euro pro Jahr
aus.
Hiermit sind wir beim Problem der in
Rheinland-Pfalz völlig unbefriedigend gelösten
Stadt-Umland-Beziehungen, die tendenziell zum Vorteil des Umlands
und zum Nachteil der Städte ausgestaltet sind. Die kreisfreien
Städte in Rheinland-Pfalz gehören zu den am höchsten verschuldeten
Städten in Deutschland, dies aber nicht deswegen, weil in den
rheinland-pfälzischen Städten nicht mit Geld umgegangen werden
kann, sondern vor allem deshalb, weil der kommunale Finanzausgleich
nicht in Ordnung ist. Deshalb verwundert es ja auch nicht, dass der
Verfassungsgerichtshof eine Neuordnung des Finanzausgleichs ab 2014
verlangt hat. Die Frage ist, was wir von dieser Neuordnung erwarten
dürfen. Ich glaube, wir sollten unsere Erwartungen nicht zu hoch
schrauben.
Hoffen wir wenigstens, dass das Geld, das
der Bund den Ländern zur Entlastung der Kommunen zuweist,
ungeschmälert weitergegeben wird. So werden vom Bund schrittweise
die Kosten der Grundsicherung übernommen. Das würde in Speyer eine
Entlastung um 3,3 Millionen Euro bedeuten. Für den Ausbau der
Kinderbetreuung hat der Bund dem Land Rheinland-Pfalz 103 Millionen
Euro überwiesen und weitere 27 Millionen Euro zugesagt. Jetzt
müssen diese Gelder aber noch zu den Kommunen kommen. Das
Engagement der Landesregierung zur Finanzierung der frühkindlichen
Betreuung ist demgegenüber verschwindend gering und beläuft sich
bisher auf lediglich 5 Millionen Euro für die kommenden
Jahre!
Die Neuordnung des Finanzausgleichs im Land
kann nicht losgelöst gesehen werden von der Verwaltungsreform.
Diese darf sich nicht darin erschöpfen, Verbandsgemeinden von
mindestens 10000 Einwohnern zu schaffen. Sie müsste sehr viel
tiefgreifender sein, und sie müsste insbesondere eine umfassende
Aufgabenkritik beinhalten, wie sie aber leider in Rheinland-Pfalz
nicht stattfindet. Vereinfacht ausgedrückt: Die Reform müsste von
den Aufgaben her gestaltet werden und nicht vom Kirchturm
aus.
Was unsere finanzielle Schieflage betrifft,
so sind wir, um das salopp auszudrücken, eher Opfer als Täter. Das
beweist auch der Umstand, dass Speyer unter den kreisfreien Städten
in Rheinland-Pfalz zu den Städten gehört, die relativ gesehen am
wenigsten verschuldet sind. Und es mag auch ein kleiner Trost sein,
dass sich die Finanzsituation der Stadt im Licht der
Rechnungsergebnisse für die Vorjahre betrachtet besser darstellt
als es der vorliegende Haushaltsentwurf nahelegt. Denn dieser
Haushaltsentwurf schreibt vielfach die Planansätze der Vorjahre
fort und berücksichtigt insoweit nicht den Umstand, dass diese
Planansätze oft höher sind als die Rechnungsergebnisse. Insoweit
wird es höchste Zeit, dass nach der Phase der Umstellung auf die
Doppik wieder die Rechnungsergebnisse der Vorjahre als
Vergleichsmaßstab Eingang in den Haushalt finden.
Die weitaus größten Kostenblöcke im Haushalt
sind mit deutlichem Abstand die Personalausgaben und die Ausgaben
für die soziale Sicherung. Die Personalausgaben liegen in der
Planung bei 41 Millionen Euro, die nicht durch Erträge gedeckten
Ausgaben für die soziale Sicherung liegen bei 39 Millionen Euro.
Wenn man im Haushalt der Stadt wirklich etwas bewegen will, so muss
man auf diese beiden vorgenannten Ausgabenblöcke schauen. Die dafür
veranschlagten 80 Millionen Euro sind allein schon mehr als die
Summe der erwarteten Steuereinnahmen, die mit 71 Millionen Euro so
hoch wie noch nie in der Geschichte der Stadt Speyer veranschlagt
sind. Aber diese Steuereinnahmen bleiben leider nicht alle bei der
Stadt, weil ein Teil der Gewerbesteuereinnahmen vom Land
abgeschöpft wird. Und obendrein werden wir für die höheren
Steuereinnahmen dadurch „bestraft“, dass die Schlüsselzuweisungen
des Landes von 5,4 auf 0,8 Millionen Euro zurückgehen!
Was die Personalkostensteigerungen der
letzten Jahre betrifft, so hängen diese vor allem mit dem
erheblichen Ausbau der Kindertagesstätten zusammen. Zu diesen
Personalmehrungen stehen wir als CDU-Stadtratsfraktion, weil das
gute Betreuungsangebot für Kinder ein von uns gewolltes
Markenzeichen dieser Stadt ist. Dem Kinderschutzbund sind wir
dankbar dafür, dass er das Betreuungsangebot in den Kitas durch
eine leistungsstarke Kindertagespflege ergänzt. 250 Kinder werden
auf diese Weise betreut, und der Stadt werden dadurch entsprechende
Investitionen in Kita-Plätze und in Personal erspart. Dieses
Engagement brauchen wir künftig mehr denn je, vor allem für Kinder
unter 2 Jahren.
Uns ist bewusst, dass es in Anbetracht der
Sparnotwendigkeiten Bereiche in der Verwaltung gibt, wo das
Personal hohen Belastungen ausgesetzt ist. Sparen kann nicht allein
von oben verordnet werden. Es kommt auf die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter an, die dabei mitziehen müssen. Sie wissen oft in ihrem
persönlichen Arbeitsumfeld am Besten, wo Arbeitsabläufe und
Leistungen wirtschaftlicher gestaltet werden können. Wir von der
CDU-Stadtratsfraktion bitten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
um Verständnis für persönliche Belastungen, wir bitten aber auch um
das persönliche Engagement jedes Einzelnen bei dem gemeinsamen
Ziel, bürgernah, aber kosteneffizient und kostenbewusst zu
arbeiten.
Das gilt auch für den riesigen Kostenblock
der sozialen Sicherung, der hauptsächlich von Pflichtaufgaben
geprägt ist. Wiederholt schon habe ich darauf hingewiesen, dass die
Aufwendungen für Pflichtaufgaben nicht einfach als unvermeidbar
angesehen werden dürfen, sondern im Hinblick auf Höhe und
Wirtschaftlichkeit hinterfragt werden müssen, dort wo es sich nicht
nur um durchlaufende Posten, sondern um gestaltbare Ausgaben
handelt. Die CDU-Fraktion wird immer dafür einstehen, dass den
Menschen geholfen werden muss, die auf Unterstützung durch die
Allgemeinheit angewiesen sind. Aber zur sozialen Verantwortung
gehört auch ein sorgsamer Umgang mit dem Geld, das die Bürgerinnen
und Bürger der öffentlichen Hand in Gestalt von Steuern überlassen.
Was die heutige Generation ausgibt, muss die nächste Generation
zurückzahlen. Die öffentliche Hand ist zur Prüfung verpflichtet, ob
das sozialpolitisch gewünschte Ziel im Einzelfall mit mehr oder
weniger Finanzaufwand erreicht werden kann. In diesem Zusammenhang
spielt ein wirksames Controlling der erbrachten Leistungen eine
wichtige Rolle, worauf auch der Rechnungshof hingewiesen
hat.
Wir sind froh darüber, dass ab 2013 in der
Verwaltung eine Stelle für Controlling eingerichtet wird. Wir
beantragen, dass bis Mitte des Jahres 2013 dem Haupt- und
Finanzausschuss ein Bericht über die bis dahin erzielten Ergebnisse
der neuen Controllingstelle erstattet wird. Wir beantragen des
Weiteren, dass die Stadt Angebote für die Durchführung eines
Benchmarkings einholt, um anhand bestimmter erbrachter Leistungen
einen Wirtschaftlichkeitsvergleich mit anderen Städten durchführen
zu können. Vielleicht lassen sich für ein gemeinsames Benchmarking
die kreisfreien Städte in der Vorderpfalz gewinnen, die sich in
einer vergleichbaren Situation befinden. Und angesichts der hohen
Kosten für die Hilfen zur Erziehung, die sich auf 8 Millionen Euro
im Jahr summieren, beantragen wir, dass die Stadt Speyer auf
benachbarte Städte zugeht und dort sondiert, ob die Bereitschaft
für die Schaffung einer eigenen kommunalen Einrichtung zur
Erziehungshilfe besteht, wenn dies zu einer wirtschaftlicheren
Aufgabenwahrnehmung führt als die Leistungserbringung durch Dritte,
wo oft erhebliche „Overhead-Kosten“ in die Leistungsabrechnung
einbezogen werden.
Aber reden wir nicht nur über Leistungen der
Erziehungshilfe für Kinder und Jugendliche. Vergessen wir darüber
nicht die vorsorgende Jugendarbeit, die in Speyer hervorragend
funktioniert. Und dass es möglich war, trotz finanziell
schwierigster Rahmenbedingungen ein drittes Jugendcafe zu schaffen,
ist eine Leistung, die gern übersehen wird, aber ebenso eine
besondere Anerkennung verdient wie die großartige Ehrenamtsarbeit,
die in den Jugendcafes geleistet wird. Das ist übrigens auch
wiederum eine freiwillige Leistung!
Wenn ich davon gesprochen habe, dass Speyer
im Haushaltsentwurf mit den höchsten Steuereinnahmen in der
Geschichte der Stadt rechnet, so ist das in erster Linie dem
wirtschaftlichen Erfolg von Gewerbe und Industrie in Speyer zu
verdanken. So sehr es notwendig ist, neue Unternehmen für Speyer zu
gewinnen, so sehr ist doch die Bestandspflege vor allem der vielen
mittelständischen Betriebe von entscheidender Bedeutung. An zweiter
Stelle in der Einkommensbilanz der Stadt stehen die Einnahmen aus
dem Anteil an der Einkommensteuer. Das zeigt die Bedeutung Speyers
als Wohnstandort. Das Erlusgelände wird diesen Standort weiter
stärken. Die Investitionen in dieses Gelände werden sich auf 100
Millionen Euro belaufen - in dieser Größenordnung eine
Jahrhundertinvestition. Sie wird aber nicht das Problem lösen, dass
wir weitere kostengünstige Wohnungen brauchen. Neue
stadtplanerische Gestaltungsmöglichkeiten erhoffen wir uns vom
Kasernengelände, möglicherweise auch durch Verlagerung vorhandener
Nutzungen aus dem Stadtgebiet auf dieses Gelände..
Weil wir nicht in der Lage sind, alles, was
wir uns wünschen oder brauchen zu finanzieren, ist die Förderung
des ehrenamtlichen Engagements in der Bürgerschaft für die CDU ein
ganz wichtiges Anliegen. Es findet in vielfältiger Weise in
Vereinen statt. Wir sind davon überzeugt, dass es aber auch
Bürgerinnen und Bürger gibt, die sich nicht dauerhaft in Vereinen
engagieren wollen, wohl aber für zeitlich begrenzte bestimmte
Projekte. Deshalb haben wir uns für eine Ehrenamtsbörse
ausgesprochen, die in der Bevölkerung für ehrenamtliches Engagement
offensiv wirbt und dabei mögliche Projekte bekannt macht. Diesem
Ziel soll unseres Erachtens die Freiwilligenagentur dienen, die vor
geraumer Zeit gegründet wurde. Wir beantragen, dass dem Stadtrat
eine Übersicht über die Arbeit dieser Agentur vorgelegt
wird.
Freiwilliges Engagement findet auch in sehr
anerkennenswerter Weise in der Seniorenarbeit, unterstützt
beziehungsweise organisiert vom Seniorenbüro und dem
Seniorenbeirat, statt. Beide Einrichtungen werden nächstes Jahr 20
Jahre alt. Aus diesem Anlass beantragen wir, dass die
Räumlichkeiten im Seniorenbüro hergerichtet und energetisch saniert
werden. Sicher werden rüstige und handwerklich geschickte Senioren
bereit sein, dabei mitzuhelfen.
Auch in Zeiten finanzieller Not sollte es
möglich sein, mit vorhandenen Ressourcen und somit ohne
Ausgabenmehrung neue Akzente zu setzen. Das gilt zum Beispiel für
den kommunalen Ordnungsdienst, der in Speyer sehr stark auf das
Ausstellen von Verwarnungen für ordnungswidriges Parken
ausgerichtet ist. Aber es gibt auch andere Aufgaben wie etwa
Ruhestörungen oder Alkoholmissbrauch, die einen Einsatz des
Ordnungsdienstes erfordern.
Auch ein anderes Thema bedarf trotz
finanzieller Engpässe einer besonderen Aufmerksamkeit. Das ist der
Zustand der Straßen und Fahrradwege. Ein angemessener Straßen- und
Wegeunterhalt darf auch in einer Finanzsituation, in der wir uns
befinden, nicht ins Hintertreffen geraten. Wir beantragen ein
Prioritätenprogramm, das dem Stadtrat einen jährlichen Aufschluss
über den gesamten Handlungsbedarf gibt.
Lassen Sie mich abschließend noch kurz auf
die Arbeit der städtischen Gesellschaften, allen voran der GEWO und
der Stadtwerke, eingehen. Sie erbringen in hervorragender Weise
Leistungen der Daseinsvorsorge und ermöglichen uns eine
Aufgabengestaltung, die im Rahmen des städtischen Haushalts
vielfach nicht mehr möglich ist. Für die GEWO betonen wir vor allem
die Notwendigkeit einer Förderung des barrierefreien Wohnens und
der Schaffung neuer Wohnformen in einer immer älter werdenden
Gesellschaft. Mit den Stadtwerken leisten wir - ausgehend von dem
durch die CDU-Fraktion formulierten Ziel „Speyer 100 % regenerativ“
– einen auch überregional viel beachteten Beitrag zur Energiewende.
Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger, auch in Zeiten einer
öffentlichen Diskussion über steigende Strompreise zu den
Stadtwerken zu stehen. Dieses Unternehmen gehört den Bürgerinnen
und Bürgern der Stadt, und sie können stolz sein auf dieses
Unternehmen, das wirtschaftliches Handeln und ein herausragendes
Engagement für die Energiewende glaubwürdig verbindet.
Ganz zum Schluss will ich mit der Bitte an
alle Kolleginnen und Kollegen des Stadtrats enden, diesen
Haushaltsentwurf, den wir hier beraten, als ihr gemeinsames
Anliegen zu betrachten. Er wird nicht durch gegenseitige Vorwürfe
besser. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass alle politischen
Kräfte an einem Strang ziehen. Das haben wir in der Arbeitsgruppe
für den kommunalen Entschuldungsfonds sehr gut hinbekommen. Und das
sollten wir so im neuen Jahr für die Neuauflage der KEF-Umsetzung
fortführen.
Im Namen der CDU-Stadtratsfraktion danke ich
dem Stadtvorstand mit dem Oberbürgermeister an der Spitze, den
Geschäftsführern der städtischen Gesellschaften, den Personal- und
Betriebsräten sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die
geleistete Arbeit.
Dem Haushaltsentwurf 2013 stimmen wir zu.
15.12.2012
Haushaltsrede des SPD-Fraktionsvorsitzenden Walter Feiniler im Wortlaut im SPEYER-KURIER. *
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr
geehrte Mitglieder des Stadtvorstandes,
verehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe
Mitbürgerinnen und Mitbürger,
auch wenn es oft verwendet wird, so bleibt es
eines der richtigsten und wichtigsten Zitate von Willy Brandt:
„Besinnt euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene
Antworten will und man auf der Höhe der Zeit zu sein hat, wenn
Gutes bewirkt werden soll“.
Meine Damen und Herren, wir stehen vor
wichtigen Weichenstellungen in dieser Stadt für die kommenden
Jahre. Entsprechend dem Zitat von Willy Brandt werden wir, die SPD
Stadtratsfraktion, unsere ganze Kraft dafür einzusetzen
wissen, Gutes für die Menschen in Speyer zu bewirken. Wir
werden auch auf der Höhe der Zeit sein, ohne dem Zeitgeist
hinterher zu laufen. Wir wollen Antworten auf neue
Herausforderungen finden und auch geben und gleichzeitig an unseren
Grundsätzen festhalten – schließlich feiern wir nächstes Jahr das
150jährige Bestehen der Sozialdemokratie. Daher können unsere
Grundsätze wohl so altmodisch nicht sein.
In Bezug auf die haushaltspolitischen
Weichenstellungen sind unsere sozialdemokratischen
Grundsätze
Solidität, Solidarität und
soziale Verantwortung.
Sie,sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
legten uns am 08. November 2012 den Haushaltsplan für das Jahr 2013
vor. Die Routine der Haushaltsberatungen kann jedoch nicht mehr
darüber hinwegtäuschen, dass die Stadt vor schwerwiegenden
Zukunftsproblemen steht, die durch die dramatische Verschlechterung
der Finanzsituation deutlich an Schärfe zunimmt.
Da dürfen wir uns auch nicht damit zufrieden
geben, dass das Defizit verringert jetzt „nur“ noch bei 19,96
Millionen Euro liegt. Ich denke diese Zahl ist nach wie vor nicht
vergnügungssteuerpfichtig. Unsere Ergebnisverbesserungen
resultieren dabei hauptsächlich aus Mehrerträgen bei den Steuern,
insbesondere der Gewerbesteuer. Das ist erfreulich, sollte uns aber
nicht über die aktuellen volks- und finanzwirtschaftlichen Risiken
hinwegtäuschen.
Ich will ein Fazit meiner Ausführungen vorweg
nehmen. Der Haushalt 2013 gibt keinen Anlass zur Gelassenheit, im
Gegenteil. Er steht angesichts der dramatischen Wirtschafts- und
Finanzkrise vielmehr auf einem sehr dünnen Eis, das jeder Zeit
einbrechen kann, und alles zur Makulatur werden lassen kann. Bei
Ihrer Haushaltsrede Herr Oberbürgermeister hatte ich durchaus die
Hoffnung, Sie würden uns mehr Visionen, Innovationen und
Weichenstellungen für die kommenden Jahre präsentieren. Leider war
dem war nicht so. Etwas erleichtert war ich dann, als ich vor 3
Wochen Ihr Interview im Durchblick lesen konnte, die zweite
Haushaltsrede sozusagen. Hier habe ich dann doch etwas mehr
erfahren, wo die Reise hin gehen soll.
Sie sagten, Sie haben noch einige Visionen. Das
freut mich und das ist auch gut so.
Nur sollte Sie den Rat vielleicht auch an
diesen Ihren Visionen teilhaben lassen und rechtzeitig informieren,
damit er hierzu auch sein Plazet geben kann.
Wir stehen auch im Jahre 2013 und auch in den
nächsten Jahren weiter vor großen Herausforderungen, die es gilt
gemeinsam mit der Verwaltung hier im Rat zu meistern.
Aus Sicht meiner Fraktion gibt es auch
weiterhin keinen Spielraum für unkalkulierbare Experimente und
Prestigprojekte. Die Haushaltssituation der Stadt zwingt uns zu
einem klaren und verantwortungsvollen Kurs für Speyer.
Aber trotz allem sollte unser Leitgedanke sein
„Sparen und dennoch gestalten“. Dieses kann nicht nur eine
Redensart sein und auch nicht nur bei den jährlichen
Haushaltsberatungen Gültigkeit haben. Nein, es sollte vielmehr das
ganze Jahr das Ziel unserer kommunalpolitischen Arbeit
sein.
Momentan hören wir fast überall das Wort
„Krise“. Sei es die Bankenkrise, die Eurokrise, die Schuldenkrise,
die Staatenkrise…. Oder auch die Krise der öffentlichen Finanzen.
Dabei geht es um enorme Geldbeträge und auch um ganz komplizierte
Zusammenhänge, die Ottonormalverbraucher oft nicht
versteht.
Und gerade in diesen schwierigen Zeiten sollten
die, die ganz am Ende der staatlichen Finanzkette stehen –nämlich
die Kommunen - eine solide Haushaltspolitik betreiben. Die
Auflagen, die wir erhalten, stellen uns vor große Herausforderungen
und fast unlösbare Probleme. Während wir nämlich unsere Finanzen in
Ordnung bringen sollen, müssen wir gleichzeitig die Kinderbetreuung
ausbauen (was ja wichtig ist), die Jungendhilfe und Jugendarbeit
finanzieren, Menschen mit Behinderungen und Pflegebedürftige zur
Seite stehen, für Sicherheit sorgen, Müll und Abwässer beseitigen,
einen öffentlichen Personennahverkehr zu erschwinglichen Preisen
anbieten, unsere Straßen in einem befahrbaren Zustand erhalten,
Kultur und Sport fördern, ganz zu schweigen von den riesigen
Investitionen in die Bildung unserer Kinder.
Die kommunalen Haushalte leiden insbesondere
unter steigenden Sozialausgaben. Viele Kommunen droht der Verlust
der Handlungsfähigkeit. Das hat gravierende Folgen für das Leben
der Menschen vor Ort und führt zwangsläufig zu weniger
Investitionen und dazu, dass wichtige Vorhaben - ich nenne hier
stellvertretend für viele anstehenden Projekte die Rettungswache
oder etwa die Erweiterung der Feuerwehr - nicht vorangetrieben
werden können.
Der Politik im Bund wie im Land muss bewusst
werden, dass ohne handlungsfähige Städte kein Staat zu machen ist.
Unser Staat hat in den letzten Monaten und Jahren unvorstellbare
Summen in die Hand genommen, um einer Banken- und
Staatsschuldenkrise Herr zu werden.
Dennoch: wer Banken Systemrelevanz
attestiert, aber die Bedeutung der kommunalen Ebene verkennt, der
muss sich schon fragen lassen, ob er seiner politischen
Verantwortung wirklich gerecht wird.
Die Landesregierung hat zusammen mit den
kommunalen Spitzenverbänden und den betroffenen Kommunen
vereinbart, den kommunalen Entschuldungsfond einzurichten.
Sie, Herr Oberbürgermeister, hatten in Ihrer
Haushaltsrede ausdrücklich mit Zahlen und Fakten auf die Situation
hingewiesen. Ich möchte mir daher in meiner Rede ersparen, die
Zahlen und Fakten nochmals zu nennen.
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, verehrte
Kolleginnen und Kollegen,
Fakt ist, der Kommunale Entschuldungsfond wird
nicht ausreichen, um die große Schuldenlast der Stadt abzubauen.
Politik und Verwaltung sind aufgefordert die knappen finanziellen
Mittel nach Notwendigkeit und Bedarf zu investieren. Auch in der
Verantwortung den nachfolgenden Generationen gegenüber, die diese
Schulden tragen müssen.
Hier reicht es auch nicht aus, ständig
Hilferufe nach Mainz und Berlin abzusetzen, ohne selbst etwas im
eigenen Hause getan zu haben – dieses ist ansonsten einfach nur
scheinheilig.
Verwundert war ich dann schon wie schnell man
sich auf 1,9 Millionen Einsparsumme in der KEF Arbeitsgruppe einig
geworden ist.
Hätte man jahrelang nicht oft über seine
Verhältnisse gelebt, hätte man etwa auf das ein oder andere
Prestigeprojekt verzichtet, würde es mit den Finanzen der Stadt
wesentlich besser aussehen. Hätte man nur die Hälfte der jetzigen
Einsparsumme über Jahre kontinuierlich abgebaut, wäre unsere
Schuldenlast wesentlich geringer.
Ein Antrag der damaligen ÖDP-Fraktion
dahingehend ein Gremium zu bilden, um Einsparpotential im Haushalt
zu suchen, wurde leider von Ihrem Vorgänger im Amt des
Oberbürgermeisters nicht ernst genommen, und mit einem lapidaren
„Weiter so“ abgetan.
Des Weiteren reicht es nicht aus nur auf der
Ausgabenseite hinsichtlich Einsparungen etwas zu tun, nein, wir
müssen uns auch dringend in dieser Arbeitsgruppe darüber
unterhalten wie wir in naher Zukunft wieder die ein oder andere
Einnahmequelle auftun können. Nur wenn sich auch hier etwas tut,
hat Speyer eine Chance, diese Schuldenlast zu meistern.
Deshalb wäre es auch sinnvoll den
Gewerbesteuerhebesatz auf den Durschnitt hier in Rheinland-Pfalz
anzupassen nämlich auf 407 Punkte.
Dieses ist mehr wie gerecht, den auch die
Unternehmen in unserer Stadt profitieren von der Infrastruktur in
erheblichem Maße, auch Sie sollten ihren Beitrag wie im übrigen
alle anderen Gesellschaftlichen Gruppen zum KEF leisten. Ich denke
die Unternehmen auch mittelständische Unternehmen und
Handwerksbetriebe wären dazu bereit. Sofern und das wäre wichtig
diese Unternehmen auch bei der Auftragsvergabe von der Verwaltung
und ihrer Töchter berücksichtig werden.
Jede Maßnahme, die wir hier im Rat beschließen,
obliegt somit einem erhöhten Begründungszwang und fordert von allen
Beteiligten Disziplin bei der Ausgabenverteilung. Durch die
Priorisierung der Investitionsmaßnahmen sollen somit
Fehlinvestitionen vermieden, eine mittel- bis langfristige
Stadtplanung sichergestellt und Prestigprojekte zurückgestellt
werden (siehe unseren Antrag vom 22.12.2012). Es darf nicht allein
in Leuchtturmprojekte investiert werden, sondern in Maßnahmen für
und zusammen mit der Bürgerschaft.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, Was
macht eine Zukunftsfähige Stadt aus ?
Gute Lebenschancen für unsere Kinder und
Jugendlichen sind ein wichtiger Bestandteil einer zukunftsfähigen
Stadt. Wir müssen den Kindern und Jugendlichen Raum geben, fröhlich
und lebendig, neugierig und wissbegierig sein zu können, um
vielfältige, gute Erfahrungen mit sich und Anderen zu machen und
sich frei entwickeln zu können. Voraussetzung dafür ist ein
bedarfsgerechter Ausbau der Kinderbetreuung für die Drei- bis
Sechsjährigen, so dass Eltern Betreuungsangebote nach Ihren
individuellen Bedürfnissen auswählen können.
Dazu benötigen wir aber kein Betreuungsgeld –
oder deutlicher gesagt eine Herdprämie -, meine Damen und Herren
auf der rechten Seite dieses Stadtratssaales, da dieses den
kommunalen Haushaushalt zusätzlich belasten wird, und zudem eine
Rolle rückwärts in die Familienpolitik der 50er Jahre bedeutet.
Nach Peer Steinbrücks Worten ein Frauen- und Familienbild aus dem
Maggi-Kochstudio der 50er-Jahre. Aber da sind wir alle nicht
mehr.
Wir müssen stattdessen die Öffnungszeiten von
Betreuungseinrichtungen stärker an den Bedürfnissen von Kindern und
Eltern in den sogenannten Randzeiten ausrichten, sowie die
Sprachförderung an Kindertagesstätten weiter fördern und
ausbauen.
Zudem benötigen wir allerdings auch gute
Rahmenbedingungen für gute Betreuung. Hierzu gehören motivierte
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unbefristeten Arbeitsverträgen
in den städtischen Kindertagesstätten. Fazit: Umwandlung der
Zeitverträge in unbefristete Arbeitsverträge. Zudem muss hier
dringendst ein Personalentwicklungskonzept aufgestellt
werden.
Was macht eine zukunftsfähige Stadt aus?
Gute Bildungschancen für alle.
Die seit Jahren geführte Diskussion über die
Krise des Bildungssystems hat uns auch in Speyer die Chance gegeben
hier neue Wege zu gehen.
Kern der Bildungspolitik in Speyer muss auch
der Stadtteil sein, der soziale Nahraum, in dem Familien leben und
sich Bildungsinstitutionen befinden. Insgesamt sollte unser Ziel
sein, eine kommunale Bildungslandschaft zu gestalten, die mehr
Chancengleichheit, Integration sowie Vereinbarkeit von Familie und
Beruf ermöglicht.
Wir können durchaus stolz darauf sein, dass der
Start der IGS am Georg-Friedrich-Kolb Schulzentrum, sowie die
beiden Realschulen Plus Siedlungsschule und Burgfeldschule so
reibungslos von statten ging und positiv angenommen worden
sind.
Eine funktionierende Schulform setzt aber auch
ein funktionsfähiges Schulgebäude voraus. Hier ist noch lange nicht
alles in trockenen Tüchern. Gerade in wirtschaftlich schlechten
Zeiten dürfen Renovierungen nicht ins Stocken geraten. Ich möchte
hier nur nochmals an den desaströsen Zustand der Sanitäranlagen in
der Siedlungsschule erinnern – hier erinnere ich an unseren Antrag
vom………….. Hier sollte nunmehr umgehend Abhilfe geschaffen
werden.
Schulgebäude und Schulform machen alleine aber
wiederum auch noch keine gute Schule, dazu gehört der weitere
Ausbau der Schulsozialarbeit. Schülerinnen und Schüler sehen sich
ständig neuen Auseinandersetzungen und Bedingungen innerhalb der
Schule sowie auch im privaten Bereich konfrontiert. Deshalb wird
die Schulsozialarbeit immer wichtiger. Auch die Komplexität von
Erziehung und Bildung stellt eine wesentliche Begründung für eine
Ausweitung der Sozialarbeit an Schulen dar. Deshalb ist es wichtig,
die Kinder frühzeitig in der Schule aufzufangen, und ihnen
schulische sowie soziale Kompetenzen zu vermitteln und diese zu
stärken. Eine Ausweitung der Schulsozialarbeit auch auf
Grundschulen ist unseres Erachtens geboten. Mittel für die ein oder
andere Stelle, Frau Bürgermeisterin, wären in der Stiftung „Bildung
und Sport“ ausreichend vorhanden.
Eine zukunftsfähige Stadt ist auch eine
fußgängerfreundliche Stadt:
Wer mit jüngeren Kindern den Schulweg einübt,
der erlebt, wie jede Straße für Kinder zur gefährlichen Hürde
werden kann. Wenn etwa ein Kind die Straße zur Schule zwischen
parkenden und parkplatzsuchenden Autos überqueren muss.
Sieht das Kind das Auto überhaupt? Sieht der
Autofahrer das Kind? Kann das Kind die Fahrbahn überhaupt
überblicken?
Jeder weiß, dass Eltern vor nichts so sehr
Angst haben wie davor, ihr Kind könnte im Straßenverkehr
verunglücken. Deshalb dürfen Kinder immer weniger Wege
selbstständig zurücklegen. Deshalb werden Kinder immer mehr mit dem
Auto transportiert.
Die Schülerinnen und Schüler der Woogbachschule
haben uns dieses sehr beeindruckend demonstriert.
Deshalb fordern wir schon seit langem ein
schlüssiges Verkehrskonzept „Rund um die Speyerer Schulen“.
Grundschulen, sowie weiterführende Schulen betrifft etwa
gleichermaßen, dass einerseits die Bedürfnisse der Eltern und
Kinder, aber auch anderseits die der Anwohner von erheblichen
Belastungen durch parkende Fahrzeuge geschützt werden müssen. Auch
hierzu hatten wir einen Antrag datiert vom 06.05.2010 eingebracht.
Leider wird diesen Missständen schon lange zugeschaut und nichts
passiert.
Zu einer zukunftsfähigen Stadt gehört
auch:
Die ungeschönte Analyse zur sozialen Lage hier
in der Stadt, um sachgerechte politische Antworten für eine
Krisenbewältigung geben zu können. Ich frage mich was ist aus dem
teuren Workshop vom November 2010 geworden? Nichts ist seitdem
passiert…
Die Schere zwischen Arm und Reich klafft in
Folge der Finanzkrise immer mehr und mehr auseinander. Armut
betrifft unterschiedliche Personengruppen sehr stark, insbesondere
Kinder, Frauen und ältere Menschen sind neben schwierigen Wohn- und
Lebensverhältnissen davon betroffen und haben infolgedessen oftmals
auch gesundheitliche Probleme. “Es gerät etwas aus dem Lot in
dieser Stadt“
In Speyer ist jedes 6. Kind von Armut
betroffen. Wollen wir das wirklich einfach so hinnehmen und mal
locker darüber hinweg gehen? In dieser sogenannten Wohlfühlstadt?
Ich denke: N e i n !
Von daher sehr geehrte Frau Bürgermeistern wäre
es endlich an der Zeit eine Darstellung verschiedener Formen von
Armut, bspw. Kinderarmut, Altersarmut, aber auch Überschuldung
durch einen weiterzuentwickelnden bzw. fortzuführenden Armuts- und
Reichtumsbericht zu bekommen. Eine einmalige Berichterstattung
reicht da bei weitem nicht mehr aus, sondern eine kontinuierliche
Erhebung und Weiterentwicklung ist hier dringend geboten und der
Situation geschuldet.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
lassen sie mich in diesem Zusammenhang noch ein
paar Worte zum Sozialwarenhaus Warenkorb sagen. Als erstes begrüßen
wir natürlich, dass es bis Ende 2013 weitergeht.
Ob sich dieses Umstrukturierungskonzept trägt,
lässt allerdings Zweifel aufkommen.
Ich danke Ihnen auch Herr Dr. Wilke, dass Sie
sich dafür eingesetzt haben. Das Sie und einige Leute von ihnen
aber gleichzeitig Leute kritisieren, die seit Bekanntwerden der
Schließung täglich auf der Straße Unterschriften sammeln, um diesen
Warenkorb zu erhalten, ist in meinen Augen mehr als
schäbig.
Fakt ist, es war und ist Ihre Bundesregierung,
die die Mittel für Langzeitartbeitslose gekürzt hat, und Fakt ist
auch, dass es der ehemalige Oberbürgermeister dieser Stadt war, der
für die Schließung des Caritas Warenhauses gestimmt hat. Der dann
aber, da der öffentliche Druck zu groß wurde, schnell mal eine
Rolle rückwärts gemacht hat.
So kann man mit diesen Menschen nicht umgehen.
Deshalb haben wir uns frühzeitig mit dem DGB in diese Diskussion
eingeschaltet, um öffentlichen Druck auf die Verantwortlichen
auszuüben.
Eine zukunftsfähige Stadt lebt vom Ehrenamt
vom Sport und der Kultur:
Das wichtige und unverzichtbare ehrenamtliche
Engagement im Bereich Sport müssen wir weiterhin stärken und
ausbauen. Für den Breiten- und Spitzensport benötigen wir
bestmögliche Bedingungen. Auch hier muss die Sanierung der
Sportstätten zügig vorangetrieben und fortgesetzt werden. Ein in
die Zukunft gerichteter Sportförderplan scheint hier
unerlässlich.
Durch den Beitritt zum KEF mussten auch die
Sportvereine mit eigenen Anlagen bei uns hier in der Stadt ihren
Beitrag leisten. Allerdings, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wurde hier eine einseitige Mittelkürzung vorgenommen.
Es kann doch wohl nicht angehen, dass Vereine
mit eigenen Anlagen von Mittelkürzungen betroffen sind und andere
nicht.
Zudem ist allen bekannt, dass die Energiekosten
so stark gestiegen sind, dass diese von den Vereinen bald nicht
mehr getragen werden können. Folge hiervon ist wiederum eine
Erhöhung der Mitgliedsbeiträge einzelner Vereine, die allerdings
diese Erhöhung der Energiekosten nicht auffangen kann.
Auch die Vereine mit eigenen Anlagen leisten
Ihren gesellschaftspolitischen Beitrag in dieser Stadt, Dieser
Verantwortung sollten wir uns stellen und keine einseitigen
Beschlüsse zu Lasten der Vereine mit eigenen Anlagen
beschließen.
Speyer ist Kulturstadt. Ich denke wir sind uns
im Rat hier alle einig das soll auch so bleiben in Zeiten knapper
Kassen. Das bezieht sich auf Einrichtungen und
Veranstaltungen.
Darüber hinaus benötigen wir aber auch dringend
neue Impulse. Wie wäre es Frau Bürgermeisterin, wenn wir jährlich
jungen Künstlern eine Plattform durch einen Wettbewerb geben, etwa
durch Auslobung eines Speyerer Nachwuchspreises. Durch diese
Förderung von Nachwuchskünstlern könnte so die Kulturszene
gefördert werden.
Kultur bedeutet nicht nur Kultur schaffen,
sondern auch Teilhabe am kulturellen Leben.
Für viele Menschen sind kulturelle
Veranstaltungen oft nicht finanzierbar, vielleicht wäre es möglich
über Sponsoren diesen Menschen den Zugang zu den verschiedenen
kulturellen Veranstaltungen zu ermöglichen.
Meine Damen und Herren das was ich hier sage
ist keine Sozialromantik, sondern die Ermöglichung von aktiver
Teilhabe am Leben in dieser Stadt.
Hier in Speyer sind wir reich beschenkt und es
ist toll zu sehen und zu erleben, wie viele Speyerer sich in
unseren Vereinen gesellschaftlich engagieren. Dieses
bürgerschaftliche Engagement, derer, die in unserer Stadt leben,
ist die Grundlage für eine Kommunalpolitik, die sich nicht an
Einzelinteressen orientiert, sondern am Wohle der gesamten
Bevölkerung. Vor einigen Tagen konnte ich mir als Vorsitzender der
Speyerer Arbeiterwohlfahrt auch ein Bild von der Arbeit der
Speyerer Tafel machen. Ich möchte dieses hervorheben, da die Tafel
leise und unaufgeregt arbeitet, und mittlerweile von Vielen als
selbstverständlich angesehen wird. Das ist sie aber eben gerade
nicht.
Seit vielen Jahren unterstützt die Tafel nicht
nur Hartz IV-Bezieher, sondern leider mittlerweile auch viele
Rentner, die in Altersarmut leben, sowie viele Alleinerziehende mit
geringem Einkommen und dieses ohne städtische Zuschüsse dieses
sollte hier auch einmal Erwähnung finden.
Eigentlich ist es eine Schande für einen
Sozialstaat, dass es solch eine Armut überhaupt gibt. Deshalb zolle
ich den Mitarbeitern der Tafel meinen Respekt und dem, was diese
vor Ort alles leisten, ehrenamtlich meine Damen und Herren ohne
einen Cent auf die Hand.
Hut ab vor diesen Menschen.
Eine zukunftsfähige Stadt benötigt eine
aktive und gestalterische Stadtentwicklung:
Speyer ist lebendig, Speyer ist schön. Die
Stadt lockt mit dem Weltkulturerbe Dom Tausende von Besuchern an.
Aber auch auf unsere jüdische Vergangenheit und unser historisches
Erbe können wir stolz sein hier in der Stadt. Der Tourismus erlebt
seit der 2000 Jahr-Feier eine ständige Weiterentwicklung.
Allerdings muss hier die Frage erlaubt sein, wann wird die Stadt
hier an ihre Grenzen der Belastbarkeit stoßen. In jüngster Zeit
werden allerdings im Blick auf eine Überflutung durch
Tagestouristen weniger schmeichelhafte Vergleiche mit der
berühmt-berüchtigten Rüdesheimer Drosselgasse bemüht und ein
Gutachten kommt gar zu dem Schluss, es müsste eigentlich noch mehr
Werbung gemacht werden. Ein Tourismußkonzept wird erarbeitet hier
sollte aber auch das Augenmerk auf eine übergreifende
Zusammenarbeit mit der Pfalz Touristik und eine Zusammenarbeit mit
Städten wie Schwetzingen, Heidelberg und Mannheim dringend
angestrebt werden. Speyer ist in diesem Bereich keine Insel der
Glückseligkeit wo alles wunderbar läuft – eher das Gegenteil ist im
Moment der Fall. Die Tourist Info dümpelt da eher vor sich hin und
scheint unseres Erachtens nicht auf der Höhe der Zeit zu
sein.
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, verehrte
Kolleginnen und Kollegen,
Der weitaus größte Teil der Speyerer
Bevölkerung lebt allerdings nicht in der „Wohlfühl-innenstadt“
sondern in den Stadtteilen, wo das „Wohlfühlen“ leider nicht immer
angekommen ist.
Nach unserer Auffassung müssen auch hier die
Weichen weiterhin für die Zukunft gestellt werden. Und zwar j e t z
t !
Es kommen in den nächsten 20 Jahren erhebliche
Herausforderungen hinsichtlich Entwicklung der Bevölkerungsstruktur
auf uns zu. Es wird mehr und mehr Singlehaushalte geben und
insgesamt auch rückläufige Einwohnerzahlen.
Speyer ist eine Stadt, die sowohl von der
Innenstadt, aber auch von ihren Stadtteilen wesentlich geprägt
wird. Die Stadtteile sind die eigentlichen Wurzeln der Gesamtstadt.
Wir Sozialdemokraten begreifen die Mitte der Stadtteile als
Keimzelle einer fast vergessenen Identifikation der Bürgerinnen und
Bürger mit Ihrem Stadtteil. Stadteile wie Speyer-Nord und
Speyer-West benötigen auch weiterhin mutige
Entwicklungsperspektiven. Da reicht es nicht mehr aus zu sagen, wir
haben hier das Projekt Soziale Stadt, das wird schon alles richten.
Hierauf dürfen wir uns nicht ausruhen.
Ich frage mich heute durchaus, was wäre
gewesen, wenn diese Städtebauförderung für die „Soziale Stadt“ von
Bund und Land nicht zustande gekommen wäre?
Es würde ziemlich Zappen duster aussehen in
diesen Stadtteilen.
Aber auch das Neuland und der Vogelgesang
brauchen neue und mutige Entwicklungs-perspektiven. Hier sind
dringend Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität zu initiieren.
Hierzu zählen etwa die Umgestaltung der Quartierszentren mit einer
Sicherung der Nah-versorgungsfunktion und einem gesicherten
ÖPNV.
Wir setzen uns daher ein für mehr öffentlich
begehbaren Raum in den Stadtteilmitten. Plätze sind Treffpunkte zum
Einkaufen und zur Freizeitgestaltung. Hier schlägt der Puls der
Zeit, hier fühlen sich die Bürgerinnen und Bürger zu Hause. Hierher
gehört ein gesichertes Angebot für die öffentliche Nahversorgung,
Dienstleistungen und die Freizeitgestaltung
Zu einer zukunftsfähigen Stadt gehört auch
eine aktive Wirtschaftsförderung:
hier sehr geehrter Herr Oberbürgermeister war
ich doch sehr erstaunt über Ihre Aussagen im Interview mit dem
„Durchblick“, was Sie in Bezug auf die Speyerer
Wirtschaftsförderung zu sagen hatten.
Vorweg möchte ich jedoch sagen, Sie rennen bei
uns hier offene Türen ein. Ich hoffe nur, dass die Türen Ihrer
eigenen Partei für Sie nicht verschlossen bleiben, denn über Jahre
hinweg wurde hier eine ganz andere Position vehement verfochten und
Politik vertreten. Das, was hier passiert, ist ein
Paradigmenwechsel gegenüber der Politik Ihres Vorgängers und der
ihn tragenden Partei. Man merkt halt doch, aus welchem Stall Sie
kommen!!!
Bereits zur Kommunalwahl 2004 war unsere
Position eindeutig, was die Wirtschaftsförderung betrifft. Um es
vorweg zu sagen, im Rahmen der ihr eingeräumten Möglichkeiten
machte die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft
einen guten Job. Allerdings ist es erforderlich, dass die
Wirtschaftsförderung enger mit der Verwaltung verzahnt wird. Es
kann nicht angehen, dass ein Unternehmen, das sich in Speyer
ansiedeln möchte, durch bürokratische Hindernisse aus der
Verwaltung ausgebremst wird und von Pontius zu Pilatus läuft, um
einen Baugenehmigung etc. zu erhalten.
Die Wirtschaftsförderung muss sich als
Servicepunkt, Kümmerer und Vermittler zwischen Unternehmern und
Verwaltung sehen. Dabei sollte wie von uns schon immer gesagt der
Schwerpunkt darauf liegen Mittelständische Unternehmen in der Stadt
anzusiedeln.
Es war schon immer unsere Auffassung, nicht
erst seit heute, dass Planung, Wirtschaftsförderung und
Bauverwaltung unter einem Dach zusammengefasst werden müssen. Und
wie ich finde auch räumlich.
Des Weiteren ist es eine primäre Aufgabe der
Wirtschaftsförderung dafür zu sorgen das wir in den Stadtteilen und
zwar in ALLEN eine zentrale Nahversorgung zu Stande bringen, hier
ist es die Aufgabe der WES mit den entsprechenden Unternehmen
Kontakt aufzunehmen um diese Nahversorgung sicher zu stellen. Sie
wissen Herr Oberbürgermeister ich denke da ganz speziell an Speyer
Nord sowie den Vogelgesang.
Sie sagten hier, man müsse aktiv auf die
Unternehmen zugehen und sie begleiten, um Arbeitsplätze nach Speyer
zu holen. Gleichzeitig Herr Oberbürgermeister wäre es aber wichtig,
die Unternehmen und Arbeitnehmervertretungen zu unterstützen, damit
Arbeitsplätze erhalten bleiben, und nicht etwa abgebaut werden wie
im Falle ELOPAK.
Hier hat man leider seitens der Verwaltung
meines Wissens nichts unternommen, dieses gehört jedoch auch zu
aktiver Wirtschaftsförderung.
Zu einer zukunftsfähigen Stadt gehört auch
bezahlbarer Wohnraum:
Nach wie vor meine sehr geehrten Damen und
Herren, haben wir in dieser Stadt eine sehr einseitige
Wohnungssituation.
Wohneigentum bleibt für Menschen und Familien
mit einem nicht so großen Geldbeutel oft verwehrt. Bauflächen für
Familien stehen kaum auf dem freien Markt zur Verfügung, dieses
wird ausschließlich von Bauträgergesellschaftenn erworben und
bebaut.
Einheimischen Bürgern bleibt nur der Erwerb von
Altbausubstanz. Dieses ist eine gefühlte Entwicklung, auf die uns
die Rheinpfalz bereits im Jahre 2009 aufmerksam gemacht hat. Nur
passiert ist bis zum heutigen Zeitpunkt auch hier wiederum
nichts.
Von einer Wohlfühlstadt nur zu reden ist daher
wenig hilfreich. Das Wohlfühlen muss auch erlebbar und greifbar
gemacht werden, indem wir attraktiven, erschwinglichen Wohnraum für
Familien in Speyer zur Verfügung stellen.
Deshalb, meine sehr geehrten Damen und Herren,
sehen wir auch die Konversion als große Chance für Speyer.
Wie wir alle wissen, hat das Bundeministerium
der Verteidigung am 26.11.2011 ein Zukunftskonzept zur
Stationierung der Bundeswehr in Deutschland vorgestellt. Im Zuge
dieses Konzeptes sollen 31 Standorte darunter auch Speyer
vollständig geschlossen werden.
Dieses neue Konzept hat sowohl ökologische,
ökonomische als auch soziale und politische Auswirkungen vor Ort in
Speyer durch die Schließung der 23,22 ha großen Kurpfalzkaserne und
zusätzlich der Flächen im Reffental und auf dem Polygon Gelände zur
Folge.
Insbesondere die Vermarktung der
Konversionsflächen durch die zuständige Bundesanstalt für
Immobilienfragen(BIMA) sollte in enger Kooperation mit Speyer von
statten gehen. Die Liegenschaften sollten kostengünstig, wenn
möglich kostenneutral, an uns abgegeben werden. Schon bei der
ersten Werteermittlung muss die Verwaltung mit einbezogen werden.
Ich hoffe, dass bereits Kontakt mit der BIMA in dieser Hinsicht
aufgenommen wurde. Über die Konsequenzen, die sich aus der
Bundeswehrreform ergeben, und die Handlungsmöglichkeiten vor Ort
möchten wir mit den Bürgerinnen und Bürgern direkt sprechen, damit
sie den Konversionsprozess in Speyer aktiv mitgestalten können. Die
SPD Stadtratsfraktion hat bereits bei zwei öffentlichen
Veranstaltungen mit den Bürgerinnen und Bürgern hierüber offen
diskutiert.
Wir als SPD-Fraktion sind der Meinung, dass
dieses eine große Chance für Speyer darstellt. Wir fordern eine
geeignete Nachfolgenutzung für die Liegenschaften und die darauf
befindlichen Immobilien. Eine Mischnutzung von Wohnen, sowie neuen
Wohnformen wie“generationenübergreifendes“ Wohnen“ und Gewerbe wäre
durchaus vorstellbar, eine ausgewogene städtebauliche Entwicklung,
bei der alle Alters- und Einkommensstrukturen vertreten sind, ist
wünschenswert. Eine Ghetto-Bildung nur mit sozialem Wohnungsbau
lehnen wir kategorisch ab. Denn die Lösung sozialer Probleme ist
eine große Aufgabe. Die Verhinderung sozialer Probleme und
Spannungen hat allerdings hier auch über städtebauliche Instrumente
vorsorglich zu erfolgen.
Verehrte Kolleginnen und Kollegen,
wir haben eine Menge Herausforderungen, die in
Zukunft anstehen werden, zu meistern:
Eine Überplanung städtischer Quartiere steht an
zum Beispiel die Löffelgasse, das haben Sie Herr Oberbürgermeister
ja bereits angekündigt. Aber auch andere Quartiere in der
Innenstadt wie etwa das komplette Areal Stiftungskrankenhaus mit
dem vorgelagerten Gebäude Ludwigsstraße 13 müssen in naher Zukunft
einer anderen sinnvollen Nutzung zugeführt werden.
Aber auch der Postplatz, wie es die
Wählergruppe zu Recht gefordert hat, muss mit aufgenommen
werden.
Die Überplanung „Russenweiher“ mit Decker
Gelände muss oder ist schon in Angriff genommen.
Alle Speyerer Plätze wie der Heinrich-Lang
Platz oder der Platz der Stadt Ravenna oder ganz dringend der Platz
der Stadt Chartres müssten gestalterisch überplant werden.
Ich weiß, auch dazu benötigt man Geld, das wir
nicht haben. Aber auch die Politik sollte eine Vision haben, denn
nur mit Visionen kann man eine Stadt zukunftsfähig
gestalten.
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, verehrte
Kolleginnen und Kollegen,
man merkt bei all diesen Ausführungen wie
dringend notwendig ein Stadtentwicklungskonzept ist mit
integrierten Planungen vor allem für Wohnen, Arbeiten, Bildung,
Erholung, Nahbereichsversorgung und Entsorgung, Sport und nicht
zuletzt Verkehr, Fahrradverkehr, den öffentlichen Nahverkehr und
den ruhenden Verkehr.
All diese genannten Dinge könnten
zusammengefasst werden in einem integrierten
Stadtentwicklungskonzept. Man hätte somit ein Konzept für die ganze
Stadt an der Hand und müsste dann nicht immer Einzelentscheidungen
treffen, wie es jetzt wieder im Bebauungsplan Erlus
passiert.
Bei allen notwendigen Diskussionen, die wir
führen müssen, wird es darauf ankommen die Geschichte der Stadt und
Ihre Identität zu wahren, ohne die Stadt zu einem Museum werden zu
lassen und gleichzeitig die Chancen einer Modernisierung
wahrzunehmen, ohne die Stadt modischen Verführungen anheimfallen zu
lassen.
Die Stadt darf auf keinen Fall verkommen zu
einem „Produkt“, das es im freien Spiel der Kräfte zu vermarkten
gilt.
Sehr geehrter Herr
Oberbürgermeister,
zum Schluss ihrer Haushaltsrede sagten Sie
Kommunalpolitik lässt sich nicht mit der Farbe eines Parteibuches
gestalten. Da gebe ich Ihnen von vorne herein uneingeschränkt
Recht. Nur darf dieses keine Einbahnstraße von Ihnen oder auch von
der Mehrheitsfraktion hier im Rat sein.
Die SPD-Stadtratsfraktion wird den
Haushaltsplänen 2013 auch im Hinblick auf den Kommunalen
Entschuldungsfond mit Ausnahme des Flugplatzes Speyer, sowie dem
Projekt S-Bahnhaltepunkt Süd aus haushaltstechnischen Gründen
zustimmen. Ich möchte hier auch nochmals erwähnen, damit es keine
Verwechslungen gibt wir stehen zum ÖPNV aber aus Sicht unseres
desastösen Haushaltes ist es im Moment nicht möglich solch ein
Projekt zu Stämmen.
Wir haben uns zu diesem Votum entschlossen,
um auch in schwierigen Zeiten gemeinsam Verantwortung zu übernehmen
und zu tragen.
Wir sind zur Zusammenarbeit bei allen
politischen und inhaltlichen Diskussionen stets bereit.
Ausdrücklich sage ich aber auch, und dies klar und deutlich:
anbiedern werden wir uns aber auf keinen Fall.
Von Ihnen sehr geehrter Herr
Oberbürgermeister würde ich mir wünschen, dass Sie mehr auf die
Fraktionen und die Fraktionsspitzen zugehen, und zudem allen
Fraktionen den gleichen Wissens-und Informationsstand von einzelnen
Projekten zugestehen im gleichen Ausmaß wie Ihrer eigenen Fraktion.
Vielleicht sollten Sie sich hier ein Vorbild nehmen an ihren beiden
Vorgängern im Amt.
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
verehrte Kolleginnen und Kollegen,
Am Speyerer Stadthaus steht eine
Bronzefigur, die einen Pilger darstellt, der den Weg nach
Compostela sucht. Am Sockel erinnert eine Plakette an eine Stelle
aus dem Brief des Apostel Paulus an die Hebräer:
„Wir haben hier keine bleibende Stadt,
sondern die zukünftige suchen wir“
Dieses war auch das Motto meiner
Haushaltsrede: „Was macht eine zukunftsfähige Stadt aus.“
Wir suchen eine menschengerechte Stadt und
wissen, dass wir die Orientierung nur finden, wenn wir wissen,
woher wir kommen und wo wir uns heute befinden.
Aber wir wissen auch, dass die zukünftige
Stadt nicht von sich aus auf uns zukommt.
Wir müssen die Zukunft gestalten. Und wir
wissen auch, dass es uns als Bürgern aufgegeben ist, der Zukunft
einen vernünftigen Sinn und Inhalt zu geben, damit die Stadt noch
lebens- und liebenswerter wird. Das fordert unser Engagement und
unsere Arbeit für diese Stadt.
Dieser letzte Satz meine Damen und Herren
stammt nicht aus meiner Feder, sondern von jemandem, der sich um
unser Speyer sehr verdient gemacht hat, nämlich von Herrn
Oberbürgermeister Dr. Christian Rosskopf.
Zum Schluss meiner Rede möchte ich mich bei
allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung
bedanken.
Bei dem Personalrat, dem Seniorenbeirat, dem Beirat für
Migration und Integration, dem Bündnis für Demokratie &
Zivilcourage, dem Jungendstadtrat und nicht zu vergessen unserer
Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk für Ihre nicht immer
einfachen Einsätze. Ich danke für Ihre
Aufmerksamkeit.
15.12.2012
Haushaltsrede des Fraktionsvorsitzenden der "Speyerer Wählergruppe" Martin Roßkopf im Wortlaut. *
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Kollegen, sehr
geehrte Damen und Herren,
vorneweg möchte ich im Namen der Fraktion der
Speyerer Wählergruppe Ihnen Herr Oberbürgermeister Eger und der
gesamten Verwaltung mit ihren einzelnen Fachbereichen und
Abteilungen ein herzliches DANKESCHÖN für die Aufstellung des
Haushalts in schwierigen Zeiten aussprechen.
Einen kommunalen Haushalt einzubringen, zu
diskutieren und dann gemeinsam zu verabschieden bei unveränderten
Mängeln in der Struktur der Kommunalfinanzierung, speziell
kreisfreie Städte betreffend, hat immer auch etwas von
Hilflosigkeit, der wir jedes Jahr fatalistisch begegnen. In einem
von Mängeln behafteten System sind leider auch Ungerechtigkeiten
vorprogrammiert.
Es bleibt für mich die Hoffnung, dass wir den
uns möglichen,- und vielleicht bitteren,- Weg gemeinsam gehen ohne
Parteitaktik und Winkelzüge.
Ich bringe das gleich zu Beginn, weil ich
glaube, dass es wichtig ist in diesen Zeiten zu einer gemeinsamen,
breiten Mehrheit für den Haushalt zu kommen.
Herr Oberbürgermeister, für Ihren persönlichen
Einsatz im Rahmen des kommunalen Entschuldungsfonds gehört Ihnen
mein besonderer Dank. Sie haben unsere Unterstützung darin, alles
zu tun, womit verhindert wird, dass der Stadt neben dem
Konsolidierungsbeitrag von 1,8 Mio. Euro weitere Einsparungen bei
den freiwilligen Leistungen von 1,6 Mio. Euro Speyer diktiert
werden. Unabhängig davon, dass wir in einen Sparprozess eintreten
müssen, sehen wir in dieser Forderung einen Beitrag zur
Untergrabung kommunaler Selbstverwaltung.
Sehr geehrte Damen und Herren, der Speyerer
Stadthaushalt kann nur vor dem Hintergrund der allgemeinen Lage
sachgerecht beurteilt werden. Der Gemeindefinanzbericht 2012, den
der Deutsche Städtetag vor kurzem veröffentlicht hat, rechnet
bundesweit mit einem Überschuss von 2,3 Milliarden Euro. Das liegt
vor allem an den Zuwächsen bei der Gewerbesteuer. Trotz dieser
erfreulichen Zahlen vermittelt der Bericht insgesamt aber ein
ambivalentes Bild. Wirtschaftlich starke Städte auf der einen Seite
und Kommunen in strukturschwachen Regionen andererseits entwickeln
sich finanziell immer weiter auseinander. Das deutlichste
Kennzeichen kommunaler Armut sind die Kassenkredite, die
aufgenommen werden müssen, nur um laufende Ausgaben wie
Beamtengehälter oder Unterkunftskosten für Langzeitarbeitslose oder
nicht aufschiebbare Instandsetzungen zahlen zu können.
Wie das RLP-Verfassungsgericht im Februar
dieses Jahres festgestellt hat, ist die Finanzausstattung der
Kommunen in Rheinland-Pfalz, in besonderem Maße der Städte,
unzureichend. Eine der wesentlichen Ursachen dafür ist der enorme
und dauerhafte Anstieg der Kosten für soziale Leistungen.
Allerdings, und auch das muss bemerkt werden, wird auch von den
Kommunen gefordert, mehr für ihre Haushaltskonsolidierung zu
tun.
Immerhin hat das Land mit dem
Entschuldungsfonds endlich einen kleinen Schritt zur langfristigen
Sanierung der kommunalen Haushalte in Rheinland-Pfalz getan.
Angesichts der nach wie vor hohen Defizite reichen diese Mittel
jedoch bei weitem nicht aus. Außerdem halte ich es auf Dauer für
nicht hinnehmbar, dass im Wesentlichen die Speyerer Bürgerinnen und
Bürger über die Anhebung der Grundsteuer und anderer Abgaben die
Konsolidierung dieses strukturellen Haushaltsdefizits tragen
sollen.
Diese Last wird die strukturschwachen Städte
immer tiefer ins Defizit drücken, da ein immer größerer Anteil der
jährlichen Haushalte von den Zinsforderungen beansprucht
wird.
Meine Damen und Herren, wir hatten als Stadt im
letzten Jahr also 2011 ein Defizit von 30 Millionen €, für das Jahr
2012 sind das immer noch 20 Millionen €. Und das ist schon
annähernd die Summe, die wir mit dem Entschuldungsfond in zehn
Jahren einsparen wollten. Ich denke, vor allem diese Zahlen
sprechen eine deutliche Sprache. Und das vor dem Hintergrund von
guten Gewerbesteuereinnahmen, welche nicht in jedem Jahr so zu
erwarten sind.
Deshalb ist es dringend geboten, das
strukturelle Defizit bei den Sozialleistungen auszugleichen. Der
Bundestag hat die zweite und dritte Stufe der Kostenübernahme für
die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung durch den Bund
verabschiedet. Damit übernimmt der Bund im Jahr 2013 insgesamt 75
Prozent und ab dem Jahr 2014 vollständig die kommunalen Ausgaben.
Verehrte Kolleginnen und Kollegen, ich begrüße sehr die damit
verbundene Hilfe für Speyer. Dies ist ein wichtiger und bedeutender
Schritt zur dringend benötigten Entlastung unseres Haushalts. Jetzt
kommt es aber darauf an, dass das Land die Mittel vollständig an
die Kommunen weiterleitet. Mehrere Länder planen einen Teil der
Mittel, die sie selbst im stationären Bereich der Grundsicherung
aufbringen, für sich zu behalten oder eine Verrechnung im
kommunalen Finanzausgleich zu Lasten der Kommunen vorzunehmen. Das
würde nur die Länder zu Lasten der Kommunen entlasten. Verehrte
Kolleginnen und Kollegen, das geht nicht und muss verhindert
werden.
Politik machen heißt Zukunft gestalten,- und
damit der nachfolgenden Generation Grund zur Hoffnung geben. Von
großer Bedeutung ist und bleibt das Thema Bildung und Betreuung. Es
gilt, die für unsere Zukunft wichtigen Investitionen in diesen
Bereichen vorzunehmen. Was den Ausbau der Kindertagesstätten und
Schulen angeht sind wir dabei auf einem guten Weg.
Eine wichtige Entscheidung für die Zukunft
unserer Stadt wurde auch mit dem Beschluss zur Erstellung eines
Tourismuskonzeptes getroffen, welches über die ebenfalls im
Zusammenhang mit dem Entschuldungsfond beschlossene
Fremdenverkehrsabgabe finanziert werden soll.
Mit diesem Konzept sollten Weichen für unsere
Stadt in nächster Zeit, auch für die uns folgenden Generationen
gestellt werden. Es geht hier darum, Speyer für die Zukunft eine
Identität und ein Gesicht zu geben, und wir sollten gerade im
Hinblick auf die Attraktivität, und die Lebensqualität unserer
Heimat diese Aufgabe nicht unterschätzen. Es gilt das Profil zu
schärfen und sich einer Vermarktung auf billigem Niveau zu
erwehren.
Auch bei anderen Themen müssen wir künftig
genauer hinschauen. Wir können uns einfach nicht mehr alles
leisten. Auch dann nicht, wenn es Zuschüsse von Bund oder Land
gibt. Da hilft es auch nicht zu sagen, wenn wir den Zuschussbetrag
nicht nehmen, nimmt ihn ein anderer.
Ich möchte ein paar Themen ansprechen, die uns
dieses Jahr beschäftigt haben.
S-Bahn Haltepunkt Süd
Liebe Kollegen, die S-Bahn im Verkehrsverbund
Rhein-Neckar (VRN) ist ein Erfolgsmodell und das Vorzeigeprojekt
der Metropolregion. Kein anderer Verkehrsverbund kann einen solchen
Zuwachs an Fahrgästen verzeichnen wie der VRN. Wer von Speyer aus
umweltfreundlich unterwegs ist nutzt die S-Bahn. Das ist bislang
schon so.
Es ist aber nicht bekannt, dass potentielle
Fahrgäste des VRN auf die Nutzung der S-Bahn verzichten, weil ein
Haltepunkt Süd fehlt. Vielmehr steigen die Fahrgäste am
Hauptbahnhof oder Haltepunkt Nordwest ein oder aus. Es ist davon
auszugehen, dass es nach Errichtung des S-Bahn Haltepunkts Süd
allenfalls zu Verlagerungen vom Hauptbahnhof zum Haltepunkt kommt.
Auch deswegen, weil Hauptbahnhof und S-Bahn Haltepunkt Süd gerade
mal ein paar hundert Meter voneinander entfernt sind. Deshalb hält
die Speyerer Wählergruppe im Hinblick auf die prekäre
Haushaltssituation der Stadt die Investitions- und Folgekosten in
Millionenhöhe, sowie negative Auswirkungen auf den
Individualverkehr für nicht tragbar.
Längere Schließzeiten der Schranken
Schützenstraße sehr problematisch!!
Woogbachtal
Unsere Meinung ist, dass wir uns solche
Projekte in dieser Größenordnung nicht erlauben können. Dass es zu
dieser Fragestellung überhaupt kommen konnte, hängt eng zusammen
mit der Finanzierungspraxis von Bund und Land. Ein großer Teil
kommunaler Projekte wird von den regierenden Parteien über die
Mischfinanzierung von Projekten gefördert.
Was die europäische Wasserrahmenrichtlinie
angeht sind wir der Meinung, dass diese eine absolut sinnvolle
Regelung ist, aber von uns als Kommune nicht verlangt werden kann,
dass wir für 1,5 Mio. Euro einen Bachlauf re-naturieren. Es fehlt
nach wie vor der Beleg dafür, dass dadurch die Wasserqualität – die
gerade beim Woogbach ohnehin nicht schlecht ist – verbessert werden
kann. Hier fehlt mir leider noch die entsprechende fachlich
überzeugende Begründung. Außerdem darf ich daran erinnern, dass
Herr Aichele vom Planungsinstitut Bierbaum und Aichele im Bau- und
Planungsausschuss nur mit Mühe den Eingriff in das wertvolle Biotop
westlich der B9 als sinnvoll erklären konnte und die Gesamtmaßnahme
an dieser Stelle gerade noch ein ökologisch wertvolles Prädikat von
ihm bekam. Im Übrigen stellen wir uns die Frage, wie wir den
Bürgern in Speyer West erklären wollen, dass vor Jahren kein Geld
da war für einen wirksamen Lärmschutz an der B 9, jetzt aber für
1,5 Mio. Euro der Bachlauf aufgeweitet wird,- ohne die Folgekosten
abzusehen.
Es ist nicht alles sinnvoll und notwendig, was
von übergeordneter Stelle gefördert wird. Wenn man einen Luxus
nicht braucht, und zudem nicht dauerhaft unterhalten kann, nützt es
auch nichts wenn man Rabatt bekommt.
Sparkassenfusion
Der Speyerer Wählergruppe ist bewusst, dass für
eine zukunftsgerichtete Aufstellung sich die Sparkassen den
Markterfordernissen anpassen und zu betriebswirtschaftlich
optimalen Einheiten zusammenschließen müssen. „Prognosen sind
schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen." Und genau um
eine solche Prognoseentscheidung geht es bei der Sparkassenfusion,
bei der wir heute nicht sicher wissen (und auch nicht wissen
können), ob sie sich am Ende als richtig erweisen wird. Weder die
Befürworter noch die Gegner der Fusion können für sich in Anspruch
nehmen, die „einzig richtige Antwort" zu kennen. Immerhin ist
denkbar, dass es Gewinner und Verlierer durch einen solchen
Zusammenschluss geben könnte.
Die betriebswirtschaftliche Betrachtung der
Fusion zielt auf die derzeitige Wettbewerbssituation der Sparkassen
und leitet daraus auf der Ertragsseite wie auf der Kostenseite
Vorteile einer fusionierten Sparkasse gegenüber einer weiterhin
alleinstehenden Sparkasse ab. Es leuchtet ein, dass sich eine
größere Sparkasse mit hohem Eigenkapitalanteil zu besseren
Konditionen mit Geld versorgen kann als dies für ein kleineres
Institut möglich ist. Es leuchtet ebenso ein, dass eine größere
Einheit Vorteile in den Bereichen Vertrieb, Produktion und
Steuerung gegenüber drei kleineren Einheiten haben kann.
Meine Damen und Herren Kollegen, Sie haben
sicherlich die Vorlage zu unserer Anfrage in dieser Sitzung gelesen
und verstehen die Intention.
Ich möchte nicht falsch verstanden werden, aber
ich halte es durchaus für möglich und notwendig, dass in den
anstehenden Gesprächen nicht nur im Interesse der Bank, sondern
auch im Sinn der Stadt und ihrer Bürger verhandelt wird, und ich
kann mir schwer vorstellen, dass wir als Stadtrat bei der Auflösung
einer solchen Einrichtung außen vor bleiben sollten.
Wie sieht es dann aus mit Sport- und
Kulturförderung nach einer Fusion. Gerade weil wir in diesem
Bereich der freiwilligen Leistungen immer weniger über den Haushalt
fördern können, ist die Zuwendung der Sparkasse
unverzichtbar.
Und wie gestaltet sich der Einfluss der Stadt
im künftigen Kreditausschuss? Können wir dann die Belange der
Speyerer Wirtschaft, des Mittelstands, des Einzelhandels
hinsichtlich der Wirtschaftsförderung noch ausreichend
sicherstellen?
Außerdem wird es im Zuge der Sparkassenfusion
zu strukturellen Änderungen, insbesondere hinsichtlich der
einzelnen Sparkassenbetriebsstätten und des damit verbundenen
Anteils der Arbeitslöhne kommen. Dieses hat wiederum Auswirkungen
auf die Zerlegung der Gewerbesteuer. Hier müssen von vornherein
unverhältnismäßige Nachteile für den städtischen Haushalt
ausgeschlossen werden. Die Zerlegung des einheitlichen
Steuermessbetrages auf die hebeberechtigten Gemeinden erfolgt im
Regelfall nach Gewerbesteuergesetz. Dort ist vorgesehen, dass der
Gemeindeanteil aus den in der Gemeinde anfallenden Arbeitslöhnen im
Verhältnis zu den Gesamtlöhnen und Gehältern des Instituts zu
errechnen ist. Diese Regelverteilung gilt auch für Sparkassen. Hier
erwarte ich Einnahmeverluste für die nächsten Jahre, die wir nicht
gebrauchen können. Insoweit kommt für uns die Sparkassenfusion
allein aus dieser Betrachtung heraus zur Unzeit.
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister ich hoffe
sehr, dass Sie uns bald nähere Einzelheiten betreffend der
Auswirkungen auf den städtischen Haushalt, die Gewerbesteuer und
die Arbeitsplätze mitteilen werden.
Doppelhaushalt
Bereits im Februar letzten Jahres hat Hermann
Preuss für die Speyerer Wählergruppe den Antrag gestellt, künftig
einen Doppelhaushalt nach § 95 Absatz 5 der Gemeindeordnung
einzuführen. Möglichst mit Bürgerbeteiligung. Die Verwaltung sollte
bis Ende 2011 über die Möglichkeiten der Einführung eines
Doppelhaushalts berichten. Leider haben wir dazu noch nichts
gehört. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass ein Doppelhaushalt
für die Verwaltung und auch für die ehrenamtlichen Räte eine
erhebliche Arbeitserleichterung bedeutet. Ich erinnere daher an
unseren Antrag und bitte dieses Thema auf die Tagesordnung des
ersten Haupt- und Stiftungsausschusses des Jahres 2013 zu bringen.
Wir sollten versuchen für die Jahre 2014 und 2015 bereits den
ersten Doppelhaushalt aufzustellen.
Zum Schluss, meine Damen und Herren lassen Sie
mich bitte noch ein paar Sätze zum Thema Konversion
sagen:
Wir sehen 2016 dem Abzug der Bundeswehr in
Speyer entgegen. Auch wenn wir das bedauern, ist es doch Chance für
die weitere Gestaltung unseres städtischen Umfeldes. Die Diskussion
darüber hat schon sehr früh begonnen. Bei allen Ansichten, die man
darüber haben kann, halte ich es für außerordentlich wichtig, dass
zuerst unsere Planungsbehörde unter Berücksichtigung der
demografischen Entwicklung eine Bauleitplanung erstellt, die allen
möglichen Interessenten einen verbindlichen Weg aufzeigt, und damit
auch vorzeitigen Begehrlichkeiten eine Richtung vorgibt.
Meine Damen und Herren, wenn ich es kürzer
sagen sollte, würde ich sagen: Selbst planen, bevor das Investoren
für uns tun!
Meine Damen und Herren,
Wie eingangs erwähnt wünschte ich mir eine
parteiübergreifende Zielvorstellung. Dass wir dazu in der Lage sind
haben wir schon bewiesen mit dem Beschluss zu „Speyer 100%
regenerativ“. In diesem Ziel geeint gehen wir einer nachhaltigen
Energieversorgung in Speyer entgegen, unsere Entscheidungen vor
diesem Hintergrund prüfend.
Ebenso sollten wir eine nachhaltige
Entschuldung anstreben um nachfolgenden Generationen noch Spielraum
zu lassen.
Sehr geehrte Damen und Herren,
trotz aller Differenzen in den Anschauungen und
mancher Auseinandersetzung in der Sache gilt auch für uns, im
Wirken für unser Speyer sind wir gemeinsam stark.
Herr Oberbürgermeister, die Fraktion der
Speyerer Wählergruppe wird dem, von Ihnen vorgestellten, Haushalt
für 2013 zustimmen.
Ich wünsche Ihnen Allen eine schöne Weihnachtszeit und
bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit
15.12.2012
Die Rede von Johannes Jaberg – Bündnis 90/ die Grünen im Wortlaut. *
Am letzten Sonntag wurde hier in unmittelbarer
Nachbarschaft - ein Denkmal enthüllt. Angesichts leerer Kassen
griff man auf private Sponsoren zurück und immerhin spielte noch
ein Rest der Stadtjugendkapelle, eine Ein-Mann-Band
In der Rolle des Oberbürgermeisters - Matthias
Folz - , der versprach sein Bestes dafür zu tun, Kunst und Kultur
in unserer Stadt als wertvolle Kommunikationselemente zwischen
Bürgerinnen und Bürgern einen besonderen Stellenwert zu erhalten.
Und so wurden am letzten Sonntag im Alten Stadtsaal die Brüder
Grimm mit dem Dornröschen nach dem obligatorischen hundertjährigen
Schlaf wachgeküsst.
Sie sehen, die Haushaltlage hat nun sogar in
das Weihnachtsmärchen Einlass gefunden, schauen wir uns die Zahlen
an, so möchte man sich gerne in die Zeiten zurückversetzen, als das
Wünschen noch geholfen hat.
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe
KollegInnen, sehr geehrte Damen und Herren,
Nach dem Bericht des Rechnungshofes ist die
Stadt in diesem Jahr pleite gegangen, sie verfügt über kein eigenes
Kapital mehr. Die Liquiditätskredite, die in den letzten Jahre
kontinuierlich angestiegen sind, haben 2012 eine Höhe von 150 Mio €
erreicht, obwohl die Stadt in diesem Jahr beschlossen hat, sich am
sogenannten kommunalen Entschuldungsfonds zu beteiligen. Ich sage
sogenannt, weil das Ziel eigentlich gar nicht die Entschuldung der
Stadt ist, sondern die Reduzierung der Kassenkredite vom Stand
2009. Dabei ergibt sich für Speyer jedes Jahr ein Betrag von rund
1,8 Mio €, ein vertretbarer Betrag denken wir Grüne bei dem
Schuldenstand der Stadt. Allerdings gibt es eigentlich nur zwei
Möglichkeiten diesen Betrag aufzubringen.
Ein Großteil des Betrages wird über
Einnahmeerhöhungen seien es die Grundsteuer A und B, die
Parkgebühren, Vergnügungssteuer usw. abgedeckt. Ein kleinerer Teil
durch Kürzungen von freiwilligen Leistungen.
Die Bürgerinnen und Bürger, die
verantwortlichen in Vereinen und Institutionen unserer Stadt wissen
das, versuchen sich vorzustellen, was diese Lage für ihre eigene
Arbeit bedeuten wird. Die Zeit der Wünsche scheint
vorbei...
Doch: Selbst wenn wir den Beitrag für den
Entschuldungsfonds erwirtschaften, wird unser Bedarf an
Liquiditätskrediten steigen.
Und das liegt nicht an einer schlechten
Haushaltsführung, was ich im folgenden deutlich machen will: allein
im Teilhaushalt 4 Jugend, Familie, Senioren und Soziales liegt der
Aufwand bei 65 Mio und die Einnahmen bei 23,3 Mio €. Es bleibt
allein im Teilhaushalt 4 ein Defizit von 45,3 Mio €. (Unser
Haushaltsdefizit weitaus größer sein als „nur“ 20 Mio €). Das
heißt, dass die Schulden der Stadt strukturell, d.h. durch
gesetzliche Vorgaben bedingt sind und nicht entscheidend durch die
Stadt gemindert werden können.
Die Situation im Land ist für kreisfreie Städte
besonders schwierig. Ich darf daran erinnern, dass 2008 von den 20
am höchsten verschuldeten Städten in Deutschland, 7 aus
Rheinland-Pfalz waren, darunter die Städte Kaiserslautern,
Ludwigshafen oder Mainz. Da hilft es auch nicht zu wissen, dass das
Land Rheinland-Pfalz nicht viel besser dran ist. Wie man unschwer
erkennen kann, sind durch Gesetze erzeugte Ausgaben im Bund und im
Land nicht durch entsprechende Einnahmen gesichert. Das
Konnexitätsprinzip ist einfach strenger anzuwenden. Wenn Gesetze
erlassen werden, dann muss auch die Finanzierung gesichert
sein.
Die Ergebnisse des Berichtes des
Rechnungshofes, der kürzlich vorgelegt wurde, lässt eigentlich
keine Einsparpotentiale erkennen, die die finanzielle Situation der
Stadt wesentlich verbessern könnte. Selbstverständlich muss im
Bereich der Bauleistungen der Stadt sorgfältig abgerechnet werden.
Der Vorschlag des Rechnungshofes, die Reinigungsarbeiten in
öffentlichen Einrichtungen im großen Stil zu privatisieren, ist
eigentlich ein Fall für Genderbudgeting. Denn es wären besonders
Frauen von dieser Privatisierungsmaßnahme betroffen. Für sie wären
damit Lohneinbußen und schlechtere soziale Absicherung
verbunden.
Die KEF-Sparauflagen sind das eine, die
Zukunftsfähigkeit der Stadt das andere.
Auch wenn die Grimmschen Zeiten des Wünschens
vorbei sein mögen, muss es genug Raum geben für Ideen, einen
Leitgedanken, der verhindert, dass unsere Stadt in einen traumlosen
Tiefschlaf verfällt, indem sie sich kaputt spart.
Es sollte nicht in erster Linie darum gehen,
beliebig zu kürzen, sondern auch nach Potentialen geschaut werden,
die, um „beim Dornröschen zu bleiben“, darauf warten wachgeküsst zu
werden....
Die Stadt lebt von einem Profil, das wir
diskutieren müssen, wenn die Kürzungen nicht beliebig sein
sollen.
Speyer wirbt für sich als weltoffene Stadt.
Dazu passt es gut, dass in diesem Jahr eine interkulturelle Woche
durchgeführt wurde, in der sowohl das Bündnis für Demokratie und
Zivilcourage als auch der Beirat für Migration und Integration
eingebunden waren. Speyer ist eine Stadt der Religionen, hier haben
die großen Religionen ihren Platz, die in einen Dialog eingetreten
sind, hier finden sich Kirchen, eine Synagoge und eine Moschee- Die
zahlreichen internationalen Kontakte im Rahmen der
Städtepartnerschaften sind ein weiterer Beleg für die
Weltoffenheit.
Speyer ist nachhaltig. Dafür stehen die
Klimaschutzinitiative Kiss, die von der Stadt und den Stadtwerken
getragen wird, das Nahhaltigkeitsmanagement, aber auch die
Fairtrade-Initiative von BürgerInnen und Bürgern der Stadt, der
Initiativgruppe Eine-Welt und der Stadt.
Speyer ist aber auch eine Kulturstadt, was sich
in dem Engagement zahlreicher kulturtreibender Vereine, dem
Hans-Purrman-Haus, den Kunstvereinen, dem Kinder und Jugendtheater,
den Literaturtagen uvm zeigt.
Dass dieses Profil Ausstrahlung hat, schlägt
sich auch in den Fremdenverkehrszahlen nieder. Der Tourismus ist
für Speyer eine wichtige Einnahmequelle und damit auch ein
beachtlicher Wirtschaftsfaktor.
Wenn wir nicht in die Zukunft unsere Stadt
investieren, dann stirbt die Stadt:
Das hieße:
- keine Rettungs- und Feuerwache
- keine Sanierung von Schulen
- keine Förderung von Sport- und
Kulturvereinen
- keinen S-Bahnhaltepunkt Süd
- keine Musikschule, VHS,
Stadtbibliothek
Deshalb müssen wir die Investitionen tätigen,
die Speyer zukunftsfähig machen.
Wenn der ÖPNV 2013 neu ausgeschrieben wird,
dann darf der Blick nicht nur auf die finanziellen Kosten fallen,
sondern auf Chancen, die ein gut ausgebauter öffentlicher
Nahverkehr bietet. Nimmt man die Klimaschutzleitlinien unserer
Stadt ernst, dürfen wir im Gegenteil nur die Variante mit der
besten ÖPNV Versorgung wählen, obwohl wir wissen, dass diese Geld
kostet.
Um hier keine faulen Kompromisse eingehen zu
müssen, brauchen wir Ideen für eine Gegenfinanzierung. Aus grüner
Sicht ist die teilweise Umlegung der Mehrkosten auf den Fahrpreis
nicht die Lösung. Im Gegenteil, wir glauben, dass die Fahrpreise
günstiger werden müssen, damit die Menschen vom Auto auf den Bus
umsteigen. Die Erfahrung mit unserem City-Shuttle belegen, dass ein
günstiger Fahrpreis die Zuschusskosten vermindern. Wir Grüne denken
aus diesem Grunde über verschiedene Wege der Gegenfinanzierung
nach. Wir wollen allerdings in jedem Fall, dass die BürgerInnen in
einem Bürgerentscheid über diese Frage einbezogen werden, wenn es
um konkrete Finanzierungsmodelle geht.
Nach wie vor ist die Fahrradsituation in Speyer
nicht befriedigend. Noch immer sind Straßen für den gegenläufigen
Radverkehr nicht geöffnet, Radwege sind zu schmal und noch nicht
auf die Straße verlegt, es fehlen Fahrradständer insbesondere an
der Postgalerie.
Die Situation in der Bahnhofstraße auf Höhe der
Postgalerie ist unbefriedigend, weil der Autoverkehr zu stark ist.
Wenn die Postgalerie als Scharnier zur Innenstadt dienen soll, muss
die Bahnhofstraße attraktiver werden und das geht nur wenn der
Autoverkehr reduziert wird. Der Postplatz ließe sich als Shared
space-Zone ähnlich dem Domplatz gestalten.
Vielleicht kann uns ja der solange angekündigte
Verkehrsentwicklungsplan weiterhelfen, wenn er denn mal mutig zu
Ende gebracht wird.
Der S-Bahn-Haltepunkt Süd, mit seiner Nähe zur
Innenstadt wird aus unserer Sicht einen wichtigen Beitrag leisten
den motorisierten Individualverkehr in Speyer zu
reduzieren.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Die Grünen Ideen wurden lange Zeit allenfalls
belächelt, heute sind sie in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Nicht nur das Umweltthema, sondern auch Quote, und
Gleichberechtigung waren für die Grünen schon immer wichtige
Anliegen. Bei Gender budgeting geht es um die Verteilung von
Geldern unter dem Gesichtspunkt der Gleichberechtigung, ich habe es
in Bezug auf den Rechnungshof genannt. Wir denken nicht an eine
weitere Bürokratisierung von Verwaltung, sondern an ein Bewusstsein
dieser Thematik bei der Verteilung von Geldern.
Soziale Gerechtigkeit und Teilhabe sind in
jeder Kommune wichtig. Wir unterstützen die
UN-Behindertenkonvention, die das Ziel der gleichberechtigten
Teilhabe von behinderte Menschen hat.
Dabei sollte Soziale Gerechtigkeit und Teilhabe
nicht nur in der politischen Diskussion, sondern auch in der
praktischen Umsetzung eine höhere Wertigkeit einnehmen.
Die ständig wachsenden Sozialausgaben bereiten
nicht nur dem OB Sorgen. Auch wir Grüne sind uns dieser Problematik
und einem daraus resultierenden Handlungsbedarf bewusst. Dabei
haben wir einerseits die Kostentwicklung aber auch den sozialen
Frieden im Blick.
Die Grünen haben bereits vor geraumer Zeit
einen Antrag zur Vermittlung von geringqualifizierten und
arbeitseingeschränkten Arbeitslosen gestellt – bis heute erfolgte
keine Umsetzung. Durch die aktuelle Diskussion um den „Caritas
-Warenkorb“ scheint ein neues Bewusstsein entstanden zu sein. Für
uns ist wichtig, dass nicht immer kurzfristige Problemlösungen
gesucht werden, sondern nachhaltige Konzepte für Menschen mit
besonderen Lebenslagen geschaffen werden unter Einbindung von
Wirtschaft, Jobcenter, Agentur für Arbeit, Politik und sozialen
Einrichtungen.
Ziel muss es sein, Menschen in einen Erwerb zu
bringen, damit sie selbst zu ihrem Lebensunterhalt beitragen
können.
In diesem Zusammenhang erinnern wir auch in
diesem Jahr nochmals aus den aus unserer Sicht notwendigen Armut-
und Reichtumsbericht. Nur im Vergleich zueinander wird deutlich,
wie die Schere in unserer Stadt auseinander geht.
Deshalb gilt es nicht nur den Wohnungsbau für
gut Situierte wie Erlusgelände oder Normand-Gelände, sondern auch
den Sozialen Wohnungsbau zu fördern. Die GEWO ist -auch wenn sie
ihre Gemeinnützigkeit nicht mehr im Namen führt - mit im Boot. Wir
Stadträte sind diejenigen, die gestalten und klare Zeichen setzen
können. Wir brauchen ein stärkeres Engagement der GEWO Wohnen im
sozialen Wohnungsbau, um der Schieflage zuungunsten der finanziell
schwächeren Menschen entgegenzuwirken.
Wir Grünen stehen einer Wohnbebauung auf der
zukünftigen Konversionsfläche Kurpfalzkaserne auch aufgrund der
demographischen Entwicklung skeptisch gegenüber. Hier erscheinen
uns andere Nutzungsformen wie Gewerbe, Solarenergienutzung oder
auch die Ansiedlung von Behörden sinnvoller.
Eigentlich ist es beschämend, das Thema
Jugendräume immer wieder aufgreifen zu müssen, ohne dass sich eine
Lösung abzeichnen würde. So bleibt hier weiterhin der Appell an die
Verwaltung innenstadtnah Räume für Jugendliche zu suchen.
Zum Schluss möchte ich noch eine Bemerkung zum
Stadtvorstand und den sie stützenden Parteien machen. Eigentlich
wäre es in einer solchen schwierigen Situation erforderlich, dass
eine klare politische Richtung erkennbar wird. Das ist aber immer
öfter nicht der Fall. In vielen Fragen ist der Stadtvorstand auf
Stimmen aus der Opposition angewiesen: S-Bahnhaltepunkt Süd,
Woogbachtal, Partnerschaft mit Ningde. Aber auch der Vorstand gibt
dabei kein Bild der Geschlossenheit ab. Ein Dezernent steht
sozusagen ohne Partei da, deren Vorstand er quasi abgeschossen hat.
Es werden Anfragen von den Regierungsparteien gestellt, obwohl sie
selbst in der Verwaltungsspitze vertreten sind. Das ist eigentlich
ein sehr desolates Bild eines Stadtvorstandes und der
Koalitionsparteien, wenn man die Herausforderungen betrachtet, vor
denen Speyer steht.
Da passt vielleicht das Bild vom
Aschenputtel ganz gut, um die Situation zu beschreiben. Die
Stiefschwestern im Stadtrat haben sich die guten Pöstchen unter den
Nagel gerissen und die Opposition hat als Aschenputtel, ihre
Stimmen abzugeben, wenn es mal klemmt.
Die Grünen stimmen den Haushaltsplänen der
Stadt und ihren Stiftungen zu
Zum Schluss bleibt uns noch Dank zu sagen den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt und der städtischen
Gesellschaften, ihren Geschäftsführern und Vorständen. Wir wünschen
Ihnen allen ein friedvolles Weihnachtsfest und eine guten Start ins
neue Jahr. Johannes Jaberg
15.12.2012
Haushaltsrede des Vorsitzenden der FDP-Stadtratsfraktion Dr. Heinz-Dieter Jakumeit im Wortlaut. *
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Eger, geehrte
Kolleginnen und Kollegen,
verehrte Vertreter der Presse und verehrte
Gäste!
Einen ausgeglichen Haushalt hat die Stadt
Speyer seit 20 Jahren, seit 1993 nicht mehr!!!
In den vor Doppik liegenden 15 Jahren ist der
Kassenkreditbestand mit rund 80 Mio. € etwa so hoch wie der in den
letzten vier Doppik-Jahren. Als Unternehmen hätte die Stadt Speyer
im 2. Halbjahr 2012 Insolvenz anmelden müssen!
Dem steht gegenüber: bei der Erfüllung ihrer
Aufgaben muss und will sich die Stadt Speyer an den
kommunalpolitischen Leitlinien in der LokalenAgenda21 orientieren;
hierzu gehören die politischen Handlungsfelder Bildung, Finanzen,
Freizeit, Soziales, Tourismus, Umwelt, Wirtschaft, Wohnen,
Mobilität etc.. – ein breites Spektrum . Sein Arbeitstitel könnte
etwa lauten„Auf dem Weg zu einer ganzheitlichen Stadtentwicklung“!
Das Fundament dafür stellt der Haushalt dar. Er umreißt den
Handlungsrahmen aller Aktionen und Aktivitäten dieser unserer
Stadt.
Mit dabei sind Aufgaben, die von Bund als auch
vom Land unserer, und nicht nur unserer Kommune auferlegt wurden -
die die Stadt Speyer übernehmen muss. Ausreichende Zuweisungen in
Form von Pauschalen, gar tatsächliche Kostendeckung für die immens
gestiegenen kommunalen Aufwendungen zahlt weder Berlin noch
Mainz!!
Einige Beispiele mögen dies
verdeutlichen:
- Grundsicherung im Alter: veranschlagt
im Haushalt sind weit über 3 Millionen Euro pro anno. Erst in den
nächsten Jahren soll sukzessiv eine Übernahme dieser Aufwendungen
durch den Bund erfolgen! Viel zu spät!!!
- Grundsicherung bei Erwerbsminderung:
Hier liegen die Aufwendungen sogar um ein Vielfaches höher. Eine
Übernahme durch den Bund oder das Land ist jedoch nicht in
Sicht!
- Fahrkostenerstattung, besonders für
Schüler der Sekundarstufe II: für Speyer sind das mehrere
Hunderttausend Euro pro Jahr - ohne bisherige Erhöhung der
entsprechenden Zuschüsse. Denn nach wie vor gilt das
Schulstandortprinzip! Und hinzu kommen noch die erforderlichen
Versicherungenbeiträge.
- Schulbuchausleihe: vom Land verordnet
beträgt die Kostendeckung lediglich um 60% - den Rest muss unsere
Kommune tragen. Hier gilt mein Dank den Mitarbeitern, die extrem
zeitaufwendig mit Engagement diese Aufgabe bewältigen!
- Ausbau des Kita-Angebots: Bund und
Länder haben diesen Rechtsanspruch für Kleinkinder vereinbart! Das
Land aber hat sich bisher um die adäquate Beteiligung an den Kosten
gedrückt – obwohl: zugesagt war eine Drittelbeteiligung. Speyer
bleibt auf mehreren Millionen Euro neuer Schulden sitzen! Wo bleibt
da das Konnexitätsprinzip?
Schon allein die Addition dieser fünf
aufgezählten Einzelposten ergibt fast das voraussichtliche Defizit
von 20 Millionen des Haushaltes 2013! Also fast 15 Prozent des
gesamten Haushaltsvolumens! Oder anders formuliert: der gesamte
Kassenkreditbestand der Stadt Speyer beträgt nach 2013 mit 130 Mio.
€ fast schon mehr als ein gesamter Jahreshaushalt – und diese
katastrophale Finanzsituation der kreisfreien Stadt Speyer hat
diagnostisch, so sage ich es als Vorsitzender der FDP-Fraktion,
zwei wesentliche Gründe.
Auf der Einnahmenseite ist die Finanzautonomie
durch die drei Steuerarten Grundsteuer, Gewerbesteuer und die
anteilige Einnahmen aus der Einkommensteuer durch den extrem
eingeschränkten kommunalen Spielraum drastisch reduziert.
Die weitere Einnahmenseite durch den kommunalen
Finanzausgleich und durch die Schlüsselzuweisungen ist durch den
zwischenstaatlichen bzw. länderspezifischen Regelungscharakter und
fehlende Einflussmöglichkeiten seitens der Kommunen im wahrsten
Sinn des Wortes unberechenbar und in sich defizitär!
Deshalb auch hat der Verfassungsgerichtshof des
Landes Rheinland-Pfalz im Februar 2012 die Struktur und das Volumen
des kommunalen Finanzausgleiches für verfassungswidrig
erklärt!
Im günstigsten Fall werden wir also nach Ablauf
des Kommunalen Entschuldungsfonds bis 2026 rund 100 Millionen alte
Schulden (Stichtag 31.12.2009) beglichen haben, gleichzeitig wird
sich aber – bei der unveränderten gesamten Finanzsituation unserer
Stadt in 14 Jahren ein noch größerer Schuldenberg von mindestens
300 Millionen Euro über uns auftürmen – und das nur bei optimalen
Voraussetzungen wie die aktuelle Hochkonjunktur und die zz. extrem
niedrigen Zinsen! Die Stadt Speyer sitzt in einer finanziellen
Schuldenfalle – hierauf habe ich bereits in meiner letztjährigen
Haushaltsrede hingewiesen.
Herr Oberbürgermeister Eger, aus dieser
misslichen und für mich offensichtlich ausweglosen Situation könnte
dies ein Ausweg sein: bei der nächsten Hauptversammlung des
Deutschen Städtetages und ebenso beim nächsten Städtetag von
Rheinland-Pfalz bitten Sie um die Einrichtung einer
Arbeitsgemeinschaft. Das Arbeitsthema könnte etwa lauten:
„Grundsicherung der Städte in Deutschland“.
Leicht werden Sie, sehr geehrter Herr
Oberbürgermeister, es dabei nicht haben: das Präsidium des
Deutschen Städtetags besteht aus rund 30 Oberbürgermeistern, von
denen etwa 25 solchen Städten vorstehen, die praktisch schuldenfrei
sind!
Aber ich sehe diesen Weg über den deutschen
Städtetag als den zunächst erfolgversprechendsten – und eigentlich
den einzig Möglichen!
Der Deutsche Städtetag muss sich dieser
existenziellen Problematik annehmen – denn die föderale Struktur in
der Bundesrepublik mit seinem Dreiklang von Bund, Ländern und
Kommunen hat jeden Klang und Ton schon längst verloren! Meine Damen
und Herren in Berlin und in den Landeshauptstädten, die Städte sind
in diesem Wechselspiel des Föderalismus die klaren Verlierer
geworden – und das hilflos und unverschuldet!!!
Wie kann es angehen, dass Ludwigshafen, wenn es
denn in Baden-Württemberg läge, jährlich etwa 75 Millionen Euro
mehr an Zuweisung durch das Land erhielte – oder ein anderes
Beispiel: ist es denn gerecht, dass Speyer, Trier und
Kaiserslautern jährlich zwischen 220 und 250 Euro je Einwohner an
Zuweisungen erhalten, Freiburg aber pro Einwohner 630 Euro bekommt!
Kumulieren Sie diese Differenzbeträge, so können Sie leicht die
Auswirkungen auf den Schuldenstand der kommunalen Kassenkredite
hochrechnen!
Die gute Wirtschaftskonjunktur spült via
Gewerbesteuereinnahmen zusätzlich mehrere Millionen Euro – etwa
fünf - in unseren Haushalt! Nun passiert automatisch aber das
Unglaubliche: durch die Gewerbesteuerumlage bedienen nun umgekehrt
Bund und Länder sich an diesen insgesamt schwachen kommunalen
Einnahmen und schöpfen einen Teil dieses zusätzlichen
Gewerbesteuer-Aufkommens durch Kürzungen an den Zuweisungen wieder
ab!! Die Stadt Speyer sitzt in einer ausweglosen
Finanz-Doppelfalle!!
Sehr geehrter Oberbürgermeister, sehr geehrte
Kolleginnen und Kollegen!
Alles, was heute in diesem Stadtrat über Pro
und Contra zu diesem Jahreshaushalt der Stadt Speyer gesagt wird,
liegt im Schatten dieses nicht zu kontrollierenden und nicht zu
beeinflussenden Schuldenbergs.
Trotzdem, es gibt zwar keine Leuchttürme für
eine Orientierung aber vielleicht doch noch etwas Licht in dieser
Finsternis. In seinem Schein können/könnten wir die dringendsten
kommunalen Aufgaben durch uns selbst wahrnehmen, unser Gesicht, den
Charakter unserer Wohlfühlstadt Speyer damit weiter
entwickeln!
Ein solches Licht war die überfraktionelle
Arbeit in der Arbeitsgruppe „Kommunaler Entschuldungsfond“ (KEF).
Darin haben Sie, Herr Oberbürgermeister, sehr erfolgreich die Rolle
eines Moderators gespielt, des allen Bürgern verantwortlichen
Oberbürgermeisters. Trotz Gebührenerhöhungen konnten die Aspekte
„Soziale Gerechtigkeit“ und „Kultureller Lebenswillen“ der Stadt
Speyer beibehalten werden! Waren Ausgaben-Reduzierungen bei
einzelnen Projekten unumgänglich, so wurde jedoch das gerade in
Frage stehende System nicht zerstört: ich denke hierbei an die
Stadtbibliothek und die Musikschule – auch an das
Frauenhaus!
Die FDP-Fraktion hat sich insbesondere bei
zukünftigen Investitionen klar positioniert, so u.a. bei der
Kernstadt-Nord, beim Woogbachtal, beim Haltepunkt Süd. Diese unsere
Entscheidungen im Sinne der LokalenAgenda21 und für die
nachhaltigen Chancen zukünftiger Generationen bei solch zentralen
Projekten der Stadtentwicklung haben zu einer Sprachlosigkeit
zwischen Kreisvorstand und u.a. mir als Fraktionsvorsitzendem
geführt. So sehr diese Entwicklung auch zu bedauern ist, so lässt
doch die Neuwahl der in der Koalition verpflichteten Partei Anfang
2013 große Hoffnung und positive Zusammenarbeit erwarten.
Die Arbeit der Funktions- und Mandatsträger ist
und bleibt im Sinne der bestehenden Vereinbarungen uneingeschränkt.
Das zeigt ihr Engagement in den Aufgabengebieten, wie
Feuerwehrentwicklungsplan und -Standortwahl sowie –Neubau,
weiterhin in der überarbeiteten Friedhofsordnung, einer angepassten
Ordnung der Parkgebühren sowie des Straßenräumdienstes.
In gleicher Weise gilt dies für den
Verkehrsentwicklungsplan sowie für den ÖPNV. Wir favorisieren
inzwischen diesen Arbeitsstil: Speyer wird seine kommunalen
Aufgaben umso mehr erfolgreicher realisieren können, je mehr dieser
Geist von „common sense“ bei jedem Schritt von Entscheidungsfindung
greift – möglichst vom Anfang bis zum Ende!
In dem Bereich „Integration „ und „Ehrenamt“
hat sich die Entwicklung der Zeitströmung angepasst: Integration
beschränkt sich nicht mehr allein auf die Migranten sondern ist
zugleich Ziel und Weg, auf den alle Bürgerinnen und Bürger in
Speyer mitgenommen werden, also auch Einheimische, Jugendliche,
Ältere, Behinderte, Sozialschwache usw.
Auch die Integrations-Arbeit an den
verschiedenen Projekten ist über Speyer hinaus überregional und
zunehmend themenübergreifend konzipiert – vom Sport bis zur
Religion und bedient sich dabei attraktiver Methoden, wie
beispielsweise bei den zahlreichen multikulturellen Begegnungen,
bei Interreligiösen Gottesdiensten oder bei der Integration durch
Sport.
Einen speziellen Bereich der Integration und
einen dafür unbedingt notwendigen Handlungsbedarf möchte ich im
Zusammenhang mit der leider abgebrochenen Beteiligung der Stadt am
Modellversuch „Lernen vor Ort“ noch hervorheben: der Prozentsatz
der jungen Menschen hat sich von etwa 20% vor einigen Jahren
erfreulicherweise auf zz. etwa 13% verringert! Aufgrund der
existenziellen Bedeutung eines Hauptabschlusses für jeden einzelnen
und unsere gesamte Volkswirtschaft, möchten wir vorschlagen, dass
sich Speyer unter Aufbietung aller Kräfte, professionell und
ehrenamtlich, zum Ziel setzt, diesen Prozentsatz noch weiter zu
reduzieren! Es ist nicht utopisch, aus sozialer Verantwortung das
Ziel sich zu setzen: „Alle in Speyer haben mindestens einen
Hauptschulabschluss!“.
Wäre es nicht vorstellbar, hierbei zusammen mit
der Zentralstelle der Speyerer Freiwilligenagentur spefa
entsprechende, chancenreiche Voraussetzungen zu schaffen?!
Stichwort: vermehrter Einsatz von Ehrenamtlichen – zugleich ein
positiver Ansatz im Generationenwechsel.
Die Ganztagsbetreuung von Schulkindern passt
absolut in die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen unserer
Zeit. Dies belegen die hohe Akzeptanz und große Nachfrage, wie wir
sie insbesondere im Grundschulbereich antreffen. Trotz all der
bekannten Raumprobleme stellen wir als Liberale die Forderung auf:
auch im gymnasialen Bereich brauchen wir dringend ein
Ganztagsangebot. Die Tagesabläufe der Familien haben sich über die
Grundschulzeit an die Ganztagsschule angepasst. Die
Ganztagsbetreuung dieser Schüler, die ja auch eine Mittagsmahlzeit
benötigen, dürfen wir Supermärkten, Einkaufspassagen, Kiosken und
Bäckereifilialen nicht überlassen – und dies nicht allein unter
gesundheitlichen Ernährungsaspekten.
Im ablaufenden Jahr 2012 fanden Feiern zum 300.
Geburtstag von Friedrich dem Großen statt. Eines seiner Zitate
(1757) möchte ich Ihnen leicht abgewandelt für das Jahr 2013
vortragen: „Es wird das Jahr stark und scharf hergehen – aber man
muss die Ohren steif halten und jeder, der Ehre und Liebe für
Speyer hat, muss alles daran setzen!“
Dieses Motto möchte ich allen Verantwortlichen
in der Kommunalpolitik vorlegen, für Sie Herr Oberbürgermeister mit
dem Stadtvorstand, Sie hier, meine Kolleginnen und Kollegen im
Hause, angeschlossen Ihre ganzen Parteien und Gruppen, insbesondere
gilt dies auch für uns als FDP-Stadtratsfraktion!
Besonders auch allen städtischen Angestellten
und Beamten danke ich heute für Ihre nicht immer leichte Arbeit im
ablaufenden Jahr – auch schon im Voraus für die sicher wieder
erfolgreichen Leistungen im kommenden Jahr 2013!
Ich danke Ihnen für Ihre
aufmerksame Geduld!
Übrigens - die FDP-Fraktion wird dem vorliegenden Haushalt
2013 der Stadt Speyer zustimmen.
15.12.2012
Barbara Hintzen mit standig ovations im Rahmen der Stadtratsitzung verabschiedet
cr.
Speyer. Barbara Hintzen, seit 2004 Mitglied im Speyerer
Stadtrat und seinen Ausschüssen, wurde gestern im Rahmen der
letzten Stadtratssitzung im Jahr 2012 von Oberbürgermeister
Hansjörg Eger aus ihrem Mandat verabschiedet. Barbara Hintzen,
die noch immer an den Folgen einer schweren Erkrankung laboriert,
hat sich deshalb entschlossen, ihr Mandat zum Ende dieses Jahres
aufzugeben.
Oberbürgermeister Eger dankte Hintzen für ihren engagierten
Einsatz, den sie auch schon lange vor ihrem Einzug in den Speyerer
Stadtrat nach eigenen Aussagen „aus Liebe zu ihrer Heimatstadt“
erbracht habe. Kultur, Schule und Tourismus – das seien die Themen
gewesen, für sich „Bärbel“ Hintzen im Stadtrat stark gemacht habe.
Ihre Omnipräsenz bei allen kulturellen Veranstaltungen sei schon
sprichwörtlich gewesen, so Eger. Sie habe musiziert, Theater
gespielt, Regie geführt und vielen jüngeren Speyerern den Weg „auf
die Bretter, die die Welt bedeuten“ geebnet. „Sie haben keine
Vernissage ausgelassen“, lobte der Oberbürgermeister, „ und wenn
doch, dann nur, weil sie zur gleichen Zeit auf einer anderen
gewesen sind“. Als „Lieselotte von der Pfalz“ und „Sophie de la
Roche“ habe sie bedeutende pfälzische und Speyerer Persönlichkeiten
verkörpert – mit ihren legendären Salons in der Advents und
Weihnachtszeit sei sie nicht nur für die Speyerer Damenwelt ebenso
„zu einem Begriff“ geworden wie durch ihre opulenten Hüte.
Im Speyerer
Stadtrat habe Barbara Hintzen viele wesentliche Entscheidungen mit
voran getrieben – die Umbenennung des „Fremdenverkehrsausschusses“
in „Tourismusausschuss“ sei allein ihrer Initiative zu verdanken
gewesen, so Eger, der den Ratsmitglieder die Lektüre der höchst
amüsanten und lesenswerte Begründung zu diesem Antrag empfahl. Im
Namen von Rat und Verwaltung der Stadt Speyer wünschte Eger Barbara
Hintzen gute Fortschritte in ihrer Rekonvaleszenz und eine
möglichst rasche und vollständige Wiederherstellung ihrer
Gesundheit.
Standing ovations des „hohen Hauses“ begleiteten die
Überreichung der Medaille „800 Jahre Speyerer Bürgerfreiheit“ durch
den Oberbürgermeister sowie die Übergabe diverser Blumengebinde von
Stadt, CDU-Fraktion und Partei. Viele gute Wünsche begleiteten das
beliebte Ratsmitglied aus dem Sitzungssaal und in ihr weiteres
Leben. Foto: gc
14.12.2012
Vertrauen und Engagement als Basis langjähriger Mitarbeit
CDU ehrt
Mitglieder für langjährige Mitarbeit – Edwin Frank 60 Jahre
CDU-Mitglied
spk. Speyer. Dreizehn langjährige, verdiente Mitglieder
konnte jetzt der CDU-Kreisvorsitzende Michael Wagner zur
alljährlichen Mitgliederehrung im Speyerer Feuerbachhaus begrüßen.
Dazu konnte er neben dem Wahlkreisabgeordneten Norbert Schindler
MdB, den Landtagsabgeordneten Dr. Axel Wilke und dem
Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Speyerer Stadtrat, Dr.
Gottfried Jung, auch Mitglieder von Ratsfraktion und
Kreisvorstand der Speyerer CDU willkommen heißen.. Vor allem aber
galt sein Gruß denen, die an diesem Tag zur Ehrung anstanden, an
ihrer Spitze Edwin Frank, langjähriges Mitglied im Stadtrat
und Betriebsratsvorsitzender der heutigen Pfalzflugzeugwerke PFW,
der in diesem Jahr der Union stolze 60 Jahren angehört.
Für 40jährige Mitgliedschaft konnte Wagner sodann
Heinz Wittemer, Wiltrud von Pabrutzki, Kuno Keppner, Curt Timm,
Gerhard Werner, Hubert Schulte, Clemens Maria King, Karl-Peter
Schletz und Walter Schmitzer auszeichnen.
25 Jahre schließlich gehören auch Claus Tröblinger, Andreas
Markus Engberding und Steffen Benedikt der Partei
an.
In seiner
Würdigung der Jubilare, denen er für ihr treues und „mitunter auch
geduldiges Einstehen für „ihre“ CDU“ dankte, erinnerte der
Kreisvorsitzende daran, dass Treue etwas mit Vertrauen zu tun habe.
„Unter Vertrauen aber versteht man die persönliche Überzeugung von
der Redlichkeit des Handelns, von der Richtigkeit von Einsichten
und Aussagen - Vertrauen also, das auf den Erfahrungen beruhe, die
man selbst über Jahre hinweg gesammelt hat“. Für diese Erfahrungen
stünden in der „großen Partei CDU“ große Persönlichkeiten, die
durch ihr weitsichtiges Handelns die Grundlage für solches
Vertrauen geschaffen hätten. Als herausragende Beispiele nannte der
Kreisvorsitzende Konrad Adenauer, der die Aussöhnung mit
Frankreich und die Verankerung Deutschlands im transatlantischen
Bündnis bewirkt habe, dafür stehe Helmut Kohl, der durch
sein entschlossenes und zupackendes Handelns die in der
Weltgeschichte einmalige, friedliche Wiedervereinigung Deutschlands
und die Prägung eines neuen, einheitlichen Europas erreicht habe.
Dafür stehe aber auch Angela Merkel mit ihrem Gespür für die
Bedeutung der deutschen Einheit in einem geeinten Europa als
Kernstück ihres politischen Handelns.
Vertrauen brauche Geradlinigkeit, betonte Wagner. Gefragt sei
deshalb keine Politik der Beliebigkeit, sondern eine Politik der
klaren und deutlichen Worte und der geraden Wege. Für eine solche
Politik stehe die CDU im Bund mit Bundeskanzlerin Dr. Angela
Merkel und dem Bundestagsabgeordneten Norbert Schindler,
im Land mit der Landesvorsitzenden Julia Klöckner und
Landtagsabgeordnetem Dr. Axel Wilke und dafür stehe die
Politik in Speyer mit Oberbürgermeister Hansjörg Eger,
Bürgermeisterin Monika Kabs und der CDU-Fraktion unter ihrem
Vorsitzenden Dr. Gottfried Jung.
Die CDU-Speyer stehe für eine jederzeit verlässliche Politik der
Offenheit und Ehrlichkeit. „Einem, der ehrlich ist, dem kann man
trauen“, rief Wagner abschließend aus. „Und so wie Sie, liebe
Jubilare, Ihrer CDU über viele Jahre und Jahrzehnte Ihr Vertrauen
geschenkt haben und wie Sie bis heute auch selbst für Treue,
Verlässlichkeit und Vertrauen stehen, so wollen wir auch künftig
gemeinsam unser gesellschaftliches Miteinander gestalten.“
Als ein Beispiel von Zuverlässigkeit und Engagement würdigte
schließlich Dr. Gottfried Jung Ratsmitglied Barbara Hintzen,
die sich gesundheitsbedingt dazu entschließen musste, zum
Jahresende ihr Mandat niederzulegen. Barbara Hintzen habe sich über
ihre Arbeit im Rat hinaus insbesondere um die Kulturpolitik in der
Stadt bleibende Verdienste erworben, betonte der
Fraktionsvorsitzende. Neben einem Blumengruß gab Dr. Jung der
ausscheidenden Ratskollegin auch den Wunsch mit auf den Weg, dass
sie ihre Stimme gerade zu kulturellen Themen in Speyer auch
zukünftig erheben möge und Partei und Fraktion auch weiterhin mit
ihrem guten Rat verbunden bleibe. Foto: privat
10.12.2012
CDU ehrt Mitglieder für langjährige Mitarbeit - Bilderalbum
Zeit für sich selbst nehmen: SPD Speyer-Nord feiert Weihnacht
„Ich
wünsche euch Zeit für euch selbst, nicht nur über die anstehenden
Feiertage, sondern auch das neue Jahr hindurch“ mit diesem Wunsch
an die Genossinnen und Genossen schloss der Ortvereinsvorsitzende
der SPD Speyer-Nord, Winfried Müller, sein Resumee für das erste
Jahr Amtszeit als Nachfolger des mittlerweile zum Ehrenvorsitzenden
ernannten Friedel Hinderberger.
Er verwies auf die neu ins Leben gerufenen Veranstaltungen
Osterkaffe, Le Tour de rouge (Fahrradtour) und das Rote Frühstück,
die im kommenden Wahljahr ihre Fortsetzung finden. Man habe viel an
politischer Basisarbeit geleistet, gerade weil das erste Amtsjahr
kein Wahljahr war. „Dafür danke ich meinem gesamten Vorstandsteam,
denn als mitgliederstärkster Ortsverein sind wir in der
Pflicht.“
In dem mit einer halben Hundertschaft sehr gut besuchten
Siedlergemeinschaftshaus durfte der Vorsitzende u.a. den Fraktions-
und Stadtverbandsvorsitzenden Walter Feiniler, dessen
Stellvertreterin Steffi Seiler, den VdK-Ortsverbandsvorsitzenden
Karl Langhammer und den Vorsitzenden der Siedlergemeinschaft Helmut
Jung begrüßen. „Die politische Arbeit für die Menschen in unserem
Stadtteil steht im Mittelpunkt unseres Denken und Handelns, auch,
wenn wir da einmal unbequem sein müssen. Im Gegenteil, wir müssen
immer mehr unbequem sein, gerade weil sich unsere Stadtführung
zusammen mit dem politischen Gegner immer mehr aus der
Verantwortung stielt“ stellte Müller fest. Deshalb werden die
politischen Informationsgespräche ebenso fortgesetzt wie die
Ortstermine.
„Herausragend für mich persönlich in diesem Jahr war, dass ich
im Juni zusammen mit unserer Ehrenvorsitzenden Margarete Boiselle
ihren 90. Geburtstag feiern und im August in der Staatskanzlei in
Mainz beiwohnen durfte, als sie das Bundesverdienstkreuz am Bande
verliehen bekam und, dass Friedel Hinderberger im Oktober die
Landesverdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz durch
Ministerpräsident Kurt Beck überreicht wurde“.
In seiner unnachahmlichen Art präsentierte Martin Hussong den
Sozialdemokraten aus der Siedlung “seine“ Weihnachtsgeschichte und
Eugen Flicker zog danach spontan die Mundharmonika aus der Tasche
und gab seine Kunst zum Besten. Die besinnliche Weihnachtsfeier
schloss mit einer mit tollen Preisen bestückten Tombola, bei der
alle einen der wunderschönen Pferde-Kalender der Familie Boiselle
gewinnen wollten. Winfried Müller, Ortsvereinsvorsitzender der
SPD -Speyer-Nord
07.12.2012
Mittelstandsvereinigung der CDU Speyer fordert langfristiges Wirtschaftskonzept
Mehr Wahrnehmung
kleinerer Unternehmen
Speyer- Mit über 30 Teilnehmern
war die Veranstaltung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung
der CDU Speyer im WASGAU-Markt in Dudenhofen bis auf den letzten
Platz gefüllt. Ganz zur Freude des Kreisvorstandes konnte der
Vorsitzende Thomas Stevens sowohl den Bürgermeister aus Römerberg,
Manfred Scharfenberger, den Bürgermeister aus Dudenhofen, Peter
Eberhard, als auch den Oberbürgermeister der Stadt Speyer, Herrn
Hansjörg Eger, begrüßen. Auch einige Mitglieder des Speyrer
Stadtrates sind der Einladung zur Weinprobe nach Dudenhofen
gefolgt.
Thomas Stevens bedankte sich vor allem bei seinem
Stellvertreter Manfred Steiner für die Vorbereitung, sowie bei
Herrn Woll und Frau Krieger, die als Weinkenner der Firma WASGAU AG
durch den Abend führten.
Stevens umriss die Herausforderungen der
europäischen und bundespolitischen Wirtschaftspolitik, die
Bedeutung des Euros und des Unternehmertums für den Austausch in
Europa, das Zusammenwachsen der europäischen Staaten und der
Funktion der Unternehmerinnen und Unternehmer als Botschafter ihres
Landes. Dabei warb er schmunzelnd auch für die Überwindung von
Grenzen, bezogen auf ein Zusammenwachsen bzw. eine bessere
Kooperation zwischen Speyer und den Umlandgemeinden. Besonders
ruhig wurde es, als Stevens konkret wurde und die Vorstellungen der
MIT zur Wirtschaftspolitik in Speyer vortrug. Dabei warb er vor
allem für eine zielgerichtete Wirtschaftspolitik, für eine stärkere
Ausrichtung an den Mittelstand. „Speyer kann in der Metropolregion
nur seine Identität wahren und sich mit Städten wie Ludwigshafen
oder Mannheim messen, wenn es nicht in den Wettbewerb um große
Firmenansiedlungen eintritt, sondern gezielt seine Handwerker- und
Mittelstandsstrukturen ausbaut und verbessert unser Cluster sollte
Mittelstand heißen, so Stevens.
Stevens weiter: „Wir müssen definieren, welche
Wirtschaftsstrukturen, welche Firmen wir in Speyer haben wollen,
wenn wir unser Energiekonzept umsetzen wollen, wenn wir unsere
Wohnqualität erhalten wollen. Speyer hat viel zu bieten, deswegen
muss man freie Flächen auch entwickeln und nicht versilbern. Es
sind nicht nur die großen Logistikzentren die Arbeitsplätze
schaffen und mit ihrem verstärkten LKW-Verkehr den Standortfaktor
„Wohlfühlstadt“ dienlich sind. Aber vor allem muss die
Wirtschaftsförderung als Instrument der Gestaltung verstanden
werden, nicht nur als reine Ansiedlungspolitik, sondern vielmehr
als Servicecenter für bestehende Unternehmen und das gerade für
kleine Gewerbetreibende und Handwerker. Wir müssen auf die Firmen
zugehen und ein Krisenmanagement anbieten, eine Betreuung bei
Nachfolgeregelungen/Firmenübergängen, wir müssen helfen bei der
Besetzung von Ausbildungsplätzen, Personalfindung, Aus- und
Weiterbildung. Und all das nicht konkurrierend, sondern vernetzend.
Wir haben ein tolles innovatives Stadtwerk, eine engagierte
Sparkasse, Volksbank oder auch Commerzbank u.v.m. Wir haben eine
Bechergesellschaft, eine Stiftung der Speyrer Industrie, eine
Universität, eine Arbeitsagentur, eine Gabis, eine IHK Tischrunde
usw. Aber alle diese Angebote sollten in einem gemeinsamen Angebot
münden: Der Einrichtung von Unternehmertagen in der Stadthalle,
unter Federführung der Stadt, mit entsprechenden Beratungsangeboten
der finanzierenden Banken, Ausbildungsplatzbörse der unter-nehmen,
Weiterbildungsangeboten der vielen Schulträgern,
Energieeffizienzberatung der Stadtwerke, Gründungsberatung,
Vorstellung des Speyrer Netzwerkes, Angebote der IHK. Alles so
zusammengeführt und umworben, dass auch die kleinen Firmen und
Handwerker einmal die Möglichkeit haben, diese zu nutzen.
Und dann sollten wir den Speyrer Unternehmern und
Unternehmerinnen und ich betone noch einmal, dass ich vor allem die
vielen Firmen mit weniger als 10 Beschäftigten meine, die keinen
Pressesprecher haben, keine Frau oder Mann für das Marketing, die
Finanzierung etc. Die, bei denen der Chef meist alles selbst macht,
auf den man zugehen muss, der niemals selber auf die
Wirtschaftsförderung zugehen würde, mal für ihre Arbeit danken.
Danken für ihr Engagement in der Gesellschaft! Wie wäre es denn
bestellt um die Speyrer Vereine und gemeinnützigen Einrichtungen,
wenn sich die Speyrer Unternehmerinnen und Unternehmer hier nicht
persönlich oder finanziell engagieren würden?
Wir sollten bei solchen Unternehmertagen auch
einmal den Menschen eine Bühne bieten, eine Anerkennung zollen, die
vielleicht eine wesentlich bessere Ausbildungsquote haben als
manches große Unternehmen oder die z.B. energiepolitisch investiert
haben. Wir haben wahre Perlen in der Speyerer Unternehmenswelt, wir
sollten diese in den Mittelpunkt unserer politischen Arbeit
nehmen.“ Thomas Stevens MIT-Kreisvorsitzender
06.12.2012
Warenkorb: Wilke wehrt sich gegen Kritik
„Die
SPD-Unterschriftenaktion zur Erhaltung des Warenkorbs der Caritas
war wichtig und hat auch dazu beigetragen, daß es gelingen konnte
die Einrichtung zu erhalten, deshalb war es gut, daß auch viele
CDU-Mitglieder unterschrieben haben“, betont Axel Wilke in einer
Reaktion auf die SPD-Kritik an seiner Pressemitteilung aus der
vergangenen Woche.
„Dass aber namhafte Vertreterinnen der SPD es nicht lassen
konnten, bis in die letzten Tage hinein wahrheitswidrig
Mittelkürzungen der Bundesregierung für die Schließungsabsicht der
Caritas verantwortlich zu machen, war vorgezogener
Bundestagswahlkampf und ist nun durch die Fakten eindeutig
widerlegt“, so der CDU-Landtagsabgeordnete weiter. Denn das
Jobcenter habe von Anfang an klar gemacht, dass bei Vorliegen eines
schlüssigen Konzepts eine weitere Förderung möglich sei, und so sei
es jetzt auch gekommen.
Dafür war aber eine ganze Reihe von Gesprächen notwendig, bis
alle Steine aus dem Weg geräumt waren, und es ist das Verdienst der
CDU, diese Gespräche initiiert und moderiert zu haben. „Ohne diese
Gespräche mit Caritas, Jobcenter und IHK wäre der Warenkorb
endgültig geschlossen worden“, betont Wilke und bietet der SPD an,
sich im kommenden Jahr gemeinsam für ein Fortbestehen des
Sozialkaufhauses über 2013 hinaus zu engagieren. Dabei müsse man
aber beachten, dass eine mehr als einjährige Förderung durch das
Jobcenter aus Haushaltsgründen gar nicht möglich ist, auch in der
Vergangenheit sind die Fördermittel immer nur für ein Jahr gewährt
worden. Bürgerbüro Dr. Axel Wilke MdL, Presse
05.12.2012
SPD und DGB kämpfen für Erhalt des Warenkorbes
Am
Mittwoch, den 21. November 2012, sammelten Vertreterinnen des
SPD-Stadtverbandes Speyer und der DGB-Stadtverband Unterschriften
zur Rettung des Caritas-Warenkorbes. ^
Die Aktion gegen die Schließung dieser
Einrichtung wurde vor Ort von Heike Mrosek-Handwerk,
Direktkandidatin zur Bundestagswahl 2013 im Wahlkreis
Speyer-Neustadt, unterstützt. „Unser Ziel ist der Erhalt des
Caritas-Warenkorbes in Speyer und der bedrohten Arbeitsplätze“,
gaben die Stadtratsmitglieder Stefanie Seiler und Gabriele Tabor
an. Bisher wurden mehr als 2.000 Unterschriften gesammelt, fügte
Petra Spoden hinzu.
Auch nächsten Mittwoch werden wieder vor Ort von
11 bis 12 Uhr Unterschriften für den Erhalt des Warenkorbes
gesammelt. SPD-Stadtverband Speyer, Presse
27.11.2012
Mitgestalten statt Zusehen
Bewohner begehen mit Oberbürgermeister Eger das
„Rheinpark“-Gelände
Unter dem Motto „mitgestalten statt zusehen“ fand am Samstag dem
24.11. auf Einladung des CDU-Ortsverbandes Speyer-Ost eine Begehung
des „Rheinpark“-Geländes statt. Erfreulich war, dass etwa 60
engagierte Anwohner an der Begehung teilnahmen.
Für das leibliche Wohl der Teilnehmer hatte das Ehepaar Mohler
(CDU) mit Unterstützung der Nachbarn gesorgt. Dem angebotenen
weihnachtlichen Gebäck, Kuchen, Glühwein und Kaffee wurde reichlich
zugesprochen.
Anschließend eröffnete der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes,
Herr Thomas Stevens, die Begehung. Er konnte neben dem
Oberbürgermeister auch den Vorsitzenden der CDU-Stadtratsfraktion,
Herrn Dr. Gott-fried Jung, begrüßen.
Zunächst konnten sich bei einem Gläschen Sekt der
Oberbürgermeister und seine Bürger an dem neuen Spielplatz zwischen
den Gebäuden der Herrmann-Wellensiek-Straße erfreuen, der
rechtzeitig zur Begehung - fast - fertiggestellt war.
Bei dem anschließenden Rundgang konnten die Anwohner dem
Oberbürgermeister von noch bestehenden Problemen in ihrem
Wohnviertel berichten. Unschön herumstehende Mülltonnenreihen,
nicht gesicherte Bauplätze und bestehende Stolperfallen kamen zur
Sprache. Als besonders problematisch sahen die Anwohner den
Einmündungsbereich der Carl-Dupré-Straße in den Ziegelofenweg an.
Einerseits wird hier häufig durch parkende Autos der Schulweg der
Kinder so eingeengt, dass sie auf die Straße ausweichen müssen,
andererseits wird Fahrzeugen, die aus der Carl-Dupré-Straße kommen
durch parkende Fahrzeuge die Sicht so versperrt, dass es wohl schon
des Öfteren zu kleineren Unfällen und gefährlichen Situationen
kam.
Oberbürgermeister Eger hörte sich die Sorgen und Wünsche der
Anwohner aufmerksam an, versprach in vielen Fällen im Rahmen der
bestehenden Möglichkeiten Abhilfe zu schaffen oder erklärte
geduldig und sachlich, warum sofortige Abhilfe nicht möglich
ist.
Am Ende des Rundgangs trafen sich die Teilnehmer noch einmal zu
Kaffee, Glühwein und Kuchen und ließen die Veranstaltung
ausklingen. Auch hier stand der Oberbürgermeister Rede und Antwort.
Gottfried Jung und der Oberbürgermeister lobten abschließend die
gut organisierte Veranstaltung. Oberbürgermeister Eger erwies sich
während der Begehung als Stadtoberhaupt mit vielen Visionen, wobei
er sich aber auch als zupackender Pragmatiker zeigte, der seinen
Bürgern keine Luftschlösser versprechen wollte. Die Anforderungen
des Kommunalen Entschuldungsfonds zum Abbau der Schuldenlast der
Stadt Speyer setzen manchen Wünschen und Forderungen aktuell
faktische Grenzen.
Oberbürgermeister Eger zeigte sich während der Begehung als
stets freundlich-zugewandtes Stadtoberhaupt „zum Anfassen“, das
einen perfekten Zugang zu seinen Bürgern hat. Thomas
Stevens Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Speyer-Ost,
Presse
27.11.2012
Bürger lieben ihr Stadtquartier und wollen darin leben
CDU Speyer-Süd
diskutiert in öffentlicher Sitzung mit der Stadtratsfraktion ihrer
Partei aktuelle (Verkehrs-)Fragen
cr. Speyer. Sie sind inzwischen zu einem beliebten Mittel
der Kommunikation und des Austauschs zwischen den Bürgern in einem
Stadtteil und ihren gewählten Vertretern im Stadtrat geworden – die
öffentlichen Fraktionssitzungen, mit denen sich die Speyerer
CDU-Ratsfraktion regelmäßig auf die Suche nach Kritikpunkten und
Anregungen aus Kreisen der Bürgerschaft macht, Dieses mal war der
Stadtverband Speyer-Süd dran, der seine Mitglieder und
interessierte Mitbürger in den Saal des Hotels „Löwengarten“
eingeladen hatte.
Vom Stadtbezirksvorsitzenden Robert Gard begrüßt,
erfuhren die Teilnehmer der Versammlung zunächst viel Wissenswertes
über ihren Stadtteil –
Bernhard
Bumb stellte den zur Zeit 12.216 Einwohner zählenden
Stadtbezirk mit Zahlen und Fakten vor, ehe Andreas Lutz
schlaglichtartig auf die soziale Situation in dem Quartier einging.
Er zeigte auf, dass hier im „Quartier Normand“ im Interessse
älterer Mitbürger und Behinderter viel barrierefreier Wohnraum
entstanden sei. Lutz bekannte sich zu dem großzügigen Spielplatz
auf dem Gelände, auch wenn dieser nicht auf ungeteilte Gegenliebe
gestoßen sei. Neben dem Diakonissenkrankenhaus gebe es in dem
Gebiet auch zwei Ärztehäuser mit Ärzten nahezu aller Fachrichtungen
und – von ihm und vielen der Anwesenden bedauert – nur noch ganze
drei Briefkästen – „gerade für Senioren oftmals eine echte
Zumutung“. „Dennoch leben wir gerne in diesem Quartier, lieben es
und möchten dort auch unser ganzes Leben lang wohnen bleiben“,
bekannte Lutz, der in dieser Ansicht auch von Robert Gard
unterstützt wurde, der dann aber dennoch auf die allgemeinen
Verkehrsprobleme im Stadtteil zu sprechen kam. Anhand von Bildern
ging er auf die neuralgischen Punkte im Verkehrsgeschehen des
Quartiers ein, nannte die Dauerstaus auf der B 39, wo sich der
Verkehr oft von der Auffahrt Dudenhofener Straße bis zur
Salierbrücke zurück staue. „Der Individualverkehr nimmt immer mehr
zu, sodass wir ungeachtet der Baustelle auf der Rheinbrücke auf der
A 61, die zusätzlichen Verkehr auf die B 9/ B 39 bringt, verstärkte
Anstrengungen zur Stärkung des ÖPNV unternehmen müssen“, so sein
Petitum. Der Ortsverband Speyer Süd der CDU sei deshalb froh und
dankbar über den mehrheitlich gefassten Beschluss des Stadtrates,
einen zusätzlichen S-Bahnhaltepunkt in Speyer-Süd einzurichten.
„Das wird die Verkehrssituation indirekt erheblich entlasten“,
prognostizierte Gard.
Johannes
Doerr schließlich hatte sich sogar die Mühe gemacht, ein Video
zu produzieren, in dem er die Schwachstellen im Radwegenetz des
Stadtteils dokumentierte. Fehlende Sonderspuren für Radler würden
ein verstärktes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer bedingen,
erläuterte Doerr und zeigte anhand von Beispielen aus Landauer
Straße, Schwerdstrasse und Schützenstrasse auf, dass die Anlage
eigener Fahrradwege in einer so engen historischen Stadt wie Speyer
oft gar nicht möglich sei. Dennoch gebe es
Verbesserungsmöglichkeiten wie an der Einmündung der Schlesinger-
in die Schwerdstraße, auf die der Ortsverband hinweisen möchte.
Dr. Gottfried Jung, CDU-Fraktionsvorsitzender im Speyerer
Stadtrat, bedankte sich zunächst bei den „Aktivisten“ des
Ortsverbandes, die die Vorzüge und Schwachstellen in dem Stadtteil
so treffsicher analysiert hätten. An die anwesenden Bürger gewandt,
bedankte sich Dr. Jung für deren Geduld in den letzten Monaten, die
diese für die notwendigen Ausbauarbeiten der Straßen in dem
Quartier hätten aufbringen müssen. „Sie haben in den letzten
Monaten viel Lärm und Schmutz und viele Behinderungen ertragen
müssen“, bekannte der Fraktionsvorsitzende und wies auf den
notwendigen Einbau der Fernwärmeleitungen hin, die er als
unabdingbaren Teil der Zielsetzung „100 % regenerativ“ in Speyer
bezeichnete. Danach solle Speyer nicht zuletzt auf Wunsch der CDU
bis zum Jahr 2030 seinen Bedarf an elektrischer Energie ganz aus
regenerativen Energiequellen decken - für die Wärmeversorgung solle
dieses Ziel bis zum Jahr 2040 erreicht sein. „Gerade für die
Wärmeversorgung spielt das aus Abwärme des Großkraftwerkes Mannheim
gespeiste Fernwärmenetz, das wir jetzt zügig ausbauen wollen, eine
zentrale Rolle“, betonte Dr. Jung, der sich selbst als „Anhänger
der Geothermie“ bezeichnete, von deren technischen
Weiterentwicklung er sich große Zukunftschancen verspreche.
Als weitere
Schwerpunkte der politischen Arbeit der von ihm geführten Fraktion
für den Stadtteil Süd nannte Dr. Jung auch die Ausweisung eines
neuen Baugebietes auf dem Gelände der derzeitigen Gärtnerei Decker
am Russenweiher und ein Nutzungskonzept für das Polygon-Gelände.
Einen weiteren Akzent wolle die CDU mit dem Ausbau Speyers zur
kinderfreundlichen Stadt setzen – auch in Speyer-Süd. Hier habe die
Stadt schon in den 90er Jahren massiv investiert, müsse jetzt aber
zur Sicherstellung des gesetzlichen Anspruchs der Zweijährigen und
schließlich auch der einjährigen Kinder auf einen Betreuungsplatz
„nachbessern“.
Zur Finanzsituation der Stadt erinnerte Dr. Jung an die
Feststellungen von Oberbürgermeister Hansjörg Eger bei der kürzlich
erfolgten Einbringung des Haushalts für das Jahr 2013, in der
dieser auf die zwingend notwendigen Einschnitte in den kommenden
Jahren hingewiesen hatte. Dennoch wolle seine Partei sich für die
Finanzierung weiterer notwendiger Maßnahmen einsetzen. Dazu zähle
vor allem der ÖPNV, der künftig ein größeres Engagement der Stadt
erforderlich machen werde.
Dr. Jung geißelte schließlich auch die mangelnde Refinanzierung
der Kommunen, denen durch Bund und Land immer weitere neue
gesetzliche Aufgaben insbesondere im Sozialbereich auferlegt
würden, ohne dass für einen entsprechenden finanziellen Ausgleich
gesorgt würde. „Die Kommunen in Rheinland-Pfalz zählen deshalb zu
den am schlechtesten finanziell ausgestatteten in der ganzen
Bundesrepublik“, stellte Dr. Jung fest – und das, obwohl Speyer auf
der Skala der kreisfreien Städte im Lande einen der hinteren Ränge
in der Verschuldung einnehme.
In der
anschließenden Aussprache wurde zunächst noch einmal deutlich, dass
die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Lebensverhältnissen in dem
Stadtquartier im Süden Speyers durchweg zufrieden sind und gerne
dort wohnen. Dann aber kristallisierte sich doch das Thema
„Verkehr“ als ein zentrale Anliegen der anwesenden Besucher heraus.
Zu vielen solchen Einzelproblemen nahm deshalb dann auch
Oberbürgermeister Hansjörg Eger ausführlich Stellung,
erklärte, dass heute ein Radweg von nur 50 cm Breite nicht mehr
zulässig sei, für Radwege mit der vorgeschriebenen Mindestbreite
von 1,20 Meter aber in den meisten Fällen kein Platz vorhanden sei.
Außerdem seien Verkehrspsychologen zu der Überzeugung gelangt, dass
es besser sei, die unterschiedlichen mobilen Verkehrsteilnehmer auf
den gleichen Verkehrsraum zu bringen, weil dadurch ein Höchstmaß an
gegenseitiger Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit bewirkt werde. Habe
dagegen jede Spezies von Verkehrsteilnehmern – Autofahrer, Busse
und Radfahrer – ihre eigene Spur, entbinde das die
Verkehrsteilnehmer häufig von dieser gegenseitigen
Rücksichtnahme.
Noch viele Einzelprobleme kamen aufs Tapet wie ein von einem
Bürger gewünschter Zebrastreifen an der Einmündung der Rulandstraße
in die Paul-Egell-Straße oder die insbesondere für Senioren kaum zu
bewältigende Verkehrssituation an der Kreuzung Schwerdstraße/
Hildgardstraße am Barholomäus-Weltz-Platz. In allen Fällen nahm der
Oberbürgermeister die Anregungen der Bürger auf, versprach, soweit
möglich, Abhilfe und wollte sich durch persönlichen Augenschein
Eindrücke von Lösungsmöglichkeiten verschaffen. Foto:
gc
13.11.2012
CDU Speyer-Süd diskutiert in öffentlicher Sitzung mit der Stadtratsfraktion ihrer Partei - Bilderalbum
Historischer Landesparteitag der rheinland-pfälzischen SPD am 11.11.2012
Auf dem
Landesparteitag der rheinland-pfälzischen SPD am vergangenen
Samstag waren alle Genossinnen und Genossen sichtlich bewegt. Unter
ihnen waren auch die Delegierten aus Speyer, Walter Feiniler,
Stefanie Seiler, Karl-Heinz Weinmann sowie Klaus und Johannes
Seither.
Nach der bewegenden Abschiedsrede des langjährigen
Ministerpräsidenten und SPD Landesvorsitzenden Kurt Beck wählte ihn
die Partei zum ersten Ehrevorsitzenden der SPD in Rheinland-Pfalz.
Die Partei wird seine politischen Erfolge für die Sozialdemokratie
und das Land Rheinland-Pfalz stets hoch achten. Unter tosendem
Applaus wurde die Staatsministerin Malu Dreyer von den Delegierten
einstimmig als Kandidatin für das Amt der Ministerpräsidentin
nominiert. Roger Lewentz folgt Kurt Beck im Amt des
Landesvorsitzenden, er wurde mit 95,3 Prozent der abgegebenen
Stimmen der Delegierten auf dem Landesparteitag gewählt.

Ein Höhepunkt für Stefanie Seiler war die
Möglichkeit während der Aussprache zum Rechenschaftsbericht des
Landesvorsitzenden Kurt Beck ihm für sein langjähriges Engagement
und seinen Einsatz für kommunalpolitische Anliegen in Speyer
persönlich zu danken. SPD-Stadtverband Speyer, Presse
12.11.2012
Antrag der CDU-Stadtratsfraktion für die nächste Ratssitzung
Herrn Oberbürgermeister
Hansjörg Eger
Maximilianstraße 100
67346 Speyer 28.10.2012
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir bitten, folgenden Antrag auf die
Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung zu nehmen:
Die Verwaltung wird beauftragt, mit den in
Speyer tätigen Selbsthilfegruppen Kontakt aufzunehmen und mit
diesen zu klären, ob sie bereit sind, an von der Stadt
organisierten Selbsthilfetagen mitzuwirken. Sollte es eine
ausreichende Bereitschaft zur Beteiligung geben, wird die Stadt mit
der Durchführung von regelmäßigen Selbsthilfetagen beauftragt.
Begründung:
In vielen Städten finden, organisiert
beziehungsweise unterstützt von der jeweiligen Kommune,
Selbsthilfetage statt. Selbsthilfetage können unterschiedliche
Altersgruppen betreffen. Sie helfen, voneinander zu lernen und
andere auf die Arbeit der Selbsthilfegruppen aufmerksam zu
machen.
„Du allein schaffst es, aber du schaffst es
nicht allein.“ So könnte ein mögliches Motto lauten. Selbsthilfe
übernimmt Eigenverantwortung und führt zu einer besseren
Bewältigung von Lebensproblemen. Kern des Selbsthilfegedankens ist,
die Fähigkeit von Menschen so zu fördern, dass sie in der Lage
sind, ihre soziale Lebenswelt und ihr eigenes Leben weitgehend
selbst zu gestalten.
Die Einrichtung eines Selbsthilfetages bietet
der Bevölkerung die Möglichkeit, an Informationsständen im
persönlichen Gespräch über Arbeitsweise und Angebote der
Selbsthilfegruppen und -organisationen aufgeklärt zu werden.
Selbsthilfegruppen könnten sich themenverwandt
gruppieren und somit untereinander in gegenseitigen Austausch
treten. Auch Organisationen aus dem städtischen Sozial- und
Gesundheitsbereich können an einem Selbsthilfetag ihre Beratungs-
und Betreuungsarbeit vorstellen.
Das Schaffen dieser Plattform für
Selbsthilfegruppen dient auch dazu, Nachwuchsproblemen besser
begegnen zu können. Ehrenamtliche Arbeit würde honoriert, und
Interessierte könnten akquiriert werden.
Das Interesse der Öffentlichkeit an einem
Selbsthilfetag würde die Tätigkeit der Selbsthilfegruppen und
Beratungsstellen aufwerten und somit Betroffenenkompetenz
anerkennen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gottfried Jung
Fraktionsvorsitzender
06.11.2012
“Still ruht der See...” - Jusos Speyer zum Schulverkehrskonzept
Es gibt immer noch
kein Schulverkehrskonzept für die Speyerer Schulen. Dieses
jahrelange Versäumnis muss endlich bereinigt werden. Für Eltern
stellt sich - neben der Wahl einer geeigneten Schule - die Frage:
Wie kommt mein Kind in die Schule? Es müssen Lösungen gefunden
werden, hierfür ist ein Verkehrskonzept „Rund um die Speyerer
Schulen“ unabdingbar, welches sowohl die Bedürfnisse der Eltern und
ihrer Kinder, als auch die Interessen der Anwohner
berücksichtigt.
Im Fokus muss aus Sicht der Jusos die Sicherheit der Kinder und
Jugendlichen stehen. Deshalb darf es nicht sein, dass die
Gefährdung der Verkehrssicherheit von Kindern und Jugendlichen, die
Ihren Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad meistern, ignoriert
wird. Insbesondere müssen die Brennpunkte durch erhöhte
Verkehrsbelastung wie parkende Autos oder abholende Eltern
entschärft werden, etwa durch so genannte „Abholerflächen“.
Die dringende Notwendigkeit zeigt auch die Aktion des
Schulelternbeirates sowie der Schülerinnen und Schüler der
Woogbachschule, die mit Plakaten auf die gefährlichen Zustände an
Ihrer Schule aufmerksam machten.
Die Jusos Speyer haben bereits in einer Pressemitteilung vom
April 2012 dazu aufgefordert, endlich zu handeln. Dazu fordern wir
die Verwaltung nun erneut auf. Es darf bei diesem dringenden Thema
keinen weiteren Aufschub geben!
Immerhin stammt der entsprechende Antrag der SPD-Fraktion im
Speyerer Stadtrat vom 13. April 2010, im Oktober 2010 wurde eine
entsprechende Anfrage eingereicht. Diese wurde bis heute nicht
beantwortet, sondern wie fast alle anderen Verkehrsprobleme in den
Verkehrsentwicklungsplan (VEP) verwiesen. In der Stadtratssitzung
am 23. August 2012 wurde bei der Beratung der VEP-Planungen
offenbart, dass “das Schulwegekonzept nicht im Rahmen des VEP
behandelt wurde. Um diesen nicht unnötig aufzublähen, wurden
lediglich einzelne Konfliktpunkte aufgenommen.“ Ein Gesamtkonzept
zur Schulverkehrsplanung soll demnach nicht entwickelt werden. Dies
ist für die Schulstadt Speyer kein akzeptabler Zustand.
Vorstand Jusos Stadtverband Speyer, Presse
02.11.2012
Zu Besuch im Europäischen-Parlament in Straßburg
Teilnehmer mit Jutta Steinruck, MdEP ( 4. von rechts) im Europäischen Parlament
Mitglieder der Speyerer SPD und der CoLab zu Gast bei Jutta
Steinruck, MdEP im europäischen Parlament
Auf Einladung der Europa-Abgeordneten Jutta Steinruck besuchte
am Mittwoch, den 24. Oktober eine Reisegruppe des
SPD-Stadtverbandes Speyer mit Mitgliedern der CoLab GmbH und
interessierten BürgernInnen das Europäische Parlament in Straßburg.
Vor Ort erhielt die Reisegruppe einen Eindruck über die
Funktionsweise des Parlamentes sowie dessen Befugnisse und
Aufgaben. Nach der Führung durch den Plenarsaal wurden die
Teilnehmer von der Abgeordneten Jutta Steinruck zu einem
Gedankenaustausch empfangen. Hierbei berichtete sie von ihrer
Arbeit in Straßburg und in Brüssel sowie über ihre Tätigkeit als
Mitglied des Ausschusses für Beschäftigung und soziale
Angelegenheiten (EMPL). Am Nachmittag standen eine Stadtrundfahrt,
die Besichtigung der Straßburger Münster sowie der Innenstadt, die
aufgrund ihrer vielfältigen Architektur von der UNESCO zum
Weltkulturerbe erklärt wurde, auf dem Programm. Für alle Teilnehmer
war es ein sehr informativer Ausflug mit vielen positiven
Eindrücken. SPD-Stadtverband Speyer, Presse
26.10.2012
„Ausgleich der Generationen und Rückkehr zu einer sozialen und gerechten Marktwirtschaft“
Heike
Mrosek-Handwerk präsentiert Speyerer SPD ihre Ziele für ihre Arbeit
im Deutschen Bundestag
von Gerhard Cantzler
Mit großer Spannung erwartet – und auf Anhieb überzeugt. So
könnte man als Fazit einer Versammlung ziehen, zu der sich gestern
die Mitglieder des SPD-Stadtverbandes Speyer im Vereinsheim des AV
03 trafen. Heike Mrosek-Handwerk, designierte
Direktkandidatin der Sozialdemokraten im Wahlkreis 209
Speyer-Neustadt für die Bundestagswahl im kommenden Jahr, war – zum
ersten Male - zu ihren Speyerer Genossinnen und Genossen gekommen,
um sich und ihre politischen Ziele für eine zukünftige Arbeit im
Deutschen Bundestag vorzustellen.
In seiner
Begrüßung zu Beginn der Veranstaltung nahm
Stadtverbandsvorsitzender Walter Feiniler die Gelegenheit
wahr, dem dienstältesten Mitglied im Speyerer Stadtrat, der
90jährigen Margret Boiselle-Vogler mit einem Blumengebinde Dank zu
sagen für ihren langjährigen Einsatz zum Wohle der Allgemeinheit
und ihr zugleich noch einmal zur Verleihung des
Bundesverdienstkreuzes durch den Bundespräsidenten zu gratulieren
(der SPEYER-KURIER berichtete). „Diese hohe Auszeichnung ist
eine Würdigung Deiner Arbeit im Rat, Dein Engagement für den Sport,
aber auch als Unternehmerin“, betonte Feiniler.
Mit einem
Weinpräsent beglückwünschte er aber auch Ratsmitglied Friedel
Hinderberger, der in diesen Tagen aus der Hand von
Ministerpräsident Kurt Beck die Verdienstmedaille des Landes
Rheinland-Pfalz entgegennehmen durfte (siehe SPEYER-KURIER
vom 16.10.2012).
In seiner Einführung erinnerte Feiniler daran, dass der
Wahlkreis seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland die
meiste Zeit durch Angeordnete der SPD vertreten worden sei: Von
1949 bis 1979 durch die unvergessene Luise Herklotz, von 1972 bis
1994 von Peter Büchner. Nachdem seine Partei aber bei den Wahlen in
den Jahren 2005 und 2009 „nicht allzu erfolgreich“ gewesen sei,
müsse jetzt mit Heike Mrosek-Handwerk endlich wieder eine
Vertreterin der SPD in das Berliner Parlament einziehen. „Ich halte
nichts von 'Erbhöfen' bei der Aufstellung der Liste“, bekannte
Feiniler und kündigte an, dass nicht nur die Speyerer Genossen beim
Nominierungsparteitag um den dritten Listenplatz „kämpfen“ würden.
Begründung: „Nach drei Jahren politischem Stillstand in Berlin
erwarten die Menschen zu Recht, dass in Deutschland endlich wieder
Politik gemacht wird“. Dazu werde auch die Speyerer SPD alle Kräfte
mobilisieren, versprach der Stadtverbandsvorsitzende: „Peer
Steinbrück muss Bundeskanzler werden und Heike Mrosek-Handwerk
unseren Wahlkreis in Berlin vertreten“. Für Speyer gelte, dass die
SPD bei nahezu allen Wahlen der letzten Jahre daraus stets als
stärkste Kraft hervorgegangen sei. „Das können wir in einer
gemeinsamen Kraftanstrngung auch bei den Bundestagswahl im
kommenden Jahr schaffen“, zeigte sich Feiniler abschließend
zuversichtlich.
In ihrem
Grundsatzreferat bekannte sich die 1957 im nordhessischen
Unterrieden (Werra-Meißner-Kreis) geborene Rechtsanwältin Heike
Mrosek-Handwerk, die ihre Kanzlei mit familienrechtlichem
Schwerpunkt seit 1988 in Grünstadt führt, zu den sozialpolitischen
Grundwerten ihrer Partei: Zum Ausgleich der Generationen und zur
Rückkehr zu einer „sozialen und gerechten Marktwirtschaft“. Dazu
sprach sie sich für die Einführung eines Mindestlohns von 8,50 Euro
aus („aber wirklich nur als äußerster Mindestlohn“) und für eine
Mindestrente aus. Die Senkung der Rentenbeiträge halte sie deshalb
für grundfalsch. „Was die Menschen brauchen, ist ein sicheres und
durchgängiges Erwerbsleben – nur dann können sie aus eigener Kraft
einen ausreichenden Rentenanspruch erwerben und schließlich auch
noch eine Zusatzversorgung aufbauen“, betonte Mrosek-Handwerk, die
sich deshalb auch für eine Einschränkung der Leiharbeit aussprach.
„Leiharbeit – zumeist mit geringeren Löhnen - darf nur noch zum
Abfangen von Auftragsspitzen dienen“.
Zum „Ausgleich der Generationen“ zeigte sie sich überzeugt, dass
dieser nur zu erreichen sei, „wenn wir die Zukunft der jungen
Generation sichern“. Dazu gehöre vor allem ein verbessertes
Bildungsangebot, wie sie es in dem Konzept der Ganztagsschule in
Rheinland-Pfalz vorbildlich verwirklicht sieht. „Wir dürfen es
nicht länger zulassen, dass Kinder die Schule ohne Abschluss
verlassen“, plädierte Mrosek-Handwerk leidenschaftlich, denn ein
solcher Abschluss einer Schullaufbahn bedeute den Beginn eines
Automatismus, in dem Jugendliche dann keine Ausbildungsstelle und
als nicht Ausgebildete schließlich auch keine auskömmliche
Beschäftigung fänden. „Damit beginnt aber bereits in frühen Jahren
der Einstieg in die Altersarmut“, mahnte die Referentin. Um das zu
erreichen, bedürfe es aber der Bereitstellung von Geld, das aber
dazu nicht zur Verfügung stehen könne, „wenn wir immer nur weitere
Schulden auftürmen“. Die derzeit niedrigen Zinsen verleiteten zudem
auch die öffentliche Hand zu einem gefährlichen, immer maßloseren
Geldausgeben.
Die
Mittelschicht sei der Garant für den gesellschaftlichen Frieden,
stellte die Rednerin fest. „Doch diese Schicht wird durch die
Politik der Bundesregierung immer kleiner“. Die SPD werde sich
deshalb nach einem Wahlsieg im kommenden Jahr für die Erhöhung des
Spitzensteuersatzes auf 59 %, für eine „Reichensteuer“ und für eine
Finanztransaktionsabgabe einsetzen. „Wir brauchen höhere
Einnahmen“, forderte Mrosek-Handwerk, „nicht zuletzt auch, um auch
die Kommunen finanziell besser ausstatten zu können“.
Zum Stichwort „Energiewende“ beklagte die Referentin, dass jetzt
zwar in großem Umfang Strom in „Off-Shore“-Windparks erzeugt werden
könne, dass aber noch immer die Stromtrassen fehlten, um diese
Energiemengen auch zu den Verbrauchern zu bringen. Zugleich
kritisierte sie, dass Großverbraucher „auf breiter Front“ entlastet
würden und dafür jetzt die „Kleinverbraucher in die Bresche
springen“ müssten.
Im Zusammenhang mit einer „verbrauchernahen“ Energiegewinnung
sprach sich Mrosek-Handwerk zwar nachdrücklich für den Aufbau von
Windkraftkapazitäten im Pfälzer Wald, aber ebenso nachdrücklich
gegen die Errichtung solcher Anlagen am Hardtrand aus. „Hier müssen
Weinbau und Tourismus auch weiterhin eindeutig Vorrang haben“,
konstatierte sie.
Auf den absehbaren demographischen Wandel eingehend, plädierte
die Rednerin dafür, dass Bund, Länder und Kommunen sich dieser
Herausforderung in einem gemeinsamen Kraftakt stellen müssten.
Dabei müssten die Kommunen sicher auch weiterhin den Hauptanteil
der Lasten tragen – es müssten aber zur Herstellung gleicher
Lebensverhältnisse auch weiterhin Transferzahlungen zwischen den
Bundesländern erfolgen. Der demographische Wandel bedinge aber auch
neue Wohnformen, mahnte Mrosek-Handwerk an und brachte dazu die
verstärkte Umsetzung von Konzepten wie Mehrgenerationenhäusern und
größeren Wohngemeinschaften ins Gespräch.
Abschließend plädierte die Bewerberin um die
Bundestagskandidatur dafür, Verhältnisse zu schaffen, dass Menschen
in unserer Gesellschaft wieder die Möglichkeit erhielten, sich ihre
Alters- und damit ihre Zukunftssicherung mit eigener Kraft zu
erarbeiten.
Ihre Genossinnen und Genossen bat Mrosek-Handwerk abschließend
um nachhaltige Unterstützung bei ihrem bevorstehenden Wahlkampf,
was ihr Walter Feiniler für den SPD-Stadtverband Speyer unter lang
anhaltendem Beifall der mit dem Auftritt der Bewerberin
hochzufriedenen Versammlung zusagte.
In einer
engagierten Diskussion wurden aus dem Auditorium anschließend noch
zahlreiche weitere Probleme ins Spiel gebracht, bei denen sich die
meisten am Ende wieder um die Zukunft der Renten, um die Folgen der
bevorstehenden Strompreiserhöhung und amdere soziale Fragen
drehten. So vermisste Margret Boiselle-Vogler eine klare
Stellungnahme ihrer Partei zur Strompreisdiskussion, Walter
Weddig forderte nachdrücklich die Verpflichtung von Banken wie
der Commerzbank oder Goldman-Sachs ein, als Mitverursacher der
Bankenkrise, die „hunderte von Millionen Euro öffentlicher Mittel
zu ihrer Rettung erhalten haben“, nach ihrer „Genesung“ jetzt zur
Ersatzleistung verpflichtet werden müssten. Weddig hatte zuvor
schon davor gewarnt, das „Projekt Europa“ wegen der momentanen
Schwierigkeiten in Frage zu stellen. „Europa hat uns Frieden und
Solidarität gebracht“, bekannte er leidenschaftlich, „auch wenn
Gerechtigkeit noch nicht in ausreichendem Maße erreicht worden
ist“.
Noch
zahlreiche weitere Genossen meldeten sich zu Wort – unter ihnen
Gaby Tabor zu aktuellen Problemen wie „Warenkorb“, „Elopak“
und zur „Tafel“, Friedel Hinderberger, der sich für die
Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze und die Abschaffung der
Praxisgebühr einsetzte, Gustav Pade, der für die
Einbeziehung von Selbständigen und Beamten in die
Sozialversicherungssysteme eintrat – reichlich Themen also, die
Heike Mrosek-Handwerk da aus Speyer für ihre Arbeit im Deutschen
Bundestag mit auf den Weg nehmen konnte – sofern sie sich im
kommenden Jahr gegen ihren politischen Mitbewerber um das
Direktmandat und schon in Kürze gegen die Interessen ihrer
Parteigenossen aus anderen Wahlkreisen in der Pfalz durchsetzen
sollte. Es wird also spannend! Foto: gc
18.10.2012
Mrosek-Handwerk präsentiert Speyerer SPD ihre Ziele - Bilderalbum
Axel Wilke: Warenkorb muss erhalten werden!
Auch für die
Speyerer CDU und ihren Landtagsabgeordneten Axel Wilke ist das zur
Schließung vorgesehene Sozialkaufhaus ein ganz wichtiger
Bestandteil der sozialen Einrichtungen in der Stadt, den es
möglichst zu erhalten gelte. Dies erklärt Wilke in einer
Presseerklärung zur Entscheidung der Caritas, die Einrichtung Ende
Januar zu schließen.
„Zu einseitig, wenn nicht falsch ist allerdings die Behauptung,
eine Kürzung von Fördermitteln durch die Bundesregierung sei hieran
schuld“, so Wilke. Er weist darauf hin, dass die Landauer Agentur
für Arbeit in dem gleichgelagerten Fall des Germersheimer
Sozialkaufhauses erklärt hat, dass andere Problemlagen, die „nichts
mit fehlenden Fördermöglichkeiten oder Mittelkürzungen zu tun“
hätten, Ursache dafür sind, dass eine Weiterführung in der
bisherigen Weise nicht in Betracht kommt. Ein wichtiger, von
verschiedenen Kritikern der Bundesregierung gern unterschlagener
Aspekt ist die Änderung des Sozialgesetzbuchs, dass öffentlich
geförderte Arbeitsplätze keine reguläre Beschäftigung verdrängen
dürfen und wettbewerbsneutral sein müssen. Damit hat der
Gesetzgeber, auch auf Druck der Gewerkschaften, die eine Ausweitung
von 1 €-Jobs zu Recht immer kritisch betrachtet haben, die Latte
höher gelegt für die Zulässigkeit von Einrichtungen wie den
Warenkörben. Einem wohlwollenden Umgang der IHK mit den rechtlichen
Rahmenbedingungen war es bisher zu verdanken, dass die Warenkörbe
überhaupt existieren konnten. Die seit April geänderte Rechtslage
mache es der IHK aber nun nicht leichter, diese Praxis fort zu
führen, urteilt Wilke. Es freue ihn, dass nach dem bedauerlichen
Ausstieg der Caritas andere daran arbeiteten, die Einrichtung in
anderer Gestalt fortzuführen. Dies hat die volle Unterstützung der
CDU, so Wilke. „Neue Erkenntnisse dazu erhoffen wir uns von einem
Gespräch, das die CDU-Stadtratsfraktion am kommenden Montag mit der
Leitung der Caritas und Sozialbürgermeisterin Kabs (CDU) führen
wird“, so Wilke abschließend. Bürgerbüro Dr. Axel Wilke MdL,
Presse
12.10.2012
'Das Integrierte Klimaschutzkonzept in Speyer' in den Leitfaden der Bundes-CDU übernommen
Hocherfreut
zeigten sich der CDU-Kreisvorsitzende Michael Wagner und der
Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion Dr. Gottfried Jung in diesen
Tagen über Post aus Berlin. Der Generalsekretär der CDU
Deutschlands, Hermann Gröhe MdB, beschrieb in seinem Schreiben an
den CDU-Kreisverband Speyer die Energiewende mit ihren
Herausforderungen und Chancen als ein herausragendes Projekt der
nächsten Jahre und Jahrzehnte in Deutschland. Die CDU wolle den
Umbau der Energieversorgung hin zu den Erneuerbaren Energien
entschlossen und zügig vorantreiben.
Die Energiewende sei aber nicht denkbar ohne das vielfältige
Engagement der Gemeinden, Städte und Kreise, die gemeinsam mit den
Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen vor Ort die Entwicklung der
Erneuerbaren Energien, Klimaschutz und Energieeffizienz
vorantrieben. Energiegenossenschaften, Bürgerwindparks und viele
andere Initiativen machten deutlich, dass die Menschen vor Ort
einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, dem Ausbau der
Erneuerbaren Energien und zur regionalen Wertschöpfung
leisteten.
Um einen Einblick in das Gemeinschaftsobjekt Energiewende in
seiner Vielfalt zu gewähren und beispielhaft aufzuzeigen, welche
Chancen und Beteiligungsmöglichkeiten sich daraus für jeden
einzelnen ergeben könnten, habe die Bundes-CDU eine Reihe
erfolgreicher Projekte ausgewählt und in einem Leitfaden
zusammengestellt. Ziel sei es gewesen, möglichst viele Regionen in
Deutschland, aber vor allem auch unterschiedliche Formen der
Nutzung Erneuerbarer Energien zu berücksichtigen.
„Das Projekt 'Das Integrierte Klimaschutzkonzept in
Speyer' erschien uns dabei so interessant und nachahmenswert,
dass wir es in den Leitfaden aufgenommen haben“, so der CDU
Generalsekretär. „Wir hoffen, dass dieses Beispiel vielen Menschen
Mut macht und aufzeigt, dass die Energiewende zum Erfolgsprojekt
werden kann, wenn wir alle aktiv zu ihrem Gelingen beitragen.“
Wagner und Jung zeigten sich stolz über diese bundesweite
Beachtung, war es doch die Speyerer CDU, die sich im Jahre
2008 auf den Weg machte und eine Klimaschutz- und Energieleitlinie
erarbeitete, die dann vom Stadtrat beschlossen wurde. Intelligent
habe sich der Speyerer Stadtrat dann auch in seiner Sitzung am 02.
November 2010 verhalten, als er mit großer Mehrheit – leider nicht
einstimmig – das Zielkonzept der CDU-Stadtratsfraktion „Speyer 100%
regenerativ“ beschlossen habe, so Wagner und Jung. Dass das
Speyerer Klimaschutzprojekt jetzt zusammen mit 22 anderen
Energiegemeinschaftsprojekten – in Rheinland-Pfalz wird neben
Speyer nur noch die Verbandsgemeinde Arzfeld mit ihrem
Energieprojekt erwähnt – in den bundesweiten Leitfaden zur
Energiewende aufgenommen wurde, zeichne die Politk der Speyerer CDU
ein weiteres mal aus.
Von Speyer und der Speyerer CDU könne man halt doch eine ganze
Menge lernen, so Jung und Wagner abschließend. CDU Kreisverband
Speyer, Presse
11.09.2012
Mit Geschlossenheit und Einmütigkeit in den nächsten Bundestagswahlkampf
Speyerer CDU nominiert
Norbert Schindler einstimmig und zum sechsten Mal
cr. Speyer. In optimaler Geschlossenheit und
Einmütigkeit - so präsentierte sich gestern abend der Kreisverband
Speyer der CDU bei einem “kleinen” Parteitag, bei dem es vor allem
auch um Personalien ging. Denn nach der einstimmigen Ernennung von
Prof. Dr. Bernhard Vogel zum Ehrenmitglied der Partei (siehe
SPEYER-KURIER vom 06.09.2012) - dem zweiten erst nach dem
langjährigen Kreisvorsitzenden und Bürgermeister der Stadt,
Hanspeter Brohm - wurde Vogels “Urenkel” als Wahlkreisabgeordneter,
Norbert Schindler MdB (62), mit der gleichen, ungeteilten Mehrheit
erneut für dieses höchste parlamentarische Amt nominiert.
Zu Beginn des Abends hatte der Speyerer
CDU-Kreisvorsitzende Michael Wagner neben Hanspeter Brohm auch den
früheren Oberbürgermeister Werner Schineller und
Landtagsabgeordneten Dr. Axel Wilke begrüßen können; Prof. Dr.
Bernhard Vogel, sein parlamentarischer “Sohn” und Nachfolger, Dr.
Georg Gölter und Oberbürgermeister Hansjörg Eger hatten sich wegen
anderer Verpflichtungen entschuldigen müssen.
Wagner skizzierte sodann den politischen und
beruflichen Lebensweg des in Rodenbach bei Grünstadt geborenen und
in Bobenheim am Berg lebenden Abgeordneten, der seit 1994 in
ununterbrochener Folge das Direktmandat im Wahlkreis 209 erobern
konnte. Der gelernte Winzer und Landwirtschaftsmeister, der sich
auch als Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz
Süd e.V. und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes große
Verdienste um seinen Berufsstand erworben habe und diesen bis heute
auf vielen Ebenen ehrenamtlich vertrete, sei, so Wagner, in Berlin
für sein offenes und klares Wort bekannt, mit dem er sich nicht
immer nur für die Mehrheitspositionen in seiner Fraktion einsetze.
Dennoch - oder vielleicht gerade deshalb - habe er sich im
Wahlkreis ebenso wie im Berliner Parlament, dem er als Mitglied im
Finanzausschuss und Stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für
Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz angehört, weit über
die Grenzen der eigenen Fraktion hinaus großes Ansehen
erworben.
Die
Energiewende, die Steuerpolitik und die anhaltende Krise des Euro
waren dann auch die zentralen Themen, auf die Schindler in seinem
anschließenden Grundsatzreferat einging. Zur Energiewende bekannte
sich Schindler zu der Notwendigkeit, neue und leistungsfähige
“Stromautobahnen” von Nord nach Süd - von den großen
Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee zu dem zentralen
Verteilknoten für Süddeutschland in Philippsburg - , aber auch von
Ost nach West - von Paris bis nach Warschau - aufzubauen. In diesem
Zusammenhang kritisierte er die Haltung der derzeitigen
rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Evelyn Lemke (Bündnis
90/die Grünen), die sich aus populistischen Gründen gegen die
Durchleitung solcher Stromtrassen durch Rheinland-Pfalz sperre und
sich statt dessen für eine dezentrale Stromerzeugung im Land
einsetze. Mit dieser Haltung sowie mit ihrer Forderung, 75% der
regenerativen Energien aus Windkraft und 17% aus Biomasse zu
gewinnen, stelle sich Lemke zudem auch in Gegensatz zu den
rot-grün, bzw. grün-rot geführten Koalitionsregierungen in
Düsseldorf und Stuttgart - letztere strebe nämlich nur einen 17
prozentigen Anteil aus Windenergie, jedoch einen 70prozentigen aus
Biomasse an.
Auch zu der Notwendigkeit, zur Grundlastversorgung
mittelfristig noch Kohle- und Gaskraftwerke einzusetzen -
vielleicht sogar noch das eine oder andere Gaskraftwerk neu zu
bauen - bekannte sich Schindler. “Ohne diese Kraftwerke werden wir
die Energiewende nicht schaffen”, fügte er an und wies auf die
zwischenzeitlich weltweit erkundeten Gasvorräte hin, die - global
gesehen - noch für mindestens 300 Jahre ausreichten. Auch die
Schiefergasgewinnung stehe derzeit - u.a. auch dank der
Forschungsarbeit der BASF - technologisch vor einem Durchbruch,
weil künftig wohl ganz auf die giftigen Bestandteile in der
“Fracking”-Flüssigkeit verzichtet werden könne, die dafür notwendig
ist, um die unterirdischen Gesteinsschichten aufzubrechen, in denen
das Schiefergas lagert.
“Wer
die Energiewende will, muss wohl aber auch mit höheren Strompreisen
rechnen”, stellte der Abgeordnete fest, plädierte aber zugleich
nachdrücklich dafür, dass diese Erhöhungen für die Bürger
erträglich bleiben müssten. Wenn stromintensive Industriebetriebe
allerdings heute von rasch steigenden Strompreisen verschont
blieben, so sei die Ursache dafür in der Notwendigkeit zu finden,
dadurch die an diesen Industriezweigen hängenden Arbeitsplätze vor
der Abwanderung in andere Länder zu bewahren. Zusammengefasst
äußerte Schindler die Erwartung, dass die “Energiewende” wohl zu
einem der wichtigsten Themen im Wahlkampf im kommenden Jahr zu
werden verspreche.
Das gelte wohl auch für aktuelle Fragen der
Steuerpolitik, wie die Einführung des Betreuungsgeldes, für das
sich Schindler vor allem aus Gerechtigkeitsgründen einsetzte. Dabei
gehe es im wesentlichen um die Unterstützung der Mütter von Kindern
im zweiten und dritten Lebensjahr. “Das ist nicht nur ein Anliegen
der CSU, sondern wird auch von weiten Teilen der CDU mitgetragen -
auch wenn das in den Medien oft so nicht zum Vorschein kommt”. Die
Wirtschaft kritisierte er in diesem Zusammenhang für ihre
ablehnende Haltung gegenüber dem Betreuungsgeld, weil ihr Motiv
dafür einzig in dem Umstand zu finden sei, dass man für die
Elternzeit nicht auf junge und leistungsfähige Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter verzichten wolle.
Ein drittes, für die Wahlentscheidung im kommenden
Jahr entscheidendes Thema dürfte nach Überzeugung Schindlers der
weitere Umgang mit der Euro-Krise sein. Die Fehler, die mit der
Anerkennung der “getürkten” Zahlen beim Eintritt Griechenlands in
die Euro-Zone gemacht wurden, seien von “Rot-Grün” begangen worden,
stellte Schindler dazu fest. “Deutschland hat unter Schröder und
Eichel als erstes Land die Maastricht-Kriterien verletzt”, stellte
er heraus. Heute nun müsse die CDU-Regierung Markel dafür “den Kopf
hin halten”.
Entscheiden sprach sich
Schindler aber gegen einen Austritt - und mehr noch gegen einen
Ausschluss - Griechenlands aus der Euro-Zone aus. “Heute muss man
vor allem anerkennen, mit welcher Konsequenz die Griechen ihr
Steuer- und Wirtschaftssystem bereits umgebaut haben”, betonte er
und verwies darauf, dass bei einem zweiten Schuldenschnitt
zugunsten Athens Deutschland mit maximal 25 Milliarden Euro
beteiligt sei. “Bei einem jährlichen Wertgewinn von 150 - 180
Milliarden Euro durch die gemeinsame Währung sei dies aber notfalls
durchaus zu verkraften”, rechnete er vor, und riet dem einen oder
anderen bayrischen Parteifreund, in dieser Sache auch einmal “still
zu sein”.
Bei den anderen in “Schieflage” geraten
Euro-Ländern sieht er kaum noch Grund zur Sorge: “Irland hat es
längst geschafft und auch bei Spanien und Italien bietet die
Gesamtvermögensstruktur kaum noch einen vernünftigen Anlass für
Spekulationen.”
Deutschland habe mit Wolfgang Schäuble einen
“Klasse Finanz-Minister”, stellte Schindler fest. Das werde auch im
Ausland anerkannt, wo der Minister bei der Vertretung deutscher
Interessen als absolut “harter Knochen” gelte.
Die Menschen würden deshalb bei der Wahl im
kommenden Jahr wohl den honorieren - so zeigte sich Schindler
überzeugt - der langfristig die besseren Zielprojektionen habe -
die wählen, bei denen sie sich besser aufgehoben fühlten. Das
zeigten inzwischen auch immmer deutlicher die einschlägigen
Umfragen.
Und noch eines dürfe bei der Euro- und
EU-Diskussion nicht vergessen werden: Die Europäische Gemeinschaft
habe Deutschland und Europa die seit vielen Jahrhunderten längste
Periode friedlichen Miteinanders beschert. “Ich halte deshalb einen
Streit wegen des Euro allemal für ein kleineres Übel, als eine
Auseinandersetzung entlang hochgerüsteter Grenzen”. Darin
erinnerten die Grundlinien der Merkel’schen Politik an die
erfolgreiche Europapolitik in der Aera Helmut Kohl.
Abschließend kündigte
Schindler an, dass die nächste Legislaturperiode, für die er an
diesem Abend von seinen Speyerer Parteifreunden nominiert wurde -
die endgültige Aufstellung erfolgt am 14. November bei einem
Parteitag in Forst, bei dem der Vorsitzende der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, als Hauptredner anwesend
sein wird - seine letzte Wahlperiode sein werde. Mit einem
Seitenblick auf Werner Schineller und Hanspeter Brohm gab er zu,
dass deren jetzige Lebensphase dann auch für ihn und seine Frau
eine erstrebenswerte Perspektive darstelle.
In der anschließenden Diskussion wurden die von
Norbert Schindler an diesem Abend angesprochenen Sachthemen noch
einmal mit großer Ernsthaftigkeit und Kompetenz erörtert, wobei
auch in Speyer die in der allgemeinen öffentlichen Diskussion immer
wieder zu Tage tretenden Zweifel und Verunsicherungen artikuliert
wurden. Einig war man sich allerdings am Ende, dass das Wohl der
Bundesrepublik Deutschland auch nach der nächsten Bundestagswahl in
den Händen von Bundeskanzlerin Angela Merkel - Schindler konnte an
diesem Abend auch ganz “frische Grüße” von ihr nach Speyer
übermitteln - und ihrer Regierung verbleiben müsse. Foto:
gc
07.09.2012
Ehrung für ein unvergleichliches politisches Lebenswerk
CDU-Kreisparteitag
Speyer ernennt Prof. Dr. Bernhard Vogel einstimmig zum
Ehrenmitglied
cr. Speyer. Auf einstimmigen Vorschlag
seines Kreisvorstandes hat heute der Kreisparteitag der CDU Speyer
sein langjähriges und hochverdientes Mitglied Prof. Dr. Bernhard
Vogel zum Ehremitglied ernannt. Bernhard Vogel gehört dem Speyerer
CDU-Kreisverband seit seiner Direktwahl in den Deutschen Bundestag
im Jahr 1965 an. Seitdem lebt und wohnt er auch in Speyer, das
ihm in fast einem halben Jahrhundert zur Heimat geworden ist.
Von Speyer aus begann Vogel eine einzigartige
politische Karriere, die den promovierten Politikwissenschaftler
bereits 1967 in
das Amt des Kultusministers im letzten Kabinett von
Ministerpräsident Peter Altmeier nach Mainz führte. Dieses Amt
behielt er auch nach dem Wechsel an der Spitze der
rheinland-pfälzischen Landesregierung von Peter Altmeier zu Helmut
Kohl. Als dieser dann nach der Bundestagswahl 1976 als
Oppositionsführer in den Deutschen Bundestag wechselte, wurde Vogel
am 2. Dezember 1976 zum Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz
gewählt.
Nach einem heftigen innerparteilichen Streit auf
dem Landesparteitag in Koblenz - unter anderem ausgelöst durch
Vogels Begnadigungen der RAF-Terroristen Manfred Grashof und Klaus
Jünschke, sowie auch durch die Verärgerung mancher Delegierter über
den Verlust der absoluten Mehrheit bei der Landtagswahl 1987 und
den daraus folgenden Zwang zur Koalition mit der FDP - wurde am 11.
November 1988 anstelle von Bernhard Vogel Hans-Otto Wilhelm zum
neuen Landesvorsitzenden der CDU in Rheinland-Pfalz gewählt. Mit
dem berühmt gewordenen Ausruf “Gott schütze Rheinland-Pfalz”
stellte Vogel daraufhin auch sein Amt als Ministerpräsident zur
Verfügung. Drei Jahre später wurde die CDU Rheinland-Pfalz aus dem
Amt gewählt und hat bis heute keinen Anschluss mehr an die Zeit vor
diesem Machtwechsel gefunden.
In der
Folge der Wiedervereinigung wurde Bernhard Vogel, der sich
zwischenzeitlich als Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung
engagiert hatte, am 5. Februar 1992 als Nachfolger des
zurückgetretenen Josef Duchač zum Ministerpräsidenten des
Freistaates Thüringen gewählt.
Damit war Bernhard Vogel der erste und bislang
einzige deutsche Politiker, der in zwei verschiedenen Bundesländern
als Ministerpräsident amtierte und es dabei auf insgesamt 25
Amtsjahre brachte.
Aus
Altersgründen trat Vogel am 5. Juni 2003 vom Amt des thüringischen
Ministerpräsidenten zurück. Sein Nachfolger wurde der damalige
CDU-Landesvorsitzende und vormalige Vorsitzende der
Landtagsfraktion Dieter Althaus.
In all den Jahren engagierte sich Vogel immer
wieder auf allen Ebenen seiner Partei, war Bezirksvorsitzender der
CDU Pfalz, Landesvorsitzender der Union in Rheinland-Pfalz und
Thüringen und gehörte über 30 Jahre lang dem Bundesvorstand der CDU
an.
Dabei verlor er auch nie das Wohl seiner
Heimatstadt Speyer aus den Augen, wo sein Rat in Bürgerschaft und
Partei bis heute immer wieder gefragt sind. Dafür ernannte der
Stadtrat Prof. Dr. Bernhard Vogel vor zehn Jahren - im Jahr 2002 -
zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt Speyer.
Heute kümmert sich Vogel wieder verstärkt um das,
was eigentlich sein ursprünglicher Berufswunsch und Lebensplan war:
Er arbeitet im Bereich der Wissenschaften. Ab dem Wintersemester
2012 hat er eine Gastprofessur an der “NRW School of Governance”
der Universität Duisburg-Essen übernommen und wird dort als Dozent
im Masterstudiengang für "Politikmanagement, Public Policy und
öffentliche Verwaltung” Lehrveranstaltungen abhalten. Außerdem
gehört er als gefragter Ratgeber den Kuratorien gleich mehrerer
deutscher Universitäten an.
Der engagierte
und durchaus auch kritische Katholik - Vogel war viele Jahre
Mitglied im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken ZDK und u.a.
Präsident des 82. Deutschen Katholikentages in Essen 1968 - ist
Träger zahlreicher hoher und höchster internationaler Orden und
Auszeichnungen.
Wie der Speyerer CDU-Kreisvorsitzende Michael
Wagner mitteilte, wird die Überreichung der Ehrenmitgliedschaft an
Prof. Dr. Vogel im zeitlichen Umfeld seines 80. Geburtstags am 19.
Dezember diesen Jahres im Rahmen einer eigenen Festveranstaltung
vorgenommen werden. Foto: gc; DPA, KAS, Superillu
06.09.2012
Konversion - eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft - Speyerer SPD diskutiert mit Hans-Joachim Hacker MdB und Friederike Ebli MdL
Verfahrenswege
bei der Übernahme der Speyerer Bundeswehr-Liegenschaften
cr. Speyer. “Macht die Sache der Konversion
zu Eurer Sache” - diese Aufforderung des Schweriner
Bundestagsabgeordneten und Mitglied im Ausschuss für Städtebau des
Deutschen Bundestages, Hans-Joachim Hacker, an die
zahlreichen SPD-Mitglieder, die gestern abend ins Speyerer
“Naturfreundehaus” gekommen waren - sie könnte man wohl als Fazit
über diese Veranstaltung stellen, in der die Chancen der Konversion
von Bundeswehr-Liegenschaften auch in Speyer abgewogen werden
sollten. Dabei zeigte sich rasch, dass es zunächst vorrangig um die
Festlegung des Verfahrens gehen müsse, das zu rechtsverbindlichen
Beschlüssen über die weitere Nutzung der verschiedenen
Liegenschaften in Speyer führen werde. Gleichfalls wurde aber auch
deutlich, dass der Weg dahin wohl noch lange und beschwerlich sein
wird.
Hans-Joachim
Hacker, der sich am Vormittag bereits einen Überblick über die
Liegenschaften beim Standort Speyer verschafft hatte, präsentierte
sich in seinem Eingangsreferat als überaus gut informierter und
stets sachlich argumentierender Parlamentarier, der seinen Zuhörern
die mit der Konversion verbundenen Herausforderungen als über die
Parteigrenzen hinaus reichende und nur in gemeinsamer Verantwortung
zu bewältigende Aufgabe eindrucksvoll zu vermitteln verstand. So
verwies er unter anderem darauf, dass wohl jede neue
Bundesregierung - gleich welche Parteien sie im kommenden Jahr
bilden werden - den beschlossenen Umbau der Bundeswehr unverändert
fortführen wird. Damit warnte er zugleich vor Hoffnungen, dass
bezüglich des Speyerer Spezialpionierbataillons noch eine Rücknahme
der beschlossenen Auflösung vorstellbar sei. “Dies umzusetzen wird
eine Aufgabe unserer gesamten Gesellschaft sein”, fügte Hacker
mahnend an. Die SPD-Fraktion im Bundestag begrüße es deshalb, dass
die Bundesregierung den Antrag der Fraktion, die Kommunen von
Anfang an in die Konversionsverhandlungen mit einzubeziehen,
aufgenommen habe. Auch der Vorschlag der SPD, das ursprünglich
vorgesehene uneingeschränkte Bieterverfahren abzuschwächen und
statt dessen auch eine Verkehrswertermittlung für entsprechende
Liegenschaften zuzulassen - sofern die Kommunen ein überzeugendes
Nutzungskonzept für die Flächen vorlegen - und darüber hinaus auf
den so ermittelten Wert auch noch einen Bonusabschlag zu
akzeptieren, sei inzwischen in die entsprechenden Beschlüsse der
Fachausschüsse des Bundestages eingeflossen.
Diese
Information lässt jetzt auch Landtagsabgeordnete Friederike
Ebli zuversichtlicher in die Zukunft der Konversion blicken.
Sie konnte in ihrem Statement über die reichen Erfahrungen des
Landes mit früheren Konversionsmaßnahmen berichten, zu denen auch
die Umwidmungen der ehemaligen französischen militärischen
Liegenschaften in Speyer gehört hätten. Mehr als eine Milliarde
Euro habe das Land in den letzten Jahren in solche Maßnahmen
investiert, konnte Ebli berichten und versicherte, dass das Land
die Stadt Speyer auch bei der bevorstehenden Konversion der
Bundeswehrliegenschaften “nicht im Regen stehen lassen” werde. Dazu
stehe unter anderem die Landesentwicklungsgesellschaft
Rheinland-Pfalz beratend und helfend bereit. Allerdings, so steht
es für Ebli außer Frage: “Der Bund muss sich an den den Kosten der
Konversion auch in Speyer beteiligen”.
An die Verantwortungsträger in der Stadt
appellierte Friederike Ebli, nicht auf der im Raumordnungsplan
festgeschriebenen Nutzung des Kasernengeländes in Speyer-Nord als
Besiedelungsfläche zu bestehen, wenn demographische Ermittlungen
rückläufige Bevölkerungszahlen prognostizieren. “Wir dürfen nicht
ständig neue Wohnungen in den Randbereichen der Kommunen zulassen
und dabei gleichzeitig riskieren, dass es in den Innenstädten zu
Leerständen kommt”, stellte die Abgeordnete fest und warnte
zugleich vor einer unnötigen Hast bei der Beratung dieses wichtigen
Themas. “Wir haben durchaus genügend Zeit, um zu vernünftigen
Lösungen zu kommen”, stellte Ebli fest und wurde darin auch von
Hans-Joachim Hacker unterstützt, der davon abriet, schon in den
ersten Beratungsrunden über die Konversion “die Antworten auf alle
sich stellenden Fragen zu erwarten”.
Für die
anschließende, überaus lebhaften Diskussion hatten die Speyerer
Sozialdemokraten die Ludwigshafener Bundestagsabgeordnete Doris
Barnett als Moderatorin gewonnen, die sich in der glücklichen
Situation vorfand, alle gestellten Fragen aus dem Auditorium im
Podium aus bundes- und landespolitischer Sicht ebenso wie durch die
Stellvertretende Partei- und Fraktionsvorsitzende der Speyerer SPD,
Stefanie Seiler, auch aus kommunalpolitischer Sicht
kompetent beleuchten zu können.
Seiler forderte in ihrem Statement wirkungsvolle
Hilfen für die von der Konversion betroffenen Kommunen - die
Liegenschaften sollten kostenneutral an die Städte abgegeben
werden. Zugleich kündigte sie einen Antrag ihrer Partei zur
Gründung eines Arbeitskreises “Konversion” im Speyerer Stadtrat
an.
In der
Aussprache zeigte sich, dass die Speyerer SPD in der Frage der
weiteren Nutzung des Geländes der Kurpfalz-Kaserne - hie
Wohnbebauung - dort gewerbliche Nutzung - durchaus noch zu keiner
einvernehmlichen Meinung gefunden hat. “Das ist das Schöne bei den
SPD, dass man auch unterschiedliche Meinungen haben kann”, freute
sich darüber Dr. Markus Wintterle, der sich für
die zügige und kurzfristige Aufstellung von überzeugenden
Nutzungskonzepten für die Konversionsflächen aussprach. Diese seien
Grundlage und Voraussetzung für die Anwendung des
Verkehrswert-Ermittlungs-Verfahrens. Was die Nutzung der Flächen
für bezahlbaren Wohnraum für Familien angehe, so verwies er im
Gegensatz zu Friederike Ebli auf den unverminderten Zuzugsdruck auf
die Stadt, warnte aber davor, die dazu notwendige Entwicklungen
allein privaten Initiatoren zu überlassen. “Hier müssen GEWO und
Baugenossenschaft vorrangig mit ins Boot”, forderte der ehemalige
SPD-Fraktionsvorsitzende im Speyerer Stadtrat.
Um das zu
erreichen, setzte sich Altoberbürgermeister Dr. Christian
Roßkopf “nun schon zum dritten mal in Folge und in aller
Öffentlichkeit” dafür ein, auch in Speyer “endlich die
Möglichkeiten des Bundesbaugesetzes zur Anwendung zu bringen und
eine für die Stadt gültige Bauleitplanung sowie, darauf basierend,
rechtverbindliche Bebauungspläne aufzustellen. “Damit hätten wir
dann das Instrumentarium an der Hand, das verhindern könnte, dass
nur die Interessen einzelner durchgesetzt werden”. Es sollte
deshalb verstärkt in Kategorien und weniger in einzelnen Objekten
gedacht werden, so Dr. Roßkopf. “Wenn wir das erreichen, dann
können die von der Stadtplanung vorgegebenen Ziele auch von
Privaten umgesetzt werden, solange sie sich im Rahmen dieser
Planungen bewegen”.
Dieses Monitum des Alt-OB fand im Podium wie im
Plenum der Veranstaltung breite Zustimmung. Auch Hans-Joachim
Hacker unterstrich, dass im Zuge solcher Prozesse die Kommunen ihre
bauleitplanerische Verantwortung ausfüllen müssten.
In der weiteren Diskussion warnte Walter Langknecht
vor einer Getto-Bildung in dem neuen Quartier der Kurpfalzkaserne,
wenn dort ausschließlich “preisgünstiger” Wohnraum geschaffen
werden sollte. Dem schloss sich auch Bernhard Mückain an, der schon
jetzt ein “Zwei-Klassen-Wohnrecht” in der Stadt verwirklichst sieht
und sich dafür aussprach, ein “modernisiertes Verfahren des
sozialen Wohnungsbaus wieder zu beleben”.
In einer
Schlussrunde waren sich die Referenten im Podium und weitere
Diskussionsteilnehmer im Saale darüber einig, kurzfristig einen auf
breitem “Know-how” basierenden Arbeitskreis einzusetzen, die die
Fragen der Konversion zügig weiter voran treiben solle. Dazu
müssten “alle bau- und planungsrechtlichen Register” gezogen und
“möglichst viele Interessen in Einklang gebracht” werden. Dabei
sollte eine Diskussion unter Verzicht auf zu viele
“Vorfestlegungen” angestoßen werden.
Dem Experten aus dem Bundestag, Hans-Joachim
Hacker, gab die Versammlung schließlich die Bitte mit auf den Weg
nach Berlin, bei der anstehenden Novellierung der Gesetzgebung über
die Konversion insbesondere auf die Durchsetzung einer breiten und
wirkungsvollen bürgerschaftlichen Beteiligung hinzuwirken, was
Hacker auch aus seiner eigenen Sichtweise heraus als unabdingbar
bezeichnete.
Eine in vielerlei Hinsicht - inhaltlich wie
raumklimatisch - “heiße” Diskussion, der sich schon bald weitere
anschließen sollen. Das versprach zum Abschluss auch Stefanie
Seiler, die ja auch schon als Juso-Vorsitzende eine entsprechende
Arbeitsgruppe initiiert hat. Foto: gc
23.08.2012
Konversion - eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft - Bilderalbum
Neues aus der SPD-Stadtratsfraktion
Bei
der gestrigen Sitzung der SPD Stadtratsfraktion wurde Stefanie
Seiler mehrheitlich zur stellv. Vorsitzenden
der SPD Stadtratsfraktion gewählt.
14.08.2012
Wilke kritisiert Details der Auflösung der Kriminalinspektion
Chance vertan
– Lage verschlechtert sich
Kritik an den Details der Auflösung der Speyerer
Kriminalinspektion übt CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Axel Wilke.
„Das Land mag noch so oft betonen, dass 80 % der Fälle weiter in
Speyer bearbeitet würden, die kriminalpolizeiliche Betreuung in
wirklich neuralgischen Bereichen wird sich spürbar verschlechtern“,
ist sich Wilke sicher. Es werde wohl niemand Ladendiebstähle,
Fahrradaufbrüche und Verkehrsdelikte auf eine Stufe mit Sexual- und
Drogendelikten stellen wollen. Die in Speyer verbleibenden 10
Kripobeamten sind für Wilke das „absolute Mindestmaß“.
Der Abgeordnete kritisiert vor allem, dass die Chance vertan
wurde, für bestimmte Delikte, die nicht in die Zuständigkeit einer
Polizeiinspektion fallen, trotzdem Beamte in Speyer zu belassen,
wie dies teilweise anderenorts praktiziert wird. Wilke nennt
explizit Gewalt gegen Frauen, bei denen kurze Wege für die Opfer,
und Drogendelikte, bei denen dauerhafte Kenntnis der „Szene“
ganz wichtig seien.
Wenn nun die Bußgeldstelle in Speyer konzentriert werden muss,
um in Ludwigshafen Platz für die aus Speyer abgezogenen Beamten zu
schaffen, bestätige dies nur die Fragwürdigkeit der von
Innenminister Lewentz (SPD) getroffenen Entscheidung. Schon in
einer Antwort auf eine Anfrage von Wilke im Februar hatte der
Minister eingeräumt, dass durch die Auflösung der
Kriminalinspektion nennenswerte Einsparungen nicht zu erwarten
seien. Bürgerbüro Dr. Axel Wilke MdL, Presse
23.07.2012
Offener Brief des CDU-Ortsverbandes Speyer Ost an den Beigeordneten der Stadt Speyer, Herrn Frank Scheid
Der
CDU-Ortsverband Speyer hat uns den nachfolgenden Text zur
Veröffentlichung übermittelt.
Sehr geehrter Herr Scheid,
aufgrund der gestiegenen und durch weitere
Neubauten auch weiterhin steigende Anwohnerzahl im Bereich der
Neubaugebiete RHEINPARK, ERLUSGELÄNDE, sowie auch im Bereich der
Neubaugebiete westlich dieser Bereiche, bis hin zur WORMSER
LANDSTRASSE kommt es für die betroffenen Anwohner zu zunehmenden
Belastungen im Rahmen von Verkehrsbehinderungen, Lärm- und
Abgasbelastungen. Alleine im Bereich RHEINPARK sind in den letzten
Jahren mehrere hundert Wohneinheiten entstanden, durch die Bebauung
des ERLUSGELÄNDES werden weitere rund 300 Wohneinheiten
hinzukommen. Absehbar führt dies besonders in den Bereichen
HAFENSTRASSE, FRANZ-KIRRMEIER-STRASSE, ZIEGELOFENWEG und in den
hier einmündenden Straßen zu zunehmenden Lärm- und Abgasemissionen,
zu einem weiteren raschen Verschleiß der bereits jetzt schon nicht
unerheblich beschädigten Straßendecken und damit verbundenen
weiteren Gefährdungen, sowie zu erheblichen Störungen des
Verkehrsflusses besonders in den Verkehrsstoßzeiten.
Um hier möglichst schon im Vorfeld Abhilfe zu schaffen, schlägt
der CDU-Ortsverband Speyer Ost folgende Maßnahmen vor:
-
Bau eines direkten Autobahnanschlusses in der
Verlängerung FRANZ-KIRRMEIER-STRASSE / K2 im Bereich der Rastplätze
SPITZENRHEINHOF / BINSHOF.
Die Anlage dieser Anschlussstelle sollte
verbunden werden mit einem Durchfahrverbot für den
Schwerlastverkehr im Bereich HAFENSTRASSE /
FRANZ-KIRRMEIER-STRASSE, da der Schwerlastverkehr in Richtung
AUESTRASSE eine direkte Anbindung an das Autobahnnetz hätte. Der
Schwerlastverkehr würde somit nicht mehr durch stark bewohntes
Gebiet geleitet. Die Folge wäre eine deutlich geringere Lärm- und
Abgasbelastung für die betroffenen Anwohner, eine massive
Verkehrsentlastung auf den angesprochenen Straßen und eine damit
verbundenen Erhöhung der Verkehrssicherheit. Auch die starke
Abnutzung dieser Straßen wäre durch das Wegfallen des
Schwerlastverkehrs sicher deutlich verringert.
-
Einrichtung eines Kreisverkehrs an der
Einmündung ZIEGELOFENWEG / FRANZ-KIRRMEIER-STRASSE. Schon jetzt
kommt es an dieser Kreuzung in Verkehrsstoßzeiten zu nicht
unerheblichen Staus im ZIEGELOFENWEG. Da nach Ausbau des
ERLUS-GELÄNDES eine weitere Straße in diese Kreuzung mündet,
dürften sich die Staubedingten Probleme an diesem
Verkehrsknotenpunkt verschärfen.
Nach Ansicht des CDU – Ortsverbandes würde die
Einrichtung einer Ampelanlage an dieser Stelle weiterhin zu
erheblichen Verkehrsrückstaus im Bereich ZIEGELOFENWEG
und FRANZ-KIRRMEIERSTRASSE, einschließlich AUESTRASSE
und HAFENSTRASSE führen und einen kontinuierlichen Verkehrsfluss
behindern. Der anstehende Ausbau des ERLUS-Geländes als Wohngebiet
mit rund 300 Wohneinheiten (und geschätzten mindestens 450
Kraftfahrzeugen) wird die in Stoßzeiten an der Straßeneinmündung
bereits bestehenden Probleme aus der Sicht des Ortsverbandes noch
wesentlich verschärfen. Ein Kreisverkehr hingegen würde aus unserer
Sicht die Möglichkeit bieten, den Verkehrslauf wesentlich flüssiger
zu gestalten. Die Vorgabe eines „Reißverschlussverkehrs“ könnte
weiter zu diesem Vorhaben beitragen. Vor einer Ampelanlage
entstehen zwangsläufig Haltezeiten, die in einem Kreisverkehr nicht
zwingend auftreten.
Mit den Rückstaus verbunden wäre für die
Anwohner eine eventuell vermeidbare, nicht unerhebliche Lärm- und
Abgasbelastung.
Gerade für die Anwohner des ZIEGEOFENWEGS wären in
Verkehrsstoßzeiten die Grundstücks- und Parkplatzausfahrten durch
die zu erwartenden Rückstaus erheblich behindert.
Aus unserer Sicht wäre ein zusätzlicher
Grundstückserwerb für die Errichtung eines Kreisverkehrs nicht
zwingend erforderlich. Durch Wegfall des Schwerlastverkehrs (s.o.)
könnte ein sogenannter „Kleiner Kreisverkehr“ eingerichtet werden.
Ein entsprechender Ausbauradius hierzu ist auf jeden Fall im Rahmen
der öffentlichen Verkehrswege aus unserer Sicht vorhanden.
Außerdem bleibt zu bedenken, dass an der
Kreuzung ZIEGELOFENWEG / FRANZ-KIRRMEIERSTRASSE keine ganztägige
Verkehrsbelastung besteht. Nach eigenen Beobachtungen bestehen die
Hauptverkehrsspitzten zwischen 06.00 und 08.15, sowie um 16.00 Uhr.
Auch aus diesem Grund macht aus der Sicht des CDU-Ortsverbandes Ost
eine ganztägig betriebene Ampel keinen Sinn. Wir bitten die
entsprechenden Gremien, bereits bestehende Planungen unter diesen
Gesichtspunkten erneut zu prüfen.
Zur Entscheidungsfindung könnte die Aufstellung
einer mobilen Ampelanlage (außerhalb der Urlaubs- und Ferienzeit!)
für eine Woche erwogen werden. Auf diese Weise könnte man die
Verkehrsentwicklung und den Verkehrsfluss gerade in den angegebenen
Stoßzeiten genau beobachten.
Für den CDU-Ortsverband Ost:
Thomas Stevens, Vorsitzender des CDU
Ortsverbands Speyer Ost
Dr. Reinhard Mohler, stv.
Ortsverbandsvorsitzender,
zuständig für die Pressearbeit des Ortsverbandes.
11.07.2012
Dr. Markus Wintterle legt sein Amt als SPD Fraktionsvorsitzender mit sofortiger Wirkung nieder
Heute, am 03. Juli um 11:47 Uhr, erreichte die Redaktion des
SPEYER-KURIER eine Mail mit folgendem Inhalt:
"Pressemitteilung der SPD Stadtratsfraktion
Speyer
Sehr geehrte Damen und Herren der Speyerer Presse,
im Namen der SPD Stadtratsfraktion möchte ich Ihnen
mitteilen, dass der bisherige Fraktionsvorsitzende der SPD
Stadtratsfraktion Dr. Markus Wintterle von seinem Amt mit
sofortiger Wirkung zurückgetreten ist.
Herr Dr. Markus Wintterle war seit 2004 Vorsitzender der
SPD-Fraktion im Speyerer Stadtrat. Die Fraktion dankt ihm für sein
Engagement für die Fraktion in den zurückliegenden Jahren.
Als Nachfolger wurde der Vorsitzende des SPD Stadtverbandes
Walter Feiniler einstimmig von den Fraktionsmitgliedern
gewählt.
Freundliche Grüße
Walter Feiniler
Fraktionsvorsitzender"
“Speyer bekennt Farbe - Bunt statt braun”
Stadtrat beschließt
einstimmig Resolution gegen Rechtsextremismus
cr. Speyer. In seiner letzten Sitzung am 28.
Juni 2012 hat der Speyerer Stadtrat ohne Gegenstimme unter der
Überschrift “Speyer bekennt Farbe - Bunt statt braun” die
nachfolgende, überparteiliche Resolution gegen Rechtsextremismus
beschlossen. Damit wollte der Rat - auch unter dem Eindruck der
Vorkommnisse im Umfeld der letzten Maikundgebung, als rund 120
Neonazis aus dem mehr oder weniger fernen Umland in Speyer einen
eigenen Demonstration zu organisieren versuchten - ein klares
Zeichen für Freiheit, Toleranz und Mitmenschlichkeit in der Stadt
setzen.
Nachfolgend die Resolution im
Wortlaut:
"In unserer Stadt wie auch in der Metropolregion
Rhein- Neckar-Pfalz gibt es keinen Platz für Fremdenfeindlichkeit,
Gewalt und Naziaufmärsche. Wir sind eine offene und demokratische
Region, die Toleranz und Verständigung fordert und fördert sowie
ein gutes Miteinander mit ausländischen Menschen pflegt.
Wir wehren uns dagegen, dass Menschen durch Gewalt
oder Diskriminierung verletzt oder beleidigt werden - sei es wegen
ihrer Nationalität, ihrer ethnischen oder sozialen Herkunft oder
wegen eines Handicaps, ihres Glaubens oder ihrer sexuellen
Orientierung.
Die Leugnung der Naziverbrechen ist keine
Meinungsäußerung, die eine Demokratie aushalten muss. Faschismus
ist und bleibt Menschen verachtend.
Der Stadtrat bittet die Verwaltung, auch zukünftig
alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um Naziaufmärsche
sowie Naziveranstaltungen auf städtischem Gelände zu verhindern.
Falls dies erneut nicht vermeidbar sein sollte, erwarten wir eine
direkte Rückmeldung, damit die unterschiedlichsten Gruppen mit
rechtsstaatlichen Mitteln aktiv werden können.
Speyer ist eine bunte Stadt mit besonderem
Engagement. Der Stadtrat appelliert an alle EinwohnerInnen und
Einwohner, sich in ihrem Wohn- und Arbeitsumfeld mit Zivilcourage
einzusetzen und mit vielfältigen und fantasievollen Formen Stellung
zu beziehen gegen Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus und
Faschismus an Arbeits- und Ausbildungsplätzen, in Schulen, in
sozialen Einrichtungen, in der Freizeit, bei Vereinen und
Gruppen.
Wir werben für die Akzeptanz von Vielfalt und den
Schutz vor Diskriminierung, und unterstützen das Bündnis für
Demokratie und Zivilcourage sowie den Beirat für Migration und
Integration.
Begründung:
Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, setzen sich die
Gewerkschaften in öffentlichen Veranstaltungen für die Rechte der
ArbeitnehmerInnen ein. In diesem Jahr haben die Nazis an diesem Tag
ihren reaktionären Nationalismus und rassistischen Fremdenhass auf
die Straße in Speyer getragen. Sie nutzen die Eurokrise, um ihre
nationalistischen und rassistischen Vorstellungen als Lösung gegen
diese Krise zu verkaufen.
Nach dem Naziaufmarsch in Speyer ist die
Betroffenheit vieler Menschen in unserer Stadt groß und das
Bedürfnis offensiver und stärker, sich für Demokratie und
Zivilcourage einzusetzen.
Der Speyerer Stadtrat wird diesem Nazitreiben nicht
tatenlos zuschauen, sondern offen und deutlich hörbar
widersprechen. Wir setzen alles daran, dass die Nazis nicht mehr in
Speyer auftreten können – weder am 1. Mai noch an einem anderen
Tag."
03.07.2012
Stadtverkehr und S-Bahn-Haltepunkt Speyer-Süd - neuralgischeThemen im Leben eines Speyerer Stadtratsmitgliedes
cr.
Speyer. Der S-Bahn-Haltepunkt Speyer-Süd - er stand heute
plötzlich auf des Messers Schneide. In ihrer gemeinsamen Sitzung
hatten Bau- und Planungsausschuss und Ausschuss für Umwelt und
Verkehr des Speyerer Stadtrates zunächst die fachlichen
Erläuterungen der Vertreter der Deutschen Bahn AG entgegengenommen,
die insbesondere die Alternative zu dem im Jahr 2002 beschlossenen
Bau des Haltepunktes im Bereich der “Dr.-von-Hörmann-Straße”
untersucht hatten. Darin sollte geprüft werden, welche Kosten es
verursachen würde, den Haltepunkt direkt am Bahnübergang “Alte
Schwegenheimer Straße” zu errichten und dadurch kostenaufwändige
Unter- oder Überführungsbauwerke zu vermeiden.
Die Überraschung der Ausschussmitglieder war groß,
als sie erfuhren, dass die Bahn für diese Alternative - statt der
ursprünglichen Kosten von 1.252.231 Euro als kommunalem Anteil am
alten Standort - für die Lösung an der “Alten Schwegenheimer
Straße” Kosten in Höhe von 1.087.083 Euro ermittelt hatte.
165.148 Euro Differenz - dazu aber bei einer Lösung
“Alte Schwegenheimer Straße” die Ausbildung eines neuen
Gefahrenpunktes, wie ihn die Bahn anderenorts durch Schließung des
Überganges auszumerzen versucht - das führte dazu, dass neben den
fünf vorgelegten Varianten plötzlich noch eine sechsten durch den
Sitzungssaal geisterte: SWG-Chef Martin Roßkopf hatte sie schon bei
der gestrigen Sondersitzung des Stadtrates zum “Kommunalen
Entschuldungsfonds KEF” aufscheinen lassen. Sie lautete: Gänzlicher
Verzicht auf den Bau des Haltepunktes oder - angesichts der
verheerenden Haushaltslage der Stadt und angesichts der Sparzwänge,
die sie bei einem Beitritt zum KEF auf sich nehmen muss - zumindest
eine “Verschiebung in die nächste Generation”. Wie meinte SPD-Mann
Klaus Seither? “Ich könnte es mit meinem Gewissen nicht
vereinbaren, Mittel für soziale Aufgaben zu verweigern und statt
dessen einem solchen Bau zuzustimmen. Wenn spätere Generationen
glauben, sie bräuchten einen solchen Haltepunkt, dann können sie
ihn immer noch bauen”.
Betretene Blicke, als auch noch die beiden
FDP-Vertreter ihre Ablehnung für die Maßnahme ankündigten.
Da brauchte es
schon einer hochemotionalen Rede von Johannes Jaberg (Bündnis
90/Die Grüne), der auf die ökologische Bedeutung eines solchen
Haltepunktes hinwies - da mußte sich Claus Ableiter (BGS) in die
Bresche werfen und daran erinnern, dass ein solcher Haltepunkt die
Attraktivität eines Stadtteile zu steigern vermag - da musste
Hans-Joachim Ritter von der Bauverwaltung seine Statistik bemühen,
in der er bewiesen hatte, dass wohl deutlich über 1.000 Fahrgäste
pro Tag den Haltepunkt frequentieren würden - Schüler der drei
Gymnasien im Stadtteil, Besucher und Mitarbeiter des Krankenhauses,
Studierende der Universität, Besucher von Landesbibliothek und
Landesarchiv und - zu guter letzt auch Anwohner des Stadtteils -
Anwohner, die unruhig werden, weil sie den zunehmenden Verkehr in
ihrem Stadtteil fürchten, und die nicht sehen, wo die Fahrgäste der
S-Bahn ihren fahrbaren Untersatz parken sollten.
So konnte am Ende nur mit knapper Not das
Gleichgewicht zwischen Gegnern und Befürwortern der Maßnahme wieder
hergestellt werden, so dass CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Gottfried
Jung am Ende eine Vertagung der Entscheidung anregte. Doch auch
dieser Gedanke versickerte zunächst in den Strudeln
widerstreitender Argumente. Da wurde seitens der Bahn eingeräumt,
dass ein solcher Haltepunkt dazu führen könnte, dass die
Schließungszeiten an den Bahnübergängen Schützenstraße und
Mühlturmstraße - ohnedies seit jeher kritische Punkte im Speyerer
Verkehrsgeschehen - sich um ein, zwei Minuten verlängern könnten -
bei Gegenverkehr sogar noch mehr - da wurde darauf verwiesen, dass
mit dem Bau eines solchen Haltepunktes die Absenkung der
Bahnstrecke zur Beseitigung der schienengleichen Bahnübergänge auf
Dauer unmöglich gemacht würde.
So war es schließlich an Oberbürgermeister Hansjörg
Eger, auf die bestehende Beschlusslage hinzuweisen, die noch immer
die gleiche ist wie vor zehn Jahren. Damals hatte der Stadtrat
nämlich beschlossen, den Haltepunkt Süd zu bauen - wie und wo?
Siehe oben. Eger versuchte deshalb, den Weg zu einer Vertagung auf
die Ratssitzung am 15. August zu ebnen.
Doch niemand wollte Eger zunächst in seiner
Intension folgen, zwei Ratsmitglieder sprachen sich sogar dezidiert
dagegen aus. Und so drohte für einen kurzen, ratlosen Augenblick
die Gefahr, dass der Stadtrat von seinen Ausschüssen eine glatte
Ablehnung in dieser Sache zurückbekommen könnte.
Dr. Jung löste
schließlich die Ratlosigkeit auf, wandelte die Anregung des
Oberbürgermeisters in einen ordnungsgemäßen Antrag um, sodass am
Ende mit einer Mehrheit von 11 zu 2 Stimmen im Bau- und
Planungsausschuss und mit 7 zu 1 Stimmen im Ausschuss für Umwelt
und Verkehr der Rückverweisung der Angelegenheit in den Stadtrat
als Ganzem zugestimmt wurde. Bis zum 15. August haben nun die
“Truppen” Zeit, sich zu sortieren, vielleicht auch, wie
versprochen, die Bürger mit ins Gespräch zu bekommen - denn dann
muss entschieden werden - so oder so.
Weitaus weniger aufregend war es zuvor zugegangen,
als Marco Remy vom Verkehrsverbund Rhein-Neckar VRN sein Konzept
für die Neuvergabe für den Stadtverkehr in Speyer vorstellte. Hier
galt es an diesem Tag noch keine Entscheidungen zu treffen. Statt
dessen regte OB Eger an, nach dem gelungenen Vorbild “KEF”, nun
auch zum Stadtverkehr eine Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, die
bis zur Ratssitzung am 15. August den Meinungsbildungsprozess in
den Fraktionen “anstoßen” solle.
Bis dahin haben die Fraktionen Zeit, mehr oder
weniger “luxuriöse” Lösungen für den Speyerer Stadtverkehr zu
erörtern. Von 350.000 Euro bis 1,29 Millionen Euro könnte der
Zuschussbedarf reichen, der dann auf den städtischen Haushalt
zukommen könnte.
Bis zum 8. November 2012 sollte dann die
Ausschreibung beschlossen sein, damit der Zuschlag zum Ende des 1.
Quartals 2013 erteilt werden kann und der Vertragsnehmer für den
Speyerer Stadtverkehr seinen Dienst rechtzeitig zum 1. Januar 2014
aufnehmen kann. Foto: gc
20.06.2012
gemeinsame Sitzung von Bau- und Planungsausschuss und Ausschuss für Umwelt und Verkehr - Bilderalbum
Beitritt zum “Kommunalen Entschuldungsfonds KEF” ohne Alternative
Stadtrat
behandelt auf seiner 25. Sitzung die Wege zum Erbringen seines
Eigenanteils
cr. Speyer. War es Überzeugung in der Sache
oder nur die Einsicht in eine unabwendbare Notwendigkeit? Die
breite Einmütigkeit bei der Beratung der Vorlage zur Teilnahme der
Stadt Speyer am kommunalen Entschuldungsfonds KEF jedenfalls war
schon beeindruckend - CDU, SPD, Speyerer Wählergruppe SWG, Bündnis
90/Die Grünen, FDP und auch der Vertreter der Republikaner - sie
alle sprachen sich für diesen Weg aus, der die Stadt in den
nächsten anderthalb Jahrzehnten von großen Teilen ihrer inzwischen
auf über 100 Millionen Euro angewachsenen Kassenkredite befreien
soll.
Zu Beginn der Sitzung führte Oberbürgermeister
Hansjörg Eger in Ergänzung der vorgelegten Streichliste
- der SPEYER-KURIER berichtete - noch die Vorschläge für
Haushaltsverbesserungen in die Diskussion ein, die nach Abschluss
der Beratungen des Arbeitskreises bei ihm eingegangen seien. Dazu
nannte er die vorgeschlagene Erhöhung der Start- und Landegebühren
am Speyerer Landeplatz, die er aber als ungeeignet für den KEF
bezeichnete, weil deren Überschüsse nicht der Stadt zufließen
könnten.
Auch der
Vorschlag, die Schankerlaubnissteuer zu erhöhen, sei, so Eger,
untauglich, weil diese Steuer erst vor kurzem abgeschafft worden
war, weil ihr Einzug und ihre Kontrolle die damit erzielbaren
Einnahmen bei weitem überträfen.
Auch der vorgeschlagene Verkauf des städtischen
Anwesens in der Ludwigstraße 13 könne in diesem Zusammenhang nicht
helfen, weil hier - bedingt durch die zu erwartenden hohen
Aufwendungen durch den Denkmalschutz - bislang noch kein Käufer
gefunden worden sei. Ebenfalls scheide derzeit die Veräußerung des
Stiftungskrankenhauses aus, weil hier die Nachnutzung nach der
Fertigstellung des Neubaus der Diakonissenanstalt noch nicht
geklärt sei.
Nicht ganz ernst gemeint war sicher der Vorschlag,
der Oberbürgermeister möge auf einen Teil seines eigenen Gehaltes
verzichten. Da dieses in der Landesbesoldungsordnung
festgeschrieben sei, so Eger, könnten allenfalls - wie bei
Bürgermeisterin Monika Kabs schon erfolgt - Gehaltssteigerungen
hinausgeschoben werden. Allerdings hätten er und
Verwaltungsdirektorin Schneider auf eine Dreiviertelstelle einer
Mitarbeiterin in ihrem eigenen Arbeitsstab verzichtet, die jetzt
dem neuen Stadtentwickler zugewiesen worden sei.
Mit diesen Ergänzungen schlug Eger dem Rat vor, das
vorliegende Maßnahmenpapier passieren zu lassen und es dem Stadtrat
zur endgültigen Beschlussfassung in seiner nächsten regulären
Sitzung am 28. Juni zuzuleiten. Zugleich dankte Eger den
Mitgliedern der Arbeitsgruppe für ihre konstruktive Arbeit in
langen Sitzungen, die oft bis nach Mitternacht gegangen seien.
Für die
CDU-Stadtratsfraktion wies deren finanzpolitischer Sprecher,
Hans-Peter Rottmann - er hatte in der Arbeitsgruppe
mit Abstand die meisten Sparvorschläge eingebracht - darauf hin,
dass die Stadt auf insgesamt 53 Millionen Euro Landesmittel
verzichten würde, sollte sie sich dem Instrumentarium des KEF
verweigern. Rottmann lobte die große Sachlichkeit, mit der die
Sparvorschläge in der Arbeitsgruppe des Stadtrates diskutiert
worden seien. Die Tatsache, dass der überwiegende Teil der
Konsolidierungsmaßnahmen für das laufende Jahr aus
Einnahmeerhöhungen erzielt würden, begründete Rottmann u.a. auch
mit dem Umstand, dass das laufende Haushaltsjahr bereits zur Hälfte
verstrichen sei. “Sparmaßnahmen aber greifen teilweise erst
langfristig”, erklärte der Redner.
Die vorgeschlagenen Einsparmaßnahmen bezeichnete er
als “ausgewogen”, weil sie nicht einseitig bestimmte Gruppen
belasteten. Bei der Kürzung der Zuwendungen an die Vereine in der
Stadt, die Rottmann als “einen schweren Schritt” für die Mitglieder
des Arbeitskreises bezeichnete, habe man sich auf eine 12prozentige
Absenkung verständigt - für alle Vereine gleich.
Schließlich beantragte Rottmann namens der
CDU-Fraktion noch, ab 2013 den bisher gewährten Zuschuss zur
Domsanierung in Höhe von 108.750 Euro zu streichen und die Kosten
für die Straßenbeleuchtung in Höhe von 50.000 Euro auf die
Stadtwerke zu überwälzen. Rottmann bat auch darum, die
Zusammenlegung weiterer Abteilungen in der Stadtverwaltung zu
prüfen, weil dadurch langfristige Einsparungen in der Spitze
möglich würden. Grundsätzlich erörtert werden müsse auch die
Tatsache, dass derzeit 50% der Gymnasiasten an den Speyerer Schulen
aus den Umlandgemeinden kämen, diese aber bisher keinen Beitrag zur
Deckung der entstehenden Kosten leisteten. Jeder dieser Schüler
belaste die Stadt - ohne die Kosten für die Schülerbeförderung -
mit jährlich 850 Euro, von denen der Stadt über den kommunalen
Finanzausgleich nur 240 Euro erstattet würden. “Hier besteht
dringender Handlungsbedarf!”, stellte Rottmann fest.
Mit Blick auf die Verantwortung für die
nachfolgende Generationen appellierte Rottmann schließlich an seine
Ratskollegen, dem vorliegenden Zahlenwerk zuzustimmen und so einen
Beitrag dazu zu leisten, den bestehenden Schuldenberg
abzubauen.
An die Adresse der Verwaltung gerichtet bat
Rottmann schließlich, kurzfristig die Öffentlichkeit über die
notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen zu unterrichten. Auch sollte
das Zahlenwerk jedem Bürger zugänglich gemacht werden, um ihm so
die Möglichkeit zu geben, auch eigene Vorschläge einzubringen.
Für die
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen kritisierte deren Sprecher
Johannes Jaberg, der KEF sei nur dazu angetan, das
eigentliche Problem zu kaschieren - die latente Unterfinanzierung
der Kommunen. “Wenn Bund und Land auf Dauer nicht bereit sind, den
Kommunen das Geld zu geben, das sie zur Erledigung ihrer Aufgaben
brauchen, dann wird uns auch der KEF nicht nachhaltig
weiterbingen”, gab er seiner Befürchtung Ausdruck und bat namens
seiner Fraktion, ihre Haltung zur Einführung einer
Fremdenverkehrsabgabe noch einmal zurückstellen zu dürfen.
Für die SPD
bekannte sich auch deren Sprecher Gustav Pade zur Teilnahme
am KEF und wies darauf hin, dass die Stadt so auf Dauer eine
jährliche Entlastung ihrer Zinsverpflichtungen um 3 Millionen Euro
erzielen könne. Zwar habe seine Fraktion der einseitigen Erhöhung
der Einnahmen dem Grunde nach skeptische gegenüber gestanden, diese
aber mangels Alternativen akzeptieren müssen. Auch Pade unterstrich
die Forderung, eine breit angelegte Information der Bürger über den
KEF in die Wege zu leiten. Für Maßnahmen wie Frauenhaus,
Frauennothilfe und Sozialstation bat Pade den Oberbürgermeister
darum, bis zur endgültigen Entscheidung in der kommenden Woche noch
einmal zu prüfen, ob diese Einrichtungen nicht doch - zumindest
teilweise - von den Einsparungen verschont werden könnten.
Die Bürgerbeteiligung, so erläuterte OB Eger dazu
in seiner Antwort, werde parallel zu den Verhandlungen mit der ADD
in Angriff genommen. Aber auch bisher seien schon eine erhebliche
Zahl von Bürgerhinweisen zum KEF bei ihm eingegangen - allerdings
ohne die erforderlichen Vorschläge zu Gegenfinanzierung. “Der
heilige St. Florian hat aber bei dieser Diskussion nichts
verloren”, betonte Eger, der sich betroffen darüber zeigte, dass
die Stadt bis heute noch nicht über einen von der ADD genehmigten
Haushalt verfügen könne.
In Ergänzung
zu ihrem SPD-Fraktionskollegen Gustav Pade setzte sich auch
Gabriele Tabor dafür ein, die bereits von ihrem
Vorredner angesprochenen Sozialeinrichtungen “ungeschoren” zu
lassen. Auch gelte es, zu verhindern, dass im Zuge dieser
Beratungen eine Sozialeinrichtung gegen die andere ausgespielt
werde.
Auch ihr musste Hansjörg Eger entgegen
halten, dass dies nur dann möglich sei, wenn an anderer Stelle
gespart oder mehr eingenommen würde. “Wenn wir in den Gesprächen
mit der ADD auf einen wie auch immer gearteten Puffer stoßen,
werden wir gerne auf Ihr Anliegen zurückkommen”, versprach Eger und
begrüßte zugleich, dass das Speyerer Frauenhaus künftig weniger
Frauen aus dem rechtsrheinischen Gebiet aufnehmen wolle.
Für die
Bürgergemeinschaft Speyer BGS kündigte deren Sprecher Claus
Ableiter an, die Teilnahme der Stadt Speyer am KEF ablehnen zu
wollen. Dafür sollten vielmehr die Parteien gerade stehen, die die
Verschuldung des Staates und auch der Stadt verursacht hätten. “Wir
sind für Bildung”, stellte Ableiter fest, “aber es kann nicht
Aufgabe der Speyerer Gymnasien sein, Schüler aus dem Landkreis
auszubilden”. Die Stadt müsse deshalb den Gymnasien Vorgaben
machen, in welchem Umfang sie Schüler aus dem Landkreis aufnehmen
dürften. Schließlich rügte Ableiter das System der
Schulbuchausleihe, die nicht kostendeckend geführt werden könne.
“Das muss in Ordnung gebracht werden!”, forderte Ableiter.
Die BGS habe der Grundsteuer- und der
Vergnügungssteuererhöhung zugestimmt und werde voraussichtlich auch
die Fremdenverkehrsabgabe mittragen - für den KEF aber sehe er
keine Möglichkeit, zuzustimmen.
Martin
Roßkopf, Fraktionsvorsitzender der Speyerer Wählergruppe SWG,
zeigte sich entsetzt angesichts der brüsken Ablehnung des KEF durch
die BGS. “Wenn diese Kritik ausgerechnet von jemand kommt, der
selbst sein Geld von dem Staat bekommt, den er so heftig
kritisiert, dann verwundert das doch sehr”, meinte Roßkopf. Auch
die SWG halte den KEF nicht für das Allheilmittel - aber auch er
sehe dazu keine Alternative. Die Kommunen müssten deshalb vielmehr
zu einem anders gearteten Haushaltsgebaren kommen. “Dabei müssen
wir insbesondere darauf achten, dass wir durch das System der
Mischfinanzierung nicht ständig in die Falle laufen”, warnte er und
nannte als Beispiele dafür die Renaturierung des Woogbachtales, die
“lange Nacht der Bildung”, die “nun wirklich kein Erfolg gewesen
war” und schließlich auch den S-Bahn-Haltepunkt Speyer-Süd, den er
grundsätzlich in Frage stellte.
Zum Abschluss seiner Ausführungen kritisierte er
die Zusammensetzung des vom Stadtrat eingesetzten Arbeitskreises
zur Ermittlung der Sparpotentiale zur Vorbereitung auf diese
Sitzung. “Zwei freiberuflich Tätigen, die nicht vom Staat bezahlt
werden, sassen 14 öffentlich Bedienstete gegenüber”, so Roßkopf,
“da kam ich mir vor wie ein Exot”.
Er kündigte die Zustimmung der SWG zu dem Beitritt
zum KEF an und forderte seine Kollegen auf, über diesen Komplex
“frei von Lobbyismus” zu entscheiden. “Die Methode mit dem
Rasenmäher hat sich bewährt - da kann sich niemand beschweren,
schlechter behandelt worden zu sein als andere”.
Zustimmung zum
Beitritt zum KEF äußerte schließlich auch der Sprecher der FDP,
Dr. Heinz-Dieter Jakumeit, der allerdings erhebliche
Bedenken gegen die überproportionale Inanspruchnahme von
Mehreinnahmen zur Darstellung des Eigenanteils der Stadt
artikulierte.
Die Einführung einer “Reichensteuer” sowie die
Erhöhung von Vermögens- und Erbschaftssteuer als Alternative zum
KEF forderte schließlich der Vertreter der “Linken” im Stadtrat,
Wolfgang Förster. Er kritisierte, dass der KEF die kommunale
Selbstverwaltung gefährde, indem er die gewählten Gremien immer
weiter entmüdige.
Zustimmung zum
KEF kündigte schließlich auch der Vertreter der Republikaner,
Alois Röbosch an. Er erinnerte daran, dass Sparen
stets nur bedeuten könne, nicht mehr auszugeben als man einnimmt.
Allerdings wollte auch er auf die angebotenen Entschuldungsmittel
nicht verzichten. “Wir müßten blöd sein, wenn wir diese Gelder
nicht annehmen würden”.
Nach dieser ausführlichen Positionierung der
Ratsgruppierungen war es an Oberbürgermeister Eger, festzustellen,
dass damit die Vorlage der Arbeitsgruppe dem Stadtrat in seiner
nächsten Sitzung am 28. Juni zur endgültigen Beschlussfassung
vorgelegt werden könne.
Blieb dem Stadtrat nur noch die erfreuliche
Zustimmung zum Nachtragshaushalt 2012 , der - statt der
ursprünglich vorgesehenen 30 Millionen Euro Neuverschuldung - jetzt
mit 21 Millionen Euro auszukommen hofft - der guten konjunkturellen
Lage und den Vorboten des KEF seien Dank. Foto: gc
20.06.2012
Stadtratsitzung am 19.06. - Bilderalbum
Sparpaket und Vorschläge zur Einnahmenverbesserung “durchgewinkt” -
Speyerer Stadtrat macht mit breiter Mehrheit den
Weg frei für den Beitritt zum KEF
cr. Speyer. In großer Einmütigkeit hat der
Speyerer Stadtrat heute in einer kurzfristig anberaumten
Sondersitzung dem von einer Arbeitsgruppe des Rates und der
Verwaltung in mehreren Sitzungen erarbeiteten Maßnahmenpaket
zugestimmt, mit dem die Stadt durch Einsparungen sowie durch
Verbesserungen ihrer Einnahmensituation ihren Beitrag zur Teilnahme
am Kommunalen Entschuldungsfonds KEF erbringen will. Wie im
SPEYER-KURIER bereits am 17.06. berichtet, umfasst dieses
Paket Mehreinnahmen und Einsparungen im Gesamtumfang von rund 1,8
Miliionen Euro.
Durch die Bank alle Fraktionen - mit Ausnahme von
BGS und dem Vertreter der Linken, die für die Schlussabstimmung aus
grundsätzlichen bundes- und landespolitischen Gründen ihre
Ablehnung des KEF ankündigten - schlossen sich der eingangs von
Oberbürgermeister Hansjörg Eger vorgetragenen Überzeugung an, dass
es dazu für die Stadt keine Alternative gebe. Damit kann das Paket
in der nächsten planmäßigen Ratssitzung am 28. Juni endgültig
verabschiedet und so der Weg dafür freigemacht werden, dass
Oberbürgermeister Eger in Verhandlungen mit der Aufsichts- und
Dienstleistungsdirektion ADD eintreten kann.
Über die Stellungnahmen der Ratsfraktionen
berichten wir in unserer morgigen Ausgabe noch
ausführlich. Foto: gc
19.06.2012
CDU-Bundestagsabgeordneter Norbert Schindler besucht die Gemeinden Dudenhofen, Römerberg und Waldsee-Otterstadt
Während eines
kommunalpolitischen Besuches am 19.06. informierte sich der
Bundestagsabgeordnete Norbert Schindler – wie schon wiederholt in
den letzten Jahren– bei den Bürgermeistern der Gemeinden Römerberg,
Dudenhofen und Waldsee-Otterstadt, wo der Schuh
drückt.
Beim Start in Dudenhofen thematisierten Bürgermeister Eberhard
und Ortsbeigeordneter Roni Zürker die Problematik der
Konversionsflächen von 80 ha in der Gemarkung Dudenhofen und baten
um Unterstützung, obwohl sie auch selbst mit dem Bund im Gespräch
stehen. Dies betrifft ebenso die Überlegungen von LEP4 der
Landesregierung der Ausweisung von möglichen Energieflächen in der
Verbandsgemeinde. Auch hat Bürgermeister Eberhard die Absicht
geäußert, die „Hochzeitsprämie“ für die Fusion mit Römerberg an die
Gemeinden weiterzuleiten. Dabei wird in Dudenhofen besonders an die
Südumgehung gedacht. Hier wird gewünscht, dass sich der Abgeordnete
an den Gesprächen mit der LBM (Straßenverkehrsamt) in Speyer
beteiligt.
Weiter ging es nach Römerberg, wo Bürgermeister Scharfenberger
und seine drei Beigeordneten zunächst den Abschluss der Bauarbeiten
an den Poldern noch in diesem Jahr und die gute Zusammenarbeit mit
der Genehmigungsbehörde hervorhoben. Scharfenberger war besonders
zufrieden, dass bei diesem Projekt viele Interessen erfolgreich
vereint werden konnten. Unterstützungsbedarf durch Norbert
Schindler MdB besteht allerdings bei der Bahnunterführung in
Richtung Dudenhofen zur B9. Schindler versprach, dies intensiv zu
begleiten. Das Hauptthema war das Bundesthema Betreuungsgeld. Der
Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem 2. Lebensjahr
impliziert eine Bedarfsplanung in Römerberg von sieben zusätzlichen
Gruppen. Der Abgeordnete zeigt sich hoch erfreut über das
Bevölkerungswachstum und würde sich dies überall in der Republik
wünschen. Das von der Koalition vor zwei Wochen und auch von der
CDU auf dem letzten Parteitag vereinbarte Betreuungsgeld, das die
Förderungslücke für daheim betreute Kinder schließen soll, führt
jedoch zu Planungsunsicherheiten. Der Abgeordnete sicherte seine
Unterstützung bei eventuell bestehendem Klärungsbedarf zu.
Die letzte Station war Waldsee. Dort laufen die Vorbereitungen
für die einvernehmliche Fusion mit Altrip hervorragend. Hier ist
dies - im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden seines Wahlkreises
- ein Sonntagsspaziergang. Ein Problem ist allerdings derzeit der
Polder Waldsee-Altrip-Neuhofen. Trotz der derzeit anhängigen Klage
vor dem EU-Gerichtshof wurde das Thema intensiv debattiert; hierbei
vor allem die Frage von Landverbrauch und Druckwasser. Nach einem
Regionalbesuch an der Mosel und in der Eifel wird Norbert Schindler
MdB am Donnerstag seine Rundreise in Grünstadt wieder im Wahlkreis
fortsetzen. „Obwohl ich selbst noch aktiv in der Kommunalpolitik im
Kreis Bad Dürkheim tätig bin, ist es mir wichtig, mich vor Ort um
die Bedürfnisse der Menschen zu kümmern“, so der
CDU-Bundestagsabgeordnete für Neustadt-Speyer-Bad Dürkheim.
Norbert Schindler, Wahlkreisbüro, Presse
19.06.2012
Antrag der CDU-Stadtratsfraktion zum Fernwärmeausbau in Speyer
Herrn Oberbürgermeister
Hansjörg Eger
Maximilianstraße 100
67346
Speyer
17.06.2012
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir bitten folgenden Antrag auf die Tagesordnung der
nächsten Stadtratssitzung zu nehmen:
Die Stadtwerke Speyer GmbH werden beauftragt, für den
Zeitraum der nächsten fünf Jahre einen Zeitplan für die Verlegung
von Fernwärmetrassen im Stadtgebiet Speyer zu erstellen und zu
veröffentlichen, aus dem möglichst genau hervorgeht, durch
welche Straßenzüge innerhalb der nächsten fünf Jahre eine
Fernwärmeleitung führen soll.
Begründung:
Derzeit befindet sich das Fernwärmenetz der Stadtwerke Speyer
GmbH im Ausbau. Auf der Homepage der Stadtwerke sind der für das
Jahr 2012 vorgesehene Leitungsausbau, die mittelfristigen
Anschlussmöglichkeiten und die Verdichtung im Bestandsgebiet
aufgeführt (siehe die beigefügte Farbkopie). Lediglich für den
Ausbau von der Paulstraße über Teile der Landauer Straße, der
Schraudolph- und Diakonissenstraße sowie den Closweg in die
Paul-Egell-Straße ist ein genauer Zeitplan bis Ende 2012 angegeben.
Für die beiden andern genannten Bereiche fehlt ein solcher.
Es gibt mit Sicherheit eine Reihe von Hauseigentümern, die sich
mit dem Gedanken tragen, in den nächsten Jahren ihre Heizungsanlage
zu modernisieren oder zu erneuern. Da sie aber nicht wissen, ob und
wann die Stadtwerke möglicherweise in ihrer Nähe eine
Fernwärmeleitung planen, dürfte für sie ein Anschluss an das
Fernwärmenetz eher nicht in Frage kommen. Zur besseren
Entscheidungsfindung wäre es für die einzelnen Hausbesitzer
notwendig zu wissen, ob und wann eine Fernwärmeleitung an ihrem
Eigentum vorbeigeführt werden soll. Nichts wäre ärgerlicher für
einen grundsätzlich anschlusswilligen Hauseigentümer, wenn er in
Unkenntnis der Trassenführung der Fernwärme seine Heizungsanlage
renoviert oder erneuert und danach erfahren muss, dass die
Fernwärmetrasse an seinem Anwesen vorbeiführt.
Daher wäre es wünschenswert, wenn die Stadtwerke Speyer GmbH
einen Zeitplan erstellt und bekannt gibt, aus dem hervorgeht, durch
welche Straßenzüge innerhalb der nächsten fünf Jahre eine
Fernwärmeleitung führen soll.
Nach dem vom Rat am 9. Dezember 2010 beschlossenen
Integrierten Klimaschutzkonzept der Stadt Speyer haben Maßnahmen
mit großem Einsparpotential erste Priorität. Im Bereich der
Energieversorgung sind u.a. der Ausbau und die Optimierung der
Fernwärmeversorgung (Maßnahme EV 4) vorgesehen. Hier ergibt sich
nach S. 19 des Maßnahmenkatalogs ein CO2-Reduktionspotenzial von 25
– 40%, bezogen auf die getrennte Erzeugung von Wärme im Gas- oder
Ölkessel. Mit dem beantragten Zeitplan wird also die Umsetzung des
Klimaschutzkonzeptes erleichtert.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gottfried Jung
Fraktionsvorsitzender
18.06.2012
MdB Norbert Schindler soll Speyer weiterhin in Berlin vertreten
CDU-Kreisvorstand
fasst Beschluss einstimmig – Mitgliederversammlung am 06.
September
Nach dem Willen des CDU-Kreisvorstandes soll Norbert Schindler
die Stadt Speyer auch nach der Bundestagswahl im kommenden Jahr in
Berlin vertreten. Dies beschlossen die Mitglieder des
Kreisvorstandes auf Vorschlag des CDU-Kreisvorsitzenden Michael
Wagner in ihrer jüngsten Vorstandssitzung einstimmig. Der Beschluss
werde den Parteimitgliedern auf dem Kreisparteitag am 06. September
zur Abstimmung vorgelegt, so Wagner. Am 15. November wählen
Delegierte aus den CDU-Kreisverbänden Speyer, Bad Dürkheim,
Rhein-Pfalz-Kreis und Neustadt dann auf ihrer Vertreterversammlung
ihren Kandidaten für den Wahlkreis 209.
Norbert Schindler, seit 1994 Mitglied des Deutschen Bundestages,
habe als der „Pfälzer in Berlin“ seinen Wahlkreis und damit
auch die Stadt Speyer bestens vertreten, so der
CDU-Kreisvorsitzende. Norbert Schindler sei den Wählerinnen und
Wählern als Mann einer klaren und ungekünstelten Sprache bekannt,
der mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg halte, sondern seinen
Standpunkt mitunter auch gegen eine Mehrheit in der eigenen
Fraktion vehement vertrete (Bundeswehreinsatz in Afghanistan).
Norbert Schindler genieße hohes Ansehen und habe das Vertrauen der
Menschen, die ihn seit 1994 – fünfmal hintereinander – direkt
in den Deutschen Bundestag gewählt haben, so Wagner abschließend.
CDU Kreisverband Speyer, Presse
08.06.2012
Besuch der CDU Senioren-Union am 5.6.2012 in der Speyerer Synagoge
„Willkommen in
Speyer“
Die neue Synagoge Beith-Schalom und das wieder erwachte jüdische
Leben in unserer traditionsreichen Stadt Speyer, waren für die
CDU-Senioren Anlass das Gotteshaus zu besuchen.
Die bereitwillige, freundliche Zusage des Geschäftsführers
Daniel Nemirovsky schaffte eine Atmosphäre der Offenheit. Nach
kurzer Einführung in jüdische Rituale, entwickelte sich rasch ein
ungezwungener Dialog zwischen den Senioren und dem jüdischen
Talmudlehrer.
Der Künstler Eberhard Spitzer schenkte der Gemeinde ein Bild,
ein aus Handys zusammengesetzter Davidstern. Dieses Kunstwerk soll
in der Synagoge einen würdigen Platz finden.
Der Vorsitzende der Senioren-Union, Daoud Hattab und viele
andere Teilnehmer stellten auch kritische Fragen, welche ganz offen
besprochen wurden.
CDU Senioren-Union Speyer, Presse
08.06.2012
Fachgespräch der AG GrünSozial „Pflege in Not am 31.5. 12“
Die AG
GrünSozial von B 90 / Die Grünen nahm sich bei einem öffentlichen
Fachgespräch dem Thema „Pflege in Not“ an.
Zu Beginn stellte Dr. Fred Konrad, MdL und Sprecher für Pflege,
Inklusion und Altenpolitik in Rheinland- Pfalz für B 90 / Die
Grünen anhand von statistischen Zahlen dar, dass die Zahl der
Pflegebedürftigen in den nächsten Jahren zunehmen wird. Bis 2020
erwartet das statistische Landesamt eine Zunahme um 30% und bis
2050 eine Zunahme von 130%. Die Zahl der 80 Jährigen wird
überproportional steigen, wobei die Entwicklung bereits
mittelfristig sehr unterschiedlich verlaufen wird, der Pflegbedarf
wird regional unterschiedlich stark ansteigen.
Dabei macht der grüne Politiker, der im Hauptberuf Mediziner ist
deutlich, dass die Zahl der Pflegebedürftigen nicht als Schicksal
anzusehen ist, denn durch vorbeugende Maßnahmen kann Einfluss
genommen werden. Aus seiner Sicht hat die Bedeutung der
Gesundheitsprävention eine größere Rolle einzunehmen, aber auch die
Architektur ist gefordert neue, barrierefreie Wohnformen zu
gestalten. Mit neuen Formen des Zusammenlebens und einer
Weiterentwicklung des Wohnumfeldes kann eine Stadtentwicklung
positiven Einfluss auf die Lebensbedingungen der Menschen im Alter
einnehmen. Die vorhandene Pflegeberatung ist dementsprechend
weiterzuentwickeln.
Für das Zusammenleben gilt es, neue Ideen auf Landes- und
Kommunalebene mit den Beteiligten zu entwickeln und umzusetzen.
Hierbei sind die Pflegestützpunkte weiterzuentwickeln.
Sabine Stepp berichtete aus ihrer praktischen Beratungsarbeit in
einem Pflegestützpunkt. Die Sozialarbeiterin hat eine zusätzliche
Ausbildung zur Case Managerin abgeschlossen. In ihrem Alltag erlebt
sie hautnah, dass die Pflege aus mehreren Blickwinkeln in Not
ist.
Aus ihrer Sicht ist es wichtig, dass die heutige Generation 50
plus sich dem Thema „Pflege“ stellt. Ihre Erfahrung ist, dass die
meisten bisher die Augen verschließen und wenig Informationen über
die Angebote haben.
Ihrer
Meinung nach stellt sich die Pflege in mehrfacher Sicht die Not
dar: Der Arbeitsbereich an sich, wo es an geeignetem,
unterschiedlich qualifiziertem Personal mit entsprechendem
Einkommen fehlt, aber auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen
insbesondere in Heimen und deren Arbeitsinhalte besser ausbauen.
Die Pflegebedürftigen selbst befinden sich in Not, da sie mit dem
Verlust ihre Eigenständigkeit zurechtkommen müssen und auf andere
angewiesen sind. Die Angehörigen in der Pflege tragen die Last und
überfordern sich oft. Hier äußert Frau Stepp ganz klar, das
Angehörige ihre eigenen Grenzen wahrnehmen und aufzeigen sollten.
Hierzu sollten auch die Zugänge zur Beratung verbessert werden.
Die grüne Landespolitikerin Anne Spiegel hat als Moderatorin,
souverän wie immer, durch den Abend geführt. In der Diskussion sind
Ideen zur kurz- und langfristigen Verbesserung eingebracht worden,
die die AG GrünSozial weiterentwickeln wird. Dabei geht es um eine
Verbesserung der zu Pflegenden, den beruflichen Perspektiven in der
ambulanten und stationären Pflege, sowie die wichtige Unterstützung
der Familienangehörigen bzw. des Wohnraumumfeldes.
Die Not der Pflege zeigt der AG GrünSozial, dass es mit der
zunehmenden Zahl der zu Pflegenden umso wichtiger wird, die Lebens-
und Arbeitsbedingungen aller Beteiligten zu verbessern.
Ansprechperson der AG Grün Sozial: Gudrun Weber
(Vorstandssprecherin) und Irmgard Münch-Weinmann (stellvertr.
Fraktionsvorsitzende) B 90 / Die Grünen KV Speyer Gudrun
Weber, Vorstandssprecherin KV Speyer Bündnis 90/Die Grünen
04.06.2012
Auch außerhalb von Wahlkampfzeiten am Dialog mit den Bürgern interessiert -
Neuer Vorstand
der CDU Speyer-Ost zu Gast auf dem Speyerer Wochenmarkt.
cr. Speyer. Unter der Überschrift “Wir
bewegen Speyer - die CDU im Gespräch mit den Bürgern” präsentierte
sich heute der neu konstituierte Vorstand des CDU-Ortsverbandes
Speyer-Ost auf dem Speyerer Wochenmarkt auf dem Königsplatz. Wie
dabei der frisch gewählte Vorsitzende des Ortsverbandes, Thomas
Stevens, im Gespräch mit dem SPEYER-KURIER erläuterte,
wolle er damit gemeinsam mit seinem neuen Team dokumentieren, dass
sie auch außerhalb von Wahlkampfzeiten um einem kontinuierlichen
Dialog mit den Bürgern bemüht sein wollten.
Unterstützung erfuhr der Ortsverband mit seinem
Engagement auch durch den Wahlkreisabgeordneten Norbert
Schindler MdB, der es sich trotz seines eng gesteckten
Terminplanes auch an diesem Tag nicht nehmen ließ, an dem
Informationsstand seiner Speyerer Parteifreunde Station zu machen
und ausführlich auf Fragen von Bürgern einzugehen.
Entsprechend
positiv war dann auch die Resonanz bei den Speyerer Bürgern, von
denen sich viele angenehm überrascht darüber zeigten, hier schon am
frühen Morgen ganz unverhofft auf “ihren” Bundestagsabgeordneten zu
treffen - vor allem aber auch darüber, dass eine politische Partei
in der Stadt das Gespräch mit der Bevölkerung auch dann suche, wenn
in absehbarer Zeit keine Wahlen auf der Tagesordnung stünden. Wie
Thomas Stevens betonte, möchte er solche Veranstaltungen, wie sie
auch an den beiden kommenden Samstagen jeweils zwischen 9.00 und
13.00 Uhr auf dem Königsplatz wiederholt werden sollen, auch als
Einladung zur aktiven politischen Mitarbeit verstanden wissen.
Als kleinen Vorgeschmack auf diese Arbeit werden
bei diesen Veranstaltungen im Zentrum des Wochenmarktes jeweils
Informationstafeln aufgestellt, mit denen der CDU-Ortsverband
Speyer-Ost einen Einblick in seine aktuellen Arbeitsthemen geben
will. Diese reichen derzeit von der Integration von Neubürgern in
den Neubaugebieten der Stadt über die bauliche Aufwertung der
Altstadt und die Überplanung des Rheinufers-Nord auf dem ehemaligen
Erlusgelände bis hin zu Fragen von sicheren Schulwegen, dem Bau von
Spielplätzen und der Intensivierung der Jugendarbeit. Auch in die
weitere Diskussion um den Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Speyer
wollen sich die “Ostler” aktiv mit einschalten und nachdrücklich
für die Umsetzung des Zieles “Energieversorgung in Speyer - 100 %
regenerativ” eintreten.
Zum Ende der
ersten Veranstaltung dieser Art zeigte sich Thomas Stevens
zufrieden mit der Resonanz in der Bürgerschaft: “Unsere Folder
wurden von den Mensch gerne angenommen - zahlreiche Gespräche
geführt, so dass wir uns auch für die beiden kommenden Wochenenden
einen echten Schub für unsere Arbeit versprechen.
Übrigens werden auch am nächsten und am darauf
folgenden Samstag wieder Überraschungsgäste am Stand der CDU
Speyer-Ost auf dem Königsplatz erwartet - und Diskussionsthemen
gibt es ohnedies mehr als genug. Foto: gc
26.05.2012
Nachwuchsförderung der CDU Rheinland-Pfalz in Mainz gestartet
v.l. Michael Wagner, Michael Spirk, Gregor Flörchinger
Michael Spirk aus Speyer in das Nachwuchsförderprogramm
aufgenommen
Am vergangenen Wochenende war es soweit: Der Generalsekretär der
CDU Rheinland-Pfalz, Patrick Schnieder MdB, und der
CDU-Landesgeschäftsführer, Jan Zimmer, gaben in Mainz den
Startschuss für das neue Nachwuchsförderprogramm der CDU
Rheinland-Pfalz. In Zusammenarbeit mit der Jungen Union
Rheinland-Pfalz werden in den kommenden zwei Jahren mehr als 80
interessierte junge Politiktalente aus dem ganzen Land in zentralen
Fertigkeiten der politischen Arbeit geschult.
Auf Vorschlag des CDU-Kreisvorsitzenden Michael Wagner und des
JU-Vorsitzenden Gregor Flörchinger ist auch Michael Spirk aus
dem CDU-Kreisverband Speyer mit in das Nachwuchsförderprogramm
aufgenommen worden. Der junge Christdemokrat wird gemeinsam mit den
anderen Politiktalenten am umfangreichen Seminar-, Mentoring- und
Praktika-Programm der CDU RLP teilnehmen. „Ich freue mich auf die
nächsten zwei Jahre“, so Michael Spirk. „Besonders gespannt bin ich
auf das Praktikum bei einem aktiven Politiker, aber auch die Kurse
zur Öffentlichkeitsarbeit und Kommunalpolitik versprechen
interessant und informativ zu werden.“
Michael Spirk ist gebürtiger Speyerer, besucht die 12. Klasse
des Friedrich-Magnus-Schwerd Gymnasiums und hat das Amt des
Schülersprechers inne. Mitglied in der CDU und der JU ist der junge
Christdemokrat seit 2010. Als begeisterter Fußball- und Formel 1
Fan liegt ihm insbesondere der Sport in Speyer sehr am Herzen.
Großes Interesse hat Michael Spirk auch an den Themen
Netzpolitik, Jugend und Bildung. Der Nachwuchspolitiker steht für
eine jugendfreundliche Stadt, in der das Miteinander der
Generationen groß geschrieben wird.
Das Nachwuchsförderprogramm der CDU Rheinland-Pfalz läuft nun
bereits zum dritten Mal – in diesem Jahr sogar über die
Landesgrenze hinaus: Auch der CDU-Nachbarverband aus dem Saarland
hat junge Nachwuchskräfte entsendet. Im Vordergrund steht die
Vermittlung politischer Grundlagen, wie z.B. das Wertefundament
christdemokratischer Politik. Als Mentoren haben sich Bundes- und
Landtagsabgeordnete sowie kommunale Spitzenpolitiker bereit
erklärt, dem jungen CDU-Nachwuchspolitiker aus dem CDU-Kreisverband
Speyer unterstützend zur Seite zu stehen. Michael
Wagner
20.05.2012
“Fraktionssitzung vor Ort” - Möglichkeiten zur politischen Bürgerbeteiligung:
CDU
erörtert Problemstellungen im Stadtteil Speyer-Nord
spk. Speyer. Die Speyerer
CDU-Stadtratsfraktion war fast vollzählig nach Speyer-Nord - “in
die Siedlung” - gekommen, um sich dort bei einer der inzwischen
schon zu einer guten Tradition gewordenen “Fraktionssitzungen vor
Ort” von den Verantwortlichen des Ortsverbandes über die aktuellen
Probleme des Stadtteils informieren zu lassen und um mit den
zahlreich erschienenen Bürgern in einen intensiven Dialog
einzutreten. Ortsvorsitzende Rosemarie Keller-Mehlem konnte zu
diesem Anlass insbesondere auch Oberbürgermeister Hansjörg Eger,
Landtagsabgeordneten Dr. Axel Wilke sowie den Fraktionsvorsitzenden
im Speyerer Stadtrat Dr. Gottfried Jung und den Kreisvorsitzenden
der CDU, Michael Wagner, begrüßen. Dabei nutzte Keller-Mehlem die
Gelegenheit, mit einer eindrucksvollen Bild-Präsentation die
tiefgreifenden Veränderungen und positiven Entwicklungstendenzen in
Speyer-Nord vorzustellen.
Als ein herausragendes Beispiel präsentierte dabei
der Stellvertretende Ortsvorsitzende, Peter Fechter, das 2008 durch
Bundesministerin Ursula von der Leyen eingeweihte
“Mehrgenerationenhaus”, mit dem die Stadt eine Antwort auf den
demographischen Wandel im Stadtteil geben wollte. Vielfältige
Aktivitäten bestimmten inzwischen den Alltag dieser Einrichtung,
die von der Bevölkerung in überaus erfreulichem Maße angenommen
würde. Mittagstisch und “Freitagsfrühstück” hätten das Haus, so
Peter Fechtre, zu einem echten Ort der Begegnung für Jung und Alt
werden lassen - zu einem Beispiel für Begegnungsstätten auch in
anderen Stadtteilen.
Positive Ergebnisse
konnte auch der zweiter Stellvertretende Vorsitzende im Ortsverband
Speyer-Nord, Claus Tröblinger vermelden, der über die Entwicklung
der Schullandschaft referierte. Ihm folgte ein Vortrag von Heinz
Wittemer, der über die vielfältige Industrie- und Gewerbestruktur
in Speyer-Nord referierte, die den Stadtteil zu einem der
wichtigsten Wirtschaftsstandorte in der Stadt habe wachsen
lassen.
Zu all diesen Entwicklungen - so konnte Rosemarie
Keller-Mehlem in ihrem Fazit feststellen - habe die CDU mit
vielfältigen Initiativen entscheidende Beiträge geleistet und sei
damit ihrem politischen Führungsanspruch in der Stadt immer wieder
in überzeugender Weise gerecht geworden. “Wir sind froh und dankbar
dafür, dass wir das meiste immer wieder auf dem ‘kleinen Dienstweg’
- im direkten Benehmen mit der Stadtverwaltung - lösen können”,
lobte sie die “Städtischen”.
Als ein vorbildlich funktionierendes Gemeinwesen
innerhalb der Stadt bezeichnete Fraktionschef Dr. Gottfried Jung
den Stadtteil Speyer-Nord, auf den man in Speyer zurecht stolz sein
dürfe. Das hier entwickelte Projekt “Soziale Stadt Speyer-Nord”
habe sich “als Glücksfall für Speyer und als Vorbild für
Speyer-West” herausgestellt und als Ausweis dafür, wie wichtig der
CDU im gesamten Stadtgebiet das Miteinander der Generationen sei.
Mit einer familien- und vor allem kinderfreundlichen Politik habe
die CDU durch den gezielten Einsatz erheblicher finanzieller Mittel
Wege dazu eröffnet, das ‘Ausbluten’ des Stadtteils zu verhindern.
Ebenso konsequent wie bei der Sozialpolitik handele die Union in
Speyer jetzt auch bei der Energiewende, so Dr. Jung, wo sie ihre
politische Führerschaft im Einvernehmen mit den Stadtwerken zu
einem Umbau der Energieversorgung auf 100% regenerative Energien
einsetze.
Verkehrsprobleme
bestimmten entscheidend die anschließende ebenso eingehende wie
sachliche Aussprache mit den Bürgerinnen und Bürgern an diesem
Abend. Insbesondere die Situation im Otterstadter Weg gab Anlass zu
einer ausführlichen und dann doch noch zum Teil recht emotionalen
Aussprache. Hier zeigte sich, dass die Interessen der
verschiedenen, angrenzenden Quartiere sich zum Teil unvereinbar
gegenüber stehen. Ein Anwohner, der sich dazu vor gut drei Wochen
schriftlich bei allen Fraktionen und Gruppen im Stadtrat zu Wort
gemeldet hatte, lobte allerdings die CDU - sie habe sich als
einzige auf seine Intervention hin gemeldet.
Oberbürgermeister Eger bat die Anwohner in diesem
Bereich um Verständnis dafür, dass unter veränderten Umständen auch
einmal gemachte Zusagen erneut auf den Prüfstand gestellt werden
müßten. Im Rahmen des derzeit in der Diskussion befindlichen
Verkehrsentwicklungsplanes VEPL werde deshalb auch die Situation im
Otterstadter Weg/Erlenweg und die damit verbundene Öffnung der
Absperrschranke auch noch einmal erörtert.
Noch eine ganze Reihe weiterer Einzelfragen kamen
an diesem Abend auf den Tisch - so die ungelösten Probleme mit den
entlang der Siemens-Straße geparkten LKW, die oft beklagten
Verschmutzungen im Stadtteil und schließlich auch die Neuordnung
des ÖPNV. Dazu musste Oberbürgemeister Eger auch in Speyer-Nord auf
die durch den Kommunalen Entschuldungsfonds bedingten
Einsparungzwänge hinweisen - hängt doch auch in Speyer-Nord alles
mit allem zusammen. Foto: Privat
16.05.2012
Speyerer CDU-Kreisvorsitzender will “virtuellen Ortsverband” ins Leben rufen
Michael Wagner
mit bundesweit einmaliger Initiative auf kommunaler Ebene
von Gerhard Cantzler
Die Gründung eines virtuellen Ortsverbandes
als fünfter Untergliederung des von ihm geführten Kreisverbandes
Speyer hat jetzt CDU-Kreisvorsitzender Michael Wagner
im Gespräch mit dem SPEYER-KURIER in die Diskussion
gebracht. Doch was verbindet die CDU mit einem solchen Denkansatz?
Soll ein ‘virtueller Ortsverband’ jetzt die Antwort der CDU auf die
Erfolge der Piraten-Partei sein - auf ihren - wie’s scheint -
ungebremsten Durchmarsch in die Länderparlamente - so wie zuletzt
bei den Wahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein und zuletzt auch
in Nordrhein-Westfalen?
“Ganz und gar nicht!”, entgegnet Michael Wagner
entschieden. “Meine Überlegungen sind vielmehr getrieben von der
Erkenntnis, dass die etablierten Parteien bis hin zu den Grünen
kaum mehr über eine gemeinsame, tragfähige Gesprächsbasis mit der
jungen Generation verfügen - mit einer jungen Generation also, für
die es immer selbstverständlicher wird, über das Internet
miteinander zu kommunizieren und die sich dazu immer häufiger der
‘social networks’, der sozialen Netzwerke wie facebook oder twitter
bedient. Das habe ich nicht zuletzt in Gesprächen mit
Oberstufenklassen Speyerer Gymnasien gelernt, wo mir immer wieder
vorgehalten wurde, die ‘alten’ Parteien würden viel zu selten das
Gespräch mit der ‘Generation Facebook’ suchen.
Mein Ansatz hat also ganz und gar nichts mit dem
Aufstieg der Piraten zu tun, den ich im übrigen in seiner
Wirkungskraft für begrenzt halte”.
SPEYER-KURIER: “Also mehr als nur ein reiner
PR-Gag?”
Michael
Wagner: “Aber natürlich. Mir geht es vielmehr darum, dorthin zu
gehen, wo wir auf unsere Gesprächspartner treffen. Wenn dies aber
nicht mehr auf den herkömmlichen Plattformen möglich ist - bei
Mitgliederversammlungen, bei Frühschoppen oder bei parteiinternen
Gesprächskreisen - dann müssen wir eben dorthin gehen, wo wir die
Menschen finden, von denen wir uns erhoffen, dass sie eines Tages
von uns die politische Verantwortung übernehmen - dass sie unsere
politische Arbeit weiterführen - und wenn das heute im Internet
leichter ist, dann müssen wir uns auch auf diese Ebene
einstellen.”
SPEYER-KURIER: Heißt das auch für Sie
‘uneingeschränkte Teilhabe’ an allen politischen
Entscheidungsprozessen oder gibt es da für Sie Grenzen?
Michael Wagner: Natürlich muss es auch im
Internet Spielregeln geben, über die sich alle einig sind und an
die sich alle Beteiligten halten. Verunglimpfungen von
Andersdenkenden oder die Beschimpfung von Mitdiskutanten im Schutze
der Anonymität beispielsweise können so sicher nicht hingenommen
werden. Denn auch im virtuellen Raum geht m.E. Rechtsstaatlichkeit
vor uneingeschränkter Freizügigkeit.
Zum anderen sollten sich die Mitglieder des neuen,
virtuellen Ortsverbandes wie alle anderen Mitglieder der Partei den
Grundwerten der Union verpflichtet fühlen.
Auch scheint mir eine inhaltliche und strukturelle
Gliederung der zu behandelnden Themen unabdingbar, um so auch die
sachgerechte Umsetzung der geäußerten Meinungen in den weiteren
politischen Entscheidungsprozessen möglich zu machen.
Natürlich können die Akteure in einem virtuellen
Ortsverband auch ihrerseits neue Themen einbringen - im
wesentlichen aber sollte sich die Themenauswahl an der aktuellen
politischen Diskussion im Kreisverband orientieren. Nur so wird es
am Ende auch möglich sein, anstehende Entscheidungsprozesse auch in
den parteiübergreifenden Abstimmungen, insbesondere im Stadtrat,
furchtbar werden zu lassen.
SPEYER-KURIER: Wie stellen Sie sich den
weiteren Fortgang des Aufbaus dieses “virtuellen Ortsverbandes” vor
- wie soll es jetzt konkret weitergehen?
Michael
Wagner: In der nächsten Kreisvorstandssitzung wollen wir eine
Arbeitsgruppe ins Leben rufen, in der sachverständige Parteifreunde
- solche also, die auch jetzt schon “im Netz unterwegs” sind, und
die über einschlägige Erfahrung mit diesem neuen Medium verfügen,
zusammenkommen, um die Rahmenbedingungen für einen solchen neuen
“Ortsverband” abzustecken. Dann müssen wir mit unseren
Vorstellungen aber auch in die übergeordnete Parteigremien hinein,
denn nur so werden unsere Überlegungen in vollem Umfang effizient
werden können.
SPEYER-KURIER: Wie neu - wie einzigartig ist
denn eigentlich die Aufstellung eines Ortsverbandes als virtueller
Einrichtung in der deutschen Parteienlandschaft?
Michael Wagner: Nach unseren Erkenntnissen
ist die Speyerer CDU derzeit die einzige politische Gruppierung auf
lokaler Ebene in Deutschland, die versucht, neue Aktivitäten auf
virtueller Basis zu generieren und dadurch auch neue, wirklich
aktive Mitglieder zu gewinnen. Etwas Vergleichbares besteht
allerdings seit kurzem schon bei der Mittelstandsvereinigung der
Union, die damit bereits erste, sehr gute Erfahrungen gesammelt
hat.
Also - warum sollten wir jetzt nicht die
Gelegenheit ergreifen und das Experiment eingehen, um etwas
gänzlich Neues auszuprobieren? - An der Zeit wäre es jedenfalls -
nach meiner Meinung. Foto: gc
16.05.2012
Speyerer Jugendstadträte zu Gast beim CDU-Kreisverband Speyer
Lucas Schröer und Mica Wagner stellen sich und die Arbeit des
Jugendstadtrates vor
Im Dezember des vergangenen Jahres hatte der
CDU-Kreisvorsitzende Michael Wagner den neu gewählten Speyerer
Jugendstadträten zu ihrer Wahl gratuliert und mit dieser
Gratulation auch eine Einladung zu einer Kreisvorstandssitzung des
CDU-Kreisverbandes Speyer ausgesprochen. Diesem Versprechen kam der
CDU-Vorsitzende nun nach und konnte so in der letzten
Kreisvorstandssitzung Vertreter des Speyerer Jugendstadtrates
begrüßen. Lucas Schröer, stellvertretender Vorsitzender des
Jugendstadtrates, und Jugendstadtrat Mica Wagner stellten sich den
Mitgliedern des Kreisverbandes vor und erläuterten ihre
Beweggründe, weshalb sie sich um das Amt des Jugendstadtrates
beworben hatten. Eine gute Stunde schilderten sie die aktuelle
Arbeit des Speyerer Jugendstadtrates und informierten sich vor Ort
über die Strukturen und die Arbeit der Speyerer Christdemokraten.
Michael Wagner und Dr. Gottfried Jung erläuterten den
Jugendstadträten Funktion- und Arbeitsweise von Kreisvorstand,
Fraktion, Arbeitsausschüssen sowie des obersten
Entscheidungsgremiums, des Stadtrates, während Landtagsabgeordneter
Dr. Axel Wilke das Kommunal- und Landtagswahlrecht erklärte. Nach
einer eingehenden Aussprache bedankte sich der CDU-Kreisvorsitzende
für das politische Engagement der beiden Jugendstadträte, wünschte
ihnen eine erfolgreiche Ratsarbeit und versprach, dass der
CDU-Kreisverband die Arbeit der Jugendstadträte jederzeit
unterstützen wolle. Lucas Schröer und Mica Wagner bedankten sich
ihrerseits für die Einladung und das Interesse an ihrer Arbeit und
sprachen zum Abschluss den Wunsch aus, dass es schon bald zu einer
Fortsetzung des Dialogs und des Informationsaustausches kommen
möge. CDU Kreisverband Speyer, Presse
08.05.2012
10. Klasse der Realschule plus Siedlungsschule Speyer besuchen Landtagsabgeordnete Friederike Ebli in Mainz
Die Schüler auf der Treppe des Landtages mit Friederike Ebli
Auf Einladung der SPD-Landtagsabgeordneten Friederike Ebli
besuchten 14 Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse der Realschule
plus Siedlungsschule zusammen mit ihren Lehrerinnen Frau Schulze
und Frau Müller die Landeshauptstadt Mainz.
Das Programm begann mit einer Führung beim
Südwestrundfunk. Hier eröffnete sich den Besucherinnen und
Besucher die digitale Welt der Hörfunkstudio- und Fernsehstudios.
Anschließend stand ein Besuch des Landtags auf dem Programm. Nach
dem Mittagessen durfte die Gruppe den Plenarsaal besichtigen
und erfuhr einiges über die Geschichte des Landes und die
parlamentarische Arbeit. Der danach gezeigte
Landtagsfilm ergänzte die Informationen anschaulich und informativ.
Beim abschließenden Gespräch mit Friederike Ebli wurden die
Eindrücke noch vertieft. Kompetent und ausgesprochen kurzweilig
erzählte die Abgeordnete über ihre Arbeit in den Ausschüssen
und als Vorsitzende des Innenausschusses. „Dabei ist es mein
persönliches Ziel, immer ein offenes Ohr für die Anliegen
und Sorgen der Bürgerinnen und Bürger zu haben
und mit Ihnen gemeinsam Lösungswege zu finden“, so Friederike Ebli.
Fazit der Lehrerinnen und Schüler: Es war für alle eine sehr
informativer Ausflug mit positiver Nachhaltigkeit. Alle waren
begeistert. Text und Foto: Bürgerbüro Friederike Ebli,
MdL, Presse
20.04.2012
Stellungnahme der Jusos „Schulverkehrskonzept dringend notwendig“
Im Mittelpunkt der
gesellschaftlichen Diskussion steht die Verbesserung der
Bildungschancen für Kinder und Jugendliche. Zu einem zeitgemäßen
Schulstandort und den damit notwendigen verbundenen
Standortentwicklungen bedarf es jedoch auch Lösungen bezüglich der
einhergehenden Verkehrsbelastung.
Für Eltern stellt sich -neben der Wahl einer geeigneten Schule-
oftmals die Frage: Wie kommt mein Kind in die Schule? Es müssen
Lösungen gefunden werden, die unserem gemeinsamen Anspruch in der
Bildungspolitik gerecht werden. Hierbei ist ein Verkehrskonzept
„Rund um die Speyerer Schulen“ unabdingbar, welches sowohl die
Bedürfnisse der Eltern und ihrer Kinder, als auch die Interessen
der Anwohner berücksichtigt.
Im Fokus des Interesses muss aus Sicht der Jusos die Sicherheit
der Kinder und Jugendlichen stehen. Deshalb darf es nicht sein,
dass die Gefährdung der Verkehrssicherheit von Kindern und
Jugendlichen, die Ihren Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad
meistern, ignoriert wird. Insbesondere müssen die Brennpunkte durch
erhöhte Verkehrsbelastung wie parkende Autos oder abholende Eltern
im Bereich der Berufsbildenden Schule, des Doppelgymnasiums, aber
auch der Woogbachschule entschärft werden, bspw. durch so genannte
„Abholerflächen“.
Deshalb unterstützten die Jusos Speyer ausdrücklich die
Initiative der SPD-Stadtratsfraktion, die am 13.04.2010 einen
Antrag sowie am 15.10.2010 eine entsprechende Anfrage bezüglich der
Verbesserung der Schülerbeförderung in die Ganztagsschulen und in
die weiterführenden Schulen in Speyer, die in Zusammenarbeit mit
den VBS und dem VRN entwickelt werden soll, gestellt hat. Ein
Verkehrskonzept „Rund um die Speyerer Schulen“ muss als Teil des
neuen Verkehrsentwicklungs- bzw. des Schulentwicklungsplans
entwickelt werden.
Mit großem Bedauern müssen wir allerdings feststellen, dass
weder der Antrag noch die Anfrage bisweilen in betreffenden
Ausschüssen behandelt noch dem Stadtrat seitens der Verwaltung
hierüber zufriedenstellend berichtet wurde. Eine Schulentwicklung,
die diese Probleme ignoriert, nimmt die Belange der Anwohner, der
Eltern, aber insbesondere auch der Schülerrinnen und Schüler nicht
ernst. Jusos Stadtverband Speyer, Presse
12.04.2012
CDU Initiative zum Nahversorgungszentrum Vogelgesang
Herrn Oberbürgermeister
Hansjörg Eger
Maximilianstraße 100
67346
Speyer
13.03.2012
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
mit großem Bedauern haben wir davon Kenntnis genommen, dass der
Schlecker-Markt im Vogelgesang wohl schließen wird. Dies führt dann
zu einem weiteren Leerstand in einem Objekt, das vor Jahren als
positives Beispiel eines Nahversorgungszentrums für den Vogelgesang
gestartet war. Weitere Leerstände in diesem Zentrum gibt es zum
Teil schon seit mehreren Jahren. Früher gab es in diesem
Geschäftszentrum einmal eine Metzgerei, ein Kiosk, ein
Gemüsegeschäft, ein Friseurgeschäft und eine Poststelle sowie ein
recht gut frequentiertes Restaurant. Ohne den Schleckermarkt gibt
es nur noch Einzelhandel in Gestalt einer Bäckerei, die hoffentlich
als einzige Bäckerei jenseits der Umgehungsstraße erhalten bleibt
und eine Apotheke mit ihrer sehr im Stadtteil verwurzelten
Inhaberin.
Ein Problem für das Nichtfunktionieren des Zentrums sehen wir
darin, dass es dort etwa acht Einzeleigentümer von meist kleinen
Einheiten und offenbar keine Zusammenarbeit der vorwiegend
auswärtigen, zum Teil weit entfernt wohnenden Eigentümer gibt. Wir
nehmen dies zum Anlass, Sie zu bitten, im Rahmen der
Wirtschaftsförderung mit allen Eigentümern Kontakt aufzunehmen und
zu versuchen, diese dafür zu gewinnen, eine gemeinsame
Vermarktungsstrategie für das Zentrum zu verfolgen bzw. damit
gemeinsam ein professionelles Unternehmen zu beauftragen. In diesem
Zusammenhang sollte auch die Bereitschaft erreicht werden, dass
kleinere Einheiten zu größeren zusammengelegt werden, um eine
bessere Vermarktbarkeit zu erreichen.
Für eine solche Initiative spricht, dass wohl nur dadurch die
Chance besteht, das einzige Nahversorgungszentrum für den
Vogelgesang und das künftig noch größer werdende Neuland zu
entwickeln.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gottfried Jung
Fraktionsvorsitzender
15.03.2012
Anfrage der CDU Stadtratsfraktion wegen Entwicklung Feinstaubbelastung
Herrn Oberbürgermeister
Hansjörg Eger
Maximilianstraße 100
67346
Speyer 09.03.2012
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir bitten, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der
nächsten Stadtratssitzung zu nehmen:
1. Wie stellt sich die
Gesamtentwicklung der Feinstaubbelastung im Raum Speyer
dar?
2. Inwieweit sind die
Maßnahmen nach Ziffer 4 des Aktionsplans zur Minderung der
Feinstaubbelastung umgesetzt worden?
3. Soweit einzelne
Maßnahmen noch nicht verwirklicht wurden: Welche Hinderungsgründe
bestehen und wann ist ggf. mit einer Umsetzung zu rechnen?
4. Sind weitere, nicht
im Aktionsplan aufgeführte Maßnahmen vorgesehen oder bereits
realisiert worden?
5. Lässt sich infolge
der Umsetzung der Maßnahmen eine Verbesserung der Situation,
sprich: eine messbare Reduzierung der Feinstaubbelastung,
feststellen („Wirkungskontrolle“ nach Ziffer 8 des
Aktionsplans)?
6. Lassen sich ggf.
eingetretene Verbesserungen bestimmten Maßnahmen zuordnen?
Begründung:
Da in Speyer vor einigen Jahren zeitweise die Gefahr der
Überschreitung der Grenzwerte für die Feinstaubbelastung bzw. der
maximal zulässigen Überschreitungstage (35) bestand, war
entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen ein „Aktionsplan zur
Minderung der Feinstaubbelastung“ aufzustellen. Dieser wurde durch
die Abteilung Umwelt und Forsten in Zusammenarbeit mit dem
Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht erstellt
und nach Beratung durch den Umweltausschuss am 01.06.2006 vom
Stadtrat am 21.09.2006 verabschiedet.
Die CDU-Stadtratsfraktion unterstützte die Vorlage des
Aktionsplanes 2006 für Speyer als einen wichtigen Schritt zur
Schaffung gesunder Lebensverhältnisse in unserer Stadt. Wir
schätzen auch weiterhin die Bedeutung des Aktionsplanes als hoch
ein.
Auch wenn generell festgestellt werden muss, dass die lokalen
Einflussmöglichkeiten auf die Feinstaubbelastung als
vergleichsweise gering einzustufen sind (nach den derzeitigen
Schätzungen sind „nur“ 10-16 % der Gesamtfeinstaubbelastung in
Speyer auf lokale Ursachen zurückzuführen, vgl. Ziffer 3.4
Aktionsplan), sind wir der Auffassung, dass jede -wenn auch kleine
- Verbesserung der Situation, die innerhalb lokaler
Einflussmöglichkeiten liegt, genutzt werden sollte, sofern sie
verhältnismäßig ist.
Der Ausschuss für Umwelt und Verkehr wurde zuletzt in den
Sitzungen vom 06.03.2008 und 12.02.2009 von der Verwaltung
über Ergebnisse der jeweiligen „Feinstaubbelastungsepisoden“
informiert. Nach nunmehr gut 5 Jahren Existenz des Aktionsplanes
sollte nach Auffassung der CDU-Stadtratsfraktion eine Evaluation
erfolgen.
Im Hinblick auf Ziffer 6 der Anfrage ist auszuführen: Der lokale
Kfz-Verkehr (und auf diesen beschränken sich die kommunalen
Einflussmöglichkeiten im Bereich Verkehr) macht Schätzungen des
Landesamts für Umweltschutz, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht
zufolge eine Belastung von ca. 35 % aus. Dies wiederum ist vor dem
Hintergrund zu sehen, dass nur 10-16 % der lokalen Belastung auch
tatsächlich lokal verursacht sind.
Auch hier ist daher leider festzuhalten, dass das
Verbesserungspotential im Rahmen der kommunalen
Einflussmöglichkeiten schon rechnerisch sehr begrenzt ist. Dennoch
wäre es ein Ansatz, mit dem Bereich ÖPNV, der zur
Neuausschreibung ansteht und daher auch eine Möglichkeit der
Verbesserung bietet, einen Beitrag zur weiteren Minderung der
Feinstaubbelastung zu leisten.
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Gottfried Jung
Fraktionsvorsitzender
10.03.2012
Anfrage der CDU wegen Bahnhaltepunkt Nord-West
Herrn
Oberbürgermeister
Hansjörg Eger
Maximilianstraße 100
67346 Speyer
Bahnhaltepunkt Nord-West
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Bei einem öffentlichen Gespräch der CDU mit Bürgern in
Speyer-West wurden u.a. die unzulänglichen Abstellmöglichkeiten für
Fahrräder am Bahnhaltepunkt Nord-West bemängelt. Beim Bau des
Haltepunktes wurden auch überdachte Fahrradständer und
abschließbare Fahrradboxen errichtet. Letztere wurden von den
Fahrgästen der Bahn dankbar angenommen, leider jedoch durch
Gewalteinwirkungen immer wieder beschädigt, teilweise sogar
aufgebrochen. Seit kurzem sind sie entfernt.
Den nunmehr mit dem Fahrrad zum Haltepunkt kommenden Bahnfahrern
stehen nur noch die Fahrradunterstände beiderseits der Bahnlinie
zur Verfügung. Diese reichen nicht aus. Bereits jetzt sind sie voll
belegt, obwohl die eigentliche „Fahrradsaison“ aufgrund der
Witterungsverhältnisse noch nicht richtig begonnen hat. Nicht
zuletzt das zunehmende Umweltbewusstsein sowie ständig steigende
Benzinpreise lassen auch weiterhin eine Zunahme der Fahrradbenutzer
für den Weg zum und vom Bahnhaltepunkt erwarten.
Derzeit ist zu beobachten, dass ein Teil der Fahrräder wegen
Überfüllung der Unterstände an der Siemensstraße allzu nah am
Fahrbahnrand abgestellt werden muss. Teilweise umgefallene und auch
auf der Grünzone übereinander liegende Fahrräder stellen für den
direkt daneben vorbeiführenden Straßenverkehr eine nicht
unerhebliche Gefahr dar.
Abhilfe könnte durch die Schaffung zusätzlicher
Fahrradunterstände erreicht werden. Hierfür könnten u.a. die durch
die Beseitigung der Fahrradboxen frei gewordenen Flächen genutzt
werden, zumal diese mangels Zufahrtsmöglichkeit ohnehin nicht als
Pkw-Stellplätze in Frage kommen.
Der CDU-Ortsverband Speyer-West bittet Sie deshalb, darauf
hinzuwirken, dass am Bahnhaltepunkt Nord-West zusätzliche
Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen werden.
Des weiteren bitten wir klären zu lassen, ob und unter
welchen Voraussetzungen es möglich ist, vom westlichen
Bahnsteig aus unter der Brücke der Landwehrstraße hindurch einen
Zugang zum Lyautey-Gelände zu schaffen. Der Geländestreifen neben
der Bahnlinie wäre breit genug. Bisher erreichen die mit der Bahn
kommenden Besucher dieses Gebiet nur auf dem Umweg über den
privaten Parkplatz des angrenzenden Supermarktes sowie über die
Kreuzung Iggelheimer Straße/Landwehrstraße.
Ein direkter Zugang wäre für die Betroffenen eine erhebliche
Erleichterung.
Mit freundlichen Grüßen
Georg Emes
Vositzender CDU Ortsverband Speyer-West
10.03.2012
Lebhafte Diskussionen bei der öffentlichen Sitzung der CDU-Fraktion des Stadtrates

Ein diskussionsfreudiges Publikum fand sich zur öffentlichen
Sitzung der CDU-Fraktion des Stadtrates im Haus Pannonia ein. Im
Beisein von Oberbürgermeister Hansjörg Eger und Bürgermeisterin
Monika Kabs präsentierten sich die vom Vorsitzenden des CDU
Ortsverbandes Speyer-West, Georg Emes, begrüßten Mandatsträger im
bevölkerungsreichsten Speyerer Stadtteil. Den Ratsmitgliedern gehe
es nach den Worten des Vorsitzenden der CDU Stadtratsfraktion, Dr.
Gottfried Jung, hierbei in erster Linie darum, mit den Bürgern ins
Gespräch zu kommen, sie anzuhören und zu erfahren, „wo sie der
Schuh drückt“.
Unterstützt durch eine Power-Point Präsentation riefen der
Ortsvorsitzende und sein Stellvertreter Thomas Cantzler die
besonderen Merkmale von Speyer-West in Erinnerung. Dabei ging es in
erster Linie um die Wohn- und Arbeitssituationen sowie um die
zahlreichen Bildungseinrichtungen und das vielgestaltige
Förderprogramm „Soziale Stadt Speyer-West“. Anschließend hatten die
beiden in diesem Stadtteil wohnenden Ratsmitglieder, Gerlinde
Görgen und Angelika Wöhlert, Gelegenheit aus den
Interessensbereichen ihrer kommunalpolitischen Arbeit zu berichten.
Sie thematisierten vor allem die breit gefächerten Aktivitäten und
Angebote im allgemeinen Netzwerk Speyer-West, in den Bereichen
Jugend, Sport und Dienstleistung sowie im Unternehmensnetzwerk „www
– im Westen Wirtschaft wagen“.
Mehrere Anwesende
bemängelten die nach ihrer Meinung unzulängliche Anbindung des
Lyautey-Geländes an den Busverkehr. Ältere und gebrechliche,
vielfach alleinstehende Besucher des Therapiezentrums oder des
Ärztehauses Cura Center hätten mit ihrer meist kärglichen Rente
häufig nur die Möglichkeit, mit dem Taxi dorthin zu kommen, was auf
Dauer finanziell nicht verkraftbar sei. Den Bürgern wurde zugesagt,
bei den Vorbereitungen für die Neuausschreibung des
Stadtbusverkehrs ab dem Jahre 2014 prüfen zu lassen, ob und in
welcher Weise dort eine Verbesserung möglich und auch vor dem
Hintergrund der finanziellen Einschränkungen im Rahmen des
kommunalen Entschuldungsfonds finanzierbar ist.
In diesem Zusammenhang verwies der Fraktionsvorsitzende auf
seine kürzliche Initiative, zu dieser Thematik eine
Diskussionsrunde unter Beteiligung der Stadt, der Verkehrsbetriebe,
des Verkehrsausschusses und der Ratsmitglieder einzuberufen, bei
der auch innovative Konzepte anderer Städte vorgestellt werden
könnten.
Zur Kritik an der Ansiedlung des Ärztehauses auf das am
Stadtrand liegende Lyautey-Gelände verwies beispielhaft eine Ärztin
auf die unzulänglichen früheren Praxisräume. Sie verfügten über
keinen Aufzug, wären zu eng bemessen und damit nicht
behindertengerecht gewesen. Aus diesen und einer Vielzahl weiterer
Gründe hätten sie nicht mehr den heute an eine zeitgemäße
Arztpraxis zu stellenden Anforderungen entsprochen. Deshalb habe
man sich mit anderen Ärzten verständigt und gemeinsam den Bau eines
den Bedürfnissen gerecht werdenden Ärztehauses initiiert.
Eine Teilnehmerin bemängelte die Tatsache, dass am
Bahnhaltepunkt Nord-West lediglich in Fahrtrichtung Schifferstadt
ein Fahrkartenautomat zur Verfügung steht. Darüber hinaus wurden
die dort unzulänglichen Kapazitäten der Fahrradständer
angesprochen. Angeregt wurde auch die Klärung der Frage, ob es
möglich ist, vom westlichen Bahnsteig aus unter der Überführung der
Landwehrstraße einen direkten Zugang zum Lyautey-Gelände zu
schaffen. Dies würde den Umweg über den Parkplatz des dortigen
Supermarktes und über die Straßenkreuzung ersparen.
Die Frage, ob die für
die Renaturierung des Woogbaches vorgesehenen Finanzierungsmittel
nicht besser für andere Zwecke (z.B. Bau einer Kindertagesstätte)
verwendet werden könnten, musste verneint werden. Die Verbesserung
der Wasserqualität des Woogbaches sei Teil eines europaweiten
Förderprogramms für fließende Gewässer. Nur für diesen Zweck
stünden die Fördermittel zur Verfügung. Sie ließen es zu, die
bereits vor längerem beschlossenen und ohnehin auf die Stadt
zukommenden Maßnahmen kostengünstiger durchzuführen, als dies
später möglich wäre.
Auch die Probleme hinsichtlich der differenzierten
Fördermöglichkeiten gemeinschaftlicher Wohnprojekte für ältere
Menschen und der hiervon abweichenden Vorstellungen der jeweiligen
Interessenten waren zu erläutern, als es um die Frage der
Genehmigungsdauer eines von der GEWO in Aussicht gestellten
Wohnprojektes für Senioren ging.
Aufmerksam registriert wurde auch die Anregung eines Bürgers, in
der neuen „Quartiersmensa plus St. Hedwig - Q + H“ evtl. EDV-Kurse
für Senioren anzubieten, die sicherlich genügend Interessenten
finden würden.
Insgesamt entwickelte sich ein lebhafter Gedankenaustausch, der
manche Entscheidung der kommunalpolitisch Verantwortlichen
transparenter erscheinen ließ und andererseits hilfreiche
Anregungen für die künftige stadtteilbezogene Arbeit im Rat und in
der Verwaltung vermittelte. Georg Emes
08.03.2012
Krach in der Speyerer FDP - Dr. Wolf Böhm ficht Wahlen zum Kreisvorstand an
Jürgen Creutzmann MdEP widerspricht
Rechtsauffassung des Beigeordneten
cr. Speyer. Die
Aufhebung aller beim letzten Kreisparteitag der FDP am vergangenen
Freitag erfolgten Wahlvorgänge, Wahlen und Beschlüsse hat jetzt das
Mitglied der Speyerer FDP und ehrenamtliche Beigeordnete, Dr. Wolf
Böhm, gefordert. In einem Schreiben an den Landesschiedsausschuss
seiner Partei, das er auch als Presseerklärung verbreitete,
bezeichnete Dr. Böhm die Wahlen sowie alle an diesem Abend
gefällten Beschlüsse des Kreisparteitages als ungültig, da sie
rechtswidrig zustande gekommen seien. Als Begründung für seinen
Widerspruch führt Dr. Böhm die Tatsache ins Feld, dass an diesem
Abend weniger als die Hälfte der Mitglieder der Speyerer FDP
anwesend gewesen seien.
Jürgen Creutzmann
MdEP, Mitglied des Geschäftsführenden Landesvorstandes der FDP, der
an diesem Abend zum Versammlungsleiter bestimmt worden war, zeigte
sich auf Anfrage des SPEYER-KURIER verwundert über diese
Intervention Dr. Böhms. “Ich habe ihm schon an diesem Abend die
Satzung unserer Landespartei zitiert, wonach ‘Kreisparteitage und
andere Mitgliederversammlungen der FDP ohne Rücksicht auf die Zahl
der erschienenen Mitglieder beschlussfähig sind’. Das ist bei der
FDP nicht anders wie bei allen anderen demokratischen Parteien”,
erklärte Creutzmann und verwies darauf, dass anderenfalls wohl nur
höchst selten im Lande Mitgliederversammlungen politischer Parteien
beschlussfähig seien.

Bei dem Kreisparteitag am vergangenen Freitag war
der bisherige Kreisvorsitzende Dennis Peterhans mit 17 von 20
abgegebenen Stimmen - bei Enthaltung des Betroffenen - in seinem
Amt als Vorsitzender der Speyerer FDP bestätigt worden. ZU seinen
Stellvertretern wählte die Versammlung Mike Oehlmann und Eberhard
Specht, zum Schatzmeister. Foto: Archiv-spk
04.03.2012
Konversion der Bundeswehrliegenschaften -
SPD diskutiert Mammutprojekt mit vielen
Fragezeichen.
cr.
Speyer. Einen ersten Schritt auf einem sicher noch langen und
mühevollen Weg zur Konversion der in Speyer frei werdenden
militärischen Liegenschaften hat jetzt die Speyerer SPD mit einer -
wie es in der Einladung hieß - “parteiübergreifenden”
Diskussionsveranstaltung getan. Und dass sich die Speyerer von
diesem Thema in hohem Maße betroffen fühlen, zeigte die große Zahl
der Besucher an diesem Abend - Mitglieder und Nichtmitglieder der
Partei, die der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Speyerer Stadtrat,
Dr. Markus Wintterle, im Vereinsheim des AV 03 begrüßen konnte.
Unter ihnen waren auch Vertreter anderer im Stadtrat vertretenen
Parteien und Gruppen wie Martin Roßkopf (Speyerer Wählergruppe
SWG), Dr. Owe-Karsten Lorenz und Helmut Stickl (Bündnis 90/Die
Grünen) und Dr. Dieter Jakumeit (FDP) - dazu die Repräsentanten der
Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften in der Stadt, Alfred
Böhmer , Geschäftsführer der GEWO und Alexander Braun, Vorstand der
Gemeinnützigen Baugenossenschaft GBS. Mit besonderer Herzlichkeit
konnte Dr. Wintterle aber auch den in Fragen der Stadtentwicklung
noch immer hochengagierten Altoberbürgermeister Dr. Christian
Roßkopf sowie die Vorsitzende des Landtagsinnenausschusses,
Friederike Ebli MdL, willkommen heißen.
In einer
ersten “Aufwärmrunde” auf der eigens zu diesem Anlass noch einmal
reaktivierten “roten Couch” zeichnete Dr. Wintterle sodann den
politischen Werdegang der Referentin des Abends, Heike Raab, nach,
die - als Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen
Innenministerium und Mitglied im “Konversionskabinett” - einer
rheinland-pfälzischen Besonderheit, um die andere Bundesländer das
Land inzwischen beneiden - aus erster Hand über den Stand der durch
die Strukturreform der Bundeswehr notwendig werdenden
Konversionsmaßnahmen berichten konnte.
Wer allerdings zu diesem Abend mit der Erwartung
gekommen war, Heike Raab könne bereits jetzt mit Patentrezepten für
die Lösung der gewaltigen Zukunftsaufgaben aufwarten, die mit der
Konversion auch auf Speyer zukommen, der hätte die Möglichkeiten
dieser Diskussion zweifelsohne überfordert.
Statt dessen
konnte die Staatssekretärin auf die reichen Erfahrungen verweisen,
die das Land mit den bisher schon erfolgreich bewältigten 624
Konversionsprojekten in Rheinland-Pfalz gesammelt habe. “Und das
allerbeste, was ich Euch dazu noch sagen möchte: Nach Abschluss
jedes einzelnen Projektes gab es an den Standorten mehr
Arbeitplätze als zuvor”, so Heike Raab gegenüber der Versammlung.
Dieses Wissen habe die Landesregierung ermutigt, sich mit
Zuversicht und Optimismus auch den neuen Herausforderungen zu
stellen. .
Die diesbezüglichen Erfahrungen, die
Rheinland-Pfalz inzwischen auch anderen Bundesländern zugänglich
mache, sollten deshalb jetzt schleunigst auch den von Schließung
oder Verkleinerung ihrer Garnisonen betroffenen Kommunen im Lande
zugute kommen. “Unsere eigens zu diesem Zweck gegründete
“Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.” steht dazu auch heute
schon allen betroffenen Kommunen - natürlich auch der Stadt Speyer
- beratend zur Seite”, versicherte die Staatssekretärin. die darauf
verwies, dass sie mit dem Freiwerden der militärischen
Liegenschaften in Speyer erst für die Zeit ab 2015 bis 2017
rechne.
Bis dahin, so
empfahl sie, sollten Ideen und Konzepte für die zukünftige Nutzung
der Grundstücke entwickelt und an kompetenter Stelle deponiert
werden. “Je zwingender die von Euch entwickelten Ideen sind, um so
schwerer wird es dann später sein, sie bei den anstehenden
Entscheidungen zu übergehen”, betonte die Politikerin. Wichtig sei
es aber auch, dass die Stadt ihre Planungshoheit in vollem Umfang
ausschöpfe und so denkbaren Fehlentwicklungen frühzeitig vorbeuge.
Dies gelte insbesondere auch für die Verhandlungen über die frei
werdenden Grundstücke, für deren Verwertung das
Bundefinanzministerium mit der BIMA - der Bundesimmobilen-Agentur”
- eine eigene Einrichtung gegründet habe. Im Gegensatz zu früheren
Veräußerungsrunden, bei denen der Bund als Eigentümer der
Grundstücke stets mit klaren Preisvorstellungen in die
Verhandlungen gegangen sei, versuche die BIMA nun, Bieterverfahren
zu initiieren. Angesichts der Tatsache aber, dass das bisher
geltende Vorkaufsrecht der Kommunen in solchen Fällen massiv
eingeschränkt worden sei und der Bund bei der Frage nach eigenen
Konversions-Programmen mit Verweis auf andere, mit der Reform
verbundene Aufgabenstellungen, bereits “abgewinkt” habe, müßten die
betroffenen Kommunen ihren Spielraum durch noch bessere Ideen und
noch mehr Kreativität erweitern.
Gegen diese neue Form der Grundstücksvergabe wurden
auch in der anschließenden Diskussion erhebliche Bedenken laut: Für
die gemeinnützigen Wohnungsbauunternehmen warnte GEWO-Chef Alfred
Böhmer davor, Verfahren zuzulassen, bei denen Unternehmen wie GEWO
oder BGS von vorne herein “den Kürzeren ziehen” müßten. In die
gleiche Richtung argumentierte auch Friederike Ebli, die sogar die
Besorgnis äußerte, dass öffentliche Diskussionen paradoxerweise
unter Umständen sogar schaden könnten. “Je besser und zwingender
eine Idee sein wird, um so größer könnte die Gefahr sein, dass sie
jemand für sich zu nutzen versucht und dazu den Ideengeber mit
einem höheren Gebot aushebelt”, zeigte sich die Abgeordnete besorgt
und riet deshalb eher für “leisere Diskussionen”.
Zur Nutzung
des Areals der heutigen Kurpfalzkaserne zeigte sich Alfred Böhmer
skeptisch, dass diese Liegenschaft sich zum Wohnungsbau eignen
könne. “Von dort zum Dom zu gelangen, ist aufwändiger als von dort
nach Ludwigshafen zu fahren”, stellte er fest. Es müsste dort
deshalb eine komplett neue Infrastruktur geschaffen werden - einen
neuen Stadtteil von Grund auf neu konzipieren. Außerdem wären die
zwingend notwendigen Lärmschutzmaßnahmen - “ohne Lärmschutz geht
heute überhaupt nichts mehr” - an dieser Stelle exorbitant
aufwändig. Sein Vorschlag deshalb: Gewerbebetriebe und Behörden aus
der Innenstadt auf das Bundeswehr-Areal umsiedeln und die dadurch
frei werdenden Innenstadtflächen für den Wohnbebauung nutzen. Dem
schloss sich im Grundsatz auch Alexander Braun - GBS - an, der in
kleinerem Umfang durchaus auch Möglichkeiten für eine Wohnbebauung
auf dem Areal sieht. “Natürlich wird eine solche Nutzung durch die
Rahmenbedingungen auf dem Grundstück alles andere als günstig”,
schränkte der GBS-Vorstand allerdings ein.
Unter einem anderen Aspekt äußerte sich dazu
Friedel Hinderberger, sozialdemokratisches Urgestein aus
Speyer-Nord. Er lehnte eine Wohnbebauung auf dem Kasernen-Areal ab,
befürchtet er doch eine Ghettobildung von sozial schwachen
Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Davor warnte auch Elke Steppe,
Konrektorin an der Siedlungsgrundschule, die auf die auch in
Speyer-Nord rückläufigen Geburtenzahlen hinwies. “Sicher ist
Speyer-Nord ein Randgebiet”, stellte sie fest, “es darf aber
deshalb nicht zu einem Gebiet für Randgruppen werden”. Sie sprach
sich deshalb für eine gemischte Nutzung des Areals für Gewerbe und
Wohnen aus.
Dr. Owe-Karsten Lorenz (Die Grünen) sieht mit der
Großmaßnahme die Chance gekommen, eine grundsätzliche
Bestandsaufnahme des Wohnraumbedarfs in der Stadt vorzunehmen.
“Angesichts des massiven demographischen Wandels sehen wir auch in
Speyer künftig kaum noch einen nennenswerten zusätzlichen Bedarf an
Wohnungen”, so das Stadtratsmitglied, “wir müssen im Gegenteil
schon froh sein, wenn unsere Bevölkerungsentwicklung statt - wie in
anderen Regionen, dramatisch zurückzugehen - wenigstens nur
stagniert”.
An dieser
Stelle erinnerte Altoberbürgermeister Dr. Roßkopf auf die
Vorschläge des Speer-Planes aus den siebziger Jahren, der “aus
politischen Gründen” leider nie fortgeschrieben worden sei. “So
vieles hat sich in Speyer nicht verändert, als dass wir nicht auch
heute noch wertvolle Ableitungen daraus vornehmen könnten”, so Dr.
Roßkopf, der auch seinerseits auf die Planungshoheit der Stadt
verwies und mit großer Leidenschaft die Verantwortlichen dazu
aufrief, hier ihre Verantwortung wahrzunehmen. “Das sind wir uns
und unseren Enkeln schuldig”.
Eine schwerwiegende Frage kam dann noch auf, als
Heike Raab darauf zu sprechen kam, dass mit dem Abzug der
Bundeswehr aus Speyer auch die Unterstützungskräfte bei
Katastrophenfällen verloren gingen. Hier gebe es seitens des Bundes
noch keine befriedigende Lösung, erklärte die Staatssekretärin. Die
Idee, die entstehende Lücke durch Reservisten zu schließen, hält
sie für wenig zielführend, weil diese im Ernstfall einen zu
unterschiedlichen Ausbildungsstand aufweisen würden, als dass sie
zu einem gemeinsamen Handeln in der Lage seien.
Für die
weiteren, derzeit noch militärisch genutzten Flächen, sahen die
Gesprächsteilnehmer vorrangig naturnahe Verwendungen. Ein Hotel im
Reffental, so DGB-Kreisvorsitzender Axel Elfert, komme deshalb für
ihn nicht in Frage. Auf dem Polygon-Gelände gebe es ebenso wie in
den “Sandbergen” in Richtung Dudenhofen unzählige seltene Pflanzen-
und Tierpolpulationen. Hier waren sich die Diskussionsteilnehmer
mit Heike Raab darüber einig, dass es zu einem Ausgleich der
Interessen von Ökologie und Ökonomie kommen müsse.
Zahlreiche Detailfragen kamen an diesem Abend noch
“aufs Tapet” - von der Nutzung leerstehender Hallen auf dem
Wasserübungsplatz für die Lagerung von Heu und Gerätschaften durch
den “ausländischen” - da territorial zu Baden-Württemberg
gehörenden - “Kollerhof” bis hin zu der Idee, im Zuge der
fortschreitenden Renaturierung im Reffental Wasserbüffel zu
züchten. Für alles hatte Heike Raab ein offenes Ohr - versprach da
zu helfen, hinterließ dort eine Visitenkarte, um weitere
Informationen zu dem einen oder anderen Thema zu erhalten....
Am Ende der
gut zweistündigen Veranstaltung zeigte sich der Moderator des
Abends, Dr. Markus Wintterle, mit dem Erreichten durchaus
zufrieden. Für ihn sei deutlich geworden, dass diesem ersten
Schritt zur Bürgerbeteiligung noch viele weitere folgen müßten,
nicht zuletzt, um auch gegenüber Verhandlungspartnern wie der BIMA
Druck aufbauen zu können.
Und eine weitere Erwartung verband er mit diesem
Abend: Es sei deutlich geworden, dass die Bürger Wert darauf
legten, dass die mit dem Konversionsprojekt verbundene
Wertschöpfung durch lokal verankerte Unternehmen erfolge und nicht
bei ausländischen Unternehmen, wie man sie immer wieder auch auf
Baustellen in der Stadt antreffe.
Mit der Ankündigung, gemeinsam mit dem DGB schon in
Kürze eine Begehung der frei werdenden Grundstücke vorzunehmen,
verabschiedeten sich die Teilnehmer dieses Abends mit dem
gegenseitigen Versprechen, “dran zu bleiben” an der Konversion, um
als Speyerer Bürger möglichst viel Einfluss auf dieses Projekt
nehmen zu können. Foto: gc
02.03.2012
Mehrgenerationenhaus - Anfrage der CDU-Stadtratsfraktion an OB Eger
Herrn Oberbürgermeister
Hansjörg Eger
Maximilianstraße 100
67346
Speyer
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
seit nunmehr sieben Jahren gibt es das Mehrgenerationenhaus,
Haus der Familie, Offener Treff Weißdornweg in Speyer-Nord. In
gemeinsamer Trägerschaft der GEWO mit der katholischen
Pfarrgemeinde St. Konrad und der protestantischen
Christuskirchengemeinde hat sich das Haus als zentraler Treffpunkt
und Ort der Kommunikation etabliert. Vor dem Hintergrund eines
notwendigen professionellen Managements – und damit im Sinne der
Nachhaltigkeit und Bestandsicherung des Hauses – bitten wir,
folgende Anfrage in der nächsten Stadtratssitzung zu
beantworten:
1. Das Mehrgenerationenhaus hat sich in Konkurrenz zu vielen
anderen Häusern durchgesetzt und wird für weitere drei Jahre aus
Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Bundes finanziert. In
diesem Zusammenhang: Ist die Finanzierung gesichert und was sind
die neuen inhaltlichen Schwerpunkte?
2. Welche konkreten Projekte wurden aus diesen Schwerpunkten
abgeleitet und wie werden diese finanziert? Welche weiteren
Angebote gibt es im Haus und wie werden diese angenommen?
3. Konnte mit dem Treff bürgerschaftliches Engagement und
Integration gefördert werden und welche Rolle spielt dabei der neu
gegründete Förderverein? Haben sich in diesem Zusammenhang neue
Netzwerke gebildet und konnten Vereine im Stadtteil gestärkt
werden?
4. Wie entwickelten sich die Besucherzahlen und welche
besonderen Aktivitäten werden organisiert?
5. Wie bewertet das Land Rheinland-Pfalz die Arbeit in
Speyer?
6. Wird es eine gemeinsame Trägerschaft oder eine enge
Kooperation mit der Quartiersmensa in Speyer-West geben? Wie sieht
diesbezüglich die Personalplanung aus und wird die
Trägerkonstellation so weiter geführt?
Wir wünschen den engagierten Trägern sowie der Leiterin mit
ihrem Team weiterhin ein so erfolgreiches Wirken wie bisher.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gottfried Jung
Fraktionsvorsitzender
02.03.2012
Auflösung bringt keine Einsparungen
Auflösung
Kriminalinspektion Speyer: Landtagsabgeordneter Wilke kritisiert
Landesregierung und fordert mehr kriminalpolizeiliche
Zuständigkeiten für die Polizeiinspektion
Von der Auflösung der Kriminalinspektion (KI) Speyer erwartet
die Landesregierung auf absehbare Zeit keine wesentlichen
Einsparungen für den Landeshaushalt. Diese verblüffende Antwort
erhielt CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Axel Wilke jetzt in einer
Antwort von Innenminister Lewentz (SPD) auf seine Anfrage an die
Landesregierung. „War nicht die Schuldenbremse Rechtfertigung für
die Einschnitte bei der Polizei, und damit eben auch für die
Auflösung der KI“, erinnert Wilke und wirft Lewentz vor, die
Auflösung ohne jeden sachlichen Grund zu betreiben. In dieses Bild
passe auch, dass Mainz der KI offensichtlich schon seit längerem
mit Absicht die notwendige Personalausstattung vorenthalte, nachdem
bereits seit September 2011 vier Planstellen unbesetzt sind.
Mit den künftig personalverstärkten Kommissariaten der
Polizeidirektion Ludwigshafen werde der Personaleinsatz flexibler,
Koordinierungs- und Kommunikationsaufwand entfalle, führt Lewentz
in seinem Antwortschreiben aus. Genau das bezweifelt Wilke. Mit der
Bearbeitung der mittleren Kriminalität von Ludwigshafen aus werden
im Gegenteil Reibungsverluste größer, ist er sich sicher. Speyer
und sein Umland stehen künftig viel schlechter da, vor allem, da
die Landesregierung auch nicht vorhabe, der Polizeiinspektion
Zuständigkeiten im Bereich der Drogendelikte und der Gewalt gegen
Frauen zuzuweisen. Dass dies möglich ist, zeigt das Beispiel
Germersheim, wo Kripobeamte der Kriminaldirektion Landau in der
Polizeiinspektion tätig sind, um Drogenkriminalität vor Ort zu
bekämpfen. „Die vorgesehenen 9 Stellen für den geplanten Kriminal-
und Bezirksdienst bei Polizeiinspektion Speyer reichen nicht.
Wenn Minister Lewentz schon die KI ohne vernünftigen Grund auflöst,
nachdem er vor 5 Jahren als Staatssekretär noch deren Bestand
zugesagt hatte, dann muss er hier massiv draufsatteln“, verlangt
Wilke vom Innenminister. Bürgerbüro Dr. Axel Wilke MdL,
Presse
01.03.2012
Grüne Arbeitsgruppe „Stadtentwicklung“
Die seit zwei Jahren bestehende Arbeitsgruppe „AG Bau“ der
Speyerer Grünen hat ihr Aufgabenfeld erweitert und wird sich als
„AG Stadtentwicklung“ verstärkt den aktuellen Tendenzen in der
Stadtplanung zuwenden und lädt alle Interessierten herzlich ein,
sich an der Meinungsfindung zur momentanen Bauleitplanung sowie zu
anstehenden und absehbaren Bebauungsvorhaben aktiv zu beteiligen.
Ziel der Arbeitsgruppe ist, Anregungen aus der Bürgerschaft
aufzunehmen und die komplexen Fragestellungen der Stadtentwicklung
auf möglichst breiter Basis zu erörtern.
„Mit Veranstaltungen wie z.B. mit Andreas Hartenfels MdL im
vergangenem Dezember zum Thema „Speyer 2030 – Stadtentwicklung und
demografischer Wandel“ will die AG zur Diskussion anregen und die
Ausrichtung Grüner Stadtplanung aufzeigen“ so der Vorstandssprecher
Helmut Stickl. Aus ihrem jüngsten Treffen entwickelte die AG
Vorstellungen zu einer deutlich ökologisch ausgerichteten Bebauung
auf dem Areal zwischen Am Germansberg und Russenweiher. Dabei
sollen die gesellschaftliche Vielseitigkeit und Durchmischung sowie
alternative Wohnstile Schwerpunkte bilden. U. a. wurden
regenerative Baustoffe vorgeschlagen und eine Gestaltung mit offen
angelegten Wasserführungen, die das autofreie Wohngebiet und die
gemeinschaftlich bewirtschafteten Nutzgärten bis zu Russenweiher
durchziehen.
Wegen der vielen drängenden Themen, wie beispielsweise die
Überplanung der Kernstadt Nord mit Bebauung am ehemaligen
Güterebahnhof, Gestaltung des Woogbachtals, Konversion der
Kurpfalzkaserne u.v.m. wird sich die grüne „AG Stadtentwicklung“
künftig jeden 2. Mittwoch im Monat (ausgenommen Ferienzeiten) im
Büro der Grünen in der Kutschergasse 3, Speyer treffen. Anregungen
und Fragen jederzeit erwünscht: ag-bau@gruene-speyer.de
Dr. Owe-Karsten Lorenz (Grüne Stadtratsfraktion)
Helmut Stickl (Vorstandssprecher, B´90/Grüne KV Speyer)
01.03.2012
Offener Brief an die Jusos von Bürgermeisterin Monika Kabs
Zu dem an mich
gerichteten offenen Brief der Speyerer JUSOS kann ich folgendes
mitteilen:
Der Vorgang, auf den die JUSOS sich beziehen, ist mir nicht
bekannt. Weder Herr Flörchinger noch Herr Sprau haben mich darüber
unterrichtet.
Die Einladung zur 7. gemeinsamen Sitzung des Sportausschusses
und des Sportstättenbeirats wurde fristgerecht versandt.
Die Agenda beinhaltet in keinem Punkt die Vorstellung von
politischen Jugendgruppierungen und ist auch nicht vorgesehen –
geschweige denn mit mir abgesprochen.
Sollte im Rahmen von Integration ein solches Vorgehen von Seiten
des Ausschusses gewünscht werden, kann das gerne aufgenommen werden
und in einer der kommenden Sitzungen thematisiert werden.
Mit freundlichen Grüßen
Monika Kabs
Bürgermeisterin
27.02.2012
Offener Brief der Jusos Speyer an Bürgermeisterin Monika Kabs zum Sportausschuss am 29. Februar 2012
Sozialdemokratische
Partei Deutschlands
Jungsozialisten im SPD-Stadtverband Speyer
Jusos Stadtverband Speyer –
Gutenbergstr. 11 – 67346 Speyer
Sehr geehrte Frau Kabs,
mit Verwunderung haben wir am 24.02.2012 eine E-Mail des
JU-Vorsitzenden Gregor Flörchinger im Verteiler des Rings
politischer Jugend zur Kenntnis genommen. Hierin fordert er die
Vertreter der politischen Jugendorganisationen auf, bei der
nächsten Sitzung des Sportausschusses am 29.02 anwesend zu sein, da
der „Vorsitzende des StadtSportverbandes Heiner Sprau die einzelnen
politischen Jugendgruppierungen im Sportausschuss vorstellen und
etwas darüber sagen“ möchte (Zitat aus der E-Mail vom
24.02.2012).
Diese Vorgehensweise ist für uns als Jusos nicht akzeptabel, da
wir weder seitens der Stadtverwaltung davon in Kenntnis gesetzt
wurden, noch ist aus der Tagesordnung ersichtlich, dass sich die
politischen Jugendorganisationen vorstellen sollen. Wir sind gerne
bereit, bei einer der nächsten Sportausschusssitzungen uns
vorzustellen und etwas zu unserer politischen Arbeit zu sagen,
allerdings sind wir eine freie Jugendorganisation, die sich selbst
vorstellen kann. Wir würden es sehr begrüßen, direkt und nicht auf
halboffiziellem Wege zur Ausschusssitzung eingeladen zu werden.
Auch die anderen politischen Jugendorganisationen sind mündig
genug, ihre politische Arbeit selbst darzustellen. Hierzu bedarf es
nicht den Vorsitzenden des Stadtportverbandes. Wir lehnen eine
Vorstellung der Jusos durch Herrn Sprau bei der kommenden
Ausschusssitzung ab.
Desweiteren stellt sich uns die Frage, ob die Tagesordnung der
Ausschusssitzung durch den Vorsitzenden des Stadtverbandes
aufgestellt wird und er diese vor der Sitzung frei von jeden
Formalien einfach ändern oder ergänzen kann.
Wir fordern Frau Kabs als zuständige Bürgermeisterin auf, diesen
Sachverhalt aufzuklären.
Mit freundlichen Grüßen
Speyer, den 25.02.2012
Stefanie Seiler & Philipp Brandenburger
Juso-Stadtverbandsvorsitzende
26.02.2012
Konzepte für den ÖPNV sollen in einem Workshop diskutiert werden- Brief an OB Eger
Herrn Oberbürgermeister
Hansjörg Eger
Maximilianstraße 100
67346 Speyer
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
da vor Ablauf dieses Jahres die Durchführung des Öffentlichen
Personennahverkehrs in Speyer ab 2014 ausgeschrieben werden muss,
ist es erforderlich, im nächsten halben Jahr abschließend zu
diskutieren und zu entscheiden, welche Anforderungen an den ÖPNV
der Stadtrat der Ausschreibung zugrunde legen möchte.
Im Vorfeld dieser Entscheidungsphase würden wir es sehr
begrüßen, wenn seitens der Stadt bzw. der Entsorgungsbetriebe für
die interessierten Stadträtinnen und Stadträte, die nicht dem
Stadtrat angehörenden Mitglieder des Umwelt- und
Verkehrsausschusses sowie die Mitglieder des Aufsichtsrats der
Stadtwerke ein Workshop durchgeführt würde, in dem unterschiedliche
innovative Konzepte für den ÖPNV aus anderen Städten ebenso
vorgestellt werden wie unterschiedliche infrage kommende Fahrzeuge
– was deren Größe betrifft und deren Antriebssystem
(Gas-/Elektroantrieb). Dabei sollten neben Busangeboten mit
unterschiedlichen Größen auch Sammeltaxikonzepte bis hin zu
Car-Sharing- und Leihfahrrad-Angeboten einbezogen werden.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Bitte zeitnah
aufgreifen und das vorgeschlagene Informations- und
Diskussionsangebot machen würden.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gottfried Jung
24.02.2012
Mit Glaubwürdigkeit und Kompetenz in den politischen Alltag zurückkehren
Speyerer CDU begeht zum 33. Mal ihren
“Politischen Aschermittwoch”
cr. Speyer. Die “causa Wulff”, die
Euro/Griechenlandkrise sowie die Energiewende - sie waren die
zentralen Themen beim diesjährigen Politischen Aschermittwoch der
Speyerer CDU. Dazu kam mit Norbert Schindler MdB ein
Parlamentarier, der - wie von seinen politischen Freunden und
Gegnern gleichermaßen gewohnt wie gefürchtet - mit seiner Meinung
zu keinem Augenblick seiner gut einstündigen Grundsatzrede “hinter
dem Berg hielt”. Er stellte sich “als Bauer” vor, der es “sein
ganzes Leben lang gewohnt ist, eine gerade Furche zu ziehen - auf
dem Acker ebenso wie in der Politik”. Er sei deshalb auch nicht
bereit, sich mit jedem, der ihn mit mails geradezu überschwemme, in
einen Dauerdialog einzulassen. “Von mir bekommt jeder, der sich aus
dem Wahlkreis an mich wendet, auch eine Antwort - sogar mit meiner
privaten Telefonnummer - jedoch nur so lange, so lange er nicht
meint, “sein” Abgeordneter sei allein für ihn da”, verwahrte sich
Schindler eingangs gegen die Kritik, er beantworte an ihn
gerichtete mails nicht immer zuverlässig.
Mit deutlichen
- dem Aschermittwoch angemessenen - Worten kritisierte er dann das
Verhalten des Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff in den letzten
Wochen, dessen nun erfolgten Rücktritt er als “richtig” und zur
“allerhöchsten Zeit erfolgt” bezeichnete. “Ich weiß nicht, was
diesen verliebten Gockel dazu gebracht hat, sich so zu verändern”,
meinte Schindler und gab mit der Frage wohl zugleich auch schon die
Antwort. Er wunderte sich über die Naivität des gescheiterten
Politikers, der daran geglaubt habe, dass diejenigen, die seine
Nähe als Ministerpräsident gesucht hätten, dies aus “echter
Freundschaft” zu ihm als Mensch getan hätten. “Was glauben Sie, wie
viele Einladungen ich bekomme, wo ich mich dann regelmäßig frage:
‘Hätten die auch den Bauernbub’ aus dem Eistal zu sich eingeladen?’
- und dann dankend absage”. Für ihn sei es nicht nachvollziehbar,
warum Christian Wulff im Laufe seines politischen Aufstiegs die
Fähigkeit eingebüßt habe, solche vermeintlichen von echten Freunden
zu unterscheiden. “Er ist halt leider in die Glitzerwelten
abgerutscht”, so Schindler’s nüchternes Fazit.
Kritik übte Schindler auch an Wulff’s Umgang mit
den Medien. “Wenn er schon ganz private Geschichten in die
Öffentlichkeit lancieren musste, dann hätte er dies nicht nur bei
einem Blatt machen dürfen”. Damit habe er sich sich viele Gegner
und allenfalls einen “Freund” geschaffen.
Was sich dann allerdings im Wettlauf zwischen
verschiedenen Zeitungen und Magazinen abgespielt habe, sei
eindeutig überzogen gewesen. Es gefährde die politische Kultur und
zugleich die Bereitschaft potentieller “Nachwuchspolitiker”, sich
auf ein Feld einzulassen, in dem sie zu jeder Zeit damit rechnen
müßten, dass “ihr Innerstes nach außen gekehrt” werde. Hier müßten
sich auch die Medien wieder stärker ihrer Verantwortung bewusst
werden, so Schindler, der zugleich bekannte, mit dem neuen
Kandidaten Joachim Gauck “sehr gut leben zu können”. Gauck sei für
ihn ein Mann, dessen klares Bekenntnis zur Demokratie und zu den
Grundrechten er schon bei seiner ersten Kandidatur vor zwei Jahren
hoch geschätzt habe. “Ich gebe zu, dass ich mir damals schon mit
der Wahl Wulff’s schwer getan habe. Andererseits war er für mich
nicht so “unwählbar”, dass ich mich ihm und dem Willen der Mehrheit
meiner Fraktion hätte verschließen können”. An dieser Stelle sei er
halt ein Stück weit “Parteisoldat” gewesen, bekannte Norbert
Schindler.
Denn dass der Pfälzer Parlamentarier sich “auf
seine Hinterbeine zu stellen” vermag, wenn es darauf ankommt,
erleben seine Fraktionsspitze und Bundeskanzlerin Angela Merkel
immer wieder. So hat er regelmäßig gegen die Bundeswehreinsätze in
Afghanistan gestimmt und auch bei den Verhandlungen über den
Euro-Rettungsschirm nie mit klarer, aber konstruktiver Kritik
gespart. “Da gab es schon den einen oder anderen heftigen ‘Rumms’
in der Fraktion, als es um den Parlamentsvorbehalt gegen die
Brüsseler Beschlüsse ging”, plauderte Schindler aus dem
“Nähkästchen” seiner Fraktion. “Da waren wir deutlich mehr als 50
Kolleginnen und Kollegen, die sich nachdrücklich gegen
Generalvollmachten für die Bundeskanzlerin und ihren Finanzminister
für diese Verhandlungen zur Wehr setzten”. Dies habe letzten Endes
aber auch Angela Merkel und Wolfgang Schäuble geholfen - hätten sie
doch in kritischen Phasen der Brüsseler Verhandlungen immer wieder
auf die notwendige Rückkopplung im deutschen Parlament verweisen
können. Geholfen habe aber auch die konstruktive Mitwirkung von SPD
und Grünen bei den Beschlüssen, lobte Schindler.
Mit der am
vergangenen Wochenende gefunden Einigung jedenfalls - so zeigte
sich der CDU-Politiker überzeugt - sei eine Lösung erreicht worden,
die dauerhaft tragfähig sei und auch für Deutschland lediglich mit
einem überschau- und verantwortbaren Risiko verbunden sei.
Schindler, der auch selbst zu dem “erlesenen” Kreis der
“Haushälter” im Deutschen Bundestag gehört, schätzt, dass
Deutschland “im Ernstfall” mit maximal 25 Milliarden Euro einstehen
müsse. Dem stünden allerdings allein schon aufgrund der
Euro-Einführung Mehrumsätze der deutschen Wirtschaft von jährlich
150 bis 180 Milliarden Euro gegenüber. Zugleich erinnerte der
Abgeordnete daran, dass die deutsche Wiedervereinigung das Land
mehr als eine Billion Euro gekostet habe. “Aber hat das zu
erkennbaren Abstrichen im Wohlstand der Deutschen geführt?” stellte
Schindler die Frage in den Raum und bekannte sich - auch aufgrund
dieser Erfahrungen - dazu, die Zukunft Europas und seiner
Wirtschaft mit großem Optimismus zu betrachten. “Wir werden deshalb
am kommenden Montag der in Brüssel gefundenen Lösung zur Rettung
Griechenlands mit großer Überzeugung zustimmen können”,
konstatierte er.
Zur “Energiewende” und den in dem Slogan “Speyer zu
100% regenerativ” zum Ausdruck kommenden Absichten - auf dem neuen
Logo der Stadt hinter dem Vorstandstisch präsent - gab sich
Schindler skeptisch, dass es gelingen werde, dieses Ziel auch
Deutschlandweit in der angestrebten Zeit zu erreichen, wenn nicht
rasch der Bau von “Stromautobahnen” quer durch die Republik in
Angriff genommen werde. “Die Energiefrage muss deshalb federführend
im Bundeskanzleramt gebündelt werden”, forderte er nachdrücklich -
die Aufteilung der Zuständigkeiten auf das Wirtschafts- und das
Umweltministerium stehe dem derzeit eher im Wege. Außerdem sprach
sich der Abgeordnete - zumindest für eine Übergangszeit - für die
Errichtung neuer Gas- und Kohlekraftwerke aus. “Nur so werden wir
es schaffen, auch in Situationen wie im letzten Winter die
notwendige Grundlast bedienen zu können, ohne auf Atomstrom unserer
Nachbarn in Ost und West zurückgreifen zu müssen”. Alternativen
Energien in zureichendem Umfang verfügbar zu machen, werde dagegen
noch viel zu lange dauern, um sich allein darauf einlassen zu
können. “Die Politik muss deshalb die Bereitschaft der Bevölkerung
einfordern, sich auf eine solche Übergangslösung einzulassen und
zugleich auch den Bau von 6.800 Kilometern Stromtrassen quer durch
Deutschland überzeugend durchsetzen”.
Zu Beginn des
Abends hatte CDU-Kreisvorsitzender Michael Wagner bereits auf die
Grundsätze der CDU verwiesen, die auch für seinen Kreisverband
gültig seien: “Für uns steht die Sachpolitik eindeutig vor der
Parteipolitik”, stellte er fest. Dass die Partei mit diesem
Grundsatz richtig liege, habe auch eine zuletzt veröffentlichte
Umfrage gezeigt, die seiner Partei auch in Speyer die höchste
Kompetenz und ihrem Oberbürgermeister Hansjörg Eger Spitzenwerte in
Sachen “Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit” zugebilligt habe. Auch die
Tatsache, dass die CDU parteilose Bürger als Mandatsträger in die
städtischen Gremien entsandt habe, werde von den Bürgern anerkannt.
“Die Ergebnisse der Umfrage werden deshalb für uns ein Ansporn
sein, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen”, betonte Wagner,
der zu diesem überaus gut besuchten Politischen Aschermittwoch -
dem 33. in unmittelbarer Abfolge - seinen Vorgänger als
Parteivorsitzenden, den Ehrenvorsitzenden der Speyerer CDU,
Hans-Peter Brohm, ebenso begrüßen konnte wie den Vorsitzenden der
Stadtratsfraktion, Dr. Gottfried Jung, sowie zahlreiche Mitglieder
der Ratsfraktion. Zu späterer Stunden stellten sich auch noch
Landtagsabgeordneter Dr. Axel Wilke und Staatsminister a.D. Dr.
Georg Gölter in der “Ratsstube” des “Domhofes” ein, um nach dem
Ende der Fastnachtszeit wieder gestärkt durch die Informationen und
Argumente ihres Berliner Abgeordneten in den politischen Alltag
zurück zu kehren. Foto: Kienipress
23.02.2012
Rote Häme über “schwarzen Filz” - SPD kritisiert Oberbürgermeister und CDU
Politischer Aschermittwoch der SPD mit Hering
und Kabarett
pm. Speyer- Bestimmt von herber Kritik gegen
CDU und Oberbürgermeister Hansjörg Eger - so präsentierte sich die
Speyerer SPD bei ihrem Politischen Aschermittwoch im Keller des
Speyerer AWO-Hauses. SPD Fraktionsvorsitzender Dr. Markus Wintterle
geißelte dabei gleich zu Beginn seiner Ausführungen den Beschluss
des Speyerer Stadtrates, auf seiner letzten Sitzung auf Empfehlung
der Verwaltung der Renaturierung des Woogbachtales zuzustimmen.
Zwar sei die Maßnahme als solche ökologisch durchaus sinnvoll -
solange aber nicht klar sei, dass es bei dem Gesamtkostenanteil der
Stadt von 150.000 Euro bleibe, hätte man die Summe besser für
andere Zwecke einsetzen sollen - zum Beispiel für die Beschäftigung
von Schulsozialarbeitern.
Auf die
anstehenden Konversionsflächen auf dem Gelände der Bundeswehr
eingehend warnte Dr. Wintterle davor, hier wieder überwiegend
“hochpreisige Wohnungen für ein zahlungskräftiges Klientel”
entstehen zu lassen. Statt dessen sollte dort Wohnraum für Familien
geschaffen werden, “die keine großen Sprünge machen können”. In
diesem Zusammenhang wies er auf eine Veranstaltung der SPD am 29.
Februar im AV03-Heim hin, in der, parteiübergreifend, über eine
sachgerechte zukünftige Nutzung dieser Flächen diskutiert werden
solle. Damit wolle die SPD verhindern, dass auch künftig wieder
Entscheidungen hinter verschlossenen Türen getroffen würden. “Wir
wollen auch hier keinen schwarzen Filz”, forderte Dr. Wintterle.
Konversion müsse vielmehr offen und nötigenfalls auch kontrovers im
Diskurs mit den Bürgern diskutiert werden.
In seinen weiteren Ausführungen rügte Dr. Wintterle
auch, dass es die Stadtverwaltung noch immer nicht geschafft habe,
geeignete Räumlichkeiten für Jugendliche aufzutun. Die Speyerer CDU
solle deshalb - statt über eine Jugendgewalt zu reden, die es so
schon immer gegeben habe - lieber unmittelbar am Thema
arbeiten.
Mit Blick auf die weitere Zusammenarbeit im
Stadtrat regte der SPD-Fraktionsvorsitzende an, künftig - statt mit
einer festen Koalition - mit wechselnden Mehrheiten zu regieren.
Dies eröffne dem Stadtvorstand die Möglichkeit, jenseits fest
gefügter Blockbildungen offene Diskussionen zu führen. Dass dies
möglich sei, habe die Speyerer Wählergruppe am Beispiel ihres
Verhaltens bei der Abstimmung über das Woogbachtal gezeigt, wo sie
nicht mit ihrem “großen” Koalitionspartner CDU zusammen abgestimmt,
sondern statt dessen eigene Überlegungen angestellt habe. Dies
lasse sich künftig auch bei den Fragen der Konversion wiederholen,
lud Dr. Wintterle die SWG ein. Mit einem gehörigen Schuss
Selbstkritik beendete der SPD-Fraktionsvorsitzende schließlich
seine Ausführungen: Zwar habe es der SPD in Speyer in der
zurückliegenden Zeit nie an den besseren Alternativen und
Argumenten gefehlt - woran es aber oft gemangelt habe, sei die
Kommunikation dieser Überlegungen in der Öffentlichkeit gewesen.
“Hieran müssen wir noch viel arbeiten”.
Zuvor schon
hatte der Ortsverbandsvorsitzender der Speyerer SPD, Walter
Feiniler, den Oberbürgermeister dafür kritisiert, dass er die rote
Bemalung der Fassade einer Filiale eines Schuhgeschäftes auf der
Hauptstraße zugelassen habe. Hier müsse man in der Tat von
“schwarzem Filz” sprechen, gehöre der Geschäftsinhaber doch der
gleichen Partei an wie der Oberbürgemeister.
Schon bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste -
unter ihnen auch die SPD-Ehrenvorsitzende Margret Boiselle - im
AWO-Keller hatte Walter Feiniler heftige Kritik an der Bundes-CDU
geübt. Mit ihrem Verhalten in den letzten Wochen und Monaten spalte
Bundeskanzlerin Angela Merkel Europa immer mehr, warnte der Redner.
Er verwies dabei auf die immer neuen Sparpakete, die die Wirtschaft
in Griechenland, Portugal und Spanien immer weiter zum Schrumpfen
brächten und die Arbeitslosigkeit erhöhten. Die Idee der
Bundesregierung, deutsche Finanzbeamte zur Überwachung der
griechischen Sparbemühungen einzusetzen, bezeichnete Feiniler als
“feindliche Übernahme”, gegen die sich die Griechen zu Recht mit
Vehemenz zur Wehr setzten.
Auch das Verhalten der CDU-Vorsitzenden bei der
Wahl des letzten Bundespräsidenten Christian Wulff, beim Umgang mit
seinen “Affäre” und bei der Bestimmung seines Nachfolgers Joachim
Gauck bezeichnete Feiniler als verheerend für das Ansehen des Amtes
ebenso wie für das Vertrauen der Bürger. Hier müsse nun die SPD für
neues Vertrauen in den Staat sorgen. Niemand wisse heute mehr, was
Merkel wirklich wolle. Dies habe sich bei der Kernkraft ebenso
gezeigt wie bei der Entscheidung über die Spekulationssteuer. “Die
schwarz-gelbe Koalition ist am Ende”, rief Feiniler zu guter letzt
aus, “die Ereignisse der letzten Wochen haben das überdeutlich
werden lassen”.
Zwischen den
beiden viel beklatschten Reden kamen natürlich auch die leiblichen
Genüsse zu ihrem Recht: Im Keller wurde - guter Tradition folgend -
ein schmackhaftes Heringsessen gereicht, ehe der neue “Speyerer
Fernseh- und Büttenstar”, Kättl Feierdaach, noch einige letzte
Kostproben ihres komödiantisch-fastnachtlichen Könnens servierte
und auch sie sich dann - bis zur nächsten Kampagne - in den
fastnachtlichen, zeitlich befristeten “Ruhestand” abmeldete.
Foto: Kienipress
23.02.2012
Fraktion im Dialog zum Thema „Konversion – Chancen für Speyer?!
Aus der
Presse ist bekannt, dass mit Abzug der Bundeswehr einige
Konversionsflächen im Stadtgebiet Speyer frei werden. Wir – die
SPD-Fraktion im Stadtrat – sind der Auffassung, dies als Chance für
Speyer zu sehen und wir diese Flächen so sinnvoll wie möglich zum
Wohl unserer Stadt nutzen sollten. Für Schnellschüsse ist das Thema
aber zu wichtig: Sinn macht es Ideen und Vorstellungen zu sammeln
und zu bündeln.
Wir wollen dieses Thema daher gemeinsam mit allen Interessierten
diskutieren, um am Ende die beste Lösung für Speyer zu finden. Zu
diesem Zweck haben wir die zuständige Staatssekretärin aus Mainz
Heike Raab für eine Veranstaltung gewinnen können.
Die SPD-Fraktion Speyer lädt alle interessierten Bürgerinnen und
Bürger herzlich ein,
am Mittwoch, den 29.02.2012 um 19 Uhr im AV03
Raiffeisenstr. 14, 67346 Speyer
mit uns gemeinsam nach einer guten Konversionslösung für Speyer
zu suchen.
Wir wollen mit dieser Veranstaltung den Startschuss für –
hoffentlich – viele Veranstaltungen zu diesem Thema geben, in denen
über Parteigrenzen hinweg Speyer im Hinblick auf die anstehende
Konversion auf einen guten Weg gebracht wird.
SPD-Stadtratsfraktion Speyer, Presse
22.02.2012
SPD begrüßt LKW-Maut auf der B9

Der SPD-Stadtverband Speyer begrüßt die Entscheidung,
auf der B9 bei Speyer die LKW-Maut einzuführen.
„Wenngleich damit auch keine Gewähr gegeben ist, dass sich die
Lärmbelastung durch den Straßenverkehr in erheblichem Maße
verringert, so ist doch in jedem Falle für die lärmgeplagten
Anwohner mit einer spürbaren Verbesserung der Situation zu
rechnen“, teilt der Stadtverbandsvorsitzende Walter Feiniler
mit.
Man kann davon ausgehen, dass das Transportgewerbe, das die
bemauteten Autobahnen aus Ersparnisgründen vermied und auf
Bundesstraßen auswich, Umwege nicht mehr in Kauf nehmen und wieder
vermehrt die Autobahnen benutzen wird. „Bei der letzten
Bürgerversammlung im Hause Pannonia hatte sich die SPD schon für
die Bemautung des Schwerlastverkehrs ausgesprochen, da vor allem
der Schwerlastverkehr, auch durch permanente
Geschwindigkeitsüberschreitungen, die Lebensqualität am Stadtrand
einschränkt“, fügt Petra Spoden Mitglied des SPD-Stadtverbandes an.
Gezielte Lärmdämpfungsmaßnahmen im Sinne der EU-Verordnung werden
die Politik in der Zukunft zu beschäftigen haben.
SPD-Stadtverband Speyer, Presse
20.02.2012
Stellungnahme der Jusos Speyer zur Debatte über „Gewalttat durch Jugendliche und Jugendräume“
Wir Jusos Speyer
möchten Stellung zur Debatte „Gewalttat durch Jugendliche und
Jugendräume“ beziehen und zu einer Versachlichung der Diskussion
beitragen. Auch wir waren sehr bestürzt über diesen Vorfall.
Anzumerken ist allerdings, dass die strafrechtlichen Konsequenzen
durch die zuständigen Behörden erfolgen und nicht durch politische
Vertreter. Der Großteil der Speyerer Jugendlichen ist nicht
gewalttätig – eine Verallgemeinerung, wie sie in dieser Debatte
betrieben wird, lehnen wir ebenso ab wie die populistische
Darstellung durch die CDU. Was uns sehr verblüfft ist, dass es doch
die CDU war, die sich lange und vehement gegen die Gründung eines
Jugendstadtrates gestellt hat. Nach den Aussagen des
JU-Vorsitzenden bei der Informationsveranstaltung zum
Jugendstadtrat am 29. November 2008 werde in Speyer genug für
Kinder und Jugendliche angeboten. Das nun genau diese Partei den
Jugendstadtrat für ihr politischen Zwecke vereinnahmt, lehnen wir
strikt ab. Wir fordern alle politischen Parteien und die Verwaltung
auf die politische Neutralität des Jugendstadtrates zu wahren.
Diese Einrichtung ist ein wichtiges Instrument der politischen
Mitbestimmung abseits parteipolitischer Zwänge von dem bedeutende
Impulse für die Kommunalpolitik ausgehen. Desweiteren verwehren wir
uns gegen die Aussage des Stadtsportverbandsvorsitzenden Herrn
Sprau, dass Jugendliche instrumentalisiert werden müssen. Diese
Aussage sehen wir sehr kritisch. In einer freiheitlichen Demokratie
erfolgt die Wertevermittlung nicht durch das Aufzwingen einer
Doktrin.
Seit langem wird diskutiert, dass es insbesondere erforderlich
ist, Räumlichkeiten für Jugendliche zu schaffen. Leider folgen hier
wenig Taten: Erst wenn etwas passiert, macht man sich die
allgemeine Bestürzung zunutze. Die Verwaltung war schon lange
beauftragt hier tätig zu werden. Bei der Debatte um Jugendräume
stellt sich für uns die Frage, warum das damalige Jugendzentrum in
der Ludwigstraße geschlossen wurde. Diese Räume hatten sich in der
Vergangenheit als Treffpunkt für Jugendliche bewährt und würden
sich als optimale Lösung für die Zukunft anbieten – zumal das
Gebäude in städtischer Hand liegt. Wir fordern die Verwaltung auf,
zu prüfen, welche Renovierungsmaßnahmen für die Instandsetzung
dieser Räumlichkeiten notwendig wären. Einen entsprechenden Antrag
werden wir durch die SPD-Fraktion in der nächsten Sitzung des
Stadtrates einbringen. Statt länger zu diskutieren, ist jetzt
handeln angezeigt. Wir sind davon überzeugt, dass sich ausreichend
Helfer/innen und Sponsoren finden würden, um diese kostengünstig,
möglicherweise sogar kostenneutral Instandzusetzen. Dann könnte die
lang andauernde Suche nach Jugendräumen erfolgreich beendet werden
und die Verwaltung würde deutlich machen, dass sie die Anliegen der
Jugendlichen (endlich) ernst nimmt. Zumal sich weitere ausgebaute
Keller in der Innenstadt befinden, die ehemals als Diskotheken
genutzt wurden und noch vollständig instand sind - etwa im Bereich
des Cafes Triumphalis.
In diesem Zusammenhang möchten wir auch darauf hinweisen, dass
das Jugendcafe-West, zunächst auf Platz 1 der Prioritätenliste im
Programm Soziale Stadt Speyer-West keinen Neubau bekommt, da im
Woogbachtal keine Bebauung zulässig wäre. Die Jugendlichen und ihre
Betreuer müssen sich nun weiterhin in Baucontainern treffen.
Anstatt nach anderen geeigneten Räumlichkeiten bzw. einem Platz für
einen Neubau zu suchen, rutschte dieses Projekt auf der
Prioritätenliste immer weiter nach unten. Nun verwirklicht die
Stadt die Renaturierung des Woogbachtals mit einem Volumen von ca.
1,5 Millionen Euro an Steuergeldern. In diesem Projekt werden
allerdings weder die notwendige Beleuchtung, Mülleimer noch Bänke
rund um das Jugendcafe berücksichtigt. Insbesondere für junge
Mädchen ist der Weg von und zum Cafe in der dunklen Jahreszeit eine
nicht hinnehmbare Zumutung. Die dortigen Toilettenanlagen wären
auch zu renovieren: nur unzureichend sind Schimmelspuren beseitigt
worden.
Bei dieser Debatte wird ein gesellschaftliches Problem sichtbar:
Kinder und Jugendliche werden als Störfaktoren betrachtet. Seien es
die spielenden Kinder im Park der Generationen oder die
Jugendlichen, die sich an öffentlichen Plätzen ihre Freiräume
suchen, da sie keine anderen Angebote haben. Stefanie Seiler
und Philipp Brandenburger Juso–Vorsitzende Stadtverband
Speyer
18.02.2012
"Offenen" Brief der CDU in Sachen Gewaltprävention an Oberbürgermeister Eger
Herrn
Oberbürgermeister
Hansjörg Eger
Maximilianstraße 100
67346 Speyer
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, lieber Herr Eger,
aktuell ist eine öffentliche Diskussion über die signifikante
und zunehmende Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft zu
vernehmen.
Die Speyerer CDU hat diese Diskussion frühzeitig aufgenommen und
zu einem öffentlichen Diskussionsforum in der vergangenen Woche in
das Ägidienhaus eingeladen. Mit dieser – gut besuchten -
Veranstaltung wollte die Speyerer CDU zur Versachlichung der
Diskussion beitragen.
Da Sie, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, wegen anderer
terminlicher Verpflichtungen diesem Diskussionsforum nicht
beiwohnen konnten, und auch Ihre Stellvertreterin, Bürgermeisterin
Monika Kabs, an diesem Abend krankheitsbedingt nicht anwesend sein
konnte, darf ich Ihnen nachfolgend das Ergebnis dieser
Veranstaltung näher bringen und gleichzeitig auf die entsprechende
Berichterstattung in den Medien verweisen.
Alle Redner - im Podium und im Anschluss daran im Saal -
diskutierten mit großem Ernst, getragen von spürbarem
Verantwortungsbewusstsein, und versuchten so gemeinsam, für die
betroffenen Jugendlichen Wege aus der vielfach vorhandenen
Hoffnungslosigkeit aufzuzeigen. Ein erster Schritt also hin zu
einer sinnhaften Gewaltprävention.
Als Lösungsansätze hierfür kristallisierten sich an diesem
Abend
1.) die Eröffnung eines dritten Jugendcafés - nach
Speyer-Nord und Speyer-West nun auch im Stadtteil Süd und
2.) die Einrichtung eines “runden Tisches” zur
Erörterung der Probleme um die Jugendgewalt in Speyer
heraus.
1.) Jugendcafé Speyer-Süd
Ich bitte zu prüfen, ob sich das bereits realisierte
Jugendcafé-Projekt Speyer-West, eventuell unter Einbindung der
beiden Kirchen (hier: Dompfarrei und evangelische Kirche mit dem
Projekt „Jugend vor Ort“) in Analogie auch für Speyer-Süd
realisieren lässt.
Die Zielgruppe - problematische, mit ihrer Energie
alleingelassene Jugendliche, die, so ein Diskussionsteilnehmer
„ihre Umgebung durch Schmutz, Müll und mutwillige Zerstörung auf
sich aufmerksam machen“ - könnte „da abgeholt werden, wo sie sich
befindet“. Zielsetzung sollte es dabei sein, den Jugendlichen
Sicherheit zu vermitteln und von Ihnen in einer solchen Einrichtung
als Ansprechpartner akzeptiert zu werden. Dort kann zugleich ein
positiver Einfluss auf Sie ausgeübt, sie können an klare Regeln
herangeführt werden; möglichen Problemen mit Anwohnern können mit
dem Aufbau aktiver Maßnahmen zur Nachbarschaftshilfe
überwunden werden.
In Speyer-West ist durch die Einrichtung des Jugendcafés eine
deutliche Verbesserung der Situation vor Ort erreicht worden, so
die Verantwortlichen des dortigen Jugend-Cafés. Diese betonten
ferner, mit ihrem Konzept die auffälligen Jugendlichen zu erreichen
und weisen darauf hin, dass über einen Zeitraum von 10 Jahren die
durch Randalismus notwendigen Instandsetzungsarbeiten gegen null
tendierten. Darüber hinaus hätten alle im Jugend-Café verkehrenden
Jugendlichen, die mit außerordentlich ungünstiger Sozialprognose
„angetreten“ seien eine Lehre absolviert bzw. gingen bereits einer
beruflichen Beschäftigung nach. Kurz: Sie sind in der
Bürgergesellschaft positiv etabliert.
Ferner bitte ich die Einsetzung eines sog. „Streetworkers“ zu
prüfen.
Die Arbeit mit der angesprochenen sozial benachteiligten
Personengruppe findet zunächst auf der Straße statt. Aufgabe der
Streetworker ist es auch, Sozialstrategien zu planen und zu
organisieren, um den betroffenen Menschen die Möglichkeit einer
gesellschaftlichen Wiedereingliederung und Teilhabe zu geben.
Hierzu zählt auch die Anbindung an Einrichtungen niederschwelliger
Jugendarbeit und deren Unterstützung.
2.) Runder Tisch
Bereits mit meiner Presseerklärung vom 06. Januar 2012 hatte ich
wegen der vorliegenden Thematik dringenden Gesprächsbedarf
angemeldet, und alle gesellschaftlichen Gruppierungen dazu
aufgefordert, sich mit der Problematik zunehmender
Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft gemeinsam
auseinanderzusetzen. Auch an diesem Abend wurde der „Runde Tisch“
als Mittel der sozial- und kommunalpolitischen Diskussion von allen
Rednern unterstützt.
Ich bitte Sie deshalb, die organisatorischen Maßnahmen für die
Einrichtung eines solchen “Runden Tischs” mit einer sinnvollen
Vernetzung aller Akteure einzuleiten, bei dem u.a. auch die
betroffenen Jugendlichen – sie waren an diesem Abend in erfreulich
großer Zahl vertreten - ihre Meinungen und Vorstellungen einbringen
können. Eine erste Liste mit Unterschriften interessierter
Teilnehmer, die bereits an diesem Abend begonnen wurde und keinen
Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann, füge ich diesem
Schreiben bei.
Ich darf Sie, auch ganz persönlich sehr herzlich bitten, sich
der an diesem Abend erarbeiteten Lösungsansätze anzunehmen.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Wagner
17.02.2012
Stellungnahme des CDU Ortsverbandes Speyer-West zur Mautpflicht auf der B9
In der ab August vorgesehenen Mautpflicht für Lkw’s auf der B 9
zwischen Ludwigshafen und Wörth sieht der Ortsverband Speyer-West
der CDU einen schönen Erfolg seiner vielfältigen und langjährigen
Bemühungen, den ungewollten und infolge der verstärkten
Lärmentwicklung für die Anwohner unzumutbaren Ausweichverkehr zu
verhindern.
Bereits kurz nach dem Beschluss der Bundesregierung vom August
2001, die gesetzgeberischen Vorbereitungen zu treffen, um für Lkw’s
über 12 Tonnen eine streckenbezogene Autobahnbenutzungsgebühr zu
erheben, habe der Ortsverband beantragt, auch die B 9 in die
Mautregelung einzubeziehen, wenn ein Ausweichverhalten des
Schwerverkehrs festgestellt werde.
Schon im ersten Halbjahr 2005 habe sich bei Speyer eine Zunahme
des täglichen durchschnittlichen Schwerlastverkehrs an Werktagen um
rd. 63 % (!) ergeben. Dies habe man auch nicht anders erwartet,
weil sich die autobahnähnlich ausgebaute B 9 nahezu in der Mitte
zwischen den mautpflichtigen Autobahntrassen A 5 und A 6
rechtsrheinisch und der A 61 bzw. A 65 auf rheinland-pfälzischer
Seite befinde. Zwischenzeitlich habe die ursprünglich bei Speyer
als Umgehungsstraße konzipierte B 9 eine überregionale Bedeutung
als wichtige Verkehrsachse erlangt. Dennoch habe sich die
Landesregierung hier jahrelang gegen eine Mautpflicht für den
Schwerverkehr gesperrt.
Auch wenn nun mehrere von der CDU Speyer-West initiierte und vom
Stadtrat einstimmig beschlossene Resolutionen sowie eine Vielzahl
von Bürgerversammlungen und Podiumsdiskussionen Fortschritte für
die lärmgeplagten Anwohner der B 9 bewirken, seien hinsichtlich der
unzulänglichen Wirksamkeit der Lärmschutzwand weitere Ziele zu
verfolgen. Hierzu gehöre z.B. die Verwendung geräuschmindernden
Straßenbelages bei künftigen Erneuerungen der
Fahrbahnoberflächen. CDU Ortsverband Speyer-West
Presse
17.02.2012
Meilenstein im Kampf gegen den Verkehrslärm
Wilke erfreut
über Durchbruch bei Maut
Dass nun zum 01. August die Maut auf immerhin noch rund 1000 km
autobahnähnlichen Bundesstraßen, darunter auch das Teilstück der B
9 bei Speyer, eingeführt wird, ist ein Meilenstein im Kampf gegen
den Verkehrslärm, freut sich CDU-Landtagsabgeordneter Axel Wilke.
Jahrelange Forderungen von vielen Seiten, auch des Speyerer
Stadtrats, würden damit endlich erfüllt. Mit der Mauterhebung
entfällt nun ein wesentlicher Grund für den überregionalen
Schwerlastverkehr, die B 9 statt den Autobahnen zu benutzen.
Weniger Schwerverkehr bedeutet auch weniger Lärm, ist sich Wilke,
seit langem ein Verfechter der LKW-Maut auf der B 9, sicher. Er
hoffe, dass nun die B 9 auch tatsächlich von Anfang an in die Maut
einbezogen werde. Nachdem auf den Bundesstraßen mobile Geräte zur
Kontrolle eingesetzt werden, ist es wichtig, dass von Anfang an
genügend Geräte vorhanden sind, um für eine ausreichende
Kontrolldichte zu sorgen. Langfristig sollte, so Wilke, auch über
eine Änderung der Mautberechnung nachgedacht werden. Wenn bisher
nur Achszahl und Schadstoffklasse eine Rolle spielten, sollte
künftig auch die Lärmemission Berücksichtigung finden, damit
leisere Fahrzeuge besser wegkämen als laute. Deswegen und wegen
näherer Informationen zur Umsetzung der Maut wolle er
Bundesverkehrsminister Ramsauer (CSU) noch einmal anschreiben,
kündigt Wilke an. Bürgerbüro Dr. Axel Wilke, Presse
17.02.2012
Stellungnahme der FDP zum Woogbachtal und zum Abstimmungsverhalten im Rat:
Aufgrund der Berichterstattung in der RHEINPFALZ über die
Sitzungen des Bau- und Planungsausschusses mit dem Ausschuss Umwelt
und Verkehr am 01.02.2012 sowie des Stadtrates am 09.02.2012
bezüglich der "Renaturierung des Woogbachtales" sieht sich die FDP
zu folgender Klarstellung veranlaßt:
"Das Thema der Renaturierung des Woogbachtals, verbunden mit den
notwendigen Investitionskosten wurde in der FDP eingehend und
kontrovers diskutiert. Letztendlich kamen wir zu dem Ergebnis, dass
die Maßnahme weder in die momentane finanzielle Lage der Kommune,
noch des Landes passt. Natürlich wissen wir, dass der
Landeszuschuss gebunden ist und nicht für etwas anderes eingesetzt
werden kann. Dennoch stören wir uns an der immer wiederkehrenden
Einstellung „entweder ihr nehmt das Geld , legt noch etwas oben
drauf und verwendet es für ein bestimmtes, vorgegebenes Projekt,
oder es ist einfach weg.“ Sicherlich ist das Projekt Kernstadt-West
sinnvoll und sollte gefördert werden.
Dennoch halten wir die Renaturierung des Woogbachtals zum
jetzigen Zeitpunkt nicht für erforderlich. Auf Landesebene sollte
man sich mal Gedanken machen, ob solche Investitionen an anderer
Stelle nicht besser eingesetzt wären, bevor man Polizei- und
Feuerwehrstellen kürzt oder das Geld für die Schaffung neuer
Bildungskräfte vorenthält. Dies hat die FDP durch ihr
Abstimmungsverhalten in beiden Ausschüssen deutlich gemacht, auch
wenn dieses Argument mit der Äußerung der Grünen, „das bisschen
Bildung“, herunter gespielt wurde Mit einer Enthaltung in der
letzten Ratssitzung wurde die Parteimeinung ebenfalls vertreten.
Entgegen der Berichterstattung der Rheinpfalz vom 09.02.2012 hat
vor der Ratssitzung kein Gespräch zwischen der Partei und der
Stadtverwaltung stattgefunden. Ein solcher Inhalt entzieht sich
somit unserer Kenntnis."
Speyerer Bürger wurden in kommunalpolitische Entscheidungsprozesse einbezogen
Am
Montag den 13.02. fand im Vereinsheim des FC 09 eine öffentliche
Fraktionssitzung der CDU-Stadtratsfraktion statt an der fast
alle Ratsmitglieder der CDU teilnahmen. Organisiert wurde die
Sitzung durch den CDU-Ortsverband Speyer-Ost. Der Vorsitzende des
Ortsverbandes, Thomas Stevens und der Vorsitzende der Fraktion, Dr.
Jung, konnten sich über eine rege Beteiligung freuen.
Oberbürgermeister Eger stand ebenfalls als Diskussionspartner zur
Verfügung.
Die Bürger nahmen die Gelegenheit wahr, den
Fraktionsmitgliedern aus ihrer Sicht brennende Probleme nahe zu
bringen. Besonders Verkehrsprobleme, die sich angesichts der
Schülerbeförderung von und zu den Schulen in Speyer Ost ergeben,
waren zentrale Diskussionspunkte. Ein großer Problembereich scheint
das Parkverhalten der Eltern beim Bringen und Holen der Kinder aus
der Salierschule zu sein. Hier werden im Bereich der Hetzelstrasse
nach Angaben einiger Anwohner relativ rücksichtslos private
Parkplätze und Ausfahrten blockiert. Oberbürgermeister Eger
forderte dazu auf, den Eltern der Schüler klar zu machen, dass die
Schüler „nicht unbedingt mit dem Auto bis ins Klassenzimmer
gefahren werden müssen“. Auch er habe als Schüler einen längeren
Weg zur Schule gehabt, den er über viele Jahre unbeschadet zu Fuß
zurückgelegt habe.
Ein weiterer Schwerpunkt waren Verkehrsprobleme, die sich
prospektiv aus der Erschließung des Erlus-Geländes ergeben könnten.
Schon jetzt sei besonders morgens die Einmündung des
Ziegelofenweges in die Franz-Kirrmeier-Strasse sehr problematisch.
An dieser Stelle staut sich regelmäßig der Berufsverkehr. Für
künftige Erschließungsprogramme wurde angeraten, vor der
Durchführung von Neuerschließungen die nötige verkehrstechnische
Infrastruktur sicherzustellen.
Außerdem wurde durch mehrere Bürgerinnen und Bürger eine
Neuordnung des Linienbusverkehrs gefordert, die den aktuellen
Anforderungen angepasst werden müsse. Oberbürgermeister Eger machte
darauf aufmerksam, dass hier bindende Verträge bis 2014 bestünden.
Neue Verträge würden dann im Stadtrat diskutiert und ggf.
angepasst.
Weitere Problem, wie die Spielplatz- und Grünflächengestaltung
in den Neubaugebieten in Speyer-Ost wurden angesprochen. Von den
Bürgern hierzu interessante Vorschläge gemacht.
Abschließend bedankte sich der Vorsitzende der
CDU-Stadtratsfraktion Dr. Jung für die rege Beteiligung der Bürger
und für deren Diskussionsbeiträge und versprach für die Zukunft
weitere ähnliche Veranstaltungen. CDU Kreisverband Speyer,
Presse
16.02.2012
Wilke will Klarheit zur zukünftigen Kriminalpolizei-Präsenz in Speyer
Klarheit über
die künftige Präsenz von Kriminalpolizisten in Speyer fordert
CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Axel Wilke. Nachdem Ministerpräsident
Kurt Beck in seinem Brief an die Speyerer CDU die Richtigkeit der
Auflösung der Kriminalinspektion trotz vielfältiger Proteste
verteidigt hat, ist es nun höchste Zeit, dass das Innenministerium
Klarheit schafft, wie viel Kriminalpolizei künftig in Speyer
vorhanden sein wird.
Auch wenn Speyer Gott sei Dank keine Stadt mit einer
überdurchschnittlichen Kriminalbelastung ist, brauchen die Stadt
und ihr Umland doch eine starke Präsenz auch von Kriminalpolizei,
damit auch künftig gute Ermittlungsergebnisse gewährleistet werden
können. Wilke hat deshalb mehrere Anfragen an die Landesregierung
gerichtet, in denen er wissen will, wann die Auflösung der bisher
selbständigen Kriminalinspektion kommt, und um wie viel Stellen für
Kriminalbeamte dann die Schutzpolizei verstärkt werden soll. Um den
von vielen, etwa dem Arbeitskreis Gewalt an Frauen, der Kinder- und
Jugendhilfe der Diakonissen und der Caritas geäußerten Sorgen
Rechnung zu tragen, muss nach den Vorstellungen des Speyerer
Abgeordneten sichergestellt werden, dass bestimmte Deliktsgruppen
wie Gewalt an Frauen und Drogendelikte auch künftig in Speyer
bearbeitet werden, selbst wenn dies an sich nicht in die
Zuständigkeit einer Polizeiinspektion fällt.
Welche Möglichkeiten hierfür bestehen, auch das ist Teil der von
Wilke an Minister Lewentz (SPD) gerichteten Anfrage.
03.02.2012
Antrag der CDU-Fraktion für die nächste Stadtratssitzung
Überplanung der nicht beplanten Innenbereiche im Sinn von §
34 BauGB
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir bitten, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der
nächsten Sitzung des Stadtrats zu nehmen:
Die Verwaltung wird beauftragt,
1. dem Stadtrat
eine kartographische Darstellung der nicht beplanten
Innenbereichsgebiete im Sinn des § 34 BauGB vorzulegen,
2. anhand der
tatsächlichen Erfordernisse und vor allem im Hinblick auf evtl.
mögliche Konfliktpotentiale den Bedarf für eine Überplanung der
betroffenen Gebiete zu ermitteln,
3. anhand dieses
Bedarfs eine Prioritätenliste für die Überplanung der § 34
BauGB-Gebiete zu erstellen.
Begründung:
Die Diskussionen und Genehmigungsverfahren bezüglich diverser
innerstädtischer Bauvorhaben in den letzten Monaten haben
aufgezeigt, dass Bauvorhaben im unbeplanten Innenbereich, deren
baurechtliche Zulässigkeit nach § 34 BauGB zu beurteilen ist, ein
teils erhebliches Konfliktpotential im Hinblick auf angrenzende
Nutzungen, auf Eigentumsrechte und auf betroffene Anwohner in sich
tragen.
Der unbestimmte Rechtsbegriff des „Sich-Einfügens in die
Eigenart der näheren Umgebung“ (§ 34 BauGB) als Voraussetzung für
die Zulässigkeit einer Baumaßnahme enthält keine eindeutigen, für
jedermann nachvollziehbaren Beurteilungskriterien, lässt Spielräume
für Bauherren/Investoren offen und kann unter Umständen ein nicht
unerhebliches Maß an Rechtsunsicherheit für die Genehmigungsbehörde
mit sich bringen. Dazu trägt auch eine tendenziell den Begriff des
„Sich-Einfügens“ eher weit auslegende Rechtsprechung zu § 34 BauGB
bei.
Es sollte daher geprüft werden, ob und inwieweit die Möglichkeit
besteht, den „Unsicherheitsfaktor“ § 34 BauGB auszuschalten, indem
nicht beplante Innenbereiche überplant und dem Geltungsbereich
eines Bebauungsplans - gegebenenfalls im vereinfachten Verfahren
nach § 13 / § 13a BauGB („Innenentwicklungspläne“) - unterstellt
werden. Dabei ist klar, dass auch in einem Bebauungsplanverfahren
nicht jedes Konfliktpotential vorhergesehen werden kann, das sich
möglicherweise aus erst später entstehenden Bauabsichten ergibt. Es
geht auch nicht um eine „Überregulierung“ bis ins kleinste Detail.
Das Ziel der hier intendierten Verfahrensweise soll sein, die
vorstehend beschriebenen Nachteile des § 34 BauGB zu vermeiden.
Es ist evident, dass es sich bei der Gesamtaufgabe um eine
Maßnahme, handelt, die nur in einem längeren Prozess erledigt
werden kann, der in erheblichem Umfang bei der Stadtplanung
personelle Kapazität bindet.
Es ist daher in einem ersten Schritt zunächst ein Überblick zu
schaffen mit einer kartographischen Darstellung der unbeplanten
Innenbereichsgebiete im gesamten Stadtgebiet.
Anhand dieses Überblicks sollten dann in einer Detailbetrachtung
evtl. bestehende oder absehbare Konfliktpunkte untersucht und
dargestellt werden.
Hieraus wäre eine Prioritätenliste zu erstellen, aus der sich
ergibt, welche Gebiete vorrangig überplant werden sollten.
Den Bau- und Planungsausschuss bitten wir fortlaufend über den
jeweiligen Verfahrensstand zu informieren.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gottfried Jung
Fraktionsvorsitzender
01.02.2012
Ministerpräsident Beck hält Schließung der Kriminalinspektion Speyer für vertretbar
Presseerklärung
des CDU-Kreisvorsitzenden Michael Wagner zur Antwort von
Ministerpräsident Kurt Beck auf den Entschließungsantrag des
CDU-Kreisparteitages zur Polizeistrukturreform
Mit Unverständnis und Bedauern hat CDU-Kreisvorsitzender Michael
Wagner die Antwort des Ministerpräsidenten Kurt Beck auf das
Schreiben des CDU-Kreisverbandes vom 06. 12.2011 zur Kenntnis
genommen.
Zur Erinnerung: Auf ihrem Kreisparteitag im November des
vergangenen Jahres hatte die CDU-Speyer einstimmig einen
Entschließungsantrag zur Polizeistrukturreform verabschiedet. Darin
wurde Innenminister Lewentz dringend aufgefordert:
1. auch nach der Auflösung der Kriminalinspektion Speyer für
eine ausreichende Präsenz von Kriminalpolizeibeamten in Speyer
Sorge zu tragen; und
2. die geplante Verlagerung der derzeit in Schifferstadt
ansässigen Einsatzhundertschaft der Bereitschaftspolizei nach
Enkenbach-Alsenborn nochmals zu überdenken.
Mit Schreiben vom 06.12.2011 war dieser Entschließungsantrag
Ministerpräsident Beck zur Kenntnis gebracht worden.
In seiner Antwort vom 19.01.2012 teilt Ministerpräsident Beck
dem CDU-Kreisvorsitzenden Michael Wagner nun mit, dass die
„Kriminalitätslage und die räumliche Nähe zu Ludwigshafen“ die
Auflösung der Kriminalinspektion in Speyer erlaubten. Die Auflösung
der Kriminalinspektion Speyer sei „fachlich begründet und aufgrund
der Personallage, aber auch aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger,
vertretbar“.
Hinsichtlich der geplanten Verlagerung der 13.
Bereitschaftspolizeihundertschaft von Schifferstadt nach
Enkenbach-Alsenborn versicherte Ministerpräsident Beck, dass
dadurch keine Sicherheitslücke entstehen würde.
Für den CDU-Kreisvorsitzenden ist nicht nachvollziehbar, wie der
Ministerpräsident zu der Erkenntnis gelangt ist, dass die
Personalreduzierung an den Standorten Speyer und Schifferstadt „aus
Sicht der Bürgerinnen und Bürger“ vertretbar sei. „Ich jedenfalls
habe nicht mitbekommen, dass die Bürgerinnen und Bürger in Speyer
in diesem Punkt gefragt worden wären“, so der CDU-Kreisvorsitzende.
Auch habe der Speyerer Stadtrat – immerhin die gewählten
Volksvertreter – die von der CDU-Fraktion eingebrachte
Resolution gegen den Abzug der Kriminalpolizei-Inspektion von
Speyer nach Ludwigshafen einstimmig beschlossen. Auf diesen
Sachverhalt sei der Ministerpräsident in seinem Antwortschreiben
leider noch nicht eingegangen, so Wagner abschließend.
Hier das Schreiben des Ministerpräsidenten Kurt Beck an
Michael Wagner



25.01.2012
Zum Feiern reichlich Anlass bei den Speyerer Grünen
spk-
Gute Laune gab es beim Neujahrsempfang der Grünen im Haus
Trinitatis, an dem zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus
Stadtrat, Parteien, Vereinen und Bürgerinitiativen teilnahmen.
Sowohl die Landtagswahlen im vergangenen März, als auch die
jüngsten Umfragewerte gaben zum Feiern reichlich Anlass.
Die rheinland-pfälzische Staatsministerin für Umwelt,
Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten als Hauptreferentin,
Ulrike Höffgen, versprach den Wählerinnen und Wählern, dass die
grüne Ministerriege grüne Themen auf Regierungsebene anstoßen und
durchsetzen und somit das in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen
würden.
Trotz der
Sparvorgaben der Bundesregierung, die sich natürlich auch auf die
Länderhaushalte auswirkten, sei es wichtig, im Umweltbereich die
Entwicklung konsequent voranzutreiben. Als Beispiel nannte sie die
heftig umstrittene Massentierhaltung und die damit in Zusammenhang
stehende Überproduktion von Lebensmitteln. "Wir brauchen nicht mehr
Quantität, sondern müssen Wert auf Qualität legen", so die
Ministerin. Im Hinblick auf die Umstrukturierung der Energieformen
weg von der Atomkraft zu den dezentralen Strukturen regenerativer
Energieformen forderte Höffken die Akzeptanz aller Bürgerinnen und
Bürger.
Den
Entschuldungsfond und seine Auswirkungen auf die Politik in der
Stadt sprach Stadtratsfraktionsvorsitzender Johannes Jaberg in
seiner Rede an. Bei aller Finanznot müsse die Bezahlbarkeit von
Sozialleistungen und der freiwilligen Beiträge aus der Stadtkasse
für Bildung und Kultur gewährleistet sein, so Jaberg. Er erinnerte
in diesem Zusammenhang an die Pflicht von Bund und Ländern in
Verbindung mit dem Konnexitätsprinzip. Als eines der zentralen
Themen der Stadt für das neue Jahr nannte Jaberg die anstehende
Neuausschreibung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs: „Busverkehr
findet jetzt in Dreckschleudern statt.”
"Wir haben ein
Ohr an der Basis", verriet Landtagsabgeordnete Anne Spiegel in
ihrem Redebeitrag und lud interessierte Bürgerinnen und Bürger in
ihr neues Wahlkreisbüro in der Kutschergasse 3 ein. Dieses stehe
allen Speyerinnen und Speyerern von Montag bis Donnerstag jeweils
von 10 bis 13 Uhr offen. Spiegel versprach, dass die Grünen im
Landtag und in der Stadt sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen
würden, sondern ihre ganze Kraft in die Waagschale werfen würden,
um die drängenden Themen anzupacken. Als Beispiele nannte sie die
Haushaltsberatungen, den Kampf gegen rechts und das Wahlrecht auch
für Menschen ohne deutschen Pass, (Stichpunkt: Willkommenskultur),
sowie eine generell transparente Politik.
Musikalisch begleitet wurde die rundherum gelungene
Veranstaltung von den Gitarrenschülern Gabriel Herger und Fario
Guglielmo, diese waren gemeinsam mit ihrem Lehrer Christian Straube
aus Luzern angereist. Foto: Kienipress
17.01.2012
CDU-Diskussionsforum zur Problematik zunehmender Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft
Unverständnis
bei der CDU über Grünen-Kritik
Nicht nachvollziehen kann der CDU-Kreisvorsitzende Michael
Wagner die Kritik der Grünen über das avisierte
CDU-Diskussionsforum am 08. Februar im Ägidienhaus zur Problematik
zunehmender Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft. Absolut
unverständlich sei die Unterstellung, dass dieses Diskussionsforum
„eindimensional und populistisch“ sei, wie dies Luzian Czerny in
seiner „Stellungnahme für die Speyerer Grünen-Stadtratsfraktion“
formuliert hat.
Die CDU habe eine aktuelle öffentliche Diskussion aufgenommen
und wolle in einem überparteilichen, offenen Diskussionsforum zur
Versachlichung der Diskussion beitragen. Dies werde allein schon
dadurch deutlich, dass man als Referenten neben den für die
Stadtverwaltung Verantwortlichen auch Persönlichkeiten eingeladen
habe, die nicht Mitglied der Christlich Demokratischen Union seien.
„Uns geht es nicht um Parteiengeplänkel“, so der Kreisvorsitzende,
„denn dafür ist uns das Thema viel zu wichtig, die angesprochene
Problematik viel zu ernst.“ Nach dem Verständnis der Speyerer CDU
habe eine Partei die Verpflichtung, öffentliche Themen anzustoßen
und aufzunehmen und Menschen die Möglichkeit zu geben, sich darüber
zu informieren und auszutauschen. Nichts anderes bezwecke die CDU,
wenn Sie nun zu diesem Diskussionsforum eingeladen habe. „Ich würde
mich wirklich sehr freuen, wenn auch die Grünen dieser Einladung
folgen würden,“ so Wagner abschließend. CDU Speyer,
Presse
15.01.2012
Stellungnahme aus Sicht der CDU-Speyer zu den Umfrageergebnissen der Rheinpfalz vom 06./07. Januar 2012
Politik muss ehrlich und verlässlich sein. Dies haben
die Bürgerinnen und Bürger sowohl der Speyerer CDU, als auch
Oberbürgermeister Hansjörg Eger, der dieser Partei ja angehört,
eindrucksvoll in den Umfrageergebnissen
bescheinigt.
Es ist sehr
erfreulich, so der CDU-Kreisvorsitzende Michael Wagner, dass die
CDU bei der Sonntagsfrage stark zulegen konnte und bei einer
möglichen Stadtratswahl zur Zeit auf 39 % der Stimmen kommen würde
- insbesondere vor dem Hintergrund der schwierigen Situation
auf der Berliner Ebene. Mit diesem Ergebnis liege die
CDU-Speyer über dem Ergebnis der Bundes-CDU, die zur Zeit auf 35 %
der Stimmen bei der Bundestagswahl kommen würde und der Landes-CDU,
die bei einer Landtagswahl aktuell 37 % der Stimmen auf sich
vereinigen könnte.
Das Ergebnis der Speyerer CDU komme aber nicht von ungefähr, so
der CDU-Vorsitzende.
Zu Recht hätten die Speyerer Bürgerinnen und Bürger der CDU
Ehrlichkeit und Verlässlichkeit in ihrem politischen Verhalten
attestiert. Denn dafür stehe die Politik der Speyerer CDU seit
vielen Jahren. Die Menschen hätten erkannt, dass die CDU-Speyer für
eine am Bürger orientierte Sachpolitik stehe, die dem Gemeinwohl
und nicht dem Einzelwohl diene. Das werde allein schon dadurch
deutlich, dass die CDU Mandatsträger in ihren Reihen habe, die
nicht das CDU-Parteibuch besäßen.
So sei dies auch bei Oberbürgermeister Hansjörg Eger, den die
CDU-Speyer als parteilosen Kandidaten aufgestellt habe.
„Entscheidend war für die Speyerer CDU nicht das Parteibuch,
sondern Eignung, Glaubwürdigkeit und Kompetenz des Kandidaten“, so
Michael Wagner. Und auch hier zeige das Umfrageergebnis, das in
seiner Deutlichkeit auch den renommierten Meinungsforscher Michael
Mohr ins Schwärmen geraten lasse, dass man auf den richtigen
Kandidaten gesetzt habe. Dass Herr Eger nach seiner Wahl in die CDU
eingetreten sei, unterstreiche die hohe Übereinstimmung von Partei
und CDU in den politischen Sachfragen der Stadt.
Das Umfrageergebnis zeige ferner, dass die CDU-Speyer richtig
beraten war, „Kante“ zu zeigen und eine klare Linie auch in
unbequemen Fragen nach außen erkennen zu lassen. Und die
Wählerinnen und Wähler hätten weiter erkannt, dass die für die CDU
gewählten Volksvertreter ihre Pflicht, Entscheidungen zu treffen,
ernst nähmen. „Die Bürger haben keine Lust mehr auf taktische
Manöver, wo Sachthemen dazu missbraucht werden, um sich in Wahrheit
nur als Person in Szene zu setzen“, so der CDU-Kreisvorsitzende.
Dies gelte auch für den Umgang mit höchstrichterlichen
Entscheidungen, wo wiederholt der Eindruck vermittelt werden
sollte, als müssten diese auf lokaler Ebene nicht beachtet
werden.
In dem Umfrageergebnis komme auch deutlich zum Ausdruck, dass
die Speyerer Bürgerinnen und Bürger der CDU die
Meinungsführerschaft in wichtigen Fragestellungen zubilligen. Und
in der Tat werde die CDU-Speyer in vielen Fragestellungen wie der
Energie- und Umweltpolitik ( „Speyer – 100 % regenerativ“)
oder in der von der Union eröffneten Diskussion um die
zunehmende Gewaltbereitschaft diesem politischen Führungsanspruch
gerecht.
Die CDU-Speyer verkenne nicht, dass es sich bei der sog.
Sonntagsfrage und der OB-Meinungsumfrage um Momentaufnahmen handle.
Aber aus Sicht der Speyerer CDU handele es sich um sehr schöne und
sehr realistische Momentaufnahmen. „Die CDU versteht die Ergebnisse
der Befragung als Ansporn für ihre Arbeit für die Speyerer
Bürgerinnen und Bürger, die sie auch in der zweiten Halbzeit der
Legislaturperiode konsequent fortsetzen will“, so Michael Wagner
abschließend. CDU Speyer, Presse
10.01.2012
CDU-Speyer ruft alle gesellschaftlichen Gruppierungen auf, sich mit der Problematik zunehmender Gewaltbereitschaft von Jugendlichen auseinanderzusetzen
Kriminalitätsbeirat
der Stadt Speyer soll Federführung übernehmen
Das brutale Vorgehen gegen einen Speyerer Bürger, der am Tag vor
Silvester von drei Jugendlichen nur wenige Meter vom Altpörtel
entfernt krankenhausreif zusammengeschlagen wurde, habe die
Bürgerinnen und Bürger von Speyer aufgeschreckt und sehr
verängstigt, so der CDU-Kreisvorsitzende Michael Wagner in seiner
Pressemitteilung. Was bislang nur in Großstädten und damit auch
gedanklich weit weg von Speyer vorgekommen sei, habe sich letzte
Woche mitten im Zentrum unserer Stadt ereignet. Auffällig sei, so
Wagner, dass die Täter immer jünger würden. Zum Tatzeitpunkt hätten
die Jugendlichen meist übermäßig Alkohol zu sich genommen und seien
dadurch in der Regel völlig enthemmt.
Hier dürfe man nicht wegschauen, hier müsse man schnell handeln,
so der CDU-Chef. „Aus diesem Grunde rufe ich alle
gesellschaftlichen Gruppierungen auf, sich mit der Problematik
zunehmender Gewaltbereitschaft von Jugendlichen
auseinanderzusetzen. Die Federführung könnte der
Kriminalitätsbeirat der Stadt Speyer übernehmen.
Schmerzlich, so Wagner, dass das Land Rheinland-Pfalz gerade in
diesen Tagen über eine Verkleinerung des Polizeiapparates in Speyer
nachdenke. In diesem Zusammenhang verweist der Kreisvorsitzende auf
den Entschließungsantrag der CDU Speyer zur Polizeistrukturreform
vom November des letzten Jahres. In seinem Schreiben in dieser
Angelegenheit an Ministerpräsident Kurt Beck vom 04. Dezember 2011
habe Wagner den früheren Chef der Polizei-Gewerkschaft Konrad
Freiberg in Erinnerung gebracht, der im Personalabbau bei der
Polizei eine Gefährdung der Menschen auf der Straße sehe. Wer
sehenden Auges diese fatale Entwicklung weiter zulasse, vergehe
sich an dem Wunsch der Bürger nach Schutz und Sicherheit, so
Freiberg.
Dem sei nichts hinzuzufügen, so Michael Wagner.
Auf das Schreiben an den Ministerpräsidenten habe Wagner am 20.
Dezember eine Zwischennachricht erhalten. Darin heißt es: das
Anliegen der CDU-Speyer werde derzeit geprüft und bearbeitet. Bis
zur abschließenden Beantwortung bitte man um ein wenig Geduld.
Pressemitteilung der CDU Speyer
Lesen Sie den Entschließungsantrag der CDU Speyer zur
Polizeistrukturreform 
06.01.2012
Weitere Stellungnahmen der Fraktionen des Speyerer Stadtrates zum Haushaltentwurf 2012
In unserer Reihe der Stellungnahmen der
Fraktionen des Speyerer Stadtrates zum Haushaltentwurf 2012 von
Oberbürgermeister Hansjörg Eger vom 15.12.2011 fassen wir heute die
Ausführungen der Vorsitzenden der Fraktionen von Speyerer
Wählergruppe SWG, von Bündnis 90/Die Grünen, der Bürgergemeinschaft
Speyer BGS, der FDP sowie der Linken zusammen:
Gleich zu
Beginn seiner Rede äußerte Martin Roßkopf für die SWG Zweifel an
der Sinnhaftigkeit des vom Land initiierten kommunalen
Entschuldungsfonds KEF. “Man hat uns einen Strohhalm gereicht, der
allerdings wenig Hoffnung macht”, sagte Roßkopf, der in diesem
Zusammenhang von einer “Entmündigung” des Stadtrates sprach. “Die
Lage in der Stadt ist dramatisch”, stellte der SWG-Sprecher fest,
“der Zustand unsere Straßen und Plätze führt uns dies tagtäglich
vor Augen”. Er forderte deshalb einen Schutzschirm für die
Kommunen, damit das Land nicht noch mehr finanzielle Lasten auf die
Gemeinden überlagere. Als ein Beispiel dafür nannte er die vom Land
verordnete Einführung des Buchführungssystems “DOPIC”, das für die
Stadt weitaus größere Aufwendungen erforderlich gemacht als Nutzen
gebracht habe.
Zu weiteren anstehenden Entscheidungen sprach sich
Roßkopf zunächst trotz der hohen Zuschussquoten gegen die
aufwendige Umgestaltung des Woogbachtales aus und verwies auf die
dort verlaufende 20 KV-Starkstrom-Leitung, deren Verlagerung allein
schon erhebliche Kosten für die Stadt nach sich ziehen würde.
Grundsätzlich sprach sich Roßkopf für eine deutlich
frühere Beteiligung der Bürger in anstehenden Entscheidungen aus
und nannte als Beispiele dafür den in die Diskussion gekommenen
Neubau einer Rettungswache und die notwendig werdende
Neuaufstellung des ÖNPVin Speyer. Bei diesen Einzelproblemen
sollten ebenso wie bei dem übergreifenden Konversionsprojekt
“Bundeswehrgelände” die vielfältigen Kompetenzen der Bürger von
Anfang an mit in die Diskussion einbezogen werden. “Es kommt für
uns nicht darauf an, immer nur den einfachen Weg zu gehen, sondern
vielmehr den richtigen zu finden”, schloss Martin Roßkopf seine
Ausführungen.
Auch sein Kollege Johannes Jaberg (Bündnis 90/Die
Grünen) äußerte Zweifel daran, dass der KEF dazu in der Lage sei,
die strukturellen Probleme der kommunalen Haushalte nachhaltig zu
lösen. “Was wir brauchen, ist eine ehrliche Finanzpolitik”, stellte
Jaberg fest, “von oben nach unten - vom Bund über das Land bis auf
die Ebene der Kommunen”. Diese Zusammenhänge seien aber heute für
die Bürger kaum noch nachvollziehbar. “Was wir aber vor allem
brauchen, ist eine Verständigung darüber, wo die Stärken und wo die
Schwächen unserer Stadt liegen”.
Jaberg sprach
sich entschieden gegen eine radikale Kürzung der freiwilligen
Leistungen für Kinder, Sport und Kultur und für eine moderate
Anhebung von Steuern und Gebühren aus. Nur so könne vermieden
werden, dass “die Stadt ihre Seele verliert”. Deshalb stellte er
auch die Förderung der Bildungsarbeit ganz nach oben auf der Agenda
der Zukunftsaufgaben in der Stadt. Nur durch verstärkte
Bildungsmaßnahmen könne “ausländerfeindlichem Gerede” entschlossen
entgegengewirkt und Gewaltexzessen wie zuletzt wieder durch
Rechtsextremisten verübt der Boden entzogen werden.
Auf die Situation langzeitarbeitloser Menschen in
der Stadt eingehend, sprach sich Jaberg für ein noch stärkeres
Engagement dafür aus, diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten wieder in
Arbeit zu bringen. In diesem Zusammenhang regte der Grünen-Sprecher
auch an, eine Aktion unter dem Motto “Mehr Miteinander” ins Leben
zu rufen, durch die Bürger verstärkt anderen Bürgern helfen könnten
- u.a. behinderten Menschen beim Einsteigen in den Bus.
Zur Situation auf dem Speyerer Wohnungsmarkt
verwies Jaberg auf das vergleichsweise hohe Mietniveau in der
Stadt, das zum Teil um über 25 % über dem Landesdurchschnitt liege.
Hier müsse die Stadt durch ihre Wohnungsbaugesellschaften “für
bezahlbaren Wohnraum für den kleinen Geldbeutel” sorgen. Im
Zusammenhang mit der Neubebauung des Geländes der Kurpfalzkaserne
unterstützte Jaberg die Absicht der CDU-Fraktion, dafür auch
Sachverstand aus den entsprechenden Universitäten der Region zu
nutzen.
“Investitionen in eine zukunftsfähige
Energiepolitik dürfen nicht verschoben werden”, forderte Jaberg
schließlich mit Blick auf eines der zentralen Themen seiner Partei.
Dazu gehörten auch ein “umweltfreundlicher Öffentlicher
Buslinienverkehr”, der Ausbau des Fahrrad- und Fußgängerverkehrs in
der Stadt und der Bau der geplanten S-Bahn-Haltestelle in
Speyer-Süd. Auch die verstärkte Förderung von Car-Sharing sei ein
“grünes Anliegen”, so Jaberg, der daran auch die Frage knüpfte, in
wie weit dies auch ein preiswertes ökologisches Modell für den
städtischen Fuhrpark sein könne.
Ein nachdrückliche Absage erteilte Jaberg
schließlich dem im Zusammenhang mit dem KEF immer wieder geäußerten
Vorschlag, städtische Gesellschaften zu veräußern. Dies würde zum
einen keine nachhaltige Verbesserung der Finanzsituation nach sich
ziehen und zum anderen - zum Beispiel im Falle der Stadtwerke - die
Stadt der Möglichkeit berauben, eine zukunftsfähige Energiepolitik
zu betreiben. “Die Stadtwerke haben sich als Hauptakteur bei der
Umsetzung des Ziels, eine 100% regenerative Stadt zu werden, große
Verdienste erworben”, erinnerte Jaberg, der sich davon überzeugt
zeigte, dass eine stärkere Unabhängigkeit in der Energieerzeugung
sich auch finanziell für die Bürger und die Stadt bezahlt machen
werde.
Schließlich lobte er die Stadtverwaltung für ihre
vorbildliche Förderung von Frauen in Führungspositionen sowie die
gut funktionierende Verknüpfung von Familie und Beruf. In einigen
Bereichen - wie den Kitas oder in der Pflege - wünsche sich seine
Partei aber noch eine verstärkte Einbeziehung von Männern in diese
Aufgaben. Abschließend regte er an, für einen begrenzten Bereich
des städtischen Haushaltes ein “gender budgeting” einzuführen, um
zu erproben, in wie weit sich dies positiv auf die Gleichstellung
zwischen den Geschlechtern auswirken könne.
Der Sprecher
der BGS, Claus Ableiter, betonte zu Beginn seiner Ausführungen,
dass “Speyer nicht heil” sei. “Diese schwierie Lage ist
Menschenwerk und könnte nur durch radikale Änderungen verbessert
werden”. Diese seien aber derzeit nicht in Sicht, solange es nicht
zu den angestrebten Stadtkreisen komme oder Speyer in den Landkreis
integriert werde.
Den vorgelegten Haushaltsentwurf nannte Ableiter
“ein Lügenwerk”, weil die darin enthaltenen Kassenkredite in
Wahrheit “echte Schulden” seien. Der KEF wandele deshalb nur die
Schulden aus den Kassenkrediten in langfristige Schulden um, wofür
die Kommunen im Gegenzug “ihrer Selbstfesselung” zustimmen müssten.
In diesem Zusammenhang geißelte Ableiter noch einmal den Ausbau des
Speyerer Flugzeug-Landeplatzes, in den “rund fünf Millionen Euro
versenkt” worden seien.
Im Rahmen seiner Ausführungen zu Einzelmaßnahmen
wiederholte Ableiter erneut die Forderung seiner Gruppierung, das
Bürgerbüro Salzgasse nach Speyer-Nord zu verlegen.
Zustimmung signalisierte er dann für den Ausbau des
St.-Quido-Stiftsplatzes. “Dies ist eine sinnvolle Investition”, so
Ableiter.
Zum Konversionsprojekt Kurpfalzkaserne sprach er
sich dafür aus, dieses Gelände ebenso wie das “Decker-Gelände” am
Russenweiher primär den Städtischen Wohnungsbaugesellschaften GEWO
und GBS zur Bebauung zu überlassen. “Hier muss bezahlbarer Wohnraum
enstehen” forderte der BGS-Sprecher.
Zur weiteren Verkehrsentwicklung in der Stadt
kritisierte Ableiter die fehlende Verbindung von Speyer-Nord zum
S-Bahn-Haltepunkt in der Siemens-Strasse und regte an diesem
Haltepunkt die Einrichtung von park+ride-Parkplätzen an. “Durch den
Rückbau des Industriegleises in diesem Bereich könnten
entsprechende Flächen ausgewiesen werden”. Schließlich kritisierte
er die Sperrung des Speyerer Stadtwaldes für die Errichtung von
Windkraftanlagen. “Das können wir nicht auf Dauer auf andere
Regionen und damit auf andere Menschen verlagern”.
Schließlich begrüßte Ableiter noch einmal
ausdrücklich den Bau der neuen Synagoge sowie einer neuen Moschee
in der Stadt. “Auch wenn wir der Steigerung des städtischen Anteils
bei den Baukosten der Synagoge nicht zugestimmt haben, so freuen
wir uns dennoch, dass dieses Haus nun ein geweiht werden konnte”,
so der BGS-Sprecher.
Für die FDP blickte deren Fraktionsvorsitzender Dr.
Heinz-Dieter Jakumeit noch einmal auf die großen Ereignisse des
Jubiläumsjahres 2011 zurück und attestierte Oberbürgermeister
Hansjörg Eger, die Stadt bei den verschiedensten Veranstaltungen
“würdig” vertreten zu haben. Er erinnerte aber auch daran, dass
das, was der Kaiser vor 900 Jahren mit der Erteilung der
Bürgerprivilegien von der Stadt abwenden wollte - nämlich dass sie
“in äußerster Armut zugrunde gerichtet werde” - dass dies heute
durch die Kassenkredite drohe. Dennoch scheine es derzeit für die
Stadt keine Alternative zu dem Beitritt zum KEF zu geben - auch
wenn der “Begriff “Entschuldungsfonds” völlig falsche Erwartungen
suggeriere. Denn auch wenn für Speyer nach den 15 Jahren KEF rund
100 Mio. Euro derzeit bestehende Kassenkredite abgebaut seien, so
hätten sich in dieser Zeit schon wieder rund 500 Mio. Euro neuer
Verbindlichkeiten aufgebaut. Es müssten deshalb vor allem die
strukturellen Fehler in der Finanzverteilung zwischen Land und
Kommunen geändert werden - ansonsten entwickle sich der KEF zu
einer echten “Vergeblichkeitsfalle” - wie dies Wissenschaftler
benennen - und führe damit zu einer weiteren Erosion der kommunalen
Haushalte.
Mit Blick auf
den demographischen Wandel der Gesellschaft rief Dr. Jakumeit dazu
auf, alle diesbezüglichen Aktivitäten nachdrücklich zu
unterstützen, weil dadurch auch eine nachhaltige Modernisierung der
Gesellschaft und ein neues iteinander möglich werde. In diesem
Zusammenhang lobte er ausdrücklich die Bemühungen des Städtischen
Seniorenbüros, das wertvolle Hilfe zu einem neuen Verständnis von
Alterskultur leiste. Zur Stärkung des öffentlichen Bewusstseins für
die Anliegen der Senioren schlug Dr. Jakumeit die Aufnahme des
Begriffs “Senioren” in die Bezeichnung des entsprechenden
Fachbereichs innerhalb der Stadtverwaltung vor.
Zur Verbesserung der Ausbildungschancen für
Jugendliche regte Dr. Jakumeit die Einrichtung von
“Ausbildungs-Patenschaften” an, um damit Jugendlichen auf ihrem Weg
in Beruf und Leben zur Seite zu stehen. Dies könne durch Vereine
und Privatpersonen ebenso geleistet werden wie aus den
verschiedensten Berufsfeldern heraus.
Zum Schlagwort “100% regenerativ” kritisierte Dr.
Jakumeit, dass in der jüngsten Zeit - zum Beispiel durch den Erhalt
des “Solarpreises 2011" der Eindruck entstanden sei, als habe
Speyer dieses Ziel bereits erreicht. Dazu sei jedoch in
Wirklichkeit noch ein langer Weg zu gehen, den die FDP aktiv
mitgestalten wolle. “Es gibt dazu keine einfachen Lösungen”,
unterstrich der FDP-Sprecher, “wir alle aber wünschen uns, den
Umbau der Energieversorgung technologisch,, aber eben auch
gesellschaftlich mit Riesenschritten nach vorne zu bringen. Dann
soll sich Speyer noch einmal um den Solarpreis bewerben - dann aber
auch voll berechtigtem Erfolg”.
Auf weitere Einzelthemen eingehend unterstrich der
FDP-Sprecher noch einmal die Notwendigkeit einer engeren
Zusammenarbeit der Stadt mit den Umlandgemeinden, die mit der
anstehenden Kommunalreform einhergehen müsse.
Zum Thema “Bildung” forderte er die “bedarfgerechte
Ergänzung und Vervollständigung des Schulangebots” sowie “der
außerschulischen Bildungs- und Erziehungsangebote für alle
Generationen, Ethnien und Kulturen”, um auch für Migranten eine
gleichberechtigte Teilhabe an unserer Gesellschaft zu ermöglichen.
“Aktionen zur interkulturellen Öffnung werden wir dabei besonders
favorisieren”, betonte Dr. Jakumeit.
Schließlich sprach er sich für die weitere Stärkung
des Ehrenamtes in der Stadt durch die Freiwilligenagentur “spefa”
aus, die dieses Engagement unterstützen könne. Dazu schlage die
FDP-Fraktion vor, Speyer solle sich für den Landesehrentag 2013
bewerben, um so noch mehr Motivation für ehrenamtlich Tätige und
dazu bereite Mitbürger zu erzielen.
Zum Schluss regte Dr. Jakumeit an, die Stadt möge
die Bewerbung Mannheims als Kulturhauptstadt Europas 2020
nachdrücklich unterstützen, “weil Speyer als integrierender und
qualifizierter Bestandteil der Metropolregion Rhein-Neckar ein
durchaus maßgebliches Gewicht in eine solche Bewerbung einbringen
und umgekehrt davon auch in erheblichem Maße profitieren kann”.
Für die Partei “Die Linke” sprach sich als letzter
Redner in der Aussprache Wolfgang Förster gegen eine weitere
Verdichtung der Bebauung in der Innenstadt und für eine
Generationen übergreifende Planung auf dem Gelände der heutigen
Kurpfalz-Kaserne aus. Scharf kritisierte Förster den Abzug von
Teilen der Polizei aus Speyer, denn “Sicherheit ohne Polizei ist
nicht vorstellbar”. Mit Blick auf den KEF geißelte Förster den
damit verbundenen Verlust an Einflussnahmemöglichkeiten der Stadt
auf sein Haushaltsgebaren, das zu einer weiteren Verarmung der
Stadt führen müsse. “Eine arme Stadt können sich aber nur Reiche
leisten”, schloss Förster seine Ausführungen. Foto:
jüs
04.01.2012