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Kammermusik im Rathaus: Duo La Corda setzt Schlusspunkt

Feingefühl und Harmonie

Speyer- Mit dem Duo La Corda und einem im Konzertleben seltener vorkommender Instrumentenkombination  von Gitarre und Mandoline setzte das Kulturbüro der Stadt Speyer einen bemerkenswerten Schlusspunkt der Reihe „Kammermusik im Rathaus“.  Dank der glänzenden Verbindungen von Professor Helmut Erb war es auch in der 21. Auflage gelungen, trotz des nicht gerade üppigen Budgets hochkarätige Musiker für die vier Rathaus-Konzerte zu verpflichten. „Die Reihe hat sich fest etabliert, und wir sind mit dem Konzertbesuch sehr zufrieden“, erklärt der künstlerische Leiter  in einer ersten Bilanz.

In das beliebte Kammermusik-Paket hat Erb erstmals keine Ensembles verpackt, sondern drei Duos engagiert und mit der Verpflichtung des Spitzenpianisten Bernd Glemser für einen ausverkauften historischen Ratssaal gesorgt. Zum glänzenden Auftakt kredenzten  die  junge  Ausnahmegeigerin Susanna Yoko Henkel und die ukrainische Pianistin Milana Chernyavska  Werke von Mozart, Debussy und Richard Strauss. Einen Leckerbissen servierten auch in der dritten Runde Lutz Koppetsch  mit seinem Saxophon und Markus Bellheim am Klavier.

Das 2001 gegründete Duo La Corda  aus Weißrussland strahlte beim erneut gut besuchten  Konzertabend in der Domstadt souveräne Harmonie aus. Katsia Prakopchyk (Mandoline) und Jan Skryhan (Gitarre)  ermöglichen bei acht Musikstücken ein ausdrucksvolles, elegantes Klangerlebnis – in Teil I mit Barockmandoline und Vihuela, im zweiten Konzertteil mit klassischer Mandoline und Gitarre. Von bezaubernder Sanftheit bestimmt waren die vier Kompositionen aus der Barockzeit. Mit einer Feder zupfte Katsia Prakopchyk die sechs Doppelsaiten ihrer kleinen Barockmandoline  spürbar federleicht, und auch die sechs Doppelsaiten der Vihuela (spanisches Zupfinstrument, das als ein Vorgänger der modernen Gitarre gilt) ließ Jan Skryhan einfühlsam  zart erklingen. Auch auf der klassischen Mandoline mit ihren acht Stahlsaiten zeigte die junge Musikerin bei den Musikstücken von Gabriele Leone, Manuel de Falla, Astor Piazzolla und Carlo Munier eindrucksvoll auf, warum sie viele Wettbewerbe gewonnen hat. Und auch ihr  Skryhans Gitarrenspiel ist mehrfach preisgekrönt, wie der Weißrusse besonders bei den drei Kompositionen Piazzollas (1921 -1992) bei den rhythmischen Schlageinlagen auf dem Gitarrenkorpus nachempfinden lässt. Zum Abschluss spielte das Duo bei Muniers Rossiniana nochmals mit Feingefühl Leidenschaft und Melancholie gegeneinander aus. Dvoráks Slawischer Tanz Nr.2 war der Dank des Duos aus Minsk für den verdienten Applaus.   Werner Schilling; Foto: Archiv

30.04.2013


Mit Blech ins Neue Jahr – BRASSerie begeistert in Schifferstadt mit Heiterem und Nachdenklichem

von Gerhard Cantzler

Das Blechbläser-Ensemble „BRASSerie“ hatte eingeladen und viele, viele Musikfreunde aus Schifferstadt und der Umgebung kamen am Dreikönigstag ins Evangelische Gemeindezentrum in der Lillengasse, um einen höchst schwungvollen und vergnüglichen Auftakt zum Neuen Jahr mitzuerleben. Doch bevor es losgehen konnte, mussten zunächst noch aus allen Winkeln des Hauses Sitzgelegenheiten herbeigeschafft werden, damit alle Gäste einen Sizuplatz fanden – so gewaltig war der Ansturm...

Doch dann endlich konnte das beliebte und inzwischen weit über die Grenzen Deutschlands bis nach China nachgefragte Blechbläserquintett mit Schifferstädter Wurzeln sein amüsant-mitreißendes Konzertprogramm starten. Darin höchst anspruchsvolle Musik in bester Qualität locker und jugendlich-frisch zu präsentieren - das ist jetzt schon seit jetzt 14 Jahren das Geheimnis des Erfolges der BRASSerie.

Konstantin Pässler, als Moderator ebenso begabt wie als Posaunist des Ensembles, führte die Gäste ebenso charmant wie sachkundig durch ein abwechslungsreiches Programm, das edle Brassklänge vom allerfeinsten - von Henry Purcell und Johann Sebastian Bach bis zum „Popsong of the year 2012“, das „Call my maybe” von Carly Rae Jepsen - bereithielt.

Doch der Reihe nach: Zunächst präsentierte sich das Ensemble als Sänger mit der Pfälzer Hymne „In der Pfalz blühen unsere Reben“, ehe sie dann zu ihren Instrumenten griffen, um - wie in allen an diesem Nachmittag dargebotenen Stücken - in einem eigenen Arrangement von BRASSerie ein wahres Feuerwerk über das Thema des schmissigen Weinliedes zu zünden. Danach: Fließend-schwelgerische, geordnete Wohlklänge: Henry Purcells “Sound the trumpet” und das nachweihnachtlich stimmungsvolle “Schafe können sicher weiden” von Johann Sebastian Bach.

Sodann die Stunde des jungen Tubisten des Ensembles, Karl Berkel, jüngster Spross der weit über die Region hinaus bekannten Musiker-Familie Berkel-Janzen, seit kurzem Solotubist am Brandenburgischen Staatstheater in Cottbus. Er präsentierte sich als versierter Arrangeur des Karl-Jenkins-Titels “Palladio” ebenso nachhaltig wie als Solist in dem berühmten Charakterstück “Hummelflug” des russischen Komponisten Nikolai Rimski-Korsakoff – ein Stück, so filigran, dass man es kaum für möglich halten möchte, dass es auf der so weit mensurierten Tuba überhaupt spielbar sein sollte. Karl Berkel bewies es mit Bravour: Es geht!

Spätestens jetzt war im Saal klar: Die vom Moderator eingeforderte Abstimmung per Applaus – verhaltenes Klatschen, frenetischer Beifall oder frenetischer Beifall mit Trampeln und Johlen – sie sollte eindeutig zugunsten der letzteren Variante ausgehen. Jrtzt können die vorgestellten Titel dank des gestrigen Verdikts des Schifferstädter Publikums auf CD aufgenommen werden – wenn sie es nicht bereits sind...

Karl Berkels älterer Bruder Matthias Berkel - sicher der musikalisch vielseitige Star der BRASSerie und auch dieses Abends - 1. Solohornist bei der renommerten Bremer Philharmonie und seit kurzem stolzer Vater von Söhnchen Jakob - dazu Moderator Konstantin Pässler: “die BRASSerie ist eine Familie und Matthias und seine Frau haben jetzt dafür gesorgt, dass wir einen begeisterten Fan mehr haben” - hatte ihn bei einem österlichen Abstecher nach Andalusien aufgeschnappt und für sein Ensemble arrangiert: Den andalusischen Marsch, mit dem die Spanier in der Osterzeit durch die Strassen ziehen. Ein gelungenes Experiment, ein in Ferienlaune mit dem handy aufgenommenes Stück auf ein fünfköpfiges Ensemble umzusetzen.

Ein gewagtes Experiment - vom Publikum mit nicht weniger Beifall bedacht – dann auch die musikalische Verschmelzung von Maurice Ravels berühmten “Bolero” mit dem nicht weniger bekannten “kleinen Trommlerjungen” der griechischen Sängerin Nana Mouskouri. Der gleichartige Grundrhythmus beider Stücke hatte die jungen Musiker zu diesem Exxperiment verführt, bei dem sich Konstantin Pässler – der einzige aus dem Ensemble, der die Musik noch immer allein “aus Spaß an der Freude “betreibt – mit eindrucksvollen Posaunen-Interventionen zu beeidrucken verstand.

Mit “Buglers holiday” - “das Horn hat Pause” – gingen dann auch Instruementalisten und Publikum in die Pause, was allerdings nicht bedeutete, dass Matthias Berkel schon vorzeitig zu Frau und Kind verschwinden konnte. Nein, in diesem letzten Stück konnte er, der souveräne, klangschöne Hornist, als 3., gleichberechtigter Trompeter seine Freunde und Trompetenkollen Björn Bein, Trompetenlehrer an der Kreismusikschule des Rhein-Pfalz-Kreises und Manuel Viehmann, Solotrompeter bei den Bielefelder Philharmonikern, tatkräftig und überzeugend-kongenial unterstützen.

Auch im zweiten Teil des Programms: viel Unterhaltsames, gekonnt gemixt mit Nachdenklichem - die Filmmusik aus “Brust oder Keule” des unvergessenen Louis de Funès und ein Medley des “Ohrwurmspezialisten” Paul H. Alpert, sodann Götz Alsmanns hochvirtuoses “Montevideo” und Consuelo Velázquez “Besame Mucho” - sie wechselten mit Engelbert Humperdimcks “Abendsegen” aus seiner Märchenoper “Hänsel und Gretel” und – wie meinte doch der Moderator? “Die kleinen Instrumente sind müde, die großen bleiben wach und spielen …. Johann Sebastian Bach, denn Bach gehört einfach zu einem Brass-Konzert dazu”. Das innig-schlichte Kunstlied des Thomaskantors “Bist Du bei mir” in einem Arrangemant für Horn, Posaune und Tuba sowie Matthais Berkels “selbstgemachter” Willkommensgruß für seinen kleinen Stammhalter – alles in allem viel Rührendes, viel Bewegendes, das sichließlich in einer zweiten Zugabe glpfelte, in der das Ensemble die stolze Mutter der “Berkel-Buben” Judith Janzen - frei nach Heino – mit ihrem umgetexteten Lied “Judith, du musst doch nicht um Deine Jungens weinen”....”anschmachteten”.

Zuvor schon hate Matthias Berkel das Auditoium mit dem zweiten Satz aus Rachmannioffs Klavierkonzert Nr. 2 begeistert – doch nicht auf dem großen Klavier, sondern auf der kleinen Melodika, die wie ein Klavier gespielt und wie ein Blasinstrument zum Leben erweckt wird – Blechbläser hat, sie können's einfach nicht lassen...

Nein, “Judith” muss wahrlich nicht weinen um ihre Jungens - und auch nicht um deren Freunde, die an diesem Nachmittag mit ihrer BRASSerie dem dankbaren Publikum allenfalls Tränen der Rührung und der Begeisterung in die Augen trieben.

Danke BRASSerie, danke für dieses köstliche Konzert – und hoffentlich bis bald! Foto: gc

07.01.2013


BRASSerie begeistert in Schifferstadt - Bilderalbum

Glanzvoll-prächtig in Speyer – nachdenklich -besinnlich in Eußerthal

Ensembles von „PalatinaKlassik“ stimmen ihr Publikum auf Weihnachten ein

spk. Speyer. Mit einem fulminanten, musikalischen „Doppelschlag“ haben jetzt die Ensembles der Konzertreihe „PalatinaKlassik“ unter ihrem musikalischen Leiter Prof. Leo Kraemer die Menschen in der Region in die „letzte Runde“ der Vorweihnachtszeit entlassen und auf das für die meisten noch immer „schönste Fest“ des Jahres eingestellt. Samstagabend im warmen Foyer des Historischen Museums der Pfalz in Speyer, gerade einmal zwanzig Stunden später - mit einem völlig anderen Programm - in der winterlich-düsteren, romanischen Zisterzienser-Abtei-Kirche in Eußerthal: Mitwirkende und dankbare Zuhörer hatten spürbar an beiden Konzerten gleichermaßen ihre „helle Freude“.

Der Weihnachtsteil des aus gutem Grunde wohl berühmtesten Oratoriums „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel, angereichert mit dem legendären „Halleluja“ prägte den ersten Teil der „Klassik-Gala“ im Speyerer Historischen Museum der Pfalz – nach der Pause folgten Felix Mendelssohn-Bartholdys Weihnachtskantate „Vom Himmel hoch“ nach Texten von Martin Luther sowie - wiederum aus dem „Messias“ - das Rezitativ „Siehe, ich sage Euch ein Geheimnis“ und die imposante Bass-Arie „Sie schallt, die Posaune“ sowie der mächtige Schlusschor „Würdig ist das Lamm“ mit der filigranen „Amen-Fuge“, dem Schlusschor des beliebten Werkes.

Der auch an diesem Abend wieder blendend disponierte Apparat aus „PalatinaKlassik-Kammerphilharmonie“ und „PalatinaKlassik Vokalensemble“ zeigte sich bestens studiert, glänzte in allen Stimmen mit überzeugender Intonationssicherheit und bester Diktion, und folgte dem impulsiven Dirigat seines musikalischen Leiters Prof. Leo Kraemer über alle Klippen dieses an rhythmischen und harmonischen Herausforderungen wahrhaftig nicht armen Werkes.

Einmal mehr war die „PalatinaKammerphilharmonie“ dem Chor ein adäquater Partner – anrührend warme Holzbläser und majestätisches Blech legten sich genüsslich in das Klangbett des in kleiner Kammerbesetzung agierenden Streichorchesters. Ganz herausragend: der junge spanische Trompeter Manuel Davila, der mit der Solopartie in der Bassarie „Sie schallt, die Trompete“ eine brillante Visitenkarte hinterließ.

Mehr als nur überzeugend auch die beiden Vokalsolisten dieses Abends: Die Münchener Sopranistin Magdalena Hinterdobler und der finnische Bass-Bariton Heikki Kipeläinen. Hinterdobler - mit einer überaus beweglichen, leicht geführten und wohltimbrierten Sopranstimme ausgestattet - wusste dem Auditorium insbesondere in ihrer einschmeichelnd-wiegenden Arie „Er weidet seine Herde“ zu überzeugen.

Heikki Kipelänen, eine der Säulen im Säger-Ensemble des Staatstheaters in Mainz - groß geworden an einer der Schmieden legendärer Opernstimmen, am Zürcher Opernhaus - beeindruckte mit weit ausschwingenden Bögen und einer dem Händel'schen Gestus aufs beste gerecht werdenden stimmlichen Mischung aus würdevoller Präsentation seiner Arien – bewegend überlagert von dem in dieser Musik allgegenwärtigen melancholischen Unterton.

Historischer Aufführungstradition verpflichtet, lotete Leo Kraemer diesen weihnachtlichen Teil des „Messias“ einmal mehr in der vollen Tiefe seines dramatischen Geschehens aus, legte seine ganzen Emotionen in die schwelgerischen Chorsätze und in das mitreißende Accompagnato der Rezitative und Arien.

Bis in den alles überstrahlenden Schlussakkord der mächtigen Amen-Fuge hinein - nach den sorgfältig übereinander geschichteten und einander durchwebenden Fugen-Stimmen – führte Kraemer Chor und Orchester mit nicht nachlassender Energie zu einem eindrucksvollen klanglichen Erlebnis, für das sein Publikum ihm und seinem gesamten Apparat mit kaum enden wollenden Beifall dankte.

„Jetzt kann Weihnachten kommen“, so meinte eine Dame mit glücklichem Gesichtsausdruck und strahlenden Augen, als sie nach Ende der „Speyerer Klassik Gala“ das Foyer des Historischen Museums der Pfalz verließ. Und so empfanden es sicher wohl alle Zuhörer in dem dicht besetzten Saal des Museums – unter ihnen Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Landrat Clemens Körner, die Speyerer Kulturdezernentin Monika Kabs und Landtagsabgeordneter Dr. Axel Wilke - alle mit Partner/in - die sich schließlich auch über die Ankündigung der Wiederholung dieser Klassik-Gala am 14. Dezember 2013 an gleicher Stelle freuen durften.

Ein ganz anderes Programm in ganz anderer Atmosphäre dann am darauffolgenden Nachmittag in der traditionsreichen Abteikirche in Eußerthal: Kein Orchester – an seiner Stelle das PalatinaKlassik Brass-Ensemble – weniger überschwänglich-glanzvoll, dafür leiser, mehr beschaulich und mit dem Speyerer Theatermann und Rezitator Curt Timm um eine weitere, wertvolle künstlerische „Farbe“ reicher: Die Darbietung weihnachtlich-nachdenklicher Texte in bewegend-eindringlicher Form.

Goethe's Gedicht „Weihnachten“ hatte Timm mitgebracht, dazu Berthold Brechts „Die gute Nacht“, in dem der Atheist Bert Brecht sein geradezu kindlich-frommes Verhältnis zu dem Kind von Bethlehem aufblitzen lässt - und schließlich die berührende Geschichte „vom Engel, der die Welt verwandeln wollte“ von der Theologin und Tiefenpsychologin Christa Spilling-Nöker, in dem die sphärische Herrlichkeit des Himmels kontrastiert mit der Hektik und den Begierden der Erdenschwere.

Zu dieser nachdenklich-hintergründigen Erzählung ließ Leo Krämer an der Orgel der Zisterzienserabtei-Kirche eine kongeniale Phantasie aufblühen, in der er die Zuhörer in berührender Weise den schwirrenden Flügelschlag des kleinen Engels, das Rauschen der himmlischen Heerscharen und - im Kontrast dazu – die überschäumende Hektik des Erdengetriebes erfahrbar werden zu ließ, bis sich schließlich der kleine Engel, so leise, wie er gekommen war, wieder in die Ewigkeit entschwand.

Beliebte Advents- und Weihnachtslieder ansonsten - von „Tochter Zion“ von Händel bis „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ in den immer wieder zu Herzen gehenden Sätzen von Johann Sebastian Bach und Felix-Mendelssohn-Bartholdy. Vom gleichen Komponisten dann die Sätze „Advent“ und „Weihnachten“ aus den „Sechs Sprüchen“ - sängerisch nicht weniger anspruchsvoll wie Max Regers großartig-subtilen Motetten „Und unserer lieben Frauen“ und „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“. Dazwischen Bläsermusik der Brass-Gruppe, Orgelmusik von Leo Kraemer und dann auch immer wieder Soloeinlagen der Sopranistin Magdalena Hinterdobler: Die Arie „Er weidet seine Herde“ aus Händels „Messias“ - eine Reminiszenz an den Vorabend in Speyer. Dann das betörend schöne „Mariae Wiegenlied“ von Max Reger und schließlich, als Überleitung auf die eher besinnliche Mahnung „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ das prachtvolle „Cantique de Noel“ des französischen Romantikers Adolphe Adam, in das der gesamte Apparat noch einmal seine gesamten vorweihnachtlichen Emotionen ausfahren konnte.

Den Besuchern in der Eußerthaler Kirche – seit vielen Jahren gewohnt, am Zweiten Weihnachtstag an diesen Schauplatz unzähliger Konzerte zu kommen, die Prof. Leo Kraemer mit seinen unterschiedlichen Ensembles dort gegeben hat – wurde es trotz der schon sprichwörtlichen Kälte des Kirchenraumes – es war wieder einmal drinnen kälter als draußen – und getreu der Pfälzer Weisheit, dass es „in Eußerthal sechs Monate im Jahr Winter und die restliche Zeit kalt ist“ - diesen Besuchern wurde es warm ums Herz bei soviel weihnachtlich-musikalischer Seligkeit und – zum Trost: Im nächsten Jahr gibt es dieses Konzert auch wieder am Zweiten Weihnachtsfeiertag. Foto: miwa

17.12.2012


Glanzvoll-prächtig in Speyer - Bilderalbum

 

Nachdenklich -besinnlich in Eußerthal - Bilderalbum

„PalatinaKlassik“ präsentierte betörend-noblen Wohlklang, blitzende Läufe und rauschende Klangkaskaden

Russischer Ausnahmepianist Andrei Ivanovitch fasziniert einmal mehr beim „Klavierzauber“ auf der Villa Ludwigshöhe

gc. Edenkoben. Den Pfälzer Freunden exquisiter Klaviermusik gilt er längst schon als Geheimtipp: Andrei Ivanovitch, der St. Petersburger Pianist der Extraklasse, der jetzt wieder einmal mit einem Konzert im Pompejianischen Saal der Villa Ludwigshöhe auf der Anhöhe über Edenkoben Station machte. Theresia „Resel“ Frühmesser aus Landau, früher selbst eine gefragte Pianistin und Jurorin vieler internationaler Klavierwettbewerbe und und seit langem Mäzenin sonderbegabter junger Musiker insbesondere aus dem früheren Ostblock, hatte Ivanovitch einst aufgespürt und „unter ihre Fittiche“ genommen. Bis heute kehrt der inzwischen arrivierte und neben seiner Heimat insbesondere in Asien und Nordamerika vielfach gefeierte Pianist, der bei Prof. Peter Eicher an der Musikhochschule in Karlsruhe Teile seiner Ausbildung absolvierte und heute selbst als Professor am berühmten Konservatorium seiner Heimatstadt lehrt, immer wieder gerne in seiner „zweiten Heimat“ am Landauer Marienring ein.

Eigentlich hatte er ein Programm u.a. mit Werken der großen russischen Klavierkomponisten Alexander Skrjabin und Sergei Rachmaninow vorbereitet, musste dies aber kurzfristig ändern, weil er noch kurz vor seiner Abreise im Verkehrsgewühl seiner Heimatstadt mit einer Radfahrerin kollidierte und sich dabei erhebliche Prellungen am linken Unterarm zugezogen hatte. Fast ein Wunder und Ausdruck unglaublicher Selbstdisziplin deshalb, dass er die Freunde seiner Kunst nicht „versetzen“ und am Ende sogar absagen musste. So blieb es zwar bei den angekündigten Programmteilen von Mozart und Liszt, die „großen Russen“ aber mussten aufgrund ihrer außergewöhnlichen Anforderungen speziell an die linke Hand zugunsten von Frédéric Chopin und Claude Debussy zurückstehen. Aber wie sagt das Sprichwort? „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben....“ Die Hörerschaft wartete schon gespannt...

Doch zurück zu diesem außergewöhnlich qualitätvollen Klavierabend: Für westeuropäische Ohren gleich zu Beginn, eher ungewöhnlich: Die Mozart-Interpretationen Ivanovitchs - das „Modulierende Praeludium“, das Rondo a-moll und die Sonata C-Dur, die er im typisch russischen Gestus, glutvoll, eher schwermütig und mit großem Ton zu Herzen gehend präsentierte, ohne darüber aber die Brillanz der Kompositionen aus den Augen zu verlieren.

Dass Andrei Ivanovitch in beglückender Weise brillante Technik mit außergewöhnlicher Empfindsamkeit zu verbinden weiß, wurde dann auch bei seiner Interpretation der sieben Mazurken von Frédédric Chopin deutlich. Mit einer überzeugenden Ausdeutung dieser ungemein kontrastreichen Tanzsätze überzeugte er sein Publikum von Satz zu Satz mehr, indem er betörend liedhafte Tänze voller Melancholie mit wirkungsvoll Akzentuierten eindrucksvoll kontrastierte.

Pianistische Virtuosität, gepaart mit einer warm-wohligen Tongebung auch bei der Ballade F-moll, op. 52 von Chopin, wo Andrei Ivanovitch seine Zuhörer den dieser Komposition innewohnenden dramatischen Spannungsbogen von den tiefen, in sich ruhenden Gefühlsebenen bis hin zu den aufrüttelnden Eruptionen eindrucksvoll auskosten ließ.

Die Gelegenheit, die ganze Vielfalt seines pianistischen Könnens auszubreiten, ließ sich Ivanovitch auch bei den 6 Praeludien von Claude Debussy nicht entgehen. Mit unvergleichlicher Intensität, aber auch mit der nötigen Leichtigkeit und exquisiter Tongebung brillierte der Künstler auch bei diesen kleinen Pretiosen, die zum Fordernsten im „Standardprogramm“ eines jeden Spitzenpianisten gehören.

Mit Franz Liszt „Rhapsodie espagnole“ beendete der russische Klaviermagier schließlich sein eindrucksvolles Programm - voller Schwindel erregenden, blitzend-, präzisen Läufen und rauschenden Klangkaskaden – ein „Klavierereignis“, das ein sachkundiges Publikum zu langanhaltenden Ovationen anregte.

Mit vier Zugaben von Chopin und Liszt, darunter der beliebten „Campanella“, „revanchierte“ sich der St. Petersburger Ausnahme-Pianist, der an diesem Abend einmal mehr den Nachweis dafür lieferte, dass er mit seinem ausdrucksstarken, noblen, ja geradezu aristokratischen Spiel längst in die allererste Reihe der an Klavierkünstlern wahrlich reichen Szene seines Heimatlandes gezählt werden muss. Foto: gc

Lesen Sie hierzu auch einen Einwurf von Gerhard Cantzler

14.11.2012


Russischer Ausnahmepianist Andrei Ivanovitch fasziniert auf der Villa Ludwigshöhe - Bilderalbum

Konzertreihe auf höchstem künstlerischem und intellektuellen Niveau -

PalatinaKlassik überzeugt mit vielseitigem Programm, leidet aber an teilweise geringer Publikumsfrequenz.

Ein Einwurf von Gerhard Cantzler

Höchst qualitätsvolle Programme – herausragende Solisten – vorzügliche Ensembles – so könnte man eine Zwischenbilanz nach sieben von zehn Konzerten dieser ersten Spielzeit der neuen Konzertreihe „PalatinaKlassik“ überschreiben. Ganz unterschiedliche musikalische „Farben“ - von den Kirchenkonzerten in Eußerthal, Ludwigshafen und in Großsachsen, über die „kleinen Spielformen“ wie das bezaubernde Barockkonzert im Feuerbachhaus in Speyer und den exquisiten Klavierabend auf der Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben bis hin zu der opulenten „Italienischen Opernnacht“ in der Weltkulturerbestätte „Völklinger Hütte“ - alles nur „vom Feinsten“ und in höchster Qualität.


Mit dem Gedenkkonzert am Vorabend des 9. November in der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften erschlossen sich die Protagonisten der neuen Konzertreihe um ihren musikalischen „spiritus rector“, Prof. Leo Kraemer, nicht nur einen neuen und wissenschaftlich hochrangigen, wenn auch in Sachen „Musik“ seit vielen Jahren eher „verwaisten“ Spielort – sie setzten mit ihrer Herangehensweise an diesen höchst sensiblen Gedenktag einen dem Ort angemessenen, weit über das Musikalische hinaus gehenden, Aufsehen erregenden Akzent.


Denn mit der Belebung des Gedenkens an die jüdisch-stämmigen Komponisten Viktor Ullmann und Erwin Schulhoff leisteten sie nämlich zugleich auch einen exemplarischen Beitrag zur Darstellung des bedeutenden jüdischen Anteils an der intellektuellen Entwicklung Europas gerade auch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.


Mit der Einbeziehung des jüdischen Kantors Guido Shamir und des charismatischen Theatermannes Curt Timm in dieses Programm des Gedenkens gelang es „PalatinaKlassik“ schließlich auch, die jüdischen Empfindungsebenen zu diesem Tag aufscheinen zu lassen, und zugleich das – so scheint's – längst dem Vergessen anheim gefallene musikalische Genre „Melodram“ ins Bewusstsein der Zuhörer zurückzuholen.


Wenn es „PalatinaKlassik“ gelingt, an diesem hohen Anspruch festzuhalten, dann darf man sich nicht nur auf die noch ausstehenden Konzerte am 15. Dezember im Historischen Museum der Pfalz in Speyer und am 16. Dezember erneut in der Zisterzienser-Abteikirche in Eußerthal freuen, dann darf man auch jetzt schon gespannt darauf sein, was Leo Kraemer und seine Mitstreiter von „PalatinaKlassik“ sich für die nächste, die zweite Spielzeit dieser Konzertreihe vornehmen.


Und dann wird sich sicher auch das hohe künstlerische und intellektuelle Niveau dieser Konzertreihe einem breiteren Publikum erschließen, als dies bisher der Fall war, als doch noch viele Zeitgenossen wohl Wertvolles versäumten.

„Bitter-süssem Gedenktag“ in besonders intensiver Weise in Wort und Musik gedacht

„PalatinaKlassik e.V.“ präsentiert exquisites Programm zum 9. November

spk. Speyer. Wie könnte man einem solch „bitter-süßen“ Gedenktag wie dem 9. November angemessener gerecht werden als durch ein intellektuell höchst anspruchsvolles Programm aus beinahe verstörend-anrührenden Texten und bewegender Musik? Dieser Tag, der uns Deutsche Jahr für Jahr immer wieder auf eine „Achterbahn der Gefühle“ schickt - zwischen abgrundtiefer Scham über das, was am 9. November 1938 geschah – der Nacht, als in Deutschland die jüdischen Synagogen brannten und jüdische Mitmenschen gequält und getötet wurden und jenem 9. November 1989, als sich die Deutschen weinend vor Glück in den Armen lagen, um die wieder gewonnene Einheit zu feiern.

„Reichspogromnacht“ und „Mauerfall“ - wer könnte sich einen größeren Gegensatz – eine schrillere Dissonanz vorstellen? Am Vorabend dieses Tages hatten der Förderkreis „PalatinaKlassik e.V.“ gemeinsam mit der Stadt Speyer und der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz in die Aula der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften eingeladen, um diesen Tag in einer ganz besonderen Weise zu begehen.

Eingerahmt vom „El male rachamin“ zu Beginn - dem Gebet „Gott der Barmherzigkeit“ - in dem die Juden in aller Welt in herzzerreißenden Worten der sechs Millionen Opfer des Holocaust gedenken und dazu die Stätten des Grauens und der Vernichtung, die Konzentrationslager von Auschwitz, Buchenwald und Sobibor, von Maijdanek, Sachsenhausen und Mauthausen aufrufen, und dem „Kaddish“ - dem traditionellen jüdischen Gebet für alle Toten zum Ende der Feier - erlebten die Besucher zwei Stunden von erschütternder Eindringlichkeit.

Zwei weithin unbekannte jüdische Komponisten – aus Familien stammend, die noch unter der K.u.K.-Monarchie, wie so viele Juden aus intellektuellen Kreisen in dieser Zeit, noch vor dem Ersten Weltkrieg zum Christlichen Glauben übergetreten waren, weil sie nur so eine Chance sahen, die gewünschte Berufslaufbahn einschlagen zu dürfen – Viktor Ullmann und Erwin Schulhoff – sie standen im Zentrum dieses Abends.

Die Speyerer Pianistin Hisako Nishizawa-Kraemer eröffnete das Programm mit der „Suite für Klavier“ von Erwin Schulhoff, dem – erkenn- und vor allem hörbar wahrlich zu Unrecht in Vergessenheit geratenen böhmischen Komponisten, der – 1894 in Prag geboren und 1942 in den Hunger-Kerkern der Nazis viel zu früh zu Tode gebracht – entscheidende Impulse für die Entwicklung der Musik in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts gegeben hat. In den Jahrzehnten seines künstlerischen Wirkens legte er dabei einen unvergleichlichen Weg zurück - war zunächst fest verankert in der spätromantischen Musiksprache eines Max Reger, um in den 1930er Jahren eine radikale Wendung hin zu einem von Jazz-Rhythmen und Atonalität beeinflussten Musikstil zu vollziehen, sich für experimentelle Musikformen wie die „Viertel-Tonmusik“ oder den Dadismus einzusetzen und so schließlich zu einem der Begründer des „Sozialistischen Realismus“ in der Musik zu werden. Seine Suite für Klavier“ ist noch ganz in der traditionellen Kompositionsweise verhaftet und wurde von Hiskao Nishizawa-Kraemer mit großer Ausdruckstiefe dargeboten.

Zweifellos der Höhepunkt des Abends aber: Die in der Form eine Melodrams verfasste „Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“, eine Erzählung von Rainer Maria Rilke in der musikalischen Fassung des aus dem polnischen Teschen (Ciestyn) stammenden Komponisten Victor Ullmann.

Rainer Maria Rilke beschreibt in seinem Gedicht den Zug seines Vorfahren Christoph Rilke von Langenau nach Ungarn in den Türkenkrieg, wo er im Jahr 1663 den Tod fand. Auf dieser Reise trifft der 18-jährige Adelige mit einem französischen Marquis zusammen und wird dessen Freund. Von einer Rose, die der Marquis von seiner Geliebten zum Abschied erhalten hat, schenkt er von Langenau beim Abschied ein Rosenblatt, das ihn beschützen soll. Aufgrund eines Empfehlungsschreibens wird von Langenau zum Cornet, zum Fahnenträger, ernannt. Seiner Mutter schreibt er daraufhin voller Stolz einen Brief, den er neben dem Rosenblatt verwahrt. Jenseits des Grenzflusses Raab - an ihren Ufern fand die entscheidende Schlacht von Magersdorf statt - übernachtet von Langenau mit seiner Kompanie in einem Schloss. Mit der Gräfin verbringt er dort die Nacht in einem abseits gelegenen Turmzimmer. Doch während der Nacht wird das Schloss von den Türken angegriffen und in Brand gesteckt. Um die Fahne zu retten und zu seiner bereits aufgebrochenen Truppe zu gelangen, verzichtet er auf Waffenrock und Helm, läuft durch das brennendn Gemäuer und reitet aus dem Schloss. Mit der brennenden Fahne findet er sich allein mitten unter den Feinden wieder und fällt.

Ein Stoff, der nur auf den ersten Blick wenig mit dem Anlass dieses Abends zu tun zu haben scheint. Doch hört man genauer hin, dann empfindet man rasch die von Victor Ullmann in seiner Musik in unvergleichlicher Weise eingewobene Dramatik des Geschehens, in dem es einmal mehr um menschliche Urerfahrungen, um Angst und Schrecken, um Liebe und Verzweiflung geht. Ullmann hat dazu die „Weise“ mehrerer ihrer Nebenhandlungen entkleidet und sie auf die zentralen Empfindungsebenen verdichtet. Die hochemotionale Musik lässt rasch verspüren, welch außergewöhnliches Talent, ja, welche Genialität die Welt mit der Ermordung Ullmanns im KZ Auschwitz durch verblendete Nazi-Schergen verlustig ging.

Ihn auf eine Stufe mit dem für viele Jahrzehnte als stilprägend geltenden Arnold Schönberg zu stellen, greift deshalb sicher nicht zu weit. Hisako Nishizawa-Kraemer präsentierte den anspruchsvollen Klavierpart dieses Werkes mit differenziertem Einfühlungsvermögen, aber auch zupackend, wo es die Dramatik der Handlung angebracht erscheinen lässt.

Curt Timm, in der Lieblingsrolle seines Alters als Rezitator in Speyer längst angekommen, gestaltete den Rilke-Text mit tief bewegendem und mitreißendem Gestus.

Mit dem Vortrag der beiden Rilke-Gedichte „Der Schauende“ und „Verkündigung“ hatte Curt Timm sein Publikum bereits zuvor im ersten Teil des Programms mit seiner noch immer unvergleichlich wandlungs- und modulationsfähigen Stimme auf die besonderen Gefühlstiefen der Rilke'schen Sprache eingestimmt, die die Werke dieses Lyrikers bis heute zu den herausragenden Beispielen deutschsprachiger Dichtkunst machen.

Da fügten sich die berühmte und überaus anspruchsvolle F-moll-Fantsie von Franz Schubert für Klavier zu 4 Händen, gespielt von Hisako Nishizawa-Kraemer und dem St. Petersburger Klaviervirtuosen Andrei Ivanovitch ebenso kongenial in das Programm ein, wie die zum Schlusspunkt der Feier hinführende musikalische Interpretation des „Kaddish“, des jüdischen Totengebetes, von Maurice Ravel in der Interpretation von Andrei Ivanovitch.

Mit Auszügen aus dem Oratorium „Elias“ von Felix-Mendelssohn-Bartholdy - dem großen musikalischen Versöhner zwischen Juden- und Christentum - mit dem 23. Psalm „Gott ist mein Hirt“ in der Vertonung von Franz Schubert, und schließlich mit den Ecksätzen der „Missa choralis“ von Franz Liszt trug auch das „PalatinaKlassik Vokal-Ensemble“ unter der Leitung von Prof. Leo Kraemer - er zeichnete auch für die Gesamtleitung des Abends verantwortlich - seinen Teil zu einem zutiefst stimmigen und bewegenden Programm bei.

Eine ganz außergewöhnliche Herangehensweise an den Gedenktag des 9. November – eine Form, die ganz ohne Reden auskam und die dennoch oder gerade deshalb die Zuhörer in ganz besonderer Weise ergriff und so den Gegenstand ihres Gedenkens in denkbar inniger und intensiver Weise in ihrer Erinnerung verankerte. Foto: fg

12.11.2012


„PalatinaKlassik e.V.“ präsentiert exquisites Programm zum 9. November - Bilderalbum

Mit halsbrecherischer Geläufigkeit und edel-samtenem Wohlklang

„PalatinaKlassik“ zündet dritte Stufe seiner neuen Konzertreihe im Speyerer Feuerbachhaus

spk. Speyer. PalatinaKlassik, das klassische Musikfestival für die Pfalz, Baden und das Saarland - es hat sich nach gerade einmal drei ganz unterschiedlichen Konzerten eindrucksvoll zurückgemeldet. Nach dem überwältigenden Eröffnungskonzert in der ehemaligen Zisterzienserabteikirche Eußerthal – der SPEYER-KURIER berichtete in seiner Ausgabe am 03.09.2012 - und dem opulenten „Festlichen Opernabend“ am „Tag der deutschen Einheit“ im Weltkulturerbe „Völklinger Hütte“ hat sich jetzt die in die Trägerschaft des „Förderkreises PalatinaKlassik e.V. übergegangene Konzertreihe mit einer ganz anderen, einer kleinen – der Intimität des Veranstaltungsortes angemessenen konzertanten „Farbe“, endgültig manifestiert.

Im anheimelnden Speyerer Feuerbachhaus präsentierte der Förderkreis jetzt nämlich ein „virtuos-barockes Instrumental-Feuerwerk“ mit drei hochrangigen Solisten: Der Saarländischen Blockflöten-Virtuosin Ingrid Paul, dem Mannheimer Violoncello-Solisten Prof. Roland Kunze und dessen Speyerer Kollegen Prof. Leo Krämer am Spinett.

Das liebenswert-pittoreske Geburtshaus des Malers Anselm Feuerbach war bereits lange vor Beginn des Konzertes bis auf den letzten Platz gefüllt, so dass Michael Wagner, Vorsitzender des Förderkreises, schon zehn Minuten, ehe er mit seiner Begrüßung anfangen konnte, stöhnte: „Noch ein Stuhl und dann gibt es im ganzen Haus keinen Sitzplatz mehr“. Der gewaltige Andrang hatte sich bereits im Vorfeld des Konzertes abgezeichnet, waren doch die Eintrittskarten schon wenige Stunden nach ihrer Auflage vergriffen, so dass sich die Veranstalter entschlossen, das Haus bereits am Nachmittag für eine öffentliche Generalprobe zu öffnen. Auch hier war der Andrang interessierter Musikfreunde bereits beachtlich – sie erlebten das Konzert in einer ganz anderen, für die meisten ungewohnten Art – als spannendes Labor, das auf beeindruckende Weise spürbar werden ließ, wie sich Musik von den aufgeschriebenen Noten hin zur hör- und empfindbaren Kunst entwickelt. Eine gute Idee, Zuhörer an diesem spannenden Prozess wenigstens für ein paar Stunden lang teilhaben zu lassen.

Am Abend dann – wie gesagt – dichtes Gedränge in den beiden Räumen im Erdgeschoss des Feuerbachhauses, zwischen denen sich das Solistentrio seinen Platz gesucht hatte. Zwischen ihnen suchte sich dann auch noch Michael Wagner ein Plätzchen, um die zahlreichen Gäste des Konzertes zu begrüßen und dem Sponsor der Veranstaltung, der Speyerer „Volksbank Kur- und Rheinpfalz“ in Person ihres Vorstandsvorsitzenden Rudolf Müller für die Unterstützung zu danken,

Doch dann zündeten die bestens aufgelegten Solisten - moderiert und inspiriert vom musikalischen Leiter der neuen Konzertreihe, Leo Krämer - ein funkelnd-virtuoses Feuerwerk barocker Kabinettstücke, insbesondere von der brillant agierenden Flötistin Ingrid Paul mit oft atemberaubend halsbrecherischer Geläufigkeit dargeboten. Werke aus dem Barock bis hin zur aufkommenden Klassik standen auf dem Programm - Werke von Giulio Mussi, Diego Ortiz, dem Bach-Zeitgenossen Johann Sigismund Weiss und Giuseppe Sammartini, die der Solistin schon im ersten Teil des Abends Gelegenheit gaben, ihr überragendes, virtuoses Können unter Beweis zu stellen. Kompositionen von Martino Bitti, Francesco Mancini und Josef Gelinek schlossen sich nach der Pause an und versetzten, eins ums andere, das Publikum in helle Verzückung. Ingrid Paul hatte dazu gleich ein ganzes Arsenal höchst unterschiedlich klingender Blockflöten mitgebracht, die sie mit großem stilistischem Sachverstand einsetzte - tänzerisch-federnd bis getragen-kantabel kamen die dargebotene Passagen daher – für das begeisterte Publikum ein mitreißender Ohrenschmaus.

Der Cellist Roland Kunze legte mit edel-samtenem Wohlklang der Flötistin die warmtönend-kantable Basis für ihre oft halsbrecherischen Bravourstücke, verstand sich aber auch selbst mit dramaturgisch geschickt ins Spiel gebrachten musikalischen Interventionen in den Vordergrund zu spielen. Motor und Impulsgeber dieses beeindruckenden Konzertabends war einmal mehr Leo Krämer am Spinett, der das musikalische innere „Uhrwerk“ der einzelnen Stücke in gewohnt gekonnter Manier am Laufen hielt.

Er trug - gemeinsam mit Roland Kunze – an entscheidenden Wegmarken des Konzertes mit Werken von Antonio Vivaldi und Francois Francoeur auch wesentlich zur wohltuenden Beruhigung des musikalischen Geschehens bei, ehe sich das Solistentrio noch einmal in der eindrucksvollen, sich zum Ende hin noch einmal steigernden D-Dur-Suite von Michel de la Barre für einen glanzvollen Schlusspunkt sorgte.

Begeisterter Applaus zum Ende des Abends und das Versprechen von Förderkreis und Sponsor, dass dieser Abend im Feuerbachhaus keine „Eintagsfliege“ bleiben dürfe – man kann sich deshalb vielleicht schon heute auf ein Da Capo im nächsten Jahr an gleicher Stelle und notabene – wohl auch in gleicher Beengtheit - freuen. Foto: gc

08.10.2012


„PalatinaKlassik“ zündet dritte Stufe im Speyerer Feuerbachhaus - Bilderalbum

Glanzvolle venezianische Mehrchörigkeit im “äußersten Tal der Südpfalz”

Überbordende Chor- und Orgelmusik eröffnet überzeugend die neue Konzertreihe “PalatinaKlassik”

spk. Eußerthal. Einen prachtvollen Einstieg in die neue Konzertreihe “PalatinaKlassik” und zugleich in die Feierlichkeiten zum 750. Weihejubiläum der Zisterzienser-Abtei -Kirche Eußerthal bescherten jetzt Vokal- und Bläserensemble von “PalatinaKlassik” unter der überzeugenden Leitung von Leo Kraemer sich selbst und ihren Zuhörern, die am Sonntag nachmittag in unerwartet großer Zahl in die sommerlich lichtdurchflutete Klosterkirche im “äußersten Tal in der Südpfalz” gekommen waren. Die Erinnerung an frühere glanzvolle Konzerte des international renommierten Speyerer Musikers mit wechselnden Ensembles - unter anderem auch an diesem magischen Ort - scheint halt doch noch nicht verblasst zu sein.

Überbordende Chor- und Bläsermusik - “Introitus” und “Magnificat” aus Claudio Monteverdis “Marienvesper” - umrahmte - achtstimmig - das vielseitige Programm, das schwerpunktmäßig von prächtig aufblühenden, mehrchörigen Kompositionen aus Renaissance und Romantik bestimmt war. “Musik - wie für diesen Raum mit seiner schlichten, erhabenen Größe geschaffen”, zeigte sich ein Zuhörer nach dem Konzert ergriffen - und mit den folgenden Programmpunkten wurde diese Gefühlsebene sicher noch weiter angeregt: G.P. da Palestrinas “Laudate Dominum” - jetzt gar dreichörig - zwölfstimmig also - für ein knapp vierzigköpfiges Vokalensemble eine bemerkenswerte Herausforderung, der sich die Sängerinnen und Sänger von “PalatinaKlassik” mit großer Präzision, Bravour und sängerischer Eleganz entledigten.

Mit Giovanni Gabrielis “Jubelt dem Herrn” und Johann Pachelbels “Singet dem Herrn” standen danach zwei doppelchörige Werke auf der Agenda - auch sie, jedes in seiner Art von Chor und Bläsern hochbeweglich und stets klar und durchsichtig interpretiert.

Dazwischen Bläsersätze von Gabrieli und Tylman Susato, letzterer von dem bestens disponierten Bläserensemble mit weit schwingendem Gestus präsentiert.

Im zweiten Teil des Konzertes dann Felix Mendelssohn-Bartholdys achtsimmige Auszüge aus den “Sechs Sprüchen” - “Frohlocket, ihr Völker auf Erden” und “Erhaben, o Herr über alles Lob” - auch hier wieder wuchtig-überwältigender, wahrlich großer Chorklang.

Ganz anders dann die mit schlichter Demut daherkommende “Deutsche Messe” von Franz Schubert - jeder der acht Sätze ein kleines Juwel und ein bedeutsames Beispiel für eine zutiefst berührende Vertonung der “Gesänge zur Feier des Opfers der heiligen Messe”, wie der tief gläubige Komponist sein Werk selbst bezeichnete. Hier zeigte sich der Chor mit großer Beweglichkeit, eindrucksvoller Homogenität und großer Eleganz - folgte dem auf große Differenzierungen abhebenden Gestus seines Dirigenten mit großer Bereitwilligkeit.

Im abschließenden “Magnificat” von Claudio Monteverdi konnte der Chor sodann seine Tugenden noch einmal in ganzer Schönheit ausfahren - glanzvoll strahlende Soprane und Tenöre, tragfähig sonore Bässe, wohlklingende Altistinnen. Leo Krämer hat seine Ensembles für die kommenden Konzerte in der Reihe “PalatinaKlassik” bestens aufgestellt - man darf sich schon jetzt auf die noch folgenden neun Abende - einer davon auch noch einmal in Eußerthal - freuen.

Ach ja - das darf auf keinen Fall vergessen werden: Vor den beiden Mendelssohn-Sätzen meldete sich der Maestro auch noch als Komponist und brillanter Orgel-Improvisateur zu Wort. Mit einer in seinem typischen, rhythmusbetonten Stil angelegten Improvisation entführte Kraemer das begeisterte Auditorium in die Shakespear’sche Welt von Geistern, Feen und Trollen, ließ sie förmlich tanzen in der Kirche, um dann die Szene mit dem Hornmotiv aus dem Mendelsohn’schen “Nocturno” immer wieder zur Ruhe zu bringen. Eine großartige musikalische Inspiration, mit der Leo Kraemer einmal mehr seine ganze Meisterschaft als Komponist und als Organist unter Beweis stellen konnte.

Lang anhaltender Beifall belohnte Solisten- wie Ensemble-Leistungen. Mancher Zuhörer hätte sich gewünscht, dass der Nachmittag garnicht mehr enden würde. Und was können sich Musiker am Ende eines Konzertes mehr wünschen? Foto: spk

03.09.2012


PalatinaKlassik in der Zisterzienser-Abtei -Kirche Eußerthal - Bilderalbum

“PalatinaKlassik” - Konzertreihe mit neuen Ideen, Spielorten und in neuer Rechtsform

Gemeinnütziger Verein fördert zehn Konzerte der ersten Spielzeit in der Pfalz, im Saarland und in Baden

spk. Speyer. Mit neuen Ideen, neuen Spielorten und in einer neuen Rechtform geht jetzt die “Internationale Konzertreihe PalatinaKlassik” an den Start und will damit die erst seit wenigen Jahren für die Pfalz initiierte Reihe “Palatia Classic” mit neuem Leben erfüllen. Gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter der Reihe, dem Speyerer Prof. Leo Krämer, konnte jetzt dazu Michael Wagner - frisch gewählter Vorsitzender des in Form eines gemeinnützigen Vereins konstituierten “Förderkreises PalatinaKlassik e.V.” - im Rahmen eines Pressegesprächs im Historischen Speyerer Rathaus Hintergründe für diese Neugründung erläutern.

Danach habe sich die privatwirtschaftlich geführte Reihe “Palatia Classic” - bedingt durch immer weiter zurückgehende öffentliche Zuwendungen, die angesichts von “Kommunalem Entschuldungsfonds” und anderen finanziellen Zwängen nicht zu verwundern seien, so Michael Wagner - als in der bisherigen Form nicht länger darstellbar erwiesen. Auf diesem Hintergrund hätten sich die Beteiligten dann einvernehmlich darauf verständigt, “Palatia Classic” vorerst auszusetzen.

Dennoch seien sich alle B eteiligten sehr rasch einig gewesen, dass es mit der in diesem Rahmen “gemachten” Musik in jedem Fall in der bewährten Weise weitergehen müsse. “Von vielen Seiten wurde uns damals signalisiert”, so berichtete Michael Wagner, “dass es nicht zu verstehen wäre, wenn ein Musiker wie Prof. Leo Krämer, der überall in der Welt nachgefragt werde, nicht auch in seiner angestammten heimatlichen Region ein adäquates Podium bekäme”.

Mit der neuen “Internationalen Konzertreihe PalatinaKlassik” wolle man deshalb einen anderen Weg gehen, indem alle Arbeiten zu Vorbereitung, Organisation und Durchführung der Konzerte auf ehrenamtliche Kräfte verlagert würden. Zudem sei mit der Anerkennung als gemeinnütziger Verein auch die Befreiung von der Mehrwertsteuer verbunden, was die Tickets günstiger machen bzw. die Konzentration aller Einnahmen für die selbstgestellte Kernaufgabe, die Musik, möglich würde. “Mit der Erlangung der Gemeinnützigkeit ist “PalatinaKlassik” durch Entscheid des Kultusministeriums den Opernhäusern, Theatern und anderen Kultureinrichtungen im Lande gleichgestellt”, freut sich Michael Wagner über diesen weit mehr als nur formalen Vorteil.

15 Unternehmen aus der Region Pfalz, der Saarpfalz und aus Baden hätten bereits in einer ersten”Runde” von Anfragen spontan ihre Zusage gegeben, trotz der Kürze der zur Verfügung stehenden Vorbereitungszeit das Anliegen von “PalatinaKlassik” als Sponsoren zu unterstützen - 41 Musikfreunde, die sich mit ihrem Beitritt auch zur aktiven Mitarbeit in dem Verein bekannt hätten, seien in wenigen Wochen bereits gewonnen worden.

Dazu habe Prof. Krämer in kürzester Zeit für die Saison 2012 ein im Kern aus zehn hochrangigen Konzerten bestehendes Programm zusammengestellt, das dem in der Vereinssatzung postulierten Zweck des Fördervereins in vollem Umfang entspreche, der “die Förderung von Kunst und Kultur - auch unter Berücksichtigung der Völkerverständigung - als Zielsetzug postuliert”.

Wie Leo Krämer sodann darlegte, startet die “Internationale Konzertreihe Palatina Klassik” 2012 schon am 02.09. diesen Jahres um 17.00 Uhr mit einem festlichen Eröffnungskonzert in der Zisterzienser-Abtei-Kirche Eußerthal, in dem zum Teil mehrchörge Werke von Giovanni Pierluigi da Palestrina, Claudio Monteverdi, Andrea Gabrieli, Johann Pachelbel und Johann Sebastian Bach zur Aufführung kommen werden. Ausführende sind das “PalatinaKlassik Vokal Ensemble” und das “PalatinaKlassik Brass Ensemble”, die unter der Leitung von Prof. Leo Krämer auftreten, den die Zuhörer auch an der hörenswerten Orgel der kleinen Abteikirche erleben können. In der Eußerthaler Abteikirche wird sich der Reigen hochrangiger Konzerte von “PalatinaKlassik” im Premierenjahr schließlich mit einem adventlichen Konzert am 16. Dezember 2012 schließen.

Ein weiteres Novum in der Konzertreihe sind die neuen Spielorte, die “PalatinaKlassik” für seine Darbietungen aufgetan hat. Dazu zählen in Speyer neben dem bewährten Historischen Museum der Pfalz, wo sich die Ensembles am 15. Dezember mit einer großen vorweihnachtlichen Klassik Gala präsentieren, jetzt auch das Feuerbachhaus, wo die Konzertreihe mit kleinen, kammermusikalischen Spielformen am 6. Oktober einkehren wird.

Neu ist auch die Zusammenarbeit mit der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften, deren festliche Semestereröffnungsfeier am 14. November musikalisch vom PalatinaKlassik Vokal Ensemble umrahmt werden wird. Am gleichen Ort - in der Aula der Universität - wird es im zeitlichen Umfeld des 9. November unter dem Titel “Musik der Erinnerung” ein Gedenkkonzert zum Jahrestag der “Reichsprogromnacht” geben, bei dem u.a. Musik der verfemten und im KZ ermordeten jüdischen Komponisten Viktor Ullmann und Erwin Schünhoff erklingen wird. Im Rahmen dieses Abends wird der inzwischen untrennbar mit dem Speyerer Kulturleben verbundene Opern- und Theaterregisseur, Schauspieler und Rezitator Curt Timm Gedichte von Rainer Maria Rilke darbieten.

Weitere Spielorte in der Pfalz sind die Villa Ludwigshöhe, wo am 10. November der russische Ausnahmepianist Andreij Ivanowitsch aus der Musikmetropole St. Petersburg mit einem ausnahmslos russischen Klavierprogramm zu hören sein wird sowie die Pfarrei St. Ludwig in der Ludwighafener Innenstadt, die sich mit dem Konzert der “PalatinaKlassik” Ensembles am 14. Oktober zum 150jährigen Pfarrei-Jubiläum selbst ein ganz besonderes Geschenk bereiten will.

Außerhalb der Pfalz wird “PalatinaKlassik” in diesem Jahr mit einem Konzert mit geistlichen Werken am 03.112012 in der Evangelischen Kirche in Großsachsen bei Weinheim Station machen - schon ein Monat früher, am 03.10.2012, am deutschen Nationalfeiertag, steigt” in der Weltkulturerbestätte “Völklinger Hütte” eine “Italienische Opernnacht” mit internationalen Solisten und großen Ensembles.

Weitere Informationen zum Programm unter www.palatinaklassik@t-online.de Der SPEYER-KURIER wird außerdem jeweils zeitnah auf die Konzertereignisse hinweisen und aktuelle Informationen geben.

In dem Pressegespräch ging Prof. Krämer auf Anfrage auch auf seine sonstigen musikalischen Aktivitäten außerhalb seiner näheren Heimat ein, die ihn inzwischen wohl schon den größeren Teil des Jahres in ferne Länder führen: So ist er nach wir vor eng mit dem Kammerorchester der Staatlichen Philharmonie in St. Petersburg verbunden, gibt Meisterkurse am Konservatorium der Weltmusikmetropole, wo er nach einer kürzlich in mehren umjubelten Aufführungen gipfelnden, überaus erfolgreichen Einstudierung von Johann Sebastian Bach’s “Matthäus-Passion” im kommenden Frühjahr für eine stilgerechte Erarbeitung der “h-moll-Messe” des Thomas-Kantors verpflichtet wurde.

Enge Arbeitskontakte pflegt Prof. Krämer aber auch mit anderen russischen Musikzentren, u.a. in Kasan und Samara.

Aus dieser Zusammenarbeit heraus wurde Leo Krämer von russischer Seite mit dem Wunsch überrascht, im Jahr 2013 aus Anlass des Gedenkens an den 70. Jahrestag des Endes der Schlacht von Stalingrad eine Reihe von Konzerten zu leiten, die - mit Aufführungen von Johannes Brahms “Deutschem Requiem” - an den im Zweiten Weltkrieg hart umkämpften Städten entlang der Wolga - an die zahllosen Opfer auf beiden Seiten erinnern und die schließlich in einem Abschlusskonzert im heutigen Wolgograd ihren Höhepunkt finden sollen. Für einen Deutschen sicher eine ganz besondere Auszeichnung, mit einer solchen Aufgabe betraut zu werden und damit einen ganz persönlichen Beitrag zur Aussöhnung zwischen den einst verfeindeten Völkern leisten zu dürfen.

Aber auch auf anderen Kontinenten ist Leo Krämer musikalisch unterwegs - gibt Meisterkurse in Japan, Südkorea und in China, leitet Konzerte in Mexico und macht überall in der Welt hochbegabte Musiker mit dem stilgerechten Umgang mit der Musik der unterschiedlichen europäischen Epochen vertraut. Viele dieser Kontakte haben eine lange Tradition und sind nicht zuletzt Ausfluss von Leo Krämers langjähriger Arbeit am Speyerer Dom, von der auch die Musikszene in der Pfalz bis heute profitiert. Foto: gc

14.08.2012


Ein Hauch von Glyndebourne im Schwetzinger Schlossgarten

Ensemble des Nationaltheaters Mannheim beschließt Mozartsommer 2012 mit zauberhafter Soirée

pm. Schwetzingern. Ein Hauch von Glyndebourne, Tanglewood oder Spoleto wehte durch den Schwetzinger Schlossgarten, als Maestro Dan Ettinger am Sonntag abend den Taktstock hob zu einem musikalischen Erlebnis der ganz besonderen Art: Gemeinsam mit seinem prächtig disponierten Orchester vom Nationaltheater Mannheim und Mitgliedern des Solistenensembles der Mannheimer Oper zelebrierte er für die gut 5.000 Besucher in der lauen Schwetzinger Sommernacht das Abschlusskonzert des Mannheimer Musiksommers 2012 mit einer zauberhaften Soirée vor der betörend schön illuminierten Kulisse des Schwetzinger Schlosses - gekrönt von einem abschließenden Synchron-Feuerwerk zur mitreißenden Konzertmusik von Rossini's "La gazza ladra" Ouvertüre.

Sicherlich ein weiterer musikalischer Höhepunkt die “Hymne” aller Klassik-open-air-Festivals, dem Marsch “Pomp and Circumstances” von Edgar Elgar - fester Schlusspunkt auch bei den legendären Londoner ”Last nights of the proms”.

Dem “mozärtlichen” Anlass angemessen bestimmten Werke des Salzburger Großmeisters der Kompositionskunst den ersten Teil des reichhaltigen Programms - Bravourstücke - Ohrwürmer fast, durch die Mozart’sche Meisterwerke zum musikalischen Allgemeingut geworden sind: Solo-“Schmankerl” wie die atemberaubende Koloraturarie der Königin der Nacht “der Höllen Rachen kocht in meinem Herzen” aus der “Zauberflöte” - von Iride Martinez zupackend, mit halsbrecherischer Technik und mit großer Dramatik dargeboten; sodann Bryan Boyce mit der schelmisch-spitzbübisch und mit großem schauspielerischen Impetus vorgetragene Arie “Ein Mädchen oder Weibchen” aus der gleichen Meisteroper Mozarts - dazu, in ganz anderem, lyrischen Ton die Arie der Elettra “D’Oreste, d’Aiace” aus “Idomeneo” und schließlich mit dem Rondo der Donna Anna aus Mozarts “Don Giovanni” - von Cornelia Ptossek berührend-ausdrucksstark präsentiert. Sie kontrastierten mit großen Ensemble-Stücken des genialen Menschheits-Musikers, in denen er mit kunstfertigen musikalischen Verwebungen seine hochdifferenzierte Kompositionskunst stets ganz besonders eindrucksvoll umsetzen konnte.

Gioacchino Rossini, Camille Saint-Saens, Gaetano Donizetti und Georges Bizet - sie bestimmten dann den zweiten Teil dieses außergewöhnlichen Konzertes, bei dem die Solisten noch einmal ihr ganzes Können auffahren konnten, ehe dann das Orchester des Nationaltheaters Mannheim mit der Ouvertüre zur Oper “Die seidene Leiter” von G. Rossini zu dem eindrucksvollen, mit vielen Effekten durchkomponierten Musikfeuerwerk überleiten konnte. Wasserfälle aus Feuer, Blitze, Installationen auf der Erde, an den Springbrunnen und an den Fassaden des Schlosses ergänzten auf betörende Weise das Höhenspektakel und die Gesamtillumination des Schlosses.

Der international renommierte Pyrotechnik-Künstler Renzo Cargnelutti wurde für diese Inszenierung vom Publikum ebenso dankbar-begeistert gefeiert wie Moderator Christian “Chako” Habekost - er führte in gewohnt humorvoll-hintergründiger Weise durch den Abend - sowie das gesamte hochkarätige musikalische Ensemble unter Generalmusikdirektor Dan Ettinger. Rauschender Beifall für sie alle nicht nur aus den vorderen, “teuren” Sitzreihen, sondern auch von den “billigen Plätzen” im Hintergrund - den “Liege”-Wiesen im weiten Schloßpark, wo es sich - im besten englischen Country-Style - Picknickgruppen bequem gemacht hatten. Und um auch daraus eine kleine Tradition zu begründen, wurden die drei schönsten Gruppen von einer Jury unter Leitung von Schwetzingens Oberbürgermeister Dr. René Pöltl mit wertvollen Preisen prämiert.

Chapeau ! - Ein ganz großes Lob deshalb den Veranstaltern für diesen Abend: Den Agenturen “Roth & friends” und “Yellow Concerts”, den unaufgeregt agierenden Organisatoren der Großveranstaltung, die dafür sorgten, dass alles reibungslos klappte und selbst das Wetter - bis auf ein paar wenige, abkühlende Regentropfen - mitspielte, dem Nationaltheater Mannheim für die musikalisch vorbildliche Gestaltung dieses Konzerts am Ende eines insgesamt gelungenen Festivals und schließlich der Verwaltung der “Staatlichen Schlösser und Gärten in Baden-Württemberg”, die sich - was so nicht überall möglich wäre - auf ein solches künstlerische Abenteuer eingelassen hatte.

Sie alle sollten aus diesem Konzertabend die einzig richtige Lehre ziehen und eine feste Einrichtung daraus machen - nicht zuletzt, weil eine solch stimmungsvolle Sommernacht auch bei denjenigen Zeitgenossen Freude an klassischer Musik wecken könnte, die diesem Genre ansonsten eher fern stehen. Foto: pem

10.07.2012


Schwetzinger Schloss in Flammen 2012

Halsbrecherische Barock-Musik und ausladende romantische Chormusik

Benefizkonzert “pro futura” für Schulen in Ruanda ein voller Erfolg

spk. Speyer. Es war ein Wagnis, doch es ist aufgegangen: 1.500 Euro flossen am Sonntag bei dem Benefiz-Konzert im Historischen Ratssaal auf das Konto für die Verbesserung der schulischen Situation in der ruandesischen Partnerstadt Nkanka. Und das, obwohl die Veranstalter selbst noch bis kurz vor Beginn des Konzertes skeptisch waren, ob es ihnen gelingen würde, das Interesse der Musikfreunde in Speyer für sich zu gewinnen, gab es doch auch an diesem Tag - ja sogar zur gleichen Stunde - in der Stadt “reichlich” Konkurrenz im gleichen Genre, der klassischen Musik.

Doch anscheinend hat der Name von Prof. Leo Krämer als dem verantwortlichen musikalischen Leiter noch immer nichts von seiner Strahlkraft eingebüßt, stehen die von ihm präsentierten Ensembles noch immer für höchste Qualität. Und so war der Ratssaal dicht besetzt, als der für die Städtepartnerschaften und speziell für die mit Ruanda verantwortliche Beigeordnete Dr. Wolf Böhm die zahlreich erschienenen Besucher begrüßte. Dabei wies er auf die besondere Bedeutung solcher Partnerschaften “für die Zukunft der einen, gemeinsamen Welt” hin. Dass Schülerinnen und Schüler des Kaiserdom-Gymnasiums sowie der Siedlungsgrundschule inzwischen Altersgenossen aus dem zentralafrikanischen Land bei sich in Speyer zu Gast hätten und Speyerer Kinder und Jugendliche auch in diesem Jahr wieder zu einem Gegenbesuch nach Ruanda aufbrechen würden, sei ein beredtes Zeugnis dafür, dass die Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda auch im 30. Jahr ihres Bestehens so lebendig sei wie eh und je.

Solche Initiativen nachhaltig zu unterstützen, sei auch ihm und seinen Mitstreitern ein echtes Herzensanliegen. Das unterstrich auch Prof. Leo Krämer in seiner Einstimmung auf das Konzert und erinnerte in diesem Zusammenhang auch an das Solidaritätskonzert für die von der Dreifachkatastrophe von Fukushima betroffene Erdbebenregion in Japan , wo sich - wie jetzt für Ruanda - hochrangige Musiker unentgeltlich in den Dienst der guten Sache gestellt hätten.

Und was dann in dem Konzert geboten wurde, war wirklich einmal mehr “vom Allerfeinsten”. Barocke Instrumentalmusik - von der Flötistin Ingrid Paul gemeinsam mit der Continuo-Gruppe, Roland Kunze (Cello) und Leo Krämer (Cembalo), meisterlich dargeboten - wechselte mit romantischen Chorwerke, für die einmal mehr das “PalatinaKLASSIK Vokal-Ensemble” mit großem Engagement einstand.

Schon bei der einleitenden G-Dur-Sonate konnte dabei Ingrid Paul ihre unglaubliche Virtuosität unter Beweis stellen, entlockte ihren Blockflöten auch bei G.P. Telemanns Sonatine a-moll ebenso wie bei der Sonate in C-Dur von Martino Bitti und bei der G-Dur-Sonate des Italieners G.iovanni Batista Sammartini erstaunliche, ja geradezu halsbrecherische Läufe - Beispiele allerhöchster Spielkultur.

Dazu kontrastierte Roland Kunze, Cello-Professor an der Mannheimer Musikhochschule, - einfühlsam am Klavier begleitet von Leo Krämer - mit dem “Gesang des Vogels” des spanischen Meistercellisten Pablo Casals in weit schwingenden Kantilenen und mit warmem Timbre - ein Beispiel hochromantischer Musik, die den Zuhörern das Herz aufgehen ließ.

Das ausgewogen und mit großer dynamischer Spannweite agierende “PalatinaKLASSIK Vokal-Ensemble” stellte sich zunächst mit Franz Schubert’s 23. Psalm “Gott ist mein Hirt” vor - ein Werk, in dem die Seelentiefe Schuberts ihren tief bewegenden Ausdruck findet.

Ganz anders dann bei den beiden Ecksätzen des viel zu selten gespielten Oratoriums “Walpurgisnacht”, das Felix Mendelssohn-Bartholdy nach Texten von Johann Wolfgang von Goethe komponierte. Am Klavier begleitet von Hisako Nishizawa-Krämer konnte der Chor hier so richtig “ausfahren” und seine Potentiale eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Wie schon zuvor bei Ingrid Paul belohnte frenetischer Beifall die überzeugende Leistung des Ensembles.

Nach zwei Sätzen aus Johannes Brahms’ “Ungarischen Tänzen”, für die sich Hisako Nishizawa-Krämer mit ihrer Freundin Yuko Hayashida-Mack zusammengetan hatte, beschlossen Auszüge aus dem “Liebesliederwalzer” für Chor und Klavier zu vier Händen von Johannes Brahms einen abwechslungsreichen musikalischen Nachmittag - am Ende mit der beziehungsreich (und mit einem Augenzwinkern) auf den Ratssaal, der in seinem langen Leben wohl zahllose verbissene Diskussionen erlebt hat - dargebotene Pretiose “Ja, es ist nicht auszuhalten mit den Leuten - alles wissen sie so giftig auszudeuten” - kommunalpolitischer Alltag halt, wie er wohl schon zu allen Zeiten auch hier an der Tagesordnung war.

Wer an diesem Nachmittag nicht in den Ratssaal gekommen war, hat sicher etwas versäumt. Das gilt sicher auch für den Schirmherrn des Konzertes, Ministerpräsident a.D. Prof. Dr. Bernhard Vogel, der es trotz größter Bemühungen nicht mehr schaffte, rechtzeitig von einem Termin im Rheinland wieder in seine Heimatstadt Speyer zurückzukehren. In seinem Auftrag verlas Michael Wagner sein Grußwort, das der SPEYER-KURIER schon im Vorfeld des Konzertes veröffentlicht hatte.

Mit der Aussicht auf nachzureichende Weinpräsente bedankte sich Dr. Wolf Böhm - er hatte zuvor schon unter den Besuchern auch den Landtagsabgeordneten Dr. Axel Wilke und den CDU-Fraktionsvorsitzenden im Speyerer Stadtrat, Dr. Gottfried Jung, begrüßen können - bei den Solisten dieses Konzertes, wobei er auch den Mitwirkenden im PalatinaKLASSIK Vokal-Ensemble attestierte, dass eigentlich auch jeder von ihnen sich an diesem Tag als ein wirklicher Solist erwiesen habe. Foto: gc

05.06.2012


Benefizkonzert “pro futura” für Schulen in Ruanda - Bilderalbum

Wiedersehen der ganz besonderen Art - St. Petersburger Philharmoniker, langjährige Gäste in Speyer und der Pfalz, mit Spitzenkonzerten in der “Alten Oper” in Frankfurt.

von Gerhard Cantzler

Für eine Handvoll “musikverrückter” Speyerer gab es an diesem Wochenende gleich zweimal die Gelegenheit zu einem Wiedersehen der ganz besonderen Art: Sie konnten im Konzerthaus “Alte Oper” in Frankfurt das großartige Orchester der St. Petersburger Philharmoniker, dessen “Spitzenkräfte” über bald zwanzig Jahre hinweg auf Einladung und Initiative des früheren Speyerer Domkapellmeisters Prof. Leo Krämer Jahr für Jahr und oft über Wochen in Speyer und bei Speyerer Familien zu Gast waren und dort das musikalische “Rückgrat” der “Internationalen Musiktage Dom zu Speyer” darstellten, in gleich zwei fulminanten Konzertabenden erleben. Groß waren deshalb die Freude, echt und herzlich die tiefen Gefühle, die Speyerer schon vor dem Konzert im Foyer der alten Oper erleben durften. Da zeigte sich ganz augenfällig: Regelmäßig miteinander telefonieren zu können - über Internet am Leben der anderen teilzuhaben - ist toll - ganz besonders, wenn man es mit der Situation noch in den frühen neunziger Jahren vergleicht, wo eine Telefonverbindung nach St. Petersburg aufzubauen oft Stunden dauerte und dann auch noch gewaltige Kosten verursachte - sich jedoch als Freunde “leibhaftig” begegnen und in die Arme schließen zu können - das ist dann doch wieder etwas ganz anderes.

Da gab Tränen der Freude, aber auch Gelegenheit, Freunden auf beiden Seiten zu gedenken, die in der Zwischenzeit verstorben sind: Da war der hochgeschätzte Professor und exquisite, wunderbare Solohornist auf der russischen Seite (Andrej, wir werden Dich und Dein beseeltes Spiel nie vergessen) und auf der deutschen Seite der aus langjähriger russischer Kriegsgefangenschaft statt mit Groll gegen die Sieger mit einer unbändigen Liebe zu den Russen und ihrem Wesen nach Speyer heimgekehrte Pädagoge, der sein ganz Leben lang nicht müde wurde, seinen Schülern die Botschaft von der “großen Seele” der russischen Menschen zu vermitteln.

Es war keine laute Freude, die dieses Treffen bestimmte - eher das stille, erinnerungsgetriebe Glück, wieder für ein paar Stunden in Erinnerungen voller Dankbarkeit an gemeinsam Erlebtes zu schwelgen.

Und dann die große Überraschung: Das Programm des ersten Konzertabends in Frankfurt - Zufall oder glückliche Fügung - war - bis auf die Zugaben am Ende - absolut identisch mit dem Programm, das die Speyerer bei einem Konzertaufenthalt im Jahr 2002 in der St. Petersburger Philharmonie miterlebt hatten: Angefangen von dem einleitenden musikalischen Charakterstück “Kikimora” des am Übergang von der russischen Spätromantik zum Impressionismus im Stile von Alexander Skrijabin wirkenden Schülers von Nikolai Rimski-Korsakow, Anatolij Ljadow, über das berühmte d-Moll-Violinkonzert von Jan Sibelius - damals wie heute eindrucksvoll und mit großer Subtilität interpretiert von der unvergleichlichen, bezaubernden Julia Fischer - einschließlich des von ihr als Zugabe ausgewählten “Caprice B-Dur” von Nicolo Paganini - bis hin zu der abschließenden, legendären Sinfonie Nr. 9 von Antonin Dvorak “Aus der neuen Welt”.

Natürlich war alles ganz anders als damals vor zehn Jahren in St. Petersburg - bei Maestro Yuri Temirkanov, seiner Solistin Julia Fischer und dem großartigen Orchester der Staatliche Philharmonie St. Peterburg. Nirgendwo wurde das besser spürbar als bei der Dvorak-Sinfonie: Dort, wo andere Interpreten - besonders im zweiten und dritten Satz - auch einmal Zeit zum Durchatmen, zum Innehalten lassen, will Temirkanow keine Zeit verlieren, hält seinen Apparat fortdauernd auf Touren, feuert sein Orchester mit oft großer Gestik an - “Moderne Zeiten” eben in der modernen “neuen Welt” von heute. Eine mitreißende, über weite Strecken geradezu “wilde” Interpretation, von der die Zuhörer zu Recht begeistert waren.

Schnelle Tempi auch beim Sibelius-Violinkonzert, wo Julia Fischer, insbesondere im dritten Satz mit ihrer atemberaubenden Technik bestechen konnte.

Was die St. Petersburger Philharmoniker bis heute vor vielleicht allen Spitzenorchestern in der Welt auszeichnet, sind die unermesslich sich ausbreitenden Flächen in den Streicherstimmen - bei den Kontrabässen und Celli besonders: Satte, samtene Klangfarben von unvergleichlicher Schönheit, über denen edle Holzbläser und makelloses Blech ihre Schönheit verströmen. Das ist immer ein ganz besonderer musikalischer Hochgenuss - so auch an diesem Wochenende, der süchtig machen könnte.

Zwei Kabinettstückchen als Zugaben - Edgar Elgars “Salut d’ amour” und das witzig-fröhliche Sätzchen aus Igor Strawinskys Ballettmusik “Pulcinella”, von dem auch international hoch geschätzten Posaunisten Maxim Ignatiew - auch einer der “Speyer-Fahrer” der ersten Stunde - auf der ganz eigen artikulierenden Bassposaune meisterlich vorgetragen und dafür zum Schlussapplaus noch einmal eigens vor das Orchester geholt - rundenten ein im besten Sinne “musikalisch-klassisches” Konzertprogramm, für das sich das Frankfurter Publikum - mit kleinen Speyerer Einsprengseln - mit kaum enden wollendem Beifall bedankte.

Hoffnung auf beiden Seiten - bei den Speyerer Zuhörern und den St. Petersburger Künstlern - sich in nicht allzu ferner Zeit wieder einmal zu gemeinsamen Taten in der Pfalz zusammen zu finden. Denn wie meinte Alexander “Sascha” Solotarev, Konzertmeister in dem Ausnahme-Orchester am Ende so wehmutsvoll? “Die schönsten Konzerte, die wir gemacht haben, waren die in Speyer”. Wenn das kein Lob ist, aus kompetentem Munde....

Übrigens: Wer dieses russische Ausnahme-Orchester “live on stage” erleben möchte, dem bietet sich am 16. Mai 2012 noch einmal eine Chance. Dann gastiert das Orchester im Rahmen seiner Tournee durch Deutschland , Luxemburg, Österreich und Tschechien in der Stuttgarter Liederhalle. Fotos: mwa

06.05.2012


Überschäumende Barockmusik trifft besinnliche Chor-Werke

3. Speyerer Klassik Gala im Historischen Museum ein voller Erfolg.

spk. Speyer. Mit einem abwechslungsreichen Programm musikalischer Kabinett-Stücke warteten jetzt die Ensembles von “Palatia Classic” bei ihrer “3. Speyerer Klassik Gala” im Historischen Museum der Pfalz auf. Leo Krämer - unermüdlicher Protagonist qualitativ hochwertigster Musik in Speyer und in der Welt - zündete dabei mit seinem “Classic Barock-Ensemble” ein Feuerwerk musikalisch anspruchsvoller, überschäumender Werke aus der gleichnamigen Musikepoche - das “Palatia Vocal-Ensemble” kontrastierte dies mit eher feierlich-besinnlichen Sätzen aus der Romantik, die zugleich eine Vorahnung auf das bevorstehende Weihnachtsfest eröffneten.

Die Mitglieder des “Palatia Classsic Barock-Ensembles” - ein jeder in seinem Fach ein ausgewiesener Virtuose - sind für die Speyerer Musikfreunde inzwischen “liebe alte Bekannte”. Um so mehr zeigte sich auch das Auditorium von der Nachricht tief betroffen, dass ihr Primarius, der 1. Konzertmeister des Orchesters des Nationaltheaters Mannheim, Robert Frank, schwer erkrankt ist. Mit langanhaltendem Beifall bekundeten sie ihr Mitgefühl und ihre Sympathie mit dem beliebten Violin-Virtuosen, der ihnen schon so oft unvergessliche musikalische Erlebnisse vermittelt hat. Und auch dem Rezensenten möge es an dieser Stelle erlaubt sein, dem guten Freund Robert Frank eine baldige und umfassende Genesung zu wünschen.

Als überzeugende Vertreterin Robert Franks konnte Leo Krämer mit Barbara Mauch-Heinke auf eine kongeniale Violin-Virtuosin zugreifen, die dem Barock-Ensemble schon seit seiner Gründung angehört und in dieser Zeit - gemeinsam mit Robert Frank - schon zahlreiche Proben ihres großartigen Könnens abgeliefert hat.

Bei der Gala im Historischen Museum glänzte Barbara Mauch-Heinke jetzt durch ihre hinreißenden Interpretation der beiden Sätze “Frühling” und “Winter” aus den “Vier Jahreszeiten” von Antonio Vivaldi. Im Saal blieb manchem Zuhörer fast der Mund offen stehen angesichts der zupackenden Geläufigkeit ihres ungemein inspirierten und von Leo Krämer noch zusätzlich “befeuerten” Spiels.

Mit dem gleichen, überzeugenden Impetus präsentierte sich auch Ingrid Paul in dem Konzert für Blockflöte und Orchester F-Dur des italienischen Komponisten Guiseppe Sammartini. Auch sie eine “feste Bank” bei den Auftritten des Barock-Ensembles, die sich - ebenso wie ihre Solisten-Kollegin Barbara Mauch-Heinke - bei den weiteren Instrumental-Stücken mit großer Sensibilität und erkennbarer Spielfreude in den kleinen, aber feinen Klangkörper einordnete.

Das konnten die Zuhörer schon bei der einleitenden Orchester-Suite “L’amour” des Hofkomponisten Ludwig XIV., Jean Baptiste Lully, erleben, das die Mitwirkenden des Barock-Ensembles mit der gleichen Hingabe musizierten wie später im Programm - an der Schwelle zu den weihnachtlichen Programmteilen - das berühmte Concerto Grosso VIII, das “Weihnachtskonzert” von Arcangelo Corelli.

Mit dem “Barock-Ensemble” ist es Leo Krämer gelungen, einen Klangkörper zusammen zu führen, der sein “Expertenwissen” um die Barockmusik kongenial mit vollzieht. Tänzerische Linienführungen, Abwechslung von Betonung und Entlastung und stets rasante Tempi sind nur zwei Kennzeichen der Krämer’schen Barock-Interpretation, die von seinen Instrumentalisten stets mehr als nur das “Gewöhnliche” abverlangt.

Franz Schuberts Vertonung des 23. Psalms “Gott ist mein Hirt” eröffnete die Programmteile mit dem “Palatia Classic Vocal-Ensemble”. Diese im Stile eines Kammerchores aufgestellte Gruppierung überzeugt immer wieder durch einen wohl austarierten Klang, so dass es ungerecht wäre, einzelne Stimmen hervorzuheben. Mit zwei Ecksätzen aus der “Missa Choralis” für achtstimmigen Chor - dem Kyrie und dem Agnus Die - erwies der Chor dem großen Komponisten-Jubilar dieses Jahres, Franz Liszt, seine Referenz, dessen 200. Geburtstag die Musikwelt in diesem Jahr gedenken konnte.

Herrliche - ebenfalls achtstimmige - Chorsätze von Felix Mendelssohn-Bartholdy setzten das abwechslungsreiche Programm fort: Zunächst die beiden Sätze “Advent” und “Weihnachten” aus den viel zu selten zu hörenden “Sechs Sprüchen” für achtstimmigen Doppelchor und sodann - wesentlich bekannter - aus dem Oratorium “Elias” das achtstimmige “Denn er hat seinen Engeln befohlen über dich”.

In allen Werken überzeugte das “Vocal-Ensemble” durch absolut zuverlässige Intonation, einen warmen beseelten Klang und flexible Artikulation - auch hier ein “kleiner, aber feiner Apparat”.

Eine ganz besondere musikalische Kostbarkeit hatte sich Leo Krämer für den Schluss dieses heiter-besinnlichen Konzertabends aufgespart. Mit den beiden Sätzen von Max Reger “Und uns’rer lieben Frauen” und “Macht hoch die Tür, die Tor macht weit” erklang Musik, die für alle Chöre eine besondere Herausforderung darstellt. Auch sie gelangen dem Ensemble in überzeugender Weise - dass bei dem Adventslied schließlich auch das Publikum in den Gesang mit einbezogen wurde, vereinte schließlich Ausführende und Zuhörer zu einer großen, weihnachtlich gestimmten Gemeinde.

Lang anhaltender Beifall war der Lohn für eine rundum gelungene Leistung, an der auch Oberbürgermeister Hansjörg Eger und Gattin, Bürgermeisterin Monika Kabs sowie all die anderen, zahlreich erschienenen Besucher im Historischen Museum erkennbar ihre Freude hatten. Und auch den Sponsoren dieses Konzertes scheint es gefallen zu haben, so dass diese Konzertreihe wohl auch zukünftig in ihrem Bestand gesichert sein sollte. Foto: S.Y.M GmbH

18.12.2011


Bewegendes Gedenken und herzliche Solidarität

Benefizkonzert für die Opfer von Fukushima in der Gedächtniskirche

sk. Speyer. Zwei Stunden Klassik vom Feinsten - komponiert vom vielleicht japanischsten aller deutschen Komponisten - Ludwig van Beethoven - dessen große Sinfonien für Japaner ebenso zur Allgemeinbildung zählen wie die Gedichte und Dramen deutscher Klassiker - sie gaben den Rahmen für ein außergewöhnliches Zeichen der Solidarität mit den Menschen im japanischen Katastrophengebiet um Fukushima: Mit einem Benefizkonzert zugunsten einer völlig zerstörten Musikschule in der rheinland-pfälzischen Partnerregion Iwate wollte sich der “Spiritus rector” dieses Nachmittags in der Gedächtniskirche, der langjährige Speyerer Domkapellmeister Prof. Leo Krämer, ein Herzensanliegen erfüllen und ein Zeichen der Verbundenheit mit den so schwer geschlagenen Menschen in Japan setzen. Dazu hatte er Freunde und Kollegen aus der Musikszene - Profimusiker ebenso wie Amateure - zur kostenlosen Mitwirkung bei diesem Konzert gewinnen können, sodass alle Einnahmen - Eintrittsgelder ebenso wie Spenden - ausnahmslos nach Japan überwiesen werden können - eine Benefizgala also im besten Wortsinne.

Gleich zwei hochrangige Vertreter der Öffentlichkeit hatten sich bereit erklärt, die Schirmherrschaft über dieses Konzert zu übernehmen: Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck - an diesem Nachmittag terminlich leider verhindert - und der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger. Zu ihnen gesellte sich als Vertreter des Kaiserreichs Japan der Stellvertretende Generalkonsul in Frankfurt, Jiri Nishimura.

Es war Prof. Leo Krämer - nicht nur durch familiäre Beziehungen eng mit Japan verbunden - bei seiner Begrüßung sehr wohl anzumerken, wie sehr ihn die Lage der Menschen in den Katastrophengebieten Japans auch ganz persönlich bewegt. Darum dankte er Sponsoren und Mitwirkenden bei diesem Konzert ebenso wie den Zuhörern für ein großartiges Zeichen der Solidarität, das - so seine eigenen Erfahrungen - von den Menschen in Japan mit großer Dankbarkeit zur Kenntnis genommen würde. “Die Japaner verbinden damit auch die Hoffnung, dass dieses furchbare Ereignis dazu beitragen kann, die aufgrund räumlicher Entfernung und kultureller Andersartigkeit noch immer bestehende Distanz zwischen Deutschen und Japanern ein Stück weit zu überbrücken”, sagte Prof. Krämer in einem Gespräch mit dem SPEYER-KURIER, “die Japaner lieben Deutschland und die Deutschen und vor allem die deutsche Kultur, in der sie oft besser ‘zuhause’ sind als wir Deutschen selbst”. Über die Gefühlwelt der Japaner nach diesem furchtbaren Unglück handelte auch das “Interview der Woche” des SPEYER-KURIER am 25. April 2011 mit Prof. Leo Krämer. (siehe Artikel-Archiv SPEYER-KURIER April 2011)

Auch Oberbürgemeister Eger, der unter den Gästen auch den früheren Speyerer Kulturbürgermeister Hans-Peter Brohm und Landtagsabgeordneten Dr. Axel Wilke begrüßen konnte, lobte die Initiative der Musiker um Prof. Leo Krämer, die einmal mehr deutlich werden lasse, dass die verbindende Wirkung von Musik weltumspannend sei.

Der stellvertretende Generalkonsul von Japan, Jiri Nishimura, äußerte seinerseits große Freude und Dankbarkeit über das Engagement der Musiker in Speyer, die damit einen mehr als nur symbolischen Beitrag zur Überwindung der furchtbaren Katastrophe von Fukushima leisteten. “Es ist erst sieben Monate her, dass dort über 16.000 Menschen ihr Leben verloren - über 4.000 gelten bis heute als vermisst”, stellte der Diplomat in perfektem Deutsch fest. “Japan hat in dieser Zeit viel Hilfe erfahren - gerade und insbesondere auch aus Deutschland. Dadurch fühlen die Japaner, dass sie in der Weltgemeinschaft nicht allein gelassen sind”, lobte Nishimura, der darauf hinwies, dass Bundespräsident Christian Wulff in diesen Tagen in Japan weile, um des 150. Jahrestages der Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu gedenken. “Am 15. November werden wir dann aus diesem Anlass in Frankfurt ein großes Fest feiern, bei dem dann die japanische Kultur im Mittelpunkt steht”. Dazu lud Nishimura auch alle Besucher dieses Konzertes ein und wies gleichzeitig darauf hin, dass gerade die 5. Symphonie von Beethoven in Japan überaus populär sei. Vielleicht, weil sie der Komponist selbst mit dem Zusatz “Schicksals-Symphonie” bezeichnet habe und sie so für viele Japaner für eine ihrer zentralen Tugenden stünde - die Unbeugsamkeit auch in schwerster Zeit.

Eröffnet wurde das Konzert dann aber mit eher weniger schicksalsbehafteten Tönen, sondern mit romantischer Emotion pur: Robert Frank, 1. Konzertmeister beim Orchester des Nationaltheaters Mannheim und mit Leo Krämer von Kindesbeinen an eng befreundet, hatte die “Romanze in F-Dur” von Ludwig van Beethoven mitgebracht, die er, begleitet von einem Orchester aus Mitgliedern der führenden Ensembles aus der Region, mit viel Ausdruck und Schmelz darbot und so die Herzen der vielköpfigen Besucherschar eindrucksvoll für die nachfolgenden Kompositionen vorbereitete.

Die 5. Symphonie von Beethoven geriet dann sicher zu der großen Überraschung dieses Nachmittags: Weltweit alljährlich hundert-, wenn nicht gar tausendfach gespielt, kennt sie der Konzertgänger als ein Werk mit “dicker Besetzung” - sechs bis acht Kontrabässe, darüber acht bis zwölf Celli - Streicher satt bis hin zu den zehn bis zwölf Ersten Geigen. Dann Holz- und Blechbläserbläser, oft doppelt besetzt - kurz, ein Übermaß an Instrumentierung, die dann nur all zu oft in Gefahr gerät, zu flächig, zu starr und unbeweglich zu verharren.

Anders bei Leo Krämer: Er hatte sich an dem Vorbild des Komponisten selbst orientiert und ein Orchester in sparsamster Besetzung zusammengestellt, so wie es Beethoven bei der Uraufführung der “Fünften” am 22. Dezember 1808 in Wien zur Verfügung stand: Zwei Bässe, drei Celli und eine entsprechende Zahl I. und II. Geigen, Bratschen und - statt der üblichen Ventilhörner mit Naturhörnern und ihrem “speziellen” Klang - bestückt.

Heraus kam eine Symphonie voller Musizierfreude, Beweglichkeit und durchsichtiger Klarheit. Das erinnerte an jene denkwürdige Aufführung der “Fünften”, die Leo Krämer vor Jahren mit “seinen” Petersburgern “auf das Speyerer Konzertpodium gestellt hatte. Um so beeindruckender, dass ihm dies nun mit einem Orchester, mit dem er zuvor noch nie zusammengearbeitet hatte, kaum weniger gut gelang - und das mit einem Minimum an Probenzeit - die Mannheimer stecken ja derzeit mitten in den Schlussproben für das “Rheingold”.

Leo Krämer gelang es einmal mehr, ein Orchester zu Höchstleistungen anzuspornen - man denke nur an das Fugato im dritten Satz - von den Bässen aufsteigend - oder im Finale, wo er jeden einzelnen Musiker zu einer geradezu sportlichen Höchstleistung anfeuerte.

Beethoven sollte es gefreut haben, wenn er diese “Fünfte” aus “lichten Höhen” verfolgt hat - das Publikum jedenfalls zeigte sich zu Recht begeistert und konnte diese Begeisterung mitnehmen in den dritten Teil dieser Beethoven-Gala.

Hier stand die Messe C-Dur op. 86 für Soli, Chor und Orchester auf dem Programm, nach Mozart’s “Krönungsmesse” eine der wohl am häufigsten aufgeführten Orchestermessen im 19. und 20. Jahrhundert. Hier geht es weit weniger “stürmisch” zu als in der zuvor gehörten “Schicksals-Symphonie” - die kontemplativ-feierlichen Abschnitte wechseln sich in liturgisch angemessener Form mit leidenschaftlichen Ausbrüchen ab. Prof. Krämer hatte dazu seine Chorensembles, das palatia Classic Vocal Ensemble, den Philharmonischen Chor an der Saar und den Chor der Saarländischen Bachgesellschaft - wie von ihm gewohnt - gründlich auf dieses Konzert vorbereitet und die verschiedenen Stimmen sehr gut aufeinander intoniert. Die bestens disponierten Vokalsolisten Susanne Bernhard, Sopran, Susanne Schäffer, Mezzosopran, Uwe Eikötter, Tenor und Vinzenz Haab, Bariton fühlten sich in dem von Chor und vorzüglich agierendem Orchester bestens bereiteten Klangbett hörbar wohl und konnten - jeder in seiner Art - seine besonderen Fähigkeiten ausspielen.

Ein in jeder Hinsicht gelungenes Konzert von hohem musikalischem Rang und einer in jeder Beziehung gleichgewichteten Sinnstiftung, für das das Publikum bewegt und langanhaltend Beifall spendete. Blumen und Wein für die Solisten waren nicht zuletzt äußere Zeichen überschwänglicher Dankbarkeit - in die - ganz am Schluss - im Benedictus und Agnus Dei der Messe auch noch einmal das Gedenken an die Opfer von Fukushima hineinschwang.

Ein großer Konzertnachmittag - ein großes musikalisches Erlebnis, das allen, die zu dieser ungewöhnlichen Stunde in die Gedächtniskirche gekommen waren, sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Foto: Kienipress

24.10.2011