Gemeinsames Gedenken zum 75. Jahrestag der Reichspogromnacht
Kirchenpräsident Christian Schad (rechts) überreicht dem Geschäftsführer der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz, Daniel Nemirowsky, ein Bild aus der Reihe „Heimat | Kirche | Pfalz“ mit dem Motiv der neuen Speyerer Synagoge.
Geschäftsführer der Jüdischen Kultusgemeinde trifft
Kirchenpräsident im Landeskirchenrat
Speyer- Einen gemeinsamen Gedenktag
anlässlich des 75. Jahrestages der Reichspogromnacht am 9. November
schlagen die Evangelische Kirche der Pfalz und die Jüdische
Kultusgemeinde der Rheinpfalz vor. Darauf verabredeten sich
Kirchenpräsident Christian Schad und Daniel Nemirowsky, seit 2010
der Geschäftsführer der Kultusgemeinde, bei einer Begegnung im
Landeskirchenrat. Der Gedenktag könnte von der evangelischen und
der katholischen Kirche gemeinsam mit der Stadt Speyer und der
Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz begangen werden. Er sei
zuversichtlich, dass sich dieser „gute Vorschlag“ des
Kirchenpräsidenten umsetzen lasse, so Nemirowsky.
Schad erinnerte an die Verfassung der pfälzischen Landeskirche,
deren erster Paragraph sie seit 1995 dazu verpflichte, „Versöhnung
mit dem jüdischen Volk zu suchen und jeder Form von
Judenfeindschaft entgegen zu treten“. Einerseits begreife sich das
Christentum nur aus seinen jüdischen Wurzeln heraus, andererseits
sei das deutsche Volk dasjenige, das Juden das Schlimmste, den
Völkermord, angetan habe. Er sei dankbar dafür, dass inzwischen
eine Dialogkultur gewachsen sei, vor allem durch den Arbeitskreis
Kirche und Judentum. Die Gedenkveranstaltung zum 9. November solle
„ein Zeichen der Umkehr und Buße sein, aber auch den festen
gemeinsamen Willen ausdrücken, dass es auf deutschem Boden nie
wieder zu Pogromen kommen möge“, sagte Schad.
Kirchenpräsident Schad überreichte Daniel Nemirowsky zur
Begrüßung das gerahmte Bild aus der aktuellen „Heimat | Kirche |
Pfalz“-Motivreihe zum Jahr der Toleranz, das die neue Speyerer
Synagoge zeigt. Im Gegenzug hatte Nemirowsky eine Flasche koscheren
Weins und eine Münze mitgebracht, die zur Einweihung der Neuen
Synagoge 2011 geprägt worden war. lk
14.05.2013
War Requiem: Konzertante Versöhnungsgeste
Evangelische
Jugendkantorei der Pfalz führt Brittens Antikriegsoratorium
auf
Otterberg/Landau/Speyer- Zwei signifikante
Kirchenräume, die Abteikirche in Otterberg und die gotische
Stiftskirche in Landau, sind am letzten Mai-Wochenende jeweils
Schauplatz eines besonderen Konzert-Ereignisses: Die Evangelische
Jugendkantorei der Pfalz führt Benjamin Brittens
Antikriegsoratorium „War Requiem“ fast auf den Tag genau 50 Jahre
nach seiner deutschen Erstaufführung in der West-, beziehungsweise
Südpfalz auf.
Der Zeitpunkt, das aufwendig besetzte Werk nach 18 Jahren wieder
ins Programm zu nehmen, sei nicht von ungefähr gewählt, historische
Bezugspunkte böten sich gleich mehrfach, sagt
Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald, der musikalische
Leiter des Projekts. „Das beginnt mit Benjamin Britten selbst, dem
wohl bedeutendsten englischen Komponisten des 20. Jahrhunderts,
dessen 100. Geburtstag die Musikwelt in diesem Jahr begeht.“ Aber
angesichts von Inhalt und Anlass, aus dem das außergewöhnliche Werk
entstand, sei auch das Datum 1933, das Jahr der Machtergreifung
Hitlers, präsent.
Britten hatte sein War Requiem (Kriegsrequiem) als Auftragswerk
komponiert zur Einweihung der neuen Kathedrale in Coventry, die
1962 in unmittelbarer Nachbarschaft der Ruine der 1940 durch die
deutsche Luftwaffe zerbombten „Cathedral“ fertiggestellt worden
war. Die lateinischen Texte der Requiems-Liturgie, verortet in den
Passagen der Solo-Sopranistin und der Chöre, korrespondieren mit
Antikriegslyrik des am Ende des Ersten Weltkriegs gefallenen
Dichters Wilfred Owen (1893-1918). Seine Verse fließen ein in die
Solopartien von Tenor und Bariton, die von einem eigenen
Kammerorchester begleitet werden. Das große sinfonisch besetzte
Orchester wiederum musiziert mit dem bis zu zehnstimmigen Chor und
dem Knabenchor.
Britten selbst wollte sein Werk vor allem als große,
völkerverbindende Geste der Versöhnung verstanden wissen. So hatte
er für die Uraufführung am 30. Mai 1962 neben dem englischen Tenor
Peter Pears den deutschen Bariton Dietrich Fischer-Dieskau und die
russische Sopranistin Galina Wischnewskaja verpflichtet. Letzterer
allerdings verweigerten die russischen Behörden die Ausreise; erst
ein Jahr später durfte sie die erste Schallplatteneinspielung des
Werks mitgestalten.
Steuerwald zeigt sich glücklich über die vielversprechende
Besetzung der beiden Aufführungen in der Pfalz. Neben den Solisten
Vera Steuerwald (Sopran), Daniel Schreiber (Tenor) und Markus
Krause (Bariton) wirken Kammerorchester (geleitet von Co-Dirigent
Bezirkskantor Stefan Viegelahn) und großes Orchester der
„Frankfurter Kapelle“ mit, außerdem der Knabenchor „collegium
iuvenum Stuttgart“ (Leitung Friedemann Keck) und nicht zuletzt die
Evangelische Jugendkantorei der Pfalz, die aktuell Patenchor des
Rundfunkchors Vokalensemble Stuttgart ist.
Hinweis: Die Aufführungen des „War Requiems“ finden am
Samstag, 25. Mai, 19 Uhr, in der Abteikirche Otterberg im Rahmen
der Abteikirchenkonzerte (Karten bei der Tourist Information
Otterberg, Telefon 06301 / 31504, Mail: info@otterberg.de) sowie am Sonntag,
26. Mai, 18 Uhr, in der Stiftskirche Landau (weitere Informationen
und Karten unter www.ejuka.de und beim
Rheinpfalz-Ticketservice). lk
14.05.2013
Benefiz-Konzert zu Gunsten des Dombauvereins - Baden schaut über den Rhein
Speyer- In einem in
dieser Konzertreihe noch nie dagewesenen Andrang an Besuchern im
Speyerer Dom boten sechs Chöre aus Baden-Württemberg mit etwa
650 Sängerinnen und Sängern ein Programm von Liedern
unterschiedlichster Komponisten dar. Das Repertoire reichte von
Franz Liszt über Franz Schubert bis zu modernen Kompositionen mit
spirituellem Bezug. Dirigiert wurden die Männer- und Frauenchöre
die im dritten Teil des Konzertes auch gemeinsam auftraten vom
Wolfgang Tropf. Besondere Beachtung fanden die Solisten Holger
Becker, Gernsbach, an der Orgel und die Trompetenlegende Walter
Scholz.
Die Schirmherrschaft des Konzertes hatte der ehemalige
Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Dr. Bernhard Vogel
inne. Er sprach vor vielen Ehrengästen nämlich den Bischöfen Dr.
Karlheinz Wiesemann, Otto Georgens und Dr. Anton Schlembach, dem
Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger, der Speyerer
Bürgermeisterin Monika Kabs sowie dem Rastatter Oberbürgermeister
und weiteren geladenen Ehrengästen. Tatkräftig wurde die
Verwirklichung des Jubiläumskonzertes unterstützt von Domdekan Dr.
Christoph Kohl und dem Vorsitzenden des Dombauvereins Dr. Wolfgang
Hissnauer
Dieses
Konzert, wie auch die in den zurückliegenden neun Jahren
stattgefundenen Konzerte in der Reihe „Baden schaut über den Rhein“
sind dem Initiator und Organisator Udo Heidt aus Muggensturm zu
danken. Er hat als Mitglied im Dombauverein eine so große Liebe zur
Speyerer Kathedrale, dass er den horrenden Organisationsaufwand in
all diesen Jahren nicht scheute, diese wunderschönen Konzerte zu
realisieren. Finanzielle Unterstützung kam vom Blumenhaus Neumann,
der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer sowie von der Volksbank Kur-
und Rheinpfalz. So wird es möglich sein die Spendensumme der
Konzertbesucher die in den nächsten Tagen bekannt gegeben wird ganz
dem Dombauverein und damit dem Erhalt der Speyerer Kathedrale
zufließen zu lassen. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse;
Foto: Wollenschneider
13.05.2013
"Keiner ist dem Anderen fern"
Bischof Wiesemann nimmt die Gaben entgegen, die ihm die nigerianische Gemeinde überbringt.
Wallfahrt der muttersprachlichen Gemeinden mit Bischof
Wiesemann im Speyerer Dom
Speyer- Zur diesjährigen Wallfahrt der
muttersprachlichen Gemeinden versammelten sich am Sonntag
zahlreiche Gläubige unterschiedlicher Herkunft zu einer Heiligen
Messe mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Speyerer Dom. In der
bis zum letzten Platz gefüllten Kathedrale konnte der Bischof
Mitglieder der italienischen, kroatischen, spanischen, polnischen,
portugiesischen, nigerianischen und slowenischen Gemeinden
begrüßen. „Jesus will, dass wir eins sind“, hieß Bischof Wiesemann
die aus dem ganzen Bistum angereisten Gläubigen willkommen.
In seiner Predigt verwies der Bischof auf die allumfassende
Bedeutung der Weltkirche als Zeichen eines gemeinsamen Friedens
unter Menschen aller Kulturen und Sprachen. Die in diesem
Gottesdienst sichtbare Vielfalt der muttersprachlichen Gemeinden
sei „ein großer Reichtum und ein großes Geschenk an die Kirche von
Speyer“. Die Wallfahrt stelle auch den Bezug zum bevorstehenden
Pfingstfest her, dessen Vision des gegenseitigen Verständnisses
über alle Sprachen und Nationen hinweg Bischof Wiesemann als
„erstes großes Wunder der Kirche“ bezeichnete.
Das diesjährige Motto „Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir
bin, sollen auch sie in uns sein“ (Joh 17, 21) betone die Kraft des
Christentums, die in einer zuwendenden Liebe bestehe. Als
Angehörige der Weltkirche dürften Christen „diese Kraft immer
wieder miteinander begehen“. Bischof Wiesemann ermutigte die
versammelten Gläubigen, ihre eigenen Kulturen zu pflegen, sie aber
auch gleichzeitig in das Bistum einzubringen. Alle Anwesenden rief
er dazu auf, Zeuge zu sein „für eine Vision des Friedens für alle
Menschen, weil Christus in unseren Herzen die eine Sprache des
Glaubens, des Vertrauens und der Liebe spricht“.
Ein Höhepunkt
der Eucharistiefeier, die Bischof Wiesemann mit den Pfarrern der
muttersprachlichen Gemeinden sowie den Domkapitularen Franz
Vogelgesang und Hubert Schuler (em.) hielt, war einmal mehr die
Gabenprozession der nigerianischen Igbo-Gemeinde. Zu afrikanischen
Trommelklängen überbrachten Kinder und Erwachsene, zum Teil in
traditionellen Gewändern, die Gaben Brot und Wein.
Viele liturgische Elemente des Gottesdienstes wurden mehrsprachig
gestaltet, wie beispielsweise das Kyrie oder die Fürbitten. Ergänzt
wurden sie durch lateinische Gesänge und Gebete als verbindendes
Element. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von einem
rund 30-köpfigen Chor aus Mitgliedern der italienischen und der
kroatischen Gemeinde, die von Diözesankirchenmusikdirektor Markus
Eichenlaub an der Chororgel begleitet wurden.
Der weltkirchliche Charakter dieses lebendigen Gottesdienstes
zeigte sich einmal mehr im Dank nach der Kommunion, als das Lied
„Großer Gott wir loben Dich“ abwechselnd in deutscher, polnischer,
italienischer, kroatischer und portugiesischer Sprache gesungen
wurde. In seinem Schlussgebet dankte Bischof Wiesemann den
Angehörigen der muttersprachlichen Gemeinden „für alles Lebendige,
was sie in die Kirche von Speyer einbringen“. Der abschließende
Mariengruß bildete den Schlusspunkt unter einen von gelebter
kultureller Vielfalt geprägten Gottesdienst.
Im Anschluss boten die italienischen Gemeindemitglieder eine große
Bandbreite landestypischer kulinarischer Köstlichkeiten an. Bei
stimmungsvoller italienischer Musik wurde die Vorhalle des Domes zu
einem Ort kultureller Begegnung für alle Teilnehmer der gemeinsamen
Wallfahrt. Domkapitular Franz Vogelgesang zeigte sich nach dem
Gottesdienst sehr erfreut. „Die besondere Atmosphäre an diesem Tag
ist das Gefühl von Weltkirche. Man begegnet dem Anderen nicht als
Fremdem, sondern als Bruder und Schwester im Glauben“, fasste der
Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Ordinariat
seine Eindrücke zusammen.
Die Wallfahrt endete mit einem mehrsprachigen Rosenkranzgebet am
Nachmittag, das in diesem Jahr im Kloster St. Magdalena abgehalten
wurde. is
13.05.2013
Dank und Respekt zum Schwesternjubiläum
Die Jubilarinnen mit Vorsteher Pfarrer Dr. Werner Schwartz und Oberin Sr. Isabelle Wien (2. v.l.).
Zwölf Diakonissen und Diakonische Schwestern
feierten bei den Diakonissen Speyer-Mannheim Christi Himmelfahrt
ihre mindestens 25jährige Zugehörigkeit zur Gemeinschaft. Fünf der
Jubilarinnen traten bereits vor 65 Jahren ein.
In seiner Predigt im Jubiläumsgottesdienst zu Beginn ging
Pfarrer Dr. Werner Schwartz auf die vielfältigen Arbeitsfelder ein,
in denen Diakonissen und Diakonische Schwestern über 150 Jahre
ihren Dienst am Nächsten verrichtet haben. Darauf bauten die
Diakonissen Speyer-Mannheim heute auf, so Schwartz: „Wir führen die
Geschichte in anderen Arbeits- und Lebensformen weiter.“
Bei der anschließenden Ehrung der Jubilarinnen übermittelte
Oberbürgermeister Hansjörg Eger „den Dank und Respekt der Stadt und
des Rates für Ihren Dienst.“ Die Gesellschaft könne sich ein
Beispiel nehmen, denn so ein Gemeinsinn sei auch in Zukunft
gefragt, sagte Eger.
Bevor er in Vertretung für Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr
Kronenkreuze in Gold des Diakonischen Werks überreichte,
gratulierte Pfarrer Dr. Werner Schwartz den Jubilarinnen und
blickte auf ihre Lebenswege zurück. In ihnen spiegelt sich die
Entwicklung der Einrichtungen der Diakonissen Speyer-Mannheim zum
Beispiel im medizinischen Bereich, aber auch in der Gründung neuer
Arbeitsbereiche oder der Entwicklung vom Kinderheim zu Wohngruppen
in der Jugendhilfe wider. „Wir schauen dankbar auf die Kraft, die
Sie eingesetzt haben und nehmen das als Ansporn, unsere Arbeit
heute zu tun“, schloss Schwartz, bevor die Jubilarinnen ihren
Ehrentag im Kreise ihrer Mitschwestern, Verwandten und Freunde
feierten.
DIAKONISSEN-JUBILÄUM - JUBILÄUM DER DIAKONISCHEN
SCHWESTERN an Christi Himmelfahrt, 9. Mai 2013
65 Jahre
D Cilly Gerstel
D Irene Portuné
DS Friedel Krumbach
DS Irene Lützow
DS Ruth Rinner
60 Jahre
D Ruth Keb
D Else Trautmann
DS Olivia Batzler
DS Liesel Muthreich
40 Jahre
DS Esther Eisele
DS Esther Müller
25 Jahre
DS Ruth Zimbelmann
Diakonissen Speyer-Mannheim, Presse
10.05.2013
Bistum Speyer beim Nationalen Eucharistischen Kongress
Bistumsstände
am Kölner Neumarkt – Eröffnung des Jugendfestivals mit Bischof
Wiesemann
Vom 5. bis 9. Juni findet in Köln der Nationale Eucharistische
Kongress statt. Er steht unter der Überschrift „Herr, zu wem sollen
wir gehen?“ (Joh 6,68) und wird von der Deutschen Bischofskonferenz
veranstaltet. Rund 800 Veranstaltungen stehen auf dem Programm,
dazu zählen Gottesdienste, Glaubensgespräche, Anbetungen und
kulturelle Veranstaltungen. Weiter gibt es ein Glaubensfest in der
Lanxess-Arena, ein Jugendfestival sowie einen Schüler- und einen
Familientag. Gerechnet wird mit rund 30 000 Dauerteilnehmern und
Tagesgästen.
„Der Eucharistische Kongress bietet eine ganz besondere Chance,
zum Entscheidenden durchzudringen und sich auf das Herzstück des
christlichen Glaubens auszurichten“, lädt Bischof Dr. Karl-Heinz
Wiesemann die Gläubigen des Bistums Speyer zur Teilnahme ein. „In
unserer oft hektischen Betriebsamkeit und mancher Unruhe auch in
der Kirche selbst ist es umso wertvoller, den persönlichen und
gemeinsamen Glauben zu vertiefen und in Meditation und Gebet Gott
zu begegnen“, schreibt Bischof Wiesemann in einem Aufruf, der am 5.
Mai in allen Pfarrgemeinden des Bistums Speyer verlesen wurde.
Stand des Bistums Speyer am Kölner Neumarkt
Am Kölner Neumarkt präsentieren sich von Donnerstag (6. Juni)
bis Samstag (8. Juni) in der Zeit von 13 bis 20 Uhr die einzelnen
Bistümer mit einem Stand. Auch das Bistum Speyer wird hier
vertreten sein. Die Besucherinnen und Besucher werden mit einem
Glas Pfälzer Wein begrüßt und können sich auf mehreren Stellwänden
über das 950-jährige Domweihjubiläum informieren. Am Bistumsstand
stehen auch Vertreter der drei Einrichtungen aus dem Bistum Speyer
zum Gespräch bereit, in denen eine ständige Eucharistische Anbetung
stattfindet (Kloster St. Magdalena Speyer, Geistliches Zentrum
Maria Rosenberg, Pfarrei St. Jakobus in Schifferstadt). Zu den
Ansprechpartnern am Stand des Bistums Speyer gehören im Lauf der
drei Tage auch Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Generalvikar Dr.
Franz Jung, Domkapitular Josef Szuba und Domdekan Dr. Christoph
Kohl.
Mitwirkung von Bischof Karl-Heinz Wiesemann
Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann reist am Donnerstag (6. Juni)
nach Köln und feiert gemeinsam mit Erzbischof Robert Zollitsch und
Vertretern anderer Konfessionen um 19 Uhr eine ökumenische Vesper
im Kölner Dom.
Als Jugendbischof der Deutschen Bischofskonferenz eröffnet
Bischof Wiesemann am Freitag (7. Juni) das Jugendfestival mit einem
meditativ gestalteten nächtlichen Jugendgottesdienst mit
anschließender Prozession. Das Jugendfestival richtet sich an junge
Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren. Erwartet werden über 2.000
Jugendliche aus ganz Deutschland. Geplant sind unter anderem
Workshops, Gottesdienste, Feiern, Austausch, Gesang, Messen und
Katechesen mit Bischöfen. „Das Programm soll Herz und Kopf
ansprechen und ein Fest des Glaubens werden“, lautet die
Ankündigung im Programmheft zum Eucharistischen Kongress.
Feierlicher Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss des
Eucharistischen Kongresses ist am Sonntag (9. Juni) ein
Pontifikalamt im Kölner Stadion, an dem auch Bischof Wiesemann
teilnehmen wird.
Eucharistischer Kongress
Der Eucharistische Kongress versteht sich als Zusammenkunft der
Gläubigen um das Zentrum des Glaubens: die Eucharistie als die
Gegenwart Jesu Christi in der Gestalt von Brot und Wein. Ausgehend
von einer Initiative aus Frankreich, gibt es seit dem Ende des 19.
Jahrhunderts eucharistische Kongresse in der katholischen Kirche,
sowohl nationale als auch internationale. Die Eucharistischen
Weltkongresse werden in zeitlichen Abständen von ein bis drei
Jahren veranstaltet. In Deutschland fanden bisher zwei
Eucharistische Weltkongresse statt: 1909 in Köln und 1960 in
München. is
Weitere Informationen: www.eucharistie2013.de
09.05.2013
Frühjahrssynode der Landeskirche im Zeichen der Jugend
Tagung vom 22. bis 25. Mai in Bad Dürkheim – Synode
erörtert auch Strategiepapier
Speyer/Bad Dürkheim- Vor allem im Zeichen
der Jugend steht die Frühjahrssynode der pfälzischen Landeskirche
vom 22. bis 25. Mai im Martin-Butzer-Haus in Bad Dürkheim. Motto:
„Mehr drin als du glaubst“. Am Schwerpunkttag, Freitag, 24. Mai,
stellt die Evangelische Jugend der Pfalz ihre Arbeit vor. Geplant
sind ein Podiumsgespräch mit der rheinland-pfälzischen Familien-
und Jugendministerin Irene Alt sowie ein Vortrag von Mike Corsa,
Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in
Deutschland. Die Synode verhandelt außerdem über die Ausrichtung
landeskirchlicher Handlungsfelder für eine finanzierbare Zukunft
und setzt sich mit dem Bericht des Kirchenpräsidenten für das Jahr
2012 auseinander.
Die pfälzische Landeskirche will junge Menschen vor dem
Hintergrund ihrer christlich-biblischen Tradition „überzeugend und
lebensdienlich“ begleiten, erklärten Kirchenpräsident Christian
Schad und der Jugenddezernent der Landeskirche, Oberkirchenrat
Gottfried Müller, bei der Vorstellung des Tagungsprogramms. In der
kirchlichen Jugendarbeit fänden Menschen unterschiedlicher sozialer
Milieus und Bildung zusammen. Sie leiste daher einen wertvollen
Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Als große
Herausforderung bezeichnete es Müller, Konfirmanden –und
Jugendarbeit sowie Schule miteinander zu vernetzen. Das bis 2017
angelegte Projekt „Evangelische Jugend vor Ort“ wolle vor allem
auch dem Trend entgegenwirken, dass viele Jugendliche nach der
Konfirmation der Kirche verloren gingen. Teil der Evangelischen
Jugend der Pfalz sind fünf freie Jugendverbände. Die Evangelische
Jugend hält in eigener Trägerschaft oder in Kooperationen 20
Einrichtungen der offenen Jugendarbeit vor.
„Mutig voranschreiten – den Wandel gestalten – Gott vertrauen“:
Der mit einer Portfolioanalyse 2012 angestoßene Prozess,
landeskirchliche Handlungsfelder auf Wirtschaftlichkeit,
Alternativen oder Maßnahmen zur Profilschärfung zu überprüfen, geht
in seine nächste Phase. Am Donnerstag, 23. Mai, erörtern die
Landessynodalen u. a. die Zukunft des Trifels-Gymnasiums in
Annweiler, der einzigen Schule in Trägerschaft der Evangelischen
Kirche der Pfalz. Mit ihrem Beschluss treffe die Synode eine
Richtungsentscheidung, sagte der Kirchenpräsident. Laut einer
Kostenanalyse sei die Fortführung von Schule und Internat unter
optimierten Bedingungen die wirtschaftlich günstigste Lösung,
erklärte der Bildungsdezernent der Landeskirche, Oberkirchenrat
Michael Gärtner. Die Landeskirche brauche eine Schule mit deutlich
evangelischem Profil, in der christliche Werte vermittelt werden,
so Gärtner. Die Beschlüsse der Landessynode sollen in die
mittelfristige Finanzplanung 2014 einfließen und im Doppelhaushalt
für die Jahre 2015 und 2016 wirksam werden.
Der Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz gehören 74
Mitglieder an, darunter 23 geistliche und 42 weltliche Gewählte,
sieben Berufene und zwei Jugendvertreter. Die Synode wird auf sechs
Jahre gewählt. Sie tagt zwei Mal im Jahr. Die öffentlichen
Sitzungen finden gewöhnlich im Frühjahr und im Herbst statt.
Hinweis: Die Landessynode der Evangelischen Kirche der
Pfalz findet vom 22. bis 25. Mai im Martin-Butzer-Haus in Bad
Dürkheim statt. Schwerpunktthema ist „Jugend“. lk
www.evkirchepfalz.de
09.05.2013
Diakonisse Anna Benz wird 100
Ihren 100. Geburtstag feiert am 10. Mai Diakonisse Anna Benz.
Geboren wurde sie am 10. Mai 1913 in Neuhofen, nach dem Umzug der
Eltern ist sie in Mannheim aufgewachsen.
Durch Konfirmation, Mädchenbund und Kirchenchor war sie der
Gemeinde verbunden. Nach dem frühen Tod ihres Vaters 1928 ging sie
als Haushaltshilfe zu Familien in Rheinau und im Pfarrhaus Wart.
Ein Krankheitsaufenthalt im Mannheimer Diakonissenkrankenhaus
führte zu der Entscheidung, dort einzutreten und Krankenschwester
zu werden.
Im Juli 1935 trat Anna Benz in das Mutterhaus in Mannheim ein,
arbeitete zuerst in Mutterhaus und Krankenhaus mit und absolvierte
von 1940 bis 1942 die Ausbildung zur Krankenschwester. Sie
arbeitete im Krankenhaus in Mannheim, während des Krieges auch in
Saarbrücken, dann in Wertheim und von 1946 bis 1949 im
behelfsmäßigen Krankenhaus in der Realschule in Ladenburg, wohin
die Diakonissen nach der Zerstörung von Mutterhaus und Krankenhaus
in F7 in Mannheim umgezogen waren, anschließend im
Diakonissenkrankenhaus in der Lüttichkaserne in Mannheim-Käfertal
und ab 1961 im neuen Krankenhaus auf dem Lindenhof.
1979 ging sie in den Ruhestand, half weiterhin im Feierabend,
der Pflegestation der Schwestern, mit und übernahm 1981 deren
Leitung. 2007 zog sie mit den Mannheimer Schwestern nach Speyer um.
Seither verlebt sie dort ihren Feierabend. Diakonissen
Speyer-Mannheim, Presse
08.05.2013
Zusatzfahrt des Dombauvereins nach Würzburg
Erste
Tagesfahrt ausgebucht - Zweites Angebot am 19. Juni
Speyer- Nachdem die erste Tagesfahrt nach
Würzburg bereits ausgebucht ist, bietet der Dombauverein am
Mittwoch, 19. Juni, in Zusammenarbeit mit dem Pilgerbüro Speyer
eine Zusatzfahrt an. Schwerpunkte der Besichtigungen bildet
zunächst am Vormittag der Dom. In seiner heutigen Erscheinung ist
der Kiliansdom vorwiegend ein Werk des 11. und 12. Jahrhunderts,
mit späteren Veränderungen. Mit einer Gesamtlänge von 105 Metern
stellt der Sakralbau eine der größten romanischen Kirchen
Deutschlands.
Nachmittags steht die nach Plänen des berühmten Baumeisters
Balthasar Neumann erbaute barocke Fürstbischöfliche Residenz auf
dem Programm. Die großartigen Fresken im einzigartigen Treppenhaus
und im Kaisersaal schuf 1751 bis 1753 der Venezianer Giovanni
Battista Tiepolo. Die Hofkirche der Residenz gehört als
bahnbrechende Raumerfindung Neumanns und dank der hohen Qualität
ihrer Ausstattung zu den Höhepunkten der Baukunst des Barock; die
Kirche wurde kürzlich umfassend restauriert.
Die Reiseleitung übernimmt der Kunsthistoriker Dr. Walter Appel vom
Dombauverein Speyer. Der Reisepreis beträgt 45 Euro und wird direkt
auf der Fahrt erhoben.
Weitere Information und Anmeldung: Dombauverein Speyer, Telefon 0
62 32/102-116 is
Brücke der Solidarität ins Heimatland des Papstes
7000 Euro für Ausbildungsprojekt in Argentinien (von links): Philipp Kiefer, Pilger-Chefredakteur Nobert Rönn, Norbert Jansen von Adveniat, Weihbischof Otto Georgens und Sabine Kiefer (mit Enkel).
St. Martiner Weingut Aloisiushof und Aktion
Silbermöwe des "pilger" unterstützen Adveniat-Projekt in
Argentinien
St. Martin- Die Familie
Kiefer vom Weingut Aloisiushof in St. Martin hatte im vergangenen
Jahr eine nachhaltig gute Idee. In Kooperation mit dem
Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat bietet die Familie seither einen
Solidaritätswein an - einen im Eichenfass gereiften Rotwein Cuvée
aus alten Lagen ihres Weingutes -, mit dessen Erlös ein
Ausbildungsprojekt in Argentinien unterstützt wird. Zwei Euro je
Flasche tragen dazu bei, dass in einer der ärmsten Regionen
Lateinamerikas Mädchen und junge Frauen die Chance zu einer
Ausbildung und damit zu einem menschenwürdigen Leben
erhalten.
Am 6. Mai konnte Weihbischof Otto Georgens, Bischofsvikar für
weltkirchliche Aufgaben im Bistum Speyer, in den Räumen des
Weingutes den bisherigen Erlös in Höhe von 3500 Euro entgegennehmen
- ein Betrag, der von der Aktion Silbermöwe der Speyerer
Bistumszeitung "der pilger" verdoppelt wurde. 7000 Euro sei eine
Summe, mit der man in Argentinien viel für die Menschen bewegen
könne, kommentierte Norbert Jansen von der Adveniat-Zentrale in
Essen das Ergebnis der Solidaritätsaktion.
"Ich freue mich ganz besonders darüber, dass das Geld einem
Bildungsprojekt im Heimatland unseres neuen Papstes zugute kommt",
unterstrich Weihbischof Georgens, der auch Verantwortlicher für das
kirchliche Hilfswerk Adveniat im Bistum Speyer ist. Papst
Franziskus lenke die Aufmerksamkeit auf die Armen, "die auch im
Zentrum der Projektarbeit von Adveniat stehen". Dabei werde mehr in
Menschen investiert als in Steine.
In den entlegenen Regionen im Nordwesten Argentiniens gibt es kaum
Bildungsmöglichkeiten. Gerade junge Mädchen brechen die Schule
häufig vorzeitig ab, um stattdessen ihre Familien zu unterstützen -
Ausbildung und Arbeit sind Mangelware. Das haben die
Augustinerschwestern erkannt, die in dem kleinen Andendorf Santa
María, in der Nähe von Cafayate, ein Internat für junge Frauen
unterhalten. Hier werden genau die Mädchen aufgenommen, die keine
andere Möglichkeit der Ausbildung haben. Die Schwestern wissen,
dass Bildung der Schlüssel ist für das persönliche Leben der
Mädchen und ihrer Familien wie auch für die Entwicklung einer
humanen Gesellschaft insgesamt. Georgens verwies auf das biblische
Leitwort der Adveniat-Aktion für das Jahr 2013: "Anfang der
Weisheit ist wahrhaftiger Hunger nach Bildung, Ziel der Bildung
aber ist die Liebe" (vgl. Weisheit 6,17). Dies treffe, so der
Weihbischof, den Kern der Adveniat-Arbeit.
Die Initiative zu der "Aktion Adveniat-Wein" war von der
Familie Kiefer ausgegangen. Mehrere Generationen leben und arbeiten
in dem Weingut unter einem Dach. "Unsere Kinder haben alle
Möglichkeiten der Bildung und damit Perspektiven auf ein gutes
Leben", erläutert der 32-jährige Philipp Kiefer. "Von diesem Glück
wollen wir etwas weitergeben. Deshalb diese Inititaive", fügt er
hinzu.
Weihbischof Georgens dankte der Familie Kiefer, die die
Solidaritätsaktion als "Gemeinschaftsaufgabe" sieht. Sein Dank galt
ebenso der Speyerer Bistumszeitung "der pilger". Sie hatte im
Vorfeld ausführlich über die Initiative und das Hilfsprojekt in
Argentinien berichtet. Von der Aktion Silbermöwe, dem
Leser-Hilfswerk der Zeitung, das einmalig ist in der deutschen
Presselandschaft, wurde der Erlös des Wein-Verkaufs aufgestockt.
"Zwischen St. Martin in der Pfalz und Santa Maria in Argentinien
liegen 11000 Kilometer. Über den Adveniat-Wein wird eine Brücke
geschlagen", so Weihbischof Georgens. "Ich wünsche mir, dass viele
an dieser Brücke mitbauen - auch in Zukunft." is; Foto
pilger
Hinweis: Der Adveniat-Wein (2011er Edition, trocken, 7,90 Euro)
kann auch weiterhin bezogen werden beim Wein- und Sekthaus
Aloisiushof, Mühlstrasse 2, 67487 St. Martin, Telefon: 06323/2099,
E-Mail: weinundsekthaus@aloisiushof.de
07.05.2013
Diakonisse Elfriede Brassat feiert 80. Geburtstag
Der Vorstand der Diakonissen Speyer-Mannheim (v. l. Pfarrer Dr. Werner Schwartz, Sr. Isabelle Wien, Karlheinz Burger) gratuliert Sr. Elfriede Brassat
Mit 150 Verwandten, Freunden,
Mitschwestern und Mitarbeitenden sowie Vertretern aus Politik und
Kirche feierte Oberin i. R. Diakonisse Elfriede Brassat am 4. Mai
ihren 80. Geburtstag.
Im Festsaal des Mutterhauses erinnerten sich Vorsteher Pfarrer
Dr. Werner Schwartz und Oberin Sr. Isabelle Wien gemeinsam mit der
Jubilarin an Stationen aus ihrem Leben. Vor allem hoben sie ihre
ehrliche und geradlinige Art und ihre ausgeprägte Gerechtigkeit
hervor, die sich im Privaten wie Beruflichen gezeigt habe und bis
heute zeige.
Geboren 1933 in Ostpreußen, floh die damals Elfjährige mit
Mutter und Schwestern zunächst nach Schleswig-Holstein, bevor sie
1951 in die Pfalz kam. Im Konfirmationsunterricht bereits auf das
Diakonissenwesen aufmerksam geworden, absolvierte Sr. Elfriede
zunächst eine Ausbildung in der Krankenpflege und Fortbildungen
unter anderem in Berlin, wo sie auch das kulturelle Leben genoss.
1965 wurde sie als Diakonisse eingesegnet.
In den nächsten Jahren war Sr. Elfriede vor allem als Internats-
und Lehrkraft tätig, zunächst in der Pflegevorschule in Speyer,
dann in der Haushaltungsschule in Bad Bergzabern. Anders als heute
sei das gewesen, berichtet die Jubilarin selbst: „Damals lebte man
mit den Schülerinnen unter einem Dach wie in einer kleinen Familie.
Dadurch hatte man viel Verantwortung für die jungen Menschen und
man hat auch gemerkt: Die Kinder brauchen einen.“
1972 wurde Sr. Elfriede Leitende Schwester im Speyerer
Diakonissenkrankenhaus. Heute heißt das Pflegedirektorin – aber
heute ist noch mehr anders: „Ich wohnte im Krankenhaus und die
Stationsleitungen hatten zu Beginn überall Diakonissen inne“,
erinnert sich die 80jährige. Die abnehmende Zahl der Diakonissen im
aktiven Dienst war nur eine der Veränderungen, die Sr. Elfriede in
den 25 Jahren ihrer Tätigkeit im Krankenhaus-Direktorium begleitete
und auch danach begleiten sollte: Als sie 1997 die Nachfolge von
Sr. Ilse Wendel als Oberin antrat, gehörten der Umbau des
Mutterhauses und die Unterbringung einer zunehmenden Zahl an
Schwestern im Feierabend zu ihren ersten Aufgaben. Darüber hinaus
war sie als Oberin beteiligt an der Gründung neuer Einrichtungen
wie z. B. dem Hospiz im Wilhelminenstift und der Maudacher
Werkstatt oder der Fusion des Diakonissen- mit dem
Stiftungskrankenhaus.
2004 ging Sr. Elfriede selbst in den Feierabend, in dem sie viel
liest und auch gern reist, zum Beispiel nach Schleswig-Holstein,
dem sie bis heute verbunden ist. Sie ist aber auch weiterhin in
Gremien der Diakonissen Speyer-Mannheim tätig und vielen Menschen
Ratgeberin und Unterstützung, wie Oberkirchenrat i. R. Dr. Horst
Hahn in seinem Grußwort im Namen der Landeskirche betonte.
Diakonissen Speyer-Mannheim, Presse
07.05.2013
Zwei neue Frauen an der Spitze des BDKJ-Diözesanverbandes
Delegierte der Diözesanversammlung beschließen
schulpolitisches Grundlagenpapier und Beteiligung am Ökumenischen
Pfingstfest 2015
Schönau/Südwestpfalz
- Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Diözese
Speyer hat zwei neue Vorstandsmitglieder. Die Diözesanversammlung
des Jugenddachverbandes wählte am Wochenende Heike Vogt (28) zur
hauptamtlichen BDKJ-Diözesanvorsitzenden. Sie ist Nachfolgerin von
Kirsten Glaser (27), die nicht mehr kandidierte, weil sie eine neue
Stelle in Trier antreten wird. Zur ehrenamtlichen
BDKJ-Diözesanvorsitzenden wählten die rund 60 Delegierten aus sechs
katholischen Jugendverbänden im Bistum Speyer Sarah Engels (28). In
ihren Ämtern bestätigt wurden BDKJ-Präses Pfarrer Andreas Sturm
(38) und BDKJ-Diözesanvorsitzender Felix Goldinger (33). Die
Amtszeit des Vorstandes beträgt drei Jahre. Die
BDKJ-Diözesanversammlung tagte in der Bildungs- und Freizeitstätte
Heilsbach in Schönau/Südwestpfalz. Die Jugendvertreter und
Jugendvertreterinnen beschlossen außerdem ein schulpolitisches
Grundlagenpapier, votierten für eine Beteiligung des BDKJ am
Ökumenischen Pfingstfest 2015 und setzten sich für die Schaffung
einer Stelle zur Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes im Bistum
Speyer ein. Sie befassten sich auch mit einem Entwurf für ein
Papier zu Standards in Verbänden, das im Rahmen des Reformprozesses
„Gemeindepastoral 2015“ erarbeitet wird. Thema war außerdem die vom
13. bis 16. Juni stattfindende 72-Stunden-Aktion des BDKJ unter dem
Motto „Uns schickt der Himmel“.
Die neue
BDKJ-Diözesanvorsitzende Heike Vogt stammt aus Ludwigshafen. Sie
engagierte sich viele Jahre in der Katholischen Jungen Gemeinde
(KjG) und als Messdienerin. An der Universität Mannheim studierte
sie Sozialwissenschaften und war als Honorarreferentin im Bereich
politische Jugendbildung im Heinrich-Pesch-Haus tätig. Seit 2010
arbeitete Vogt als Jugendbildungsreferentin im Bistum Limburg.
„Gesellschaftliche Rahmenbedingungen verändern sich und stellen die
katholische Jugend(verbands)arbeit vor Herausforderungen. Ich werde
Position beziehen für die Jugendverbände im Bistum Speyer und eine
starke Jugendverbandsarbeit“, so Vogt.
Sarah Engels ist in Niederwürzbach im Saarpfalzkreis
aufgewachsen. Sie studiert katholische Theologie und Neuere
Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität in Saarbrücken.
Neben dem Studium jobt sie beim Saarländischen Rundfunk. Seit 2003
ist sie ehrenamtliche BDKJ-Vorsitzende im Dekanat Saarpfalz. Auch
als BDKJ-Diözesanvorsitzende will sie künftig die Interessen der
Jugendverbände im Saarland unter anderem im Landesjugendring Saar
vertreten.Engels ist Mitglied der Katholischen Jungen Gemeinde
(KjG). Eines ihrer Anliegen ist, „dass Frauen und Mädchen in Kirche
und Gesellschaft gleichberechtigt werden.“
Pfarrer Andreas Sturm steht seit 2010 an der Spitze des
BDKJ-Diözesanverbandes und ist gleichzeitig Leiter der Abteilung
Jugendseelsorge im Bischöflichen Ordinariat in Speyer. Nach
Theologiestudium und pastoralpraktischer Ausbildung in Mainz, St.
Paul (USA), New York (USA), St. Ingbert und Speyer wurde er 2002
zum Priester geweiht. Danach arbeitete er als Kaplan in Landau St.
Maria. 2004 wechselte er in der Abteilung Jugendseelsorge, als
Geistlicher Leiter der Katholischen Jungen Gemeinde (KjG) und
Referent für Ministranten und Ministrantinnen. „Mir ist wichtig,
Kindern und Jugendlichen aus den Mitgliedsverbänden in Kirche und
Gesellschaft eine Stimme zu geben“, so Sturm. Dazu gehören für ihn
unter anderem eine gesicherte finanzielle Ausstattung der
Jugendverbandsarbeit sowie eine Freistellung von Seelsorgern und
Seelsorgerinnen für die Aufgabe der Geistlichen Leitungen in den
Verbänden.
BDKJ-Diözesanvorsitzender Felix Goldinger ist Pastoralreferent.
Der in Landstuhl geborene und jetzt mit seiner Familie in
Dudenhofen wohnende Diplom-Theologe gehört ebenfalls seit drei
Jahren dem Vorstand des Jugenddachverbandes an. Zuvor arbeitete er
als Referent in der Jugendkirche LUMEN in Ludwigshafen und in der
Kirchengemeinde Waldsee/Otterstadt. „Die Jugend ist Teil der
Kirche, ihre Gegenwart und Zukunft. Wir wollen sie deshalb auch
mitgestalten. Das gilt ebenso für die Politik, die die Interessen
von Kindern und Jugendlichen in angemessener Weise berücksichtigen
muss“, so Goldinger. Er gehört der JUNGEN KIRCHE SPEYER an.
Schulpolitisches Grundlagenpapier
verabschiedet
Mit
großer Mehrheit verabschiedete die BDKJ-Diözesanversammlung ein
schulpolitisches Grundlagenpapier, das vom Ausschuss „Visionen von
Schule“ erarbeitet worden war. In dem Papier wird Schule als
Erlebnis- und Lebensraum beschrieben, in dem nicht allein die
Vermittlung von Fachwissen im Vordergrund stehen sollte, sondern
die Entwicklung junger Menschen zu einer selbstbestimmten
Persönlichkeit. Voraussetzung dafür ist für den BDKJ ein soziales,
praxisorientiertes Lernen in einer transparenten und demokratischen
Schulkultur. Zu den dafür notwendigen und vom BDKJ geforderten
Rahmenbedingungen in Schule gehören dabei unter anderem eine
Überarbeitung der Lehrpläne, kleinere Klassen, eine Rückkehr zu G9,
gut ausgebildete Lehrer und Lehrerinnen und mehr und individuellere
Fördermöglichkeiten. Für Schüler und Schülerinnen müssten Freiräume
geschaffen werden, um ihnen eine Beteiligung und ein Engagement in
der Jugendverbandsarbeit zu ermöglichen.
Plädoyer für Einrichtung einer Stelle zur Umsetzung des
Bundeskinderschutzgesetzes
Die BDKJ-Diözesanversammlung plädierte für die Einrichtung einer
hauptamtlichen Stelle im Bistum Speyer, die für die Umsetzung des
Bundeskinderschutzgesetzes geschaffen wird. Das Gesetz sieht die
Einführung einer Führungszeugnispflicht für ehrenamtlich Tätige
vor. Für die dafür erforderlich Verwaltung ist nach Auffassung des
BDKJ eine Vertrauensperson nötig, die die ehrenamtlich
organisierten Verbände dabei unterstützt.
BDKJ beteiligt sich an Jugendprogramm des Ökumenischen
Pfingstfestes 2015
Vom 22. bis 25. Mai 2015 findet das Ökumenische Pfingstfest der
Evangelischen Landeskirche und der Diözese Speyer statt, in dessen
Rahmen es ein eigenes Jugendprogramm geben soll. Die
BDKJ-Diözesanversammlung hat beschlossen, dass sich der BDKJ als
Kooperationspartner der Abteilung Jugendseelsorge im Bischöflichen
Ordinariat an der Durchführung und Planung dieses Programm
beteiligt.
Kirsten Glaser verabschiedet
Im Rahmen der Diözesanversammlung verabschiedeten sich am
Samstagabend die Jugendvertreter und Jugendvertreterinnen mit
vielen kreativen Beiträgen von der bisherigen hauptamtlichen
BDKJ-Diözesanvorsitzenden Kirsten Glaser. Die aus Mussbach
stammende Sozialpädagogin stand drei Jahre an der Spitze des
BDKJ-Diözesanverbandes Speyer. Unter den Gästen der Feier waren
auch die Vorsitzende des Katholikenrates der Diözese Speyer, Maria
Fassnacht und Domkapitular Franz Vogelgesang. Die
BDKJ-Diözesanversammlung ist das höchste beschlussfassende Gremium
des Jugenddachverbandes, der rund 9000 Kinder und Jugendliche aus
Rheinland-Pfalz und dem Saarpfalzkreis vertritt.
BDKJ-Diözesanverband Speyer, Presse
05.05.2013
Festgottesdienst mit lebendigem Konzertcharakter
TonArt ist 25 Jahre
alt
von Franz Gabath
Böhl-Iggelheim - Unter dem Motto „Singt dem Herrn ein
neues Lied“ (Ps 98) wird in den protestantischen Kirchengemeinden
der „Sonntag der Kirchenmusik“ begangen. Dies nahm der Gospelchor
„TonArt“ aus Böhl-Iggelheim zum Anlass einen Gottesdienst, in der
protestantischen Kirche im Ortsteil Böhl, zu seinem 25-igjährigen
Bestehen, musikalisch zu gestalten.
Mit der Gospelmesse „Come Into His Presence“ von Helmut Jost,
hatte der Chor sich selbst eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt,
die die über 40 Sängerinnen und Sänger mit Bravur meisterte. Mit
„His Spirit Is Here“ (sein Geist ist hier), Bread Of Life“ (Brot
des Lebens), „Peace Shall Be With You“ (Friede sei mit euch), oder
May The Lord Send Angels“(Geh in Gottes Frieden), seien nur die
Lieder genannt, die in deutscher Sprache im Wechselgesang mit der
Gemeinde gesungen wurden.
Die gesamte
Gottesdienstgestaltung glich einem geistlichen Konzert. Die
Begeisterung der Sängerinnen und Sänger bei schwungvollen
rhythmischen Stücken sprang immer wieder spontan auf die
Gottesdienstbesucher über. Und getragene Weisen schwebten bei der
gefühlvollen Interpretation die der Chor an den Tag legte,
gleichsam engelsgleich durch den Kirchenraum. Die
Gottesdienstbesucher ließen sich einfach anstecken von der Freude
die „TonArt“ verbreitete. Solisten aus den eigenen Reihen, zeigen
die hohe musikalische Qualität des Ensembles. Karsten Skötsch
dirigierte engagiert und seine Sängerinnen und Säger folgten ihrem
musikalischen Leiter in allen Lagen.
Unterstützt wurde der Chor von einem Musikensemble, das auch aus
Chormitgliedern bestand. Besonders überrascht zeigte sich so manche
Besucherin und mancher Besucher, dass Pfarrer Tim Kaufmann nicht
nur dem Gottesdienst liturgisch vorstand, sondern als virtuoser
Schlagzeuger Chor und Musikgruppe unterstützte.
Und dass TonArt nicht umsonst geprobt hatte, zeigte die große
Besucherresonanz. Viel Lob wurde an die Sängerinnen und Sänger von
TonArt verteilt. „Solch einen guten Kirchenbesuch würde ich mir
jeden Sonntag wünsche“ erklärte Pfarrer Kaufmann dann doch etwas
wehmütig.
„TonArt“ weist jetzt schon darauf hin, dass das Jubiläumsjahr
mit einem Festkonzert am 1. Advent, also am 1. Dezember
2013, unter dem Motto „Best of TonArt, ausklingen
wird.
Weiter Informationen unter www.tonart-im–netz.de Bild:
fg
04.05.2013
Gottesdienste „zwischen Himmel und Erde“
An Christi Himmelfahrt ist vielerorts Saisonauftakt für
„Kirche im Grünen“
Landau: Im Wald, am Wanderweg und auf der Wiese
– Gottesdienste unter freiem Himmel sind beliebt. Auch die
Evangelische Kirche der Pfalz lädt wieder zur „Kirche im Grünen“
ein. Der Missionarisch-Ökumenische Dienst (MÖD) hat dazu eine
Broschüre herausgegeben, die Andachten auflistet, die bis Ende
Oktober in den Regionen Westpfalz/Saarland, Nord-, Süd und
Vorderpfalz „open air“ stattfinden. In vielen Kirchengemeinden ist
an Christi Himmelfahrt, 9. Mai, Saisonauftakt für Gottesdienste im
Grünen. Auch Pfingsten, 19. und 20. Mai, feiern viele
Kirchengemeinden im Freien. „Wenn die Regel auch bleiben soll, dass
Gottesdienste im Kirchengebäude stattfinden, so hat die Ausnahme
davon doch ihre Berechtigung: dass wir zum Schöpferlob auch einmal
ins Freie gehen und das Kirchendach gegen das Blätterdach
eintauschen“, schreibt Kirchenpräsident Christian Schad im Vorwort
der Broschüre
Ins Grüne laden an Christi Himmelfahrt, 9. Mai, u.a. die
Dekanate Winnweiler, Rockenhausen und Donnersberg um 11 Uhr zum
gemeinsamen Gottesdienst an der Keltenhütte auf dem Donnersberg
ein. Im Pirmasenser Neuffer Park (bei Regen in der Johanneskirche)
veranstaltet die Johanneskirchengemeinde Pirmasens am
Himmelfahrtstag um 11 Uhr einen Gottesdienst, musikalisch begleitet
von Posaunenchören aus Pirmasens und Rodenbach. Zur
Himmelfahrtswanderung mit anschließendem Gottesdienst trifft sich
die protestantische Kirchengemeinde Haßloch am 9. Mai, 10 Uhr, am
Jugendhof in Haßloch. Einen Gottesdienst „Zwischen Himmel und Erde“
gibt es am gleichen Tag um 10 Uhr auf der Burg Landeck bei
Klingenmünster. Am Pfingstsonntag, 19. Mai, lädt u.a. die
Kirchengemeinde Kusel zum Gottesdienst an der Jakobs-Buche Körborn
um 10 Uhr ein. Einen ökumenischen Gottesdienst gibt es am
Pfingstmontag, 20. Mai, 11 Uhr, auf der Limburg bei Bad Dürkheim,
musikalisch gestaltet vom Posaunenchor.
Auch die Weidenkirche auf dem Gartenschaugelände in
Kaiserslautern ist bis 31. Oktober Schauplatz mehrerer
Gottesdienste. U.a. gestalten Mitarbeiter des MÖD in der
Weidenkirche Gottesdienste am Pfingstsonntag sowie am 16. Juni und
am 25. August, musikalisch begleitet vom Pfälzischen
Posaunendienst. Beginn ist jeweils um 11 Uhr. In der
Michaelskapelle auf dem Michelsberg in Bad Dürkheim gibt es von Mai
bis September an jedem ersten Mittwoch im Monat, jeweils um 19 Uhr
eine ökumenische Abendandacht.
Hinweis: Das Faltblatt „Kirche im Grünen“ mit einer
Übersicht über die Andachten, die bis Ende Oktober in der Pfalz
unter freiem Himmel gestaltet werden, ist erhältlich beim
Missionarisch-Ökumenischen Dienst der Evangelischen Kirche der
Pfalz, Postfach 2205, 76812 Landau, Telefon 06341 / 9289-0, Fax:
06341 / 9289-25, E-Mail: info@moed-pfalz.de. Weitere Informationen
im Internet unter www.moed-pfalz.de. EVANGELISCHE
KIRCHE DER PFALZ, Presse
02.05.2013
„Vis-a-vis“: Hoffnung für Kranke und Gesunde
Evangelische
Kirchengemeinde Dudenhofen öffnet Treffpunkt – Konzept pfalzweit
ausbauen
Speyer/Dudenhofen- Der Name ist Programm:
„Vis-a-vis“, der christliche Dienst an Kranken und Gesunden, hat in
der Pfalz eine neue Anlaufstelle: In der evangelischen
Kirchengemeinde Dudenhofen ist der „Treffpunkt Hoffnung“ als Forum
für kranke Menschen und ihre Angehörigen eingerichtet worden. Hier
gibt es zum Beispiel Informationsmaterial für Krebspatienten und
Angehörige von Menschen mit Demenz, Bücher über Krankheit,
Gesundheit und Glaube, Vorsorgemappen und immer auch die
Möglichkeit zum Gespräch. Nach Auskunft von Projektinitiatorin
Angela Glaser hat mit Dudenhofen die sechste
Kirchengemeinde im Bereich der pfälzischen Landeskirche die Idee
von „Vis-a-vis“ umgesetzt.
Ein Seminar für interessierte Pflegefachkräfte am 26. und 27.
April im Evangelischen Gemeindezentrum in Dudenhofen informiert
über die Idee des aus England stammenden „Parish Nursing“
(Gemeindepflege), aus der heraus die Dudenhofenerin das Projekt in
Zusammenarbeit mit dem Missionarisch-Ökumenischen Dienst (MÖD)
entwickelt hat. Das Konzept sieht in den Kirchengemeinden
Gesprächsangebote und seelsorgerliche Begleitung, den Aufbau eines
Besuchsdienstes und eines Gesundheitsprogramms vor. Zu den
Angeboten zählen auch regelmäßige Schulungen und Kurse für
Pflegefachkräfte und Mitarbeiter aus Besuchsdiensten für kranke
Menschen.
Die Mitarbeiter von „Vis-a-vis“ werden im Presbyterium, im
Gottesdienst und im Gemeindebrief vorgestellt und sollen Kontakt
zur zuständigen Sozialstation und zum Krankenpflegeverein knüpfen.
Gedacht sei auch an einen Abholservice für die Kranken zum
Gottesdienst und an Gebetszeiten für kranke Menschen, sagt Glaser.
Die 50-Jährige ist Referentin für „Vis-a-vis“ des MÖD und baut den
„christlichen Dienst an Kranken und Gesunden“ mit einem Team aus
Theologen und Pflegefachkräften in der pfälzischen Landeskirche
auf. „Mit Vis-a-vis möchten wir Kirchengemeinden dabei
unterstützen, die Nöte und Sorgen von kranken Menschen und ihren
Angehörigen mit Hilfe einer Pflegefachkraft in den Blick zu nehmen
und Hoffnung weiterzugeben.“
Die Idee
des "Parish Nursing“ hat die gelernte Altenpflegerin in England
kennengelernt. Diese Erfahrungen in Verbindung mit ihrem Beruf
hätten sie bewogen, in Zusammenarbeit mit dem
Missionarisch-Ökumenischen Dienst ein auf die pfälzische
Landeskirche zugeschnittenes Pilotprojekt aufzubauen, sagt sie.
Mitmachen könnten Pflegefachkräfte, die ihr Fachwissen und ihre
Ideen in der Kirchengemeinde einbringen wollen. An den Schulungen
könnten aber auch Laien teilnehmen, die über Erfahrungen in der
Besuchsdienstarbeit verfügen. Die professionelle Arbeit der
diakonischen Beratungsstellen werde nicht ersetzt und auch keine
medizinische oder pflegerische Tätigkeit übernommen, sagt Glaser.
Sie will „Vis-a-vis“ längerfristig deutschlandweit konzipieren.
Hinweis: „Vis-a-vis“ ist mit dem „World Forum for Parish
Nursing“ und den „Lutheran Parish Nurses International“ vernetzt.
Am 30. Mai stellt Angela Glaser das Modell bei der Concordia
Conference der LPNI in Wisconsin (USA) vor. An der Conference
nehmen Parish Nurses aus Australien, Indien, Israel, Canada und den
USA teil. Weitere Informationen, auch über Kurse und Schulungen, im
Internet unter www.visavis-gemeindediakonie.de und
bei Angela Glaser, Telefon 06232 / 92841, E-Mail: info@visavis-gemeindediakonie.de.
www.evkirchepfalz.de EVANGELISCHE
KIRCHE DER PFALZ, Presse
27.04.2013
Mit modernsten technischen Mitteln neue Zugänge zum Speyerer Kaiserdom eröffnen
„Europäische
Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ präsentiert neues Medienpaket mit
Medienstation und digitalem Puzzlespiel
Von Gerhard Cantzler
Speyer- Neue, zeitgemäße Wege, um sich – je
nach Bedarf - mit wissenschaftlicher Ernshaftigkeit oder höchst
spielerischem Antrieb einen Zugang zu den Geheimnissen des
einzigartigen Speyerer Kaiser- und Mariendoms zu verschaffen, hat
jetzt die „Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ vorgestellt.
Im Domizil der Stiftung im Speyerer Judenhof konnten dazu der
Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Dr. Manfred
Fuchs und sein Geschäftsführer Karl-Markus
Ritter ein neues, u.a. mit tatkräftiger finanzieller Hilfe
der Dietmar-Hopp-Stiftung möglich gewordenes
Medienpaket vorstellen, das neben der mit großer wissenschaftlicher
Akribie geschaffenen virtuellen Rekonstruktion des Zustandes der
Kathedrale vor der Abnahme der Schraudolph-Fresken in den späten
1950er Jahren und dem wissenschaftlichen Präsentationswerkzeug zur
Domausmalung eine neuartige Medienstation sowie ein Computer-Puzzle
mit dem beziehungsreichen Titel „Die Geheimnisse des Kaiserdoms“
umfasst.
„Wir
unterstützen alles, was dem Dom dient und was gut für ihn ist!“,
bekannte sich Dr. Fuchs zu der Kathedrale, „und die
Schraudolph-Fresken waren uns immer ein wichtiges Anliegen“.
Deshalb sei er auch ganz persönlich überaus glücklich gewesen, als
im vergangenen Oktober im Kaisersaal über der Eingangshalle des
Domes die eindrucksvolle Dauerausstellung wesentliche Teile der
restaurierten Freskenzyklen eröffnet werden konnte. Nachdem die
Zahl derer immer kleiner wird, die - „dank der Gnade ihrer frühen
Geburt“, so Dr. Fuchs - den Dom noch in seiner Ausgestaltung vor
der großen Restaurierung erlebt haben, sei es um so wichtiger, mit
den heute möglich gewordenen Mitteln der virtuellen Rekonstruktion
die Erinnerung an diesen so wichtigen Abschnitt der Geschichte des
Gotteshauses zu bewahren bzw. sie wieder aufleben zu lassen.
Dr. Fuchs bedankte sich deshalb bei der Direktorin des
SWR-Landesfunkhauses Rheinland-Pfalz, Dr. Simone
Sanftenberg und SWR-Redakteur Patrick
Sommer, dass sie der „Stiftung Kaiserdom“ die
Fernsehbilder des Domes als Grundlage der virtuellen Rekonstruktion
überlassen hätten. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung erinnerte
auch an den genialen Restaurator Otto Schultz, der vor über fünfzig
Jahren eine Methode entwickelte, mit der die im frühen 19.
Jahrhundert geschaffenen Nazarenerfresken des bayerischen Hofmalers
Johann Baptist Schraudoplph aus dem Dom abgenommen und so
konserviert werden konnten, dass sie jetzt wieder in „alter Pracht“
im Kaisersaal gezeigt werden könnten.
Zum 100. Geburtstag von Otto Schultz erinnert seine
Heimatgemeinde Herxheim an den Künstler und bedeutenden Restaurator
in einer Ausstellung, die am kommenden Freitag, dem 26. April um
19.00 Uhr im Museum in Herxheim eröffnet und dort bis
einschließlich 7. Juli 2013 zu sehen sein wird.
In dieser Ausstellung wird auch eine der beiden Medien-Stationen
ihren ersten öffentlichen Auftritt haben, die gestern ebenfalls
vorgestellt wurden. Auf ihnen können ihre Benutzer zahlreiche
Informationen, Bilder, aber auch historische Filme über die große
Restaurierung des Domes in den fünfziger und sechziger Jahren des
vorigen Jahrhunderts sehen. Auch die neue virtuelle Rekonstruktion
wird in dem Informationspaket verfügbar sein. Eine Kurzfassung
dieses Filmes finden die Leser des SPEYER-KURIERs
übrigens schon seit längerem in diesem Blatt.
Klicken Sie dazu bitte auf diesen Button und
sehen Sie den kompletten Film. 
Eine ganz
andere, höchst unterhaltsame Form der Annäherung an die
Schraudolph-Fresken im Speyerer Dom bietet das neue Digitale
Puzzle-Spiel, das den Spielern unter dem Titel „Geheimnisse des
Kaiserdomes“ die Heiligen in der Domausmalung nahebringen will.
In drei Schwierigkeitsgraden werden dabei die Spieler – durch
das Puzzle begleitett von einem der Filmfigur des „Indiana Jones“
nachempfundenen „Achäologen“ - dazu aufgerufen, aus dem Schutt der
abgeschlagenen Bilder wieder ein komplettes Bild entstehen zu
lassen, indem sie den 80 in den Fresken dargestellten Heiligen ihre
jeweiligen Attribute zuordnen.
In dem interessant und spannend gemachten Spiel erfahren die
Benutzer viel über das Leben und Wirken der Heiligen und über die
Entschlüsselung von Heiligen-Darstellungen in Kirchen,
Kunstgalerien und in Museen. Das Spiel wird damit zu einem echten
Lernspiel, kann es doch helfen, die immer größeren Defizite über
diese Symbolsprache auszugleichen. „Geübten Spielern wird es
dadurch leichter fallen, sakrale Kunstwerke zu lesen und zu
entschlüsseln“, betonte Karl-Markus Ritter.
Das Spiel, das
wie das gesamte Medienpaket von der auf die virtuelle
Rekonstruktion historischer Bauwerke spezialisierten Firma
„archimedix“ in Ober-Ramstadt bei Darmstadt in Zusammenarbeit mit
einem international renommierten Entwickler elektronischer Spiele
kreiert wurde, kann von Kindern ab dem lesefährigen Alter gespielt
werden, ist aber auch für alle anderen Altersgruppen bis ins hohe
Alter hinein spannend und höchst informativ. Wie der
Geschäftsführer von archimedix, Dipl.-Ing. Reinhard
Munzel, erläuterte, sind „die Geheimnisse des Kaiserdomes“
plattformunabhängig programmiert und können ab dem kommenden
Wochenende per Download von der Internetseite der „Europäischen
Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ heruntergeladen werden. Die
Nutzung ist kostenlos.
Für
Dietmar Hopp, einem der Gründer des weltweit mit
großem Erfolg operierenden Software-Unternehmens
SAP in Walldorf und der nach ihm benannten
Dietmar-Hopp-Stiftung sei es ein Herzenanliegen
gewesen, mit einem solchen Projekt das Verständnis für und das
Interesse an der Speyerer Kathedrale zu unterstützen. Das erklärte
die zuständige Referentin in der Dietmar-Hopp-Stiftung,
Meike Leupold, bei der Präsentation des Medienpaketes. Die
Stiftung, die seit ihrer Gründung im Jahr 1995 gut 330 Mio. Euro
für gemeinnützige Zwecke ausgeschüttet habe, verfolge mit ihren
Aktivitäten insbesondere Projekte, „die Kinder für die Zukunft fir
machen sollen“, so Meike Leupold, Referentin in der im badischen
St. Leon-Rot ansässigen Stiftung
„Die moderne Technik hat den ausgemalten Dom in die Gegenwart
zurückgeholt“, freute sich Dr. Fuchs und dankte der
Dietmar-Hopp-Stiftung, die mit ihrer Spende von 50.000 Euro dieses
Projekt erst möglich gemacht habe. Weitere finanzielle Untertützung
habe das Projekt durch die Landesbank Rheinland-Pfalz, die
Hypo-Vereinsbank in München und die Landesstiftung Bayern
erfahren.
Jetzt aber
gilt es, die neu vorgestellten Medien für das einzusetzen, für das
sie so überzeugend geschaffen worden sind: Nämlich noch mehr
Freunde für den Speyerer Dom zu gewinnen, noch mehr Menschen in der
ganzen Welt mit der einzigartigen Geschichte dieser größten
romanischen Kathedrale der Christenheit diesseits der Alpen
vertraut zu machen.
Dazu sollen die beiden Medien-Stationen an entscheidendenen
Treffpunkten kunst- und kulturinteressierter Menschen aufgestellt
werden – jedes dieser auf langfristigen Einsatz ausgerichteten
Geräte kostet gerade einmal gut 2.000 Euro – gut angelegtes Geld,
wenn man den „guten Zweck“ gegenüberstellt. Als erstes will jetzt
der Vorstandsvorsitzende der Stiftung die Mitglieder des
Domkapitels davon überzeugen, dass eine solche Station auch im bzw.
im Nahbereich des Domes einen Platz finden sollte – vielleicht wäre
auch das neue Besucherzentrum ein angemessener Ort dazu – und dann
will Dr. Fuchs, wie er gegenüber dem SPEYER-KURIER
ankündigte, auch bei Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert
Lammert, der vor zwei Jahren die große Salierausstellung
in Speyer eröffnet hatte, eine Initiative mit dem Ziel starten, das
wertvolle Kulturgut „Kaiserdom zu Speyer“ vielleicht auch im
Deutschen Bundestag einer noch breiteren Öffentlichkeit zugänglich
zu machen. Denn wie hatte Dr. Fuchs eingangs der Präsentation doch
betont?: „Wir unterstützen alles, was dem Dom dient und was gut für
ihn ist!“ Informationen und download unter stiftung-kaiserdom@bistum-speyer.de
Foto: gc
24.04.2013
„Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ präsentiert neues Medienpaket - Bilderalbum
Vorbild für Integration und Toleranz
Kirchenpräsident und FCK
Vorstand betonen gemeinsame Verantwortung
Kaiserslautern- Fußball und Kirche haben
nach Auffassung des Vorstandsmitglieds des 1.FC Kaiserslautern,
Fritz Grünewalt, eine gemeinsame gesellschaftliche
Verantwortung beim Thema Integration und Toleranz. Vor dem
Zweitligaspiel des 1.FCK gegen den SC Paderborn 07 am Samstag
im Fritz-Walter-Stadion, betonte Grünewalt die Vorbildfunktion des
pfälzischen Traditionsvereins und der pfälzischen Landeskirche.
Kirchenpräsident Christian Schad übergab vor der legendären
Westkurve das diesjährige Plakatmotiv zum Thema „Reformation und
Toleranz“.
Mit dem Motto „Heimat ist, wo du niemals alleine gehst“ greife
die Initiative „Heimat | Kirche |Pfalz“ die
gemeinschaftsstiftende Funktion von Kirche und Sport auf, erklärte
der Kirchenpräsident vor mehreren tausend Zuschauern auf dem
Betzenberg. Das Plakatmotiv zeigt eine Kirchenbank im
Fritz-Walter-Stadion und wirbt dafür, „dass unterschiedliche
Talente in gutem Zusammenspiel zum Erfolg führen.“ Schad betonte,
dass es bei jedem Spiel um mehr als um Sieg und Niederlage gehe.
„Es geht auch um Grundhaltungen wie Respekt vor dem Gegner“, sagte
der Kirchenpräsident. Fairplay und Toleranz seien zwei Seiten einer
Medaille.
FCK-Vorstandsmitglied Fritz Grünewalt unterstrich, wie wichtig
es sei, neue Spieler in eine Mannschaft zu integrieren. „Wir können
viel voneinander lernen“, sagte Grünewalt, der sich gemeinsam mit
dem Kirchenpräsidenten gegen jede „dumpfe Intoleranz“ aussprach. Im
Blick auf die wahren Fans des FCK betonten Sport- und
Kirchenvertreter, dass diese ihre Mannschaft „vereint bis zur
letzten Minute“ unterstützten. Ein solcher Fan ist
Pfarrerin Iris Schmitt aus Einöllen. Die 40-Jährige besitzt seit
1996 eine Dauerkarte für die Spiele des FCK und geht gelegentlich
auch mit ihren Konfirmanden und den Sängerinnen ihres Kirchenchors
„auf den Betzenberg“. Vor dem Spiel gegen Paderborn war sie
nun zum ersten Mal auf dem Spielfeld.
Mit der Initiative „Heimat | Kirche | Pfalz“ rückt die
Evangelische Kirche der Pfalz seit dem Jahr 2010 jährlich
zwei ihrer Regionen und das jeweilige Jahresthema in den
Mittelpunkt der Betrachtung. Bei den dargestellten Themen
orientiert sich die Initiative an den Schwerpunkten der
Reformationsdekade, im Jahr 2013 ist es das Thema Toleranz. Für die
bildliche Umsetzung sorgt die Fotoagentur View, die grafische
Gestaltung liegt in den Händen der Antares-Werbeagentur in
Kaiserslautern. lk
20.04.2013
Countdown für 72-Stunden-Aktion läuft
Im Bistum Speyer machen schon 2700 Kinder und
Jugendliche in 117 Gruppen mit
Ludwigshafen/Speyer- Der Countdown zur
72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend
(BDKJ) läuft. Jetzt sind es noch genau zwei Monate, bis vom 13. bis
16. Juni bundesweit tausende Jugendliche in drei Tagen eine
gemeinnützige Aufgabe lösen, ehrenamtlich und selbst organisiert.
Einen Vorgeschmack darauf, wie kreativ und lebendig die Aktion sein
wird, haben heute Kinder und Jugendliche in Ludwigshafen gegeben.
Bei der Auftaktaktion für das Bistum Speyer sprühten sie gemeinsam
mit dem BDKJ-Diözesanvorstand das Logo zur Aktion an der
Jugendkirche LUMEN auf, die an diesem Tag ihren fünften Geburtstag
feierte. „Das ist ein Symbol dafür, dass die Jugendlichen mit
Engagement und Spaß in 72 Stunden Spuren hinterlassen werden“, so
BDKJ-Diözesanvorsitzende Kirsten Glaser. Auch an anderen Orten im
Bistum Speyer fanden Sprühaktionen statt.
Bislang haben sich im Bistum Speyer rund 2700 junge Menschen in
117 Gruppen angemeldet, um bei der Sozialaktion unter dem Motto
„Uns schickt der Himmel“ mitzumachen. Unterstützt werden sie von
rund 100 Engagierten in den zehn regionalen Koordinierungskreisen,
die vor Ort die Aktion organisieren. „Wir freuen uns,
dass so viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bereit sind,
gemeinsam Gutes zu tun und so die Welt ein Stück besser zu machen“,
so BDKJ-Diözesanvorsitzender Felix Goldinger.
Bundesweit haben sich bereits 2.850 Aktionsgruppen angemeldet.
Damit beteiligen sich schon jetzt rund 130.000 Aktive (85.500
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, 44.500 Unterstützer) in
allen 16 Bundesländern, 27 Bistümern und in 272 regionalen
Koordinierungskreisen. Anmeldungen sind über www.72stunden.de möglich.
Welche Herausforderung sie am 13. Juni erwartet, wissen
die Gruppen im Bistum Speyer zum großen Teil noch nicht. Die
meisten haben sich bei der Anmeldung für die sogenannte „Get it“-
Variante entschieden: Sie werden erst beim Start der Aktion
erfahren, welches Projekt sie bewältigen müssen. Bei der letzten
Aktion im Bistum Speyer im Jahr 2009 gestalteten Jugendliche zum
Beispiel ein Wochenende für die Bewohner eines Seniorenheimes,
legten einen Therapiegarten für Menschen mit Behinderungen an oder
organisierten eine Suppenküche für Obdachlose. „Die Aktionsgruppen
sind schon sehr gespannt und freuen sich auf ihren Einsatz“,
berichtet BDKJ-Diözesanvorsitzende Kirsten Glaser.
Prominente Unterstützung
Unterstützt wird die Aktion von zahlreichen Persönlichkeiten aus
Kirche, Politik, Gesellschaft, Kultur. Für das Bistum Speyer ist
Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann Schirmherr der Aktion. Für die
Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland haben die
Ministerpräsidentinnen Malu Dreyer und Annegret Kramp-Karrenbauer
die Schirmherrschaft übernommen.
Hauptunterstützer der 72-Stunden-Aktion sind das Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Deutsche
Bischofskonferenz, das bischöfliche Hilfswerk MISEREOR und das
Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Der bundesweite Medienpartner
katholisch.de sendet 72 Stunden live. Der Radiosender RPR1 und der
Saarländischen Rundfunk unterstützen als Medienpartner die Aktion
in ihren Sendegebieten. Sie werden die Aktion 72 Stunden lang mit
Reportagen, Berichten und Musik begleiten. Bei besonders kniffligen
Aufgaben leiten die Sender während der Aktion auch Hilferufe der
Gruppen weiter. In der Diözese Speyer begleitet außerdem die
Bistumszeitung „Der Pilger“ die 72-Stunden-Aktion seit dem Start
der Anmeldephase mit Berichten, Reportagen, Interviews. Alle
Informationen zur Aktion findet man unter
www.72stunden.de.
Der BDKJ ist der Zusammenschluss von 17 katholischen Kinder- und
Jugendverbänden mit insgesamt 660.000 Mitgliedern. In der Diözese
Speyer gehören dem BDKJ sieben Jugendverbände an. Sie vertreten die
Interessen von rund 9000 Kindern, Jugendlichen und jungen
Erwachsenen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarpfalzkreis. Weitere
Infos unter www.bdkj-speyer.de. Bund der
Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Diözesanverband Speyer,
Presse
14.04.2013
Neuer Dekan in Speyer gewählt
Markus Jäckle
wird Nachfolger von Friedhelm Jakob
Speyer- Markus Jäckle wird neuer Dekan des
Kirchenbezirks Speyer. Die Bezirkssynode wählte den 47-jährigen
Pfarrer aus Ebertsheim am Freitagabend im ersten Wahlgang mit 50
von 97 Stimmen. Für seine Mitbewerberin Annegret Henning votierten
28 Synodale, 17 stimmten für Jürgen Mock-Böhringer, Stefan
Jurkiewicz erhielt zwei Stimmen.
Jäckle ist seit 2006 Pfarrer in den Kirchengemeinden Ebertsheim
mit Mertesheim, Quirnheim und Kindenheim im Dekanat Grünstadt. Sein
Vikariat absolvierte der verheiratete Vater eines Sohnes in der
Kirchengemeinde Schwegenheim. Markus Jäckle ist Nachfolger von
Friedhelm Jakob, der seit 1997 Dekan in Speyer ist und im Sommer in
die Freistellungsphase der Altersteilzeit wechselt.
Der Kirchenbezirk Speyer hat rund 47.000 Mitglieder in 18
Kirchengemeinden. Zu den 23 Gemeindepfarrstellen kommen vier
Pfarrstellen mit besonderem Auftrag, zum Beispiel in der
Krankenhaus-, Militär- und Gefangenenseelsorge sowie vier
Pfarrerinnen und Pfarrer im Schuldienst. Darüber hinaus gibt es im
Gebiet des Kirchenbezirks 19 Kindergärten in protestantischer
Trägerschaft, sechs Beratungsstellen und vier ökumenische
Sozialstationen.
Evangelischen Kirche der Pfalz, Presse www.evkirchepfalz.de
13.04.2013
„Liebe miteinander leben“
Bistum
Speyer lädt Ehepaare zur „Feier der Ehejubiläen“ am 15. September
ein
Speyer- Zur „Feier der
Ehejubiläen“ im Dom lädt das Bistum Speyer für Sonntag, 15.
September, Eheleute aus der Diözese Speyer ein. Bischof Dr.
Karl-Heinz Wiesemann feiert mit den Paaren gemeinsam die
Eucharistie. Der Tag beginnt um 10 Uhr mit einem Pontifikalamt im
Dom, bei dem Bischof Wiesemann und weitere Seelsorger die Paare
einzeln segnen werden. Anschließend sind alle Jubelpaare zu einem
Sektempfang neben dem Dom eingeladen. Der Tag endet gegen 13 Uhr
mit dem Hochzeitswalzer vor der Kathedrale.
„Mit diesem Tag wollen wir die Paare ehren, die im Vertrauen auf
Gott die Ehe geschlossen und dieses Versprechen gehalten haben, ‚in
guten wie in schlechten Tagen’“, so Rita Höfer von der
Familienseelsorge des Bistums. „Die Paare lenken den Blick auf ihre
gelingende Paarbeziehung, sie strahlen Zuversicht aus und geben
damit ein Glaubenszeugnis für den Zuspruch Gottes - auch in
schweren Zeiten.“
„Von Herzen Danke für die schöne Feier der Ehejubiläen ….ganz ganz
herzlich … - einfach wunderschön!“ Dies ist nur eine von
vielen Rückmeldungen auf diesen Tag im vergangenen Jahr.
Aufgrund des bereits bekundeten hohen Interesses und der begrenzten
Platzzahl im Dom wird um eine rechtzeitige Anmeldung gebeten. Mitte
Juli erhalten die Paare eine Bestätigung und Einlasskarte für den
Dom. Für Begleitpersonen sind keine Sitzplätze vorhanden.
Kontakt: Bischöfliches Ordinariat, Frauen-, Männer- und
Familienseelsorge, Webergasse 11, 67346 Speyer, Telefon 0 62 32/102
288, E-Mail: ehe-familienseelsorge@bistum-speyer.de,
Internet. www.bistum-speyer.de is
Flyer zum Ausdrucken: 
10.04.2013
Hubertusmesse im Dom findet in diesem Jahr wieder statt
Großes Interesse bei Jägern und Landesjagdverband –
Bewahrung der Schöpfung soll stärker in den Vordergrund
treten
Speyer- Im November dieses Jahres wird im
Speyer Dom wieder eine Hubertusmesse gefeiert. Das hat das
Domkapitel nach Gesprächen mit dem Landesjagdverband
Rheinland-Pfalz beschlossen.
In zahlreichen Briefen hatten die Jäger ihren Wunsch nach einer
Hubertusmesse im Dom zum Ausdruck gebracht. Der Präsident des
Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz, Kurt-Alexander Michael, hatte
in einem persönlichen Gespräch in Speyer die Verbundenheit der
Jäger mit dem Heiligen Hubertus und der Kirche unterstrichen. Der
Entscheidung des Domkapitels, die Tradition der Hubertusmesse im
Speyerer Dom nach dreijähriger Pause wieder aufzunehmen, liegt die
Überzeugung zugrunde, dass die Jagd einen positiven Beitrag zum
Schutz und zur Bewahrung der Schöpfung leistet. Dieser Aspekt wird
bei der Gestaltung der Hubertusmesse im Dom künftig stärker in den
Vordergrund treten.
Die Hubertusmesse verbindet das Gedenken an den Heiligen Hubertus
als Patron der Jäger mit dem Dank an Gott als Schöpfer der Welt und
der Natur. Der genaue Termin der Messe ist noch offen.
is
10.04.2013
Festtag für 4.200 Kinder
Feier der Erstkommunion im Bistum Speyer
Speyer- Ein großer Festtag erwartet in den
kommenden Wochen rund 4.200 Mädchen und Jungen im Bistum Speyer: In
ihren Pfarrkirchen empfangen sie zum ersten Mal das eucharistische
Brot, die heilige Kommunion. Traditionsgemäß wird die Erstkommunion
am ersten Sonntag nach Ostern - am „Weißen Sonntag“ - gefeiert. Da
aber viele Pfarrer mehrere Pfarreien leiten, kann das Fest auch an
einem der darauffolgenden Sonntage der Osterzeit stattfinden.
Mit der Erstkommunionfeier werden die Kinder einer Jahrgangsstufe -
in der Regel im Alter von neun Jahren - voll in die
Gottesdienstgemeinschaft der katholischen Kirche aufgenommen. Über
mehrere Monate haben sie sich in kleinen Gruppen, meist unter
Anleitung von Eltern, auf das Fest vorbereitet. Dabei lernten sie
die Grundzüge des christlichen Glaubens kennen und machten sich mit
dem Leben der Pfarrgemeinden vertraut.
Der Name „Weißer Sonntag“ leitet sich von den weißen Gewändern ab,
die in der Frühzeit des Christentums die erwachsenen Täuflinge nach
ihrer Taufe in der Osternacht trugen. Am Sonntag nach Ostern wurden
die weißen Kleider, die auf die Reinigung durch die Taufe
hinweisen, wieder abgelegt. An diesen Brauch erinnern noch die
weißen Kleider der Mädchen am Erstkommuniontag. In manchen
Pfarreien tragen heute wieder alle Kommunionkinder während des
Gottesdienstes einheitliche weiße Gewänder. is
03.04.2013
Die Menschen mit Musik erreichen
Verkündigungsauftrag
als „wunderbare Herausforderung“: Kirchenmusikstudent Peter
Gortner
Speyer/Heidelberg- Dass er einmal Kantor
werden möchte, stand für Peter Gortner spätestens seit Ende seines
Freiwilligen Sozialen Jahres fest. Freilich hatte der 1989 geborene
Westpfälzer seine kirchenmusikalischen Talente da schon einige
Jahre vielfältig unter Beweis gestellt. Sein Werdegang vor dem
Studienbeginn 2010 an der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg
liest sich erstaunlich facettenreich.
Mit 14 Jahren, als Gymnasiast in Zweibrücken, begann Gortner mit
dem Orgelunterricht bei Johannes Hepp, von wo er zu Bezirkskantor
Maurice Croissant und ans Kirchenmusikalische Seminar Pirmasens
wechselte. Das beendete er mit 2009 mit der C-Prüfung, dem höchsten
Nebenamtsdiplom. Parallel dazu nahm sich die Zweibrücker
Gesangspädagogin Silvia Klauder seiner Tenorstimme an, zwei Jahre
gewährte der Freundeskreis der Evangelischen Jugendkantorei der
Pfalz, der Gortner seit 2005 angehört, ein Stipendium.
Dort, unter der Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Jochen
Steuerwald, habe er immens viel gelernt, sagt Gortner. Regelrecht
ins Schwärmen gerät er, wenn er von Maurice Croissant spricht, bei
dem er im Jugendchor „Unisono“ schon früh auch mal ans Pult durfte
und der ihn schließlich ermunterte, 2007 in seiner Heimatgemeinde
die Leitung des damals zwölfköpfigen Chors „Schir beMataná“ (das
ist hebräisch und bedeutet so viel wie „Ein Lied ist ein Geschenk“)
zu übernehmen. Dass er nach wie vor in der Pirmasenser
Bezirkskantorei aktiv ist, außerdem mit dem „Pfälzischen Vokal
Ensemble“ (Leitung: Maurice Croissant) und dem „Ensemble ´98“
(Leitung: Alexander Burda) auf Reisen geht und 2008 gar sein
eigenes Ensemble „Man(n) singt“ auf den Weg gebracht hat, erwähnt
Gortner ebenso beiläufig wie die nach wie vor wahrgenommenen
Orgeldienste zuhause.
An der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg sollen im
kommenden Jahr der B-Abschluss (Bachelor) und daran anschließend
das A-Examen (Master) Gortners Ausbildung abrunden. Nicht weniger
als 18 Fächer umfasst der Lehr-Kanon, der mittlerweile auch durch
interdisziplinäre Vernetzungen mit der Theologischen Fakultät der
Universität verknüpft ist. Die Kernfächer Orgel, Chorleitung,
Gesang, Improvisation und Klavier werden ergänzt unter anderem
durch Generalbass, Partiturspiel, Gehörbildung, Tonsatz, Jazzpiano
und nicht zuletzt theologische Disziplinen wie Hymnologie und
Liturgie.
„Diese Vielfalt, wenn sie auch anstrengend ist, fasziniert
mich“, sagt Gortner. „Verkündigung unseres christlichen Glaubens
ist für mich ein ganz starkes Motiv. Durch die Musik, im
Kantorenamt, arbeite ich mit sehr vielen Menschen zusammen; im
Kirchen- oder Posaunenchor, mit Jugendlichen ebenso wie mit
Senioren. Und ich erreiche viele Menschen auf einer tief
emotionalen und berührenden Ebene – auch solche, die eher
kirchenfern sind. Das ist eine wunderbare Herausforderung!“
Wenn es einmal mit einer Kantorenstelle in „seiner“ Landeskirche
klappen sollte, hätte er nichts dagegen einzuwenden. „Ich bin
nämlich ein sehr heimatverbundener Mensch.“
Hinweis: Informationen zum Studium an der Hochschule für
Kirchenmusik Heidelberg unter www.hfk-heidelberg.de. www.evkirchepfalz.de
EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Presse
03.04.2013
Saisoneröffnung bei strahlendem Sonnenschein
Kaisersaal und
Aussichtsplattform am Ostermontag erstmals wieder für Besucher
geöffnet – Brautpaar unter den ersten Gästen
Speyer- Ein frisch getrautes Brautpaar
gehörte zu den ersten, die am Ostermontag den Turm des Speyerer
Domes bestiegen. Nicht nur diesem lachte die Sonne, über 150
weitere Besucher nutzen das gute Wetter und die klare Sicht für
einen Aufstieg zur Aussichtsplattform in 60 Meter Höhe. Nach der
Winterpause, während der Kaisersaal und Turm für Besucher
geschlossen sind, begann die Saison so mit denkbar gutem Wetter und
in ebensolcher Stimmung.
Die ersten Besuchergruppen des Jahres waren bunt gemischt. Zu
denen, die an Aufstieg über die rund 300 Stufen wagten, gehörten
viele Ehepaare, einige Familien mit Kindern, amerikanische
Touristen und – direkt nach ihrer Trauung in der Afra-Kapelle des
Domes – das Brautpaar Malwina und Christian Ziehl. Die Idee hierfür
hatte Domkapitular Peter Schappert, der die beiden auch getraut
hatte.
So kam es,
dass nach der Eröffnung im vergangenen Herbst nun zum ersten Mal
ein frisch getrautes Paar den Kaisersaal besichtigte und den Turm
bestieg. Munter und sichtlich beschwingt machte sich die Braut samt
ihres weit ausladenden Reifrocks auf den Weg nach oben, gefolgt von
ihrem Mann und der Hochzeitsgesellschaft. Das gut ausgebaute
Treppenhaus erlaubte sogar den mit hohen Absätzen ausgestatteten
Damen den Aufstieg. Und der lohnte sich an diesem Tag in ganz
besonderer Weise, da sich den Besuchern der Aussichtsplattform bei
Sonne und klarer Winterluft ein grandioser Fernblick bot.
Auch der Kaisersaal wurde von zahlreichen Gästen ausgiebig
bestaunt. Dieser Raum über der Vorhalle des Domes, in dem neun
monumentale Fresken von Johann Baptist Schraudolph zu sehen sind,
setzte zum bunten Treiben in der Speyerer Innenstadt einen
feierlichen Kontrast. Bis Ende November sind Kaisersaal und Turm
nun für Besucher geöffnet.
Öffnungszeiten:
Dom: geöffnet werktags November bis März 9 – 17
Uhr, werktags April bis Oktober 9 – 19 Uhr, sonntags ganzjährig 12
– 17 Uhr, während der Gottesdienste ist eine Besichtigung nicht
möglich, an kirchlichen Feiertagen gelten gesonderte
Öffnungszeiten.
Kaisersaal und Aussichtsplattform: geöffnet
werktags April bis Oktober 9 – 19 Uhr, werktags November 9-17 Uhr,
sonntags April bis November 12 – 17 Uhr, letzter Einlass jeweils
eine Stunde vor Schließung.
Während der Gottesdienste sind Dom und Kaisersaal für
Besichtigungen geschlossen, bei Sonderveranstaltungen können Dom
und Kaisersaal ebenfalls fallweise geschlossen werden. An
kirchlichen Feiertagen gelten gesonderte Öffnungszeiten, die
zeitnah auf der Homepage des Bistums vermeldet sind www.bistum-speyer.de/dom
Hinweis:
Der Weg zum Kaisersaal führt über 90 Stufen, weitere 206 Stufen
führen zur Aussichtsplattform. Besuchern mit gesundheitlichen
Beeinträchtigungen wird der Besuch dieses Bereiches nicht
empfohlen.
Eintrittspreise:
Der Eintritt zum Dom ist
frei.
Kaisersaal und Aussichtsplattform: Eintritt für Erwachsene: 6 Euro,
Ermäßigter Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und
für Menschen mit Behinderung: 3 Euro
Eintritt für Familien mit mehreren Kindern: 15 Euro
Karten für den Besuch von Kaisersaal und Turm sind am
Kassencontainer an der Nordseite des Domes erhältlich.
Krypta: 3 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie für
Schwerbehinderte (mit entsprechendem Ausweis) ist der Eintritt zur
Krypta frei.
Führungen durch Dom und/oder Kaisersaal:
Telefon 0 62 32/102-118 (Bürozeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 12
Uhr sowie Montag und Donnerstag 14 bis 16 Uhr)
Fax 0 62 32/102-119
eMail: domfuehrungen@bistum-speyer.de
www.bistum-speyer.de/dom
Der Katalog zur Ausstellung:
Domkapitel Speyer, Hrsg., Fromme Einfalt, hehre Kunst? Die Speyerer
Domfresken von Johann Baptist Schraudolph, Pilgerverlag, 2012.
Bildband • Hardcover • gebunden • Fadenheftung • vierfarbig • 21 x
28 cm • 336 Seiten • über 150 Abbildungen • ISBN 987-3-942133-55-5
• 19,80 €
Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle
02.04.2013
„Auferstehung bricht mitten in das Leben ein“
Tausende Gläubige
besuchen an den Osterfeiertagen festlich gestaltete
Gottesdienste
Speyer- Mehrere tausend Gläubige besuchten an
den Osterfeiertagen die festlich gestalteten Ostergottesdienste im
Speyerer Dom. Stimmungsvoller Höhepunkt der Feierlichkeiten war die
Osternacht. Zu Beginn des fast dreistündigen Gottesdienstes
entzündete Bischof Wiesemann in der Domvorhalle die Osterkerze,
Symbol für den vom Tod erstandenen Christus. Nach dem Einzug in die
dunkle Kathedrale wurde das Licht an die Gläubigen weitergegeben,
deren brennende Kerzen die Kathedrale mit Licht füllten. Im Rahmen
der Hauptfeier des gesamten Kirchenjahres empfing ein Ehepaar aus
der Dompfarrei die Sakramente der Taufe, Firmung und
Eucharistie.
In seiner Predigt sagte der Bischof, Ostern sei das Fest, „an
dem wir spüren, dass die Lebenskraft Gottes größer ist als alles
Dunkel der Welt“. Der Glaube könne selbst in schwierigsten
Situationen einen Lebensmut und eine Lebensfreude geben, die sonst
so nicht möglich wären. Als eine „ganz besondere Freude“
bezeichnete der Bischof die Erwachsenentaufe. Das Ehepaar, das aus
Görlitz in der ehemaligen DDR stammt, fand in Speyer – fasziniert
von der Ausstrahlungskraft des Domes und angeregt durch das
Beispiel engagierter Christen – zum Glauben. Auch in anderen
Pfarreien des Bistums wurden in der Osternacht - gemäß
urchristlicher Tradition - Erwachsene getauft und gefirmt.
„Weil Christus in den
tiefsten Abgrund menschlicher Verlassenheit hinab gestiegen, ist,
dringt das Licht der Auferstehung gerade von Armen, Verlassenen und
Bedrängten her in diese Welt hinein“, machte Bischof Wiesemann in
seiner Predigt am Ostersonntag deutlich. Die Auferstehung vollziehe
sich nicht in einem weltfremden Jenseits, sondern sie breche mitten
in das Leben ein. Die Gegenwart des Auferstandenen mache Mut, sich
gegen alles Erniedrigende, Entwürdigende und Zerstörende mit ganzer
Kraft einzusetzen. So werde „die Angst verwandelt in überraschte
Freude, Trauer in liebende Begegnung, Zweifel in gläubiges Staunen,
Enttäuschung in ein neu entzündetes, brennendes Herz.“ Bischof
Wiesemann bezeichnete die Auferstehung als das „aggiornamento“ der
Kirche. Sie entwaffne die Menschen von allem, „mit dem wir uns
gegeneinander absichern“. Der Geist Gottes mache die Christen auch
heute zu „todesmutigen und lebensfrohen Zeugen der Auferstehung“ im
Einsatz für alle auf der Schattenseite, für soziale Gerechtigkeit,
für die Bewahrung der bedrohten Lebensgrundlagen und die gerechte
Verteilung der Güter dieser Erde.
Für die festliche musikalische Gestaltung der Osternachtsfeier
im Dom sorgten unter der Gesamtleitung von Domkapellmeister Markus
Melchiori die Schola Cantorum Saliensis, der Domchor, die
Dombläser, Domkantor Alexander Lauer und Domorganist Markus
Eichenlaub; zu hören waren unter anderem Werke von Palestrina und
Händels „Halleluja“. Im Gottesdienst am Ostersonntag brachten die
Jugendkantorei, der Domchor und die Dombläser die „Missa festiva
spirensis“ von Christian Heiß sowie Liedsätze von Vulpius und
Rutter zur Aufführung. is; Foto: is, Archiv SP
31.03.2013
Ostern weckt Hoffnung, Kraft und Zuversicht
Kirchenpräsident Schad
predigt im Ostergottesdienst in der Speyerer
Gedächtniskirche
Speyer- Ostern als das Fest der Auferstehung
Jesu weckt nach Auffassung von Kirchenpräsident Christian Schad die
Hoffnung und die Zuversicht, dass Liebe alles Leid überwinden kann
und Versöhnung und Frieden möglich ist. Vertrauen in Gott schütze
zwar nicht vor dem Tod, aber es überdauere ihn, sagte
Kirchenpräsident Christian Schad in seiner Predigt am Ostersonntag
in der Speyerer Gedächtniskirche.
Die Ostererzählung lade dazu ein, mehr zu hoffen, als sich nur
abzufinden und helfe, neue Wege zu erkennen, sagte Kirchenpräsident
Schad. Aus der Ostergeschichte lasse sich die Kraft schöpfen,
Konfrontationen und Gewalt zu überwinden, barmherzig zu sein
anstatt zu verurteilen und sich gegenseitig hoch zu achten anstatt
gering zu schätzen.
Es sei eine zerbrechliche Botschaft, die vom Osterfest ausgehe.
Es brauche Sicherheit und Klarheit, sich mit Verlust und Schmerz
abzufinden. Aber Himmel und Erde, Göttliches und Menschliches seien
nicht getrennt, sondern lägen ineinander. „Klug ist nicht nur, wer
mit trockenem Auge die Wirklichkeit analysiert. Weise ist auch, wer
in allem was er erlebt, den Himmel offen stehen sieht“, betonte der
Kirchenpräsident im Ostergottesdienst, den der Speyerer Dekan
Friedhelm Jakob und die Bezirkskantorei unter der Leitung von
Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger mitgestalteten.
Ostern ist das älteste christliche Fest und hat sich
wahrscheinlich aus dem jüdischen Passah-Fest entwickelt. Es wird
jährlich zum Gedächtnis des Todes und der Auferstehung von Jesus
gefeiert. Im Jahr 325 bestimmte das Konzil von Nicäa den Sonntag
nach dem ersten Vollmond im Frühling als Ostertermin. Seither wird
das Auferstehungsfest in den westlichen Kirchen zwischen dem 22.
März und dem 25. April begangen.
www.evkirchepfalz.de Evangelischen
Kirche der Pfalz, Presse
31.03.2013
Jesus am Kreuz mahnt an Frieden und Gerechtigkeit
Karfreitagspredigten
erinnern an das Leid der Gedemütigten und Schwachen
Kaiserslautern/Landau/Edesheim/Rhodt
Kirchenpräsident Christian Schad und die Oberkirchenräte Manfred
Sutter und Gottfried Müller haben in ihren Predigten an Karfreitag
an das Leid der Verfolgten, Gedemütigten und Schwachen erinnert.
Christen, Juden und Muslime dürften in ihrem Bemühen, den Dialog zu
suchen und gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten,
nicht nachlassen, sagte Kirchenpräsident Schad im Gottesdienst in
der Kaiserslauterer Stiftskirche. Er forderte auch dazu auf,
Kontakte zu ausländischen Mitbürgern zu pflegen und zu
intensivieren und auch auf diejenigen zuzugehen, die von
Gewaltbereitschaft erfüllt seien.
Oberkirchenrat Gottfried Müller betonte in seinen Predigten an
Karfreitag in Edesheim und in Rhodt, dass „das Sterben und
Sterbenlassen im Namen von Wahrheiten jedweder Art“ mit dem Tod
Jesu am Kreuz von Golgatha ein Ende haben müsse. Oberkirchenrat
Manfred Sutter unterstrich im Gottesdienst in der Landauer
Stiftskirche, das Kreuz Christi sei ein Mahnmal für die Opfer und
Gedemütigten dieser Welt. Immer wieder gebe es Versuche, das Kreuz
aus öffentlichen Räumen zu verbannen. Es sei aber ein falsches
Signal, Leid, Sterben und Tod aus der öffentlichen Wahrnehmung
verdrängen zu wollen. Wer das Kreuz aus der Öffentlichkeit unseres
Lebens entferne, raube den Leidenden ihre Hoffnung, sagte Sutter.
Zugleich sei das Kreuz Jesu eine Platzanweisung für Christen: ihr
Platz sei an der Seite der Opfer, der Gedemütigten, der Leidenden,
der Schwachen und Armen.
Die Gesellschaft brauche das Gespräch der Religionen und
Kulturen untereinander und auch die Einsicht, „dass der Unterschied
von Glaubensweisen nicht Gewalt rechtfertigt“, sagte
Kirchenpräsident Schad. Der Tod Jesu am Kreuz erinnere daran, dass
„Gott selbst mit den Menschen „hinabsteigt in den Staub. Jesus war
ganz Mensch – geboren von einer Frau. Es hat ihn getroffen, wie es
uns trifft“. Auf dem Höhepunkt der Passion seien Gott und Mensch,
Sohn und Vater nicht mehr auseinanderzudenken. Gott habe in Jesus
die Gesichtszüge eines Menschen angenommen. Daher sei ein
verachteter Mensch immer auch ein verachtetes Ebenbild Gottes.
Der Moment des Todes Jesu sei auch der Moment der Wende zum
Leben hin, in dem die Absicht Gottes mit sichtbar werde. Kein
Mensch dürfe wegen seiner Herkunft, seiner Hautfarbe oder seiner
Religion stigmatisiert, ausgegrenzt oder verfolgt werden, hob Schad
hervor. Der Kirchenpräsident forderte dazu auf, bewusst auch auf
denjenigen zuzugehen, „die keine Perspektive sehen und in der
Gefahr stehen, unbelehrbaren Rattenfängern und Kriminellen auf den
Leim zu gehen“.
Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung Jesu auf Golgatha vor den
Toren Jerusalems. Der Name leitet sich von „karen“ (altdeutsch:
wehklagen) ab.
Die Gottesdienste, die an diesem Tag gefeiert werden, stehen
ganz im Zeichen der Trauer. www.evkirchepfalz.de
Evangelischen Kirche der Pfalz, Presse
29.03.2013
Fruchtbarer und partnerschaftlicher Dialog
Ministerpräsidentin
Dreyer trifft Kirchenpräsident Schad – Dreyer engagiert sich bei
der Reformationsdekade
Mainz- „Die rheinland-pfälzische
Landesregierung ist und bleibt ein verlässlicher Partner der
Evangelischen Kirchen im Lande“, betonte die rheinland-pfälzische
Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei einem Arbeitsgespräch mit
Kirchenpräsident Christian Schad in der Staatskanzlei Mainz.
„Unsere Zusammenarbeit fußt auf einem fruchtbaren und
partnerschaftlichen Dialog“, sagte Dreyer. Der Kirchenpräsident
unterstrich das Prinzip der Subsidiarität, wonach der Staat viele
seiner Aufgaben der Kirche übertrage und diese ihrerseits den Staat
bei zentralen gesellschaftlichen Aufgaben unterstütze, wie im
Bereich der Kindertagesstätten oder der Diakonie.
Die Ministerpräsidentin und der Kirchenpräsident waren sich
einig, dass das diesjährige Themenjahr „Reformation und Toleranz“
der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine gleichzeitige
Konzentration auf den interreligiösen und den interkulturellen
Austausch ermögliche. Damit leiste es einen wertvollen Beitrag, um
den Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und
Religionszugehörigkeit zu fördern. „Ich freue mich, dass der
bundesweite Dialog zum Thema Toleranz in unserem Land seinen Anfang
nahm, denn das Themenjahr 2013 wurde in Worms eröffnet. Das
Engagement der Evangelischen Kirchen fördert die gegenseitige
Achtung und das gegenseitige Verständnis in der Gesellschaft, dafür
sind wir als Landesregierung sehr dankbar“, unterstrich die
Ministerpräsidentin.
Die Reformationsdekade mit ihren Themenjahren sei ein idealer
Ausgangspunkt für eine gesamtgesellschaftliche und werteorientierte
Debatte um die Gestaltung des sozialen Miteinanders, sagte Dreyer.
„Ich nehme daher gerne das Angebot von Herrn Schad an, im
Kuratorium für die Reformationsdekade mitzuwirken und mich
gemeinsam mit der EKD, den Landeskirchen, dem Bund, den
Lutherstädten und anderen Landesregierungen an der inhaltlichen
Ausgestaltung der Dekade und des Reformationsjubiläums zu
beteiligen“, betonte die Ministerpräsidentin.
Ministerpräsidentin Dreyer erklärte im Gespräch auch ihre
Bereitschaft, die Schirmherrschaft für den Helmut-Simon-Preis gegen
Armut und soziale Ausgrenzung zu übernehmen. „Das Engagement von
Menschen, die sich öffentlich für die Überwindung von Armut und die
gesellschaftliche Integration Betroffener einsetzen, verdient
unsere besondere Anerkennung“, unterstrich Dreyer. Der
Helmut-Simon-Preis trage dazu bei, den Einsatz von Personen,
Initiativen und Institutionen sichtbar zu machen, die einen
wirkungsvollen Beitrag zu echter Solidarität leisten.
Weitere Themen des Gesprächs waren die Finanzierung der
evangelischen Kindertagesstätten und der Sonntagsschutz. Dabei sei
der vorliegende Entwurf zum Sonn- und Feiertagsgesetz zwar eine
gute Gesprächsgrundlage, gehe aber der Landeskirche zu weit. „Hier
ist weiterer Gesprächs- und Beratungsbedarf, sagte
Schad. stk/ lk; Foto: stk-rlp
27.03.2013
Kaisersaal und Aussichtsplattform am Speyerer Dom wieder für Besucher geöffnet
Erstmals
Führungen buchbar - Verbessertes Beleuchtungsprogramm lässt Fresken
in neuem Licht erstrahlen
Am Ostermontag öffnen Kaisersaal und Turm am Dom zu Speyer
wieder ihre Pforten. Bereits mehr als 5.000 Menschen haben im
vergangenen November die Ausstellung der Schraudolph-Fresken im neu
gestalteten Kaisersaal und die Aussichtsplattform im Südwest-Turm
besucht. Aufgrund der kalten Witterung waren beide Angebote in den
Wintermonaten geschlossen. Ab 12 Uhr, nach der Ostermesse am 1.
April, erwarten die neuen Attraktionen am Speyerer Dom nun wieder
neue Besucher. Domkustos Peter Schappert freut sich über die
anhaltend große Nachfrage: „Seit Wochen rufen die Menschen bei uns
an und erkundigen sich nach Möglichkeiten, den Kaisersaal und die
Aussichtsplattform zu besichtigen. Diesem Interesse möchten wir
auch dadurch begegnen, dass wir in diesem Jahr Führungen
anbieten.“
150 Jahre nach seiner Erbauung wurde der Kaisersaal im
vergangenen Oktober erstmals einer breiten Öffentlichkeit
zugänglich gemacht. Der Raum über der Vorhalle des Domes beherbergt
eine Dauerausstellung mit neun monumentalen Fresken des Malers
Johann Baptist Schraudolph. Sie zeigen Szenen aus dem Leben des
heiligen Bernhard von Clairvaux, des heiligen Erzmärtyrers
Stephanus und des Papstes Stephan I. „Die Fresken zeigen das Wirken
der Kirche in der Welt. Jetzt erleben wir, dass sie gleichzeitig
die Welt zu uns in die Kirche holen“, so der Domkustos.
Voraussetzung für die neue Präsentation der Fresken war deren
gelungene Konservierung und Restaurierung. Ein Prozess der bereits
mit der Abnahme der Wandbilder vor mehr als 50 Jahren begann und
der noch nicht abgeschlossen ist. Dombaumeister Mario Colletto, der
die Neugestaltung des Kaisersaales konzipiert hat: „Die
Wintermonate haben wir dazu genutzt, um die Fresken weiter zu
restaurieren. Außerdem konnten wir ein Beleuchtungskonzept
entwickeln, dass die dargestellten Szenen in neuem Licht erstrahlen
lässt“. Als weitere Maßnahme ist unter anderem eine ornamentale
Einfassung der Fresken geplant. Diese wird in den Sommermonaten
ausgeführt, so dass die Besucher miterleben können, wie der Raum
sich verändert. Bis zum 1. Dezember bleiben Kaisersaal und
Aussichtsplattform für Besucher geöffnet.
Mit den steigenden
Temperaturen ist nun auch wieder der Aufstieg auf den Südturm
möglich. Die Aussichtsplattform befindet sich in rund 60 Metern
Höhe. Dort bietet sich dem Besucher ein einzigartiger Rundblick
über die Stadt Speyer, die Vorderpfalz und in die badische
Nachbarschaft. An Tagen mit guter Fernsicht überblickt man eine
Entfernung von mehr als 50 Kilometern. Der Blick reicht vom Pfälzer
Wald im Westen bis zu Odenwald und Schwarzwald im Osten. Vom
Domvorplatz erstreckt sich die Maximiliansstraße, die Fußgängerzone
im Zentrum der Stadt Speyer, die in einer leicht geschwungenen
Linie den Dom und das Altpörtel miteinander verbindet.
Besucherinformationen:
Dom zu Speyer, Domplatz,
67346 Speyer
www.bistum-speyer.de/dom
Öffnungszeiten:
Dom: geöffnet werktags November bis
März 9 – 17 Uhr, werktags April bis Oktober 9 – 19 Uhr, sonntags
ganzjährig 12 – 17 Uhr, während der Gottesdienste ist eine
Besichtigung nicht möglich, an kirchlichen Feiertagen gelten
gesonderte Öffnungszeiten.
Kaisersaal und Aussichtsplattform: geöffnet werktags April bis
Oktober 9 – 19 Uhr, werktags November 9-17 Uhr, sonntags April bis
November 12 – 17 Uhr, letzter Einlass jeweils eine Stunde vor
Schließung.
Während der Gottesdienste sind Dom und Kaisersaal für
Besichtigungen geschlossen, bei Sonderveranstaltungen können Dom
und Kaisersaal ebenfalls fallweise geschlossen werden. An
kirchlichen Feiertagen gelten gesonderte Öffnungszeiten, die
zeitnah auf der Homepage des Bistums vermeldet sind (www.bistum-speyer.de/dom)
Hinweis:
Der Weg zum Kaisersaal führt über
90 Stufen, weitere 206 Stufen führen zur Aussichtsplattform.
Besuchern mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen wird der Besuch
dieses Bereiches nicht empfohlen.
Eintrittspreise:
Der Eintritt zum Dom ist
frei.
Kaisersaal und Aussichtsplattform: Eintritt für Erwachsene: 6 Euro,
Ermäßigter Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und
für Menschen mit Behinderung: 3 Euro
Eintritt für Familien mit mehreren Kindern: 15 Euro
Karten für den Besuch von Kaisersaal und Turm sind am
Kassencontainer an der Nordseite des Domes erhältlich.
Krypta: 3 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie
für Schwerbehinderte (mit entsprechendem Ausweis) ist der Eintritt
zur Krypta frei.
Führungen durch Dom und/oder Kaisersaal:
Telefon 0
62 32/102-118 (Bürozeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 12 Uhr sowie
Montag und Donnerstag 14 bis 16 Uhr)
Fax 0 62 32/102-119
eMail: domfuehrungen@bistum-speyer.de
www.bistum-speyer.de/dom
Der Katalog zur Ausstellung:
Domkapitel Speyer,
Hrsg., Fromme Einfalt, hehre Kunst? Die Speyerer Domfresken von
Johann Baptist Schraudolph, Pilgerverlag, 2012. Bildband ·
Hardcover · gebunden · Fadenheftung · vierfarbig · 21 x 28 cm · 336
Seiten · über 150 Abbildungen · ISBN 987-3-942133-55-5 · 19,80 €
Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle
26.03.2013
Ab April können Modifikationsanträge eingebracht werden
Mitglieder des Diözesanen Forums beraten im Oktober über
Änderungsvorschläge zu den ersten vier Kapiteln des Konzepts
„Gemeindepastoral 2015“
Speyer- Am 1. April startet die
Eingabefrist für Modifikationsanträge zum Grundsatzpapier
„Gemeindepastoral 2015“, das beim Diözesanen Forum III im Oktober
2012 als Entwurf vorgestellt worden war. Bis Ende Juli haben die
stimmberechtigten Mitglieder des Diözesanen Forums die Möglichkeit,
Änderungs- oder Ergänzungsanträge zu den ersten vier Kapiteln des
neuen Konzepts für die Seelsorge in der Diözese Speyer
einzubringen.
Die Anträge sind beim Generalvikar als dem Sekretär des Diözesanen
Forums einzureichen. Ein entsprechendes Antragsformular steht auf
der Internetseite des Bistums zum Herunterladen bereit. Die Anträge
müssen folgende Angaben enthalten: den Namen des Antragsstellers,
die Angabe von Seite und Textzeilen, auf die sich der Antrag
bezieht, konkret ausformulierte Textbausteine, eine Begründung,
eventuelle Unterstützer des Antrages sowie Datum und Unterschrift
des Antragsstellers. Unmittelbar nach Posteingang erhält der
Antragssteller eine Eingangsbestätigung.
Nach dem Ende der Eingabefrist am 31. Juli sichtet der Vorstand des
Diözesanen Forums die Anträge und entscheidet, welche Anträge dem
Forum zur Diskussion vorgelegt werden. Wird ein Antrag vom Vorstand
des Diözesanen Forums abgelehnt, erhält der Antragsteller eine
entsprechende Information, zu der auch eine Begründung
gehört.
Das Diözesane Forum IV findet am 25. und 26. Oktober im Heinrich
Pesch Haus in Ludwigshafen statt. Die Beratungsunterlagen werden
den Mitgliedern bis zum 20. September zugesandt.
Antragsformular:
Das Antragsformular steht zum Herunterladen auf der Internetseite
des Bistums Speyer (www.bistum-speyer.de)
bereit.
Adresse zum Einreichen von Modifikationsanträgen:
Bischöfliches Ordinariat
Sekretariat des Diözesanen Forums
Generalvikar Dr. Franz Jung
Kleine Pfaffengasse 16
67346 Speyer
Telefon: 06232/102-213 (Sekretariat Alexandra Hoffmann)
E-Mail: generalvikar@bistum-speyer.de
is
24.03.2013
Auf den Spuren der „geheimen“, nichtöffentlichen Orte im Speyerer Kaiserdom
Rundgang
„Kaiserdom-virtuell.de“ in umfassender Ausbaustufe
vorgestellt
Von Gerhard Cantzler
Es war von Anfang an ein faszinierendes Projekt: Der virtuelle
Rundgang durch den Speyerer Kaiser- und Mariendom. Im Jahr 2011 zum
ersten Mal vorgestellt, konnten die Mitglieder der
nichtkommerziellen „Initiative Kaiserdom Speyer virtuell“ heute
eine umfassende Ausbaustufe dieses weithin beachteten Projektes
vorstellen. Seit heute nämlich führt dieser Rundgang jetzt auch zu
Punkten in der Kathedrale, die ansonsten für die Öffentlichkeit
nicht zugänglich sind.
Marco
Fraleoni, Geschäftsführer des Peregrinus-Verlags und
Herausgeber der Speyerer Bistumszeitung „Der Pilger“ und
Peter Hartung, Geschäftsführer von Screenday Productions
GmbH in Neustadt/Weinstraße – wie so viele Menschen in Speyer
und in der Region begeisterte 'Fans' des grandiosen Bauwerkes -
hatten die letzten Monate damit zugebracht, den spirituellen
'genius loci' des Gotteshauses und seine unvergleichliche
Architektur noch tiefer zu durchdringen, sie kunstvoll auf Film zu
bannen, um sie so den Liebhabern des Bauwerks noch weiter zu
erschließen bzw. neue Freunde für den Dom zu gewinnen.
Bei der heutigen Präsentation, die in ihrem ersten Teil im
Friedrich-Spee-Haus, im zweiten in der Sakristei des Domes
vonstatten ging, erinnerte Marco Fraleoni an die von
Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann bereits bei der Vorstellung
des ersten Rundgangs geäußerte Intention, „neben dem Bauwerk und
seinen Steinen auch die menschliche Dimension der Kathedrale
aufscheinen zu lassen“. Mit der Auswahl weiterer, hoch emotionaler
Standorte im Dom und ihrer Einbeziehung in den Rundgang glaube man
dieser Anregung des Bischofs entsprechen zu können, so Fraleoni,
der dazu auch den krankheitshalber entschuldigten Speyerer
Weihbischof Otto Georgens zu Wort kommen ließ, der in seinem
Grußwort zu der Präsentation geschrieben hatte: „Mit den neuen
Filmsequenzen zu Historie und Liturgie und mit der Musik sind jetzt
sprichwörtlich auch 'Mensch und Geist' im virtuellen Dom
zuhause!“.
Mit einem Augenzwinkern umriss Peter Hartung sodann die Absicht
der Realisatoren des neuen Rundganges, die Besucher des Domes „zu
Galaxien zu führen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat...“ -
einfach weil sie im Alltag nicht zugänglich sind. Als erste Station
führte er die Teilnehmer an dem Pressegespräch in virtueller Weise
beispielhaft auf den Nord-Ost-Turm der Kathedrale, von wo aus er
ihnen einen grandiosen Blick über das Langhaus auf das Westwerk des
Domes und auf die Speyerer Stadtsilhouette eröffnete. „Haben Sie
diesen Blick jemals genießen können?“ fragte Marco Fraleoni den
Vorsitzenden
des Dombauvereines, Dr. Wolfgang Hisssnauer. Der konnte
darauf verweisen, dass er in den fünfzehn Jahren seiner
Verantwortung für den Dombauverein nicht nur an den
„Mitgliedertagen“ mit vielen der inzwischen fast 2.800 Mitglieder
des Vereins an die ausgefallensten Plätze in der Kathedrale gelangt
sei. Dabei habe er immer wieder erfahren dürfen, dass der Dom nicht
nur dazu in der Lage sei, den Menschen rationale und cognitive
Aspekte zu vermitteln, sondern dass er ihnen auch auf emotionale
Weise Religiosität erlebbar mache. Dr. Hissnauer empfahl allen
Dombesuchern, das Bauwerk mit allen Sinnen auf sich wirken zu
lassen: Über Augen und Ohren, aber auch auch über die Haptilk – Dr.
Hissnauer: „greifen Sie einfach einmal die Steine an und nehmen Sie
auch den Geruch des Domes in sich auf!“
Auf Rückfrage von Marco Fraleoni bekannte der Vorsitzende des
Dombauvereins, dass sein Lieblingsort im Speyerer Dom der
Kaisersaal sei, aus dem sich dem Betrachter ein unvergleichlicher
Blick über Orgelempore und Hauptschiff bis zur Apsis öffne. Damit
war Dr. Hissnauer mit seinen Gefühlen nicht weit entfernt von denen
Marco Fraleonis, dessen Lieblingsort ein anderer, der
Öffentlichkeit verborgener ist: Das „Schwalbennest“ hoch über der
Orgelempore vor dem Spieltisch der imposanten neuen Hauptorgel.
Das ist
natürlich auch der Lieblingsplatz von Domorganist Markus
Eichenlaub, der mit Ausschnitten aus seiner neuen Orgel-CD
ebenso wie der Speyerer Domchor mit Ausschnitten aus dem „Gloria“
aus der zur 950-Jahr-Feier der Kathedrale entstandenen „Missa
Festina“ von Christian Heiß gleichfalls zu dem Projekt beigetragen
hat.
Für ihn sei die Orgel mehr als nur ein Arbeitsplatz, sondern es
sei „Geschenk und Gnade zugleich“, hier spielen zu dürfen, so
Eichenlaub. Natürlich könne der Spieltisch kein öffentlich
zugänglicher Ort sein und werde deshalb allenfalls einmal
verdienten Kirchenmusikern geöffnet, erläuterte Eichenlaub, der
sich bei möglichen künftigen Ausbaustufen des Projektes dafür
aussprach, dass der virtuelle Besuch auf der Orgel auch ein
differenzierteres Kennenlernen des Inneren des Instrumentes
ermögliche. „Es wäre wunderschön, wenn der Besucher z.B. einzelne
Registergruppen anklicken könnte“, schwärmte der Organist, der auch
ein großer Liebhaber der Kirchenglocken ist und deshalb auch die
Möglichkeit präferieren würde, auf virtuellem Wege die einzelnen
Domglocken zum Erklingen zu bringen,
Das würde auch Dr. Wolfgang Hissnauer begrüßen, der sich auch
die Aufnahme eines Besuchs in der Glockenstube des Domes sowie
einen Blick in die Domschatzkammer des Historischen Museums der
Pfalz mit ihrer neu eingerichteten Nachbildung der Historischen
Dombaustelle aus der Entstehungszeit der Kathedrale in den Rundgang
vorstellen könnte.
Alles Anregungen, die Peter Hartung – für die Zukunft -
aufmerksam zur Kenntnis nahm.
Nächster
„geheimer“, nichtöffentlicher Ort dieses Rundgangs durch den
Kaiserdom: Die Sakristei, in die nach Auskunft von Domkustos
Peter Schappert nur Personen Zutritt haben, die unmittelbar mit
der Vorbereitung und Gestaltung der Gottesdienste zu tun haben.
Hier stellte der Domkapitular die wertvollen liturgischen Geräte
und kostbaren Paramente vor, die in der Sakristei aufbewahrt
werden.
Die konnten dann die Teilnehmer an dem Pressegespräch nach einem
kurzen Gang hinüber in die Sakristei des Domes nicht mehr nur
virtuell auf dem dort aufgebauten Bildschirm bewundern, sondern
auch real ausgebreitet auf den Ankleidetischen des Raumes.
Domkustos Schappert hatte dort das Messgewand ausbreiten lassen,
das Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch im Mai 1987 in Speyer
getragen und das er danach dem damaligen Speyerer Bischof Dr. Anton
Schlembach überlassen hatte. Noch heute wird dieses Gewand bei
allen Gelegenheiten benutzt, die in einem Zusammenhang mit dem
Papst stehen, so zuletzt bei dem Dankgottesdienst zur Wahl des
neuen Papstes Franziskus vor einer Woche. Dazu präsentierte der
Domkustos auch die Mitra und den kostbaren „Wormser Krummstab“,
der, so Schappert, nur zu fünf besonderen Anlässen im Kirchenjahr
benutzt werde.
Dann das „schwarze Gewand“, eine Ausstattung, die anlässlich des
Requiems zur Wiederbestattung der im Dom beigesetzten Kaiser im
Jahr 1902 geschaffen wurde und die bis heute bei Totenoffizien
benutzt wird. „In der Sakristei gibt es über 300 Gewänder in den
liturgischen Farben“, informierte der Domkustos, wobei zu jedem
Anlass die Ausstattung für etwa 25 Geistliche bereitgehalten werden
müssten.
Und noch eine weitere Kostbarkeit wird auch in dem virtuellen
Rundgang präsentiert: Ein über 500 Jahre alter Kelch, „in einer
geradezu idealen Form“, wie Schappert bewundernd feststellte.
Derzeit wird der virtuelle Rundgang, dessen erste Ausgabe
bereits in den ersten beiden Monaten nach seiner Vorstellung über
35.000 Zugriffe verzeichnen konnte und der in über 90 Ländern der
Erde „angeklickt“ wird, nur in deutscher Sprache angeboten. In
künftigen Ausgaben, so Marco Fraleoni, sollte das Angebot auf
Fassungen in englischer, französischer und spanischer Sprache
ausgeweitet werden.
Auch der
Speyerer Städtische Beigeordnete Dr. Wolf Böhm, der als
Vertreter der Stadt Speyer – ebenfalls ein Partner der Initiative
„Kaiserdom Speyer virtuell“ - an der Präsentation teilnahm, zeigte
sich tief beeindruckt von dem Werk, das er als eine bedeutende
„Evolution in der Medienpädagogik“ bezeichnete, die für Speyerer
wie Fremde „ein völlig neues Dombewusstsein vermitteln“ könne.
Der virtuelle Rundgang durch und um den Speyerer Dom, der
inzwischen auch vergleichbare Projekte über die Kathedralen in
Mainz und in Fulda nach sich gezogen hat, wird unter www.kaiserdom-virtuell.de
auch auf allen Seiten des SPEYER-KURIER präferiert.
Zum Kaiserdom virtuell: 
23.03.2013
Rundgang „Kaiserdom-virtuell.de“ in umfassender Ausbaustufe vorgestellt - Bilderalbum
Nutzerfreundlich und zeitgemäß: Neue Website der Diakonie Pfalz ist online
Speyer- Prägnante
Bilder, einfache Bedienung und aktuelle Nachrichten: Die Diakonie
Pfalz hat ihre Website www.diakonie-pfalz.de
grundlegend überarbeitet und bietet ab sofort einen leichten Zugang
zu den Themen und Informationen der Diakonie Pfalz. Nach dem
Relaunch präsentiert sich die Website jetzt in neuer Optik und
verbesserter Übersicht.
Leichter Einstieg: „Unsere Nutzer sollen schnell und einfach die
für sie relevanten Informationen finden. Deshalb haben wir großen
Wert auf leichte Bedienbarkeit, Verständlichkeit und
Barrierefreiheit gelegt“, sagt Susann Eilers, verantwortlich für
den Relaunch in der Diakonie. „Wir bieten unseren Zielgruppen wie
rat- und hilfesuchenden Menschen, Menschen, die spenden oder sich
freiwillig engagieren möchten, Medienvertretern und der
Fachöffentlichkeit jeweils direkt auf ihre Bedürfnisse
maßgeschneiderte Inhalte.“ So erfahren Ratsuchende wie und in
welchen Belangen sie von den Mitarbeitern der Diakonie unterstützt
werden können, und gelangen per Klick auf einen Einrichtungsfinder
direkt zur Adresse eines Beratungsangebotes vor Ort.
Sehen, was aktuell ist. Die neue Startseite der Diakonie Pfalz
wartet mit großen, ansprechenden Bildern zu aktuellen Themen der
Diakonie auf.
Neu: Online-Spendenmöglichkeit. Bequem per Mausklick Gutes tun –
in der Nähe, aber auch weltweit. Spender können sich über die
aktuellen Projekte der Diakonie Pfalz sowie von „Brot für die
Welt“, „Diakonie Katastrophenhilfe“ und „Hoffnung für Osteuropa“
ausgiebig informieren.
Karriere: In der Rubrik Aktuelles sind die aktuellen
Stellenangebote zu finden und Hinweise auf die vielfältigen
Einsatzmöglichkeiten in der Diakonischen Arbeit.
Optisch ansprechend und bestens verlinkt: Bilder aus der Praxis
führen den visuellen Seiten-Aufbau auch auf den Inhaltsseiten fort.
Wer mehr wissen will, kann sich über weiterführende Links in die
einzelnen Themen vertiefen.
Technisch umgesetzt wurde die Website von der Südpfälzer
blindwerk - neue medien GmbH. Fotografiert hat für die Diakonie
Reiner Engwicht. Der Fotograf und Sozial-Pädagoge war bis zu seinem
Ruhestand selbst in der Erziehungsberatung der Diakonie in Neustadt
tätig. Diakonisches Werk Pfalz Pfalz, Presse
16.03.2013
Papst Franziskus I.: Anwalt der Armen – Option für mehr Gerechtigkeit in der Welt
Auch Speyerer
Weihbischof Otto Georgens angenehm überrascht über die Wahl des
neuen Papstes
Von Gerhard Cantzler
„Habemus papam!“ Die katholische Welt mit ihren mehr als
1,2 Milliarden Mitgliedern weltweit hat einen neuen Papst.
Franziskus I., so wird sich der Jesuit und bisherige
Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Mario Bergoglio S.J.
(76), zukünftig nennen. Mit ihm, den die Menschen in Südamerika
als „Bischof der Armen“ bezeichnet haben, werden die besonderen
Probleme dieses Erdteils voraussichtlich noch stärker in den
Blickpunkt der Welt rücken, so wie sie in diesen Tagen auch das
Bischöfliche Hilfswerk „misereor“ mit seinen vielfältigen
Aktivitäten im Rahmen der diesjährigen Fastenaktion herausgestellt
hat. Welche Auswirkungen diese Wahl auf die Weltkirche und auf die
Kirchen in Europa haben wird, kann heute wohl niemand absehen. Die
Situation in Deutschland jedenfalls dürfte er nicht zuletzt deshalb
gut kennen, weil er selbst in der zweiten Hälfte der achtziger
Jahre in Deutschland promoviert hat.
Der Speyerer Weihbischof Otto Georgens zeigte sich auf
Anfrage des SPEYER-KURIER mehr als angenehm überrascht über
diese Wahl. „Es war mein stiller Wunsch, dass ein Südamerikaner auf
den Stuhl Petri gewählt würde – dass es dann Kardinal Bergoglio
war, hat mich dann aber doch überrascht“, gestand Georgens. Die
Entscheidung des neuen Papstes, als erster in der langen Reihe der
Nachfolger des Apostels Petrus den Namen des heiligen Franziskus
anzunehmen, ist für Georgens, der als Bischofsvikar für
weltkirchliche Aufgaben „von Amts wegen“, aber auch aus ganz
persönlicher, tiefer Überzeugung ein glühender Verfechter der
Rechte der Menschen in der dritten Welt ist, ein programmatischer
Aufruf zur Bescheidenheit und zur Solidarität mit den Armen.
Ein erstes, eindrucksvolles Zeichen dafür habe der neue Papst
bei seinem Auftritt in der Loggia des Petersdomes gegeben, als er
sich vor den Gläubigen seiner neuen Diözese Rom und aus der ganzen
Welt verneigte und sie um ihr Gebet für sich und seinen Vorgänger
Benedikt XVI. bat. Foto: spk
14.03.2013
Stellungnahme von Kirchenpräsident Christian Schad zur Papstwahl
Hoffnung auf
Brückenbauer in der Ökumene
Mit der Wahl des Argentiniers Jorge Mario Kardinal Bergoglio
haben sich die Kardinäle für den ersten nichteuropäischen Papst
entschieden. Sowohl die Wahl seines Namens „Franziskus“ als auch
sein Engagement für Gerechtigkeit stehen für eine Spiritualität,
die Gebet und Weltzugewandtheit miteinander verbindet.
Wir gratulieren ihm als Protestanten von Herzen und wünschen ihm
für sein neues Amt Gottes Segen. Möge er ein Glaubensförderer sein
innerhalb seiner eigenen Kirche und über deren Grenzen hinaus.
Der neue Papst, der im konfessionell paritätischen Deutschland
promoviert wurde, weiß, dass das Gemeinsame und Verbindende
zwischen den Kirchen weitaus größer ist, als das, was uns noch
trennt.
Unterschiede klar zu benennen, ist das eine; auf dem Weg zur
Einheit – und das heißt zur wechselseitigen Anerkennung der Kirchen
voranzuschreiten, ist das heute Entscheidende. Damit steht und
fällt auch die Glaubwürdigkeit des christlichen Zeugnisses in der
Gegenwart.
Der Papst wird selbst als „pontifex maximus“ bezeichnet, als der
große „Brückenbauer“. Dass auch Franziskus I. Brücken baut,
innerhalb der römisch-katholischen Kirche, zwischen den Kirchen in
der Ökumene, aber auch zwischen den Religionen, den
unterschiedlichen Kulturen und Nationen – und dass er hilft, den
unmenschlichen Riss zwischen Armen und Reichen in der Einen Welt zu
überbrücken, das ist mein Wunsch.
Wir als Protestanten stehen dafür, dass in der Ökumene das Pro
stärker ist als das Kontra. Als Kirchen der Reformation bringen wir
unser Erbe in die Vielgestaltigkeit des einen Leibes Christi ein –
und werben dafür, dass die vielstimmige Melodie des Heiligen
Geistes sich auch zusammen mit dem neuen Papst mit innerer Freude
und äußerer Strahlkraft entfalten kann.
14.03.2013
Diakonissen verabschieden Kaufmännischen Vorstand nach 35 Jahren in den Ruhestand
Friedhelm Reith (links) wird von seinen Vorstandskollegen Oberin S. Isabelle Wien und Vorsteher Pfarrer Dr. Werner Schwartz verabschiedet.
Eine Woche vor seinem 60. Geburtstag verabschiedete sich
Friedhelm Reith nach 35 Jahren von den Diakonissen Speyer-Mannheim
in den Ruhestand.
Speyer- In einer kleinen Feier im Festsaal des
Mutterhauses nahmen Kollegen und Weggefährten am 6. März Abschied
von dem Kaufmännischen Vorstand, der 1978 als Direktionsassistent
seine Karriere in der damaligen Diakonissenanstalt begann. Über die
Position des Abteilungsleiters Finanzwesen und des
Stellvertretenden Verwaltungsdirektors wurde Friedhelm Reith 1994
in sein Amt als Leitender Verwaltungsdirektor eingeführt, in dem
er, mittlerweile unter der Bezeichnung Kaufmännischer Vorstand, bis
heute die Geschicke des Unternehmens mitbestimmte. „Sie haben an
der Expansion des Hauses großen Anteil“, bescheinigte
Kirchenpräsident Christian Schad, der es „als Ehre“ empfand, im
Namen der Landeskirche und als Verwaltungsratsvorsitzender der
Diakonissen Speyer-Mannheim eine Laudatio auf das scheidende
Vorstandsmitglied mit „diakonischem Leitungsstil“ zu halten.
Auf die Entwicklung des Unternehmens in den letzten 35 Jahren
ging auch Vorsteher Dr. Werner Schwartz ein. So hat Friedhelm Reith
zum Beispiel den Neubau von Bethesda in Landau, die Eröffnung des
Seniorenzentrums Haus am Schlossberg in Homburg, die Eröffnung des
Hospizes im Wilhelminenstift und des Seniorenzentrums Haus am
Germansberg sowie die Fusion des Diakonissen- mit dem
Stiftungskrankenhaus und zuletzt die Baumaßnahme zur
Zusammenführung der beiden Krankenhausstandorte begleitet. Die Zahl
der Mitarbeitenden ist in dem Zeitraum von 793 auf 3.680 gestiegen,
der Jahresumsatz von 24 Mio. Euro im Jahr 1978 auf 208 Mio. Euro
heute. Darüber hinaus hat Reith einige Wechsel in
Führungspositionen erlebt, sich bei Arbeitsantritt 1978 noch bei
Oberin S. Ilse Wendel vorgestellt, der Vor-Vorgängerin der heutigen
Oberin und Vorstandskollegin S. Isabelle Wien, die dem künftigen
Ruheständler zum Abschied „statt großer Worte“ ein Lied
widmete.
Nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb des Unternehmens
knüpfte der Volkswirt zahlreiche Kontakte, wie Oberbürgermeister
Hansjörg Eger feststellte. Er überbrachte den Dank für die gute
Zusammenarbeit auch im Namen seiner Vorgänger im Amt Christian
Roßkopf und Werner Schineller.
Die konstruktive und verlässliche Zusammenarbeit hoben auch die
Vorsitzenden der Mitarbeitervertretungen hervor, bevor Pfarrer Dr.
Werner Schwartz sich als Vorsteher aber auch ganz persönlich für
das vertrauensvolle Miteinander in der gemeinsamen Arbeit für das
Werk bedankte. Die Bedeutung des Miteinanders für die
Weiterentwicklung eines gesunden Unternehmens betonte auch
Friedhelm Reith, der die Gäste an einigen persönlichen Erinnerungen
an seine Zeit bei den Diakonissen Speyer-Mannheim teilhaben ließ,
bevor er zwar etwas wehmütig aber mit Blick auf seine Familie
schloss: „Nun freue ich mich auf einen neuen Lebensabschnitt.“
Am 1. April übernimmt Karlheinz Burger die Position des
Kaufmännischen Vorstands. Der 48jährige ist seit 1999 als Justiziar
und Leiter der Personalabteilung bei den Diakonissen
Speyer-Mannheim tätig.
Hintergrund:
Friedhelm
Reith ist 1978, ein Jahr nach seinem Diplom als Volkswirt, als
Assistent des damaligen Verwaltungsdirektors Gerhard Hildenbrand in
den Dienst der Diakonissenanstalt Speyer getreten, wurde 1985 zum
Abteilungsleiter Finanzwesen und innere Verwaltung, 1987 in den
Vorstand der Diakonissenanstalt Speyer, zunächst als
stellvertretender Verwaltungsdirektor, 1991 als Verwaltungsdirektor
und 1994 als Leitender Verwaltungsdirektor berufen. Seither steuert
er die Geschicke des Unternehmens zusammen mit dem Theologen und
der Oberin im Vorstand. Unter seiner Leitung hat sich das
Unternehmen deutlich fortentwickelt. 2001 wurden die Evangelischen
Heime Diemerstein in die Jugendhilfe der Diakonissenanstalt
übernommen, 2004 die Verschmelzung mit dem Diakonissenmutterhaus
Mannheim vollzogen und die Beteiligung am Diakoniekrankenhaus
Mannheim begründet, im gleichen Jahr die Fusion von Diakonissen-
und Stiftungskrankenhaus bewerkstelligt. Inzwischen haben die
Diakonissen Speyer-Mannheim die Anteile der Stadt Speyer am
Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus übernommen und die Beteiligung
von Klinikum Mannheim und Heinrich-Lanz-Stiftung bis auf einen Rest
von 5 % gekauft. Aus der Diakonissenanstalt mit 1.700
Mitarbeitenden im Jahr 1994 sind die Diakonissen Speyer-Mannheim
mit 3.500 Mitarbeitenden gewachsen, die durch die engagierte
Mitarbeit vieler in den vergangenen Jahren ihren guten Ruf als
stabiles, wirtschaftlich gesundes und entwicklungsstarkes
Sozialunternehmen im Südwesten Deutschlands gefestigt haben.
Friedhelm Reith ist außerdem als Geschäftsführer des
Diakoniezentrums Homburg und des Diakoniekrankenhauses Mannheim
tätig. Er ist Mitglied im Stiftungsvorstand der
Diakonissen-Stiftung Speyer und in Aufsichtsorganen von
Tochtergesellschaften, darüber hinaus arbeitet er in Gremien des
Kaiserswerther Verbandes deutscher Diakonissenmutterhäuser, der
Stiftung Diakoniewerk Friedenswarte Bad Ems, der Ev.
Kreditgenossenschaft mit.Diakonissen Speyer-Mannheim,
Presse
07.03.2013
Über Freude an der Musik den Zugang zu Gott finden
Diözesankirchenmusikdirektor Markus Eichenlaub, der Präsident des Allgemeinen Cäcilienverbands für Deutschland Prof. Dr. Wolfgang Bretschneider und Diözesanpräses Regens Markus Magin bei der Vorstellung des neuen Gotteslobs anlässlich des 9. Treffpunkts Kirchenmusik in Neustadt/W. (v.l.n.r.).
Neues Gotteslob bei Kirchenmusik-Tagung
vorgestellt
Zwölf Jahre dauerten die Vorarbeiten. Nun wurde das
neue "Gotteslob" anlässlich des „9. Treffpunkts Kirchenmusik“ den
Verantwortlichen in den Kirchenchören des Bistums Speyer
vorgestellt. Es wird ab dem 1. Adventssonntag 2013 als neues
gemeinsames Gebet- und Gesangbuch aller Bistümer in Deutschland und
Österreich sowie der Südtiroler Diözese Bozen-Brixen verwendet
werden.
Im Mittelpunkt des „9. Treffpunkts Kirchenmusik“ am
2. März im Herz-Jesu-Kloster in Neustadt standen Fragen der
Einführung und Möglichkeiten der Gestaltung der Chorarbeit mit dem
neuen Gesangbuch. Etwa 150 der rund 300 Kirchenchöre im Bistum
Speyer hatten Vertreter entsendet. „Uns lagen weitaus mehr
Anmeldungen vor“, berichtet Regens Markus Magin. Man habe die
Teilnehmerzahl aus Platzgründen jedoch auf 220 Personen begrenzen
müssen.In seiner Eröffnung unterstrich Regens Magin die Bedeutung
des diesjährigen Mottos „Loben Gott in Ewigkeit“. Im Anschluss
führte der ausgewiesene Gotteslob-Fachmann Professor Wolfgang
Bretschneider in das neue Werk ein. In einem lebendigen und
begeisternden Vortrag gelang es ihm, den Anwesenden die zahlreichen
inhaltlichen wie musikalischen Möglichkeiten des neuen Gotteslobs
zu veranschaulichen. Dabei stellte er die Bedeutung der Chöre für
die katholische Liturgie heraus: „Das Herz des Gottesdienstes
schlägt in der Musik“, so Professor Bretschneider. Begleitet von
Diözesankirchenmusikdirektor Markus Eichenlaub studierte Monsignore
Bretschneider mit den anwesenden Mitgliedern der Kirchenchöre
bereits zahlreiche Lieder des neuen Gotteslobs ein. Hierbei zeigten
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine musikalisch beeindruckende
Leistung, die bereits einen Vorgeschmack auf das Potenzial und die
stilistische Vielseitigkeit des neuen Gesangbuchs gab.
Entstanden
ist das neue Gotteslob im Zuge eines jahrelangen Prozesses. „Die
zwölf Jahre haben sich wirklich gelohnt“, resümiert Professor
Bretschneider, der als Präsident des Allgemeinen Cäcilienverbandes
für Deutschland und liturgischer Berater der Deutschen
Bischofskonferenz an der Entwicklung des neuen Gotteslobs
maßgeblichen Anteil hatte. Als „ein ganz neues Buch mit ganz neuen
Inhalten“ charakterisiert Regens Markus Magin das Gotteslob. Dem
Strukturwandel innerhalb von Gesellschaft und katholischer Kirche
kommt dabei besondere Beachtung zu. Unter dem Eindruck abnehmender
Priesterzahlen soll das neue Gotteslob gerade den ehrenamtlich
Engagierten eine Hilfestellung sein: „Auch Laien sollen zur
Durchführung gottesdienstlicher Feiern befähigt sein“, betont
Regens Magin, als Diözesanpräses verantwortlich für die spirituelle
Begleitung der Kirchenchöre und Kirchenmusiker in der Diözese
Speyer. Dazu wurde der Tageszeitliturgie nun erheblich größerer
Raum gegeben. Aber auch im täglichen Gebrauch soll das neue
Gotteslob ein wertvoller Begleiter für die persönlichen
Herausforderungen des Lebens sein.
„Das neue Gotteslob gibt die Möglichkeit, wieder
neu zu entdecken und zu erfahren, was eigentlich mit der
Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils beabsichtigt war“,
fasst Professor Bretschneider den Charakter des neuen Gotteslobs
zusammen. Diözesankirchmusikdirektor Markus Eichenlaub lobte den
„reichen Fundus an vielfältigen musikalischen Formen“. Man habe
„das Gute bewahrt, ohne die Augen vor Neuem zu verschließen“. Die
Teilnehmer des 9. Treffpunkts Kirchenmusik nahmen das neue
Gotteslob sehr positiv auf, zeigten sich bei der gemeinsamen
Erarbeitung ausgesuchter Lieder sehr engagiert. „Die Begeisterung
von Herrn Professor Bretschneider hat sich übertragen“, äußerte
eine Teilnehmerin ihren Eindruck vom Vormittag. Sie sieht im neuen
Gotteslob eine große Chance, insbesondere junge Menschen über die
Musik für den Glauben begeistern zu können.
Weitere Informationen zum neuen Gotteslob stehen ab
dem 8. März unter www.bistum-speyer.de
bereit. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle
04.03.2013
Bischof Wiesemann dankt Papst Benedikt für „mutiges Offenhalten der Gottesfrage“
Gottesdienst
im Dom erinnert zugleich an die Amtseinführung von Bischof
Wiesemann vor fünf Jahren – Bischof dankbar für „Dichte der
Erfahrungen und Begegnungen“
Speyer- „Er geht als großer, unbestechlicher
Zeuge für die unverfügbare Wirklichkeit Gottes in die Geschichte
ein“: Mit diesen Worten würdigte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann
den emeritierte Papst Benedikt XVI. im Rahmen eines Pontifikalamtes
im Speyerer Dom. Er sprach von einem „Pontifikat in stürmischer
Zeit“ und dankte dem zurückgetretenen Papst für „sein mutiges
Offenhalten der Gottesfrage auch gegen Widerstände und
Scheinplausibilitäten unserer Welt, hinter denen sich nur allzu oft
pure Machtinteressen oder rein innerweltliche Erlösungsphantasien
verbergen.“
Papst Benedikts Sorge um das „Anerkennen der Wirklichkeit Gottes
mitten in einer Welt, die immer mehr ohne Gott auszukommen scheint
und ihn immer häufiger geradezu systematisch auszuschließen
beginnt“, sei zugleich die Sorge um den Menschen, der ohne Gott
seinen Halt und seine Orientierung verliert. Die Gottesfrage sei
die Grundfrage, die heute an den „Scheideweg der menschlichen
Existenz“ führe. „Gott ist der Wirkliche und Wirkmächtige“: Diese
Urerfahrung des Volkes Israels verdichte sich in der Erkenntnis,
dass Gott sich nicht „beiseite schieben lässt – nicht aus dem
Bereich unseres persönlichen Lebens, nicht aus dem Bereich der
Vernunft und des Denkens, nicht aus der Öffentlichkeit und der
Gesellschaft der Menschen.“
Bischof Wiesemann erinnerte an die europäische Rede, die
Kardinal Joseph Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation 1990
im Rahmen des 2000jährigen Stadtjubiläums der Stadt Speyer im Dom
gehalten hat. Darin habe er deutlich gemacht, dass eine
Gesellschaft ohne Gott auf die Dauer aus sich selbst heraus
totalitäre Züge entwickelt. Ein Europa ohne Gott sei nicht nur ein
Verrat an der eigenen Geschichte und den eigenen Wurzeln, sondern
würde für die Welt über Europa hinaus zerstörerischen Charakter
entfalten. Ratzinger warnte vor einem „ungehemmten technischen
Können und einer bindungslosen Rationalität, die sich von den
großen sittlichen und religiösen Traditionen der Menschheit
abgelöst hat“, und rief auf zu einer Vernunft, „die über alles
Lernen und Können hinaus ihr Höchstes nicht vergisst: Vernehmen des
Ewigen zu sein, Organ für Gott“.
Der Gottesdienst im gut besuchten Dom war zugleich dem Gedenken
an die Amteinführung von Bischof Wiesemann vor fünf Jahren
gewidmet. „Diese fünf Jahre hier in der Pfalz sind von einer großen
Dichte der Erfahrungen, Begegnungen und kirchlichen und
zeitgeschichtlichen Herausforderungen geprägt“, bekannte Bischof
Wiesemann. Für diese „Dichte der Erfahrungen, die nicht spurlos an
mir vorübergegangen ist“, empfinde er Dankbarkeit und Demut.
Bischof Wiesemann dankte allen Gläubigen und Mitarbeitern, die ihn
in den fünf Jahren an der Spitze des Bistums Speyer begleitet und
unterstützt haben.
Die Capella Spirensis gestaltete den Gottesdienst mit Werken von
Claudio Monteverdi und Heinrich Schütz. Vor dem Dom engagierten
sich Mitglieder der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) mit
einer Aktion für den Sonntagsschutz. Auf Flugblättern, die sie an
die Gottesdienstteilnehmer und Passanten verteilten, erinnerten sie
an die Funktion des Sonntags als Familietag, „Kitt der
Gesellschaft“ und „Akku für die Woche“. „Ob Gottesdienst,
Sportveranstaltung, Wanderung, Familientreffen oder Lesen: Der
Sonntag gebe Zeit abzuschalten und für die Woche aufzutanken“,
lautete eines ihrer zentralen Argumente. Bischöfliches
Ordenariat Speyer, Pressestelle
03.03.2013
Kita+QM: „Qualität und Bildung für alle“
Erste Erfolge beim
Fachtag in Ludwigshafen gefeiert
Ludwigshafen/Speyer- „Wir wollen Qualität
und Bildung für alle“, sagte Oberkirchenrat Manfred Sutter
anlässlich des Fachtages Kita+QM im Heinrich-Pesch-Haus in
Ludwigshafen. Deshalb habe die Landeskirche gemeinsam mit dem
Diakonischen Werk Pfalz vor zwei Jahren die Qualitätsoffensive
Kita+QM gestartet. „Heute feiern wir“, sagte Sutter weiter.
Bislang hätten sich 93 evangelische Kindertagestätten an
Kita+QM beteiligt. 42 Qualitätsentwicklerinnen würden nach
der zweijährigen Fortbildung zur Weiterentwicklung ihres
evangelischen Profils und zur Sicherung ihrer Qualitätsstandards
mit einem Zertifikat ausgezeichnet. „Schon jetzt ist Kita+QM
eine Erfolgsgeschichte!“, unterstrich Sutter. „Ich danke allen, die
dazu beigetragen haben. Das Engagement des Projektteams, der
teilnehmenden Kindertagesstätten, der Träger und Eltern ist
beispielhaft!“, betonte Sutter.
„Ich freue mich vor allem darüber, dass sie mit Kita+QM
die Eltern in die Arbeit der Kitas einbeziehen und, dass sie die
Verankerung der Kita in ihrem Sozialraum berücksichtigen. Denn hier
sehe ich deutliche Parallelen zu unserem Landesprogramm Kita!Plus,
mit dem wir die pädagogische Arbeit der dahingehend
weiterentwickeln möchten, dass sie die die Eltern und Familien
stärker im Blick haben“, erklärte die rheinland-pfälzische Kinder-
und Jugendministerin Irene Alt und lud das Diakonische Werk Pfalz
ein, seine Erfahrungen mit Kita+QM in die ab 2015 geplante
Evaluation von Kita!Plus einzubringen.
„Mit Projekten wie Kita+QM nehmen kirchliche Träger ihre
Bildungsverantwortung ernst. Es geht dabei nicht um Engführung auf
religiöse Inhalte. Bildung, wie wir sie verstehen, heißt, Kinder in
ihrem Selbstvertrauen zu stärken und dazu ermutigen, für sich und
andere Verantwortung zu übernehmen“, erklärte der Pfarrer und
Religionspädagoge, Professor Frieder Harz. „Was Glaube ist und
bedeutet, das will von jedem einzelnen selbst bewegt und bedacht
werden. Darum ist mir das Theologisieren mit Kindern besonders
wichtig. Sie sollen auf biblisch-christliche Überlieferungen
aufmerksam werden und eigene Deutungsideen ins Spiel bringen“,
meinte Harz.
Für Karin Kirsch von der Protestantischen Kindertagestätte
„Sonnenschein“ aus Bosenbach war die Teilnahme an Kita+QM
„ein Gewinn“: „Alle haben profitiert. Das Team, die Kinder, die
Eltern, die Gemeinde. Wir sind zusammengerückt und lösen Probleme
gemeinsam.“
Pfarrer Stefan Bauer von der Ludwigshafener
Apostelkirchengemeinde war als „Träger von Anfang an mit im Boot“.
Die Qualitätsentwicklung durch das Diakonische Werk Pfalz, die
Orientierung am Rahmenhandbuch der BETA (Bundesvereinigung
Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder e.V.), der Ansatz bei
der religiösen Bildung und die Supervision für Trägervertreter
überzeugten ihn. „Jetzt arbeiten wir strukturiert zusammen“, hob
Bauer hervor.
Bettina Endres-Hoffmann und Sabrina Sopha von der
Protestantischen Kindertagesstätte „Regenbogen“ in
Bobenheim-Roxheim thematisierten den Umgang mit Beschwerden: „Bei
uns sind Beschwerden als konstruktive Kritik zur Weiterentwicklung
unserer Qualität erwünscht. Wir greifen sie systematisch auf und
erarbeiten Maßnahmen kundenorientiert und zügig.“ Bezirkskantor
Torsten Wille gestaltete den Fachtag musikalisch.
www.diakonie-pfalz.de Diakonisches
Werk Pfalz, Speyer, Presse
02.03.2013
Neustadter Stiftskirche feiert „Jahrhundertprojekt“
Festwochenende
zum Abschluss der Sanierungsarbeiten – „Sensationelle
Anteilnahme“
Neustadt- Nach zweieinhalbjähriger
Sanierungszeit feiert die Neustadter Stiftskirchengemeinde vom 8.
bis 10. März die Wiedereröffnung des protestantischen Teils der
Simultankirche. Das Festwochenende läuten am Freitag, 8. März, um
18 Uhr alle sieben Glocken ein, darunter auch die 14 Tonnen schwere
„Kaiserglocke“. Kirchenpräsident Christian Schad sieht in der
gemeinsam genutzten Stiftskirche eine Verpflichtung zur Ökumene und
zur sichtbaren Einheit der Christen. Die beiden Türme seien
Neustadts Wahrzeichen. Sie stünden für die Nähe Gottes und für die
menschliche Gemeinschaft. Bei der Wiedereröffnungsfeier, an der
auch der ehemalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt
Beck, teilnimmt, spricht Kirchenpräsident Schad ein Grußwort.
Die Stiftskirche präsentiere sich „vom Boden über die Wände bis
zur Decke grundlegend saniert“, sagt Pfarrer Oliver Beckmann.
„Unser Ziel war es, soweit es ging, den mittelalterlichen
Bauzustand wieder herzustellen.“ Gleichzeitig werde die Kirche mit
modernster Technik ausgestattet und biete so vielfältige
Präsentationsmöglichkeiten. Die im 14. Jahrhundert erbaute
Stiftskirche zählt kunsthistorisch und architektonisch zu den
bedeutendsten gotischen Bauten der Vorderpfalz. Seit 1705 wird das
Kirchenschiff von Protestanten, der Chor von den Katholiken
genutzt. Die Sanierungsarbeiten im protestantischen Teil hatten
2010 begonnen. Dabei waren unter anderem hochwertige Malereien im
Kirchenschiff freigelegt und Heiligen- und Engeldarstellungen unter
dem dunkelgrauen Deckenputz am Chorbogen entdeckt worden.
Die Gesamtkosten der Sanierung beziffert Pfarrer Beckmann auf
rund 1,85 Millionen Euro. Jeweils ein Drittel tragen Landeskirche
und Stiftskirchengemeinde, ein Drittel wird durch Zuwendungen von
Bund und Land abgedeckt. Allein der Bau- und Förderverein habe mit
seiner Steinstifter-Aktion die Maßnahme mit rund 75.000 Euro
unterstützt, erklären die Vorsitzenden Christiane Conrad und Frank
Sobirey.
Die Renovierung der Stiftskirche sei ein „Jahrhundertprojekt“,
so Beckmann, das nicht zuletzt durch eine „starke
Mannschaftsleistung und sensationelle Anteilnahme“ möglich geworden
sei. „Um dieses Bauwerk zu erhalten, sind wir weiter auf Spenden
angewiesen“, appelliert Conrad an jeden, „dem die Stiftskirche am
Herzen liegt“. Gelegenheit dazu gibt es u.a. am Samstag, 9. März.
Am Tag der Offenen Tür, ab 10 Uhr, können die Besucher Bodenplatten
und Festschrift erstehen. Der Tag endet um 17.30 Uhr mit einer
Kurzandacht. Am Sonntag, 10. März, 10 Uhr, findet ein
Festgottesdienst mit Dekan Armin Jung statt. Den musikalischen
Rahmen gestalten die Neustadter Stiftskirchenkantorei unter der
Leitung von Bezirksantor Simon Reichert sowie der Posaunenchor
unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Traugott Baur. Ein
Benefizkonzert zugunsten der Stiftskirche mit dem Luxemburgischen
Sinfonieorchester unter der Leitung von David Reiland und
Bezirkskantor Simon Reichert an der Orgel beginnt um 16 Uhr. Der
Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.
Bedeutend ist die Neustadter Stiftskirche auch als Grabstätte
des Reformators Zacharias Ursinus, der 1583 dort beigesetzt wurde.
Die pfälzische Kirchenordnung und der Heidelberger Katechismus,
Bekenntnisschrift der reformierten Kirche in Deutschland, gehen auf
Ursinus zurück. 2013 begeht die die pfälzische Landeskirche das
450-jährige Jubiläum des Heidelberger Katechismus. Bereits am
Mittwoch, 6. März, gibt es daher in Neustadt eine Führung auf den
Spuren von Ursinus mit dem Leiter des Religionspädagogischen
Instituts, Pfarrer Michael Landgraf. Start ist um 17 Uhr am
Rathaus. Anschließend, ab 18 Uhr, serviert die
Stiftskirchengemeinde im Casimirianum Kulinarisches aus der Zeit
des Ursinus. Um 19 Uhr beginnt ein Abend mit Musik aus reformierter
Tradition – vorgetragen vom Vocalensemble Neustadt unter der
Leitung von Ulrich Loschky – und mit Michael Landgraf als Zacharias
Ursinus. Das Ensemble hat extra für das Ursinusjahr eine CD
erstellt, die an diesem Tag erstmals verkauft wird.
Hinweis: Spenden können eingezahlt werden auf das Konto
650650 des Bau- und Fördervereins Stiftskirche bei der Volksbank
Kur- und Rheinpfalz, Bankleitzahl 54790000. Mehr zum Thema im
Internet unter www.stiftskirche-nw.de.
EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Speyer,
Presse www.evkirchepfalz.de
28.02.2013
Gott suchen und Brücken bauen
v.l. Gottfried Müller, Daniela Nelson, Astrid Grob, Ksymena Humbert, Thorsten Grasse, Petra Dell, Kirchenpräsident Christian Schad. (lk)
Neuen Pfarrerinnen und Pfarrern Ernennungsurkunden
verliehen
Speyer- Als Brückenbauer zu Menschen, die
der Kirche kritisch oder distanziert gegenüberstehen, hat
Kirchenpräsident Christian Schad die neuen Pfarrerinnen und Pfarrer
der Evangelischen Kirche der Pfalz bezeichnet. Bei der Verleihung
der Ernennungsurkunden im Landeskirchenrat in Speyer forderte Schad
die neuen Kollegen auf, nicht nur die Kerngemeinde, sondern auch
die Distanzierten und Ausgetretenen im Blick zu behalten. Nach dem
zweiten theologischen Examen treten vier Pfarrerinnen ihren Dienst
in der Landeskirche an, ein Theologe geht als wissenschaftlicher
Mitarbeiter an die Universität Mainz.
Der Kirchenpräsident forderte dazu auf, „Verständigungsprozesse
zwischen Menschen verschiedener Lebensstile und unterschiedlicher
Glaubenserfahrung zu initiieren“. Die Stärke der Volkskirche liege
darin, die Individualisierung der Lebens- und Frömmigkeitsformen in
sich aufzunehmen und miteinander zu verknüpfen. „Vielfalt ist
unsere Stärke“, betonte Schad.
Dabei befinde sich die Kirche in einer Spagatsituation.
Einerseits verstehe sich die Weitergabe des christlichen Erbes
nicht mehr von selbst. „Wo aber vorausgesetzte Orientierungsmuster
und Normen weggebrochen sind, entsteht zugleich eine neue Suche
nach Sinn und Vergewisserung“, sagte Schad. Die Aufgabe der Pfarrer
bestehe darin, die biblisch-christliche Tradition „neu zu
vergegenwärtigen und die Lebensdienlichkeit des Evangeliums zu
vermitteln“.
Auch in ihrem nun neuen Amt sollen die Pfarrerinnen Gottsucher
und Theologen bleiben. „Die Einkehr in die Texte des Alten und
Neuen Testaments ist die Basis theologischer Existenz – und das
Gebet um Gottes Geist unsere Kraftquelle, sagte Schad. Gemeinsam
mit dem Personaldezernenten der Landeskirche, Oberkirchenrat
Gottfried Müller, machte der Kirchenpräsident „Mut zur Teamarbeit
mit Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen in der Kirche“.
Bis zur Übernahme in den landeskirchlichen Dienst absolvieren
die Theologen ein mindestens zehnsemestriges Studium an einer der
theologischen Fakultäten und Fachbereiche staatlicher
Universitäten. Nach dem ersten theologischen Examen folgt in einer
zweiten Ausbildungsphase das Vikariat. In ihm erwerben die Vikare
grundlegende Kompetenzen in den Bereichen Gottesdienst, Bildung,
Seelsorge und Gemeindeleitung. In der Evangelischen Kirche der
Pfalz dauert das Vikariat zweieinhalb Jahre.
Zum 1. März treten folgende Pfarrerinnen ihren Dienst in der
Landeskirche an: Petra Dell (Vertretung Karolinen-Gymnasium
Frankenthal), Astrid Grob (Dienstleistung im Kirchenbezirk
Rockenhausen), Ksymena Humbert (Vertretung Berufsbildende Schule
Neustadt) und Daniela Nelson (Dienstleistung im Kirchenbezirk
Germersheim). Thorsten Grasse geht als wissenschaftlicher
Mitarbeiter an die evangelisch-theologische Fakultät der
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. www.evkirchepfalz.de EVANGELISCHE
KIRCHE DER PFALZ, Speyer, Presse
27.02.2013
Beeindruckt durch ihre Arbeit und das Zeugnis ihres Glaubens
Schwester
Raquel Peralta informiert im Bistum Speyer über die soziale und
wirtschaftliche Situation in Paraguay
cr./is. Speyer. Einen zutiefst beeindruckenden Bericht
von der sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation
in ihrem Heimatland Paraguay gab jetzt die Steyler
Missionsschwester Raquel Peralta SSpS vom Orden der
„Dienerinnen des Heiligen Geistes“ aus Anlass der bevorstehenden
Fastenaktion „Misereor2013“. Im Rahmen ihres Besuchs in der Diözese
Speyer, bei dem die charismatische Ordensschwester noch bis zum
kommenden Donnerstag in einem dicht gedrängten Programm – u.a. am
Dienstag, dem 26. Februar, 19.30 Uhr vor dem „Forum Katholische
Akademie“ im Speyerer Friedrich-Spee-Haus - in insgesamt zehn
Vorträgen, Gesprächsrunden und Gottesdiensten über die gegenwärtige
Lage in dem Land im Herzen Südamerikas berichten wird, war Sr.
Raquel Peralta zu Gast in den Räumen der Bistumszeitung „Der
Pilger“ im Kloster St. Magdalena in der Speyerer Altstadt zu Gast,
wo sie schilderte, wie sich aktuell die Verhältnisse in ihrem
Heimatland entwickelt hätten:
35 Jahre nach dem Ende der Diktatur des deutschstämmigen
Generals Alfredo Stroessner, der das Land von 1954 – 1989 unter
anderem mit Hilfe von am Kriegsende 1945 aus Nazi-Deutschland nach
Südamerika entkommenen „Verbrechern gegen die Menschlichkeit“
autokratisch beherrschte und in dieser Zeit das Land mit einem
brutalen Terrorregime überzog, sei die Angst der Menschen vor
Verfolgung bis heute latent vorhanden.“Die Diktatur ist zwar schon
seit mehr als 20 Jahren überwunden, doch die Strukturen sind noch
immer vorhanden“, so die engagierte Ordensfrau.
In zwei Kriegen mit den großen Nachbarn des kleineren Paraquay -
mit Brasilien, Bolivien und Uruquay - habe das Land große Verluste
an Menschen verkraften und die Okkupation riesiger Teile des Landes
hinnehmen müssen.
Schließlich
sei die Wirtschaft in Paraguay in den vergangenen zwanzig Jahren
einem tiefgreifenden Wandel unterworfen gewesen , so berichtete Sr.
Peralta. Heute bestimmten im wesentlichen ausländische Großkonzerne
über die weltweit größten Soja-Monokulturen im Land, die dafür
verantwortlich seien, dass die Menschen im im eigenen Land in die
Armut getrieben worden seien. „Paraguay aber ist ein reiches Land“,
so die Anthropologin, die als eine der führenden Expertinnen der
Indigenen Kultur – der Kultur der Indios – in Südamerika gilt und
die von der Bischofskonferenz von Paraguay mit der Koordinierung
der Indigenen-Pastoral beauftragt wurde. „Paraguay ist allerdings
ein Land, in dem ganz wenige Menschen ganz viel Land besitzen – 2%
der Bevölkerung sind Eigentümer von 85 Prozent des Grund und Bodens
– und in dem andererseits über 350 000 Kleinbauern-Familien ohne
eigenes Land und ohne Landbesitz sind“. Den Kleinbauern im Lande
stünden überhaupt nur sechs Prozent der landwirtschaftlich
nutzbaren Flächen zur Verfügung. „Da ist der Hunger
vorprogrammiert“, klagt die zierliche Ordensfrau mit dem rotem
Schal. Das habe dazu geführt, dass immer mehr Menschen in die
großen Städte abgedrängt würden - dass sie dort auf den Plätzen
kampieren und ihre Kinder zum Betteln an die Straßenkreuzungen
schicken müssten.
Und die Monokulturen würden sich durch zügellose Rodungen
jährlich um weitere 100 000 Hektar ausweiten Die Abholzung großer
Waldgebiete und gesundheitliche Schäden durch das Versprühen von
jährlich 24 Millionen Litern Schädlingsbekämpfungsmitteln gingen
ebenso zu Lasten der gegenwärtigen Strukturen wie die Folgen des
Verbots von nicht patentiertem Mais- und Soja-Saatgut. Während
Paraguay immer mehr Grundnahrungsmittel importieren müsse,
profitierten einige wenige Großgrundbesitzer und multinationale
Konzerne von dem Geschäft, analysierte Schwester Peralta die
Situation. Hinzu kämen die gesundheitlichen Schäden durch das
Versprühen von jährlich 24 Millionen Litern
Schädlingsbekämpfungsmitteln.
Die
„Landfrage“ sei auch entscheidend für das Überleben der indigenen
Bevölkerung, so macht Schwester Peralta deutlich. Bei dem von ihr
geleiteten „Nationalen Pastoralrat für indigene Angelegenheiten“
(CONAPI) laufen die Fäden im Kampf gegen Landraub und
Umweltzerstörung zusammen. Die rund 100 000 Mitglieder von 20
Indianerstämmen machen noch rund zwei Prozent der Bevölkerung aus.
Für die kämpferische Ordensfrau ist klar: „Wenn ein Indiovolk
keinen geografischen Raum mehr hat, um die eigene Kultur zu
entwickeln und ihre indigenen Eigenheiten zu bewahren, dann hat
dieses Volk keine Zukunft mehr!“
Daher sei die Sicherung des Landbesitzes eine vordringliche Aufgabe
des Pastoralrats CONAPI. „Wir haben mit maßgeblicher Unterstützung
des Bischöflichen Hilfswerkes Misereor Strategien entwickelt, mit
denen wir indigenen Gemeinschaften jedes Jahr viele tausend Hektar
Land sichern und die Indios in Fragen der Gesundheit und der
Bildung beraten können“. Hauptziel sei es dabei, dass die Kirche
bei den indigenen Völkern und Kulturen gegenwärtig und im Kampf um
ihre Rechte ihre Verbündeten sei, beschreibt Sr. Peralta das
Selbstverständnis der CONAPI-Arbeit.
Ein solches Selbstverständnis hat auch Auswirkungen auf die
seelsorgerische Arbeit, die anknüpft an den Glauben der Indios –
z.B. des Volks der Guarani. „Für uns geht es darum zu verstehen,
dass nicht wir es sind, die diesen Menschen Christus und das
Evangelium bringen, sondern dass Christus in dieser Kultur und in
dieser Gemeinschaft bereits auf uns wartet“, so Schwester Peralta,
die spürbar erfüllt ist von großem Respekt vor den Werten der
Indios - von Solidarität und Achtung des Lebens.
Schwester
Raquel Peralta, der in dem Gespräch Susanne Liesching als
versierte Dolmetscherin zur Seite stand und die auf ihrer
Vortragsreise begleitet wird von Monika
Bossung-Winkler von der
Bistumsstelle Speyer der internationalen katholischen
Friedensbewegung Pax Christ, beeindruckt durch ihre Arbeit -
und durch das Zeugnis ihres Glaubens. „Wie könnte ich Christin und
Ordensfrau sein, wenn ich die Augen verschließen würde vor Not und
Ungerechtigkeit. Ich schöpfe meine Kraft aus dem Evangelium.“,
erklärt sie und zeigt sich überzeugt:: „Gemeinsam können wir die
Welt verändern.“
Das Hilfswerk
Misereor ruft in der Fastenzeit dazu auf, den Hunger in der Welt
wirkungsvoll zu bekämpfen. „Fast 900 Millionen Menschen auf der
Welt müssen hungern; täglich sterben Menschen anderen Folgen von
Unterernährung und Hunger“, unterstrich Christoph Fuhrbach,
Referent in der Diözesanstelle Weltkirche des Bistums Speyer,
während des Pressegesprächs. Die diesjährige Kampagne unter dem
Motto „Wir haben den Hunger satt“ wolle aber auch das
Bewusstsein schärfen „für die Zusammenhänge des Hungers - etwa in
Paraguay, wo das bischöfliche Hilfswerk derzeit 25 Projekte
unterstützt, und dem Lebensstil hier bei uns.“ - Höhepunkt der
Fastenaktion ist am 17. März die große Misereor-Kollekte, mit deren
Erlös Projekte in aller Welt unterstützt werden. Foto:
gc
26.02.2013
Schwester Raquel Peralta informiert im Bistum Speyer über die Situation in Paraguay - Bilderalbum
Kirchen engagieren sich auch in Zukunft in der ambulanten Pflege

Bistum und
Landeskirche sprechen sich für die Fortführung der Mitgliedschaft
der Gemeinden im Trägerverein der Ökumenischen Sozialstationen
aus
Die Ökumenischen Sozialstationen sollen weiterhin als
ökumenischer Anbieter in der ambulanten Pflege tätig sein. Das
bekräftigen das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz
zusammen mit ihren Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonie in
einem Schreiben an die Vorstände der Ökumenischen Sozialstationen
in der Pfalz und im Saarpfalzkreis.
Die beiden Kirchen sprechen sich darin für die Fortführung der
Mitgliedschaft der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden
sowie deren Elisabethen- und Krankenpflegevereine im Trägerverein
der Ökumenischen Sozialstationen aus. Im Blick auf die neue
Struktur der katholischen Pfarreien, die im Dezember 2015
eingeführt wird, erarbeiten die beiden Kirchen neue Mustersatzungen
für die Ökumenischen Sozialstationen. Eine Satzungsänderung ist
notwendig, um angesichts der neuen Struktur das Prinzip der
konfessionellen Parität aufrecht zu erhalten.
Um ein höheres Maß an sozialpolitischer Mitgestaltung und
Rechtssicherheit zu erzielen, wird den Ökumenischen Sozialstationen
empfohlen, sich entweder dem Caritasverband für die Diözese Speyer
oder dem Diakonischen Werk Pfalz als Spitzenverband zuzuordnen. Die
Arbeitsgemeinschaft für die Ökumenischen Sozialstationen besteht
als gemeinsamer Dienstleister fort.
Die beiden Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände regen außerdem
strukturelle Veränderungen wie zum Beispiel Fusionen, das
Zusammengehen mit stationären Einrichtungen oder das Gründen von
Pflege-GmbHs an, damit sich die Ökumenischen Sozialstationen auch
in Zukunft auf dem Markt der ambulanten Pflege behaupten können und
für die fachlichen und wirtschaftlichen Anforderungen gewappnet
sind.
23.02.2013
Vier deutsche Bischöfe und die Kardinalfrage - Wie soll es nach Benedikt weitergehen?
Kaum ein THEMA hat
in diesen Tagen die Menschen mehr beschäftigt wie die Ankündigung
des Rücktritts von Papst Benedikt XVI.
Am vergangenen Wochenende ist „Bild am Sonntag“ mit einem
umfangreichen Interview mit den auch für unsere Region zuständigen
Diözesanbischöfen in die Öffentlichkeit getreten.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion der „BamS“ druckt
der SPEYER-KURIER dieses Gespräch im Wortlaut nach.
Vier deutsche Bischöfe und die Kardinalfrage - Wie soll es nach
Benedikt weitergehen? Der deutsche Papst ist zurückgetreten, die
katholische Kirche steckt in der Krise. Beim „Konklave“ von BILD am
SONNTAG in der Klosteranlage Maria Laach diskutierten vier Bischöfe
über die Gründe für Benedikts Rücktritt, die Anforderungen an
seinen Nachfolger sowie über Zölibat, den Islam und die Rolle der
Frau. Am Ende stieg zwar kein weißer Rauch auf, aber es ergriff
auch noch ein Kardinal das Wort . . .

BILD am SONNTAG: Papst Benedikt XVI. ist am Montag
überraschend zurückgetreten. Darf man Gott den Dienst
aufkündigen?
ERZBISCHOF ROBERT ZOLLITSCH: Er hat Gott den Dienst ja
nicht aufgekündigt, sondern gesagt: Meine Kräfte reichen nicht mehr
aus, um diese Verantwortung voll wahrzunehmen. Dann soll es jemand
anderes machen. Ich sehe das als Zeichen der Ehrlichkeit und
Bescheidenheit. Auch der Stellvertreter Christi auf Erden ist ein
Mensch.
Der Berliner Kardinal Woelki sieht das Papst-Amt durch den
Rücktritt entzaubert. Stimmen Sie zu?
BISCHOF STEPHAN ACKERMANN: Es ist ein Schritt in Richtung
Moderne. Die Möglichkeit eines Rücktritts war bislang ja eher
theoretisch. Dass sie Papst Benedikt jetzt in die Tat umgesetzt hat
und damit sein Amt nur auf Zeit ausgeübt hat, zeigt eine neue
Qualität.
Haben Sie mit dem Rücktritt gerechnet?
BISCHOF FRANZ-PETER TEBARTZ-VAN ELST: Ich war
völlig überrascht. Ich habe selbst mehrfach auf dem Petersplatz in
Rom erleben dürfen, wie Benedikt in seiner bescheidenen Art viele
Menschen in den Bann gezogen hat. Deshalb habe ich gedacht, er geht
diesen Weg bis in den Tod.
BISCHOF KARL-HEINZ WIESEMANN: Jetzt konnte er
noch in Freiheit zurücktreten. Später, vielleicht unter einer
starken gesundheitlichen Beeinträchtigung, hätte es Spekulationen
über die Freiheit einer Rücktrittsentscheidung gegeben. In diese
Situation wollte er die Kirche nicht bringen. Klar ist: Eine Epoche
geht zu Ende.
Herr Bischof Wiesemann, Sie haben in Ihrer Zeit in Rom
direkt mit dem Papst zu tun gehabt. Was ist Ihre stärkste
Erinnerung daran?
WIESEMANN: Am meisten beeindruckt hat mich die
Tiefe des Wortes von Benedikt. Er ist ein Mensch, der den Glauben
so tief verinnerlicht und durchdacht hat, dass er über das Denken
hinaus in den ganz ursprünglichen Glauben gekommen ist.

Bischof von Speyer, Karl-Heinz Wiesemann über...
- ...einen Papst aus Lateinamerika oder Afrika
„Es wäre für die Weltkirche kein Schaden, wenn der neue Papst
aus einer Weltregion käme, in der das kirchliche Leben wächst“
In seinem letzten öffentlichen Gottesdienst hat Benedikt
am Mittwoch die Zerrissenheit der Kirche beklagt. Wie ist das zu
verstehen?
ZOLLITSCH: Die katholische Kirche hat eine
große, notwendige Bandbreite, aber es besteht die Gefahr, dass
Flügel sich bekämpfen und die Einheit der Kirche nicht mehr im
Mittelpunkt steht. Darunter hat Benedikt sehr gelitten, zumal der
Pontifex als Brückenbauer die Aufgabe hat, für diese Einheit zu
sorgen und die Kirche zusammenzuhalten. Das war die große Last
seines Pontifikats.
Es wird darüber spekuliert und geschrieben, dass die
Intrigen im Vatikan Benedikt zermürbt hätten. Wurde er aus dem Amt
gemobbt?
ZOLLITSCH: Die Intrigen haben ihm zu schaffen
gemacht, aber ich weiß, auch aus Gesprächen mit seinem
Privatsekretär, dass sie nicht ausschlaggebend waren. Er hat schon
im vergangenen Jahr, an seinem 85. Geburtstag, gesagt, dass die
letzte Phase seines Lebens komme. Er hat gespürt, dass seine
physischen Kräfte nachlassen.
ACKERMANN: Vieles war für ihn kräftezehrend,
und er hat von Anfang an sicher unter der Last des Amtes gelitten.
Schon in seiner ersten Ansprache nach seiner Wahl hat er
klargemacht, dass er sich nicht nach dem Papst-Amt gedrängt hat. Er
hat die Wahl als Fallbeil gesehen, hat sie aber als von Gott
gesandt und von der Kirche übertragen angenommen.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann über...
„Der neue Papst muss nicht liberal sein, sondern er muss klar
sein und authentisch“
Können die deutschen Katholiken stolz sein auf ihren
Papst?
TEBARTZ-VAN ELST: Die deutschen Katholiken
können sehr dankbar sein, dass sie einen Landsmann auf dem Stuhl
Petri erleben durften – und das ganz unmittelbar wie beispielsweise
bei seinen Deutschland-Besuchen. Ich bin stolz darauf, dass wir
einen Deutschen als Papst hatten und ich bin davon überzeugt, dass
Benedikts Amtszeit in wenigen Jahren als großes Pontifikat bewertet
wird.
Worin liegt die Chance für die katholische Kirche durch
den Papst-Rücktritt?
WIESEMANN: Das Petrus-Amt wird der Kirche in
seiner Bedeutung noch einmal ganz neu bewusst. In einer Welt, die
immer weiter auseinanderzudriften droht, muss es jemanden geben,
der sich um die Einheit sorgt.
ZOLLITSCH: Der Nachfolger Benedikts kann neue
Akzente setzen, unbelastet von den Vatileaks, unbelastet von der
Krise um die Pius-Brüder.

Erzbischof Robert Zollitsch über...
- ...die Gründe des Rücktritts von Papst Benedikt XVI.
„Die Intrigen haben ihm zu schaffen gemacht, aber sie waren für
den Rücktritt nicht ausschlaggebend. Er hat schon im vergangenen
Jahr, an seinem 85. Geburtstag, gesagt, dass die letzte Phase
seines Lebens komme. Er hat gespürt, dass sei ne physischen Kräfte
nach lassen“
Was sind die wichtigsten Anforderungen an den neuen
Papst?
ACKERMANN: Der Nachfolger muss eine spirituelle
Führungsgestalt sein. Denn es gibt einen unglaublichen Hunger nach
Spiritualität. Der neue Papst muss nicht liberal sein, sondern er
muss klar sein und authentisch. Und er sollte ein Mann des Dialogs
sein. Der Dialog mit den anderen Religionen wird die vielleicht
wichtigste Aufgabe für den neuen Papst.
WIESEMANN: Wir haben uns zuletzt sehr stark auf
die europäischen Debatten beschränkt, die ja von einem
unglaublichen Säkularisierungsschub geprägt werden. Jetzt besteht
die Chance, dass die Weltkirche stärker in den Mittelpunkt rückt.
Meine Hoffnung ist, dass die Grabenkämpfe der letzten Jahre der
Vergangenheit angehören.
Sollte der Nachfolger Benedikts aus Lateinamerika oder
Afrika kommen?
ACKERMANN: Das wollen wir den Kardinälen im
Konklave überlassen. Käme der neue Papst allerdings aus Afrika,
würde die Zäsur des Rücktritts von Benedikt noch einmal betont. Die
Kirche wird immer internationaler, und der Papst sollte das auch
sein.
TEBARTZ-VAN ELST: Das Spannende an einem
Konklave ist das Wirken des Heiligen Geistes. Dabei zeigt sich bei
allen Kardinälen, wer welche Persönlichkeit des Glaubens ist. Der
Geist Gottes bewegt in diesem Prozess die Wählenden in der
Sixtinischen Kapelle. Wissen Sie: Der Heilige Geist ist von seinem
Wesen her sehr dynamisch. Menschen, die an einem Konklave
teilgenommen haben, können darüber berichten.
WIESEMANN: Wir müssen ganz nüchtern
feststellen: In Europa nimmt kirchliches Leben eher ab. In anderen
Teilen der Welt nimmt es zu. Es wäre für die Weltkirche sicherlich
kein Schaden, wenn der neue Papst aus einer Weltregion käme, in der
das kirchliche Leben wächst. Herr Erzbischof Zollitsch, in
Deutschland steckt der Katholizismus in der Krise. Joachim Kardinal
Meisner spricht von „Katholikenphobie“. Erzbischof Gerhard
Müller von einer „Pogromstimmung“ gegen Katholiken. Ist
das realistisch?
ZOLLITSCH: Es gibt Fehler bei uns. Und wir
spüren, wie unerfreuliche Einzelheiten dauerhaft im Fokus der
öffentlichen Meinung stehen. Dabei wird dann leider oft übersehen,
was alles an vielem Positiven geleistet wird. Es fehlt häufig an
Differenzierung, und schnell wird nach der Maßgabe „Nur schlechte
Nachrichten sind gute Nachrichten“ gehandelt. Ich glaube schon,
dass der katholischen Kirche in Deutschland oft Unrecht angetan
wird. Nochmals: Fehler müssen benannt werden. Aber eben nicht nur
die.
TEBARTZ-VAN ELST: Es weht uns gegenwärtig viel
Wind ins Gesicht.

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst über...
„Die deutschen Katholiken können sehr dankbar sein, dass sie
einen Landsmann auf dem Stuhl Petri erleben durften – und das ganz
unmittelbar wie beispielsweise bei seinen Deutschland-Besuchen. Ich
bin stolz dar auf, dass wir einen Deutschen als Papst hatten und
ich bin da von über zeugt, dass Benedikts Amtszeit in wenigen
Jahren als großes Pontifikat bewertet wird“
ACKERMANN: Von einem Grundvertrauen in die
Kirche ist es durch Vorfälle wie den Missbrauch von Jugendlichen zu
einem Grundmisstrauen gekommen. Dann passt plötzlich alles Negative
ins Bild. Die Tür geht auf, die Diskussion verstummt.
Zum Papstgipfel von BILD am SONNTAG gesellt sich Karl
Kardinal Lehmann, der am Konklave in der Sixtinischen Kapelle zur
Papstwahl teilnehmen wird.
Wir sind jetzt bei der Diskussion um eine vergewaltigte
Frau, die in Köln von katholischen Kliniken abgewiesen wurde. Ist
dies das Werk des Teufels?
KARL KARDINAL LEHMANN: Zu der abgewiesenen Frau
gibt es ja eine Vorgeschichte: In Köln sind zuvor Frauen zu den
Kliniken geschickt worden, die gar nicht vergewaltigt waren. Es
ging um den Test, ob katholische Kliniken vielleicht doch ein
Rezept für die „Pille danach“ ausstellen würden. Angeblich wurde
von interessierter Seite sogar eine Detektivin losgeschickt.
Papst Benedikt hat wegen des sexuellen Missbrauchs Jugendlicher
durch Priester sehr gelitten. Herr Bischof Ackermann, Sie sind der
Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz. Was erwarten Sie bei
diesem
Thema vom nächsten Papst?
ACKERMANN: Der nächste Papst muss die Linie der
Aufklärung konsequent fortführen.
LEHMANN: Wir haben einen klaren Konsens in
dieser Frage. Es geht um die Durchsetzungsfähigkeit bei der
Missbrauchsbekämpfung. Viel schwieriger wird für den neuen Papst
die Frage, wie man mit den Pius-Brüdern umgehen soll. Papst
Benedikt hat ihnen viel Bedenkzeit gegeben.
Hätte er gegen die Pius-Brüder härter vorgehen
sollen?
WIESEMANN: Er hat im Konflikt mit den
Pius-Brüdern eine Versöhnungsaufgabe gesehen, die seiner Generation
noch zustand. Deshalb hat er die Hand bis zur Schmerzgrenze und
sogar darüber hinaus ausgestreckt. Er wollte der Kirche kein
Schisma, also eine Abspaltung dieser Glaubensgruppe, hinterlassen.
Das hat zu manchen Enttäuschungen geführt.
Der Islam ist weltweit auf dem Vormarsch. Was ist die
Antwort der katholischen Kirche?
LEHMANN: Wir suchen grundlegend den Dialog mit
dem Islam. Gerade Papst Benedikt hat diesen Dialog stark befördert.
Schwierig wird es, wenn die muslimische Religion für ganz andere
Zwecke instrumentalisiert oder Religion so verbreitet wird, dass
sie keine Religionsfreiheit mehr bietet. Da sind dann klare Worte
nötig.
Was meinen Sie genau?
LEHMANN: Es gibt auch die Wiedereinführung der
Scharia mit Handabhacken und anderen Grausamkeiten in verschiedenen
Ländern. Frauen werden in unerträglicher Weise entwürdigt. Wenn
Muslime hier bei uns eine Moschee bauen können so hoch wie der
Kölner Dom, dann möchte ich wenigstens in Saudi-Arabien eine
Predigt halten können, ohne verhaftet zu werden. Auf dieses
Gleichgewicht der Rechte kommt es im Verhältnis zwischen Islam und
Christentum an. In Saudi-Arabien haben wir zum Beispiel ein solches
Gleichgewicht nicht.
Papst an der Rolle der Frauen in der Kirche
ändern?
ZOLLITSCH: Genau darüber wollen wir in der
nächsten Woche in Trier reden. Die Frauen genießen in der
katholischen Kirche eine große Wertschätzung, das gilt auch für
Führungspositionen. Bis auf das Weiheamt haben Frauen bei uns
großen Einfluss.
LEHMANN: Mich hat überzeugt, dass der Vatikan
auf der Uno-Weltkonferenz in Peking nicht von einem Bischof als
Delegationschef vertreten wurde. Vielmehr kam die US-Juristin Anne
Glandon als Delegationschefin.

Karl Kardinal Lehmann über...
- ...den Dialog mit dem Islam
"Wir suchen grundlegend den Dialog mit dem Islam. Gerade Papst
Benedikt hat diesen Dialog stark befördert. Schwierig wird es, wenn
die muslimische Religion für ganz andere Zwecke instrumentalisiert
oder Religion so verbreitet wird, dass sie keine Religionsfreiheit
mehr bietet. Da sind dann klare Worte nötig"
Könnte denn die Pflicht des Priesters zur Ehelosigkeit,
der Zölibat, in der Amtszeit des neuen Papstes fallen?
ZOLLITSCH: Der neue Papst wird daran nichts
ändern.
LEHMANN: Der Zölibat bleibt.
TEBARTZ-VAN ELST: Die Kirche hat gute Gründe,
am Zölibat festzuhalten.
Fotorechte: BAMS: Bistümer: Trier, Speyer, Limburg, Mainz,
Freiburg
20.02.2013
Vertrauensvolle Zusammenarbeit
Präses Nikolaus Schneider, Vizepräsident Christian Drägert, Kirchenpräsident Christian Schad und der künftige Präses Manfred Rekowski (vorne von links).
Spitzengespräch der rheinischen und pfälzischen
Landeskirchen in Bad Dürkheim
Bad Dürkheim- Die Zusammenarbeit der
Evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland auf dem
Gebiet von Diakonie und Medienarbeit hat sich bewährt und geschieht
in großem gegenseitigem Vertrauen. Dieses Resümee haben der Präses
der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Nikolaus Schneider,
und der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz (EKP),
Christian Schad, zum Abschluss einer zweitägigen Konsultation der
Kollegien beider Landeskirchen in Bad Dürkheim gezogen.
Nach Auffassung beider Kirchenvertreter ist die 2011
neugegründete Arbeitsgemeinschaft Diakonie in Rheinland-Pfalz ein
Erfolgsmodell. Durch die Bündelung von Kompetenzen habe sich nicht
nur die direkte Beziehung der Diakonischen Werke untereinander
weiter verbessert, sondern auch deren Bedeutung gegenüber den
politischen und gesellschaftlichen Partnern im Land. „Die rund
25.000 hauptamtlichen und die ebenso starke Anzahl an
ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Diakonie in Rheinland-Pfalz sind
ein bedeutendes Potential an Menschlichkeit und sozialer
Kompetenz“, sagten Schneider und Schad. In der Arbeitsgemeinschaft
sind die Diakonischen Werke der Pfalz, des Rheinlandes und von
Hessen und Nassau vertreten.
Im Bereich der Medienarbeit verwiesen Schneider und Schad auf
die gemeinsame Rundfunk- und Internetarbeit. So gebe es einen
intensiven Austausch über die Nutzung sozialer Netzwerke für die
kirchliche Kommunikationsarbeit. Konkret bedeute dies eine
Vernetzung über die landeskirchlichen Facebook-Fanpages sowie einen
fachlichen Austausch über die Entwicklung von Social Media
Guidelines.
Kirchenpräsident Christian Schad dankte dem scheidenden Präses
Nikolaus Schneider und Vizepräsident Christian Drägert für eine
kollegiale und freundschaftliche Zusammenarbeit. Mit großem
persönlichen Engagement und hoher fachlicher Kompetenz hätten beide
in ihren Amtsjahren das innerprotestantische Klima geprägt und
mitgestaltet sowie ihre Kirche in der Gesellschaft repräsentiert.
Schad wünschte Manfred Rekowski, der im März die Nachfolge
Schneiders als Präses der EKiR antritt, eine glückliche Hand für
die Leitung seiner Landeskirche. „Ich bin sicher, dass wir das gute
Miteinander fortsetzen“, erklärte Schad.
Die Evangelische Kirche im Rheinland hat in Rheinland-Pfalz rund
370.800 Mitglieder in 189 Kirchengemeinden, im Saarland rund
151.000 Mitglieder in 47 Kirchengemeinden. Die Evangelische Kirche
der Pfalz hat in Rheinland-Pfalz rund 520.000 Mitglieder in 383
Kirchengemeinden und im Saarland rund 42.000 Mitglieder in 32
Kirchengemeinden. www.evkirchepfalz.de EVANGELISCHE
KIRCHE DER PFALZ, Pressereferat
20.02.2013
Unterschiedliche Wege zum Glauben
Zentrale
Zulassungsfeier für erwachsene Taufbewerber in der
Domkrypta
Speyer- Auf unterschiedlichsten Wegen sind
sie mit dem Glauben in Kontakt gekommen. Nach einer intensiven
Kennenlernphase und der Auseinandersetzung mit Inhalten des
Glaubens besteht nun der Wunsch, getauft zu werden: Bischof Dr.
Karl-Heinz Wiesemann hat am Sonntag in der Krypta des Speyerer
Domes 22 erwachsenen Taufbewerberinnen und Taufbewerbern
(Katechumenen) aus dem Bistum offiziell die Zulassung zu den
Sakramenten des Christwerdens erteilt. Die Frauen und Männer im
Alter von 22 bis 52 Jahren werden in der Osternacht in ihren
Heimatpfarreien getauft und gefirmt, auch empfangen sie zum ersten
Mal die heilige Kommunion.
In seiner Predigt erläuterte Bischof Wiesemann, dass die
Taufbewerberinnen und Taufbewerber ein Geschenk für die Kirche
seien. In ihnen zeige sich etwas vom Handeln Gottes. In den
unterschiedlichen Biographien der Katechumenen werde der „ferne“
Gott zu einem nahen Gott für uns alle. „Es ist spürbares Wirken
Gottes in Ihrem Leben. Durch Ihre unterschiedlichen
Lebensbiographien wird die Kirche angeregt Mut zu haben, nach außen
zu gehen, den Dialog des Glaubens mit den Menschen zu wagen. Es
lohnt!“
Bischof Wiesemann freut sich, dass er in der Osternacht zwei
Katechumenen durch das Sakrament der Taufe, Firmung und Eucharistie
in die Gemeinschaft der Kirche aufnehmen darf. Er wünschte den
Bewerberinnen und Bewerbern, dass der Glaube zum festen Anker in
ihrem Leben werde.
Die 22 Frauen und Männer haben sich in einer längeren Zeit der
Vorbereitung (Katechumenat) auf den Empfang der Sakramente
vorbereitet. Im Katechumenat lernen die Taufanwärter unter
Anleitung erfahrener Christen christlichen Glauben und Lebensstil
kennen. Lebenserfahrungen werden dann im Gespräch mit dem Glauben
in Verbindung gebracht. Dabei geht es um ein "Glaubenlernen" mit
allen Sinnen - ausgerichtet an der Liturgie und am Leben. Mit der
Zulassung zur Taufe beginnt die letzte intensive Phase der
Vorbereitung auf den Empfang der Sakramente an Ostern.
Das Wort „Katechumenat“ leitet sich vom griechischen „katechein“
her, das „entgegentönen“, aber auch „unterrichten“ bedeutet. Bis
ins vierte Jahrhundert hat diese Form der Sakramentenvorbereitung
das kirchliche Leben geprägt; sie erlebt seit gut einem Jahrzehnt
eine Renaissance. Erwachsene Taufbewerber wurden - damals wie heute
- durch Bürgen der Gemeinde vorgestellt und in einem ersten Ritus
in den Katechumenat aufgenommen.
Katecheten trugen Verantwortung für einen Glaubensunterricht. Wenn
in den Katechumenen die Entscheidung gereift war, sich in der
folgenden Osternacht taufen zu lassen, wurden sie sechs Wochen
zuvor, zu Beginn der Fastenzeit, vom Bischof feierlich zur Taufe
zugelassen. Damit begann die letzte intensive Phase der
Vorbereitung auf den Empfang der Sakramente der Eingliederung in
die Kirche (Taufe, Firmung, Eucharistie). An diese altkirchliche
Übung knüpft die heutige Praxis an.
Sendschreiben aus den Gemeinden
In der feierlichen Liturgie in der Domkrypta stellten sich die
Bewerber mit den Glaubensbegleitern aus den Pfarreien dem Bischof
vor und übergaben Sendschreiben, in denen die Gemeinden um die
Taufe der Bewerber bitten.
Pfarrer Marco Richtscheid und Domkapitular Matthias Bender
berichteten stellvertretend über den Glaubensweg ihrer Bewerber:
Ein junger Mann kam über die katholische Jugendverbandsarbeit mit
engagierten jungen Christen in Kontakt. In Gruppenstunden und
Freizeiten erlebte er, welche Bedeutung Glaube für seine
Freundinnen und Freude hat. So fand er Geschmack, wollte mehr
erfahren und machte erste Glaubenserfahrungen. In vielen Gesprächen
wuchs in ihm der Wunsch in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen
zu werden.
Domkapitular Bender schilderte eindrucksvoll den Weg eines
Ehepaares, das unter anderem auch über die Domliturgie zum Glauben
gefunden hat. Beide haben auch über den Arbeitgeber und Gespräche
mit engagierten Christen entdeckt, welche Kraft und welchen Halt
ihnen der Glaube an Gott schenken kann. Seit langem besuchen sie in
Speyer die Katechumenatsgruppe und tauschen sich hier mit anderen
Gleichgesinnten über den Glauben aus. So wuchs schließlich der
Wunsch durch die Taufe ganz in die Gemeinschaft aufgenommen zu
werden.
Die Feier wurde musikalisch mitgestaltet durch ein Vokalensemble
unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori.
Bischöfliches Ordinariat Speyer, Pressestelle
Informationen zur Erwachsenentaufe oder zum Wiedereintritt
in die katholische Kirche gibt es unter der zentralen Telefonnummer
01801-301010 (zum Ortstarif) oder im Internet unter www.mach-dich-auf-und.com.
18.02.2013
Wolfgang Franz übernimmt Amt des Dom- und Diözesankonservators
Verantwortung
für kirchliche Denkmalpflege umfasst zahlreiche
Aspekte
Speyer- Anfang Februar hat Wolfgang Franz das
Amt des Dom- und Diözesankonservators im Bistum Speyer übernommen.
Er ist damit für die kirchliche Denkmalpflege im Bistum Speyer
verantwortlich. Diese Aufgabe umfasst viele Aspekte, von der
Beratung über Befunduntersuchungen und Fachgutachten bis zur
Entwicklung und Umsetzung von Sanierungs- und
Restaurierungskonzepten. Bei diesen Tätigkeiten arbeitet der Dom-
und Diözesankonservator eng mit der staatlichen Denkmalpflege
zusammen.
Wolfgang Franz hat in Bayern den Beruf des Kirchenmalers und
Vergolders erlernt und sich an der Fachhochschule Köln zum
Diplom-Restaurator qualifiziert. Schwerpunkt seines Studiums war
die Restaurierung und Konservierung von Wandmalerei und Stein. Nach
13 Jahren der Mitarbeit in einer hessischen Restaurierungsfirma hat
er sich im Jahr 2004 selbständig gemacht. Er ist ein anerkannter
Experte für die Restaurierung von historischer Wandmalerei und hat
an zahlreichen Projekten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
mitgewirkt.
Das Amt des Dom- und Diözesankonservators ist in der Hauptabteilung
Finanzen und Immobilien des Bischöflichen Ordinariats angesiedelt.
Wolfgang Franz folgt in dieser Funktion auf Heinrich Hartmann, der
im Oktober des vergangenen Jahres in die Passivphase der
Altersteilzeit verabschiedet wurde.
Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse
18.02.2013
Diözesaner Weltjugendtag
Tag der Begegnung und Nacht der Lichter am 23./24. März in
St. Ingbert
Speyer- Mit anderen Jugendlichen über Gott und die
Welt reden, gemeinsam feiern, beten – das macht die Faszination von
Weltjugendtagen und von Taizé aus. Beim nächsten Diözesanen
Weltjugendtag für das Bistum Speyer am 23./24. März wird es genau
darum gehen. Die Abteilung Jugendseelsorge im Bischöflichen
Ordinariat der Diözese Speyer lädt dazu Jugendliche ab 15 Jahren
nach St. Ingbert in die Pfarrei St. Josef (Prälat Göbel Str. 1)
ein.
Der erste Teil des Programms, der Tag der Begegnung,
beginnt um 15.30 Uhr. Nach dem Kennenlernen geht es um das Motto
des nächsten internationalen Weltjugendtages im Sommer in Rio:
„Geht hin, und macht zu Jüngern alle Völker der Erde“ (Mt 28,19).
In kleinen Gruppen können sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
darüber austauschen. Anschließend können die Jugendlichen zwischen
verschiedenen kreativen und musikalischen Angeboten wählen.
Der zweite Teil des Diözesanen Weltjugendtages, die Nacht der
Lichter, ein Taizégebet mit Weihbischof Otto Georgens in der
Engelbertskirche, beginnt um 20 Uhr.
Wer möchte, kann nach dem Ende des Taizégebetes im Pfarrzentrum St.
Josef übernachten und am nächsten Morgen an der
Palmsonntagsliturgie der Gemeinde teilnehmen.
Das Online-Anmeldeformular zum Diözesanen Weltjugendtag findet man
unter www.jugendseelsorge-speyer.de.
Anmeldeschluss ist der 8. März 2013.
Ansprechpartner für die Veranstaltung ist:
Pfr. Carsten Leinhäuser
Referent Berufe der Kirche. Dein Leben. Dein Weg.
Tel. 0 62 32/ 102 337 ; Mail: info@dein-leben-dein-weg.de
www.dein-leben-dein-weg.de
Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ),
Diözesanverband Speyer, Presse www.bdkj-speyer.de
17.02.2013
„Gott wieder in die Mitte stellen“
Aschermittwoch:
Bischof Wiesemann predigte im Speyerer Dom - Gläubige mit
Aschenkreuz bezeichnet
Speyer- „Fasten und Verzicht haben ihren
Sinn darin, dass wir uns auf Gott hin orientieren, von ihm erfüllt
werden.“ Dies betonte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im
Aschermittwochsgottesdienst im Speyerer Dom. In der 40-tägigen
Vorbereitungszeit auf das Osterfest gehe es darum, „Gott wieder in
die Mitte zu stellen“.
In seiner Predigt sagte der Bischof, die Fastenzeit beginne in
diesem Jahr in einer besonderen Situation der Kirche. Die
Rücktrittsankündigung von Papst Benedikt XVI. habe ihn „überrascht
und sehr berührt“. Der heilige Vater, dessen körperliche Kräfte für
sein Amt zu schwach geworden seien, vertraue zutiefst darauf, dass
letztlich nicht ein Mensch, sondern der Geist Gottes die Kirche
führe. Bischof Wiesemann rief dazu auf, die Fastenzeit in ganz
besonderer Weise zu begehen „als inniges Gebet um den heiligen
Geist, der uns Mut macht und Kraft gibt auch in der
Schwäche“.
Während des Gottesdienstes bezeichneten Bischof Wiesemann und
Mitglieder des Domkapitels die Gläubigen - wie es seit dem elften
Jahrhundert Tradition ist - mit einem Aschenkreuz. Die aus
geweihten Palmzweigen gewonnene Asche gilt als äußeres Zeichen für
Trauer und Buße. Das Aschenkreuz symbolisiert den Beginn der
Bußzeit und zugleich die Hoffnung auf die Auferstehung. Der
Aschermittwoch ist neben dem Karfreitag der einzige Tag, der in der
katholischen Kirche als strenger Fastentag gilt. Bischöfliches
Ordenariat Speyer, Presse
14.02.2013
„Pilger“-Leser spenden rund 360 000 Euro
Jahr 2012
wurden Hilfsprojekte in mehr als 30 Ländern
unterstützt
Speyer- Die „Aktion Silbermöwe“, das
Leserhilfswerk der Speyerer Bistumszeitung „der pilger“, hat im
vergangenen Jahr ein Ergebnis von rund 360.000 Euro für Not
leidende Menschen in der Welt erzielt. „Mit den Spenden der
Leserinnen und Leser sowie zahlreicher Initiativen, Verbände und
Pfarreien konnten wir Projekte und Missionsstationen in mehr als 30
Ländern unterstützen“, so Norbert Rönn, Chefredakteur der Speyerer
Bistumszeitung.
Größere Summen gingen 2012 unter anderem an Projekte für die Opfer
des Wirbelsturms Sandy in Haiti, an Einrichtungen der Niederbronner
Schwestern in Angola, an Projekte der Steyler Missionare (Bruder
Karl Schaarschmidt) in Kenia sowie an Förderprogramme für
Notleidende in Paraguay (Pfarrer Harald Wilhelm). Besondere
Unterstützung erfuhren auch Krankenhäuser in Uganda und Ghana, eine
Landwirtschaftsschule in Brasilien, Schulen und Internate in Indien
sowie unterschiedliche, meist von Ordensleuten initiierte
Einrichtungen in Indonesien, Togo, Ruanda, Brasilien und Guatemala.
Insgesamt konnten allein in den zurückliegenden zehn Jahren rund
neun Millionen Euro von der „Aktion Silbermöwe“ weitergeleitet
werden.
Die Hilfsaktion der Kirchenzeitung arbeitet eng mit der
Diözesanstelle Weltkirche im Bischöflichen Ordinariat Speyer, der
Bischöflichen Finanzkammer und der Liga-Bank zusammen. Hilfreiche
und kompetente Partner in der Entwicklungszusammenarbeit sind zudem
die kirchlichen Hilfswerke, unter anderem das Päpstliche
Missionswerk der Kinder in Aachen, das viele Projektspenden aus
eigenen Mitteln der Sternsingeraktion nochmals aufstockt. „Aus
vielen Rückmeldungen aus Ländern des Südens wissen wir, wie wichtig
die Silbermöwen-Hilfe ist“, betont die „pilger“-Redaktion.
Die „Aktion Silbermöwe“ ist in dieser Form einmalig in der
deutschen Presselandschaft. Sie war 1960 von der „pilger“-Redaktion
ins Leben gerufen worden; Anlass für die damalige Initiative:
Frauen und Männern aus der so genannten „Dritten Welt“ die Reise
zum Eucharistischen Weltkongress in München zu ermöglichen. Im
Zusammenhang mit der „Aktion Silbermöwe“ geht es der
Pilger-Redaktion auch darum, Brücken zu schlagen zwischen den
Menschen im Norden und Süden, um Hilfe zur Selbsthilfe, um Kontakte
und Partnerschaften auf Augenhöhe, um gegenseitiges voneinander
Lernen. Ein wichtiges Anliegen sei auch, so Rönn, „Hintergründe von
Unterentwicklung und Armut zu beleuchten und die Verantwortung
jedes einzelnen für eine gerechtere Welt anzumahnen“.
Nähere Informationen zur "Aktion Silbermöwe" auf der Homepage der
Bistumszeitung „der pilger“ unter www.pilger-speyer.de.
Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse
12.02.2013
Mann von überragendem Intellekt und von großer Spiritualität
Papst
Benedikt XVI. kündigt zum 28. Februar Rückzug aus seinem Amt an –
Speyer erinnert an den Auftritt Joseph Kardinal Ratzingers an
Pfingsten 1990.
von Gerhard Cantzler
Mit großem Respekt - dennoch nicht weniger betroffen und
überrascht, so hat der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz
Wiesemann die Nachricht vom bevorstehenden Rücktritt von
Papst Benedikt XVI. vom Amt des Oberhirten der Katholischen
Kirche aufgenommen. „Die Entscheidung des Papstes, sein hohes Amt
schon zum Ende des Monats Februar 2013 aufzugeben, berührt mich
auch ganz persönlich zutiefst“, betonte der Bischof gegenüber dem
SPEYER-KURIER. Auch wenn der Heilige Vater wiederholt
angedeutet habe, im Falle einer schwerwiegenden Beeinträchtigung
seiner Leistungsfähigkeit nicht an seinem Amt festhalten zu wollen,
komme die heutige Nachricht aus Rom doch auch für ihn völlig
überraschend, so der Bischof, den unsere Redaktion über
Mobil-Telefon auf einer Wanderung durch den Pfälzer Wald erreichte.
Dort wollte Bischof Dr. Wiesemann nach anstrengenden Wochen – er
war zuletzt erst gestern von einer ökumenischen Tagung in Wien nach
Speyer zurückgekehrt - „ein wenig entspannen und
durchschnaufen“.
Dr.
Wiesemann, der schon während seiner Studienzeit an der Päpstlichen
Universität Gregoriana in Rom dem heutigen Papst wiederholt in
dessen damaligen Funktion als Präfekt der römischen
Glaubenskongregation persönlich begegnet war und der ihn schon
damals „als großen Theologen schätzen gelernt“ habe, traf zuletzt
im Mai 2012 aus Anlass einer Tagung der Italienischen
Bischofskonferenz, an der er selbst als deutscher Delegierter
teilnahm, mit dem Pontifex zusammen.
„Schon seit meinem ersten Zusammentreffen mit ihm hat mich der
spätere Papst als 'der Mann des Wortes' immer wieder zutiefst
fasziniert - als ein Mann, der stets die Auseinandersetzung mit den
geistigen Strömungen unserer Zeit sucht. “, so der Bischof. Seine
Schriften und seine große Spiritualität, insbesondere aber seine
Fähigkeit, sich mit den bedeutendsten Intellektuellen unserer Zeit
'auf Augenhöhe' auseinanderzusetzen, hätten ihn immer wieder
zutiefst beeindruckt, so der Speyerer Oberhirte, der es als ein für
ihn selbst unvergessliches Beispiel dafür nannte, wie der damalige
Kardinal Joseph Ratzinger den Diskurs mit dem streitbaren
Philosophen und Soziologen Prof. Dr. Jürgen Habermas geführt habe.
„Wie er sich dabei immer wieder dagegen stark gemacht hat,
den Glauben in den Bereich der Paraphänomene abzudrängen,
das hat mir schon damals größte Hochachtung abgenötigt“, so Dr.
Wiesemann. Insbesondere habe der Papst in seinem Pontifikat einen
großen Beitrag zur Versöhnung von Glaube und Vernunft geleistet.
„Als geistlichem Menschen geht es Benedikt stets um die Vertiefung
des Glaubens, die auch Anliegen des „Jahres des Glaubens“ ist, das
der Papst von Oktober 2012 bis November 2013 ausgerufen hat“. Als
weiteren Aspekt der Amtszeit des heiligen Vaters bezeichnete
Bischof Dr. Wiesemann die Verankerung der Caritas als wesentlichen
Ausdruck des christlichen Glaubens. Dies werde vor allem in seinen
Enzykliken deutlich.
Als Europa-Redner 1990 zu Gast in Speyer
Einen
eigenen, unvergesslichen Eindruck von der hohen Intellektualität
des Papstes konnten sich die Speyerer und ihre unzähligen Gäste zu
Pfingsten 1990 verschaffen, als der damalige Kurienkardinal Joseph
Ratzinger nur wenige Monate nach dem Fall der Berliner Mauer zum
2000jährigen Jubiläum der Kaiserstadt gekommen war, um dort über
den Auftrag der Christen beim Aufbau eines geeinten, von
christlichen Werten inspirierten Europas zu sprechen.
Dabei hob er hervor, dass sich der Europagedanke in der
Nachkriegszeit als politische und moralische Kraft bewährt habe.
Europa sei ein Wort für Friede und Versöhnung zwischen einst
verfeindeten Völkern geworden. Das Zerreißen des eisernen Vorhangs
habe mit einem Mal die ursprüngliche Herausforderung erneuert,
"neue Weisen der Einheit in der Vielfalt zu finden und eine neue
großräumige Friedensordnung zu konzipieren". Europa als politische
Idee müsse das nationalstaatliche Modell endlich durch ein Konzept
kultureller Gemeinschaft und weltweiter Solidarität ersetzen, so
der Kardinal damals, der im weiteren forderte, der Politik die
Ethik überzuordnen. Europa müsse mit seiner Rationalität auch deren
sinngebenden Grund weitergeben und "den Blick auf die Wahrheit
öffnen - auf Gott, der Maßstab des Guten ist".
Für heute
Vormittag hatte der Papst nun das Konsistorium der Kardinäle nach
Rom eingeladen – auf der Tagesordnung standen zunächst nur eine
Reihe von Heiligsprechungen. Doch was der Heilige Vater dann den
wichtigsten Würdenträger der römischen Kirche mitzuteilen hatte,
überraschte selbst Insider.
Lesen Sie im folgenden die Erklärung von Papst Benedikt XVI.
von heute im Wortlaut;
„Liebe Mitbrüder! Ich habe euch zu diesem Konsistorium nicht
nur wegen drei Heiligsprechungen zusammengerufen, sondern auch um
euch eine Entscheidung von großer Wichtigkeit für das Leben der
Kirche mitzuteilen.
Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe,
bin ich zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des
vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener
Weise den Petrusdienst auszuüben.
Ich bin mir sehr bewusst, dass dieser Dienst wegen seines
geistlichen Wesens nicht nur durch Taten und Worte ausgeübt werden
darf, sondern nicht weniger durch Leiden und durch Gebet. Aber die
Welt, die sich so schnell verändert, wird heute durch Fragen, die
für das Leben des Glaubens von großer Bedeutung sind, hin- und
hergeworfen. Um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das
Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Körpers als auch
die Kraft des Geistes notwendig, eine Kraft, die in den vergangenen
Monaten in mir derart abgenommen hat, dass ich mein Unvermögen
erkennen muss, den mir anvertrauten Dienst weiter gut
auszuführen.
Im Bewusstsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit
voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers
Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005
anvertraut wurde,
zu verzichten, so dass ab dem 28. Februar 2013, um 20 Uhr, der
Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein
wird und von denen, in deren Zuständigkeit es fällt, das Konklave
zur Wahl des neuen Papstes zusammengerufen werden muss.
Liebe Mitbrüder, ich danke euch von ganzem Herzen für alle
Liebe und Arbeit, womit ihr mit mir die Last meines Amtes getragen
habt, und ich bitte euch um Verzeihung für alle meine Fehler. Nun
wollen wir die Heilige Kirche der Sorge des höchsten Hirten,
unseres Herrn Jesus Christus, anempfehlen. Und bitten wir seine
heilige Mutter Maria, damit sie den Kardinälen bei der Wahl des
neuen Papstes mit ihrer mütterlichen Güte beistehe. Was mich selbst
betrifft, so möchte ich auch in Zukunft der Heiligen Kirche Gottes
mit ganzem Herzen durch ein Leben im Gebet dienen." Foto:
Bischöfliches Ordenariat Speyer; Foto vom Papstbesuch 2011 stammt
vom Bischofssekretär Manuel Wluka
11.02.2013
Erklärung von Kirchenpräsident Christian Schad zum angekündigten Rücktritt von Papst Benedikt XVI.
Mich hat der
angekündigte Rücktritt von Papst Benedikt XVI. überrascht.
Wenngleich ein solcher Schritt kirchenrechtlich möglich ist, so
muss man bis ins 13. Jahrhundert zurückgehen, um auf den bisher
einzigen Rücktritt eines Papstes zu stoßen.
Ich sehe in der Art und Weise seines Ausscheidens aus dem Amt
einen Vorgang von großer menschlicher und spiritueller Bedeutung.
Es macht deutlich, dass auch der Träger des Petrusamts ein Mensch
ist, dem weder Gott noch die Kirche Übermenschliches abverlangen,
so dass er auch nicht gezwungen ist, es sich selbst abzuverlangen.
Der Papst hat damit seinen Nachfolgern eine neue Freiheit in der
Erfüllung dieses Amtes eröffnet. Für den Mut, das Verantwortungs-
und das Pflichtbewusstsein, die sich in dieser Entscheidung
ausdrücken, gebührt Papst Benedikt XVI. deshalb höchste
Achtung.
Voller Respekt betrachte ich seine Entscheidung und seine
Lebensleistung. Mit der Wahl des deutschen Kurienkardinals Joseph
Ratzinger hatte sich 2005 das Konklave für einen der
profiliertesten römisch-katholischen Theologen entschieden.
Benedikt XVI. hat sich als Glaubensförderer und Glaubenshüter
innerhalb seiner eigenen Kirche erwiesen. Er hat den Dialog mit der
orthodoxen Kirche gefördert und das Gespräch mit den Kirchen der
Reformation gepflegt. Ich verhehle nicht, dass wir uns als
Protestanten bei seinem Besuch in Erfurt 2011 ein klareres
Bekenntnis zur Ökumene gewünscht hätten.
Als Präfekt der Glaubenskongregation hat Kardinal Ratzinger der
gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre katholischerseits
zum Durchbruch verholfen. Auf dieser fundamentalen Basis aufbauend,
hoffe ich auf weitere Fortschritte im gemeinsamen Gespräch. Dazu
gehört auch die Anerkennung der reformatorischen Kirchen als
„Kirchen im eigentlichen Sinn“.
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die römisch-katholische
Kirche und die Kirchen der Reformation im ökumenischen Dialog eine
Kultur entwickeln, in der Einheit und Differenz, Einheit und
Vielfalt, nicht gegeneinander ausgespielt, sondern in ihrer
Wechselseitigkeit wahrgenommen werden.
Geschwisterliche Vielfalt, einander bereichernde Pluralität,
gehören zum Wesen der Kirchengemeinschaft – und sind in gewisser
Weise Voraussetzung lebendiger Einheit.
Denn Kirche hat es in uniformer Gestalt nie gegeben; auch im
Urchristentum nicht.
Der Papst trägt den Titel „pontifex maximus“, er versteht sich
als großer Brückenbauer. So wünsche ich mir, dass der Nachfolger
Benedikts XVI. Brücken gerade zwischen den Kirchen der Ökumene,
aber auch zwischen den Religionen und unterschiedlichen Kulturen
baut. Auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017 wäre die Feier der
Wiederentdeckung des Evangeliums ein guter Ansatzpunkt.
Speyer, 11. Februar 2013
Kirchenpräsident Christian Schad ist stellvertretender
Vorsitzender der Union Evangelischer Kirchen (UEK) in Deutschland
und Mitglied des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und
katholischer Theologen in Deutschland.
Evangelischen Kirche der Pfalz, Pressereferat
11.02.2013
„Wir haben den Hunger satt“
Hungertuchwallfahrt von
Neustadt nach Aachen - Aussendungsfeier am 12.
Februar
Speyer- „Wir haben den Hunger satt!“ Unter
dieses Leitwort stellt das bischöfliche Hilfswerk Misereor seine
Fastenaktion 2013 im Hinblick auf arme Menschen in den Ländern
Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Diesem Motto folgt auch die
Misereor-Hungertuchwallfahrt, die seit 1986 jeweils zu Beginn der
Fastenzeit gestartet wird - in diesem Jahr in Neustadt an der
Weinstraße.
„Rund 870 Millionen Menschen auf der Welt leiden Hunger, jeder
achte Mensch ist unterernährt“, erklärt Misereor. Den „Skandal des
Hungers“ will das Hilfswerk mit der Fastenaktion „öffentlich“
machen und bittet zugleich um Unterstützung für die Hilfsprojekte,
deren zentrale Anliegen die Hungerbekämpfung und
Ernährungssicherung sind als Voraussetzung für Entwicklung. Das
Hungertuch gestaltete Ejti Stih, eine international bekannte
Künstlerin aus Santa Cruz de la Sierra/Bolivien. Es trägt den Titel
„Wie viele Brote habt ihr?“ Diese Frage soll Impulse zum Nachdenken
geben - darüber, worauf man persönlich verzichten könnte, um Hunger
und Armut entgegenzuwirken.
Ausgangspunkt der diesjährigen Hungertuch-Wallfahrt ist das
Herz-Jesu-Kloster in Neustadt. Dort treffen sich die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Bistum Speyer und vielen
anderen Regionen Deutschlands am 11. Februar zu einem Einkehrtag.
Am Tag darauf, am Dienstag, 12. Februar (9.30 Uhr), feiert
Weihbischof Otto Georgens in der Klosterkirche mit der Wandergruppe
den Aussendungsgottesdienst.
In vier Gruppen bewältigen die Wallfahrerinnen und Wallfahrer
abwechselnd die 270 Kilometer lange Strecke von Neustadt bis nach
Aachen. Die rund 60 Pilger teilen sich den Weg im Stafettensystem
auf. Eine Gruppe läuft mit dem Hungertuch, während eine andere
Gruppe ruht, eine dritte fährt derweil zum nächsten Übergabepunkt,
um das Tuch weiterzutragen. Übernachtet wird mit Schlafsack und
Isomatte in Gemeindehäusern, Schulen und anderen Einrichtungen.
Dort entsteht oftmals ein reger Austausch zwischen
Gemeindemitgliedern, die die Wallfahrer betreuen und beköstigen,
und ihren Gästen, ebenso bei Begegnungen mit Menschen in
Kindergärten, Schulen oder Eine-Welt-Kreisen. Interessenten sind
herzlich eingeladen, die Wallfahrer bis zum nächsten Etappenziel
oder darüber hinaus zu begleiten. Der Rücktransport an den
Ausgangspunkt kann mit den gruppeneigenen Begleitfahrzeugen
erfolgen.
Die erste Etappe führt am Dienstag, 12. Februar, vom
Herz-Jesu-Kloster Neustadt nach Lambrecht zur katholischen Kirche.
Dort werden die Wallfahrts-Teilnehmer gegen 12.30 Uhr von der
Pfarrei begrüßt und mit einem kleinen Imbiss verköstigt. Während
diese erste Gruppe in Lambrecht bis zur Nacht verweilt und sich im
Alten Pfarrhaus ausruhen kann, übernimmt die nächste Gruppe das
Hungertuch. Wie Pfarrer Franz Neumer aus der Pfarreiengemeinschaft
der Talorte mitteilt, ist auch in Weidenthal Verpflegung und
Unterkunft (hier im Maximilian-Kolbe-Haus) gesichert. In den beiden
Gemeinden Lambrecht und Weidenthal finden zeitgleich am Dienstag um
19 Uhr Wortgottesdienste statt.
Während der Wallfahrt mit dem Misereor-Hungertuch gehen die Pilger
keiner Strapaze aus dem Weg. So machen sie sich zum Beispiel in der
Nacht von Dienstag auf Mittwoch gegen 0.30 Uhr vom Pfarramt Maria
Schutz in Kaiserslautern Teilnehmer auf nach St. Nikolaus in
Ramstein, wo sie am frühen Morgen eintreffen. Dort wird das
Hungertuch sogleich an die nächste Wandergruppe weitergereicht, die
bereits eine halbe Stunde später Richtung Kusel aufbricht. Die
Wegabschnitte sind unterschiedlich lang, sie betragen zwischen zehn
und zwanzig Kilometern.
Weitere Stationen der sechstägigen Wallfahrt sind Baumholder,
Birkenfeld, Morbach, Bernkastel-Kues, Wittlich, Manderscheid, Daun,
Hillesheim, Jünkerath, Dahlem, Schleiden, Simmerath, Roetgen-Rott,
Lichtenbusch und Aachen-Burtscheid. Einen Tag vor der offiziellen
Eröffnung der Misereor-Fastenaktion, die am 17. Februar um 10 Uhr
mit einem festlichen Gottesdienst in der Aachener Pfarrkirche St.
Jakob eingeläutet wird, kommen die Pilger in der Stadt am
Dreiländereck an.
Weitere Informationen unter www.misereor.de/aktionen/hungertuchwallfahrt.html
Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse Foto: Das
MISEREOR-Hungertuch 2013 „Wie viele Brote habt ihr?“ von Ejti Stih
© MISEREOR
08.02.2013
Die Grundlagen einer freien Gesellschaft
Landeskirchenrat mit Kirchenpräsident Schad (4. v. rechts) und FDP Landesvorsitzenden Wissing ( 3.v.rechts)
FDP-Landesverband und Landeskirche betonen Bedeutung von
Bildung
Speyer- Bildung ist für die Freie
Demokratische Partei (FDP) und den Landeskirchenrat der
Evangelischen Kirche der Pfalz das Zukunftsthema in Bund und Land.
Zu einem modernen Bildungsangebot gehöre besonders die
frühkindliche Bildung im Bereich der Kindertagesstätten, erklärten
der FDP-Landesvorsitzende Volker Wissing und Kirchenpräsident
Christian Schad in Speyer. Im Rahmen ihrer Parteiengespräche hatte
die Kirchenleitung den FDP-Landesverband Rheinland-Pfalz
eingeladen.
Bildung stelle die Grundlage einer freien Gesellschaft dar, die
Chancengleichheit schaffe, betonte Wissing. Aus diesem Grunde lägen
die Themen Bildungsqualität und Bildungsvielfalt der FDP besonders
am Herzen. Bildung sei die soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Mit
einer Politik für die besten Kindergärten, die besten Schulen und
die besten Hochschulen setze man auf die Zukunftsfähigkeit
Deutschlands, sagte der FDP-Landesvorsitzende und stellvertretende
Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion.
Gemeinsam unterstrichen die Politiker und Kirchenvertreter das
Subsidiaritätsprinzip, nach dem eine staatliche Aufgabe soweit wie
möglich von einer kleineren Einheit wahrgenommen werden soll. „Der
Staat braucht im Bereich der Bildung auch das ‚Know How‘ der
Kirche“, erklärte Wissing. Kirchliche Kindertagesstätten und
Schulen stünden für mehr als nur Wissensvermittlung. „Wir wollen
auch Werte wie Toleranz, Freiheit, Gemeinschaftserfahrung und
Eigenverantwortung vermitteln“, sagten Wissing und Schad
übereinstimmend. Darüberhinaus trage gerade religiöse Bildung zur
Persönlichkeitsentwicklung bei.
An dem Gespräch im Landeskirchenrat nahmen neben den Mitgliedern
des Landeskirchenrats und dem FDP-Landesvorsitzenden auch der
Europaabgeordnete Jürgen Creutzmann sowie der Vorsitzende des
FDP-Bezirksverbandes Pfalz, Günter Eymael und der Vorsitzender des
FDP Bezirksverbandes Rheinhessen-Vorderpfalz, Franz Ringhoffer,
teil. Evangelische Kirche der Pfalz, Speyer,
Pressestelle www.evkirchepfalz.de
06.02.2013
Reise zum Weltjugendtag nach Rio
Junge Christen aus den Diözesen Freiburg und Speyer reisen
gemeinsam zum internationalen Weltjugendtag in Rio
Speyer- Der nächste internationale Weltjugendtag
findet vom 23. bis 28. Juli 2013 in Rio statt. Zu dem Treffen mit
Papst Benedikt XVI. unter dem Motto „Geht hin, und macht zu Jüngern
alle Völker der Erde“ (Mt 28,19) werden weit über zwei Millionen
junge Christen aus der ganzen Welt erwartet. Dabei sein wird auch
eine 30-köpfige Gruppe junger Menschen aus den Bistümern Speyer und
Freiburg, die gemeinsam eine Reise zum Weltjugendtag
unternehmen.
Bei der von der Abteilung Jugendseelsorge und der Stelle Berufe
der Kirche im Bistum Speyer, der Fachstelle Junge Erwachsene der
Abteilung Jugendpastoral sowie der Diözesanstelle Berufe der Kirche
der Erzdiözese Freiburg organisierten Reise nach Brasilien vom 17.
Juli bis zum 3. August fahren junge Leute zwischen 18 und 35 Jahren
mit. Die Reisegruppe wird über zwei Wochen in Brasilien unterwegs
sein. Abflug ist am 17. Juli am Frankfurter Flughafen. Die ersten
vier Tage findet ein Begegnungsprogramm in einer Pfarrei in Belo
Jardim in Nordost-Brasilien statt. Während dieser Tage der
Begegnung sind die Reisenden aus Deutschland in Gastfamilien
untergebracht. Kooperationspartner in Belo Jardim sind die vor Ort
aktiven Sießener Franziskanerinnen. Nach der Teilnahme am
Weltjugendtag in Rio vom 23. bis 28. Juli steht dann für die Pilger
aus den Diözesen Freiburg und Speyer noch ein kurzer Aufenthalt auf
der Ilha Grande auf dem Reiseprogramm. Der Rückflug nach Frankfurt
ist für den 3. August geplant.
Informationen zur Reise findet man unter www.jugend-bistum-speyer.de
und www.wjt.kja-freiburg.de.
Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ),
Diözesanverband Speyer, Presse
06.02.2013
Bistum Speyer auch weiterhin auf Spar- und Konsolidierungskurs
Generalvikar
Dr. Jung warnt vor fehlenden Möglichkeiten zur
Rücklagenbildung
cr./is. Speyer. „Auch im Jahr 2013 wird das Bistum Speyer
auf allen Ebenen seinen strikten Kurs der Haushaltskonsolidierung
fortsetzen – aber auch fortsetzen müssen“. Das betonte heute
Generalvikar Dr. Franz Jung bei der Präsentation des
aktuellen Zahlenwerkes, zu der er gemeinsam mit dem Leiter der
Hauptabteilung Finanzen und Immobilien des Bischöflichen
Ordinariats, Domkapitular Peter Schappert und
Finanzdirektorin Tatjana Mast vor die Presse trat.
Angesichts des überwiegend durch die demographische Entwicklung
bedingten Rückgangs der Katholikenzahlen im Bistum sowie der
rückläufigen Kirchensteuereinnahmen müssten die Ausgaben auch
zukünftig weiter eingeschränkt werden, stellte der Generalvikar
fest. Dazu sollen - entsprechend der Zielsetzung des
„Pastoralplanes 2015“, der die Reduzierung der Zahl der Pfarreien
in der Diözese auf zukünftig nur noch 70 vorsieht – die durch diese
Maßnahme frei werdenden kirchlichen Immobilien veräußert, Personal
sozialverträglich abgebaut und Aufgaben konzentriert werden. „Damit
wollen wir aber zugleich auch eine Bündelung der Aufgaben und eine
weitere Professionalisierung in Kirchenverwaltung erreichen“, so
Dr. Jung.
Wenn das Bistum Speyer im Jahr 2005 bei einem Gesamtbestand von
1.450 Immobilien noch über 292 Pfarrhäuser verfügt habe, dann mache
- selbst unter Berücksichtigung der in der Zwischenzeit bereits
verkauften durchschnittlich neun Pfarrhäuser pro Jahr - allein
schon die Zielzahl von zukünftig nur noch 70 Pfarreien deutlich,
dass hier noch ein erhebliches Potential an veräußerbaren Gebäude
bestehe. Natürlich müssten die Erträge aus solchen Veräußerungen
stets in vollem Umfang in der jeweiligen Kirchengemeinde verbleiben
– so Generalvikar Dr. Jung und würden in die örtlichen
Kirchenstiftungen einfließen. Doch auch für das Bistum würde der
Wegfall von Unterhaltspflichten für die oft historischen Gebäude
durchaus erhebliche Entlastungen mit sich bringen.
Um zusätzlich Ausgaben zu reduzieren, habe die Bistumsverwaltung
in den vergangen Jahren darüber hinaus mehrere Außenstellen
aufgegeben und sich auch aus der Trägerschaft von Einrichtungen wie
dem Kardinal-Wendel-Haus in Homburg/Saar und dem
Mehrgenerationenhaus in Ramstein zurückgezogen.
Ein ähnliches
Bild, so Dr. Jung, zeige sich auch bei der Personalentwicklung.
Hier habe das Bistum Speyer seit dem Jahr 2005 pro Jahr
durchschnittlich 16 Personalstellen abgebaut – „und alle ohne
betriebsbedingte Kündigungen", wie der Generalvikar betonte. Das
Bistum bündele daneben seine Kräfte, wie er am Beispiel der
Zusammenführung der Pfründestiftungen der Pfarreien zu einer
gemeinsamen Pfründestiftung für die gesamte Diözese erläuterte.
"Das damit erzielte Ergebnis spricht für sich: Weniger Verwaltung
und höhere Erträge", so Dr. Jungs Fazit..
Auch für das Jahr 2013 könne das Bistum Speyer einen ausgeglichenen
Haushalt vorlegen, bei dem die Höhe der Einnahmen der Höhe der
Ausgaben entspreche. "Gleichwohl ist die Finanzlage des Bistums
äußert angespannt, da wir über keine allgemeinen Rücklagen mehr
verfügen", machte Dr. Jung deutlich. Notwendig wären aber
„Allgemeine Rücklagen“ in einem Umfang von rund 27 Millionen Euro,
um dem nötigen Volumen von 20 Prozent des durchschnittlichen
Haushaltsvolumens zu entsprechen. "Trotz intensiver
Sparanstrengungen haben wir im Moment jedoch keinerlei finanziellen
Spielraum, um diese Rücklagen zu bilden", wies der Generalvikar
warnend auf den zu erwartenden weiteren Rückgang der
Kirchensteuereinnahmen in den kommenden Jahren hin. Schon jetzt
würden deshalb die Einsparzwänge vor allem bei den Bau- und
Instandhaltungsmaßnahmen spürbar. So habe der Etat für die
Renovierung von Kirchen, Pfarrhäusern und anderen kirchlichen
Immobilien von 9,2 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 7,5 Millionen
Euro im laufenden Jahr zurückgefahren werden müssen. "Das bedeutet,
dass wirklich nur noch das Nötigste gemacht werden kann", weiß Dr.
Jung um die Konsequenz dieser Entscheidung.
Der Bistumshaushalt 2013 weist ein Gesamtvolumen von 133,8
Millionen Euro aus. Im Vergleich zum Vorjahr bedeute dies einen
Rückgang um 600.000 Euro. In zahlreichen Aufgabenfeldern seien
inzwischen die Ausgaben prozentual an die Entwicklung der
Kirchensteuereinnahmen gekoppelt. "Der Vorteil dieser Lösung ist:
Unabhängig vom Anstieg oder Rückgang der Kirchensteuer bleibt der
Anteil der Ausgaben für ein bestimmtes Arbeitsfeld konstant. Das
schafft Verlässlichkeit und Berechenbarkeit", so Domkapitular
Peter Schappert, Leiter der Hauptabteilung Finanzen und
Immobilien des Bischöflichen Ordinariats.
Dabei seien
die größten Posten im Haushalt 2013 die Zuweisungen für die
Kirchengemeinden (50,9 Prozent), Bildungsaufgaben (15,1 Prozent),
die diözesane Verwaltung (11,6 Prozent) und die Caritas (7,5
Prozent), so Finanzdirektorin Tatjana Mast in ihrer
Übersicht über die Haushaltssystematik. "Wir sparen, aber wir
investieren auch in die Zukunft." Die Qualitätsentwicklung in die
Kindertagesstätten zum Beispiel lasse sich das Bistum Speyer rund
300.000 Euro pro Jahr kosten. Größere Investitionen seien mit 1,7
Mio Euro für die Renovierung des Heinrich-Pesch-Hauses in
Ludwigshafen – hierzu hat sich das Bistum mit dem Jesuiten-Orden
auf ein langfristiges. gemeinsames Nutzungskonzept verständigt -
die Renovierung des Minoritenklosters in Ludwigshafen mit 1,5
Millionen Euro und für die Instandsetzung des Kirchenmusikalischen
Zentrums im Kloster St. Magdalena in Speyer mit 1,2 Millionen Euro
eingeplant.
Wie Dr. Jung unterstrich, verstehe das Domkapitel die
Investitionen in die Dommusik ebenso als langfristig wirksam
werdende, aktive Beiträge zur Gewinnung neuer Kirchenmitglieder wie
die weitere Förderung der „Jugendkirche“ in Ludwigshafen oder die
Schärfung des religiösen Profils zur Glaubensvermittlung in den
katholischen Kindertagesstätten. Schließlich wies der Generalvikar
auch ganz aktuell auf das in diesen Tagen präsentierte kirchliche
Angebot auf der Landesgartenschau in Landau/Pfalz hin, wo man mit
den Menschen auch über religiöse Fragen ins Gespräch kommen
wolle.
Abschließend
kam Domkapitular Peter Schappert in seiner Eigenschaft als
Domkustos noch auf die besondere Rolle der Kathedrale für das
Bistum Speyer zu sprechen. „Der Speyerer Dom ist Gotteshaus und
Kulturdenkmal zugleich“, stellte er dabei fest – und für beide
Aufgaben seien Bistum und Domkapitel diesem Kirchenbau
verpflichtet. "Die neuen Angebote am Dom gehen aber dennoch nicht
zu Lasten des Bistumshaushalts", stellte der Domkustos klar. So
seien der neu konzipierte Kaisersaal und die Aussichtsplattform
hauptsächlich aus Mitteln des „Konjunkturpakets II“ finanziert, der
Einbau des barrierefreien „Bennoportals“ durch eine
Einzelspendeermöglicht worden. "Auch die Personalkosten für die
beiden neuen Mitarbeiter für Kultur- und Besuchermanagement sowie
für die Einrichtung eines Dombesucher-Zentrums werden wir komplett
aus den Eintrittsgeldern für die Krypta, den Kaisersaal und die
Aussichtsplattform auf dem Domturm finanzieren können“, betonte
Schappert. Foto: gc
31.01.2013
Damit es sich niemals wiederholt.......
Für Gott und
gegen die Diktatur – Prälat Prof. Dr. Moll erinnert beim
Historischen Verein der Pfalz an vergessene Märtyrer des
Nationalsozialismus in der Diözese Speyer
Von Gerhard Cantzler
An diesem Mittwoch, am 30. Januar 2013, jährt sich zum 80. Mal
der Tag, an dem mit der Ernennung von Adolf Hitler zum deutschen
Reichskanzler das wohl schwärzeste Kapitel in der deutschen und
europäischen Geschichte begann. Nur zehn Jahre sollte das
verbrecherische Nazi-Regime brauchen, um einen Weltbrand
unvorstellbaren Ausmaßes zu entzünden. Am Ende des 2. Weltkrieges,
im Jahr 1945, sollten rund 53 Millionen Menschen, davon fast 29
Millionen Zivilisten ihr Leben verloren haben. Viele gab es, die
von Anfang an vor den „braunen Horden“ warnten, viele von ihnen,
darunter auch viele überzeugte Christen beider Konfessionen,
bezahlten ihren Widerstand mit dem Leben. Auch auf dem Gebiet des
Bistums Speyer – in Pfalz und Saarpfalz – gab es Christen, die
durch ihre Standhaftigkeit gegen das Regime ins Fadenkreuz der
Nazis gerieten.
Mit dem Kölner
Historiker und Theologen, Prälat Prof. Dr. Helmut Moll,
Ordinarius an der Staatlichen Hochschule in Weilheim und
Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für das „Martyrologium
des 20. Jahrhunderts“ hatte die Bezirksgruppe Speyer des
Historischen Vereins der Pfalz den wohl profiliertesten Kenner und
Erforscher dieser Opfergruppe nach Speyer eingeladen. In seinem
zweibändigen Standardwerk „Zeugen für Christus – Das deutsche
Martyrologium des 20. Jahrhunderts“, das im Jahr 2010 bereits
in der 5., erweiterten und aktualisierten Auflage erschienen ist,
schildert Prof. Dr. Moll Lebensgeschichten und Lebensschicksale von
400 deutschen Christen beider Konfessionen, die in den zwölf Jahren
des Nationalsozialismus ermordet wurden – 100 weitere in dem Buch
Vorgestellte wurden Opfer des Kommunismus, 300 weitere starben in
Ausübung ihres Dienstes als Missionare. Mit diesem Werk, in dem er
bekannte Opfer wie die Heilige Edith Stein, aber auch viele
Unbekannte vorstellt, bewahrt er sie alle davor, der Vergessenheit
anheim zu fallen.
In seinem Vortrag in der Speyerer Villa Eccarius beschränkte
sich Prof. Dr. Moll dann auch auf zwölf christliche Glaubenszeugen,
die zum Teil auf dem Gebiet des Bistums Speyer geboren wurden oder
dort für einige Jahre lebten, die aber eines eint: Sie sind
inzwischen mehr oder weniger in Vergessenheit geraten. Dass ihre
Namen zum Teil nicht einmal mehr in den neueren Bistumsgeschichten
vermerkt sind, bezeichnete Prof. Dr. Moll als ein für ihn
unbegreifliches Defizit.
Als erstes
Beispiel erinnerte der Referent an den in Ludwigshafen geborenen
Juristen Dr. Edgar Julius Jung, der nach Studium und
Referendarzeit als Rechtsanwalt in Zweibrücken arbeitete. Er gilt
als wichtiger Vertreter der „Konservativen Revolution“ in der
Weimarer Republik, wirkte im Jahre 1924 an der Ermordung des
separatistischen Präsidenten der „Autonomen Pfalz“, Franz Josef
Heinz, mit und bezog schon lange vor der „Machtergreifung“ in Wort
und Schrift eindeutig Position gegen den aufkommenden
Nationalsozialismus. Deshalb war der engagierte protestantische
Christ längst auf die Mordlisten der Nazis geraten, die sich seiner
im Zuge der Gewaltwelle im Umfeld des sogen. „Röhm-Putsches“ am 30.
Juni 1934 auf gewaltsame Weise entledigten.
Aus ganz
anderen, aus religiösen und ethischen Gründen, stellte sich der
1885 in Dahn geborene Kapuzinerpater Ingbert Naab gegen das
System. Schon 1923 warnte er in seinen Predigten und Schriften vor
der Rassenlehre und den Prinzipien des Nationalsozialismus, die er
mit denen des Christentums für unvereinbar geißelte. Gemeinsam mit
Fritz Gerich, der 1934 im KZ Dachau ermordet wurde, gab Pater Naab
die Zeitschrift „Der gerade Weg“ heraus, in der er schon früh mit
erschreckender Klarsichtigkeit die künftige politische Entwicklung
vorhersagte. Mit seinem offenen Brief an Adolf Hitler vom 20. März
1932 und seiner Denkschrift an die Deutsche Bischofskonferenz vom
Juni 1934, in der er Hitlers „Mein Kampf“ als „Handbuch der
Demagogie“ brandmarkte, erreichte er Millionen Leser und wurde so
zu einem der profiliertesten Gegner des Systems in dieser Zeit.
Von den Nazis verfolgt, muss er sich schon im Juni 1933 auf eine
aufreibende Flucht durch halb Europa machen, die schließlich dort
endete, wo er einst in den Kapuzinerorden eingetreten war: Im
Kloster Königshofen bei Straßburg. Dort stirbt er entkräftet von
der Flucht am 28, März 1935.
Zahlreiche Werke sind über Pater Ingert Naab, sein Wirken und
seine bewegte Lebensgeschichte sind erschienen. Besonders
bemerkenswert dabei sicher Luise Rinsers Buch „Die Wahrheit über
Konnersreuth“ mit zuvor unbekannten Details über Naabs Kontakte zu
der stigmatisierten Therese Neumann, die ihn wohl auf seiner Flucht
durch ihre Visionen immer wieder vor den Zugriffen der Gestapo
warnen konnte, ihm schließlich aber auch seinen frühen Tod in
Königshofen prophezeit haben soll. Ganz anders der Band „Fritz
Gerlich – ein Publizist gegen Hitler“ des Speyerer Historikers
Prof. Dr. Rudolf Morsey aus dem Jahr 2010, in dem der
Universitätsprofessor auf die noch zahlreichen offenen Fragen über
Ingbert Naab hinweist.
Weniger
bekannt und erst bei der letzten Aktualisierung des
„Martyrologiums“ aufgenommen: Das Lebensschicksal des aus der
Saarpfalz stammenden Steyler Missionspaters Hugo Lindeur.
Mit seinem Vortrag über „die Unterscheidung des Geistes“ begab sich
der Pater in offenen Widerspruch gegen das Nazi-Regime und
markierte mit seiner Feststellung, dass „Christentum und
Nationalsozialismus unvereinbar seien wie Feuer und Wasser“
eindeutig seine Position gegen die Nazis, aber auch gegen all die
in der Kirche, die „einen Weg der Zurückhaltung“ gegenüber den
Machthabern suchten. Auch er wurde im Jahr 1940 hingerichtet.
Weitgehend unbekannt blieb auch das Schicksal des
Spiritaner-Paters Stanislaus Loh, der bezichtigt wurde,
Devisen an ein Haus seines Ordens nach Luxemburg „verschoben“ zu
haben. Bei global operierenden Ordensgemeinschaften war und ist es
keine Seltenheit, dass Hilfsgelder von einer Ordensprovinz in eine
andere gegeben werden - für das damalige Regime allerdings Grund
genug, Pater Loh zu einer zehnjährigen Zuchthausstrafe zu
verurteilen, die er im Zuchthaus Düsseldorf absitzen sollte. Auf
dem Weg dorthin kam der Pater gewaltsam zu Tode.
Dann natürlich
die große Heilige und Schutzpatronin Europas, Edith Stein,
die als Jüdin im Jahr 1922 in Bad Bergzabern zum Katholizismus
konvertierte und von 1923 bis zu ihrem Wechsel zum katholischen
Institut für wissenschaftliche Pädagogik im westfälischen Münster
im Jahr 1932 als Lehrerin am Speyerer Kloster St. Magdalena in der
Altstadt wirkte. Von ihr gibt es ein letztes Zeichen vom 8. August
1942, als der Zug der sie gemeinsam mit ihrer Schwester und vielen
anderen Häftlingen auf dem Hauptbahnhof von Schifferstadt kurz
Station machte und sie dem dortigen Bahnhofsvorstand Grüße an den
Speyerer Domkapitular Joseph Schwind auftrug, der sie Jahre zuvor
als Lehrerin in Speyer empfohlen hatte. Schon für den
darauffolgenden Tag vermerkt dann das Totenbuch des
Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau den Tod von Edith Stein –
gestorben in der Gaskammer. Welch grauenvolle Perfektion!
Edith Stein hatte schon 1930 mit großer Klarsichtigkeit geahnt,
was mit Juden in den nächsten Jahren passieren würde. „Erst werden
die Judenverfolgungen kommen und danach die Kirchenverfolgung“,
schrieb sie in ihr Tagebuch.
Auch
Wilhelm Caroli, in Saarlouis geboren und bereits mit 31
Jahren zum Pfarrer der großen Gemeinde von Rheingönheim – heute ein
Stadtteil von Ludwigshafen – ernannt, wurde von Prof. Dr. Moll als
einer der Märtyrer des Bistums Speyer herausgestellt. „Er hatte
schon 1933 den Mut, Hitler die Stirn zu bieten und wurde dafür auf
offener Straße von den Nazi-Schergen zusammengeschlagen“,
berichtete der Kirchenhistoriker. Als er nach zahllosen Störungen
seiner Gottesdienste im Jahr 1941 – ähnlich wie der Münsteraner
Bischof August Graf von Galen, - „der Löwe von Münster“- öffentlich
gegen die Euthanasie predigte, wurde er verhaftet und in die
berüchtigte Sonderabteilung für Geistliche im KZ Dachau gebracht.
Dort verstarb er am 23. August 1942 an den Folgen von schweren
körperlichen Misshandlungen und von Nahrungsentzug.
Dass in vielen
Fällen auch Denunziation im Spiel war, musste der 1916 im
saarländischen Ommersheim bei St. Ingbert geborene Steyler
Missionar Heribert Abel erfahren. Mit Ausbruch des Krieges im
September 1939 zum Militärdienst eingezogen, wurde er bei einem
vertraulichen Gespräch mit einem Kameraden belauscht, denunziert
und als Strafe für seine „Wehrdienst zersetzenden Aussagen“ in eine
„Bewährungskompanie“ an der Ostfront strafversetzt. Dort sollte
dann sein erster Einsatz auch zugleich sein letzter sein: Er fiel
nur wenige Stunden, nachdem er an dem Frontabschnitt eingetroffen
war.
Auch der
Spiritaner-Pater Ernst Lohner, 1901 in Straßburg geboren,
der 1930 in das Missionshaus seiner Kommunität am Speyerer
Weidenberg kam, erkannte schon früh, dass es „keine Brücke zwischen
Christentum und Nationalsozialismus geben könnte“, so Prof. Dr.
Moll. Pater Lohner lebte sechs Jahre in dem Speyerer Missionshaus,
bis es 1936 auf Anordnung der Nazis geschlossen werden musste.
Unter dem Eindruck des Nazi-Terrors wurde er zum entschiedenen
Gegner des Nationalsozialismus, kam in Haft und wurde vor ein
Sondergericht gestellt, das ihn wegen seiner Tätigkeit als
Seelsorger und Prediger sowie wegen des „Abhörens von Feindsendern“
zu einer Zuchthausstrafe verurteilte. Am 29. Februar 1944 verstarb
der Ordensmann im Zuchthaus Bayreuth.
Eine ganz
andere Lebensgeschichte konnte Prof. Dr. Moll über Generalmajor
Hellmuth Stieff berichten. Der 1901 im ostpreußischen
Deutsch-Eylau geborene Offizier, der nach dem 1. Weltkrieg in die
Reichswehr eingetreten und dort Karriere gemacht hatte, arbeitete
vier Jahre lang im Generalstab im Landau/Pfalz.1942 zum Oberst
befördert und zum Chef der Organisationsabteilung im Generalstab
des Heeres ernannt, wurde er im Januar 1944 zum Generalmajor
befördert, womit er dort einer der jüngsten, wenn auch körperlich
kleinsten Generäle der Reichswehr war. Gegenüber Kameraden und
Mitarbeitern äußerte er sich schon damals oft sehr kritisch über
die damalige Kriegsführung.
Während des Polenfeldzuges entwickelte er sich dann aber wegen
der dort verübten Massenmorde zum erklärten Gegner des
Nationalsozialismus. Im Sommer 1943 weckte dann Henning von Treskow
sein Interesse für eine aktive Teilnahme am Widerstand gegen
Hitler. Stieff verwahrte unter anderem den Sprengstoff, mit dem
Axel von dem Busche im November 1943 im Führerhauptquartier
Wolfsschanze ein Attentat auf den Diktator verüben wollte. Obwohl
er selbst Zugang zu Hitler hatte, hatte Stieff stets eigenhändige
Attentate mit Hinweis auf seinen Treueid abgelehnt.
Nach dem missglückten Attentat durch Claus Schenk von
Stauffenberg wurde aber auch Stieff in der Nacht vom 20. auf den
21. Juli 1944 im Führerhauptquartier Wolfsschanze verhaftet und
schwer misshandelt. Die Gestapo versuchte erfolglos unter Anwendung
von Folterungen Namen aus ihm herauszupressen. Am 4. August
erfolgte durch den zwei Tage zuvor gebildeten „Ehrenhof“ - ein
Sondergericht der Wehrmacht - seine unehrenhafte Ausstoßung aus der
Wehrmacht. Vier Tage später, am 8. August 1944, wurde Stieff im
ersten Schauprozess vom „Volksgerichtshof“ unter Vorsitz von Roland
Freisler zum Tode verurteilt und noch am gleichen Tag im Gefängnis
Berlin-Plötzensee auf ausdrücklichen Befehl Hitlers erhängt.
Dass man aber
auch wegen weitaus unspektakuläreren Aktivitäten am Galgen oder im
KZ landen konnte, machte Prof. Dr.. Moll am Beispiel des
Pfarrers Johannes Ries deutlich. 1887 im saarländischen
Elversberg geboren, besuchte der das Gymnasium in Speyer und legte
dort auch sein Abitur ab. Nach seinem Studium im Priesterseminar in
Trier wurde er im Bistum Trier zum Priester geweiht und war Pfarrer
in Losheim am See und Arzfeld. Dort kam er bereits 1933 in Konflikt
mit der örtlichen NSDAP-Führung, weil er sich weigerte, an einer
nationalen Feier teilzunehmen. Im Gegenzug wurden ihm dafür
Pfarrfeste untersagt. Als er anlässlich der Beerdigung eines
Gauleiters die Beflaggung der Kirche verweigerte, eskalierte die
Auseinandersetzung: Insgesamt gab es dann in den Jahren 1936 bis
1938 14 Anzeigen wegen Verstoßes gegen das „Heimtückegesetz“ gegen
Ries.
Als er sich dann 1937 weigerte, die Jugendarbeit seiner Gemeinde
in nationalsozialistische Hände abzugeben, versuchten die Nazis,
ihn als Pädophilen zu verunglimpfen.
1942 ließ Ries einen französischen Kriegsgefangenen in einer
Kapelle das Messopfer feiern. Dafür wurde er wegen
Feindbegünstigung angeklagt. Bei einer Hausdurchsuchung wurden dann
bei ihm Briefe gefunden, in denen er Zweifel am „Endsieg“
formulierte und die er an Soldaten an der Front gerichtet hatte. Er
wurde verhaftet und später im KZ Dachau inhaftiert, wo er am 3.
Januar 1945 verstarb.
Noch banaler
schließlich die Gründe, die zur Verhaftung von Bruder Franz
Martin aus Harthausen führten. Der 1875 in der Gemeinde bei
Speyer geborene, einfache Ordensmann – er war kein Kleriker und
hatte lediglich die Volksschule absolviert - traf als Bruder
Clemens bei einem Heimatbesuch mit einem Dorfgenossen zusammen, der
ihm den damals üblichen Hitler-Gruß entbot. Bruder Clemens
antwortete mit dem traditionell-katholischen „Gelobt sei Jesus
Christus !“ Das reichte für eine Verhaftung und für die Deportation
ins KZ Dachau, wo er noch im Januar des letzten Kriegsjahres 1945
an Misshandlungen und Unterernährung starb.
Elf Menschen-Schicksale - jedes höchst verschieden zu den
anderen, die doch alle eines gemeinsam hatten: Es waren Menschen,
die ihren Glauben - ihr Gewissen über den Zeitgeist und über den
Willen eines verbrecherischen Regimes stellten und die dafür
Willkür, Folter und Tod in Kauf nahmen.
Wenn Bundeskanzlerin Merkel heute bei einer Feierstunde
beklagte, dass viel zu viele Mesnchen in dieser Zeit weg gehört
hätten, wenn andere gequält, vertrieben und ermordet wurden, dann
mag das richtig sein – vielleicht verkennt es aber auch, was ein
Gesprächsteilnehmer an dem Vortragsabend im randvoll besetzten Saal
der Volkshochschule ausdrückte, als er sagte: „Wir alle müssen
jeden Tag unserem Herrgott dafür danken, das er es uns erspart hat,
in dieser Zeit die „Helden“ sein zu müssen, die den
mörderischen Nazi-Schergen in den Arm fallen“.
Dies gilt – so oder ähnlich - wohl auch im Umgang mit allen
Diktaturen. Und das sollten wir bedenken, wenn wir uns - vor dem
Erfahrungshintergrund von heute - über Menschen äußern, die vor
siebzig, achtzig Jahren ihren Weg finden mussten.
Prof. Dr. Moll
schloss seine zutiefst bewegenden Schilderungen mit einem letzten
Fall, der sich am Ende des Krieges im pfälzischen Großkarlbach
ereignete: Damals drangen vorrückende amerikanische Soldaten in das
Pfarrhaus ein und versuchten, die 1913 in Wattenheim geborene
Pfarrhaushälterin Anna Fernekes zu vergewaltigen. Als der
1907 in Speyer geborene Pfarrer Hermann Wagner ihr zu Hilfe
eilen wollte, wurden beide erschossen.
Die Untaten der Nazizeit waren zurückgekehrt in die eigenen
Häuser.
Die beiden Opfer von Großkarlbach waren nicht die
letzten Märtyrer, die schuldlos Schmerz und Tod erleiden
mussten. Foto: gc
"Zeugen für Christus" Das deutsche Martyrologium des 20.
Jahrhunderts
Herausgegeben von Helmut Moll im Auftrag der Deutschen
Bischofskonferenz
5., erweiterte und aktualisierte Auflage
2 Bände, 1.732 Seiten
88,-- Euro / sFr. 124,-- erschienen im Verlag Ferdinand
Schöningh, Paderborn
mail: Info@schoeningh.de
ISBN 978-3-506-75778-4
30.01.2013
Vergessene Märtyrer des Nationalsozialismus in der Diözese Speyer - Bilderalbum
Katholische Kirche zur Kritik von Heiner Geißler: Polemik geht an der Realität vorbei
Bistum Speyer
und Caritasverband widersprechen den Äußerungen des ehemaligen
Sozialministers zur Lage der Ökumenischen Sozialstationen
Speyer- Das Bistum Speyer und der
Caritasverband nehmen kritisch Stellung zu den Äußerungen von Dr.
Heiner Geißler bezüglich der Ökumenischen Sozialstationen. Der
frühere rheinland-pfälzische Sozialminister und heutige Vorsitzende
der Ökumenischen Sozialstation Edenkoben-Herxheim-Offenbach hatte
die Kirchen in einem am 18. Januar veröffentlichten Gespräch mit
dem Evangelischen Pressedienst (epd) in mehreren Punkten scharf
angegriffen.
„Heiner Geißler entwirft ein Bild von der Lage der Ökumenischen
Sozialstationen, das nicht der Realität entspricht“, hält der
Pressesprecher des Bistums Speyer Markus Herr den Äußerungen
Geißlers entgegen. „Geißler baut dramatische Bedrohungsszenarien
auf, für die überhaupt kein Anlass besteht.“ Für beide Kirchen
stehe fest, dass die Sozialstationen heute wie auch in Zukunft ein
unverzichtbares kirchliches Angebot im Netzwerk sozialer
Einrichtungen sind. „Das hat zu keinem Zeitpunkt in Frage
gestanden“, bekräftigt Herr.
Geißler hatte ein stärkeres finanzielles Engagement der Kirchen
für die Sozialstationen gefordert. Demgegenüber weist das Bistum
auf die Unterstützung der Sozialstationen durch die Pfarreien,
Kirchengemeinden und kirchlichen Krankenpflegevereine hin. „Geißler
scheint zu vergessen, dass auch Pfarreien, Kirchengemeinden und
Krankenpflegevereine Kirche sind.“ Bei den Zuschüssen des Bistums
und der Landeskirche an die Gemeinden sind Mittel zur finanziellen
Unterstützung der Sozialstationen enthalten. Außerdem bilden
Caritas und Diakonie die Arbeitsgemeinschaft für die Ökumenischen
Sozialstationen. Diese Arbeitsgemeinschaft berät mit mehreren
Fachreferenten die Sozialstationen in pflegerischen und
betriebswirtschaftlichen Fragen. Sie sichert den fachlichen
Austausch zwischen den Sozialstationen und vertritt deren
gemeinsamen Interessen gegenüber der Politik und den
Pflegekassen.
Das Bistum widerspricht dem Vorwurf Geißlers scharf, andere
kirchliche Anbieter würden den Sozialstationen zum Teil mit
Dumpinglöhnen und nicht qualifiziertem Personal Konkurrenz machen.
„Dieser Vorwurf entbehrt jeder Grundlage“, so Herr. Durch die
Zuordnung zu den kirchlichen Wohlfahrtsverbänden sind alle
kirchlichen Anbieter in der ambulanten Krankenpflege verpflichtet,
qualifiziertes Personal zu beschäftigen und die geltenden
Tariflöhne zu bezahlen.
Im Gespräch mit dem epd hatte Geißler die Sorge geäußert, dass
durch die neue Pfarreistruktur, die das Bistum Speyer derzeit im
Rahmen des Konzepts „Gemeindepastoral 2015“ umsetzt, die
Trägerstruktur der Ökumenischen Sozialstationen in Gefahr sei.
Durch die „totale pastorale Zentralisierung“ werde der „persönliche
Kontakt von Tausenden Krankenschwestern in den von
Pflegebedürftigkeit betroffenen Familien unmöglich gemacht“. „Diese
Äußerung geht komplett an der Wirklichkeit vorbei“, kritisiert
Markus Herr. „Bei der Trägerstruktur geht es vorrangig um eine
juristische Frage. Konkret müssen die Satzungen der Sozialstationen
so verändert werden, dass die ökumenische Ausgewogenheit auch in
Zukunft gewahrt ist.“ Dazu bestehe zwischen dem Bistum und der
Landeskirche ein hohes Einvernehmen.
„Davon unberührt ist die konkrete Arbeit der Ökumenischen
Sozialstationen, also die Betreuung pflegebedürftiger Menschen im
häuslichen Umfeld, die unverändert weitergeführt wird“, so Herr.
Ein Ausstieg der Kirchen aus der ambulanten Krankenpflege, vor dem
Geißler warnt, habe nie zur Diskussion gestanden. „Geißler zettelt
hier eine Phantomdebatte an, die vom Diskussionsstand in den
Beratungs- und Entscheidungsgremien der Kirche komplett losgelöst
ist.“
Die sozialpolitische Interessensvertretung der kirchlichen
Wohlfahrtsverbände hatte Geißler als unzureichend kritisiert und
eine „landesweit einheitliche und ökumenische Vertretung“
gefordert. „Auch in diesem Punkt erweist sich Heiner Geißler als
schlecht informiert“, so Herr. Caritas und Diakonie arbeiten bei
der sozialpolitischen Lobbyarbeit seit vielen Jahren eng zusammen.
Auch in den Pflegegesellschaften von Rheinland-Pfalz und dem
Saarland wirken beide Wohlfahrtsverbände gemeinsam daran mit,
Perspektiven zur Zukunft der pflegerischen Versorgung zu entwickeln
und dadurch die Situation von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen
kontinuierlich zu verbessern.
In Abgrenzung zu den Äußerungen von Geißler sehen das Bistum
Speyer und der Caritasverband andere Ansatzpunkte, um den Platz der
Sozialstationen im Feld der ambulanten Krankenpflege langfristig zu
sichern. Schon 2008 haben die Wohlfahrtsverbände Modelle vorgelegt,
die einen Zusammenschluss mehrerer Sozialstationen zu einem
größeren Verbund vorsehen. „Dadurch ließe sich die Effektivität
steigern und der Anteil der Verwaltungskosten reduzieren“, so Herr.
Eine weitere Zukunftsperspektive sei die engere Verzahnung der
Sozialstationen mit Krankenhäusern und Altenheimen. In der Pflege
werde immer weniger zwischen stationärer und ambulanter Versorgung
unterschieden. Gefragt seien vielmehr durchgängige
Versorgungssysteme aus einer Hand. „Das würde jedoch bedeuten, dass
sich die Ökumenischen Sozialstationen konzeptionell und strukturell
neu aufstellen müssten.“ Darüber hinaus sehen das Bistum und der
Caritasverband die Notwendigkeit einer klaren Zuordnung der
Sozialstationen zu einem der beiden kirchlichen Wohlfahrtsverbände.
„Nur so kann man unter den heutigen Bedingungen die
wirtschaftlichen und fachlichen Interessen wirksam in den Dialog
mit der Politik bringen“, so der Pressesprecher des Bistums. Damit
sei keinesfalls eine Absage an die Ökumene verbunden. „Es gibt
deutschlandweit viele ökumenische Sozialeinrichtungen, die jedoch
alle eindeutig einem der beiden Wohlfahrtsverbände als
Spitzenverband zugeordnet sind. Eine solche Zuordnung behindert
nicht den gemeinsamen Dienst an den Menschen, die unsere Hilfe
brauchen, und den wir auch in Zukunft leisten werden.“ Gefragt
seien sachgerechte Lösungen anstatt „mit übertriebener Polemik und
falschen Informationen eine Verunsicherung und Polarisierung
herbeizuführen“, kritisiert Bistumssprecher Markus Herr Geißlers
Äußerungen. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle;
Foto: zdf
28.01.2013
"Kirche muss sich vorbehaltlos Nöten der Menschen zuwenden“
Nardini-Gedenktag:
Bischof Wiesemann hebt im Dom Bedeutung sozial-caritativen
Engagements hervor – Gottesdienst mit Weihbischof Georgens in
Pirmasens
Speyer/Pirmasens Die Bedeutung des
sozial-caritativen Engagements der katholischen Kirche hat Bischof
Dr. Karl-Heinz Wiesemann aus Anlass des Gedenktages des seligen
Pfarrers Paul Josef Nardini hervorgehoben. „Es gibt auf die Dauer
keinen christlichen Glauben, der sich nicht auch in Werken der
liebenden, helfenden Zuwendung bezeugte und darin seine
Glaubwürdigkeit erweist“, sagte der Bischof am Sonntagmorgen in
einem Gottesdienst im Speyerer Dom. Der Seelsorger, Ordensgründer
und Sozialapostel Paul Josef Nardini (1821-1862) war 2006 im Dom
als erster Pfälzer selig gesprochen worden.
Gerade angesichts der derzeitigen Glaubwürdigkeitskrise, so Bischof
Wiesemann, müsse sich die Kirche vorbehaltlos den Nöten der
Menschen zuwenden. Trotz zurückgehender finanzieller Möglichkeiten
werde sie sich nicht aus gesellschaftlichen Aufgaben in eine eigene
Sonderwelt zurückziehen. „Als Kirche, als Christen, die ihr Maß an
Jesus Christus nehmen, dürfen wir keinen notleidenden Menschen
abweisen. Dabei stehen wir mit all unseren Kräften für die Würde
jedes Lebens ein“, sagte der Wiesemann unter Bezugnahme auf
aktuelle Diskussionen und fügte hinzu: „Wir wissen aber auch um die
große Sensibilität, die gerade Konfliktsituationen
benötigen.“
In seiner Predigt nannte der Bischof Nardini einen „Pionier des
sozialen Engagements der Kirche auf Seiten der Armen und
Notleidenden in den himmelschreienden Ungerechtigkeiten des 19.
Jahrhunderts“. Aus einem tiefen Glauben an Jesus Christus heraus
habe sich der Selige für die Menschen vor Ort eingesetzt.
Gleichermaßen habe der Diözesanpriester Jakob Friedrich Bussereau,
dessen 150. Geburtstag Anfang Februar im St. Paulusstift in
Herxheim gefeiert wird, zu den Vorreitern insbesondere in der
Behindertenarbeit gehört. Nardini und Bussereau stünden
stellvertretend für viele Christen, die sich bis heute für
Hilfsbedürftige einsetzen. Bischof Wiesemann dankte allen, die sich
in Hilfswerken, karitativen Einrichtungen, in Gemeinden, Verbänden
und Initiativen sowie im Bereich des familiären und
nachbarschaftlichen Miteinanders für andere engagieren. Ihr Wirken
helfe mit, soziale Kälte zu überwinden.
In seiner Ansprache wies der Bischof zudem auf die Wichtigkeit
katholischer Kindertagesstätten hin. Hier werde an vielen Orten
über die rein pädagogische Arbeit hinaus viel für das soziale
Gefüge der Gesellschaft geleistet. Das Bistum Speyer unterstütze
die Einrichtungen aktuell mit einem intensiv angelegten
Qualifizierungsprogramm. „Und wir wollen Kindertagesstätten zu
Familienzentren hin entwickeln“, sagte Bischof Wiesemann.
Pirmasens: Weihbischof würdigt Nardini als „kreative Gestalt der
Caritas“
Bei einem Gedenkgottesdienst in Pirmasens würdigte Weihbischof
Georgens ebenfalls am Sonntagmorgen Pfarrer Nardini als eine
„kreative Gestalt der Caritas“. Angesichts der prekären sozialen
Lage der Armen in Pirmasens im 19. Jahrhundert habe der Geistliche
nicht ruhen gekonnt. „Er war in einer Person caritativer
Vorkämpfer, Gründer einer Schwesterngemeinschaft, Vorstand eines
Armenkinderhauses und Pfarrer einer Diasporagemeinde.“ Mit seiner
Person stehe Nardini dafür, dass Gottesdienst, Verkündigung und
Caritas zusammen gehören und sich gegenseitig bedingen. Dies habe
auch Papst Benedikt es in seiner Enzyklika „Deus caritas est“
eindrucksvoll unterstrichen: „Liebe zu üben für die Witwen und
Waisen, für die Gefangenen, für die Kranken und Notleidenden
welcher Art auch immer, gehört genauso zum Wesen der Kirche wie der
Dienst der Sakramente und die Verkündigung des Evangeliums.“
Der Weihbischof bezeichnete Gottesdienst und Dienst an den Armen
als die Brennpunkte in der Seelsorgsarbeit Nardinis. „Es ging ihm
um eine Gottesdienstfeier und um eine Verkündigung, die im
caritativen Dienst konkret wird und umgekehrt um eine Caritas, die
Gottes Liebe verkündet und feiert.“ Der Selige könne den heutigen
Christen helfen, „beides zusammen zu sehen und zu verbinden:
Seelsorge und Caritas, Caritas und Kirche“, betonte Weihbischof
Georgens.
Nardini: "Vater der Armen"
Paul Josef Nardini kam 1821 in Germersheim als uneheliches Kind zur
Welt. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, die ihn prägten.
Später, als Pfarrer in Geinsheim und vor allem in Pirmasens, vergaß
er nie seine Herkunft. Als „Vater der Armen“ kümmerte er sich in
Pirmasens insbesondere um Waisenkinder und verarmte Familien. Dazu
gründete er eine eigene Schwesterngemeinschaft, die „Armen
Franziskanerinnen von der Heiligen Familie“, heute auch als
„Mallersdorfer Schwestern“ bekannt. Die Ordensfrauen nahmen sich
der verwahrlosten Kinder in seiner Pfarrei an und kümmerten sich um
alte und kranke Menschen. Nardini musste lange um die Anerkennung
des Ordens kämpfen. Doch als er 1862 starb, gab es im damaligen
Königreich Bayern schon mehr als 200 „Nardini-Schwestern“. Mit der
Seligsprechung 2006 wurden sein Lebenswerk und sein Glaubenszeugnis
als vorbildlich auch für Christen heutiger Zeit herausgestellt.
Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle
Die Predigt Bischof Wiesemanns im Wortlaut 
27.01.2013
Predigt von Bischof Wiesemann zum Nardini-Gedenktag am 27.1.13 im Dom zu Speyer
Liebe Schwestern und Brüder!
Im vergangenen Jahr haben wir den 150. Todestag des seligen Paul
Josef Nardini begehen dürfen. Dankbar durften wir uns an einen
herausragenden Pfarrer und Pionier des sozialen Einsatzes der
Kirche auf Seiten der Armen und Notleidenden in den Umbrüchen und
himmelschreienden Ungerechtigkeiten des 19. Jahrhunderts erinnern.
Er selbst hat öffentlich bezeugt, dass er an seinem Wirkungsort
Pirmasens „nie glücklich und zufrieden leben (könne), wenn er sich
nicht sagen könnte, das Seinige nach möglichster Kraft zur
Linderung der Armut beigetragen zu haben.“ Nardini hat sich mit der
ganzen Kraft seines Lebens für die Menschen vor Ort in ihren
Lebensumständen eingesetzt. Und die Quelle für diese Hingabe, die
von ihm alles abverlangt hat, fand er in seinem tiefen Glauben an
Jesus Christus. Christus, so schreibt Nardini schon als junger
Mann, ist „der Brennpunkt meines Lebens.“
In diesem Jahr dürfen wir in unserem Bistum eines weiteren
sozialen Pioniers mit ausstrahlender Kraft weit über die Grenzen
unseres Bistums gedenken. Am nächsten Samstag, dem Lichtmesstag,
feiern wir in Herxheim den 150. Geburtstag von Jakob Friedrich
Bussereau, einem Priester unseres Bistums, der zu den
gesellschaftlichen Vorreitern insbesondere in der Behindertenarbeit
gehört. Auch er ist wie Nardini Ordensgründer. Die Paulusbrüder und
Paulusschwestern haben bis heute sehr viel im Einsatz für die Würde
der Menschen geleistet. Busserau schreibt an einer Stelle: „Es
schien mir die schönste und würdigste Aufgabe zu sein, als Priester
ein Vater der Armen, Kranken und Waisen zu werden.“
Nardini und Bussereau – das sind zwei herausragende geistliche
Persönlichkeiten und Seelsorger unseres Bistums, die
stellvertretend für so viele stehen, die sich bis heute abmühen und
ihre Lebenskraft einsetzen aus dem Glauben an Jesus Christus, der
sich in den Hilfebedürftigen und Notleidenden zu erkennen gibt. Ich
erinnere an den Dienst der vielen Schwestern in unseren Gemeinden,
der nun auf Grund des Nachwuchsmangels in den Orden deutlich
zurückgeht – aber der doch nicht vergessen werden darf: Kranken-
und Gemeindeschwestern, die unermüdlich den Menschen beigestanden
haben und noch beistehen, die in unseren Kindergärten Generationen
von Kindern aus allen sozialen Schichten geprägt und fürs Leben
ertüchtigt haben. Und auch heute leisten unsere karitativen
Hilfsdienste in vielen sozialen Bereichen, unsere ökumenischen
Sozialstationen und gemeinschaftlichen Einrichtungen, häufig ganz
still und treu, Unermessliches für den sozialen Zusammenhalt in
unserer Gesellschaft und sind ganz nahe bei den Menschen in ihren
Nöten. Unsere katholischen Kindertagestätten sind uns sehr wichtig,
denn hier werden wir mit der Situation der Kinder in unserer
Gesellschaft, der Familien und der Alleinerziehenden mit ihren
Herausforderungen und Nöten konfrontiert. Hier wird an vielen Orten
über die reine pädagogische Arbeit mit den Kindern hinaus so viel
für das soziale Gefüge in unserer Gesellschaft geleistet! Wir
unterstützen sie in unserem Bistum aktuell mit einem intensiv
angelegten Qualifizierungsprogramm in ihrer wichtigen Arbeit. Und
wir wollen Kindertagestätten zu Familienzentren hin entwickeln.
Auch wenn in der Umbruchsituation unserer Zeit, auch aus Mangel
an personellen und finanziellen Möglichkeiten, manchmal der
Eindruck entsteht, die Kirche ziehe sich aus den gesellschaftlichen
Aufgaben zurück, so möchte ich dagegen betonen: Es gibt auf die
Dauer keinen christlichen Glauben, der sich nicht auch in Werken
der liebenden, helfenden Zuwendung bezeugte – und darin seine
Glaubwürdigkeit erweist. Wir können und dürfen uns nicht aus den
Nöten der Welt und der Menschen zurückziehen – und wir tun es auch
nicht! Alles ist verbesserungswürdig – und Vorgänge, wie sie jetzt
zuletzt öffentlich diskutiert wurden, bedürfen einer schonungslosen
Kritik. Als Kirche, als Christen, die ihr Maß an Jesus Christus
nehmen, dürfen wir keinen notleidenden Menschen abweisen. Dabei
stehen wir mit all unseren Kräften für die Würde jedes Lebens ein.
Wir wissen aber auch um die große Sensibilität, die gerade
Konfliktsituationen benötigen. Hierfür stehen so viele, die sich in
der langen Reihe mit Nardini und Busserau in unseren Hilfswerken,
karitativen Einrichtungen, im Leben unserer Gemeinden vor Ort, in
Verbänden und Initiativen, haupt- und ehrenamtlich mit Leib und
Seele für die Menschen einsetzen. Mit Nardini und Busserau und
vielen anderen großen Initiatoren und leidenschaftlichen Kämpfern
für soziale Gerechtigkeit und menschenwürdiges Leben, die aus
christlichem Geist Wesentliches für das humane Angesicht unserer
heutigen Gesellschaft geleistet haben, möchte ich hier und heute
allen, die in unseren Gemeinden, Einrichtungen, Verbänden und
Initiativen, wie auch im Bereich des familiären und
nachbarschaftlichen Miteinanders oft unter großem persönlichen
Einsatz mithelfen, soziale Kälte zu überwinden, aus ganzem Herzen
danken. Das inhumane Angesicht der Gesellschaft, das uns
heute ja auch deutlich entgegentritt und uns zutiefst beunruhigen
muss, kommt doch aus einer ganz anderen Quelle, die dem Menschen
die Würde raubt, weil er nur als Produkt oder Konsument, als Macht-
oder Wirtschaftsfaktor gesehen wird und ein Menschenbild dahinter
steht, dass die Achtung vor dem Schöpfer verloren hat.
Liebe Schwestern und Brüder, die Kirche durchläuft die größte
Glaubwürdigkeitskrise der neueren Geschichte. Wir können ihr nur
begegnen, wenn wir uns, wie bei den Pionieren in der Zeit der
industriellen Revolution, in der die Kirche und der Glaube der
Kirche auch grundlegend angefragt und heftig herausgefordert war,
vorbehaltlos den Nöten der Menschen, ihrer Lebenssituation, wie sie
heute ist, ihren Fragen, ihrem Suchen aussetzen. Wir müssen
demütiger in unserem Urteilen und großmütiger im Dienen sein. Im
Dialogprozess mit den engagierten Gläubigen, den ich zusammen mit
dem Katholikenrat in den Pfarrverbänden unserer Bistums momentan
durchführe, dringt immer wieder die Klage und die Not durch, die
Kirche entferne sich zu weit von der Lebenswelt der Menschen. Ich
nehme das sehr ernst, weil es mir von Menschen gesagt wird, die
ganz mit der Kirche leben und leiden – und ich spüre, wie wichtig
es ist, dass unsere großartige Botschaft in den tiefen unseres
verunsicherten Gemütes neue Zuversicht und Begeisterungskraft
erhält. Trotz allem Versagen, das es ohne Zweifel gab und gibt,
sind da doch so viele auf allen Ebenen der Kirche, die sich bis
heute leidenschaftlich für das soziale und humane Angesicht unserer
Welt engagieren! „Die Kirche muss sich ändern“, sagen viele und
spüren, wie sehr wir gerade heute der Umkehr und der echten
Erneuerung bedürfen.
Kirche kann und darf sich nicht in eine eigene Sonderwelt
zurückziehen. Zwar muss ihr immer klar sein, dass sie nicht von
dieser Welt ist und, so schwach sie auch selbst sein mag, einen
Auftrag von Gott her hat. Die Glaubwürdigkeit dieses Auftrags zeigt
sich jedoch in der Haltung, die unser seliger Priester und
Ordensgründer Paul Josef Nardini vor mehr als 150 Jahren schon ins
Mark unseres Bistums eingeschrieben hat: „Ich kann hier nie
glücklich und zufrieden leben, wenn ich nicht sagen könnte, das
Meinige nach möglichster Kraft zur Linderung der Not beigetragen zu
haben.“ Wenn ich, auch und gerade als Bischof, nicht sagen könnte,
das Meinige zur Erneuerung der Kirche und ihrer Option für die von
Gott so geliebten Menschen, insbesondere den Armen beigetragen zu
haben. Amen.
27.01.2013
Ursinus-Ausstellung: Begegnung mit Geschichte und Religion
Oberkirchenrat Gärtner
eröffnet Schau im Archiv – Pfarrer Landgraf in der Rolle des
Reformators
Speyer- Ursinus, Luther, Melanchthon,
Zwingli, Calvin – eine Begegnung mit den wichtigsten Reformatoren
in der Zeit des religiösen Umbruchs ermöglicht die Ausstellung
„Ursinus und der Heidelberger Katechismus“ im Zentralarchiv der
Evangelischen Kirche der Pfalz. Nicht nur für historisch
Interessierte lohne sich ein Blick auf die von Pfarrer Michael
Landgraf zusammengestellten Schautafeln, sagte der
Bildungsdezernent der Landeskirche, Oberkirchenrat Michael Gärtner,
bei der Eröffnung am Donnerstag. Dem Leiter des
Religionspädagogischen Zentrums in Neustadt sei es gelungen, anhand
der Lebensgeschichte von Zacharias Ursinus einen Einblick in die
Geschichte der Reformation in der ersten Hälfte des 16.
Jahrhunderts überhaupt zu geben.
Das 450. Erscheinungsjubiläum des Heidelberger Katechismus steht
im Mittelpunkt der Schau. Elf Tafeln bilden diese Epoche ab.
Landgraf, Autor des Buches „Ursinus erzählt“, schlüpfte zur
Ausstellungseröffnung selbst in die Rolle des 1534 in Breslau
geborenen und 1583 in Neustadt gestorbenen Reformators. Die Schau
erzählt von der damaligen Kurpfalz, erläutert die
Glaubensrichtungen, die sich nach der Reformation entwickelten und
beleuchtet das Leben des Verfassers des neben Luthers Katechismen
wohl bedeutendsten evangelischen Glaubensbekenntnisses der
Reformationszeit. Die Tafeln werden ergänzt durch reformierte
Bibelausgaben und Ausgaben des Heidelberger Katechismus. Die
Präsentation im Archiv will insbesondere auch Schüler neugierig
machen auf Geschichte und Religion. „Sicher eine der
vordringlichsten Aufgaben unserer Kirche“, so Gärtner.
Hinweis:
Die Ausstellung im Zentralarchiv in Speyer, Domplatz 6, läuft bis
25. Oktober und ist geöffnet Montag bis Donnerstag, 8 bis 16 Uhr,
Freitag 8 bis 13 Uhr, Gruppenführungen nach Vereinbarung. Kontakt:
06232 / 667-182.
Eine weitere Ausgabe der Schau ist als Wanderausstellung vom 29.
Januar bis 19. März im Bibelhaus in Neustadt, Stiftstraße 23, zu
sehen. Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag, 9 bis 17 Uhr sowie
nach Vereinbarung.
Inhaltliche Fragen beantwortet Michael Landgraf, Telefon 06321 /
33559, E-Mail: michael.landgraf@evkirchepfalz.de.
Weitere Informationen im Internet unter www.zentralarchiv-speyer.de
und www.religionsunterricht-pfalz.de.
Weitere Stationen sind die Religionspädagogischen Zentren
Ludwigshafen (8. April bis 4. Juli), Bolanden (5. bis 26.
September) und St. Ingbert (23. September bis 18.
Oktober). www.evkirchepfalz.de Presse-
und Öffentlichkeitsreferat der Evangelischen Kirche der
Pfalz
25.01.2013
Aktion Sternenregen unterstützt Diakonie in der Saarpfalz
Speyer- Mit 9.500 Euro aus
der „Aktion Sternenregen 2012“ hilft die Diakonie in Homburg mit
ihren Außenstellen in Blieskastel und St. Ingbert bedürftigen
Kindern und ihren Familien. „Sternenregen“ ist eine Spendenaktion
der evangelischen und katholischen Kirchen sowie RADIO SALÜ, die
2004 gestartet wurde. „Die Aktion Sternenregen hat einen festen
Spendenzweck. Das ist die Hilfe für Kinder und Familien in Not“,
erklärt Pfarrer Wolfgang Glitt, Initiator und Vorsitzender des
Vereins „RADIO SALÜ – Wir helfen e.V.“.
Die Spenden kommen zu gleichen Teilen der Diakonie
und der Caritas im Saarland zugute. Das Diakonische Werk Pfalz mit
dem Haus der Diakonie in Homburg darf sich über zehn Prozent der
Spenden des Diakonieanteils freuen. Der Bedarf im Saarpfalz-Kreis
ist groß. „Wir haben viele Familien mit Kindern, die unsere
Unterstützung brauchen. Das Geld reicht gerade im Winter oft nicht.
Wenn im November die Energiekostennachzahlungen ins Haus flattern,
wird es in vielen Haushalten ganz eng. Da reicht das Geld nicht für
warme Kleidung. Ganz zu schweigen von Weihnachtsgeschenken“, sagt
Ursula Schwarz vom Haus der Diakonie in Homburg-Landstuhl. Hier ein
Zuschuss zur Waschmaschine, da Geld für Winterschuhe und warme
Jacken, neues Therapiematerial für die therapeutische
Schülerförderung oder Zuschüsse für Ausflüge im Ferienprogramm: Die
Spenden der Aktion Sternenregen kommen dort an, wo sie benötigt
werden. „Jeder Cent fließt direkt und ohne Abzüge an die
Betroffenen, denn die Verwaltungskosten werden vom Verein
getragen“, erklärt Pfarrer Glitt. Rund eine Viertel Million Euro
Spendengelder wurden im vergangenen Jahr vom Verein gesammelt.
Albrecht Bähr, Landesdiakoniepfarrer und Sprecher der Diakonie
Rheinland-Pfalz, würdigt dieses starke Engagement für die
Schwachen: „Das ist eine wunderbare Spendenaktion, mit deren Hilfe
segensreiche Arbeit geleistet wird. Es ist beeindruckend, wie
unkompliziert Menschen, die so leicht durch unser soziales Netz
fallen, mit diesen Spenden geholfen wird.“ Diakonisches Werk
Pfalz, Presse www.diakonie-pfalz.de
25.01.2013
Kompetenter Theologe mit Humor und Herzenswärme
Friedhelm Hans, Vorstandsmitglied des Vereins für Pfälzische Kirchengeschichte, Klaus Bümlein, Kirchenpräsident Christian Schad und Helmut Meinhardt, neuer Vorsitzender des Vereins für Pfälzische Kirchengeschichte (v.li.).
Verein für Pfälzische Kirchengeschichte widmet
Oberkirchenrat i.R. Klaus Bümlein Jahresband
Speyer- Gratulation und Auszeichnung: Der
Verein für Pfälzische Kirchengeschichte hat seinem langjährigen
Vorsitzenden, Oberkirchenrat i.R. Klaus Bümlein, den ihm anlässlich
seines 70. Geburtstages gewidmeten Jahresband der Blätter für
Pfälzische Kirchengeschichte überreicht und ihm gleichzeitig „mit
großer Dankbarkeit“ für sein Engagement gedankt. Bümleins
Nachfolger im Amt des Vorsitzenden, Helmut Meinhardt,
charakterisierte seinen Vorgänger als „fachkundig, umsichtig,
teamfähig und uneitel“. Bei einem Empfang am Mittwoch im
Landeskirchenrat in Speyer bescheinigte Kirchenpräsident Christian
Schad dem früheren Bildungsdezernenten der Landeskirche „hohe
theologische Kompetenz, Herzenswärme und Humor“.
Bümlein selbst bedankte sich für die „gelungene Überraschung“,
die ihm der Verein für Pfälzische Kirchengeschichte mit der Widmung
des Jahresbandes und dem Empfang bereitet habe. Sein Interesse an
pfälzischer Kirchengeschichte sei beim ihm – aufgewachsen in Speyer
in der Nachbarschaft von Gedächtniskirche und Dom – „kein Wunder“,
sagte Bümlein. Geschichte, Theologie und „ein bisschen
Spiritualität“ gehörten zum gelebten Glauben und machten ihn
verständlicher.
In seiner Zeit als Bildungsdezernent sei Bümlein ein
„entschiedener Fürsprecher für den Religionsunterricht“ gewesen und
gleichzeitig „Bindeglied zwischen der akademischen Theologie und
der Landeskirche“, skizzierte Kirchenpräsident Christian Schad das
Wirken des 70-jährigen Jubilars. Als Gemeindepfarrer, als Dozent am
Predigerseminar und als Begleiter der Theologiestudenten habe
Bümlein stets „den einzelnen Menschen im Blick“ gehabt. Seine
Bemühungen um evangelische Spiritualität hätten dem alten Wort
„Frömmigkeit“ in einer säkularen Welt neu Gestalt gegeben, so
Schad.
Klaus Bümlein leitete von 1990 bis 2004 als Oberkirchenrat das
Bildungsdezernat der Landeskirche, lehrte an den
Evangelisch-Theologischen Fakultäten der Universitäten Heidelberg
und Mainz und übernahm 2004 den Vorsitz des Vereins für Pfälzische
Kirchengeschichte. Zu seinem Nachfolger wurde am 19. Januar 2013
der Weisenheimer Pfarrer Helmut Meinhardt bestimmt, zu dessen
Stellvertreter Akademiedirektor Christoph Picker.
Hinweis: Der 79. Jahresband der Blätter für Pfälzische
Kirchengeschichte ist zum Preis von 28 Euro für Mitglieder und 35
Euro für Nichtmitglieder erhältlich beim Zentralarchiv der
pfälzischen Landeskirche, Domplatz 6, in Speyer, Telefon 06232 /
667-183.
EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Speyer, Pressereferat
www.evkirchepfalz.de
24.01.2013
Sternsinger im Bistum Speyer sammeln 1,3 Millionen Euro für Kinder in Not
Wieder
herausragende Bilanz im Bistum Speyer - Spenden kommen
Hilfsprojekten zugute
Speyer- Auf die Sternsinger ist Verlass:
Wie in den Vorjahren haben die 12000 Mädchen und Jungen, die Anfang
Januar in den 346 Pfarrgemeinden im Bistum Speyer unterwegs waren,
rund 1,3 Millionen Euro für Kinder und Jugendliche in Not
„ersungen“. „Die Erfolgsgeschichte des Sternsingens geht
unvermindert weiter“, kommentierte Christoph Fuhrbach vom Referat
für Weltkirchliche Aufgaben im Bischöflichen Ordinariat Speyer die
erneut herausragende Bilanz.
Die Spenden kommen Hilfsprojekten in Afrika, Asien, Lateinamerika,
Ozeanien und Osteuropa zugute. Unterstützt werden unter anderem
Ernährungsprogramme, Gesundheitsdienste, Schulen, Kindergärten
sowie Initiativen für Straßenkinder, Flüchtlinge und aidskranke
Kinder.
Die Aktion Dreikönigssingen, die vom Kindermissionswerk „Die
Sternsinger“ in Aachen sowie vom Bund der Deutschen Katholischen
Jugend (BDKJ) getragen wird, ist die weltweit größte
Solidaritätsaktion, bei der sich Kinder für Kinder in Not
engagieren. Sie fand in diesem Jahr zum 55. Mal statt und stand
unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Für Gesundheit in
Tansania und weltweit!“. Bischöfliches Ordenariat Speyer,
Presse
Weitere Informationen unter www.sternsinger.org.
22.01.2013
Gemeinsam für die Einheit der Christen beten
Kirchenpräsident
Christian Schad hielt Predigt bei ökumenischem Gottesdienst im
Speyer Dom
Fremde Klänge begleiteten den Ökumenischen Gottesdienst zur
Gebetswoche für die Einheit der Christen im Speyerer Dom.
Instrumental- und Trommelmusik aus Indien, dargeboten von
Mitgliedern der indischen Musikschule Ludwigshafen, knüpfte eine
sinnliche Verbindung zum Schwerpunktland der diesjährigen
Gebetswoche für die Einheit der Christen. Die Trommelmusik hat eine
tiefe Bedeutung besonders für die Dalits, die Unberührbaren, die im
indischen Kastensystem ganz unten stehen. „Die Trommelklänge
verdeutlichen, dass der Weg der Nachfolge ein Weg zu den
Ausgegrenzten und Benachteiligten ist“, hob Bischof Dr. Karl-Heinz
Wiesemann in seiner Begrüßung hervor. Im Blick auf das Motto des
Gottesdienstes „Was Gott von uns erwartet“ rief er jeden Einzelnen,
aber auch die christlichen Konfessionen dazu auf, sich Gott zu
öffnen und auf dem Weg zur sichtbaren Einheit der Kirche Jesu
voranzuschreiten. Das bedeute zugleich eine Hinwendung zu den
Menschen am Rande der Gesellschaft. „Gott erwartet, dass wir unsere
Stimme erheben und uns nach Kräften dafür einsetzen, dass der ganze
Erdkreis immer mehr in sein Reich der Gerechtigkeit und des
Friedens umgestaltet wird.“
Die Glaubens- und Gewissensfreiheit einzufordern und dafür zu
sorgen, „dass kein Keil zwischen Menschen unterschiedlicher
Religionen getrieben wird“, bezeichnete Kirchenpräsident Christian
Schad in seiner Predigt als gemeinsame ökumenische Aufgabe Die
Christen in der Bundesrepublik sollten sich dafür einsetzten, dass
nicht Hass mit Hass, nicht Ideologie mit Ideologie beantwortet
werde. Christen seien, wie zum Beispiel in Indien, immer wieder
großem Leid ausgesetzt. Durch Hindu-Extremisten komme es zu
religiös motivierten Pogromen gegen Christen, bei denen Menschen
getötet, Kirchen und Wohnhäuser zerstört und Bibeln verbrannt
würden. „Das darf weder verherrlicht noch verharmlost werden“,
sagte Schad. Gerade deshalb träten die Kirchen für die
Religionsfreiheit als universales Menschenrecht ein. Christen in
Deutschland haben nach Aussage des Kirchenpräsidenten allen Grund,
die Gemeinschaft untereinander zu feiern und Gott dafür danken.
Dabei müssten die Christen unterschiedlicher Prägung nicht einander
gleich werden, „aber lasst uns Christus gleich werden“, sagte
Schad.
Persönliche Berichte gaben Einblick in indische
Lebensverhältnisse
Die Katholikenratsvorsitzende Maria Faßnacht berichtete von
ihren Eindrücken im Rahmen einer Reise nach Kalkutta. Die Begegnung
mit Menschen, die durch eine „zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit
und Armut“ dazu gezwungen sind, auf den Müllbergen der indischen
Metropole zu leben, schilderte sie als Herausforderung, den eigenen
Lebensstil in Frage zu stellen, „um Schritt für Schritt für mehr
weltweite Gerechtigkeit einzutreten.“ In einem weiteren
persönlichen „Zeugnis“ erinnerte Anna Schöps an das Schicksal der
unterdrückten und misshandelten Frauen und Mädchen in Indien und
die furchtbaren Vergewaltigungen, die in den letzten Wochen die
Öffentlichkeit erschütterten. „Schenke den Verantwortlichen die
nötige Besonnenheit, Maßnahmen zu treffen, die zu einem besseren
Schutz von Frauen vor Gewalt führen und lass auch uns für
Geschlechtergerechtigkeit und die gegenseitige Wertschätzung von
Männern und Frauen eintreten“, sagte Schöps in ihrer Fürbitte. Die
junge Frau aus Haßloch war als Freiwillige für ein halbes Jahr in
einem Kinderheim mit Schule für geistig behinderte Kinder an der
indischen Westküste tätig gewesen.
Drei Symbole für die Einheit der Christen
Drei Symbole standen am Altar als Zeichen für die Einheit der
Christen. Eine Bibel machte deutlich, dass Christen verschiedener
Konfessionen gemeinsam unter dem Wort Gottes stehen und dadurch
untrennbar miteinander verbunden sind. Ein Tuch, das beim „Tag der
Ökumene“ im Rahmen der Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier entstanden
ist, symbolisierte in seiner verwobenen Buntheit die Vielfalt und
das Miteinander der verschiedenen Kirchen. Eine Trommel war als
Zeichen dafür ausgewählt worden, dass es zur Christusnachfolge
gehört, sich von Unrecht und Leid berühren zu lassen, das laut wie
Trommelschläge zum Himmel schreit.
An dem Gottesdienst wirkten Vertreter mehrere Kirchen mit, die
in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)
zusammengeschlossen sind. Dazu zählten auch Dompfarrer Matthias
Bender, der protestantische Synodalpräsident Henri Franck, Pfarrer
Marc Reusch von der protestantischen Dreifaltigkeitsgemeinde,
Kantor Konstantin Tsolis von der griechisch-orthodoxen
Kirchengemeinde Ludwigshafen sowie Hans-Erhard Wilms von der
Baptistengemeinde in Landau als Vertreter der Freikirchen. An der
musikalischen Gestaltung wirkten neben der indischen Musikschule
Ludwigshafen auch die Evangelische Jugendkantorei der Pfalz unter
Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald sowie
Domorganist Markus Eichenlaub mit.
is / lk
21.01.2013
Ehemaliger Olympia-Pfarrer Michael Kühn: Leistungssport braucht Neustart
Nicht nur Radsport, sondern gesamter Leistungssport auf der
Kippe / Freigabe von Dopingmitteln keine Lösung
Einen Neustart für den Leistungssport fordert der ehemalige
Olympia-Pfarrer Michael Kühn aus Landstuhl. Nicht nur der Radsport,
sondern der gesamte Leistungssport stehe auf der Kippe, warnt Kühn,
der die deutschen Athleten bei den Olympischen Spielen in Nagano
(1998), Sydney (2000) und Salt Lake City (2002) als Seelsorger
betreut hat. Die Dopingproblematik reiche viel tiefer als
angenommen, sagte er in einem Interview mit RPR1 anlässlich des
Doping-Geständnisses des amerikanischen Radprofis Lance
Armstrong.
Angetrieben vom eigenen Ehrgeiz und den Interessen der
Sportverbände, der Wirtschaft und der Politik gingen die Athleten
oft über ihre Grenzen hinaus. Auch die Öffentlichkeit übe einen
hohen Druck auf die Sportler aus: „Wenn die deutsche Mannschaft es
mal nicht ‚bringt’ oder ‚nur’ Siebter wird, dann heißt es gleich:
Die haben wieder versagt.“ Eine Freigabe von Dopingmitteln ist für
Michael Kühn nicht die Lösung. „Doping hat ja auch Langzeitschäden.
Eine Freigabe würde dazu führen, dass nur noch die gewinnen, die
die besten Ärzte und die besten Mittel bezahlen können.“ Auch im
Blick auf den Kinder- und Jugendsport sieht Kühn eine Freigabe von
Dopingmitteln als problematisch an. „Wo setzt man die Grenze?“
Doping im Sport von Kindern und Jugendlichen aber sei völlig
inakzeptabel.
Eine Lösung des Dopingproblems sieht er in einer konsequenten,
gemeinsamen Aktion über Ländergrenzen hinweg, die sich an der Frage
orientiert: „Wie bekommen wir einen anderen Sport?“ Das sei ein
schwieriger Weg, aber die einzige Alternative, damit die
Doping-Kontrolleure nicht immer wieder das Nachsehen haben. Der
Bewusstseinswandel müsse bereits mit der Jugendarbeit beginnen:
„Man muss sehr früh anfangen und schon die Eltern und die Kinder
gegen Doping stark machen“, fordert Michael Kühn. Bischöfliches
Ordenariat Speyer, Presse
21.01.2013
Der “geistlichen Dimension des Domes“ mehr Raum geben
Zwei neue
Mitarbeiter des Domkapitels sollen den Besuchern die Kathedrale
noch näher bringen
cr,/is. Speyer. Der „geistlichen Dimension“ des Speyerer
Domes mehr Raum zu geben – das ist das Ziel und die Aufgabe der
beiden neuen Mitarbeiter, die das Domkapitel jetzt beim
traditionellen Neujahrsempfang für die Mitarbeiterschaft der
obersten Speyerer Kirchenbehörde vorstellte. Im Beisein des
Vorsitzenden des Dombauvereins, Dr. Wolfgang Hissnauer und
des Geschäftsführers des Speyerer „peregrinus-Verlages“, Marco
Fraleoni, stellte Domkapitular Peter Schappert, „Summos
custos“ der romanischen Kathedrale, die beiden „Neuen“ vor. „Die
wachsende touristische Entwicklung der Stadt Speyer und das Ziel,
den Dom für Besucher inhaltlich besser zu erschließen, haben zu dem
Entschluss einer personellen Verstärkung in diesem Bereich
geführt", machte der Domkustos dabei deutlich.
Rund 1,2 Millionen Menschen besuchten jedes Jahr den Speyerer
Kaiser- und Mariendom, so Schappert. Weit über 1000 Führungen pro
Jahr böten Gelegenheit, die Ursprünge des Domes und die zentralen
Ereignisse um die romanische Kathedrale in der abendländischen
Geschichte kennen zu lernen. Das Bistum Speyer plane deshalb auch –
der SPEYER-KURIER berichtete - die Einrichtung eines
Besucherzentrums, das gegenüber dem Dom, im so genannten
Vikarienhof am Domplatz untergebracht werden soll. Mit diesem
Besucherzentrum verbindet Schappert zugleich die Absicht, für die
Besucher ein noch umfassenderes Serviceangebot mit vielfältigen
Informationen rund um den Dom zu schaffen.
Dazu sollen
die beiden neuen Mitarbeiter zentrale Funktionen ausfüllen: Als
Verantwortliche für das Kulturmanagement ist Friederike
Walter seit Anfang Januar Ansprechpartnerin für alle Fragen zu
Kunst und Geschichte des Domes.Darüber hinaus wird sie das Archiv
betreuen und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.rund um die
Kathedrale unterstützen.
Die im saarländischen Neunkirchen geborene, jedoch von frühester
Kindheit an in der Pfalz lebende Friederike Walter, Mutter von
inzwischen 18 Monaten alten Zwillingsbuben und verheiratet mit
einem Landauer Lokaljournalisten, fühlt sich von Kindesbeinen an
zutiefst mit dem Speyerer Dom verbunden. Nach dem Abitur in
Germersheim hat sie in Münster und Bonn ein breit angelegtes
Magisterstudium in den Fächern Regionalwissenschaften Nordamerikas,
Politikwissenschaften und Kunstgeschichte absolviert. Auf ihrem
weiteren Ausbildungs- und Berufsweg konnte sie dann vielfältige
praktische Erfahrungen sammeln, unter anderem beim Historischen
Museum der Pfalz in Speyer, bei einer regionalen Tageszeitung, in
der Pressestelle der Mainzer Staatskanzlei, im Haus der Geschichte
in Bonn sowie beim Staatstheater in Mainz sowie bei dem
renommierten Theater in Basel. Seit 2008 hat sie schließlich die
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Zentrums für Kunst und
Medientechnologie ZKM in Karlsruhe geleitet.
Im Gespräch mit dem „SPEYER-KURIER“ unterstrich
Friederike Walter ihre Absicht, mit ihrer neuen Aufgabe „dem
Anspruch gerecht zu werden, dass der Speyerer Dom seinen Besuchern
nicht nur als ein Kulturdenkmal, sondern vor allem auch als ein
Haus Gottes bewusst wird“.
So will auch
Bastian Hoffman vorrangig seine Aufgabe verstanden wissen,
die er bereits Anfang Dezember übernommen hat. Er wird unter
anderem für das Besuchermanagement in und um die Kathedrale
verantwortlich sein und die Organisation sowie die Koordination und
Personalführung der Mitarbeiter vornehmen, die bei den
Domführungen, in der Krypta, im Kaisersaal und beim Aufstieg zur
Aussichtsplattform im Südwest-Turm eingesetzt sind.
Bastian Hoffmann ist in Speyer geboren und in Mechtersheim
aufgewachsen; sein Abitur hat er am Speyerer Gymnasium am Kaiserdom
abgelegt. Nach seinem Zivildienst hat er an der Universität Potsdam
den Magistergrad mit der Fächerkombination spanische und
italienische Philologie sowie Betriebswirtschaftslehre erworben. Im
Rahmen seines Studiums hat er Auslandssemester im spanischen
Vigo/Galicien und in der sizilianischen Hauptstadt Palermo
absolviert. Praktische Erfahrungen hat er unter anderem auch als
Mitarbeiter einer Potsdamer Gedenkstätte gesammelt.
Hoffmann, der eine weitere Aufgabe für sich in der Vernetzung
des Speyerer Domes mit anderen, international bedeutsamen
Kirchenbauten sieht, freut sich schon sehr auf das neue
Besucherzentrum, an dessen funktionaler Ausgestaltung er gemeinsam
mit seiner Kollegin Friederike Walte tatkräftig mitwirken will.
„Dombaumeister Colletto wird das neue Haus entwickeln und bauen –
wir werden es dann hoffentlich mit ausfüllen dürfen“, spricht er
auch für seine Kollegin, warnt aber zugleich angesichts der
Monumentalität des Domes „vor zu großen Zielen“. Foto:
gc
16.01.2013
Zwei neue Mitarbeiter des Domkapitels - Bilderalbum
Eigenes Bekenntnis und Toleranz schließen sich nicht aus
Neujahrsemfang
des Kirchenpräsidenten – 2013 steht unter doppeltem
Vorzeichen
Speyer- Das Eigene lieben und achten und das Verschiedene
respektieren sind nach den Worten von Kirchenpräsident Christian
Schad wesentliche Merkmale überzeugter Toleranz. Beim
Neujahrsempfang im Landeskirchenrat in Speyer am Donnerstag stellte
Schad das diesjährige Thema der Luther-Dekade, „Reformation und
Toleranz“ sowie das 450-jährige Jubiläum des Heidelberger
Katechismus in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Bekenntnis und
Toleranz schlössen sich nicht gegenseitig aus. Vielmehr könnten
gerade aus der eigenen Glaubensgewissheit heraus Unterschiede
ehrlich ausgetragen und konstruktiv aufeinander bezogen werden,
sagte Schad vor rund hundert Gästen aus Kirche, Wissenschaft und
Wirtschaft.
„Toleranz setzt voraus, dass Menschen zu dem stehen, was sie im
Innersten bindet und deshalb auch achtungsvoll mit dem umgehen, was
Anderen wichtig ist“, sagte Schad. In vielem habe sich das
Miteinander zwischen der römisch-katholischen und der evangelischen
Kirche zu einem Beispiel und Vorbild entwickelt, dessen Erfahrungen
auch für den interreligiösen Dialog fruchtbar gemacht werden
könnten, sagte Schad. In Deutschland lebten 4,3 Millionen Muslime,
islamischer Religionsunterreicht sei dabei, sich zu etablieren, das
Fach „islamische Theologie“ habe an deutschen Hochschulen Einzug
gehalten, Seelsorge an und mit Muslimen werde zum Thema. Dennoch
seien die Menschen von einem „selbstverständlichen, toleranten
Miteinander“ noch weit entfernt. Bildung sei Voraussetzung für
Toleranz, auch für den Frieden zwischen den Religionen und
Kulturen. „Das Jahr der Toleranz bietet darum Gelegenheit, zu
fragen, inwieweit wir in Kirche und Gesellschaft unserer
Bildungsverantwortung nachkommen“, sagte Schad.
Der im Januar 1563 für die Kurpfalz veröffentlichte Heidelberger
Katechismus, ursprünglich Trost- und Erbauungsbuch für die in die
Pfalz gekommenen Glaubensflüchtlinge, gilt als wichtigste
evangelische Bekenntnisschrift. Verfasser des aus 129 Fragen und
Antworten bestehenden Textes war der in Heidelberg und Neustadt
lehrende Theologieprofessor Zacharias Ursinus (1534-1583). „Ein
kleines Buch mit großer Wirkung für reformierte und unierte Kirchen
weltweit“, so Schad. Zu den beiden Schwerpunktthemen des Jahres
2013 – 450 Jahre Heidelberger Katechismus sowie Reformation und
Toleranz –hat die pfälzische Landeskirche der Pfalz zahlreiche
Veranstaltungen geplant. Die Evangelische Kirche in Deutschland
(EKD) stellt anlässlich der Lutherdekade bis 2017 jedes Jahr unter
ein bestimmtes Motto.
Für die musikalische Umrahmung des Neujahrsempfangs des
Kirchenpräsidenten sorgten Bezirkskantor Stefan Viegelahn und
Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald mit Sätzen des
Konzerts in C-Dur für zwei Cembali von Johann Sebastian Bach.
lk www.evkirchepfalz.de
10.01.2013
Schüler machen sich ein eigenes Bild vom Bistum Speyer
Rund 450 Schüler aus elf Schulen nehmen an
Begegnungstagen teil
Das Bistum Speyer nicht aus dem Schulbuch, sondern aus
Gesprächen mit Vertretern des Bistums kennenlernen: Diese Idee
steht hinter den Schülerbegegnungstagen, die am 11. Januar
beginnen. Auf Einladung der Hauptabteilung Schulen, Hochschulen und
Bildung des Bischöflichen Ordinariats kommen in der Zeit bis zum
18. Januar rund 450 Oberstufenschülerinnen und –schüler aus
insgesamt elf Schulen nach Speyer, um einen Tag lang verschiedene
Bereiche des Bistums, des Ordinariats und des Doms kennenzulernen.
In zahlreichen Gesprächen und Begegnungen haben sie Gelegenheit,
dem Leben der Kirche durch persönliche Erfahrungen näher zu kommen,
und dabei zu erfahren, was die Kirche besonders jungen Menschen
anzubieten hat.
Ein zentraler Baustein der Schülerbegegnungstage ist das
Gespräch mit Vertretern der Bistumsleitung. Bischof Dr. Karl-Heinz
Wiesemann, der in der Deutschen Bischofskonferenz die
Jugend-Kommission leitet, Weihbischof Otto Georgens und mehrere
Mitglieder des Domkapitels stellen sich den Fragen der Schülerinnen
und Schülern. „Abi – und dann?“, dieser Frage widmet sich ein
gemeinsames Programmangebot des Bundes der Deutschen Katholischen
Jugend (BDKJ) und des Caritasverbandes für die Diözese Speyer, bei
dem unterschiedliche Formen des freiwilligen sozialen Engagements
vorgestellt werden. Die Schülerinnen und Schüler haben außerdem die
Möglichkeit, bei einem Besuch des Bistumsarchivs in die
Vergangenheit des Bistums einzutauchen, sich mit den
Beratungsangeboten der Caritas vertraut zu machen oder bei einem
Besuch der Peregrinus GmbH mitzuerleben, wie die Bistumszeitung
„Der Pilger“ entsteht. Natürlich steht auch der Dom auf dem
Programm des Begegnungstages außerhalb des Klassenzimmers. Unter
fachkundiger Anleitung erschließen sich die Schülerinnen und
Schüler die Geheimnisse der Krypta, des Codex Aureus und der
Domorgel.
Schulen, die an den Begegnungstagen
teilnehmen:
- Maria-Ward-Schule Landau
- Pamina-Gymnasium Herxheim
- Gymnasium Edenkoben
- Gymnasium am Kaiserdom, Speyer
- Edith-Stein-Gymnasium, Speyer
- St. Franziskus-Schule Kaiserslautern
- Integrierte Gesamtschule Otterberg
- Johanneum Homburg
- Heinrich-Böll-Gymnasium, Ludwigshafen
- Kurfürst Ruprecht Gymnasium Neustadt
- Hannah Arendt Gymnasium Haßloch
Bischöfliches Ordinariat Speyer, Pressestelle
07.01.2013
Erste Frau im Amt: Solveigh Schneider ist die neue Vorsitzende des Landespflegeausschusses in Rheinland-Pfalz
Speyer/Mainz- Seit dem 1. Januar 2013 ist
Solveigh Schneider vom Diakonischen Werk Pfalz die neue Vorsitzende
des Landespflegeausschusses. Seit der Gründung des
Landespflegeausschusses im Jahr 1995 ist Schneider die erste Frau
an der Spitze dieses Gremiums.
Die Vorstandsvorsitzende der Pflegegesellschaft in
Rheinland-Pfalz und Leiterin der Abteilung Gesundheit,
Rehabilitation und Pflege im Diakonischen Werk Pfalz folgt Walter
Bockemühl von der AOK Rheinland-Pfalz nach, der im Jahr 2012
Vorsitzender des Landespflegeausschusses war. Die Geschäftsstelle
des Landespflegeausschusses ist beim rheinland-pfälzischen
Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie
eingerichtet.
Der Landespflegeausschuss wurde mit Einführung der Sozialen
Pflegeversicherung im Jahre 1995 geschaffen. Ziel ist es, die
Beteiligten in der Pflege auf Landesebene zu vernetzen und den
Pflegebereich gemäß zukünftiger Anforderungen weiter zu
entwickeln.
Der rheinland-pfälzische Landespflegeausschuss tritt in der
Regel alle vier Monate zusammen. Er kann einvernehmlich
Empfehlungen zur Umsetzung der Pflegeversicherung geben.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.masgd.rlp.de/soziales/pflege/landespflegeausschuss/
Diakonisches Werk Pfalz, Presse www.diakonie-pfalz.de
06.01.2013
Diözesane Eröffnungsfeier der 55. Aktion Dreikönigssingen
Speyer- Rund
500 Sternsinger und Sternsingerinnen haben heute in Speyer mit
einem Workshop- und Aktionsprogramm, einem farbenfrohen Zug in
„königlichen“ Gewändern durch die Maximilianstraße und einem
festlichen Aussendungsgottesdienst mit Bischof Dr. Karl-Heinz
Wiesemann im Dom die Eröffnung der 55. Aktion Dreikönigssingen für
das Bistum Speyer gefeiert. In den Tagen um den 6. Januar herum
sind - wie in ganz Deutschland - auch in der Diözese Speyer Mädchen
und Jungen als Heilige Drei Könige unterwegs, um den Segenswunsch
„Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ an
Wohnungs- und Haustüren zu schreiben und für Not leidende Kinder
weltweit zu sammeln.
Begonnen hatte die diözesane Eröffnungsfeier der Aktion
Dreikönigssingen, die dieses Jahr unter dem Leitwort „Segen
bringen, Segen sein. Für Gesundheit in Tansania und weltweit“
steht, am Mittag mit Workshops in fünf verschiedenen Häusern im
Stadtgebiet von Speyer. Dabei ging es um die Situation von Kindern
und Jugendlichen in dem ostafrikanischen Land Tansania, dem
Beispielland der diesjährigen Aktion. Dort hapert es vor allem an
der medizinischen Versorgung und an sauberem Trinkwasser.
Um deutlich
zu machen wie wichtig deshalb Brunnen sind, brachten die
Sternsinger am Nachmittag aus den Workshops große Duplosteine für
einen symbolischen Brunnenbau zum zentralen Treffpunkt aller
„Könige und Königinnen“ am Altpörtel mit.
Dort wurden sie musikalisch von der Trommlergruppe „Hamana Tolon“,
Musikern aus Guinea und der Elfenbeinküste, lautstark empfangen. Im
Namen der Organisatoren der Eröffnungsfeier begrüßten Kirsten
Glaser und Felix Goldinger, die Diözesanvorsitzenden des Bundes der
Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) die Gruppen aus verschiedenen
Teilen der Diözese. Vier junge Sternsinger erklärten, warum Brunnen
für ein Land wie Tansania so wichtig sind: „Bei uns zuhause ist es
ganz einfach an Wasser heran zu kommen - ich muss nur den
Wasserhahn aufdrehen“. Dagegen müssten Menschen in Tansania oft
Wasser von weit entfernten Wasserstellen holen und dieses Wasser
sei oft nicht sauber und mache krank. Mit einem Brunnen könne man
den Menschen daher sehr helfen. „Mit eurem Sternsingergeld kann zum
Beispiel in einem Kindergarten in Mondo in Tansania ein Brunnen für
sauberes Wasser gebaut werden“, so Peter Förg, Vertreter des
Kindermissionswerkes „Die Sternsinger“. Er dankte den Kindern und
Jugendlichen für ihr Engagement, mit dem so „Leben gerettet“ werden
könne.
Mit dem
selbstgebauten „Brunnen“ aus Duplosteinen zogen die Sternsinger
anschließend in ihren farbenfrohen Gewändern, mit goldglänzenden
Kronen, Sternen und begleitet von der Trommlergruppe vom Altpörtel
aus durch die Maximilianstraße zum Dom. Dort feierten sie mit
Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, BDKJ-Diözesanpräses Pfarrer
Andreas Sturm und Pfarrer Carsten Leinhäuser, beim BDKJ
Diözesanverband zuständig für die Sternsingeraktion, den
Aussendungsgottesdienst, bei dem es ebenfalls um das Motto der
diesjährigen Aktion ging.
„Schön, dass ihr als Sternsinger und Sternsingerinnen Botschafter
seid für Gottes Liebe in der Welt“, so Bischof Wiesemann zu Beginn
des Gottesdienstes. In seiner Predigt lobte er das Engagement der
Sternsinger als „größte Aktion von Kindern für Kinder überhaupt“
und bedankte sich für ihren „großartigen“ Einsatz: „Danke, dass ihr
Sternsinger seid, ganz viel Freude und Gottes Segen für eure Wege“.
Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Gruppe „Sanctos“ unter
der Leitung von Christian Knoll gestaltet.
Träger des Dreikönigssingens sind das Kindermissionswerk „Die
Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).
Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten
Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 814
Millionen Euro wurden seither gesammelt, mehr als 63.000 Projekte
und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien,
Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 54. Aktion zum
Jahresbeginn 2012 sammelten die Mädchen und Jungen aus 11.529
Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 42,4 Millionen Euro.
Im Bistum Speyer sammelten 366 Sternsingergruppen davon rund 1,3
Millionen Euro. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen
weltweit Projekte in den Bereichen Pastoral, Bildung, Gesundheit,
Ernährung, soziale Integration und Rehabilitation sowie
Nothilfe. Text und Foto: Bund der Deutschen
Katholischen Jugend (BDKJ), Diözesanverband Speyer
04.01.2013
Eröffnungsfeier der 55. Aktion Dreikönigssingen - Bilderalbum
Mario Colletto ist neuer Dombaumeister
Nachfolger von
Alfred Klimt hat den Kaisersaal mit der Ausstellung der
Schraudolph-Fresken neu gestaltet
Mario Colletto ist neuer Dombaumeister am Dom zu Speyer. Er trat
zum Jahreswechsel die Nachfolge von Alfred Klimt an, der fast 20
Jahre lang als Dombaumeister gewirkt hat und zum Ende des Jahres in
den Ruhestand verabschiedet wurde. Mario Colletto war als Architekt
in Augsburg tätig, bevor er 2011 zum Bischöflichen Bauamt nach
Speyer wechselte. Zuletzt leitete er die Neugestaltung des
Kaisersaals mit der Ausstellung der Schraudolph-Fresken im Westbau
des Speyerer Domes. Zugleich war er für die Schaffung der ebenfalls
im Herbst des vergangenen Jahres eröffneten Aussichtplattform auf
dem Südost-Turm des Speyerer Doms verantwortlich.
Der Speyerer Dom zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen
mittelalterlicher Architektur. 1981 in die UNESCO-Liste des Kultur-
und Naturerbes der Welt aufgenommen, ist er eines der reifsten
Beispiele romanischer Baukunst und darüber hinaus - nach der
Zerstörung von Cluny - die größte erhaltene romanische Kirche
überhaupt. Als Grabstätte salischer, staufischer und habsburgischer
Herrscher gilt er als Symbol des mittelalterlichen
Kaisertums.Bischöfliches Ordenariat Speyer,
Pressestelle
03.01.2013
Rund 500 Sternsinger in Speyer erwartet
Morgen findet
die diözesane Eröffnungsfeier zur 55. Aktion Dreikönigssingen in
Speyer statt - Empfänge für Sternsinger in Mainz und
Saarbrücken
Speyer- Rund 500 Sternsinger und Sternsingerinnen mit
ihren Gruppenleitern werden morgen, am 3. Januar, zur diözesanen
Eröffnungsfeier der 55. Aktion Dreikönigssingen in Speyer erwartet.
Sie folgen einer Einladung des Bundes der Deutschen Katholischen
Jugend (BDKJ) und des Referates für Weltkirchliche Aufgaben der
Diözese Speyer. „Segen bringen, Segen sein. Für Gesundheit in
Tansania und weltweit“ – unter diesem Leitwort ziehen rund um den
6. Januar 2013 bundesweit und auch im Bistum Speyer Mädchen und
Jungen verkleidet als Heilige Drei Könige von Tür zu Tür, schreiben
den Segenswunsch „Christus mansionem benedicat – Christus segne
dieses Haus“ an Wohnungs- und Haustüren und sammeln für Not
leidende Kinder weltweit.
Das Programm am 3. Januar beginnt um 12.45 Uhr. In
fünf Tagungshäusern im Stadtgebiet von Speyer können die
Sternsinger und Sternsingerinnen an Workshops teilnehmen, in denen
es um die Situation vonKindern in Tansania, dem Beispielland der
nächsten Aktion Dreikönigssingen, geht. In dem ostafrikanischen
Land gibt es zu wenige Kinderärzte, viel zu wenig Krankenhäuser und
zu wenige Medikamente,die bezahlbar sind.
Mangelware ist in Tansania oft auch sauberes Wasser
– ein weiteres Thema, mit dem sich die Sternsinger in den Workshops
beschäftigen werden. Wichtig sind deshalb Brunnen für
sauberesTrinkwasser. Um das deutlich zu machen, werden die
Sternsinger um 15 Uhr bei einer gemeinsamen Aktion am Altpörtel mit
Duplosteinen einen Brunnen als Symbol bauen. Anschließend ziehen
die großen und kleinen „Könige und Königinnen“, begleitet von einer
Trommlergruppe, durch die Maximilianstraße zum Dom. Dort feiern sie
mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann einen Gottesdienst.
Die Veranstaltung endet gegen 17 Uhr.
Rund 814 Millionen Euro, über 63.000 Projekte
Träger des Dreikönigssingens sind das Kindermissionswerk „Die
Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).
Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten
Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 814
Millionen Euro wurden seither gesammelt, mehr als 63.000 Projekte
und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien,
Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 54. Aktion zum
Jahresbeginn 2012 sammelten die Mädchen und Jungen aus 11.529
Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 42,4 Millionen Euro.
Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit
Projekte in den Bereichen Pastoral, Bildung, Gesundheit, Ernährung,
soziale Integration und Rehabilitation sowie Nothilfe.
Empfänge in Saarbrücken und Mainz
Die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer,
wird am 7. Januar 2013, um 16 Uhr, die Heiligen Drei Könige in der
Saarbrücker Staatskanzlei empfangen. Mit dabei für das Bistum
Speyer sind Sternsinger aus der Pfarreiengemeinschaft
Blieskastel-Lautzkirchen. Am 9. Januar 2013, um 15 Uhr, heißt
Ministerpräsident Kurt Beck die Sternsinger in der Mainzer
Staatskanzlei willkommen. Das Bistum Speyer vertreten dabei Mädchen
und Jungen aus der Pfarrei St. Martin in
Ludwigshafen-Oppau.
Sternsinger aus Maikammer vertreten Diözese in
Berlin
Am Freitag, 4. Januar 2013, wird Bundeskanzlerin Angela Merkel in
Berlin Sternsinger aus allen Bistümern empfangen. Die Diözese
Speyer wird von vier Sternsingern aus der katholischen
Pfarrgemeinde St.Kosmas und Damian in Maikammer vertreten.
Pünktlich zum Dreikönigsfest am 6. Januar sind Sternsinger,
vertreten durch Mädchen und Jungen aus dem Bistum Mainz, im Schloss
Bellevue erstmals bei Bundespräsident Joachim Gauck zu Gast.
Alle Informationen zur bundesweiten Sternsingeraktion unter
www.sternsinger.de .
Ansprechpartner für die Sternsinger-Eröffnungsfeier in Speyer
sind:
Pfarrer Carsten Leinhäuser, Tel. 0 62 32. 1 02-3 37; Mobil
0176/ 831 38 227; Mail: minis@bistum-speyer.de
oder
BDKJ-Diözesanvorsitzende Kirsten Glaser, Tel. 0 62 32. 1 02-5
21; Mobil 0176/ 830 25 047;
Mail: kirsten.glaser@bdkj-speyer.de
Dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der
Diözese Speyer gehören sieben Jugendverbände an. Sie vertreten die
Interessen von rund 9000 Kindern und Jugendlichen aus
Rheinland-Pfalz und dem Saarpfalzkreis. Informationen unter
www.bdkj-speyer.
Die fünf Tagungshäuser mit Workshops für Sternsinger in
Speyer am 3. Januar 2013:
Priesterseminar Speyer, Am Germansberg 60
Friedrich Spee Haus, Edith-Stein-Platz 7
St. Bernhard, Hirschgraben 3
Dreifaltigkeitsgemeinde, Haus Trinitatis, Johannesstr.
6a
Ägidienhaus, Gilgenstraße 17
Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ),
Diözesanverband Speyer, Presse
02.01.2013
Beatles-Schlager im Dom zu Speyer
Bischof
Wiesemann predigte an Silvester über Paul McCartneys „Let it
be“
Speyer- Ungewohnte Klänge zum Jahresende
im Speyerer Dom: Neben weihnachtlichen Liedsätzen, dargeboten von
Jugendkantorei, Domchor und Dombläsern, konnten die rund 1500
Gläubigen im Silvestergottesdienst auch einen Beatles-Schlager
hören. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann stellte – begleitet von
Domorganist Markus Eichenlaub - Paul McCartneys Hit „Let it be“
(„Lass es geschehen“) in den Mittelpunkt seiner Predigt.
„Let it be – das soll mein gelassen-tröstlicher Gedanke und Wunsch
am Ende dieses Jahres sein“, sagte Bischof Wiesemann. „Let it be“ –
das könne zurückblickend gemeint sein: „Das vergangene Jahr, so wie
es war, nimm es an!“ Dies meine keine Gleichgültigkeit und keinen
Fatalismus, sondern den tiefen Glauben: „There will be an answer –
Da ist noch eine tiefere Antwort, ein umfassenderer Sinn hinter
allem, was geschieht: eine größere Gerechtigkeit.“
„Let it be“ – das mache im Blick nach vorne ebenfalls Sinn: „Sag ja
zur Zukunft, weil dein Gott und Schöpfer dir auch die Zukunft
schenkt, auch in ihr gegenwärtig ist“, so der Bischof. Er verwies
auf die weise Gelassenheit und Offenheit für die Zukunft, die im
„Vater unser“ zum Ausdruck komme: „Vater unser im Himmel, dein
Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“
In seiner Ansprache betonte der Bischof zudem, der Text des
Beatles-Songs habe viel mit mütterlicher Weisheit zu tun, „mit dem
unbedingten Ja zum Leben, mit einem Urvertrauen in dessen Wachstum
und Lebenskraft“. Das Geheimnis des Lebens sei stärker „als unser
Planen, Machen und Versagen“. Auf das Ja-Wort der Gottesmutter
Maria sei das Wort Gottes in die Welt gekommen. „Wie viele Menschen
finden Jahr für Jahr hier in unserem Mariendom, an anderen
Wallfahrtsorten oder ganz schlicht beim Gebet zur Mutter Gottes
Trost, Frieden und Gelassenheit.“ Bischöfliches Ordenariat
Speyer, Presse
31.12.2012
Hoffnungsbilder gegen Verlustängste
Kirchenpräsident
Schad zur Jahreslosung 2013
Speyer- Die Kirche bleibt nach Auffassung
des pfälzischen Kirchenpräsidenten Christian Schad gerade Heimat
für Menschen, deren privates und berufliches Leben im Umbruch ist.
Dabei habe Heimat mit „Beziehungen zum dem Ort, an dem ich lebe, zu
den Menschen, die zu mir gehören und zum Glauben, der mir Halt
gibt“ zu tun, sagte Schad zum Jahreswechsel in Speyer.
Die Jahreslosung 2013 aus dem Hebräerbrief „Wir haben hier keine
bleibende Stadt, aber die zukünftige suchen wir“ erinnere daran,
„dass gerade dann, wenn wir meinen, wir hätten uns fest
eingerichtet, es plötzlich passieren kann, dass wir aufbrechen
müssen.“ Das Bibelwort mache bewusst, dass Menschen endliche,
fragmentarische Geschöpfe seien und wecke die Sehnsucht nach dem,
was bleibt. In dieser Perspektive könne man auch schmerzhafte
Abbrüche annehmen und einen Neuanfang wagen.
Dies gelte zum Beispiel für Menschen, die von Krankheit oder
nahem Tod betroffen seien. Aus persönlicher Erfahrung könne er das
Gefühl verstehen, dass einem der eigene Körper fremd wird.
Krankheit eröffne jedoch auch den Zugang zu Menschen, die ein
ähnliches Leiden getroffen habe und zu denen man sonst wohl keinen
direkten Kontakt bekommen hätte.
Der Gedanke von der zukünftigen Stadt, in der Gott auf die
Menschen zukomme und der Mensch von Angesicht zu Angesicht mit
seinem Schöpfer reden und leben könne, setze Hoffnungsbilder frei
gegen Verlustängste und schenke offene Augen und Herzen gerade für
Benachteiligte und Vergessene. Um die eigene Begrenztheit wissend,
mache die Jahreslosung Mut, auch unbetretene Pfade zu beschreiten
und „beherzt den Weg zum Ziel zu gehen als der, der du bist“, sagte
der Kirchenpräsident.
Hinweis: Ein Gespräch mit Kirchenpräsident Christian
Schad über die Jahreslosung 2013 sendet der Südwestrundfunk in
seinem ersten Hörfunkprogramm SWR 1 am Neujahrstag, zwischen 8.58
und 9.25 Uhr. Evangelischen Kirche der Pfalz, Speyer,
Pressestelle www.evkirchepfalz.de
28.12.2012
„Mit sich unversöhnter Mensch ist Quelle des Unfriedens“
Bischof Dr.
Wiesemann kritisiert mangelnde, „eindeutige Absage an organisierte
Sterbehilfe“
is./cr. Speyer. Auch am Ersten Weihnachtsfeiertag war der
Speyerer Dom wieder bis auf den letzten (Sitz-)platz gefüllt, als
Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann gemeinsam mit dem
Domkapitel und einer langen Prozession aus Diakonen und Messdienern
in die Kathedrale einzog. „Puer natus est nobis“ - „ein Kind ist
uns geboren“ - jubelte die mächtige Domorgel in dem gleichnamigen
Allegro des französischen Großmeisters der Orgelkunst,
Charles-Marie Widor, mit dessen überwältigenden Werken
Domorganist Markus Eichenlaub das erste volle Jahr des
großartigen neuen Instrumentes im Speyerer Dom bestimmt hatte.
„Puer natus est“ antwortete die Schola in der erhebenden
Schlichtheit des Gregorianischen Chorals - „puer natus est
nobis“.
Der mit sich selbst unversöhnte Mensch ist die Quelle des
Unfriedens“. Den versöhnten Umgang mit Grenzen stellte Bischof
Dr. Wiesemann in den Mittelpunkt seiner Predigt am ersten
Weihnachtsfeiertag, mit der er an seine Überlegungen in seiner
Predigt in der Christnacht anknüpfte.
Der Mensch sei
in ständiger Versuchung zum Aufstand gegen sich selbst und gegen
die ihm gesetzten Grenzen. „Der mit sich selbst unversöhnte Mensch,
der sich selbst zum Herrn über die Schöpfung und zum Herrn über
Leben und Tod macht, ist die eigentliche Quelle des Unfriedens.“
Das zeige sich besonders im Umgang mit dem Sterben. An dem
Gesetzesentwurf der Bundesregierung, der die gewerbliche Beihilfe
zum Suizid unter Strafe stellen will, kritisierte er die mangelnde
„eindeutige Absage an die organisierte Sterbehilfe“. Schwerkranke
Menschen bräuchten Beistand im Leben, nicht Mitwirkung am Sterben.
Der Friede von Weihnachten könne in die Welt nur einkehren, wenn
der Mensch die Grenzen annehme, die gesetzt sind. „Und deren erste
ist: Der Mensch ist nicht Herr über Leben und Tod.“ Im Blick auf
die Bewahrung der Schöpfung erinnerte Bischof Dr, Wiesemann an die
Forderung von Papst Benedikt XVI. nach einer „Ökologie des
Menschen“. Im Hinhören auf die Schöpfung sei es überlebenswichtig,
dass sich der Mensch mit seinen Grenzen versöhnt.
„Weihnachten ist alles andere als ein Märchentraum oder eine
Hollywood-Inszenierung“, so Bischof Dr. Wiesemann. Jesus habe alle
Grenzen, die das irdische Leben setzt, restlos angenommen. Von der
Geburt im Stall bis zum Tod am Kreuz habe er immer wieder
Ausgrenzung und Einsamkeit erfahren. Der alles entscheidende Grund
für die Menschwerdung Gottes sei die Liebe des Schöpfers zu dieser
„begrenzten und nicht selten so elend verstörten Schöpfung“. Diese
Liebe gehe über alle Vernunft. „Gott liebt uns in unseren Grenzen,
Schwächen, in unserer Leiblichkeit- so wie wir sind.“ Er liebe die
Menschen selbst in ihrer Wankelmütigkeit und ihrem Versagen.
Weihnachten bezeichnete der Speyerer Bischof als den Beginn
eines großen „Versöhnungsprojektes“. Die Liebe Gottes „will uns Tag
für Tag ein bisschen fähiger machen, unserer Welt, uns und unserem
Schicksal, unseren Nächsten und selbst unseren Feinden versöhnter
zu begegnen.“
Musikalisch sorgten der Speyerer Domchor, die Jugendkantorei am
Dom zu Speyer und die Dombläser mit der „Missa primi toni octo
vocum“ für zwei vierstimmige Chöre von Stefano Bernardi für die
festliche Gestaltung des Pontifikalamtes. Außerdem brachte das
Ensemble neben Gregorianik auch das bewegte „Hodie,Christus natus
est“ von Giovanni Gabrieli und den prachtvollen Satz zu „Herbei, o
ihr Gläubigen“ des Engländers David Willcocks zu Gehör. Foto:
wawi
26.12.2012
Weihnachtsgottesdienste im Speyerer Dom - Bilderalbum
Bischof Dr. Wiesemann mahnt Schutz jedweden Lebens an
Über 2.000
Gläubige besuchen Christmette im Speyerer Dom
cr./is. Speyer. Sie zählt traditionell zu den sicher am
stärksten frequentierten Festgottesdiensten des Kirchenjahres – die
Feier der Christnacht im fast tausendjährigen Speyerer Dom. Doch in
diesem Jahr, so schien es dem Beobachter, war der Andrang noch
einmal um einiges größer als in den Jahren zuvor. Am Hauptportal
und an den Seitenportalen der Kathedrale drängten sich die
Gläubigen in dichten Scharen lange schon vor dem Stundengebet, zu
dem sich Bischöfe und Domkapitel zu Beginn der Heiligen Nacht im
Chorgestühl des Gotteshauses versammelt hatten – freie Sitzplätze
im Haupt- und in den Seitenschiffe waren lange zuvor schon nicht
mehr verfügbar.
Als dann der Speyerer Domchor gemeinsam mit Instrumentalisten
des Domorchesters mit der musikalischen Umrahmung der Psalmlesungen
begann, da drängten sich die Menschen wieder in dichten Trauben auf
den Stufen hinauf zu den Querhäusern, um einen Blick auf das im
Königschor positionierte Ensemble der Dommusik zu erhaschen.
Zu einem klaren „Nein“ gegen jede Form organisierter
Sterbehilfe nutzte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in
dieser Nacht seine Predigt zur Christmette.“Wir dürfen dem Leben
von Anfang an trauen, weil Gott es mit uns lebt“, ermutigte er die
Gläubihgen. „Es muss deshalb unser aller größtes Anliegen sein,
dass wir Probleme nicht durch Tötung lösen, sondern dadurch, dass
wir mithelfen, dass Menschen dem Leben trauen können“, sagte er
Bischof unter Hinweis auf die „schmerzlich hohe Zahl von
Abtreibungen“ sowie auf die aktuelle Diskussion um die aktive
Sterbehilfe.
Er fügte hinzu, es sei es die Aufgabe aller und vor allem des
Gesetzgebers, „mitzuhelfen, dass Leben menschenwürdig bis zum Ende
gelebt werden kann“. Dies bedeute „ein klares Nein gegen jede Form
organisierter Sterbehilfe und Einsatz für eine menschenwürdige
Begleitung bis zum Ende". Der Bischof hob in diesem Zusammenhang
besonders die Bedeutung der ökumenischen Sozialstationen, der
Palliativmedizin sowie der Hospizarbeit hervor.
Zu Beginn seiner Ansprache hatte Bischof Dr. Wiesemann
Weihnachten als „das Fest des wunderbaren Anfangs“, bezeichnet,
„der das wunderbare Ende vorwegnimmt, wenn Gott alle Tränen
abwischen wird“. Jeder Augenblick in unserem Leben werde so
einzigartig und kostbar und trage die Möglichkeit in sich, „ein
Fenster zur Ewigkeit zu sein“.
Der Oberhirte erinnerte an den in Mannheim geborenen
Jesuitenpater Alfred Delp, der 1945 als Gegner der
Nationalsozialisten hingerichtet wurde. An Weihnachten 1944 habe
Delp in seiner Todeszwlle nachgedacht über „den neuen Anfang, den
Gott in diesem Fest für uns Menschen gesetzt hat und der uns das
Wichtigste einstiftet, was wir zum Leben brauchen: die Hoffnung“.
Mit gefesselten Händen habe der Pater die in dieser Situation
unglaublichen Sätze geschrieben: „Lasst uns dem Leben trauen,
weil diese Nacht das Licht bringen musste. Lasst uns dem Leben
trauen, weil wir es nicht allein zu leben haben, sondern Gott es
mit uns lebt.“
„Was für eine innere Freiheit vermag dieser Glaube Menschen zu
verleihen, was für eine Würde, was für eine menschliche
Überlegenheit - allem Unmenschlichen zum Trotz“, betonte der
Bischof.
Zur
festlichen, musikalischen Gestaltung des Pontifikalamtes hatte der
Speyerer Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Markus
Melchiori die „Messe in F“ des englischen Komponisten Charles
Wood vorbereitet. Von dessen Landmann John Rutter - als
Antwortgesang - die Motette„Strahlend und hell scheint ein Licht
über Bethlehem“ und zur Kommunion schließlich Felix Mendelssohn
Bartholdys vierstimmige Motette „Es wird ein Stern aus Jakob
aufgehn“ sowie zum „Sanctus“ eine Vertonung des Eichstätter
Domkapellmeisters Chrisian M. Heiß..
Felix Mendelssohn Batholdy zuvor auch schon in der der
Christmette vorgeschalteten Lesehore, die der Domchor mit der
Vertonung des Psalms 95 „Kommt, lasset uns anbeten“ sowie mit dem
traditionsreichen Weihnachtslied „Es ist ein Ros' entsprungen“ in
einer Vertonung von Johannes Brahms umrahmte. Foto:
wawi
25.12.2012
Lions Club spendet für Seilsicherung auf Zwerggalerie des Domes
Das Bild "Scheckübergabe" zeigt unter anderem Dr. Joachim Krekel (3.v.rechts) bei der Spendenübergabe an Dr. Wolfgang Hissnauer (4.v.rechts) und Domdekan Dr. Christoph Kohl (2.v.rechts).
Erleichterung bei Instandsetzungsarbeiten – Sicherung mit
Karabinerhaken
Der Lions Club Speyer hat einen Betrag von 14.000 Euro für den
Einbau eines Seilsicherungssystems in der Zwerggalerie des Domes
gespendet. Bei einer Feier im Kaisersaal des Domes nahmen Domdekan
Dr. Christoph Kohl und der Vorsitzende des Dombauvereins Dr.
Wolfgang Hissnauer die Spende entgegen.
Als Zwerggalerie bezeichnet man den offenen Säulengang unter dem
Dachansatz des Doms. Er führt
komplett um den Dom herum und ist begehbar, wenn auch zur Seite hin
offen und damit völlig ungesichert. Von den Domen in Trier und
Speyer ausgehend, hat sich die Zwerggalerie als Stilelement der
romanischen Baukunst über ganz Mitteleuropa verbreitet. Aufgrund
der Absturzgefahr waren bei Instandsetzungsarbeiten in der
Zwerggalerie bisher aufwendige und mit hohen Kosten verbundene
Sicherungsmaßnahmen notwendig.
Das ändert sich
mit dem Seilsicherungssystem, das im Frühjahr des nächsten Jahres
in die Zwerggalerie eingebaut werden soll. In einer Höhe von einem
Meter wird ein starkes Stahlseil vor der Rückwand der Galerie
befestigt. Wer die Zwerggalerie betritt, muss zuvor einen Haltegurt
anlegen, der über ein Seil und einen Karabinerhaken in das
Stahlseil eingehakt wird. Durch dieses System, das in ähnlicher
Weise beim Bergsteigen Anwendung findet, können die Baufachleute
gesichert die Zwerggalerie abschreiten, die Bausubstanz auf Schäden
untersuchen und Instandsetzungsarbeiten ausführen. „Ein äußerst
positiver Nebeneffekt ist, dass mit dem Seilsicherungssystem zum
Beispiel am Tag des offenen Denkmals Besuchergruppen von jeweils
zehn Personen über die Zwerggalerie geführt werden können“, machte
Dr. Wolfgang Hissnauer deutlich.
Die Kosten für die Anschaffung und den Einbau der Seilsicherung
auf der Zwerggalerie des Domes betragen rund 28.000 Euro. 40
Prozent dieser Kosten trägt das Land Rheinland-Pfalz. Durch die
Spende des Lions Clubs Speyer kann ein großer Teil der
verbleibenden Kosten abgedeckt werden. „Wir freuen uns, zum Erhalt
und zur Weiterentwicklung des Domes einen Beitrag leisten zu
können“, erklärte der Präsident des Lions Club Speyer Dr. Joachim
Krekel anlässlich der Spendenübergabe. Es handelt sich um den Erlös
eines Charity-Golfturniers, das der Lions Club Speyer im August im
Golfclub Pfalz in Geinsheim zugunsten des Dombauvereins
veranstaltet hat. Der Lions Club Speyer hat derzeit 53 Mitglieder.
Er wurde 1963 gegründet und feiert im kommenden Jahr sein
50-jähriges Bestehen. Bischöfliches Ordenariat Speyer,
Presse
20.12.2012
Bischof Wiesemann bittet um Spenden für Adveniat
Kollekte für
Menschen in Lateinamerika in allen
Weihnachtsgottesdiensten
Speyer- Aus Anlass der Adveniat-Weihnachtsaktion
2012 bittet Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Gläubigen im
Bistum Speyer um eine „großzügige Spende“ für die Menschen in
Lateinamerika. Die Solidaritätsaktion, für die an Heiligabend und
am ersten Weihnachtsfeiertag in allen katholischen Gottesdiensten
gesammelt wird, unterstützt seit mehr als 50 Jahren die Kirche in
Lateinamerika in ihrem täglichen Dienst für arme und benachteiligte
Menschen. In diesem Jahr steht unter dem Motto „Mitten unter euch“
besonders das Leben der kirchlichen Basisgemeinden im Fokus.
In einem Spendenaufruf verweist Bischof Wiesemann auf die
Verheißung Jesu an seine Jünger: „Wo zwei oder drei in meinem Namen
versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20). Dieses
Wort habe die Christen von Anfang an dazu aufgerufen, in Jesu Namen
das Wort Gottes zu hören und seine Gegenwart zu feiern. „Ermutigt
von der Zusage Jesu lesen in lateinamerikanischen Basisgemeinden
viele Christen gemeinsam die Bibel und suchen Wege, das Evangelium
im Alltag zu leben“, so der Bischof. In den oft sehr großen und
unüberschaubaren Pfarreien seien diese Basisgemeinden ein wichtiger
Bestandteil des kirchlichen Lebens. Sie ermöglichten Millionen
Gläubigen, in Gemeinschaft mit Christus zu leben und sich im Sinne
des Evangeliums insbesondere für die Armen zu engagieren.
Adveniat fördert jährlich mehr als 3.000 Projekte mit einem
Gesamtvolumen von rund 40 Millionen Euro. Damit ist Adveniat die
größte Lateinamerika-Hilfsaktion Europas. Unterstützt werden sowohl
die Seelsorge- und Bildungsarbeit als auch soziale Initiativen, die
etwa Straßenkindern oder den Bewohnern von Elendsvierteln zugute
kommen. Voraussetzung für eine Förderung ist stets eine angemessene
Eigenleistung der Antragsteller, das heißt der Pfarreien, Gruppen
oder Ordensgemeinschaften, die in städtischen oder ländlichen
Notstandsgebieten tätig sind.
Spenden können auch eingezahlt werden auf das Adveniat-Spendenkonto
345 bei der Bank im Bistum Essen (BLZ 360 602 95). - Weitere
Informationen unter www.adveniat.de.
Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse
20.12.2012
Papst ernennt Pirmin Spiegel zum Monsignore
Misereor-Hauptgeschäftsführer
stammt aus dem Bistum Speyer / Bischof Dr. Wiesemann überreichte
Ernennungsurkunde
Papst Benedikt XVI. hat MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin
Spiegel zum päpstlichen Ehrenkaplan (Monsignore) ernannt. Die
Ernennungsurkunde überreichte der Bischof von Speyer, Karl-Heinz
Wiesemann, heute in Aachen.
Wiesemann überbrachte gleichzeitig Grüße aus Spiegels Heimatdiözese
Speyer. "Die Ernennung zum Kaplan seiner Heiligkeit sagt etwas aus
über die Erdung aber auch den weiten Horizont von Pirmin Spiegel",
erklärte Wiesemann. Geboren in Großfischlingen in der Pfalz sei er
als großer Menschenfischer nach Brasilien gegangen, habe aber auch
die diözesanen Veränderungsprozesse immer mitgetragen. Bischof
Wiesemann bescheinigte Spiegel zudem eine große Begabung,
Leidenschaft und Begeisterungsfähigkeit in seiner Arbeit.
Zu den Gratulanten gehörte auch der Hamburger Erzbischof Werner
Thissen, Vorsitzender der MISEREOR-Kommission. Thissen dankte
Pirmin Spiegel für die ersten Monate als Hauptgeschäftsführer bei
MISEREOR. Spiegel habe sich schnell und agil in die neuen Aufgaben
eingearbeitet. Der Titel des Monsignore sei Ausdruck der
Verbundenheit von MISEREOR mit Rom, mit der Weltkirche und der
Welt.

Pirmin Spiegel zeigte
sich erfreut über die Ernennung zum Monsignore. Dieser Titel sei
keiner, der von den Menschen entferne, sondern er habe den Zweck,
den Armen zu der Ehre zu verhelfen, die ihnen von Gott her zustehe.
Vom ehemaligen Erzbischof von El Salvador, dem 1980 ermordeten
Monsignore Oscar Romero, habe er gelernt, wie wichtig es sei, im
Kern bei den Menschen zu sein.
Spiegel, geboren 1957, studierte in Frankfurt/St. Georgen
Philosophie und Theologie und wurde am 7. Juni 1986 zum Priester
geweiht. Bis 1990 wirkte er als Kaplan und Pfarradministrator in
Kaiserslautern und als CAJ-Kaplan des Bistums Speyer. Danach war er
bis 2000 im brasilianischen Bundesstaat Maranhão in Lima Campos
(Bistum Bacabal) als Pfarrer tätig. Bis 2003 war er für die
Ausbildung von Laienmissionaren in Maranhão und darüber hinaus
freigestellt. Von 2004 bis 2010 arbeitete Spiegel wieder in
Deutschland als Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft
Blieskastel-Lautzkirchen. Im Sommer 2010 kehrte er nach Brasilien
zurück, um in verschiedenen Ländern Lateinamerikas in der
Ausbildung und Begleitung von Laienmissionaren zu arbeiten. Seit
März 2012 ist er Hauptgeschäftsführer von MISEREOR.
Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse20.12.2012
Barocke Schönheit vor dem Verfall bewahren
Die Orgel in
Albsheim ist ein historisches Kleinod und müsste dringend saniert
werden
Speyer/Albsheim- Das Motto-Jahr
„Reformation und Musik“ verklingt und macht Platz für eine neue
Widmung im Zyklus der Luther-Dekade. Am Rande der zahlreichen
Konzertevents der letzten zwölf Monate schweift der Blick zuweilen
auch auf Abseitiges, auf manch „schlummernde Schönheit“ – wie zum
Beispiel die Orgel der barocken Kirche in Albsheim an der Eis. Sie
ist das nachweislich älteste Instrument seiner Art in einer
protestantischen Kirche der Pfalz.
Johann Valentin Senn, Orgelbaumeister aus Thüringen, hatte die
über acht Register verfügende, einmanualige Orgel um 1730 während
einer zeitweiligen Schaffensperiode in Bad Dürkheim erbaut. Zur
historischen Substanz zählen, wie Gero Kaleschke,
Orgel-Beauftragter der Landeskirche, erläutert, neben dem barocken
Prospekt die Windladen und ein Teil des Pfeifenwerks. Natürlich
habe es, vor allem im 18. Jahrhundert, mehrere Umbauten gegeben,
die 1980, bei der letzten Restaurierung durch die Kaiserslauterner
Firma Zimnol, teils wieder zurückgenommen worden seien, erklärt der
Experte. Das Instrument, mittlerweile dringend sanierungsbedürftig,
ließe sich zwar in den barocken Urzustand zurückversetzen.
Allerdings sei bei der Rettung des Kleinods Vorsicht geboten, sagt
Kaleschke.
Pfarrer Martin Theobald, der die ab Januar 2013 fusionierten
Gemeinden Asselheim, Mühlheim und Albsheim als Ganzes im Blick hat,
räumt die Dringlichkeit der Orgelsanierung durchaus ein. Allerdings
müssten in Anbetracht der angespannten Finanzlage „konsequent
Prioritäten“ gesetzt werden. So habe derzeit die Instandsetzung der
Gebäudesubstanz Vorrang. Die Albsheimer Kirche, mit ihrem
romanischen Kern und gotischen, bzw. barocken Umwidmungen ebenfalls
von architektonischem Wert, weise erheblichen Sanierungsbedarf
auf.
Eile sei zudem geboten bei der 1991 originalgetreu restaurierten
historischen Stumm-Orgel in der Mühlheimer Kirche. Sie zeige
dramatischen Schimmelbefall. „Da müssen wir jetzt vorrangig tätig
werden, um Schlimmes zu verhindern“, so der Pfarrer. Natürlich
gerate die Orgel-Sanierung in Albsheim damit keinesfalls aus dem
Blick, betont Theobald mit Nachdruck, „zumal wir mit Michael Heppes
einen großartigen und überaus engagierten Organisten haben“. Eine
umfassende Restaurierung, mit Rückbau auf die spätromantische
Version, allerdings unter Beibehaltung des barocken Prospekts,
werde allgemein favorisiert. Dieses „mittlere“ von drei
Sanierungskonzepten war bereits vor drei Jahren mit 50.000 bis
70.000 Euro veranschlagt worden. Mit der im benachbarten Obrigheim
angesiedelten Orgelbaufirma Schriegnitz stehe man in gutem Kontakt.
Aber man werde noch fleißig sammeln und sparen müssen, räumt der
Geistliche ein.
Mit Benefizveranstaltungen wie dem Adventsmarkt und Initiativen
ähnlich der „Stiftung Orgelklang“ für Mühlheim werde die
Identifikation der Menschen mit dem Projekt gefördert. „Wir sind
uns der historischen Verpflichtung durchaus bewusst und auch der
Chance der kulturellen Gestaltungsmöglichkeiten, die eine intakte
Orgel zweifelsohne eröffnet.“ EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ,
Speyer, Pressereferat www.evkirchepfalz.de
20.12.2012
Viel positive Resonanz auf Kaisersaal und Aussichtsplattform
Schließung der
Ausstellung im Winterhalbjahr wird zu Arbeiten im Kaisersaal und an
den Schraudolph-Fresken genutzt
Speyer- Mehr als 5.000 Menschen haben im
November die Ausstellung der Schraudolph-Fresken im neu gestalteten
Kaisersaal des Domes und die Aussichtsplattform im Südwest-Turm
besucht. „Wir haben viele begeisterte Rückmeldungen bekommen, von
Besuchern aus Speyer, der Pfalz, aber auch darüber hinaus“, freut
sich der stellvertretende Dombaumeister Mario Colletto. Auch
mehrere prominente Besucher - zum Beispiel der frühere Speyerer
Bischof und spätere Münchner Kardinal Friedrich Wetter sowie der
rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck - haben die
Ausstellung inzwischen angesehen und den einzigartigen Rundblick
vom Turm des Domes über Speyer und die Rheinebene genossen. „Auch
die Medien, angefangen von den lokalen und überregionalen Zeitungen
bis hin zu zahlreichen Hörfunk- und Fernsehbeiträgen, haben das
Projekt von Anfang an sehr aufmerksam und intensiv begleitet“,
stellt Mario Colletto fest. Besonders interessiert hat er die
Reaktionen aus den Fachkreisen der Kunsthistoriker wahrgenommen.
„Auch von dieser Seite wurde über die Gestaltung des Kaisersaals
und die Präsentation der Schraudolph-Fresken sehr positiv
geurteilt, zum Beispiel von der Deutschen Stiftung
Denkmalschutz.“
Seit dem 1.
Dezember sind der Kaisersaal und die Aussichtsplattform im Turm -
wie schon bei der Eröffnung angekündigt - bis Anfang des kommenden
Jahres geschlossen. Aufgrund der kühlen Temperaturen im Saal und
der winterlichen Wetterbedingungen, die ein gefahrloses
Hinaussteigen auf den Turm erschweren würden, sind beide Angebote
in den nächsten vier Monaten für Besucher geschlossen. Diese Zeit
wollen Dombaumeister Colletto und sein Team nutzen, um eine Reihe
von Arbeiten im Kaisersaal auszuführen. „Wir werden die
Schraudolph-Fresken auf den Bildträgern ornamental einfassen. Denn
schon für Johann Baptist Schraudolph war die ornamentale Dekoration
ein wesentliches Gestaltungselement“, erklärt Colletto. Außerdem
wird ein Beleuchtungsprogramm entwickelt, das sensibel auf
Veränderungen beim Einfall des Tageslichts reagiert. Im Kaisersaal
werden zudem ein Besucherzählsystem und eine moderne Schließanlage
eingebaut. „In diesem Jahr haben wir die Grundlagen geschaffen.
Jetzt beginnt die schrittweise Verfeinerung“, freut sich Colletto
schon jetzt auf die Wiedereröffnung am 1. April des kommenden
Jahres. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse; Foto:
pem
17.12.2012
Diözesan-Katholikentag 2013 auf Maria Rosenberg
Angebote zeigen musikalische Vielfalt im Bistum –
Gelegenheit zum Kennenlernen des neuen
Gotteslobs
Waldfischbach-Burgalben- Der
Diözesan-Katholikentag 2013 findet am Sonntag, 30. Juni, im
Geistlichen Zentrum Maria Rosenberg in Waldfischbach-Burgalben
statt. Ein Schwerpunkt wird das Thema Musik sein. Durch mehrere
Workshops und Konzertangebote soll die musikalische Vielfalt im
Bistum Speyer erfahrbar werden. Dabei wird auch Gelegenheit
bestehen, die eigenen musikalischen Fähigkeiten einzubringen, sei
es in Form des Gesangs oder in Form eines Instruments. Im Rahmen
des Diözesan-Katholikentags können die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer auch erste Lieder des neuen „Gotteslobs“ kennen lernen.
Das neu zusammengestellte katholische Gebet- und Gesangbuch für den
deutschsprachigen Raum erscheint im Advent 2013.
Auch für die beiden Folgejahre wurden die Veranstaltungsorte des
Diözesan-Katholikentags bereits festgelegt. Im Jahr 2014 treffen
sich die Gläubigen aus dem Bistum Speyer zum Katholikentag in
Frankenthal. Im Jahr 2015 veranstalten das Bistum Speyer und die
Evangelische Kirche der Pfalz an Pfingsten gemeinsam einen
Ökumenischen Kirchentag in Speyer. Bischöfliches
Ordenariat Speyer, Presse
„Der Kinderhilfsfonds ist leer“
Diakonie bittet um
Spenden für arme Kinder in der Pfalz und Saarpfalz
Speyer- „Unser Kinderhilfsfonds ist leer“,
sagt Diakoniepfarrer Albrecht Bähr. Im Jahr 2012 konnte mit dem
Geld des Fonds 390 Kindern und Jugendlichen mit rund 45 000 Euro
geholfen werden. Momentan sei die Diakonie nicht mehr in der Lage,
arme Kinder und Jugendliche mit Spendengeldern zu fördern.
Angehende Anträge aus Beratungsstellen und Kindertagesstätten
könnten erst mit einer Wartezeit von acht bis zehn Wochen
bearbeitet werden.
„Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit appelliere ich darum
an die Solidarität derjenigen, denen es materiell gut geht “,
betont Bähr. „Spenden Sie für arme Kinder und Jugendliche!“, bittet
Bähr. Auch in unserem reichen Land sei es harte Realität, dass es
Kindern und Jugendlichen am Nötigsten fehle.
„Die Diakonie garantiert, dass Ihre Spende bei denen ankommt,
die sie am Dringendsten benötigen“, beteuert Bähr. Die
Mitarbeitenden in Kirche und Diakonie wüssten, welche Familien auf
Unterstützung angewiesen seien.
Seit dem Jahr 2008 sammeln die Evangelische Kirche der Pfalz und
die Diakonie Spendengelder für Kinder und Jugendliche, die in der
Region leben und von Armut betroffen sind. Denn kein anderer Faktor
bestimmt die Zukunftschancen von jungen Menschen so sehr wie die
materielle Lage der Eltern. „Wir sind der festen Überzeugung, dass
jedes Kind das Recht hat in Würde aufzuwachsen“, erklärt Bähr. Dazu
gehörten ein warmes Essen am Tag und winterfeste Kleidung ebenso
wie die Ermöglichung gesellschaftlicher Teilhabe. „Kein Kind ist
verantwortlich für die Lebenssituation, in die es hineingeboren
wird“, erläutert Bähr:
„Als Christenmenschen fordert uns Armut in besonderer Weise
heraus“, meint Bähr. Jeder noch so kleine Betrag helfe.
Mitarbeitende aus Kirche und Diakonie gingen beispielhaft voran,
indem sie die monatlichen Cent-Beträge ihres Gehaltes dem
Kinderhilfsfonds zur Verfügung stellten. Aber auch Spenden von
Firmen und Privatleuten seien willkommen.
Spenden sind möglich unter der folgenden Bankverbindung:
Evangelische Kreditgenossenschaft eG
BLZ 520 604
10
Konto 2 500
Stichwort "Kinderhilfsfonds"
Diakonie Pfalz, Presse
14.12.2012
„Münchner Monstranz“ vom 15. bis 21. Dezember zu Gast im Bistum Speyer
Reise durch
die deutschen Bistümer dient der Vorbereitung auf den
Eucharistischen Kongress im Juni 2013 in Köln
Veranstaltet von der Deutschen Bischofskonferenz, findet vom 5.
bis 9. Juni 2013 in Köln der Eucharistische Kongress statt. Unter
dem Motto „Herr, zu wem sollen wir gehen? (Joh 6,68) beinhaltet die
Veranstaltung neben Gottesdiensten, Gesprächen und einer
theologischen Fachtagung auch ein vielfältiges Kulturprogramm, ein
Jugendfestival sowie die Vorstellung caritativer Projekte.
Zur Vorbereitung auf den Eucharistischen Kongress befindet sich
seit dem Beginn des Kirchenjahres am 1. Advent die so genannte
„Münchner Monstranz“ auf einer Reise durch die deutschen Bistümer.
Es handelt sich um die Monstranz, die beim Eucharistischen
Weltkongress in München im Jahr 1960 verwendet wurde. Das Bistum
Speyer ist nach den Bistümern Freiburg und Rottenburg-Stuttgart das
dritte deutsche Bistum, in dem die „Münchner Monstranz“ zu Gast
sein wird, und zwar im Zeitraum vom 15. bis zum 21. Dezember. In
dieser Woche sind die Gläubigen in der Bischofskirche und an den
Folgetagen an weiteren geistlichen Orten des Bistum zur
Eucharistischen Anbetung eingeladen, bei der das Allerheiligste von
der „Münchner Monstranz“ umrahmt wird und die Gläubigen zusammen
beten.
Innerhalb des Bistums Speyer sind folgende Stationen und
Ankunftszeiten der „Münchner Monstranz“ eingeplant: Dom zu Speyer
(15. Dezember 18 Uhr), Kloster St. Magdalena Speyer (15. Dezember
20 Uhr), Kloster Gethsemani Dannenfels (17. Dezember 9 Uhr),
Kloster der Franziskaner-Minoriten Ludwigshafen-Oggersheim (17.
Dezember 20 Uhr), Wallfahrtskloster der Minoriten Blieskastel (19.
Dezember 9 Uhr), Geistliches Zentrum Maria Rosenberg (19. Dezember
18.30 Uhr), Karmelkloster Speyer (20. Dezember 20 Uhr). Den
Transport der „Münchner Monstranz“ innerhalb des Bistums Speyer
übernimmt der Malteser Hilfsdienst. Zum vierten Adventssonntag wird
die „Münchner Monstranz“ an das Bistum Würzburg weitergegeben.
Eucharistischer Kongress
Der Eucharistische Kongress versteht sich als Zusammenkunft der
Gläubigen um das Zentrum des Glaubens: die Eucharistie als die
Gegenwart Jesu Christi in der Gestalt von Brot und Wein. „Die Feier
der Eucharistie ist die Mitte unseres Glaubens und unserer Kirche“,
betonte Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, der Vorsitzende der
Deutschen Bischofskonferenz, bei der Vorstellung des Programms zum
Eucharistischen Kongress in Köln. Das Gebet und die Eucharistische
Anbetung bezeichnete er als eine Hilfe, aufmerksam zu werden für
die Spuren Gottes im Alltag. Der Eucharistische Kongress sei eine
Chance, in einer weitgehend säkularisierten Gesellschaft zu
bezeugen: „Gott ist präsent. Er wirkt und ist uns nah.“ Vor Gott zu
knien, helfe, aufrecht im Leben zu stehen. Als Glaubensfest diene
der Eucharistische Kongress „der Begegnung mit Christus und
untereinander“ und könne „zu einer Vertiefung von Glaube und Wissen
über das Geheimnis der Eucharistie“ beitragen.
Ausgehend von einer Initiative aus Frankreich, gibt es seit dem
Ende des 19. Jahrhunderts eucharistische Kongresse in der
katholischen Kirche, sowohl nationale als auch internationale. Die
Eucharistischen Weltkongresse werden in zeitlichen Abständen von
ein bis drei Jahren veranstaltet. In Deutschland fanden bisher zwei
Eucharistische Weltkongresse statt: 1909 in Köln und 1960 in
München.
„Münchner Monstranz“
Die „Münchner Monstranz“, die beim Eucharistischen Weltkongress
1960 in München verwendet wurde, stammt von dem Goldschmied August
Hartle und besteht aus einer vergoldeten Messingplatte, die
strahlenförmig mit Bergkristallen, Lapislazuli, Rosenquarzen und
weiteren Halbedelsteinen besetzt ist. Zur Zeit des Eucharistischen
Weltkongresses in München galt sie als „bewusst modern“
gestaltet.
Eine Monstranz dient der Verehrung der Eucharistie außerhalb der
Messfeier. Die Verehrung erfolgte zunächst so, dass die
konsekrierte Hostie auf den Altar gelegt und angebetet wurde. Aus
dem Wunsch heraus, der äußeren Form dieser Anbetung mehr Würde zu
verleihen, haben Gläubige dann Monstranzen hergestellt. Das Wort
„Monstranz“ kommt vom lateinischen „monstrare“, was übersetzt
„zeigen“ bedeutet. Eine Monstranz ist also eine Art „Zeigegefäß“,
in das die gewandelte Hostie eingesetzt werden kann. Die Hostie
wird dadurch erhöht und für alle sichtbar gemacht. Dabei steht
nicht die Monstranz selbst im Mittelpunkt, sondern sie dient einzig
und allein dazu, die Gegenwart Jesu Christi sichtbar zu machen.
Auch der vielfältige Schmuck, mit dem Monstranzen in der Regel
ausgestattet sind, versteht sich als Ausdruck der Verehrung für
Jesus Christus.
Eucharistische Anbetung
Während manche christlichen Konfessionen davon ausgehen, dass
Brot und Wein als bloße Zeichen für die Gegenwart Jesu zu verstehen
sind oder dass seine Gegenwart unter den Gestalten von Brot und
Wein nach dem Gottesdienst endet, kommt es nach katholischem
Glauben zu einer dauerhaften Wandlung von Brot und Wein in Leib und
Blut Jesu Christi. Aus diesem Bewusstsein der bleibenden Gegenwart
Jesu hat die katholische Kirche im Verlauf ihrer Geschichte
begonnen, der Eucharistie auch außerhalb der Messfeier Verehrung
und Anbetung entgegenzubringen.
Weitere Informationen zum Eucharistischen Kongress 2013 in
Köln: www.eucharistie2013.de Bischöfliches
Ordenariat Speyer, Pressestelle
11.12.2012
„Die Verbindung zum Dom wird nicht abreißen“
Domkapitular Peter Schappert (rechts) verabschiedete Dombaumeister Alfred Klimt.
Dombaumeister Alfred Klimt verabschiedet - 32 Jahre im
Dienst von Bistum und Domkapitel
Speyer- Nach 32 Jahren im Dienst von
Bistum und Domkapitel ist Dombaumeister Alfred Klimt am
Freitagmorgen in Speyer in die Passivphase der Altersteilzeit
verabschiedet worden. Der 62-jährige Architekt war seit 1994 als
Dombaumeister insbesondere für die große Restaurierung der
romanischen Kathedrale verantwortlich. Die Nachfolge Klimts tritt
am 1. Januar - wie bereits gemeldet - der bisherige
stellvertretende Dombaumeister, Mario Colletto, an.
„Dass der Dom heute so aussieht, wie er aussieht, geht auf Alfred
Klimts Konto“, betonte Domkapitular Schappert in seiner Laudatio.
Der Domkustos erinnerte in Anwesenheit von Bischof em. Dr. Anton
Schlembach sowie einer ganzen Reihe aktiver und emeritierter
Domkapitulare an ein „riesiges Spektrum von Arbeiten“, das der
scheidende Dombaumeister bewältigt habe. In seiner Zeit im
Bischöflichen Bauamt ab Oktober 1980 habe er unter anderem für den
Einbau des Bistumsarchivs in die ehemalige Pilger-Druckerei sowie
den Neubau des Friedrich-Spee-Hauses gesorgt. Zudem sei er als
Gebietsingenieur für den Bereich Südpfalz zuständig gewesen, auch
habe er Wertgutachten von Grundstücken und Häusern im gesamten
Bistum erstellt.
Der Domkapitular wies darauf hin, dass Klimt schon vor seinem
Wechsel ins Dombauamt größere Baumaßnahmen am Dom geleitet habe,
beispielsweise die Sanierung der Osttürme sowie der Ostkuppel. Mit
dem Start der Domrestaurierung 1995 seien dann zahlreiche weitere
entscheidende Arbeiten gefolgt, etwa die Maßnahmen an der
Westkuppel, den Gewölben sowie den Seitenkapellen, der Einbau der
beiden neuen Orgeln sowie umfassende Schritte im Hinblick auf den
Brandschutz und die Elektroinstallation. Dabei habe es stets großen
Abstimmungsbedarf mit vielen kirchlichen und staatlichen Stellen
gegeben, sagte Schappert und fügte hinzu: „Das alles geht nur, wenn
man begeistert vom Dom ist.“ So habe Klimt auch von Anfang an den
Dombauverein unterstützt, „nicht nur kraft Amtes, sondern mit
ganzem Herz und vielen guten Ideen“.
„Meine Arbeit am Dom habe ich immer als ein ganz großes Geschenk
empfunden“, sagte der Dombaumeister. „Ich bin froh und dankbar,
dass ich für eine kurze Zeitspanne Verantwortung für die Erhaltung
des Gotteshauses und Weltkulturdenkmals Speyerer Dom übernehmen
durfte.“ Oberste Maxime sei für ihn immer gewesen, „dass der Dom
möglichst authentisch für die nachfolgenden Generationen erhalten
bleibt“. Klimt dankte den Bischöfen sowie den Mitgliedern des
Domkapitels für die Förderung, ohne die sein Wirken nicht möglich
gewesen wäre. Sein besonderer Dank galt seinen Mitarbeiterinnen im
Dombauamt für deren tatkräftige Unterstützung.
Der Dombau-Experte verwies darauf, dass er nach seinem Jahresurlaub
im neuen Jahr noch ein altes Projekt an der Kathedrale zum
Abschluss bringen werde. Außerdem habe er seine Mitarbeit bei
Aktionen des Dombauvereins zugesagt, der ihm ein „Herzensanliegen“
sei. „Die Verbindung zum Dom wird nicht abreißen“, betonte Klimt.
Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle
07.12.2012
Glückwunsch zum Friedensnobelpreis
Evangelische Kirchen am Rhein würdigen Verdienste der
Europäischen Union
Straßburg- Als beispielhaften Schritt in
der Fortentwicklung von Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit hat
die Konferenz der Kirchen am Rhein (KKR) den Aufbau der
Europäischen Union (EU) gewürdigt. Aus Anlass der Verleihung des
Friedensnobelpreises an die EU am 10. Dezember in Oslo erklärten
der Vorsitzende der KKR, François Collange, und Generalsekretär
Rudolf Ehrmantraut in Straßburg, dass die evangelischen Kirchen
„engagiert am Bau des Hauses Europa mitwirken“.
Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:
„Die Konferenz der Kirchen am Rhein (KKR), die fünfzehn
Protestantische Kirchen aus Deutschland, Österreich, Frankreich,
Lichtenstein und der Schweiz längs des Rheins verbindet, begrüßt
ausdrücklich die Vergabe des diesjährigen Friedensnobelpreises an
die Europäische Union.
Ungeachtet der aktuellen Schwierigkeiten ist der Aufbau dieser
Gemeinschaft ein bedeutender und beispielhafter Schritt in der
Fortentwicklung von Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit,
Aufgaben, die unsere Zukunft bestimmen sollen.
Die Konferenz der Kirchen am Rhein verpflichtet sich, im Rahmen
ihrer bescheidenen Möglichkeiten und in ihrem Bereich engagiert am
Bau des Hauses Europa mitzuwirken.“
Professor François Collange, Vorsitzender
derKKR, Präsident der Union der Evangelischen Kirchen in
Elsass-Lothringen
Rudolf Ehrmantraut, Generalsekretär
Der Konferenz der Kirchen am Rhein gehören an:
Evangelische Kirche HB in Österreich, Eglise Protestante du
Grand Dûché du Luxembourg, Evangelische Kirche im Fürstentum
Liechtenstein, Deutschland : Evangelische Kirche der Pfalz,
Evangelische Landeskirche in Baden, Evangelische Kirche im
Rheinland, Evangelische Landeskirche in Württemberg, Evangelische
Kirche in Hessen und Nassau, Frankreich : Union des Eglises
Protestantes d’Alsace et de Lorraine (EPCAAL + EPRAL),
Schweiz: Evangelisch-Reformierte Kirche Aargau,
Evangelisch-Reformierte Kirche Basel-Stadt, Evangelisch-Reformierte
Kirche Basel-Land, Evangelisch-Reformierte Kirche Schaffhausen,
Evangelisch-Reformierte Kirche St-Gallen.
EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ,
Speyer, Pressereferat www.evkirchepfalz.de
07.12.2012
Evangelische Privatfunkarbeit mit neuem Internetauftritt
Wichtiger Bestandteil
der neuen Homepage ist eine Datenbank mit
Verkündigungsbeiträgen
Speyer- Die Privatfunkarbeit der
Evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz hat einen neuen
Internetauftritt. Unter der Adresse www.kirche-im-privatfunk.de
können sich Internetuser ab sofort in Wort, Bild und Ton über die
Privatfunkarbeit informieren. Diese umfasst zum einen die
redaktionelle Betreuung und Produktion von Verkündigungsbeiträgen
im landesweiten Privatradio (die Formate „Angedacht“ auf RPR1 und
„Feels like heaven“ auf Rockland Radio) sowie das Produzieren von
redaktionellen Beiträgen. Letztere werden vor allem im Sonn- und
Feiertagsmagazin „Einfach himmlisch“ und im Werktagsprogramm auf
RPR1 gesendet.
Wichtiger
Bestandteil der neuen Homepage ist zudem eine Datenbank, in der
Verkündigungsbeiträge kostenfrei und „trocken“ zum Download
bereitstehen. „Auf diese Weise können wir künftig einfach und
effizient die rheinland-pfälzischen Lokalstationen ebenfalls mit
Verkündigungsbeiträgen versorgen“, erklärt der evangelische
Privatfunkbeauftragte für Rheinland-Pfalz, Pfarrer Dejan
Vilov. Jede Station könne sich einen Benutzernamen mit
dazugehörigem Login beantragen und mit diesen Zugangsdaten auf die
Beiträge zugreifen. Lediglich das Verpacken mit entsprechenden
Jingles und einem Musikbett müssen die einzelnen Sender selbst
übernehmen. Entsprechende Anfragen der Sender habe es in der
Vergangenheit immer wieder gegeben, so Vilov weiter.
Die grafische Gestaltung des Internetauftritts hat die
Mannheimer Agentur „die Agentur - Gesellschaft für Werbung mbH“
übernommen. Die technische Umsetzung erfolgte durch den
Evangelischen Mediendienst Pfalz.
Evangelischen Kirche der Pfalz, Presse www.evkirchepfalz.de
06.12.2012
Der Dom steht als Haus Gottes allen offen
Benno-Portal
zum barrierefreien Zugang umgestaltet – Einweihung am Welttag der
Menschen mit Behinderung
Speyer- „Der Dom steht allen Menschen offen“,
das betonte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann anlässlich der
Einweihung des barrierefreien Domportals am 3. Dezember, dem
Welttag der Menschen mit Behinderung. Das bei der Afra-Kapelle
gelegene Benno-Portal auf der Nord-Ostseite des Domes wurde zum
barrierefreien Zugang umgestaltet.
Außen und innen wurden zwei Meldesäulen installiert. Menschen
mit Behinderung können das Portal mithilfe eines Funkschlüssels
oder des so genannten „Euroschlüssels“ öffnen. Der Euroschlüssel
ist ein europaweit einheitliches Schließsystem, das es
körperlich beeinträchtigten Menschen ermöglicht, mit einem
Einheitsschlüssel selbstständig und kostenlos Zugang zu
behindertengerechten Einrichtungen zu erhalten. Außerdem enthält
die Meldesäule am Benno-Portal eine Sprechanlage, die mit der
Domsakristei und dem Kassenhaus auf der Nordseite des Domes
verbunden ist. Das Portal wird elektronisch geöffnet. Das
Benno-Portal wurde als barrierefreier Zugang vor allem aufgrund der
Nähe zum Parkplatz auf der Nordseite des Domes ausgewählt. Es
richtet sich nicht allein an Menschen mit Behinderung, sondern kann
auch von Eltern mit Kinderwagen oder älteren Menschen mit Rolator
genutzt werden.
„Dass Rollstuhlfahrer, alte Menschen mit Rollator und junge
Familien mit Kinderwagen den Dom nun selbständig betreten können,
ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Teilhabe am
gesellschaftlichen Leben“, unterstrich Domkapitular Karl-Ludwig
Hundemer die Bedeutung des neuen Portals. Das Ziel der Inklusion
sei ein zutiefst christlicher Auftrag. Eine inklusive Gesellschaft
und eine inklusive Kirche seien die Voraussetzung, um „unbehindert
das Leben und den Glauben zu teilen“.
Ermöglicht wurde die
Umgestaltung des Benno-Portals zum barrierefreien Zugang durch eine
Einzelspende von Dr. Manfred Fuchs, dem Vorstandsvorsitzenden der
Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer. Mit dem Portal gehe für
ihn ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, erklärte Dr. Manfred
Fuchs. Es sei ein wichtiger Meilenstein, um „allen Menschen einen
hindernisfreien und leichten Zugang zu diesem großartigen Dom zu
ermöglichen.“ Bischof Dr. Wiesemann brachte den Dank des Bistums
und des Domkapitels zum Ausdruck. Die Leitung der Europäischen
Stiftung Kaiserdom zu Speyer in den Händen von Dr. Fuchs sei ein
„Glücksfall“ für die romanische Kathedrale, die durch das neue
Portal noch einladender werde. Beim ersten Praxistest konnten sich
auf den Rollstuhl angewiesene Bewohnerinnen und Bewohner des
Caritas-Altenzentrums St. Martha und des Caritas-Förderzentrums St.
Johannes in Ludwigshafen mit der Funktionsweise des barrierefreien
Domportals vertraut machen. Auch junge Eltern aus der Dompfarrei
zeigten sich erfreut, dass sie den Dom nun mit Kinderwagen
problemlos betreten können.
Neues Windfang-Konzept an den Eingängen des Doms
Die Umgestaltung
des Benno-Portals ist Teil eines neuen Windfang-Konzepts an den
fünf Eingangsportalen des Domes. Während das Hauptportal weiterhin
durch einen Vorhang geschützt wird, wurden an den vier Portalen auf
der Nord- und Südseite des Domes Glastüren installiert, um die
Zugluft im Innenraum und die Außengeräusche während der
Gottesdienste zu reduzieren. Das Portal im Süd-Westen wurde mit
einer elektrischen Schiebetür ausgestattet, die anderen Eingänge
durch Glastüren.
Das Benno-Portal ist nach dem Dombaumeister Benno von Osnabrück
benannt. In den Jahren vor der Domweihe im Jahr 1061 hatte er an
der Gestaltung der Speyerer Kathedrale entscheidenden Anteil. Auch
nach seiner Berufung zum Bischof von Osnabrück im Jahr 1068 blieb
er Kaiser Heinrich IV. als Ratgeber in Fragen des Dombaus eng
verbunden. Bischöfliches Ordenariat Speyer,
Pressestelle
03.12.2012
Für türkischen Pfarrer und Kriegsdienstverweigerer beten
Leiter der
Arbeitsstelle Frieden und Umwelt ruft zu Fürbitten für Kerem Koç
auf
Speyer- Zu Fürsprachen und Fürbitten für
den türkischen Pfarrer und Kriegsdienstverweigerer Kerem Koç in den
Gottesdiensten ruft der Leiter der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt
der pfälzischen Landeskirche und Vorsitzende des Europäischen Büros
für Kriegsdienstverweigerung, Friedhelm Schneider, auf. Weil es in
der Türkei kein Recht auf Kriegsdienstverweigerung und keinen
Zivildienst gebe, müsse Pfarrer Koç, der der evangelischen Gemeinde
in Antalya angehört, mit Gefängnis und möglichen Übergriffen auf
seine Familie rechnen, sagt Schneider anlässlich der zu Ende
gehenden Ökumenischen Friedensdekade 2012.
Das Beispiel von Koç zeige einmal mehr, wie dringlich in
Menschenrechtsfragen die politische Einflussnahme auf die türkische
Regierung bleibe, so Schneider. Es sei „absolut inakzeptabel, dass
ein Beitrittskandidat der Europäischen Union, die gerade
Friedensnobelpreisträger wurde, das Menschenrecht auf
Kriegsdienstverweigerung dauerhaft missachtet“.
Als Zeichen der Verbundenheit sollten Pfarrer Koç und seine
Familie daher in die gottesdienstlichen Fürbitten mit einbezogen
werden, appelliert Schneider an die Kirchengemeinden der
pfälzischen Landeskirche. In einer Nachricht von Pfarrer Koç aus
Antalya heißt es: „Wir fühlen uns wirklich allein. Aber es ist
wunderbar zu wissen, dass Menschen in Europa für uns beten. Wir
haben einen großen Gott, und wenn er nicht mit uns wäre, könnten
wir diese belastende Zeit nicht aushalten.“ EVANGELISCHE KIRCHE
DER PFALZ, Pressereferat www.evkirchepfalz.de
03.12.2012
„Gottes Liebe will gelebt sein“
Landeskirche startet 54.
Spendenaktion „Brot für die Welt“ in Landau
Landau/Speyer- „Gottes Liebe will gelebt
sein“, sagte Kirchenpräsident Christian Schad bei der Eröffnung der
54. Aktion „Brot für die Welt“ in der Landauer Stiftskirche am 1.
Advent. Mit der Aktion „Brot für die Welt“ setzt die Evangelische
Kirche der Pfalz erneut ein Zeichen gegen die Hoffnungslosigkeit in
der Welt.
„Wir kapitulieren nicht vor Hunger und Armut. Wir verändern das
Gesicht dieser Erde und fangen bei uns selbst an“, sagte Schad
weiter. Er forderte Christinnen und Christen zu einem nachhaltigen
Lebensstil auf. Dazu gehöre eine bewusste Ernährung ebenso wie der
verantwortungsvolle Umgang mit Lebensmitteln und mit natürlichen
Ressourcen. Es würden zu viele Nahrungsmittel für den
vermeintlichen Bedarf der Industrienationen produziert. Dabei
landeten mehrere Tonnagen an Nahrungsmitteln in den Mülltonnen.
„Diese Verschwendung muss beendet werden“, betonte Schad. Zudem
werde der überwiegende Teil aller erzeugten Nahrungsmittel für
Tierfutter, Agrotreibstoffe und industrielle Zwecke genutzt. „Nur
noch knapp die Hälfte aller erzeugten Nahrungsmittel sind direkt
für die menschliche Ernährung bestimmt“, erläuterte Schad. So kommt
es, dass weltweit fast eine Milliarde Menschen an chronischer
Unterernährung leiden. „Ihr Hunger wäre vermeidbar, hätten sie eine
Chance auf fruchtbares Land“, erklärte Schad. Darauf will „Brot für
die Welt“ in diesem Jahr aufmerksam machen. In zahlreichen
Projekten weltweit unterstützt „Brot für die Welt“ Kleinbauern im
Kampf um ihr Land.
Im Mittelpunkt des Festgottesdienstes stand ein Projekt aus
Guatemala. Dort ist es Kleinbauern mit nachhaltigen Anbaumethoden
gelungen, die Bodenfruchtbarkeit deutlich zu erhöhen und so ihre
Lebensgrundlage zu sichern. Doch der Regenwald der Bergregion ist
bereits zu 80 Prozent abgeholzt. Unterstützt von der Lutherischen
Kirche Guatemalas, ein Partner von „Brot für die Welt“, setzen sich
die Kleinbauern mit friedlichem Protest gegen die Abholzung der
überlebensnotwendigen Wälder ein.
Diakoniepfarrer Albrecht Bähr rief die Menschen in der Pfalz
auf, die Arbeit des evangelischen Hilfswerkes zu unterstützen:
„Genug fruchtbares Land zu besitzen, ist ‚Grund zur Hoffnung’. Denn
viele Familien in den Ländern des Südens müssen sich von dem
ernähren, was sie selber anbauen. Sie brauchen Land zum Leben. Wir
vertrauen darauf, dass keine Lage so hoffnungslos ist, dass sie
nicht gewendet werden kann. Wo viele aus dieser Hoffnung handeln,
kann Liebe gedeihen. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende mit, dass
Menschen sagen können: ‚Wir haben Grund zur Hoffnung.’“
„Brot für die Welt“ wurde 1959 gegründet und unterstützt
jährlich über 2500 Projekte in den Ländern des Südens. In der
Evangelischen Kirche der Pfalz wurden im vergangenen Jahr während
der Aktion 1.191.780 Euro an „Brot für die Welt“ gespendet. Am
Heiligabend sind die Kollekten der Kirchengemeinden traditionell
für die Arbeit des evangelischen Hilfswerks bestimmt. Bundesweit
wurden im vergangenen Jahr 54,2 Millionen Euro gespendet.
Diakonisches Werk Pfalz, Speyer,
Presse www.diakonie-pfalz.de
02.12.2012
Weltweit der verstorbenen Kinder gedenken
Gedenkfeiern und
Gottesdienste in der Pfalz – Kerzen leuchten rund um den
Erdball
Rülzheim/Ludwigshafen- Am weltweiten
Gedenktag für verstorbene Kinder, Sonntag, 9. Dezember, laden die
Selbsthilfegruppen „Leere Wiege“, Landau, und „Verwaiste Eltern“,
Rülzheim, sowie die Sozialstation Rülzheim um 18 Uhr zu einer
Gedenkfeier „Meine Brücke zur Dir“ in die protestantische
Christuskirche in Rülzheim ein. Einen ökumenischen Gottesdienst zur
Erinnerung an verstorbene Kinder zum Thema „Herz“ gestalten
Krankenhauspfarrerin Marion Weigelt-Drexler und Pastoralreferentin
Birgit Haas gemeinsam mit einem Elternkreis am 9. Dezember, 11 Uhr,
in der Kapelle des Ludwigshafener Kinderkrankenhauses St. Annastift
(Karolina-Burgerstraße).
Die Gedenkfeiern in Ludwigshafen wurden vor zehn Jahren, die in
Landau bzw. Rülzheim vor 14 Jahren ins Leben gerufen und sind
eingebettet in den Weltgedenktag für verstorbene Kinder. Zur
Erinnerung an verstorbene Kinder zünden weltweit am zweiten Sonntag
im Dezember um 19 Uhr Eltern und Angehörige Kerzen an und lassen
sie im Fenster eine Stunde brennen. Während die Kerzen in der einen
Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten entzündet, so dass
eine Welle von Licht um den Erdball geht. Unter dem Motto „Damit
ihr Licht für immer leuchte“ solidarisieren sich so die Trauernden
in der ganzen Welt.
„Wenn Babys während der Schwangerschaft oder kurz nach der
Geburt, Kinder, Jugendliche und junge Menschen allzu früh sterben,
bleiben Angehörige und Freunde fassungslos und oft auch alleine in
ihrem Schmerz zurück. Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit
wird der Verlust schmerzlich bewusst“, sagt Helga Beisel vom
Kontaktkreis für trauernde Eltern, „Leere Wiege“. Unter dem
Leitgedanken „Meine Brücke zu dir“ soll dem Andenken und der
Erinnerung an das verstorbene Kind Zeit und Raum gegeben werden“,
so Beisel.
„Leere Wiege“ und „Verwaiste Eltern“ sind Selbsthilfegruppen für
Eltern, die ein Kind durch Fehl-, Tot-, Frühgeburt, kurz nach der
Geburt oder durch einen medizinisch indizierten
Schwangerschaftsabbruch verloren haben. Dabei spiele es keine
Rolle, in welcher Schwangerschafts- oder Lebenswoche das Kind
verstarb, sagt Beisel, die ihr drittes Kind vier Tage vor der
Geburt verlor. „Ein Kind zu verlieren, ist ein sehr schmerzvolles
Ereignis für die Eltern und für die Familie, egal durch welche
Einflüsse dies geschah.“ In den Selbsthilfegruppen werde
Erfahrungsaustausch unter Betroffenen ermöglicht. Gemeinsam würden
neue Wege zurück ins Leben gesucht, ohne dabei das verstorbene Kind
zu vergessen.
Hinweis: Weitere Informationen im Internet unter
www.leere-wiege.com und www.veid.de.
EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ,
Speyer, Pressereferat www.evkirchepfalz.de; Foto:
tipsforphotographers.com
01.12.2012
Videokamera auf Turm des Domes sorgt für mehr Sicherheit im Luftverkehr
Bilder werden
auf den Tower des Flugplatzes übertragen / Flugleiter nimmt
staatliche Aufsicht wahr
Speyer- Eine Videokamera auf dem Südost-Turm
des Speyerer Doms sorgt für mehr Sicherheit im Luftverkehr über
Speyer. Das Bistum Speyer und der Flugplatz Speyer stellten die
Kamera im Rahmen eines Pressegesprächs gemeinsam der Öffentlichkeit
vor.
„Mit der Videokamera verbindet sich die Idee, den Luftraum über
dem Speyerer Dom stärker zu kontrollieren und damit Gefahren für
die romanische Kathedrale als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
abzuwehren“, erklärte Domkustos Peter Schappert. Piloten dürfen bei
Start und Landung auf dem Speyerer Flughafen einen ausreichenden
Sicherheitsabstand zum Speyerer Dom nicht unterschreiten. Vor einem
Jahr haben das Bistum Speyer und der Flugplatz Speyer eine
vertragliche Vereinbarung zum Betrieb der Videokamera
getroffen.
Die Kamera
wurde Anfang November in Betrieb genommen. Sie sendet alle drei
Sekunden ein Bild auf den Monitor des Flugleiters, der auf dem
Tower des Flugplatzes seinen Arbeitsplatz hat. Der Flugleiter
koordiniert die Starts und Landungen der Piloten. Zugleich
überwacht er im staatlichen Auftrag der Luftfahrt- und
Luftsicherheitsbehörde für Rheinland-Pfalz den Luftraum über
Speyer. Er nimmt damit eine polizeiliche Aufgaben wahr und bringt
Verstöße gegen die staatlichen Bestimmungen zur Flugsicherheit zur
Anzeige.
„Die Bilder der Domkamera dienen zur Überwachung des Luftraums,
aber auch zur Beweissicherung“, erklärt Roland Kern, der
Geschäftsführer der Flugplatz Speyer/Ludwigshafen GmbH. Die
Kameraaufnahmen werden drei Monate aufbewahrt, so dass man Verstöße
gegen die Luftverkehrsordnung auch nachträglich feststellen kann.
Die Kosten für die Anschaffung und Installation der Videokamera
lagen bei rund 8000 Euro und wurden vom Flugplatz Speyer
finanziert. „Die Sicherheit im Luftverkehr hat für uns oberste
Priorität. Verbunden mit dem Bau des neuen Towers setzen wir mehre
Kontrollinstrumente ein, um ein maximales Maß an Sicherheit zu
erreichen“, so Roland Kern. Bischöfliches Ordenariat Speyer,
Presse Foto: jüs
30.11.2012
CEBs - "Comunidades Eclesiales de Base" - Ur- und Keimzellen der Kirche
Bolivianische
Christin berichtet in Speyer über die Arbeit der Basisgemeinden in
Lateinamerika
cr./is. Speyer. Sie ist schon eine
beeindruckende, eine bemerkenswerte Frau: Rosa Nattes
Valverde, die derzeit unterwegs ist durch die deutschen
Bistümer, um Informationen zu geben über die CEBs, die
"Comunidades Eclesiales de Base" - Basisgemeinden, mit denen
Christen in Bolivien seit Jahren "Kirche in Bewegung" halten. In
ihrer Heimat, in der Erzdiözese Cochabamba, hat die Witwe und
Mutter von fünf erwachsenen Kindern schon vor Jahren die
Koordinierung der CEBs übernommen. Und darüber berichtete sie jetzt
auch bei einem Pressegespräch in den Redaktionsräumen der
Bistumszeitung „Der Pilger“ in der Speyerer Altstadt, ehe sie nach
Hildesheim weiterreiste, wo sie am Sonntag, dem 2. Dezember 2012,
an der bundesweiten Eröffnung der diesjährigen Solidaritätsaktion
des bischöflichen Hilfswerks Adveniat teilnehmen wird.
Denn die CEBs, die kirchlichen Basisgemeinden in
Lateinamerika. sind eines der Projekte, für die an Weihnachten 2012
in allen katholischen Gottesdiensten gesammelt werden wird.
Bei ihrem
Besuch in Speyer berichtete Rosa Nattes, wie sich die Mitglieder
der CEBs - ausgehend von einer intensiven Bibelarbeit – als
"lebendige Zellen" innerhalb der Pfarreien verstehen und sich den
gesellschaftlichen und sozialen Problemen in ihrer Umgebung, in
ihren jeweiligen Wohnvierteln widmen. "Unser Hauptziel ist es,
Glauben und Leben zusammenzubringen. Dabei sind wir aber immer auf
der Seite der Ärmsten", betonte Rosa Nattes in Speyer. So
berichtete sie beispielhaft darüber, wie es einer Basisgemeinde
gelungen sei, eine funktionierende Müllabfuhr in einem von der
Stadt vernachlässigten Randbezirk ihrer Heimatstadt zu
organisieren.
Die Tradition
der Basisgemeinden, die in die Zeit des II. Vatikanischen Konzils
zurückreicht, greife bei ihrer Arbeit die Erfahrungen der ersten
christlichen Gemeinden auf, wie sie in der Apostelgeschichte
beschrieben sind. So erläuterte Pastoralreferentin Christiane
Müßig, Mitarbeiterin bei der bolivianischen Bischofskonferenz
in La Paz, das Konzept der CEBs, von denen stets mehrere mit einer
Pfarrei in enger Zusammenarbeit aktiv seien, „Die in Bolivien
wirkenden Basisgemeinden verstehen sich als "Ur- oder Keimzellen"
der Kirche“, so die aus Hildesheim stammende Theologin, die in
Bolivien die diözesanen Leitungs- und Fortbildungsteams berät und
von La Paz aus die Aktivitäten der kirchlichen Basisgemeinden
unterstützt. In der Zeit der Unterdrückung und Diktatur in
Lateinamerika mit ihren vielen Verstößen gegen die Menschenrechte,
so erinnerte Christiane Müßig, seien die CEBs stets "Orte des
Widerstands" gewesen.
"Als
Weltkirche verstehen wir uns als Lerngemeinschaft - nicht nur als
Solidaritäts- und Gebetsgemeinschaft."So betonte Weihbischof
Otto Georgens - zugleich auch zuständig für weltkirchliche
Fragen im Bistum Speyer - und unterstrich, dass das Beispiel der
CEBs verdeutliche, dass "Kirche stets vor Ort lebt“. Zwar könnten
Modelle aus anderen Kontinenten "nicht einfach eins zu eins" in
Deutschland übernommen werden - dennoch seien Impulse aus der
Weltkirche wichtig. Denn gerade in einer Zeit, in der auch im
Bistum Speyer größere Seelsorgeeinheiten gegründet werden müssten,
sei es für die Kirche wichtig, dass sie „vor Ort“ funktioniere.
Entscheidend sei vor allem, dass ein Prozess der
Gemeindeentwicklung in Gang komme.
Rosa Nattes hofft, mit ihrem Besuch in der Diözese Speyer - unter
anderem mit Veranstaltungen in Blieskastel und Neustadt - "ein paar
Samenkörner" für das Gemeindeleben im Bistum liefern zu können.
Besonders bedankte sie sich für die jahrelange finanzielle
Unterstützung des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, das die
Weiterbildung von Laienmitarbeitern der Basisgemeinden
ermögliche.
Adveniat-Spendenkonto 345 bei der Bank im Bistum Essen (BLZ 360 602
95). - Weitere Informationen unter www.adveniat.de Foto: gc;
CEB
30.11.2012
Adveniat 2012 - Bolivianische Christin berichtet in Speyer
Menschheitstraum von Frieden, Hoffnung und Heil
Anbetung der Hirten. Gerard van Honthorst (Utrecht 1590 – Utrecht 1656), 1622
Ausstellung im Zentralarchiv bildet Weihnachtsfest von
seinen Ursprüngen bis heute ab
Speyer- Mit dem Weihnachtsfest von seinen
Ursprüngen bis in die Gegenwart, seinen Bräuchen und Ritualen
befasst sich eine Ausstellung, die das Zentralarchiv der
Evangelischen Kirche der Pfalz vom 3. Dezember bis 16. Januar 2013
zeigt. Die Ausstellung bilde ab, wie sich Weihnachten im Verlauf
der Jahrhunderte gewandelt habe, sagt Archivdirektorin Gabriele
Stüber – von seiner ersten Erwähnung im römischen Festkalender im
Jahr 336 bis zu seiner heutigen Vermarktung als Werbeträger. Auch
dieses Thema behandle die Ausstellung.
Zwölf Bildtafeln führen durch die Kultur des Weihnachtsfestes
seit der Spätantike und laden gemeinsam mit verschiedenen
weihnachtlichen Objekten zu einer Begegnung mit Weihnachten ein.
Zur Ausstellung gibt es ein Begleitheft und verschiedene
Weihnachtspostkarten. Um das „Fest aller Feste“ habe sich seit dem
Mittelalter ein reiches Brauchtum entwickelt, in Form und Ablauf
sei es stark vom 19. Jahrhundert geprägt, so Stüber. „Im
christlichen Verständnis spendet Christus als ‚Licht der Welt‘
Hoffnung und Heil. Bis heute wird mit Weihnachten der ewige
Menschheitstraum vom Frieden, der Wunsch nach Befreiung von äußeren
und inneren Gewalten und nach seelischer Ganzheit verbunden.“
Hinweis: Die Weihnachts-Ausstellung im Zentralarchiv der
Evangelischen Kirche der Pfalz, Domplatz 6, Speyer, läuft vom 3.
Dezember bis 16. Januar 2013, geschlossen vom 22. Dezember bis 1.
Januar 2013. Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag, 8 bis 16
Uhr; Freitag, 8 bis 13 Uhr, Donnerstag, 13. Dezember und 10. Januar
jeweils 8 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Internet: www.zentralarchiv-speyer.de/Ausstellungen.
EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Pressereferat www.evkirchepfalz.de
30.11.2012
Opulentes Buch zu den Fresken im Dom zu Speyer
Eindrucksvolle Dokumentation
zu den viel diskutierten Kunstwerken
Schraudolphs
Speyer- Geachtet als hohe Kunst, doch bald
schon verworfen als naiv, kitschig: die Bilder der Nazarener. Diese
Gruppe von Malern hatte sich Anfang des 19. Jahrhunderts zum Ziel
gesetzt, die religiöse Kunst zu erneuern aus dem Geist eines Dürer
und Raffael. Johann Baptist Schraudolph (1808 bis 1879) war einer
von ihnen; ihm vertraute König Ludwig I. von Bayern das große Werk
an, den Dom zu Speyer im Geist der Nazarener „zu malen“, um - unter
anderem - durch die Bilder die Menschen wieder tiefer in den
Glauben zu führen. Der Speyerer Bischof Nikolaus von Weis erstellte
das theologische Bildprogramm, als Katechese und Verkündigung. Mit
Gehilfen schuf Schraudolph von 1846 bis 1853 ein monumentales Werk,
123 Fresken mit 470 überlebensgroßen Figuren, eingefasst von
reicher Dekorationsmalerei.
Nicht lange nach der Vollendung der Fresken setzte bereits Kritik
an der Malerei ein, die Mitte des 20. Jahrhunderts dazu führte,
dass sie aus dem Dom entfernt wurde; der Innenraum des Domes sollte
wieder seine ursprüngliche romanische Gestalt erhalten. Da die
Kunst der Nazarener damals in Bausch und Bogen verachtet war, wurde
die Malerei einfach abgeschlagen - heute sprechen nicht wenige von
„Bildersturm“, nur der Marien-Zyklus verblieb im Mittelschiff,
weitere, einige wenige Fresken wurden abgenommen und aufbewahrt:
die Bilder zu Stephanus, zu Bernhard und die Marienkrönung aus der
Apsis. Aufwändig restauriert sind sie seit Ende Oktober im eigens
dafür hergerichteten Kaisersaal des Domes zu sehen. Doch diese
Fresken nur auszustellen, würde den Bildern und dem Werk insgesamt
nicht gerecht, dringend geboten war und ist die
kunstgeschichtliche, vor allem aber die inhaltlich-theologische
Erschließung.
Dies leistet in hervorragender Weise eine reich bebilderte
Dokumentation, die von Hans-Jürgen Kotzur, dem früheren Direktor
des Mainzer Dom- und Diözesanmuseums, und der Kunsthistorikerin
Bettina Schüpke in aufwändiger, höchst sachkundiger Arbeit erstellt
wurde. Kotzur selbst, der auch Kurator der Ausstellung war, leitet
in einem erfrischenden, spannenden Frage-Antwort-Gespräch in das
Buch ein. Alles Wesentliche wird angeschnitten und Neugier geweckt
auf die weiteren Beiträge. Karl-Markus Ritter, Geschäftsführer der
Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, berichtet detailreich
„vom Werden, Vergehen und der Rettung eines bedeutenden Kunstwerks
des 19. Jahrhunderts“. Dabei begreift er die Ausmalung des Speyerer
Domes als Gesamtkunstwerk, was ihr am ehesten gerecht wird.
Ungemein viele, akribisch nachgeforschte Einzelheiten finden sich
hier, die zu einem großen Ganzen zusammenfügt werden. Norbert Suhr,
stellvertretender Direktor des Landesmuseums in Mainz und
ausgewiesener Nazarener-Fachmann, beschreibt den „kunsthistorischen
Kontext“ der Werke Schraudolphs in der Pfalz, also nicht nur im
Speyerer Dom, sondern auch in anderen Kirchen. Damit weitet er den
Blick über den Dom hinaus und leistet einen wichtigen Beitrag zur
Würdigung des gesamten Schraudolphschen Wirkens sowie zur
Einordnung in die Kunstgeschichte. Über einen scheinbar
randständigen, aber nicht minder interessanten Gesichtspunkt
handelt Clemens Jöckle, Leiter der Städtischen Galerie Speyer,
nämlich über die „Szenarien und Bildkulissen“. Dabei geht es um die
Spannung „zwischen ikonographischer Tradition und
Zeitgenossenschaft“: wie Schraudolph das Umfeld des Geschehens, das
er darstellt, aus seiner Gegenwart nimmt und damit das Geschehen
selbst „verheutigt“.
In drei Beiträgen befasst sich Klaus Haarlammert, früherer
Chefredakteur der Speyerer Bistumszeitung „der pilger“, zunächst
mit „Programm und Botschaft“ der Ausmalung des Speyerer Domes, also
mit deren Ikonographie und theologischen Aussage. Dabei schreibt er
mehr als Theologe denn als Kunsthistoriker. Nach seiner Auffassung
sind die Bilder in erster Linie Verkündigung, dann erst
kunstgeschichtlich bedeutsame Zeugnisse, aber ihm gelingt, beides
miteinander zu verknüpfen. Dies gilt besonders auch für den
eigentlichen Katalogteil. Hier beschreibt Haarlammert akribisch
genau, theologisch detailliert und fundiert jedes einzelne Fresko -
nicht nur die, die jetzt im Kaisersaal hängen, sondern auch alle
vierundzwanzig Bilder des Marien-Zyklus, die im Mittelschiff des
Domes erhalten geblieben sind. Neben der hohen Kenntnis des
Schraudolphschen Werks beeindruckt die tiefgehende theologische
Deutung, die die Bilder durchaus auch als Verkündigung für heute
begreifen lässt - das ist ja der eigentliche Auftrag, der aus der
Präsentation der Bilder erwächst: nicht nur Vergangenes zu
bewahren, es vielmehr für heute „fruchtbar“ werden zu lassen. Eine
interessante Textsammlung beschließt das Buch. In ihr werden unter
dem programmatischen Titel „Schraudolph kontrovers“ zeitkritische
Texte zur Ausmalung des Speyerer Domes von 1846, dem Beginn der
Arbeiten, bis heute dokumentiert. Grundlage dafür ist die
wissenschaftliche Arbeit über die Ausmalung, mit der Marianne
Schönenberg 1989 den Doktorgrad erwarb.
Insgesamt liegt mit diesem Buch nicht nur ein wertvoller Begleiter
zu den Fresken von Johann Baptist Schraudolph im Dom zu Speyer vor.
Das Buch ist auch ein Standardwerk zur Kunst der Nazarener und zur
Kunstauffassung des 19. Jahrhunderts. Einmal mehr gewinnt dieses
Buch durch die aufschlussreichen Skizzen zur Lokalisierung der
Bilder im Dom und im Kaisersaal, vor allem aber auch durch die
hervorragende Wiedergabe aller Fresken.
Buchtipp: Fromme Einfalt, hehre Kunst? Die Speyerer Domfresken von
Johann Baptist Schraudolph. Gebunden, 336 Seiten, durchgehend
farbig bebildert, 19.80 Euro. ISBN 978-3-942133-55-5. Pilgerverlag,
Annweiler. Bischöfliches Ordenariat Speyer,
Pressestelle
22.11.2012
Rollende Krankenstation auf dem Weg nach Tansania
Weihbischof
Otto Georgens begrüßt lebensnotwendige Spende für Hospital in
Diözese Mbinga
cr. Speyer. Auf ihrer Tour durch die
deutschen Bistümer hat heute Barbara Ester vom
Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ mit ihrer rollenden
Krankenstation vor dem Speyerer Dom Halt gemacht. Seit Mitte
September schon ist die junge Sozialpädagogin kreuz und quer durch
die Republik unterwegs, um in Schulen und Kirchengemeinden für das
Anlieger der Sternsinger zu werben, die ab dem 3. Januar 2013 auch
wieder singend und um Spenden bittend durch die Gemeinden der
Diözese Speyer ziehen werden. Am Ende ihrer Rundreise, am 12.
Januar 2013, wird Barbara Ester dann fast 30.000 Kilometer
zurückgelegt und dabei an zahlreichen Orten über die Lage der
gesundheitlichen Versorgung im „Beispielland 2013 der
Sternsinger-Aktion“, in Tansania im Süden Afrikas, informiert
haben. Für dieses Land - für das „Litembo-Hospital“ in der Diözese
Mbinga im Südwesten Tansanias - ist das neue Fahrzeug, ein für
„schweres“ Gelände konstruierter Toyota-Landcruiser, bestimmt, der
dort im Frühjahr seinen Dienst aufnehmen soll. Zuständig ist das
„Litembo-Hospital“ für die gesundheitliche Versorgung von gut
400.000 Menschen in einem Gebiet, das etwa die Größe von
Nordrhein-Westfalen aufweist. Mit seiner Ausstattung – einer
mobilen Krankentransportliege, Halterungen für Infusionen und
Möglichkeiten zur Unterbringung von Verbandsstoffen und
Medikamenten – eignet sich das Fahrzeug insbesondere zum Transport
von Erkrankten und Verunglückten durch unwegsames Gelände in die
Klinik.
Gemeinsam mit
der Diözesan-Vorsitzenden des BDKJ, Kirsten Glaser, und dem
Referenten für die Messdiener im Bistum Speyer, Pfarrer Carsten
Leinhäuser, der auch für der Eröffnungsveranstaltung der
nächsten Sternsinger-Aktion verantwortlich zeichnet, begrüßte
Weihbischof Otto Georgens Fahrzeug und Begleiterin vor dem
Bischofshaus gegenüber der Speyerer Kathedrale. „Die
Sternsinger-Aktion ist seit 55 Jahren die größte Solidaritätsaktion
von Kindern für Kinder weltweit“, lobte Georgens - im Bistum Speyer
als Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben zuständig - das
Engagement der vielen jungen Sternsingerinnen und Sternsinger. Jahr
für Jahr kommen durch ihren Einsatz allein im Bistum Speyer rund
1,3 Millionen Euro für Projekte in aller Welt zusammen.
„Segen bringen, Segen sein. Für Gesundheit in Tansania und
weltweit!“ heißt das Leitwort der kommenden Aktion
Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder
gut 500.000 Kinder in den Gewändern der Heiligen Drei Könige von
Tür zu Tür ziehen werden.
Und wie wichtig die Hilfe gerade auch für Tansania sei,
erläuterte Barbara Ester bei ihrem Besuch in der Domstadt: Denn
zwar sei das afrikanische Land politisch stabil und leide auch
nicht akut unter Naturkatastrophen - dennoch sterbe noch immer
jedes zehnte Kind vor seinem fünften Lebensjahr. Hauptursache für
die Säuglings- und Kindersterblichkeit sei die Armut der meisten
Menschen in Verbindung mit einem unzureichenden Gesundheitssystem.
Es gebe zu wenige Krankenhäuser und Gesundheitsstationen, die
Ausstattung mit Medikamenten und medizinischem Gerät sei
ungenügend, außerdem fehle qualifiziertes medizinisches Personal.
Deshalb sei die Hilfe ganz besondere dringend.
Übrigens: Alle Sternsingerinnen und Sternsinger aus dem Bistum
Speyer sind am 3. Januar 2013 zu der zentralen Eröffnungsfeier der
Sternsingeraktion im Speyerer Dom eingeladen. Veranstalter sind der
Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Diözesanverband
Speyer, und das Referat für weltkirchliche Aufgaben im
Bischöflichen Ordinariat. Alle Informationen zur Eröffnungsfeier
sind unter www.bdkj-speyer.de zu finden. Foto:
gc
19.11.2012
Rollende Krankenstation auf dem Weg nach Tansania - Bilderalbum
Migranten zum evangelischen Glauben übergetreten
Taufseminar des
Integrationsbeauftragten in Ludwigshafen mit abschließender
Tauffeier
Ludwigshafen/Speyer- Kein einzigartiger,
aber nach den Worten des pfälzischen Integrationsbeauftragten
Reinhard Schott ein eher seltener Fall: Sieben erwachsene Migranten
und ein Kind aus Iran, Irak und Afghanistan haben sich in
Ludwigshafen evangelisch taufen lassen. „Für die Menschen ging es
nicht darum, sich damit den Aufenthalt in Deutschland zu sichern.
Die Taufe war für sie ein echtes Anliegen. Dafür haben sie über
mehr als drei Monate an einem vierzehntägigen Taufseminar
teilgenommen“, sagt Schott.
Die Taufe fand zum Abschluss des Seminars im Rahmen des
Gemeindegottesdienstes statt. Den Glaubenskurs hat Pfarrer Arne
Dembek von der Christuskirchengemeinde in Ludwigshafen-Mundenheim
mit Unterstützung von Reinhard Schott durchgeführt. Schott freut
sich über den regen Zuspruch, den das Katechumenat, das ist die
Einführungs- oder Vorbereitungszeit erwachsener Taufbewerber,
gefunden habe. Unter den insgesamt zwölf Kurs-Teilnehmern seien
auch schon Getaufte gewesen, die ihr Wissen um den christlichen
Glauben auffrischen und erweitern wollten.
Immer wieder wendeten sich Flüchtlinge mit Fragen zum
christlichen Glauben an Kirchengemeinden und Beratungsstellen,
schildert Schott. Der Ausländer- und Aussiedlerbeauftragte der
evangelischen Kirche der Pfalz bietet in Zusammenarbeit mit den
Kirchengemeinden Glaubens- und Taufseminare für Spätaussiedler und
Flüchtlinge seit 1988 an.
Hinweis: Weitere Informationen und Kontakt beim
Integrationsbeauftragten der pfälzischen Landeskirche, Reinhard
Schott, migration@evkirchepfalz.de,
06232 / 664-101. Internet: www.migration.evpfalz.de.
EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Pressereferat
www.evkirchepfalz.de
17.11.2012
Chancengleichheit und materielle Gerechtigkeit gehören zusammen
Die
Zukunft des Sozialstaats – Landeskirchenrat und SPD Regionalverband
im Gespräch
Speyer- Soziale Gerechtigkeit und
Chancengleichheit im Bildungswesen müssen nach Auffassung des
pfälzischen Kirchenpräsidenten Christian Schad und der Vorsitzenden
des Regionalverbandes Pfalz der SPD, Theresia Riedmaier,
Kernanliegen der Politik in Deutschland bleiben. Dazu bedarf es
nach Auffassung der Kirchen- und Parteienvertreter auch einer
Änderung in der Finanz- und Steuerpolitik. „Es muss etwas getan
werden, damit die Grundlagen einer gerechten und solidarischen
Gesellschaft nicht unter die Räder geraten“, erklärten Schad und
Riedmaier bei einem Gespräch des Landeskirchenrats mit Vertretern
des Regionalverbandes und SPD-Mandatsträgern aus Land und
Kommunen.
Es sei bedenklich, wenn in Deutschland zehn Prozent der
Vermögensstärksten Haushalte über die Hälfte des gesamten
Nettovermögens, nämlich zehn Billionen Euro, verfügten, erklärte
Schad. Dies sei eine Verdoppelung gegenüber von vor zehn Jahren.
Demgegenüber stünden vier Millionen Haushalte, die auf Hartz
IV-Leistungen angewiesen seien. „Wenn der Staat und mit ihm die
subsidiär tätigen Institutionen und Verbände ihre Aufgaben zur
Herstellung von mehr Gerechtigkeit wahrnehmen wollen, so bedarf es
auch einer gerechteren Finanzierung“, erklärten Riedmaier und Schad
übereinstimmend.
Der Bildungs- und Sozialstaat ist nach Auffassung der Kirchen-
und Parteienvertreter nicht nur etwas für Zeiten, in denen man sich
ihn leisten könne, „sondern er ist dann von besonderer Bedeutung,
wenn wirtschaftliche Unterschiede größer werden und Teile der
Bevölkerung in Armut geraten.“ Daher müsse auch über mehr
Steuergerechtigkeit gesprochen werden, wozu eine Neuregelung der
Vermögenssteuer und der Spitzensteuersätze gehörten. In diesem
Zusammenhang erinnerte der Kirchenpräsident an die im Grundgesetz
festgeschriebene „Sozialpflichtigkeit des Eigentums“. Das Thema
Armut könne vom Thema Reichtum nicht getrennt werden. Ohne
materielle Verteilungsgerechtigkeit laufe Chancengleichheit ins
Leere.
Unverständnis äußerten Schad und Riedmaier gegenüber der
Einführung des Betreuungsgeldes. Die Milliarden, die für das
Betreuungsgeld ausgegeben würden, seien besser für den Ausbau von
Kinderkrippen und Kindertagesstätten und die stete Qualifizierung
des Fachpersonals angelegt. „Es geht nicht nur um Betreuung,
sondern um Erziehung, Bildung und die Vereinbarkeit von Beruf und
Familie“, sagten Schad und Riedmaier. EVANGELISCHE KIRCHE DER
PFALZ, Pressereferat www.evkirchepfalz.de
16.11.2012
„Schuldentilgungspakt als Brücke zu neuem Vertrauen und zu fiskalischer Solidität in Europa“
Früherer
Bundespräsident Dr. Köhler bei der „Europäischen Stiftung Kaiserdom
zu Speyer“
spk./is. Speyer. Zu verstärkten gemeinsamen Anstrengungen
für die Europäische Einigung hat der frühere Bundespräsident
Prof. Dr. Horst Köhler am Mittwochabend im Dom zu Speyer die
europäischen Staaten aufgerufen. Gerade die stärkeren Nationen
sollten „mehr für Europa tun, als es einer rein nationalen
Kosten-Nutzen-Rechnung entsprechen mag“, betonte Köhler und fügte
mit Blick auf Deutschland hinzu: „Gehen wir mit gutem Beispiel
voran.“ Der ehemalige Bundespräsident sprach im Rahmen der
Veranstaltungsreihe "Europäische Reden - Reden über Europa" der
„Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“.
In seiner
Ansprache sagte Köhler, „unter der Bedingung, dass alle Staaten der
Eurozone erweiterten Gemeinschaftskompetenzen zur Durchsetzung der
Konvergenz zustimmen“ könne es Deutschland wagen, „einen
Schuldentilgungspakt zu schließen, wie ihn der Sachverständigenrat
zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im
vergangenen Jahr vorgeschlagen hat - als eine Brücke zu neuem
Vertrauen in Europa und zu fiskalischer Solidität“. Darüber hinaus
regte er eine „kraftvolle Initiative“ Deutschlands und Frankreichs
zur Stärkung der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der
Europäischen Union an, „die dann auch zu einer gemeinsamen,
transparenten Beschaffung von Rüstungsgütern“ führen könnte.
Nach Einschätzung des ehemaligen Staatsoberhaupts würden
Initiativen dieser Art der Größe der Verantwortung entsprechen, die
Deutschland bei seiner geographischen Lage und seiner
wirtschaftlichen Stärke zufalle. „Beweisen wir doch unsere
Phantasie und unseren Enthusiasmus für ein Europa der Freiheit und
des Friedens, das wir mit aufgebaut haben! Zeigen wir doch, wie
froh wir sind, in diesem Europa zu leben - umgeben von Freunden;
zeigen wir dies auch, indem wir Führungsverantwortung übernehmen,
wo das nötig ist“, so Prof. Dr. Köhler.
Der ehemalige Bundespräsident warnte aber zugleich auch davor, auf
die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise mit einem „schleichenden
oder gar offenen Umbau der Wirtschafts- und Währungsunion in
Richtung Umverteilung und Dauertransfers“ zu reagieren. Dies würde
nicht nur das Wesen der Wirtschafts- und Währungsunion verändern,
sonder auch ihrer bisherigen Verfassung widersprechen. „Ein solcher
Umbau fände auch in vielen Mitgliedstaaten keine demokratische
Akzeptanz“, warnte Köhler.
Zu Beginn der
Veranstaltung, die Domorganist Markus Eichenlaub an der
Orgel musikalisch begleitete, hatte Weihbischof Otto
Georgens in seiner Funktion als Dompropst in der voll besetzten
Kathedrale zahlreiche Ehrengäste begrüßt, unter ihnen
Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl mit Gattin, den früheren
Bischof von Speyer und Erzbischof von München und Freising, Dr.
Friedrich Kardinal Wetter, Bischof em. Dr. Anton
Schlembach, den Chef des Hauses Wittelsbach, Herzog Max in
Bayern, den ehemaligen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz
und Thüringen, den Speyerer Ehrenbürger Prof. Dr. Bernhard
Vogel. Begrüßen konnte er schließlich auch den Speyerer
Oberbürgermeister Hansjörg Eger und dessen Vorgänger
Werner Schineller.
In seiner kurzen Ansprache betonte der Weihbischof , dass im
Speyerer Dom „die europäische Dimension mit Händen zu greifen“ sei.
Die Kathedrale sei ein Symbol für die Einheit Europas, die
entscheidend sei für die Zukunft des Kontinents.
Stiftungsvorstand Dr. Manfred Fuchs hob hervor, die
Europäische Union sei „bei allen Schwierigkeiten ein
Erfolgsmodell“. Er dankte dem ehemaligen Bundespräsidenten für
seinen „ermutigenden Vortrag“ und betonte: „Ohne die Europäische
Union wäre unsere Zukunft fragwürdig.“ Die Veranstaltung schloss
mit einem Gebet, in dem Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die
Verantwortung des Menschen vor Gott für Frieden und Gerechtigkeit
hervorhob.
Unter der
Leitung ihres Vorsitzenden, Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl, hatte
am Nachmittag dieses Tages bereits die „Europäische Stiftung
Kaiserdom zu Speyer“ ihre diesjährige Jahrestagung abgehalten, die
seit einigen Jahren schon durch einen öffentlichen, grundsätzlichen
Vortrag zu einem europäischen Thema beschlossen wird. Der
Einladung, im Rahmen dieser Vortragsreihe im Speyerer Dom zu
sprechen, waren in den vergangenen Jahren bereits der
Premierminister des Großherzogtums Luxemburg, Jean-Claude Juncker,
der ehemalige polnische Außenminister Prof. Wladyslaw Bartoszewski
und der Präsident des Europäischen Parlaments, Prof. Dr. Hans-Gert
Pöttering gefolgt.
Die „Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer", die im Sinne der
UNESCO-Konvention mit Projektpartnern die Patenschaft für die
Speyerer Kathedrale übernommen hat, will mit vielen originellen
Veranstaltungen und Aktionen Menschen für das Bauwerk begeistern.
Daneben baut sie ein Stiftungskapital auf, aus dessen Zinserträgen
Projekte rund um den Dom realisiert werden. Außerdem engagiert sich
die Stiftung bei der aktuellen Domrestaurierung, indem sie
Persönlichkeiten und Unternehmen dazu gewinnt, namhafte
Patenschaften zu Restaurierungs-Projekten zu übernehmen. Gemäß
Satzung will die Stiftung auch den Europa-Gedanken fördern, da die
Speyerer Kathedrale als Symbol für Europa gilt. Foto:
Bischöfliches Ordenariat; gc
Die Europa-Rede des ehemaligen Bundespräsidenten im
Wortlaut (pdf) 
15.11.2012
Früherer Bundespräsident Dr. Köhler bei der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ - Bilderalbum
Landessynode: Doppelhaushalt und Klimaoffensive
Tagung vom 22. bis 24.
November in Speyer – Finanzdezernentin: Einsparbemühungen
fortsetzen
Speyer- Der Doppelhaushalt für die Jahre
2013 und 2014 und ein Integriertes Klimaschutzkonzept, das die
Evangelischen Kirche der Pfalz im Rahmen einer Klimaoffensive auf
den Weg gebracht hat, stehen im Mittelpunkt der Landessynode vom
22. bis 24. November 2012 in Speyer. Auf dem Programm der
öffentlichen Tagung steht auch die Wahl eines geistlichen
Oberkirchenrates. Zur Wiederwahl steht der derzeitige Amtsinhaber,
Oberkirchenrat Gottfried Müller, dessen Amtszeit mit Ablauf des
Jahres 2012 endet. Müller ist außerdem Stellvertreter des
Kirchenpräsidenten, so dass auch dafür seine Wiederwahl
ansteht.
Die Konsolidierung des landeskirchlichen Haushaltes schreite
deutlich voran und sei auf der Linie dessen, was die Landessynode
mit der mittelfristigen Finanzplanung und dem Strategiepapier
beschlossen habe, sagte Kirchenpräsident Christian Schad bei der
Vorstellung des Synodenprogramms. Das zeige sich beispielsweise –
auch „schmerzhaft“ – im Personalbereich und beim Projekt
„Organisationsentwicklung im Landeskirchenrat“. Zu diesem Prozess
wird der Synode ein Zwischenbericht vorgelegt.
Die Evangelische Kirche der Pfalz will den Ausstoß an
Kohlendioxid (CO₂) bis zum Jahr 2015 um 25 Prozent im Vergleich zum
Basisjahr 2005 mindern. 2005 betrug der CO₂-Ausstoß nach Angaben
von Finanzdezernentin Karin Kessel 51.500 Tonnen, bis 2015 sollen
die Treibhausgasemissionen auf 38.500 Tonnen reduziert werden.
Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen, enthält das Integrierte
Klimaschutzkonzept, das der Synode zur Beschlussfassung vorliegt.
Das Konzept sieht u.a. die befristete Einstellung eines
Klimaschutz-Managers vor sowie die nachdrückliche Empfehlung an die
Kirchengemeinden und Kirchenbezirke, sich aktiv an der Umsetzung
der Ziele zu beteiligen.
Mit der Reduzierung von CO₂-Emissionen werde man neben den
ökologischen Aspekten auch ökonomische und soziale Synergieeffekte
gewinnen. Der Erhalt einer lebenswerten Umwelt für zukünftige
Generationen sei ein fester Bestandteil der Grundprinzipien der
evangelischen Kirche, erklärt die Oberkirchenrätin. Das gesetzte
Ziel sei erreichbar. Seine Realisierung bedeute zwar eine
Kraftanstrengung, „aber der Aufwand ist überschaubar und
realisierbar“. Kessel nennt als Beispiele regenerative
Energieerzeugung, die Steigerung des Ökostrombezugs von bisher
sieben auf 30 Prozent oder die stärkere Nutzung des öffentlichen
Nahverkehrs für die Wege zur Arbeit. Das Integrierte
Klimaschutzkonzept wurde mit Hilfe des Instituts für angewandtes
Stoffstrommanagement (IfaS) vom Umwelt-Campus in Birkenfeld sowie
der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST)
erstellt.
Klimaschutzmaßnahmen fließen auch in die Planungen der Etats
2013 und 2014 ein. Mit ihrem Haushaltsplanentwurf folge die
Landeskirche weiterhin strikt dem Eckpunktepapier und der
Finanzplanung bis 2018, sagte Finanzdezernentin Karin Kessel. Der
Etat 2013 und 2014 der Evangelischen Kirche der Pfalz ist mit
jeweils rund 157,5 Millionen Euro veranschlagt. Trotz der positiven
Entwicklung beim Kirchensteueraufkommen – 2013 rechnet Kessel mit
99,4 Millionen und 2014 mit 98,67 Millionen Euro – müssten die
beschlossenen Einsparvorgaben zwingend umgesetzt werden. Die
Ergebnisse der von der Synode im Frühjahr erarbeiteten
Portfolioanalyse schlagen sich in diesem Doppelhaushalt noch nicht
nieder. Sie sollen, wie von der Landessynode beschlossen, in die
Etats der Jahre 2015 und folgende einfließen.
Hinweis: Die Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz
tagt vom 22. bis 24. November 2012 in der Evangelischen
Diakonissenanstalt in Speyer, Hilgardstraße 26. Die Plenarsitzungen
beginnen am Donnerstag um 10.45 Uhr, am Freitag und Samstag jeweils
um 9 Uhr. Die Tagungen sind öffentlich.
EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Pressereferat www.evkirchepfalz.de
13.11.2012
Kaisersaal und Schraudolph-Bilder
Mitgliedertag
des Dombauvereins
von Franz Gabath
Speyer- Mehr als positiv überrascht, ob der
überwältigenden Besucherresonanz, zeigten sich Domkustos,
Domkapitular Peter Schappert, so wie der 1. Vorsitzende des
Dombauverein, Dr. Wolfgang Hissnauer, bei der Begrüßung im Langhaus
des Kaiserdomes. Nach den Worten von Domkapitular Schappert hatte
man im Vorfeld mit 200, höchstens 300 Besucher gerechnet. Dass sich
dann aber über 800 Mitglieder, des derzeit fast 2800 Mitglieder
starken Dombauverein angemeldet hatten, übertraf die höchsten
Erwartungen. Aus diesem Grund wurde das umfangreiche Programm etwas
umgestellt und die Besuchszeiten einzelner Angebote von
ursprünglich 16 Uhr bis 18 Uhr erweitert. Dr. Hissnauer drückt
seine Hoffnung aus, dass das erstrebte Ziel des 1995 ins Leben
gerufenen Vereins, 3000 Mitglieder gewinnen zu können, in
absehbarer Zeit realisiert werden kann. Das Langhaus des Domes war
dann auch schon zur Begrüßung bis zur Hälfte gefüllt und am
Infostand in der Vorhalle hatte sich schon ab 13 Uhr eine nicht
enden wollende Schlange gebildet. Und dieser Infostand, an dem die
Mitglieder und Gäste, von den netten Damen des Dombauvereins,
jegliche Informationen erhielten, war noch den ganzen Nachmittag
sehr stark frequentiert.
Ein reichhaltiges, informatives und höchst interessantes Angebot
hatten die Verantwortlichen des Dombauvereins zusammengestellt. So
zählten zum einen der neu gestaltete Kaisersaal mit den
restaurierten Bildern des Nazarenermalers Johann Baptist
Schraudolph, als auch die Besucherplattform im südlichen Westturm
zu den Höhepunkten im Programm.
Das
neugestaltet Raumkonzept des Kaisersaales erläuterte der
Stellvertretende Dombaumeister Mario Coletto. Mit der Um-und
Neugestaltung wurde dem Kaisersaal, im 1857 vollendeten Westbau des
Kaiserdomes, zum ersten Mal eine würdevolle und sinnvolle Nutzung
gegeben. Es erfolgte eine architektonische Umgestaltung um eine
würdige Präsentation der Schraudolph- Bilder zu ermöglichen. In
seinem Vortrag merkte man Mario Colleto, der ab Januar 2013, die
Stelle des Dombaumeisters begleiten wird, die Begeisterung an, mit
der er dieses Werk gestalten konnte. Viele Dinge am Kaisersaal, wie
das Beleuchtungskonzept mit 5 000 LED-Beleuchtungskörpern, sind neu
und einzigartig. Die Nachbildung der Apsis der Kathedrale im
Kaisersaal war eine logistische und handwerkliche Meisterleistung.
Diese war notwendig um das Bild mit der Darstellung der Krönung
Mariens, das wie alle anderen Bilder bei der Domrestaurierung
abgenommen wurde, wieder in seiner monumentalen Größe wirken zu
lassen.
Über die einzelnen Bilder, deren Inhalt und Bedeutung,
referierte der Kunsthistoriker und Geschäftsführer des
Dombauvereins, Dr. Appel. Dass die Künstlergruppe die Nazarener im
19. Jahrhundert den Namen wegen ihrer allesamt lang getragenen
Haarpracht, mit der man Jesus Christus bildlich darstellte,
erhalten hat, war sicher vielen der sehr interessierten
Besucherinnen und Besuchern neu. Anschaulich schilderte Dr. Appel
die Zeit und die Gründe, die seinerzeit zur Ausmalung des
Mariendomes führten und nach einer ganz konträren Sichtweise im 20.
Jahrhundert zur Entfernung der Malerei aus dem Dom führte. So
blieb, dem Himmel sei Dank, bei der Domrestaurierung in den 50ger
Jahren des vorigen Jahrhunderts nur der Marienzyklus im Dom
erhalten. Alle anderen Bilder wurden mittels eines
Spezialverfahrens, abgenommen und auf Rollen eingelagert.
Dieses
Verfahren der Abnahme und besonders der Restaurierung, die in den
1980ger Jahren begonnen wurde, erläuterte der Restaurator Vitus
Wurmdobler in der Krypta, der größten Unterkirche Europas. Dass
dieses Verfahren überhaupt möglich war ist der überaus perfekten
Freskotechnik von Schraudolph zu verdanken. „Schlaflose Nächte hat
mich der Gedanke an die richtige Vorgehensweise bei der
Restaurierung am Anfang gekostet. Wir konnten ja nichts im
Experiment vor her testen“ führte der Restaurator aus. Dass
Wurmdobler die Restaurierung mit Herzblut betreibt, war seinem
engagierten Vortrag anzumerken. Er betonte nachdrücklich seine
Hochachtung vor der künstlerischen Leistung von Johann Baptist
Schraudolph. Das Bild eines Engels, einst in der Vierung des Domes
angebracht, nahm Wurmdobler zum Anlass diese, seine fundierte
Sichtwiese, in eindrucksvoller Weise zu zeigen. Wer nach diesen
ausführlichen Ausführungen die Gemälde im Kaisersaal bewunderte,
der schaute mit anderen Augen als vorher.
Nach dem Kaisersaal war die neue Besucherplattform auf dem
südlichen Westturm der Besuchermagnet. Hier wurde das Angebot der
Besteigung bis zu der letzten Möglichkeit um 18 Uhr genutzt. Die
wenigsten Besucher des Mitgliedertages scheuten die Mühen des
Aufstieges über 200 Stufen zur Aussichtsplattform in 60 Meter Höhe.
Wenn auch der über der Stadt liegende Dunst und Nebel eine
Weitsicht, wie an klaren Tagen bis zum Odenwald oder der Hardt,
verhinderte, war doch die Sicht über die Domstadt und über das Dach
des Gotteshauses aus dieser Perspektive für die Meisten fremd und
faszinierend.
Aber auch die
restlichen Angebote fanden ihre aufmerksamen Liebhaber. Besonders
Kirchenmusikliebhaber erhielten, durch den Stellvertretenden
Domorganisten, Christoph Keggenhoff, Erklärungen und Erläuterungen
zu der Chororgel. Und um 16:30 lies Keggenhoff die gewaltige neue
große Domorgel erklingen. Für viele der Besucher ein gewaltiger und
stimmungsvoller Abschluss des Mitgliedertages.
Die Winzergenossenschaften Herxheim und Kallstadt präsentierten
ihre exquisiten Erzeugnisse. Und dem herbstlichen Wetter angepasst
erwärmte Glühwein Geist und Körper.
Unter dem Motto „Denken Sie schon an Weinachten“ bot der
Dombauverein seine erlesenen Geschenke, wie die Dom Krawatte in rot
und blau, die edle limitierte Dom-Uhr und Dom- Wein, sowie Dom-Sekt
an. Die Dom-Sparkasse, eine maßstabsgetreue Nachbildung des
Speyerer Domes ist bestimmt ein stilvolles Geschenk unter dem
Christbaum.
Alle Geschenkartikel können auch in der Geschäftsstelle des
Dombauvereins, Edith-Stein-Platz 8 in 67346 Speyer, oder unter der
Fax-Nr. 06232 102 117 oder unter der Mailadresse dombauverein@bistum-speyer.de
bestellt werden. Weiter Informationen sind im Netz unter
www.dombauverein-speyer.de
abrufbar Bild: fg
13.11.2012
Mitgliedertag des Dombauvereins - Bilderalbum
Evangelische Theologen auf Exkursion in Speyer
Ökumenekurs des konfessionskundlichen Instituts Bensheim
zu Besuch im Dom und bei Bischof Wiesemann
Speyer- Etwa 20 Theologinnen und Theologen aus
allen evangelischen Landeskirchen Deutschlands, die sich durch ein
mehrjähriges Kursprogramm zum Berater für Konfessionskunde
qualifizieren, haben einen Nachmittag lang Speyer besucht. Die
Exkursion war Bestandteil eines Aufbaukurses „Katholizismus“, der
in regelmäßigen Abständen vom konfessionskundlichen Institut des
Evangelischen Bundes in Bensheim organisiert wird.
Erstes Ziel war der Kaiser- und Mariendom. Dort wurde die Gruppe
bereits von Domkapitular Peter Schappert erwartet und in den neu
gestalteten Kaisersaal mit den Schraudolph-Fresken geführt.
Domdekan Dr. Christoph Kohl gab sodann einen Einblick in die
wechselvolle Baugeschichte der Speyerer Kathedrale. Zugleich lud er
die evangelischen Gäste ein, sich durch die gewaltige und zugleich
schlichte, geradlinige Architektur und deren tiefe Symbolik
„innerlich ordnen zu lassen“.
Anschließend stand ein Besuch bei Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann
auf dem Programm. In seinem einleitenden Statement verwies er
zunächst auf das gute Miteinander zwischen dem Bistum Speyer und
der Evangelischen Kirche der Pfalz. Dabei berichtete er vom Projekt
eines „Ökumenischen Leitfadens“, den die beiden Kirchen zurzeit
erarbeiten und der im Rahmen eines Ökumenischen Pfälzer
Kirchentages an Pfingsten 2015 verabschiedet werden soll.
Zustimmendes Nicken erfuhr der Bischof, als er die derzeitigen
Verunsicherungen angesichts der enormen kirchlichen Um- und
Abbrüche und die Notwendigkeit von Umstrukturierungen in der
Pastoral als gemeinsame Herausforderungen der beiden großen Kirchen
in Deutschland bezeichnete.
Eine erste Frage des Exkursionsleiters, Pfarrer Dr. Paul Metzger,
galt dem Dialogprozess in der katholischen Kirche und dem dabei oft
erhobenen Vorwurf: „Am Ende machen die Bischöfe doch, was sie
wollen“. „Wer die Leitung hat, muss sie auch wahrnehmen“, lautete
der erste Teil der Antwort des Bischofs. Zugleich verwies er aber
auf die Diözesanen Foren und Dialogabende im Bistum sowie darauf,
dass der Dialog für ihn eine von drei grundlegenden Dimensionen des
Prozesses „Gemeindepastoral 2015“ ist.
Ob sich das Erscheinungsbild der Kirche verändern werde, wenn
künftig die Laien vor Ort mehr Kompetenzen übertragen bekommen und
selbstständiger agieren sollen, wollte ein anderer Teilnehmer
wissen. Um das zu beurteilen, so Bischof Wiesemann, habe man in
Deutschland noch zu wenige Erfahrungen. Man müsse vielmehr auf
andere Regionen der weltweiten Kirche blicken, etwa nach
Südamerika, Asien oder Frankreich, wo die Kirche schon seit
längerem eine andere Gestalt angenommen habe.
Eine letzte Frage galt dem Zueinander von Pfarreien und anderen
kirchlichen Gemeinschaftsformen wie neuen geistlichen Bewegungen.
Für Bischof Wiesemann wird es in Zukunft entscheidend darauf
ankommen, ob es gelingt, das hierarchische Element der Kirche mit
dem charismatischen Element, in dem vor allem auch die Frauen eine
wichtigere Rolle spielen sollen, zu verbinden. Er veranschaulichte
seine Gedanken durch das Bild eines Webteppichs, dessen Längsfäden
auf Dauer nur stabil sein können, wenn eine Querverwebung
hinzukomme.
„Es ist spannend, in der heutigen Zeit Bischof zu sein“, so das
abschließende Resümee des Speyerer Bischofs, der in diesem
Zusammenhang auch offen von seinen Sorgen berichtete und davon,
dass auch er nicht auf alle Herausforderungen eine Antwort habe.
Nichtsdestotrotz sollten Christinnen und Christen aller
Konfessionen jene Freude ausstrahlen, die in der Gewissheit
wurzelt, dass in jedem Tod die Verheißung der Auferstehung angelegt
ist. Ein kräftiger Schlussapplaus zeigte, dass Bischof Wiesemann
mit seinen nachdenklichen Ausführungen und mit seiner offenen Art
den Nerv der Zuhörer getroffen hat. Bischöfliches Ordenariat
Speyer, Pressestelle
07.11.2012
Gedenkstätte für NS-Opfer bis Frühjahr 2013 unter Dach und Fach
v.l.n.r.: Armin Burkhardt (Architekt), Eberhard Dittus, Georg Pfaff (Bauingenieur der Hornbach AG), Ursula Dauth (Pressesprecherin der Hornbach AG und Vorstandsmitglied), Bernd Elsner (Vorstandsmitglied)
Neustadter Förderverein plant Ausstellungsräume –
Arbeiten laufen auf Hochtouren
Neustadt- Die geplante Gedenkstätte für
die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Gelände der Hornbach AG
in Neustadt soll nach Angaben des Vorsitzenden des gleichnamigen
Fördervereins und Neustadter Diakons Eberhard Dittus bis Frühjahr
2013 unter Dach und Fach sein. Die Ausstellungsräume würden am 10.
März 2013 eröffnet. Die Hornbach AG habe dem Förderverein hierzu
das Gefängnis in der ehemaligen Turenne-Kaserne für mindestens 25
Jahre zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung gestellt.
„In dieser Kaserne hatten die Nationalsozialisten ab Anfang März
1933 politische Gegner für einige Wochen gefangen gehalten, um sie
mundtot zu machen. Das damalige Lager zählt heute zu den so
genannten ‚frühen Konzentrationslagern‘“, erläutert Dittus. Das
Ausstellungskonzept sehe u.a. eine Chronologie der Zeit von 1933
bis 1945, die Darstellung exemplarischer Häftlings- und
Täterbiografien sowie Informationen über das Lagersystem und die
NS-Herrschaft in der Pfalz vor. Ausgestellt werden sollen Fotos,
Briefe, Texte und Dokumente. Recherchen im Landesarchiv in Speyer
hätten ergeben, dass nahezu 500 Männer aus mehr als 60 Pfälzer
Gemeinden in dem Lager inhaftiert gewesen seien, unter ihnen auch
der Pirmasenser Pfarrer Oswald Damian. Unter den Häftlingen seien
Arbeiter und Akademiker, Handwerker und Händler, Lehrer und
Landwirte gewesen, so Dittus.

Noch sei das Gebäude in einem „baulich schwierigen Zustand“,
derzeit liefen die Sanierungen auf Hochtouren. Für die Erneuerung
von Fenstern und Türen nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten
habe Hornbach die Kosten von mehr als 20. 000 Euro übernommen, sagt
Dittus. Weitere Fördergelder für die Baumaßnahmen in Höhe von 75.
000 Euro seien vom Land Rheinland-Pfalz und der Stadt Neustadt
zugesagt. Der Förderverein „Gedenkstätte für NS-Opfer“ war 2009
gegründet worden. Mitglieder sind heute u.a. das Protestantische
Dekanat Neustadt, die Gesamtkirchengemeinde Pirmasens und die
Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz. Vorsitzender des
Kuratoriums ist der ehemalige Speyerer Oberbürgermeister Werner
Schineller, dessen Stellvertreter ist der pfälzische Oberkirchenrat
Gottfried Müller. Die künftige Gedenkstätte, so Dittus, sei das
einzige Mahnmal dieser Art in der Pfalz.
Hinweis: Kontakt und Information unter info@gedenkstaette-neustadt.de
und www.gedenkstaette-neustadt.de.
Spendenkonto: Förderverein Gedenkstätte für NS-Opfer, Kontonummer:
5076377, Bankleitzahl: 546 512 40, Sparkasse Rhein-Haardt.
EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Pressestelle
06.11.2012
Schad zum Vizevorsitzenden der Union Evangelischer Kirchen gewählt
Kirchenpräsident
folgt Christian Drägert im Amt – UEK vertritt rund zwölf Millionen
Protestanten
Timmendorfer Strand- Kirchenpräsident
Christian Schad ist zum Stellvertretenden Vorsitzenden der
Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen (UEK) gewählt worden.
Er ist damit Nachfolger des rheinischen Vizepräsidenten Christian
Drägert, der aus Altersgründen nicht mehr kandidierte. Bei der
UEK-Vollkonferenz erhielt Schad bei einer Enthaltung 62 Stimmen und
wurde damit Stellvertreter des badischen Landesbischofs Ulrich
Fischer. Die UEK ist die Gemeinschaft von Kirchen unierten,
reformierten und lutherischen Bekenntnisses in der Evangelischen
Kirche in Deutschland (EKD). Den zwölf Mitgliedskirchen der UEK
gehören rund zwölf Millionen Protestanten an.
In seiner Vorstellungsrede verwies der Kirchenpräsident auf die
pfälzische Kirchenunion von Lutheranern und Reformierten, die ihm
Antrieb sei, „auch EKD-weit die innerprotestantische Ökumene zu
fördern.“ Gerade die Unionskirchen lebten davon, dass
unterschiedliche konfessionelle Profile der Einheit der Kirche
nicht im Wege stünden. „Geschwisterliche Vielfalt, einander
ergänzende, korrigierende und bereichernde Pluralität, ist kein
Mangel, sondern gehört zum Wesen der Kirchengemeinschaft und ist in
gewisser Weise Voraussetzung lebendiger Einheit“, sagte Schad vor
den Mitgliedern der Vollversammlung. Im Blick auf den Grund der
Kirche, Jesus Christus, schließe sich eintönige Uniformität ebenso
aus wie konfessionalistische Verengung.
Die Union evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) arbeitet als
Zusammenschluss evangelischer Kirchen mit Sitz Hannover. Die Union
der zwölf Mitgliedskirchen hat den Rechtsstatus einer Körperschaft
öffentlichen Rechts. Die Vollkonferenz, das Präsidium, die
Ausschüsse und das Amt der UEK sind die handelnden Organe der UEK.
Vorsitzender des Präsidiums der Vollkonferenz ist Landesbischof
Ulrich Fischer (Baden). Der UEK gehören folgende Mitgliedskirchen
an: Anhalt, Baden, Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz,
Bremen, Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, Lippe, Pfalz, Pommern,
Ev.-reformierte Kirche, Rheinland, Kirchenprovinz Sachsen,
Westfalen.
Neben der UEK gibt es innerhalb der Evangelischen Kirche in
Deutschland weiterhin die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche
Deutschlands (VELKD). Der VELKD gehören sieben Landeskirchen mit
insgesamt rund zehn Millionen evangelischen Christen an.
Evangelischen Kirche der Pfalz, Presse
03.11.2012
Gewachsene Traditionen wechselseitig anerkennen
Kirchenpräsident Schad
fordert zum Reformationstag Umkehrbewegung aller
Konfessionen
Speyer- Als Kern der Reformation hat der
pfälzische Kirchenpräsidenten Christian Schad die Umkehr zum
Ursprung der Kirche bezeichnet. Aus Anlass des Reformationstages
erinnerte Schad in Speyer an den Satz, dass die Kirche ständig der
Reformation bedürfe. Dies bedeute, „dass Christen aller
Konfessionen immer zu dieser Umkehrbewegung gerufen sind.“ Diese
Bewegung sei eine Umkehr „hin zu Jesus Christus, als dem einen Wort
Gottes, das wir hören, und dem wir uns im Leben und im Sterben
anvertrauen dürfen.“
Für die Kirchen heute könne es ökumenische Fortschritte nur
geben, wenn die Kirchen zu ihren apostolischen Ursprüngen, den
biblischen Texten, zurückkehrten, sagte Schad. Von diesen
Ursprüngen aus kehre man zu jenem Anfang zurück, „der als Grund der
Kirche bezeugt wird, nämlich Jesus Christus.“
Christen unterschiedlicher Prägung müssen dabei nach Auffassung
Schads nicht einander gleich werden. Vielmehr sollten sie Christus
gleich werden, denn „dann verliert alle Spaltung ihre Macht und ihr
Recht, dann erfahren wir, dass wir alle miteinander das Volk Gottes
sind“. Die wechselseitige Achtung der gewachsenen Traditionen, in
denen heute Christus bezeugt werde, trenne nicht mehr, sondern
verbinde die Kirchen und öffne die Tür zur Erfahrung von Einheit
mitten in der Vielfalt.
Auf den Dialog der Religionen bezogen, forderte Schad „eine
Kultur wechselseitiger Achtung und Anerkennung, die sicherstellt,
dass Unterschiede der Überzeugungen nicht mit Gewalt oder
Unterdrückung, sondern in einer Atmosphäre der Toleranz und des
Respekts ausgetragen werden.“ In Deutschland müsse niemand Angst
haben, seinen Glauben offen und öffentlich zu bekennen, sagte der
Kirchenpräsident. Umso mehr sei es Aufgabe der Protestanten,
Glaubens- und Gewissensfreiheit einzufordern und dafür zu sorgen,
„dass kein Keil zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen
getrieben wird“. Man dürfe im Bemühen nicht nachlassen, gemeinsam
mit Menschen anderer Religionen an einer gerechteren,
menschlicheren Welt zu bauen. Evangelischen Kirche der Pfalz,
Presse
31.10.2012
Besuch von Kaisersaal und Aussichtsplattform bis voraussichtlich Mitte November nur eingeschränkt möglich
Besuch aufgrund von
Metallarbeiten am Rettungsschacht des Turmes nur zwischen 12 und 14
Uhr möglich / Kartenvorbestellung zeigt großes
Besucherinteresse
Der Aufstieg zur neuen Aussichtsplattform auf dem Südwest-Turm
des Domes ist bis voraussichtlich Mitte November nur eingeschränkt
möglich. Die Besuchszeit für Kaisersaal und Aussichtsplattform
wurde auf den Zeitraum zwischen 12 und 14 Uhr beschränkt. Der Grund
dafür sind Metallarbeiten am Rettungsschacht des Turmes.
Das Interesse am Besuch des Kaisersaals und der
Aussichtsplattform ist außerordentlich groß. Das zeigt sich an der
Vorbestellung der Eintrittskarten. Die Termine bis Mitte November
sind bereits komplett ausgebucht. Aufgrund der großen Nachfrage ist
eine Kartenreservierung notwendig.
Die Eintrittskarten sind beim Kartenverkauf auf der Nordseite
des Domes erhältlich. Eine Vorbestellung ist unter der
Telefonnummer 06232 / 102-525 möglich. Bischöfliches Ordenariat
Speyer, Presse; Foto: pem
Öffnungszeiten des Kartenverkaufs:
• Montag bis
Samstag: 9.00 bis 16.00 Uhr
• Sonn- und Feiertage: 11.30 bis 16.00 Uhr
Begegnung zwischen den Nachbar-Bistümern Mainz und Speyer

Bischöfe und Mitglieder der beiden Domkapitel trafen sich im
Priesterseminar St. German in Speyer
Zu einer Begegnung zwischen den Nachbar-Bistümern Mainz und
Speyer kam es am Sonntagabend im Priesterseminar St. German in
Speyer: Der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann (8. von links)
war mit den Mitgliedern des Mainzer Domkapitels in die Pfalz
gekommen, um sich mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann (9. von links)
und den Mitgliedern des Speyerer Domkapitels über aktuelle
kirchliche und gesellschaftliche Fragen auszutauschen. Neben den
Veränderungsprozessen in der seelsorglichen Arbeit ging es auch um
das soziale und gesellschaftliche Engagement der Kirche. Der
Austausch mit dem Ziel, die nachbarschaftliche Verbundenheit der
beiden Bistümer zu stärken, soll im kommenden Jahr eine Fortsetzung
erfahren. Gastgeber wird dann das Bistum Mainz sein.
Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle
29.10.2012
Bischof Dr. Wiesemann: "Ein Werk von historischer Bedeutung"
Kaisersaal im
Westbau des Speyerer Domes beeindruckt Prominenz aus Politik,
Kirche und Gesellschaft
bps./cr.
Speyer- Nun ist es also so weit: Nach umfangreichen
Bauarbeiten konnten heute in Anwesenheit von gut zweihundert
zutiefst beeindruckten Gästen hoch über der Vorhalle des Speyerer
Domes der neu gestaltete Kaisersaal und die Aussichtsplattform im
Südwest-Turm des Domes eröffnet werden. In diesem neuen Kleinod der
Kathedrale werden künftig in einer beispiellosen Präsenatation neun
der großformatigen und über viele Jahrzehnte hinweg im Verborgenen
schlummernden Fresken von Johann Baptist Schraudolph wieder
gezeigt. 1957 im Zuge der großen Domrestaurierung abgelöst, kehren
sie jetzt nach über 50 Jahren wieder in den Speyerer Dom
zurück.
Im Kapitelsamt
vor dem Festakt spannte Weihbischof Otto Georgens einen Bogen vom
Evangelium hin zum neu gestalteten Kaisersaal. Ausgangspunkt dafür
war der Bericht von der Heilung des blinden Bartimäus, den Georgens
als den "Prototypen des Menschen" beschrieb, "der Jesus nachfolgt."
Bekehrung und Nachfolge seien einem "Durchbruch von Blindheit zum
Licht" vergleichbar. Das zeige sich in vielen Biographien im Lauf
der Kirchengeschichte - angefangen vom Apostel Paulus bis hin zu
Madeleine Delbrel. Der Weihbischof warb für eine "Kirche mit einem
offenen Blick auf die Welt und auf die Menschen heute, denen wir
die befreiende Botschaft des Evangeliums nicht vorenthalten
dürfen." Auch der neugestaltete Kaisersaal könne deshalb einen
neuen Blick auf "den Reichtum und die Schönheit unseres Glaubens"
eröffnen.
Bei der snschließenden Feier im
Kaisersaal konnte Weihbischof Georgens in seiner Eigenschaft als
Dompropst und damit als "Hausherr" der Kathedrale zu diesem Festakt
neben dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck und
Speyers Oberbürgermeister Hansjörg Eger auch die Abgeordneten
Norbert Schindler MdB und Dr. Axel Wilke MdL begrüßen. Ein weiterer
Gruß galt dem Landrat des Rheinpfalz-Kreises, Clemens Körner sowie
allen Förderern des Projektes, für die er stellvertretend Dr.
Manfred Fuchs für die "Europäische Stiftung Kaiserdom" und Dr.
Wolfgang Hissnauer für den "Dombauverein Speyer" willkommen hieß.
Gruß und Dank entbot er schließlich auch den Mitgliedern des
Wissenschaftlichen Beiarates, vor allem aber dem verantwortlichen
Restaurator, Vitus Wurmdobler und Mario Colletti, Stellvertretender
Dombaumeister und "spritus rector" des Projekts. Der Weihbischof
wüdigte insbesondere die Arbeit für den Kaisersaal als "einmalige
Meisterleistung".
Der Speyerer
Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann charakterisierte den Kaisersaal
als „Schnittstelle zwischen Kirche und Welt“. Die ursprünglich in
den beiden Querhäusern des Doms angebrachten Fresken zeigten in
Gestalt der Heiligen das Wirken der Kirche in der Welt. Auch der
Westbau des Doms markiere einen Übergang und schaffe, entsprechend
dem Auftrag des Zweiten Vatikanischen Konzils, eine Verbindung
zwischen Kirche und Welt. Dem Kaisersaal als einem „Ort, in dem
Geschichte, Frömmigkeit und Evangelisierung“ vereint sind, wünschte
der Bischof, dass „er vielen Menschen ans Herz wächst.“
Domkustos Peter Schappert brachte den
Dank des Domkapitels an alle Beteiligten zum Ausdruck und ließ die
Entstehungsgeschichte des Projekts Revue passieren. Schappert
erinnerte an viele, die sich für die Durchsetzung des Projektes
eingesetzt hatten. „Ausstellung, nicht Museum“: So beschrieb
Schappert die Grundidee, um den geistlichen Charakter des Raumes zu
wahren. Die Gestaltung des Kaisersaals beziehe ihre Kraft aus der
fruchtbaren Spannung zwischen Erhalt und Entwicklung des
romanischen Gotteshauses.
„Ich bin
schlichtweg begeistert“, zollte Ministerpräsident Kurt Beck dem
Werk seinen Respekt. „Hier ist etwas Großartiges entstanden.“ Die
neue Ausstellung der Schraudolph-Fresken zeuge von großer Kunst und
kunsthandwerklichem Geschick. „Es erfüllt mich mit großer Freude
und Dankbarkeit, dass es nicht nur in früheren Jahrhunderten,
sondern auch in unserer Zeit möglich ist, eine solche Aufgabe im
Miteinander von Kirche und Staat zu bewältigen.“
Der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger sprach in seinem
Grußwort von einem „gelungenen Werk und großen Erfolg“. Der Dom als
„stärkster Besuchermagnet der Stadt Speyer“ habe damit noch mehr
Attraktivität gewonnen.
„Ein Werk mit überwältigender Wirkung“, so fasste Dr. Manfred
Fuchs, der Vorsitzende der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu
Speyer“, seine Eindrücke zusammen. „Ich bin glücklich und stolz,
dass wir dazu unseren Beitrag leisten durften.“
Dr. Wolfgang Hissnauer, der Vorsitzende des Dombauvereins,
beschrieb den Kaisersaal als ein „Geschenk an die Zukunft“. Er
würdigte besonders den Blick durch die zwei Glastüren in „die
Stille und Erhabenheit dieses einmaligen Gotteshauses.“
Mit einem Gedicht setzte Weihbischof Otto Georgens den
Schlusspunkt der offiziellen Feier, die von dem Ensemble der
Speyerer Dombläser unter der Leitung von Domkapellmeister Markus
Melchiori musikalisch gestaltet wurde. Anschließend hatten die
Gäste Gelegenheit, die Aussichtsplattform zu besteigen und bei
sonnigem Wetter den einzigartigen Rundblick über die Pfalz und das
badische Vorland zu genießen.
Der Kaisersaal im Westbau des Domes
Der in 22
Metern Höhe gelegene Kaisersaal - im 1857 vollendeten Westbau -
erhält durch die Dauerausstellung der Schraudolph-Fresken erstmals
eine konkrete Bestimmung. Die Entwürfe zur Ausgestaltung des
dreijochigen Raums stammen von Mario Colletto, der im Januar die
Nachfolge von Dombaumeister Alfred Klimt antreten wird. Bei der
Farbgebung und der ornamentalen Gestaltung hat er sich an Vorlagen
Joseph Anton Schwarzmanns aus der Mitte des 19. Jahrhunderts
orientiert. Leitend war für Colletto die Idee eines Bildraums mit
moderner Formensprache, der verschiedene Blick- und Zeitebenen
zusammenführt. Die Fresken, die ein Ausmaß bis zu sieben
Metern haben, werden auf stehenden Bildträgern gezeigt, deren
Stützen aus Holz gefertigt sind.
Durch eine Glastür zur Empore öffnet sich für den Besucher der
Blick in den Innenraum des Domes. Das mit einer Glasplatte
abgedeckte Glockenloch im Fußboden ermöglicht die Durchsicht in die
darunter gelegene Vorhalle des Domes. Das Glockenloch in der Kuppel
des Kaisersaals ist mit einer Goldplatte gestaltet worden, die - in
der Weiterführung der „Marienkrönung“ - als Symbol für Gottvater
steht. Um ein im gesamten Tagesablauf gleichmäßiges Raumlicht zu
erreichen, wurden die Fenstergläser der nach Westen gerichteten
Rosette wie auch der übrigen Fenster des Kaisersaals durch neue
mundgeblasene und mit Schwarzlot beschichtete Scheiben ersetzt. Die
Beleuchtung des Raums erfolgt indirekt, dazu wurden Lichtleisten in
die Bildträger der Schraudolph-Fresken integriert. „Das Licht
strahlt über die Heiligen in den Raum der Kirche“, so Mario
Colletto. Der Kaisersaal erstreckt sich über die gesamte Breite des
Westbaus und bietet Platz für bis zu 200 Personen. Er hat eine
Grundfläche von knapp 500 Quadratmetern und misst 25 Meter in der
Höhe.
Die Ausstellung der Schraudolph-Fresken
Im Rahmen der
Domrestaurierung ab 1957 waren die in der Mitte des 19.
Jahrhunderts geschaffenen Fresken von Johann Baptist Schraudolph
aus dem Dom entfernt worden, um die romanische Bauweise des Doms
wieder stärker zu betonen. Im Dom verblieb lediglich der 24-teilige
Marienzyklus, der bis heute in den Bögen des Mittelschiffs zu sehen
ist. Im Kaisersaal werden jetzt neun der Fresken, deren
künstlerischer Wert und religiöse Aussagekraft von Fachleuten
unbestritten sind, der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Es
handelt sich um vier Fresken aus dem Bernhards-Zyklus („Ankunft des
Heiligen Bernhard in Speyer“, „Gebet des Heiligen Bernhard im
Speyerer Dom“, „Überreichung der Kreuzesfahne an Konrad III.“ und
„Krankenheilung und Abreise des Heiligen Bernhard“) und vier
Fresken aus dem Stephanus-Zyklus („Diakonweihe des Heiligen
Stephanus“, „Der Heilige Stephanus vor dem hohen Rat“, „Märtyrertod
des Heiligen Papstes Stephanus“ und „Gebet des Heiligen Papstes
Stephanus“). Höhepunkt der Ausstellung ist die „Marienkrönung“, die
bis 1957 in der Apsis des Chorraums angebracht war. Für dieses
Kunstwerk wurde im Kaisersaal eine eigene Kuppelkonstruktion
angefertigt, die der Wölbung in der Apsis nachgebildet ist. Die
Fresken wurden von Restaurator Vitus Wurmdobler seit den
80er-Jahren in mühevoller Kleinarbeit instand gesetzt.
Die Aussichtsplattform: 304 Stufen
himmelwärts
Insgesamt 304
Stufen führen auf der Westseite des Domes vom Eingang des Südturms
bis zu der neu geschaffenen Aussichtsplattform in rund 60 Metern
Höhe. Dort erwartet die Besucher ein einzigartiger Rundblick über
die Stadt Speyer, die Vorderpfalz und in die badische
Nachbarschaft. An Tagen mit guter Fernsicht überblickt man eine
Entfernung von mehr als 50 Kilometern. Für den Aufstieg zur
Aussichtsplattform wurde in den Turm eine neue Betontreppe
eingebaut, die sich nach oben in einer Stahltreppe fortsetzt. Die
Betontreppe wirkt wie eine Art Rückgrat des Turms und sorgt für
zusätzliche Stabilität und Festigkeit. Die Aussichtsplattform
unterhalb des Turmhelms hat eine Grundfläche von etwa 20
Quadratmetern. Sie ist nach allen Seiten offen und bietet etwa 50
Personen Platz. Aus Sicherheitsgründen werden die Besucher in
Gruppen auf den Turm geführt und dabei von einem Turmführer
begleitet. Die Besichtigung dauert etwa eine halbe Stunde. Sie
beginnt jeweils zur vollen und zur halben Stunde am Ausgang des
Kaisersaals.
Mehr als 125 Architekten, Ingenieure und Handwerker
beteiligt
Die Arbeiten im Kaisersaal und am Südturm mit der neuen
Aussichtsplattform haben im Jahr 2010 begonnen. Beteiligt waren
rund 25 Architekten und Ingenieure und mehr als 100 Bauleute. Die
Kosten beliefen sich auf 4,35 Millionen Euro und wurden über das
2009 von der Bundesregierung verabschiedete Konjunkturpaket 2
finanziert. Antragsteller für die Fördermittel war die Stadt
Speyer. Der Gesamtbetrag wurde zu einem Drittel vom Bund, zu einem
Drittel vom Land Rheinland-Pfalz und zu einem weiteren Drittel von
der Stadt Speyer, dem Dombauverein und der Europäischen Stiftung
Kaiserdom finanziert. Foto: gc; pem
Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag: 9.00 bis 17.00 Uhr (letzter Einlass: 16.00
Uhr)
Sonn- und Feiertage: 12.00 bis 17.00 Uhr (letzter Einlass: 16.00
Uhr)
Der Kaisersaal und der Südwestturm sind in diesem Jahr vom 28.
Oktober bis zum 30. November geöffnet. Im Winterhalbjahr bleiben
der Kaisersaal und die Aussichtsplattform geschlossen. Die Öffnung
im kommenden Jahr ist Anfang April geplant.
Eintrittskarten:
Die Eintrittskarten sind beim Kartenverkauf auf der Nordseite
des Domes erhältlich.
Öffnungszeiten des Kartenverkaufs:
• Montag bis Samstag: 8.30 bis 16.00 Uhr
• Sonn- und Feiertage: 11.30 bis 16.00 Uhr
Eine telefonische Vorbestellung ist möglich unter der Telefonnummer
0 62 32/102-525. Die Eintrittskarten berechtigen zum Besuch des
Kaisersaals und des Turms.
Eintrittspreise:
Eintritt für Erwachsene: 6 Euro
Ermäßigter Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und
für Menschen mit Behinderung: 3 Euro
Eintritt für Familien mit mehreren Kindern: 15 Euro
28.10.2012
Eröffnung des Kaisersaals im Dom zu Speyer - Bilderalbum
Beck: Kulturelles Erbe erhalten und weiterentwickeln
Speyer-
„Der Erhalt des Kaiser- und Mariendoms zu Speyer ist eine
wohl immerwährende Aufgabe. Viele Menschen im Bistum Speyer und
weit darüber hinaus engagieren sich tatkräftig für dieses besondere
Gotteshaus und einmalige Baudenkmal. Sie setzen sich dafür ein,
dass das kulturelle Erbe vorangegangener Generationen instand
gehalten, restauriert und behutsam, der jeweiligen Zeit angemessen,
weiter entwickelt wird“, sagte Ministerpräsident Kurt Beck in
seinem Grußwort anlässlich der Eröffnung des sanierten Kaisersaals
mit der Ausstellung der restaurierten Fresken von Johann Baptist
Schraudolph.
Der Abschluss dieser Renovierungsarbeiten und
die neue Aussichtsplattform auf dem südlichen Westturm mit Blick
auf die Stadt Speyer, die Vorderpfalz bis hin in die badische
Nachbarschaft sei ein Grund zur Feier. Besonderer Dank gelte dabei
den Mitgliedern und Unterstützern der Europäischen Stiftung
Kaiserdom zu Speyer und des Dombauvereins sowie allen an der
Sanierung Beteiligten, insbesondere Dombaumeister Alfred Klimt und
seinem Nachfolger Mario Coletto, der die Entwürfe zur neuen
Ausgestaltung des Kaisersaals erstellt hat.
Einen großen Anteil an der Erhaltung des
Weltkulturerbes hätten auch die beteiligten Architekten, Ingenieure
und mehr als 100 Handwerker sowie Restaurator Vitus Wurmdobler, der
mit der Erneuerung der Fresken sein hohes handwerkliches Geschick
und seine großen künstlerischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt
hätte.
Die rheinland-pfälzische Landesregierung
beteiligt sich seit vielen Jahren an den Sanierungs- und
Instandhaltungskosten des Doms zu Speyer. Ein Drittel der
Gesamtkosten der Baumaßnahmen von 2010 bis 2013 wurden mit 1.450
000 Euro durch das Land Rheinland-Pfalz getragen. STAATSKANZLEI
RHEINLAND-PFALZ, Presse
28.10.2012
Diözesanbaudirektor Heinrich Hartmann verabschiedet
Fast ein Vierteljahrhundert an der Spitze des
Bischöflichen Bauamtes
Speyer- Diözesanbaudirektor Heinrich
Hartmann ist am Freitagmorgen in Speyer offiziell in die
Passivphase der Altersteilzeit verabschiedet worden. Der 62-jährige
stand seit 1989 an der Spitze des Bischöflichen Bauamtes, er hatte
zudem das Amt des Diözesankonservators inne. Die Nachfolge
Hartmanns als Diözesanbaudirektor und Leiter des Bischöflichen
Bauamtes tritt am 1. November Gustav Appeltauer an, bisher
Gebietsingenieur in den Dekanaten Ludwigshafen und Speyer.
In seiner Laudatio würdigte Domkapitular Peter Schappert, Leiter
der Hauptabteilung "Finanzen und Immobilien“ im Bischöflichen
Ordinariat Speyer, die "große Schaffenskraft" Hartmanns. Ziel des
Diözesanbaudirektors sei es gewesen, auch in einer Zeit
zurückgehender Ressourcen "qualitativ Hochwertiges und das Beste
für den jeweiligen Raum zu erreichen". Schappert erinnerte an
zahlreiche Projekte, die in der Amtszeit Hartmanns verwirklicht
wurden. „Gipfelprojekt“ sei der Bau der Kirche St. Theresia in
Kaiserslautern gewesen, einer gelungenen Synthese zwischen moderner
Kunst und den Erfordernissen, die an eine Kirche und ein
Pfarrzentrum gestellt würden. Der Wirkung dieses Raumes könne sich
niemand entziehen.
Auch dass die Pfarrkirche St. Joseph in Speyer nach umfangreichen
Instandsetzungsarbeiten heute so hervorragend dastehe, sei Hartmann
zu verdanken. Der Domkapitular verwies darüber hinaus auf die
Gestaltung der Martinskirche in Bad Bergzabern, den Bau des Alten-
und Pflegeheims Maria Rosenberg, die Arbeiten an der ehemaligen
Zisterzienserabteikirche Otterberg sowie Projekte in
Klingenmünster, Albersweiler und Otterstadt.
Im Hinblick auf die Leitung des Bauamtes hob Domkapitular Schappert
besonders die Einführung einer Datenbank im Jahr 1992 hervor. Nicht
zuletzt dieser Initiative des scheidenden Diözesanbaudirektors sei
es zu verdanken, dass stets ein "transparenter und steuerbarer
Bauhaushalt" vorliege.
"Für Gott nur das Beste", unter dieses Motto habe er seine
Tätigkeit im Bischöflichen Bauamt gestellt, sagte Hartmann in
seinem Schlusswort. Sein Bemühen sei es gewesen, mit den zur
Verfügung stehenden begrenzten Mitteln "gute und qualitätvolle
Arbeit zu leisten". Hartmann dankte seinen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern für den "nie erlahmenden Einsatz" für das kulturelle
Erbe der Kirche. Bischöfliches Ordenariat Speyer,
Presse
27.10.2012
Auf dem Weg zur Einen Welt
Pilger-Kalender
2013 erschienen - Beiträge aus Weltkirche und
Bistum
Speyer- Die Erde rückt zusammen, der
Globus wird scheinbar kleiner: Informationen auch aus entlegensten
Regionen erreichen uns immer schneller, wirtschaftliche Beziehungen
über zigtausende von Kilometern sind längst selbstverständlich.
„Auf dem Weg zur Einen Welt“ ist daher der neue Pilger-Kalender
überschrieben, der seit wenigen Tagen erhältlich ist.
Wie gestalten wir eine Welt, in der alle Menschen in Würde leben
können? Wie kann Not wirksam gelindert werden - und wie können die
Ursachen der Not beseitigt werden? Unter ganz unterschiedlichen
Aspekten nähert sich der Pilger-Kalender diesen Fragen. Die
Beiträge zeigen auf, dass sich die Christen vom Auftrag Jesu her in
besonderer Weise in die Pflicht genommen fühlen, betont Weihbischof
Otto Georgens, Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben, in seinem
Grußwort des 92. Kalenderjahrgangs.
In besonderem Maße trifft dies sicher auf die „Aktion Silbermöwe“
des Pilger zu, die seit über 50 Jahren - einmalig in der deutschen
Presselandschaft und in den deutschen Bistümern -durch Spenden die
Arbeit von Missionaren und Entwicklungshelfern in über 40 Ländern
der Erde unterstützt. Dieser Aktion ist ein großes Kapitel des
Kalenders gewidmet. Besonders erfolgreiche Projekte werden hier
ebenso beschrieben wie einige der zum Teil aus dem Bistum
stammenden Missionarinnen und Missionare vor Ort. Ein Interview mit
dem aus Großfischlingen stammenden Misereor-Hauptgeschäftsführer
Pirmin Spiegel rundet diesen Themenbereich ab.
Darüber hinaus beleuchtet der diesjährige Kalender auch
Meilensteine der Kirchengeschichte: das Leben der erst jüngst zur
Kirchenlehrerin erhobenen Hildegard von Bingen ebenso wie das
Wirken des vor 150 Jahren in Hambach geborenen Ordensgründers Jakob
Friedrich Bussereau. Auch auf das Pontifikat von Papst Johannes
XXIII., der vor einem halben Jahrhundert starb, wird Rückschau
gehalten. Die Gegenwart findet in Form der restaurierten
Schraudolph-Fresken für den Speyerer Dom und mit einer Bilanz auf
die in diesem Jahr zu Ende gegangene Bergbau-Tradition im Saarland
ihren Platz. Doch der Pilger-Kalender 2013 blickt ebenfalls in die
Zukunft. Auch hier ist die Kirche auf dem Weg: In Interviewform
startet Generalvikar Dr. Franz Jung den Countdown für das
Zukunftskonzept „Gemeindepastoral 2015“.
Komplettiert wird der 160 Seiten starke, durchgängig farbig
gestaltete und reich bebilderte Kalender 2013 in gewohnter Weise
durch ein umfangreiches, auf das Bistum bezogenes Kalendarium,
durch die Vorstellung der Neupriester und durch die Würdigung der
2011 und 2012 verstorbenen Geistlichen im Bistum.
Erhältlich ist der Pilger-Kalender 2013 zum unveränderten
Verkaufspreis von 4,80 Euro bei den Austrägern der Kirchenzeitung,
in der pilger-Redaktion (Hasenpfuhlstraße 33, 67346 Speyer, Telefon
0 62 32/3 18 30) oder bei der pilgerverlag GmbH in
Annweiler-Gräfenhausen (Telefon 0 63 46/96 33 50, E-Mail info@pilgerverlag.de).
Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse
25.10.2012
Kaisersaal mit Schraudolphfresken und neue Aussichtsplattform
– spektakuläre
neue Glanzlichter sollen Bindung der Menschen an Speyerer Kaiser-
und Mariendom weiter intensivieren
Von Gerhard Cantzler
Geschäftiges Treiben bestimmt derzeit die Szenerie rund um den
Speyerer Kaiser- und Mariendom. Während am nördlichen Westturm noch
die Gerüste abgebaut werden, zeugen rund um den Dom
Kleintransporter von den zahlreichen Handwerkern unterschiedlicher
Fachbereiche, die im Kaisersaal letzte Hand an das neue
Schmuckstück der Kathedrale anlegen. Am kommenden Sonntag – im
Anschluss an das von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zelebrierte
Hochamt – soll nämlich in dem Saal hoch über der Eingangshalle der
Kathedrale die neue Ausstellung der über viele Jahre unzugänglichen
Fresken des Münchener Hofmalers Johannes Schraudolph offiziell
eröffnet werden.
Nachdem sie
gestern die gut 90 Stufen zu Kaisersaal und Orgelempore „bewältigt“
hatten, raubte es den zahlreich erschienenen Journalisten nicht nur
wegen des kräftezehrenden Aufstiegs den Atem – nein: Die
Präsentation der in ebenso innovativer wie mühsamer Arbeit in der
Werkstatt von Vitus Wurmdobler im rheinhessischen
Erbes-Büdesheim restaurierten Fresken beeindruckte die Besucher
nicht weniger wie das vom Stellvertretenden Dombaumeister an der
Kathedrale, Mario Colletto, entwickelte Ausstellungskonzept.
Dem Domkapitel - so Peter Schappert, „Summus Custos“ der
Speyerer Kathedrale bei dieser ersten Pressebesichtigung – sei es
bei der Gestaltung der Ausstellung vor allem darum gegangen, den
Charakter des Saales als Kirchenraum zu bewahren und ihn von seinen
Besuchern nicht als Museum (miß-)verstanden zu wissen.
In einem kurzen Ausflug in die Baugeschichte des Domes verwies
Schappert darauf, dass die Erbauer des Domes ihm von Anfang an ein
Westwerk mitgegeben hätten, das allerdings im Pfälzischen
Erbfolgekrieg im Jahres 1689 vernichtet wurde. In der zweiten
Hälfte des 18. Jahrhunderts von Franz Ignaz Michael Neumann, dem
Sohn des berühmten Barockbaumeisters Balthasar Neumann wieder
aufgebaut, wurde der Dom im Jahr 1794 von französischen
Revolutionstruppen erneut zerstört. Seit 1817 wurde er dann wieder
als Bischofskirche genutzt, 1818-1822 saniert und 1822 neu geweiht.
Auf Wunsch des damals wichtigsten Förderers des Domes, König Ludwig
I. von Bayern, malten Johann von Schraudolph und Joseph Schwarzmann
– der eine mit Fresken, der andere mit Dekorationsmalerei – die
Kathedrale aus (diehe Video im SPEYER-KURIER
„Schraudolphs-Fresken“). Im Zuge der große Domrestaurierung in den
späten 1950er und 1960er Jahren wurden die Malereien - zuvor schon
als mit der romanischen Architektur unvereinbar kritisiert – im
Jahr 1959 entfernt. „Das Domkapitel aber war sich von Anfang an
einig, dass diese Malereien erhalten werden müssten“, erinnerte
Peter Schappert. Nach intensiven Versuchen habe da der Herxheimer
Restaurator Otto Schultz eine Lösung für das Problem gefunden: In
einem hochkomplizierten Verfahren gelang es ihm, die Fresken von
ihrem Untergrund abzulösen und sie auf einer Trägerschicht zu
fixieren.
Jetzt wurden
die gut fünfzig Jahre lang in aufgerolltem Zustand im Kaisersaal
aufbewahrten Fresken in der Werkstatt von Vitus Wurmdobler auf
wieder entrollt und auf einem Trägermaterial neu und dauerhaft
fixiert.
„Auf den Knien liegend“, so berichtete der Restaurator hätten er
und seine Mitarbeiter „Quadratzentimeterweise“ die bis zu 400
Quadratmeter großen Bilder gesichert und auf eine Trägerschicht aus
mit Wachs belegter Glasseide appliziert. Dabei habe es kaum
„Verluste gegeben“, berichtete Wurmdobler. Lediglich beim Blattgold
seien – materialbedingt – Ausbesserungen und Ergänzungen notwendig
geworden. Vor allem die Umsetzung der in einem dreidimensionalen
Gewölbe aufgebrachten „Marienkrönung“ habe ihm viele schlaflose
Nächte bereitet, bekannte der Restaurator, bis er sie schließlich
in vier Teilen montieren konnte. Glücklich und seinem Schöpfer
dankbar für die gelungene Arbeit konnte Wurmdobler nun nach
jahrelangem Bemühen die ihm anvertraute Arbeit als vorerst
abgeschlossen melden. Denn noch warten in den Depots zahlreiche
weitere Schraudolphfresken auf ihre „Wiedererweckung“. Doch das sei
dann wieder „eine neue Geschichte“, so Domkustus Peter Schappert,
für die erst noch Standort und Finanzierung der verbliebenen Bilder
geklärt werden müssten.
Zuvor schon
hatte Mario Colletto das vom entwickelte Präsentationskonzept
erläutert und dabei einmal mehr bewiesen, wie intensiv er – der
„barockaffine Bayer“ - sich auf die durch ihre Schlichtheit
beeindruckende romanische Architektur des Domes eingelassen hat.
Mit spürbarer Begeisterung schilderte er noch einmal die Umsetzung
des der Kuppel in der Apsis des Domes entlehnten Kuppelsegmentes im
Kaisersaal, auf das jetzt die „Marienkrönung“ aufgebracht werden
konnte.
Und der Clou:
Wer künftig den Dom durch die Vorhalle betritt, der kann ab dem
kommenden Sonntag hoch über sich durch das Glockenloch in der Decke
das für das Patrozinium des Domes so konstitutive Fresko mit der
Marienkrönung bewundern.
Schließlich das zweite Highlight dieser Präsentation - das
innovative Beleuchtungskonzept, das Colletto in den zehn Meter
hohen und unterschiedlich breiten Rahmen, in denen die Fresken
aufgespannt sind, umgesetzt hat. Durch ein aufwändiges System aus
Sensoren werden die in die Rahmen integrierten Strahler je nach
Tageszeit und dem Einfall des natürlichen Lichtes gesteuert. Dazu
kommen Effekte, die bei Führungen einzelne Details der
Darstellungen „ins rehte Licht rücken“. Ein – auch im
internationalen Vergleich – sicher einmaliges Konzept, das so
allerdings wohl nicht lange ohne Nachahmer bleiben wird.
Tief
beeindruckt von der Präsentation der Fresken machte sich dann die
Besuchergruppe – unter ihnen auch der Vorsitzende des
Dombauvereins, Dr. Wolfgang Hissnauer und Karl-Markus Ritter,
Geschäftsführer der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ -
auf, um im Südwestturm des Domes noch einmal 210 Stufen weiter nach
oben zu steigen, wo die zweite neue „Attraktion“ des Gotteshauses
auf die Besucher wartete: Die neue Aussichtsplattform, von der aus
man einen beeindruckenden Rundblick über die Kaiserstadt genießen
kann.
Ab kommenden Sonntag, 15.00 Uhr wird nach der offiziellen
Eröffnung des Kaisersaales die Besteigung des Turmes auch für
Gruppen möglich sein. Über 250 erwartet Domcustos Peter Schappert
schon für diesen ersten Tag - viele weitere haben sich schon für
die Zeit danach angemeldet. Bis zum 30. November werden dann an
allen Tagen Besichtigungen möglich sein. Dann gehen die neuen
„Prachtstücke“ der Speyerer Kathedrale erst einmal in den
„Winterschlaf“ - „aus konservatorischen ebenso wie aus
Sicherheitsgründen“, wie die Verantwortlichen betonten. Denn den
Winter über sollen die Fresken, die über Jahrzehnte in eingerolltem
Zustand verwahrt wurden, Gelegenheit haben, sich „auszuhängen“ und
so auf natürlichem Wege die noch vorhandenen „Unebenheiten“ zu
glätten. Und für den Aufstieg auf die Aussichtsplattform könnten
schon im November Vereisung und Glätte durch Regen und Schnee
drohen. Deshalb werden beide Sehenswürdigkeiten erst wieder ab dem
1. April 2013 für Besucher zugänglich sein.
Übrigens: 4,35 Millionen Euro waren, je zur Hälfte, für beide
Maßnahmen – Renovierung des Kaisersaales und Restaurierung der
Schraudolphfresken einerseits und Einrichtung der
Aussichtsplattform andererseits – veranschlagt worden. Und nahezu
„punktgenau“ sei dieser Kostenansatz eingehalten worden, berichtete
Mario Colletti nicht ohne Stolz. Nur die Kosten für eine
ursprünglich nicht eingeplante „Nottoilette“ hätten noch zusätzlich
aufgebracht werden müssen. Für die Finanzierung habe man im übrigen
die für die Domsanierung schon „klassische Drittelfinanzierung“
zwischen Bund, Land und Stadt vereinbart, wobei die Stadt sich
durch Spenden Dritter – u.a. der „Stiftung Kaiserdom“ - entlasten
konnte.
Sicher gut angelegtes Geld - werden die neuen „Glanzstücke“ in
der Kathedrale doch dazu beitragen, die traditionell enge
Verbundenheit der Menschen aus nah und fern mit „ihrem“ Dom weiter
zu intensivieren und darüber hinaus viele neue Freunde für das
beeindruckende Gotteshaus zu gewinnen. Foto: gc; Bischöfliches
Ordenariat Speyer
23.10.2012
Kaisersaal im Kaiserdom zu Speyer - Bilderalbum
Diesen Ausblick genießen Besucher von der Turmplattform des Domes - Bilderalbum
Kirchengemeinschaft als prägendes Vorbild für Europa
Rudolf Ehrmantraut als Generalsekretär der Kirchen am
Rhein in sein Amt eingeführt
Weißenburg- Als Schrittmacher auf dem Weg
zu einem gemeinsamen Haus Europa hat der pfälzische
Kirchenpräsident Christian Schad die evangelischen Kirchen längs
des Rheins bezeichnet. Anlässlich der Einführung von Pfarrer Rudolf
Ehrmantraut in das Amt des Generalsekretärs der Konferenz der
Kirchen am Rhein (KKR) betonte Schad in der protestantischen Kirche
Saint-Jean in Weißenburg, dass die europäische Kirchengemeinschaft
von reformierten, lutherischen und unierten Kirchen für das
Zusammenwachsen der Völker und Kulturen Europas ein prägendes
Vorbild sein könnten. „Sie zeigen, dass Einheit und Vielfalt sich
nicht widersprechen, vielmehr einander bedingen“, sagte Schad vor
rund 400 Gottesdienstbesuchern.
Die Europäische Union ist nach Auffassung Schads kein Staat,
„sondern eine Gemeinschaft von Staaten, die ihre je eigene
Geschichte und Identität haben“. Auch für die politische
Gemeinschaft könne Einheit nicht Uniformität, nicht
Vereinheitlichung bedeuten, sondern nur „Einheit in gelebter
Vielfalt und versöhnter Verschiedenheit“. Die regionale
Zusammenarbeit diesseits und jenseits der Grenze sei der lebendige
Ort des europäischen Miteinanders, sagte der Kirchenpräsident. Der
neue Generalsekretär der KKR, Rudolf Ehrmantraut, sei ein
Grenzgänger und Brückenbauer im zusammenwachsenden Europa,
insbesondere zwischen Frankreich und Deutschland.
Ehrmantraut zeigte sich „stolz, an einem Ort predigen zu können,
an dem unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg Wege der Versöhnung
gestaltet und gegangen wurden“. Zur Lösung drängender
gesamteuropäischer Probleme heute könnten die verschiedenen
protestantischen Kirchen ihre Kompetenzen einbringen. „Sie müssen
sich bewusster machen, dass von ihnen ein Wächteramt für Versöhnung
und Frieden in Europa ausgeht“, sagte der Generalsekretär.
An dem Festgottesdienst in der protestantischen Kirche St. Jean
nahmen zahlreiche Vertreter der KKR teil. Diese Gemeinschaft aus 15
evangelischen Kirchen in sechs Ländern entlang des Rheins ist eine
Regionalgruppe der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa
(GEKE). Die Verpflichtung des neuen Generalsekretärs nahm der
Präsident der KKR und der Union der Protestantischen Kirchen in
Elsass und Lothringen (UEPAL), Jean-François Collange, vor.
EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Speyer, Pressereferat
www.evkirchepfalz.de
22.10.2012
Eröffnung Kaisersaal und Aussichtsplattform - Vorzugskarten sind zu gewinnen
Erklimmen Sie 303 Stufen und genießen diesen Ausblick vom Domturm nach Osten
Der Speyerer Dom erweitert sein Angebot: Ab dem 28. Oktober wird
im neu gestalteten Kaisersaal über der Vorhalle des Domes eine
Dauerausstellung mit neun Fresken von Johann Baptist Schraudolph
gezeigt, die 1957 aus dem Innenraum des Domes entfernt worden
waren.
Am selben Tag wird die Aussichtsplattform im südlichen Turm auf
der Westseite eröffnet. Wer die 303 Stufen himmelwärts erklimmt,
wird mit einem herrlichen Rundblick über die Stadt Speyer, die
Vorderpfalz und in die badische Nachbarschaft belohnt.
Viele Menschen, die in der Pfalz, im Saarpfalzkreis und in der
badischen Nachbarschaft leben, haben eine enge Beziehung zum
Speyerer Dom. Um diese Verbundenheit zu pflegen, stellt das
Speyerer Domkapitel anlässlich der Eröffnung des Kaisersaals und
der Aussichtsplattform 951 Vorzugskarten kostenlos zur Verfügung.
Die Zahl 951 erklärt sich daraus, dass der Dom vor 951 Jahren
geweiht wurde. 150 Gewinner der Vorzugskarten haben bereits am Tag
der offiziellen Eröffnung Gelegenheit, den Kaisersaal und die
Aussichtsplattform kennen zu lernen. Sie bekommen dabei eine
fachkundige Führung durch Domkustos Peter Schappert oder den
stellvertretenden Dombaumeister Mario Colletto, von dem auch die
Entwürfe für die Ausgestaltung des Kaisersaals stammen. Die übrigen
Gewinner der Vorzugskarten können ihren persönlichen Besuchstermin
vereinbaren. Der kostenlose Eintritt kann in der Zeit bis zum 30.
November eingelöst werden.
Der SPEYER-KURIER verlost 10 kostenlose
Vorzugskarten an seine Leser. Nutzen Sie die Chance und gehören Sie
mit ein wenig Glück zu den ersten Besuchern des Kaisersaals und der
neuen Aussichtsplattform im Speyerer Dom. Finden Sie im Dom-Quiz
die richtigen Antworten und schicken Sie die Lösung bis zum
17. Oktober 2012 an die Redaktion. Aus den
richtigen Einsendungen ermitteln wir per Losentscheid die Gewinner.
Die Redaktion sendet ihnen die Vorzugskarten mit der Post zu.
Die Gewinner der Vorzugskarten können sich ab dem 17. Oktober
beim Kartenverkauf telefonisch melden und ihren persönlichen
Besuchtstermin vereinbaren. 150 Vorzugskarten-Gewinner haben
bereits am Tag der offiziellen Eröffnung Gelegenheit, den
Kaisersaal mit der Ausstellung der Schraudolph-Fresken und die neue
Aussichtsplattform im Speyerer Dom kennen zu lernen. Sie bekommen
eine fachkundige Führung durch Domkustos Peter Schappert oder den
stellvertretenden Dombaumeister Mario Colletto, von dem auch die
Entwürfe zur Ausgestaltung des Kaisersaals stammen. Die übrigen
Gewinner der Vorzugskarten können ihren persönlichen Besuchstermin
vereinbaren. Der kostenlose Eintritt kann in der Zeit bis zum 30.
November eingelöst werden.
11.10.2012
Speyerer Dom mit erweitertem Besucherangebot
Ausstellung von neun Schraudolph-Fresken im Kaisersaal /
Besucher können Turm auf der Westseite besteigen
Das Angebot für Besucher des Speyerer Doms wird erweitert. Der
Kaisersaal, der sich im Westbau über der Vorhalle des Domes
befindet, wird erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Hier
werden neun Fresken des Malers Johann Baptist Schraudolph gezeigt,
die bis 1957 im Innenraum des Dom angebracht waren. Zugleich wird
der südliche Turm auf der Westseite des Domes für Besucher
geöffnet. Eine neu geschaffene Aussichtsplattform in rund 60 Metern
Höhe ermöglicht einen Rundblick über die Stadt Speyer, die
Vorderpfalz und in die badische Nachbarschaft. Der Kaisersaal und
der Turm werden am Sonntag, den 28. Oktober, feierlich
eröffnet.
Öffnungszeiten:
In diesem Jahr:
28. Oktober bis 30. November
In den folgenden Jahren:
1. April bis 30. November
Montag bis Samstag: 9.00 bis 19.00 Uhr
Sonn- und Feiertage: 12.00 bis 18.00 Uhr
Turmbesteigung:
Die Turmbesteigung schließt sich an den Besuch des Kaisersaals
mit den Schraudolph-Fresken an. Ausgangspunkt für die
Turmbesteigung ist der Kaisersaal. Die Turmbesteigungen sind
geführt und finden in Gruppen mit maximal 50 Personen statt. Sie
beginnen jeweils zur vollen und zur halben Stunde. Die
Turmbesteigung dauert etwa eine halbe Stunde.
Eintrittskarten:
Die Eintrittskarten sind beim Kartenverkauf auf der Nordseite
des Domes erhältlich.
Öffnungszeiten des Kartenverkaufs:
Montag bis Samstag: 8.30 bis 19.00 Uhr
Sonn- und Feiertage: 11.30 bis 18.00 Uhr
Eine telefonische Vorbestellung ist möglich unter der
Telefonnummer:
Die Eintrittskarten berechtigen zum Besuch des Kaisersaals und
des Turms.
Eintritt für Erwachsene: 6 Euro
Ermäßigter Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und
für Menschen mit Behinderung: 3 Euro
Eintritt für Familien mit mehreren Kindern: 15 Euro
11.10.2012
„Die Freude am Glauben neu entdecken“
Papst Benedikt
XVI. eröffnet "Jahr des Glaubens" Katholische Weltkirche erinnert
an den 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweites Vatikanisches
Konzils.
is. Speyer. Das "Jahr des Glaubens" solle "in einem
Moment tiefgreifender Veränderungen, wie ihn die Menschheit gerade
erlebt", einen Impuls setzen, "wieder die Freude am Glauben zu
entdecken", Das erklärte Papst Benedikt XVI. in dem Schreiben mit
dem Titel "Porta Fidei", auf Deutsch "Die Tür des Glaubens". Diese
Tür stehe immer offen. "Durch diese Tür zu gehen bedeutet, einen
Weg einzuschlagen, der das ganze Leben fortdauert." Der Glaube
werde zu einem neuen Maßstab für
das Denken und Tun, der das ganze Leben verändert.
Das Zweite Vatikanische Konzil war am 11. Oktober 1962 durch Papst
Johannes XXIII. eröffnet worden. Ein Leitmotiv des Konzils war das
"Aggiornamento", die Öffnung der Kirche für die sich wandelnden
Anforderungen der Zeit. Das Konzil erstreckte sich über vier
Sitzungsperioden zwischen 1962 und 1965 und brachte als Ergebnis 16
Dokumente mit weit reichender Wirkung hervor. Unter anderem wurde
ein neues Kirchenverständnis formuliert, demzufolge die Kirche das
pilgernde Volk Gottes ist, in dem jeder Einzelne Mitverantwortung
trägt. Die Lektüre dieser Dokumente könne "eine große Kraft für die
stets notwendige Erneuerung der Kirche sein", ruft Papst Benedikt
XVI. zu einer vertieften Auseinandersetzung mit den Ergebnissen des
Konzils auf.
Als "Frucht des Konzils" und als "wertvolles Hilfsmittel", um
den Glauben zu entdecken und zu vertiefen, weist der Papst auf den
Katechismus der katholischen Kirche hin, der vor 20 Jahren
veröffentlicht wurde. Darin leuchte der "Reichtum der Lehre" auf.
"Seite für Seite entdeckt man, dass das Dargestellte nicht eine
Theorie, sondern die Begegnung mit einer Person ist, die in der
Kirche lebt."
Veranstaltungen von der Ebene der Weltkirche bis zu den
Pfarrgemeinden.
Zahlreiche Veranstaltungen auf verschiedenen Ebenen, von der
Weltkirche bis zu den Pfarrgemeinden, erhalten durch das "Jahr des
Glaubens" einen besonderen Akzent. In Rom tagt im Oktober die
Vollversammlung der Bischofssynode. Vertreter aller
Bischofskonferenzen beraten über die Herausforderung einer neuen
Evangelisierung zur Weitergabe des christlichen Glaubens. In
Deutschland ist mit dem "Eucharistischen Kongress" vom 5. bis zum
9. Juni in Köln ist ein großes Fest des Glaubens geplant. Ein
"Konzilskalender" im Internet informiert über die Vielzahl von
Veranstaltungen in den einzelnen Bistümern, die sich mit den
Ergebnissen und den Auswirkungen des Zweiten Vatikanischen Konzils
befassen.
Auch das
Bistum Speyer greift das "Jahr des Glaubens" in zahlreichen
Gottesdiensten und Veranstaltungen auf. Beim Domweihfest am 7.
Oktober wurden am Ende des Gottesdienstes die Türen des Doms
geöffnet. Die symbolische Handlung soller an die viel zitierte
Aussage von Papst
Johannes XXIII. erinnern, der zu Beginn des Zweiten Vatikanischen
Konzils dazu aufgerufen hatte, die "Fenster der Kirche weit zu
öffnen". Mit einem Hirtenbrief und mehreren Fastenpredigten in der
österlichen Bußzeit wird Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann auf das
"Jahr des Glaubens" und
verschiedene Aspekte des Zweiten Vatikanischen Konzils eingehen. Am
2. Juni findet in allen Bischofskirchen der Welt ein Tag der
Eucharistischen Anbetung statt. Im Bistum Speyer sind an diesem Tag
alle Pfarreien, Ordensleute, Gruppen, Verbände und Gemeinschaften
in den Speyerer Dom eingeladen. Auch das Geistliche Zentrum Maria
Rosenberg in Waldfischbach-Burgalben lädt an vier Wochenenden zur
eucharistischen Anbetung ein, verbunden mit dem Angebot an die
Gemeinden, verschiedene Gestaltungen der eucharistischen Anbetung
kennen zu lernen. Foto: kbwn.de; Badische Zeitung
11.10.2012
Vierfach Grund zu Freude und zum Feiern
951.
Weihejubiläum des Speyerer Domes am Gedenktag zum 50. Jahrestag des
II. Vatikanischen Konzils und der Erhebung von Hildegard von Bingen
zur Kirchenlehrerin
is./cr. Speyer. Mit der symbolischen Öffnung des großen
Hauptportals des Speyerer Kaiser- und Mariendoms fand heute der
Festgottesdienst zum 951. Weihejubiläum der Kathedrale ihren
krönenden Abschluss und Höhepunkt. Gleich vier bedeutsamen
Ereignissen galt es in diesem Pontifikalamt zu gedenken, zu dem
Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann einmal mehr zahlreiche
Gläubige im dicht besetzten Dom begrüßen konnte: In Rom eröffnete
Papst Benedikt XVI. An diesem Tag aus Anlass des 50. Jahrestages
des Beginns des II. Vatikanischen Konzils ein „Glaubensjahr“,
gleichzeitig erhob er die deutsche Heilige Hildegard von Bingen zur
Kirchenlehrerin, das Bistum Speyer feierte sein Domweihefest und
schließlich wurden im Anschluss an den festlichen Gottesdienst 19
verdiente ehrenamtliche „Mitarbeiter im Weinberg Gottes“, die von
den Dekanatsräten sowie von Bischof Dr. Wiesemann für diese höchste
Auszeichnung des Bistums Speyer vorgeschlagen worden waren.
In seiner
Predigt bezeichnete Bischof Dr. Wiesemann das „Jahr des Glaubens“,
das Papst Benedikt XVI. am Donnerstag - 50 Jahre nach dem Beginn
des Zweiten Vatikanischen Konzils - eröffnen wird, als eine
„Riesenchance, um sich mit suchenden Menschen auf die
Entdeckungsreise der Schönheit und Wahrheit des christlichen
Glaubens zu begeben“. Heute könne man erleben, wie das alte
Gegeneinander von Atheismus/Laizismus und Glaubenshaltungen, die
sich in eigene Räume wie in eine feste Burg zurückziehen wollten,
bedauerlicherweise wieder lauter werde. Dem gegenüber sei es dem
Zweiten Vatikanischen Konzil nach zwei verheerenden Weltkriegen um
ein Versöhnungsangebot in dem Bewusstsein gegangen, dass nur ein
gemeinsames Suchen und Ringen zu der von Gott anvertrauten Wahrheit
führen könne. Das Konzil habe die Kirche keineswegs an die Welt
anpassen wollen, sondern vielmehr darauf abgezielt, den Glauben zu
vertiefen. Gott, der mit den Menschen gehe, könne „sich auch im
Fremden, im ganz Anderen zeigen“, betonte der Bischof.
In einer Zeit, in der Debatten - wie etwa nach dem Kölner
Beschneidungsurteil - wieder aggressiver geführt würden, sei es
wichtig, auch die vielen nachdenklichen Menschen wahrzunehmen. Es
gelte, nicht die alten Machtkämpfe der vergangenen Jahrhunderte mit
neuen Medien zu wiederholen, sondern zu einer gemeinsamen Mitte der
Gesellschaft zu finden und in einen wirklichen Dialog
einzutreten.
Zum Auftakt des festlichen Gottesdienstes, den der Limburger
Domchor unter Leitung von Domchordirektorin Judith Schnell mit der
„Missa St. Crucis in G“ von Joseph Gabriel Rheinberger und dem
„Locus iste“ von Anton Bruckner sowie Domorganist Markus Eichenlaub
mit Werken von Louis Vierne musikalisch mitgestalteten, hatte
Bischof Wiesemann die Speyerer Kathedrale an ihrem 951.
Weihejubiläum als ein „Abbild des himmlischen Jerusalems“
bezeichnet. Der Dom, führe die Vision vor Augen, dass Gott Menschen
verbinden wolle, um mit ihnen das Reich des Friedens, der Wahrheit,
Liebe und Gerechtigkeit zu errichten.
Zum Ende des feierlichen Pontifikalamtes zogen Bischof und
Domkapitel durch das weit geöffnete Hauptportal hinaus auf den
Domplatz, wie um die Öffnung der Kirche zu Welt zu
manifestieren.
07.10.2012
Im Anschluss
an das Pontifikalamt würdigte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in
einem Festakt im Friedrich-Spee-Haus den ehrenamtlichen kirchlichen
und karitativen Einsatz der neuen Trägerinnen und Träger der
Pirminius-Plakette. „Die Kirche lebt von Menschen, die sich
engagieren. Durch Sie wird exemplarisch deutlich, wie viel
Mitdenken, Mitfühlen, Mitleiden und Mittun es in unserer Kirche
gibt: vor Ort im Stillen und Kleinen, in den Gremien, durch das
Gebet, in den Gemeinden,“ so der Bischof, der diese höchste
Auszeichnung des Bistums in diesem Jahr an 19 Frauen und Männer
verleihen konnte – unter ihnen auch Schwester Irmtrud Magin
aus Harthausen.
„Schwester Irmtrud ist ein echtes Juwel“, zitierte der Bischof in
seiner Laudatio Pfarrer Josef Metzinger. Seit Beginn ihrer
Tätigkeit in Harthausen sei die Ordensfrau dadurch aufgefallen,
dass sie immer ein offenes Ohr für die ihr anvertrauten Menschen
habe. Während ihres Dienstes im Kindergarten seien dies vor allem
die Kleinsten gewesen. Aber auch über die Pensionierung hinaus
zeichne sich die Ordensfrau durch ein großes und vielfältiges
Engagement aus. So sei sie nicht nur im Pfarrhaus wohnhaft, sondern
habe nach dem Weggang der Ordensschwestern aus Dudenhofen die
Sprechstunden im Pfarrhaus übernommen. „Ob durch ihren
Besuchsdienst bei den Kranken oder ihr Gebet für die Menschen",
Schwester Irmtrud sei, so der Bischof, "ein großes Vorbild als
Ordensfrau und für Harthausen eine prägende spirituelle
Gestalt“.
Die 19 neuen Trägerinnen und Träger der Pirminius-Plakette wurden
von den Dekanatsräten sowie von Bischof Wiesemann für die
Auszeichnung vorgeschlagen. Benannt ist die bischöfliche
Ehrenplakette nach dem heiligen Abtbischof Pirminius, der als
Missionar im südwestdeutschen Raum wirkte und 753 in dem von ihm
gegründeten Kloster Hornbach starb.
07.10.2012
Geistliche Abendmusik in der Reihe „Cantate Domino“
Schon am
Vorabend des Domweihefestes hatte der Limburger Domchor mit einer
Geistlichen Abendmusik in der Reihe „Cantate Domino“ auf den
Festtag eingestimmt. Dabei überzeugte der Chor, der viele Jahr
unter der Leitung des heutigen Speyerer Domkapellmeisters Markus
Melchiori stand und heute von Domchordirektorin Judith
Schnell geführt wird, mit Interpretationen bekannter und
weniger bekannten Chorwerken. Von Claudio Monteverdi, Heinrich
Schütz und Domenico Scarlatti spannte sich der Bogen ausgewählter
Werke über den englischen Komponisten Charles Villiers Standford
bis hin zu den Zeitgenossen Rihards Dubra, Umas Sisak und Vytautas
Miskinis, um schließlich in Kompositionen des auch beim Limburger
Domchor – so scheints - immer wieder beliebten Romantikers Joseph
Gabriel Rheinberger einzumünden.
Mit einem in allen Stimmlagen überaus homogenen, gepflegten
Klang überzeugte der Chor ebenso wie durch die stilgerechte
Interpretation der höchst anspruchsvollen Werke. Das zeigte sich
unter anderem auch bei der überaus diffizilen Motette „Ubi Caritas“
von Maurice Duruflé, mit der der Chor dem Speyerer Domorganisten
Markus Eichenlaub quasi die „Vorlage“ für seine Beiträge zu dem
eindrucksvollen Vorabendkonzert lieferte: Louis Vierne's „Choral
aus der II. Symphonie e-moll“ sowie die „Variationen über ein Thema
von Clément Janequin“, mit denen es dem Domorganisten einmal mehr
gelang, der großartigen Orgellandschaft im Speyerer Dom für viele
Zuhörer immer wieder „Die Kirche lebt von Menschen, die sich
engagieren. Durch Sie wird exemplarisch deutlich, wie viel
Mitdenken, Mitfühlen, Mitleiden und Mittun es in unserer Kirche
gibt: vor Ort im Stillen und Kleinen, in den Gremien, durch das
Gebet, in den Gemeinden.“ Foto: gc; Bischöfliches Ordenariat
Speyer
07.10.2012
Virtuelle Annäherung an den Speyerer Dom
3D-Präsentation soll neue Freunde für das
Gotteshaus in aller Welt gewinnen.
Von Gerhard Cantzler
Dem Speyerer
Dom noch mehr Freunde in aller Welt zu gewinnen und damit seinem
Status als Weltkulturerbe noch besser gerecht zu werden - das ist
das Ziel einer neu geschaffenen virtuellen 3D-Darstellung des
Gotteshauses, die jetzt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann der
Öffentlichkeit präsentierte und die den Dom ab sofort weltweit und
rund um die Uhr “geöffnet” hält.
Ein mehr als sinnhaftes, ein wirklich wundervolles
Geschenk, das da die neu gegründete, nicht-kommerzielle
Online-Initiative “Kaiserdom Speyer Virtuell” auf Anregung von
Marco Fraleoni, Geschäftsführer der Peregrinus GmbH, in deren Obhut
auch die Bistumszeitung “Der Pilger” erscheint, “ihrer” Kathedrale
zum 950. Weihejubiläum bereiteten wollte. Dass ihr dies in
überzeugender, wirklich begeisternder Weise gelungen ist, davon
konnten sich die Teilnehmer an einem Pressegespräch überzeugen, bei
dem Bischof Dr. Wiesemann das neue Internet-Portal www.kaiserdom-virtuell.de in
Anwesenheit von Vertretern aller an dem Projekt beteiligten
Institutionen frei schaltete. Dabei verwies der Bischof auf die
Absicht der “Macher”, den Dom spirituell und architektonisch besser
erfahrbar und ihn in seiner ganzen religiösen Dimension wirksam
werden zu lassen.
Diesen
Gedanken nahm auch Peter Hartung, Geschäftsführer der Screenday
Productions GmbH, auf, als er auf die unvergleichliche Schönheit
des Domes zu sprechen kam, die er und seine Mitarbeiter in der gut
einjährigen fotodokumentarischen Arbeit im und um den Dom erfahren
durften. In einem kurzen Rundgang durch das Portal schilderte er
die höchst aufwendige Umsetzung des Konzeptes eines virtuellen
Domrundganges, das bereits zum Start 35 Standpunkte in und um das
Gotteshaus umfasst, von denen aus sich die Besucher jeweils einen
360°-Umblick verschaffen können. Vertiefende Informationen bieten
dann an ausgewählten baugeschichtlichen oder für die Liturgie
besonders bedeutenden Stellen zahlreiche Zusatzinformationen. Die
eigens für dieses Projekt konzipierte Menueführung mit 3D- und
Grundriss-Visualisierung erleichtern den Rundgang und den Besuchern
das Zurechtfinden in der Kathedrale.
Neben der höchst einfühlsam und sensibel
geschnittenen Bildfolge - hier ist den Machern bei der Vielfalt an
Motiven die Bildauswahl sicher nicht immer leicht gefallen - fällt
auch die auf Geodaten basierende musikalische Unterlegung der
Bilder auf, die - im Domgarten von Vogelgezwitscher, in der
Speyerer Altstadt vom Geläut der Domglocken, in der Krypta durch
Gregorianische Choräle und im Königschor von Musik auf der neuen
Seiffert-Orgel untermalt - an jedem Ort einen angemessenen
Gesamteindruck erschließt.
Nicht
vergessen haben die Schöpfer dieses zeitgemäßen “cicerone” durch
den Dom auch nicht, in höchst dezenter Form Basisinformationen wie
Gottesdienstzeiten und Besuchszeiten für Krypta und Kathedrale zu
integrieren, sowie durch eine entsprechende Verlinkung zu den an
dem Projekt beteiligten Institutionen auch über deren Arbeit für
den Dom zu unterrichten. Mitgewirkt an dem Projekt haben übrigens
neben der Kirchenzeitung “Der Pilger” das Dombauamt Speyer, der
Dombauverein Speyer e.V., das Domkapitel der Kathedrale von Speyer,
die Dommusik Speyer, die Dompfarrei Mariä Himmelfahrt, die
Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer und das Historische Museum
der Pfalz in Speyer - sie alle haben sich mit ihren Möglichkeiten
in die Initiative “Kaiserdom-virtuell” eingebracht, so dass, wie
Marco Fraleoni versicherte, “die Kostenfrage bei dem Projekt keine
Rolle spielte”.
Dieser Umstand
ist natürlich auch ganz im Sinne von Dombauvereins-Vorsitzendem Dr.
Wolfgang Hissnauer, der jeden Euro für die Renovierung des realen
Domes verwendet sehen möchte, auch wenn er selbst die Initiative
mit ganzem ideellen Einsatz unterstützt, weil sie dem Dom “ein
neues Fenster zur jungen Generation aufstoße”, zu denen mit der
Initiative ein neuer medialer Weg beschritten werde. Aber auch als
“Mann, der der Schule besonders eng verbunden ist”, sehe er große
Chancen für Schulklassen, sich ihrem Schul-Ausflugsziel künftig in
spannenderer Weise als bisher anzunähern. Und schließlich - pro
domo für seinen Verein sprechend - gab sich Dr. Hissnauer
optimistisch, dass das neue Portal auch für viele seiner Mitglieder
- besonders die älteren und weiter entfernt wohnenden - die Bindung
an die geliebte Kathedrale weiter intensivieren könne.
Übrigens: Die jetzt vorgestellte Fassung des
Portals stellt, so sein Schöpfer Peter Hartung, nur die erste
Ausbaustufe des Projektes dar: Jede Änderung am Dom, z.B. die
bevorstehende Fertigstellung der neuen Hauptorgel wird zeitnah in
das Projekt mit integriert. Und auch der historische “Blick zurück”
ist schon angedacht: Gemeinsam mit dem kooperationspartner
Historisches Museum der Pfalz soll der Bauzustand des Domes aus
vergangenen Jahrhunderten virtuell wiedererstehen und in das Portal
Eingang finden. Ein Projekt also mit noch viel Zukunfts-Potential,
das es verdient, auf allen denkbaren Wege in die Welt
hinausgetragen zu werden.
Auch der SPEYER-KURIER wird sich mit www.kaiserdom-virtuell.de
verbinden und so gleichfalls einen Beitrag zu seiner Verbreitung
leisten. Fotos: sim
10.08.2011
Kaiserdom virtuell - Bilderalbum