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Einwurf

Speyerer Gedächtniskirche für die Gesellschaft nicht mehr wichtig?


In der Speyerer Öffentlichkeit gährt es - seit ein Zitat aus der “Portfolio-Analyse” der Protestantischen Landeskirche vom März diesen Jahres in der Sitzung der Synode in der vergangenen Woche in Bad Herrenalb “anstandslos durchgewinkt” wurde, herrscht Aufregung in der Stadt. Ein Zitat, wonach “die Gedächtniskirche für die Gesellschaft nicht wichtig” sei, sorgt für Aufregung und hat unseren Kollegen Gerhard Cantzler zu dem nachfolgenden “Einwurf” veranlasst:


Die Frühjahrssynode der Protestantischen Landeskirche der Pfalz ist vorüber und, wie bei solchen parlamentarischen Großveranstaltungen üblich, wurde dafür schon im Vorfeld viel Papier bedruckt, das Gedruckte eifrig diskutiert und am Ende auch darüber befunden. Mit ihrem Beschluss, auch die Speyerer Gedächtniskirche auf die Liste der Projekte aufzunehmen, deren Kosten auf ihre Nachhaltigkeit hin untersucht werden sollten, hat die Synode zwar sicher richtig gehandelt - alles muss auf den Prüfstand gestellt werden können und nichts darf dabei tabu sein - mit der Formulierung aber, mit der sie diesen Beschluss zu begründen versuchten, haben sich aber die Synodalen aber ein wahrlich “kapitales Ei” gelegt:


Die Speyerer Gedächtniskirche hat zwar ein starkes kirchliches Profil, ist aber für die Gesellschaft nicht wichtig”, heißt es da lapidar.


Natürlich hat die Gedächtniskirche ein starkes kirchliches Profil. Um das festzustellen, hätte es keiner synodalen Bekundung bedurft. Das Gotteshaus steht seit 108 Jahren als Symbol des pfälzischen und als ein herausragendes Erinnerungsstück an den Weltprotestantismus auf seinem Platz an der Landauer Straße. Und als solches ist es auch schon zu Zeiten seiner Erbauung verstanden worden, als protestantische Christen aus aller Welt mit ihren Spenden den Bau überhaupt erst möglich gemacht haben.


Dieser Kirche nun heute in einem banalen Satz zu attestieren, sie sei “für die Gesellschaft nicht (mehr) wichtig”, ist anmaßend und offenbart einen gleichermaßen unglaublichen Verlust an allgemein-historischem wie an kirchenhistorischem Bewusstsein. Und das in einer Zeit, in der man sich weltweit auf das 500. Jubiläum der Reformation vorbereitet. Das sollte sich eine Glaubensgemeinschaft, die auf einer so langen und traditionsreichen Vergangenheit fußt, einfach nicht leisten - grundsätzlich nicht und in diesen Jahren des Reformationsjubiläums gleich dreimal nicht.


Ihre Synodalen sollten sich deshalb ihrer Verantwortung auch über den Tag hinaus bewusst sein und nicht mit einem einzigen “locker-flockigen” Satz das Symbol einer Tradition und einer Erfolgsgeschichte, für die so viele protestantische Christen über ein Jahrhundert hinweg gekämpft und für die sie gelitten haben, einfach so ‘en passant’ auf den Kehricht der Geschichte werfen.


Denn was “für die Gesellschaft wichtig ist”, bestimmen nicht Synodalen - das entscheidet die Gesellschaft selbst. Also Vorsicht mit voreiligen und unüberlegten Beschlüssen - sie können leicht ins Auge gehen.

Neuer Ökumenereferent des Bistums

Dr. Thomas Stubenrauch folgt Ordinariatsrat Michael Schmitt nach

Speyer- Der Theologe Dr. Thomas Stubenrauch wird neuer Ökumenereferent des Bistums Speyer. Der 39-Jährige folgt in dieser Funktion Ordinariatsrat Michael Schmitt nach, der am 1. März die Passivphase der Altersteilzeit beginnt.

Stubenrauch, der zusätzlich auch Referent für Theologische Grundsatzfragen im Bischöflichen Ordinariat wird, stammt aus dem Bistum Eichstätt. Er studierte katholische Theologie in Eichstätt und Rom und schloss seine Studien mit der Promotion zum Doktor der Theologie an der Theologischen Fakultät Trier ab. Nach einem mehrjährigen Einsatz als Pastoralassistent war er seit 2005 als Religionslehrer an verschiedenen Schulen in seinem Heimatbistum tätig.

Joachim Scheib wird neuer Geschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung

Speyer-  Joachim Scheib wird neuer Geschäftsführer Evangelischen Heimstiftung Pfalz. Das hat die Kirchenregierung der Evangelischen Kirche der Pfalz am Freitag in Speyer beschlossen. Der 59-Jährige wird Nachfolger von Gerhard W. Ritter, der zum 31. Januar 2012 aus Altersgründen aus dem Amt scheidet.

Scheib ist gelernter Betriebswirt und seit 2001 als stellvertretender Geschäftsführer zuständig für den Finanzbereich. Die Evangelische Heimstiftung Pfalz ist eine kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts unter dem Dach der Evangelischen Kirche der Pfalz und Mitglied im Diakonischen Werk der Pfälzischen Landeskirche. Sie ist Träger von insgesamt 14 Einrichtungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, der Suchtkrankenhilfe und der Hilfe für Menschen mit psychischen Behinderungen und beschäftigt 880 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Presse und Öffentlichkeitsreferat der Evangelischen Kirche der Pfalz

Misereor-Ehrennadel für Christoph Fuhrbach

Auszeichnung "für zahlreiche Aktivitäten für die Ärmsten der Armen" 

Weltrekord im Rad-Bergfahren Aachen/Speyer (is). Mit der silbernen Ehrennadel des bischöflichen Hilfswerks Misereor wurde jetzt Christoph Fuhrbach, Referent für weltkirchliche Aufgaben im Bistum Speyer, ausgezeichnet. Der Pastoralreferent habe sich durch zahlreiche Aktivitäten für die Ärmsten der Armen diese Auszeichnung redlich verdient, sagte Misereor-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer, der die Ehrennadel im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes in Aachen verlieh. Immer wieder finde Fuhrbach neue Wege, die Menschen auf weltweit herrschende Ungerechtigkeiten hinzuweisen, und sammle selbst Geld und Unterstützung, um etwas dagegen zu unternehmen. Anlass für die Auszeichnung war ein Aufsehen erregender Weltrekord, den Fuhrbach, in seiner Freizeit als Extremsportler aktiv, im Rad-Bergfahren aufgestellt hat. Dabei konnte er über 25 000 Euro für an Umweltgiften erkrankte Kinder in Peru sammeln, die durch ein Misereor-Projekt unterstützt werden. Der Mitarbeiter des Bistums Speyer ist der 15. Träger der silbernen Ehrennadel, mit der das 1958 gegründete bischöfliche Hilfswerk besonders Engagierte in der Eine-Welt-Arbeit auszeichnet. - - - - Foto: Misereor-Chef Josef Sayer (rechts) ehrte Christoph Fuhrbach für sein langjähriges Engagement in der Eine-Welt-Arbeit. Bischöfliches Ordinariat Speyer Pressestelle

Einwurf

Es ist der wohl einschneidenste Eingriff in die Struktur des Bistums Speyer seit seiner Wiedererrichtung auf bayrischem Terrain im Jahre 1817: Aus 346 Pfarrgemeinden werden im Jahr 2015 noch 70 verbleiben. In jeder einzelnen werden dann die Zuständigkeiten für bis zu sechs ehemals selbständigen Seelsorgeeinheiten zusammengeführt. Eine in ihrer ganzen Tragweite heute sicher noch nicht abzusehende Veränderung.

Angesichts rückläufiger Gläubigenzahlen und einem eklatanten Priestermangel jedoch eine für Bischof und Gremien vermutlich nicht zu umgehende Entscheidung - auch wenn fragwürdig bleibt, ob sie auf Dauer tragfähig sein wird. Denn heute schon fragen sich viele Gläubige, ob eine so weiter anonymisierte Kirche auch künftig noch die Ihre sein könne.

Um hier einem weiteren Auszug von Gläubigen wirksam entgegenzuwirken, sollten die angekündigten neuen Wege in der Seelsorge möglichst rasch - zumindest in Ansätzen - erkennbar werden.

Und ein zweites: “Kirche” sollte sich nicht scheuen, auch wieder den Begriff der “Missionierung” im Mund zu führen - und danach zu handeln. Wer - auch in Speyer - Sonntag für Sonntag den großen Zulauf beobachtet, den Freikirchen aus der Gruppe junger Menschen und junger Familien erfahren - Menschen, die dort auf der Suche nach Antworten auf ihre Lebensfragen sind - dem drängt sich seinerseits die Frage auf, warum es die traditionellen Kirchen heute offensichtlich nicht mehr vermögen, diese Antworten zu geben.

Wenn die Neustrukturierung der Speyerer Kirchen - Katholisch wie Evangelisch - es durch einen neuen seelsorgerischen Ansatz erreichen würde, wieder besser mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, dann könnte der heutige Tag nicht nur den tiefsten Einschnitt in der neueren Geschichte des Bistums Speyer bedeuten, sondern zugleich auch seine größte Chance. Gerhard Cantzler

Im Speyerer Dom sind jetzt Hörführungen möglich

Audioguide-System mit insgesamt 27 Stationen
Speyer (is). Besucher des Speyerer Domes können seit dieser Woche mit einem Audioguide-System die Kathedrale besichtigen. Die Leihgebühr für ein Audiogerät kostet sieben Euro und enthält auch den Eintrittspreis zur Domkrypta und zu den Kaisergräbern. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie Behinderte zahlen den ermäßigten Preis von vier Euro. Ausgegeben werden die Audioguides an der Kasse vor dem Kryptazugang im Dom.

Insgesamt 17 Hauptbesichtigungsstationen und 10 Zusatzstationen sieht eine Hörführung vor, acht im Außenbereich vor dem Dom und 19 im Innenraum. Die Erklärungen zu den einzelnen Stationen, die von den Besuchern auf dem Gerät mit einer Nummer angewählt werden können, dauern jeweils etwa zwei Minuten. Eine komplette Führung erfordert eine halbe bis dreiviertel Stunde Zeit, wer sich auch für die Zusatzinformationen interessiert, braucht bis zu einer Stunde für den Gang durch den Dom. Zu hören sind dabei nicht nur Erläuterungen zur Geschichte, Architektur und spirituellen Botschaft des Bauwerkes, sondern auch die Domglocken, Musikbegleitung oder einige Worte aus der Predigt von Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch 1987 in Speyer. Zur Zeit sind insgesamt 100 Geräte verfügbar. Noch ist die Führung nur in deutscher Sprache möglich, doch spätestens ab Juni werden auch Versionen in französischer und englischer Sprache abrufbar sein.

Produziert wurde die Hörführung von der Firma „Soundgarden Audioguidance“, von der auch die Geräte gestellt werden und deren System an 186 Orten in Deutschland, ganz Europa und sogar Israel im Einsatz ist. Von Bistumsseite aus betreute Johannes Hermanns, Mitarbeiter des Domkustos, das Projekt.

Gemeinsames Gedenken zum 75. Jahrestag der Reichspogromnacht

Kirchenpräsident Christian Schad (rechts) überreicht dem Geschäftsführer der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz, Daniel Nemirowsky, ein Bild aus der Reihe „Heimat | Kirche | Pfalz“ mit dem Motiv der neuen Speyerer Synagoge.

Geschäftsführer der Jüdischen Kultusgemeinde trifft Kirchenpräsident im Landeskirchenrat

Speyer- Einen gemeinsamen Gedenktag anlässlich des 75. Jahrestages der Reichspogromnacht am 9. November schlagen die Evangelische Kirche der Pfalz und die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz vor. Darauf verabredeten sich Kirchenpräsident Christian Schad und Daniel Nemirowsky, seit 2010 der Geschäftsführer der Kultusgemeinde, bei einer Begegnung im Landeskirchenrat. Der Gedenktag könnte von der evangelischen und der katholischen Kirche gemeinsam mit der Stadt Speyer und der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz begangen werden. Er sei zuversichtlich, dass sich dieser „gute Vorschlag“ des Kirchenpräsidenten umsetzen lasse, so Nemirowsky.

Schad erinnerte an die Verfassung der pfälzischen Landeskirche, deren erster Paragraph sie seit 1995 dazu verpflichte, „Versöhnung mit dem jüdischen Volk zu suchen und jeder Form von Judenfeindschaft entgegen zu treten“. Einerseits begreife sich das Christentum nur aus seinen jüdischen Wurzeln heraus, andererseits sei das deutsche Volk dasjenige, das Juden das Schlimmste, den Völkermord, angetan habe. Er sei dankbar dafür, dass inzwischen eine Dialogkultur gewachsen sei, vor allem durch den Arbeitskreis Kirche und Judentum. Die Gedenkveranstaltung zum 9. November solle „ein Zeichen der Umkehr und Buße sein, aber auch den festen gemeinsamen Willen ausdrücken, dass es auf deutschem Boden nie wieder zu Pogromen kommen möge“, sagte Schad.

Kirchenpräsident Schad überreichte Daniel Nemirowsky zur Begrüßung das gerahmte Bild aus der aktuellen „Heimat | Kirche | Pfalz“-Motivreihe zum Jahr der Toleranz, das die neue Speyerer Synagoge zeigt. Im Gegenzug hatte Nemirowsky eine Flasche koscheren Weins und eine Münze mitgebracht, die zur Einweihung der Neuen Synagoge 2011 geprägt worden war. lk

14.05.2013


War Requiem: Konzertante Versöhnungsgeste

Evangelische Jugendkantorei der Pfalz führt Brittens Antikriegsoratorium auf

Otterberg/Landau/Speyer- Zwei signifikante Kirchenräume, die Abteikirche in Otterberg und die gotische Stiftskirche in Landau, sind am letzten Mai-Wochenende jeweils Schauplatz eines besonderen Konzert-Ereignisses: Die Evangelische Jugendkantorei der Pfalz führt Benjamin Brittens Antikriegsoratorium „War Requiem“ fast auf den Tag genau 50 Jahre nach seiner deutschen Erstaufführung in der West-, beziehungsweise Südpfalz auf.

Der Zeitpunkt, das aufwendig besetzte Werk nach 18 Jahren wieder ins Programm zu nehmen, sei nicht von ungefähr gewählt, historische Bezugspunkte böten sich gleich mehrfach, sagt Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald, der musikalische Leiter des Projekts. „Das beginnt mit Benjamin Britten selbst, dem wohl bedeutendsten englischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, dessen 100. Geburtstag die Musikwelt in diesem Jahr begeht.“ Aber angesichts von Inhalt und Anlass, aus dem das außergewöhnliche Werk entstand, sei auch das Datum 1933, das Jahr der Machtergreifung Hitlers, präsent.

Britten hatte sein War Requiem (Kriegsrequiem) als Auftragswerk komponiert zur Einweihung der neuen Kathedrale in Coventry, die 1962 in unmittelbarer Nachbarschaft der Ruine der 1940 durch die deutsche Luftwaffe zerbombten „Cathedral“ fertiggestellt worden war. Die lateinischen Texte der Requiems-Liturgie, verortet in den Passagen der Solo-Sopranistin und der Chöre, korrespondieren mit Antikriegslyrik des am Ende des Ersten Weltkriegs gefallenen Dichters Wilfred Owen (1893-1918). Seine Verse fließen ein in die Solopartien von Tenor und Bariton, die von einem eigenen Kammerorchester begleitet werden. Das große sinfonisch besetzte Orchester wiederum musiziert mit dem bis zu zehnstimmigen Chor und dem Knabenchor.

Britten selbst wollte sein Werk vor allem als große, völkerverbindende Geste der Versöhnung verstanden wissen. So hatte er für die Uraufführung am 30. Mai 1962 neben dem englischen Tenor Peter Pears den deutschen Bariton Dietrich Fischer-Dieskau und die russische Sopranistin Galina Wischnewskaja verpflichtet. Letzterer allerdings verweigerten die russischen Behörden die Ausreise; erst ein Jahr später durfte sie die erste Schallplatteneinspielung des Werks mitgestalten.

Steuerwald zeigt sich glücklich über die vielversprechende Besetzung der beiden Aufführungen in der Pfalz. Neben den Solisten Vera Steuerwald (Sopran), Daniel Schreiber (Tenor) und Markus Krause (Bariton) wirken Kammerorchester (geleitet von Co-Dirigent Bezirkskantor Stefan Viegelahn) und großes Orchester der „Frankfurter Kapelle“ mit, außerdem der Knabenchor „collegium iuvenum Stuttgart“ (Leitung Friedemann Keck) und nicht zuletzt die Evangelische Jugendkantorei der Pfalz, die aktuell Patenchor des Rundfunkchors Vokalensemble Stuttgart ist.

Hinweis: Die Aufführungen des „War Requiems“ finden am Samstag, 25. Mai, 19 Uhr, in der Abteikirche Otterberg im Rahmen der Abteikirchenkonzerte (Karten bei der Tourist Information Otterberg, Telefon 06301 / 31504, Mail: info@otterberg.de) sowie am Sonntag, 26. Mai, 18 Uhr, in der Stiftskirche Landau (weitere Informationen und Karten unter www.ejuka.de und beim Rheinpfalz-Ticketservice). lk

14.05.2013


Benefiz-Konzert zu Gunsten des Dombauvereins - Baden schaut über den Rhein

Speyer- In einem in dieser Konzertreihe noch nie dagewesenen Andrang an Besuchern im Speyerer Dom boten sechs Chöre aus Baden-Württemberg  mit etwa 650 Sängerinnen und Sängern ein Programm von Liedern unterschiedlichster Komponisten dar. Das Repertoire reichte von Franz Liszt über Franz Schubert bis zu modernen Kompositionen mit spirituellem Bezug. Dirigiert wurden die Männer- und Frauenchöre die im dritten Teil des Konzertes auch gemeinsam auftraten vom Wolfgang Tropf. Besondere Beachtung fanden die Solisten Holger Becker, Gernsbach, an der Orgel und die Trompetenlegende Walter Scholz.

Die Schirmherrschaft des Konzertes hatte der ehemalige Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Dr. Bernhard Vogel inne. Er sprach vor vielen Ehrengästen nämlich den Bischöfen Dr. Karlheinz Wiesemann, Otto Georgens und Dr. Anton Schlembach, dem Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger, der Speyerer Bürgermeisterin Monika Kabs sowie dem Rastatter Oberbürgermeister und weiteren geladenen Ehrengästen. Tatkräftig wurde die Verwirklichung des Jubiläumskonzertes unterstützt von Domdekan Dr. Christoph Kohl und dem Vorsitzenden des Dombauvereins Dr. Wolfgang Hissnauer

Dieses Konzert, wie auch die in den zurückliegenden neun Jahren stattgefundenen Konzerte in der Reihe „Baden schaut über den Rhein“ sind dem Initiator und Organisator Udo Heidt aus Muggensturm zu danken. Er hat als Mitglied im Dombauverein eine so große Liebe zur Speyerer Kathedrale, dass er den horrenden Organisationsaufwand in all diesen Jahren nicht scheute, diese wunderschönen Konzerte zu realisieren. Finanzielle Unterstützung kam vom Blumenhaus Neumann, der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer sowie von der Volksbank Kur- und Rheinpfalz. So wird es möglich sein die Spendensumme der Konzertbesucher die in den nächsten Tagen bekannt gegeben wird ganz dem Dombauverein und damit dem Erhalt der Speyerer Kathedrale zufließen zu lassen. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse; Foto: Wollenschneider

13.05.2013


"Keiner ist dem Anderen fern"

Bischof Wiesemann nimmt die Gaben entgegen, die ihm die nigerianische Gemeinde überbringt Bischof Wiesemann nimmt die Gaben entgegen, die ihm die nigerianische Gemeinde überbringt.

Wallfahrt der muttersprachlichen Gemeinden mit Bischof Wiesemann im Speyerer Dom

Speyer- Zur diesjährigen Wallfahrt der muttersprachlichen Gemeinden versammelten sich am Sonntag zahlreiche Gläubige unterschiedlicher Herkunft zu einer Heiligen Messe mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Speyerer Dom. In der bis zum letzten Platz gefüllten Kathedrale konnte der Bischof Mitglieder der italienischen, kroatischen, spanischen, polnischen, portugiesischen, nigerianischen und slowenischen Gemeinden begrüßen. „Jesus will, dass wir eins sind“, hieß Bischof Wiesemann die aus dem ganzen Bistum angereisten Gläubigen willkommen.

In seiner Predigt verwies der Bischof auf die allumfassende Bedeutung der Weltkirche als Zeichen eines gemeinsamen Friedens unter Menschen aller Kulturen und Sprachen. Die in diesem Gottesdienst sichtbare Vielfalt der muttersprachlichen Gemeinden sei „ein großer Reichtum und ein großes Geschenk an die Kirche von Speyer“. Die Wallfahrt stelle auch den Bezug zum bevorstehenden Pfingstfest her, dessen Vision des gegenseitigen Verständnisses über alle Sprachen und Nationen hinweg Bischof Wiesemann als „erstes großes Wunder der Kirche“ bezeichnete.

Das diesjährige Motto „Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein“ (Joh 17, 21) betone die Kraft des Christentums, die in einer zuwendenden Liebe bestehe. Als Angehörige der Weltkirche dürften Christen „diese Kraft immer wieder miteinander begehen“. Bischof Wiesemann ermutigte die versammelten Gläubigen, ihre eigenen Kulturen zu pflegen, sie aber auch gleichzeitig in das Bistum einzubringen. Alle Anwesenden rief er dazu auf, Zeuge zu sein „für eine Vision des Friedens für alle Menschen, weil Christus in unseren Herzen die eine Sprache des Glaubens, des Vertrauens und der Liebe spricht“.

Bischof Wiesemann bei der Feier der Eucharistie gemeinsam mit Priestern der muttersprachlichen Gemeinden. Ein Höhepunkt der Eucharistiefeier, die Bischof Wiesemann mit den Pfarrern der muttersprachlichen Gemeinden sowie den Domkapitularen Franz Vogelgesang und Hubert Schuler (em.) hielt, war einmal mehr die Gabenprozession der nigerianischen Igbo-Gemeinde. Zu afrikanischen Trommelklängen überbrachten Kinder und Erwachsene, zum Teil in traditionellen Gewändern, die Gaben Brot und Wein.

Viele liturgische Elemente des Gottesdienstes wurden mehrsprachig gestaltet, wie beispielsweise das Kyrie oder die Fürbitten. Ergänzt wurden sie durch lateinische Gesänge und Gebete als verbindendes Element. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von einem rund 30-köpfigen Chor aus Mitgliedern der italienischen und der kroatischen Gemeinde, die von Diözesankirchenmusikdirektor Markus Eichenlaub an der Chororgel begleitet wurden.

Der weltkirchliche Charakter dieses lebendigen Gottesdienstes zeigte sich einmal mehr im Dank nach der Kommunion, als das Lied „Großer Gott wir loben Dich“ abwechselnd in deutscher, polnischer, italienischer, kroatischer und portugiesischer Sprache gesungen wurde. In seinem Schlussgebet dankte Bischof Wiesemann den Angehörigen der muttersprachlichen Gemeinden „für alles Lebendige, was sie in die Kirche von Speyer einbringen“. Der abschließende Mariengruß bildete den Schlusspunkt unter einen von gelebter kultureller Vielfalt geprägten Gottesdienst.

Im Anschluss boten die italienischen Gemeindemitglieder eine große Bandbreite landestypischer kulinarischer Köstlichkeiten an. Bei stimmungsvoller italienischer Musik wurde die Vorhalle des Domes zu einem Ort kultureller Begegnung für alle Teilnehmer der gemeinsamen Wallfahrt. Domkapitular Franz Vogelgesang zeigte sich nach dem Gottesdienst sehr erfreut. „Die besondere Atmosphäre an diesem Tag ist das Gefühl von Weltkirche. Man begegnet dem Anderen nicht als Fremdem, sondern als Bruder und Schwester im Glauben“, fasste der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Ordinariat seine Eindrücke zusammen.

Die Wallfahrt endete mit einem mehrsprachigen Rosenkranzgebet am Nachmittag, das in diesem Jahr im Kloster St. Magdalena abgehalten wurde. is 

13.05.2013


Dank und Respekt zum Schwesternjubiläum

Die Jubilarinnen mit Vorsteher Pfarrer Dr. Werner Schwartz und Oberin Sr. Isabelle Wien (2. v.l.).

Zwölf Diakonissen und Diakonische Schwestern feierten bei den Diakonissen Speyer-Mannheim Christi Himmelfahrt ihre mindestens 25jährige Zugehörigkeit zur Gemeinschaft. Fünf der Jubilarinnen traten bereits vor 65 Jahren ein.

In seiner Predigt im Jubiläumsgottesdienst zu Beginn ging Pfarrer Dr. Werner Schwartz auf die vielfältigen Arbeitsfelder ein, in denen Diakonissen und Diakonische Schwestern über 150 Jahre ihren Dienst am Nächsten verrichtet haben. Darauf bauten die Diakonissen Speyer-Mannheim heute auf, so Schwartz: „Wir führen die Geschichte in anderen Arbeits- und Lebensformen weiter.“

Bei der anschließenden Ehrung der Jubilarinnen übermittelte Oberbürgermeister Hansjörg Eger „den Dank und Respekt der Stadt und des Rates für Ihren Dienst.“ Die Gesellschaft könne sich ein Beispiel nehmen, denn so ein Gemeinsinn sei auch in Zukunft gefragt, sagte Eger.

Bevor er in Vertretung für Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr Kronenkreuze in Gold des Diakonischen Werks überreichte, gratulierte Pfarrer Dr. Werner Schwartz den Jubilarinnen und blickte auf ihre Lebenswege zurück. In ihnen spiegelt sich die Entwicklung der Einrichtungen der Diakonissen Speyer-Mannheim zum Beispiel im medizinischen Bereich, aber auch in der Gründung neuer Arbeitsbereiche oder der Entwicklung vom Kinderheim zu Wohngruppen in der Jugendhilfe wider. „Wir schauen dankbar auf die Kraft, die Sie eingesetzt haben und nehmen das als Ansporn, unsere Arbeit heute zu tun“, schloss Schwartz, bevor die Jubilarinnen ihren Ehrentag im Kreise ihrer Mitschwestern, Verwandten und Freunde feierten.

DIAKONISSEN-JUBILÄUM - JUBILÄUM DER DIAKONISCHEN SCHWESTERN an Christi Himmelfahrt, 9. Mai 2013

65 Jahre

D Cilly Gerstel

D Irene Portuné

DS Friedel Krumbach

DS Irene Lützow

DS Ruth Rinner

60 Jahre

D Ruth Keb

D Else Trautmann

DS Olivia Batzler

DS Liesel Muthreich

40 Jahre

DS Esther Eisele

DS Esther Müller

25 Jahre

DS Ruth Zimbelmann

Diakonissen Speyer-Mannheim, Presse

10.05.2013


Bistum Speyer beim Nationalen Eucharistischen Kongress

Bistumsstände am Kölner Neumarkt – Eröffnung des Jugendfestivals mit Bischof Wiesemann

Vom 5. bis 9. Juni findet in Köln der Nationale Eucharistische Kongress statt. Er steht unter der Überschrift „Herr, zu wem sollen wir gehen?“ (Joh 6,68) und wird von der Deutschen Bischofskonferenz veranstaltet. Rund 800 Veranstaltungen stehen auf dem Programm, dazu zählen Gottesdienste, Glaubensgespräche, Anbetungen und kulturelle Veranstaltungen. Weiter gibt es ein Glaubensfest in der Lanxess-Arena, ein Jugendfestival sowie einen Schüler- und einen Familientag. Gerechnet wird mit rund 30 000 Dauerteilnehmern und Tagesgästen.

„Der Eucharistische Kongress bietet eine ganz besondere Chance, zum Entscheidenden durchzudringen und sich auf das Herzstück des christlichen Glaubens auszurichten“, lädt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Gläubigen des Bistums Speyer zur Teilnahme ein. „In unserer oft hektischen Betriebsamkeit und mancher Unruhe auch in der Kirche selbst ist es umso wertvoller, den persönlichen und gemeinsamen Glauben zu vertiefen und in Meditation und Gebet Gott zu begegnen“, schreibt Bischof Wiesemann in einem Aufruf, der am 5. Mai in allen Pfarrgemeinden des Bistums Speyer verlesen wurde.

Stand des Bistums Speyer am Kölner Neumarkt

Am Kölner Neumarkt präsentieren sich von Donnerstag (6. Juni) bis Samstag (8. Juni) in der Zeit von 13 bis 20 Uhr die einzelnen Bistümer mit einem Stand. Auch das Bistum Speyer wird hier vertreten sein. Die Besucherinnen und Besucher werden mit einem Glas Pfälzer Wein begrüßt und können sich auf mehreren Stellwänden über das 950-jährige Domweihjubiläum informieren. Am Bistumsstand stehen auch Vertreter der drei Einrichtungen aus dem Bistum Speyer zum Gespräch bereit, in denen eine ständige Eucharistische Anbetung stattfindet (Kloster St. Magdalena Speyer, Geistliches Zentrum Maria Rosenberg, Pfarrei St. Jakobus in Schifferstadt). Zu den Ansprechpartnern am Stand des Bistums Speyer gehören im Lauf der drei Tage auch Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Generalvikar Dr. Franz Jung, Domkapitular Josef Szuba und Domdekan Dr. Christoph Kohl.

Mitwirkung von Bischof Karl-Heinz Wiesemann

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann reist am Donnerstag (6. Juni) nach Köln und feiert gemeinsam mit Erzbischof Robert Zollitsch und Vertretern anderer Konfessionen um 19 Uhr eine ökumenische Vesper im Kölner Dom.

Als Jugendbischof der Deutschen Bischofskonferenz eröffnet Bischof Wiesemann am Freitag (7. Juni) das Jugendfestival mit einem meditativ gestalteten nächtlichen Jugendgottesdienst mit anschließender Prozession. Das Jugendfestival richtet sich an junge Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren. Erwartet werden über 2.000 Jugendliche aus ganz Deutschland. Geplant sind unter anderem Workshops, Gottesdienste, Feiern, Austausch, Gesang, Messen und Katechesen mit Bischöfen. „Das Programm soll Herz und Kopf ansprechen und ein Fest des Glaubens werden“, lautet die Ankündigung im Programmheft zum Eucharistischen Kongress.

Feierlicher Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss des Eucharistischen Kongresses ist am Sonntag (9. Juni) ein Pontifikalamt im Kölner Stadion, an dem auch Bischof Wiesemann teilnehmen wird.

Eucharistischer Kongress

Der Eucharistische Kongress versteht sich als Zusammenkunft der Gläubigen um das Zentrum des Glaubens: die Eucharistie als die Gegenwart Jesu Christi in der Gestalt von Brot und Wein. Ausgehend von einer Initiative aus Frankreich, gibt es seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eucharistische Kongresse in der katholischen Kirche, sowohl nationale als auch internationale. Die Eucharistischen Weltkongresse werden in zeitlichen Abständen von ein bis drei Jahren veranstaltet. In Deutschland fanden bisher zwei Eucharistische Weltkongresse statt: 1909 in Köln und 1960 in München. is

Weitere Informationen: www.eucharistie2013.de

09.05.2013


Frühjahrssynode der Landeskirche im Zeichen der Jugend

Tagung vom 22. bis 25. Mai in Bad Dürkheim – Synode erörtert auch Strategiepapier

Speyer/Bad Dürkheim- Vor allem im Zeichen der Jugend steht die Frühjahrssynode der pfälzischen Landeskirche vom 22. bis 25. Mai im Martin-Butzer-Haus in Bad Dürkheim. Motto: „Mehr drin als du glaubst“. Am Schwerpunkttag, Freitag, 24. Mai, stellt die Evangelische Jugend der Pfalz ihre Arbeit vor. Geplant sind ein Podiumsgespräch mit der rheinland-pfälzischen Familien- und Jugendministerin Irene Alt sowie ein Vortrag von Mike Corsa, Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland. Die Synode verhandelt außerdem über die Ausrichtung landeskirchlicher Handlungsfelder für eine finanzierbare Zukunft und setzt sich mit dem Bericht des Kirchenpräsidenten für das Jahr 2012 auseinander.

Die pfälzische Landeskirche will junge Menschen vor dem Hintergrund ihrer christlich-biblischen Tradition „überzeugend und lebensdienlich“ begleiten, erklärten Kirchenpräsident Christian Schad und der Jugenddezernent der Landeskirche, Oberkirchenrat Gottfried Müller, bei der Vorstellung des Tagungsprogramms. In der kirchlichen Jugendarbeit fänden Menschen unterschiedlicher sozialer Milieus und Bildung zusammen. Sie leiste daher einen wertvollen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Als große Herausforderung bezeichnete es Müller, Konfirmanden –und Jugendarbeit sowie Schule miteinander zu vernetzen. Das bis 2017 angelegte Projekt „Evangelische Jugend vor Ort“ wolle vor allem auch dem Trend entgegenwirken, dass viele Jugendliche nach der Konfirmation der Kirche verloren gingen. Teil der Evangelischen Jugend der Pfalz sind fünf freie Jugendverbände. Die Evangelische Jugend hält in eigener Trägerschaft oder in Kooperationen 20 Einrichtungen der offenen Jugendarbeit vor.

„Mutig voranschreiten – den Wandel gestalten – Gott vertrauen“: Der mit einer Portfolioanalyse 2012 angestoßene Prozess, landeskirchliche Handlungsfelder auf Wirtschaftlichkeit, Alternativen oder Maßnahmen zur Profilschärfung zu überprüfen, geht in seine nächste Phase. Am Donnerstag, 23. Mai, erörtern die Landessynodalen u. a. die Zukunft des Trifels-Gymnasiums in Annweiler, der einzigen Schule in Trägerschaft der Evangelischen Kirche der Pfalz. Mit ihrem Beschluss treffe die Synode eine Richtungsentscheidung, sagte der Kirchenpräsident. Laut einer Kostenanalyse sei die Fortführung von Schule und Internat unter optimierten Bedingungen die wirtschaftlich günstigste Lösung, erklärte der Bildungsdezernent der Landeskirche, Oberkirchenrat Michael Gärtner. Die Landeskirche brauche eine Schule mit deutlich evangelischem Profil, in der christliche Werte vermittelt werden, so Gärtner. Die Beschlüsse der Landessynode sollen in die mittelfristige Finanzplanung 2014 einfließen und im Doppelhaushalt für die Jahre 2015 und 2016 wirksam werden.

Der Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz gehören 74 Mitglieder an, darunter 23 geistliche und 42 weltliche Gewählte, sieben Berufene und zwei Jugendvertreter. Die Synode wird auf sechs Jahre gewählt. Sie tagt zwei Mal im Jahr. Die öffentlichen Sitzungen finden gewöhnlich im Frühjahr und im Herbst statt.

Hinweis: Die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz findet vom 22. bis 25. Mai im Martin-Butzer-Haus in Bad Dürkheim statt. Schwerpunktthema ist „Jugend“. lk www.evkirchepfalz.de

09.05.2013


Diakonisse Anna Benz wird 100

Ihren 100. Geburtstag feiert am 10. Mai Diakonisse Anna Benz. Geboren wurde sie am 10. Mai 1913 in Neuhofen, nach dem Umzug der Eltern ist sie in Mannheim aufgewachsen.

Durch Konfirmation, Mädchenbund und Kirchenchor war sie der Gemeinde verbunden. Nach dem frühen Tod ihres Vaters 1928 ging sie als Haushaltshilfe zu Familien in Rheinau und im Pfarrhaus Wart. Ein Krankheitsaufenthalt im Mannheimer Diakonissenkrankenhaus führte zu der Entscheidung, dort einzutreten und Krankenschwester zu werden.

Im Juli 1935 trat Anna Benz in das Mutterhaus in Mannheim ein, arbeitete zuerst in Mutterhaus und Krankenhaus mit und absolvierte von 1940 bis 1942 die Ausbildung zur Krankenschwester. Sie arbeitete im Krankenhaus in Mannheim, während des Krieges auch in Saarbrücken, dann in Wertheim und von 1946 bis 1949 im behelfsmäßigen Krankenhaus in der Realschule in Ladenburg, wohin die Diakonissen nach der Zerstörung von Mutterhaus und Krankenhaus in F7 in Mannheim umgezogen waren, anschließend im Diakonissenkrankenhaus in der Lüttichkaserne in Mannheim-Käfertal und ab 1961 im neuen Krankenhaus auf dem Lindenhof.

1979 ging sie in den Ruhestand, half weiterhin im Feierabend, der Pflegestation der Schwestern, mit und übernahm 1981 deren Leitung. 2007 zog sie mit den Mannheimer Schwestern nach Speyer um. Seither verlebt sie dort ihren Feierabend. Diakonissen Speyer-Mannheim, Presse

08.05.2013


Zusatzfahrt des Dombauvereins nach Würzburg

Erste Tagesfahrt ausgebucht - Zweites Angebot am 19. Juni

Speyer- Nachdem die erste Tagesfahrt nach Würzburg bereits ausgebucht ist, bietet der Dombauverein am Mittwoch, 19. Juni, in Zusammenarbeit mit dem Pilgerbüro Speyer eine Zusatzfahrt an. Schwerpunkte der Besichtigungen bildet zunächst am Vormittag der Dom. In seiner heutigen Erscheinung ist der Kiliansdom vorwiegend ein Werk des 11. und 12. Jahrhunderts, mit späteren Veränderungen. Mit einer Gesamtlänge von 105 Metern stellt der Sakralbau eine der größten romanischen Kirchen Deutschlands.

Nachmittags steht die nach Plänen des berühmten Baumeisters Balthasar Neumann erbaute barocke Fürstbischöfliche Residenz auf dem Programm. Die großartigen Fresken im einzigartigen Treppenhaus und im Kaisersaal schuf 1751 bis 1753 der Venezianer Giovanni Battista Tiepolo. Die Hofkirche der Residenz gehört als bahnbrechende Raumerfindung Neumanns und dank der hohen Qualität ihrer Ausstattung zu den Höhepunkten der Baukunst des Barock; die Kirche wurde kürzlich umfassend restauriert.

Die Reiseleitung übernimmt der Kunsthistoriker Dr. Walter Appel vom Dombauverein Speyer. Der Reisepreis beträgt 45 Euro und wird direkt auf der Fahrt erhoben.
Weitere Information und Anmeldung: Dombauverein Speyer, Telefon 0 62 32/102-116 is

Brücke der Solidarität ins Heimatland des Papstes

7000 Euro für Ausbildungsprojekt in Argentinien (von links): Philipp Kiefer, Pilger-Chefredakteur Nobert Rönn, Norbert Jansen von Adveniat, Weihbischof Otto Georgens und Sabine Kiefer (mit Enkel).

St. Martiner Weingut Aloisiushof und Aktion Silbermöwe des "pilger" unterstützen Adveniat-Projekt in Argentinien

St. Martin- Die Familie Kiefer vom Weingut Aloisiushof in St. Martin hatte im vergangenen Jahr eine nachhaltig gute Idee. In Kooperation mit dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat bietet die Familie seither einen Solidaritätswein an - einen im Eichenfass gereiften Rotwein Cuvée aus alten Lagen ihres Weingutes -, mit dessen Erlös ein Ausbildungsprojekt in Argentinien unterstützt wird. Zwei Euro je Flasche tragen dazu bei, dass in einer der ärmsten Regionen Lateinamerikas Mädchen und junge Frauen die Chance zu einer Ausbildung und damit zu einem menschenwürdigen Leben erhalten.

Am 6. Mai konnte Weihbischof Otto Georgens, Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben im Bistum Speyer, in den Räumen des Weingutes den bisherigen Erlös in Höhe von 3500 Euro entgegennehmen - ein Betrag, der von der Aktion Silbermöwe der Speyerer Bistumszeitung "der pilger" verdoppelt wurde. 7000 Euro sei eine Summe, mit der man in Argentinien viel für die Menschen bewegen könne, kommentierte Norbert Jansen von der Adveniat-Zentrale in Essen das Ergebnis der Solidaritätsaktion.

"Ich freue mich ganz besonders darüber, dass das Geld einem Bildungsprojekt im Heimatland unseres neuen Papstes zugute kommt", unterstrich Weihbischof Georgens, der auch Verantwortlicher für das kirchliche Hilfswerk Adveniat im Bistum Speyer ist. Papst Franziskus lenke die Aufmerksamkeit auf die Armen, "die auch im Zentrum der Projektarbeit von Adveniat stehen". Dabei werde mehr in Menschen investiert als in Steine.

In den entlegenen Regionen im Nordwesten Argentiniens gibt es kaum Bildungsmöglichkeiten. Gerade junge Mädchen brechen die Schule häufig vorzeitig ab, um stattdessen ihre Familien zu unterstützen - Ausbildung und Arbeit sind Mangelware. Das haben die Augustinerschwestern erkannt, die in dem kleinen Andendorf Santa María, in der Nähe von Cafayate, ein Internat für junge Frauen unterhalten. Hier werden genau die Mädchen aufgenommen, die keine andere Möglichkeit der Ausbildung haben. Die Schwestern wissen, dass Bildung der Schlüssel ist für das persönliche Leben der Mädchen und ihrer Familien wie auch für die Entwicklung einer humanen Gesellschaft insgesamt. Georgens verwies auf das biblische Leitwort der Adveniat-Aktion für das Jahr 2013: "Anfang der Weisheit ist wahrhaftiger Hunger nach Bildung, Ziel der Bildung aber ist die Liebe" (vgl. Weisheit 6,17). Dies treffe, so der Weihbischof, den Kern der Adveniat-Arbeit.

Die Initiative zu der "Aktion Adveniat-Wein" war von der  Familie Kiefer ausgegangen. Mehrere Generationen leben und arbeiten in dem Weingut unter einem Dach. "Unsere Kinder haben alle Möglichkeiten der Bildung und damit Perspektiven auf ein gutes Leben", erläutert der 32-jährige Philipp Kiefer. "Von diesem Glück wollen wir etwas weitergeben. Deshalb diese Inititaive", fügt er hinzu.

Weihbischof Georgens dankte der Familie Kiefer, die die Solidaritätsaktion als "Gemeinschaftsaufgabe" sieht. Sein Dank galt ebenso der Speyerer Bistumszeitung "der pilger". Sie hatte im Vorfeld ausführlich über die Initiative und das Hilfsprojekt in Argentinien berichtet. Von der Aktion Silbermöwe, dem Leser-Hilfswerk der Zeitung, das einmalig ist in der deutschen Presselandschaft, wurde der Erlös des Wein-Verkaufs aufgestockt. "Zwischen St. Martin in der Pfalz und Santa Maria in Argentinien liegen 11000 Kilometer. Über den Adveniat-Wein wird eine Brücke geschlagen", so Weihbischof Georgens. "Ich wünsche mir, dass viele an dieser Brücke mitbauen - auch in Zukunft." is; Foto pilger


Hinweis: Der Adveniat-Wein (2011er Edition, trocken, 7,90 Euro) kann auch weiterhin bezogen werden beim Wein- und Sekthaus Aloisiushof, Mühlstrasse 2, 67487 St. Martin, Telefon: 06323/2099, E-Mail: weinundsekthaus@aloisiushof.de

07.05.2013


Diakonisse Elfriede Brassat feiert 80. Geburtstag

Der Vorstand der Diakonissen Speyer-Mannheim (v. l. Pfarrer Dr. Werner Schwartz, Sr. Isabelle Wien, Karlheinz Burger) gratuliert Sr. Elfriede Brassat Der Vorstand der Diakonissen Speyer-Mannheim (v. l. Pfarrer Dr. Werner Schwartz, Sr. Isabelle Wien, Karlheinz Burger) gratuliert Sr. Elfriede Brassat

Mit 150 Verwandten, Freunden, Mitschwestern und Mitarbeitenden sowie Vertretern aus Politik und Kirche feierte Oberin i. R. Diakonisse Elfriede Brassat am 4. Mai ihren 80. Geburtstag.

Im Festsaal des Mutterhauses erinnerten sich Vorsteher Pfarrer Dr. Werner Schwartz und Oberin Sr. Isabelle Wien gemeinsam mit der Jubilarin an Stationen aus ihrem Leben. Vor allem hoben sie ihre ehrliche und geradlinige Art und ihre ausgeprägte Gerechtigkeit hervor, die sich im Privaten wie Beruflichen gezeigt habe und bis heute zeige.

Geboren 1933 in Ostpreußen, floh die damals Elfjährige mit Mutter und Schwestern zunächst nach Schleswig-Holstein, bevor sie 1951 in die Pfalz kam. Im Konfirmationsunterricht bereits auf das Diakonissenwesen aufmerksam geworden, absolvierte Sr. Elfriede zunächst eine Ausbildung in der Krankenpflege und Fortbildungen unter anderem in Berlin, wo sie auch das kulturelle Leben genoss. 1965 wurde sie als Diakonisse eingesegnet.

In den nächsten Jahren war Sr. Elfriede vor allem als Internats- und Lehrkraft tätig, zunächst in der Pflegevorschule in Speyer, dann in der Haushaltungsschule in Bad Bergzabern. Anders als heute sei das gewesen, berichtet die Jubilarin selbst: „Damals lebte man mit den Schülerinnen unter einem Dach wie in einer kleinen Familie. Dadurch hatte man viel Verantwortung für die jungen Menschen und man hat auch gemerkt: Die Kinder brauchen einen.“

1972 wurde Sr. Elfriede Leitende Schwester im Speyerer Diakonissenkrankenhaus. Heute heißt das Pflegedirektorin – aber heute ist noch mehr anders: „Ich wohnte im Krankenhaus und die Stationsleitungen hatten zu Beginn überall Diakonissen inne“, erinnert sich die 80jährige. Die abnehmende Zahl der Diakonissen im aktiven Dienst war nur eine der Veränderungen, die Sr. Elfriede in den 25 Jahren ihrer Tätigkeit im Krankenhaus-Direktorium begleitete und auch danach begleiten sollte: Als sie 1997 die Nachfolge von Sr. Ilse Wendel als Oberin antrat, gehörten der Umbau des Mutterhauses und die Unterbringung einer zunehmenden Zahl an Schwestern im Feierabend zu ihren ersten Aufgaben. Darüber hinaus war sie als Oberin beteiligt an der Gründung neuer Einrichtungen wie z. B. dem Hospiz im Wilhelminenstift und der Maudacher Werkstatt oder der Fusion des Diakonissen- mit dem Stiftungskrankenhaus.

2004 ging Sr. Elfriede selbst in den Feierabend, in dem sie viel liest und auch gern reist, zum Beispiel nach Schleswig-Holstein, dem sie bis heute verbunden ist. Sie ist aber auch weiterhin in Gremien der Diakonissen Speyer-Mannheim tätig und vielen Menschen Ratgeberin und Unterstützung, wie Oberkirchenrat i. R. Dr. Horst Hahn in seinem Grußwort im Namen der Landeskirche betonte. Diakonissen Speyer-Mannheim, Presse

07.05.2013


Zwei neue Frauen an der Spitze des BDKJ-Diözesanverbandes

Delegierte der Diözesanversammlung beschließen schulpolitisches Grundlagenpapier und Beteiligung am Ökumenischen Pfingstfest 2015

Schönau/Südwestpfalz - Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Diözese Speyer hat zwei neue Vorstandsmitglieder. Die Diözesanversammlung des Jugenddachverbandes wählte am Wochenende Heike Vogt (28) zur hauptamtlichen BDKJ-Diözesanvorsitzenden. Sie ist Nachfolgerin von Kirsten Glaser (27), die nicht mehr kandidierte, weil sie eine neue Stelle in Trier antreten wird. Zur ehrenamtlichen BDKJ-Diözesanvorsitzenden wählten die rund 60 Delegierten aus sechs katholischen Jugendverbänden im Bistum Speyer Sarah Engels (28). In ihren Ämtern bestätigt wurden BDKJ-Präses Pfarrer Andreas Sturm (38) und BDKJ-Diözesanvorsitzender Felix Goldinger (33). Die Amtszeit des Vorstandes beträgt drei Jahre. Die BDKJ-Diözesanversammlung tagte in der Bildungs- und Freizeitstätte Heilsbach in Schönau/Südwestpfalz. Die Jugendvertreter und Jugendvertreterinnen beschlossen außerdem ein schulpolitisches Grundlagenpapier, votierten für eine Beteiligung des BDKJ am Ökumenischen Pfingstfest 2015 und setzten sich für die Schaffung einer Stelle zur Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes im Bistum Speyer ein. Sie befassten sich auch mit einem Entwurf für ein Papier zu Standards in Verbänden, das im Rahmen des Reformprozesses „Gemeindepastoral 2015“ erarbeitet wird. Thema war außerdem die vom 13. bis 16. Juni stattfindende 72-Stunden-Aktion des BDKJ unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“.

Die neue BDKJ-Diözesanvorsitzende Heike Vogt stammt aus Ludwigshafen. Sie engagierte sich viele Jahre in der Katholischen Jungen Gemeinde (KjG) und als Messdienerin. An der Universität Mannheim studierte sie Sozialwissenschaften und war als Honorarreferentin im Bereich politische Jugendbildung im Heinrich-Pesch-Haus tätig. Seit 2010 arbeitete Vogt als Jugendbildungsreferentin im Bistum Limburg. „Gesellschaftliche Rahmenbedingungen verändern sich und stellen die katholische Jugend(verbands)arbeit vor Herausforderungen. Ich werde Position beziehen für die Jugendverbände im Bistum Speyer und eine starke Jugendverbandsarbeit“, so Vogt.

Sarah Engels ist in Niederwürzbach im Saarpfalzkreis aufgewachsen. Sie studiert katholische Theologie und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität in Saarbrücken. Neben dem Studium jobt sie beim Saarländischen Rundfunk. Seit 2003 ist sie ehrenamtliche BDKJ-Vorsitzende im Dekanat Saarpfalz. Auch als BDKJ-Diözesanvorsitzende will sie künftig die Interessen der Jugendverbände im Saarland unter anderem im Landesjugendring Saar vertreten.Engels ist Mitglied der Katholischen Jungen Gemeinde (KjG). Eines ihrer Anliegen ist, „dass Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft gleichberechtigt werden.“

Pfarrer Andreas Sturm steht seit 2010 an der Spitze des BDKJ-Diözesanverbandes und ist gleichzeitig Leiter der Abteilung Jugendseelsorge im Bischöflichen Ordinariat in Speyer. Nach Theologiestudium und pastoralpraktischer Ausbildung in Mainz, St. Paul (USA), New York (USA), St. Ingbert und Speyer wurde er 2002 zum Priester geweiht. Danach arbeitete er als Kaplan in Landau St. Maria. 2004 wechselte er in der Abteilung Jugendseelsorge, als Geistlicher Leiter der Katholischen Jungen Gemeinde (KjG) und Referent für Ministranten und Ministrantinnen. „Mir ist wichtig, Kindern und Jugendlichen aus den Mitgliedsverbänden in Kirche und Gesellschaft eine Stimme zu geben“, so Sturm. Dazu gehören für ihn unter anderem eine gesicherte finanzielle Ausstattung der Jugendverbandsarbeit sowie eine Freistellung von Seelsorgern und Seelsorgerinnen für die Aufgabe der Geistlichen Leitungen in den Verbänden.

BDKJ-Diözesanvorsitzender Felix Goldinger ist Pastoralreferent. Der in Landstuhl geborene und jetzt mit seiner Familie in Dudenhofen wohnende Diplom-Theologe gehört ebenfalls seit drei Jahren dem Vorstand des Jugenddachverbandes an. Zuvor arbeitete er als Referent in der Jugendkirche LUMEN in Ludwigshafen und in der Kirchengemeinde Waldsee/Otterstadt. „Die Jugend ist Teil der Kirche, ihre Gegenwart und Zukunft. Wir wollen sie deshalb auch mitgestalten. Das gilt ebenso für die Politik, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen in angemessener Weise berücksichtigen muss“, so Goldinger. Er gehört der JUNGEN KIRCHE SPEYER an.

Schulpolitisches Grundlagenpapier verabschiedet

Mit großer Mehrheit verabschiedete die BDKJ-Diözesanversammlung ein schulpolitisches Grundlagenpapier, das vom Ausschuss „Visionen von Schule“ erarbeitet worden war. In dem Papier wird Schule als Erlebnis- und Lebensraum beschrieben, in dem nicht allein die Vermittlung von Fachwissen im Vordergrund stehen sollte, sondern die Entwicklung junger Menschen zu einer selbstbestimmten Persönlichkeit. Voraussetzung dafür ist für den BDKJ ein soziales, praxisorientiertes Lernen in einer transparenten und demokratischen Schulkultur. Zu den dafür notwendigen und vom BDKJ geforderten Rahmenbedingungen in Schule gehören dabei unter anderem eine Überarbeitung der Lehrpläne, kleinere Klassen, eine Rückkehr zu G9, gut ausgebildete Lehrer und Lehrerinnen und mehr und individuellere Fördermöglichkeiten. Für Schüler und Schülerinnen müssten Freiräume geschaffen werden, um ihnen eine Beteiligung und ein Engagement in der Jugendverbandsarbeit zu ermöglichen.

Plädoyer für Einrichtung einer Stelle zur Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes

Die BDKJ-Diözesanversammlung plädierte für die Einrichtung einer hauptamtlichen Stelle im Bistum Speyer, die für die Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes geschaffen wird. Das Gesetz sieht die Einführung einer Führungszeugnispflicht für ehrenamtlich Tätige vor. Für die dafür erforderlich Verwaltung ist nach Auffassung des BDKJ eine Vertrauensperson nötig, die die ehrenamtlich organisierten Verbände dabei unterstützt.

BDKJ beteiligt sich an Jugendprogramm des Ökumenischen Pfingstfestes 2015

Vom 22. bis 25. Mai 2015 findet das Ökumenische Pfingstfest der Evangelischen Landeskirche und der Diözese Speyer statt, in dessen Rahmen es ein eigenes Jugendprogramm geben soll. Die BDKJ-Diözesanversammlung hat beschlossen, dass sich der BDKJ als Kooperationspartner der Abteilung Jugendseelsorge im Bischöflichen Ordinariat an der Durchführung und Planung dieses Programm beteiligt.

Kirsten Glaser verabschiedet

Im Rahmen der Diözesanversammlung verabschiedeten sich am Samstagabend die Jugendvertreter und Jugendvertreterinnen mit vielen kreativen Beiträgen von der bisherigen hauptamtlichen BDKJ-Diözesanvorsitzenden Kirsten Glaser. Die aus Mussbach stammende Sozialpädagogin stand drei Jahre an der Spitze des BDKJ-Diözesanverbandes Speyer. Unter den Gästen der Feier waren auch die Vorsitzende des Katholikenrates der Diözese Speyer, Maria Fassnacht und Domkapitular Franz Vogelgesang. Die BDKJ-Diözesanversammlung ist das höchste beschlussfassende Gremium des Jugenddachverbandes, der rund 9000 Kinder und Jugendliche aus Rheinland-Pfalz und dem Saarpfalzkreis vertritt. BDKJ-Diözesanverband Speyer, Presse

05.05.2013


Festgottesdienst mit lebendigem Konzertcharakter

TonArt ist 25 Jahre alt

von Franz Gabath

Böhl-Iggelheim - Unter dem Motto „Singt dem Herrn ein neues Lied“ (Ps 98) wird in den protestantischen Kirchengemeinden der „Sonntag der Kirchenmusik“ begangen. Dies nahm der Gospelchor „TonArt“ aus Böhl-Iggelheim zum Anlass einen Gottesdienst, in der protestantischen Kirche im Ortsteil Böhl, zu seinem 25-igjährigen Bestehen, musikalisch zu gestalten.

Mit der Gospelmesse „Come Into His Presence“ von Helmut Jost, hatte der Chor sich selbst eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt, die die über 40 Sängerinnen und Sänger mit Bravur meisterte. Mit „His Spirit Is Here“ (sein Geist ist hier), Bread Of Life“ (Brot des Lebens), „Peace Shall Be With You“ (Friede sei mit euch), oder May The Lord Send Angels“(Geh in Gottes Frieden), seien nur die Lieder genannt, die in deutscher Sprache im Wechselgesang mit der Gemeinde gesungen wurden.

Die gesamte Gottesdienstgestaltung glich einem geistlichen Konzert. Die Begeisterung der Sängerinnen und Sänger bei schwungvollen rhythmischen Stücken sprang immer wieder spontan auf die Gottesdienstbesucher über. Und getragene Weisen schwebten bei der gefühlvollen Interpretation die der Chor an den Tag legte, gleichsam engelsgleich durch den Kirchenraum. Die Gottesdienstbesucher ließen sich einfach anstecken von der Freude die „TonArt“ verbreitete. Solisten aus den eigenen Reihen, zeigen die hohe musikalische Qualität des Ensembles. Karsten Skötsch dirigierte engagiert und seine Sängerinnen und Säger folgten ihrem musikalischen Leiter in allen Lagen.

Unterstützt wurde der Chor von einem Musikensemble, das auch aus Chormitgliedern bestand. Besonders überrascht zeigte sich so manche Besucherin und mancher Besucher, dass Pfarrer Tim Kaufmann nicht nur dem Gottesdienst liturgisch vorstand, sondern als virtuoser Schlagzeuger Chor und Musikgruppe unterstützte.

Und dass TonArt nicht umsonst geprobt hatte, zeigte die große Besucherresonanz. Viel Lob wurde an die Sängerinnen und Sänger von TonArt verteilt. „Solch einen guten Kirchenbesuch würde ich mir jeden Sonntag wünsche“ erklärte Pfarrer Kaufmann dann doch etwas wehmütig.


„TonArt“ weist jetzt schon darauf hin, dass das Jubiläumsjahr mit einem Festkonzert am 1. Advent, also am 1. Dezember 2013, unter dem Motto „Best of TonArt, ausklingen wird.

Weiter Informationen unter www.tonart-im–netz.de Bild: fg

04.05.2013


Gottesdienste „zwischen Himmel und Erde“

An Christi Himmelfahrt ist vielerorts Saisonauftakt für „Kirche im Grünen“

Landau: Im Wald, am Wanderweg und auf der Wiese – Gottesdienste unter freiem Himmel sind beliebt. Auch die Evangelische Kirche der Pfalz lädt wieder zur „Kirche im Grünen“ ein. Der Missionarisch-Ökumenische Dienst (MÖD) hat dazu eine Broschüre herausgegeben, die Andachten auflistet, die bis Ende Oktober in den Regionen Westpfalz/Saarland, Nord-, Süd und Vorderpfalz „open air“ stattfinden. In vielen Kirchengemeinden ist an Christi Himmelfahrt, 9. Mai, Saisonauftakt für Gottesdienste im Grünen. Auch Pfingsten, 19. und 20. Mai, feiern viele Kirchengemeinden im Freien. „Wenn die Regel auch bleiben soll, dass Gottesdienste im Kirchengebäude stattfinden, so hat die Ausnahme davon doch ihre Berechtigung: dass wir zum Schöpferlob auch einmal ins Freie gehen und das Kirchendach gegen das Blätterdach eintauschen“, schreibt Kirchenpräsident Christian Schad im Vorwort der Broschüre

Ins Grüne laden an Christi Himmelfahrt, 9. Mai, u.a. die Dekanate Winnweiler, Rockenhausen und Donnersberg um 11 Uhr zum gemeinsamen Gottesdienst an der Keltenhütte auf dem Donnersberg ein. Im Pirmasenser Neuffer Park (bei Regen in der Johanneskirche) veranstaltet die Johanneskirchengemeinde Pirmasens am Himmelfahrtstag um 11 Uhr einen Gottesdienst, musikalisch begleitet von Posaunenchören aus Pirmasens und Rodenbach. Zur Himmelfahrtswanderung mit anschließendem Gottesdienst trifft sich die protestantische Kirchengemeinde Haßloch am 9. Mai, 10 Uhr, am Jugendhof in Haßloch. Einen Gottesdienst „Zwischen Himmel und Erde“ gibt es am gleichen Tag um 10 Uhr auf der Burg Landeck bei Klingenmünster. Am Pfingstsonntag, 19. Mai, lädt u.a. die Kirchengemeinde Kusel zum Gottesdienst an der Jakobs-Buche Körborn um 10 Uhr ein. Einen ökumenischen Gottesdienst gibt es am Pfingstmontag, 20. Mai, 11 Uhr, auf der Limburg bei Bad Dürkheim, musikalisch gestaltet vom Posaunenchor.

Auch die Weidenkirche auf dem Gartenschaugelände in Kaiserslautern ist bis 31. Oktober Schauplatz mehrerer Gottesdienste. U.a. gestalten Mitarbeiter des MÖD in der Weidenkirche Gottesdienste am Pfingstsonntag sowie am 16. Juni und am 25. August, musikalisch begleitet vom Pfälzischen Posaunendienst. Beginn ist jeweils um 11 Uhr. In der Michaelskapelle auf dem Michelsberg in Bad Dürkheim gibt es von Mai bis September an jedem ersten Mittwoch im Monat, jeweils um 19 Uhr eine ökumenische Abendandacht.

Hinweis: Das Faltblatt „Kirche im Grünen“ mit einer Übersicht über die Andachten, die bis Ende Oktober in der Pfalz unter freiem Himmel gestaltet werden, ist erhältlich beim Missionarisch-Ökumenischen Dienst der Evangelischen Kirche der Pfalz, Postfach 2205, 76812 Landau, Telefon 06341 / 9289-0, Fax: 06341 / 9289-25, E-Mail: info@moed-pfalz.de. Weitere Informationen im Internet unter www.moed-pfalz.de. EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Presse

02.05.2013


„Vis-a-vis“: Hoffnung für Kranke und Gesunde

Evangelische Kirchengemeinde Dudenhofen öffnet Treffpunkt – Konzept pfalzweit ausbauen

Speyer/Dudenhofen- Der Name ist Programm: „Vis-a-vis“, der christliche Dienst an Kranken und Gesunden, hat in der Pfalz eine neue Anlaufstelle: In der evangelischen Kirchengemeinde Dudenhofen ist der „Treffpunkt Hoffnung“ als Forum für kranke Menschen und ihre Angehörigen eingerichtet worden. Hier gibt es zum Beispiel Informationsmaterial für Krebspatienten und Angehörige von Menschen mit Demenz, Bücher über Krankheit, Gesundheit und Glaube, Vorsorgemappen und immer auch die Möglichkeit zum Gespräch. Nach Auskunft von Projektinitiatorin Angela Glaser Angela Glaser hat mit Dudenhofen die sechste Kirchengemeinde im Bereich der pfälzischen Landeskirche die Idee von „Vis-a-vis“ umgesetzt.

Ein Seminar für interessierte Pflegefachkräfte am 26. und 27. April im Evangelischen Gemeindezentrum in Dudenhofen informiert über die Idee des aus England stammenden „Parish Nursing“ (Gemeindepflege), aus der heraus die Dudenhofenerin das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Missionarisch-Ökumenischen Dienst (MÖD) entwickelt hat. Das Konzept sieht in den Kirchengemeinden Gesprächsangebote und seelsorgerliche Begleitung, den Aufbau eines Besuchsdienstes und eines Gesundheitsprogramms vor. Zu den Angeboten zählen auch regelmäßige Schulungen und Kurse für Pflegefachkräfte und Mitarbeiter aus Besuchsdiensten für kranke Menschen.

Die Mitarbeiter von „Vis-a-vis“ werden im Presbyterium, im Gottesdienst und im Gemeindebrief vorgestellt und sollen Kontakt zur zuständigen Sozialstation und zum Krankenpflegeverein knüpfen. Gedacht sei auch an einen Abholservice für die Kranken zum Gottesdienst und an Gebetszeiten für kranke Menschen, sagt Glaser. Die 50-Jährige ist Referentin für „Vis-a-vis“ des MÖD und baut den „christlichen Dienst an Kranken und Gesunden“ mit einem Team aus Theologen und Pflegefachkräften in der pfälzischen Landeskirche auf. „Mit Vis-a-vis möchten wir Kirchengemeinden dabei unterstützen, die Nöte und Sorgen von kranken Menschen und ihren Angehörigen mit Hilfe einer Pflegefachkraft in den Blick zu nehmen und Hoffnung weiterzugeben.“

Treffpunkt HoffnungDie Idee des "Parish Nursing“ hat die gelernte Altenpflegerin in England kennengelernt. Diese Erfahrungen in Verbindung mit ihrem Beruf hätten sie bewogen, in Zusammenarbeit mit dem Missionarisch-Ökumenischen Dienst ein auf die pfälzische Landeskirche zugeschnittenes Pilotprojekt aufzubauen, sagt sie. Mitmachen könnten Pflegefachkräfte, die ihr Fachwissen und ihre Ideen in der Kirchengemeinde einbringen wollen. An den Schulungen könnten aber auch Laien teilnehmen, die über Erfahrungen in der Besuchsdienstarbeit verfügen. Die professionelle Arbeit der diakonischen Beratungsstellen werde nicht ersetzt und auch keine medizinische oder pflegerische Tätigkeit übernommen, sagt Glaser. Sie will „Vis-a-vis“ längerfristig deutschlandweit konzipieren.

Hinweis: „Vis-a-vis“ ist mit dem „World Forum for Parish Nursing“ und den „Lutheran Parish Nurses International“ vernetzt. Am 30. Mai stellt Angela Glaser das Modell bei der Concordia Conference der LPNI in Wisconsin (USA) vor. An der Conference nehmen Parish Nurses aus Australien, Indien, Israel, Canada und den USA teil. Weitere Informationen, auch über Kurse und Schulungen, im Internet unter www.visavis-gemeindediakonie.de und bei Angela Glaser, Telefon 06232 / 92841, E-Mail: info@visavis-gemeindediakonie.de. www.evkirchepfalz.de EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Presse

27.04.2013


Mit modernsten technischen Mitteln neue Zugänge zum Speyerer Kaiserdom eröffnen

„Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ präsentiert neues Medienpaket mit Medienstation und digitalem Puzzlespiel

Von Gerhard Cantzler

Speyer- Neue, zeitgemäße Wege, um sich – je nach Bedarf - mit wissenschaftlicher Ernshaftigkeit oder höchst spielerischem Antrieb einen Zugang zu den Geheimnissen des einzigartigen Speyerer Kaiser- und Mariendoms zu verschaffen, hat jetzt die „Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ vorgestellt. Im Domizil der Stiftung im Speyerer Judenhof konnten dazu der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Dr. Manfred Fuchs und sein Geschäftsführer Karl-Markus Ritter ein neues, u.a. mit tatkräftiger finanzieller Hilfe der Dietmar-Hopp-Stiftung möglich gewordenes Medienpaket vorstellen, das neben der mit großer wissenschaftlicher Akribie geschaffenen virtuellen Rekonstruktion des Zustandes der Kathedrale vor der Abnahme der Schraudolph-Fresken in den späten 1950er Jahren und dem wissenschaftlichen Präsentationswerkzeug zur Domausmalung eine neuartige Medienstation sowie ein Computer-Puzzle mit dem beziehungsreichen Titel „Die Geheimnisse des Kaiserdoms“ umfasst.

„Wir unterstützen alles, was dem Dom dient und was gut für ihn ist!“, bekannte sich Dr. Fuchs zu der Kathedrale, „und die Schraudolph-Fresken waren uns immer ein wichtiges Anliegen“. Deshalb sei er auch ganz persönlich überaus glücklich gewesen, als im vergangenen Oktober im Kaisersaal über der Eingangshalle des Domes die eindrucksvolle Dauerausstellung wesentliche Teile der restaurierten Freskenzyklen eröffnet werden konnte. Nachdem die Zahl derer immer kleiner wird, die - „dank der Gnade ihrer frühen Geburt“, so Dr. Fuchs - den Dom noch in seiner Ausgestaltung vor der großen Restaurierung erlebt haben, sei es um so wichtiger, mit den heute möglich gewordenen Mitteln der virtuellen Rekonstruktion die Erinnerung an diesen so wichtigen Abschnitt der Geschichte des Gotteshauses zu bewahren bzw. sie wieder aufleben zu lassen.

Dr. Fuchs bedankte sich deshalb bei der Direktorin des SWR-Landesfunkhauses Rheinland-Pfalz, Dr. Simone Sanftenberg und SWR-Redakteur Patrick Sommer, dass sie der „Stiftung Kaiserdom“ die Fernsehbilder des Domes als Grundlage der virtuellen Rekonstruktion überlassen hätten. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung erinnerte auch an den genialen Restaurator Otto Schultz, der vor über fünfzig Jahren eine Methode entwickelte, mit der die im frühen 19. Jahrhundert geschaffenen Nazarenerfresken des bayerischen Hofmalers Johann Baptist Schraudoplph aus dem Dom abgenommen und so konserviert werden konnten, dass sie jetzt wieder in „alter Pracht“ im Kaisersaal gezeigt werden könnten.

Zum 100. Geburtstag von Otto Schultz erinnert seine Heimatgemeinde Herxheim an den Künstler und bedeutenden Restaurator in einer Ausstellung, die am kommenden Freitag, dem 26. April um 19.00 Uhr im Museum in Herxheim eröffnet und dort bis einschließlich 7. Juli 2013 zu sehen sein wird.

In dieser Ausstellung wird auch eine der beiden Medien-Stationen ihren ersten öffentlichen Auftritt haben, die gestern ebenfalls vorgestellt wurden. Auf ihnen können ihre Benutzer zahlreiche Informationen, Bilder, aber auch historische Filme über die große Restaurierung des Domes in den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sehen. Auch die neue virtuelle Rekonstruktion wird in dem Informationspaket verfügbar sein. Eine Kurzfassung dieses Filmes finden die Leser des SPEYER-KURIERs übrigens schon seit längerem in diesem Blatt.

Klicken Sie dazu bitte auf diesen Button und sehen Sie den kompletten Film.

Eine ganz andere, höchst unterhaltsame Form der Annäherung an die Schraudolph-Fresken im Speyerer Dom bietet das neue Digitale Puzzle-Spiel, das den Spielern unter dem Titel „Geheimnisse des Kaiserdomes“ die Heiligen in der Domausmalung nahebringen will.

In drei Schwierigkeitsgraden werden dabei die Spieler – durch das Puzzle begleitett von einem der Filmfigur des „Indiana Jones“ nachempfundenen „Achäologen“ - dazu aufgerufen, aus dem Schutt der abgeschlagenen Bilder wieder ein komplettes Bild entstehen zu lassen, indem sie den 80 in den Fresken dargestellten Heiligen ihre jeweiligen Attribute zuordnen.

In dem interessant und spannend gemachten Spiel erfahren die Benutzer viel über das Leben und Wirken der Heiligen und über die Entschlüsselung von Heiligen-Darstellungen in Kirchen, Kunstgalerien und in Museen. Das Spiel wird damit zu einem echten Lernspiel, kann es doch helfen, die immer größeren Defizite über diese Symbolsprache auszugleichen. „Geübten Spielern wird es dadurch leichter fallen, sakrale Kunstwerke zu lesen und zu entschlüsseln“, betonte Karl-Markus Ritter.

Das Spiel, das wie das gesamte Medienpaket von der auf die virtuelle Rekonstruktion historischer Bauwerke spezialisierten Firma „archimedix“ in Ober-Ramstadt bei Darmstadt in Zusammenarbeit mit einem international renommierten Entwickler elektronischer Spiele kreiert wurde, kann von Kindern ab dem lesefährigen Alter gespielt werden, ist aber auch für alle anderen Altersgruppen bis ins hohe Alter hinein spannend und höchst informativ. Wie der Geschäftsführer von archimedix, Dipl.-Ing. Reinhard Munzel, erläuterte, sind „die Geheimnisse des Kaiserdomes“ plattformunabhängig programmiert und können ab dem kommenden Wochenende per Download von der Internetseite der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ heruntergeladen werden. Die Nutzung ist kostenlos.

Für Dietmar Hopp, einem der Gründer des weltweit mit großem Erfolg operierenden Software-Unternehmens SAP in Walldorf und der nach ihm benannten Dietmar-Hopp-Stiftung sei es ein Herzenanliegen gewesen, mit einem solchen Projekt das Verständnis für und das Interesse an der Speyerer Kathedrale zu unterstützen. Das erklärte die zuständige Referentin in der Dietmar-Hopp-Stiftung, Meike Leupold, bei der Präsentation des Medienpaketes. Die Stiftung, die seit ihrer Gründung im Jahr 1995 gut 330 Mio. Euro für gemeinnützige Zwecke ausgeschüttet habe, verfolge mit ihren Aktivitäten insbesondere Projekte, „die Kinder für die Zukunft fir machen sollen“, so Meike Leupold, Referentin in der im badischen St. Leon-Rot ansässigen Stiftung

„Die moderne Technik hat den ausgemalten Dom in die Gegenwart zurückgeholt“, freute sich Dr. Fuchs und dankte der Dietmar-Hopp-Stiftung, die mit ihrer Spende von 50.000 Euro dieses Projekt erst möglich gemacht habe. Weitere finanzielle Untertützung habe das Projekt durch die Landesbank Rheinland-Pfalz, die Hypo-Vereinsbank in München und die Landesstiftung Bayern erfahren.

Jetzt aber gilt es, die neu vorgestellten Medien für das einzusetzen, für das sie so überzeugend geschaffen worden sind: Nämlich noch mehr Freunde für den Speyerer Dom zu gewinnen, noch mehr Menschen in der ganzen Welt mit der einzigartigen Geschichte dieser größten romanischen Kathedrale der Christenheit diesseits der Alpen vertraut zu machen.

Dazu sollen die beiden Medien-Stationen an entscheidendenen Treffpunkten kunst- und kulturinteressierter Menschen aufgestellt werden – jedes dieser auf langfristigen Einsatz ausgerichteten Geräte kostet gerade einmal gut 2.000 Euro – gut angelegtes Geld, wenn man den „guten Zweck“ gegenüberstellt. Als erstes will jetzt der Vorstandsvorsitzende der Stiftung die Mitglieder des Domkapitels davon überzeugen, dass eine solche Station auch im bzw. im Nahbereich des Domes einen Platz finden sollte – vielleicht wäre auch das neue Besucherzentrum ein angemessener Ort dazu – und dann will Dr. Fuchs, wie er gegenüber dem SPEYER-KURIER ankündigte, auch bei Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, der vor zwei Jahren die große Salierausstellung in Speyer eröffnet hatte, eine Initiative mit dem Ziel starten, das wertvolle Kulturgut „Kaiserdom zu Speyer“ vielleicht auch im Deutschen Bundestag einer noch breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Denn wie hatte Dr. Fuchs eingangs der Präsentation doch betont?: „Wir unterstützen alles, was dem Dom dient und was gut für ihn ist!“ Informationen und download unter stiftung-kaiserdom@bistum-speyer.de Foto: gc

24.04.2013


„Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ präsentiert neues Medienpaket - Bilderalbum

 

Vorbild für Integration und Toleranz

Kirchenpräsident und FCK Vorstand betonen gemeinsame Verantwortung

Kaiserslautern-  Fußball und Kirche haben nach Auffassung des Vorstandsmitglieds des 1.FC Kaiserslautern, Fritz Grünewalt, eine  gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung beim Thema Integration und Toleranz.  Vor dem Zweitligaspiel des 1.FCK gegen den SC Paderborn 07  am Samstag im Fritz-Walter-Stadion, betonte Grünewalt die Vorbildfunktion des pfälzischen Traditionsvereins und der pfälzischen Landeskirche. Kirchenpräsident Christian Schad übergab vor der legendären Westkurve das diesjährige Plakatmotiv zum Thema „Reformation und Toleranz“.

Mit dem Motto „Heimat ist, wo du niemals alleine gehst“ greife die Initiative „Heimat | Kirche |Pfalz“  die gemeinschaftsstiftende Funktion von Kirche und Sport auf, erklärte der Kirchenpräsident vor mehreren tausend Zuschauern auf dem Betzenberg. Das Plakatmotiv zeigt eine Kirchenbank im  Fritz-Walter-Stadion und wirbt dafür, „dass unterschiedliche Talente in gutem Zusammenspiel zum Erfolg führen.“ Schad betonte, dass es bei jedem Spiel um mehr als um Sieg und Niederlage gehe. „Es geht auch um Grundhaltungen wie Respekt vor dem Gegner“, sagte der Kirchenpräsident. Fairplay und Toleranz seien zwei Seiten einer Medaille.

FCK-Vorstandsmitglied Fritz Grünewalt unterstrich, wie wichtig es sei, neue Spieler in eine Mannschaft zu integrieren. „Wir können viel voneinander lernen“, sagte Grünewalt, der sich gemeinsam mit dem Kirchenpräsidenten gegen jede „dumpfe Intoleranz“ aussprach. Im Blick auf die wahren Fans des FCK betonten Sport- und Kirchenvertreter, dass diese ihre Mannschaft „vereint bis zur letzten Minute“  unterstützten. Ein solcher Fan ist  Pfarrerin Iris Schmitt aus Einöllen. Die 40-Jährige besitzt seit 1996 eine Dauerkarte für die Spiele des FCK und geht gelegentlich auch mit ihren Konfirmanden und den Sängerinnen ihres Kirchenchors „auf den Betzenberg“.  Vor dem Spiel gegen Paderborn war sie nun zum ersten Mal auf dem Spielfeld.

Mit der Initiative „Heimat | Kirche | Pfalz“ rückt die Evangelische Kirche der Pfalz seit dem  Jahr 2010 jährlich zwei ihrer Regionen und das jeweilige Jahresthema in den Mittelpunkt der Betrachtung. Bei den dargestellten Themen orientiert sich die Initiative an den Schwerpunkten der Reformationsdekade, im Jahr 2013 ist es das Thema Toleranz. Für die bildliche Umsetzung sorgt die Fotoagentur View, die grafische Gestaltung liegt in den Händen der Antares-Werbeagentur in Kaiserslautern. lk

20.04.2013


Countdown für 72-Stunden-Aktion läuft

Im Bistum Speyer machen schon 2700 Kinder und Jugendliche in 117 Gruppen mit

Ludwigshafen/Speyer- Der Countdown zur 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) läuft. Jetzt sind es noch genau zwei Monate, bis vom 13. bis 16. Juni bundesweit tausende Jugendliche in drei Tagen eine gemeinnützige Aufgabe lösen, ehrenamtlich und selbst organisiert. Einen Vorgeschmack darauf, wie kreativ und lebendig die Aktion sein wird, haben heute Kinder und Jugendliche in Ludwigshafen gegeben. Bei der Auftaktaktion für das Bistum Speyer sprühten sie gemeinsam mit dem BDKJ-Diözesanvorstand das Logo zur Aktion an der Jugendkirche LUMEN auf, die an diesem Tag ihren fünften Geburtstag feierte. „Das ist ein Symbol dafür, dass die Jugendlichen mit Engagement und Spaß in 72 Stunden Spuren hinterlassen werden“, so BDKJ-Diözesanvorsitzende Kirsten Glaser. Auch an anderen Orten im Bistum Speyer fanden Sprühaktionen statt.

Bislang haben sich im Bistum Speyer rund 2700 junge Menschen in 117 Gruppen angemeldet, um bei der Sozialaktion unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“ mitzumachen. Unterstützt werden sie von rund 100 Engagierten in den zehn regionalen Koordinierungskreisen, die vor Ort die Aktion organisieren.  „Wir  freuen uns, dass so viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bereit sind, gemeinsam Gutes zu tun und so die Welt ein Stück besser zu machen“, so BDKJ-Diözesanvorsitzender Felix Goldinger.

Bundesweit haben sich bereits 2.850 Aktionsgruppen angemeldet. Damit beteiligen sich schon jetzt rund 130.000 Aktive (85.500 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, 44.500 Unterstützer) in allen 16 Bundesländern, 27 Bistümern und in 272 regionalen Koordinierungskreisen. Anmeldungen sind über www.72stunden.de möglich.

 Welche Herausforderung sie am 13. Juni erwartet, wissen die Gruppen im Bistum Speyer zum großen Teil noch nicht. Die meisten haben sich bei der Anmeldung für die sogenannte „Get it“- Variante entschieden: Sie werden erst beim Start der Aktion erfahren, welches Projekt sie bewältigen müssen. Bei der letzten Aktion im Bistum Speyer im Jahr 2009 gestalteten Jugendliche zum Beispiel ein Wochenende für die Bewohner eines Seniorenheimes, legten einen Therapiegarten für Menschen mit Behinderungen an oder organisierten eine Suppenküche für Obdachlose. „Die Aktionsgruppen sind schon sehr gespannt und freuen sich auf ihren Einsatz“, berichtet BDKJ-Diözesanvorsitzende Kirsten Glaser.


Prominente Unterstützung

Unterstützt wird die Aktion von zahlreichen Persönlichkeiten aus Kirche, Politik, Gesellschaft, Kultur. Für das Bistum Speyer ist Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann Schirmherr der Aktion. Für die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland haben die Ministerpräsidentinnen Malu Dreyer und Annegret Kramp-Karrenbauer die Schirmherrschaft übernommen.

Hauptunterstützer der 72-Stunden-Aktion sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Deutsche Bischofskonferenz, das bischöfliche Hilfswerk MISEREOR und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Der bundesweite Medienpartner katholisch.de sendet 72 Stunden live. Der Radiosender RPR1 und der Saarländischen Rundfunk unterstützen als Medienpartner die Aktion in ihren Sendegebieten. Sie werden die Aktion 72 Stunden lang mit Reportagen, Berichten und Musik begleiten. Bei besonders kniffligen Aufgaben leiten die Sender während der Aktion auch Hilferufe der Gruppen weiter.  In der Diözese Speyer begleitet außerdem die Bistumszeitung „Der Pilger“ die 72-Stunden-Aktion seit dem Start der Anmeldephase mit Berichten, Reportagen, Interviews. Alle Informationen zur Aktion findet man unter www.72stunden.de.

Der BDKJ ist der Zusammenschluss von 17 katholischen Kinder- und Jugendverbänden mit insgesamt 660.000 Mitgliedern. In der Diözese Speyer gehören dem BDKJ sieben Jugendverbände an. Sie vertreten die Interessen von rund 9000 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarpfalzkreis. Weitere Infos unter www.bdkj-speyer.de. Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Diözesanverband Speyer, Presse 

14.04.2013


Neuer Dekan in Speyer gewählt

Markus Jäckle wird Nachfolger von Friedhelm Jakob

Speyer- Markus Jäckle wird neuer Dekan des Kirchenbezirks Speyer. Die Bezirkssynode wählte den 47-jährigen Pfarrer aus Ebertsheim am Freitagabend im ersten Wahlgang mit 50 von 97 Stimmen. Für seine Mitbewerberin Annegret Henning votierten 28 Synodale, 17 stimmten für Jürgen Mock-Böhringer, Stefan Jurkiewicz erhielt zwei Stimmen.

Jäckle ist seit 2006 Pfarrer in den Kirchengemeinden Ebertsheim mit Mertesheim, Quirnheim und Kindenheim im Dekanat Grünstadt. Sein Vikariat absolvierte der verheiratete Vater eines Sohnes in der Kirchengemeinde Schwegenheim. Markus Jäckle ist Nachfolger von Friedhelm Jakob, der seit 1997 Dekan in Speyer ist und im Sommer in die Freistellungsphase der Altersteilzeit wechselt.

Der Kirchenbezirk Speyer hat rund 47.000 Mitglieder in 18 Kirchengemeinden. Zu den 23 Gemeindepfarrstellen kommen vier Pfarrstellen mit besonderem Auftrag, zum Beispiel in der Krankenhaus-, Militär- und Gefangenenseelsorge sowie vier Pfarrerinnen und Pfarrer im Schuldienst. Darüber hinaus gibt es im Gebiet des Kirchenbezirks 19 Kindergärten in protestantischer Trägerschaft, sechs Beratungsstellen und vier ökumenische Sozialstationen.

Evangelischen Kirche der Pfalz, Presse www.evkirchepfalz.de

13.04.2013


„Liebe miteinander leben“

Bistum Speyer lädt Ehepaare zur „Feier der Ehejubiläen“ am 15. September ein

Speyer- Zur „Feier der Ehejubiläen“ im Dom lädt das Bistum Speyer für Sonntag, 15. September, Eheleute aus der Diözese Speyer ein. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann feiert mit den Paaren gemeinsam die Eucharistie. Der Tag beginnt um 10 Uhr mit einem Pontifikalamt im Dom, bei dem Bischof Wiesemann und weitere Seelsorger die Paare einzeln segnen werden. Anschließend sind alle Jubelpaare zu einem Sektempfang neben dem Dom eingeladen. Der Tag endet gegen 13 Uhr mit dem Hochzeitswalzer vor der Kathedrale.

„Mit diesem Tag wollen wir die Paare ehren, die im Vertrauen auf Gott die Ehe geschlossen und dieses Versprechen gehalten haben, ‚in guten wie in schlechten Tagen’“, so Rita Höfer von der Familienseelsorge des Bistums. „Die Paare lenken den Blick auf ihre gelingende Paarbeziehung, sie strahlen Zuversicht aus und geben damit ein Glaubenszeugnis für den Zuspruch Gottes - auch in schweren Zeiten.“

„Von Herzen Danke für die schöne Feier der Ehejubiläen ….ganz ganz herzlich  … - einfach wunderschön!“ Dies ist nur eine von vielen Rückmeldungen auf diesen Tag im vergangenen Jahr.

Aufgrund des bereits bekundeten hohen Interesses und der begrenzten Platzzahl im Dom wird um eine rechtzeitige Anmeldung gebeten. Mitte Juli erhalten die Paare eine Bestätigung und Einlasskarte für den Dom. Für Begleitpersonen sind keine Sitzplätze vorhanden.

Kontakt: Bischöfliches Ordinariat, Frauen-, Männer- und Familienseelsorge, Webergasse 11, 67346 Speyer, Telefon 0 62 32/102 288, E-Mail: ehe-familienseelsorge@bistum-speyer.de, Internet. www.bistum-speyer.de is

Flyer zum Ausdrucken:

10.04.2013


Hubertusmesse im Dom findet in diesem Jahr wieder statt

Großes Interesse bei Jägern und Landesjagdverband – Bewahrung der Schöpfung soll stärker in den Vordergrund treten

Speyer-  Im November dieses Jahres wird im Speyer Dom wieder eine Hubertusmesse gefeiert. Das hat das Domkapitel nach Gesprächen mit dem Landesjagdverband Rheinland-Pfalz beschlossen.

In zahlreichen Briefen hatten die Jäger ihren Wunsch nach einer Hubertusmesse im Dom zum Ausdruck gebracht. Der Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz, Kurt-Alexander Michael, hatte in einem persönlichen Gespräch in Speyer die Verbundenheit der Jäger mit dem Heiligen Hubertus und der Kirche unterstrichen. Der Entscheidung des Domkapitels, die Tradition der Hubertusmesse im Speyerer Dom nach dreijähriger Pause wieder aufzunehmen, liegt die Überzeugung zugrunde, dass die Jagd einen positiven Beitrag zum Schutz und zur Bewahrung der Schöpfung leistet. Dieser Aspekt wird bei der Gestaltung der Hubertusmesse im Dom künftig stärker in den Vordergrund treten.

Die Hubertusmesse verbindet das Gedenken an den Heiligen Hubertus als Patron der Jäger mit dem Dank an Gott als Schöpfer der Welt und der Natur. Der genaue Termin der Messe ist noch offen. is

10.04.2013


Festtag für 4.200 Kinder

Feier der Erstkommunion im Bistum Speyer

Speyer- Ein großer Festtag erwartet in den kommenden Wochen rund 4.200 Mädchen und Jungen im Bistum Speyer: In ihren Pfarrkirchen empfangen sie zum ersten Mal das eucharistische Brot, die heilige Kommunion. Traditionsgemäß wird die Erstkommunion am ersten Sonntag nach Ostern - am „Weißen Sonntag“ - gefeiert. Da aber viele Pfarrer mehrere Pfarreien leiten, kann das Fest auch an einem der darauffolgenden Sonntage der Osterzeit stattfinden.

Mit der Erstkommunionfeier werden die Kinder einer Jahrgangsstufe - in der Regel im Alter von neun Jahren - voll in die Gottesdienstgemeinschaft der katholischen Kirche aufgenommen. Über mehrere Monate haben sie sich in kleinen Gruppen, meist unter Anleitung von Eltern, auf das Fest vorbereitet. Dabei lernten sie die Grundzüge des christlichen Glaubens kennen und machten sich mit dem Leben der Pfarrgemeinden vertraut.

Der Name „Weißer Sonntag“ leitet sich von den weißen Gewändern ab, die in der Frühzeit des Christentums die erwachsenen Täuflinge nach ihrer Taufe in der Osternacht trugen. Am Sonntag nach Ostern wurden die weißen Kleider, die auf die Reinigung durch die Taufe hinweisen, wieder abgelegt. An diesen Brauch erinnern noch die weißen Kleider der Mädchen am Erstkommuniontag. In manchen Pfarreien tragen heute wieder alle Kommunionkinder während des Gottesdienstes einheitliche weiße Gewänder. is

03.04.2013


Die Menschen mit Musik erreichen

Verkündigungsauftrag als „wunderbare Herausforderung“: Kirchenmusikstudent Peter Gortner

Speyer/Heidelberg- Dass er einmal Kantor werden möchte, stand für Peter Gortner spätestens seit Ende seines Freiwilligen Sozialen Jahres fest. Freilich hatte der 1989 geborene Westpfälzer seine kirchenmusikalischen Talente da schon einige Jahre vielfältig unter Beweis gestellt. Sein Werdegang vor dem Studienbeginn 2010 an der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg liest sich erstaunlich facettenreich.

Mit 14 Jahren, als Gymnasiast in Zweibrücken, begann Gortner mit dem Orgelunterricht bei Johannes Hepp, von wo er zu Bezirkskantor Maurice Croissant und ans Kirchenmusikalische Seminar Pirmasens wechselte. Das beendete er mit 2009 mit der C-Prüfung, dem höchsten Nebenamtsdiplom. Parallel dazu nahm sich die Zweibrücker Gesangspädagogin Silvia Klauder seiner Tenorstimme an, zwei Jahre gewährte der Freundeskreis der Evangelischen Jugendkantorei der Pfalz, der Gortner seit 2005 angehört, ein Stipendium.

Dort, unter der Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald, habe er immens viel gelernt, sagt Gortner. Regelrecht ins Schwärmen gerät er, wenn er von Maurice Croissant spricht, bei dem er im Jugendchor „Unisono“ schon früh auch mal ans Pult durfte und der ihn schließlich ermunterte, 2007 in seiner Heimatgemeinde die Leitung des damals zwölfköpfigen Chors „Schir beMataná“ (das ist hebräisch und bedeutet so viel wie „Ein Lied ist ein Geschenk“) zu übernehmen. Dass er nach wie vor in der Pirmasenser Bezirkskantorei aktiv ist, außerdem mit dem „Pfälzischen Vokal Ensemble“ (Leitung: Maurice Croissant) und dem „Ensemble ´98“ (Leitung: Alexander Burda) auf Reisen geht und 2008 gar sein eigenes Ensemble „Man(n) singt“ auf den Weg gebracht hat, erwähnt Gortner ebenso beiläufig wie die nach wie vor wahrgenommenen Orgeldienste zuhause.

An der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg sollen im kommenden Jahr der B-Abschluss (Bachelor) und daran anschließend das A-Examen (Master) Gortners Ausbildung abrunden. Nicht weniger als 18 Fächer umfasst der Lehr-Kanon, der mittlerweile auch durch interdisziplinäre Vernetzungen mit der Theologischen Fakultät der Universität verknüpft ist. Die Kernfächer Orgel, Chorleitung, Gesang, Improvisation und Klavier werden ergänzt unter anderem durch Generalbass, Partiturspiel, Gehörbildung, Tonsatz, Jazzpiano und nicht zuletzt theologische Disziplinen wie Hymnologie und Liturgie.

„Diese Vielfalt, wenn sie auch anstrengend ist, fasziniert mich“, sagt Gortner. „Verkündigung unseres christlichen Glaubens ist für mich ein ganz starkes Motiv. Durch die Musik, im Kantorenamt, arbeite ich mit sehr vielen Menschen zusammen; im Kirchen- oder Posaunenchor, mit Jugendlichen ebenso wie mit Senioren. Und ich erreiche viele Menschen auf einer tief emotionalen und berührenden Ebene – auch solche, die eher kirchenfern sind. Das ist eine wunderbare Herausforderung!“

Wenn es einmal mit einer Kantorenstelle in „seiner“ Landeskirche klappen sollte, hätte er nichts dagegen einzuwenden. „Ich bin nämlich ein sehr heimatverbundener Mensch.“

Hinweis: Informationen zum Studium an der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg unter www.hfk-heidelberg.de. www.evkirchepfalz.de

EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Presse

03.04.2013


Saisoneröffnung bei strahlendem Sonnenschein

Kaisersaal und Aussichtsplattform am Ostermontag erstmals wieder für Besucher geöffnet – Brautpaar unter den ersten Gästen

Speyer- Ein frisch getrautes Brautpaar gehörte zu den ersten, die am Ostermontag den Turm des Speyerer Domes bestiegen. Nicht nur diesem lachte die Sonne, über 150 weitere Besucher nutzen das gute Wetter und die klare Sicht für einen Aufstieg zur Aussichtsplattform in 60 Meter Höhe. Nach der Winterpause, während der Kaisersaal und Turm für Besucher geschlossen sind, begann die Saison so mit denkbar gutem Wetter und in ebensolcher Stimmung.

Die ersten Besuchergruppen des Jahres waren bunt gemischt. Zu denen, die an Aufstieg über die rund 300 Stufen wagten, gehörten viele Ehepaare, einige Familien mit Kindern, amerikanische Touristen und – direkt nach ihrer Trauung in der Afra-Kapelle des Domes – das Brautpaar Malwina und Christian Ziehl. Die Idee hierfür hatte Domkapitular Peter Schappert, der die beiden auch getraut hatte. So kam es, dass nach der Eröffnung im vergangenen Herbst nun zum ersten Mal ein frisch getrautes Paar den Kaisersaal besichtigte und den Turm bestieg. Munter und sichtlich beschwingt machte sich die Braut samt ihres weit ausladenden Reifrocks auf den Weg nach oben, gefolgt von ihrem Mann und der Hochzeitsgesellschaft. Das gut ausgebaute Treppenhaus erlaubte sogar den mit hohen Absätzen ausgestatteten Damen den Aufstieg. Und der lohnte sich an diesem Tag in ganz besonderer Weise, da sich den Besuchern der Aussichtsplattform bei Sonne und klarer Winterluft ein grandioser Fernblick bot.

Auch der Kaisersaal wurde von zahlreichen Gästen ausgiebig bestaunt. Dieser Raum über der Vorhalle des Domes, in dem neun monumentale Fresken von Johann Baptist Schraudolph zu sehen sind, setzte zum bunten Treiben in der Speyerer Innenstadt einen feierlichen Kontrast. Bis Ende November sind Kaisersaal und Turm nun für Besucher geöffnet.

Öffnungszeiten:

Dom: geöffnet werktags November bis März 9 – 17 Uhr, werktags April bis Oktober 9 – 19 Uhr, sonntags ganzjährig 12 – 17 Uhr, während der Gottesdienste ist eine Besichtigung nicht möglich, an kirchlichen Feiertagen gelten gesonderte Öffnungszeiten.

Kaisersaal und Aussichtsplattform: geöffnet werktags April bis Oktober 9 – 19 Uhr, werktags November 9-17 Uhr, sonntags April bis November 12 – 17 Uhr, letzter Einlass jeweils eine Stunde vor Schließung.
Während der Gottesdienste sind Dom und Kaisersaal für Besichtigungen geschlossen, bei Sonderveranstaltungen können Dom und Kaisersaal ebenfalls fallweise geschlossen werden. An kirchlichen Feiertagen gelten gesonderte Öffnungszeiten, die zeitnah auf der Homepage des Bistums vermeldet sind www.bistum-speyer.de/dom

Hinweis:
Der Weg zum Kaisersaal führt über 90 Stufen, weitere 206 Stufen führen zur Aussichtsplattform. Besuchern mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen wird der Besuch dieses Bereiches nicht empfohlen.

Eintrittspreise:
Der Eintritt zum Dom ist frei.
Kaisersaal und Aussichtsplattform: Eintritt für Erwachsene: 6 Euro, Ermäßigter Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und für  Menschen mit Behinderung: 3 Euro
Eintritt für Familien mit mehreren Kindern: 15 Euro
Karten für den Besuch von Kaisersaal und Turm sind am Kassencontainer an der Nordseite des Domes erhältlich.
Krypta: 3 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie für Schwerbehinderte (mit entsprechendem Ausweis) ist der Eintritt zur Krypta frei.

Führungen durch Dom und/oder Kaisersaal:
Telefon 0 62 32/102-118 (Bürozeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 12 Uhr sowie Montag und Donnerstag 14 bis 16 Uhr)
Fax 0 62 32/102-119
eMail: domfuehrungen@bistum-speyer.de
www.bistum-speyer.de/dom

Der Katalog zur Ausstellung:
Domkapitel Speyer, Hrsg., Fromme Einfalt, hehre Kunst? Die Speyerer Domfresken von Johann Baptist Schraudolph, Pilgerverlag, 2012. Bildband • Hardcover • gebunden • Fadenheftung • vierfarbig • 21 x 28 cm • 336 Seiten • über 150 Abbildungen • ISBN 987-3-942133-55-5 • 19,80 €

Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle

02.04.2013


„Auferstehung bricht mitten in das Leben ein“

Tausende Gläubige besuchen an den Osterfeiertagen festlich gestaltete Gottesdienste

Speyer- Mehrere tausend Gläubige besuchten an den Osterfeiertagen die festlich gestalteten Ostergottesdienste im Speyerer Dom. Stimmungsvoller Höhepunkt der Feierlichkeiten war die Osternacht. Zu Beginn des fast dreistündigen Gottesdienstes entzündete Bischof Wiesemann in der Domvorhalle die Osterkerze, Symbol für den vom Tod erstandenen Christus. Nach dem Einzug in die dunkle Kathedrale wurde das Licht an die Gläubigen weitergegeben, deren brennende Kerzen die Kathedrale mit Licht füllten. Im Rahmen der Hauptfeier des gesamten Kirchenjahres empfing ein Ehepaar aus der Dompfarrei die Sakramente der Taufe, Firmung und Eucharistie.

In seiner Predigt sagte der Bischof, Ostern sei das Fest, „an dem wir spüren, dass die Lebenskraft Gottes größer ist als alles Dunkel der Welt“. Der Glaube könne selbst in schwierigsten Situationen einen Lebensmut und eine Lebensfreude geben, die sonst so nicht möglich wären. Als eine „ganz besondere Freude“ bezeichnete der Bischof die Erwachsenentaufe. Das Ehepaar, das aus Görlitz in der ehemaligen DDR stammt, fand in Speyer – fasziniert von der Ausstrahlungskraft des Domes und angeregt durch das Beispiel engagierter Christen – zum Glauben. Auch in anderen Pfarreien des Bistums wurden in der Osternacht - gemäß urchristlicher Tradition - Erwachsene getauft und gefirmt.

„Weil Christus in den tiefsten Abgrund menschlicher Verlassenheit hinab gestiegen, ist, dringt das Licht der Auferstehung gerade von Armen, Verlassenen und Bedrängten her in diese Welt hinein“, machte Bischof Wiesemann in seiner Predigt am Ostersonntag deutlich. Die Auferstehung vollziehe sich nicht in einem weltfremden Jenseits, sondern sie breche mitten in das Leben ein. Die Gegenwart des Auferstandenen mache Mut, sich gegen alles Erniedrigende, Entwürdigende und Zerstörende mit ganzer Kraft einzusetzen. So werde „die Angst verwandelt in überraschte Freude, Trauer in liebende Begegnung, Zweifel in gläubiges Staunen, Enttäuschung in ein neu entzündetes, brennendes Herz.“ Bischof Wiesemann bezeichnete die Auferstehung als das „aggiornamento“ der Kirche. Sie entwaffne die Menschen von allem, „mit dem wir uns gegeneinander absichern“. Der Geist Gottes mache die Christen auch heute zu „todesmutigen und lebensfrohen Zeugen der Auferstehung“ im Einsatz für alle auf der Schattenseite, für soziale Gerechtigkeit, für die Bewahrung der bedrohten Lebensgrundlagen und die gerechte Verteilung der Güter dieser Erde.

Für die festliche musikalische Gestaltung der Osternachtsfeier im Dom sorgten unter der Gesamtleitung von Domkapellmeister Markus Melchiori die Schola Cantorum Saliensis, der Domchor, die Dombläser, Domkantor Alexander Lauer und Domorganist Markus Eichenlaub; zu hören waren unter anderem Werke von Palestrina und Händels „Halleluja“. Im Gottesdienst am Ostersonntag brachten die Jugendkantorei, der Domchor und die Dombläser die „Missa festiva spirensis“ von Christian Heiß sowie Liedsätze von Vulpius und Rutter zur Aufführung. is; Foto: is, Archiv SP

31.03.2013


Ostern weckt Hoffnung, Kraft und Zuversicht

Kirchenpräsident Schad predigt im Ostergottesdienst in der Speyerer Gedächtniskirche

Speyer- Ostern als das Fest der Auferstehung Jesu weckt nach Auffassung von Kirchenpräsident Christian Schad die Hoffnung und die Zuversicht, dass Liebe alles Leid überwinden kann und Versöhnung und Frieden möglich ist. Vertrauen in Gott schütze zwar nicht vor dem Tod, aber es überdauere ihn, sagte Kirchenpräsident Christian Schad in seiner Predigt am Ostersonntag in der Speyerer Gedächtniskirche.

Die Ostererzählung lade dazu ein, mehr zu hoffen, als sich nur abzufinden und helfe, neue Wege zu erkennen, sagte Kirchenpräsident Schad. Aus der Ostergeschichte lasse sich die Kraft schöpfen, Konfrontationen und Gewalt zu überwinden, barmherzig zu sein anstatt zu verurteilen und sich gegenseitig hoch zu achten anstatt gering zu schätzen.

Es sei eine zerbrechliche Botschaft, die vom Osterfest ausgehe. Es brauche Sicherheit und Klarheit, sich mit Verlust und Schmerz abzufinden. Aber Himmel und Erde, Göttliches und Menschliches seien nicht getrennt, sondern lägen ineinander. „Klug ist nicht nur, wer mit trockenem Auge die Wirklichkeit analysiert. Weise ist auch, wer in allem was er erlebt, den Himmel offen stehen sieht“, betonte der Kirchenpräsident im Ostergottesdienst, den der Speyerer Dekan Friedhelm Jakob und die Bezirkskantorei unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger mitgestalteten.

Ostern ist das älteste christliche Fest und hat sich wahrscheinlich aus dem jüdischen Passah-Fest entwickelt. Es wird jährlich zum Gedächtnis des Todes und der Auferstehung von Jesus gefeiert. Im Jahr 325 bestimmte das Konzil von Nicäa den Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling als Ostertermin. Seither wird das Auferstehungsfest in den westlichen Kirchen zwischen dem 22. März und dem 25. April begangen.

www.evkirchepfalz.de Evangelischen Kirche der Pfalz, Presse 

31.03.2013


Jesus am Kreuz mahnt an Frieden und Gerechtigkeit

Karfreitagspredigten erinnern an das Leid der Gedemütigten und Schwachen

Kaiserslautern/Landau/Edesheim/Rhodt Kirchenpräsident Christian Schad und die Oberkirchenräte Manfred Sutter und Gottfried Müller haben in ihren Predigten an Karfreitag an das Leid der Verfolgten, Gedemütigten und Schwachen erinnert. Christen, Juden und Muslime dürften in ihrem Bemühen, den Dialog zu suchen und gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten, nicht nachlassen, sagte Kirchenpräsident Schad im Gottesdienst in der Kaiserslauterer Stiftskirche. Er forderte auch dazu auf, Kontakte zu ausländischen Mitbürgern zu pflegen und zu intensivieren und auch auf diejenigen zuzugehen, die von Gewaltbereitschaft erfüllt seien.

Oberkirchenrat Gottfried Müller betonte in seinen Predigten an Karfreitag in Edesheim und in Rhodt, dass „das Sterben und Sterbenlassen im Namen von Wahrheiten jedweder Art“ mit dem Tod Jesu am Kreuz von Golgatha ein Ende haben müsse. Oberkirchenrat Manfred Sutter unterstrich im Gottesdienst in der Landauer Stiftskirche, das Kreuz Christi sei ein Mahnmal für die Opfer und Gedemütigten dieser Welt. Immer wieder gebe es Versuche, das Kreuz aus öffentlichen Räumen zu verbannen. Es sei aber ein falsches Signal, Leid, Sterben und Tod aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrängen zu wollen. Wer das Kreuz aus der Öffentlichkeit unseres Lebens entferne, raube den Leidenden ihre Hoffnung, sagte Sutter. Zugleich sei das Kreuz Jesu eine Platzanweisung für Christen: ihr Platz sei an der Seite der Opfer, der Gedemütigten, der Leidenden, der Schwachen und Armen.

Die Gesellschaft brauche das Gespräch der Religionen und Kulturen untereinander und auch die Einsicht, „dass der Unterschied von Glaubensweisen nicht Gewalt rechtfertigt“, sagte Kirchenpräsident Schad. Der Tod Jesu am Kreuz erinnere daran, dass „Gott selbst mit den Menschen „hinabsteigt in den Staub. Jesus war ganz Mensch – geboren von einer Frau. Es hat ihn getroffen, wie es uns trifft“. Auf dem Höhepunkt der Passion seien Gott und Mensch, Sohn und Vater nicht mehr auseinanderzudenken. Gott habe in Jesus die Gesichtszüge eines Menschen angenommen. Daher sei ein verachteter Mensch immer auch ein verachtetes Ebenbild Gottes.

Der Moment des Todes Jesu sei auch der Moment der Wende zum Leben hin, in dem die Absicht Gottes mit sichtbar werde. Kein Mensch dürfe wegen seiner Herkunft, seiner Hautfarbe oder seiner Religion stigmatisiert, ausgegrenzt oder verfolgt werden, hob Schad hervor. Der Kirchenpräsident forderte dazu auf, bewusst auch auf denjenigen zuzugehen, „die keine Perspektive sehen und in der Gefahr stehen, unbelehrbaren Rattenfängern und Kriminellen auf den Leim zu gehen“.

Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung Jesu auf Golgatha vor den Toren Jerusalems. Der Name leitet sich von „karen“ (altdeutsch: wehklagen) ab.

Die Gottesdienste, die an diesem Tag gefeiert werden, stehen ganz im Zeichen der Trauer. www.evkirchepfalz.de

Evangelischen Kirche der Pfalz, Presse 

29.03.2013


Fruchtbarer und partnerschaftlicher Dialog

Ministerpräsidentin Dreyer trifft Kirchenpräsident Schad – Dreyer engagiert sich bei der Reformationsdekade

Mainz- „Die rheinland-pfälzische Landesregierung ist und bleibt ein verlässlicher Partner der Evangelischen Kirchen im Lande“, betonte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei einem Arbeitsgespräch mit Kirchenpräsident Christian Schad in der Staatskanzlei Mainz. „Unsere Zusammenarbeit fußt auf einem fruchtbaren und partnerschaftlichen Dialog“, sagte Dreyer. Der Kirchenpräsident unterstrich das Prinzip der Subsidiarität, wonach der Staat viele seiner Aufgaben der Kirche übertrage und diese ihrerseits den Staat bei zentralen gesellschaftlichen Aufgaben unterstütze, wie im Bereich der Kindertagesstätten oder der Diakonie.

Die Ministerpräsidentin und der Kirchenpräsident waren sich einig, dass das diesjährige Themenjahr „Reformation und Toleranz“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine gleichzeitige Konzentration auf den interreligiösen und den interkulturellen Austausch ermögliche. Damit leiste es einen wertvollen Beitrag, um den Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religionszugehörigkeit zu fördern. „Ich freue mich, dass der bundesweite Dialog zum Thema Toleranz in unserem Land seinen Anfang nahm, denn das Themenjahr 2013 wurde in Worms eröffnet. Das Engagement der Evangelischen Kirchen fördert die gegenseitige Achtung und das gegenseitige Verständnis in der Gesellschaft, dafür sind wir als Landesregierung sehr dankbar“, unterstrich die Ministerpräsidentin.

Die Reformationsdekade mit ihren Themenjahren sei ein idealer Ausgangspunkt für eine gesamtgesellschaftliche und werteorientierte Debatte um die Gestaltung des sozialen Miteinanders, sagte Dreyer. „Ich nehme daher gerne das Angebot von Herrn Schad an, im Kuratorium für die Reformationsdekade mitzuwirken und mich gemeinsam mit der EKD, den Landeskirchen, dem Bund, den Lutherstädten und anderen Landesregierungen an der inhaltlichen Ausgestaltung der Dekade und des Reformationsjubiläums zu beteiligen“, betonte die Ministerpräsidentin.

Ministerpräsidentin Dreyer erklärte im Gespräch auch ihre Bereitschaft, die Schirmherrschaft für den Helmut-Simon-Preis gegen Armut und soziale Ausgrenzung zu übernehmen. „Das Engagement von Menschen, die sich öffentlich für die Überwindung von Armut und die gesellschaftliche Integration Betroffener einsetzen, verdient unsere besondere Anerkennung“, unterstrich Dreyer. Der Helmut-Simon-Preis trage dazu bei, den Einsatz von Personen, Initiativen und Institutionen sichtbar zu machen, die einen wirkungsvollen Beitrag zu echter Solidarität leisten.

Weitere Themen des Gesprächs waren die Finanzierung der evangelischen Kindertagesstätten und der Sonntagsschutz. Dabei sei der vorliegende Entwurf zum Sonn- und Feiertagsgesetz zwar eine gute Gesprächsgrundlage, gehe aber der Landeskirche zu weit. „Hier ist weiterer Gesprächs- und Beratungsbedarf, sagte Schad. stk/ lk;  Foto: stk-rlp

27.03.2013


Kaisersaal und Aussichtsplattform am Speyerer Dom wieder für Besucher geöffnet

Erstmals Führungen buchbar - Verbessertes Beleuchtungsprogramm lässt Fresken in neuem Licht erstrahlen

Am Ostermontag öffnen Kaisersaal und Turm am Dom zu Speyer wieder ihre Pforten. Bereits mehr als 5.000 Menschen haben im vergangenen November die Ausstellung der Schraudolph-Fresken im neu gestalteten Kaisersaal und die Aussichtsplattform im Südwest-Turm besucht. Aufgrund der kalten Witterung waren beide Angebote in den Wintermonaten geschlossen. Ab 12 Uhr, nach der Ostermesse am 1. April, erwarten die neuen Attraktionen am Speyerer Dom nun wieder neue Besucher. Domkustos Peter Schappert freut sich über die anhaltend große Nachfrage: „Seit Wochen rufen die Menschen bei uns an und erkundigen sich nach Möglichkeiten, den Kaisersaal und die Aussichtsplattform zu besichtigen. Diesem Interesse möchten wir auch dadurch begegnen, dass wir in diesem Jahr Führungen anbieten.“

150 Jahre nach seiner Erbauung wurde der Kaisersaal im vergangenen Oktober erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Raum über der Vorhalle des Domes beherbergt eine Dauerausstellung mit neun monumentalen Fresken des Malers Johann Baptist Schraudolph. Sie zeigen Szenen aus dem Leben des heiligen Bernhard von Clairvaux, des heiligen Erzmärtyrers Stephanus und des Papstes Stephan I. „Die Fresken zeigen das Wirken der Kirche in der Welt. Jetzt erleben wir, dass sie gleichzeitig die Welt zu uns in die Kirche holen“, so der Domkustos.

Voraussetzung für die neue Präsentation der Fresken war deren gelungene Konservierung und Restaurierung. Ein Prozess der bereits mit der Abnahme der Wandbilder vor mehr als 50 Jahren begann und der noch nicht abgeschlossen ist. Dombaumeister Mario Colletto, der die Neugestaltung des Kaisersaales konzipiert hat: „Die Wintermonate haben wir dazu genutzt, um die Fresken weiter zu restaurieren. Außerdem konnten wir ein Beleuchtungskonzept entwickeln, dass die dargestellten Szenen in neuem Licht erstrahlen lässt“. Als weitere Maßnahme ist unter anderem eine ornamentale Einfassung der Fresken geplant. Diese wird in den Sommermonaten ausgeführt, so dass die Besucher miterleben können, wie der Raum sich verändert. Bis zum 1. Dezember bleiben Kaisersaal und Aussichtsplattform für Besucher geöffnet.

Mit den steigenden Temperaturen ist nun auch wieder der Aufstieg auf den Südturm möglich. Die Aussichtsplattform befindet sich in rund 60 Metern Höhe. Dort bietet sich dem Besucher ein einzigartiger Rundblick über die Stadt Speyer, die Vorderpfalz und in die badische Nachbarschaft. An Tagen mit guter Fernsicht überblickt man eine Entfernung von mehr als 50 Kilometern. Der Blick reicht vom Pfälzer Wald im Westen bis zu Odenwald und Schwarzwald im Osten. Vom Domvorplatz erstreckt sich die Maximiliansstraße, die Fußgängerzone im Zentrum der Stadt Speyer, die in einer leicht geschwungenen Linie den Dom und das Altpörtel miteinander verbindet.

Besucherinformationen:
Dom zu Speyer, Domplatz, 67346 Speyer
www.bistum-speyer.de/dom

Öffnungszeiten:
Dom: geöffnet werktags November bis März 9 – 17 Uhr, werktags April bis Oktober 9 – 19 Uhr, sonntags ganzjährig 12 – 17 Uhr, während der Gottesdienste ist eine Besichtigung nicht möglich, an kirchlichen Feiertagen gelten gesonderte Öffnungszeiten.
Kaisersaal und Aussichtsplattform: geöffnet werktags April bis Oktober 9 – 19 Uhr, werktags November 9-17 Uhr, sonntags April bis November 12 – 17 Uhr, letzter Einlass jeweils eine Stunde vor Schließung.
Während der Gottesdienste sind Dom und Kaisersaal für Besichtigungen geschlossen, bei Sonderveranstaltungen können Dom und Kaisersaal ebenfalls fallweise geschlossen werden. An kirchlichen Feiertagen gelten gesonderte Öffnungszeiten, die zeitnah auf der Homepage des Bistums vermeldet sind (www.bistum-speyer.de/dom)

Hinweis:
Der Weg zum Kaisersaal führt über 90 Stufen, weitere 206 Stufen führen zur Aussichtsplattform. Besuchern mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen wird der Besuch dieses Bereiches nicht empfohlen.

Eintrittspreise:
Der Eintritt zum Dom ist frei.
Kaisersaal und Aussichtsplattform: Eintritt für Erwachsene: 6 Euro, Ermäßigter Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und für  Menschen mit Behinderung: 3 Euro
Eintritt für Familien mit mehreren Kindern: 15 Euro

Karten für den Besuch von Kaisersaal und Turm sind am Kassencontainer an der Nordseite des Domes erhältlich.

Krypta: 3 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie für Schwerbehinderte (mit entsprechendem Ausweis) ist der Eintritt zur Krypta frei.

Führungen durch Dom und/oder Kaisersaal:
Telefon 0 62 32/102-118 (Bürozeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 12 Uhr sowie Montag und Donnerstag 14 bis 16 Uhr)
Fax 0 62 32/102-119
eMail: domfuehrungen@bistum-speyer.de
www.bistum-speyer.de/dom

Der Katalog zur Ausstellung:
Domkapitel Speyer, Hrsg., Fromme Einfalt, hehre Kunst? Die Speyerer Domfresken von Johann Baptist Schraudolph, Pilgerverlag, 2012. Bildband · Hardcover · gebunden · Fadenheftung · vierfarbig · 21 x 28 cm · 336 Seiten · über 150 Abbildungen · ISBN 987-3-942133-55-5 · 19,80 € Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle

26.03.2013


Ab April können Modifikationsanträge eingebracht werden

Mitglieder des Diözesanen Forums beraten im Oktober über Änderungsvorschläge zu den ersten vier Kapiteln des Konzepts „Gemeindepastoral 2015“

Speyer- Am 1. April startet die Eingabefrist für Modifikationsanträge zum Grundsatzpapier „Gemeindepastoral 2015“, das beim Diözesanen Forum III im Oktober 2012 als Entwurf vorgestellt worden war. Bis Ende Juli haben die stimmberechtigten Mitglieder des Diözesanen Forums die Möglichkeit, Änderungs- oder Ergänzungsanträge zu den ersten vier Kapiteln des neuen Konzepts für die Seelsorge in der Diözese Speyer einzubringen.

Die Anträge sind beim Generalvikar als dem Sekretär des Diözesanen Forums einzureichen. Ein entsprechendes Antragsformular steht auf der Internetseite des Bistums zum Herunterladen bereit. Die Anträge müssen folgende Angaben enthalten: den Namen des Antragsstellers, die Angabe von Seite und Textzeilen, auf die sich der Antrag bezieht, konkret ausformulierte Textbausteine, eine Begründung, eventuelle Unterstützer des Antrages sowie Datum und Unterschrift des Antragsstellers. Unmittelbar nach Posteingang erhält der Antragssteller eine Eingangsbestätigung.

Nach dem Ende der Eingabefrist am 31. Juli sichtet der Vorstand des Diözesanen Forums die Anträge und entscheidet, welche Anträge dem Forum zur Diskussion vorgelegt werden. Wird ein Antrag vom Vorstand des Diözesanen Forums abgelehnt, erhält der Antragsteller eine entsprechende Information, zu der auch eine Begründung gehört.

Das Diözesane Forum IV findet am 25. und 26. Oktober im Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen statt. Die Beratungsunterlagen werden den Mitgliedern bis zum 20. September zugesandt.

Antragsformular:
Das Antragsformular steht zum Herunterladen auf der Internetseite des Bistums Speyer (www.bistum-speyer.de) bereit.

Adresse zum Einreichen von Modifikationsanträgen:
Bischöfliches Ordinariat
Sekretariat des Diözesanen Forums
Generalvikar Dr. Franz Jung
Kleine Pfaffengasse 16
67346 Speyer
Telefon: 06232/102-213 (Sekretariat Alexandra Hoffmann)
E-Mail: generalvikar@bistum-speyer.de

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24.03.2013


Auf den Spuren der „geheimen“, nichtöffentlichen Orte im Speyerer Kaiserdom

Rundgang „Kaiserdom-virtuell.de“ in umfassender Ausbaustufe vorgestellt

Von Gerhard Cantzler

Es war von Anfang an ein faszinierendes Projekt: Der virtuelle Rundgang durch den Speyerer Kaiser- und Mariendom. Im Jahr 2011 zum ersten Mal vorgestellt, konnten die Mitglieder der nichtkommerziellen „Initiative Kaiserdom Speyer virtuell“ heute eine umfassende Ausbaustufe dieses weithin beachteten Projektes vorstellen. Seit heute nämlich führt dieser Rundgang jetzt auch zu Punkten in der Kathedrale, die ansonsten für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Marco Fraleoni, Geschäftsführer des Peregrinus-Verlags und Herausgeber der Speyerer Bistumszeitung „Der Pilger“ und Peter Hartung, Geschäftsführer von Screenday Productions GmbH in Neustadt/Weinstraße – wie so viele Menschen in Speyer und in der Region begeisterte 'Fans' des grandiosen Bauwerkes - hatten die letzten Monate damit zugebracht, den spirituellen 'genius loci' des Gotteshauses und seine unvergleichliche Architektur noch tiefer zu durchdringen, sie kunstvoll auf Film zu bannen, um sie so den Liebhabern des Bauwerks noch weiter zu erschließen bzw. neue Freunde für den Dom zu gewinnen.

Bei der heutigen Präsentation, die in ihrem ersten Teil im Friedrich-Spee-Haus, im zweiten in der Sakristei des Domes vonstatten ging, erinnerte Marco Fraleoni an die von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann bereits bei der Vorstellung des ersten Rundgangs geäußerte Intention, „neben dem Bauwerk und seinen Steinen auch die menschliche Dimension der Kathedrale aufscheinen zu lassen“. Mit der Auswahl weiterer, hoch emotionaler Standorte im Dom und ihrer Einbeziehung in den Rundgang glaube man dieser Anregung des Bischofs entsprechen zu können, so Fraleoni, der dazu auch den krankheitshalber entschuldigten Speyerer Weihbischof Otto Georgens zu Wort kommen ließ, der in seinem Grußwort zu der Präsentation geschrieben hatte: „Mit den neuen Filmsequenzen zu Historie und Liturgie und mit der Musik sind jetzt sprichwörtlich auch 'Mensch und Geist' im virtuellen Dom zuhause!“.

Mit einem Augenzwinkern umriss Peter Hartung sodann die Absicht der Realisatoren des neuen Rundganges, die Besucher des Domes „zu Galaxien zu führen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat...“ - einfach weil sie im Alltag nicht zugänglich sind. Als erste Station führte er die Teilnehmer an dem Pressegespräch in virtueller Weise beispielhaft auf den Nord-Ost-Turm der Kathedrale, von wo aus er ihnen einen grandiosen Blick über das Langhaus auf das Westwerk des Domes und auf die Speyerer Stadtsilhouette eröffnete. „Haben Sie diesen Blick jemals genießen können?“ fragte Marco Fraleoni den Vorsitzenden des Dombauvereines, Dr. Wolfgang Hisssnauer. Der konnte darauf verweisen, dass er in den fünfzehn Jahren seiner Verantwortung für den Dombauverein nicht nur an den „Mitgliedertagen“ mit vielen der inzwischen fast 2.800 Mitglieder des Vereins an die ausgefallensten Plätze in der Kathedrale gelangt sei. Dabei habe er immer wieder erfahren dürfen, dass der Dom nicht nur dazu in der Lage sei, den Menschen rationale und cognitive Aspekte zu vermitteln, sondern dass er ihnen auch auf emotionale Weise Religiosität erlebbar mache. Dr. Hissnauer empfahl allen Dombesuchern, das Bauwerk mit allen Sinnen auf sich wirken zu lassen: Über Augen und Ohren, aber auch auch über die Haptilk – Dr. Hissnauer: „greifen Sie einfach einmal die Steine an und nehmen Sie auch den Geruch des Domes in sich auf!“

Auf Rückfrage von Marco Fraleoni bekannte der Vorsitzende des Dombauvereins, dass sein Lieblingsort im Speyerer Dom der Kaisersaal sei, aus dem sich dem Betrachter ein unvergleichlicher Blick über Orgelempore und Hauptschiff bis zur Apsis öffne. Damit war Dr. Hissnauer mit seinen Gefühlen nicht weit entfernt von denen Marco Fraleonis, dessen Lieblingsort ein anderer, der Öffentlichkeit verborgener ist: Das „Schwalbennest“ hoch über der Orgelempore vor dem Spieltisch der imposanten neuen Hauptorgel.

Das ist natürlich auch der Lieblingsplatz von Domorganist Markus Eichenlaub, der mit Ausschnitten aus seiner neuen Orgel-CD ebenso wie der Speyerer Domchor mit Ausschnitten aus dem „Gloria“ aus der zur 950-Jahr-Feier der Kathedrale entstandenen „Missa Festina“ von Christian Heiß gleichfalls zu dem Projekt beigetragen hat.

Für ihn sei die Orgel mehr als nur ein Arbeitsplatz, sondern es sei „Geschenk und Gnade zugleich“, hier spielen zu dürfen, so Eichenlaub. Natürlich könne der Spieltisch kein öffentlich zugänglicher Ort sein und werde deshalb allenfalls einmal verdienten Kirchenmusikern geöffnet, erläuterte Eichenlaub, der sich bei möglichen künftigen Ausbaustufen des Projektes dafür aussprach, dass der virtuelle Besuch auf der Orgel auch ein differenzierteres Kennenlernen des Inneren des Instrumentes ermögliche. „Es wäre wunderschön, wenn der Besucher z.B. einzelne Registergruppen anklicken könnte“, schwärmte der Organist, der auch ein großer Liebhaber der Kirchenglocken ist und deshalb auch die Möglichkeit präferieren würde, auf virtuellem Wege die einzelnen Domglocken zum Erklingen zu bringen,

Das würde auch Dr. Wolfgang Hissnauer begrüßen, der sich auch die Aufnahme eines Besuchs in der Glockenstube des Domes sowie einen Blick in die Domschatzkammer des Historischen Museums der Pfalz mit ihrer neu eingerichteten Nachbildung der Historischen Dombaustelle aus der Entstehungszeit der Kathedrale in den Rundgang vorstellen könnte.

Alles Anregungen, die Peter Hartung – für die Zukunft - aufmerksam zur Kenntnis nahm.

Nächster „geheimer“, nichtöffentlicher Ort dieses Rundgangs durch den Kaiserdom: Die Sakristei, in die nach Auskunft von Domkustos Peter Schappert nur Personen Zutritt haben, die unmittelbar mit der Vorbereitung und Gestaltung der Gottesdienste zu tun haben. Hier stellte der Domkapitular die wertvollen liturgischen Geräte und kostbaren Paramente vor, die in der Sakristei aufbewahrt werden.

Die konnten dann die Teilnehmer an dem Pressegespräch nach einem kurzen Gang hinüber in die Sakristei des Domes nicht mehr nur virtuell auf dem dort aufgebauten Bildschirm bewundern, sondern auch real ausgebreitet auf den Ankleidetischen des Raumes. Domkustos Schappert hatte dort das Messgewand ausbreiten lassen, das Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch im Mai 1987 in Speyer getragen und das er danach dem damaligen Speyerer Bischof Dr. Anton Schlembach überlassen hatte. Noch heute wird dieses Gewand bei allen Gelegenheiten benutzt, die in einem Zusammenhang mit dem Papst stehen, so zuletzt bei dem Dankgottesdienst zur Wahl des neuen Papstes Franziskus vor einer Woche. Dazu präsentierte der Domkustos auch die Mitra und den kostbaren „Wormser Krummstab“, der, so Schappert, nur zu fünf besonderen Anlässen im Kirchenjahr benutzt werde.

Dann das „schwarze Gewand“, eine Ausstattung, die anlässlich des Requiems zur Wiederbestattung der im Dom beigesetzten Kaiser im Jahr 1902 geschaffen wurde und die bis heute bei Totenoffizien benutzt wird. „In der Sakristei gibt es über 300 Gewänder in den liturgischen Farben“, informierte der Domkustos, wobei zu jedem Anlass die Ausstattung für etwa 25 Geistliche bereitgehalten werden müssten.

Und noch eine weitere Kostbarkeit wird auch in dem virtuellen Rundgang präsentiert: Ein über 500 Jahre alter Kelch, „in einer geradezu idealen Form“, wie Schappert bewundernd feststellte.

Derzeit wird der virtuelle Rundgang, dessen erste Ausgabe bereits in den ersten beiden Monaten nach seiner Vorstellung über 35.000 Zugriffe verzeichnen konnte und der in über 90 Ländern der Erde „angeklickt“ wird, nur in deutscher Sprache angeboten. In künftigen Ausgaben, so Marco Fraleoni, sollte das Angebot auf Fassungen in englischer, französischer und spanischer Sprache ausgeweitet werden.

Auch der Speyerer Städtische Beigeordnete Dr. Wolf Böhm, der als Vertreter der Stadt Speyer – ebenfalls ein Partner der Initiative „Kaiserdom Speyer virtuell“ - an der Präsentation teilnahm, zeigte sich tief beeindruckt von dem Werk, das er als eine bedeutende „Evolution in der Medienpädagogik“ bezeichnete, die für Speyerer wie Fremde „ein völlig neues Dombewusstsein vermitteln“ könne.

Der virtuelle Rundgang durch und um den Speyerer Dom, der inzwischen auch vergleichbare Projekte über die Kathedralen in Mainz und in Fulda nach sich gezogen hat, wird unter www.kaiserdom-virtuell.de auch auf allen Seiten des SPEYER-KURIER präferiert.

Zum Kaiserdom virtuell:

23.03.2013


Rundgang „Kaiserdom-virtuell.de“ in umfassender Ausbaustufe vorgestellt - Bilderalbum

Nutzerfreundlich und zeitgemäß: Neue Website der Diakonie Pfalz ist online

Speyer- Prägnante Bilder, einfache Bedienung und aktuelle Nachrichten: Die Diakonie Pfalz hat ihre Website www.diakonie-pfalz.de grundlegend überarbeitet und bietet ab sofort einen leichten Zugang zu den Themen und Informationen der Diakonie Pfalz. Nach dem Relaunch präsentiert sich die Website jetzt in neuer Optik und verbesserter Übersicht.

Leichter Einstieg: „Unsere Nutzer sollen schnell und einfach die für sie relevanten Informationen finden. Deshalb haben wir großen Wert auf leichte Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Barrierefreiheit gelegt“, sagt Susann Eilers, verantwortlich für den Relaunch in der Diakonie. „Wir bieten unseren Zielgruppen wie rat- und hilfesuchenden Menschen, Menschen, die spenden oder sich freiwillig engagieren möchten, Medienvertretern und der Fachöffentlichkeit jeweils direkt auf ihre Bedürfnisse maßgeschneiderte Inhalte.“ So erfahren Ratsuchende wie und in welchen Belangen sie von den Mitarbeitern der Diakonie unterstützt werden können, und gelangen per Klick auf einen Einrichtungsfinder direkt zur Adresse eines Beratungsangebotes vor Ort.

Sehen, was aktuell ist. Die neue Startseite der Diakonie Pfalz wartet mit großen, ansprechenden Bildern zu aktuellen Themen der Diakonie auf.

Neu: Online-Spendenmöglichkeit. Bequem per Mausklick Gutes tun – in der Nähe, aber auch weltweit. Spender können sich über die aktuellen Projekte der Diakonie Pfalz sowie von „Brot für die Welt“, „Diakonie Katastrophenhilfe“ und „Hoffnung für Osteuropa“ ausgiebig informieren.

Karriere: In der Rubrik Aktuelles sind die aktuellen Stellenangebote zu finden und Hinweise auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in der Diakonischen Arbeit.

Optisch ansprechend und bestens verlinkt: Bilder aus der Praxis führen den visuellen Seiten-Aufbau auch auf den Inhaltsseiten fort. Wer mehr wissen will, kann sich über weiterführende Links in die einzelnen Themen vertiefen.

Technisch umgesetzt wurde die Website von der Südpfälzer blindwerk - neue medien GmbH. Fotografiert hat für die Diakonie Reiner Engwicht. Der Fotograf und Sozial-Pädagoge war bis zu seinem Ruhestand selbst in der Erziehungsberatung der Diakonie in Neustadt tätig. Diakonisches Werk Pfalz Pfalz, Presse

16.03.2013


Papst Franziskus I.: Anwalt der Armen – Option für mehr Gerechtigkeit in der Welt

Auch Speyerer Weihbischof Otto Georgens angenehm überrascht über die Wahl des neuen Papstes

Von Gerhard Cantzler

Habemus papam!“ Die katholische Welt mit ihren mehr als 1,2 Milliarden Mitgliedern weltweit hat einen neuen Papst. Franziskus I., so wird sich der Jesuit und bisherige Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Mario Bergoglio S.J. (76), zukünftig nennen. Mit ihm, den die Menschen in Südamerika als „Bischof der Armen“ bezeichnet haben, werden die besonderen Probleme dieses Erdteils voraussichtlich noch stärker in den Blickpunkt der Welt rücken, so wie sie in diesen Tagen auch das Bischöfliche Hilfswerk „misereor“ mit seinen vielfältigen Aktivitäten im Rahmen der diesjährigen Fastenaktion herausgestellt hat. Welche Auswirkungen diese Wahl auf die Weltkirche und auf die Kirchen in Europa haben wird, kann heute wohl niemand absehen. Die Situation in Deutschland jedenfalls dürfte er nicht zuletzt deshalb gut kennen, weil er selbst in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre in Deutschland promoviert hat.

Der Speyerer Weihbischof Otto Georgens zeigte sich auf Anfrage des SPEYER-KURIER mehr als angenehm überrascht über diese Wahl. „Es war mein stiller Wunsch, dass ein Südamerikaner auf den Stuhl Petri gewählt würde – dass es dann Kardinal Bergoglio war, hat mich dann aber doch überrascht“, gestand Georgens. Die Entscheidung des neuen Papstes, als erster in der langen Reihe der Nachfolger des Apostels Petrus den Namen des heiligen Franziskus anzunehmen, ist für Georgens, der als Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben „von Amts wegen“, aber auch aus ganz persönlicher, tiefer Überzeugung ein glühender Verfechter der Rechte der Menschen in der dritten Welt ist, ein programmatischer Aufruf zur Bescheidenheit und zur Solidarität mit den Armen.

Ein erstes, eindrucksvolles Zeichen dafür habe der neue Papst bei seinem Auftritt in der Loggia des Petersdomes gegeben, als er sich vor den Gläubigen seiner neuen Diözese Rom und aus der ganzen Welt verneigte und sie um ihr Gebet für sich und seinen Vorgänger Benedikt XVI. bat. Foto: spk

14.03.2013


Stellungnahme von Kirchenpräsident Christian Schad zur Papstwahl

Hoffnung auf Brückenbauer in der Ökumene

Mit der Wahl des Argentiniers Jorge Mario Kardinal Bergoglio haben sich die Kardinäle für den ersten nichteuropäischen Papst entschieden. Sowohl die Wahl seines Namens „Franziskus“ als auch sein Engagement für Gerechtigkeit stehen für eine Spiritualität, die Gebet und Weltzugewandtheit miteinander verbindet.

Wir gratulieren ihm als Protestanten von Herzen und wünschen ihm für sein neues Amt Gottes Segen. Möge er ein Glaubensförderer sein innerhalb seiner eigenen Kirche und über deren Grenzen hinaus.

Der neue Papst, der im konfessionell paritätischen Deutschland promoviert wurde, weiß, dass das Gemeinsame und Verbindende zwischen den Kirchen weitaus größer ist, als das, was uns noch trennt.


Unterschiede klar zu benennen, ist das eine; auf dem Weg zur Einheit – und das heißt zur wechselseitigen Anerkennung der Kirchen voranzuschreiten, ist das heute Entscheidende. Damit steht und fällt auch die Glaubwürdigkeit des christlichen Zeugnisses in der Gegenwart.

Der Papst wird selbst als „pontifex maximus“ bezeichnet, als der große „Brückenbauer“. Dass auch Franziskus I. Brücken baut, innerhalb der römisch-katholischen Kirche, zwischen den Kirchen in der Ökumene, aber auch zwischen den Religionen, den unterschiedlichen Kulturen und Nationen – und dass er hilft, den unmenschlichen Riss zwischen Armen und Reichen in der Einen Welt zu überbrücken, das ist mein Wunsch.

Wir als Protestanten stehen dafür, dass in der Ökumene das Pro stärker ist als das Kontra. Als Kirchen der Reformation bringen wir unser Erbe in die Vielgestaltigkeit des einen Leibes Christi ein – und werben dafür, dass die vielstimmige Melodie des Heiligen Geistes sich auch zusammen mit dem neuen Papst mit innerer Freude und äußerer Strahlkraft entfalten kann.

14.03.2013


Diakonissen verabschieden Kaufmännischen Vorstand nach 35 Jahren in den Ruhestand

Friedhelm Reith (links) wird von seinen Vorstandskollegen Oberin S. Isabelle Wien und Vorsteher Pfarrer Dr. Werner Schwartz verabschiedet. Friedhelm Reith (links) wird von seinen Vorstandskollegen Oberin S. Isabelle Wien und Vorsteher Pfarrer Dr. Werner Schwartz verabschiedet.

Eine Woche vor seinem 60. Geburtstag verabschiedete sich Friedhelm Reith nach 35 Jahren von den Diakonissen Speyer-Mannheim in den Ruhestand.

Speyer- In einer kleinen Feier im Festsaal des Mutterhauses nahmen Kollegen und Weggefährten am 6. März Abschied von dem Kaufmännischen Vorstand, der 1978 als Direktionsassistent seine Karriere in der damaligen Diakonissenanstalt begann. Über die Position des Abteilungsleiters Finanzwesen und des Stellvertretenden Verwaltungsdirektors wurde Friedhelm Reith 1994 in sein Amt als Leitender Verwaltungsdirektor eingeführt, in dem er, mittlerweile unter der Bezeichnung Kaufmännischer Vorstand, bis heute die Geschicke des Unternehmens mitbestimmte. „Sie haben an der Expansion des Hauses großen Anteil“, bescheinigte Kirchenpräsident Christian Schad, der es „als Ehre“ empfand, im Namen der Landeskirche und als Verwaltungsratsvorsitzender der Diakonissen Speyer-Mannheim eine Laudatio auf das scheidende Vorstandsmitglied mit „diakonischem Leitungsstil“ zu halten.

Auf die Entwicklung des Unternehmens in den letzten 35 Jahren ging auch Vorsteher Dr. Werner Schwartz ein. So hat Friedhelm Reith zum Beispiel den Neubau von Bethesda in Landau, die Eröffnung des Seniorenzentrums Haus am Schlossberg in Homburg, die Eröffnung des Hospizes im Wilhelminenstift und des Seniorenzentrums Haus am Germansberg sowie die Fusion des Diakonissen- mit dem Stiftungskrankenhaus und zuletzt die Baumaßnahme zur Zusammenführung der beiden Krankenhausstandorte begleitet. Die Zahl der Mitarbeitenden ist in dem Zeitraum von 793 auf 3.680 gestiegen, der Jahresumsatz von 24 Mio. Euro im Jahr 1978 auf 208 Mio. Euro heute. Darüber hinaus hat Reith einige Wechsel in Führungspositionen erlebt, sich bei Arbeitsantritt 1978 noch bei Oberin S. Ilse Wendel vorgestellt, der Vor-Vorgängerin der heutigen Oberin und Vorstandskollegin S. Isabelle Wien, die dem künftigen Ruheständler zum Abschied „statt großer Worte“ ein Lied widmete.

Nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb des Unternehmens knüpfte der Volkswirt zahlreiche Kontakte, wie Oberbürgermeister Hansjörg Eger feststellte. Er überbrachte den Dank für die gute Zusammenarbeit auch im Namen seiner Vorgänger im Amt Christian Roßkopf und Werner Schineller.

Die konstruktive und verlässliche Zusammenarbeit hoben auch die Vorsitzenden der Mitarbeitervertretungen hervor, bevor Pfarrer Dr. Werner Schwartz sich als Vorsteher aber auch ganz persönlich für das vertrauensvolle Miteinander in der gemeinsamen Arbeit für das Werk bedankte. Die Bedeutung des Miteinanders für die Weiterentwicklung eines gesunden Unternehmens betonte auch Friedhelm Reith, der die Gäste an einigen persönlichen Erinnerungen an seine Zeit bei den Diakonissen Speyer-Mannheim teilhaben ließ, bevor er zwar etwas wehmütig aber mit Blick auf seine Familie schloss: „Nun freue ich mich auf einen neuen Lebensabschnitt.“

Am 1. April übernimmt Karlheinz Burger die Position des Kaufmännischen Vorstands. Der 48jährige ist seit 1999 als Justiziar und Leiter der Personalabteilung bei den Diakonissen Speyer-Mannheim tätig.

Hintergrund:

Friedhelm ReithFriedhelm Reith ist 1978, ein Jahr nach seinem Diplom als Volkswirt, als Assistent des damaligen Verwaltungsdirektors Gerhard Hildenbrand in den Dienst der Diakonissenanstalt Speyer getreten, wurde 1985 zum Abteilungsleiter Finanzwesen und innere Verwaltung, 1987 in den Vorstand der Diakonissenanstalt Speyer, zunächst als stellvertretender Verwaltungsdirektor, 1991 als Verwaltungsdirektor und 1994 als Leitender Verwaltungsdirektor berufen. Seither steuert er die Geschicke des Unternehmens zusammen mit dem Theologen und der Oberin im Vorstand. Unter seiner Leitung hat sich das Unternehmen deutlich fortentwickelt. 2001 wurden die Evangelischen Heime Diemerstein in die Jugendhilfe der Diakonissenanstalt übernommen, 2004 die Verschmelzung mit dem Diakonissenmutterhaus Mannheim vollzogen und die Beteiligung am Diakoniekrankenhaus Mannheim begründet, im gleichen Jahr die Fusion von Diakonissen- und Stiftungskrankenhaus bewerkstelligt. Inzwischen haben die Diakonissen Speyer-Mannheim die Anteile der Stadt Speyer am Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus übernommen und die Beteiligung von Klinikum Mannheim und Heinrich-Lanz-Stiftung bis auf einen Rest von 5 % gekauft. Aus der Diakonissenanstalt mit 1.700 Mitarbeitenden im Jahr 1994 sind die Diakonissen Speyer-Mannheim mit 3.500 Mitarbeitenden gewachsen, die durch die engagierte Mitarbeit vieler in den vergangenen Jahren ihren guten Ruf als stabiles, wirtschaftlich gesundes und entwicklungsstarkes Sozialunternehmen im Südwesten Deutschlands gefestigt haben.

Friedhelm Reith ist außerdem als Geschäftsführer des Diakoniezentrums Homburg und des Diakoniekrankenhauses Mannheim tätig. Er ist Mitglied im Stiftungsvorstand der Diakonissen-Stiftung Speyer und in Aufsichtsorganen von Tochtergesellschaften, darüber hinaus arbeitet er in Gremien des Kaiserswerther Verbandes deutscher Diakonissenmutterhäuser, der Stiftung Diakoniewerk Friedenswarte Bad Ems, der Ev. Kreditgenossenschaft mit.Diakonissen Speyer-Mannheim, Presse

07.03.2013


Über Freude an der Musik den Zugang zu Gott finden

Diözesankirchenmusikdirektor Markus Eichenlaub, der Präsident des Allgemeinen Cäcilienverbands für Deutschland Prof. Dr. Wolfgang Bretschneider und Diözesanpräses Regens Markus Magin bei der Vorstellung des neuen Gotteslobs anlässlich des 9. Treffpunkts Kirchenmusik in Neustadt/W. (v.l.n.r.). Diözesankirchenmusikdirektor Markus Eichenlaub, der Präsident des Allgemeinen Cäcilienverbands für Deutschland Prof. Dr. Wolfgang Bretschneider und Diözesanpräses Regens Markus Magin bei der Vorstellung des neuen Gotteslobs anlässlich des 9. Treffpunkts Kirchenmusik in Neustadt/W. (v.l.n.r.).

Neues Gotteslob bei Kirchenmusik-Tagung vorgestellt

Zwölf Jahre dauerten die Vorarbeiten. Nun wurde das neue "Gotteslob" anlässlich des „9. Treffpunkts Kirchenmusik“ den Verantwortlichen in den Kirchenchören des Bistums Speyer vorgestellt. Es wird ab dem 1. Adventssonntag 2013 als neues gemeinsames Gebet- und Gesangbuch aller Bistümer in Deutschland und Österreich sowie der Südtiroler Diözese Bozen-Brixen verwendet werden.

Im Mittelpunkt des „9. Treffpunkts Kirchenmusik“ am 2. März im Herz-Jesu-Kloster in Neustadt standen Fragen der Einführung und Möglichkeiten der Gestaltung der Chorarbeit mit dem neuen Gesangbuch. Etwa 150 der rund 300 Kirchenchöre im Bistum Speyer hatten Vertreter entsendet. „Uns lagen weitaus mehr Anmeldungen vor“, berichtet Regens Markus Magin. Man habe die Teilnehmerzahl aus Platzgründen jedoch auf 220 Personen begrenzen müssen.In seiner Eröffnung unterstrich Regens Magin die Bedeutung des diesjährigen Mottos „Loben Gott in Ewigkeit“. Im Anschluss führte der ausgewiesene Gotteslob-Fachmann Professor Wolfgang Bretschneider in das neue Werk ein. In einem lebendigen und begeisternden Vortrag gelang es ihm, den Anwesenden die zahlreichen inhaltlichen wie musikalischen Möglichkeiten des neuen Gotteslobs zu veranschaulichen. Dabei stellte er die Bedeutung der Chöre für die katholische Liturgie heraus: „Das Herz des Gottesdienstes schlägt in der Musik“, so Professor Bretschneider. Begleitet von Diözesankirchenmusikdirektor Markus Eichenlaub studierte Monsignore Bretschneider mit den anwesenden Mitgliedern der Kirchenchöre bereits zahlreiche Lieder des neuen Gotteslobs ein. Hierbei zeigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine musikalisch beeindruckende Leistung, die bereits einen Vorgeschmack auf das Potenzial und die stilistische Vielseitigkeit des neuen Gesangbuchs gab.

Die Vertreter von rund 150 Kirchenchören im Bistum Speyer hatten Gelegenheit, zahlreiche Lieder des neuen Gotteslobs einzuüben.Entstanden ist das neue Gotteslob im Zuge eines jahrelangen Prozesses. „Die zwölf Jahre haben sich wirklich gelohnt“, resümiert Professor Bretschneider, der als Präsident des Allgemeinen Cäcilienverbandes für Deutschland und liturgischer Berater der Deutschen Bischofskonferenz an der Entwicklung des neuen Gotteslobs maßgeblichen Anteil hatte. Als „ein ganz neues Buch mit ganz neuen Inhalten“ charakterisiert Regens Markus Magin das Gotteslob. Dem Strukturwandel innerhalb von Gesellschaft und katholischer Kirche kommt dabei besondere Beachtung zu. Unter dem Eindruck abnehmender Priesterzahlen soll das neue Gotteslob gerade den ehrenamtlich Engagierten eine Hilfestellung sein: „Auch Laien sollen zur Durchführung gottesdienstlicher Feiern befähigt sein“, betont Regens Magin, als Diözesanpräses verantwortlich für die spirituelle Begleitung der Kirchenchöre und Kirchenmusiker in der Diözese Speyer. Dazu wurde der Tageszeitliturgie nun erheblich größerer Raum gegeben. Aber auch im täglichen Gebrauch soll das neue Gotteslob ein wertvoller Begleiter für die persönlichen Herausforderungen des Lebens sein.

„Das neue Gotteslob gibt die Möglichkeit, wieder neu zu entdecken und zu erfahren, was eigentlich mit der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils beabsichtigt war“, fasst Professor Bretschneider den Charakter des neuen Gotteslobs zusammen. Diözesankirchmusikdirektor Markus Eichenlaub lobte den „reichen Fundus an vielfältigen musikalischen Formen“. Man habe „das Gute bewahrt, ohne die Augen vor Neuem zu verschließen“. Die Teilnehmer des 9. Treffpunkts Kirchenmusik nahmen das neue Gotteslob sehr positiv auf, zeigten sich bei der gemeinsamen Erarbeitung ausgesuchter Lieder sehr engagiert. „Die Begeisterung von Herrn Professor Bretschneider hat sich übertragen“, äußerte eine Teilnehmerin ihren Eindruck vom Vormittag. Sie sieht im neuen Gotteslob eine große Chance, insbesondere junge Menschen über die Musik für den Glauben begeistern zu können.

Weitere Informationen zum neuen Gotteslob stehen ab dem 8. März unter www.bistum-speyer.de bereit. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle

04.03.2013


Bischof Wiesemann dankt Papst Benedikt für „mutiges Offenhalten der Gottesfrage“

Gottesdienst im Dom erinnert zugleich an die Amtseinführung von Bischof Wiesemann vor fünf Jahren – Bischof dankbar für „Dichte der Erfahrungen und Begegnungen“

Speyer- „Er geht als großer, unbestechlicher Zeuge für die unverfügbare Wirklichkeit Gottes in die Geschichte ein“: Mit diesen Worten würdigte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann den emeritierte Papst Benedikt XVI. im Rahmen eines Pontifikalamtes im Speyerer Dom. Er sprach von einem „Pontifikat in stürmischer Zeit“ und dankte dem zurückgetretenen Papst für „sein mutiges Offenhalten der Gottesfrage auch gegen Widerstände und Scheinplausibilitäten unserer Welt, hinter denen sich nur allzu oft pure Machtinteressen oder rein innerweltliche Erlösungsphantasien verbergen.“

Papst Benedikts Sorge um das „Anerkennen der Wirklichkeit Gottes mitten in einer Welt, die immer mehr ohne Gott auszukommen scheint und ihn immer häufiger geradezu systematisch auszuschließen beginnt“, sei zugleich die Sorge um den Menschen, der ohne Gott seinen Halt und seine Orientierung verliert. Die Gottesfrage sei die Grundfrage, die heute an den „Scheideweg der menschlichen Existenz“ führe. „Gott ist der Wirkliche und Wirkmächtige“: Diese Urerfahrung des Volkes Israels verdichte sich in der Erkenntnis, dass Gott sich nicht „beiseite schieben lässt – nicht aus dem Bereich unseres persönlichen Lebens, nicht aus dem Bereich der Vernunft und des Denkens, nicht aus der Öffentlichkeit und der Gesellschaft der Menschen.“

Bischof Wiesemann erinnerte an die europäische Rede, die Kardinal Joseph Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation 1990 im Rahmen des 2000jährigen Stadtjubiläums der Stadt Speyer im Dom gehalten hat. Darin habe er deutlich gemacht, dass eine Gesellschaft ohne Gott auf die Dauer aus sich selbst heraus totalitäre Züge entwickelt. Ein Europa ohne Gott sei nicht nur ein Verrat an der eigenen Geschichte und den eigenen Wurzeln, sondern würde für die Welt über Europa hinaus zerstörerischen Charakter entfalten. Ratzinger warnte vor einem „ungehemmten technischen Können und einer bindungslosen Rationalität, die sich von den großen sittlichen und religiösen Traditionen der Menschheit abgelöst hat“, und rief auf zu einer Vernunft, „die über alles Lernen und Können hinaus ihr Höchstes nicht vergisst: Vernehmen des Ewigen zu sein, Organ für Gott“.

Der Gottesdienst im gut besuchten Dom war zugleich dem Gedenken an die Amteinführung von Bischof Wiesemann vor fünf Jahren gewidmet. „Diese fünf Jahre hier in der Pfalz sind von einer großen Dichte der Erfahrungen, Begegnungen und kirchlichen und zeitgeschichtlichen Herausforderungen geprägt“, bekannte Bischof Wiesemann. Für diese „Dichte der Erfahrungen, die nicht spurlos an mir vorübergegangen ist“, empfinde er Dankbarkeit und Demut. Bischof Wiesemann dankte allen Gläubigen und Mitarbeitern, die ihn in den fünf Jahren an der Spitze des Bistums Speyer begleitet und unterstützt haben.

Die Capella Spirensis gestaltete den Gottesdienst mit Werken von Claudio Monteverdi und Heinrich Schütz. Vor dem Dom engagierten sich Mitglieder der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) mit einer Aktion für den Sonntagsschutz. Auf Flugblättern, die sie an die Gottesdienstteilnehmer und Passanten verteilten, erinnerten sie an die Funktion des Sonntags als Familietag, „Kitt der Gesellschaft“ und „Akku für die Woche“. „Ob Gottesdienst, Sportveranstaltung, Wanderung, Familientreffen oder Lesen: Der Sonntag gebe Zeit abzuschalten und für die Woche aufzutanken“, lautete eines ihrer zentralen Argumente. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle

03.03.2013


Kita+QM: „Qualität und Bildung für alle“

Erste Erfolge beim Fachtag in Ludwigshafen gefeiert

Ludwigshafen/Speyer- „Wir wollen Qualität und Bildung für alle“, sagte Oberkirchenrat Manfred Sutter anlässlich des Fachtages Kita+QM im Heinrich-Pesch-Haus in Ludwigshafen. Deshalb habe die Landeskirche gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Pfalz vor zwei Jahren die Qualitätsoffensive Kita+QM gestartet. „Heute feiern wir“, sagte Sutter weiter. Bislang hätten sich 93 evangelische Kindertagestätten an Kita+QM beteiligt. 42 Qualitätsentwicklerinnen würden nach der zweijährigen Fortbildung zur Weiterentwicklung ihres evangelischen Profils und zur Sicherung ihrer Qualitätsstandards mit einem Zertifikat ausgezeichnet. „Schon jetzt ist Kita+QM eine Erfolgsgeschichte!“, unterstrich Sutter. „Ich danke allen, die dazu beigetragen haben. Das Engagement des Projektteams, der teilnehmenden Kindertagesstätten, der Träger und Eltern ist beispielhaft!“, betonte Sutter.

„Ich freue mich vor allem darüber, dass sie mit Kita+QM die Eltern in die Arbeit der Kitas einbeziehen und, dass sie die Verankerung der Kita in ihrem Sozialraum berücksichtigen. Denn hier sehe ich deutliche Parallelen zu unserem Landesprogramm Kita!Plus, mit dem wir die pädagogische Arbeit der dahingehend weiterentwickeln möchten, dass sie die die Eltern und Familien stärker im Blick haben“, erklärte die rheinland-pfälzische Kinder- und Jugendministerin Irene Alt und lud das Diakonische Werk Pfalz ein, seine Erfahrungen mit Kita+QM in die ab 2015 geplante Evaluation von Kita!Plus einzubringen.

„Mit Projekten wie Kita+QM nehmen kirchliche Träger ihre Bildungsverantwortung ernst. Es geht dabei nicht um Engführung auf religiöse Inhalte. Bildung, wie wir sie verstehen, heißt, Kinder in ihrem Selbstvertrauen zu stärken und dazu ermutigen, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen“, erklärte der Pfarrer und Religionspädagoge, Professor Frieder Harz. „Was Glaube ist und bedeutet, das will von jedem einzelnen selbst bewegt und bedacht werden. Darum ist mir das Theologisieren mit Kindern besonders wichtig. Sie sollen auf biblisch-christliche Überlieferungen aufmerksam werden und eigene Deutungsideen ins Spiel bringen“, meinte Harz.

Für Karin Kirsch von der Protestantischen Kindertagestätte „Sonnenschein“ aus Bosenbach war die Teilnahme an Kita+QM „ein Gewinn“: „Alle haben profitiert. Das Team, die Kinder, die Eltern, die Gemeinde. Wir sind zusammengerückt und lösen Probleme gemeinsam.“

Pfarrer Stefan Bauer von der Ludwigshafener Apostelkirchengemeinde war als „Träger von Anfang an mit im Boot“. Die Qualitätsentwicklung durch das Diakonische Werk Pfalz, die Orientierung am Rahmenhandbuch der BETA (Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder e.V.), der Ansatz bei der religiösen Bildung und die Supervision für Trägervertreter überzeugten ihn. „Jetzt arbeiten wir strukturiert zusammen“, hob Bauer hervor.

Bettina Endres-Hoffmann und Sabrina Sopha von der Protestantischen Kindertagesstätte „Regenbogen“ in Bobenheim-Roxheim thematisierten den Umgang mit Beschwerden: „Bei uns sind Beschwerden als konstruktive Kritik zur Weiterentwicklung unserer Qualität erwünscht. Wir greifen sie systematisch auf und erarbeiten Maßnahmen kundenorientiert und zügig.“ Bezirkskantor Torsten Wille gestaltete den Fachtag musikalisch.

www.diakonie-pfalz.de Diakonisches Werk Pfalz, Speyer, Presse

02.03.2013


Neustadter Stiftskirche feiert „Jahrhundertprojekt“

Festwochenende zum Abschluss der Sanierungsarbeiten – „Sensationelle Anteilnahme“

Neustadt- Nach zweieinhalbjähriger Sanierungszeit feiert die Neustadter Stiftskirchengemeinde vom 8. bis 10. März die Wiedereröffnung des protestantischen Teils der Simultankirche. Das Festwochenende läuten am Freitag, 8. März, um 18 Uhr alle sieben Glocken ein, darunter auch die 14 Tonnen schwere „Kaiserglocke“. Kirchenpräsident Christian Schad sieht in der gemeinsam genutzten Stiftskirche eine Verpflichtung zur Ökumene und zur sichtbaren Einheit der Christen. Die beiden Türme seien Neustadts Wahrzeichen. Sie stünden für die Nähe Gottes und für die menschliche Gemeinschaft. Bei der Wiedereröffnungsfeier, an der auch der ehemalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, teilnimmt, spricht Kirchenpräsident Schad ein Grußwort.

Die Stiftskirche präsentiere sich „vom Boden über die Wände bis zur Decke grundlegend saniert“, sagt Pfarrer Oliver Beckmann. „Unser Ziel war es, soweit es ging, den mittelalterlichen Bauzustand wieder herzustellen.“ Gleichzeitig werde die Kirche mit modernster Technik ausgestattet und biete so vielfältige Präsentationsmöglichkeiten. Die im 14. Jahrhundert erbaute Stiftskirche zählt kunsthistorisch und architektonisch zu den bedeutendsten gotischen Bauten der Vorderpfalz. Seit 1705 wird das Kirchenschiff von Protestanten, der Chor von den Katholiken genutzt. Die Sanierungsarbeiten im protestantischen Teil hatten 2010 begonnen. Dabei waren unter anderem hochwertige Malereien im Kirchenschiff freigelegt und Heiligen- und Engeldarstellungen unter dem dunkelgrauen Deckenputz am Chorbogen entdeckt worden.

Die Gesamtkosten der Sanierung beziffert Pfarrer Beckmann auf rund 1,85 Millionen Euro. Jeweils ein Drittel tragen Landeskirche und Stiftskirchengemeinde, ein Drittel wird durch Zuwendungen von Bund und Land abgedeckt. Allein der Bau- und Förderverein habe mit seiner Steinstifter-Aktion die Maßnahme mit rund 75.000 Euro unterstützt, erklären die Vorsitzenden Christiane Conrad und Frank Sobirey.

Die Renovierung der Stiftskirche sei ein „Jahrhundertprojekt“, so Beckmann, das nicht zuletzt durch eine „starke Mannschaftsleistung und sensationelle Anteilnahme“ möglich geworden sei. „Um dieses Bauwerk zu erhalten, sind wir weiter auf Spenden angewiesen“, appelliert Conrad an jeden, „dem die Stiftskirche am Herzen liegt“. Gelegenheit dazu gibt es u.a. am Samstag, 9. März. Am Tag der Offenen Tür, ab 10 Uhr, können die Besucher Bodenplatten und Festschrift erstehen. Der Tag endet um 17.30 Uhr mit einer Kurzandacht. Am Sonntag, 10. März, 10 Uhr, findet ein Festgottesdienst mit Dekan Armin Jung statt. Den musikalischen Rahmen gestalten die Neustadter Stiftskirchenkantorei unter der Leitung von Bezirksantor Simon Reichert sowie der Posaunenchor unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Traugott Baur. Ein Benefizkonzert zugunsten der Stiftskirche mit dem Luxemburgischen Sinfonieorchester unter der Leitung von David Reiland und Bezirkskantor Simon Reichert an der Orgel beginnt um 16 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

Bedeutend ist die Neustadter Stiftskirche auch als Grabstätte des Reformators Zacharias Ursinus, der 1583 dort beigesetzt wurde. Die pfälzische Kirchenordnung und der Heidelberger Katechismus, Bekenntnisschrift der reformierten Kirche in Deutschland, gehen auf Ursinus zurück. 2013 begeht die die pfälzische Landeskirche das 450-jährige Jubiläum des Heidelberger Katechismus. Bereits am Mittwoch, 6. März, gibt es daher in Neustadt eine Führung auf den Spuren von Ursinus mit dem Leiter des Religionspädagogischen Instituts, Pfarrer Michael Landgraf. Start ist um 17 Uhr am Rathaus. Anschließend, ab 18 Uhr, serviert die Stiftskirchengemeinde im Casimirianum Kulinarisches aus der Zeit des Ursinus. Um 19 Uhr beginnt ein Abend mit Musik aus reformierter Tradition – vorgetragen vom Vocalensemble Neustadt unter der Leitung von Ulrich Loschky – und mit Michael Landgraf als Zacharias Ursinus. Das Ensemble hat extra für das Ursinusjahr eine CD erstellt, die an diesem Tag erstmals verkauft wird.

Hinweis: Spenden können eingezahlt werden auf das Konto 650650 des Bau- und Fördervereins Stiftskirche bei der Volksbank Kur- und Rheinpfalz, Bankleitzahl 54790000. Mehr zum Thema im Internet unter www.stiftskirche-nw.de.

EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Speyer, Presse www.evkirchepfalz.de

28.02.2013


Gott suchen und Brücken bauen

v.l. Gottfried Müller, Daniela Nelson, Astrid Grob, Ksymena Humbert, Thorsten Grasse, Petra Dell, Kirchenpräsident Christian Schad. (lk) v.l. Gottfried Müller, Daniela Nelson, Astrid Grob, Ksymena Humbert, Thorsten Grasse, Petra Dell, Kirchenpräsident Christian Schad. (lk)

Neuen Pfarrerinnen und Pfarrern Ernennungsurkunden verliehen

Speyer- Als Brückenbauer zu Menschen, die der Kirche kritisch oder distanziert gegenüberstehen, hat Kirchenpräsident Christian Schad die neuen Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelischen Kirche der Pfalz bezeichnet. Bei der Verleihung der Ernennungsurkunden im Landeskirchenrat in Speyer forderte Schad die neuen Kollegen auf, nicht nur die Kerngemeinde, sondern auch die Distanzierten und Ausgetretenen im Blick zu behalten. Nach dem zweiten theologischen Examen treten vier Pfarrerinnen ihren Dienst in der Landeskirche an, ein Theologe geht als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Universität Mainz.

Der Kirchenpräsident forderte dazu auf, „Verständigungsprozesse zwischen Menschen verschiedener Lebensstile und unterschiedlicher Glaubenserfahrung zu initiieren“. Die Stärke der Volkskirche liege darin, die Individualisierung der Lebens- und Frömmigkeitsformen in sich aufzunehmen und miteinander zu verknüpfen. „Vielfalt ist unsere Stärke“, betonte Schad.

Dabei befinde sich die Kirche in einer Spagatsituation. Einerseits verstehe sich die Weitergabe des christlichen Erbes nicht mehr von selbst. „Wo aber vorausgesetzte Orientierungsmuster und Normen weggebrochen sind, entsteht zugleich eine neue Suche nach Sinn und Vergewisserung“, sagte Schad. Die Aufgabe der Pfarrer bestehe darin, die biblisch-christliche Tradition „neu zu vergegenwärtigen und die Lebensdienlichkeit des Evangeliums zu vermitteln“.

Auch in ihrem nun neuen Amt sollen die Pfarrerinnen Gottsucher und Theologen bleiben. „Die Einkehr in die Texte des Alten und Neuen Testaments ist die Basis theologischer Existenz – und das Gebet um Gottes Geist unsere Kraftquelle, sagte Schad. Gemeinsam mit dem Personaldezernenten der Landeskirche, Oberkirchenrat Gottfried Müller, machte der Kirchenpräsident „Mut zur Teamarbeit mit Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen in der Kirche“.

Bis zur Übernahme in den landeskirchlichen Dienst absolvieren die Theologen ein mindestens zehnsemestriges Studium an einer der theologischen Fakultäten und Fachbereiche staatlicher Universitäten. Nach dem ersten theologischen Examen folgt in einer zweiten Ausbildungsphase das Vikariat. In ihm erwerben die Vikare grundlegende Kompetenzen in den Bereichen Gottesdienst, Bildung, Seelsorge und Gemeindeleitung. In der Evangelischen Kirche der Pfalz dauert das Vikariat zweieinhalb Jahre.

Zum 1. März treten folgende Pfarrerinnen ihren Dienst in der Landeskirche an: Petra Dell (Vertretung Karolinen-Gymnasium Frankenthal), Astrid Grob (Dienstleistung im Kirchenbezirk Rockenhausen), Ksymena Humbert (Vertretung Berufsbildende Schule Neustadt) und Daniela Nelson (Dienstleistung im Kirchenbezirk Germersheim). Thorsten Grasse geht als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die evangelisch-theologische Fakultät der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. www.evkirchepfalz.de EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Speyer, Presse 

27.02.2013


Beeindruckt durch ihre Arbeit und das Zeugnis ihres Glaubens

Schwester Raquel Peralta informiert im Bistum Speyer über die soziale und wirtschaftliche Situation in Paraguay

cr./is. Speyer. Einen zutiefst beeindruckenden Bericht von der sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation in ihrem Heimatland Paraguay gab jetzt die Steyler Missionsschwester Raquel Peralta SSpS vom Orden der „Dienerinnen des Heiligen Geistes“ aus Anlass der bevorstehenden Fastenaktion „Misereor2013“. Im Rahmen ihres Besuchs in der Diözese Speyer, bei dem die charismatische Ordensschwester noch bis zum kommenden Donnerstag in einem dicht gedrängten Programm – u.a. am Dienstag, dem 26. Februar, 19.30 Uhr vor dem „Forum Katholische Akademie“ im Speyerer Friedrich-Spee-Haus - in insgesamt zehn Vorträgen, Gesprächsrunden und Gottesdiensten über die gegenwärtige Lage in dem Land im Herzen Südamerikas berichten wird, war Sr. Raquel Peralta zu Gast in den Räumen der Bistumszeitung „Der Pilger“ im Kloster St. Magdalena in der Speyerer Altstadt zu Gast, wo sie schilderte, wie sich aktuell die Verhältnisse in ihrem Heimatland entwickelt hätten:

35 Jahre nach dem Ende der Diktatur des deutschstämmigen Generals Alfredo Stroessner, der das Land von 1954 – 1989 unter anderem mit Hilfe von am Kriegsende 1945 aus Nazi-Deutschland nach Südamerika entkommenen „Verbrechern gegen die Menschlichkeit“ autokratisch beherrschte und in dieser Zeit das Land mit einem brutalen Terrorregime überzog, sei die Angst der Menschen vor Verfolgung bis heute latent vorhanden.“Die Diktatur ist zwar schon seit mehr als 20 Jahren überwunden, doch die Strukturen sind noch immer vorhanden“, so die engagierte Ordensfrau.

In zwei Kriegen mit den großen Nachbarn des kleineren Paraquay - mit Brasilien, Bolivien und Uruquay - habe das Land große Verluste an Menschen verkraften und die Okkupation riesiger Teile des Landes hinnehmen müssen.

Schließlich sei die Wirtschaft in Paraguay in den vergangenen zwanzig Jahren einem tiefgreifenden Wandel unterworfen gewesen , so berichtete Sr. Peralta. Heute bestimmten im wesentlichen ausländische Großkonzerne über die weltweit größten Soja-Monokulturen im Land, die dafür verantwortlich seien, dass die Menschen im im eigenen Land in die Armut getrieben worden seien. „Paraguay aber ist ein reiches Land“, so die Anthropologin, die als eine der führenden Expertinnen der Indigenen Kultur – der Kultur der Indios – in Südamerika gilt und die von der Bischofskonferenz von Paraguay mit der Koordinierung der Indigenen-Pastoral beauftragt wurde. „Paraguay ist allerdings ein Land, in dem ganz wenige Menschen ganz viel Land besitzen – 2% der Bevölkerung sind Eigentümer von 85 Prozent des Grund und Bodens – und in dem andererseits über 350 000 Kleinbauern-Familien ohne eigenes Land und ohne Landbesitz sind“. Den Kleinbauern im Lande stünden überhaupt nur sechs Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen zur Verfügung. „Da ist der Hunger vorprogrammiert“, klagt die zierliche Ordensfrau mit dem rotem Schal. Das habe dazu geführt, dass immer mehr Menschen in die großen Städte abgedrängt würden - dass sie dort auf den Plätzen kampieren und ihre Kinder zum Betteln an die Straßenkreuzungen schicken müssten.

Und die Monokulturen würden sich durch zügellose Rodungen jährlich um weitere 100 000 Hektar ausweiten Die Abholzung großer Waldgebiete und gesundheitliche Schäden durch das Versprühen von jährlich 24 Millionen Litern Schädlingsbekämpfungsmitteln gingen ebenso zu Lasten der gegenwärtigen Strukturen wie die Folgen des Verbots von nicht patentiertem Mais- und Soja-Saatgut. Während Paraguay immer mehr Grundnahrungsmittel importieren müsse, profitierten einige wenige Großgrundbesitzer und multinationale Konzerne von dem Geschäft, analysierte Schwester Peralta die Situation. Hinzu kämen die gesundheitlichen Schäden durch das Versprühen von jährlich 24 Millionen Litern Schädlingsbekämpfungsmitteln.

Die „Landfrage“ sei auch entscheidend für das Überleben der indigenen Bevölkerung, so macht Schwester Peralta deutlich. Bei dem von ihr geleiteten „Nationalen Pastoralrat für indigene Angelegenheiten“ (CONAPI) laufen die Fäden im Kampf gegen Landraub und Umweltzerstörung zusammen. Die rund 100 000 Mitglieder von 20 Indianerstämmen machen noch rund zwei Prozent der Bevölkerung aus. Für die kämpferische Ordensfrau ist klar: „Wenn ein Indiovolk keinen geografischen Raum mehr hat, um die eigene Kultur zu entwickeln und ihre indigenen Eigenheiten zu bewahren, dann hat dieses Volk keine Zukunft mehr!“

Daher sei die Sicherung des Landbesitzes eine vordringliche Aufgabe des Pastoralrats CONAPI. „Wir haben mit maßgeblicher Unterstützung des Bischöflichen Hilfswerkes Misereor Strategien entwickelt, mit denen wir indigenen Gemeinschaften jedes Jahr viele tausend Hektar Land sichern und die Indios in Fragen der Gesundheit und der Bildung beraten können“. Hauptziel sei es dabei, dass die Kirche bei den indigenen Völkern und Kulturen gegenwärtig und im Kampf um ihre Rechte ihre Verbündeten sei, beschreibt Sr. Peralta das Selbstverständnis der CONAPI-Arbeit.

Ein solches Selbstverständnis hat auch Auswirkungen auf die seelsorgerische Arbeit, die anknüpft an den Glauben der Indios – z.B. des Volks der Guarani. „Für uns geht es darum zu verstehen, dass nicht wir es sind, die diesen Menschen Christus und das Evangelium bringen, sondern dass Christus in dieser Kultur und in dieser Gemeinschaft bereits auf uns wartet“, so Schwester Peralta, die spürbar erfüllt ist von großem Respekt vor den Werten der Indios - von Solidarität und Achtung des Lebens.

Schwester Raquel Peralta, der in dem Gespräch Susanne Liesching als versierte Dolmetscherin zur Seite stand und die auf ihrer Vortragsreise begleitet wird von Monika Bossung-Winkler von der Bistumsstelle Speyer der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christ, beeindruckt durch ihre Arbeit - und durch das Zeugnis ihres Glaubens. „Wie könnte ich Christin und Ordensfrau sein, wenn ich die Augen verschließen würde vor Not und Ungerechtigkeit. Ich schöpfe meine Kraft aus dem Evangelium.“, erklärt sie und zeigt sich überzeugt:: „Gemeinsam können wir die Welt verändern.“

Das Hilfswerk Misereor ruft in der Fastenzeit dazu auf, den Hunger in der Welt wirkungsvoll zu bekämpfen. „Fast 900 Millionen Menschen auf der Welt müssen hungern; täglich sterben Menschen anderen Folgen von Unterernährung und Hunger“, unterstrich Christoph Fuhrbach, Referent in der Diözesanstelle Weltkirche des Bistums Speyer, während des Pressegesprächs. Die diesjährige Kampagne unter dem Motto „Wir haben den Hunger satt“ wolle aber auch das Bewusstsein schärfen „für die Zusammenhänge des Hungers - etwa in Paraguay, wo das bischöfliche Hilfswerk derzeit 25 Projekte unterstützt, und dem Lebensstil hier bei uns.“ - Höhepunkt der Fastenaktion ist am 17. März die große Misereor-Kollekte, mit deren Erlös Projekte in aller Welt unterstützt werden. Foto: gc

26.02.2013


Schwester Raquel Peralta informiert im Bistum Speyer über die Situation in Paraguay - Bilderalbum

Kirchen engagieren sich auch in Zukunft in der ambulanten Pflege

Bistum und Landeskirche sprechen sich für die Fortführung der Mitgliedschaft der Gemeinden im Trägerverein der Ökumenischen Sozialstationen aus

Die Ökumenischen Sozialstationen sollen weiterhin als ökumenischer Anbieter in der ambulanten Pflege tätig sein. Das bekräftigen das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz zusammen mit ihren Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonie in einem Schreiben an die Vorstände der Ökumenischen Sozialstationen in der Pfalz und im Saarpfalzkreis.

Die beiden Kirchen sprechen sich darin für die Fortführung der Mitgliedschaft der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden sowie deren Elisabethen- und Krankenpflegevereine im Trägerverein der Ökumenischen Sozialstationen aus. Im Blick auf die neue Struktur der katholischen Pfarreien, die im Dezember 2015 eingeführt wird, erarbeiten die beiden Kirchen neue Mustersatzungen für die Ökumenischen Sozialstationen. Eine Satzungsänderung ist notwendig, um angesichts der neuen Struktur das Prinzip der konfessionellen Parität aufrecht zu erhalten.

Um ein höheres Maß an sozialpolitischer Mitgestaltung und Rechtssicherheit zu erzielen, wird den Ökumenischen Sozialstationen empfohlen, sich entweder dem Caritasverband für die Diözese Speyer oder dem Diakonischen Werk Pfalz als Spitzenverband zuzuordnen. Die Arbeitsgemeinschaft für die Ökumenischen Sozialstationen besteht als gemeinsamer Dienstleister fort.

Die beiden Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände regen außerdem strukturelle Veränderungen wie zum Beispiel Fusionen, das Zusammengehen mit stationären Einrichtungen oder das Gründen von Pflege-GmbHs an, damit sich die Ökumenischen Sozialstationen auch in Zukunft auf dem Markt der ambulanten Pflege behaupten können und für die fachlichen und wirtschaftlichen Anforderungen gewappnet sind.

23.02.2013


Vier deutsche Bischöfe und die Kardinalfrage - Wie soll es nach Benedikt weitergehen?

Kaum ein THEMA hat in diesen Tagen die Menschen mehr beschäftigt wie die Ankündigung des Rücktritts von Papst Benedikt XVI.

Am vergangenen Wochenende ist „Bild am Sonntag“ mit einem umfangreichen Interview mit den auch für unsere Region zuständigen Diözesanbischöfen in die Öffentlichkeit getreten.

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion der „BamS“ druckt der SPEYER-KURIER dieses Gespräch im Wortlaut nach.

Vier deutsche Bischöfe und die Kardinalfrage - Wie soll es nach Benedikt weitergehen? Der deutsche Papst ist zurückgetreten, die katholische Kirche steckt in der Krise. Beim „Konklave“ von BILD am SONNTAG in der Klosteranlage Maria Laach diskutierten vier Bischöfe über die Gründe für Benedikts Rücktritt, die Anforderungen an seinen Nachfolger sowie über Zölibat, den Islam und die Rolle der Frau. Am Ende stieg zwar kein weißer Rauch auf, aber es ergriff auch noch ein Kardinal das Wort . . .

 

  • Von:ROMAN EICHINGER und MARTIN S. LAMBECK

BILD am SONNTAG: Papst Benedikt XVI. ist am Montag überraschend zurückgetreten. Darf man Gott den Dienst aufkündigen?

ERZBISCHOF ROBERT ZOLLITSCH: Er hat Gott den Dienst ja nicht aufgekündigt, sondern gesagt: Meine Kräfte reichen nicht mehr aus, um diese Verantwortung voll wahrzunehmen. Dann soll es jemand anderes machen. Ich sehe das als Zeichen der Ehrlichkeit und Bescheidenheit. Auch der Stellvertreter Christi auf Erden ist ein Mensch.

Der Berliner Kardinal Woelki sieht das Papst-Amt durch den Rücktritt entzaubert. Stimmen Sie zu?

BISCHOF STEPHAN ACKERMANN: Es ist ein Schritt in Richtung Moderne. Die Möglichkeit eines Rücktritts war bislang ja eher theoretisch. Dass sie Papst Benedikt jetzt in die Tat umgesetzt hat und damit sein Amt nur auf Zeit ausgeübt hat, zeigt eine neue Qualität.


Haben Sie mit dem Rücktritt gerechnet?

BISCHOF FRANZ-PETER TEBARTZ-VAN ELST: Ich war völlig überrascht. Ich habe selbst mehrfach auf dem Petersplatz in Rom erleben dürfen, wie Benedikt in seiner bescheidenen Art viele Menschen in den Bann gezogen hat. Deshalb habe ich gedacht, er geht diesen Weg bis in den Tod.

BISCHOF KARL-HEINZ WIESEMANN: Jetzt konnte er noch in Freiheit zurücktreten. Später, vielleicht unter einer starken gesundheitlichen Beeinträchtigung, hätte es Spekulationen über die Freiheit einer Rücktrittsentscheidung gegeben. In diese Situation wollte er die Kirche nicht bringen. Klar ist: Eine Epoche geht zu Ende.

Herr Bischof Wiesemann, Sie haben in Ihrer Zeit in Rom direkt mit dem Papst zu tun gehabt. Was ist Ihre stärkste Erinnerung daran?

WIESEMANN: Am meisten beeindruckt hat mich die Tiefe des Wortes von Benedikt. Er ist ein Mensch, der den Glauben so tief verinnerlicht und durchdacht hat, dass er über das Denken hinaus in den ganz ursprünglichen Glauben gekommen ist.

 

Bischof von Speyer, Karl-Heinz Wiesemann über...​

  • ...einen Papst aus Lateinamerika oder Afrika​

„Es wäre für die Weltkirche kein Schaden, wenn der neue Papst aus einer Weltregion käme, in der das kirchliche Leben wächst“​

 

 

In seinem letzten öffentlichen Gottesdienst hat Benedikt am Mittwoch die Zerrissenheit der Kirche beklagt. Wie ist das zu verstehen?

ZOLLITSCH: Die katholische Kirche hat eine große, notwendige Bandbreite, aber es besteht die Gefahr, dass Flügel sich bekämpfen und die Einheit der Kirche nicht mehr im Mittelpunkt steht. Darunter hat Benedikt sehr gelitten, zumal der Pontifex als Brückenbauer die Aufgabe hat, für diese Einheit zu sorgen und die Kirche zusammenzuhalten. Das war die große Last seines Pontifikats.

Es wird darüber spekuliert und geschrieben, dass die Intrigen im Vatikan Benedikt zermürbt hätten. Wurde er aus dem Amt gemobbt?

ZOLLITSCH: Die Intrigen haben ihm zu schaffen gemacht, aber ich weiß, auch aus Gesprächen mit seinem Privatsekretär, dass sie nicht ausschlaggebend waren. Er hat schon im vergangenen Jahr, an seinem 85. Geburtstag, gesagt, dass die letzte Phase seines Lebens komme. Er hat gespürt, dass seine physischen Kräfte nachlassen.

ACKERMANN: Vieles war für ihn kräftezehrend, und er hat von Anfang an sicher unter der Last des Amtes gelitten. Schon in seiner ersten Ansprache nach seiner Wahl hat er klargemacht, dass er sich nicht nach dem Papst-Amt gedrängt hat. Er hat die Wahl als Fallbeil gesehen, hat sie aber als von Gott gesandt und von der Kirche übertragen angenommen.

 

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann über...​

  • ...den neuen Papst

„Der neue Papst muss nicht liberal sein, sondern er muss klar sein und authentisch“​

 

Können die deutschen Katholiken stolz sein auf ihren Papst?

TEBARTZ-VAN ELST: Die deutschen Katholiken können sehr dankbar sein, dass sie einen Landsmann auf dem Stuhl Petri erleben durften – und das ganz unmittelbar wie beispielsweise bei seinen Deutschland-Besuchen. Ich bin stolz darauf, dass wir einen Deutschen als Papst hatten und ich bin davon überzeugt, dass Benedikts Amtszeit in wenigen Jahren als großes Pontifikat bewertet wird.

Worin liegt die Chance für die katholische Kirche durch den Papst-Rücktritt?

WIESEMANN: Das Petrus-Amt wird der Kirche in seiner Bedeutung noch einmal ganz neu bewusst. In einer Welt, die immer weiter auseinanderzudriften droht, muss es jemanden geben, der sich um die Einheit sorgt.

ZOLLITSCH: Der Nachfolger Benedikts kann neue Akzente setzen, unbelastet von den Vatileaks, unbelastet von der Krise um die Pius-Brüder.

 

Erzbischof Robert Zollitsch über...​

  • ...die Gründe des Rücktritts von Papst Benedikt XVI.​

„Die Intrigen haben ihm zu schaffen gemacht, aber sie waren für den Rücktritt nicht ausschlaggebend. Er hat schon im vergangenen Jahr, an seinem 85. Geburtstag, gesagt, dass die letzte Phase seines Lebens komme. Er hat gespürt, dass sei ne physischen Kräfte nach lassen“​

 

Was sind die wichtigsten Anforderungen an den neuen Papst?

ACKERMANN: Der Nachfolger muss eine spirituelle Führungsgestalt sein. Denn es gibt einen unglaublichen Hunger nach Spiritualität. Der neue Papst muss nicht liberal sein, sondern er muss klar sein und authentisch. Und er sollte ein Mann des Dialogs sein. Der Dialog mit den anderen Religionen wird die vielleicht wichtigste Aufgabe für den neuen Papst.

WIESEMANN: Wir haben uns zuletzt sehr stark auf die europäischen Debatten beschränkt, die ja von einem unglaublichen Säkularisierungsschub geprägt werden. Jetzt besteht die Chance, dass die Weltkirche stärker in den Mittelpunkt rückt. Meine Hoffnung ist, dass die Grabenkämpfe der letzten Jahre der Vergangenheit angehören.

Sollte der Nachfolger Benedikts aus Lateinamerika oder Afrika kommen?

ACKERMANN: Das wollen wir den Kardinälen im Konklave überlassen. Käme der neue Papst allerdings aus Afrika, würde die Zäsur des Rücktritts von Benedikt noch einmal betont. Die Kirche wird immer internationaler, und der Papst sollte das auch sein.

TEBARTZ-VAN ELST: Das Spannende an einem Konklave ist das Wirken des Heiligen Geistes. Dabei zeigt sich bei allen Kardinälen, wer welche Persönlichkeit des Glaubens ist. Der Geist Gottes bewegt in diesem Prozess die Wählenden in der Sixtinischen Kapelle. Wissen Sie: Der Heilige Geist ist von seinem Wesen her sehr dynamisch. Menschen, die an einem Konklave teilgenommen haben, können darüber berichten.

WIESEMANN: Wir müssen ganz nüchtern feststellen: In Europa nimmt kirchliches Leben eher ab. In anderen Teilen der Welt nimmt es zu. Es wäre für die Weltkirche sicherlich kein Schaden, wenn der neue Papst aus einer Weltregion käme, in der das kirchliche Leben wächst. Herr Erzbischof Zollitsch, in Deutschland steckt der Katholizismus in der Krise. Joachim Kardinal Meisner spricht von „Katholikenphobie“. Erzbischof Gerhard

Müller von einer „Pogromstimmung“ gegen Katholiken. Ist das realistisch?

ZOLLITSCH: Es gibt Fehler bei uns. Und wir spüren, wie unerfreuliche Einzelheiten dauerhaft im Fokus der öffentlichen Meinung stehen. Dabei wird dann leider oft übersehen, was alles an vielem Positiven geleistet wird. Es fehlt häufig an Differenzierung, und schnell wird nach der Maßgabe „Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“ gehandelt. Ich glaube schon, dass der katholischen Kirche in Deutschland oft Unrecht angetan wird. Nochmals: Fehler müssen benannt werden. Aber eben nicht nur die.

TEBARTZ-VAN ELST: Es weht uns gegenwärtig viel Wind ins Gesicht.

 

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst über...​

  • ...Benedikts Amtszeit

„Die deutschen Katholiken können sehr dankbar sein, dass sie einen Landsmann auf dem Stuhl Petri erleben durften – und das ganz unmittelbar wie beispielsweise bei seinen Deutschland-Besuchen. Ich bin stolz dar auf, dass wir einen Deutschen als Papst hatten und ich bin da von über zeugt, dass Benedikts Amtszeit in wenigen Jahren als großes Pontifikat bewertet wird“​

 

ACKERMANN: Von einem Grundvertrauen in die Kirche ist es durch Vorfälle wie den Missbrauch von Jugendlichen zu einem Grundmisstrauen gekommen. Dann passt plötzlich alles Negative ins Bild. Die Tür geht auf, die Diskussion verstummt.

Zum Papstgipfel von BILD am SONNTAG gesellt sich Karl Kardinal Lehmann, der am Konklave in der Sixtinischen Kapelle zur Papstwahl teilnehmen wird.

Wir sind jetzt bei der Diskussion um eine vergewaltigte Frau, die in Köln von katholischen Kliniken abgewiesen wurde. Ist dies das Werk des Teufels?

KARL KARDINAL LEHMANN: Zu der abgewiesenen Frau gibt es ja eine Vorgeschichte: In Köln sind zuvor Frauen zu den Kliniken geschickt worden, die gar nicht vergewaltigt waren. Es ging um den Test, ob katholische Kliniken vielleicht doch ein Rezept für die „Pille danach“ ausstellen würden. Angeblich wurde von interessierter Seite sogar eine Detektivin losgeschickt.
Papst Benedikt hat wegen des sexuellen Missbrauchs Jugendlicher durch Priester sehr gelitten. Herr Bischof Ackermann, Sie sind der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz. Was erwarten Sie bei diesem

Thema vom nächsten Papst?

ACKERMANN: Der nächste Papst muss die Linie der Aufklärung konsequent fortführen.

LEHMANN: Wir haben einen klaren Konsens in dieser Frage. Es geht um die Durchsetzungsfähigkeit bei der Missbrauchsbekämpfung. Viel schwieriger wird für den neuen Papst die Frage, wie man mit den Pius-Brüdern umgehen soll. Papst Benedikt hat ihnen viel Bedenkzeit gegeben.

Hätte er gegen die Pius-Brüder härter vorgehen sollen?

WIESEMANN: Er hat im Konflikt mit den Pius-Brüdern eine Versöhnungsaufgabe gesehen, die seiner Generation noch zustand. Deshalb hat er die Hand bis zur Schmerzgrenze und sogar darüber hinaus ausgestreckt. Er wollte der Kirche kein Schisma, also eine Abspaltung dieser Glaubensgruppe, hinterlassen. Das hat zu manchen Enttäuschungen geführt.

Der Islam ist weltweit auf dem Vormarsch. Was ist die Antwort der katholischen Kirche?

LEHMANN: Wir suchen grundlegend den Dialog mit dem Islam. Gerade Papst Benedikt hat diesen Dialog stark befördert. Schwierig wird es, wenn die muslimische Religion für ganz andere Zwecke instrumentalisiert oder Religion so verbreitet wird, dass sie keine Religionsfreiheit mehr bietet. Da sind dann klare Worte nötig.

Was meinen Sie genau?

LEHMANN: Es gibt auch die Wiedereinführung der Scharia mit Handabhacken und anderen Grausamkeiten in verschiedenen Ländern. Frauen werden in unerträglicher Weise entwürdigt. Wenn Muslime hier bei uns eine Moschee bauen können so hoch wie der Kölner Dom, dann möchte ich wenigstens in Saudi-Arabien eine Predigt halten können, ohne verhaftet zu werden. Auf dieses Gleichgewicht der Rechte kommt es im Verhältnis zwischen Islam und Christentum an. In Saudi-Arabien haben wir zum Beispiel ein solches Gleichgewicht nicht.

Papst an der Rolle der Frauen in der Kirche ändern?

ZOLLITSCH: Genau darüber wollen wir in der nächsten Woche in Trier reden. Die Frauen genießen in der katholischen Kirche eine große Wertschätzung, das gilt auch für Führungspositionen. Bis auf das Weiheamt haben Frauen bei uns großen Einfluss.

LEHMANN: Mich hat überzeugt, dass der Vatikan auf der Uno-Weltkonferenz in Peking nicht von einem Bischof als Delegationschef vertreten wurde. Vielmehr kam die US-Juristin Anne Glandon als Delegationschefin.

 

Karl Kardinal Lehmann über...​

  • ...den Dialog mit dem Islam

"Wir suchen grundlegend den Dialog mit dem Islam. Gerade Papst Benedikt hat diesen Dialog stark befördert. Schwierig wird es, wenn die muslimische Religion für ganz andere Zwecke instrumentalisiert oder Religion so verbreitet wird, dass sie keine Religionsfreiheit mehr bietet. Da sind dann klare Worte nötig"​

 

Könnte denn die Pflicht des Priesters zur Ehelosigkeit, der Zölibat, in der Amtszeit des neuen Papstes fallen?

ZOLLITSCH: Der neue Papst wird daran nichts ändern.

LEHMANN: Der Zölibat bleibt.

TEBARTZ-VAN ELST: Die Kirche hat gute Gründe, am Zölibat festzuhalten.

Fotorechte: BAMS: Bistümer: Trier, Speyer, Limburg, Mainz, Freiburg

20.02.2013


Vertrauensvolle Zusammenarbeit

Präses Nikolaus Schneider, Vizepräsident Christian Drägert, Kirchenpräsident Christian Schad und der künftige Präses Manfred Rekowski (vorne von links). Präses Nikolaus Schneider, Vizepräsident Christian Drägert, Kirchenpräsident Christian Schad und der künftige Präses Manfred Rekowski (vorne von links).

Spitzengespräch der rheinischen und pfälzischen Landeskirchen in Bad Dürkheim

Bad Dürkheim- Die Zusammenarbeit der Evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland auf dem Gebiet von Diakonie und Medienarbeit hat sich bewährt und geschieht in großem gegenseitigem Vertrauen. Dieses Resümee haben der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Nikolaus Schneider, und der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz (EKP), Christian Schad, zum Abschluss einer zweitägigen Konsultation der Kollegien beider Landeskirchen in Bad Dürkheim gezogen.

Nach Auffassung beider Kirchenvertreter ist die 2011 neugegründete Arbeitsgemeinschaft Diakonie in Rheinland-Pfalz ein Erfolgsmodell. Durch die Bündelung von Kompetenzen habe sich nicht nur die direkte Beziehung der Diakonischen Werke untereinander weiter verbessert, sondern auch deren Bedeutung gegenüber den politischen und gesellschaftlichen Partnern im Land. „Die rund 25.000 hauptamtlichen und die ebenso starke Anzahl an ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Diakonie in Rheinland-Pfalz sind ein bedeutendes Potential an Menschlichkeit und sozialer Kompetenz“, sagten Schneider und Schad. In der Arbeitsgemeinschaft sind die Diakonischen Werke der Pfalz, des Rheinlandes und von Hessen und Nassau vertreten.

Im Bereich der Medienarbeit verwiesen Schneider und Schad auf die gemeinsame Rundfunk- und Internetarbeit. So gebe es einen intensiven Austausch über die Nutzung sozialer Netzwerke für die kirchliche Kommunikationsarbeit. Konkret bedeute dies eine Vernetzung über die landeskirchlichen Facebook-Fanpages sowie einen fachlichen Austausch über die Entwicklung von Social Media Guidelines.

Kirchenpräsident Christian Schad dankte dem scheidenden Präses Nikolaus Schneider und Vizepräsident Christian Drägert für eine kollegiale und freundschaftliche Zusammenarbeit. Mit großem persönlichen Engagement und hoher fachlicher Kompetenz hätten beide in ihren Amtsjahren das innerprotestantische Klima geprägt und mitgestaltet sowie ihre Kirche in der Gesellschaft repräsentiert. Schad wünschte Manfred Rekowski, der im März die Nachfolge Schneiders als Präses der EKiR antritt, eine glückliche Hand für die Leitung seiner Landeskirche. „Ich bin sicher, dass wir das gute Miteinander fortsetzen“, erklärte Schad.

Die Evangelische Kirche im Rheinland hat in Rheinland-Pfalz rund 370.800 Mitglieder in 189 Kirchengemeinden, im Saarland rund 151.000 Mitglieder in 47 Kirchengemeinden. Die Evangelische Kirche der Pfalz hat in Rheinland-Pfalz rund 520.000 Mitglieder in 383 Kirchengemeinden und im Saarland rund 42.000 Mitglieder in 32 Kirchengemeinden. www.evkirchepfalz.de EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Pressereferat 

20.02.2013


Unterschiedliche Wege zum Glauben

Zentrale Zulassungsfeier für erwachsene Taufbewerber in der Domkrypta

Speyer- Auf unterschiedlichsten Wegen sind sie mit dem Glauben in Kontakt gekommen. Nach einer intensiven Kennenlernphase und der Auseinandersetzung mit Inhalten des Glaubens besteht nun der Wunsch, getauft zu werden: Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hat am Sonntag in der Krypta des Speyerer Domes 22 erwachsenen Taufbewerberinnen und Taufbewerbern (Katechumenen) aus dem Bistum offiziell die Zulassung zu den Sakramenten des Christwerdens erteilt. Die Frauen und Männer im Alter von 22 bis 52 Jahren werden in der Osternacht in ihren Heimatpfarreien getauft und gefirmt, auch empfangen sie zum ersten Mal die heilige Kommunion.

In seiner Predigt erläuterte Bischof Wiesemann, dass die Taufbewerberinnen und Taufbewerber ein Geschenk für die Kirche seien. In ihnen zeige sich etwas vom Handeln Gottes. In den unterschiedlichen Biographien der Katechumenen werde der „ferne“ Gott zu einem nahen Gott für uns alle. „Es ist spürbares Wirken Gottes in Ihrem Leben. Durch Ihre unterschiedlichen Lebensbiographien wird die Kirche angeregt Mut zu haben, nach außen zu gehen, den Dialog des Glaubens mit den Menschen zu wagen. Es lohnt!“

Bischof Wiesemann freut sich, dass er in der Osternacht zwei Katechumenen durch das Sakrament der Taufe, Firmung und Eucharistie in die Gemeinschaft der Kirche aufnehmen darf. Er wünschte den Bewerberinnen und Bewerbern, dass der Glaube zum festen Anker in ihrem Leben werde.

Die 22 Frauen und Männer haben sich in einer längeren Zeit der Vorbereitung (Katechumenat) auf den Empfang der Sakramente vorbereitet. Im Katechumenat lernen die Taufanwärter unter Anleitung erfahrener Christen christlichen Glauben und Lebensstil kennen. Lebenserfahrungen werden dann im Gespräch mit dem Glauben in Verbindung gebracht. Dabei geht es um ein "Glaubenlernen" mit allen Sinnen - ausgerichtet an der Liturgie und am Leben. Mit der Zulassung zur Taufe beginnt die letzte intensive Phase der Vorbereitung auf den Empfang der Sakramente an Ostern.

Das Wort „Katechumenat“ leitet sich vom griechischen „katechein“ her, das „entgegentönen“, aber auch „unterrichten“ bedeutet. Bis ins vierte Jahrhundert hat diese Form der Sakramentenvorbereitung das kirchliche Leben geprägt; sie erlebt seit gut einem Jahrzehnt eine Renaissance. Erwachsene Taufbewerber wurden - damals wie heute - durch Bürgen der Gemeinde vorgestellt und in einem ersten Ritus in den Katechumenat aufgenommen.

Katecheten trugen Verantwortung für einen Glaubensunterricht. Wenn in den Katechumenen die Entscheidung gereift war, sich in der folgenden Osternacht taufen zu lassen, wurden sie sechs Wochen zuvor, zu Beginn der Fastenzeit, vom Bischof feierlich zur Taufe zugelassen. Damit begann die letzte intensive Phase der Vorbereitung auf den Empfang der Sakramente der Eingliederung in die Kirche (Taufe, Firmung, Eucharistie). An diese altkirchliche Übung knüpft die heutige Praxis an.

Sendschreiben aus den Gemeinden
In der feierlichen Liturgie in der Domkrypta stellten sich die Bewerber mit den Glaubensbegleitern aus den Pfarreien dem Bischof vor und übergaben Sendschreiben, in denen die Gemeinden um die Taufe der Bewerber bitten.

Pfarrer Marco Richtscheid und Domkapitular Matthias Bender berichteten stellvertretend über den Glaubensweg ihrer Bewerber: Ein junger Mann kam über die katholische Jugendverbandsarbeit mit engagierten jungen Christen in Kontakt. In Gruppenstunden und Freizeiten erlebte er, welche Bedeutung Glaube für seine Freundinnen und Freude hat. So fand er Geschmack, wollte mehr erfahren und machte erste Glaubenserfahrungen. In vielen Gesprächen wuchs in ihm der Wunsch in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen zu werden.

Domkapitular Bender schilderte eindrucksvoll den Weg eines Ehepaares, das unter anderem auch über die Domliturgie zum Glauben gefunden hat. Beide haben auch über den Arbeitgeber und Gespräche mit engagierten Christen entdeckt, welche Kraft und welchen Halt ihnen der Glaube an Gott schenken kann. Seit langem besuchen sie in Speyer die Katechumenatsgruppe und tauschen sich hier mit anderen Gleichgesinnten über den Glauben aus. So wuchs schließlich der Wunsch durch die Taufe ganz in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden.

Die Feier wurde musikalisch mitgestaltet durch ein Vokalensemble unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori.
Bischöfliches Ordinariat Speyer, Pressestelle

Informationen zur Erwachsenentaufe oder zum Wiedereintritt in die katholische Kirche gibt es unter der zentralen Telefonnummer 01801-301010 (zum Ortstarif) oder im Internet unter www.mach-dich-auf-und.com.

18.02.2013


Wolfgang Franz übernimmt Amt des Dom- und Diözesankonservators

Verantwortung für kirchliche Denkmalpflege umfasst zahlreiche Aspekte

Speyer- Anfang Februar hat Wolfgang Franz das Amt des Dom- und Diözesankonservators im Bistum Speyer übernommen. Er ist damit für die kirchliche Denkmalpflege im Bistum Speyer verantwortlich. Diese Aufgabe umfasst viele Aspekte, von der Beratung über Befunduntersuchungen und Fachgutachten bis zur Entwicklung und Umsetzung von Sanierungs- und Restaurierungskonzepten. Bei diesen Tätigkeiten arbeitet der Dom- und Diözesankonservator eng mit der staatlichen Denkmalpflege zusammen.

Wolfgang Franz hat in Bayern den Beruf des Kirchenmalers und Vergolders erlernt und sich an der Fachhochschule Köln zum Diplom-Restaurator qualifiziert. Schwerpunkt seines Studiums war die Restaurierung und Konservierung von Wandmalerei und Stein. Nach 13 Jahren der Mitarbeit in einer hessischen Restaurierungsfirma hat er sich im Jahr 2004 selbständig gemacht. Er ist ein anerkannter Experte für die Restaurierung von historischer Wandmalerei und hat an zahlreichen Projekten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mitgewirkt.

Das Amt des Dom- und Diözesankonservators ist in der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien des Bischöflichen Ordinariats angesiedelt. Wolfgang Franz folgt in dieser Funktion auf Heinrich Hartmann, der im Oktober des vergangenen Jahres in die Passivphase der Altersteilzeit verabschiedet wurde.

Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse

18.02.2013


Diözesaner Weltjugendtag

Tag der Begegnung und Nacht der Lichter am 23./24. März in St. Ingbert

Speyer- Mit anderen Jugendlichen über Gott und die Welt reden, gemeinsam feiern, beten – das macht die Faszination von Weltjugendtagen und von Taizé aus. Beim nächsten Diözesanen Weltjugendtag für das Bistum Speyer am 23./24. März wird es genau darum gehen. Die Abteilung Jugendseelsorge im Bischöflichen Ordinariat der Diözese Speyer lädt dazu Jugendliche ab 15 Jahren nach St. Ingbert in die Pfarrei St. Josef (Prälat Göbel Str. 1) ein.

Der erste Teil des Programms, der Tag der Begegnung, beginnt um 15.30 Uhr. Nach dem Kennenlernen geht es um das Motto des nächsten internationalen Weltjugendtages im Sommer in Rio: „Geht hin, und macht zu Jüngern alle Völker der Erde“ (Mt 28,19). In kleinen Gruppen können sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen darüber austauschen. Anschließend können die Jugendlichen zwischen verschiedenen kreativen und musikalischen Angeboten wählen.
Der zweite Teil des Diözesanen Weltjugendtages, die Nacht der Lichter, ein Taizégebet mit Weihbischof Otto Georgens in der Engelbertskirche, beginnt um 20 Uhr.
Wer möchte, kann nach dem Ende des Taizégebetes im Pfarrzentrum St. Josef übernachten und am nächsten Morgen an der Palmsonntagsliturgie der Gemeinde teilnehmen.
Das Online-Anmeldeformular zum Diözesanen Weltjugendtag findet man unter www.jugendseelsorge-speyer.de. Anmeldeschluss ist der 8. März 2013.

Ansprechpartner für die Veranstaltung ist:

Pfr. Carsten Leinhäuser
Referent Berufe der Kirche. Dein Leben. Dein Weg.
Tel. 0 62 32/ 102 337 ; Mail: info@dein-leben-dein-weg.de
www.dein-leben-dein-weg.de

Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Diözesanverband Speyer, Presse www.bdkj-speyer.de

17.02.2013


„Gott wieder in die Mitte stellen“

Aschermittwoch: Bischof Wiesemann predigte im Speyerer Dom - Gläubige mit Aschenkreuz bezeichnet

Speyer- „Fasten und Verzicht haben ihren Sinn darin, dass wir uns auf Gott hin orientieren, von ihm erfüllt werden.“ Dies betonte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Aschermittwochsgottesdienst im Speyerer Dom. In der 40-tägigen Vorbereitungszeit auf das Osterfest gehe es darum, „Gott wieder in die Mitte zu stellen“.

In seiner Predigt sagte der Bischof, die Fastenzeit beginne in diesem Jahr in einer besonderen Situation der Kirche. Die Rücktrittsankündigung von Papst Benedikt XVI. habe ihn „überrascht und sehr berührt“. Der heilige Vater, dessen körperliche Kräfte für sein Amt zu schwach geworden seien, vertraue zutiefst darauf, dass letztlich nicht ein Mensch, sondern der Geist Gottes die Kirche führe. Bischof Wiesemann rief dazu auf, die Fastenzeit in ganz besonderer Weise zu begehen „als inniges Gebet um den heiligen Geist, der uns Mut macht und Kraft gibt auch in der Schwäche“.

Während des Gottesdienstes bezeichneten Bischof Wiesemann und Mitglieder des Domkapitels die Gläubigen - wie es seit dem elften Jahrhundert Tradition ist - mit einem Aschenkreuz. Die aus geweihten Palmzweigen gewonnene Asche gilt als äußeres Zeichen für Trauer und Buße. Das Aschenkreuz symbolisiert den Beginn der Bußzeit und zugleich die Hoffnung auf die Auferstehung. Der Aschermittwoch ist neben dem Karfreitag der einzige Tag, der in der katholischen Kirche als strenger Fastentag gilt. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse

14.02.2013


„Pilger“-Leser spenden rund 360 000 Euro

Jahr 2012 wurden Hilfsprojekte in mehr als 30 Ländern unterstützt

Speyer- Die „Aktion Silbermöwe“, das Leserhilfswerk der Speyerer Bistumszeitung „der pilger“, hat im vergangenen Jahr ein Ergebnis von rund 360.000 Euro für Not leidende Menschen in der Welt erzielt. „Mit den Spenden der Leserinnen und Leser sowie zahlreicher Initiativen, Verbände und Pfarreien konnten wir Projekte und Missionsstationen in mehr als 30 Ländern unterstützen“, so Norbert Rönn, Chefredakteur der Speyerer Bistumszeitung.

Größere Summen gingen 2012 unter anderem an Projekte für die Opfer des Wirbelsturms Sandy in Haiti, an Einrichtungen der Niederbronner Schwestern in Angola, an Projekte der Steyler Missionare (Bruder Karl Schaarschmidt) in Kenia sowie an Förderprogramme für Notleidende in Paraguay (Pfarrer Harald Wilhelm). Besondere Unterstützung erfuhren auch Krankenhäuser in Uganda und Ghana, eine Landwirtschaftsschule in Brasilien, Schulen und Internate in Indien sowie unterschiedliche, meist von Ordensleuten initiierte Einrichtungen in Indonesien, Togo, Ruanda, Brasilien und Guatemala. Insgesamt konnten allein in den zurückliegenden zehn Jahren rund neun Millionen Euro von der „Aktion Silbermöwe“ weitergeleitet werden.

Die Hilfsaktion der Kirchenzeitung arbeitet eng mit der Diözesanstelle Weltkirche im Bischöflichen Ordinariat Speyer, der Bischöflichen Finanzkammer und der Liga-Bank zusammen. Hilfreiche und kompetente Partner in der Entwicklungszusammenarbeit sind zudem die kirchlichen Hilfswerke, unter anderem das Päpstliche Missionswerk der Kinder in Aachen, das viele Projektspenden aus eigenen Mitteln der Sternsingeraktion nochmals aufstockt. „Aus vielen Rückmeldungen aus Ländern des Südens wissen wir, wie wichtig die Silbermöwen-Hilfe ist“, betont die „pilger“-Redaktion.

Die „Aktion Silbermöwe“ ist in dieser Form einmalig in der deutschen Presselandschaft. Sie war 1960 von der „pilger“-Redaktion ins Leben gerufen worden; Anlass für die damalige Initiative: Frauen und Männern aus der so genannten „Dritten Welt“ die Reise zum Eucharistischen Weltkongress in München zu ermöglichen. Im Zusammenhang mit der „Aktion Silbermöwe“ geht es der Pilger-Redaktion auch darum, Brücken zu schlagen zwischen den Menschen im Norden und Süden, um Hilfe zur Selbsthilfe, um Kontakte und Partnerschaften auf Augenhöhe, um gegenseitiges voneinander Lernen. Ein wichtiges Anliegen sei auch, so Rönn, „Hintergründe von Unterentwicklung und Armut zu beleuchten und die Verantwortung jedes einzelnen für eine gerechtere Welt anzumahnen“.

Nähere Informationen zur "Aktion Silbermöwe" auf der Homepage der Bistumszeitung „der pilger“ unter www.pilger-speyer.de.

Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse

12.02.2013


Mann von überragendem Intellekt und von großer Spiritualität

Benedikt XVI. bei seinem Deutschlandbesuch 2011Papst Benedikt XVI. kündigt zum 28. Februar Rückzug aus seinem Amt an – Speyer erinnert an den Auftritt Joseph Kardinal Ratzingers an Pfingsten 1990.

von Gerhard Cantzler

Mit großem Respekt - dennoch nicht weniger betroffen und überrascht, so hat der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Nachricht vom bevorstehenden Rücktritt von Papst Benedikt XVI. vom Amt des Oberhirten der Katholischen Kirche aufgenommen. „Die Entscheidung des Papstes, sein hohes Amt schon zum Ende des Monats Februar 2013 aufzugeben, berührt mich auch ganz persönlich zutiefst“, betonte der Bischof gegenüber dem SPEYER-KURIER. Auch wenn der Heilige Vater wiederholt angedeutet habe, im Falle einer schwerwiegenden Beeinträchtigung seiner Leistungsfähigkeit nicht an seinem Amt festhalten zu wollen, komme die heutige Nachricht aus Rom doch auch für ihn völlig überraschend, so der Bischof, den unsere Redaktion über Mobil-Telefon auf einer Wanderung durch den Pfälzer Wald erreichte. Dort wollte Bischof Dr. Wiesemann nach anstrengenden Wochen – er war zuletzt erst gestern von einer ökumenischen Tagung in Wien nach Speyer zurückgekehrt - „ein wenig entspannen und durchschnaufen“.

Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz WiesemannDr. Wiesemann, der schon während seiner Studienzeit an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom dem heutigen Papst wiederholt in dessen damaligen Funktion als Präfekt der römischen Glaubenskongregation persönlich begegnet war und der ihn schon damals „als großen Theologen schätzen gelernt“ habe, traf zuletzt im Mai 2012 aus Anlass einer Tagung der Italienischen Bischofskonferenz, an der er selbst als deutscher Delegierter teilnahm, mit dem Pontifex zusammen.

„Schon seit meinem ersten Zusammentreffen mit ihm hat mich der spätere Papst als 'der Mann des Wortes' immer wieder zutiefst fasziniert - als ein Mann, der stets die Auseinandersetzung mit den geistigen Strömungen unserer Zeit sucht. “, so der Bischof. Seine Schriften und seine große Spiritualität, insbesondere aber seine Fähigkeit, sich mit den bedeutendsten Intellektuellen unserer Zeit 'auf Augenhöhe' auseinanderzusetzen, hätten ihn immer wieder zutiefst beeindruckt, so der Speyerer Oberhirte, der es als ein für ihn selbst unvergessliches Beispiel dafür nannte, wie der damalige Kardinal Joseph Ratzinger den Diskurs mit dem streitbaren Philosophen und Soziologen Prof. Dr. Jürgen Habermas geführt habe. „Wie er sich dabei immer wieder dagegen stark gemacht hat, den Glauben in den Bereich der Paraphänomene abzudrängen, das hat mir schon damals größte Hochachtung abgenötigt“, so Dr. Wiesemann. Insbesondere habe der Papst in seinem Pontifikat einen großen Beitrag zur Versöhnung von Glaube und Vernunft geleistet. „Als geistlichem Menschen geht es Benedikt stets um die Vertiefung des Glaubens, die auch Anliegen des „Jahres des Glaubens“ ist, das der Papst von Oktober 2012 bis November 2013 ausgerufen hat“. Als weiteren Aspekt der Amtszeit des heiligen Vaters bezeichnete Bischof Dr. Wiesemann die Verankerung der Caritas als wesentlichen Ausdruck des christlichen Glaubens. Dies werde vor allem in seinen Enzykliken deutlich.

Als Europa-Redner 1990 zu Gast in Speyer

Kardinal Ratzinger bei seinem Besuch 1990 in SpeyerEinen eigenen, unvergesslichen Eindruck von der hohen Intellektualität des Papstes konnten sich die Speyerer und ihre unzähligen Gäste zu Pfingsten 1990 verschaffen, als der damalige Kurienkardinal Joseph Ratzinger nur wenige Monate nach dem Fall der Berliner Mauer zum 2000jährigen Jubiläum der Kaiserstadt gekommen war, um dort über den Auftrag der Christen beim Aufbau eines geeinten, von christlichen Werten inspirierten Europas zu sprechen.

Dabei hob er hervor, dass sich der Europagedanke in der Nachkriegszeit als politische und moralische Kraft bewährt habe. Europa sei ein Wort für Friede und Versöhnung zwischen einst verfeindeten Völkern geworden. Das Zerreißen des eisernen Vorhangs habe mit einem Mal die ursprüngliche Herausforderung erneuert, "neue Weisen der Einheit in der Vielfalt zu finden und eine neue großräumige Friedensordnung zu konzipieren". Europa als politische Idee müsse das nationalstaatliche Modell endlich durch ein Konzept kultureller Gemeinschaft und weltweiter Solidarität ersetzen, so der Kardinal damals, der im weiteren forderte, der Politik die Ethik überzuordnen. Europa müsse mit seiner Rationalität auch deren sinngebenden Grund weitergeben und "den Blick auf die Wahrheit öffnen - auf Gott, der Maßstab des Guten ist".

Papst Benedikt XVI.Für heute Vormittag hatte der Papst nun das Konsistorium der Kardinäle nach Rom eingeladen – auf der Tagesordnung standen zunächst nur eine Reihe von Heiligsprechungen. Doch was der Heilige Vater dann den wichtigsten Würdenträger der römischen Kirche mitzuteilen hatte, überraschte selbst Insider.

Lesen Sie im folgenden die Erklärung von Papst Benedikt XVI. von heute im Wortlaut;

Liebe Mitbrüder! Ich habe euch zu diesem Konsistorium nicht nur wegen drei Heiligsprechungen zusammengerufen, sondern auch um euch eine Entscheidung von großer Wichtigkeit für das Leben der Kirche mitzuteilen.

Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben.

Ich bin mir sehr bewusst, dass dieser Dienst wegen seines geistlichen Wesens nicht nur durch Taten und Worte ausgeübt werden darf, sondern nicht weniger durch Leiden und durch Gebet. Aber die Welt, die sich so schnell verändert, wird heute durch Fragen, die für das Leben des Glaubens von großer Bedeutung sind, hin- und hergeworfen. Um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes notwendig, eine Kraft, die in den vergangenen Monaten in mir derart abgenommen hat, dass ich mein Unvermögen erkennen muss, den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen.

Im Bewusstsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005 anvertraut wurde, zu verzichten, so dass ab dem 28. Februar 2013, um 20 Uhr, der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird und von denen, in deren Zuständigkeit es fällt, das Konklave zur Wahl des neuen Papstes zusammengerufen werden muss.

Liebe Mitbrüder, ich danke euch von ganzem Herzen für alle Liebe und Arbeit, womit ihr mit mir die Last meines Amtes getragen habt, und ich bitte euch um Verzeihung für alle meine Fehler. Nun wollen wir die Heilige Kirche der Sorge des höchsten Hirten, unseres Herrn Jesus Christus, anempfehlen. Und bitten wir seine heilige Mutter Maria, damit sie den Kardinälen bei der Wahl des neuen Papstes mit ihrer mütterlichen Güte beistehe. Was mich selbst betrifft, so möchte ich auch in Zukunft der Heiligen Kirche Gottes mit ganzem Herzen durch ein Leben im Gebet dienen." Foto: Bischöfliches Ordenariat Speyer; Foto vom Papstbesuch 2011 stammt vom Bischofssekretär Manuel Wluka

11.02.2013


Erklärung von Kirchenpräsident Christian Schad zum angekündigten Rücktritt von Papst Benedikt XVI.

Mich hat der angekündigte Rücktritt von Papst Benedikt XVI. überrascht. Wenngleich ein solcher Schritt kirchenrechtlich möglich ist, so muss man bis ins 13. Jahrhundert zurückgehen, um auf den bisher einzigen Rücktritt eines Papstes zu stoßen.

Ich sehe in der Art und Weise seines Ausscheidens aus dem Amt einen Vorgang von großer menschlicher und spiritueller Bedeutung. Es macht deutlich, dass auch der Träger des Petrusamts ein Mensch ist, dem weder Gott noch die Kirche Übermenschliches abverlangen, so dass er auch nicht gezwungen ist, es sich selbst abzuverlangen. Der Papst hat damit seinen Nachfolgern eine neue Freiheit in der Erfüllung dieses Amtes eröffnet. Für den Mut, das Verantwortungs- und das Pflichtbewusstsein, die sich in dieser Entscheidung ausdrücken, gebührt Papst Benedikt XVI. deshalb höchste Achtung.

Voller Respekt betrachte ich seine Entscheidung und seine Lebensleistung. Mit der Wahl des deutschen Kurienkardinals Joseph Ratzinger hatte sich 2005 das Konklave für einen der profiliertesten römisch-katholischen Theologen entschieden.

Benedikt XVI. hat sich als Glaubensförderer und Glaubenshüter innerhalb seiner eigenen Kirche erwiesen. Er hat den Dialog mit der orthodoxen Kirche gefördert und das Gespräch mit den Kirchen der Reformation gepflegt. Ich verhehle nicht, dass wir uns als Protestanten bei seinem Besuch in Erfurt 2011 ein klareres Bekenntnis zur Ökumene gewünscht hätten.

Als Präfekt der Glaubenskongregation hat Kardinal Ratzinger der gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre katholischerseits zum Durchbruch verholfen. Auf dieser fundamentalen Basis aufbauend, hoffe ich auf weitere Fortschritte im gemeinsamen Gespräch. Dazu gehört auch die Anerkennung der reformatorischen Kirchen als „Kirchen im eigentlichen Sinn“.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die römisch-katholische Kirche und die Kirchen der Reformation im ökumenischen Dialog eine Kultur entwickeln, in der Einheit und Differenz, Einheit und Vielfalt, nicht gegeneinander ausgespielt, sondern in ihrer Wechselseitigkeit wahrgenommen werden.

Geschwisterliche Vielfalt, einander bereichernde Pluralität, gehören zum Wesen der Kirchengemeinschaft – und sind in gewisser Weise Voraussetzung lebendiger Einheit.
Denn Kirche hat es in uniformer Gestalt nie gegeben; auch im Urchristentum nicht.

Der Papst trägt den Titel „pontifex maximus“, er versteht sich als großer Brückenbauer. So wünsche ich mir, dass der Nachfolger Benedikts XVI. Brücken gerade zwischen den Kirchen der Ökumene, aber auch zwischen den Religionen und unterschiedlichen Kulturen baut. Auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017 wäre die Feier der Wiederentdeckung des Evangeliums ein guter Ansatzpunkt.

Speyer, 11. Februar 2013

Kirchenpräsident Christian Schad ist stellvertretender Vorsitzender der Union Evangelischer Kirchen (UEK) in Deutschland und Mitglied des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen in Deutschland.

Evangelischen Kirche der Pfalz, Pressereferat 

11.02.2013


„Wir haben den Hunger satt“

Hungertuchwallfahrt von Neustadt nach Aachen - Aussendungsfeier am 12. Februar

Speyer- „Wir haben den Hunger satt!“ Unter dieses Leitwort stellt das bischöfliche Hilfswerk Misereor seine Fastenaktion 2013 im Hinblick auf arme Menschen in den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Diesem Motto folgt auch die Misereor-Hungertuchwallfahrt, die seit 1986 jeweils zu Beginn der Fastenzeit gestartet wird - in diesem Jahr in Neustadt an der Weinstraße.

„Rund 870 Millionen Menschen auf der Welt leiden Hunger, jeder achte Mensch ist unterernährt“, erklärt Misereor. Den „Skandal des Hungers“ will das Hilfswerk mit der Fastenaktion „öffentlich“ machen und bittet zugleich um Unterstützung für die Hilfsprojekte, deren zentrale Anliegen die Hungerbekämpfung und Ernährungssicherung sind als Voraussetzung für Entwicklung. Das Hungertuch gestaltete Ejti Stih, eine international bekannte Künstlerin aus Santa Cruz de la Sierra/Bolivien. Es trägt den Titel „Wie viele Brote habt ihr?“ Diese Frage soll Impulse zum Nachdenken geben - darüber, worauf man persönlich verzichten könnte, um Hunger und Armut entgegenzuwirken.

Ausgangspunkt der diesjährigen Hungertuch-Wallfahrt ist das Herz-Jesu-Kloster in Neustadt. Dort treffen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Bistum Speyer und vielen anderen Regionen Deutschlands am 11. Februar zu einem Einkehrtag. Am Tag darauf, am Dienstag, 12. Februar (9.30 Uhr), feiert Weihbischof Otto Georgens in der Klosterkirche mit der Wandergruppe den Aussendungsgottesdienst.

In vier Gruppen bewältigen die Wallfahrerinnen und Wallfahrer abwechselnd die 270 Kilometer lange Strecke von Neustadt bis nach Aachen. Die rund 60 Pilger teilen sich den Weg im Stafettensystem auf. Eine Gruppe läuft mit dem Hungertuch, während eine andere Gruppe ruht, eine dritte fährt derweil zum nächsten Übergabepunkt, um das Tuch weiterzutragen. Übernachtet wird mit Schlafsack und Isomatte in Gemeindehäusern, Schulen und anderen Einrichtungen. Dort entsteht oftmals ein reger Austausch zwischen Gemeindemitgliedern, die die Wallfahrer betreuen und beköstigen, und ihren Gästen, ebenso bei Begegnungen mit Menschen in Kindergärten, Schulen oder Eine-Welt-Kreisen. Interessenten sind herzlich eingeladen, die Wallfahrer bis zum nächsten Etappenziel oder darüber hinaus zu begleiten. Der Rücktransport an den Ausgangspunkt kann mit den gruppeneigenen Begleitfahrzeugen erfolgen.

Die erste Etappe führt am Dienstag, 12. Februar, vom Herz-Jesu-Kloster Neustadt nach Lambrecht zur katholischen Kirche. Dort werden die Wallfahrts-Teilnehmer gegen 12.30 Uhr von der Pfarrei begrüßt und mit einem kleinen Imbiss verköstigt. Während diese erste Gruppe in Lambrecht bis zur Nacht verweilt und sich im Alten Pfarrhaus ausruhen kann, übernimmt die nächste Gruppe das Hungertuch. Wie Pfarrer Franz Neumer aus der Pfarreiengemeinschaft der Talorte mitteilt, ist auch in Weidenthal Verpflegung und Unterkunft (hier im Maximilian-Kolbe-Haus) gesichert. In den beiden Gemeinden Lambrecht und Weidenthal finden zeitgleich am Dienstag um 19 Uhr Wortgottesdienste statt.

Während der Wallfahrt mit dem Misereor-Hungertuch gehen die Pilger keiner Strapaze aus dem Weg. So machen sie sich zum Beispiel in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gegen 0.30 Uhr vom Pfarramt Maria Schutz in Kaiserslautern Teilnehmer auf nach St. Nikolaus in Ramstein, wo sie am frühen Morgen eintreffen. Dort wird das Hungertuch sogleich an die nächste Wandergruppe weitergereicht, die bereits eine halbe Stunde später Richtung Kusel aufbricht. Die Wegabschnitte sind unterschiedlich lang, sie betragen zwischen zehn und zwanzig Kilometern.

Weitere Stationen der sechstägigen Wallfahrt sind Baumholder, Birkenfeld, Morbach, Bernkastel-Kues, Wittlich, Manderscheid, Daun, Hillesheim, Jünkerath, Dahlem, Schleiden, Simmerath, Roetgen-Rott, Lichtenbusch und Aachen-Burtscheid. Einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der Misereor-Fastenaktion, die am 17. Februar um 10 Uhr mit einem festlichen Gottesdienst in der Aachener Pfarrkirche St. Jakob eingeläutet wird, kommen die Pilger in der Stadt am Dreiländereck an.

Weitere Informationen unter www.misereor.de/aktionen/hungertuchwallfahrt.html

Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse Foto: Das MISEREOR-Hungertuch 2013 „Wie viele Brote habt ihr?“ von Ejti Stih © MISEREOR

08.02.2013


Die Grundlagen einer freien Gesellschaft

Landeskirchenrat mit Kirchenpräsident Schad (4. v. rechts) und FDP Landesvorsitzenden Wissing ( 3.v.rechts)

FDP-Landesverband und Landeskirche betonen Bedeutung von Bildung

Speyer- Bildung ist für die Freie Demokratische Partei (FDP) und den Landeskirchenrat der Evangelischen Kirche der Pfalz das Zukunftsthema in Bund und Land. Zu einem modernen Bildungsangebot gehöre besonders die frühkindliche Bildung im Bereich der Kindertagesstätten, erklärten der FDP-Landesvorsitzende Volker Wissing und Kirchenpräsident Christian Schad in Speyer. Im Rahmen ihrer Parteiengespräche hatte die Kirchenleitung den FDP-Landesverband Rheinland-Pfalz eingeladen.

Bildung stelle die Grundlage einer freien Gesellschaft dar, die Chancengleichheit schaffe, betonte Wissing. Aus diesem Grunde lägen die Themen Bildungsqualität und Bildungsvielfalt der FDP besonders am Herzen. Bildung sei die soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Mit einer Politik für die besten Kindergärten, die besten Schulen und die besten Hochschulen setze man auf die Zukunftsfähigkeit Deutschlands, sagte der FDP-Landesvorsitzende und stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion.

Gemeinsam unterstrichen die Politiker und Kirchenvertreter das Subsidiaritätsprinzip, nach dem eine staatliche Aufgabe soweit wie möglich von einer kleineren Einheit wahrgenommen werden soll. „Der Staat braucht im Bereich der Bildung auch das ‚Know How‘ der Kirche“, erklärte Wissing. Kirchliche Kindertagesstätten und Schulen stünden für mehr als nur Wissensvermittlung. „Wir wollen auch Werte wie Toleranz, Freiheit, Gemeinschaftserfahrung und Eigenverantwortung vermitteln“, sagten Wissing und Schad übereinstimmend. Darüberhinaus trage gerade religiöse Bildung zur Persönlichkeitsentwicklung bei.

An dem Gespräch im Landeskirchenrat nahmen neben den Mitgliedern des Landeskirchenrats und dem FDP-Landesvorsitzenden auch der Europaabgeordnete Jürgen Creutzmann sowie der Vorsitzende des FDP-Bezirksverbandes Pfalz, Günter Eymael und der Vorsitzender des FDP Bezirksverbandes Rheinhessen-Vorderpfalz, Franz Ringhoffer, teil. Evangelische Kirche der Pfalz, Speyer, Pressestelle  www.evkirchepfalz.de

06.02.2013


Reise zum Weltjugendtag nach Rio

Junge Christen aus den Diözesen Freiburg und Speyer reisen gemeinsam zum internationalen Weltjugendtag in Rio

Speyer- Der nächste internationale Weltjugendtag findet vom 23. bis 28. Juli 2013 in Rio statt. Zu dem Treffen mit Papst Benedikt XVI. unter dem Motto „Geht hin, und macht zu Jüngern alle Völker der Erde“ (Mt 28,19) werden weit über zwei Millionen junge Christen aus der ganzen Welt erwartet. Dabei sein wird auch eine 30-köpfige Gruppe junger Menschen aus den Bistümern Speyer und Freiburg, die gemeinsam eine Reise zum Weltjugendtag unternehmen.

Bei der von der Abteilung Jugendseelsorge und der Stelle Berufe der Kirche im Bistum Speyer, der Fachstelle Junge Erwachsene der Abteilung Jugendpastoral sowie der Diözesanstelle Berufe der Kirche der Erzdiözese Freiburg organisierten Reise nach Brasilien vom 17. Juli bis zum 3. August fahren junge Leute zwischen 18 und 35 Jahren mit. Die Reisegruppe wird über zwei Wochen in Brasilien unterwegs sein. Abflug ist am 17. Juli am Frankfurter Flughafen. Die ersten vier Tage findet ein Begegnungsprogramm in einer Pfarrei in Belo Jardim in Nordost-Brasilien statt. Während dieser Tage der Begegnung sind die Reisenden aus Deutschland in Gastfamilien untergebracht. Kooperationspartner in Belo Jardim sind die vor Ort aktiven Sießener Franziskanerinnen. Nach der Teilnahme am Weltjugendtag in Rio vom 23. bis 28. Juli steht dann für die Pilger aus den Diözesen Freiburg und Speyer noch ein kurzer Aufenthalt auf der Ilha Grande auf dem Reiseprogramm. Der Rückflug nach Frankfurt ist für den 3. August geplant.

Informationen zur Reise findet man unter www.jugend-bistum-speyer.de und www.wjt.kja-freiburg.de.

Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Diözesanverband Speyer, Presse

06.02.2013


Bistum Speyer auch weiterhin auf Spar- und Konsolidierungskurs

Generalvikar Dr. Jung warnt vor fehlenden Möglichkeiten zur Rücklagenbildung

cr./is. Speyer. „Auch im Jahr 2013 wird das Bistum Speyer auf allen Ebenen seinen strikten Kurs der Haushaltskonsolidierung fortsetzen – aber auch fortsetzen müssen“. Das betonte heute Generalvikar Dr. Franz Jung bei der Präsentation des aktuellen Zahlenwerkes, zu der er gemeinsam mit dem Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien des Bischöflichen Ordinariats, Domkapitular Peter Schappert und Finanzdirektorin Tatjana Mast vor die Presse trat. Angesichts des überwiegend durch die demographische Entwicklung bedingten Rückgangs der Katholikenzahlen im Bistum sowie der rückläufigen Kirchensteuereinnahmen müssten die Ausgaben auch zukünftig weiter eingeschränkt werden, stellte der Generalvikar fest. Dazu sollen - entsprechend der Zielsetzung des „Pastoralplanes 2015“, der die Reduzierung der Zahl der Pfarreien in der Diözese auf zukünftig nur noch 70 vorsieht – die durch diese Maßnahme frei werdenden kirchlichen Immobilien veräußert, Personal sozialverträglich abgebaut und Aufgaben konzentriert werden. „Damit wollen wir aber zugleich auch eine Bündelung der Aufgaben und eine weitere Professionalisierung in Kirchenverwaltung erreichen“, so Dr. Jung.

Wenn das Bistum Speyer im Jahr 2005 bei einem Gesamtbestand von 1.450 Immobilien noch über 292 Pfarrhäuser verfügt habe, dann mache - selbst unter Berücksichtigung der in der Zwischenzeit bereits verkauften durchschnittlich neun Pfarrhäuser pro Jahr - allein schon die Zielzahl von zukünftig nur noch 70 Pfarreien deutlich, dass hier noch ein erhebliches Potential an veräußerbaren Gebäude bestehe. Natürlich müssten die Erträge aus solchen Veräußerungen stets in vollem Umfang in der jeweiligen Kirchengemeinde verbleiben – so Generalvikar Dr. Jung und würden in die örtlichen Kirchenstiftungen einfließen. Doch auch für das Bistum würde der Wegfall von Unterhaltspflichten für die oft historischen Gebäude durchaus erhebliche Entlastungen mit sich bringen.

Um zusätzlich Ausgaben zu reduzieren, habe die Bistumsverwaltung in den vergangen Jahren darüber hinaus mehrere Außenstellen aufgegeben und sich auch aus der Trägerschaft von Einrichtungen wie dem Kardinal-Wendel-Haus in Homburg/Saar und dem Mehrgenerationenhaus in Ramstein zurückgezogen.

Ein ähnliches Bild, so Dr. Jung, zeige sich auch bei der Personalentwicklung. Hier habe das Bistum Speyer seit dem Jahr 2005 pro Jahr durchschnittlich 16 Personalstellen abgebaut – „und alle ohne betriebsbedingte Kündigungen", wie der Generalvikar betonte. Das Bistum bündele daneben seine Kräfte, wie er am Beispiel der Zusammenführung der Pfründestiftungen der Pfarreien zu einer gemeinsamen Pfründestiftung für die gesamte Diözese erläuterte. "Das damit erzielte Ergebnis spricht für sich: Weniger Verwaltung und höhere Erträge", so Dr. Jungs Fazit..

Auch für das Jahr 2013 könne das Bistum Speyer einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, bei dem die Höhe der Einnahmen der Höhe der Ausgaben entspreche. "Gleichwohl ist die Finanzlage des Bistums äußert angespannt, da wir über keine allgemeinen Rücklagen mehr verfügen", machte Dr. Jung deutlich. Notwendig wären aber „Allgemeine Rücklagen“ in einem Umfang von rund 27 Millionen Euro, um dem nötigen Volumen von 20 Prozent des durchschnittlichen Haushaltsvolumens zu entsprechen. "Trotz intensiver Sparanstrengungen haben wir im Moment jedoch keinerlei finanziellen Spielraum, um diese Rücklagen zu bilden", wies der Generalvikar warnend auf den zu erwartenden weiteren Rückgang der Kirchensteuereinnahmen in den kommenden Jahren hin. Schon jetzt würden deshalb die Einsparzwänge vor allem bei den Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen spürbar. So habe der Etat für die Renovierung von Kirchen, Pfarrhäusern und anderen kirchlichen Immobilien von 9,2 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 7,5 Millionen Euro im laufenden Jahr zurückgefahren werden müssen. "Das bedeutet, dass wirklich nur noch das Nötigste gemacht werden kann", weiß Dr. Jung um die Konsequenz dieser Entscheidung.

Der Bistumshaushalt 2013 weist ein Gesamtvolumen von 133,8 Millionen Euro aus. Im Vergleich zum Vorjahr bedeute dies einen Rückgang um 600.000 Euro. In zahlreichen Aufgabenfeldern seien inzwischen die Ausgaben prozentual an die Entwicklung der Kirchensteuereinnahmen gekoppelt. "Der Vorteil dieser Lösung ist: Unabhängig vom Anstieg oder Rückgang der Kirchensteuer bleibt der Anteil der Ausgaben für ein bestimmtes Arbeitsfeld konstant. Das schafft Verlässlichkeit und Berechenbarkeit", so Domkapitular Peter Schappert, Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien des Bischöflichen Ordinariats.

Dabei seien die größten Posten im Haushalt 2013 die Zuweisungen für die Kirchengemeinden (50,9 Prozent), Bildungsaufgaben (15,1 Prozent), die diözesane Verwaltung (11,6 Prozent) und die Caritas (7,5 Prozent), so Finanzdirektorin Tatjana Mast in ihrer Übersicht über die Haushaltssystematik. "Wir sparen, aber wir investieren auch in die Zukunft." Die Qualitätsentwicklung in die Kindertagesstätten zum Beispiel lasse sich das Bistum Speyer rund 300.000 Euro pro Jahr kosten. Größere Investitionen seien mit 1,7 Mio Euro für die Renovierung des Heinrich-Pesch-Hauses in Ludwigshafen – hierzu hat sich das Bistum mit dem Jesuiten-Orden auf ein langfristiges. gemeinsames Nutzungskonzept verständigt - die Renovierung des Minoritenklosters in Ludwigshafen mit 1,5 Millionen Euro und für die Instandsetzung des Kirchenmusikalischen Zentrums im Kloster St. Magdalena in Speyer mit 1,2 Millionen Euro eingeplant.

Wie Dr. Jung unterstrich, verstehe das Domkapitel die Investitionen in die Dommusik ebenso als langfristig wirksam werdende, aktive Beiträge zur Gewinnung neuer Kirchenmitglieder wie die weitere Förderung der „Jugendkirche“ in Ludwigshafen oder die Schärfung des religiösen Profils zur Glaubensvermittlung in den katholischen Kindertagesstätten. Schließlich wies der Generalvikar auch ganz aktuell auf das in diesen Tagen präsentierte kirchliche Angebot auf der Landesgartenschau in Landau/Pfalz hin, wo man mit den Menschen auch über religiöse Fragen ins Gespräch kommen wolle.

Abschließend kam Domkapitular Peter Schappert in seiner Eigenschaft als Domkustos noch auf die besondere Rolle der Kathedrale für das Bistum Speyer zu sprechen. „Der Speyerer Dom ist Gotteshaus und Kulturdenkmal zugleich“, stellte er dabei fest – und für beide Aufgaben seien Bistum und Domkapitel diesem Kirchenbau verpflichtet. "Die neuen Angebote am Dom gehen aber dennoch nicht zu Lasten des Bistumshaushalts", stellte der Domkustos klar. So seien der neu konzipierte Kaisersaal und die Aussichtsplattform hauptsächlich aus Mitteln des „Konjunkturpakets II“ finanziert, der Einbau des barrierefreien „Bennoportals“ durch eine Einzelspendeermöglicht worden. "Auch die Personalkosten für die beiden neuen Mitarbeiter für Kultur- und Besuchermanagement sowie für die Einrichtung eines Dombesucher-Zentrums werden wir komplett aus den Eintrittsgeldern für die Krypta, den Kaisersaal und die Aussichtsplattform auf dem Domturm finanzieren können“, betonte Schappert. Foto: gc

31.01.2013


Damit es sich niemals wiederholt.......

Für Gott und gegen die Diktatur – Prälat Prof. Dr. Moll erinnert beim Historischen Verein der Pfalz an vergessene Märtyrer des Nationalsozialismus in der Diözese Speyer

Von Gerhard Cantzler

An diesem Mittwoch, am 30. Januar 2013, jährt sich zum 80. Mal der Tag, an dem mit der Ernennung von Adolf Hitler zum deutschen Reichskanzler das wohl schwärzeste Kapitel in der deutschen und europäischen Geschichte begann. Nur zehn Jahre sollte das verbrecherische Nazi-Regime brauchen, um einen Weltbrand unvorstellbaren Ausmaßes zu entzünden. Am Ende des 2. Weltkrieges, im Jahr 1945, sollten rund 53 Millionen Menschen, davon fast 29 Millionen Zivilisten ihr Leben verloren haben. Viele gab es, die von Anfang an vor den „braunen Horden“ warnten, viele von ihnen, darunter auch viele überzeugte Christen beider Konfessionen, bezahlten ihren Widerstand mit dem Leben. Auch auf dem Gebiet des Bistums Speyer – in Pfalz und Saarpfalz – gab es Christen, die durch ihre Standhaftigkeit gegen das Regime ins Fadenkreuz der Nazis gerieten.

Mit dem Kölner Historiker und Theologen, Prälat Prof. Dr. Helmut Moll, Ordinarius an der Staatlichen Hochschule in Weilheim und Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für das „Martyrologium des 20. Jahrhunderts“ hatte die Bezirksgruppe Speyer des Historischen Vereins der Pfalz den wohl profiliertesten Kenner und Erforscher dieser Opfergruppe nach Speyer eingeladen. In seinem zweibändigen Standardwerk „Zeugen für Christus – Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts“, das im Jahr 2010 bereits in der 5., erweiterten und aktualisierten Auflage erschienen ist, schildert Prof. Dr. Moll Lebensgeschichten und Lebensschicksale von 400 deutschen Christen beider Konfessionen, die in den zwölf Jahren des Nationalsozialismus ermordet wurden – 100 weitere in dem Buch Vorgestellte wurden Opfer des Kommunismus, 300 weitere starben in Ausübung ihres Dienstes als Missionare. Mit diesem Werk, in dem er bekannte Opfer wie die Heilige Edith Stein, aber auch viele Unbekannte vorstellt, bewahrt er sie alle davor, der Vergessenheit anheim zu fallen.

In seinem Vortrag in der Speyerer Villa Eccarius beschränkte sich Prof. Dr. Moll dann auch auf zwölf christliche Glaubenszeugen, die zum Teil auf dem Gebiet des Bistums Speyer geboren wurden oder dort für einige Jahre lebten, die aber eines eint: Sie sind inzwischen mehr oder weniger in Vergessenheit geraten. Dass ihre Namen zum Teil nicht einmal mehr in den neueren Bistumsgeschichten vermerkt sind, bezeichnete Prof. Dr. Moll als ein für ihn unbegreifliches Defizit.

Als erstes Beispiel erinnerte der Referent an den in Ludwigshafen geborenen Juristen Dr. Edgar Julius Jung, der nach Studium und Referendarzeit als Rechtsanwalt in Zweibrücken arbeitete. Er gilt als wichtiger Vertreter der „Konservativen Revolution“ in der Weimarer Republik, wirkte im Jahre 1924 an der Ermordung des separatistischen Präsidenten der „Autonomen Pfalz“, Franz Josef Heinz, mit und bezog schon lange vor der „Machtergreifung“ in Wort und Schrift eindeutig Position gegen den aufkommenden Nationalsozialismus. Deshalb war der engagierte protestantische Christ längst auf die Mordlisten der Nazis geraten, die sich seiner im Zuge der Gewaltwelle im Umfeld des sogen. „Röhm-Putsches“ am 30. Juni 1934 auf gewaltsame Weise entledigten.

Aus ganz anderen, aus religiösen und ethischen Gründen, stellte sich der 1885 in Dahn geborene Kapuzinerpater Ingbert Naab gegen das System. Schon 1923 warnte er in seinen Predigten und Schriften vor der Rassenlehre und den Prinzipien des Nationalsozialismus, die er mit denen des Christentums für unvereinbar geißelte. Gemeinsam mit Fritz Gerich, der 1934 im KZ Dachau ermordet wurde, gab Pater Naab die Zeitschrift „Der gerade Weg“ heraus, in der er schon früh mit erschreckender Klarsichtigkeit die künftige politische Entwicklung vorhersagte. Mit seinem offenen Brief an Adolf Hitler vom 20. März 1932 und seiner Denkschrift an die Deutsche Bischofskonferenz vom Juni 1934, in der er Hitlers „Mein Kampf“ als „Handbuch der Demagogie“ brandmarkte, erreichte er Millionen Leser und wurde so zu einem der profiliertesten Gegner des Systems in dieser Zeit.

Von den Nazis verfolgt, muss er sich schon im Juni 1933 auf eine aufreibende Flucht durch halb Europa machen, die schließlich dort endete, wo er einst in den Kapuzinerorden eingetreten war: Im Kloster Königshofen bei Straßburg. Dort stirbt er entkräftet von der Flucht am 28, März 1935.

Zahlreiche Werke sind über Pater Ingert Naab, sein Wirken und seine bewegte Lebensgeschichte sind erschienen. Besonders bemerkenswert dabei sicher Luise Rinsers Buch „Die Wahrheit über Konnersreuth“ mit zuvor unbekannten Details über Naabs Kontakte zu der stigmatisierten Therese Neumann, die ihn wohl auf seiner Flucht durch ihre Visionen immer wieder vor den Zugriffen der Gestapo warnen konnte, ihm schließlich aber auch seinen frühen Tod in Königshofen prophezeit haben soll. Ganz anders der Band „Fritz Gerlich – ein Publizist gegen Hitler“ des Speyerer Historikers Prof. Dr. Rudolf Morsey aus dem Jahr 2010, in dem der Universitätsprofessor auf die noch zahlreichen offenen Fragen über Ingbert Naab hinweist.

Weniger bekannt und erst bei der letzten Aktualisierung des „Martyrologiums“ aufgenommen: Das Lebensschicksal des aus der Saarpfalz stammenden Steyler Missionspaters Hugo Lindeur. Mit seinem Vortrag über „die Unterscheidung des Geistes“ begab sich der Pater in offenen Widerspruch gegen das Nazi-Regime und markierte mit seiner Feststellung, dass „Christentum und Nationalsozialismus unvereinbar seien wie Feuer und Wasser“ eindeutig seine Position gegen die Nazis, aber auch gegen all die in der Kirche, die „einen Weg der Zurückhaltung“ gegenüber den Machthabern suchten. Auch er wurde im Jahr 1940 hingerichtet.

Weitgehend unbekannt blieb auch das Schicksal des Spiritaner-Paters Stanislaus Loh, der bezichtigt wurde, Devisen an ein Haus seines Ordens nach Luxemburg „verschoben“ zu haben. Bei global operierenden Ordensgemeinschaften war und ist es keine Seltenheit, dass Hilfsgelder von einer Ordensprovinz in eine andere gegeben werden - für das damalige Regime allerdings Grund genug, Pater Loh zu einer zehnjährigen Zuchthausstrafe zu verurteilen, die er im Zuchthaus Düsseldorf absitzen sollte. Auf dem Weg dorthin kam der Pater gewaltsam zu Tode.

Dann natürlich die große Heilige und Schutzpatronin Europas, Edith Stein, die als Jüdin im Jahr 1922 in Bad Bergzabern zum Katholizismus konvertierte und von 1923 bis zu ihrem Wechsel zum katholischen Institut für wissenschaftliche Pädagogik im westfälischen Münster im Jahr 1932 als Lehrerin am Speyerer Kloster St. Magdalena in der Altstadt wirkte. Von ihr gibt es ein letztes Zeichen vom 8. August 1942, als der Zug der sie gemeinsam mit ihrer Schwester und vielen anderen Häftlingen auf dem Hauptbahnhof von Schifferstadt kurz Station machte und sie dem dortigen Bahnhofsvorstand Grüße an den Speyerer Domkapitular Joseph Schwind auftrug, der sie Jahre zuvor als Lehrerin in Speyer empfohlen hatte. Schon für den darauffolgenden Tag vermerkt dann das Totenbuch des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau den Tod von Edith Stein – gestorben in der Gaskammer. Welch grauenvolle Perfektion!

Edith Stein hatte schon 1930 mit großer Klarsichtigkeit geahnt, was mit Juden in den nächsten Jahren passieren würde. „Erst werden die Judenverfolgungen kommen und danach die Kirchenverfolgung“, schrieb sie in ihr Tagebuch.

Auch Wilhelm Caroli, in Saarlouis geboren und bereits mit 31 Jahren zum Pfarrer der großen Gemeinde von Rheingönheim – heute ein Stadtteil von Ludwigshafen – ernannt, wurde von Prof. Dr. Moll als einer der Märtyrer des Bistums Speyer herausgestellt. „Er hatte schon 1933 den Mut, Hitler die Stirn zu bieten und wurde dafür auf offener Straße von den Nazi-Schergen zusammengeschlagen“, berichtete der Kirchenhistoriker. Als er nach zahllosen Störungen seiner Gottesdienste im Jahr 1941 – ähnlich wie der Münsteraner Bischof August Graf von Galen, - „der Löwe von Münster“- öffentlich gegen die Euthanasie predigte, wurde er verhaftet und in die berüchtigte Sonderabteilung für Geistliche im KZ Dachau gebracht. Dort verstarb er am 23. August 1942 an den Folgen von schweren körperlichen Misshandlungen und von Nahrungsentzug.

Dass in vielen Fällen auch Denunziation im Spiel war, musste der 1916 im saarländischen Ommersheim bei St. Ingbert geborene Steyler Missionar Heribert Abel erfahren. Mit Ausbruch des Krieges im September 1939 zum Militärdienst eingezogen, wurde er bei einem vertraulichen Gespräch mit einem Kameraden belauscht, denunziert und als Strafe für seine „Wehrdienst zersetzenden Aussagen“ in eine „Bewährungskompanie“ an der Ostfront strafversetzt. Dort sollte dann sein erster Einsatz auch zugleich sein letzter sein: Er fiel nur wenige Stunden, nachdem er an dem Frontabschnitt eingetroffen war.

Auch der Spiritaner-Pater Ernst Lohner, 1901 in Straßburg geboren, der 1930 in das Missionshaus seiner Kommunität am Speyerer Weidenberg kam, erkannte schon früh, dass es „keine Brücke zwischen Christentum und Nationalsozialismus geben könnte“, so Prof. Dr. Moll. Pater Lohner lebte sechs Jahre in dem Speyerer Missionshaus, bis es 1936 auf Anordnung der Nazis geschlossen werden musste. Unter dem Eindruck des Nazi-Terrors wurde er zum entschiedenen Gegner des Nationalsozialismus, kam in Haft und wurde vor ein Sondergericht gestellt, das ihn wegen seiner Tätigkeit als Seelsorger und Prediger sowie wegen des „Abhörens von Feindsendern“ zu einer Zuchthausstrafe verurteilte. Am 29. Februar 1944 verstarb der Ordensmann im Zuchthaus Bayreuth.

Eine ganz andere Lebensgeschichte konnte Prof. Dr. Moll über Generalmajor Hellmuth Stieff berichten. Der 1901 im ostpreußischen Deutsch-Eylau geborene Offizier, der nach dem 1. Weltkrieg in die Reichswehr eingetreten und dort Karriere gemacht hatte, arbeitete vier Jahre lang im Generalstab im Landau/Pfalz.1942 zum Oberst befördert und zum Chef der Organisationsabteilung im Generalstab des Heeres ernannt, wurde er im Januar 1944 zum Generalmajor befördert, womit er dort einer der jüngsten, wenn auch körperlich kleinsten Generäle der Reichswehr war. Gegenüber Kameraden und Mitarbeitern äußerte er sich schon damals oft sehr kritisch über die damalige Kriegsführung.

Während des Polenfeldzuges entwickelte er sich dann aber wegen der dort verübten Massenmorde zum erklärten Gegner des Nationalsozialismus. Im Sommer 1943 weckte dann Henning von Treskow sein Interesse für eine aktive Teilnahme am Widerstand gegen Hitler. Stieff verwahrte unter anderem den Sprengstoff, mit dem Axel von dem Busche im November 1943 im Führerhauptquartier Wolfsschanze ein Attentat auf den Diktator verüben wollte. Obwohl er selbst Zugang zu Hitler hatte, hatte Stieff stets eigenhändige Attentate mit Hinweis auf seinen Treueid abgelehnt.

Nach dem missglückten Attentat durch Claus Schenk von Stauffenberg wurde aber auch Stieff in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1944 im Führerhauptquartier Wolfsschanze verhaftet und schwer misshandelt. Die Gestapo versuchte erfolglos unter Anwendung von Folterungen Namen aus ihm herauszupressen. Am 4. August erfolgte durch den zwei Tage zuvor gebildeten „Ehrenhof“ - ein Sondergericht der Wehrmacht - seine unehrenhafte Ausstoßung aus der Wehrmacht. Vier Tage später, am 8. August 1944, wurde Stieff im ersten Schauprozess vom „Volksgerichtshof“ unter Vorsitz von Roland Freisler zum Tode verurteilt und noch am gleichen Tag im Gefängnis Berlin-Plötzensee auf ausdrücklichen Befehl Hitlers erhängt.

Dass man aber auch wegen weitaus unspektakuläreren Aktivitäten am Galgen oder im KZ landen konnte, machte Prof. Dr.. Moll am Beispiel des Pfarrers Johannes Ries deutlich. 1887 im saarländischen Elversberg geboren, besuchte der das Gymnasium in Speyer und legte dort auch sein Abitur ab. Nach seinem Studium im Priesterseminar in Trier wurde er im Bistum Trier zum Priester geweiht und war Pfarrer in Losheim am See und Arzfeld. Dort kam er bereits 1933 in Konflikt mit der örtlichen NSDAP-Führung, weil er sich weigerte, an einer nationalen Feier teilzunehmen. Im Gegenzug wurden ihm dafür Pfarrfeste untersagt. Als er anlässlich der Beerdigung eines Gauleiters die Beflaggung der Kirche verweigerte, eskalierte die Auseinandersetzung: Insgesamt gab es dann in den Jahren 1936 bis 1938 14 Anzeigen wegen Verstoßes gegen das „Heimtückegesetz“ gegen Ries.

Als er sich dann 1937 weigerte, die Jugendarbeit seiner Gemeinde in nationalsozialistische Hände abzugeben, versuchten die Nazis, ihn als Pädophilen zu verunglimpfen.

1942 ließ Ries einen französischen Kriegsgefangenen in einer Kapelle das Messopfer feiern. Dafür wurde er wegen Feindbegünstigung angeklagt. Bei einer Hausdurchsuchung wurden dann bei ihm Briefe gefunden, in denen er Zweifel am „Endsieg“ formulierte und die er an Soldaten an der Front gerichtet hatte. Er wurde verhaftet und später im KZ Dachau inhaftiert, wo er am 3. Januar 1945 verstarb.

Noch banaler schließlich die Gründe, die zur Verhaftung von Bruder Franz Martin aus Harthausen führten. Der 1875 in der Gemeinde bei Speyer geborene, einfache Ordensmann – er war kein Kleriker und hatte lediglich die Volksschule absolviert - traf als Bruder Clemens bei einem Heimatbesuch mit einem Dorfgenossen zusammen, der ihm den damals üblichen Hitler-Gruß entbot. Bruder Clemens antwortete mit dem traditionell-katholischen „Gelobt sei Jesus Christus !“ Das reichte für eine Verhaftung und für die Deportation ins KZ Dachau, wo er noch im Januar des letzten Kriegsjahres 1945 an Misshandlungen und Unterernährung starb.

Elf Menschen-Schicksale - jedes höchst verschieden zu den anderen, die doch alle eines gemeinsam hatten: Es waren Menschen, die ihren Glauben - ihr Gewissen über den Zeitgeist und über den Willen eines verbrecherischen Regimes stellten und die dafür Willkür, Folter und Tod in Kauf nahmen.

Wenn Bundeskanzlerin Merkel heute bei einer Feierstunde beklagte, dass viel zu viele Mesnchen in dieser Zeit weg gehört hätten, wenn andere gequält, vertrieben und ermordet wurden, dann mag das richtig sein – vielleicht verkennt es aber auch, was ein Gesprächsteilnehmer an dem Vortragsabend im randvoll besetzten Saal der Volkshochschule ausdrückte, als er sagte: „Wir alle müssen jeden Tag unserem Herrgott dafür danken, das er es uns erspart hat, in dieser Zeit die „Helden“ sein zu müssen, die den mörderischen Nazi-Schergen in den Arm fallen“.

Dies gilt – so oder ähnlich - wohl auch im Umgang mit allen Diktaturen. Und das sollten wir bedenken, wenn wir uns - vor dem Erfahrungshintergrund von heute - über Menschen äußern, die vor siebzig, achtzig Jahren ihren Weg finden mussten.

Prof. Dr. Moll schloss seine zutiefst bewegenden Schilderungen mit einem letzten Fall, der sich am Ende des Krieges im pfälzischen Großkarlbach ereignete: Damals drangen vorrückende amerikanische Soldaten in das Pfarrhaus ein und versuchten, die 1913 in Wattenheim geborene Pfarrhaushälterin Anna Fernekes zu vergewaltigen. Als der 1907 in Speyer geborene Pfarrer Hermann Wagner ihr zu Hilfe eilen wollte, wurden beide erschossen.

Die Untaten der Nazizeit waren zurückgekehrt in die eigenen Häuser.

Die beiden Opfer von Großkarlbach waren nicht die letzten Märtyrer, die schuldlos Schmerz und Tod erleiden mussten. Foto: gc

"Zeugen für Christus" Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts

Herausgegeben von Helmut Moll im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz

5., erweiterte und aktualisierte Auflage

2 Bände, 1.732 Seiten

88,-- Euro / sFr. 124,-- erschienen im Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn

mail: Info@schoeningh.de

ISBN 978-3-506-75778-4

30.01.2013


Vergessene Märtyrer des Nationalsozialismus in der Diözese Speyer - Bilderalbum

Katholische Kirche zur Kritik von Heiner Geißler: Polemik geht an der Realität vorbei

Bistum Speyer und Caritasverband widersprechen den Äußerungen des ehemaligen Sozialministers zur Lage der Ökumenischen Sozialstationen

Speyer- Das Bistum Speyer und der Caritasverband nehmen kritisch Stellung zu den Äußerungen von Dr. Heiner Geißler bezüglich der Ökumenischen Sozialstationen. Der frühere rheinland-pfälzische Sozialminister und heutige Vorsitzende der Ökumenischen Sozialstation Edenkoben-Herxheim-Offenbach hatte die Kirchen in einem am 18. Januar veröffentlichten Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) in mehreren Punkten scharf angegriffen.

„Heiner Geißler entwirft ein Bild von der Lage der Ökumenischen Sozialstationen, das nicht der Realität entspricht“, hält der Pressesprecher des Bistums Speyer Markus Herr den Äußerungen Geißlers entgegen. „Geißler baut dramatische Bedrohungsszenarien auf, für die überhaupt kein Anlass besteht.“ Für beide Kirchen stehe fest, dass die Sozialstationen heute wie auch in Zukunft ein unverzichtbares kirchliches Angebot im Netzwerk sozialer Einrichtungen sind. „Das hat zu keinem Zeitpunkt in Frage gestanden“, bekräftigt Herr.

Geißler hatte ein stärkeres finanzielles Engagement der Kirchen für die Sozialstationen gefordert. Demgegenüber weist das Bistum auf die Unterstützung der Sozialstationen durch die Pfarreien, Kirchengemeinden und kirchlichen Krankenpflegevereine hin. „Geißler scheint zu vergessen, dass auch Pfarreien, Kirchengemeinden und Krankenpflegevereine Kirche sind.“ Bei den Zuschüssen des Bistums und der Landeskirche an die Gemeinden sind Mittel zur finanziellen Unterstützung der Sozialstationen enthalten. Außerdem bilden Caritas und Diakonie die Arbeitsgemeinschaft für die Ökumenischen Sozialstationen. Diese Arbeitsgemeinschaft berät mit mehreren Fachreferenten die Sozialstationen in pflegerischen und betriebswirtschaftlichen Fragen. Sie sichert den fachlichen Austausch zwischen den Sozialstationen und vertritt deren gemeinsamen Interessen gegenüber der Politik und den Pflegekassen.

Das Bistum widerspricht dem Vorwurf Geißlers scharf, andere kirchliche Anbieter würden den Sozialstationen zum Teil mit Dumpinglöhnen und nicht qualifiziertem Personal Konkurrenz machen. „Dieser Vorwurf entbehrt jeder Grundlage“, so Herr. Durch die Zuordnung zu den kirchlichen Wohlfahrtsverbänden sind alle kirchlichen Anbieter in der ambulanten Krankenpflege verpflichtet, qualifiziertes Personal zu beschäftigen und die geltenden Tariflöhne zu bezahlen.

Im Gespräch mit dem epd hatte Geißler die Sorge geäußert, dass durch die neue Pfarreistruktur, die das Bistum Speyer derzeit im Rahmen des Konzepts „Gemeindepastoral 2015“ umsetzt, die Trägerstruktur der Ökumenischen Sozialstationen in Gefahr sei. Durch die „totale pastorale Zentralisierung“ werde der „persönliche Kontakt von Tausenden Krankenschwestern in den von Pflegebedürftigkeit betroffenen Familien unmöglich gemacht“. „Diese Äußerung geht komplett an der Wirklichkeit vorbei“, kritisiert Markus Herr. „Bei der Trägerstruktur geht es vorrangig um eine juristische Frage. Konkret müssen die Satzungen der Sozialstationen so verändert werden, dass die ökumenische Ausgewogenheit auch in Zukunft gewahrt ist.“ Dazu bestehe zwischen dem Bistum und der Landeskirche ein hohes Einvernehmen.

„Davon unberührt ist die konkrete Arbeit der Ökumenischen Sozialstationen, also die Betreuung pflegebedürftiger Menschen im häuslichen Umfeld, die unverändert weitergeführt wird“, so Herr. Ein Ausstieg der Kirchen aus der ambulanten Krankenpflege, vor dem Geißler warnt, habe nie zur Diskussion gestanden. „Geißler zettelt hier eine Phantomdebatte an, die vom Diskussionsstand in den Beratungs- und Entscheidungsgremien der Kirche komplett losgelöst ist.“

Die sozialpolitische Interessensvertretung der kirchlichen Wohlfahrtsverbände hatte Geißler als unzureichend kritisiert und eine „landesweit einheitliche und ökumenische Vertretung“ gefordert. „Auch in diesem Punkt erweist sich Heiner Geißler als schlecht informiert“, so Herr. Caritas und Diakonie arbeiten bei der sozialpolitischen Lobbyarbeit seit vielen Jahren eng zusammen. Auch in den Pflegegesellschaften von Rheinland-Pfalz und dem Saarland wirken beide Wohlfahrtsverbände gemeinsam daran mit, Perspektiven zur Zukunft der pflegerischen Versorgung zu entwickeln und dadurch die Situation von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen kontinuierlich zu verbessern.

In Abgrenzung zu den Äußerungen von Geißler sehen das Bistum Speyer und der Caritasverband andere Ansatzpunkte, um den Platz der Sozialstationen im Feld der ambulanten Krankenpflege langfristig zu sichern. Schon 2008 haben die Wohlfahrtsverbände Modelle vorgelegt, die einen Zusammenschluss mehrerer Sozialstationen zu einem größeren Verbund vorsehen. „Dadurch ließe sich die Effektivität steigern und der Anteil der Verwaltungskosten reduzieren“, so Herr. Eine weitere Zukunftsperspektive sei die engere Verzahnung der Sozialstationen mit Krankenhäusern und Altenheimen. In der Pflege werde immer weniger zwischen stationärer und ambulanter Versorgung unterschieden. Gefragt seien vielmehr durchgängige Versorgungssysteme aus einer Hand. „Das würde jedoch bedeuten, dass sich die Ökumenischen Sozialstationen konzeptionell und strukturell neu aufstellen müssten.“ Darüber hinaus sehen das Bistum und der Caritasverband die Notwendigkeit einer klaren Zuordnung der Sozialstationen zu einem der beiden kirchlichen Wohlfahrtsverbände. „Nur so kann man unter den heutigen Bedingungen die wirtschaftlichen und fachlichen Interessen wirksam in den Dialog mit der Politik bringen“, so der Pressesprecher des Bistums. Damit sei keinesfalls eine Absage an die Ökumene verbunden. „Es gibt deutschlandweit viele ökumenische Sozialeinrichtungen, die jedoch alle eindeutig einem der beiden Wohlfahrtsverbände als Spitzenverband zugeordnet sind. Eine solche Zuordnung behindert nicht den gemeinsamen Dienst an den Menschen, die unsere Hilfe brauchen, und den wir auch in Zukunft leisten werden.“ Gefragt seien sachgerechte Lösungen anstatt „mit übertriebener Polemik und falschen Informationen eine Verunsicherung und Polarisierung herbeizuführen“, kritisiert Bistumssprecher Markus Herr Geißlers Äußerungen. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle; Foto: zdf

28.01.2013


"Kirche muss sich vorbehaltlos Nöten der Menschen zuwenden“

Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz WiesemannNardini-Gedenktag: Bischof Wiesemann hebt im Dom Bedeutung sozial-caritativen Engagements hervor – Gottesdienst mit Weihbischof Georgens in Pirmasens

Speyer/Pirmasens Die Bedeutung des sozial-caritativen Engagements der katholischen Kirche hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann aus Anlass des Gedenktages des seligen Pfarrers Paul Josef Nardini hervorgehoben. „Es gibt auf die Dauer keinen christlichen Glauben, der sich nicht auch in Werken der liebenden, helfenden Zuwendung bezeugte und darin seine Glaubwürdigkeit erweist“, sagte der Bischof am Sonntagmorgen in einem Gottesdienst im Speyerer Dom. Der Seelsorger, Ordensgründer und Sozialapostel Paul Josef Nardini (1821-1862) war 2006 im Dom als erster Pfälzer selig gesprochen worden.

Gerade angesichts der derzeitigen Glaubwürdigkeitskrise, so Bischof Wiesemann, müsse sich die Kirche vorbehaltlos den Nöten der Menschen zuwenden. Trotz zurückgehender finanzieller Möglichkeiten werde sie sich nicht aus gesellschaftlichen Aufgaben in eine eigene Sonderwelt zurückziehen. „Als Kirche, als Christen, die ihr Maß an Jesus Christus nehmen, dürfen wir keinen notleidenden Menschen abweisen. Dabei stehen wir mit all unseren Kräften für die Würde jedes Lebens ein“, sagte der Wiesemann unter Bezugnahme auf aktuelle Diskussionen und fügte hinzu: „Wir wissen aber auch um die große Sensibilität, die gerade Konfliktsituationen benötigen.“

In seiner Predigt nannte der Bischof Nardini einen „Pionier des sozialen Engagements der Kirche auf Seiten der Armen und Notleidenden in den himmelschreienden Ungerechtigkeiten des 19. Jahrhunderts“. Aus einem tiefen Glauben an Jesus Christus heraus habe sich der Selige für die Menschen vor Ort eingesetzt. Gleichermaßen habe der Diözesanpriester Jakob Friedrich Bussereau, dessen 150. Geburtstag Anfang Februar im St. Paulusstift in Herxheim gefeiert wird, zu den Vorreitern insbesondere in der Behindertenarbeit gehört. Nardini und Bussereau stünden stellvertretend für viele Christen, die sich bis heute für Hilfsbedürftige einsetzen. Bischof Wiesemann dankte allen, die sich in Hilfswerken, karitativen Einrichtungen, in Gemeinden, Verbänden und Initiativen sowie im Bereich des familiären und nachbarschaftlichen Miteinanders für andere engagieren. Ihr Wirken helfe mit, soziale Kälte zu überwinden.

In seiner Ansprache wies der Bischof zudem auf die Wichtigkeit katholischer Kindertagesstätten hin. Hier werde an vielen Orten über die rein pädagogische Arbeit hinaus viel für das soziale Gefüge der Gesellschaft geleistet. Das Bistum Speyer unterstütze die Einrichtungen aktuell mit einem intensiv angelegten Qualifizierungsprogramm. „Und wir wollen Kindertagesstätten zu Familienzentren hin entwickeln“, sagte Bischof Wiesemann.

Pirmasens: Weihbischof würdigt Nardini als „kreative Gestalt der Caritas“
Bei einem Gedenkgottesdienst in Pirmasens würdigte Weihbischof Georgens ebenfalls am Sonntagmorgen Pfarrer Nardini als eine „kreative Gestalt der Caritas“. Angesichts der prekären sozialen Lage der Armen in Pirmasens im 19. Jahrhundert habe der Geistliche nicht ruhen gekonnt. „Er war in einer Person caritativer Vorkämpfer, Gründer einer Schwesterngemeinschaft, Vorstand eines Armenkinderhauses und Pfarrer einer Diasporagemeinde.“ Mit seiner Person stehe Nardini dafür, dass Gottesdienst, Verkündigung und Caritas zusammen gehören und sich gegenseitig bedingen. Dies habe auch Papst Benedikt es in seiner Enzyklika „Deus caritas est“ eindrucksvoll unterstrichen: „Liebe zu üben für die Witwen und Waisen, für die Gefangenen, für die Kranken und Notleidenden welcher Art auch immer, gehört genauso zum Wesen der Kirche wie der Dienst der Sakramente und die Verkündigung des Evangeliums.“

Der Weihbischof bezeichnete Gottesdienst und Dienst an den Armen als die Brennpunkte in der Seelsorgsarbeit Nardinis. „Es ging ihm um eine Gottesdienstfeier und um eine Verkündigung, die im caritativen Dienst konkret wird und umgekehrt um eine Caritas, die Gottes Liebe verkündet und feiert.“ Der Selige könne den heutigen Christen helfen, „beides zusammen zu sehen und zu verbinden: Seelsorge und Caritas, Caritas und Kirche“, betonte Weihbischof Georgens.

Nardini: "Vater der Armen"
Paul Josef Nardini kam 1821 in Germersheim als uneheliches Kind zur Welt. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, die ihn prägten. Später, als Pfarrer in Geinsheim und vor allem in Pirmasens, vergaß er nie seine Herkunft. Als „Vater der Armen“ kümmerte er sich in Pirmasens insbesondere um Waisenkinder und verarmte Familien. Dazu gründete er eine eigene Schwesterngemeinschaft, die „Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie“, heute auch als „Mallersdorfer Schwestern“ bekannt. Die Ordensfrauen nahmen sich der verwahrlosten Kinder in seiner Pfarrei an und kümmerten sich um alte und kranke Menschen. Nardini musste lange um die Anerkennung des Ordens kämpfen. Doch als er 1862 starb, gab es im damaligen Königreich Bayern schon mehr als 200 „Nardini-Schwestern“. Mit der Seligsprechung 2006 wurden sein Lebenswerk und sein Glaubenszeugnis als vorbildlich auch für Christen heutiger Zeit herausgestellt. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle

Die Predigt Bischof Wiesemanns im Wortlaut

27.01.2013


Predigt von Bischof Wiesemann zum Nardini-Gedenktag am 27.1.13 im Dom zu Speyer

Liebe Schwestern und Brüder!

Im vergangenen Jahr haben wir den 150. Todestag des seligen Paul Josef Nardini begehen dürfen. Dankbar durften wir uns an einen herausragenden Pfarrer und Pionier des sozialen Einsatzes der Kirche auf Seiten der Armen und Notleidenden in den Umbrüchen und himmelschreienden Ungerechtigkeiten des 19. Jahrhunderts erinnern. Er selbst hat öffentlich bezeugt, dass er an seinem Wirkungsort Pirmasens „nie glücklich und zufrieden leben (könne), wenn er sich nicht sagen könnte, das Seinige nach möglichster Kraft zur Linderung der Armut beigetragen zu haben.“ Nardini hat sich mit der ganzen Kraft seines Lebens für die Menschen vor Ort in ihren Lebensumständen eingesetzt. Und die Quelle für diese Hingabe, die von ihm alles abverlangt hat, fand er in seinem tiefen Glauben an Jesus Christus. Christus, so schreibt Nardini schon als junger Mann, ist „der Brennpunkt meines Lebens.“

In diesem Jahr dürfen wir in unserem Bistum eines weiteren sozialen Pioniers mit ausstrahlender Kraft weit über die Grenzen unseres Bistums gedenken. Am nächsten Samstag, dem Lichtmesstag, feiern wir in Herxheim den 150. Geburtstag von Jakob Friedrich Bussereau, einem Priester unseres Bistums, der zu den gesellschaftlichen Vorreitern insbesondere in der Behindertenarbeit gehört. Auch er ist wie Nardini Ordensgründer. Die Paulusbrüder und Paulusschwestern haben bis heute sehr viel im Einsatz für die Würde der Menschen geleistet. Busserau schreibt an einer Stelle: „Es schien mir die schönste und würdigste Aufgabe zu sein, als Priester ein Vater der Armen, Kranken und Waisen zu werden.“

Nardini und Bussereau – das sind zwei herausragende geistliche Persönlichkeiten und Seelsorger unseres Bistums, die stellvertretend für so viele stehen, die sich bis heute abmühen und ihre Lebenskraft einsetzen aus dem Glauben an Jesus Christus, der sich in den Hilfebedürftigen und Notleidenden zu erkennen gibt. Ich erinnere an den Dienst der vielen Schwestern in unseren Gemeinden, der nun auf Grund des Nachwuchsmangels in den Orden deutlich zurückgeht – aber der doch nicht vergessen werden darf: Kranken- und Gemeindeschwestern, die unermüdlich den Menschen beigestanden haben und noch beistehen, die in unseren Kindergärten Generationen von Kindern aus allen sozialen Schichten geprägt und fürs Leben ertüchtigt haben. Und auch heute leisten unsere karitativen Hilfsdienste in vielen sozialen Bereichen, unsere ökumenischen Sozialstationen und gemeinschaftlichen Einrichtungen, häufig ganz still und treu, Unermessliches für den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und sind ganz nahe bei den Menschen in ihren Nöten. Unsere katholischen Kindertagestätten sind uns sehr wichtig, denn hier werden wir mit der Situation der Kinder in unserer Gesellschaft, der Familien und der Alleinerziehenden mit ihren Herausforderungen und Nöten konfrontiert. Hier wird an vielen Orten über die reine pädagogische Arbeit mit den Kindern hinaus so viel für das soziale Gefüge in unserer Gesellschaft geleistet! Wir unterstützen sie in unserem Bistum aktuell mit einem intensiv angelegten Qualifizierungsprogramm in ihrer wichtigen Arbeit. Und wir wollen Kindertagestätten zu Familienzentren hin entwickeln.

Auch wenn in der Umbruchsituation unserer Zeit, auch aus Mangel an personellen und finanziellen Möglichkeiten, manchmal der Eindruck entsteht, die Kirche ziehe sich aus den gesellschaftlichen Aufgaben zurück, so möchte ich dagegen betonen: Es gibt auf die Dauer keinen christlichen Glauben, der sich nicht auch in Werken der liebenden, helfenden Zuwendung bezeugte – und darin seine Glaubwürdigkeit erweist. Wir können und dürfen uns nicht aus den Nöten der Welt und der Menschen zurückziehen – und wir tun es auch nicht! Alles ist verbesserungswürdig – und Vorgänge, wie sie jetzt zuletzt öffentlich diskutiert wurden, bedürfen einer schonungslosen Kritik. Als Kirche, als Christen, die ihr Maß an Jesus Christus nehmen, dürfen wir keinen notleidenden Menschen abweisen. Dabei stehen wir mit all unseren Kräften für die Würde jedes Lebens ein. Wir wissen aber auch um die große Sensibilität, die gerade Konfliktsituationen benötigen. Hierfür stehen so viele, die sich in der langen Reihe mit Nardini und Busserau in unseren Hilfswerken, karitativen Einrichtungen, im Leben unserer Gemeinden vor Ort, in Verbänden und Initiativen, haupt- und ehrenamtlich mit Leib und Seele für die Menschen einsetzen. Mit Nardini und Busserau und vielen anderen großen Initiatoren und leidenschaftlichen Kämpfern für soziale Gerechtigkeit und menschenwürdiges Leben, die aus christlichem Geist Wesentliches für das humane Angesicht unserer heutigen Gesellschaft geleistet haben, möchte ich hier und heute allen, die in unseren Gemeinden, Einrichtungen, Verbänden und Initiativen, wie auch im Bereich des familiären und nachbarschaftlichen Miteinanders oft unter großem persönlichen Einsatz mithelfen, soziale Kälte zu überwinden, aus ganzem Herzen danken. Das inhumane Angesicht der Gesellschaft, das uns heute ja auch deutlich entgegentritt und uns zutiefst beunruhigen muss, kommt doch aus einer ganz anderen Quelle, die dem Menschen die Würde raubt, weil er nur als Produkt oder Konsument, als Macht- oder Wirtschaftsfaktor gesehen wird und ein Menschenbild dahinter steht, dass die Achtung vor dem Schöpfer verloren hat.

Liebe Schwestern und Brüder, die Kirche durchläuft die größte Glaubwürdigkeitskrise der neueren Geschichte. Wir können ihr nur begegnen, wenn wir uns, wie bei den Pionieren in der Zeit der industriellen Revolution, in der die Kirche und der Glaube der Kirche auch grundlegend angefragt und heftig herausgefordert war, vorbehaltlos den Nöten der Menschen, ihrer Lebenssituation, wie sie heute ist, ihren Fragen, ihrem Suchen aussetzen. Wir müssen demütiger in unserem Urteilen und großmütiger im Dienen sein. Im Dialogprozess mit den engagierten Gläubigen, den ich zusammen mit dem Katholikenrat in den Pfarrverbänden unserer Bistums momentan durchführe, dringt immer wieder die Klage und die Not durch, die Kirche entferne sich zu weit von der Lebenswelt der Menschen. Ich nehme das sehr ernst, weil es mir von Menschen gesagt wird, die ganz mit der Kirche leben und leiden – und ich spüre, wie wichtig es ist, dass unsere großartige Botschaft in den tiefen unseres verunsicherten Gemütes neue Zuversicht und Begeisterungskraft erhält. Trotz allem Versagen, das es ohne Zweifel gab und gibt, sind da doch so viele auf allen Ebenen der Kirche, die sich bis heute leidenschaftlich für das soziale und humane Angesicht unserer Welt engagieren! „Die Kirche muss sich ändern“, sagen viele und spüren, wie sehr wir gerade heute der Umkehr und der echten Erneuerung bedürfen.

Kirche kann und darf sich nicht in eine eigene Sonderwelt zurückziehen. Zwar muss ihr immer klar sein, dass sie nicht von dieser Welt ist und, so schwach sie auch selbst sein mag, einen Auftrag von Gott her hat. Die Glaubwürdigkeit dieses Auftrags zeigt sich jedoch in der Haltung, die unser seliger Priester und Ordensgründer Paul Josef Nardini vor mehr als 150 Jahren schon ins Mark unseres Bistums eingeschrieben hat: „Ich kann hier nie glücklich und zufrieden leben, wenn ich nicht sagen könnte, das Meinige nach möglichster Kraft zur Linderung der Not beigetragen zu haben.“ Wenn ich, auch und gerade als Bischof, nicht sagen könnte, das Meinige zur Erneuerung der Kirche und ihrer Option für die von Gott so geliebten Menschen, insbesondere den Armen beigetragen zu haben. Amen.

27.01.2013


Ursinus-Ausstellung: Begegnung mit Geschichte und Religion

Oberkirchenrat Gärtner eröffnet Schau im Archiv – Pfarrer Landgraf in der Rolle des Reformators

Speyer- Ursinus, Luther, Melanchthon, Zwingli, Calvin – eine Begegnung mit den wichtigsten Reformatoren in der Zeit des religiösen Umbruchs ermöglicht die Ausstellung „Ursinus und der Heidelberger Katechismus“ im Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz. Nicht nur für historisch Interessierte lohne sich ein Blick auf die von Pfarrer Michael Landgraf zusammengestellten Schautafeln, sagte der Bildungsdezernent der Landeskirche, Oberkirchenrat Michael Gärtner, bei der Eröffnung am Donnerstag. Dem Leiter des Religionspädagogischen Zentrums in Neustadt sei es gelungen, anhand der Lebensgeschichte von Zacharias Ursinus einen Einblick in die Geschichte der Reformation in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts überhaupt zu geben.

Das 450. Erscheinungsjubiläum des Heidelberger Katechismus steht im Mittelpunkt der Schau. Elf Tafeln bilden diese Epoche ab. Landgraf, Autor des Buches „Ursinus erzählt“, schlüpfte zur Ausstellungseröffnung selbst in die Rolle des 1534 in Breslau geborenen und 1583 in Neustadt gestorbenen Reformators. Die Schau erzählt von der damaligen Kurpfalz, erläutert die Glaubensrichtungen, die sich nach der Reformation entwickelten und beleuchtet das Leben des Verfassers des neben Luthers Katechismen wohl bedeutendsten evangelischen Glaubensbekenntnisses der Reformationszeit. Die Tafeln werden ergänzt durch reformierte Bibelausgaben und Ausgaben des Heidelberger Katechismus. Die Präsentation im Archiv will insbesondere auch Schüler neugierig machen auf Geschichte und Religion. „Sicher eine der vordringlichsten Aufgaben unserer Kirche“, so Gärtner.

Hinweis: Die Ausstellung im Zentralarchiv in Speyer, Domplatz 6, läuft bis 25. Oktober und ist geöffnet Montag bis Donnerstag, 8 bis 16 Uhr, Freitag 8 bis 13 Uhr, Gruppenführungen nach Vereinbarung. Kontakt: 06232 / 667-182.

Eine weitere Ausgabe der Schau ist als Wanderausstellung vom 29. Januar bis 19. März im Bibelhaus in Neustadt, Stiftstraße 23, zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag, 9 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.

Inhaltliche Fragen beantwortet Michael Landgraf, Telefon 06321 / 33559, E-Mail: michael.landgraf@evkirchepfalz.de.

Weitere Informationen im Internet unter www.zentralarchiv-speyer.de und www.religionsunterricht-pfalz.de.

Weitere Stationen sind die Religionspädagogischen Zentren Ludwigshafen (8. April bis 4. Juli), Bolanden (5. bis 26. September) und St. Ingbert (23. September bis 18. Oktober).  www.evkirchepfalz.de Presse- und Öffentlichkeitsreferat der Evangelischen Kirche der Pfalz

25.01.2013


Aktion Sternenregen unterstützt Diakonie in der Saarpfalz

Speyer- Mit 9.500 Euro aus der „Aktion Sternenregen 2012“ hilft die Diakonie in Homburg mit ihren Außenstellen in Blieskastel und St. Ingbert bedürftigen Kindern und ihren Familien. „Sternenregen“ ist eine Spendenaktion der evangelischen und katholischen Kirchen sowie RADIO SALÜ, die 2004 gestartet wurde. „Die Aktion Sternenregen hat einen festen Spendenzweck. Das ist die Hilfe für Kinder und Familien in Not“, erklärt Pfarrer Wolfgang Glitt, Initiator und Vorsitzender des Vereins „RADIO SALÜ – Wir helfen e.V.“.

Die Spenden kommen zu gleichen Teilen der Diakonie und der Caritas im Saarland zugute. Das Diakonische Werk Pfalz mit dem Haus der Diakonie in Homburg darf sich über zehn Prozent der Spenden des Diakonieanteils freuen. Der Bedarf im Saarpfalz-Kreis ist groß. „Wir haben viele Familien mit Kindern, die unsere Unterstützung brauchen. Das Geld reicht gerade im Winter oft nicht. Wenn im November die Energiekostennachzahlungen ins Haus flattern, wird es in vielen Haushalten ganz eng. Da reicht das Geld nicht für warme Kleidung. Ganz zu schweigen von Weihnachtsgeschenken“, sagt Ursula Schwarz vom Haus der Diakonie in Homburg-Landstuhl. Hier ein Zuschuss zur Waschmaschine, da Geld für Winterschuhe und warme Jacken, neues Therapiematerial für die therapeutische Schülerförderung oder Zuschüsse für Ausflüge im Ferienprogramm: Die Spenden der Aktion Sternenregen kommen dort an, wo sie benötigt werden. „Jeder Cent fließt direkt und ohne Abzüge an die Betroffenen, denn die Verwaltungskosten werden vom Verein getragen“, erklärt Pfarrer Glitt. Rund eine Viertel Million Euro Spendengelder wurden im vergangenen Jahr vom Verein gesammelt.

Albrecht Bähr, Landesdiakoniepfarrer und Sprecher der Diakonie Rheinland-Pfalz, würdigt dieses starke Engagement für die Schwachen: „Das ist eine wunderbare Spendenaktion, mit deren Hilfe segensreiche Arbeit geleistet wird. Es ist beeindruckend, wie unkompliziert Menschen, die so leicht durch unser soziales Netz fallen, mit diesen Spenden geholfen wird.“ Diakonisches Werk Pfalz, Presse www.diakonie-pfalz.de

25.01.2013


Kompetenter Theologe mit Humor und Herzenswärme

Friedhelm Hans, Vorstandsmitglied des Vereins für Pfälzische Kirchengeschichte, Klaus Bümlein, Kirchenpräsident Christian Schad und Helmut Meinhardt, neuer Vorsitzender des Vereins für Pfälzische Kirchengeschichte (v.li.). Friedhelm Hans, Vorstandsmitglied des Vereins für Pfälzische Kirchengeschichte, Klaus Bümlein, Kirchenpräsident Christian Schad und Helmut Meinhardt, neuer Vorsitzender des Vereins für Pfälzische Kirchengeschichte (v.li.).

Verein für Pfälzische Kirchengeschichte widmet Oberkirchenrat i.R. Klaus Bümlein Jahresband

Speyer- Gratulation und Auszeichnung: Der Verein für Pfälzische Kirchengeschichte hat seinem langjährigen Vorsitzenden, Oberkirchenrat i.R. Klaus Bümlein, den ihm anlässlich seines 70. Geburtstages gewidmeten Jahresband der Blätter für Pfälzische Kirchengeschichte überreicht und ihm gleichzeitig „mit großer Dankbarkeit“ für sein Engagement gedankt. Bümleins Nachfolger im Amt des Vorsitzenden, Helmut Meinhardt, charakterisierte seinen Vorgänger als „fachkundig, umsichtig, teamfähig und uneitel“. Bei einem Empfang am Mittwoch im Landeskirchenrat in Speyer bescheinigte Kirchenpräsident Christian Schad dem früheren Bildungsdezernenten der Landeskirche „hohe theologische Kompetenz, Herzenswärme und Humor“.

Bümlein selbst bedankte sich für die „gelungene Überraschung“, die ihm der Verein für Pfälzische Kirchengeschichte mit der Widmung des Jahresbandes und dem Empfang bereitet habe. Sein Interesse an pfälzischer Kirchengeschichte sei beim ihm – aufgewachsen in Speyer in der Nachbarschaft von Gedächtniskirche und Dom – „kein Wunder“, sagte Bümlein. Geschichte, Theologie und „ein bisschen Spiritualität“ gehörten zum gelebten Glauben und machten ihn verständlicher.

In seiner Zeit als Bildungsdezernent sei Bümlein ein „entschiedener Fürsprecher für den Religionsunterricht“ gewesen und gleichzeitig „Bindeglied zwischen der akademischen Theologie und der Landeskirche“, skizzierte Kirchenpräsident Christian Schad das Wirken des 70-jährigen Jubilars. Als Gemeindepfarrer, als Dozent am Predigerseminar und als Begleiter der Theologiestudenten habe Bümlein stets „den einzelnen Menschen im Blick“ gehabt. Seine Bemühungen um evangelische Spiritualität hätten dem alten Wort „Frömmigkeit“ in einer säkularen Welt neu Gestalt gegeben, so Schad.

Klaus Bümlein leitete von 1990 bis 2004 als Oberkirchenrat das Bildungsdezernat der Landeskirche, lehrte an den Evangelisch-Theologischen Fakultäten der Universitäten Heidelberg und Mainz und übernahm 2004 den Vorsitz des Vereins für Pfälzische Kirchengeschichte. Zu seinem Nachfolger wurde am 19. Januar 2013 der Weisenheimer Pfarrer Helmut Meinhardt bestimmt, zu dessen Stellvertreter Akademiedirektor Christoph Picker.

Hinweis: Der 79. Jahresband der Blätter für Pfälzische Kirchengeschichte ist zum Preis von 28 Euro für Mitglieder und 35 Euro für Nichtmitglieder erhältlich beim Zentralarchiv der pfälzischen Landeskirche, Domplatz 6, in Speyer, Telefon 06232 / 667-183.

EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Speyer, Pressereferat www.evkirchepfalz.de

24.01.2013


Sternsinger im Bistum Speyer sammeln 1,3 Millionen Euro für Kinder in Not

Wieder herausragende Bilanz im Bistum Speyer - Spenden kommen Hilfsprojekten zugute

Speyer- Auf die Sternsinger ist Verlass: Wie in den Vorjahren haben die 12000 Mädchen und Jungen, die Anfang Januar in den 346 Pfarrgemeinden im Bistum Speyer unterwegs waren, rund 1,3 Millionen Euro für Kinder und Jugendliche in Not „ersungen“. „Die Erfolgsgeschichte des Sternsingens geht unvermindert weiter“, kommentierte Christoph Fuhrbach vom Referat für Weltkirchliche Aufgaben im Bischöflichen Ordinariat Speyer die erneut herausragende Bilanz.

Die Spenden kommen Hilfsprojekten in Afrika, Asien, Lateinamerika, Ozeanien und Osteuropa zugute. Unterstützt werden unter anderem Ernährungsprogramme, Gesundheitsdienste, Schulen, Kindergärten sowie Initiativen für Straßenkinder, Flüchtlinge und aidskranke Kinder.

Die Aktion Dreikönigssingen, die vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ in Aachen sowie vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) getragen wird, ist die weltweit größte Solidaritätsaktion, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren. Sie fand in diesem Jahr zum 55. Mal statt und stand unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Für Gesundheit in Tansania und weltweit!“. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse

Weitere Informationen unter www.sternsinger.org.

22.01.2013


Gemeinsam für die Einheit der Christen beten

Kirchenpräsident Christian Schad hielt Predigt bei ökumenischem Gottesdienst im Speyer Dom

Fremde Klänge begleiteten den Ökumenischen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen im Speyerer Dom. Instrumental- und Trommelmusik aus Indien, dargeboten von Mitgliedern der indischen Musikschule Ludwigshafen, knüpfte eine sinnliche Verbindung zum Schwerpunktland der diesjährigen Gebetswoche für die Einheit der Christen. Die Trommelmusik hat eine tiefe Bedeutung besonders für die Dalits, die Unberührbaren, die im indischen Kastensystem ganz unten stehen. „Die Trommelklänge verdeutlichen, dass der Weg der Nachfolge ein Weg zu den Ausgegrenzten und Benachteiligten ist“, hob Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Begrüßung hervor. Im Blick auf das Motto des Gottesdienstes „Was Gott von uns erwartet“ rief er jeden Einzelnen, aber auch die christlichen Konfessionen dazu auf, sich Gott zu öffnen und auf dem Weg zur sichtbaren Einheit der Kirche Jesu voranzuschreiten. Das bedeute zugleich eine Hinwendung zu den Menschen am Rande der Gesellschaft. „Gott erwartet, dass wir unsere Stimme erheben und uns nach Kräften dafür einsetzen, dass der ganze Erdkreis immer mehr in sein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens umgestaltet wird.“

Die Glaubens- und Gewissensfreiheit einzufordern und dafür zu sorgen, „dass kein Keil zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen getrieben wird“, bezeichnete Kirchenpräsident Christian Schad in seiner Predigt als gemeinsame ökumenische Aufgabe Die Christen in der Bundesrepublik sollten sich dafür einsetzten, dass nicht Hass mit Hass, nicht Ideologie mit Ideologie beantwortet werde. Christen seien, wie zum Beispiel in Indien, immer wieder großem Leid ausgesetzt. Durch Hindu-Extremisten komme es zu religiös motivierten Pogromen gegen Christen, bei denen Menschen getötet, Kirchen und Wohnhäuser zerstört und Bibeln verbrannt würden. „Das darf weder verherrlicht noch verharmlost werden“, sagte Schad. Gerade deshalb träten die Kirchen für die Religionsfreiheit als universales Menschenrecht ein. Christen in Deutschland haben nach Aussage des Kirchenpräsidenten allen Grund, die Gemeinschaft untereinander zu feiern und Gott dafür danken. Dabei müssten die Christen unterschiedlicher Prägung nicht einander gleich werden, „aber lasst uns Christus gleich werden“, sagte Schad.

Persönliche Berichte gaben Einblick in indische Lebensverhältnisse

Die Katholikenratsvorsitzende Maria Faßnacht berichtete von ihren Eindrücken im Rahmen einer Reise nach Kalkutta. Die Begegnung mit Menschen, die durch eine „zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit und Armut“ dazu gezwungen sind, auf den Müllbergen der indischen Metropole zu leben, schilderte sie als Herausforderung, den eigenen Lebensstil in Frage zu stellen, „um Schritt für Schritt für mehr weltweite Gerechtigkeit einzutreten.“ In einem weiteren persönlichen „Zeugnis“ erinnerte Anna Schöps an das Schicksal der unterdrückten und misshandelten Frauen und Mädchen in Indien und die furchtbaren Vergewaltigungen, die in den letzten Wochen die Öffentlichkeit erschütterten. „Schenke den Verantwortlichen die nötige Besonnenheit, Maßnahmen zu treffen, die zu einem besseren Schutz von Frauen vor Gewalt führen und lass auch uns für Geschlechtergerechtigkeit und die gegenseitige Wertschätzung von Männern und Frauen eintreten“, sagte Schöps in ihrer Fürbitte. Die junge Frau aus Haßloch war als Freiwillige für ein halbes Jahr in einem Kinderheim mit Schule für geistig behinderte Kinder an der indischen Westküste tätig gewesen.

Drei Symbole für die Einheit der Christen

Drei Symbole standen am Altar als Zeichen für die Einheit der Christen. Eine Bibel machte deutlich, dass Christen verschiedener Konfessionen gemeinsam unter dem Wort Gottes stehen und dadurch untrennbar miteinander verbunden sind. Ein Tuch, das beim „Tag der Ökumene“ im Rahmen der Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier entstanden ist, symbolisierte in seiner verwobenen Buntheit die Vielfalt und das Miteinander der verschiedenen Kirchen. Eine Trommel war als Zeichen dafür ausgewählt worden, dass es zur Christusnachfolge gehört, sich von Unrecht und Leid berühren zu lassen, das laut wie Trommelschläge zum Himmel schreit.

An dem Gottesdienst wirkten Vertreter mehrere Kirchen mit, die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zusammengeschlossen sind. Dazu zählten auch Dompfarrer Matthias Bender, der protestantische Synodalpräsident Henri Franck, Pfarrer Marc Reusch von der protestantischen Dreifaltigkeitsgemeinde, Kantor Konstantin Tsolis von der griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde Ludwigshafen sowie Hans-Erhard Wilms von der Baptistengemeinde in Landau als Vertreter der Freikirchen. An der musikalischen Gestaltung wirkten neben der indischen Musikschule Ludwigshafen auch die Evangelische Jugendkantorei der Pfalz unter Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald sowie Domorganist Markus Eichenlaub mit.
is / lk

21.01.2013


Ehemaliger Olympia-Pfarrer Michael Kühn: Leistungssport braucht Neustart

Nicht nur Radsport, sondern gesamter Leistungssport auf der Kippe / Freigabe von Dopingmitteln keine Lösung

Einen Neustart für den Leistungssport fordert der ehemalige Olympia-Pfarrer Michael Kühn aus Landstuhl. Nicht nur der Radsport, sondern der gesamte Leistungssport stehe auf der Kippe, warnt Kühn, der die deutschen Athleten bei den Olympischen Spielen in Nagano (1998), Sydney (2000) und Salt Lake City (2002) als Seelsorger betreut hat. Die Dopingproblematik reiche viel tiefer als angenommen, sagte er in einem Interview mit RPR1 anlässlich des Doping-Geständnisses des amerikanischen Radprofis Lance Armstrong.

Angetrieben vom eigenen Ehrgeiz und den Interessen der Sportverbände, der Wirtschaft und der Politik gingen die Athleten oft über ihre Grenzen hinaus. Auch die Öffentlichkeit übe einen hohen Druck auf die Sportler aus: „Wenn die deutsche Mannschaft es mal nicht ‚bringt’ oder ‚nur’ Siebter wird, dann heißt es gleich: Die haben wieder versagt.“ Eine Freigabe von Dopingmitteln ist für Michael Kühn nicht die Lösung. „Doping hat ja auch Langzeitschäden. Eine Freigabe würde dazu führen, dass nur noch die gewinnen, die die besten Ärzte und die besten Mittel bezahlen können.“ Auch im Blick auf den Kinder- und Jugendsport sieht Kühn eine Freigabe von Dopingmitteln als problematisch an. „Wo setzt man die Grenze?“ Doping im Sport von Kindern und Jugendlichen aber sei völlig inakzeptabel.

Eine Lösung des Dopingproblems sieht er in einer konsequenten, gemeinsamen Aktion über Ländergrenzen hinweg, die sich an der Frage orientiert: „Wie bekommen wir einen anderen Sport?“ Das sei ein schwieriger Weg, aber die einzige Alternative, damit die Doping-Kontrolleure nicht immer wieder das Nachsehen haben. Der Bewusstseinswandel müsse bereits mit der Jugendarbeit beginnen: „Man muss sehr früh anfangen und schon die Eltern und die Kinder gegen Doping stark machen“, fordert Michael Kühn. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse

21.01.2013


Der “geistlichen Dimension des Domes“ mehr Raum geben

Zwei neue Mitarbeiter des Domkapitels sollen den Besuchern die Kathedrale noch näher bringen

cr,/is. Speyer. Der „geistlichen Dimension“ des Speyerer Domes mehr Raum zu geben – das ist das Ziel und die Aufgabe der beiden neuen Mitarbeiter, die das Domkapitel jetzt beim traditionellen Neujahrsempfang für die Mitarbeiterschaft der obersten Speyerer Kirchenbehörde vorstellte. Im Beisein des Vorsitzenden des Dombauvereins, Dr. Wolfgang Hissnauer und des Geschäftsführers des Speyerer „peregrinus-Verlages“, Marco Fraleoni, stellte Domkapitular Peter Schappert, „Summos custos“ der romanischen Kathedrale, die beiden „Neuen“ vor. „Die wachsende touristische Entwicklung der Stadt Speyer und das Ziel, den Dom für Besucher inhaltlich besser zu erschließen, haben zu dem Entschluss einer personellen Verstärkung in diesem Bereich geführt", machte der Domkustos dabei deutlich.

Rund 1,2 Millionen Menschen besuchten jedes Jahr den Speyerer Kaiser- und Mariendom, so Schappert. Weit über 1000 Führungen pro Jahr böten Gelegenheit, die Ursprünge des Domes und die zentralen Ereignisse um die romanische Kathedrale in der abendländischen Geschichte kennen zu lernen. Das Bistum Speyer plane deshalb auch – der SPEYER-KURIER berichtete - die Einrichtung eines Besucherzentrums, das gegenüber dem Dom, im so genannten Vikarienhof am Domplatz untergebracht werden soll. Mit diesem Besucherzentrum verbindet Schappert zugleich die Absicht, für die Besucher ein noch umfassenderes Serviceangebot mit vielfältigen Informationen rund um den Dom zu schaffen.

Dazu sollen die beiden neuen Mitarbeiter zentrale Funktionen ausfüllen: Als Verantwortliche für das Kulturmanagement ist Friederike Walter seit Anfang Januar Ansprechpartnerin für alle Fragen zu Kunst und Geschichte des Domes.Darüber hinaus wird sie das Archiv betreuen und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.rund um die Kathedrale unterstützen.

Die im saarländischen Neunkirchen geborene, jedoch von frühester Kindheit an in der Pfalz lebende Friederike Walter, Mutter von inzwischen 18 Monaten alten Zwillingsbuben und verheiratet mit einem Landauer Lokaljournalisten, fühlt sich von Kindesbeinen an zutiefst mit dem Speyerer Dom verbunden. Nach dem Abitur in Germersheim hat sie in Münster und Bonn ein breit angelegtes Magisterstudium in den Fächern Regionalwissenschaften Nordamerikas, Politikwissenschaften und Kunstgeschichte absolviert. Auf ihrem weiteren Ausbildungs- und Berufsweg konnte sie dann vielfältige praktische Erfahrungen sammeln, unter anderem beim Historischen Museum der Pfalz in Speyer, bei einer regionalen Tageszeitung, in der Pressestelle der Mainzer Staatskanzlei, im Haus der Geschichte in Bonn sowie beim Staatstheater in Mainz sowie bei dem renommierten Theater in Basel. Seit 2008 hat sie schließlich die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Zentrums für Kunst und Medientechnologie ZKM in Karlsruhe geleitet.

Im Gespräch mit dem „SPEYER-KURIER“ unterstrich Friederike Walter ihre Absicht, mit ihrer neuen Aufgabe „dem Anspruch gerecht zu werden, dass der Speyerer Dom seinen Besuchern nicht nur als ein Kulturdenkmal, sondern vor allem auch als ein Haus Gottes bewusst wird“.

So will auch Bastian Hoffman vorrangig seine Aufgabe verstanden wissen, die er bereits Anfang Dezember übernommen hat. Er wird unter anderem für das Besuchermanagement in und um die Kathedrale verantwortlich sein und die Organisation sowie die Koordination und Personalführung der Mitarbeiter vornehmen, die bei den Domführungen, in der Krypta, im Kaisersaal und beim Aufstieg zur Aussichtsplattform im Südwest-Turm eingesetzt sind.

Bastian Hoffmann ist in Speyer geboren und in Mechtersheim aufgewachsen; sein Abitur hat er am Speyerer Gymnasium am Kaiserdom abgelegt. Nach seinem Zivildienst hat er an der Universität Potsdam den Magistergrad mit der Fächerkombination spanische und italienische Philologie sowie Betriebswirtschaftslehre erworben. Im Rahmen seines Studiums hat er Auslandssemester im spanischen Vigo/Galicien und in der sizilianischen Hauptstadt Palermo absolviert. Praktische Erfahrungen hat er unter anderem auch als Mitarbeiter einer Potsdamer Gedenkstätte gesammelt.

Hoffmann, der eine weitere Aufgabe für sich in der Vernetzung des Speyerer Domes mit anderen, international bedeutsamen Kirchenbauten sieht, freut sich schon sehr auf das neue Besucherzentrum, an dessen funktionaler Ausgestaltung er gemeinsam mit seiner Kollegin Friederike Walte tatkräftig mitwirken will. „Dombaumeister Colletto wird das neue Haus entwickeln und bauen – wir werden es dann hoffentlich mit ausfüllen dürfen“, spricht er auch für seine Kollegin, warnt aber zugleich angesichts der Monumentalität des Domes „vor zu großen Zielen“. Foto: gc

16.01.2013


Zwei neue Mitarbeiter des Domkapitels - Bilderalbum

Eigenes Bekenntnis und Toleranz schließen sich nicht aus

Neujahrsemfang des Kirchenpräsidenten – 2013 steht unter doppeltem Vorzeichen

Speyer- Das Eigene lieben und achten und das Verschiedene respektieren sind nach den Worten von Kirchenpräsident Christian Schad wesentliche Merkmale überzeugter Toleranz. Beim Neujahrsempfang im Landeskirchenrat in Speyer am Donnerstag stellte Schad das diesjährige Thema der Luther-Dekade, „Reformation und Toleranz“ sowie das 450-jährige Jubiläum des Heidelberger Katechismus in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Bekenntnis und Toleranz schlössen sich nicht gegenseitig aus. Vielmehr könnten gerade aus der eigenen Glaubensgewissheit heraus Unterschiede ehrlich ausgetragen und konstruktiv aufeinander bezogen werden, sagte Schad vor rund hundert Gästen aus Kirche, Wissenschaft und Wirtschaft.

„Toleranz setzt voraus, dass Menschen zu dem stehen, was sie im Innersten bindet und deshalb auch achtungsvoll mit dem umgehen, was Anderen wichtig ist“, sagte Schad. In vielem habe sich das Miteinander zwischen der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche zu einem Beispiel und Vorbild entwickelt, dessen Erfahrungen auch für den interreligiösen Dialog fruchtbar gemacht werden könnten, sagte Schad. In Deutschland lebten 4,3 Millionen Muslime, islamischer Religionsunterreicht sei dabei, sich zu etablieren, das Fach „islamische Theologie“ habe an deutschen Hochschulen Einzug gehalten, Seelsorge an und mit Muslimen werde zum Thema. Dennoch seien die Menschen von einem „selbstverständlichen, toleranten Miteinander“ noch weit entfernt. Bildung sei Voraussetzung für Toleranz, auch für den Frieden zwischen den Religionen und Kulturen. „Das Jahr der Toleranz bietet darum Gelegenheit, zu fragen, inwieweit wir in Kirche und Gesellschaft unserer Bildungsverantwortung nachkommen“, sagte Schad.

Der im Januar 1563 für die Kurpfalz veröffentlichte Heidelberger Katechismus, ursprünglich Trost- und Erbauungsbuch für die in die Pfalz gekommenen Glaubensflüchtlinge, gilt als wichtigste evangelische Bekenntnisschrift. Verfasser des aus 129 Fragen und Antworten bestehenden Textes war der in Heidelberg und Neustadt lehrende Theologieprofessor Zacharias Ursinus (1534-1583). „Ein kleines Buch mit großer Wirkung für reformierte und unierte Kirchen weltweit“, so Schad. Zu den beiden Schwerpunktthemen des Jahres 2013 – 450 Jahre Heidelberger Katechismus sowie Reformation und Toleranz –hat die pfälzische Landeskirche der Pfalz zahlreiche Veranstaltungen geplant. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) stellt anlässlich der Lutherdekade bis 2017 jedes Jahr unter ein bestimmtes Motto.

Für die musikalische Umrahmung des Neujahrsempfangs des Kirchenpräsidenten sorgten Bezirkskantor Stefan Viegelahn und Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald mit Sätzen des Konzerts in C-Dur für zwei Cembali von Johann Sebastian Bach. lk www.evkirchepfalz.de

10.01.2013


Schüler machen sich ein eigenes Bild vom Bistum Speyer

Rund 450 Schüler aus elf Schulen nehmen an Begegnungstagen teil

Das Bistum Speyer nicht aus dem Schulbuch, sondern aus Gesprächen mit Vertretern des Bistums kennenlernen: Diese Idee steht hinter den Schülerbegegnungstagen, die am 11. Januar beginnen. Auf Einladung der Hauptabteilung Schulen, Hochschulen und Bildung des Bischöflichen Ordinariats kommen in der Zeit bis zum 18. Januar rund 450 Oberstufenschülerinnen und –schüler aus insgesamt elf Schulen nach Speyer, um einen Tag lang verschiedene Bereiche des Bistums, des Ordinariats und des Doms kennenzulernen. In zahlreichen Gesprächen und Begegnungen haben sie Gelegenheit, dem Leben der Kirche durch persönliche Erfahrungen näher zu kommen, und dabei zu erfahren, was die Kirche besonders jungen Menschen anzubieten hat.

Ein zentraler Baustein der Schülerbegegnungstage ist das Gespräch mit Vertretern der Bistumsleitung. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, der in der Deutschen Bischofskonferenz die Jugend-Kommission leitet, Weihbischof Otto Georgens und mehrere Mitglieder des Domkapitels stellen sich den Fragen der Schülerinnen und Schülern. „Abi – und dann?“, dieser Frage widmet sich ein gemeinsames Programmangebot des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und des Caritasverbandes für die Diözese Speyer, bei dem unterschiedliche Formen des freiwilligen sozialen Engagements vorgestellt werden. Die Schülerinnen und Schüler haben außerdem die Möglichkeit, bei einem Besuch des Bistumsarchivs in die Vergangenheit des Bistums einzutauchen, sich mit den Beratungsangeboten der Caritas vertraut zu machen oder bei einem Besuch der Peregrinus GmbH mitzuerleben, wie die Bistumszeitung „Der Pilger“ entsteht. Natürlich steht auch der Dom auf dem Programm des Begegnungstages außerhalb des Klassenzimmers. Unter fachkundiger Anleitung erschließen sich die Schülerinnen und Schüler die Geheimnisse der Krypta, des Codex Aureus und der Domorgel.

Schulen, die an den Begegnungstagen teilnehmen:

  • Maria-Ward-Schule Landau
  • Pamina-Gymnasium Herxheim
  • Gymnasium Edenkoben
  • Gymnasium am Kaiserdom, Speyer
  • Edith-Stein-Gymnasium, Speyer
  • St. Franziskus-Schule Kaiserslautern
  • Integrierte Gesamtschule Otterberg
  • Johanneum Homburg
  • Heinrich-Böll-Gymnasium, Ludwigshafen
  • Kurfürst Ruprecht Gymnasium Neustadt
  • Hannah Arendt Gymnasium Haßloch

Bischöfliches Ordinariat Speyer, Pressestelle

07.01.2013


Erste Frau im Amt: Solveigh Schneider ist die neue Vorsitzende des Landespflegeausschusses in Rheinland-Pfalz

Speyer/Mainz- Seit dem 1. Januar 2013 ist Solveigh Schneider vom Diakonischen Werk Pfalz die neue Vorsitzende des Landespflegeausschusses. Seit der Gründung des Landespflegeausschusses im Jahr 1995 ist Schneider die erste Frau an der Spitze dieses Gremiums.

Die Vorstandsvorsitzende der Pflegegesellschaft in Rheinland-Pfalz und Leiterin der Abteilung Gesundheit, Rehabilitation und Pflege im Diakonischen Werk Pfalz folgt Walter Bockemühl von der AOK Rheinland-Pfalz nach, der im Jahr 2012 Vorsitzender des Landespflegeausschusses war. Die Geschäftsstelle des Landespflegeausschusses ist beim rheinland-pfälzischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie eingerichtet.

Der Landespflegeausschuss wurde mit Einführung der Sozialen Pflegeversicherung im Jahre 1995 geschaffen. Ziel ist es, die Beteiligten in der Pflege auf Landesebene zu vernetzen und den Pflegebereich gemäß zukünftiger Anforderungen weiter zu entwickeln.

Der rheinland-pfälzische Landespflegeausschuss tritt in der Regel alle vier Monate zusammen. Er kann einvernehmlich Empfehlungen zur Umsetzung der Pflegeversicherung geben.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.masgd.rlp.de/soziales/pflege/landespflegeausschuss/

Diakonisches Werk Pfalz, Presse www.diakonie-pfalz.de

06.01.2013


Diözesane Eröffnungsfeier der 55. Aktion Dreikönigssingen

Speyer- Rund 500 Sternsinger und Sternsingerinnen haben heute in Speyer mit einem Workshop- und Aktionsprogramm, einem farbenfrohen Zug in „königlichen“ Gewändern durch die Maximilianstraße und einem festlichen Aussendungsgottesdienst mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Dom die Eröffnung der 55. Aktion Dreikönigssingen für das Bistum Speyer gefeiert. In den Tagen um den 6. Januar herum sind - wie in ganz Deutschland - auch in der Diözese Speyer Mädchen und Jungen als Heilige Drei Könige unterwegs, um den Segenswunsch „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ an Wohnungs- und Haustüren zu schreiben und für Not leidende Kinder weltweit zu sammeln.

Begonnen hatte die diözesane Eröffnungsfeier der Aktion Dreikönigssingen, die dieses Jahr unter dem Leitwort „Segen bringen, Segen sein. Für Gesundheit in Tansania und weltweit“ steht, am Mittag mit Workshops in fünf verschiedenen Häusern im Stadtgebiet von Speyer. Dabei ging es um die Situation von Kindern und Jugendlichen in dem ostafrikanischen Land Tansania, dem Beispielland der diesjährigen Aktion. Dort hapert es vor allem an der medizinischen Versorgung und an sauberem Trinkwasser. Um deutlich zu machen wie wichtig deshalb Brunnen sind, brachten die Sternsinger am Nachmittag aus den Workshops große Duplosteine für einen symbolischen Brunnenbau zum zentralen Treffpunkt aller „Könige und Königinnen“ am Altpörtel mit.
Dort wurden sie musikalisch von der Trommlergruppe „Hamana Tolon“, Musikern aus Guinea und der Elfenbeinküste, lautstark empfangen. Im Namen der Organisatoren der Eröffnungsfeier begrüßten Kirsten Glaser und Felix Goldinger, die Diözesanvorsitzenden des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) die Gruppen aus verschiedenen Teilen der Diözese. Vier junge Sternsinger erklärten, warum Brunnen für ein Land wie Tansania so wichtig sind: „Bei uns zuhause ist es ganz einfach an Wasser heran zu kommen - ich muss nur den Wasserhahn aufdrehen“. Dagegen müssten Menschen in Tansania oft Wasser von weit entfernten Wasserstellen holen und dieses Wasser sei oft nicht sauber und mache krank. Mit einem Brunnen könne man den Menschen daher sehr helfen. „Mit eurem Sternsingergeld kann zum Beispiel in einem Kindergarten in Mondo in Tansania ein Brunnen für sauberes Wasser gebaut werden“, so Peter Förg, Vertreter des Kindermissionswerkes „Die Sternsinger“. Er dankte den Kindern und Jugendlichen für ihr Engagement, mit dem so „Leben gerettet“ werden könne.

Mit dem selbstgebauten „Brunnen“ aus Duplosteinen zogen die Sternsinger anschließend in ihren farbenfrohen Gewändern, mit goldglänzenden Kronen, Sternen und begleitet von der Trommlergruppe vom Altpörtel aus durch die Maximilianstraße zum Dom. Dort feierten sie mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, BDKJ-Diözesanpräses Pfarrer Andreas Sturm und Pfarrer Carsten Leinhäuser, beim BDKJ Diözesanverband zuständig für die Sternsingeraktion, den Aussendungsgottesdienst, bei dem es ebenfalls um das Motto der diesjährigen Aktion ging.
„Schön, dass ihr als Sternsinger und Sternsingerinnen Botschafter seid für Gottes Liebe in der Welt“, so Bischof Wiesemann zu Beginn des Gottesdienstes. In seiner Predigt lobte er das Engagement der Sternsinger als „größte Aktion von Kindern für Kinder überhaupt“ und bedankte sich für ihren „großartigen“ Einsatz: „Danke, dass ihr Sternsinger seid, ganz viel Freude und Gottes Segen für eure Wege“. Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Gruppe „Sanctos“ unter der Leitung von Christian Knoll gestaltet.

Träger des Dreikönigssingens sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 814 Millionen Euro wurden seither gesammelt, mehr als 63.000 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 54. Aktion zum Jahresbeginn 2012 sammelten die Mädchen und Jungen aus 11.529 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 42,4 Millionen Euro. Im Bistum Speyer sammelten 366 Sternsingergruppen davon rund 1,3 Millionen Euro. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Pastoral, Bildung, Gesundheit, Ernährung, soziale Integration und Rehabilitation sowie Nothilfe.
Text und Foto: Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Diözesanverband Speyer

04.01.2013


Eröffnungsfeier der 55. Aktion Dreikönigssingen - Bilderalbum

Mario Colletto ist neuer Dombaumeister

Nachfolger von Alfred Klimt hat den Kaisersaal mit der Ausstellung der Schraudolph-Fresken neu gestaltet

Mario Colletto ist neuer Dombaumeister am Dom zu Speyer. Er trat zum Jahreswechsel die Nachfolge von Alfred Klimt an, der fast 20 Jahre lang als Dombaumeister gewirkt hat und zum Ende des Jahres in den Ruhestand verabschiedet wurde. Mario Colletto war als Architekt in Augsburg tätig, bevor er 2011 zum Bischöflichen Bauamt nach Speyer wechselte. Zuletzt leitete er die Neugestaltung des Kaisersaals mit der Ausstellung der Schraudolph-Fresken im Westbau des Speyerer Domes. Zugleich war er für die Schaffung der ebenfalls im Herbst des vergangenen Jahres eröffneten Aussichtplattform auf dem Südost-Turm des Speyerer Doms verantwortlich.

Der Speyerer Dom zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen mittelalterlicher Architektur. 1981 in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen, ist er eines der reifsten Beispiele romanischer Baukunst und darüber hinaus - nach der Zerstörung von Cluny - die größte erhaltene romanische Kirche überhaupt. Als Grabstätte salischer, staufischer und habsburgischer Herrscher gilt er als Symbol des mittelalterlichen Kaisertums.Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle

03.01.2013


Rund 500 Sternsinger in Speyer erwartet

Morgen findet die diözesane Eröffnungsfeier zur 55. Aktion Dreikönigssingen in Speyer statt - Empfänge für Sternsinger in Mainz und Saarbrücken

Speyer- Rund 500 Sternsinger und Sternsingerinnen mit ihren Gruppenleitern werden morgen, am 3. Januar, zur diözesanen Eröffnungsfeier der 55. Aktion Dreikönigssingen in Speyer erwartet. Sie folgen einer Einladung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und des Referates für Weltkirchliche Aufgaben der Diözese Speyer. „Segen bringen, Segen sein. Für Gesundheit in Tansania und weltweit“ – unter diesem Leitwort ziehen rund um den 6. Januar 2013 bundesweit und auch im Bistum Speyer Mädchen und Jungen verkleidet als Heilige Drei Könige von Tür zu Tür, schreiben den Segenswunsch „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ an Wohnungs- und Haustüren und sammeln für Not leidende Kinder weltweit.

Das Programm am 3. Januar beginnt um 12.45 Uhr. In fünf Tagungshäusern im Stadtgebiet von Speyer können die Sternsinger und Sternsingerinnen an Workshops teilnehmen, in denen es um die Situation vonKindern in Tansania, dem Beispielland der nächsten Aktion Dreikönigssingen, geht. In dem ostafrikanischen Land gibt es zu wenige Kinderärzte, viel zu wenig Krankenhäuser und zu wenige Medikamente,die bezahlbar sind.

Mangelware ist in Tansania oft auch sauberes Wasser – ein weiteres Thema, mit dem sich die Sternsinger in den Workshops beschäftigen werden. Wichtig sind deshalb Brunnen für sauberesTrinkwasser. Um das deutlich zu machen, werden die Sternsinger um 15 Uhr bei einer gemeinsamen Aktion am Altpörtel mit Duplosteinen einen Brunnen als Symbol bauen. Anschließend ziehen die großen und kleinen „Könige und Königinnen“, begleitet von einer Trommlergruppe, durch die Maximilianstraße zum Dom. Dort feiern sie mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann einen Gottesdienst.

Die Veranstaltung endet gegen 17 Uhr.

Rund 814 Millionen Euro, über 63.000 Projekte
Träger des Dreikönigssingens sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 814 Millionen Euro wurden seither gesammelt, mehr als 63.000 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 54. Aktion zum Jahresbeginn 2012 sammelten die Mädchen und Jungen aus 11.529 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 42,4 Millionen Euro. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Pastoral, Bildung, Gesundheit, Ernährung, soziale Integration und Rehabilitation sowie Nothilfe.

Empfänge in Saarbrücken und Mainz
Die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, wird am 7. Januar 2013, um 16 Uhr, die Heiligen Drei Könige in der Saarbrücker Staatskanzlei empfangen. Mit dabei für das Bistum Speyer sind Sternsinger aus der Pfarreiengemeinschaft Blieskastel-Lautzkirchen. Am 9. Januar 2013, um 15 Uhr, heißt Ministerpräsident Kurt Beck die Sternsinger in der Mainzer Staatskanzlei willkommen. Das Bistum Speyer vertreten dabei Mädchen und Jungen aus der Pfarrei St. Martin in Ludwigshafen-Oppau.

Sternsinger aus Maikammer vertreten Diözese in Berlin
Am Freitag, 4. Januar 2013, wird Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin Sternsinger aus allen Bistümern empfangen. Die Diözese Speyer wird von vier Sternsingern aus der katholischen Pfarrgemeinde St.Kosmas und Damian in Maikammer vertreten. Pünktlich zum Dreikönigsfest am 6. Januar sind Sternsinger, vertreten durch Mädchen und Jungen aus dem Bistum Mainz, im Schloss Bellevue erstmals bei Bundespräsident Joachim Gauck zu Gast.

Alle Informationen zur bundesweiten Sternsingeraktion unter www.sternsinger.de .


Ansprechpartner für die Sternsinger-Eröffnungsfeier in Speyer sind:

Pfarrer Carsten Leinhäuser,
Tel. 0 62 32. 1 02-3 37; Mobil 0176/ 831 38 227; Mail: minis@bistum-speyer.de oder
BDKJ-Diözesanvorsitzende Kirsten Glaser,
Tel. 0 62 32. 1 02-5 21; Mobil 0176/ 830 25 047;
Mail: kirsten.glaser@bdkj-speyer.de

Dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Diözese Speyer gehören sieben Jugendverbände an. Sie vertreten die Interessen von rund 9000 Kindern und Jugendlichen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarpfalzkreis. Informationen unter www.bdkj-speyer.

Die fünf Tagungshäuser mit Workshops für Sternsinger in Speyer am 3. Januar 2013:

Priesterseminar Speyer, Am Germansberg 60

Friedrich Spee Haus, Edith-Stein-Platz 7

St. Bernhard, Hirschgraben 3

Dreifaltigkeitsgemeinde, Haus Trinitatis, Johannesstr. 6a

Ägidienhaus, Gilgenstraße 17

Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Diözesanverband Speyer, Presse

02.01.2013


Beatles-Schlager im Dom zu Speyer

Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz WiesemannBischof Wiesemann predigte an Silvester über Paul McCartneys „Let it be“

Speyer- Ungewohnte Klänge zum Jahresende im Speyerer Dom: Neben weihnachtlichen Liedsätzen, dargeboten von Jugendkantorei, Domchor und Dombläsern, konnten die rund 1500 Gläubigen im Silvestergottesdienst auch einen Beatles-Schlager hören. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann stellte – begleitet von Domorganist Markus Eichenlaub - Paul McCartneys Hit „Let it be“ („Lass es geschehen“) in den Mittelpunkt seiner Predigt.

„Let it be – das soll mein gelassen-tröstlicher Gedanke und Wunsch am Ende dieses Jahres sein“, sagte Bischof Wiesemann. „Let it be“ – das könne zurückblickend gemeint sein: „Das vergangene Jahr, so wie es war, nimm es an!“ Dies meine keine Gleichgültigkeit und keinen Fatalismus, sondern den tiefen Glauben: „There will be an answer – Da ist noch eine tiefere Antwort, ein umfassenderer Sinn hinter allem, was geschieht: eine größere Gerechtigkeit.“

„Let it be“ – das mache im Blick nach vorne ebenfalls Sinn: „Sag ja zur Zukunft, weil dein Gott und Schöpfer dir auch die Zukunft schenkt, auch in ihr gegenwärtig ist“, so der Bischof. Er verwies auf die weise Gelassenheit und Offenheit für die Zukunft, die im „Vater unser“ zum Ausdruck komme: „Vater unser im Himmel, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“

In seiner Ansprache betonte der Bischof zudem, der Text des Beatles-Songs habe viel mit mütterlicher Weisheit zu tun, „mit dem unbedingten Ja zum Leben, mit einem Urvertrauen in dessen Wachstum und Lebenskraft“. Das Geheimnis des Lebens sei stärker „als unser Planen, Machen und Versagen“. Auf das Ja-Wort der Gottesmutter Maria sei das Wort Gottes in die Welt gekommen. „Wie viele Menschen finden Jahr für Jahr hier in unserem Mariendom, an anderen Wallfahrtsorten oder ganz schlicht beim Gebet zur Mutter Gottes Trost, Frieden und Gelassenheit.“ Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse

31.12.2012


Hoffnungsbilder gegen Verlustängste

Kirchenpräsident Schad zur Jahreslosung 2013

Speyer- Die Kirche bleibt nach Auffassung des pfälzischen Kirchenpräsidenten Christian Schad gerade Heimat für Menschen, deren privates und berufliches Leben im Umbruch ist. Dabei habe Heimat mit „Beziehungen zum dem Ort, an dem ich lebe, zu den Menschen, die zu mir gehören und zum Glauben, der mir Halt gibt“ zu tun, sagte Schad zum Jahreswechsel in Speyer.

Die Jahreslosung 2013 aus dem Hebräerbrief „Wir haben hier keine bleibende Stadt, aber die zukünftige suchen wir“ erinnere daran, „dass gerade dann, wenn wir meinen, wir hätten uns fest eingerichtet, es plötzlich passieren kann, dass wir aufbrechen müssen.“ Das Bibelwort mache bewusst, dass Menschen endliche, fragmentarische Geschöpfe seien und wecke die Sehnsucht nach dem, was bleibt. In dieser Perspektive könne man auch schmerzhafte Abbrüche annehmen und einen Neuanfang wagen.

Dies gelte zum Beispiel für Menschen, die von Krankheit oder nahem Tod betroffen seien. Aus persönlicher Erfahrung könne er das Gefühl verstehen, dass einem der eigene Körper fremd wird. Krankheit eröffne jedoch auch den Zugang zu Menschen, die ein ähnliches Leiden getroffen habe und zu denen man sonst wohl keinen direkten Kontakt bekommen hätte.

Der Gedanke von der zukünftigen Stadt, in der Gott auf die Menschen zukomme und der Mensch von Angesicht zu Angesicht mit seinem Schöpfer reden und leben könne, setze Hoffnungsbilder frei gegen Verlustängste und schenke offene Augen und Herzen gerade für Benachteiligte und Vergessene. Um die eigene Begrenztheit wissend, mache die Jahreslosung Mut, auch unbetretene Pfade zu beschreiten und „beherzt den Weg zum Ziel zu gehen als der, der du bist“, sagte der Kirchenpräsident.

Hinweis: Ein Gespräch mit Kirchenpräsident Christian Schad über die Jahreslosung 2013 sendet der Südwestrundfunk in seinem ersten Hörfunkprogramm SWR 1 am Neujahrstag, zwischen 8.58 und 9.25 Uhr. Evangelischen Kirche der Pfalz, Speyer, Pressestelle  www.evkirchepfalz.de

28.12.2012


„Mit sich unversöhnter Mensch ist Quelle des Unfriedens“

Bischof Dr. Wiesemann kritisiert mangelnde, „eindeutige Absage an organisierte Sterbehilfe“

is./cr. Speyer. Auch am Ersten Weihnachtsfeiertag war der Speyerer Dom wieder bis auf den letzten (Sitz-)platz gefüllt, als Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann gemeinsam mit dem Domkapitel und einer langen Prozession aus Diakonen und Messdienern in die Kathedrale einzog. „Puer natus est nobis“ - „ein Kind ist uns geboren“ - jubelte die mächtige Domorgel in dem gleichnamigen Allegro des französischen Großmeisters der Orgelkunst, Charles-Marie Widor, mit dessen überwältigenden Werken Domorganist Markus Eichenlaub das erste volle Jahr des großartigen neuen Instrumentes im Speyerer Dom bestimmt hatte. „Puer natus est“ antwortete die Schola in der erhebenden Schlichtheit des Gregorianischen Chorals - „puer natus est nobis“.

Der mit sich selbst unversöhnte Mensch ist die Quelle des Unfriedens“. Den versöhnten Umgang mit Grenzen stellte Bischof Dr. Wiesemann in den Mittelpunkt seiner Predigt am ersten Weihnachtsfeiertag, mit der er an seine Überlegungen in seiner Predigt in der Christnacht anknüpfte.

Der Mensch sei in ständiger Versuchung zum Aufstand gegen sich selbst und gegen die ihm gesetzten Grenzen. „Der mit sich selbst unversöhnte Mensch, der sich selbst zum Herrn über die Schöpfung und zum Herrn über Leben und Tod macht, ist die eigentliche Quelle des Unfriedens.“ Das zeige sich besonders im Umgang mit dem Sterben. An dem Gesetzesentwurf der Bundesregierung, der die gewerbliche Beihilfe zum Suizid unter Strafe stellen will, kritisierte er die mangelnde „eindeutige Absage an die organisierte Sterbehilfe“. Schwerkranke Menschen bräuchten Beistand im Leben, nicht Mitwirkung am Sterben. Der Friede von Weihnachten könne in die Welt nur einkehren, wenn der Mensch die Grenzen annehme, die gesetzt sind. „Und deren erste ist: Der Mensch ist nicht Herr über Leben und Tod.“ Im Blick auf die Bewahrung der Schöpfung erinnerte Bischof Dr, Wiesemann an die Forderung von Papst Benedikt XVI. nach einer „Ökologie des Menschen“. Im Hinhören auf die Schöpfung sei es überlebenswichtig, dass sich der Mensch mit seinen Grenzen versöhnt.

„Weihnachten ist alles andere als ein Märchentraum oder eine Hollywood-Inszenierung“, so Bischof Dr. Wiesemann. Jesus habe alle Grenzen, die das irdische Leben setzt, restlos angenommen. Von der Geburt im Stall bis zum Tod am Kreuz habe er immer wieder Ausgrenzung und Einsamkeit erfahren. Der alles entscheidende Grund für die Menschwerdung Gottes sei die Liebe des Schöpfers zu dieser „begrenzten und nicht selten so elend verstörten Schöpfung“. Diese Liebe gehe über alle Vernunft. „Gott liebt uns in unseren Grenzen, Schwächen, in unserer Leiblichkeit- so wie wir sind.“ Er liebe die Menschen selbst in ihrer Wankelmütigkeit und ihrem Versagen.

Weihnachten bezeichnete der Speyerer Bischof als den Beginn eines großen „Versöhnungsprojektes“. Die Liebe Gottes „will uns Tag für Tag ein bisschen fähiger machen, unserer Welt, uns und unserem Schicksal, unseren Nächsten und selbst unseren Feinden versöhnter zu begegnen.“

Musikalisch sorgten der Speyerer Domchor, die Jugendkantorei am Dom zu Speyer und die Dombläser mit der „Missa primi toni octo vocum“ für zwei vierstimmige Chöre von Stefano Bernardi für die festliche Gestaltung des Pontifikalamtes. Außerdem brachte das Ensemble neben Gregorianik auch das bewegte „Hodie,Christus natus est“ von Giovanni Gabrieli und den prachtvollen Satz zu „Herbei, o ihr Gläubigen“ des Engländers David Willcocks zu Gehör. Foto: wawi

26.12.2012


Weihnachtsgottesdienste im Speyerer Dom - Bilderalbum

Bischof Dr. Wiesemann mahnt Schutz jedweden Lebens an

Über 2.000 Gläubige besuchen Christmette im Speyerer Dom

cr./is. Speyer. Sie zählt traditionell zu den sicher am stärksten frequentierten Festgottesdiensten des Kirchenjahres – die Feier der Christnacht im fast tausendjährigen Speyerer Dom. Doch in diesem Jahr, so schien es dem Beobachter, war der Andrang noch einmal um einiges größer als in den Jahren zuvor. Am Hauptportal und an den Seitenportalen der Kathedrale drängten sich die Gläubigen in dichten Scharen lange schon vor dem Stundengebet, zu dem sich Bischöfe und Domkapitel zu Beginn der Heiligen Nacht im Chorgestühl des Gotteshauses versammelt hatten – freie Sitzplätze im Haupt- und in den Seitenschiffe waren lange zuvor schon nicht mehr verfügbar.

Als dann der Speyerer Domchor gemeinsam mit Instrumentalisten des Domorchesters mit der musikalischen Umrahmung der Psalmlesungen begann, da drängten sich die Menschen wieder in dichten Trauben auf den Stufen hinauf zu den Querhäusern, um einen Blick auf das im Königschor positionierte Ensemble der Dommusik zu erhaschen.

Zu einem klaren „Nein“ gegen jede Form organisierter Sterbehilfe nutzte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in dieser Nacht seine Predigt zur Christmette.“Wir dürfen dem Leben von Anfang an trauen, weil Gott es mit uns lebt“, ermutigte er die Gläubihgen. „Es muss deshalb unser aller größtes Anliegen sein, dass wir Probleme nicht durch Tötung lösen, sondern dadurch, dass wir mithelfen, dass Menschen dem Leben trauen können“, sagte er Bischof unter Hinweis auf die „schmerzlich hohe Zahl von Abtreibungen“ sowie auf die aktuelle Diskussion um die aktive Sterbehilfe.

Er fügte hinzu, es sei es die Aufgabe aller und vor allem des Gesetzgebers, „mitzuhelfen, dass Leben menschenwürdig bis zum Ende gelebt werden kann“. Dies bedeute „ein klares Nein gegen jede Form organisierter Sterbehilfe und Einsatz für eine menschenwürdige Begleitung bis zum Ende". Der Bischof hob in diesem Zusammenhang besonders die Bedeutung der ökumenischen Sozialstationen, der Palliativmedizin sowie der Hospizarbeit hervor.

Zu Beginn seiner Ansprache hatte Bischof Dr. Wiesemann Weihnachten als „das Fest des wunderbaren Anfangs“, bezeichnet, „der das wunderbare Ende vorwegnimmt, wenn Gott alle Tränen abwischen wird“. Jeder Augenblick in unserem Leben werde so einzigartig und kostbar und trage die Möglichkeit in sich, „ein Fenster zur Ewigkeit zu sein“.

Der Oberhirte erinnerte an den in Mannheim geborenen Jesuitenpater Alfred Delp, der 1945 als Gegner der Nationalsozialisten hingerichtet wurde. An Weihnachten 1944 habe Delp in seiner Todeszwlle nachgedacht über „den neuen Anfang, den Gott in diesem Fest für uns Menschen gesetzt hat und der uns das Wichtigste einstiftet, was wir zum Leben brauchen: die Hoffnung“. Mit gefesselten Händen habe der Pater die in dieser Situation unglaublichen Sätze geschrieben: „Lasst uns dem Leben trauen, weil diese Nacht das Licht bringen musste. Lasst uns dem Leben trauen, weil wir es nicht allein zu leben haben, sondern Gott es mit uns lebt.“

„Was für eine innere Freiheit vermag dieser Glaube Menschen zu verleihen, was für eine Würde, was für eine menschliche Überlegenheit - allem Unmenschlichen zum Trotz“, betonte der Bischof.

Zur festlichen, musikalischen Gestaltung des Pontifikalamtes hatte der Speyerer Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori die „Messe in F“ des englischen Komponisten Charles Wood vorbereitet. Von dessen Landmann John Rutter - als Antwortgesang - die Motette„Strahlend und hell scheint ein Licht über Bethlehem“ und zur Kommunion schließlich Felix Mendelssohn Bartholdys vierstimmige Motette „Es wird ein Stern aus Jakob aufgehn“ sowie zum „Sanctus“ eine Vertonung des Eichstätter Domkapellmeisters Chrisian M. Heiß..

Felix Mendelssohn Batholdy zuvor auch schon in der der Christmette vorgeschalteten Lesehore, die der Domchor mit der Vertonung des Psalms 95 „Kommt, lasset uns anbeten“ sowie mit dem traditionsreichen Weihnachtslied „Es ist ein Ros' entsprungen“ in einer Vertonung von Johannes Brahms umrahmte. Foto: wawi

25.12.2012


Lions Club spendet für Seilsicherung auf Zwerggalerie des Domes

Das Bild Das Bild "Scheckübergabe" zeigt unter anderem Dr. Joachim Krekel (3.v.rechts) bei der Spendenübergabe an Dr. Wolfgang Hissnauer (4.v.rechts) und Domdekan Dr. Christoph Kohl (2.v.rechts).

Erleichterung bei Instandsetzungsarbeiten – Sicherung mit Karabinerhaken

Der Lions Club Speyer hat einen Betrag von 14.000 Euro für den Einbau eines Seilsicherungssystems in der Zwerggalerie des Domes gespendet. Bei einer Feier im Kaisersaal des Domes nahmen Domdekan Dr. Christoph Kohl und der Vorsitzende des Dombauvereins Dr. Wolfgang Hissnauer die Spende entgegen.

Als Zwerggalerie bezeichnet man den offenen Säulengang unter dem Dachansatz des Doms. Er führt komplett um den Dom herum und ist begehbar, wenn auch zur Seite hin offen und damit völlig ungesichert. Von den Domen in Trier und Speyer ausgehend, hat sich die Zwerggalerie als Stilelement der romanischen Baukunst über ganz Mitteleuropa verbreitet. Aufgrund der Absturzgefahr waren bei Instandsetzungsarbeiten in der Zwerggalerie bisher aufwendige und mit hohen Kosten verbundene Sicherungsmaßnahmen notwendig.

Das ändert sich mit dem Seilsicherungssystem, das im Frühjahr des nächsten Jahres in die Zwerggalerie eingebaut werden soll. In einer Höhe von einem Meter wird ein starkes Stahlseil vor der Rückwand der Galerie befestigt. Wer die Zwerggalerie betritt, muss zuvor einen Haltegurt anlegen, der über ein Seil und einen Karabinerhaken in das Stahlseil eingehakt wird. Durch dieses System, das in ähnlicher Weise beim Bergsteigen Anwendung findet, können die Baufachleute gesichert die Zwerggalerie abschreiten, die Bausubstanz auf Schäden untersuchen und Instandsetzungsarbeiten ausführen. „Ein äußerst positiver Nebeneffekt ist, dass mit dem Seilsicherungssystem zum Beispiel am Tag des offenen Denkmals Besuchergruppen von jeweils zehn Personen über die Zwerggalerie geführt werden können“, machte Dr. Wolfgang Hissnauer deutlich.

Die Kosten für die Anschaffung und den Einbau der Seilsicherung auf der Zwerggalerie des Domes betragen rund 28.000 Euro. 40 Prozent dieser Kosten trägt das Land Rheinland-Pfalz. Durch die Spende des Lions Clubs Speyer kann ein großer Teil der verbleibenden Kosten abgedeckt werden. „Wir freuen uns, zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des Domes einen Beitrag leisten zu können“, erklärte der Präsident des Lions Club Speyer Dr. Joachim Krekel anlässlich der Spendenübergabe. Es handelt sich um den Erlös eines Charity-Golfturniers, das der Lions Club Speyer im August im Golfclub Pfalz in Geinsheim zugunsten des Dombauvereins veranstaltet hat. Der Lions Club Speyer hat derzeit 53 Mitglieder. Er wurde 1963 gegründet und feiert im kommenden Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse

20.12.2012


Bischof Wiesemann bittet um Spenden für Adveniat

Kollekte für Menschen in Lateinamerika in allen Weihnachtsgottesdiensten

 
Speyer- Aus Anlass der Adveniat-Weihnachtsaktion 2012 bittet Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Gläubigen im Bistum Speyer um eine „großzügige Spende“ für die Menschen in Lateinamerika. Die Solidaritätsaktion, für die an Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag in allen katholischen Gottesdiensten gesammelt wird, unterstützt seit mehr als 50 Jahren die Kirche in Lateinamerika in ihrem täglichen Dienst für arme und benachteiligte Menschen. In diesem Jahr steht unter dem Motto „Mitten unter euch“ besonders das Leben der kirchlichen Basisgemeinden im Fokus.

In einem Spendenaufruf verweist Bischof Wiesemann auf die Verheißung Jesu an seine Jünger: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20). Dieses Wort habe die Christen von Anfang an dazu aufgerufen, in Jesu Namen das Wort Gottes zu hören und seine Gegenwart zu feiern. „Ermutigt von der Zusage Jesu lesen in lateinamerikanischen Basisgemeinden viele Christen gemeinsam die Bibel und suchen Wege, das Evangelium im Alltag zu leben“, so der Bischof. In den oft sehr großen und unüberschaubaren Pfarreien seien diese Basisgemeinden ein wichtiger Bestandteil des kirchlichen Lebens. Sie ermöglichten Millionen Gläubigen, in Gemeinschaft mit Christus zu leben und sich im Sinne des Evangeliums insbesondere für die Armen zu engagieren.

Adveniat fördert jährlich mehr als 3.000 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 40 Millionen Euro. Damit ist Adveniat die größte Lateinamerika-Hilfsaktion Europas. Unterstützt werden sowohl die Seelsorge- und Bildungsarbeit als auch soziale Initiativen, die etwa Straßenkindern oder den Bewohnern von Elendsvierteln zugute kommen. Voraussetzung für eine Förderung ist stets eine angemessene Eigenleistung der Antragsteller, das heißt der Pfarreien, Gruppen oder Ordensgemeinschaften, die in städtischen oder ländlichen Notstandsgebieten tätig sind.

Spenden können auch eingezahlt werden auf das Adveniat-Spendenkonto 345 bei der Bank im Bistum Essen (BLZ 360 602 95). - Weitere Informationen unter www.adveniat.de. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse

20.12.2012


Papst ernennt Pirmin Spiegel zum Monsignore

Misereor-Hauptgeschäftsführer stammt aus dem Bistum Speyer / Bischof Dr. Wiesemann überreichte Ernennungsurkunde

Papst Benedikt XVI. hat MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel zum päpstlichen Ehrenkaplan (Monsignore) ernannt. Die Ernennungsurkunde überreichte der Bischof von Speyer, Karl-Heinz Wiesemann, heute in Aachen.

Wiesemann überbrachte gleichzeitig Grüße aus Spiegels Heimatdiözese Speyer. "Die Ernennung zum Kaplan seiner Heiligkeit sagt etwas aus über die Erdung aber auch den weiten Horizont von Pirmin Spiegel", erklärte Wiesemann. Geboren in Großfischlingen in der Pfalz sei er als großer Menschenfischer nach Brasilien gegangen, habe aber auch die diözesanen Veränderungsprozesse immer mitgetragen. Bischof Wiesemann bescheinigte Spiegel zudem eine große Begabung, Leidenschaft und Begeisterungsfähigkeit in seiner Arbeit.

Zu den Gratulanten gehörte auch der Hamburger Erzbischof Werner Thissen, Vorsitzender der MISEREOR-Kommission. Thissen dankte Pirmin Spiegel für die ersten Monate als Hauptgeschäftsführer bei MISEREOR. Spiegel habe sich schnell und agil in die neuen Aufgaben eingearbeitet. Der Titel des Monsignore sei Ausdruck der Verbundenheit von MISEREOR mit Rom, mit der Weltkirche und der Welt.

Pirmin Spiegel zeigte sich erfreut über die Ernennung zum Monsignore. Dieser Titel sei keiner, der von den Menschen entferne, sondern er habe den Zweck, den Armen zu der Ehre zu verhelfen, die ihnen von Gott her zustehe. Vom ehemaligen Erzbischof von El Salvador, dem 1980 ermordeten Monsignore Oscar Romero, habe er gelernt, wie wichtig es sei, im Kern bei den Menschen zu sein.

Spiegel, geboren 1957, studierte in Frankfurt/St. Georgen Philosophie und Theologie und wurde am 7. Juni 1986 zum Priester geweiht. Bis 1990 wirkte er als Kaplan und Pfarradministrator in Kaiserslautern und als CAJ-Kaplan des Bistums Speyer. Danach war er bis 2000 im brasilianischen Bundesstaat Maranhão in Lima Campos (Bistum Bacabal) als Pfarrer tätig. Bis 2003 war er für die Ausbildung von Laienmissionaren in Maranhão und darüber hinaus freigestellt. Von 2004 bis 2010 arbeitete Spiegel wieder in Deutschland als Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft Blieskastel-Lautzkirchen. Im Sommer 2010 kehrte er nach Brasilien zurück, um in verschiedenen Ländern Lateinamerikas in der Ausbildung und Begleitung von Laienmissionaren zu arbeiten. Seit März 2012 ist er Hauptgeschäftsführer von MISEREOR. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse

20.12.2012


Barocke Schönheit vor dem Verfall bewahren

Die Orgel in Albsheim ist ein historisches Kleinod und müsste dringend saniert werden

Speyer/Albsheim- Das Motto-Jahr „Reformation und Musik“ verklingt und macht Platz für eine neue Widmung im Zyklus der Luther-Dekade. Am Rande der zahlreichen Konzertevents der letzten zwölf Monate schweift der Blick zuweilen auch auf Abseitiges, auf manch „schlummernde Schönheit“ – wie zum Beispiel die Orgel der barocken Kirche in Albsheim an der Eis. Sie ist das nachweislich älteste Instrument seiner Art in einer protestantischen Kirche der Pfalz.

Johann Valentin Senn, Orgelbaumeister aus Thüringen, hatte die über acht Register verfügende, einmanualige Orgel um 1730 während einer zeitweiligen Schaffensperiode in Bad Dürkheim erbaut. Zur historischen Substanz zählen, wie Gero Kaleschke, Orgel-Beauftragter der Landeskirche, erläutert, neben dem barocken Prospekt die Windladen und ein Teil des Pfeifenwerks. Natürlich habe es, vor allem im 18. Jahrhundert, mehrere Umbauten gegeben, die 1980, bei der letzten Restaurierung durch die Kaiserslauterner Firma Zimnol, teils wieder zurückgenommen worden seien, erklärt der Experte. Das Instrument, mittlerweile dringend sanierungsbedürftig, ließe sich zwar in den barocken Urzustand zurückversetzen. Allerdings sei bei der Rettung des Kleinods Vorsicht geboten, sagt Kaleschke.

Pfarrer Martin Theobald, der die ab Januar 2013 fusionierten Gemeinden Asselheim, Mühlheim und Albsheim als Ganzes im Blick hat, räumt die Dringlichkeit der Orgelsanierung durchaus ein. Allerdings müssten in Anbetracht der angespannten Finanzlage „konsequent Prioritäten“ gesetzt werden. So habe derzeit die Instandsetzung der Gebäudesubstanz Vorrang. Die Albsheimer Kirche, mit ihrem romanischen Kern und gotischen, bzw. barocken Umwidmungen ebenfalls von architektonischem Wert, weise erheblichen Sanierungsbedarf auf.

Eile sei zudem geboten bei der 1991 originalgetreu restaurierten historischen Stumm-Orgel in der Mühlheimer Kirche. Sie zeige dramatischen Schimmelbefall. „Da müssen wir jetzt vorrangig tätig werden, um Schlimmes zu verhindern“, so der Pfarrer. Natürlich gerate die Orgel-Sanierung in Albsheim damit keinesfalls aus dem Blick, betont Theobald mit Nachdruck, „zumal wir mit Michael Heppes einen großartigen und überaus engagierten Organisten haben“. Eine umfassende Restaurierung, mit Rückbau auf die spätromantische Version, allerdings unter Beibehaltung des barocken Prospekts, werde allgemein favorisiert. Dieses „mittlere“ von drei Sanierungskonzepten war bereits vor drei Jahren mit 50.000 bis 70.000 Euro veranschlagt worden. Mit der im benachbarten Obrigheim angesiedelten Orgelbaufirma Schriegnitz stehe man in gutem Kontakt. Aber man werde noch fleißig sammeln und sparen müssen, räumt der Geistliche ein.

Mit Benefizveranstaltungen wie dem Adventsmarkt und Initiativen ähnlich der „Stiftung Orgelklang“ für Mühlheim werde die Identifikation der Menschen mit dem Projekt gefördert. „Wir sind uns der historischen Verpflichtung durchaus bewusst und auch der Chance der kulturellen Gestaltungsmöglichkeiten, die eine intakte Orgel zweifelsohne eröffnet.“ EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Speyer, Pressereferat www.evkirchepfalz.de

20.12.2012


Viel positive Resonanz auf Kaisersaal und Aussichtsplattform

Schließung der Ausstellung im Winterhalbjahr wird zu Arbeiten im Kaisersaal und an den Schraudolph-Fresken genutzt

Speyer- Mehr als 5.000 Menschen haben im November die Ausstellung der Schraudolph-Fresken im neu gestalteten Kaisersaal des Domes und die Aussichtsplattform im Südwest-Turm besucht. „Wir haben viele begeisterte Rückmeldungen bekommen, von Besuchern aus Speyer, der Pfalz, aber auch darüber hinaus“, freut sich der stellvertretende Dombaumeister Mario Colletto. Auch mehrere prominente Besucher - zum Beispiel der frühere Speyerer Bischof und spätere Münchner Kardinal Friedrich Wetter sowie der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck - haben die Ausstellung inzwischen angesehen und den einzigartigen Rundblick vom Turm des Domes über Speyer und die Rheinebene genossen. „Auch die Medien, angefangen von den lokalen und überregionalen Zeitungen bis hin zu zahlreichen Hörfunk- und Fernsehbeiträgen, haben das Projekt von Anfang an sehr aufmerksam und intensiv begleitet“, stellt Mario Colletto fest. Besonders interessiert hat er die Reaktionen aus den Fachkreisen der Kunsthistoriker wahrgenommen. „Auch von dieser Seite wurde über die Gestaltung des Kaisersaals und die Präsentation der Schraudolph-Fresken sehr positiv geurteilt, zum Beispiel von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.“

Seit dem 1. Dezember sind der Kaisersaal und die Aussichtsplattform im Turm - wie schon bei der Eröffnung angekündigt - bis Anfang des kommenden Jahres geschlossen. Aufgrund der kühlen Temperaturen im Saal und der winterlichen Wetterbedingungen, die ein gefahrloses Hinaussteigen auf den Turm erschweren würden, sind beide Angebote in den nächsten vier Monaten für Besucher geschlossen. Diese Zeit wollen Dombaumeister Colletto und sein Team nutzen, um eine Reihe von Arbeiten im Kaisersaal auszuführen. „Wir werden die Schraudolph-Fresken auf den Bildträgern ornamental einfassen. Denn schon für Johann Baptist Schraudolph war die ornamentale Dekoration ein wesentliches Gestaltungselement“, erklärt Colletto. Außerdem wird ein Beleuchtungsprogramm entwickelt, das sensibel auf Veränderungen beim Einfall des Tageslichts reagiert. Im Kaisersaal werden zudem ein Besucherzählsystem und eine moderne Schließanlage eingebaut. „In diesem Jahr haben wir die Grundlagen geschaffen. Jetzt beginnt die schrittweise Verfeinerung“, freut sich Colletto schon jetzt auf die Wiedereröffnung am 1. April des kommenden Jahres. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse; Foto: pem

17.12.2012


Diözesan-Katholikentag 2013 auf Maria Rosenberg

Angebote zeigen musikalische Vielfalt im Bistum – Gelegenheit zum Kennenlernen des neuen Gotteslobs

Waldfischbach-Burgalben- Der Diözesan-Katholikentag 2013 findet am Sonntag, 30. Juni, im Geistlichen Zentrum Maria Rosenberg in Waldfischbach-Burgalben statt. Ein Schwerpunkt wird das Thema Musik sein. Durch mehrere Workshops und Konzertangebote soll die musikalische Vielfalt im Bistum Speyer erfahrbar werden. Dabei wird auch Gelegenheit bestehen, die eigenen musikalischen Fähigkeiten einzubringen, sei es in Form des Gesangs oder in Form eines Instruments. Im Rahmen des Diözesan-Katholikentags können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch erste Lieder des neuen „Gotteslobs“ kennen lernen. Das neu zusammengestellte katholische Gebet- und Gesangbuch für den deutschsprachigen Raum erscheint im Advent 2013.

Auch für die beiden Folgejahre wurden die Veranstaltungsorte des Diözesan-Katholikentags bereits festgelegt. Im Jahr 2014 treffen sich die Gläubigen aus dem Bistum Speyer zum Katholikentag in Frankenthal. Im Jahr 2015 veranstalten das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz an Pfingsten gemeinsam einen Ökumenischen Kirchentag in Speyer. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse 

„Der Kinderhilfsfonds ist leer“

Diakonie bittet um Spenden für arme Kinder in der Pfalz und Saarpfalz

Speyer- „Unser Kinderhilfsfonds ist leer“, sagt Diakoniepfarrer Albrecht Bähr. Im Jahr 2012 konnte mit dem Geld des Fonds 390 Kindern und Jugendlichen mit rund 45 000 Euro geholfen werden. Momentan sei die Diakonie nicht mehr in der Lage, arme Kinder und Jugendliche mit Spendengeldern zu fördern. Angehende Anträge aus Beratungsstellen und Kindertagesstätten könnten erst mit einer Wartezeit von acht bis zehn Wochen bearbeitet werden.

„Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit appelliere ich darum an die Solidarität derjenigen, denen es materiell gut geht “, betont Bähr. „Spenden Sie für arme Kinder und Jugendliche!“, bittet Bähr. Auch in unserem reichen Land sei es harte Realität, dass es Kindern und Jugendlichen am Nötigsten fehle.

„Die Diakonie garantiert, dass Ihre Spende bei denen ankommt, die sie am Dringendsten benötigen“, beteuert Bähr. Die Mitarbeitenden in Kirche und Diakonie wüssten, welche Familien auf Unterstützung angewiesen seien.

Seit dem Jahr 2008 sammeln die Evangelische Kirche der Pfalz und die Diakonie Spendengelder für Kinder und Jugendliche, die in der Region leben und von Armut betroffen sind. Denn kein anderer Faktor bestimmt die Zukunftschancen von jungen Menschen so sehr wie die materielle Lage der Eltern. „Wir sind der festen Überzeugung, dass jedes Kind das Recht hat in Würde aufzuwachsen“, erklärt Bähr. Dazu gehörten ein warmes Essen am Tag und winterfeste Kleidung ebenso wie die Ermöglichung gesellschaftlicher Teilhabe. „Kein Kind ist verantwortlich für die Lebenssituation, in die es hineingeboren wird“, erläutert Bähr:

„Als Christenmenschen fordert uns Armut in besonderer Weise heraus“, meint Bähr. Jeder noch so kleine Betrag helfe. Mitarbeitende aus Kirche und Diakonie gingen beispielhaft voran, indem sie die monatlichen Cent-Beträge ihres Gehaltes dem Kinderhilfsfonds zur Verfügung stellten. Aber auch Spenden von Firmen und Privatleuten seien willkommen.

Spenden sind möglich unter der folgenden Bankverbindung:

Evangelische Kreditgenossenschaft eG
BLZ 520 604 10
Konto 2 500
Stichwort "Kinderhilfsfonds"

Diakonie Pfalz, Presse

14.12.2012


„Münchner Monstranz“ vom 15. bis 21. Dezember zu Gast im Bistum Speyer

Reise durch die deutschen Bistümer dient der Vorbereitung auf den Eucharistischen Kongress im Juni 2013 in Köln

Veranstaltet von der Deutschen Bischofskonferenz, findet vom 5. bis 9. Juni 2013 in Köln der Eucharistische Kongress statt. Unter dem Motto „Herr, zu wem sollen wir gehen? (Joh 6,68) beinhaltet die Veranstaltung neben Gottesdiensten, Gesprächen und einer theologischen Fachtagung auch ein vielfältiges Kulturprogramm, ein Jugendfestival sowie die Vorstellung caritativer Projekte.

Zur Vorbereitung auf den Eucharistischen Kongress befindet sich seit dem Beginn des Kirchenjahres am 1. Advent die so genannte „Münchner Monstranz“ auf einer Reise durch die deutschen Bistümer. Es handelt sich um die Monstranz, die beim Eucharistischen Weltkongress in München im Jahr 1960 verwendet wurde. Das Bistum Speyer ist nach den Bistümern Freiburg und Rottenburg-Stuttgart das dritte deutsche Bistum, in dem die „Münchner Monstranz“ zu Gast sein wird, und zwar im Zeitraum vom 15. bis zum 21. Dezember. In dieser Woche sind die Gläubigen in der Bischofskirche und an den Folgetagen an weiteren geistlichen Orten des Bistum zur Eucharistischen Anbetung eingeladen, bei der das Allerheiligste von der „Münchner Monstranz“ umrahmt wird und die Gläubigen zusammen beten.

Innerhalb des Bistums Speyer sind folgende Stationen und Ankunftszeiten der „Münchner Monstranz“ eingeplant: Dom zu Speyer (15. Dezember 18 Uhr), Kloster St. Magdalena Speyer (15. Dezember 20 Uhr), Kloster Gethsemani Dannenfels (17. Dezember 9 Uhr), Kloster der Franziskaner-Minoriten Ludwigshafen-Oggersheim (17. Dezember 20 Uhr), Wallfahrtskloster der Minoriten Blieskastel (19. Dezember 9 Uhr), Geistliches Zentrum Maria Rosenberg (19. Dezember 18.30 Uhr), Karmelkloster Speyer (20. Dezember 20 Uhr). Den Transport der „Münchner Monstranz“ innerhalb des Bistums Speyer übernimmt der Malteser Hilfsdienst. Zum vierten Adventssonntag wird die „Münchner Monstranz“ an das Bistum Würzburg weitergegeben.

Eucharistischer Kongress

Der Eucharistische Kongress versteht sich als Zusammenkunft der Gläubigen um das Zentrum des Glaubens: die Eucharistie als die Gegenwart Jesu Christi in der Gestalt von Brot und Wein. „Die Feier der Eucharistie ist die Mitte unseres Glaubens und unserer Kirche“, betonte Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, bei der Vorstellung des Programms zum Eucharistischen Kongress in Köln. Das Gebet und die Eucharistische Anbetung bezeichnete er als eine Hilfe, aufmerksam zu werden für die Spuren Gottes im Alltag. Der Eucharistische Kongress sei eine Chance, in einer weitgehend säkularisierten Gesellschaft zu bezeugen: „Gott ist präsent. Er wirkt und ist uns nah.“ Vor Gott zu knien, helfe, aufrecht im Leben zu stehen. Als Glaubensfest diene der Eucharistische Kongress „der Begegnung mit Christus und untereinander“ und könne „zu einer Vertiefung von Glaube und Wissen über das Geheimnis der Eucharistie“ beitragen.

Ausgehend von einer Initiative aus Frankreich, gibt es seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eucharistische Kongresse in der katholischen Kirche, sowohl nationale als auch internationale. Die Eucharistischen Weltkongresse werden in zeitlichen Abständen von ein bis drei Jahren veranstaltet. In Deutschland fanden bisher zwei Eucharistische Weltkongresse statt: 1909 in Köln und 1960 in München.

„Münchner Monstranz“

Die „Münchner Monstranz“, die beim Eucharistischen Weltkongress 1960 in München verwendet wurde, stammt von dem Goldschmied August Hartle und besteht aus einer vergoldeten Messingplatte, die strahlenförmig mit Bergkristallen, Lapislazuli, Rosenquarzen und weiteren Halbedelsteinen besetzt ist. Zur Zeit des Eucharistischen Weltkongresses in München galt sie als „bewusst modern“ gestaltet.

Eine Monstranz dient der Verehrung der Eucharistie außerhalb der Messfeier. Die Verehrung erfolgte zunächst so, dass die konsekrierte Hostie auf den Altar gelegt und angebetet wurde. Aus dem Wunsch heraus, der äußeren Form dieser Anbetung mehr Würde zu verleihen, haben Gläubige dann Monstranzen hergestellt. Das Wort „Monstranz“ kommt vom lateinischen „monstrare“, was übersetzt „zeigen“ bedeutet. Eine Monstranz ist also eine Art „Zeigegefäß“, in das die gewandelte Hostie eingesetzt werden kann. Die Hostie wird dadurch erhöht und für alle sichtbar gemacht. Dabei steht nicht die Monstranz selbst im Mittelpunkt, sondern sie dient einzig und allein dazu, die Gegenwart Jesu Christi sichtbar zu machen. Auch der vielfältige Schmuck, mit dem Monstranzen in der Regel ausgestattet sind, versteht sich als Ausdruck der Verehrung für Jesus Christus.

Eucharistische Anbetung

Während manche christlichen Konfessionen davon ausgehen, dass Brot und Wein als bloße Zeichen für die Gegenwart Jesu zu verstehen sind oder dass seine Gegenwart unter den Gestalten von Brot und Wein nach dem Gottesdienst endet, kommt es nach katholischem Glauben zu einer dauerhaften Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Jesu Christi. Aus diesem Bewusstsein der bleibenden Gegenwart Jesu hat die katholische Kirche im Verlauf ihrer Geschichte begonnen, der Eucharistie auch außerhalb der Messfeier Verehrung und Anbetung entgegenzubringen.

Weitere Informationen zum Eucharistischen Kongress 2013 in Köln: www.eucharistie2013.de Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle

11.12.2012


„Die Verbindung zum Dom wird nicht abreißen“

Domkapitular Peter Schappert (rechts) verabschiedete Dombaumeister Alfred Klimt.

Dombaumeister Alfred Klimt verabschiedet - 32 Jahre im Dienst von Bistum und Domkapitel

Speyer- Nach 32 Jahren im Dienst von Bistum und Domkapitel ist Dombaumeister Alfred Klimt am Freitagmorgen in Speyer in die Passivphase der Altersteilzeit verabschiedet worden. Der 62-jährige Architekt war seit 1994 als Dombaumeister insbesondere für die große Restaurierung der romanischen Kathedrale verantwortlich. Die Nachfolge Klimts tritt am 1. Januar - wie bereits gemeldet - der bisherige stellvertretende Dombaumeister, Mario Colletto, an.
„Dass der Dom heute so aussieht, wie er aussieht, geht auf Alfred Klimts Konto“, betonte Domkapitular Schappert in seiner Laudatio. Der Domkustos erinnerte in Anwesenheit von Bischof em. Dr. Anton Schlembach sowie einer ganzen Reihe aktiver und emeritierter Domkapitulare an ein „riesiges Spektrum von Arbeiten“, das der scheidende Dombaumeister bewältigt habe. In seiner Zeit im Bischöflichen Bauamt ab Oktober 1980 habe er unter anderem für den Einbau des Bistumsarchivs in die ehemalige Pilger-Druckerei sowie den Neubau des Friedrich-Spee-Hauses gesorgt. Zudem sei er als Gebietsingenieur für den Bereich Südpfalz zuständig gewesen, auch habe er Wertgutachten von Grundstücken und Häusern im gesamten Bistum erstellt.

Der Domkapitular wies darauf hin, dass Klimt schon vor seinem Wechsel ins Dombauamt größere Baumaßnahmen am Dom geleitet habe, beispielsweise die Sanierung der Osttürme sowie der Ostkuppel. Mit dem Start der Domrestaurierung 1995 seien dann zahlreiche weitere entscheidende Arbeiten gefolgt, etwa die Maßnahmen an der Westkuppel, den Gewölben sowie den Seitenkapellen, der Einbau der beiden neuen Orgeln sowie umfassende Schritte im Hinblick auf den Brandschutz und die Elektroinstallation. Dabei habe es stets großen Abstimmungsbedarf mit vielen kirchlichen und staatlichen Stellen gegeben, sagte Schappert und fügte hinzu: „Das alles geht nur, wenn man begeistert vom Dom ist.“ So habe Klimt auch von Anfang an den Dombauverein unterstützt, „nicht nur kraft Amtes, sondern mit ganzem Herz und vielen guten Ideen“.

„Meine Arbeit am Dom habe ich immer als ein ganz großes Geschenk empfunden“, sagte der Dombaumeister. „Ich bin froh und dankbar, dass ich für eine kurze Zeitspanne Verantwortung für die Erhaltung des Gotteshauses und Weltkulturdenkmals Speyerer Dom übernehmen durfte.“ Oberste Maxime sei für ihn immer gewesen, „dass der Dom möglichst authentisch für die nachfolgenden Generationen erhalten bleibt“. Klimt dankte den Bischöfen sowie den Mitgliedern des Domkapitels für die Förderung, ohne die sein Wirken nicht möglich gewesen wäre. Sein besonderer Dank galt seinen Mitarbeiterinnen im Dombauamt für deren tatkräftige Unterstützung.

Der Dombau-Experte verwies darauf, dass er nach seinem Jahresurlaub im neuen Jahr noch ein altes Projekt an der Kathedrale zum Abschluss bringen werde. Außerdem habe er seine Mitarbeit bei Aktionen des Dombauvereins zugesagt, der ihm ein „Herzensanliegen“ sei. „Die Verbindung zum Dom wird nicht abreißen“, betonte Klimt. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle

07.12.2012


Glückwunsch zum Friedensnobelpreis

Evangelische Kirchen am Rhein würdigen Verdienste der Europäischen Union

Straßburg- Als beispielhaften Schritt in der Fortentwicklung von Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit hat die Konferenz der Kirchen am Rhein (KKR) den Aufbau der Europäischen Union (EU) gewürdigt. Aus Anlass der Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU am 10. Dezember in Oslo erklärten der Vorsitzende der KKR, François Collange, und Generalsekretär Rudolf Ehrmantraut in Straßburg, dass die evangelischen Kirchen „engagiert am Bau des Hauses Europa mitwirken“.

Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:

„Die Konferenz der Kirchen am Rhein (KKR), die fünfzehn Protestantische Kirchen aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Lichtenstein und der Schweiz längs des Rheins verbindet, begrüßt ausdrücklich die Vergabe des diesjährigen Friedensnobelpreises an die Europäische Union.

Ungeachtet der aktuellen Schwierigkeiten ist der Aufbau dieser Gemeinschaft ein bedeutender und beispielhafter Schritt in der Fortentwicklung von Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit, Aufgaben, die unsere Zukunft bestimmen sollen.

Die Konferenz der Kirchen am Rhein verpflichtet sich, im Rahmen ihrer bescheidenen Möglichkeiten und in ihrem Bereich engagiert am Bau des Hauses Europa mitzuwirken.“

Professor François Collange, Vorsitzender derKKR, Präsident der Union der Evangelischen Kirchen in Elsass-Lothringen

Rudolf Ehrmantraut, Generalsekretär

Der Konferenz der Kirchen am Rhein gehören an:

Evangelische Kirche HB in Österreich, Eglise Protestante du Grand Dûché du Luxembourg, Evangelische Kirche im Fürstentum Liechtenstein, Deutschland : Evangelische Kirche der Pfalz, Evangelische Landeskirche in Baden, Evangelische Kirche im Rheinland, Evangelische Landeskirche in Württemberg, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Frankreich : Union des Eglises Protestantes d’Alsace et de Lorraine (EPCAAL + EPRAL), Schweiz: Evangelisch-Reformierte Kirche Aargau, Evangelisch-Reformierte Kirche Basel-Stadt, Evangelisch-Reformierte Kirche Basel-Land, Evangelisch-Reformierte Kirche Schaffhausen, Evangelisch-Reformierte Kirche St-Gallen.

EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Speyer, Pressereferat www.evkirchepfalz.de

07.12.2012


Evangelische Privatfunkarbeit mit neuem Internetauftritt

Wichtiger Bestandteil der neuen Homepage ist eine Datenbank mit Verkündigungsbeiträgen

Speyer- Die Privatfunkarbeit der Evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz hat einen neuen Internetauftritt. Unter der Adresse www.kirche-im-privatfunk.de können sich Internetuser ab sofort in Wort, Bild und Ton über die Privatfunkarbeit informieren. Diese umfasst zum einen die redaktionelle Betreuung und Produktion von Verkündigungsbeiträgen im landesweiten Privatradio (die Formate „Angedacht“ auf RPR1 und „Feels like heaven“ auf Rockland Radio) sowie das Produzieren von redaktionellen Beiträgen. Letztere werden vor allem im Sonn- und Feiertagsmagazin „Einfach himmlisch“ und im Werktagsprogramm auf RPR1 gesendet.

Wichtiger Bestandteil der neuen Homepage ist zudem eine Datenbank, in der Verkündigungsbeiträge kostenfrei und „trocken“ zum Download bereitstehen. „Auf diese Weise können wir künftig einfach und effizient die rheinland-pfälzischen Lokalstationen ebenfalls mit Verkündigungsbeiträgen versorgen“, erklärt der evangelische Privatfunkbeauftragte für Rheinland-Pfalz, Pfarrer Dejan Vilov. Jede Station könne sich einen Benutzernamen mit dazugehörigem Login beantragen und mit diesen Zugangsdaten auf die Beiträge zugreifen. Lediglich das Verpacken mit entsprechenden Jingles und einem Musikbett müssen die einzelnen Sender selbst übernehmen. Entsprechende Anfragen der Sender habe es in der Vergangenheit immer wieder gegeben, so Vilov weiter.

Die grafische Gestaltung des Internetauftritts hat die Mannheimer Agentur „die Agentur - Gesellschaft für Werbung mbH“ übernommen. Die technische Umsetzung erfolgte durch den Evangelischen Mediendienst Pfalz.

Evangelischen Kirche der Pfalz, Presse www.evkirchepfalz.de

 

06.12.2012


Der Dom steht als Haus Gottes allen offen

Benno-Portal zum barrierefreien Zugang umgestaltet – Einweihung am Welttag der Menschen mit Behinderung

Speyer- „Der Dom steht allen Menschen offen“, das betonte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann anlässlich der Einweihung des barrierefreien Domportals am 3. Dezember, dem Welttag der Menschen mit Behinderung. Das bei der Afra-Kapelle gelegene Benno-Portal auf der Nord-Ostseite des Domes wurde zum barrierefreien Zugang umgestaltet.

Außen und innen wurden zwei Meldesäulen installiert. Menschen mit Behinderung können das Portal mithilfe eines Funkschlüssels oder des so genannten „Euroschlüssels“ öffnen. Der Euroschlüssel ist ein europaweit einheitliches Schließsystem, das es körperlich beeinträchtigten Menschen ermöglicht, mit einem Einheitsschlüssel selbstständig und kostenlos Zugang zu behindertengerechten Einrichtungen zu erhalten. Außerdem enthält die Meldesäule am Benno-Portal eine Sprechanlage, die mit der Domsakristei und dem Kassenhaus auf der Nordseite des Domes verbunden ist. Das Portal wird elektronisch geöffnet. Das Benno-Portal wurde als barrierefreier Zugang vor allem aufgrund der Nähe zum Parkplatz auf der Nordseite des Domes ausgewählt. Es richtet sich nicht allein an Menschen mit Behinderung, sondern kann auch von Eltern mit Kinderwagen oder älteren Menschen mit Rolator genutzt werden.

„Dass Rollstuhlfahrer, alte Menschen mit Rollator und junge Familien mit Kinderwagen den Dom nun selbständig betreten können, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, unterstrich Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer die Bedeutung des neuen Portals. Das Ziel der Inklusion sei ein zutiefst christlicher Auftrag. Eine inklusive Gesellschaft und eine inklusive Kirche seien die Voraussetzung, um „unbehindert das Leben und den Glauben zu teilen“.

Ermöglicht wurde die Umgestaltung des Benno-Portals zum barrierefreien Zugang durch eine Einzelspende von Dr. Manfred Fuchs, dem Vorstandsvorsitzenden der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer. Mit dem Portal gehe für ihn ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, erklärte Dr. Manfred Fuchs. Es sei ein wichtiger Meilenstein, um „allen Menschen einen hindernisfreien und leichten Zugang zu diesem großartigen Dom zu ermöglichen.“ Bischof Dr. Wiesemann brachte den Dank des Bistums und des Domkapitels zum Ausdruck. Die Leitung der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer in den Händen von Dr. Fuchs sei ein „Glücksfall“ für die romanische Kathedrale, die durch das neue Portal noch einladender werde. Beim ersten Praxistest konnten sich auf den Rollstuhl angewiesene Bewohnerinnen und Bewohner des Caritas-Altenzentrums St. Martha und des Caritas-Förderzentrums St. Johannes in Ludwigshafen mit der Funktionsweise des barrierefreien Domportals vertraut machen. Auch junge Eltern aus der Dompfarrei zeigten sich erfreut, dass sie den Dom nun mit Kinderwagen problemlos betreten können.

Neues Windfang-Konzept an den Eingängen des Doms

Die Umgestaltung des Benno-Portals ist Teil eines neuen Windfang-Konzepts an den fünf Eingangsportalen des Domes. Während das Hauptportal weiterhin durch einen Vorhang geschützt wird, wurden an den vier Portalen auf der Nord- und Südseite des Domes Glastüren installiert, um die Zugluft im Innenraum und die Außengeräusche während der Gottesdienste zu reduzieren. Das Portal im Süd-Westen wurde mit einer elektrischen Schiebetür ausgestattet, die anderen Eingänge durch Glastüren.

Das Benno-Portal ist nach dem Dombaumeister Benno von Osnabrück benannt. In den Jahren vor der Domweihe im Jahr 1061 hatte er an der Gestaltung der Speyerer Kathedrale entscheidenden Anteil. Auch nach seiner Berufung zum Bischof von Osnabrück im Jahr 1068 blieb er Kaiser Heinrich IV. als Ratgeber in Fragen des Dombaus eng verbunden. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle

03.12.2012


Für türkischen Pfarrer und Kriegsdienstverweigerer beten

Leiter der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt ruft zu Fürbitten für Kerem Koç auf

Speyer- Zu Fürsprachen und Fürbitten für den türkischen Pfarrer und Kriegsdienstverweigerer Kerem Koç in den Gottesdiensten ruft der Leiter der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der pfälzischen Landeskirche und Vorsitzende des Europäischen Büros für Kriegsdienstverweigerung, Friedhelm Schneider, auf. Weil es in der Türkei kein Recht auf Kriegsdienstverweigerung und keinen Zivildienst gebe, müsse Pfarrer Koç, der der evangelischen Gemeinde in Antalya angehört, mit Gefängnis und möglichen Übergriffen auf seine Familie rechnen, sagt Schneider anlässlich der zu Ende gehenden Ökumenischen Friedensdekade 2012.

Das Beispiel von Koç zeige einmal mehr, wie dringlich in Menschenrechtsfragen die politische Einflussnahme auf die türkische Regierung bleibe, so Schneider. Es sei „absolut inakzeptabel, dass ein Beitrittskandidat der Europäischen Union, die gerade Friedensnobelpreisträger wurde, das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung dauerhaft missachtet“.

Als Zeichen der Verbundenheit sollten Pfarrer Koç und seine Familie daher in die gottesdienstlichen Fürbitten mit einbezogen werden, appelliert Schneider an die Kirchengemeinden der pfälzischen Landeskirche. In einer Nachricht von Pfarrer Koç aus Antalya heißt es: „Wir fühlen uns wirklich allein. Aber es ist wunderbar zu wissen, dass Menschen in Europa für uns beten. Wir haben einen großen Gott, und wenn er nicht mit uns wäre, könnten wir diese belastende Zeit nicht aushalten.“ EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Pressereferat www.evkirchepfalz.de

03.12.2012


„Gottes Liebe will gelebt sein“

Landeskirche startet 54. Spendenaktion „Brot für die Welt“ in Landau

Landau/Speyer-  „Gottes Liebe will gelebt sein“, sagte Kirchenpräsident Christian Schad bei der Eröffnung der 54. Aktion „Brot für die Welt“ in der Landauer Stiftskirche am 1. Advent. Mit der Aktion „Brot für die Welt“ setzt die Evangelische Kirche der Pfalz erneut ein Zeichen gegen die Hoffnungslosigkeit in der Welt.

„Wir kapitulieren nicht vor Hunger und Armut. Wir verändern das Gesicht dieser Erde und fangen bei uns selbst an“, sagte Schad weiter. Er forderte Christinnen und Christen zu einem nachhaltigen Lebensstil auf. Dazu gehöre eine bewusste Ernährung ebenso wie der verantwortungsvolle Umgang mit Lebensmitteln und mit natürlichen Ressourcen. Es würden zu viele Nahrungsmittel für den vermeintlichen Bedarf der Industrienationen produziert. Dabei landeten mehrere Tonnagen an Nahrungsmitteln in den Mülltonnen. „Diese Verschwendung muss beendet werden“, betonte Schad. Zudem werde der überwiegende Teil aller erzeugten Nahrungsmittel für Tierfutter, Agrotreibstoffe und industrielle Zwecke genutzt. „Nur noch knapp die Hälfte aller erzeugten Nahrungsmittel sind direkt für die menschliche Ernährung bestimmt“, erläuterte Schad. So kommt es, dass weltweit fast eine Milliarde Menschen an chronischer Unterernährung leiden. „Ihr Hunger wäre vermeidbar, hätten sie eine Chance auf fruchtbares Land“, erklärte Schad. Darauf will „Brot für die Welt“ in diesem Jahr aufmerksam machen. In zahlreichen Projekten weltweit unterstützt „Brot für die Welt“ Kleinbauern im Kampf um ihr Land.

Im Mittelpunkt des Festgottesdienstes stand ein Projekt aus Guatemala. Dort ist es Kleinbauern mit nachhaltigen Anbaumethoden gelungen, die Bodenfruchtbarkeit deutlich zu erhöhen und so ihre Lebensgrundlage zu sichern. Doch der Regenwald der Bergregion ist bereits zu 80 Prozent abgeholzt. Unterstützt von der Lutherischen Kirche Guatemalas, ein Partner von „Brot für die Welt“, setzen sich die Kleinbauern mit friedlichem Protest gegen die Abholzung der überlebensnotwendigen Wälder ein.

Diakoniepfarrer Albrecht Bähr rief die Menschen in der Pfalz auf, die Arbeit des evangelischen Hilfswerkes zu unterstützen: „Genug fruchtbares Land zu besitzen, ist ‚Grund zur Hoffnung’. Denn viele Familien in den Ländern des Südens müssen sich von dem ernähren, was sie selber anbauen. Sie brauchen Land zum Leben. Wir vertrauen darauf, dass keine Lage so hoffnungslos ist, dass sie nicht gewendet werden kann. Wo viele aus dieser Hoffnung handeln, kann Liebe gedeihen. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende mit, dass Menschen sagen können: ‚Wir haben Grund zur Hoffnung.’“

„Brot für die Welt“ wurde 1959 gegründet und unterstützt jährlich über 2500 Projekte in den Ländern des Südens. In der Evangelischen Kirche der Pfalz wurden im vergangenen Jahr während der Aktion 1.191.780 Euro an „Brot für die Welt“ gespendet. Am Heiligabend sind die Kollekten der Kirchengemeinden traditionell für die Arbeit des evangelischen Hilfswerks bestimmt. Bundesweit wurden im vergangenen Jahr 54,2 Millionen Euro gespendet. Diakonisches Werk Pfalz, Speyer, Presse  www.diakonie-pfalz.de

02.12.2012


Weltweit der verstorbenen Kinder gedenken

Gedenkfeiern und Gottesdienste in der Pfalz – Kerzen leuchten rund um den Erdball

Rülzheim/Ludwigshafen- Am weltweiten Gedenktag für verstorbene Kinder, Sonntag, 9. Dezember, laden die Selbsthilfegruppen „Leere Wiege“, Landau, und „Verwaiste Eltern“, Rülzheim, sowie die Sozialstation Rülzheim um 18 Uhr zu einer Gedenkfeier „Meine Brücke zur Dir“ in die protestantische Christuskirche in Rülzheim ein. Einen ökumenischen Gottesdienst zur Erinnerung an verstorbene Kinder zum Thema „Herz“ gestalten Krankenhauspfarrerin Marion Weigelt-Drexler und Pastoralreferentin Birgit Haas gemeinsam mit einem Elternkreis am 9. Dezember, 11 Uhr, in der Kapelle des Ludwigshafener Kinderkrankenhauses St. Annastift (Karolina-Burgerstraße).

Die Gedenkfeiern in Ludwigshafen wurden vor zehn Jahren, die in Landau bzw. Rülzheim vor 14 Jahren ins Leben gerufen und sind eingebettet in den Weltgedenktag für verstorbene Kinder. Zur Erinnerung an verstorbene Kinder zünden weltweit am zweiten Sonntag im Dezember um 19 Uhr Eltern und Angehörige Kerzen an und lassen sie im Fenster eine Stunde brennen. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten entzündet, so dass eine Welle von Licht um den Erdball geht. Unter dem Motto „Damit ihr Licht für immer leuchte“ solidarisieren sich so die Trauernden in der ganzen Welt.

„Wenn Babys während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt, Kinder, Jugendliche und junge Menschen allzu früh sterben, bleiben Angehörige und Freunde fassungslos und oft auch alleine in ihrem Schmerz zurück. Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit wird der Verlust schmerzlich bewusst“, sagt Helga Beisel vom Kontaktkreis für trauernde Eltern, „Leere Wiege“. Unter dem Leitgedanken „Meine Brücke zu dir“ soll dem Andenken und der Erinnerung an das verstorbene Kind Zeit und Raum gegeben werden“, so Beisel.

„Leere Wiege“ und „Verwaiste Eltern“ sind Selbsthilfegruppen für Eltern, die ein Kind durch Fehl-, Tot-, Frühgeburt, kurz nach der Geburt oder durch einen medizinisch indizierten Schwangerschaftsabbruch verloren haben. Dabei spiele es keine Rolle, in welcher Schwangerschafts- oder Lebenswoche das Kind verstarb, sagt Beisel, die ihr drittes Kind vier Tage vor der Geburt verlor. „Ein Kind zu verlieren, ist ein sehr schmerzvolles Ereignis für die Eltern und für die Familie, egal durch welche Einflüsse dies geschah.“ In den Selbsthilfegruppen werde Erfahrungsaustausch unter Betroffenen ermöglicht. Gemeinsam würden neue Wege zurück ins Leben gesucht, ohne dabei das verstorbene Kind zu vergessen.

Hinweis: Weitere Informationen im Internet unter www.leere-wiege.com und www.veid.de.

EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Speyer, Pressereferat www.evkirchepfalz.de; Foto: tipsforphotographers.com

01.12.2012


Videokamera auf Turm des Domes sorgt für mehr Sicherheit im Luftverkehr

Bilder werden auf den Tower des Flugplatzes übertragen / Flugleiter nimmt staatliche Aufsicht wahr

Speyer- Eine Videokamera auf dem Südost-Turm des Speyerer Doms sorgt für mehr Sicherheit im Luftverkehr über Speyer. Das Bistum Speyer und der Flugplatz Speyer stellten die Kamera im Rahmen eines Pressegesprächs gemeinsam der Öffentlichkeit vor.

„Mit der Videokamera verbindet sich die Idee, den Luftraum über dem Speyerer Dom stärker zu kontrollieren und damit Gefahren für die romanische Kathedrale als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes abzuwehren“, erklärte Domkustos Peter Schappert. Piloten dürfen bei Start und Landung auf dem Speyerer Flughafen einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum Speyerer Dom nicht unterschreiten. Vor einem Jahr haben das Bistum Speyer und der Flugplatz Speyer eine vertragliche Vereinbarung zum Betrieb der Videokamera getroffen.

Die Kamera wurde Anfang November in Betrieb genommen. Sie sendet alle drei Sekunden ein Bild auf den Monitor des Flugleiters, der auf dem Tower des Flugplatzes seinen Arbeitsplatz hat. Der Flugleiter koordiniert die Starts und Landungen der Piloten. Zugleich überwacht er im staatlichen Auftrag der Luftfahrt- und Luftsicherheitsbehörde für Rheinland-Pfalz den Luftraum über Speyer. Er nimmt damit eine polizeiliche Aufgaben wahr und bringt Verstöße gegen die staatlichen Bestimmungen zur Flugsicherheit zur Anzeige.

„Die Bilder der Domkamera dienen zur Überwachung des Luftraums, aber auch zur Beweissicherung“, erklärt Roland Kern, der Geschäftsführer der Flugplatz Speyer/Ludwigshafen GmbH. Die Kameraaufnahmen werden drei Monate aufbewahrt, so dass man Verstöße gegen die Luftverkehrsordnung auch nachträglich feststellen kann. Die Kosten für die Anschaffung und Installation der Videokamera lagen bei rund 8000 Euro und wurden vom Flugplatz Speyer finanziert. „Die Sicherheit im Luftverkehr hat für uns oberste Priorität. Verbunden mit dem Bau des neuen Towers setzen wir mehre Kontrollinstrumente ein, um ein maximales Maß an Sicherheit zu erreichen“, so Roland Kern. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse Foto: jüs

30.11.2012


CEBs - "Comunidades Eclesiales de Base" - Ur- und Keimzellen der Kirche

Bolivianische Christin berichtet in Speyer über die Arbeit der Basisgemeinden in Lateinamerika

cr./is. Speyer. Sie ist schon eine beeindruckende, eine bemerkenswerte Frau: Rosa Nattes Valverde, die derzeit unterwegs ist durch die deutschen Bistümer, um Informationen zu geben über die CEBs, die "Comunidades Eclesiales de Base" - Basisgemeinden, mit denen Christen in Bolivien seit Jahren "Kirche in Bewegung" halten. In ihrer Heimat, in der Erzdiözese Cochabamba, hat die Witwe und Mutter von fünf erwachsenen Kindern schon vor Jahren die Koordinierung der CEBs übernommen. Und darüber berichtete sie jetzt auch bei einem Pressegespräch in den Redaktionsräumen der Bistumszeitung „Der Pilger“ in der Speyerer Altstadt, ehe sie nach Hildesheim weiterreiste, wo sie am Sonntag, dem 2. Dezember 2012, an der bundesweiten Eröffnung der diesjährigen Solidaritätsaktion des bischöflichen Hilfswerks Adveniat teilnehmen wird.

Denn die CEBs, die kirchlichen Basisgemeinden in Lateinamerika. sind eines der Projekte, für die an Weihnachten 2012 in allen katholischen Gottesdiensten gesammelt werden wird.

Bei ihrem Besuch in Speyer berichtete Rosa Nattes, wie sich die Mitglieder der CEBs - ausgehend von einer intensiven Bibelarbeit – als "lebendige Zellen" innerhalb der Pfarreien verstehen und sich den gesellschaftlichen und sozialen Problemen in ihrer Umgebung, in ihren jeweiligen Wohnvierteln widmen. "Unser Hauptziel ist es, Glauben und Leben zusammenzubringen. Dabei sind wir aber immer auf der Seite der Ärmsten", betonte Rosa Nattes in Speyer. So berichtete sie beispielhaft darüber, wie es einer Basisgemeinde gelungen sei, eine funktionierende Müllabfuhr in einem von der Stadt vernachlässigten Randbezirk ihrer Heimatstadt zu organisieren.

Die Tradition der Basisgemeinden, die in die Zeit des II. Vatikanischen Konzils zurückreicht, greife bei ihrer Arbeit die Erfahrungen der ersten christlichen Gemeinden auf, wie sie in der Apostelgeschichte beschrieben sind. So erläuterte Pastoralreferentin Christiane Müßig, Mitarbeiterin bei der bolivianischen Bischofskonferenz in La Paz, das Konzept der CEBs, von denen stets mehrere mit einer Pfarrei in enger Zusammenarbeit aktiv seien, „Die in Bolivien wirkenden Basisgemeinden verstehen sich als "Ur- oder Keimzellen" der Kirche“, so die aus Hildesheim stammende Theologin, die in Bolivien die diözesanen Leitungs- und Fortbildungsteams berät und von La Paz aus die Aktivitäten der kirchlichen Basisgemeinden unterstützt. In der Zeit der Unterdrückung und Diktatur in Lateinamerika mit ihren vielen Verstößen gegen die Menschenrechte, so erinnerte Christiane Müßig, seien die CEBs stets "Orte des Widerstands" gewesen.

"Als Weltkirche verstehen wir uns als Lerngemeinschaft - nicht nur als Solidaritäts- und Gebetsgemeinschaft."So betonte Weihbischof Otto Georgens - zugleich auch zuständig für weltkirchliche Fragen im Bistum Speyer - und unterstrich, dass das Beispiel der CEBs verdeutliche, dass "Kirche stets vor Ort lebt“. Zwar könnten Modelle aus anderen Kontinenten "nicht einfach eins zu eins" in Deutschland übernommen werden - dennoch seien Impulse aus der Weltkirche wichtig. Denn gerade in einer Zeit, in der auch im Bistum Speyer größere Seelsorgeeinheiten gegründet werden müssten, sei es für die Kirche wichtig, dass sie „vor Ort“ funktioniere. Entscheidend sei vor allem, dass ein Prozess der Gemeindeentwicklung in Gang komme.

Rosa Nattes hofft, mit ihrem Besuch in der Diözese Speyer - unter anderem mit Veranstaltungen in Blieskastel und Neustadt - "ein paar Samenkörner" für das Gemeindeleben im Bistum liefern zu können. Besonders bedankte sie sich für die jahrelange finanzielle Unterstützung des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, das die Weiterbildung von Laienmitarbeitern der Basisgemeinden ermögliche.

Adveniat-Spendenkonto 345 bei der Bank im Bistum Essen (BLZ 360 602 95).   - Weitere Informationen unter www.adveniat.de Foto: gc; CEB 

30.11.2012


Adveniat 2012 - Bolivianische Christin berichtet in Speyer

       

Menschheitstraum von Frieden, Hoffnung und Heil

Anbetung der Hirten. Gerard van Honthorst (Utrecht 1590 – Utrecht 1656), 1622

Ausstellung im Zentralarchiv bildet Weihnachtsfest von seinen Ursprüngen bis heute ab

Speyer-  Mit dem Weihnachtsfest von seinen Ursprüngen bis in die Gegenwart, seinen Bräuchen und Ritualen befasst sich eine Ausstellung, die das Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz vom 3. Dezember bis 16. Januar 2013 zeigt. Die Ausstellung bilde ab, wie sich Weihnachten im Verlauf der Jahrhunderte gewandelt habe, sagt Archivdirektorin Gabriele Stüber – von seiner ersten Erwähnung im römischen Festkalender im Jahr 336 bis zu seiner heutigen Vermarktung als Werbeträger. Auch dieses Thema behandle die Ausstellung.

Zwölf Bildtafeln führen durch die Kultur des Weihnachtsfestes seit der Spätantike und laden gemeinsam mit verschiedenen weihnachtlichen Objekten zu einer Begegnung mit Weihnachten ein. Zur Ausstellung gibt es ein Begleitheft und verschiedene Weihnachtspostkarten. Um das „Fest aller Feste“ habe sich seit dem Mittelalter ein reiches Brauchtum entwickelt, in Form und Ablauf sei es stark vom 19. Jahrhundert geprägt, so Stüber. „Im christlichen Verständnis spendet Christus als ‚Licht der Welt‘ Hoffnung und Heil. Bis heute wird mit Weihnachten der ewige Menschheitstraum vom Frieden, der Wunsch nach Befreiung von äußeren und inneren Gewalten und nach seelischer Ganzheit verbunden.“

Hinweis: Die Weihnachts-Ausstellung im Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz, Domplatz 6, Speyer, läuft vom 3. Dezember bis 16. Januar 2013, geschlossen vom 22. Dezember bis 1. Januar 2013. Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag, 8 bis 16 Uhr; Freitag, 8 bis 13 Uhr, Donnerstag, 13. Dezember und 10. Januar jeweils 8 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Internet: www.zentralarchiv-speyer.de/Ausstellungen.

EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Pressereferat www.evkirchepfalz.de

30.11.2012


Opulentes Buch zu den Fresken im Dom zu Speyer

Eindrucksvolle Dokumentation zu den viel diskutierten Kunstwerken Schraudolphs

Speyer- Geachtet als hohe Kunst, doch bald schon verworfen als naiv, kitschig: die Bilder der Nazarener. Diese Gruppe von Malern hatte sich Anfang des 19. Jahrhunderts zum Ziel gesetzt, die religiöse Kunst zu erneuern aus dem Geist eines Dürer und Raffael. Johann Baptist Schraudolph (1808 bis 1879) war einer von ihnen; ihm vertraute König Ludwig I. von Bayern das große Werk an, den Dom zu Speyer im Geist der Nazarener „zu malen“, um - unter anderem - durch die Bilder die Menschen wieder tiefer in den Glauben zu führen. Der Speyerer Bischof Nikolaus von Weis erstellte das theologische Bildprogramm, als Katechese und Verkündigung. Mit Gehilfen schuf Schraudolph von 1846 bis 1853 ein monumentales Werk, 123 Fresken mit 470 überlebensgroßen Figuren, eingefasst von reicher Dekorationsmalerei.

Nicht lange nach der Vollendung der Fresken setzte bereits Kritik an der Malerei ein, die Mitte des 20. Jahrhunderts dazu führte, dass sie aus dem Dom entfernt wurde; der Innenraum des Domes sollte wieder seine ursprüngliche romanische Gestalt erhalten. Da die Kunst der Nazarener damals in Bausch und Bogen verachtet war, wurde die Malerei einfach abgeschlagen - heute sprechen nicht wenige von „Bildersturm“, nur der Marien-Zyklus verblieb im Mittelschiff, weitere, einige wenige Fresken wurden abgenommen und aufbewahrt: die Bilder zu Stephanus, zu Bernhard und die Marienkrönung aus der Apsis. Aufwändig restauriert sind sie seit Ende Oktober im eigens dafür hergerichteten Kaisersaal des Domes zu sehen. Doch diese Fresken nur auszustellen, würde den Bildern und dem Werk insgesamt nicht gerecht, dringend geboten war und ist die kunstgeschichtliche, vor allem aber die inhaltlich-theologische Erschließung.

Dies leistet in hervorragender Weise eine reich bebilderte Dokumentation, die von Hans-Jürgen Kotzur, dem früheren Direktor des Mainzer Dom- und Diözesanmuseums, und der Kunsthistorikerin Bettina Schüpke in aufwändiger, höchst sachkundiger Arbeit erstellt wurde. Kotzur selbst, der auch Kurator der Ausstellung war, leitet in einem erfrischenden, spannenden Frage-Antwort-Gespräch in das Buch ein. Alles Wesentliche wird angeschnitten und Neugier geweckt auf die weiteren Beiträge. Karl-Markus Ritter, Geschäftsführer der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, berichtet detailreich „vom Werden, Vergehen und der Rettung eines bedeutenden Kunstwerks des 19. Jahrhunderts“. Dabei begreift er die Ausmalung des Speyerer Domes als Gesamtkunstwerk, was ihr am ehesten gerecht wird. Ungemein viele, akribisch nachgeforschte Einzelheiten finden sich hier, die zu einem großen Ganzen zusammenfügt werden. Norbert Suhr, stellvertretender Direktor des Landesmuseums in Mainz und ausgewiesener Nazarener-Fachmann, beschreibt den „kunsthistorischen Kontext“ der Werke Schraudolphs in der Pfalz, also nicht nur im Speyerer Dom, sondern auch in anderen Kirchen. Damit weitet er den Blick über den Dom hinaus und leistet einen wichtigen Beitrag zur Würdigung des gesamten Schraudolphschen Wirkens sowie zur Einordnung in die Kunstgeschichte. Über einen scheinbar randständigen, aber nicht minder interessanten Gesichtspunkt handelt Clemens Jöckle, Leiter der Städtischen Galerie Speyer, nämlich über die „Szenarien und Bildkulissen“. Dabei geht es um die Spannung „zwischen ikonographischer Tradition und Zeitgenossenschaft“: wie Schraudolph das Umfeld des Geschehens, das er darstellt, aus seiner Gegenwart nimmt und damit das Geschehen selbst „verheutigt“.

In drei Beiträgen befasst sich Klaus Haarlammert, früherer Chefredakteur der Speyerer Bistumszeitung „der pilger“, zunächst mit „Programm und Botschaft“ der Ausmalung des Speyerer Domes, also mit deren Ikonographie und theologischen Aussage. Dabei schreibt er mehr als Theologe denn als Kunsthistoriker. Nach seiner Auffassung sind die Bilder in erster Linie Verkündigung, dann erst kunstgeschichtlich bedeutsame Zeugnisse, aber ihm gelingt, beides miteinander zu verknüpfen. Dies gilt besonders auch für den eigentlichen Katalogteil. Hier beschreibt Haarlammert akribisch genau, theologisch detailliert und fundiert jedes einzelne Fresko - nicht nur die, die jetzt im Kaisersaal hängen, sondern auch alle vierundzwanzig Bilder des Marien-Zyklus, die im Mittelschiff des Domes erhalten geblieben sind. Neben der hohen Kenntnis des Schraudolphschen Werks beeindruckt die tiefgehende theologische Deutung, die die Bilder durchaus auch als Verkündigung für heute begreifen lässt - das ist ja der eigentliche Auftrag, der aus der Präsentation der Bilder erwächst: nicht nur Vergangenes zu bewahren, es vielmehr für heute „fruchtbar“ werden zu lassen. Eine interessante Textsammlung beschließt das Buch. In ihr werden unter dem programmatischen Titel „Schraudolph kontrovers“ zeitkritische Texte zur Ausmalung des Speyerer Domes von 1846, dem Beginn der Arbeiten, bis heute dokumentiert. Grundlage dafür ist die wissenschaftliche Arbeit über die Ausmalung, mit der Marianne Schönenberg 1989 den Doktorgrad erwarb.

Insgesamt liegt mit diesem Buch nicht nur ein wertvoller Begleiter zu den Fresken von Johann Baptist Schraudolph im Dom zu Speyer vor. Das Buch ist auch ein Standardwerk zur Kunst der Nazarener und zur Kunstauffassung des 19. Jahrhunderts. Einmal mehr gewinnt dieses Buch durch die aufschlussreichen Skizzen zur Lokalisierung der Bilder im Dom und im Kaisersaal, vor allem aber auch durch die hervorragende Wiedergabe aller Fresken.

Buchtipp: Fromme Einfalt, hehre Kunst? Die Speyerer Domfresken von Johann Baptist Schraudolph. Gebunden, 336 Seiten, durchgehend farbig bebildert, 19.80 Euro. ISBN 978-3-942133-55-5. Pilgerverlag, Annweiler. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle

22.11.2012


Rollende Krankenstation auf dem Weg nach Tansania

Weihbischof Otto Georgens begrüßt lebensnotwendige Spende für Hospital in Diözese Mbinga

cr. Speyer. Auf ihrer Tour durch die deutschen Bistümer hat heute Barbara Ester vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ mit ihrer rollenden Krankenstation vor dem Speyerer Dom Halt gemacht. Seit Mitte September schon ist die junge Sozialpädagogin kreuz und quer durch die Republik unterwegs, um in Schulen und Kirchengemeinden für das Anlieger der Sternsinger zu werben, die ab dem 3. Januar 2013 auch wieder singend und um Spenden bittend durch die Gemeinden der Diözese Speyer ziehen werden. Am Ende ihrer Rundreise, am 12. Januar 2013, wird Barbara Ester dann fast 30.000 Kilometer zurückgelegt und dabei an zahlreichen Orten über die Lage der gesundheitlichen Versorgung im „Beispielland 2013 der Sternsinger-Aktion“, in Tansania im Süden Afrikas, informiert haben. Für dieses Land - für das „Litembo-Hospital“ in der Diözese Mbinga im Südwesten Tansanias - ist das neue Fahrzeug, ein für „schweres“ Gelände konstruierter Toyota-Landcruiser, bestimmt, der dort im Frühjahr seinen Dienst aufnehmen soll. Zuständig ist das „Litembo-Hospital“ für die gesundheitliche Versorgung von gut 400.000 Menschen in einem Gebiet, das etwa die Größe von Nordrhein-Westfalen aufweist. Mit seiner Ausstattung – einer mobilen Krankentransportliege, Halterungen für Infusionen und Möglichkeiten zur Unterbringung von Verbandsstoffen und Medikamenten – eignet sich das Fahrzeug insbesondere zum Transport von Erkrankten und Verunglückten durch unwegsames Gelände in die Klinik.

Gemeinsam mit der Diözesan-Vorsitzenden des BDKJ, Kirsten Glaser, und dem Referenten für die Messdiener im Bistum Speyer, Pfarrer Carsten Leinhäuser, der auch für der Eröffnungsveranstaltung der nächsten Sternsinger-Aktion verantwortlich zeichnet, begrüßte Weihbischof Otto Georgens Fahrzeug und Begleiterin vor dem Bischofshaus gegenüber der Speyerer Kathedrale. „Die Sternsinger-Aktion ist seit 55 Jahren die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit“, lobte Georgens - im Bistum Speyer als Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben zuständig - das Engagement der vielen jungen Sternsingerinnen und Sternsinger. Jahr für Jahr kommen durch ihren Einsatz allein im Bistum Speyer rund 1,3 Millionen Euro für Projekte in aller Welt zusammen.

Segen bringen, Segen sein. Für Gesundheit in Tansania und weltweit!“ heißt das Leitwort der kommenden Aktion Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder gut 500.000 Kinder in den Gewändern der Heiligen Drei Könige von Tür zu Tür ziehen werden.

Und wie wichtig die Hilfe gerade auch für Tansania sei, erläuterte Barbara Ester bei ihrem Besuch in der Domstadt: Denn zwar sei das afrikanische Land politisch stabil und leide auch nicht akut unter Naturkatastrophen - dennoch sterbe noch immer jedes zehnte Kind vor seinem fünften Lebensjahr. Hauptursache für die Säuglings- und Kindersterblichkeit sei die Armut der meisten Menschen in Verbindung mit einem unzureichenden Gesundheitssystem. Es gebe zu wenige Krankenhäuser und Gesundheitsstationen, die Ausstattung mit Medikamenten und medizinischem Gerät sei ungenügend, außerdem fehle qualifiziertes medizinisches Personal. Deshalb sei die Hilfe ganz besondere dringend.

Übrigens: Alle Sternsingerinnen und Sternsinger aus dem Bistum Speyer sind am 3. Januar 2013 zu der zentralen Eröffnungsfeier der Sternsingeraktion im Speyerer Dom eingeladen. Veranstalter sind der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Diözesanverband Speyer, und das Referat für weltkirchliche Aufgaben im Bischöflichen Ordinariat. Alle Informationen zur Eröffnungsfeier sind unter www.bdkj-speyer.de zu finden. Foto: gc

19.11.2012


Rollende Krankenstation auf dem Weg nach Tansania - Bilderalbum

Migranten zum evangelischen Glauben übergetreten

Taufseminar des Integrationsbeauftragten in Ludwigshafen mit abschließender Tauffeier

Ludwigshafen/Speyer-  Kein einzigartiger, aber nach den Worten des pfälzischen Integrationsbeauftragten Reinhard Schott ein eher seltener Fall: Sieben erwachsene Migranten und ein Kind aus Iran, Irak und Afghanistan haben sich in Ludwigshafen evangelisch taufen lassen. „Für die Menschen ging es nicht darum, sich damit den Aufenthalt in Deutschland zu sichern. Die Taufe war für sie ein echtes Anliegen. Dafür haben sie über mehr als drei Monate an einem vierzehntägigen Taufseminar teilgenommen“, sagt Schott.

Die Taufe fand zum Abschluss des Seminars im Rahmen des Gemeindegottesdienstes statt. Den Glaubenskurs hat Pfarrer Arne Dembek von der Christuskirchengemeinde in Ludwigshafen-Mundenheim mit Unterstützung von Reinhard Schott durchgeführt. Schott freut sich über den regen Zuspruch, den das Katechumenat, das ist die Einführungs- oder Vorbereitungszeit erwachsener Taufbewerber, gefunden habe. Unter den insgesamt zwölf Kurs-Teilnehmern seien auch schon Getaufte gewesen, die ihr Wissen um den christlichen Glauben auffrischen und erweitern wollten.

Immer wieder wendeten sich Flüchtlinge mit Fragen zum christlichen Glauben an Kirchengemeinden und Beratungsstellen, schildert Schott. Der Ausländer- und Aussiedlerbeauftragte der evangelischen Kirche der Pfalz bietet in Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden Glaubens- und Taufseminare für Spätaussiedler und Flüchtlinge seit 1988 an.

Hinweis: Weitere Informationen und Kontakt beim Integrationsbeauftragten der pfälzischen Landeskirche, Reinhard Schott, migration@evkirchepfalz.de, 06232 / 664-101. Internet: www.migration.evpfalz.de. EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Pressereferat www.evkirchepfalz.de

17.11.2012


Chancengleichheit und materielle Gerechtigkeit gehören zusammen

Die Zukunft des Sozialstaats – Landeskirchenrat und SPD Regionalverband im Gespräch

Speyer- Soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit im Bildungswesen müssen nach Auffassung des pfälzischen Kirchenpräsidenten Christian Schad und der Vorsitzenden des Regionalverbandes Pfalz der SPD, Theresia Riedmaier, Kernanliegen der Politik in Deutschland bleiben. Dazu bedarf es nach Auffassung der Kirchen- und Parteienvertreter auch einer Änderung in der Finanz- und Steuerpolitik. „Es muss etwas getan werden, damit die Grundlagen einer gerechten und solidarischen Gesellschaft nicht unter die Räder geraten“, erklärten Schad und Riedmaier bei einem Gespräch des Landeskirchenrats mit Vertretern des Regionalverbandes und SPD-Mandatsträgern aus Land und Kommunen.

Es sei bedenklich, wenn in Deutschland zehn Prozent der Vermögensstärksten Haushalte über die Hälfte des gesamten Nettovermögens, nämlich zehn Billionen Euro, verfügten, erklärte Schad. Dies sei eine Verdoppelung gegenüber von vor zehn Jahren. Demgegenüber stünden vier Millionen Haushalte, die auf Hartz IV-Leistungen angewiesen seien. „Wenn der Staat und mit ihm die subsidiär tätigen Institutionen und Verbände ihre Aufgaben zur Herstellung von mehr Gerechtigkeit wahrnehmen wollen, so bedarf es auch einer gerechteren Finanzierung“, erklärten Riedmaier und Schad übereinstimmend.

Der Bildungs- und Sozialstaat ist nach Auffassung der Kirchen- und Parteienvertreter nicht nur etwas für Zeiten, in denen man sich ihn leisten könne, „sondern er ist dann von besonderer Bedeutung, wenn wirtschaftliche Unterschiede größer werden und Teile der Bevölkerung in Armut geraten.“ Daher müsse auch über mehr Steuergerechtigkeit gesprochen werden, wozu eine Neuregelung der Vermögenssteuer und der Spitzensteuersätze gehörten. In diesem Zusammenhang erinnerte der Kirchenpräsident an die im Grundgesetz festgeschriebene „Sozialpflichtigkeit des Eigentums“. Das Thema Armut könne vom Thema Reichtum nicht getrennt werden. Ohne materielle Verteilungsgerechtigkeit laufe Chancengleichheit ins Leere.

Unverständnis äußerten Schad und Riedmaier gegenüber der Einführung des Betreuungsgeldes. Die Milliarden, die für das Betreuungsgeld ausgegeben würden, seien besser für den Ausbau von Kinderkrippen und Kindertagesstätten und die stete Qualifizierung des Fachpersonals angelegt. „Es geht nicht nur um Betreuung, sondern um Erziehung, Bildung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, sagten Schad und Riedmaier. EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Pressereferat www.evkirchepfalz.de

16.11.2012


„Schuldentilgungspakt als Brücke zu neuem Vertrauen und zu fiskalischer Solidität in Europa“

Früherer Bundespräsident Dr. Köhler bei der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“

spk./is. Speyer. Zu verstärkten gemeinsamen Anstrengungen für die Europäische Einigung hat der frühere Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler am Mittwochabend im Dom zu Speyer die europäischen Staaten aufgerufen. Gerade die stärkeren Nationen sollten „mehr für Europa tun, als es einer rein nationalen Kosten-Nutzen-Rechnung entsprechen mag“, betonte Köhler und fügte mit Blick auf Deutschland hinzu: „Gehen wir mit gutem Beispiel voran.“ Der ehemalige Bundespräsident sprach im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Europäische Reden - Reden über Europa" der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“.

In seiner Ansprache sagte Köhler, „unter der Bedingung, dass alle Staaten der Eurozone erweiterten Gemeinschaftskompetenzen zur Durchsetzung der Konvergenz zustimmen“ könne es Deutschland wagen, „einen Schuldentilgungspakt zu schließen, wie ihn der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im vergangenen Jahr vorgeschlagen hat - als eine Brücke zu neuem Vertrauen in Europa und zu fiskalischer Solidität“. Darüber hinaus regte er eine „kraftvolle Initiative“ Deutschlands und Frankreichs zur Stärkung der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union an, „die dann auch zu einer gemeinsamen, transparenten Beschaffung von Rüstungsgütern“ führen könnte.

Nach Einschätzung des ehemaligen Staatsoberhaupts würden Initiativen dieser Art der Größe der Verantwortung entsprechen, die Deutschland bei seiner geographischen Lage und seiner wirtschaftlichen Stärke zufalle. „Beweisen wir doch unsere Phantasie und unseren Enthusiasmus für ein Europa der Freiheit und des Friedens, das wir mit aufgebaut haben! Zeigen wir doch, wie froh wir sind, in diesem Europa zu leben - umgeben von Freunden; zeigen wir dies auch, indem wir Führungsverantwortung übernehmen, wo das nötig ist“, so Prof. Dr. Köhler.

Der ehemalige Bundespräsident warnte aber zugleich auch davor, auf die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise mit einem „schleichenden oder gar offenen Umbau der Wirtschafts- und Währungsunion  in Richtung Umverteilung und Dauertransfers“ zu reagieren. Dies würde nicht nur das Wesen der Wirtschafts- und Währungsunion verändern, sonder auch ihrer bisherigen Verfassung widersprechen. „Ein solcher Umbau fände auch in vielen Mitgliedstaaten keine demokratische Akzeptanz“, warnte Köhler.

Zu Beginn der Veranstaltung, die Domorganist Markus Eichenlaub an der Orgel musikalisch begleitete, hatte Weihbischof Otto Georgens in seiner Funktion als Dompropst in der voll besetzten Kathedrale zahlreiche Ehrengäste begrüßt, unter ihnen Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl mit Gattin, den früheren Bischof von Speyer und Erzbischof von München und Freising, Dr. Friedrich Kardinal Wetter, Bischof em. Dr. Anton Schlembach, den Chef des Hauses Wittelsbach, Herzog Max in Bayern, den ehemaligen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Thüringen, den Speyerer Ehrenbürger Prof. Dr. Bernhard Vogel. Begrüßen konnte er schließlich auch den Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger und dessen Vorgänger Werner Schineller.

In seiner kurzen Ansprache betonte der Weihbischof , dass im Speyerer Dom „die europäische Dimension mit Händen zu greifen“ sei. Die Kathedrale sei ein Symbol für die Einheit Europas, die entscheidend sei für die Zukunft des Kontinents.

Stiftungsvorstand Dr. Manfred Fuchs hob hervor, die Europäische Union sei „bei allen Schwierigkeiten ein Erfolgsmodell“. Er dankte dem ehemaligen Bundespräsidenten für seinen „ermutigenden Vortrag“ und betonte: „Ohne die Europäische Union wäre unsere Zukunft fragwürdig.“ Die Veranstaltung schloss mit einem Gebet, in dem Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Verantwortung des Menschen vor Gott für Frieden und Gerechtigkeit hervorhob.

Unter der Leitung ihres Vorsitzenden, Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl, hatte am Nachmittag dieses Tages bereits die „Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ ihre diesjährige Jahrestagung abgehalten, die seit einigen Jahren schon durch einen öffentlichen, grundsätzlichen Vortrag zu einem europäischen Thema beschlossen wird. Der Einladung, im Rahmen dieser Vortragsreihe im Speyerer Dom zu sprechen, waren in den vergangenen Jahren bereits der Premierminister des Großherzogtums Luxemburg, Jean-Claude Juncker, der ehemalige polnische Außenminister Prof. Wladyslaw Bartoszewski und der Präsident des Europäischen Parlaments, Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering gefolgt.

Die „Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer", die im Sinne der UNESCO-Konvention mit Projektpartnern die Patenschaft für die Speyerer Kathedrale übernommen hat, will mit vielen originellen Veranstaltungen und Aktionen Menschen für das Bauwerk begeistern. Daneben baut sie ein Stiftungskapital auf, aus dessen Zinserträgen Projekte rund um den Dom realisiert werden. Außerdem engagiert sich die Stiftung bei der aktuellen Domrestaurierung, indem sie Persönlichkeiten und Unternehmen dazu gewinnt, namhafte Patenschaften zu Restaurierungs-Projekten zu übernehmen. Gemäß Satzung will die Stiftung auch den Europa-Gedanken fördern, da die Speyerer Kathedrale als Symbol für Europa gilt. Foto: Bischöfliches Ordenariat; gc

Die Europa-Rede des ehemaligen Bundespräsidenten im Wortlaut (pdf)

15.11.2012


Früherer Bundespräsident Dr. Köhler bei der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ - Bilderalbum

Landessynode: Doppelhaushalt und Klimaoffensive

Tagung vom 22. bis 24. November in Speyer – Finanzdezernentin: Einsparbemühungen fortsetzen

Speyer-  Der Doppelhaushalt für die Jahre 2013 und 2014 und ein Integriertes Klimaschutzkonzept, das die Evangelischen Kirche der Pfalz im Rahmen einer Klimaoffensive auf den Weg gebracht hat, stehen im Mittelpunkt der Landessynode vom 22. bis 24. November 2012 in Speyer. Auf dem Programm der öffentlichen Tagung steht auch die Wahl eines geistlichen Oberkirchenrates. Zur Wiederwahl steht der derzeitige Amtsinhaber, Oberkirchenrat Gottfried Müller, dessen Amtszeit mit Ablauf des Jahres 2012 endet. Müller ist außerdem Stellvertreter des Kirchenpräsidenten, so dass auch dafür seine Wiederwahl ansteht.

Die Konsolidierung des landeskirchlichen Haushaltes schreite deutlich voran und sei auf der Linie dessen, was die Landessynode mit der mittelfristigen Finanzplanung und dem Strategiepapier beschlossen habe, sagte Kirchenpräsident Christian Schad bei der Vorstellung des Synodenprogramms. Das zeige sich beispielsweise – auch „schmerzhaft“ – im Personalbereich und beim Projekt „Organisationsentwicklung im Landeskirchenrat“. Zu diesem Prozess wird der Synode ein Zwischenbericht vorgelegt.

Die Evangelische Kirche der Pfalz will den Ausstoß an Kohlendioxid (CO₂) bis zum Jahr 2015 um 25 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 2005 mindern. 2005 betrug der CO₂-Ausstoß nach Angaben von Finanzdezernentin Karin Kessel 51.500 Tonnen, bis 2015 sollen die Treibhausgasemissionen auf 38.500 Tonnen reduziert werden. Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen, enthält das Integrierte Klimaschutzkonzept, das der Synode zur Beschlussfassung vorliegt. Das Konzept sieht u.a. die befristete Einstellung eines Klimaschutz-Managers vor sowie die nachdrückliche Empfehlung an die Kirchengemeinden und Kirchenbezirke, sich aktiv an der Umsetzung der Ziele zu beteiligen.

Mit der Reduzierung von CO₂-Emissionen werde man neben den ökologischen Aspekten auch ökonomische und soziale Synergieeffekte gewinnen. Der Erhalt einer lebenswerten Umwelt für zukünftige Generationen sei ein fester Bestandteil der Grundprinzipien der evangelischen Kirche, erklärt die Oberkirchenrätin. Das gesetzte Ziel sei erreichbar. Seine Realisierung bedeute zwar eine Kraftanstrengung, „aber der Aufwand ist überschaubar und realisierbar“. Kessel nennt als Beispiele regenerative Energieerzeugung, die Steigerung des Ökostrombezugs von bisher sieben auf 30 Prozent oder die stärkere Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs für die Wege zur Arbeit. Das Integrierte Klimaschutzkonzept wurde mit Hilfe des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) vom Umwelt-Campus in Birkenfeld sowie der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) erstellt.

Klimaschutzmaßnahmen fließen auch in die Planungen der Etats 2013 und 2014 ein. Mit ihrem Haushaltsplanentwurf folge die Landeskirche weiterhin strikt dem Eckpunktepapier und der Finanzplanung bis 2018, sagte Finanzdezernentin Karin Kessel. Der Etat 2013 und 2014 der Evangelischen Kirche der Pfalz ist mit jeweils rund 157,5 Millionen Euro veranschlagt. Trotz der positiven Entwicklung beim Kirchensteueraufkommen – 2013 rechnet Kessel mit 99,4 Millionen und 2014 mit 98,67 Millionen Euro – müssten die beschlossenen Einsparvorgaben zwingend umgesetzt werden. Die Ergebnisse der von der Synode im Frühjahr erarbeiteten Portfolioanalyse schlagen sich in diesem Doppelhaushalt noch nicht nieder. Sie sollen, wie von der Landessynode beschlossen, in die Etats der Jahre 2015 und folgende einfließen.

Hinweis: Die Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz tagt vom 22. bis 24. November 2012 in der Evangelischen Diakonissenanstalt in Speyer, Hilgardstraße 26. Die Plenarsitzungen beginnen am Donnerstag um 10.45 Uhr, am Freitag und Samstag jeweils um 9 Uhr. Die Tagungen sind öffentlich.

EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Pressereferat www.evkirchepfalz.de

13.11.2012


Kaisersaal und Schraudolph-Bilder

Mitgliedertag des Dombauvereins

von Franz Gabath

Speyer- Mehr als positiv überrascht, ob der überwältigenden Besucherresonanz, zeigten sich Domkustos, Domkapitular Peter Schappert, so wie der 1. Vorsitzende des Dombauverein, Dr. Wolfgang Hissnauer, bei der Begrüßung im Langhaus des Kaiserdomes. Nach den Worten von Domkapitular Schappert hatte man im Vorfeld mit 200, höchstens 300 Besucher gerechnet. Dass sich dann aber über 800 Mitglieder, des derzeit fast 2800 Mitglieder starken Dombauverein angemeldet hatten, übertraf die höchsten Erwartungen. Aus diesem Grund wurde das umfangreiche Programm etwas umgestellt und die Besuchszeiten einzelner Angebote von ursprünglich 16 Uhr bis 18 Uhr erweitert. Dr. Hissnauer drückt seine Hoffnung aus, dass das erstrebte Ziel des 1995 ins Leben gerufenen Vereins, 3000 Mitglieder gewinnen zu können, in absehbarer Zeit realisiert werden kann. Das Langhaus des Domes war dann auch schon zur Begrüßung bis zur Hälfte gefüllt und am Infostand in der Vorhalle hatte sich schon ab 13 Uhr eine nicht enden wollende Schlange gebildet. Und dieser Infostand, an dem die Mitglieder und Gäste, von den netten Damen des Dombauvereins, jegliche Informationen erhielten, war noch den ganzen Nachmittag sehr stark frequentiert.

Ein reichhaltiges, informatives und höchst interessantes Angebot hatten die Verantwortlichen des Dombauvereins zusammengestellt. So zählten zum einen der neu gestaltete Kaisersaal mit den restaurierten Bildern des Nazarenermalers Johann Baptist Schraudolph, als auch die Besucherplattform im südlichen Westturm zu den Höhepunkten im Programm.

Das neugestaltet Raumkonzept des Kaisersaales erläuterte der Stellvertretende Dombaumeister Mario Coletto. Mit der Um-und Neugestaltung wurde dem Kaisersaal, im 1857 vollendeten Westbau des Kaiserdomes, zum ersten Mal eine würdevolle und sinnvolle Nutzung gegeben. Es erfolgte eine architektonische Umgestaltung um eine würdige Präsentation der Schraudolph- Bilder zu ermöglichen. In seinem Vortrag merkte man Mario Colleto, der ab Januar 2013, die Stelle des Dombaumeisters begleiten wird, die Begeisterung an, mit der er dieses Werk gestalten konnte. Viele Dinge am Kaisersaal, wie das Beleuchtungskonzept mit 5 000 LED-Beleuchtungskörpern, sind neu und einzigartig. Die Nachbildung der Apsis der Kathedrale im Kaisersaal war eine logistische und handwerkliche Meisterleistung. Diese war notwendig um das Bild mit der Darstellung der Krönung Mariens, das wie alle anderen Bilder bei der Domrestaurierung abgenommen wurde, wieder in seiner monumentalen Größe wirken zu lassen.

Über die einzelnen Bilder, deren Inhalt und Bedeutung, referierte der Kunsthistoriker und Geschäftsführer des Dombauvereins, Dr. Appel. Dass die Künstlergruppe die Nazarener im 19. Jahrhundert den Namen wegen ihrer allesamt lang getragenen Haarpracht, mit der man Jesus Christus bildlich darstellte, erhalten hat, war sicher vielen der sehr interessierten Besucherinnen und Besuchern neu. Anschaulich schilderte Dr. Appel die Zeit und die Gründe, die seinerzeit zur Ausmalung des Mariendomes führten und nach einer ganz konträren Sichtweise im 20. Jahrhundert zur Entfernung der Malerei aus dem Dom führte. So blieb, dem Himmel sei Dank, bei der Domrestaurierung in den 50ger Jahren des vorigen Jahrhunderts nur der Marienzyklus im Dom erhalten. Alle anderen Bilder wurden mittels eines Spezialverfahrens, abgenommen und auf Rollen eingelagert.

Dieses Verfahren der Abnahme und besonders der Restaurierung, die in den 1980ger Jahren begonnen wurde, erläuterte der Restaurator Vitus Wurmdobler in der Krypta, der größten Unterkirche Europas. Dass dieses Verfahren überhaupt möglich war ist der überaus perfekten Freskotechnik von Schraudolph zu verdanken. „Schlaflose Nächte hat mich der Gedanke an die richtige Vorgehensweise bei der Restaurierung am Anfang gekostet. Wir konnten ja nichts im Experiment vor her testen“ führte der Restaurator aus. Dass Wurmdobler die Restaurierung mit Herzblut betreibt, war seinem engagierten Vortrag anzumerken. Er betonte nachdrücklich seine Hochachtung vor der künstlerischen Leistung von Johann Baptist Schraudolph. Das Bild eines Engels, einst in der Vierung des Domes angebracht, nahm Wurmdobler zum Anlass diese, seine fundierte Sichtwiese, in eindrucksvoller Weise zu zeigen. Wer nach diesen ausführlichen Ausführungen die Gemälde im Kaisersaal bewunderte, der schaute mit anderen Augen als vorher.

Nach dem Kaisersaal war die neue Besucherplattform auf dem südlichen Westturm der Besuchermagnet. Hier wurde das Angebot der Besteigung bis zu der letzten Möglichkeit um 18 Uhr genutzt. Die wenigsten Besucher des Mitgliedertages scheuten die Mühen des Aufstieges über 200 Stufen zur Aussichtsplattform in 60 Meter Höhe. Wenn auch der über der Stadt liegende Dunst und Nebel eine Weitsicht, wie an klaren Tagen bis zum Odenwald oder der Hardt, verhinderte, war doch die Sicht über die Domstadt und über das Dach des Gotteshauses aus dieser Perspektive für die Meisten fremd und faszinierend.

Aber auch die restlichen Angebote fanden ihre aufmerksamen Liebhaber. Besonders Kirchenmusikliebhaber erhielten, durch den Stellvertretenden Domorganisten, Christoph Keggenhoff, Erklärungen und Erläuterungen zu der Chororgel. Und um 16:30 lies Keggenhoff die gewaltige neue große Domorgel erklingen. Für viele der Besucher ein gewaltiger und stimmungsvoller Abschluss des Mitgliedertages.

Die Winzergenossenschaften Herxheim und Kallstadt präsentierten ihre exquisiten Erzeugnisse. Und dem herbstlichen Wetter angepasst erwärmte Glühwein Geist und Körper.

Unter dem Motto „Denken Sie schon an Weinachten“ bot der Dombauverein seine erlesenen Geschenke, wie die Dom Krawatte in rot und blau, die edle limitierte Dom-Uhr und Dom- Wein, sowie Dom-Sekt an. Die Dom-Sparkasse, eine maßstabsgetreue Nachbildung des Speyerer Domes ist bestimmt ein stilvolles Geschenk unter dem Christbaum.

Alle Geschenkartikel können auch in der Geschäftsstelle des Dombauvereins, Edith-Stein-Platz 8 in 67346 Speyer, oder unter der Fax-Nr. 06232 102 117 oder unter der Mailadresse dombauverein@bistum-speyer.de bestellt werden. Weiter Informationen sind im Netz unter www.dombauverein-speyer.de abrufbar Bild: fg

13.11.2012


Mitgliedertag des Dombauvereins - Bilderalbum

   

Evangelische Theologen auf Exkursion in Speyer

Ökumenekurs des konfessionskundlichen Instituts Bensheim zu Besuch im Dom und bei Bischof Wiesemann

Speyer- Etwa 20 Theologinnen und Theologen aus allen evangelischen Landeskirchen Deutschlands, die sich durch ein mehrjähriges Kursprogramm zum Berater für Konfessionskunde qualifizieren, haben einen Nachmittag lang Speyer besucht. Die Exkursion war Bestandteil eines Aufbaukurses „Katholizismus“, der in regelmäßigen Abständen vom konfessionskundlichen Institut des Evangelischen Bundes in Bensheim organisiert wird.

Erstes Ziel war der Kaiser- und Mariendom. Dort wurde die Gruppe bereits von Domkapitular Peter Schappert erwartet und in den neu gestalteten Kaisersaal mit den Schraudolph-Fresken geführt. Domdekan Dr. Christoph Kohl gab sodann einen Einblick in die wechselvolle Baugeschichte der Speyerer Kathedrale. Zugleich lud er die evangelischen Gäste ein, sich durch die gewaltige und zugleich schlichte, geradlinige Architektur und deren tiefe Symbolik „innerlich ordnen zu lassen“.

Anschließend stand ein Besuch bei Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann auf dem Programm. In seinem einleitenden Statement verwies er zunächst auf das gute Miteinander zwischen dem Bistum Speyer und der Evangelischen Kirche der Pfalz. Dabei berichtete er vom Projekt eines „Ökumenischen Leitfadens“, den die beiden Kirchen zurzeit erarbeiten und der im Rahmen eines Ökumenischen Pfälzer Kirchentages an Pfingsten 2015 verabschiedet werden soll. Zustimmendes Nicken erfuhr der Bischof, als er die derzeitigen Verunsicherungen angesichts der enormen kirchlichen Um- und Abbrüche und die Notwendigkeit von Umstrukturierungen in der Pastoral als gemeinsame Herausforderungen der beiden großen Kirchen in Deutschland bezeichnete.

Eine erste Frage des Exkursionsleiters, Pfarrer Dr. Paul Metzger, galt dem Dialogprozess in der katholischen Kirche und dem dabei oft erhobenen Vorwurf: „Am Ende machen die Bischöfe doch, was sie wollen“. „Wer die Leitung hat, muss sie auch wahrnehmen“, lautete der erste Teil der Antwort des Bischofs. Zugleich verwies er aber auf die Diözesanen Foren und Dialogabende im Bistum sowie darauf, dass der Dialog für ihn eine von drei grundlegenden Dimensionen des Prozesses „Gemeindepastoral 2015“ ist.

Ob sich das Erscheinungsbild der Kirche verändern werde, wenn künftig die Laien vor Ort mehr Kompetenzen übertragen bekommen und selbstständiger agieren sollen, wollte ein anderer Teilnehmer wissen. Um das zu beurteilen, so Bischof Wiesemann, habe man in Deutschland noch zu wenige Erfahrungen. Man müsse vielmehr auf andere Regionen der weltweiten Kirche blicken, etwa nach Südamerika, Asien oder Frankreich, wo die Kirche schon seit längerem eine andere Gestalt angenommen habe.

Eine letzte Frage galt dem Zueinander von Pfarreien und anderen kirchlichen Gemeinschaftsformen wie neuen geistlichen Bewegungen. Für Bischof Wiesemann wird es in Zukunft entscheidend darauf ankommen, ob es gelingt, das hierarchische Element der Kirche mit dem charismatischen Element, in dem vor allem auch die Frauen eine wichtigere Rolle spielen sollen, zu verbinden. Er veranschaulichte seine Gedanken durch das Bild eines Webteppichs, dessen Längsfäden auf Dauer nur stabil sein können, wenn eine Querverwebung hinzukomme.

„Es ist spannend, in der heutigen Zeit Bischof zu sein“, so das abschließende Resümee des Speyerer Bischofs, der in diesem Zusammenhang auch offen von seinen Sorgen berichtete und davon, dass auch er nicht auf alle Herausforderungen eine Antwort habe. Nichtsdestotrotz sollten Christinnen und Christen aller Konfessionen jene Freude ausstrahlen, die in der Gewissheit wurzelt, dass in jedem Tod die Verheißung der Auferstehung angelegt ist. Ein kräftiger Schlussapplaus zeigte, dass Bischof Wiesemann mit seinen nachdenklichen Ausführungen und mit seiner offenen Art den Nerv der Zuhörer getroffen hat. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle

07.11.2012


Gedenkstätte für NS-Opfer bis Frühjahr 2013 unter Dach und Fach

v.l.n.r.: Armin Burkhardt (Architekt), Eberhard Dittus, Georg Pfaff (Bauingenieur der Hornbach AG), Ursula Dauth (Pressesprecherin der Hornbach AG und Vorstandsmitglied), Bernd Elsner (Vorstandsmitglied) v.l.n.r.: Armin Burkhardt (Architekt), Eberhard Dittus, Georg Pfaff (Bauingenieur der Hornbach AG), Ursula Dauth (Pressesprecherin der Hornbach AG und Vorstandsmitglied), Bernd Elsner (Vorstandsmitglied)

Neustadter Förderverein plant Ausstellungsräume – Arbeiten laufen auf Hochtouren

Neustadt-  Die geplante Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Gelände der Hornbach AG in Neustadt soll nach Angaben des Vorsitzenden des gleichnamigen Fördervereins und Neustadter Diakons Eberhard Dittus bis Frühjahr 2013 unter Dach und Fach sein. Die Ausstellungsräume würden am 10. März 2013 eröffnet. Die Hornbach AG habe dem Förderverein hierzu das Gefängnis in der ehemaligen Turenne-Kaserne für mindestens 25 Jahre zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung gestellt.

„In dieser Kaserne hatten die Nationalsozialisten ab Anfang März 1933 politische Gegner für einige Wochen gefangen gehalten, um sie mundtot zu machen. Das damalige Lager zählt heute zu den so genannten ‚frühen Konzentrationslagern‘“, erläutert Dittus. Das Ausstellungskonzept sehe u.a. eine Chronologie der Zeit von 1933 bis 1945, die Darstellung exemplarischer Häftlings- und Täterbiografien sowie Informationen über das Lagersystem und die NS-Herrschaft in der Pfalz vor. Ausgestellt werden sollen Fotos, Briefe, Texte und Dokumente. Recherchen im Landesarchiv in Speyer hätten ergeben, dass nahezu 500 Männer aus mehr als 60 Pfälzer Gemeinden in dem Lager inhaftiert gewesen seien, unter ihnen auch der Pirmasenser Pfarrer Oswald Damian. Unter den Häftlingen seien Arbeiter und Akademiker, Handwerker und Händler, Lehrer und Landwirte gewesen, so Dittus.

Noch sei das Gebäude in einem „baulich schwierigen Zustand“, derzeit liefen die Sanierungen auf Hochtouren. Für die Erneuerung von Fenstern und Türen nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten habe Hornbach die Kosten von mehr als 20. 000 Euro übernommen, sagt Dittus. Weitere Fördergelder für die Baumaßnahmen in Höhe von 75. 000 Euro seien vom Land Rheinland-Pfalz und der Stadt Neustadt zugesagt. Der Förderverein „Gedenkstätte für NS-Opfer“ war 2009 gegründet worden. Mitglieder sind heute u.a. das Protestantische Dekanat Neustadt, die Gesamtkirchengemeinde Pirmasens und die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz. Vorsitzender des Kuratoriums ist der ehemalige Speyerer Oberbürgermeister Werner Schineller, dessen Stellvertreter ist der pfälzische Oberkirchenrat Gottfried Müller. Die künftige Gedenkstätte, so Dittus, sei das einzige Mahnmal dieser Art in der Pfalz.

Hinweis: Kontakt und Information unter info@gedenkstaette-neustadt.de und www.gedenkstaette-neustadt.de. Spendenkonto: Förderverein Gedenkstätte für NS-Opfer, Kontonummer: 5076377, Bankleitzahl: 546 512 40, Sparkasse Rhein-Haardt. EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Pressestelle

06.11.2012


Schad zum Vizevorsitzenden der Union Evangelischer Kirchen gewählt

Kirchenpräsident folgt Christian Drägert im Amt – UEK vertritt rund zwölf Millionen Protestanten

Timmendorfer Strand-  Kirchenpräsident Christian Schad ist zum Stellvertretenden Vorsitzenden der Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen (UEK) gewählt worden. Er ist damit Nachfolger des rheinischen Vizepräsidenten Christian Drägert, der aus Altersgründen nicht mehr kandidierte. Bei der UEK-Vollkonferenz erhielt Schad bei einer Enthaltung 62 Stimmen und wurde damit Stellvertreter des badischen Landesbischofs Ulrich Fischer. Die UEK ist die Gemeinschaft von Kirchen unierten, reformierten und lutherischen Bekenntnisses in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Den zwölf Mitgliedskirchen der UEK gehören rund zwölf Millionen Protestanten an.

In seiner Vorstellungsrede verwies der Kirchenpräsident auf die pfälzische Kirchenunion von Lutheranern und Reformierten, die ihm Antrieb sei, „auch EKD-weit die innerprotestantische Ökumene zu fördern.“ Gerade die Unionskirchen lebten davon, dass unterschiedliche konfessionelle Profile der Einheit der Kirche nicht im Wege stünden. „Geschwisterliche Vielfalt, einander ergänzende, korrigierende und bereichernde Pluralität, ist kein Mangel, sondern gehört zum Wesen der Kirchengemeinschaft und ist in gewisser Weise Voraussetzung lebendiger Einheit“, sagte Schad vor den Mitgliedern der Vollversammlung. Im Blick auf den Grund der Kirche, Jesus Christus, schließe sich eintönige Uniformität ebenso aus wie konfessionalistische Verengung.

Die Union evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) arbeitet als Zusammenschluss evangelischer Kirchen mit Sitz Hannover. Die Union der zwölf Mitgliedskirchen hat den Rechtsstatus einer Körperschaft öffentlichen Rechts. Die Vollkonferenz, das Präsidium, die Ausschüsse und das Amt der UEK sind die handelnden Organe der UEK. Vorsitzender des Präsidiums der Vollkonferenz ist Landesbischof Ulrich Fischer (Baden). Der UEK gehören folgende Mitgliedskirchen an: Anhalt, Baden, Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Bremen, Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, Lippe, Pfalz, Pommern, Ev.-reformierte Kirche, Rheinland, Kirchenprovinz Sachsen, Westfalen.

Neben der UEK gibt es innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland weiterhin die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD). Der VELKD gehören sieben Landeskirchen mit insgesamt rund zehn Millionen evangelischen Christen an. Evangelischen Kirche der Pfalz, Presse

03.11.2012


Gewachsene Traditionen wechselseitig anerkennen

Kirchenpräsident Schad fordert zum Reformationstag Umkehrbewegung aller Konfessionen

Speyer- Als Kern der Reformation hat der pfälzische Kirchenpräsidenten Christian Schad die Umkehr zum Ursprung der Kirche bezeichnet. Aus Anlass des Reformationstages erinnerte Schad in Speyer an den Satz, dass die Kirche ständig der Reformation bedürfe. Dies bedeute, „dass Christen aller Konfessionen immer zu dieser Umkehrbewegung gerufen sind.“ Diese Bewegung sei eine Umkehr „hin zu Jesus Christus, als dem einen Wort Gottes, das wir hören, und dem wir uns im Leben und im Sterben anvertrauen dürfen.“

Für die Kirchen heute könne es ökumenische Fortschritte nur geben, wenn die Kirchen zu ihren apostolischen Ursprüngen, den biblischen Texten, zurückkehrten, sagte Schad. Von diesen Ursprüngen aus kehre man zu jenem Anfang zurück, „der als Grund der Kirche bezeugt wird, nämlich Jesus Christus.“

Christen unterschiedlicher Prägung müssen dabei nach Auffassung Schads nicht einander gleich werden. Vielmehr sollten sie Christus gleich werden, denn „dann verliert alle Spaltung ihre Macht und ihr Recht, dann erfahren wir, dass wir alle miteinander das Volk Gottes sind“. Die wechselseitige Achtung der gewachsenen Traditionen, in denen heute Christus bezeugt werde, trenne nicht mehr, sondern verbinde die Kirchen und öffne die Tür zur Erfahrung von Einheit mitten in der Vielfalt.

Auf den Dialog der Religionen bezogen, forderte Schad „eine Kultur wechselseitiger Achtung und Anerkennung, die sicherstellt, dass Unterschiede der Überzeugungen nicht mit Gewalt oder Unterdrückung, sondern in einer Atmosphäre der Toleranz und des Respekts ausgetragen werden.“ In Deutschland müsse niemand Angst haben, seinen Glauben offen und öffentlich zu bekennen, sagte der Kirchenpräsident. Umso mehr sei es Aufgabe der Protestanten, Glaubens- und Gewissensfreiheit einzufordern und dafür zu sorgen, „dass kein Keil zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen getrieben wird“. Man dürfe im Bemühen nicht nachlassen, gemeinsam mit Menschen anderer Religionen an einer gerechteren, menschlicheren Welt zu bauen. Evangelischen Kirche der Pfalz, Presse

31.10.2012


Besuch von Kaisersaal und Aussichtsplattform bis voraussichtlich Mitte November nur eingeschränkt möglich

Besuch aufgrund von Metallarbeiten am Rettungsschacht des Turmes nur zwischen 12 und 14 Uhr möglich / Kartenvorbestellung zeigt großes Besucherinteresse

Der Aufstieg zur neuen Aussichtsplattform auf dem Südwest-Turm des Domes ist bis voraussichtlich Mitte November nur eingeschränkt möglich. Die Besuchszeit für Kaisersaal und Aussichtsplattform wurde auf den Zeitraum zwischen 12 und 14 Uhr beschränkt. Der Grund dafür sind Metallarbeiten am Rettungsschacht des Turmes.

Das Interesse am Besuch des Kaisersaals und der Aussichtsplattform ist außerordentlich groß. Das zeigt sich an der Vorbestellung der Eintrittskarten. Die Termine bis Mitte November sind bereits komplett ausgebucht. Aufgrund der großen Nachfrage ist eine Kartenreservierung notwendig.

Die Eintrittskarten sind beim Kartenverkauf auf der Nordseite des Domes erhältlich. Eine Vorbestellung ist unter der Telefonnummer 06232 / 102-525 möglich. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse; Foto: pem

Öffnungszeiten des Kartenverkaufs:
• Montag bis Samstag: 9.00 bis 16.00 Uhr
• Sonn- und Feiertage: 11.30 bis 16.00 Uhr


 

Begegnung zwischen den Nachbar-Bistümern Mainz und Speyer

Bischöfe und Mitglieder der beiden Domkapitel trafen sich im Priesterseminar St. German in Speyer

Zu einer Begegnung zwischen den Nachbar-Bistümern Mainz und Speyer kam es am Sonntagabend im Priesterseminar St. German in Speyer: Der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann (8. von links) war mit den Mitgliedern des Mainzer Domkapitels in die Pfalz gekommen, um sich mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann (9. von links) und den Mitgliedern des Speyerer Domkapitels über aktuelle kirchliche und gesellschaftliche Fragen auszutauschen. Neben den Veränderungsprozessen in der seelsorglichen Arbeit ging es auch um das soziale und gesellschaftliche Engagement der Kirche. Der Austausch mit dem Ziel, die nachbarschaftliche Verbundenheit der beiden Bistümer zu stärken, soll im kommenden Jahr eine Fortsetzung erfahren. Gastgeber wird dann das Bistum Mainz sein. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle

29.10.2012


Bischof Dr. Wiesemann: "Ein Werk von historischer Bedeutung"

Kaisersaal im Westbau des Speyerer Domes beeindruckt Prominenz aus Politik, Kirche und Gesellschaft

bps./cr. Speyer- Nun ist es also so weit: Nach umfangreichen Bauarbeiten konnten heute in Anwesenheit von gut zweihundert zutiefst beeindruckten Gästen hoch über der Vorhalle des Speyerer Domes der neu gestaltete Kaisersaal und die Aussichtsplattform im Südwest-Turm des Domes eröffnet werden. In diesem neuen Kleinod der Kathedrale werden künftig in einer beispiellosen Präsenatation neun der großformatigen und über viele Jahrzehnte hinweg im Verborgenen schlummernden Fresken von Johann Baptist Schraudolph wieder gezeigt. 1957 im Zuge der großen Domrestaurierung abgelöst, kehren sie jetzt nach über 50 Jahren wieder in den Speyerer Dom zurück.

Im Kapitelsamt vor dem Festakt spannte Weihbischof Otto Georgens einen Bogen vom Evangelium hin zum neu gestalteten Kaisersaal. Ausgangspunkt dafür war der Bericht von der Heilung des blinden Bartimäus, den Georgens als den "Prototypen des Menschen" beschrieb, "der Jesus nachfolgt." Bekehrung und Nachfolge seien einem "Durchbruch von Blindheit zum Licht" vergleichbar. Das zeige sich in vielen Biographien im Lauf der Kirchengeschichte - angefangen vom Apostel Paulus bis hin zu Madeleine Delbrel. Der Weihbischof warb für eine "Kirche mit einem offenen Blick auf die Welt und auf die Menschen heute, denen wir die befreiende Botschaft des Evangeliums nicht vorenthalten dürfen." Auch der neugestaltete Kaisersaal könne deshalb einen neuen Blick auf "den Reichtum und die Schönheit unseres Glaubens" eröffnen.

Bei der snschließenden Feier im Kaisersaal konnte Weihbischof Georgens in seiner Eigenschaft als Dompropst und damit als "Hausherr" der Kathedrale zu diesem Festakt neben dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck und Speyers Oberbürgermeister Hansjörg Eger auch die Abgeordneten Norbert Schindler MdB und Dr. Axel Wilke MdL begrüßen. Ein weiterer Gruß galt dem Landrat des Rheinpfalz-Kreises, Clemens Körner sowie allen Förderern des Projektes, für die er stellvertretend Dr. Manfred Fuchs für die "Europäische Stiftung Kaiserdom" und Dr. Wolfgang Hissnauer für den "Dombauverein Speyer" willkommen hieß. Gruß und Dank entbot er schließlich auch den Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beiarates, vor allem aber dem verantwortlichen Restaurator, Vitus Wurmdobler und Mario Colletti, Stellvertretender Dombaumeister und "spritus rector" des Projekts. Der Weihbischof wüdigte insbesondere die Arbeit für den Kaisersaal als "einmalige Meisterleistung".

Der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann charakterisierte den Kaisersaal als „Schnittstelle zwischen Kirche und Welt“. Die ursprünglich in den beiden Querhäusern des Doms angebrachten Fresken zeigten in Gestalt der Heiligen das Wirken der Kirche in der Welt. Auch der Westbau des Doms markiere einen Übergang und schaffe, entsprechend dem Auftrag des Zweiten Vatikanischen Konzils, eine Verbindung zwischen Kirche und Welt. Dem Kaisersaal als einem „Ort, in dem Geschichte, Frömmigkeit und Evangelisierung“ vereint sind, wünschte der Bischof, dass „er vielen Menschen ans Herz wächst.“

Domkustos Peter Schappert brachte den Dank des Domkapitels an alle Beteiligten zum Ausdruck und ließ die Entstehungsgeschichte des Projekts Revue passieren. Schappert erinnerte an viele, die sich für die Durchsetzung des Projektes eingesetzt hatten. „Ausstellung, nicht Museum“: So beschrieb Schappert die Grundidee, um den geistlichen Charakter des Raumes zu wahren. Die Gestaltung des Kaisersaals beziehe ihre Kraft aus der fruchtbaren Spannung zwischen Erhalt und Entwicklung des romanischen Gotteshauses.

„Ich bin schlichtweg begeistert“, zollte Ministerpräsident Kurt Beck dem Werk seinen Respekt. „Hier ist etwas Großartiges entstanden.“ Die neue Ausstellung der Schraudolph-Fresken zeuge von großer Kunst und kunsthandwerklichem Geschick. „Es erfüllt mich mit großer Freude und Dankbarkeit, dass es nicht nur in früheren Jahrhunderten, sondern auch in unserer Zeit möglich ist, eine solche Aufgabe im Miteinander von Kirche und Staat zu bewältigen.“

Der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger sprach in seinem Grußwort von einem „gelungenen Werk und großen Erfolg“. Der Dom als „stärkster Besuchermagnet der Stadt Speyer“ habe damit noch mehr Attraktivität gewonnen.

„Ein Werk mit überwältigender Wirkung“, so fasste Dr. Manfred Fuchs, der Vorsitzende der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“, seine Eindrücke zusammen. „Ich bin glücklich und stolz, dass wir dazu unseren Beitrag leisten durften.“

Dr. Wolfgang Hissnauer, der Vorsitzende des Dombauvereins, beschrieb den Kaisersaal als ein „Geschenk an die Zukunft“. Er würdigte besonders den Blick durch die zwei Glastüren in „die Stille und Erhabenheit dieses einmaligen Gotteshauses.“

Mit einem Gedicht setzte Weihbischof Otto Georgens den Schlusspunkt der offiziellen Feier, die von dem Ensemble der Speyerer Dombläser unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori musikalisch gestaltet wurde. Anschließend hatten die Gäste Gelegenheit, die Aussichtsplattform zu besteigen und bei sonnigem Wetter den einzigartigen Rundblick über die Pfalz und das badische Vorland zu genießen.

Der Kaisersaal im Westbau des Domes

Der in 22 Metern Höhe gelegene Kaisersaal - im 1857 vollendeten Westbau - erhält durch die Dauerausstellung der Schraudolph-Fresken erstmals eine konkrete Bestimmung. Die Entwürfe zur Ausgestaltung des dreijochigen Raums stammen von Mario Colletto, der im Januar die Nachfolge von Dombaumeister Alfred Klimt antreten wird. Bei der Farbgebung und der ornamentalen Gestaltung hat er sich an Vorlagen Joseph Anton Schwarzmanns aus der Mitte des 19. Jahrhunderts orientiert. Leitend war für Colletto die Idee eines Bildraums mit moderner Formensprache, der verschiedene Blick- und Zeitebenen zusammenführt. Die Fresken, die ein Ausmaß bis zu sieben Metern haben, werden auf stehenden Bildträgern gezeigt, deren Stützen aus Holz gefertigt sind.

Durch eine Glastür zur Empore öffnet sich für den Besucher der Blick in den Innenraum des Domes. Das mit einer Glasplatte abgedeckte Glockenloch im Fußboden ermöglicht die Durchsicht in die darunter gelegene Vorhalle des Domes. Das Glockenloch in der Kuppel des Kaisersaals ist mit einer Goldplatte gestaltet worden, die - in der Weiterführung der „Marienkrönung“ - als Symbol für Gottvater steht. Um ein im gesamten Tagesablauf gleichmäßiges Raumlicht zu erreichen, wurden die Fenstergläser der nach Westen gerichteten Rosette wie auch der übrigen Fenster des Kaisersaals durch neue mundgeblasene und mit Schwarzlot beschichtete Scheiben ersetzt. Die Beleuchtung des Raums erfolgt indirekt, dazu wurden Lichtleisten in die Bildträger der Schraudolph-Fresken integriert. „Das Licht strahlt über die Heiligen in den Raum der Kirche“, so Mario Colletto. Der Kaisersaal erstreckt sich über die gesamte Breite des Westbaus und bietet Platz für bis zu 200 Personen. Er hat eine Grundfläche von knapp 500 Quadratmetern und misst 25 Meter in der Höhe.

Die Ausstellung der Schraudolph-Fresken

Im Rahmen der Domrestaurierung ab 1957 waren die in der Mitte des 19. Jahrhunderts geschaffenen Fresken von Johann Baptist Schraudolph aus dem Dom entfernt worden, um die romanische Bauweise des Doms wieder stärker zu betonen. Im Dom verblieb lediglich der 24-teilige Marienzyklus, der bis heute in den Bögen des Mittelschiffs zu sehen ist. Im Kaisersaal werden jetzt neun der Fresken, deren künstlerischer Wert und religiöse Aussagekraft von Fachleuten unbestritten sind, der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Es handelt sich um vier Fresken aus dem Bernhards-Zyklus („Ankunft des Heiligen Bernhard in Speyer“, „Gebet des Heiligen Bernhard im Speyerer Dom“, „Überreichung der Kreuzesfahne an Konrad III.“ und „Krankenheilung und Abreise des Heiligen Bernhard“) und vier Fresken aus dem Stephanus-Zyklus („Diakonweihe des Heiligen Stephanus“, „Der Heilige Stephanus vor dem hohen Rat“, „Märtyrertod des Heiligen Papstes Stephanus“ und „Gebet des Heiligen Papstes Stephanus“). Höhepunkt der Ausstellung ist die „Marienkrönung“, die bis 1957 in der Apsis des Chorraums angebracht war. Für dieses Kunstwerk wurde im Kaisersaal eine eigene Kuppelkonstruktion angefertigt, die der Wölbung in der Apsis nachgebildet ist. Die Fresken wurden von Restaurator Vitus Wurmdobler seit den 80er-Jahren in mühevoller Kleinarbeit instand gesetzt.

Die Aussichtsplattform: 304 Stufen himmelwärts

Insgesamt 304 Stufen führen auf der Westseite des Domes vom Eingang des Südturms bis zu der neu geschaffenen Aussichtsplattform in rund 60 Metern Höhe. Dort erwartet die Besucher ein einzigartiger Rundblick über die Stadt Speyer, die Vorderpfalz und in die badische Nachbarschaft. An Tagen mit guter Fernsicht überblickt man eine Entfernung von mehr als 50 Kilometern. Für den Aufstieg zur Aussichtsplattform wurde in den Turm eine neue Betontreppe eingebaut, die sich nach oben in einer Stahltreppe fortsetzt. Die Betontreppe wirkt wie eine Art Rückgrat des Turms und sorgt für zusätzliche Stabilität und Festigkeit. Die Aussichtsplattform unterhalb des Turmhelms hat eine Grundfläche von etwa 20 Quadratmetern. Sie ist nach allen Seiten offen und bietet etwa 50 Personen Platz. Aus Sicherheitsgründen werden die Besucher in Gruppen auf den Turm geführt und dabei von einem Turmführer begleitet. Die Besichtigung dauert etwa eine halbe Stunde. Sie beginnt jeweils zur vollen und zur halben Stunde am Ausgang des Kaisersaals.

Mehr als 125 Architekten, Ingenieure und Handwerker beteiligt

Die Arbeiten im Kaisersaal und am Südturm mit der neuen Aussichtsplattform haben im Jahr 2010 begonnen. Beteiligt waren rund 25 Architekten und Ingenieure und mehr als 100 Bauleute. Die Kosten beliefen sich auf 4,35 Millionen Euro und wurden über das 2009 von der Bundesregierung verabschiedete Konjunkturpaket 2 finanziert. Antragsteller für die Fördermittel war die Stadt Speyer. Der Gesamtbetrag wurde zu einem Drittel vom Bund, zu einem Drittel vom Land Rheinland-Pfalz und zu einem weiteren Drittel von der Stadt Speyer, dem Dombauverein und der Europäischen Stiftung Kaiserdom finanziert.  Foto: gc; pem

Öffnungszeiten:

Montag bis Samstag: 9.00 bis 17.00 Uhr (letzter Einlass: 16.00 Uhr)
Sonn- und Feiertage: 12.00 bis 17.00 Uhr (letzter Einlass: 16.00 Uhr)
Der Kaisersaal und der Südwestturm sind in diesem Jahr vom 28. Oktober bis zum 30. November geöffnet. Im Winterhalbjahr bleiben der Kaisersaal und die Aussichtsplattform geschlossen. Die Öffnung im kommenden Jahr ist Anfang April geplant.

Eintrittskarten:

Die Eintrittskarten sind beim Kartenverkauf auf der Nordseite des Domes erhältlich.
Öffnungszeiten des Kartenverkaufs:
•    Montag bis Samstag: 8.30 bis 16.00 Uhr
•    Sonn- und Feiertage: 11.30 bis 16.00 Uhr
Eine telefonische Vorbestellung ist möglich unter der Telefonnummer 0 62 32/102-525. Die Eintrittskarten berechtigen zum Besuch des Kaisersaals und des Turms.

Eintrittspreise:

Eintritt für Erwachsene: 6 Euro
Ermäßigter Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und für  Menschen mit Behinderung: 3 Euro
Eintritt für Familien mit mehreren Kindern: 15 Euro 

28.10.2012


Eröffnung des Kaisersaals im Dom zu Speyer - Bilderalbum

Beck: Kulturelles Erbe erhalten und weiterentwickeln

Speyer- „Der Erhalt des Kaiser- und Mariendoms zu Speyer ist eine wohl immerwährende Aufgabe. Viele Menschen im Bistum Speyer und weit darüber hinaus engagieren sich tatkräftig für dieses besondere Gotteshaus und einmalige Baudenkmal. Sie setzen sich dafür ein, dass das kulturelle Erbe vorangegangener Generationen instand gehalten, restauriert und behutsam, der jeweiligen Zeit angemessen, weiter entwickelt wird“, sagte Ministerpräsident Kurt Beck in seinem Grußwort anlässlich der Eröffnung des sanierten Kaisersaals mit der Ausstellung der restaurierten Fresken von Johann Baptist Schraudolph.

Der Abschluss dieser Renovierungsarbeiten und die neue Aussichtsplattform auf dem südlichen Westturm mit Blick auf die Stadt Speyer, die Vorderpfalz bis hin in die badische Nachbarschaft sei ein Grund zur Feier. Besonderer Dank gelte dabei den Mitgliedern und Unterstützern der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer und des Dombauvereins sowie allen an der Sanierung Beteiligten, insbesondere Dombaumeister Alfred Klimt und seinem Nachfolger Mario Coletto, der die Entwürfe zur neuen Ausgestaltung des Kaisersaals erstellt hat.

Einen großen Anteil an der Erhaltung des Weltkulturerbes hätten auch die beteiligten Architekten, Ingenieure und mehr als 100 Handwerker sowie Restaurator Vitus Wurmdobler, der mit der Erneuerung der Fresken sein hohes handwerkliches Geschick und seine großen künstlerischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt hätte.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung beteiligt sich seit vielen Jahren an den Sanierungs- und Instandhaltungskosten des Doms zu Speyer. Ein Drittel der Gesamtkosten der Baumaßnahmen von 2010 bis 2013 wurden mit 1.450 000 Euro durch das Land Rheinland-Pfalz getragen. STAATSKANZLEI RHEINLAND-PFALZ, Presse

28.10.2012


Diözesanbaudirektor Heinrich Hartmann verabschiedet

Fast ein Vierteljahrhundert an der Spitze des Bischöflichen Bauamtes

Speyer- Diözesanbaudirektor Heinrich Hartmann ist am Freitagmorgen in Speyer offiziell in die Passivphase der Altersteilzeit verabschiedet worden. Der 62-jährige stand seit 1989 an der Spitze des Bischöflichen Bauamtes, er hatte zudem das Amt des Diözesankonservators inne. Die Nachfolge Hartmanns als Diözesanbaudirektor und Leiter des Bischöflichen Bauamtes tritt am 1. November Gustav Appeltauer an, bisher Gebietsingenieur in den Dekanaten Ludwigshafen und Speyer.

In seiner Laudatio würdigte Domkapitular Peter Schappert, Leiter der Hauptabteilung "Finanzen und Immobilien“ im Bischöflichen Ordinariat Speyer, die "große Schaffenskraft" Hartmanns. Ziel des Diözesanbaudirektors sei es gewesen, auch in einer Zeit zurückgehender Ressourcen "qualitativ Hochwertiges und das Beste für den jeweiligen Raum zu erreichen". Schappert erinnerte an zahlreiche Projekte, die in der Amtszeit Hartmanns verwirklicht wurden. „Gipfelprojekt“ sei der Bau der Kirche St. Theresia in Kaiserslautern gewesen, einer gelungenen Synthese zwischen moderner Kunst und den Erfordernissen, die an eine Kirche und ein Pfarrzentrum gestellt würden. Der Wirkung dieses Raumes könne sich niemand entziehen.

Auch dass die Pfarrkirche St. Joseph in Speyer nach umfangreichen Instandsetzungsarbeiten heute so hervorragend dastehe, sei Hartmann zu verdanken. Der Domkapitular verwies darüber hinaus auf die Gestaltung der Martinskirche in Bad Bergzabern, den Bau des Alten- und Pflegeheims Maria Rosenberg, die Arbeiten an der ehemaligen Zisterzienserabteikirche Otterberg sowie Projekte in Klingenmünster, Albersweiler und Otterstadt.

Im Hinblick auf die Leitung des Bauamtes hob Domkapitular Schappert besonders die Einführung einer Datenbank im Jahr 1992 hervor. Nicht zuletzt dieser Initiative des scheidenden Diözesanbaudirektors sei es zu verdanken, dass stets ein "transparenter und steuerbarer Bauhaushalt" vorliege.

"Für Gott nur das Beste", unter dieses Motto habe er seine Tätigkeit im Bischöflichen Bauamt gestellt, sagte Hartmann in seinem Schlusswort. Sein Bemühen sei es gewesen, mit den zur Verfügung stehenden begrenzten Mitteln "gute und qualitätvolle Arbeit zu leisten". Hartmann dankte seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den "nie erlahmenden Einsatz" für das kulturelle Erbe der Kirche. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse

27.10.2012


Auf dem Weg zur Einen Welt

Pilger-Kalender 2013 erschienen - Beiträge aus Weltkirche und Bistum

Speyer- Die Erde rückt zusammen, der Globus wird scheinbar kleiner: Informationen auch aus entlegensten Regionen erreichen uns immer schneller, wirtschaftliche Beziehungen über zigtausende von Kilometern sind längst selbstverständlich. „Auf dem Weg zur Einen Welt“ ist daher der neue Pilger-Kalender überschrieben, der seit wenigen Tagen erhältlich ist.

Wie gestalten wir eine Welt, in der alle Menschen in Würde leben können? Wie kann Not wirksam gelindert werden - und wie können die Ursachen der Not beseitigt werden? Unter ganz unterschiedlichen Aspekten nähert sich der Pilger-Kalender diesen Fragen. Die Beiträge zeigen auf, dass sich die Christen vom Auftrag Jesu her in besonderer Weise in die Pflicht genommen fühlen, betont Weihbischof Otto Georgens, Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben, in seinem Grußwort des 92. Kalenderjahrgangs.

In besonderem Maße trifft dies sicher auf die „Aktion Silbermöwe“ des Pilger zu, die seit über 50 Jahren - einmalig in der deutschen Presselandschaft und in den deutschen Bistümern -durch Spenden die Arbeit von Missionaren und Entwicklungshelfern in über 40 Ländern der Erde unterstützt. Dieser Aktion ist ein großes Kapitel des Kalenders gewidmet. Besonders erfolgreiche Projekte werden hier ebenso beschrieben wie einige der zum Teil aus dem Bistum stammenden Missionarinnen und Missionare vor Ort. Ein Interview mit dem aus Großfischlingen stammenden Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel rundet diesen Themenbereich ab.

Darüber hinaus beleuchtet der diesjährige Kalender auch Meilensteine der Kirchengeschichte: das Leben der erst jüngst zur Kirchenlehrerin erhobenen Hildegard von Bingen ebenso wie das Wirken des vor 150 Jahren in Hambach geborenen Ordensgründers Jakob Friedrich Bussereau. Auch auf das Pontifikat von Papst Johannes XXIII., der vor einem halben Jahrhundert starb, wird Rückschau gehalten. Die Gegenwart findet in Form der restaurierten Schraudolph-Fresken für den Speyerer Dom und mit einer Bilanz auf die in diesem Jahr zu Ende gegangene Bergbau-Tradition im Saarland ihren Platz. Doch der Pilger-Kalender 2013 blickt ebenfalls in die Zukunft. Auch hier ist die Kirche auf dem Weg: In Interviewform startet Generalvikar Dr. Franz Jung den Countdown für das Zukunftskonzept „Gemeindepastoral 2015“.

Komplettiert wird der 160 Seiten starke, durchgängig farbig gestaltete und reich bebilderte Kalender 2013 in gewohnter Weise durch ein umfangreiches, auf das Bistum bezogenes Kalendarium, durch die Vorstellung der Neupriester und durch die Würdigung der 2011 und 2012 verstorbenen Geistlichen im Bistum.

Erhältlich ist der Pilger-Kalender 2013 zum unveränderten Verkaufspreis von 4,80 Euro bei den Austrägern der Kirchenzeitung, in der pilger-Redaktion (Hasenpfuhlstraße 33, 67346 Speyer, Telefon 0 62 32/3 18 30) oder bei der pilgerverlag GmbH in Annweiler-Gräfenhausen (Telefon 0 63 46/96 33 50, E-Mail info@pilgerverlag.de). Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse

25.10.2012


Kaisersaal mit Schraudolphfresken und neue Aussichtsplattform

 – spektakuläre neue Glanzlichter sollen Bindung der Menschen an Speyerer Kaiser- und Mariendom weiter intensivieren

Von Gerhard Cantzler

Geschäftiges Treiben bestimmt derzeit die Szenerie rund um den Speyerer Kaiser- und Mariendom. Während am nördlichen Westturm noch die Gerüste abgebaut werden, zeugen rund um den Dom Kleintransporter von den zahlreichen Handwerkern unterschiedlicher Fachbereiche, die im Kaisersaal letzte Hand an das neue Schmuckstück der Kathedrale anlegen. Am kommenden Sonntag – im Anschluss an das von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zelebrierte Hochamt – soll nämlich in dem Saal hoch über der Eingangshalle der Kathedrale die neue Ausstellung der über viele Jahre unzugänglichen Fresken des Münchener Hofmalers Johannes Schraudolph offiziell eröffnet werden.

Nachdem sie gestern die gut 90 Stufen zu Kaisersaal und Orgelempore „bewältigt“ hatten, raubte es den zahlreich erschienenen Journalisten nicht nur wegen des kräftezehrenden Aufstiegs den Atem – nein: Die Präsentation der in ebenso innovativer wie mühsamer Arbeit in der Werkstatt von Vitus Wurmdobler im rheinhessischen Erbes-Büdesheim restaurierten Fresken beeindruckte die Besucher nicht weniger wie das vom Stellvertretenden Dombaumeister an der Kathedrale, Mario Colletto, entwickelte Ausstellungskonzept. Dem Domkapitel - so Peter Schappert, „Summus Custos“ der Speyerer Kathedrale bei dieser ersten Pressebesichtigung – sei es bei der Gestaltung der Ausstellung vor allem darum gegangen, den Charakter des Saales als Kirchenraum zu bewahren und ihn von seinen Besuchern nicht als Museum (miß-)verstanden zu wissen.

In einem kurzen Ausflug in die Baugeschichte des Domes verwies Schappert darauf, dass die Erbauer des Domes ihm von Anfang an ein Westwerk mitgegeben hätten, das allerdings im Pfälzischen Erbfolgekrieg im Jahres 1689 vernichtet wurde. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von Franz Ignaz Michael Neumann, dem Sohn des berühmten Barockbaumeisters Balthasar Neumann wieder aufgebaut, wurde der Dom im Jahr 1794 von französischen Revolutionstruppen erneut zerstört. Seit 1817 wurde er dann wieder als Bischofskirche genutzt, 1818-1822 saniert und 1822 neu geweiht. Auf Wunsch des damals wichtigsten Förderers des Domes, König Ludwig I. von Bayern, malten Johann von Schraudolph und Joseph Schwarzmann – der eine mit Fresken, der andere mit Dekorationsmalerei – die Kathedrale aus (diehe Video im SPEYER-KURIER „Schraudolphs-Fresken“). Im Zuge der große Domrestaurierung in den späten 1950er und 1960er Jahren wurden die Malereien - zuvor schon als mit der romanischen Architektur unvereinbar kritisiert – im Jahr 1959 entfernt. „Das Domkapitel aber war sich von Anfang an einig, dass diese Malereien erhalten werden müssten“, erinnerte Peter Schappert. Nach intensiven Versuchen habe da der Herxheimer Restaurator Otto Schultz eine Lösung für das Problem gefunden: In einem hochkomplizierten Verfahren gelang es ihm, die Fresken von ihrem Untergrund abzulösen und sie auf einer Trägerschicht zu fixieren.

Jetzt wurden die gut fünfzig Jahre lang in aufgerolltem Zustand im Kaisersaal aufbewahrten Fresken in der Werkstatt von Vitus Wurmdobler auf wieder entrollt und auf einem Trägermaterial neu und dauerhaft fixiert.

„Auf den Knien liegend“, so berichtete der Restaurator hätten er und seine Mitarbeiter „Quadratzentimeterweise“ die bis zu 400 Quadratmeter großen Bilder gesichert und auf eine Trägerschicht aus mit Wachs belegter Glasseide appliziert. Dabei habe es kaum „Verluste gegeben“, berichtete Wurmdobler. Lediglich beim Blattgold seien – materialbedingt – Ausbesserungen und Ergänzungen notwendig geworden. Vor allem die Umsetzung der in einem dreidimensionalen Gewölbe aufgebrachten „Marienkrönung“ habe ihm viele schlaflose Nächte bereitet, bekannte der Restaurator, bis er sie schließlich in vier Teilen montieren konnte. Glücklich und seinem Schöpfer dankbar für die gelungene Arbeit konnte Wurmdobler nun nach jahrelangem Bemühen die ihm anvertraute Arbeit als vorerst abgeschlossen melden. Denn noch warten in den Depots zahlreiche weitere Schraudolphfresken auf ihre „Wiedererweckung“. Doch das sei dann wieder „eine neue Geschichte“, so Domkustus Peter Schappert, für die erst noch Standort und Finanzierung der verbliebenen Bilder geklärt werden müssten.

Zuvor schon hatte Mario Colletto das vom entwickelte Präsentationskonzept erläutert und dabei einmal mehr bewiesen, wie intensiv er – der „barockaffine Bayer“ - sich auf die durch ihre Schlichtheit beeindruckende romanische Architektur des Domes eingelassen hat. Mit spürbarer Begeisterung schilderte er noch einmal die Umsetzung des der Kuppel in der Apsis des Domes entlehnten Kuppelsegmentes im Kaisersaal, auf das jetzt die „Marienkrönung“ aufgebracht werden konnte.

Und der Clou: Wer künftig den Dom durch die Vorhalle betritt, der kann ab dem kommenden Sonntag hoch über sich durch das Glockenloch in der Decke das für das Patrozinium des Domes so konstitutive Fresko mit der Marienkrönung bewundern.

Schließlich das zweite Highlight dieser Präsentation - das innovative Beleuchtungskonzept, das Colletto in den zehn Meter hohen und unterschiedlich breiten Rahmen, in denen die Fresken aufgespannt sind, umgesetzt hat. Durch ein aufwändiges System aus Sensoren werden die in die Rahmen integrierten Strahler je nach Tageszeit und dem Einfall des natürlichen Lichtes gesteuert. Dazu kommen Effekte, die bei Führungen einzelne Details der Darstellungen „ins rehte Licht rücken“. Ein – auch im internationalen Vergleich – sicher einmaliges Konzept, das so allerdings wohl nicht lange ohne Nachahmer bleiben wird.

Tief beeindruckt von der Präsentation der Fresken machte sich dann die Besuchergruppe – unter ihnen auch der Vorsitzende des Dombauvereins, Dr. Wolfgang Hissnauer und Karl-Markus Ritter, Geschäftsführer der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ - auf, um im Südwestturm des Domes noch einmal 210 Stufen weiter nach oben zu steigen, wo die zweite neue „Attraktion“ des Gotteshauses auf die Besucher wartete: Die neue Aussichtsplattform, von der aus man einen beeindruckenden Rundblick über die Kaiserstadt genießen kann.

Ab kommenden Sonntag, 15.00 Uhr wird nach der offiziellen Eröffnung des Kaisersaales die Besteigung des Turmes auch für Gruppen möglich sein. Über 250 erwartet Domcustos Peter Schappert schon für diesen ersten Tag - viele weitere haben sich schon für die Zeit danach angemeldet. Bis zum 30. November werden dann an allen Tagen Besichtigungen möglich sein. Dann gehen die neuen „Prachtstücke“ der Speyerer Kathedrale erst einmal in den „Winterschlaf“ - „aus konservatorischen ebenso wie aus Sicherheitsgründen“, wie die Verantwortlichen betonten. Denn den Winter über sollen die Fresken, die über Jahrzehnte in eingerolltem Zustand verwahrt wurden, Gelegenheit haben, sich „auszuhängen“ und so auf natürlichem Wege die noch vorhandenen „Unebenheiten“ zu glätten. Und für den Aufstieg auf die Aussichtsplattform könnten schon im November Vereisung und Glätte durch Regen und Schnee drohen. Deshalb werden beide Sehenswürdigkeiten erst wieder ab dem 1. April 2013 für Besucher zugänglich sein.

Übrigens: 4,35 Millionen Euro waren, je zur Hälfte, für beide Maßnahmen – Renovierung des Kaisersaales und Restaurierung der Schraudolphfresken einerseits und Einrichtung der Aussichtsplattform andererseits – veranschlagt worden. Und nahezu „punktgenau“ sei dieser Kostenansatz eingehalten worden, berichtete Mario Colletti nicht ohne Stolz. Nur die Kosten für eine ursprünglich nicht eingeplante „Nottoilette“ hätten noch zusätzlich aufgebracht werden müssen. Für die Finanzierung habe man im übrigen die für die Domsanierung schon „klassische Drittelfinanzierung“ zwischen Bund, Land und Stadt vereinbart, wobei die Stadt sich durch Spenden Dritter – u.a. der „Stiftung Kaiserdom“ - entlasten konnte.

Sicher gut angelegtes Geld - werden die neuen „Glanzstücke“ in der Kathedrale doch dazu beitragen, die traditionell enge Verbundenheit der Menschen aus nah und fern mit „ihrem“ Dom weiter zu intensivieren und darüber hinaus viele neue Freunde für das beeindruckende Gotteshaus zu gewinnen. Foto: gc; Bischöfliches Ordenariat Speyer

23.10.2012


Kaisersaal im Kaiserdom zu Speyer - Bilderalbum

Diesen Ausblick genießen Besucher von der Turmplattform des Domes - Bilderalbum

Kirchengemeinschaft als prägendes Vorbild für Europa

Rudolf Ehrmantraut als Generalsekretär der Kirchen am Rhein in sein Amt eingeführt

Weißenburg-  Als Schrittmacher auf dem Weg zu einem gemeinsamen Haus Europa hat der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad die evangelischen Kirchen längs des Rheins bezeichnet. Anlässlich der Einführung von Pfarrer Rudolf Ehrmantraut in das Amt des Generalsekretärs der Konferenz der Kirchen am Rhein (KKR) betonte Schad in der protestantischen Kirche Saint-Jean in Weißenburg, dass die europäische Kirchengemeinschaft von reformierten, lutherischen und unierten Kirchen für das Zusammenwachsen der Völker und Kulturen Europas ein prägendes Vorbild sein könnten. „Sie zeigen, dass Einheit und Vielfalt sich nicht widersprechen, vielmehr einander bedingen“, sagte Schad vor rund 400 Gottesdienstbesuchern.

Die Europäische Union ist nach Auffassung Schads kein Staat, „sondern eine Gemeinschaft von Staaten, die ihre je eigene Geschichte und Identität haben“. Auch für die politische Gemeinschaft könne Einheit nicht Uniformität, nicht Vereinheitlichung bedeuten, sondern nur „Einheit in gelebter Vielfalt und versöhnter Verschiedenheit“. Die regionale Zusammenarbeit diesseits und jenseits der Grenze sei der lebendige Ort des europäischen Miteinanders, sagte der Kirchenpräsident. Der neue Generalsekretär der KKR, Rudolf Ehrmantraut, sei ein Grenzgänger und Brückenbauer im zusammenwachsenden Europa, insbesondere zwischen Frankreich und Deutschland.

Ehrmantraut zeigte sich „stolz, an einem Ort predigen zu können, an dem unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg Wege der Versöhnung gestaltet und gegangen wurden“. Zur Lösung drängender gesamteuropäischer Probleme heute könnten die verschiedenen protestantischen Kirchen ihre Kompetenzen einbringen. „Sie müssen sich bewusster machen, dass von ihnen ein Wächteramt für Versöhnung und Frieden in Europa ausgeht“, sagte der Generalsekretär.

An dem Festgottesdienst in der protestantischen Kirche St. Jean nahmen zahlreiche Vertreter der KKR teil. Diese Gemeinschaft aus 15 evangelischen Kirchen in sechs Ländern entlang des Rheins ist eine Regionalgruppe der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE). Die Verpflichtung des neuen Generalsekretärs nahm der Präsident der KKR und der Union der Protestantischen Kirchen in Elsass und Lothringen (UEPAL), Jean-François Collange, vor. EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Speyer, Pressereferat www.evkirchepfalz.de

22.10.2012


Eröffnung Kaisersaal und Aussichtsplattform - Vorzugskarten sind zu gewinnen

Erklimmen Sie 303 Stufen und genießen diesen Ausblick vom Domturm nach Osten Erklimmen Sie 303 Stufen und genießen diesen Ausblick vom Domturm nach Osten

Der Speyerer Dom erweitert sein Angebot: Ab dem 28. Oktober wird im neu gestalteten Kaisersaal über der Vorhalle des Domes eine Dauerausstellung mit neun Fresken von Johann Baptist Schraudolph gezeigt, die 1957 aus dem Innenraum des Domes entfernt worden waren.

Am selben Tag wird die Aussichtsplattform im südlichen Turm auf der Westseite eröffnet. Wer die 303 Stufen himmelwärts erklimmt, wird mit einem herrlichen Rundblick über die Stadt Speyer, die Vorderpfalz und in die badische Nachbarschaft belohnt.

Viele Menschen, die in der Pfalz, im Saarpfalzkreis und in der badischen Nachbarschaft leben, haben eine enge Beziehung zum Speyerer Dom. Um diese Verbundenheit zu pflegen, stellt das Speyerer Domkapitel anlässlich der Eröffnung des Kaisersaals und der Aussichtsplattform 951 Vorzugskarten kostenlos zur Verfügung. Die Zahl 951 erklärt sich daraus, dass der Dom vor 951 Jahren geweiht wurde. 150 Gewinner der Vorzugskarten haben bereits am Tag der offiziellen Eröffnung Gelegenheit, den Kaisersaal und die Aussichtsplattform kennen zu lernen. Sie bekommen dabei eine fachkundige Führung durch Domkustos Peter Schappert oder den stellvertretenden Dombaumeister Mario Colletto, von dem auch die Entwürfe für die Ausgestaltung des Kaisersaals stammen. Die übrigen Gewinner der Vorzugskarten können ihren persönlichen Besuchstermin vereinbaren. Der kostenlose Eintritt kann in der Zeit bis zum 30. November eingelöst werden.

Der SPEYER-KURIER verlost 10 kostenlose Vorzugskarten an seine Leser. Nutzen Sie die Chance und gehören Sie mit ein wenig Glück zu den ersten Besuchern des Kaisersaals und der neuen Aussichtsplattform im Speyerer Dom. Finden Sie im Dom-Quiz die richtigen Antworten und schicken Sie die Lösung bis zum 17. Oktober 2012 an die Redaktion. Aus den richtigen Einsendungen ermitteln wir per Losentscheid die Gewinner. Die Redaktion sendet ihnen die Vorzugskarten mit der Post zu.

Die Gewinner der Vorzugskarten können sich ab dem 17. Oktober beim Kartenverkauf telefonisch melden und ihren persönlichen Besuchtstermin vereinbaren. 150 Vorzugskarten-Gewinner haben bereits am Tag der offiziellen Eröffnung Gelegenheit, den Kaisersaal mit der Ausstellung der Schraudolph-Fresken und die neue Aussichtsplattform im Speyerer Dom kennen zu lernen. Sie bekommen eine fachkundige Führung durch Domkustos Peter Schappert oder den stellvertretenden Dombaumeister Mario Colletto, von dem auch die Entwürfe zur Ausgestaltung des Kaisersaals stammen. Die übrigen Gewinner der Vorzugskarten können ihren persönlichen Besuchstermin vereinbaren. Der kostenlose Eintritt kann in der Zeit bis zum 30. November eingelöst werden.

11.10.2012


Speyerer Dom mit erweitertem Besucherangebot

Ausstellung von neun Schraudolph-Fresken im Kaisersaal / Besucher können Turm auf der Westseite besteigen

Das Angebot für Besucher des Speyerer Doms wird erweitert. Der Kaisersaal, der sich im Westbau über der Vorhalle des Domes befindet, wird erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Hier werden neun Fresken des Malers Johann Baptist Schraudolph gezeigt, die bis 1957 im Innenraum des Dom angebracht waren. Zugleich wird der südliche Turm auf der Westseite des Domes für Besucher geöffnet. Eine neu geschaffene Aussichtsplattform in rund 60 Metern Höhe ermöglicht einen Rundblick über die Stadt Speyer, die Vorderpfalz und in die badische Nachbarschaft. Der Kaisersaal und der Turm werden am Sonntag, den 28. Oktober, feierlich eröffnet.

Öffnungszeiten:

In diesem Jahr:

28. Oktober bis 30. November

In den folgenden Jahren:

1. April bis 30. November

Montag bis Samstag: 9.00 bis 19.00 Uhr

Sonn- und Feiertage: 12.00 bis 18.00 Uhr

 

Turmbesteigung:

Die Turmbesteigung schließt sich an den Besuch des Kaisersaals mit den Schraudolph-Fresken an. Ausgangspunkt für die Turmbesteigung ist der Kaisersaal. Die Turmbesteigungen sind geführt und finden in Gruppen mit maximal 50 Personen statt. Sie beginnen jeweils zur vollen und zur halben Stunde. Die Turmbesteigung dauert etwa eine halbe Stunde.

 

Eintrittskarten:

Die Eintrittskarten sind beim Kartenverkauf auf der Nordseite des Domes erhältlich.

Öffnungszeiten des Kartenverkaufs:

Montag bis Samstag: 8.30 bis 19.00 Uhr

Sonn- und Feiertage: 11.30 bis 18.00 Uhr

 

Eine telefonische Vorbestellung ist möglich unter der Telefonnummer:

Die Eintrittskarten berechtigen zum Besuch des Kaisersaals und des Turms.

Eintritt für Erwachsene: 6 Euro

Ermäßigter Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und für  Menschen mit Behinderung: 3 Euro

Eintritt für Familien mit mehreren Kindern: 15 Euro

11.10.2012


„Die Freude am Glauben neu entdecken“

Papst Benedikt XVI.Papst Benedikt XVI. eröffnet "Jahr des Glaubens" Katholische Weltkirche erinnert an den 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweites Vatikanisches Konzils.

is. Speyer. Das "Jahr des Glaubens" solle "in einem Moment tiefgreifender Veränderungen, wie ihn die Menschheit gerade erlebt", einen Impuls setzen, "wieder die Freude am Glauben zu entdecken", Das erklärte Papst Benedikt XVI. in dem Schreiben mit dem Titel "Porta Fidei", auf Deutsch "Die Tür des Glaubens". Diese Tür stehe immer offen. "Durch diese Tür zu gehen bedeutet, einen Weg einzuschlagen, der das ganze Leben fortdauert." Der Glaube werde zu einem neuen Maßstab für
das Denken und Tun, der das ganze Leben verändert.

Das Zweite Vatikanische Konzil war am 11. Oktober 1962 durch Papst Johannes XXIII. eröffnet worden. Ein Leitmotiv des Konzils war das "Aggiornamento", die Öffnung der Kirche für die sich wandelnden Anforderungen der Zeit. Das Konzil erstreckte sich über vier Sitzungsperioden zwischen 1962 und 1965 und brachte als Ergebnis 16 Dokumente mit weit reichender Wirkung hervor. Unter anderem wurde ein neues Kirchenverständnis formuliert, demzufolge die Kirche das pilgernde Volk Gottes ist, in dem jeder Einzelne Mitverantwortung trägt. Die Lektüre dieser Dokumente könne "eine große Kraft für die stets notwendige Erneuerung der Kirche sein", ruft Papst Benedikt XVI. zu einer vertieften Auseinandersetzung mit den Ergebnissen des Konzils auf.

Als "Frucht des Konzils" und als "wertvolles Hilfsmittel", um den Glauben zu entdecken und zu vertiefen, weist der Papst auf den Katechismus der katholischen Kirche hin, der vor 20 Jahren
veröffentlicht wurde. Darin leuchte der "Reichtum der Lehre" auf. "Seite für Seite entdeckt man, dass das Dargestellte nicht eine Theorie, sondern die Begegnung mit einer Person ist, die in der Kirche lebt."

Veranstaltungen von der Ebene der Weltkirche bis zu den Pfarrgemeinden.

Zahlreiche Veranstaltungen auf verschiedenen Ebenen, von der Weltkirche bis zu den Pfarrgemeinden, erhalten durch das "Jahr des Glaubens" einen besonderen Akzent. In Rom tagt im Oktober die Vollversammlung der Bischofssynode. Vertreter aller Bischofskonferenzen beraten über die Herausforderung einer neuen Evangelisierung zur Weitergabe des christlichen Glaubens. In Deutschland ist mit dem "Eucharistischen Kongress" vom 5. bis zum 9. Juni in Köln ist ein großes Fest des Glaubens geplant. Ein "Konzilskalender" im Internet informiert über die Vielzahl von Veranstaltungen in den einzelnen Bistümern, die sich mit den Ergebnissen und den Auswirkungen des Zweiten Vatikanischen Konzils befassen.

Auch das Bistum Speyer greift das "Jahr des Glaubens" in zahlreichen Gottesdiensten und Veranstaltungen auf. Beim Domweihfest am 7. Oktober wurden am Ende des Gottesdienstes die Türen des Doms geöffnet. Die symbolische Handlung soller an die viel zitierte Aussage von Papst
Johannes XXIII. erinnern, der zu Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils dazu aufgerufen hatte, die "Fenster der Kirche weit zu öffnen". Mit einem Hirtenbrief und mehreren Fastenpredigten in der österlichen Bußzeit wird Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann auf das "Jahr des Glaubens" und
verschiedene Aspekte des Zweiten Vatikanischen Konzils eingehen. Am 2. Juni findet in allen Bischofskirchen der Welt ein Tag der Eucharistischen Anbetung statt. Im Bistum Speyer sind an diesem Tag alle Pfarreien, Ordensleute, Gruppen, Verbände und Gemeinschaften in den Speyerer Dom eingeladen. Auch das Geistliche Zentrum Maria Rosenberg in Waldfischbach-Burgalben lädt an vier Wochenenden zur eucharistischen Anbetung ein, verbunden mit dem Angebot an die Gemeinden, verschiedene Gestaltungen der eucharistischen Anbetung kennen zu lernen. Foto: kbwn.de; Badische Zeitung

11.10.2012


Vierfach Grund zu Freude und zum Feiern

951. Weihejubiläum des Speyerer Domes am Gedenktag zum 50. Jahrestag des II. Vatikanischen Konzils und der Erhebung von Hildegard von Bingen zur Kirchenlehrerin

is./cr. Speyer. Mit der symbolischen Öffnung des großen Hauptportals des Speyerer Kaiser- und Mariendoms fand heute der Festgottesdienst zum 951. Weihejubiläum der Kathedrale ihren krönenden Abschluss und Höhepunkt. Gleich vier bedeutsamen Ereignissen galt es in diesem Pontifikalamt zu gedenken, zu dem Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann einmal mehr zahlreiche Gläubige im dicht besetzten Dom begrüßen konnte: In Rom eröffnete Papst Benedikt XVI. An diesem Tag aus Anlass des 50. Jahrestages des Beginns des II. Vatikanischen Konzils ein „Glaubensjahr“, gleichzeitig erhob er die deutsche Heilige Hildegard von Bingen zur Kirchenlehrerin, das Bistum Speyer feierte sein Domweihefest und schließlich wurden im Anschluss an den festlichen Gottesdienst 19 verdiente ehrenamtliche „Mitarbeiter im Weinberg Gottes“, die von den Dekanatsräten sowie von Bischof Dr. Wiesemann für diese höchste Auszeichnung des Bistums Speyer vorgeschlagen worden waren.

In seiner Predigt bezeichnete Bischof Dr. Wiesemann das „Jahr des Glaubens“, das Papst Benedikt XVI. am Donnerstag - 50 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils - eröffnen wird, als eine „Riesenchance, um sich mit suchenden Menschen auf die Entdeckungsreise der Schönheit und Wahrheit des christlichen Glaubens zu begeben“. Heute könne man erleben, wie das alte Gegeneinander von Atheismus/Laizismus und Glaubenshaltungen, die sich in eigene Räume wie in eine feste Burg zurückziehen wollten, bedauerlicherweise wieder lauter werde. Dem gegenüber sei es dem Zweiten Vatikanischen Konzil nach zwei verheerenden Weltkriegen um ein Versöhnungsangebot in dem Bewusstsein gegangen, dass nur ein gemeinsames Suchen und Ringen zu der von Gott anvertrauten Wahrheit führen könne. Das Konzil habe die Kirche keineswegs an die Welt anpassen wollen, sondern vielmehr darauf abgezielt, den Glauben zu vertiefen. Gott, der mit den Menschen gehe, könne „sich auch im Fremden, im ganz Anderen zeigen“, betonte der Bischof.

In einer Zeit, in der Debatten - wie etwa nach dem Kölner Beschneidungsurteil - wieder aggressiver geführt würden, sei es wichtig, auch die vielen nachdenklichen Menschen wahrzunehmen. Es gelte, nicht die alten Machtkämpfe der vergangenen Jahrhunderte mit neuen Medien zu wiederholen, sondern zu einer gemeinsamen Mitte der Gesellschaft zu finden und in einen wirklichen Dialog einzutreten.

Zum Auftakt des festlichen Gottesdienstes, den der Limburger Domchor unter Leitung von Domchordirektorin Judith Schnell mit der „Missa St. Crucis in G“ von Joseph Gabriel Rheinberger und dem „Locus iste“ von Anton Bruckner sowie Domorganist Markus Eichenlaub mit Werken von Louis Vierne musikalisch mitgestalteten, hatte Bischof Wiesemann die Speyerer Kathedrale an ihrem 951. Weihejubiläum als ein „Abbild des himmlischen Jerusalems“ bezeichnet. Der Dom, führe die Vision vor Augen, dass Gott Menschen verbinden wolle, um mit ihnen das Reich des Friedens, der Wahrheit, Liebe und Gerechtigkeit zu errichten.

Zum Ende des feierlichen Pontifikalamtes zogen Bischof und Domkapitel durch das weit geöffnete Hauptportal hinaus auf den Domplatz, wie um die Öffnung der Kirche zu Welt zu manifestieren.

07.10.2012


Im Anschluss an das Pontifikalamt würdigte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in einem Festakt im Friedrich-Spee-Haus den ehrenamtlichen kirchlichen und karitativen Einsatz der neuen Trägerinnen und Träger der Pirminius-Plakette. „Die Kirche lebt von Menschen, die sich engagieren. Durch Sie wird exemplarisch deutlich, wie viel Mitdenken, Mitfühlen, Mitleiden und Mittun es in unserer Kirche gibt: vor Ort im Stillen und Kleinen, in den Gremien, durch das Gebet, in den Gemeinden,“ so der Bischof, der diese höchste Auszeichnung des Bistums in diesem Jahr an 19 Frauen und Männer verleihen konnte – unter ihnen auch Schwester Irmtrud Magin aus Harthausen.

„Schwester Irmtrud ist ein echtes Juwel“, zitierte der Bischof in seiner Laudatio Pfarrer Josef Metzinger. Seit Beginn ihrer Tätigkeit in Harthausen sei die Ordensfrau dadurch aufgefallen, dass sie immer ein offenes Ohr für die ihr anvertrauten Menschen habe. Während ihres Dienstes im Kindergarten seien dies vor allem die Kleinsten gewesen. Aber auch über die Pensionierung hinaus zeichne sich die Ordensfrau durch ein großes und vielfältiges Engagement aus. So sei sie nicht nur im Pfarrhaus wohnhaft, sondern habe nach dem Weggang der Ordensschwestern aus Dudenhofen die Sprechstunden im Pfarrhaus übernommen. „Ob durch ihren Besuchsdienst bei den Kranken oder ihr Gebet für die Menschen", Schwester Irmtrud sei, so der Bischof, "ein großes Vorbild als Ordensfrau und für Harthausen eine prägende spirituelle Gestalt“.

Die 19 neuen Trägerinnen und Träger der Pirminius-Plakette wurden von den Dekanatsräten sowie von Bischof Wiesemann für die Auszeichnung vorgeschlagen. Benannt ist die bischöfliche Ehrenplakette nach dem heiligen Abtbischof Pirminius, der als Missionar im südwestdeutschen Raum wirkte und 753 in dem von ihm gegründeten Kloster Hornbach starb.

07.10.2012


Geistliche Abendmusik in der Reihe „Cantate Domino“

Schon am Vorabend des Domweihefestes hatte der Limburger Domchor mit einer Geistlichen Abendmusik in der Reihe „Cantate Domino“ auf den Festtag eingestimmt. Dabei überzeugte der Chor, der viele Jahr unter der Leitung des heutigen Speyerer Domkapellmeisters Markus Melchiori stand und heute von Domchordirektorin Judith Schnell geführt wird, mit Interpretationen bekannter und weniger bekannten Chorwerken. Von Claudio Monteverdi, Heinrich Schütz und Domenico Scarlatti spannte sich der Bogen ausgewählter Werke über den englischen Komponisten Charles Villiers Standford bis hin zu den Zeitgenossen Rihards Dubra, Umas Sisak und Vytautas Miskinis, um schließlich in Kompositionen des auch beim Limburger Domchor – so scheints - immer wieder beliebten Romantikers Joseph Gabriel Rheinberger einzumünden.

Mit einem in allen Stimmlagen überaus homogenen, gepflegten Klang überzeugte der Chor ebenso wie durch die stilgerechte Interpretation der höchst anspruchsvollen Werke. Das zeigte sich unter anderem auch bei der überaus diffizilen Motette „Ubi Caritas“ von Maurice Duruflé, mit der der Chor dem Speyerer Domorganisten Markus Eichenlaub quasi die „Vorlage“ für seine Beiträge zu dem eindrucksvollen Vorabendkonzert lieferte: Louis Vierne's „Choral aus der II. Symphonie e-moll“ sowie die „Variationen über ein Thema von Clément Janequin“, mit denen es dem Domorganisten einmal mehr gelang, der großartigen Orgellandschaft im Speyerer Dom für viele Zuhörer immer wieder „Die Kirche lebt von Menschen, die sich engagieren. Durch Sie wird exemplarisch deutlich, wie viel Mitdenken, Mitfühlen, Mitleiden und Mittun es in unserer Kirche gibt: vor Ort im Stillen und Kleinen, in den Gremien, durch das Gebet, in den Gemeinden.“ Foto: gc; Bischöfliches Ordenariat Speyer

07.10.2012


Virtuelle Annäherung an den Speyerer Dom

3D-Präsentation soll neue Freunde für das Gotteshaus in aller Welt gewinnen.

Von Gerhard Cantzler

Dem Speyerer Dom noch mehr Freunde in aller Welt zu gewinnen und damit seinem Status als Weltkulturerbe noch besser gerecht zu werden - das ist das Ziel einer neu geschaffenen virtuellen 3D-Darstellung des Gotteshauses, die jetzt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann der Öffentlichkeit präsentierte und die den Dom ab sofort weltweit und rund um die Uhr “geöffnet” hält.

Ein mehr als sinnhaftes, ein wirklich wundervolles Geschenk, das da die neu gegründete, nicht-kommerzielle Online-Initiative “Kaiserdom Speyer Virtuell” auf Anregung von Marco Fraleoni, Geschäftsführer der Peregrinus GmbH, in deren Obhut auch die Bistumszeitung “Der Pilger” erscheint, “ihrer” Kathedrale zum 950. Weihejubiläum bereiteten wollte. Dass ihr dies in überzeugender, wirklich begeisternder Weise gelungen ist, davon konnten sich die Teilnehmer an einem Pressegespräch überzeugen, bei dem Bischof Dr. Wiesemann das neue Internet-Portal www.kaiserdom-virtuell.de in Anwesenheit von Vertretern aller an dem Projekt beteiligten Institutionen frei schaltete. Dabei verwies der Bischof auf die Absicht der “Macher”, den Dom spirituell und architektonisch besser erfahrbar und ihn in seiner ganzen religiösen Dimension wirksam werden zu lassen.

Diesen Gedanken nahm auch Peter Hartung, Geschäftsführer der Screenday Productions GmbH, auf, als er auf die unvergleichliche Schönheit des Domes zu sprechen kam, die er und seine Mitarbeiter in der gut einjährigen fotodokumentarischen Arbeit im und um den Dom erfahren durften. In einem kurzen Rundgang durch das Portal schilderte er die höchst aufwendige Umsetzung des Konzeptes eines virtuellen Domrundganges, das bereits zum Start 35 Standpunkte in und um das Gotteshaus umfasst, von denen aus sich die Besucher jeweils einen 360°-Umblick verschaffen können. Vertiefende Informationen bieten dann an ausgewählten baugeschichtlichen oder für die Liturgie besonders bedeutenden Stellen zahlreiche Zusatzinformationen. Die eigens für dieses Projekt konzipierte Menueführung mit 3D- und Grundriss-Visualisierung erleichtern den Rundgang und den Besuchern das Zurechtfinden in der Kathedrale.

Neben der höchst einfühlsam und sensibel geschnittenen Bildfolge - hier ist den Machern bei der Vielfalt an Motiven die Bildauswahl sicher nicht immer leicht gefallen - fällt auch die auf Geodaten basierende musikalische Unterlegung der Bilder auf, die - im Domgarten von Vogelgezwitscher, in der Speyerer Altstadt vom Geläut der Domglocken, in der Krypta durch Gregorianische Choräle und im Königschor von Musik auf der neuen Seiffert-Orgel untermalt - an jedem Ort einen angemessenen Gesamteindruck erschließt.

Nicht vergessen haben die Schöpfer dieses zeitgemäßen “cicerone” durch den Dom auch nicht, in höchst dezenter Form Basisinformationen wie Gottesdienstzeiten und Besuchszeiten für Krypta und Kathedrale zu integrieren, sowie durch eine entsprechende Verlinkung zu den an dem Projekt beteiligten Institutionen auch über deren Arbeit für den Dom zu unterrichten. Mitgewirkt an dem Projekt haben übrigens neben der Kirchenzeitung “Der Pilger” das Dombauamt Speyer, der Dombauverein Speyer e.V., das Domkapitel der Kathedrale von Speyer, die Dommusik Speyer, die Dompfarrei Mariä Himmelfahrt, die Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer und das Historische Museum der Pfalz in Speyer - sie alle haben sich mit ihren Möglichkeiten in die Initiative “Kaiserdom-virtuell” eingebracht, so dass, wie Marco Fraleoni versicherte, “die Kostenfrage bei dem Projekt keine Rolle spielte”.

Dieser Umstand ist natürlich auch ganz im Sinne von Dombauvereins-Vorsitzendem Dr. Wolfgang Hissnauer, der jeden Euro für die Renovierung des realen Domes verwendet sehen möchte, auch wenn er selbst die Initiative mit ganzem ideellen Einsatz unterstützt, weil sie dem Dom “ein neues Fenster zur jungen Generation aufstoße”, zu denen mit der Initiative ein neuer medialer Weg beschritten werde. Aber auch als “Mann, der der Schule besonders eng verbunden ist”, sehe er große Chancen für Schulklassen, sich ihrem Schul-Ausflugsziel künftig in spannenderer Weise als bisher anzunähern. Und schließlich - pro domo für seinen Verein sprechend - gab sich Dr. Hissnauer optimistisch, dass das neue Portal auch für viele seiner Mitglieder - besonders die älteren und weiter entfernt wohnenden - die Bindung an die geliebte Kathedrale weiter intensivieren könne.

Übrigens: Die jetzt vorgestellte Fassung des Portals stellt, so sein Schöpfer Peter Hartung, nur die erste Ausbaustufe des Projektes dar: Jede Änderung am Dom, z.B. die bevorstehende Fertigstellung der neuen Hauptorgel wird zeitnah in das Projekt mit integriert. Und auch der historische “Blick zurück” ist schon angedacht: Gemeinsam mit dem kooperationspartner Historisches Museum der Pfalz soll der Bauzustand des Domes aus vergangenen Jahrhunderten virtuell wiedererstehen und in das Portal Eingang finden. Ein Projekt also mit noch viel Zukunfts-Potential, das es verdient, auf allen denkbaren Wege in die Welt hinausgetragen zu werden.

Auch der SPEYER-KURIER wird sich mit www.kaiserdom-virtuell.de verbinden und so gleichfalls einen Beitrag zu seiner Verbreitung leisten. Fotos: sim

10.08.2011


Kaiserdom virtuell - Bilderalbum