Speyer-Kurier
Kirchen
http://www.speyer-kurier.de/kirchen.html

© 2016 Speyer-Kurier
Startseite - Kontakt - Impressum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dombauverein stellt neuen Domsekt vor

Der neue Domsekt

Winzergenossenschaft Weinbiet eG (Neustadt-Mussbach) Sieger einer pfalzweiten Ausschreibung – 1,50 Euro des Verkaufserlöses kommen dem Dom zu Gute

Speyer. Rechtzeitig zu Weihnachten und dem anstehenden Jahreswechsel präsentierte der Dombauverein Speyer e.V. den neuen Domsekt. Ein Riesling brut der Winzergenossenschaft Weinbiet eG steht ab sofort für 8,90 Euro zum Verkauf. Pro Flasche gehen dabei 1,50 Euro auf das Konto des Dombauvereins, der damit den Erhalt der romanischen Kathedrale unterstützt. Der Domsekt gehört zu den Verkaufsschlagern der als „Dombausteine“ bezeichneten Verkaufsartikel des Vereins. 900 Flaschen wurden bereits direkt bei der Winzergenossenschaft geordert.

„Wir freuen uns, dass wir als Sieger einer von Pfalzwein e.V. dankenswerterweise durchgeführten pfalzweiten Ausschreibung mit der Winzergenossenschaft Weinbiet eG aus Neustadt-Mussbach einen neuen Partner gefunden haben“, gab der Vorsitzende des Dombauverein Speyer e.V., Dr. Gottfried Jung, bekannt. In den Jahren davor stammte der Domsekt vom Weingut Anselmann, dem Vorstandsmitglied Mathias Geisert noch einmal für die gute Zusammenarbeit dankte. „Jetzt wollten wir, wie das beim Domwein bereits guter Brauch ist, einen Wechsel um etwas Neues anbieten zur können. Eine herausragende Qualität und ein gutes Vertriebsnetz waren dabei die entscheidenden Kriterien“, so Geisert, der für den Dombauverein die Ausschreibung federführend begleitete. Das Etikett der Sektflaschen ziert ein hierfür bereits etabliertes Motiv des Speyerer Künstlers Johannes Doerr.

„Wir haben uns mit dem Domsekt viel Mühe gegeben“, so Gottfried Jung. Bei der Blindverkostung für den neuen Domsekt, an der unter anderem die Pfälzische Weinkönigin Anastasia Kronauer, der Leiter der Prüfstelle Markus Fischer, dessen Stellvertreterin Petra Eichberger sowie der Leiter des Weinbauamts Dr. Thomas Weihl teilnahmen, belegte der Riesling-Sekt (brut) aus dem Jahrgang 2015 unter sieben Kandidaten den ersten Platz. Hergestellt wird er in traditioneller Flaschengärung.

Dr. Gottfried Jung (links) und Mathias Geisert präsentieren den neuen Domsekt.Der neue Domsekt ist ab sofort in der Geschäftsstelle des Dombauvereins (Edith-Stein-Platz 8) sowie im Dom-Besucherzentrum (Domplatz) erhältlich. Zudem kann er direkt über die Winzergenossenschaft Weinbiet bezogen werden. Diverse Einzelhändler sowie Supermärkte der Region haben den Domsekt ebenfalls in ihrem Programm.

Neuer Vorsitzender des Dombauvereins Dr. Gottfried Jung berichtet über die ersten Monate seiner Amtszeit

Bei der Vorstellung des neuen Domsekts antwortete der Vorsitzende des Dombauvereins Dr. Jung bereitwillig auf Fragen zu seiner bisherigen Amtszeit, die im März bei einer außerplanmäßigen Vorstandswahl begonnen hatte. „Ich habe einen Verein mit guter Atmosphäre vorgefunden, dessen Vorstand mit Teamgeist zusammenarbeitet.“ Die Zusammenarbeit mit Domkustos Peter Schappert schilderte er als „unkompliziert und reibungslos“. Er werde sich bei der Mitgliederversammlung im kommenden Frühjahr gerne erneut zur Wahl stellen. Ihn freue, dass Bischof Wiesemann bereits seine Teilnahme an dieser Versammlung zugesagt habe, so Jung.

Als Aktivitäten seit seinem Amtsantritt nannte Jung die Erneuerung der Homepage, die Anfang des kommenden Jahres ans Netz gehen solle. Zudem seien er und seine Vorstandskollegen mit der Aufstellung eines Jahresprogramms für 2017 beschäftig gewesen. Neben den wissenschaftlichen Foren und den Fahrten für die Mitglieder nach Colmar und Strasbourg sei auch wieder ein Golfturnier in Planung. Erstmals sei für Neumitglieder eine spezielle Domführung geplant, die Domkustos Schappert übernehmen werde. „Wobei“, so schränkte Jung ein, „der Dombauverein erfreulicherweise im letzten Jahr 60 neue Mitglieder hinzu gewonnen hat, die wohl nicht alle gleichzeitig an einer Führung teilnehmen können.“ Die aktuelle Zahl von 2.800 Mitgliedern sei sehr erfreulich, fügte Jung an. „Die Mitglieder sind ohne jede Frage das Kapital des Vereins.“ Sie unterstützen den Verein zum einen durch ihre Mitgliedsbeiträge zum anderen aber auch über Spendenaufrufe anlässlich von privaten Feiern oder auch Betriebsfesten, erklärte der Vereinsvorsitzende.

Text/Fotos: Friederike Walter

09.12.2016


Aussendung des Friedenslichts am 11. Dezember im Speyerer Dom

Friedenslicht 2016: Frieden: Gefällt mir – ein Netz verbindet alle Menschen guten Willens

Speyer- Die Pfadfinderverbände Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP), Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BDP) und die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) laden herzlich zur Aussendung des Friedenslichts am 11. Dezember 2017 in den Speyerer Dom ein. Um 15 Uhr beginnt der ökumenische Gottesdienst mit der Austeilung des Friedenslichtes. Im Anschluss gibt es Kaffee und Punsch.

Unter dem Motto „Frieden: Gefällt mir – ein Netz verbindet alle Menschen guten Willens“ rückt die diesjährige Friedenslichtaktion alle Arten von Netzwerken weltweit in den Fokus. Besonders die sozialen Netzwerke sind von großer Bedeutung in der Lebenswelt junger Menschen und eine Chance, Grenzen und Barrieren zwischen Menschen abzubauen, Freundschaften über alle Kontinente hinweg zu schließen und Anteil zu nehmen am Leben anderer Menschen. Das Friedenslicht wird in Bethlehem entzündet und knüpft von dort ein Netzwerk, das Menschen guten Willens verbinden kann.

Pfadfinder aus ganz Europa reisen am 3. Adventswochenende nach Wien, wo sie das Licht abholen und von dort in ihre Heimatländer, -städte und -dörfer bringen. Die Delegation aus Speyer gibt das Licht bereits vor dem Gottesdienst im Kloster St. Magdalena weiter. Dort brennt das Friedenslicht in der Klosterkirche weiter. 

In der Aussendungsfeier im Dom können alle Menschen, die das Licht gerne mit nach Hause nehmen möchten, eine Kerze an der Flamme entzünden.

Die Hoffnung auf Frieden verbindet alle Menschen, egal welcher Religion oder Nation sie angehören. Die Pfadfinder wollen dem Auftrag von Lord Robert Baden-Powell folgen und die Welt ein Stück besser machen, als sie diese vorgefunden haben. Die Friedenslicht-Aktion ist ein wirkungsvolles Zeichen, das jedes Jahr die weltweite Verbundenheit symbolisiert.

Der ORF initiierte diese Aktion vor über zwanzig Jahren, heute feiern etwa 220.000 in ganz Deutschland die Ankunft und Weitergabe des leuchtenden Friedenssymboles aus Betlehem. 

Text: BDKJ Speyer; Foto: Friedenslicht.de

07.12.2016


Für die Kirche des Wortes ist Widerspruch Christenpflicht

Kirchenpräsident Schad mahnt beim Pressetee Werte der „freien, streitbaren Demokratie“ an

Speyer/Bad Dürkheim- Angesichts erstarkender nationalistischer Strömungen in der Gesellschaft ruft der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad die Christen zum Widerspruch gegen Intoleranz und Populismus auf. 500 Jahre nach der Reformation feierten die Protestanten im kommenden Jahr ein Jubiläum, in dem die öffentlichen und politischen Konsequenzen der von Luther neu entdeckten „Freiheit eines Christenmenschen“ hörbar würden, sagte Schad beim traditionellen „Pressetee“ der Evangelischen Kirche der Pfalz am Dienstag in Bad Dürkheim. Für die Kirche des Wortes sei hier „Widerspruch Christenpflicht“.

Rechtspopulisten antworteten mit einfachen Lösungen auf komplexe Fragen, sie spielten mit der Angst der Menschen oder wollten daraus Kapital schlagen. Schad mahnte, diesem Mechanismus mit den humanen und zivilen Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens zu begegnen. Der Kirchenpräsident erinnerte daran, dass die Reformation eine „entängstigende und weltoffene Bewegung“ gewesen sei, die den Menschen aus dem Zwang zur Selbstermächtigung befreit und ihn frei zum Dienst an seinem Nächsten gemacht habe: „frei aus Glauben und frei zur Liebe, die tut was dem Nächsten dient“.

Schad appellierte an eine „freie, streitbare Demokratie, die ihre Grundlagen verteidigt“. Dazu gehöre Gastfreundlichkeit, die Integration von Flüchtlingen und soziale Gerechtigkeit. „So werden die Ängste und Sorgen der Menschen tatsächlich ernst genommen.“ Wer hingegen ankündige, Muslime verdrängen und Minarette verbieten zu wollen, handele unchristlich und widerspreche der Religionsfreiheit des Grundgesetzes. „Wir werden Haltungen, die Fremdenfeindlichkeit und Rassismus schüren, entschieden zurückweisen und hart bekämpfen.“

Zugleich sprach sich der Kirchenpräsident für „argumentative Auseinandersetzungen“ aus: „Wir müssen auch mit denen ins Gespräch kommen, die unsere Ansichten verachten oder ignorieren.“ Die reformatorische Unterscheidung von Person und Werk, zwischen dem Menschen und seinen Aussagen und Haltungen, sei ein „Halteseil der Humanität“ in der Gesellschaft. „Mit seiner Hilfe können wir zu einer Debattenkultur zurückfinden, die Abstand nimmt von persönlichen Verletzungen und gerade in der sachlichen Kontroverse zu einem zivilisierten Umgang miteinander beiträgt.“ Das ur-evangelische Modell von „Einheit und Gemeinschaft in versöhnter Verschiedenheit“ eigne sich dazu, mit Vielfalt konstruktiv, verbindend und verbindlich umzugehen, sagte Schad in seiner Ansprache beim „Pressetee“. Dieser bietet Kirchenleitung und Journalisten Gelegenheit, gegen Ende des Jahres intensiv miteinander ins Gespräch zu kommen.

Mehr zum Thema: www.reformation2017.evpfalz.de, www.r2017.org und www.luther2017.de. Text: lk; Foto: pem

07.12.2016


Intensiver Austausch über Diözesan- und Landesgrenzen hinweg

v.l.:Generalvikar Dr. Franz Jung (Speyer), Jean-Luc Lienard (Strasbourg), Jean-Christophe Meyer (Metz), Markus Thürig (Basel), Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), Leo Wagener (Luxembourg), Guido Scherrer (St. Gallen) und Clemens Stroppel (Rottenburg-Stuttgart).

Generalvikare aus Luxemburg, Frankreich, Deutschland und der Schweiz trafen sich in der Domstadt Speyer

Speyer - Die Generalvikare der Diözesen Straßburg und Metz (Frankreich), Basel und St. Gallen (Schweiz), Luxemburg sowie der südwestdeutschen Diözesen Freiburg, Rottenburg-Stuttgart und Speyer kamen in Speyer zu ihrem Jahrestreffen zusammen. Die Diözesen, die entlang des Rheins zwischen Bodensee und Mosel legen, pflegen seit vielen Jahren einen intensiven Austausch.

Auf Einladung des Speyerer Generalvikars Dr. Franz Jung hielten sich die Amtskollegen zwei Tage in der Domstadt auf. Im Fokus der Gespräche standen die kirchlichen und politischen Entwicklungen in den jeweiligen Ländern sowie die künftigen Perspektiven der Zusammenarbeit in Europa. „Angesichts einer vielfach verbreiteten Europaskepsis und Europamüdigkeit setzt das Treffen zugleich ein Zeichen, dass sich der christliche Glaube und die Kirche grenzüberschreitend verstehen und Menschen unterschiedlicher Nationalitäten verbinden und zueinander führen möchte“, so Generalvikar Jung.

Ein Besuch des Speyerer Domes stand ebenso auf dem Tagungsprogramm wie eine Begegnung mit dem Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann. Dieser unterstrich die Bedeutung guter nachbarschaftlicher Beziehungen zwischen den Diözesen entlang des Rheins. „Der Speyerer Dom steht wie kaum ein anderes Bauwerk für die Idee eines geeinten Europas mit starken christlichen Wurzeln“, würdigte er die länderübergreifende Begegnung.

Die Generalvikare leiten die kirchliche Verwaltung in ihren Diözesen und sind die engsten Mitarbeiter der jeweiligen Diözesanbischöfe. Dem Kreis, der sich jedes Jahr in einer anderen Diözese trifft, gehören außerdem die Generalvikare der Diözesen Mainz und Trier an.

Bistum Speyer

06.12.2016


Pfalzweite Eröffnung von „Brot für die Welt“ in Ludwigshafen

Kirchenpräsident prangert Ungerechtigkeiten an

Speyer/Ludwigshafen- Zum Auftakt der Spendenaktion „Brot für die Welt“ für die Pfalz und Saarpfalz appellierte der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad an die Christen, sich solidarisch und verantwortungsbewusst in der Einen Welt zu verhalten und auch das eigene Konsumverhalten zu überdenken. „Es gibt keinen Grund dafür, dass Menschen in anderen Teilen der Welt weniger Recht auf Nutzung der Ressourcen dieser Erde haben sollten, als wir selbst“, sagte Schad im Gottesdienst am ersten Advent in der Apostelkirche in Ludwigshafen.

Die 58. evangelische Spendenaktion hat das Motto „Satt ist nicht genug! Zukunft braucht gesunde Ernährung“. Im Mittelpunkt der neuen Spendenaktion steht die Ernährung der Menschen in den wachsenden Städten. Denn bis zum Jahr 2050 werden zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Heute erzeugt die familienbetriebene Landwirtschaft etwa 80 Prozent aller Nahrungsmittel weltweit. Um dies auch in Zukunft leisten zu können, braucht sie Unterstützung. Die ausgewählten Pfälzer Projekte in Brasilien, Togo und Malawi helfen sowohl Bauernfamilien als auch Familien in Städten. Immer geht es dabei darum, ein Bewusstsein für gesunde Ernährung aus regionaler Produktion zu schaffen sowie regionale Produktions- und Vermarktungskreisläufe zu etablieren und zu festigen.

Ein weiteres Projekt stellten Jugendliche aus Rheingönheim im Gottesdienst vor. „Nicht reden - handeln“  ist ein Menschenrechtsprojekt in Südafrika, das Minenarbeiter und ihre Familien beim Kampf um ihre Rechte unterstützt. Internationale Bergbaukonzerne und deren Kunden werden öffentlichkeitswirksam an ihre soziale und ökologische Verantwortung erinnert.

An dem Gottesdienst zur pfalzweiten Eröffnung von Brot für die Welt wirkten Dekanin Barbara Kohlstruck, die Brot-für-die-Welt-Beauftragte im Kirchenbezirk Ludwigshafen, Pfarrerin Corinna Weissmann, sowie Diakoniepfarrer Albrecht Bähr mit. Die musikalische Gestaltung lag bei Hansmartin Weber und dem Chor „The Singers“, der die Apostelkirche mit afrikanischen Klängen erfüllte.

Hintergrund: Das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland wurde 1959 gegründet und fördert mehr als 2000 Projekte in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa.

Wirkliche Hilfe muss dem Armen helfen, sich selbst zu helfen, lautete ein entscheidender Grundsatz, der bis heute gilt. Die Menschen in der Pfalz und der Saarpfalz haben im vergangenen Jahr 1.030.258 Euro für Brot für die Welt gespendet. Die meisten Spenden gingen mit 2,37 Euro pro Kirchenmitglied im Kirchenbezirk Bad Dürkheim ein, gefolgt vom Kirchenbezirk Frankenthal mit 1,58 Euro pro Kirchenmitglied und dem Kirchenbezirk Donnersberg mit 1,53 Euro pro Kirchenmitglied. dwp/lk

27.11.2016


Kinderangebote im Advent in der Gedächtniskirchengemeinde

Wir haben ElternFrei!“ – Abend für Kinder ab 6 Jahre

Spielen, basteln, toben, genießen, neugierig sein – ein Abend im MLK-Haus von 18:00 - 21:30 Uhr

nur für Kinder, die mal "ElternFrei“ haben wollen und Eltern, die einen Abend für sich genießen wollen...

Unser neues Angebot für Kinder ab 6 Jahre: Gemeinsam Spielen, Basteln, Film schauen, Essen, Rallye und Geschichten im Kerzenschein - alles das und noch viel mehr wollen wir an diesem Abend tun. Und das ganz mal ohne Eltern! Den die Kinder haben „ElternFrei“! Am Samstag, den 3. Dezember findet Elternfrei nun zum zweiten mal statt. Für die Kinder kostet der Abend 10,-€, ein Geschwisterkinder 8,- €. 

Anmeldung: Gemeindediakonin Anja Bein, Telefon 26892, oder Email: anja.bein@evkirchepfalz.de

 

Hirten, Engel, Schafe und co. gesucht.

Für den Familiengottesdienst zu Heiligabend suchen wir noch Kinder ab 4 Jahren, die Lust am Speilen haben und gerne in andere Rollen schlüpfen. Für jeden ist etwas dabei, mit Text und ohne.

Die Proben finden am 28.11., 5.12., 12.12., 19.12., jeweils 16:30 Uhr in der Gedächtniskirche und 23.12. um 11.00 Uhr statt. Einfach am Montag dazu kommen, da werden die Rollen eingeteilt. Info bei Gemeindediakonin Anja Bein, Email: anja.bein@evkirchepfalz.de 

Prot. Gedächtniskirchengemeinde

25.11.2016


Pfarrer Frank Aschenberger wird neuer Dekan im Dekanat Speyer

Bischof Wiesemann bestätigt Wahl der Dekanatsversammlung

Speyer- Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hat die Wahl der Dekanatsversammlung im Dekanat Speyer, die am 10. November stattfand, bestätigt und mit Wirkung zum 1. Dezember 2016 Pfarrer Frank Aschenberger aus Waldsee zum Dekan für das Dekanat Speyer ernannt.

Er tritt damit die Nachfolge von Pfarrer Peter Nirmaier an, der als Pfarrer von Schifferstadt nach Maikammer gewechselt war.

Die Amtszeit von Dekan Aschenberger beträgt sechs Jahre. Prodekan bleibt weiterhin Pfarrer Andreas Rubel.

21.11.2016


Päpstlicher Gregorius-Orden für Dr. Manfred Fuchs

Dr. Manfred Fuchs (links) mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (rechts) bei der Verleihung des päpstlichen Gregorius-Ordens Dr. Manfred Fuchs (links) mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (rechts) bei der Verleihung des päpstlichen Gregorius-Ordens

Bischof Wiesemann ehrt den zum Jahresende scheidenden Vorsitzenden der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer für sein vielfältiges Engagement für den Dom

Speyer-  Mit der Verleihung des päpstlichen Gregorius-Ordens für Dr. Manfred Fuchs würdigte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann dessen langjähriges und vielfältiges Engagement für den Dom zu Speyer. Die Ehrung erfolgte im Rahmen der Jahrestagung der Gremien der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer im Anschluss an die europäische Rede des früheren BASF-Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Jürgen Strube im Speyerer Dom.

Dr. Manfred Fuchs, bis 2003 Vorstandsvorsitzender der Fuchs Petrolub SE mit Sitz in Mannheim, wurde im Jahr 2007 durch den Stiftungsrat der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer als Mitglied in den Stiftungsvorstand gewählt. Im Juni 2012 übernahm er den Vorstandsvorsitz. Er wirkte an der Erweiterung des Kuratoriums mit unter anderem durch Berufung von Erzherzog Karl von Habsburg-Lothringen, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Prof. Dr. Maria Böhmer und anderer Persönlichkeiten. Mit Bundespräsident a.D. Prof. Horst Köhler und Kardinal Reinhard Marx holte er für die Reihe der „Europäischen Reden“ herausragende Persönlichkeiten nach Speyer. Auf seinen Wunsch gibt Dr. Fuchs das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer zum Ende des Jahres ab.

„In seiner Eigenschaft als Vorstandsvorsitzender gelang es Dr. Fuchs in hervorragender Art und Weise, durch Ideen und Initiativen das öffentliche Interesse an der Erhaltung des Doms zu wecken und wach zu halten. Durch seine Kontakte und persönliche Ansprache motivierte er darüber hinaus immer wieder wichtige Persönlichkeiten für den Dom aktiv zu werden“, würdigte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann den Einsatz von Dr. Manfred Fuchs. Durch seine unternehmerische Erfahrung und sein breites gesellschaftliches Engagement habe die Arbeit der Stiftung unter seinem Vorsitz wichtige neue Impulse erfahren.

Durch eine persönliche Spende von Dr. Manfred Fuchs wurde im Jahr 2012 der Umbau des Benno-Portals des Domes zum barrierefreien Zugang ermöglicht. Menschen im Rollstuhl, aber auch junge Eltern mit Kinderwagen haben seitdem einen hindernisfreien und leichten Zugang zum Dom. Auch die neue Außenbeleuchtung des Domes wurde von Dr. Manfred Fuchs mit einer Einzelspende in Höhe von 100.000 Euro unterstützt.

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann überreichte Dr. Manfred Fuchs den päpstlichen Gregorius-Orden in der Klasse „Komtur mit Stern“. Der päpstliche Gregorius-Orden ist die vierthöchste Auszeichnung innerhalb der katholischen Kirche und muss beim Papst persönlich beantragt werden.

Text: is; Foto: Klaus Venus

17.11.2016


Probeleuchten am Speyerer Dom

Den Probelauf für die neue Außenbeleuchtung des Domes starteten Manfred Fuchs (rechts im Bild) und Horst Kleiner.

Alle Strahler der neuen Dombeleuchtung installiert – Individuelle Anpassung an den Dom erfolgt in den kommenden Wochen

Speyer- Am 15. November wurde die neue Außenbeleuchtung des Doms in einem Probelauf erstmals komplett eingeschaltet. Anlass war der Jahrestag der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, welche die Außenbeleuchtung maßgeblich finanziert hatte. Dombaumeister Mario Colletto lobte das große Engagement der Speyerer Stadtwerke und der ausführenden Firmen, die mit Zusatzschichten dafür gesorgt hatten, dass die Beleuchtung früher als gedacht installiert werden konnte.

In den kommenden Wochen werden die neuen Strahler nun ausgerichtet und individuell an den Dom angepasst. Dies beinhaltet auch die Bestückung der Leuchten mit Verschattungstuben. Damit wird auch die noch vorhandene Blendung gemildert, die noch von einigen Leuchten ausgeht. Zum vierten Advent soll dann alles fertig sein, so dass rechtzeitig zu Weihnachten der Dom in neuem Licht erstrahlt.

Ziel der neuen Außenbeleuchtung ist vor allem die Erneuerung der in die Jahre gekommen Technik. Die neuen LED-Lichtquellen bringen zum einen eine sehr viel höhere Energieeffizienz mit sich und ermöglichen gleichzeitig eine dynamische Lichtsteuerung, die den Tages- und Nachtzeiten angepasst ist. Zum anderen betont die neue Beleuchtung die Plastizität der einzelnen Bauteile, die für die romanische Kathedrale so charakteristisch ist.

Die Außenbeleuchtung ist ein Förderprojekt der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer. Entscheidend war das persönliche Engagement zweier Stiftungsmitglieder, nämlich das von Isolde Laukien-Kleiner und von dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs. Zusammen mit Stiftungserträgen konnten so insgesamt 300.000 Euro aufgebracht werden. Die Stadt Speyer unterstützt die neue Beleuchtung ebenfalls mit einem Zuschuss von 80.000 Euro und teilt sich mit dem Domkapitel die laufenden Kosten.

Text: Bistum Speyer, Presse Foto: pem

16.11.2016


Probeleuchten am Speyerer Dom - Bilderalbum

12 Themenführungen in der Gedächtniskirche zum Reformationsjubiläum

Speyer- Am kommenden Samstag beginnt die Reihe der 12 Themenführungen in der Gedächtniskirche zum Reformationsjubiläum 2017. Jeweils am 3. Samstag im Monat um 14.30 Uhr, für ca. 1 Stunde, wird zu einem besonderen Thema eine Kirchenführung stattfinden. Ohne Anmeldung kann man für 5,00 Euro pro Person daran teilnehmen. (Kinder bis 12 Jahre frei).

Thema am 19.11. 14.30 Uhr: Auf Entdeckungsreise in der GDK: Vom Keller bis zum Turm. Herr Peter Emering und Frau Rita Gerberding-Frank entdecken mit Ihnen interessante Stellen und Geschichten in der Kirche.

Text: Prot. Dekanat Speyer, Presse

16.11.2016


Erbgroßherzog von Luxemburg zu Besuch in Speyer

DomführungDer Teilnahme an der Jahrestagung der Stiftungsgremien gingen eine Begrüßung durch den Bischof und ein Besuch des Doms voraus

Speyer- Der Erbgroßherzog von Luxemburg Prinz Guillaume besuchte heute die Bischofsstadt Speyer und den Speyerer Dom. Anlass dafür war die Jahrestagung der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“. Im Januar hatte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann den Erbgroßherzog in das Kuratorium der Stiftung berufen. Damit sind jetzt alle Adelsgeschlechter, die mit dem Dom in Zusammenhang stehen, im Kuratorium der Stiftung vertreten. Der Ahnherr des Hauses Nassau-Luxemburg, König Adolf, ist im Dom begraben. Das Nassauer Wappen ist in der Achse der Westfassade zu sehen.

Empfang im BischofshausDer Teilnahme an der Jahrestagung der Stiftungsgremien gingen eine Begrüßung durch Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und ein Rundgang durch den Dom voraus. Anschließend nahm der Erbgroßherzog an der Europa-Rede des ehemaligen BASF-Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Jürgen Strube im Dom teil.

Der Erbgroßherzog, Jahrgang 1981, ist der älteste Sohn des amtierenden Staatsoberhauptes von Luxemburg Großherzog Henri und dessen Ehefrau Maria Teresa. Seit seiner Ernennung vor sechzehn Jahren zum Erbgroßherzog haben sich die offiziellen Aufgaben von Prinz Guillaume vervielfältigt. Er setzt sich beispielsweise für die Förderung der luxemburgischen Wirtschaft im In- und Ausland. Der Erbgroßherzog ist mit der belgischen Gräfin Stéphanie de Lannoy verheiratet. is: Fotos: Klaus Landry

16.11.2016


„Liebe zu Europa öffentlich bekennen“

Rede von Professor Jürgen Strube im Dom zu Speyer

Speyer- Unter der Überschrift „Wir Europäer?“ hielt Prof. Dr. Jürgen Strube, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der BASF, ein flammendes Plädoyer für ein Festhalten an der europäischen Integration. Dabei forderte er die Zuhörer des im Speyerer Dom dazu auf, aus dem Fragezeichen ein Ausrufezeichen zu machen, indem sie ihre Liebe zu Europa öffentlich bekennen. Diesem Schlussappell stellte eine kritische Analyse des Status quo der europäischen Einigung voraus, in die er den Brexit und die Wahl des neuen US-Präsidenten Trump mit einbezog. Bei allen Feststellungen zu den aktuellen Herausforderungen und zur Reformbedürftigkeit der Union betonte er jedoch entschieden die Verdienste des europäischen Einigungsprozesses für Sicherheit und Wohlstand. Zudem zweifelte er daran, dass es eine Umkehr dieses Prozesses geben könne. Es sei seine Überzeugung, so Strube, „dass Europa wirklich die Zukunft ist.“ Dabei müsse ein zukunftsfähiges Europa auch die Herzen der Menschen ansprechen, damit ein „Wir Bewusstsein“ entstehen könne. So könnten die Bürger „die Europäische Union mit allen ihren Stärken und Schwächen als die Wirklichkeit der europäischen Idee akzeptieren, die der Reform bedarf.“

Strube sprach im Speyerer Dom im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe „Europäische Reden - Reden über Europa“ auf Einladung der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“, die am gleichen Tag ihre traditionelle Jahrestagung abhielt. is; Foto: Klaus Landry

Lesen Sie hier die Rede von Professor Jürgen Strube im Wortlaut„Wir Europäer?“

Exzellenzen, meine Herren Bischöfe und Herr Kirchenpräsident,

Königliche Hoheiten, Durchlaucht,

sehr geehrte Herren Ministerpräsidenten,

verehrte Frau Staatsministerin, Professor Böhmer,

meine Herren Oberbürgermeister,

Herr Dr. Fuchs, lieber Manfred,

meine sehr geehrten Damen und Herren!

1.) Der Kaiserdom zu Speyer ist für mich und wohl auch für Sie ein Symbol der Dauerhaftigkeit und der Gegenwart der Geschichte. Mit Worten von Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl ist dieser Dom „ein Symbol der Einheit der deutschen und der europäischen Geschichte“. Dies Verständnis erläutert er mit dem Hinweis: (ich zitiere) „Die römisch-deutschen Kaiser herrschten nicht über einen Nationalstaat, sondern über ein frühes Haus Europa, das von Sizilien bis zur Nordsee reichte. Sie trugen das Bewusstsein der abendländischen Welt in sich, dieses antik und christlich geprägten Kulturkreises.“ (Ende des Zitats)

Bundeskanzler Kohl sagte oft: „Die Pfalz ist meine Heimat, Deutschland ist mein Vaterland, und Europa ist unsere Zukunft.“ Er hat seine Vorstellung zur Gestaltung Europas anlässlich des Bundesparteitages der CDU 1976 konkretisiert: nämlich „ohne Verzug an die Verwirklichung eines europäischen Bundesstaates zu gehen“. Dabei  unterstrich er, (ich zitiere): „ Die Einheit Europas ist keine Sache, die allein von den Regierenden ausgehen kann. Sie muss auch von den Völkern mitgetragen werden. Es ist eine Sache von Herz und Verstand“ (Zitat Ende)

2) Das Votum einer Mehrheit der Briten für den „Brexit“, also für den Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union, wirft 40 Jahre nach dieser Rede viele Fragen auf. Dabei geht es mir mehr um Meinungen, Gefühle und Symbole und weniger um die Institutionen und Entscheidungsprozesse der EU. Denn ich bin überzeugt, dass das Votum für den „Brexit“ nicht das Ergebnis einer Kosten- und Nutzenrechnung gewesen ist.

Welche Fragen werde ich vorrangig behandeln:

- Warum ist die „Verwirklichung einer immer engeren Union der Völker Europas“ zum Kritikpunkt geworden?

 - Wird der Zusammenhalt überzeugend vermittelt?

 - Lernen wir aus der Geschichte Europas?

 - Überzeugt die Strategie zur Weiterentwicklung der EU die Europäer?

 - Welche Risiken und Chancen gibt es für die EU?

3) Lassen Sie mich aber zunächst meinen Ausgangspunkt für diese Rede erläutern:

Ich spreche zu Ihnen nicht als Vertreter der Wirtschaft, sondern als Bürger dieser Region mit Wirtschafts- und Welterfahrung und vielfältigen Interessen. Mein Leben verbindet deutsche, europäische und kosmopolitische Erfahrungen und Einsichten, ist aber auch geprägt von der Zugehörigkeit zur Generation der Kriegskinder. Viele von Ihnen können mit mir sagen, wir sind Angehörige einer glücklichen Generation. Denn wir erinnern uns noch an den zweiten Weltkrieg und seine Folgen. Wir sind dankbar für sieben Jahrzehnte mit Frieden, Freiheit und wachsendem Wohlstand. Wir sind dankbar für die Versöhnung und für die Wiedervereinigung in einem Europa des Verbundes von Staaten.

Wir bemerken aber, wie viele Errungenschaften Selbstverständlichkeiten und Annehmlichkeiten werden, die kaum noch Beachtung finden. Daher darf sich unsere Generation nicht mit der zunehmenden Geschichtsvergessenheit abfinden!

4) Geschichte mag sich nicht wiederholen, aber wir können aus ihr lernen! Es gab zum Beispiel vor dem Ersten Weltkrieg bereits eine von Europa geprägte Phase der Globalisierung. Wird unsere Globalisierung, die in den 80er Jahren begann und seit den 90er Jahren immer mehr Länder einbezog, gegen zur Zeit spürbare Tendenzen zum Protektionismus bestehen?

Denn in einzelnen Ländern der EU gibt es Parteien mit stark national-konservativen Programmen und  auch Parteien mit ökologischer Ausrichtung, die den Freihandel kritisieren und begrenzen wollen. Der nächste Präsident der USA, Donald Trump, hat schon im Wahlkampf stark protektionistische Tendenzen gezeigt: ein Eintreten für Freihandel ist von ihm nicht zu erwarten. Die Mehrheiten der Republikaner im Repräsentantenhaus und im Senat werden seine protektionistische Politik stützen.

Europa hat mit dem Binnenmarkt einen großen wirtschaftlichen und politischen Erfolg: er ist das Kernstück der europäischen Einigung. Aber Europa hat zugleich ein vitales Interesse am freien Welthandel!

Die Überzeugung, die Entwicklung Europas zur Einheit sei unumkehrbar, ist durch das Referendum über den Brexit widerlegt. Im Vergleich zur Zielvorstellung des Jahres 1976 ist die Europäische Union viel größer, aber auch viel komplexer, distanzierter und viel heterogener geworden.

Von einer Bundesstaatlichkeit ist die EU weit entfernt; und nur ein Fünftel der Deutschen kann sich ein „vereintes Europa“ vorstellen.

Die grundsätzlichen Veränderungen der Rahmenbedingungen seit den 90er Jahren haben die Stimmungen der Völker Europas deutlich verändert: Das Ende des „Kalten Krieges“ mit der Auflösung des sowjetischen Macht-Blockes hatte die Angst vor der Bedrohung aus dem Osten verschwinden lassen. Gegenüber den neuen Herausforderungen im Zuge der Globalisierung besteht ein Gefühl der Unsicherheit: Klimawandel, Bevölkerungswachstum in weniger entwickelten Ländern bei Überalterung in hoch entwickelten Ländern, Migration in großen Zahlen, Abnahme des Wachstums der Weltwirtschaft, Finanz – und Schuldenkrisen, Digitalisierung, Versagen und Zerfall von Staaten, regionale bewaffnete Konflikte, Terrorismus, Zweifel an den Fähigkeiten der Eliten, zunehmender Populismus, Trend zu neuem Protektionismus, u.s.w.

Diese vielen Herausforderungen schaffen eine neue Unübersichtlichkeit und können die Europäer nicht einen; das beherrschende Gefühl der Angst im „Kalten Krieg“ konnte einen!

In dieser Situation nehmen Fortschrittsoptimismus und Zukunftsvertrauen in Europa ab. Die Sehnsucht nach Versöhnung, Frieden, Freiheit und Wohlstand, also die mächtigen Impulse der Europabegeisterung in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts ist, bis auf Wohlstand, befriedigt. Der Wunsch nach Sicherheit tritt an die Stelle dieser Sehnsucht!

5) Steuern wir auf einen Wendepunkt zu?  Auf einen Trend zur Renationalisierung?

Halten wir zunächst fest: Die Umkehrbarkeit der Globalisierung bildet ein großes Risiko dieser Entwicklung; das hat der Erste Weltkrieg bewiesen. Zwar garantiert die Globalisierung weder ein friedliches Zusammenleben der Nationen noch ein Zusammenwachsen der Völker zu einer Art von Welt-Innenpolitik. Aber sie erhöht durch internationale Arbeitsteilung und wachsende gegenseitige Abhängigkeiten die Chancen des Friedens und allgemeiner Wohlstandsgewinne. Wenn ein Land aber bereit ist, den Preis für den „Austritt aus der Globalisierung“ zu zahlen, so ist der Austritt möglich. Während der Iran und Cuba bereit sind einzulenken, bleibt Nordkorea draußen!

Es sieht so aus, als ob Russland prüfe, wie weit man die allgemein akzeptierten Regeln dehnen oder umgehen könne, um seinen Drang nach Expansion und Macht zu befriedigen.

6) Daher frage ich mich voller Sorge, ob nicht bald ein Buch erscheint mit dem Titel „Die Welt von gestern“, in dem die Zeit der EU vor den großen Krisen als „das goldene Zeitalter der Sicherheit“, das uns auf dem geraden und unfehlbaren Weg zur „besten aller Welten“ führt, beschrieben wird. So hatte Stefan Zweig in seinem Buch dieses Titels die Welt vor dem Ersten Weltkrieg geschildert.

Freiheit im privaten Tun und Lassen galt als eine Selbstverständlichkeit“, „Optimismus und Weltvertrauen beseelten uns junge Menschen seit jener Jahrhundertwende“, so Stefan Zweig.

War es Wunschdenken, wenn Stefan Zweig schreibt: „… aus Stolz auf die sich stündlich überjagenden Triumphe unserer Technik und unserer Wissenschaft war zum ersten Mal ein europäisches Gemeinschaftsgefühl, ein europäisches Nationalbewusstsein im Werden“?

Die beiden Weltkriege haben bewiesen, dass der Nationalismus stärker war als ein „europäisches Gemeinschaftsgefühl“. Die Bemühungen um eine Verständigung und Versöhnung in Europa zwischen 1918 und 1939 scheitern tragisch. Manche Historiker nennen die Zeit von 1914 bis 1945 den zweiten Dreißigjährigen Krieg, eine Bezeichnung die diese Periode traurig verdient.

7) Wir leben jetzt auch nicht in einer „Epoche des Weltvertrauens“! Können wir denn mit der „Verwirklichung einer immer engeren Union der Völker Europas“ den Herausforderungen unserer Zeit und Zukunft begegnen? Nach dem Votum der Briten für den Austritt aus der EU fällt eine positive Antwort schwer! Da aber die Regierung Schottlands bereits erklärt hat, Schottland wolle Mitglied der EU bleiben bzw. nach dem Austritt von Großbritannien wieder werden,  ist zu klären, ob der Begriff „Völker“ nicht verschiedene Auffassungen zulässt. Bei der Europa-Fußball-Meisterschaft sind ja vier Mannschaften aus UK angetreten, nämlich Engländer, Nordiren, Schotten und Waliser!

Wenn wir den Begriff Volk als die „Gesamtheit der durch Sprache, Kultur und Geschichte verbundenen Menschen“ verstehen, dann werden Katalanen, Flamen, Wallonier, Korsen, Basken und andere Personengruppen sich als Volk betrachten. Fügt man jedoch „und zu einem Staat vereint“ hinzu, dann verwenden wir den Begriff Volk im Sinne von Staatsvolk und übergehen die Spannungen in einigen Ländern Europas.

8) Das Meinungsbild zu Europa ist nicht eindeutig:

Die Bundesregierung hat in Auswertung des Eurobarometers vom Frühjahr 2016 veröffentlicht,  dass die „Mehrheit der Europäer hinter der EU steht“. Demnach begreifen sich zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger aller EU-Mitgliedsländer als Europäer und glauben, dass die Stimme der EU in der Welt Gewicht hat. Die Hälfte der EU-Bürger blickt optimistisch in die Zukunft.

Eine Studie von Pew Research zum Meinungsbild in zehn EU-Staaten, die im April und im Mai 2016 durchgeführt wurde, soll jedoch zeigen, dass die Mehrheit der Griechen, Italiener, Spanier und Franzosen das Gefühl habe, ihre Länder hätten heute weniger Einfluss in der Welt als noch vor 10 Jahren. Mit dieser Einschätzung ergebe sich „die Forderung, das eigene Land solle vor allem seine Probleme lösen und sich nicht um andere Staaten kümmern“. Das gelte auch für die Briten, Polen, Ungarn und Niederländer. „Einzig in Deutschland ist die Gruppe derjenigen, die einen gemeinschaftlichen Ansatz bevorzugen, mehr als doppelt so groß wie jene der Isolationisten“.

Welche Einschätzung überzeugt mehr?

Das Institut für Demoskopie Allensbach hat im September dieses Jahres eine Studie in Deutschland zu „Rückhalt für die EU nach dem Brexit“ erstellt. Hatte 2002 noch die Hälfte der deutschen Bevölkerung großes oder sehr großes Vertrauen in die EU, so ist es aktuell nur noch ein Drittel. Auch NATO und UNO haben seit 2002 einen ähnlichen Vertrauensverlust erlitten.

Gleichzeitig halten 84% der deutschen Bevölkerung für wichtig, dass sich Deutschland besonders um gute Beziehungen zu den europäischen Nachbarstaaten bemüht. Eine andere Allensbach Studie zeigt, dass selbst in Deutschland die Besorgnis über den Zustand der EURO-Zone wächst und sich zugleich die Kritik an der unzureichenden Handlungsfähigkeit der EU verstärkt. Im Blick der Deutschen auf die EU stehen Bürokratie (81%) und Geldverschwendung (66%) im Vordergrund; dem stehen große Wirtschaftskraft (68%) und ihre Rolle als Garant für den Frieden in Europa (60%) gegenüber. 60% der Deutschen sind überzeugt, dass „innerhalb der EU Gegensätze und unterschiedliche Interessen dominieren“. Selbst von dem „europäischen Musterschüler“ Deutschland wird der Bestand an Gemeinsamkeiten, die Solidarität und der Zusammenhalt sehr kritisch gesehen: nur ein Fünftel ist hiermit zufrieden!

Trotz aller Probleme ist Europa für 55% der Deutschen die Zukunft, obwohl nur 27% überzeugt sind, dass die deutsche Mitgliedschaft in der EU mehr Vorteile als Nachteile mit sich bringt. (Knapp 40% für Ausgleich von Vor- und Nachteilen).

9) Wenn selbst in Deutschland nur ein Drittel der Bevölkerung Vertrauen in die EU hat, während 70% dafür sind, Mitglied in der EU zu bleiben, dann muss der Aussagewert des Eurobarometers hinterfragt werden. Könnte es sein, dass diese Auffassung rein formal aus Artikel 9, Satz 2 und 3 des EU-Vertrages (Lissabon) abgeleitet wurde? Dort steht „Unionsbürger ist, wer die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaats besitzt. Die Unionsbürgerschaft tritt zur nationalen Staatsbürgerschaft hinzu, ersetzt sie aber nicht.“ Sich als Europäer zu begreifen, kann aber auch Ausdruck einer Wertung sein; nämlich sich mit Europa zu identifizieren, eine eigene europäische Identität zu fühlen, sich mit allen anderen Europäern verbunden zu wissen, ein Gefühl der Zugehörigkeit und ein Bewusstsein des Zusammenhalts, also ein „Wir-Bewusstsein“ zu haben. Einer so verstandenen Gemeinschaft von Europäern sollte es leicht fallen, die Europäische Union mit allen ihren Stärken und Schwächen als die Wirklichkeit der europäischen Idee zu akzeptieren, die der Reform bedarf!

Wenn das so wäre, dann gäbe es einen Wettbewerb unter den Regierungschefs der Mitgliedsländer, wer am meisten für Europa mittels der Europäischen Union tut. Dann wäre es auch selbstverständlich, dass eine EU freundliche Einstellung das Schaffen von Problemen durch einzelne Mitgliedsländer oder ihre regionalen Glieder, wie z.B. die Wallonie bei Ceta, nicht zulässt. Sonderregelungen zu Gunsten dieser Region, die so erreicht werden, schaden der EU als Gemeinschaft, ihrer Handlungsfähigkeit und ihrem internationalen Ansehen. Ein solches Vorgehen beeinträchtigt auch den Zusammenhalt der Europäer. Denn der Wunsch der Bürger, ernst genommen zu werden, kann nur allen, aber nicht jedem Einzelnen erfüllt werden. Wenn 0,7% der EU Bürger ein Vetorecht beanspruchen, dann wird das von den übrigen 99% wohl kaum als legitim empfunden!

Der Mangel an Solidarität und an Respekt vor den EU-Verträgen in Verbindung mit dem Nichteinhalten des Vereinbarten belastet das Verhältnis der Mitgliedsländer untereinander und das zur Europäischen Union.  Bei diesen Eindrücken wenden sich die Bürger von der EU ab!

Diese Situation erfordert Reformen! Wenn schon in Deutschland mit seiner sehr europafreundlichen Bevölkerung drei Viertel grundlegende politische Reformen in der EU für nötig, aber nur ein Viertel solche Reformen für wahrscheinlich hält, kann man auf noch größere Reformskepsis in den anderen EU-Ländern schließen.

10) Besonders ausgeprägt sind die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Mitgliedsländern im Euro-Währungsgebiet: Die Maastricht Konvergenzkriterien, nach denen Staatsverschuldung und Haushaltsdefizit 60% bzw. 3% des BIP nicht überschreiten dürfen, werden von einigen Ländern als „Austeritäts-Politik“ bekämpft und nicht eingehalten. Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Griechenland wollen mit höheren Staatsausgaben in ihren Ländern „die Konjunktur ankurbeln“, aber zugleich Strukturreformen strecken oder im Hinblick auf bevorstehende Wahlen möglichst vermeiden. Das Eintreten Deutschlands für ein Einhalten dieser Kriterien wird als „Spardiktat“ zurückgewiesen. Die Rücksichtnahme der EU-Kommission beim Verhängen von Sanktionen gegen Länder, die nicht die notwendigen Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung ergreifen, stellt die Einhaltung vertraglicher Verpflichtungen in den Bereich der Beliebigkeit. Herr Draghi, der Präsident der EZB, hat oft darauf hingewiesen, dass die Geldpolitik der EZB Strukturreformen in den Ländern erleichtern soll, aber auch voraussetzt. Es versteht sich, dass die Null-Zins-Politik die hochverschuldeten Länder am stärksten entlastet und damit in den Haushalten Raum für Investitionen schafft. Wachstum durch öffentliche „Konjunkturspritzen“ ist zumeist ein Strohfeuer, während Wachstum durch Wettbewerbsvorsprung längerfristig wirkt.

Investoren mit langfristiger Perspektive suchen Zielländer mit sozialer und politischer Stabilität. Der dargestellte Dissens in der EU beeinträchtigt das Vertrauen von Investoren in die Stabilität der EU. Das gilt ebenfalls für die Bürger der EU, vor allem für die Sparer im Euro-Raum! Die Auswirkungen dieser Null-Zins-Politik für Banken, Lebens- und Krankenversicherungen und Unternehmen mit Betriebsrenten werden inzwischen ebenfalls sichtbar.

11)   2015/2016 stellte die Migration, also die starke Zunahme von Menschen, die in der EU Zuflucht suchten, die Regeln und die Werte der EU auf eine Probe, deren Ergebnisse nicht befriedigen können. Die Schwierigkeiten sind Ihnen allen bekannt. Die Lösungsansätze schaffen zum Teil neue Abhängigkeiten. Die Verbesserung der Lebenschancen in den Herkunftsländern wird eine Daueraufgabe! Sie kann nur gelöst werden, wenn dort Frieden hergestellt wird und funktionierende Staatswesen auf- bzw. ausgebaut werden.

Die Bereitschaft der EU-Länder, Migranten und Flüchtlinge aufzunehmen und zu integrieren, zeigt eine Bandbreite von „Null“ bis „ohne Obergrenze“. Weder die Verfahrensregeln noch das Einfordern von Solidarität allein werden hier Einvernehmen schaffen. Ein Abwägen von „Solidarität“ und „Freiwilligkeit“ sollte Kompromisse ermöglichen, die eine Gleichwertigkeit, aber keine Gleichartigkeit der Beiträge anstreben könnten. Dieser Ansatz muss allen Europäern vermittelt werden!

12) Auf den ersten Blick wirkt die Europäische Union beim Thema „Frieden“ harmonischer als beim Thema „Euro“ und Migration.

Ich bin überzeugt, dass die Frieden stiftende und Frieden bewahrende Wirkung der EU sich nicht nur in Europa bewährt. Der Zerfall Jugoslawiens und die darauf folgenden Kriege, die uns die Brüchigkeit der Friedensordnung Europas schrecklich zeigten, konnten durch die Nato beendet werden. Denn es gab die Option einer Aufnahme der entstehenden Länder in die EU mit dem Versprechen von Frieden, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und Wohlstand.

Im Umfeld der EU gibt es zurzeit viele bedrohliche Auseinandersetzungen: Russland und Ukraine, Türkei und Kurden, Syrien, Irak, Iran und Saudi-Arabien, Iran und Israel, IS, Libyen, verbunden mit großen Migrationsbewegungen. „Wir Europäer“ haben also zu Recht Angst.

Es gibt also viele Aufgaben für die richtige Kombination von Ordnungsfaktoren im Rahmen der Globalisierung. Ob die „weiche“ Macht der EU in Verbindung mit der militärischen Macht der NATO ausreicht, bleibt offen. In der Praxis ist die „gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik“ der EU, also die Rollenverteilung zwischen der EU und den Nationalstaaten, von Vielstimmigkeit geprägt. Zurzeit dominieren die Initiativen der Staaten auf diesem Gebiet. Dieser Zustand kann den Wunsch der Bürger nach Sicherheit kaum befriedigen.

Ob und in welchem Maße die NATO als wirksamer Garant der äußeren Sicherheit Europas diese Aufgabe künftig weiter wahrnehmen wird, ist schwer abzuschätzen. Im Wahlkampf hat der nächste Präsident der USA eine deutlich isolationistische Richtung gezeigt: er will Europa auf Eigenverantwortung unter erhöhtem Mitteleinsatz verpflichten, indem er den Eigeninteressen der USA Vorrang vor internationaler Verantwortung gibt.

„Wir Europäer“ sind durch Flüchtlinge und Migranten, zu mittelbar Betroffenen der bewaffneten Konflikte und der Fälle von Staatsversagen in den angrenzenden Großräumen geworden.

Haben wir den notwendigen Selbstbehauptungswillen, um für unsere Lebensweise, unsere Freiheit und für unsere Werte auch außerhalb Europas einzustehen? Wenn die Europäische Union zu dieser Frage eine gemeinsame Antwort findet, überwiegen die Chancen für Europa, bei Alleingängen allerdings die Risiken!

Was bedeutet der Brexit für die Sicherheitspolitik? Wird der Einfluss Europas in der NATO und im Sicherheitsrat der UNO dadurch geschwächt? Ich befürchte, dass das geschieht. Bei den Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens sollte der Sicherheitsaspekt im Verhältnis zum Zugang zum Binnenmarkt berücksichtigt werden. Politisch und wirtschaftlich ist eine möglichst enge Beziehung von Europäischer Union und Großbritannien wünschenswert.

13) Das Wohlstandsversprechen der EU hat sich für viele Bürger, aber nicht für alle erfüllt. Die Arbeitslosigkeit ist in den Krisenländern erschreckend hoch und die Jugendarbeitslosigkeit belastet die Gegenwart und bedroht die Zukunft. Das Rezept, Finanzhilfen mit der Verpflichtung zu Strukturreformen zu verbinden, beginnt zu wirken: aber das Wachstum bleibt bescheiden, zumal viele Reformen nur widerwillig und spät beschlossen und dann noch zögerlich verwirklicht werden. Reformkritische Parteien haben in Portugal und Griechenland Mehrheiten gewonnen und in Spanien die Regierungsbildung lange verzögert. Das in Italien vorgesehene Referendum und die Wahlen in Frankreich lassen eine Zunahme der reformkritischen Parteien erwarten. Denn die Lasten der Reformen werden schon heute gespürt, die angestrebten Vorteile bei Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum stellen sich erst in Zukunft ein. Opfer und Gewinner der Reformen sind häufig nicht identisch. Wer heute Einschnitte bei seinem Lebensstandard hinnehmen muss, kann hoffen und erwarten, dass er damit Kindern und Enkeln bessere Lebenschancen verschafft. Dieser Zusammenhang muss überzeugend erklärt werden! Dann steigen die Chancen des Gelingens!

Es ist eine schwierige  Aufgabe, den Bürgern der Reformländer zu verdeutlichen, dass das nach europäischen Maßstäben gute Abschneiden der deutschen Wirtschaft durch die Reformen der „Agenda 2010“ gefördert wurde, aber vor allem auf Wertschöpfungsnetzwerken beruht. Diese Wertschöpfungsnetzwerke umfassen mittelständische und große Unternehmen in Deutschland und europäischen Nachbarländern sowie gute Positionen in den wichtigsten Märkten der Welt. Wettbewerbsvorteile sind im Heimatmarkt Europa erarbeitet worden und werden global genutzt. Die Rahmenbedingungen für die Tätigkeit dieser Unternehmen werden politisch bestimmt. Dabei strebt die Politik Deutschlands gelegentlich eine Vorreiterrolle an, die wie z.B. bei der „Energiewende“ wenig Nachahmer findet.  Der Handelsbilanzüberschuss Deutschlands  führt bei den Nachbarländern in der EU,  bei der EZB und auch in den USA zur Forderung, Deutschland solle eine Politik zur Verringerung deutscher Überschüsse verfolgen. Das bedeutet konkret, durch Erhöhung von Löhnen, Gehältern und Renten soll die Binnennachfrage gestärkt und durch höhere Investitionen, z.B. in Infrastruktur, die „Konjunktur angekurbelt“ werden. Als weitere Wirkung einer solchen Politik wird auch eine Trendzunahme der Inflation in Richtung des EZB-Zielwertes von nahe bei, aber unter Zwei Prozent p.a. erwartet.

Die nicht bezweckte, aber wahrscheinliche Nebenwirkung dieser Politik wäre eine Verschlechterung der globalen Wettbewerbsfähigkeit.

14) Verunsicherte Menschen suchen ein Weltbild, eine Orientierung, die sie von den Eliten in Politik, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft verlangen. Sie wollen, dass die „Meinungsführer“ ihnen die Welt verständlich erklären. Das gewohnte Weltbild muss auf den neuesten Stand gebracht werden; den „Abschieds-Schmerz“ kann man aber nicht allein mit Daten und Fakten lindern. Wir wollen wissen, wohin die Reise gehen soll; wir wollen uns aber auch am Zielort wohlfühlen!

Es hilft nicht, die moderne arbeitsteilige Welt im Zeitalter der Globalisierung kritisch mit der romantisch verklärten „guten alten Zeit“ zu vergleichen! Der Konstanzer Philosoph Jürgen Mittelstraß nennt unter Bezug auf Leonardo da Vinci unsere Welt die „Leonardo-Welt“, weil wir in einer Welt leben, die- mit seinen Worten – in ihrem heutigen Zustand „das Werk des Menschen ist“.

Unsere Welt der globalen Arbeitsteilung ist komplex, schwierig, nicht gerecht, z.B. beim Verbrauch der Ressourcen, und neigt zu Übertreibungen. Aber in dieser Welt mit raschem Bevölkerungswachstum haben sich mehr als eine Milliarde Menschen vom Elend absoluter Armut befreien können! Wir müssen die Herausforderung aufgreifen, die Lebensbedingungen der vielen Menschen, die heute noch im Elend existieren, zu verbessern. Statt an dieser Welt zu verzweifeln, müssen wir die Lebens- und Gestaltungschancen verantwortlich nutzen! Wir sind aufeinander angewiesen! Alles hängt mit allem zusammen!

Aber vielen Menschen in Europa fehlt die gewohnte Geborgenheit bekannter Strukturen. Sie können die Zusammenhänge nicht erkennen. Das gilt schon für die Welt der Industrie, erst recht für die beunruhigende Entwicklung der Finanzwirtschaft! Wer zwischen Ursache und Wirkung keine Verbindung erkennen kann, neigt dazu, die Ergebnisse einfach hinzunehmen oder das Vertrauen in die Entscheider zu verlieren. Die Sichtbarkeit wirtschaftlichen Handelns erleichtert seine Anerkennung. Die internationalen Liefer- und Leistungsbeziehungen vieler Unternehmen sind dieser „Sichtkontrolle“ in der Regel nicht zugänglich. Diese Unternehmen müssen sich daher um das Verständnis der Gesellschaft bemühen, damit die Gesellschaft anerkennt, dass die unternehmerische Freiheit verantwortlich genutzt wird. In vielen Fällen kommt es für die Akzeptanz des Handelns vorrangig auf die Glaubwürdigkeit der Führungspersönlichkeiten an.

Das „Leitbild für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft“, das in Zusammenarbeit mit dem „Wittenberg Zentrum für globale Ethik“ entwickelt wurde, ist eine Selbstverpflichtung von rund sechzig Unternehmen und Institutionen in Deutschland. Es dient auch dazu, das Verhältnis von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu verbessern. Das erste Prinzip dieses Leitbildes lautet: „Die Wirtschaft muss das Wohl der Menschen fördern“.

15) Das Wohl der Menschen soll auch die Strategie der Europäischen Union fördern!

Bei der Vorstellung der politischen Leitlinien für diese Europäische Kommission verglich Jean-Claude Juncker die Maßnahmen während der Finanz- und Wirtschaftskrise „mit der Reparatur eines brennenden Flugzeuges während des Fluges“. Er sagte, das „Schlimmste konnte verhindert werden, Binnenmarkt und die Integrität des Euro-Währungsraumes konnte gewahrt werden.“ Er wollte das Vertrauen der europäischen Bürgerinnen und Bürger zurückgewinnen. Er nannte als seine erste Priorität die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas und der Belebung der Investitionstätigkeit, um auf diese Weise neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Aber zwanzig Monate später schreibt BM Schäuble in der FAZ zu „Europa zwischen Wunsch und Wirklichkeit“: „Die Herausforderungen für Europa drängen sich zu einem Bündel von Krisen … In zahlreichen Mitgliedstaaten schwindet die Zustimmung der Bevölkerung zu Europa, das unfähig scheint, sich zu einigen“.

Daher ergeben sich zwei Hauptfragen:

-        Welche Strategie verfolgt die EU?

-        Überzeugt diese Strategie? Ermutigt sie die Bürger der EU?

Mich hatte die im Jahr 2000 beschlossene Lissabon-Strategie mit ihrem Mut beeindruckt, nämlich Europa bis 2010 zur dynamischsten, wettbewerbsfähigsten wissensbasierten Region der Welt zu machen.

Mit Stärkung der Innovationsfähigkeit, Reform der Arbeitsmärkte und Sozialsysteme sowie der Vollendung des Binnenmarktes waren zwar die richtigen Wachstumstreiber identifiziert. Doch hätte es auch einer Aufbruchsstimmung bedurft, die neue Technologien, Produkte und Dienstleistungen weniger als Risiko und Bedrohung, sondern vielmehr als Chance betrachtet.

Die 2010 beschlossene Strategie für Beschäftigung und intelligentes, nachhaltiges sowie integratives Wachstum legt fünf Ziele fest, die EU und Mitgliedstaaten bis 2020 erreichen sollen:

-        Erhöhung der Beschäftigungsquote der 20- bis 64-Jährigen auf 75%.

-        Erhöhung der privaten und öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 3% des BIP.

-        Verringerung der Treibhausgas-Emission im EU-Durchschnitt um 20% gegenüber 1990, Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energiequellen am Gesamtverbrauch auf 20% und Steigerung der Energieeffizienz um 20%.

-        Senkung der Schulabbrecherquote auf unter 10% und Erhöhung des Anteils der Hochschulabsolventen unter den 30 – 34 Jährigen auf mindestens 40%.

-        Verringerung der Zahl der von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen oder bedrohten Menschen um mindestens 20 Mio.

Fragen wir aber, ob eine Strategie richtig sein kann, die mit einer Vielzahl von Zielen die Bürger eher verwirrt  als inspiriert. Entsteht so eine Aufbruchsstimmung? Wer sagt: „Das schaffen wir!“?

16) Die Herren Juncker, Schulz, Tusk und Draghi vertreten die Sache Europas und der EU-Strategie mit hohem persönlichem Einsatz. Aber erreichen sie die Herzen der EU-Bürger? Ich bezweifle das! Denn es fehlt ihnen der Resonanzboden einer europäischen Öffentlichkeit. Es fehlt häufig auch das Einfühlungsvermögen, das die Sprache bestimmt, die die Herzen der Bürger erreichen und bewegen kann.

Wo bleiben die Liebeserklärungen an Europa? Rechenschaftsberichte und Erläuterungen von Plänen sind kein Ersatz für eine Liebeserklärung! Ich sage gerne: ich liebe Europa! Und viele meiner Freunde und Bekannten teilen diese Leidenschaft!

Meine Liebe zu Europa wurde durch die Heirat meiner Schwester mit Claude Puech verstärkt. Meine Schwester und ihre Familie haben mir das tägliche Leben in Frankreich mit der guten Nachbarschaft in der französischen Provinz nahe gebracht. So war die Schwiegermutter meiner Schwester weniger besorgt, dass sie eine deutsche Schwiegertochter bekam, aber sehr besorgt, ob meine Schwester gut kochen könne. Sie konnte und kann es zur allseitigen Zufriedenheit!

Liebeserklärungen für Europa sind aber nicht gleichzeitig Liebeserklärungen für die Europäische Union. Nicht Liebe, aber Wertschätzung wird der EU entgegengebracht. Das kann aber eigentlich nicht überraschen. Denn wer verliebt sich schon in einen Binnenmarkt?

17) Die Briten, die für den Brexit stimmten, waren sicher nicht in den Binnenmarkt verliebt! Nach meiner Einschätzung ist es der Europäischen Union leider nicht gelungen, ihre Herzen zu gewinnen. Ich bin überzeugt, dass diese Briten bei ihrer Entscheidung nicht von einer Kosten- und Nutzenrechnung für die Mitgliedschaft in der EU gegenüber dem Austritt bestimmt wurden. Die Mehrheit für den Austritt kam in England zustande. Sie wurde von vielen Faktoren geprägt, zum Beispiel: einer Empire-Nostalgie; dem Willen, wieder souverän zu entscheiden mit dem Parlament und der Queen als höchster Instanz; der Angst vor Überfremdung, Fremdbestimmung und Identitätsverlust; dem Protest gegen das Establishment und die Eliten; der Wut, sich als Verlierer zu sehen; dem Zorn auf die Brüsseler Bürokratie und Gängelei, der Unzufriedenheit mit der EU-Politik bei der Eurokrise, Flüchtlingskrise und Haushaltsgestaltung, aber auch der Fülle unrealistischer Versprechungen der Befürworter des Austritts und den Schwächen der Kampagne für den Erhalt der EU-Mitgliedschaft.

18) Risiken und Chancen für die Europäische Union werden durch die Reaktionen auf das Brexit-Votum geprägt werden: Priorität sollen Vorhaben genießen, die durch Taten und Erfolge die EU-Bürger überzeugen, dass Europa wirklich die Zukunft ist. Nicht die Zielsetzungen für seine ferne Zukunft, sondern pragmatische Entscheidungen mit rasch sichtbaren Ergebnissen sind erforderlich. Dabei gilt es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und auf manche Ideen für weitere Harmonisierung und Regulierung zu verzichten, wie das Kommissionspräsident Juncker ja schon angekündigt hat.

Eine „Neugründung Europas“, wie sie Professor Sinn mit seinem Buch „Der schwarze Juni“ vorschlägt, bietet für Rat, Kommission und Europäisches Parlament sowie die Öffentlichkeit ein „Gedankenexperiment“, um das Wesentliche zu finden. Der Zusammenhalt der Europäer gehört bestimmt dazu!

Zur Sicherung der Außengrenzen der EU ist mit dem Ausbau von „Frontex“ eine wichtige Entscheidung getroffen worden. Erfolge dieser Initiative dürfen auf öffentliches Interesse rechnen.

Bei der Handhabung der Regeln für Asyl und Migration kann nur ein Kompromiss gefunden werden, der in der Einigung über die Gleichwertigkeit der Beiträge, wenn auch nicht der Gleichartigkeit der Beiträge besteht. Länder, die Flüchtlinge nicht aufnehmen wollen, müssten zumindest zu den Kosten beitragen. Für die Bürger ist die Überzeugung, dass EU und Länder die Lage unter Kontrolle haben, von großer Bedeutung.

Das gilt auch für die Probleme mit der Einhaltung der Euro-Konvergenzkriterien: eine rasche Entscheidung, selbst wenn es eine Ausnahme von den Regeln ist, überzeugt mehr als ein Dauerstreit über finanzpolitische Grundsatzfragen, die eigentlich durch den Wachstums- und Stabilitätsvertrag entschieden sind. Ein Überdehnen der Regeln beeinträchtigt das Rechtsbewusstsein der Bürger.

19) Beiträge der Wirtschaft zum Wachstum ihres Heimatsmarktes Europa entsprechen ihrem eigenen Interesse. Über die Gestaltung der Rahmenbedingungen kann im weltweiten Standortwettbewerb manche Chance gewahrt, aber auch manches Risiko realisiert werden. Die Wirtschaft in Deutschland und Europa sucht Wettbewerbsvorteile durch Innovation, braucht also ein innovationsfreundliches Klima.

Die Wahl der Rechtsform der S. E., also der „Societas Europäa“ durch die Unternehmen hat symbolischen Wert und stärkt das Wir-Gefühl. Denn diese Unternehmen bekennen sich damit zu Europa als ihrer Heimat.

Alle persönlichen Begegnungen in Europa sind geeignet, den Zusammenhalt zu fördern, zum Beispiel auch das Rekrutieren von Führungsnachwuchs  oder von Auszubildenden aus den Nachbarländern.

Mir würde gefallen, wenn der 9. Mai, der Europatag der Europäischen Union, nicht nur im Kosovo ein gesetzlicher Feiertag wäre, sondern in der ganzen EU!

Risiken ergeben sich aus dem Verpassen der genannten Gestaltungschancen. Dabei sind nach meiner Einschätzung die internen Spannungen in der EU die größeren Risiken als die externen Herausforderungen und Bedrohungen.

20) Der Dreiklang von Heimat, Vaterland und Europäischer Union wird noch sehr lange unsere Identität bestimmen. Mit den Worten von Prof. Wieland, des Rektors der Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, kann nur die EU ihren Mitgliedstaaten Teilhabe an einer Stellung in der Welt vermitteln, die grundsätzlich gleichrangig mit den Positionen der Großmächte ist. (Rektoratsrede Nov 2011, S.6). Im internationalen Wettbewerb um Einfluss auf die Entwicklung unserer Welt kann die EU nur bestehen, wenn die Bürger diesen Verbund von Staaten wirklich wollen. Die Fähigkeit der EU, europäische Lebensweise und Werte weltweit zu vertreten, wächst mit der Stärke des Zusammenhalts ihrer Bürger. Uns verbindet über die Grenzen von Ländern und Sprachen hinweg die gemeinsame Geschichte und die gemeinsame Zukunft, die Freude an der Vielfalt und Dichte der europäischen Kultur, die Zuneigung zu unseren Nachbarn, der Respekt voreinander und das Zutrauen zu unserer gemeinsamen Kraft. „Wir Europäer“ lieben Europa, viele insgeheim, wenige sogar öffentlich. Wir schätzen die Europäische Union und wollen ihre Reform!

Daher zum Schluss noch der Hinweis auf Salvador de Madariaga, Karlspreis 1973,  und sein Buch „Portrait Europas“ sowie auf Timothy Garton Ash und sein Buch „Jahrhundertwende“: beide bekennen ihre Liebe zu Europa öffentlich.

Scheuen sie, meine Damen und Herren, sich bitte nicht, Ihre stille Liebe zu Europa, Ihre Wertschätzung der EU und ihren Reformwillen öffentlich zu bekennen! Denn damit können Sie aus dem Fragenzeichen im Titel meiner Rede „Wir Europäer“ ein Ausrufungszeichen machen! Dann könnte die Europa-Hymne gespielt werden und wir alle könnten „Freude schöner Götterfunke…“ zur Musik hinzu denken.

Ich danke Ihnen für ihre Aufmerksamkeit.

16.11.2016


Ein Schatz wechselseitiger Bereicherung

v.l.: Pfarrer Steffen Schramm, Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Pastor Jochen Wagner, Kirchenpräsident Christian Schad, Ökumenereferent Thomas Stubenrauch v.l.: Pfarrer Steffen Schramm, Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Pastor Jochen Wagner, Kirchenpräsident Christian Schad, Ökumenereferent Thomas Stubenrauch

„Zusammen wachsen“: Ökumenisch-geistlicher Übungsweg zum Reformationsjubiläum vorgestellt

Speyer- Einen bundesweit einzigartigen ökumenisch-geistlichen Übungsweg zum Reformationsjubiläum/Reformationsgedenken haben die Evangelische Kirche der Pfalz, das Bistum Speyer und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK – Region Südwest) in Speyer vorgestellt. Unter dem Motto „zusammen wachsen“ gibt der Übungsweg interessierten Einzelpersonen und Gruppen Impulse für persönliche Glaubensübungen und
-erfahrungen. Er versteht sich als Beitrag, das Reformationsjubiläum mit allen Konfessionen als gemeinsames Christusfest zu begehen und nach dem zu suchen, was die Konfessionen miteinander verbindet, erklärten Kirchenpräsident Christian Schad, Bischof Karl-Heinz Wiesemann und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK – Region Südwest), Pastor Jochen Wagner.

Im Rahmen des Reformationsjubiläums stehen zentrale Themen wie Gnade, Rechtfertigung und Versöhnung im Mittelpunkt des Übungswegs, der für einen Zeitraum von vier Wochen angelegt ist. Als Anregung für persönliche Meditationen und Gruppentreffen in der Gemeinde dienen vor allem Texte aus der Bibel. Zu Wort kommen aber auch Martin Luther und andere Reformatoren, Stimmen aus der gemeinsamen vorreformatorischen Zeit, aus der katholischen Reformbewegung sowie aus anderen kirchlichen Traditionen und der Ökumene heute.

„Es zeigt sich, dass diese unterschiedlichen Traditionen ein Schatz sind, mit dem wir uns wechselseitig bereichern“, sagte Kirchenpräsident Christian Schad. Der Übungsweg leiste einen Beitrag dazu, dass Menschen „neu mit Christus – und so auch als Christen verschiedener Konfessionen untereinander zusammen wachsen“. Dazu helfe der Blick auf die Grundanliegen der Reformation, die zu Umkehr und geistlicher Erneuerung der Kirche aufgerufen haben. „Im Kern ist die Reformation eine Bibelbewegung“, betonte Schad.

Bischof Karl-Heinz Wiesemann begrüßte die gemeinsame Feier des Reformationsjubiläums und die gemeinschaftliche Ausarbeitung des Übungsweges. Auch für die katholische Kirche bestehe „Anlass zur Dankbarkeit für wichtige und zentrale geistliche Impulse“ durch die Reformatoren. Dazu gehöre auch die Überzeugung, „dass jeder Getaufte mit dem gemeinsamen Priestertum beschenkt – und mitverantwortlich ist für die Sendung der Kirche“, sagte Wiesemann. Er dankte den Autoren für das „gelungene Werk“, das dabei helfe, das ökumenische Miteinander in der Region weiter zu vertiefen.

Dass „zusammen wachsen“ den roten Faden vom Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) 2015 in Speyer weiterführe, zeigt nach Auffassung von Pastor Jochen Wagner, dass es sich nicht um eine „Eventökumene“ gehandelt habe. Durch den Übungsweg werde das deutlich, „was uns Christen miteinander verbindet: dass wir miteinander beten und diskutieren“.

Mit dem ökumenisch-geistlichen Übungsweg knüpfen nach Aussage von Pfarrer Steffen Schramm vom Protestantischen Institut für kirchliche Fortbildung und Ökumenereferent Thomas Stubenrauch vom Bistum Speyer die Initiatoren an die Erfahrungen im Vorfeld des ÖKT an. Unter dem Motto „Aufstehen zum Leben“ hatten sich 28 Kirchen- und Pfarrgemeinden an den „Exerzitien im Alltag“ beteiligt.

Hinweis: Am 28. Januar 2017 findet im Kloster in Neustadt eine Einführungsveranstaltung zum ökumenisch-geistlichen Übungsweg für Interessierte statt. Für Materialien und nähere Informationen steht das Institut für kirchliche Fortbildung in der Luitpoldstraße 8 in 76829 Landau zur Verfügung.

Mehr zum Thema: http://institut-kirchliche-fortbildung.de/  Text: lk; Foto: Landeskirche/Klaus Landry

15.11.2016


Kirchen unterstützen jüdische Kultusgemeinde bei Anschaffung von zwei Tora-Rollen

Marina Nikiforova von der Jüdischen Kultusgemeinde erläutert Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (links) und Kirchenpräsident Christian Schad die Pläne zur Anschaffung von zwei neuen Tora-Rollen für die Synagogen in Kaiserslautern und Speyer. Marina Nikiforova von der Jüdischen Kultusgemeinde erläutert Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (links) und Kirchenpräsident Christian Schad die Pläne zur Anschaffung von zwei neuen Tora-Rollen für die Synagogen in Kaiserslautern und Speyer.

Geschäftsführerin der jüdischen Kultusgemeinde traf sich mit Bischof und Kirchenpräsident

Speyer-  Das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz unterstützen die jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz bei der Anschaffung von zwei neuen Tora-Rollen für die Synagogen in Speyer und Kaiserslautern. Bei einem Treffen informierte Marina Nikiforova, die Geschäftsführerin der jüdischen Kultusgemeinde, Kirchenpräsident Christian Schad und Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann über das Vorhaben.

Die Tora ist das heilige Buch im Judentum und besteht aus den fünf Büchern Moses. Die Tora-Rolle wird aus vielen Pergamentblättern zu einer sehr langen Rolle zusammengenäht. „Geschrieben wird sie von einem sogenannten Sofer, einem speziell geschulten Schreiber. Jeder Buchstabe in der gesamten Tora muss mit Feder und einer speziellen Tinte geschrieben werden“, erläuterte Marina Nikiforova. Bereits ein fehlender oder missratener Buchstabe mache die Tora-Rolle unbrauchbar. Für das Schreiben einer Tora-Rolle benötige der Sofer ungefähr ein Jahr.

Die jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz hatte sich Ende des vergangenen Jahres zum Erwerb von zwei neuen Tora-Rollen für die Synagogen in Speyer und Kaiserslautern entschlossen. „Durch den ständigen Gebrauch sind die vorhandenen Tora-Rollen stark beschädigt. So kann es jederzeit dazu kommen, dass sie nicht mehr koscher sind und nach jüdischem Verständnis nicht mehr benutzt werden dürfen“, erklärte Marina Nikiforova. Eine neue Tora-Rolle kostet rund 25.000 Euro. Zur Finanzierung tragen eigene Mittel der jüdischen Kultusgemeinde, mehrere Benefizveranstaltungen sowie die Unterstützung zahlreicher Institutionen und Einzelpersonen bei. So hat zum Beispiel der Vorsitzende der jüdischen Kultusgemeinde Israil Epstein allein 5.000 Euro zum Kauf der neuen Tora-Rollen beigesteuert.

Das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz beteiligen sich mit jeweils 5.000 Euro an den Anschaffungskosten für die beiden Tora-Rollen. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen, dass Juden und Christen durch die Heiligen Schriften Israels bleibend miteinander verbunden sind“, gab Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann als Grund für die Unterstützung an. Der Pentateuch, die fünf Bücher Mose, seien auch für Christen grundlegend. Beide Religionen hätten ein reiches gemeinsames geistliches Erbe, wovon die Heilige Schrift Zeugnis gebe. Dass sich jüdisches Leben in der Pfalz und in Deutschland neu entfalten könne, erfülle ihn mit großer Dankbarkeit, sagte Bischof Wiesemann. Bestandteil der katholischen Lehre sei ein „unwiderrufliches Nein zum Antisemitismus“, betonte er.

Kirchenpräsident Christian Schad erinnerte daran, dass sich die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auf dem Weg zum Reformationsjubiläum nicht nur kritisch mit dem Verhältnis Martin Luthers zu den Juden beschäftigt, sondern ausdrücklich auch zum Thema der sogenannten „Judenmission“ Stellung genommen habe. In der Kundgebung vom 9. November 2016 habe die EKD-Synode ein klares Zeichen gegen die christliche Missionierung von Juden gesetzt, erklärte Schad, der als Mitglied des Ausschusses „Schrift und Verkündigung“ wesentlich an dem Papier mitgearbeitet hat. Die Stellungnahme sei auch von dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, gewürdigt worden, der im vergangenen Jahr eine klare Positionierung der EKD gefordert hatte. Mit der Kundgebung anerkenne die EKD nun das Leid, das die über Jahrhunderte praktizierte Zwangskonversion vieler Juden verursacht habe. Wörtlich heißt es in dem von der Synode in Magdeburg verabschiedeten Papier: „Christen sind – ungeachtet ihrer Sendung in die Welt – nicht berufen, Israel den Weg zu Gott und seinem Heil zu weisen. Alle Bemühungen, Juden zum Religionswechsel zu bewegen, widersprechen dem Bekenntnis zur Treue Gottes und der Erwählung Israels.“ is/lk

Spendenkonto zur Anschaffung von zwei neuen Tora-Rollen für die Synagogen in Speyer und Kaiserslautern:

Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz
Sparkasse Vorderpfalz
IBAN DE84 5455 0010 0193 2025 12
Volksbank
IBAN DE94 5479 0000 0001 3813 34

15.11.2016


Gottesdienst mit Bischof Wiesemann zum Abschluss des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit

In Dom und Bistum gab es zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit eine Reihe besonderer Angebote für Pilger und Besucher

Speyer- Mit einem Pontifikalamt im Speyerer Dom am Sonntag, den 13. November, um 10 Uhr wird Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann das Heilige Jahr der Barmherzigkeit im Bistum Speyer abschließen. Es war von Papst Franziskus am 8. Dezember 2015 ausgerufen worden.

Mit dem Gottesdienst endet auch das Angebot der „Heiligen Pforte“. Seit dem dritten Adventssonntag im vergangenen Jahr konnten Besucherinnen und Besucher die Kathedrale durch das Otto-Portal im Südosten des Domes als „Heilige Pforte“ betreten. Es ist dem heiligen Bischof Otto von Bamberg gewidmet, der beim Dombau mitgewirkt hat. Die Heilige Pforte wurde, dem römischen Vorbild folgend, mit Pflanzengrün geschmückt. Eine Hinweistafel erläuterte den Besuchern Idee und Sinn des Heiligen Jahres und lud zum Durchschreiten der Heiligen Pforte ein. Ausgehend von der Pforte der Barmherzigkeit führte ein „Weg der Barmherzigkeit“ durch den Dom. Ein Wegweiser bot Orientierung und lud die Besucher dazu ein, sich eingehender mit der Barmherzigkeit Gottes zu befassen.

"Die Heilige Pforte wird zwar geschlossen, doch die Barmherzigkeit Gottes geht weiter“, erklärt dazu Domkapitular Franz Vogelgesang, der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge. Ebenfalls mit Gottesdiensten am Sonntag werden die Heiligen Pforten in den Wallfahrtsorten Maria Rosenberg, Blieskastel und Ludwigshafen-Oggersheim geschlossen. Sie boten Gelegenheit, sich mit der Bedeutung der Barmherzigkeit für das eigene Leben auseinanderzusetzen. Eine diözesane Gebetskette zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit nahm besonders die Werke der Barmherzigkeit in den Blick.

„Nacht der Barmherzigkeit“ und Rom-Wallfahrt als Höhepunkte

Ein Höhepunkt des Heiligen Jahres im Dom war die „Nacht der Barmherzigkeit“ mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am 1. Oktober. Gemeinsam mit Jugendlichen hatte der Bischof zur Feier in den Speyerer Dom eingeladen. Brüder aus Taizé waren zu Gast und brachten gemeinsam mit einem Chor aus 200 Jugendlichen Stimmung und die besondere Spiritualität des französischen Zentrums nach Speyer.

Vom 8. bis zum 15. Oktober besuchten rund 150 Pilger aus der Pfalz und der Saarpfalz zentrale Stätten des Glaubens in Rom. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und weitere Speyerer Diözesanpriester begleiteten die Wallfahrt. Die Pilgergruppe aus dem Bistum Speyer absolvierte in Rom ein umfangreiches Programm. Treffen mit Christen aus der ganzen Welt, die ebenfalls der Einladung von Papst Franziskus nach Rom gefolgt waren, machten die Weltkirche konkret erfahrbar.

Ein weiterer Bestandteil des Heiligen Jahres waren die sieben Abende der Barmherzigkeit, die von April bis November im Dom stattfanden. Diese begannen um 18 Uhr mit einer Abendmesse. Im Anschluss fand eine Aussetzung des Allerheiligsten und Prozession in die Afrakapelle statt. Bis jeweils 22 Uhr gab es eine Anbetungszeit mit Gesang und Lobpreis. Parallel bestand die Möglichkeit, das Sakrament der Versöhnung zu empfangen. Den Abschluss bildete ein Nachtgebet.

Ordentliche und außerordentliche Heilige Jahre in der katholischen Kirche

Das Heilige Jahr ist ein Jubiläumsjahr in der katholischen Kirche. Es wird regulär alle 25 Jahre begangen. Biblisches Vorbild ist das Jubeljahr, ein alle 50 Jahre begangenes Erlassjahr. Das erste Heilige Jahr wurde 1300 von Papst Bonifatius VIII. ausgerufen. Ursprünglich als Jahrhundertereignis gedacht, wurde es zunächst im Abstand von 50 und dann 33 Jahren wiederholt. Der Rhythmus von 25 Jahren besteht seit 1470.

Zentrale Elemente der Heiligen Jahre wurden die Romwallfahrt, die Heilige Pforte und der Ablass. Zum Ritual gehörte der Besuch bestimmter Kirchen in Rom. Heute gehören acht Pilgerorte dazu, darunter der Petersdom, die Lateranbasilika, die Basilika Santa Maria Maggiore und die Katakomben.

Neben den "ordentlichen" Heiligen Jahren gab es wiederholt außerordentliche Jubiläen, etwa 1566 angesichts der Bedrohung durch die Türken, 1605 zum Amtstritt von Papst Paul V., 1983 als besonderes Gedenkjahr der Erlösung, 1987 mit dem Themenschwerpunkt Maria und 2008 anlässlich der Geburt des Apostels Paulus vor 2.000 Jahren. Auch das von Papst Franziskus vom 8. Dezember 2015 bis 20. November 2016 ausgerufene Heilige Jahr der Barmherzigkeit fällt in diese Kategorie. Um den Gläubigen weltweit die Möglichkeit zu bieten, durch "Heilige Pforten" zu schreiten, gab es solche auch in den jeweiligen Diözesen. is

09.11.2016


Familienbund der Katholiken im Bistum Speyer wählt neuen Vorstand

Manfred Gräf ist der neue Vorsitzende - Hede Strubel-Metz im Amt bestätigt

Speyer/Ludwigshafen-  Manfred Gräf ist neuer Vorsitzender des Familienbundes der Katholiken im Bistum Speyer. Der ehrenamtliche Beigeordnete des Rhein-Pfalz-Kreises, Bürgermeister a. D. und ehemaliger Förderschullehrer aus Bobenheim-Roxheim, wurde auf der Mitgliederversammlung des Familienbundes einstimmig für vier Jahre ins Amt gewählt.

Stellvertretende Vorsitzende des Familienverbandes bleibt Hede Strubel-Metz aus Ludwigshafen, Unterrichtsschwester der Kinderkrankenpflege, die für die Kontinuität des Verbandes in den vergangenen Jahren steht und in der kirchlichen Arbeit hohe Anerkennung genießt.

Als Beisitzerinnen wurden die gelernte Erzieherin und sozialpädagogische Familienhelferin Christel Gräf aus Bobenheim-Roxheim sowie die Erzieherin Bärbel Buschbacher aus Limburgerhof einstimmig gewählt. Beide kommen aus der kirchlichen Jugendarbeit, engagieren sich für Kinder und Familien in verschiedenen Zusammenhängen. Bärbel Buschbacher ist seit 25 Jahren politisch aktiv in Gemeinderat und Kreistag.

Katharina und Felix Goldinger aus Dudenhofen sind die neuen Geistlichen Beiräte des Familienbundes im Bistum Speyer. Katharina Goldinger betreut den Bereich Öffentlichkeitsarbeit in der Jugendseelsorge, Felix Goldinger ist Initiator der Netzgemeinde da_zwischen und Referent für Katechese und missionarische Pastoral im Bistum Speyer. Sie sind Eltern von drei Kindern. Zum ersten Mal wird ein Ehepaar arbeitsteilig die Position des Geistlichen Beirates einnehmen. Sie wurden von der Versammlung einstimmig in ihr Amt gewählt.

In angenehmer und guter Atmosphäre wurde den ausscheidenden Mitgliedern Helga Schädler, dem geistlichen Beirat Pfr. Bernhard Linvers, Dr. Susanne Ganster, MdL, Dr. Bernhard Sowodniok und Jeannette Sommer für langjähriges ehrenamtliches Engagement für den Familienbund Speyer gedankt. Alle werden auch in der Zukunft dem Familienbund der Katholiken im Bistum verbunden bleiben.

Der neu gewählte Vorstand kündigte an, dass der Familienbund als Stimme der Familien auch zukünftig aktiv gegenüber Politik, Kirche und Gesellschaft für die Interessen der Familien und ein kinderfreundliches Gemeinwesen eintreten werde.

Dem Familienbund der Katholiken im Bistum Speyer gehören elf Mitgliedsverbände beziehungsweise Einrichtungen an. Der Familienbund der Katholiken ist der mitgliederstärkste Familienverband Deutschlands. Ihm gehören 25 Diözesan-, 10 Landes- und 15 Mitgliedsverbände auf Bundesebene an.

www.familienbund.org Text: is; Foto: Manfred Gräf © Familienbund

10.11.2016


Spannende Gespräche mit dem Vatikan

Kirchenpräsident Schad erstattet in Magdeburg Bericht zum Stand der Ökumene

Magdeburg/Speyer- Als „Auftakt zu neuen, unverkrampften ökumenischen Anstrengungen“ hat der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad die Feiern zum Reformationsjubiläum 2017 bezeichnet. Es gehe darum, die Freude an der Ökumene zu stärken, erklärte Schad bei seinem Bericht über den Stand der evangelisch-katholischen Gespräche und Beziehungen bei der gemeinsamen Tagung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Union Evangelischer Kirchen (UEK) in Magdeburg. Schad leitet die evangelische Delegation beim Kontaktgesprächskreis von EKD und Deutscher Bischofskonferenz sowie die zwischen der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) mit dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen.

Die reformatorischen Grundeinsichten führten geradewegs zu einer Reformation, die noch ausstehe, sagte Schad. Damit käme eine Kirche in den Blick, die von begeisterten Männern und Frauen getragen sei; ebenso von streitbaren, evangelischen Geistlichen, die Predigt und Unterricht theologisch argumentativ untermauerten. In der Konzentration auf Gottes unverdiente Gnade, könne die Kirche liebevoll auf den Nächsten zugehen, und eine Frömmigkeit praktizieren, die sie in die Welt hinaus ziehe. In ökumenischer Gemeinschaft solle eine vielstimmige Sprache gefunden werden, „die aus dem biblischen Wort erwächst und die Herzen der Menschen erreicht“, so Schad.

Der Kirchenpräsident sieht im Reformationsjubiläum einen wesentlichen Motor „für eine neu aufbrechende Ökumene“. Das Grundanliegen der Reformation als Ruf zu Umkehr und geistlicher Erneuerung würden inzwischen viele katholische Christen mit den reformatorischen Glaubensgeschwistern teilen. Es sei Zeit, sich von den Fehlurteilen und Feindbildern der Vergangenheit zu verabschieden. Dem diene der Buß- und Versöhnungsgottesdienst am 11. März 2017 in Hildesheim unter dem Motto „Erinnerung heilen – Jesus Christus bezeugen“. Zusammen mit dem Speyerer Bischof Wiesemann werde er am 12. März 2017 einen solchen Gottesdienst in der Abteikirche Otterberg mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) feiern, erklärte Schad.

Spannende Gespräche gibt es nach Auskunft von Schad zwischen der GEKE und dem Vatikan zum Thema „Kirchengemeinschaft“. Als Ergebnis der Gespräche erhoffe er sich im Blick auf das Kirchenverständnis einen „differenzierten Konsens“, also eine Übereinkunft darüber, trotz aller Verschiedenheit, das Kirchesein des jeweils anderen anzuerkennen. Dementsprechend sehe der ökumenische Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen, dem er angehöre, „die Pluralität der Konfessionskirchen seit der Reformation auch als Gewinn und Bereicherung“.

Schad stimmte ausdrücklich dem „Wort der ACK zu 500 Jahre Reformation“ zu, nach dem die Bibel als Quelle und Norm des Lebens, die Ausrichtung auf Gottes Gnade und das Priestertum aller Christinnen und Christen als gemeinsame Grundlage aller ACK-Kirchen festgestellt wird. Man wolle in „Dankbarkeit für das erreichte Vertrauen zueinander“ den ökumenischen Weg weitergehen. Text: lk; Foto: pem

05.11.2016


Katholische Erwachsenenbildung unterstützt Projekt „Stolpersteine“

Neue Initiative für Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Speyer- In die Speyerer Diskussion um die Verlegung sogenannter Stolpersteine als Erinnerung an die Verfolgten der Nazi-Diktatur kommt neue Dynamik – dies möchte die Katholische Erwachsenenbildung mit einem Brief an die Fraktionsvorsitzenden des Speyerer Stadtrates unterstützen.

Die Katholische Erwachsenenbildung Diözese Speyer (KEB) engagiert sich nach Angaben von Erhard Steiger (Bildungsreferent der KEB) in einem breiten Bündnis gemeinsam mit der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Evangelischen Kirche der Pfalz, der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der Stadt Speyer für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Im Rahmen der Aktion „Erinnern – Gedenken – Mahnen“, die 2017 zum zwanzigsten Mal stattfindet, organisiert die Katholische Erwachsenenbildung in Speyer anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus alljährlich rund um den 27. Januar eine öffentliche Gedenkstunde sowie vertiefende Ausstellungen und Begleitveranstaltungen.  

„Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus hat zum Glück ihren festen Platz im Leben in Speyer. Die Stolpersteine wären aus unserer Sicht eine wertvolle Ergänzung des bürgerschaftlichen Engagements und würden dem Gedenken der Opfer noch eine weitere und öffentliche Form geben“, so Thomas Sartingen (Bischöflicher Beauftragter für Erwachsenenbildung). is

04.11.2016


3.297 Jahre gelebte Diakonie

Mitarbeiterjubiläum der Diakonissen Speyer-Mannheim

Speyer- 139 Mitarbeitende der Diakonissen Speyer-Mannheim feiern in diesem Jahr ihre mindestens 25jährigen Dienstjubiläen. Viele von ihnen feierten die runden Jubiläen am 2. November mit einer Andacht und einem Festakt im Mutterhaus, darunter auch Mitarbeitende, die bereits auf 40 oder sogar 45 Jahre Betriebszugehörigkeit zurückblicken.

Mit den Jubilaren und ihren Gästen blickte Vorsteher Pfarrer Dr. Günter Geisthardt auf ihr Engagement in Einrichtungen für kranke und alte Menschen, für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderung oder in der Verwaltung zurück. „An ganz unterschiedlichen Stellen haben sie ihre Gaben eingesetzt im Dienst für andere, haben damit die Gesellschaft mitgeprägt und verändert, auch gegen Widerstände.“, betonte er.

Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr überreichte den Jubilaren die Kronenkreuze in Gold als höchste Anerkennung der Diakonie Deutschland mit den Worten: „Überall wo Menschen mit ihren unterschiedlichen Begabungen, mit Zeit, Kraft und Liebe sich einsetzten um anderen zu helfen, tragen sie dazu bei, die Würde des einzelnen zu wahren und im Sinne der Nächstenliebe der Menschenfreundlichkeit Gottes in der Welt Raum zu geben. Für diesen wertvollen Dienst dankt die Diakonie allen und zeichnet heute insbesondere diejenigen aus, die seit vielen Jahren dazu beitragen, Menschen das Leben zu erleichtern."

Abschließend überbrachte Christel Hauser die Glückwünsche der Mitarbeitervertretungen der Diakonissen Speyer-Mannheim und ihrer Gesellschaften, bevor der Abend zu Klängen des Saxophonquartetts „Sax4Fun“ ausklang. Text und Foto: Diakonissen Speyer-Mannheim

03.11.2016


Dom-Besucherzentrum wird gut angenommen – Steigerung bei den Domführungen

Sonderöffnung von Kaisersaal und Turm am 24. Dezember und am 6. Januar

Speyer- Am 22. März eröffnete Dompropst und Weihbischof Otto Georgens das Dom-Besucherzentrum am Domplatz 1b. „Wir freuen uns, über die vielen Menschen, die während der touristischen Saison von April bis Oktober das Dom-Besucherzentrum aufgesucht haben“, so Bastian Hoffmann, Leiter des Dom-Besuchermanagements. „Es ist uns gelungen, eine zentrale Anlaufstelle zu schaffen, die unweit des Doms Informationen, Tickets und Souvenirs bietet. Vor allem haben wir hier einen Raum für einen Austausch mit den Menschen, die zu uns kommen.“ so Hoffmann. „Ihre Fragen, ihre Anregungen und ihre Empfindungen sind für uns wertvolles Feedback und geben uns Impulse, wie wir die Menschen ansprechen können, die den Dom besuchen.“

Von April bis Oktober war es für Kleingruppen von bis zu 5 Personen möglich, die Zwerggalerie zu begehen. Das Angebot, das sich an besonders am Domerhalt interessierte Besucher richtet und nur unter speziellen Voraussetzungen buchbar ist, wurde bisher von rund 20 Gruppen genutzt. Für einzelne Interessierte wurden monatliche Sammeltermine angeboten, die alle ausgebucht waren.

Kaisersaal und Turm gingen 2016 in die vierte Saison. Am 3. Juni betrat die 100.000ste Besucherin seit der Eröffnung im Oktober 2012 den Kaisersaal. Von April bis Oktober stiegen insgesamt rund 22.000 Menschen die 300 Stufen zum Aussichtsplattform auf dem Südwestturm empor. Bis zum Juli waren es auf Grund des Regenwetters deutlich weniger als in den Vorjahren. Mit dem besseren Wetter in der zweiten Jahreshälfte stiegen dann wieder mehr Besucher auf den Turm.

Das durchwachsene Wetter zu Beginn der Saison führte zu vielen kurzfristige Anfragen nach Domführungen. Insgesamt fanden von April bis Oktober mehr als 1.300 Domführungen statt – rund 115 Führungen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im September waren es so viele, wie kaum je zuvor, so dass der Dom an manchen Tagen „ausgebucht“ war. Um der großen Nachfrage nach Führungen entgegen zu kommen, wurde ab Juli das Angebot der öffentlichen Domführungen ausgeweitet. Während der Saison fanden samstags nun um 11 Uhr und zusätzlich auch um 14 Uhr öffentliche Führungen statt. Neu ist auch das Format einer Kombiführung Dom und Domschatz, die in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum angeboten wird.

Während der Wintermonate schließt der Dom um 17 Uhr und damit zwei Stunden früher als im Sommer. Kaisersaal und Aussichtsplattform sowie die ohnehin nur eingeschränkt begehbare Zwerggalerie bleiben in der kalten Jahreszeit ganz geschlossen. Im Kaisersaal finden wie in jedem Jahr Revisionsarbeiten statt. Dieses Mal werden einige Bodenplatten überarbeitet.

Wenn es die Witterung erlaubt, können Kaisersaal und Turm am 24. Dezember, zwischen 10 und 16 Uhr, im Rahmen eine Sonderöffnung besichtigt werden. Für den 6. Januar 2016 ist eine Sonderöffnung zwischen 12 und 16 Uhr geplant. Regulär öffnen Kaisersaal und Turm ab 1. April kommenden Jahres wieder ihre Pforten.

Text: is; Foto: spk Archiv

02.11.2016


Solidarität über eigenen Tellerrand hinaus

Gruppenfoto vom Partnerschaftstreffen. Gruppenfoto vom Partnerschaftstreffen.

Partner aus Ghana, Korea und der Pfalz haben bei Treffen in Seoul gemeinsame Ziele erarbeitet

Seoul/Landau-  Eine intensive Vernetzung und gegenseitige Solidarität haben die Vertreter der Presbyterianischen Kirchen von Korea und Ghana sowie der Evangelischen Kirche der Pfalz bei einem Treffen in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul bekräftigt. Bei der Begegnung besuchten die Delegationen der seit 2011 bestehenden Trilateralen Partnerschaft die soziale Einrichtung Urban Industrial Mission (UIM) des Yeong Dong Po-Kirchenbezirks in Seoul. Zielsetzungen wie etwa der Ausbau der gemeinsamen Computerschule in Ghana wurden bei einem Partnerschaftsseminar erarbeitet.

Die Evangelische Kirche der Pfalz verbindet eine lange Tradition der Solidarität mit der Sozialeinrichtung UIM. Daher hatten die Delegierten aus Deutschland diesmal auch einen Scheck über 6.000 Euro im Gepäck. „Gemeinsam mit den Armen zu leben, ist unsere Antwort auf Gottes Auftrag an uns Menschen“, erklärte UIM-Generalsekreätär Pfarrer Bang Joo Chin. Die pfälzische Oberkirchenrätin und langjährige Pfarrerin für Weltmission und Ökumene beim Missionarisch-Ökumenischen Dienst (MÖD), Marianne Wagner, zeigte sich beeindruckt von der Arbeit: „Ihr Dienst für die Menschen an den Rändern der Gesellschaft ist ein lebendiges Zeugnis Jesu Christi.“Pfarrer Florian Gärtner (links) und Pfarrer Bright Lee beim Seminar Trilaterale Partnerschaft

Die Spende aus der Pfalz werde Menschen, die sich in einer schwierigen Situation in ihrem Leben befinden, zugute kommen, versprach der UIM-Generalsekretär. So beispielsweise den Obdachlosen, die in der Notunterkunft täglich eine warme Mahlzeit bekommen und einen Platz zum Duschen und Schlafen finden. Seit Ende der 1950er Jahre setzt sich die Urban Industrial Mission für Frieden und Gerechtigkeit in der koreanischen Gesellschaft ein.

Pfarrer Florian Gärtner, der 2017 beim Missionarisch-Ökumenischen Dienst die Nachfolge von Marianne Wagner antritt, will den Blick über den Tellerrand stärken: „Mein Wunsch für die Zukunft unserer trilateralen Partnerschaft ist, dass wir es schaffen, Menschen aus unseren Kirchen zu vernetzen, sodass sie sich über gemeinsame Interessen, Fragen und auch den Alltag in dem jeweiligen Land austauschen – das Internet und die Sozialen Netzwerke machen es möglich.“

Oberkirchenrätin Marianne Wagner und Christiane Rößler (Frankenthal) helfen bei der Essensausgabe in der Sozialeinrichtung Urban Industrial Mission (UIM) des Yeong Dong Po-Kirchenbezirks in SeoulDie neuen Medien und die Entwicklungen in der Computerwelt bringen viele neue Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen mit sich, stellten die drei Partner mit Blick auf ihre gemeinsame Computerschule in Ghana fest. Hier müssten neue Ausbildungsgänge entwickelt und damit die Zukunft des Projekts gesichert werden, sind sich Pfarrer In Myung-Jin aus Korea und sein ghanaischer Kollege, Pfarrer Samuel Ayete-Nyampong, einig. „Unser Bemühen, die Welt ein Stück besser und dadurch Gottes Liebe spürbar zu machen, vereint uns in unserer ökumenischen Partnerschaft“, so Pfarrer Samuel Ayete-Nyampong aus Ghana.

Die Evangelische Kirche der Pfalz unterhält seit 1984 partnerschaftliche Beziehungen zur Presbyterianischen Kirche von Korea, insbesondere zum Kirchenbezirk Yeong Dong Po. Zu dieser Partnerschaft kam 2001 noch eine dritte Kirche hinzu: die Presbyterianische Kirche von Ghana. Christinnen und Christen aus Korea, Deutschland und Ghana können in dieser Trilateralen Partnerschaft erleben, was weltumspannendes Christentum bedeutet.

Text: möd/lk; Foto: MÖD/Corinna Waltz

02.11.2016


Kinder das Bestmögliche bieten

Drei Speyerer Kitas mit dem Evangelischen Gütesiegel BETA ausgezeichnet

Speyer- Sie sind ausgezeichnete Kindertagesstätten: Den protestantischen Kitas Kastanienburg, Arche Noah und Villa Kunterbunt des Kirchenbezirks Speyers ist Ende September bei einem Festakt das Evangelische Gütesiegel BETA verliehen worden. Es ist der sichtbare Beleg dafür, dass die Kitas und ihr Träger die Qualität ihrer Arbeit systematisch sichern und weiterentwickeln.

„Die Zertifizierung ist kein Endpunkt, sondern ein Meilenstein“, sagt der Leiter der protestantischen Kindertagesstätte Kastanienburg, Markus Holländer. Denn Qualitätsmanagement und –sicherung müsse fortwährend geleistet werden. Der 51Jährige Pädagoge freut sich sichtlich über die Zertifizierung mit dem Evangelischen Gütesiegel BETA. „Es ist eine Würdigung unserer Arbeit und aller Mitarbeitenden“, sagt der Einrichtungsleiter. Das Gütesiegel zeige sowohl nach außen als auch nach innen, für alle Mitarbeitende: Die Kita legt Wert auf Qualität und gute Pädagogik für alle Kinder, die ihr anvertraut sind. Und dies wird nicht nur intern, sondern bundesweit so gesehen. 

Qualitätsmanagement, kurz QM, ist für die evangelischen Kitas des Kirchenbezirks kein Neuland. Ganz im Gegenteil: „Bereits 2001, also relativ früh, haben wir uns auf den Weg zum Qualitätsmanagement gemacht“, erinnert sich Holländer. Mit der „Qualitätsoffensive Kita + QM“, einem Gemeinschaftsprojekt der Protestantischen Kirche der Pfalz und des Diakonischen Werks Pfalz, vertieften die drei protestantischen Kitas, die konzeptionell eng zusammenarbeiten, diesen Weg.

„Kita + QM hat mit 93 Prozent flächendeckend alle Einrichtungen erreicht“, freut sich Oberkirchenrat Manfred Sutter und ergänzt: „Wir haben schon immer Wert darauf gelegt, dass unsere Einrichtungen mit hoher Qualität arbeiten. Es ist unser Anspruch, mit hoher Qualität für Kinder, Eltern und Familien zu arbeiten.“ So lag es nahe, auf dem einmal eingeschlagenen Weg noch einen weiteren Schritt zu gehen und sich um das bundesweit anerkannte Evangelische Gütesiegel BETA zu bemühen. „Damit haben wir jetzt deutschlandweit die Nase vorn“, hebt Manfred Sutter hervor, denn während in Altenheimen und Krankenhäusern QM schon länger üblich ist, ist es bei Kitas noch kein Standard. Noch nicht, denn die drei Speyerer Kitas in Trägerschaft des Kirchenbezirks waren so weit, sich zertifizieren zu lassen.

Dabei sind mit dem Evangelischen Gütesiegel höhere Anforderungen als mit „Kita + QM“ verbunden. „Das Kita + QM-Zertifikat war leichter zu erreichen“, ordnet Markus Holländer die BETA-Zertifizierung ein. Die drei Kitas mussten dafür zunächst ihr Qualitäts-Management-Handbuch einsenden. In einem Telefoninterview mit der Leitung klärten die Auditoren erste Fragen, danach erfolgte ein ganztägiger Besuch der Auditoren, die mit Erziehern und Eltern sprachen, um zu prüfen, ob die schriftlichen Qualitätsmaßstäbe in der Einrichtung auch gelebt werden. Geprüft wurde etwa die Einarbeitung neuer Kräfte, die Dienst- und Urlaubsplanung, der Umgang der Erzieher mit den Kindern und die Eingewöhnung neuer Kinder, aber auch die Gestaltung von Übergängen und pädagogische Prozesse. Für Holländer war die Auditierung eine große Wertschätzung und Bestärkung für jeden einzelnen der 21 pädagogischen Mitarbeitenden. 

Am Ende des Prozesses stand ein Gutachten – und die Überreichung der Zertifikate in einer Feierstunde am 26. September. „Das Evangelische Gütesiegel ist ein Zeichen dafür, dass die Arbeit in unseren Kindertagesstätten immer wieder neu in den Blick genommen und überprüft wird, um immer besser zu werden. Und das kommt den Kindern und Eltern zu Gute“, betont Dekan Markus Jäckle. Nicht zu vergessen den gesetzlichen Auftrag für das Dekanat als Träger, Qualität in den eigenen Einrichtungen umzusetzen. „Wir wollen den Kindern, die zu uns kommen, das Bestmögliche bieten. Das ist unser Anspruch“, bringt es der Dekan auf den Punkt.

02.11.2016


„Heilige sind Leuchtzeichen der Liebe Gottes“

Weihbischof Otto Georgens feierte Gottesdienst zu Allerheiligen im Speyerer Dom

Speyer-  Ein feierliches Pontifikalamt zelebrierte Weihbischof Otto Georgens am Fest Allerheiligen im Speyerer Dom. Dabei ging er auf die Bedeutung der Heiligen für die Kirche in und ermutigte die Gläubigen, selbst ihre Berufung zur Heiligkeit zu erkennen und zu leben.

„Die Heiligen sind Leuchtzeichen der Liebe Gottes. Sie haben den Geist Gottes zum Leuchten gebracht“, sagte Georgens in seiner Predigt zum Evangelium der Seligpreisungen. Ihre Heiligkeit hätten sie als Geschenk Gottes angenommen. Es verbinde alle Heiligen, dass sie sich von der Botschaft Jesu haben treffen lassen. „In ihnen haben die Seligpreisungen Jesu ein Gesicht bekommen.“ Sie hätten gezeigt, dass die Botschaft Jesu lebbar sei. Weihbischof Georgens warnte davor, sie zu „Übermenschen“ zu stilisieren. „Sie sind unsere Brüder und Schwestern, denn wir alle sind eingeladen, das Heilige in unserem Leben weiter zu entfalten.“ Es gebe so viele Wege zur Heiligkeit wie es Menschen gibt. „Wir alle sind zur Heiligkeit berufen, zur Freundschaft mit Gott.“

Für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes sorgten der Mädchenchor der Dommusik und die Domsingknaben. Die Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub.

Mit dem Fest Allerheiligen gedenkt die Kirche der Menschen, die die höchste Vollendung ihres Lebens in der Gemeinschaft mit Gott erreicht haben und als Heilige verehrt werden. In dieses Gedenken sind auch alle Heiligen eingeschlossen, die nicht heiliggesprochen wurden. Die Kirche ruft die Heiligen als Fürsprecher an und betrachtet sie als Wegweiser und Vorbilder im Glauben. Text und Foto: is

01.11.2016


Bischof lädt zu 200-jährigem Jubiläum der Neugründung des Bistums ein

Diözesanes Fest an Pfingsten 2017 steht unter dem Leitwort „Seht, ich mache alles neu“

Speyer-  Mit einem persönlichen Schreiben lädt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann alle Gläubigen und Pfarreien des Bistums Speyer zur Feier der Neugründung des Bistums vor 200 Jahren ein. Am Pfingstmontag, den 5. Juni 2017, wird mit einem diözesanen Fest unter dem Leitwort „Seht, ich mache alles neu“ (Off 21,5) an die Wiederrichtung des Bistums Speyer im Jahr 1817 erinnert.

„Die Verheißung ‚Seht, ich mache alles neu‘ hat sich in den vergangenen zwei Jahrhunderten für unser Bistum gleich mehrfach erfüllt“, schreibt der Bischof in seiner Einladung. Nach dem Untergang des früheren Fürstbistums und der Säkularisation habe sich mit der Neugründung eine „neue Gestalt von Kirche“ herausgebildet. „In ihrer Mitte stehen die Verkündigung, die Seelsorge und die Hinwendung zu den Schwachen.“ Der Bischof erinnert zum Beispiel an die caritativen Orden, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Seligen Paul Josef Nardini und Bischof Nikolaus von Weis gegründet wurden, aber auch an das Wirken der heiligen Edith Stein oder die Beiträge zur deutsch-französischen Aussöhnung nach dem zweiten Weltkrieg. „Blicken wir auf die gesamte Zeitspanne von 200 Jahren, stellen wir fest: Aus einem Anfang voller Bedrängnis ist heute wieder ein vielfältiges kirchliches Leben erstanden.“

Doch in die dankbare Rückschau mischten sich auch die Sorgen der Gegenwart, schreibt der Bischof weiter und weist auf den in vielen Bereiche spürbaren Glaubensverlust der letzten Jahrzehnte hin. Mit dem Erneuerungsprozess „Gemeindepastoral 2015“, der Bündelung der Kräfte in den 70 neuen Pfarreien sowie der Entschlossenheit zu einem neuen missionarischen Aufbruch seien im Bistum wichtige Weichen gestellt. „So soll das Leitwort ‚Seht, ich mache alles neu‘ auch unseren Glaubensmut und unser Vertrauen auf das Wirken des Gottes in der Welt von heute stärken.“

Im Mittelpunkt der Feier an Pfingsten 2017 steht ein feierliches Pontifikalamt am Pfingstmontag im Dom. „In diesem Gottesdienst wollen wir uns dankbar der Führung Gottes in den vergangenen 200 Jahren erinnern und ihn um seinen Segen für die Zukunft bitten“, so der Bischof. Zum Auftakt ist eine ökumenische Vesper am Nachmittag des Pfingstsonntags geplant. Am Pfingstmontag wird im Anschluss an den Festgottesdienst der Domnapf mit Wein gefüllt und an die Mitfeiernden ausgeschenkt. Am Nachmittag sind die Gläubigen und Gäste eingeladen, neben der Geschichte auch die Gegenwart und die Zukunftsvisionen des Bistums kennenzulernen. Dazu öffnet das Bischöfliche Ordinariat seine Türen, gefolgt von einem gemeinsamen Singen im Dom. Weitere Programmpunkte werden aktuell noch ausgearbeitet.

Als Besonderheit wird es erstmalig ein Theaterstück in Kooperation mit dem Chawwerusch Theater in Herxheim geben. „Es wird den Zuschauern die historischen Umstände der Neugründung anschaulich und unterhaltsam vor Augen führen“, erläutert Bischof Wiesemann. Das Stück wird im Mai und Juni des kommenden Jahres an mehreren Orten des Bistums gezeigt. Geplant sind Aufführungen in den einzelnen Dekanaten und den katholischen Schulen.

Weitere Informationen zum 200-jährigen Bistumsjubiläum: www.bistum-speyer.de Text und Foto: is

01.11.2016


"Kirche kann nur aus dem Dienen her verstanden werden"

Bischof Karl-Heinz Wiesemann weiht Wolfgang Rhein durch Handauflegen und Gebet zum Diakon. Am linken Bildrand Rudolf Schwarz. Bischof Karl-Heinz Wiesemann weiht Wolfgang Rhein durch Handauflegen und Gebet zum Diakon. Am linken Bildrand Rudolf Schwarz.

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann weiht zwei Männer zu Ständigen Diakonen

Speyer- "Es ist eine besondere Freude für die Diözese Speyer, dass sie zwei gestandene Männer zu Diakonen weihen darf." Mit diesen Worten leitete Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am Samstag die Feier der Diakonweihe im Speyerer Dom ein. Er spendete Wolfgang Rhein aus der Pfarrei Hl. Franz Xaver, Lauterecken (Gemeinde St. Franz Xaver, Lauterecken) und Rudolf Schwarz aus der Pfarrei Hl. Cyriakus, Thaleischweiler-Fröschen (Gemeinde St. Antonius, Maßweiler), das Sakrament der Diakonweihe. Beide werden als Ständige Diakone in ihren Heimatpfarreien tätig sein.

Am Ende des Gottesdienstes spendete die Gemeinde Bischof Wiesemann Beifall, als er den frisch geweihten Diakonen gratulierte und ihnen sowie allen anderen Diakonen dankte. Zuvor hatte er in seiner Predigt deutlich gemacht, wie wichtig der Diakonat für die Kirche ist. Er verglich ihn mit dem Fundament eines Hauses, auf dem alles andere aufbaut. Ohne gutes Fundament, kein stabiles Haus. Der Bischof erinnerte an die dienende Aufgabe der Diakone, die sie beharrlich erfüllen, ohne im Vordergrund zu stehen.

Während der Allerheiligen-Litanei lagen die Weihekandidaten ausgestreckt auf dem Boden. Die Geste ist ein Zeichen dafür, dass sie sich ganz Gottes Willen anvertrauen.Wiesemann betonte, die Kirche müsse sich den Zukunftsaufgaben stellen, sich nicht um sich selbst kümmern, sondern auf die Menschen zugehen und solidarisch handeln. Der diakonische Dienst sei verknüpft mit diesem Hinausgehen, sei gleichzeitig ein missionarischer Dienst. Diakone setzten sich konkret für Menschen vor Ort ein und den karitativen Auftrag um. Der Bischof stellte gleichzeitig den grundlegenden Kern von Kirche dar. "Kirche kann nur aus dem Dienen her verstanden werden", sagte er und rief ins Gedächtnis, welche Bedeutung die Stola um den Hals von Diakonen, Priestern und Bischöfen besitzt: "Diese Stola erinnert uns an das Joch, mit dem wir den Karren Jesu Christi ziehen."

Diese Stola bekamen Rhein und Schwarz zusammen mit der Dalmatik, dem liturgischen Gewand der Diakone, von ihren Heimatpfarrern nach der eigentlichen Weihehandlung umgelegt. Zu Beginn des Weiherituals wurde der Heilige Geist gerufen, ehe die Weihekandidaten ihr Versprechen abgaben, die Aufgaben und Pflichten des Diakonats zu erfüllen. Die konkreten Aufgabenfelder liegen sowohl in der Begleitung der Christen im Alltagsleben als auch in der Feier der Liturgie und der Verkündigung des Evangeliums. Ständige Diakone können die Taufe spenden, in der Eucharistiefeier predigen und Beerdigungen halten.

Zum Ende des Versprechens traten Rhein und Schwarz nacheinander vor den Bischof und legten ihre Hände in die Wiesemanns. Dieses Zeichen besiegelt, dass sich die Diakone dem Bischof zur Verfügung stellen und sich der Bischof wiederum verpflichtet, für sie zu sorgen. Während der Allerheiligen-Litanei lagen die Weihekandidaten ausgestreckt auf dem Boden als Zeichen, dass sie sich Gottes Willen anvertrauen. Die Weihe selbst spendete Bischof Wiesemann durch Handauflegen und Gebet. Das Weiheritual endete mit dem Überreichen des Evangelienbuchs und dem Umarmen der neugeweihten Diakone durch Bischof, Konzelebranten und Diakone. Damit nahmen sie Wolfgang Rhein und Rudolf Schwarz in ihre Gemeinschaft auf. Anschließend bereiteten die Neugeweihten gemeinsam mit Wiesemann die Gaben.

Bischof Wiesemann erinnerte während der Messe an den langen Weg, der hinter beiden Männern liegt. Wolfgang Rhein wurde im Jahr 1953 in Sien bei Idar-Oberstein geboren, ist Vater zweier Kinder und ehemaliger Soldat. Rudolf Schwarz, Jahrgang 1958, ist Ingenieur im Ruhestand und vierfacher Vater. Er stammt aus dem südwestpfälzischen Maßweiler, wo er heute noch lebt. Beide haben zur Vorbereitung auf ihren Einsatz als Diakone den Würzburger Fernkurs und die diözesane Diakonenausbildung absolviert.

Der Ständige Diakonat wird haupt- oder nebenberuflich ausgeübt und steht auch verheirateten Männern offen. Im Zentrum der Aufgaben der Ständigen Diakone, deren Bezeichnung „Diakon“ auf das griechische Wort für „dienen“ zurückgeht, steht der Dienst am Menschen. Im Bistum Speyer gibt es derzeit 45 aktive Ständige Diakone. 21 Ständige Diakone sind im Ruhestand, übernehmen aber in ihren Pfarreien immer noch vielfältige Aufgaben. Text/Fotos: Yvette Wagner

30.10.2016


Bistum Speyer veröffentlicht Jahresabschlüsse für 2015

Gute wirtschaftliche Lage in Deutschland hat positiven Effekt auf die Kirchensteuer – Auch den Pfarreien und dem Caritasverband stehen damit mehr Mittel für ihre Arbeit zur Verfügung

Speyer-  Das Bistum Speyer hat seinen Jahresabschluss für das Jahr 2015 veröffentlicht und auf der Internetseite des Bistums für alle Interessierten zugänglich gemacht.

Der Haushalt des Bistums Speyer weist für das Jahr 2015 eine Bilanzsumme in Höhe von rund 197 Millionen Euro aus. Das Jahresergebnis beträgt rund 7,8 Millionen Euro und ist vor allem auf die Erträge aus der Kirchensteuer zurückzuführen. Sie lagen mit rund 138 Millionen Euro um rund 18,7 Millionen Euro höher als im Jahr zuvor. Dafür ist hauptsächlich das so genannte Clearing-Verfahren verantwortlich, ein komplexes Abrechnungssystem, mit dem die Finanzbehörden den einzelnen Bistümern die Kirchensteuern im Nachhinein exakt zuordnen. Aber auch die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland hat sich auf das Kirchensteueraufkommen positiv ausgewirkt.

Bei den Aufwendungen entfallen rund 39 Prozent auf die Personalkosten. Den größten Teil der Haushaltsmittel – nämlich rund 83 Millionen Euro oder, in Prozenten ausgedrückt, rund 52 Prozent – reicht das Bistum Speyer jedoch in Form von Zuschüssen und Umlagen an die Pfarreien und andere kirchliche Körperschaften weiter. Ihnen stehen aufgrund der höheren Kirchensteuermittel also ebenfalls mehr Mittel zur Verfügung. So hat das Bistum Speyer im vergangenen Jahr die Zuschüsse an die Pfarreien um rund 9,5 Millionen Euro und den Zuschuss an den Caritasverband um rund 1,5 Millionen Euro erhöht.

Der Diözesansteuerrat hat den Jahresabschluss des Bistums für das Jahr 2015 genehmigt und festgelegt, dass das Jahresergebnis hauptsächlich zum Abbau des Defizits bei der Emeritenanstalt sowie für Instandsetzungs- und Brandschutzmaßnahmen an Bistumsgebäuden verwendet werden soll. Zugleich soll eine Rücklage gebildet werden, um Schwankungen bei den Kirchensteuereinnahmen aus dem Clearing-Verfahren künftig besser ausgleichen zu können.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft MNT führte erstmal eine Vollprüfung des Jahresabschlusses des Bistums durch und erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. „Die Rechnungslegung des Bistums Speyer steht in Übereinstimmung zu den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und ist beispielhaft für den gesamten Bereich der kirchlichen Finanzverwaltung“, stellen die Wirtschaftsprüfer in ihrem Prüfbericht fest. Sie würdigen damit insbesondere die Neuorganisation des Rechnungswesens sowie den Einsatz einer neuen Software für die Finanzbuchhaltung und die Einführung eines elektronischen Datenmanagementsystems. Gleichzeitig raten sie dem Bistum Speyer zur weiteren Risikovorsorge: „Eine Abschwächung der Konjunktur würde sich unmittelbar in Mindereinnahmen bei der Kirchensteuer bemerkbar machen.“ Auch Diözesanökonom Peter Schappert mahnt: „Die mittel- und langfristigen Berechnungen zeigen eindeutig, dass die Kirche in Deutschland und auch das Bistum Speyer in Zukunft mit weniger Mitteln auskommen müssen.“

Zusammen mit dem Jahresabschluss für das Bistum wurden auch die Haushalte des Domkapitels, des Bischöflichen Stuhls, der Pfründestiftung und der Emeritenanstalt veröffentlicht. Auch diese Abschlüsse sind auf der Internetseite des Bistums für alle Interessierten zugänglich. is

Weitere Informationen zu den Jahresabschlüssen: http://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/finanzen/

30.10.2016


„Der Montagsluther“ startet am Reformationstag

Wöchentliche Bilder, Bücher, Medientipps rund um Martin Luther

Speyer- Das Zentralarchiv und die Bibliothek und Medienzentrale der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer bieten zum Auftakt des 500-jährigen Reformationsjubiläums wöchentlich Lutherbilder und Lutherthemen aus ihrem reichhaltigen Fundus an.

Zum Reformationstag am Montag, 31. Oktober 2016, startet das Angebot auf der Homepage der Landeskirche programmatisch mit dem Thesenanschlag im Lutherfenster der Gedächtniskirche Speyer. Das Bildprogramm der Fenster liest sich wie ein Bilderbuch des Protestantismus, wobei Motive aus der Bibel mit der Reformationsgeschichte in Beziehung gesetzt sind. Weitere Bilder aus diversen Orten und Zeiten werden jeweils im montäglichen Wechsel im Internet zu sehen sein.

„Kein Reformator wurde so oft abgebildet wie Luther. Die Motive und ihr historischer Hintergrund zeigen eindrücklich, wie stark Luther das Bildgedächtnis der Deutschen geprägt hat“, erklärt Gabriele Stüber. Die Leiterin des Archivs ist Initiatorin des Angebots und Mitherausgeberin der Wanderausstellung und des Katalogs „Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten“.

Neuerscheinungen haben Karin Feldner-Westphal und Robert Zobotke von der Bibliothek und Medienzentrale im Blick. „Beinahe stündlich erscheinen neue Bücher oder Filme, da fällt es nicht leicht, den Überblick zu behalten“, stellen die beiden fest und versuchen, wöchentlich eine anregende Auswahl zu treffen. Ergänzt wird das Angebot durch Lutherworte, die Pfarrer Ulrich Kronenberg aus Limburgerhof seinem Zitatenschatz entnommen hat.

Der sogenannte „Montagsluther“ ist auf der Startseite der Landeskirche www.evkirchepfalz.de sowie auf der Seite zum Reformationsjahr www.reformation2017.evpfalz.de zu finden.

Weitere 100 Lutherbilder aus ganz Deutschland enthält die Publikation von Andreas Kuhn und Gabriele Stüber: „Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten“. Herausgegeben im Auftrag des Verbandes kirchlicher Archive, Evangelische Kirche in Deutschland, 2016. Sie ist erhältlich im Buchhandel und über das Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Hintergrund: Allein der Glaube. Ein Gedanke, der seit 500 Jahren Menschen bewegt. Allein vor Gott stehen. Wie Martin Luther. Frei sein. Selber glauben, denken, handeln. Mit Luthers 95 Thesen 1517 in Wittenberg hat die Reformationsbewegung Kirche und Welt erfasst. Bis heute. Im Jahr 2017 wird national, international und ökumenisch nach den reformatorischen Kräften in Kirche und Gesellschaft gefragt. Glaubensfreiheit und Gewissensfreiheit bilden den Schwerpunkt der Evangelischen Kirche der Pfalz. Der Europäische Stationenweg gastiert vom 8. bis 11. April 2017 in der Stadt der Protestation, in Speyer. Neben diesem Höhepunkt sind zahlreiche weitere Veranstaltungen, Ausstellungen, Aktionen und Gottesdienste in den Gemeinden geplant. Im Jahr 2018 feiert die Landeskirche ihr 200-jähriges Jubiläum als „Kirche der Union“. Text und Foto: lk

Mehr zum Thema: www.reformation2017.evpfalz.de; www.r2017.org und www.luther2017.de.

27.10.2016


Im Erzählen entsteht eine gemeinsame Welt

Das Foto „Erzählung im Kaisersaal des Domes“ zeigt Michael Rick bei seiner Erzählung

Schulabteilung des Bistums und Internetportal katholisch.de präsentieren im Kaisersaal des Domes mit ihrem Video-Projekt „Die Bibel-Erzähler“ eine spannende Variante moderner Verkündigung

Speyer- Ein ungewöhnliches Projekt erlebte im Kaisersaal des Domes Premiere: Die Schulabteilung des Bistums Speyer und das Internetportal katholisch.de präsentierten gemeinsam das Video-Projekt „Die Bibel-Erzähler.“

In kurzen Sequenzen von etwa drei bis fünf Minuten schlüpften die Erzähler in ungewöhnliche Rollen und ermöglichten eine neue Begegnung mit bekannten biblischen Erzählungen. So berichtete zum Beispiel Rebecca Burkhart über die Tempelreinigung aus der Perspektive einer zeitgenössischen Journalistin. Als Arbeiter im Weinberg machte Michael Rick seinem Ärger über die vermeintlich ungerechte Behandlung durch den Gutsbesitzer Luft. Daniel in der Löwengrube wurde von Erzählerin Geraldine Wagner aus der Perspektive der jüngeren Schwester präsentiert. Stefan Schwarzmüller ließ eine Begegnung von König Salomo mit dem kleinen Prinzen vor den Zuhörern entstehen. Die vier Erzähler verkörperten ihre Figuren mit Temperament und Spannung und nutzten das gesamte Repertoire der schauspielerischen Möglichkeiten für eine nuancierte Gestaltung. Die biblischen Geschichten gewinnen so eine ganz neue Vitalität und Unmittelbarkeit. Sie ziehen den Zuhörer ins Geschehen hinein, er wird selbst Teil der Geschichte. Markus Schneider verband die Erzählungen sensibel mit Stücken auf der Gitarre.

Die vier Religionspädagogen haben die Ausbildung zum Bibelerzähler in der Erzählwerkstatt des Heinrich-Pesch-Hauses in Ludwigshafen absolviert, die vom Zentrum für Ignatianische Pädagogik unterstützt wird. Die Bibelstellen für die Videos haben sie individuell ausgewählt und auch, welche Perspektive sie dafür einnehmen wollen. Die Aufnahmen wurden, begleitet von Redakteurin Dr. Madeleine Spendier und Regisseur Joachim Küffner von katholisch.de, in einem Bonner Theater aufgenommen.

Das Foto „Vorstellung des Projekts“ zeigt von links Dr. Irina Kreusch, Dr. Madeleine Spendier und Joachim Küffner.Die Bibel auf neue Weise zur Sprache bringen

Für Domkapitular Dr. Christoph Kohl, Leiter der Hauptabteilung „Schule, Hochschule, Bildung“ des Bischöflichen Ordinariats, ist das Video-Projekt „Die Bibel-Erzähler“ ein Stück moderner Verkündigung. "Wir haben gemerkt, wie ansteckend diese Art des Erzählens ist", berichtet Initiatorin Dr. Irina Kreusch. So könne ein neuer Zugang zu den jahrtausendealten Erzählungen eröffnet werden. Um das zum Beispiel im Schulunterricht einsetzen zu können, sei die Idee entstanden, die Bibelerzähler zu filmen. „Wir sollen die Bibel mit dem Projekt neu sprachfähig machen“, so Irina Kreusch.

Ulrike Gentner, stellvertretende Leiterin des Heinrich-Pesch-Hauses, freut sich, dass aus der Erzähl-Werkstatt der Anstoß zu dem Video-Projekt hervorgegangen ist. „Erzählen stiftet Gemeinschaft und Sinn, es vermittelt Werte und lässt eine gemeinsame Welt entstehen“, beobachtet sie aktuell eine Renaissance des Erzählens. Die Bibel halte einen großen Schatz von Erzählungen bereit, die es neu zu entdecken gelte.

Und was hat das Projekt den Erzählern selbst an neuen Erkenntnissen und Erfahrungen gebracht? „Im Erzählen wird der Text zur eigenen Geschichte“, berichtet Rebecca Burkhart. „Man verinnerlicht die Erzählung und gewinnt im Ringen mit dem Stoff schrittweise eine neue Freiheit, die man sich auch gönnen darf im Wissen darum, dass jeder biblische Text bereits eine Deutung enthält“, bekräftigt Stefan Schwarzmüller. Geraldine Wagner findet es spannend, durch das Erzählen eine neue Sicht auf eine Geschichte zu gewinnen. „Am Anfang kostet es etwas Überwindung, aber dann kommt der Punkt, an dem man merkt, dass der Funke überspringt“, hat Michael Rick beim Erzählen erfahren.

Das Foto „Lebendige Erzählung“ zeigt Erzählerin Rebecca Burkhart.Link zu den Bibel-Erzählungen:

Der Zöllner, erzählt von Rebecca Burkhart:

https://www.youtube.com/watch?v=4pBu9hYwOJ0

Der ungläubige Thomas, erzählt von Stefan Schwarzmüller:

https://www.youtube.com/watch?v=Yq41tEfTkL8

Der barmherzige Samariter, erzählt von Michael Rick:

https://www.youtube.com/watch?v=SqZEctShBnY

David und Goliath, erzählt von Geraldine Wagner:

https://www.youtube.com/watch?v=ZSpExD0awZM

Weitere Informationen:

http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/die-bibel-ganz-personlich

Link zu Angeboten der Erzählwerkstatt des Heinrich-Pesch-Hauses und des Zentrums für Ignatianische Pädagogik:

http://heinrich-pesch-haus.de/

http://zip-ignatianisch.org/

Text: Bistum Speyer, Presse Foto: Klaus Landry

26.10.2016


Schwester M. Gisela Bastian ist neue Generalpriorin des Institut St. Dominikus Speyer

v.l.:Sr. Helga Jörger, Sr. Gertrud Dahl, Sr. M. Gisela Bastian(Generalpriorin), Sr. M. Elisabeth Schloß (Generalvikarin) Sr. M. Gabriele Kuhn, Sr. Annemarie Kirsch

Generalkapitel stellt Weichen für die nächsten fünf Jahre

Speyer- Vom 14. bis 22. Oktober tagte das Generalkapitel des Instituts St. Dominikus Speyer, das höchste Beschluss fassende Gremium des Instituts. In diesem Kapitel wurde die Leitung der Gemeinschaft neu gewählt. In das Amt der Generalpriorin wählten die Ordensfrauen Schwester M. Gisela Bastian und als Generalvikarin (Vertreterin der Generalpriorin) Schwester Elisabeth Schloß.

Sr. M. Gisela Bastian (Jahrgang 1946) stammt aus Kirchenarnbach. Nach dem Abschluss der Handelsschule war sie Leiterin eines Baubüros. 1966 trat sie in das Institut St. Dominikus ein und legte die erste Profess 1967 ab. Von 1967 bis 1994 war sie Sekretärin am Nikolaus von Weis Gymnasiums und anschließend Generalsekretärin des Instituts St. Dominikus. Seit dem Generalkapitel 2006 wirkte sie als Generalrätin des Institutes, ab 2011 als Generalvikarin.

Heimatort von Sr. M. Elisabeth Schloß (Jahrgang 1949) ist Jockgrim. Die ausgebildete Erzieherin legte 1971 ihre erste Profess ab. Von 1973  bis 1979 war sie im Kinderdorf Maria Regina und von 1979 bis 1987 im Kindergarten St. Markus tätig. Von 1987  bis 1989 absolvierte sie ein Praktikum im Bischöflichen Ordinariat. Von 1989  bis 2002 arbeitete sie in der Buchhaltung des Instituts. Ab 2002 machte sie eine Ausbildung in der Krankenhausseelsorge mit Praktika in verschiedenen Krankenhäusern. Von 2004 bis 2015 war sie als Krankenhausseelsorgerin in der Unfallklinik in Ludwigshafen tätig und ab 2015 Krankenhausseelsorgerin im Diakonissenkrankenhaus Speyer.

Den beiden Ordensfrauen stehen die vier „Ratsschwestern“ Sr. Helga Jörger, Sr. Gertrud Dahl, Sr. M. Gabriele Kuhn und Sr. Annemarie Kirsch zur Seite, die ebenfalls von den Delegierten beim Generalkapitel gewählt wurden.

Der Dominikanerorden ist demokratisch aufgebaut. Das oberste Gremium ist das Generalkapitel. Hier werden die Weichen für die nächsten fünf Jahre gestellt. Alle Schwestern wählen die Delegierten für dieses Kapitel. Sie bestimmen, welche Schwester für das Amt der Generalpriorin in Frage kommt. Die Delegierten sind an diese Wahlliste gebunden.

Text und Foto: Bistum Speyer, Presse

25.10.2016


„Das Bild von Mission als Einbahnstraße ist überholt“

LichtertanzBundesweiter Abschluss der missio-Kampagne am Sonntag der Weltmission – Pontifikalamt im Dom zu Speyer

Speyer-  Mit einem feierlichen Pontifikalamt im Speyerer Dom feierten heute das Bistum Speyer und das Internationale Katholische Hilfswerk missio München den Abschluss der bundesweiten Kampagne zum Monat der Weltmission. Unter dem Leitwort „… denn sie werden Erbarmen finden“ (Mt 5,7) standen in diesem Jahr die Philippinen im Mittelpunkt der weltweiten Solidaritätsaktion. Gäste aus dem südasiatischen Inselstaat gestalteten den eindrucksvollen Gottesdienst als Konzelebranten sowie mit einer Lesung in der Sprache Tagalog, Liedern, einem philippinischen Lichtertanz mit.

Mit der Wahl von Papst Franziskus seien in der katholischen Kirche „die Ränder zur Mitte geworden“, erklärte der Speyerer Bischof Wiesemann in seiner Predigt. „Wir können unseren Gottesglauben nicht ohne weltweite Solidarität verstehen und leben, wir können unseren Gottesglauben nicht bezeugen, wenn wir mit ihm nicht den Schrei der Armen hören und wenn wir deren ‚Reichtum‘, die Weise, wie sie uns auf einzigartige Weise beschenken, missachten“, so Wiesemann und verwies auf den Wandel im Missionsverständnis der Kirche in den letzten Jahrzehnten. „Längst ist das Bild von Mission als Einbahnstraße überholt. Längst wissen wir, dass wir hier bei uns schon viel mehr Missionsland sind, als viele der Länder, in die einst unsere Missionare gegangen sind.“ Mission bedeute ein gegenseitiges Geben und Beschenktwerden, ein „gemeinsames Erfahren der Barmherzigkeit Gottes“. Die hiesige Kirche könne neue Impulse von den sogenannten „armen Kirchen“ erhalten.

Bischof Wiesemann bei der PredigtBischof Wiesemann zeigte sich beeindruckt von dem Engagement der Gäste aus den Philippinen, die sich aus ihrem tiefen Glauben heraus für die Verwirklichung ihrer Vision zur Verbesserung der Lebenssituation der Menschen in ihrer Heimat einsetzen. „Die Kirche auf den Philippinen steht für die Option für die Armen, für Friedensarbeit und interreligiösen Dialog, für die bleibende Verwurzelung und die Rechte der indigenen Bevölkerung, für die Bewahrung der Schöpfung und den Kampf gegen den Klimawandel, für die Förderung der Familien und gegen die Ausbeutung von Frauen und Kindern“, so der Bischof. Die auf den Philippinen gewonnenen Erfahrungen mit kleinen christlichen Gemeinschaften könnten auch im Bistum Speyer hilfreich sein.

„Der Weltmissionssonntag öffnet unseren Horizont auf die ganze Weltkirche. Hier liegt unsere Zukunft“, sagte Bischof Wiesemann und betonte, dass - wie im weltlichen Bereich - durch einen Rückzug in das rein Nationale die globalen Herausforderungen nicht zu bestehen seien. 
Wiesemann warb für die Unterstützung der größten Solidaritätsaktion der Katholiken durch Gebet und „eine großherzige Kollekte“.

Der Speyerer Bischof zelebrierte den Gottesdienst gemeinsam mit Kardinal Orlando Quevedo (Cotabato), Bischof Valentin Dimoc (Bontoc-Lagawe), Weihbischof Broderick Pabillo (Manila), missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber (München) und Weihbischof Otto Georgens, der für die Kontakte des Bistums in die Weltkirche hinein verantwortlich ist. Als Diakon wirkte Jean-Jacques Kambakamba aus Ludwigshafen mit. In die Liturgie eingebunden waren auch Jocelyn Hinojales Aquiatan (Mindanao) und Joseph Guevarra (Manila), die wie die philippinischen Konzelebranten und Pater Daniel Pilario (Quezon-City) in den letzten Wochen bei zahlreichen Veranstaltungen im Bistum Speyer und in den bayrischen Bistümern über die Lage in ihrem Heimatland und ihr Engagement berichtet hatten.

Sängerin Alvin Soledad Lück sang vor dem Evangelium ein philippinisches Halleluja. Die Tanzgruppe P.E.A.C.E. (Philippine European Association für Culture Exchange) aus München tanzte als Dankhymnus vor dem Abschluss des Gottesdienstes einen Lichtertanz. Der Ferienchor der Dommusik sang unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori sowie Domkantor Joachim Weller und auch Domorganist Markus Eichenlaub begleitete den Gottesdienst musikalisch an der Orgel.

Beim anschließenden Empfang im Historischen Museum der Pfalz konnte Weihbischof Otto Georgens zahlreiche Gäste, Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik sowie Unterstützerinnen und Unterstützer der weltkirchlichen Arbeit im Bistum Speyer begrüßen. In kurzen Interviews berichteten die Gäste aus den Philippinen von der Situation in ihrem Heimatland und ihrem Engagement für eine Verbesserung der Lebenssituation der Menschen in dem Inselstaat.

Mit Tänzen und Musik gestalteten wiederum die philippinische Tanzgruppe P.E.A.C.E. (Philippine European Association für Culture Exchange) und die philippinische Sängerin Alvin Soledad Lück den Festakt. Besonderen Applaus bekam Kardinal Orlando Quevedo, der gemeinsam mit der Sängerin ein philippinisches Volkslied vortrug. Susanne Karl, Tanzleiterin bei der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd), animierte zum Abschluss auch das Publikum zum Mittanzen.

Sonntag der Weltmission

Der Sonntag der Weltmission wurde von Papst Pius XI. am 14. April 1926 eingeführt und wird in allen Ländern begangen, in denen Katholiken leben. Er ist die größte Solidaritätsaktion der katholischen Kirche. In Deutschland wird der Sonntag der Weltmission immer am vierten Sonntag im Oktober begangen, in den übrigen Ländern an vorletzten Oktobersonntag. Grund für die in Deutschland abweichende Tradition ist das Kirchweihfest, das in Deutschland am dritten Oktobersonntag begangen wird.
Die Kollekte zum Weltmissionssonntag geht in den Solidaritätsfond der päpstlichen Missionswerke. Während der jährlichen Treffen der Nationaldirektoren der päpstlichen Missionswerke wird darüber entschieden, welche Projekte mit diesen Mitteln unterstützt werden. Weitere Informationen: www.missio.com 

Text und Foto: is

23.10.2016


Bundesweiter Abschluss Missio im Dom zu Speyer- Bilderalbum

missio-Projektpartner Kardinal Quevedo mahnt zum Dialog mit Muslimen

Chor der philippinischen Gemeinde Schifferstadt, der zu Beginn der Pressekonferenz ein Lied vortrug. Chor der philippinischen Gemeinde Schifferstadt, der zu Beginn der Pressekonferenz ein Lied vortrug.

Philippinen im Fokus – Feierlicher Abschluss des Monats der Weltmission im Bistum Speyer

Speyer/München-  Mit einem feierlichen Pontifikalamt mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und hochrangigen Gästen aus den Philippinen feiern die Diözese Speyer und das Internationale Katholische Hilfswerk missio München am 23. Oktober den Abschluss der bundesweiten Kampagne zum Monat der Weltmission im Speyerer Dom. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr. Im Anschluss findet am 12 Uhr im Historischen Museum der Pfalz ein Festakt mit prominenten Gästen, Talks, philippinischen Liedern und Tänzen statt.
Im Mittelpunkt der Solidaritätsaktion des katholischen Hilfswerks stehen in diesem Jahr die Philippinen. Das Leitwort lautet: „… denn sie werden Erbarmen finden“ (Mt 5,7).

Eine wichtige und drängende Frage für die Menschen auf den Philippinen sei der Klimawandel und seine dort schon jetzt deutlich spürbaren Auswirkungen, betonte Bischof Wiesemann heute in einer Pressekonferenz zum Aktionsabschluss in Speyer. „Wie gehen wir mit unserer Schöpfung um, was können wir tun, um nachhaltig zu wirtschaften und die Folgen von Klimawandel und Armut einzuschränken?“ – das seien Fragen, die auch die Menschen im Bistum Speyer beschäftigten. Er verwies auf die Aktion „Gutes Leben. Für alle!“, die im Bistum Entwicklungs- und Wandlungsprozesse auf privater, kirchlicher und politischer Ebene anstößt.

missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber betonte, dass die katholische Kirche auf den Philippinen dort helfe, wo der Staat oft wegsehe: „Die Kirche auf den Philippinen setzt sich für den Zusammenhalt der Familien ein, für den Umweltschutz und die Rechte der indigenen Bevölkerung. Als Kirche der Armen gibt sie denen eine Stimme, denen sonst kaum jemand zuhört. missio München ist mit seinen Projektpartnern auf den Philippinen seit Jahrzehnten verbunden.“

Der Erzbischof von Cotabato, Orlando Kardinal Quevedo, hob hervor, dass die Frage nach einem guten Leben für alle auf seiner Heimatinsel Mindanao auch mit einem friedlichen Zusammenleben von Christen und Muslimen zusammenhänge. Anfang September hatte es im Südwesten von Mindanao einen Terroranschlag gegeben, dem 14 Menschen zum Opfer fielen und zu dem sich die islamistische Terrororganisation Abu Sayyaf bekannte. „Die Muslime fordern eine selbstverwaltete Region in diesem umstrittenen Gebiet. Ich bin überzeugt, dass dieses Zugeständnis ein wichtiger Schritt in Richtung Frieden wäre“, sagte der Kardinal.

Die aktuellen Pläne des neuen philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte, die Todesstrafe wieder einzuführen, bezeichnete Quevedo als „schrecklichen Fehler“. Ebenso seien die außergerichtlichen Erschießungen von Menschen, die als Drogenhändler verdächtigt werden, bedingungslos zu verurteilen. Duterte hatte damit international für Entsetzen gesorgt.

missio unterstützt in dem südostasiatischen Inselstaat kirchliche Projektpartner, die sich gegen Menschenrechtsverletzungen, für den Dialog mit Muslimen, für die Rechte der indigenen Bevölkerung, gegen Umweltzerstörung und Klimawandel und für kleine christliche Gemeinschaften engagieren. Die Kollekte am Sonntag der Weltmission am 23. Oktober geht in den Solidaritätsfond der  päpstlichen Missionswerke.

Stichwort: missio – Internationales katholisches Missionswerk:

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in München wurde es 1838 durch König Ludwig I. von Bayern auf Wunsch zahlreicher Laien ins Leben gerufen. 1923 wurde es von Papst Pius XI. zum Päpstlichen Missionswerk erhoben. Allein im Jahr 2015 hat es 1046 Projekte in 60 Ländern in Afrika, Asien und Ozeanien unterstützt. Im Fokus stehen dabei der Auf- und Ausbau lokaler kirchlicher Strukturen sowie die Ausbildung kirchlicher Mitarbeiter. Dieses Netzwerk bildet die Basis für eine nachhaltige Projektarbeit. Hilfe für Binnenflüchtlinge, Programme für benachteiligte Frauen, Seelsorge für Waisen und Straßenkinder, Initiativen für Frieden und Versöhnung in Bürgerkriegsregionen– missio fördert den vielfältigen Einsatz der Ortskirchen, ideell und finanziell.

Stichwort: 90 Jahre Sonntag der Weltmission:

Der Sonntag der Weltmission wurde von Papst Pius XI. am 14. April 1926 eingeführt und wird in allen Ländern begangen, in denen Katholiken leben. Er ist die größte Solidaritätsaktion der katholischen Kirche. In Deutschland wird der Sonntag der Weltmission immer am vierten Sonntag im Oktober begangen, in den übrigen Ländern an vorletzten Oktobersonntag. Grund für die in Deutschland abweichende Tradition ist das Kirchweihfest, das in Deutschland am dritten Oktobersonntag begangen wird. Die Kollekte zum Weltmissionssonntag geht in den Solidaritätsfond der päpstlichen Missionswerke. Während der jährlichen Treffen der Nationaldirektoren der päpstlichen Missionswerke wird darüber entschieden, welche Projekte mit diesen Mitteln unterstützt werden.

Weitere Informationen: www.missio.com Text und Foto: is

21.10.2016


Gesangbücher für Sehbehinderte

Speyer- Am Sonntag den 16.10. 2016, 10 Uhr in der Gedächtniskirche, werden im Gottesdienst zwei neue „Gesangbücher für Sehbehinderte“, im Format Din A4 mit Großdruckschrift,  vorgestellt.

Die Gesangbücher wurden den Kirchengemeinden von der Landeskirche zur Verfügung gestellt.

Diese besondere Gesangbuchausgabe ermöglicht nun auch Menschen mit Sehbehinderung, die Lieder im Gottesdienst mitzulesen und nicht mehr nur allein auf das Gehör angewiesen zu sein. Damit haben sie die Möglichkeit, aktiv am Gottesdienstgeschehen teilzunehmen.

Schön, dass es endlich eine solche Ausgabe gibt.

Die neuen Gesangbücher werden in den nächsten Wochen an alle Gemeinden im Prot. Kirchenbezirk Speyer verteilt, je zwei Exemplare pro Kirche.

Prot. Dekanat Speyer, Presse

14.10.2016


Diözesanpastoralrat konstituiert sich

v.l.: Christian Anstäth, Katharina Rothenbacher-Dostert, Dekan Andreas Sturm, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Marius Wingerter und Diakon Johannes Hellenbrand. v.l.: Christian Anstäth, Katharina Rothenbacher-Dostert, Dekan Andreas Sturm, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Marius Wingerter und Diakon Johannes Hellenbrand.

Wahl des neuen Vorstandes – Beratung unter anderem über Leitung von Gottesdiensten durch ehrenamtlich Engagierte

Speyer- Am 7. Oktober hat sich der Diözesanpastoralrat im Bistum Speyer neu konstituiert. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann dankte den Mitgliedern des Pastoralrates für die Bereitschaft zum Engagement und wünschte sich durch einen lebendigen Austausch viele fruchtbare Impulse für die Diözese. Dies zeigte sich zum Beispiel in der Beratung eines Textentwurfes zur Leitung von Gottesdiensten durch ehrenamtlich Engagierte in der Diözese Speyer. Betont wird dabei die Bedeutung von Ehrenamtlichen bei der Feier von vielfältigen liturgischen Formen. Diese Leiter und Leiterinnen von Gottesdiensten benötigen für ihren Dienst neben der persönlichen Eignung und einer fachlichen Einführung auch eine Beauftragung. Dies gilt unter anderem auch für die Feier des Sterbesegens, der nach dem neuen Seelsorgekonzept des Bistums „ein angemessenes religiöses Ritual für die Situation des nahenden Übergangs vom Leben zum Tod“ sein soll. Die im Konzept „Gemeindepastoral 2015“ angekündigte liturgische Handreichung zur Feier des Sterbesegens wird in den nächsten Monaten erscheinen.

Neben dem Vorsitzenden, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, gehören zum Vorstand Dekan Andreas Sturm (St. Ingbert), Diakon Johannes Hellenbrand (Neustadt), Katharina Rothenbacher-Dostert (Queidersbach), Christian Anstäth (Homburg) und Marius Wingerter (Geschäftsführer).

Der Pastoralrat ist ein Beratungsgremium, das sich aus Laien und Geistlichen zusammensetzt, die aus unterschiedlichen pastoralen Wirkungsbereichen des Bistums stammen. Seine Aufgabe ist es, nach Vorgabe des "Codex des Kanonischen Rechts" Angelegenheiten zu prüfen, die sich auf das pastorale Wirken innerhalb des Bistums beziehen, darüber zu beraten und praktische Folgerungen vorzuschlagen. Text und Foto: is

Weitere Informationen:

http://www.bistum-speyer.de/2/bistum-speyer/raete-und-kommissionen/dioezesanpastoralrat/

10.10.2016


Statt Hochbeet, Barfußpfad am Freiwilligentag

„ Month of service „ Einsatz von SAP-Mitarbeitern in der Prot. Kita Villa Kunterbunt Speyer

Speyer- Gestern am 06.10.2016 haben 15 Freiwillige,  freigestellt vom  Arbeitgeber SAP Walldorf im Rahmen des „Month of service“ Projektes in der prot. Kita Villa Kunterbunt in Speyer mit Herz und Hand ehrenamtlich bei der Verschönerung der Außenanlage angepackt.

Es wurde ein Barfußpfad angelegt und ein Spielhäuschen für das Außengelände gezimmert.

Nebenbei haben die SAP - Mitarbeiter 25 cm³ Holzhackschnitzel als Fallschutz für die Sicherheit der Kinder unter dem Klettergerät und in einer bespielbaren Buschhöhle verteilt.

Ursprünglich war das Anlegen eines Hochbeetes angedacht, welches aber erst im Frühjahr folgen soll

Spontan  und  motiviert haben die, durch die „FreiwilligenAgentur Heidelberg“ vermittelten, Helfer die neue Aufgabe angenommen und gut und rasch gelöst. Mit Engagement, Kraft und Geschicklichkeit wurde gearbeitet und dann das wohlverdiente Mittagessen gemeinsam verspeist.

Eine Kindergartenbesichtigung und die Fertigstellung des Holzhäuschens füllten das Nachmittagsprogramm.

Im Namen des Trägers (Prot. Gesamtkirchengemeinde Speyer) der 108 Kinder und deren Familien und des Teams hat sich die  Kitaleiterin Doris Neubauer mit einer Urkunde bei den Helfern herzlich bedankt und sie eingeladen gerne wieder zu kommen.

Text und Foto: Dreifaltigkeitskirchengemeinde

07.10.2016


Bischof emeritus Dr. Anton Schlembach feiert diamantenes Priesterjubiläum

Am 10. Oktober 1956 in Rom zum Priester geweiht – „Deus salus – Gott ist das Heil“ lautet sein bischöflicher Wahlspruch

Speyer- Als Dr. Anton Schlembach im Februar 2007 mit einem feierlichen Gottesdienst im Speyerer Dom aus seinem Amt als 95. Bischof von Speyer verabschiedet wurde, ging eine Ära zu Ende: Über 23 Jahre wirkte er als Diözesanbischof. Nur einer seiner Vorgänger hat in den letzten 100 Jahren das Bistum länger geleitet, Ludwig Sebastian, der 1943 nach 26 Bischofsjahren 80-jährig starb. In Schlembachs Amtszeit fielen Ereignisse, die ohne Zweifel zu den Glanzpunkten der Bistumsgeschichte zählen, wie der Besuch von Papst Johannes Paul II. 1987 in Speyer und die Seligsprechung des Speyerer Diözesanpriesters Paul Josef Nardini am 22. Oktober 2006.

Am 10. Oktober dieses Jahres begeht Bischof em. Dr. Anton Schlembach sein diamantenes Priesterjubiläum. Vor 60 Jahren, am 10. Oktober 1956, ist er in Rom zum Priester geweiht worden. Zum diamantenen Priesterjubiläum war am 16. Oktober ein feierliches Pontifikalamt im Dom vorgesehen. Wegen der altersbedingten gesundheitlichen Einschränkungen des Jubilars ist dies leider nicht möglich. Bischof em. Dr. Anton Schlembach feiert zusammen mit seinem Nachfolger Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am 16. Oktober die übliche sonntägliche Eucharistie im Speyerer Caritas-Altenzentrum St. Martha um 9.30 Uhr als Dankgottesdienst. Der 16. Oktober ist zugleich der 33. Jahrestag seiner Bischofsweihe. Anschließend ist ein kleiner Empfang, bei dem man dem Jubilar begegnen kann. Er bittet darum, von Geschenken abzusehen.

Bistum Speyer veröffentlicht Online-Präsentation ausgewählter Bischofsworte

Das Bistum Speyer würdigt seinen emeritierten Bischof durch die Veröffentlichung einer Online-Präsentation von ausgewählten Bischofsworten aus den Jahren 1983 bis 2007. Unter der Überschrift „Im Dienst der Verkündigung des Evangeliums“ bieten die vom Bistumsarchiv zusammengestellten Texte einen Querschnitt der Themen, die in seinem Pontifikat bedeutsam waren. Die Hirtenworte unter anderem zum Rückgang des Glaubens und der Kirchenbindung, zu Beichte, Eucharistie, Neuevangelisierung und Ordens- und Priesterberufungen zeugen von seinem Bemühen, das Glaubenserbe in einem der ältesten deutschen Bistümer zu erhalten und zukunftsfähig zu machen. „Immer war es ihm ein Anliegen, die Menschen in der christlichen Hoffnung zu bestärken und die Botschaft Jesu Christi in der Welt zu verbreiten, denn ohne den Gottesglauben, so seine Überzeugung, geraten auch die Grundwerte der Gesellschaft in Gefahr“, schreibt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in einem Geleitwort. Sein bischöflicher Wahlspruch „Deus salus – Gott ist das Heil“ sei der „Fixpunkt seiner Verkündigung“ gewesen und ziehe sich in immer neuen Konkretisierungen durch alle seine Hirtenbriefe.

Seine Berufung im Jahr 1983 war für die Pfalz eine echte Überraschung

Es war für die Katholiken des Bistums Speyer eine echte Überraschung, als am 25. August 1983 der damals 51-jährige Dr. Anton Schlembach von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Speyer ernannt wurde. In dem Dreivierteljahr nach der Berufung Bischof Wetters zum Erzbischof von München und Freising war in der Pfalz der damalige Generalvikar der Diözese Würzburg jedenfalls nicht als Anwärter für den Speyerer Bischofsstuhl "gehandelt" worden. Waren doch seine vier unmittelbaren Vorgänger alle Pfälzer beziehungsweise Saarpfälzer gewesen. Auch für ihn selbst, der sich tief in seiner fränkischen Heimat verwurzelt fühlte, bedeutete der Wechsel von Würzburg nach Speyer keine leichte Umstellung. Doch in mehr als 30 Jahren hat der gebürtige Unterfranke in Speyer und der Pfalz neue Wurzeln geschlagen.

Schlembachs Ursprünge liegen im Bistum Würzburg

Bischof Schlembach stammt aus Großwenkheim, einem Dorf bei Münnerstadt, wo er am 7. Februar 1932 als ältestes von vier Kindern einer Landwirtsfamilie geboren wurde. Nach dem Studium in Würzburg und an der päpstlichen Universität Gregoriana empfing er am 10. Oktober 1956 in Rom die Priesterweihe, drei Jahre später promovierte er zum Doktor der Theologie. In seiner Heimatdiözese wurde er im Anschluss an die Kaplansjahre mit einer Reihe verantwortungsvoller Aufgaben betraut: Jeweils drei Jahre war er Direktor des Studienseminars in Aschaffenburg und Regens des Priesterseminars in Würzburg. Fast zwölf Jahre erteilte er hauptamtlich Religionsunterricht am Gymnasium in Hammelburg, ehe er am 1. Juni 1981 zum Domkapitular und schon einen Monat später zum Generalvikar des Bistums Würzburg ernannt wurde. Am 25. August 1983 folgte die Ernennung zum Bischof von Speyer. Zwei Monate später, am 16. Oktober, weihte ihn sein Vorgänger, Erzbischof Wetter, im Dom zu Speyer zum Bischof.

Sein Ziel: Dem Verlust an Glauben und Kirchenbindung entgegenwirken

Die Bemühungen um eine Neuevangelisierung und eine Aktivierung der Gemeinden sind immer wiederkehrende Grundthemen seiner Amtszeit. Diesem Anliegen diente auch die Erarbeitung eines Pastoralplanes, der 1993 in Kraft gesetzt wurde. Eine herausragende Initiative zur Glaubenserneuerung waren die drei Vorbereitungsjahre auf das Christus-Jubiläum 2000. Ein dreijähriges geistliches Programm mit den Schwerpunktthemen "Bibel", "Kirche" und "Weltverantwortung der Christen" sollte in den Pfarreien mehr Freude am Glauben und mehr christliches Engagement wecken. Zum ökumenischen "ChristFest" an Pfingsten 2000 versammelten sich rund 15 000 Christen aus zwölf Kirchen und Gemeinschaften in Speyer.

Das Christentum am Beispiel moderner Glaubensvorbilder greifbar gemacht

Große Bedeutung im Hinblick auf eine kirchliche Erneuerung maß Schlembach auch modernen Glaubensvorbildern bei. So versuchte er von Beginn seiner Amtszeit an mit starkem persönlichem Engagement, Botschaft und Lebenszeugnis der heiligen Edith Stein, die neun Jahre in Speyer wirkte, im Bistum lebendig zu halten. Ihre Seligsprechung 1987 war ihm Anlass, den Papst nach Speyer einzuladen. Ihr 100. Geburtstag 1991 und ihre Heiligsprechung 1998 wurden im Bistum jeweils mit einer dreitägigen Feier begangen. Überdies gab Schlembach den Anstoß zur Gründung einer deutschen Edith-Stein-Gesellschaft, die ihren Sitz in Speyer hat.

In enger Verbindung steht der Name Schlembachs mit Paul Josef Nardini, der als erster Pfälzer am 22. Oktober 2006 im Speyerer Dom selig gesprochen wurde. Dass es zu diesem für das Bistum bislang einmaligen Ereignis kommen konnte, ist ganz wesentlich ihm zu verdanken. Der Bischof war auf Nardini erstmals 1987 aufmerksam geworden. Sofort war er von Leben und Wirken des Pfarrers, der Mitte des 19. Jahrhunderts in Pirmasens gegen die soziale Not gekämpft hatte, betroffen und fasziniert. Da auch die "Mallersdorfer Schwestern", Nardinis Ordensgemeinschaft, diesen Wunsch teilten, konnte er schon drei Jahre später auf Bistumsebene das formelle Seligsprechungsverfahren eröffnen.

Schlembach bezog für den Schutz des Lebens entschieden Position

Denselben Stellenwert wie der Verkündigung und dem Gottesdienst räumt Bischof em. Schlembach dem sozialen Auftrag der Kirche ein. "Ohne Caritas ist die Kirche unglaubwürdig", so seine Überzeugung. Fast 20 caritative Einrichtungen, von Altenheimen über Behindertenwerkstätten bis hin zum Übernachtungsheim für Nichtsesshafte, hat er in seiner Amtszeit eingeweiht. Ebenso war er einer der maßgeblichen Impulsgeber für die ökumenische Hospizhilfe, die 1991 im Bereich von Bistum und Landeskirche gegründet wurde.

Gerade wenn es um das menschliche Leben geht, um seinen Schutz und seine Würde, sieht Schlembach die Christen besonders in Pflicht genommen. So hat er selbst im Streit um die Abtreibungsgesetzgebung immer wieder in der Öffentlichkeit eine Verbesserung des rechtlichen Schutzes für die ungeborenen Kinder gefordert. Nicht weniger deutlich bezog er Stellung gegen die Einführung der aktiven Sterbehilfe in einigen europäischen Nachbarländern und die Tötung embryonaler Menschen im Interesse der Forschung. Die "Klarheit des kirchlichen Zeugnisses für die Unantastbarkeit jedes menschlichen Lebens" war auch der entscheidende Grund dafür, dass er im Jahr 2000 als einer der ersten deutschen Bischöfe in den Schwangerenberatungsstellen der Diözese keine Beratungsscheine mehr ausstellen ließ, die eine straffreie Abtreibung ermöglichen. Umso stärker war sein Bemühen, das Beratungsangebot für Schwangere in Not- und Konfliktsituationen aufrecht zu erhalten und die Hilfe der Kirche noch auszuweiten. Ein wichtiger Schritt dabei war die Gründung einer "Bischöflichen Stiftung für Mutter und Kind", die Politik und Öffentlichkeit für den Lebensschutz sensibilisiert und Projekte des Caritasverbandes für Mütter in Not finanziert.

Gastgeber für Besuch des Papstes 1987 - ein „Jahrtausendereignis“ für das Bistum

Am 4. Mai 1987 kam Papst Johannes Paul II. während seines zweiten Deutschlandbesuches nach Speyer und feierte auf dem Domplatz mit 60 000 Teilnehmern eine heilige Messe - für die Stadt und das Bistum ein "Jahrtausendereignis". Auch viele internationale Staatsgäste empfing Bischof Schlembach im Speyerer Dom. Manchem Regierungschef, den Bundeskanzler Kohl während seiner Amtszeit in seinen Heimatdom brachte, hat Bischof Schlembach persönlich die europäische Bedeutung des Bauwerks erläutert: Michail Gorbatschow und Boris Jelzin ebenso wie George Bush, Vaclav Havel oder König Juan Carlos von Spanien. In seiner Kathedrale sieht er aber nicht nur das einmalige Zeugnis europäischer Baukunst und Geschichte. Entstanden noch vor den großen Glaubensspaltungen, ist der salische Kaiserdom für ihn ebenso ein Mahnmal zur Einheit der Kirchen. So führte Schlembach auch von Anfang an die guten ökumenischen Beziehungen im Bistum konstruktiv weiter.

Wie die meisten Bischöfe nahm auch der Speyerer Bischof Aufgaben außerhalb seines Bistums wahr, anfangs in der Publizistischen Kommission und der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, später in der "Kommission Weltkirche", deren Unterkommission für Missionsfragen er leitete, und in der "Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen", deren stellvertretender Vorsitzender er zehn Jahre lang war. Von1991 bis 2006 war er Großprior der Deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Fünf Jahre war er Mitglied im Päpstlichen Rat für den Dialog mit den Nichtglaubenden; als Leiter des Dialog-Sekretariates für die Bundesrepublik und die deutschsprachige Schweiz richtete er wissenschaftliche Symposien in Speyer, Zagreb und Prag aus. Vier Mal organisierte er als Delegierter der Deutschen Bischofskonferenz das deutschsprachige Programm der Eucharistischen Weltkongresse: 1989 in Seoul, 1993 in Sevilla, 1997 in Breslau und 2000 in Rom.

Schlembach: Christen sollen ihren Glauben entschieden bezeugen

Wenn Bischof Schlembach auf seine Amtszeit zurückblickt, klammert er besorgniserregende und schmerzliche Entwicklungen nicht aus. So konstatiert er durchaus den zahlenmäßigen Rückgang an Gläubigen und Gottesdienstbesuchern, den Priestermangel oder den in seinen Augen viel zu schwachen Einsatz der Christen für eine "Kultur des Lebens von der natürlichen Empfängnis bis zum natürlichen Sterben". Aber all dies ist für ihn kein Grund zur Resignation oder gar zum Pessimismus. Im Gegenteil, er sieht auch im kirchlichen Leben hierzulande viele Hoffnungszeichen und neue Aufbrüche. "Vieles spricht dafür, dass sich Atheismus, Säkularismus und Postmoderne totlaufen", schrieb er in seinem letzten Bischofswort zur österlichen Bußzeit. Diese Entwicklung sei für Christen eine Ermutigung, täglich neu und noch entschiedener ihren Gottesglauben zu leben und zu bezeugen.

Weitere Informationen zu Bischof em. Dr. Anton Schlembach:

www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/leitung/bischof-em/

Lebensdaten und Initiativen:

www.bistum-speyer.de/2/bistum-speyer/leitung/bischof-em/lebensdaten/

Online-Präsentation der Bischofsworte anlässlich des 60-jährigen Priesterjubiläums:

www.bistumsarchiv-speyer.de (Menü „Publikationen“)

oder direkt unter

http://www.bistum-speyer.de/2/erziehung-schule-bildung/bistumsarchiv/publikationen/

Text: is; Foto: Klaus Landry

05.10.2016


Nacht der Barmherzigkeit lockte viele Besucher in den Speyerer Dom

KirchenraumJugendnacht spiegelte Vielfalt kirchlicher Gebetspraxis- Brüder aus Taizé zu Gast im Dom

Speyer-  Die „Nacht der Barmherzigkeit“ hat am vergangenen Samstag viele Menschen in den Speyerer Dom gelockt. Sie folgten der Einladung von Jugendlichen aus dem Bistum Speyer und Bischof Karl-Heinz Wiesemann. Vom frühen Abend bis nach Mitternacht waren Mittelschiff und Apsis in warmes Licht getaucht. Der Orangeton erinnerte an den Kirchenraum von Taizé in Frankreich, wo sich jährlich tausende jungen Menschen treffen um gemeinsam zu leben und zu beten. Ein Höhepunkt der "Nacht der Barmherzigkeit" war sicher das Taizégebet, zu dem zwei Ordensbrüder aus Frankreich angereist waren. Sie brachten die Spiritualität des geistlichen Zentrums für Jugendliche aus aller Welt mit in die Speyerer Kathedrale. Der romanische Kirchenraum wurde von unzähligen Kerzen erhellt. Die einfachen Gesänge, für die Taizé berühmt ist, wurden von einem Chor von mehr als zweihundert meist jugendlichen Musikerinnen und Musikern interpretiert. Bruder Frank betonte in einer kurzen Ansprache, das eine Haltung der Barmherzigkeit Menschen verwandeln könne: „Wenn wir bedenken, dass Gott auch barmherzig ist, hilft uns das, anders an Gott zu denken. Unser Verhältnis zu Gott wird verwandelt. Auch unser Verhältnis zu anderen Menschen wird verwandelt“. Bruder Frank verband den Bericht seiner persönlichen Erfahrung einer das Denken und Handeln verändernden Hoffnung mit dem Wunsch, dass eine geistige Verbindung der Barmherzigkeit zwischen Taizé in Frankreich und den Menschen im Speyerer Dom erfahrbar werde: „Barmherzigkeit hilft uns, das Leben um uns herum mit mehr Hoffnung zu leben. Diese Hoffnung wir dadurch geweckt, dass wir andere treffen- zum Beispiel heute Abend. Das habe ich erlebt, als ich hier in der Kirche saß“, erklärte er. „Ich werde diese Erfahrung der Verwandlung mit nach Hause nach Taizé nehmen, und hoffe, dass auch Sie sie mit nach Hause zu Ihren Familien und Freunden nehmen.“

Bischof eröffnet Jugendnacht | Jugendverbände betonen Handeln aus Barmherzigkeit heraus

Chor/TaizégebetBischof Wiesemann hatte zuvor gemeinsam mit Pfarrer Carsten Leinhäuser die Nacht der Barmherzigkeit eröffnet. Der Speyerer Bischof machte deutlich, dass der barmherzige Blick auf die Mitmenschen dem Ausschluss Einzelner entgegenwirke. Er zitierte aus der berühmten Rede von Martin Luther King "I have a dream- Ich habe einen Traum" und betete für den Zusammenhalt der Menschen, unabhängig von Rasse, Nation oder Weltanschauung. 

Carsten Leinhäuser leitet die Abteilung Jugendseelsorge, die die Nacht im Dom verantwortete. Das Gebet sei die eine Seite der Barmherzigkeit, sagte er. Aus dem Gebet folge aber immer der Auftrag zu handeln: „Über Barmherzigkeit kann man reden - das ist die eine Sache. Konkret wird sie aber erst, wenn sie gelebt wird. Sie ist ganz eng mit unserem Handeln verknüpft. Als Christ handle ich, indem ich mich für andere Menschen engagiere - und indem ich für andere Menschen bete. Beides sind Wege, aktiv zu werden und barmherzig zu handeln. In der "Nacht der Barmherzigkeit" haben wir die Teilnehmer genau dazu eingeladen: Erst miteinander für Menschen zu beten, die in einer Notlage sind oder Schwierigkeiten haben, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Und dann auf Menschen im persönlichen Umfeld zu zugehen, die eine konkrete Unterstützung brauchen und ihnen diese anzubieten.“  Als Diözesanpräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Speyer warb er deshalb gemeinsam mit seiner BDKJ-Vorstandskollegin Lena Schmidt für das Projekt „Zukunftszeit“ des BDKJ. Mit „Zukunftszeit“ setzt der Dachverband der katholischen Kinder- und Jugendverbände im Vorfeld der Bundestagswahlen im kommenden Jahr ein Zeichen gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und für Integration. Die Gäste im Dom konnten Vocalensemble CREATIVbereits während der „Nacht der Barmherzigkeit“ ein Zeichen setzen und die Fotobox nutzen, um sich mit ihrem Gesicht und Statement stark zu machen für ein buntes Land: „Wir finden: Zukunftszeit ist ein Ausdruck von Barmherzigkeit“, erklärte Lena Schmidt. „Wir wollen nicht, dass Menschen benachteiligt sind oder ausgeschlossen werden. Wir wollen das nicht, weil Gott so nicht ist und er uns einen klaren Auftrag gegeben hat, zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Das ist ganz unabhängig von Hautfarbe, Herkunft oder sonstigen Merkmalen.“

Viele Gebetsformen: Breites Angebot sorgt für Kommen und Gehen bis Mitternacht

Das gemeinsame Gebet in vielen Facetten war Kern der Jugendnacht im Dom. So wechselten die Angebote im Verlauf der Abends von Texten zu Liedern und von Tänzen zu Momenten der Stille. Wer kam, konnte im Mittelschiff Platz nehmen, zuschauen, mitsingen oder mitbeten. Das Vocalensemble CREATIV unter Leitung von Pia Knoll verzauberte die Besucherinnen und Besucher mit sanften, nachdenklichen Tönen, aber auch mit schwungvollen Neuen Geistlichen Liedern. Wer wollte, konnte im linken Seitenschiff des Domes mit einem Seelsorger ins Gespräch kommen und die Beichte, das Sakrament der Versöhnung, empfangen. Im rechten Seitenschiff erzählte die Fotoausstellung „Auf den Spuren von Mutter Teresa. Liebe leben. Leben teilen“ von Kalkutta, der Heimat der kürzlich heilig gesprochene Ordensfrau. Ihren Spuren ist der Wormser Fotograf Stefan Ahlers gefolgt. Die weltkirchliche Verbundenheit spielte während der "Nacht der Barmherzigkeit" eine besonders große Rolle. Das Hilfswerk Missio war zu TaizégebetGast und brachte mit der Tanzgruppe der Philippinischen Kulturgemeinschaft im Saarland das Land näher, das im Zentrum der diesjährigen Missio-Kampagne steht. Pater Kenneth Centeno, Vinzentiner von den Philippinen, lebt derzeit in München. In seinem Impulstext sagte er: „Die Barmherzigkeit Gottes ist eine Einladung zum neuen Leben, das eine neue Hoffnung schafft“. Diese bezog er ganz konkret auf die Lebensituation der Menschen hier und auf den Philippinen und spannte einen weiten gesellschaftlich- politischen Bogen von den Ängsten der Menschen in Deutschland bis hin zu den Folgen des Klimawandels.

Anbetung und Lobpreis waren ebenso Elemente der Nacht der Barmherzigkeit wie die abschließende Komplet, die jahrhundertealte Gebetskultur der Klöster in die Jugendnacht brachte. Jede Gebetsform zog andere Besucherinnen und Besucher in ihren Bann und so herrschte vom frühen Abend bis nach Mitternacht ein Kommen und Gehen im Dom. Mit der Komplet, die durch Neue Geistliche Lieder eine „Frischekur“ erfahren hatte, endete die "Nacht der Barmherzigkeit". 

Veranstaltet wurde die "Nacht der Barmherzigkeit" von der Abteilung Jugendseelsorge des Bischöflichen Ordinariates Speyer. Die Abteilung koordiniert bistumsweit die Seelsorge für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Der Dachverband Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer ist Kooperationspartner der Abteilung Jugendseelsorge. Mehr: www.jugend-bistum-speyer.de  bdkj-speyer.de

Text: BDKJ Speyer; Foto: (c) Bistum Speyer / Klaus Landry

03.10.2016


Nacht der Barmherzigkeit - Bilderalbum

Würdigung für kirchliches und caritatives Engagement

Alle Ausgezeichneten (von links nach rechts): Thorsten Reinartz, Alban Gutting, Schwester Ramona Thönnes, Hans Lenhart, Wilma Brock, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Franz Leidecker, Karl-Heinz Ebersold, Gertrud Engelbreit, Walter Rusch, Angela Henigin, Brigitte Dauer, Elisabeth Mertels Tochter, die stellvertretend die Auszeichnung annahm, Ute Dingenouts, Josefine Lederle, Karl Josef Koch. Es fehlen Agathe Schuck und Theodor Brunck.Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann verleiht Pirminius-Plakette an besonders engagierte Kirchenmitglieder aus der Diözese Speyer

Speyer- Würdigung für großes kirchliches und karitatives Engagement: Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hat 17 Frauen und Männer aus der Diözese am Sonntag, 2. Oktober, im Priesterseminar St. German in Speyer die Pirminius-Plakette verliehen. Sie ist die höchste Auszeichnung der Diözese für besonderen ehrenamtlichen Einsatz für Pfarrei, Dekanat oder gar Diözese. Benannt ist die bischöfliche Ehrenplakette nach dem heiligen Abtbischof Pirminius. Er wirkte als Missionar im südwestdeutschen Raum und gründete das Kloster Hornbach, wo er im Jahr 753 starb. Der Ehrung vorausgegangen war das Pontifikalamt im Dom zum 955. Jahrestag der Weihe der romanischen Kathedrale.

Die Geehrten wurden von den Dekanatsräten sowie von Bischof Wiesemann für die Auszeichnung vorgeschlagen. Die neuen Träger der Pirminius-Plakette heißen Wilma Brock (St. Ingbert), Theodor Brunck (Bayerfeld-Steckweiler), Brigitte Dauer (Eußerthal), Ute Dingenouts (Maxdorf), Karl-Heinz Ebersold (Bexbach), Gertrud Engelbreit (Frankenthal), Alban Gutting (Lingenfeld), Angela Henigin (Hatzenbühl), Karl Josef Koch (Dahn), Josefine Lederle (Ruppertsecken), Franz Leidecker (Kaiserslautern), Hans Lenhart (Glan-Münchweiler), Elisabeth Mertel (Erlenbach), Thorsten Reinarzt (Trippstadt), Walter Rusch (Schopp), Agathe Schuck (Niedermoor) sowie Schwester Ramona Thönnes (Landau). Die Dekanate Bad Dürkheim und Ludwigshafen hatten keine Vorschläge eingereicht.

In seiner Laudatio verglich Bischof Wiesemann die Kirche mit einem Gebäude, sprach von einem „lebendigen Bau der Kirche“. Er betonte: „Die Kirche Jesu Christi ist kein totes Gebilde, sondern eine Lebenskirche.“ Er dankte den Frauen und Männern, denen er die Pirminius-Plakette überreichte. Sie seien diejenigen, die am Gebäude Kirche weiterbauen und es weiterentwickeln, kleine und große Aufgaben übernähmen. „Ich kann als Bischof nur meinen Kopf neigen und danke sagen.“ Einige Preisträger konnten aus gesundheitlichen Gründen die Auszeichnung am Sonntag nicht persönlich entgegennehmen. „Auch die heute Erkrankten erhalten die Ehrung“, versicherte der Bischof.

Die Preisträger der Pirminius-Plakette 2016:

Theodor Brunck aus Bayerfeld-Steckweiler (Pfarrei Hl. Franz von Assisi, Rockenhausen) konnte aus gesundheitlichen Gründen die Auszeichnung nicht entgegennehmen. Dekan Markus Horbach wird die Plakette und Urkunde überbringen, Bischof Wiesemann sprach Theodor Brunck seinen Dank aus: „Er war über viele Jahre ein zuverlässiger Ansprechpartner für alle Angelegenheiten, die die Kirche in Bayerfeld betreffen, gewesen.“ Der Nordpfälzer Bischof Karl-Heinz Wiesemann würdigt Josefine Lederle aus Ruppertsecken.unterstützt seit fast 60 Jahren das Bonifatiuswerk. Seit 1962 kümmert sich der heute 74-Jährige um Busse des Hilfswerks, wartet und pflegt sie. Seit vielen Jahrzehnten übernimmt Brunck Sonntag für Sonntag Fahrdienste und ermöglicht so, dass Gläubige aus den umliegenden Dörfern den Gottesdienst besuchen können. Daneben war Theodor Brunck über Jahrzehnte Mitglied und Vorsitzender im Pfarrgemeinderat, Mitglied im Verwaltungsrat und Lektor. Seit 40 Jahren übernimmt er den Sakristandienst in St. Josef Bayerfeld, führte ihn trotz schwerer gesundheitlicher Probleme weiter. Ebenso lange begleitet er die Aktion Dreikönigssingen.

Zahlreiche Aufgaben hat auch Josefine Lederle aus Ruppertsecken (Pfarrei Hl. Franz von Assisi, Rockenhausen) inne. Karl-Heinz Wiesemann würdigte die 63-Jährige für ihr vielfältiges Engagement. Als Mitglied und Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Ruppertsecken und inzwischen als Vorsitzende des Pfarreirats der neuen Pfarrei Hl. Franz von Assisi hat sie wichtige ehrenamtliche Aufgaben in der Pfarrei übernommen, ebenso im Liturgie- und Ökumeneausschuss. Aktiv ist Josefine Lederle in ihrer Pfarrei außerdem unter anderem bei der Sternsinger-Aktion, als Sakristanin und Kommunionshelferin. Seit zwölf Jahren ist sie als ehrenamtliche Betreuerin in verschiedenen Seniorenheimen im Donnersbergkreis unterwegs. Seit 15 Jahren liegt die katholische Erwachsenenbildung im Dekanat Donnersberg in Josefine Lederles Händen, was Bischof Wiesemann besonders hervorhob: „Sie haben etwas dazu getan, Bildung möglich zu machen, und haben durch verschiedenste Themen und Referenten Menschen Anregungen zum Leben aus dem Glauben gegeben.“

Bischof Karl-Heinz Wiesemann überreicht Angela Henigin aus Hatzenbühl die Pirminius-Plakette. Rechts neben ihr der zweite Geehrte aus dem Dekanat Germersheim, Alban Gutting.Alban Gutting aus Lingenfeld (Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini, Germersheim) ist seit seiner Kindheit eng mit der Kirchengemeinde verbunden. „So fällt es schwer, all Ihre Ehrenämter zu benennen“, bekannte der Bischof. In den 1970er Jahren übernahm Gutting die Geschäftsführung des Elisabethenvereins, gliederte die pfarrliche Krankenpflege in die neue Ökumenische Sozialstation Germersheim-Lingenfeld ein. Bis heute ist er als Verwaltungsratsmitglied der Sozialstation tätig. Mit großem Engagement und Verantwortungsbewusstsein kümmerte sich Gutting um den Neubau eines Schwesternhauses der Niederbronner Schwestern, einer Kindertagesstätte und war viele Jahre Ansprechpartner für die Belange des Personals und der Gebäude. Als Lingenfelder Ortsbürgermeister – das Amt bekleidete er fast zwei Jahrzehnte – lag sein Augenmerk auf der guten Zusammenarbeit zwischen Orts- und Kirchengemeinde. Daneben ist der 78-Jährige Mitglied im Verwaltungsrat sowie seit 50 Jahren Sänger im Lingenfelder Kirchenchor.

Bischof Wiesemann würdigte Angela Henigin aus Hatzenbühl (Pfarrei Mariä Heimsuchung, Rheinzabern) für ihre „langjährigen und treuen Dienste in der Pfarrei“ und ihr „ausdauerndes und vom Glauben getragenes Engagement“. Die 77-Jährige ist Mitglied im Pfarreirat, sie ist Sakristanin, Kommunionhelferin und mitverantwortlich beim Kirchenputz und Kirchenschmuck. Lange Jahre war Angela Henigin vor Ort zuständig für die Caritas. „Durch die Verteilung religiöser Schriften haben Sie Kontakt mit vielen Gemeindemitgliedern, vor allen Dingen alten und kranken Menschen, mit denen Sie immer wieder über den Glauben ins Gespräch kommen und so Zeugnis Ihres tiefen Glaubens geben“, sagte der Bischof und hob ihre liebevolle Sorge um den Blumenschmuck an den Feldkreuzen rund um Hatzenbühl hervor. Dies sei Zeugnis der reichen christlichen Tradition der Pfalz.

Thorsten Reinartz aus Trippstadt (Pfarrei Maria Schutz, Kaiserslautern) ist seit vielen Jahren auf vielfältige Weise stark in seiner Pfarrei engagiert. Bischof Wiesemann verwies darauf, dass Reinartz vor über 20 Jahren die Kirchenband „Community“ gründete, die mit den geistlichen Gesängen in der heimischen Kirche und im Umland viele Menschen bewegt. Darüber hinaus ist das Engagement des 45-Jährigen vielfältig: Viele Jahre war er Vorsitzender des Pfarrgemeinderats und hat nun den Vorsitz des Gemeindeausschusses von St. Josef inne. Hinzu kommt der Dienst als Lektor, Kommunionhelfer und Sakristan, die Vorbereitung von Wortgottesdiensten und Kinderchristmetten, die Organisation von Pfarrfesten und nicht zuletzt der Vorsitz im Elisabethenverein. „Manche Ehrenamtliche leisten einen Vollzeitjob“, zollte der Bischof Anerkennung.

Walter Rusch aus Schopp (Pfarrei Hl. Franz von Assisi, Queidersbach) ist seit 30 Jahren als Organist und Chorleiter ehrenamtlich tätig. Karl-Heinz Wiesemann wies auf Ruschs Kompositionen und Arrangements von Chorstimmen hin. „Dass Ihr Herz auch für die Ökumene schlägt“, sagte er dem 77-Jährigen, „können wir daran erkennen, dass Sie während der Krankheit Ihres protestantischen Pendants über einen längeren Zeitraum die Leitung des protestantischen Kirchenchores übernahmen.“ Neben seinem musikalischen Engagement ist Walter Rusch seit mehr als 40 Jahren im Verwaltungsrat tätig und über das normale Maß hinaus etwa bei der Erweiterung des Pfarrheims engagiert. Täglich schaute er auf der Baustelle vorbei. Wiesemann: „Für Ihre Pfarrei sind Sie ein stets verlässlicher Ansprechpartner und Helfer.“

Hans Lenhart aus Glan-Münchweiler (Pfarrei Hl. Remigius, Kusel) ist Gründungsmitglied im Kirchenchor, Mitorganisator und zuverlässiger Helfer bei allen kirchlichen Festen. Darüber hinaus arbeitet der 73-Jährige seit vielen Jahren im Verwaltungsrat der Pfarrei mit, ist seit neun Jahren der stellvertretende Vorsitzende und kümmert sich als Ansprechpartner um die Liegenschaften der Gemeinde St. Pirminius. „Als Verantwortlicher für die Kirchenrenovierung haben Sie mit Tatkraft die Baumaßnahmen begleitet. Auch sind Sie mitverantwortlich für die Kirchenreinigung und Pflege der kirchlichen Einrichtungen“, berichtete Bischof Wiesemann. Er bezeichnete Hans Lenhart als wertvolle Stütze der Pfarrei. Der Glan-Münchweilerer ist außerdem Mitglied im Führungskreis der Kolpingfamilie und organisiert und unterstützt Kirchenfeste.

Agathe Schuck aus Niedermoor (vormals Kusel / Pfarrei Hl. Remigius, Kusel) konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Verleihung teilnehmen. Die Ehrung wird vor Ort durch Dekan Rudolf Schlenkrich nachgeholt. Gewürdigt wurde die 73-Jährige für ihre langjährigen ehrenamtlichen Dienste in der Pfarrei. Sie wirkte als Sakristanin, Lektorin und Kommunionhelferin, war zuständig für den Kirchenschmuck, nahm sich der Messdiener und Sternsinger an. Sie ist Vorbeterin bei Fasten- und Rosenkranzandachten, hält das Totengebet und spendet die Krankenkommunion.

Brigitte Dauer aus Eußerthal überraschte den Bischof mit einem kleinen Geschenk. Es zeigt ihn in Eußerthal anlässlich der 750-Jahrfeier des Ortes.Brigitte Dauer aus Eußerthal (Pfarrei Hl. Elisabeth, Annweiler) prägte über 30 Jahre lang die Kirchenmusiktage. In der Pfarrei unterstützte die heute 80-Jährige eine Zeitlang Pfarrer Rinnert fürsorglich im Haushalt, übernahm das Schmücken der Kirche und war unter anderem bei Hochzeiten und Kommunionfeiern mit ihren Blumenschmuckideen gefragt. Lange Zeit war Brigitte Dauer Mitglied im Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat und pflegte die Gewänder der Messdiener. Brigitte Dauer hatte eine Überraschung für den Bischof mitgebracht: Sie überreichte ihm ein Foto, das ihn beim Fest zum 750. Jubiläum von Eußerthal zeigt.

Schwester Ramona Thönnes gehört den Mallersdorfer Schwestern an. Bischof Wiesemann unterstrich: „Mit dieser Ehrung sollen neben Ihnen auch stellvertretend alle Mallersdorfer Schwestern, die seit 125 Jahren in der Kindertagesstätte und Pfarrei Offenbach tätig waren und deren Ära mit Ihrer Pensionierung nun geendet hat, gewürdigt werden.“ Er bezeichnete Schwester Ramona als „eine Frau voller Tatkraft und Stärke“. „Über 30 Jahre waren Sie in Offenbach geradezu eine Institution.“ Die Liste ihrer Verdienste sei sehr lang, einen Aufzählung würde scheitern, erklärte der Bischof und ging dennoch auf einiges ein. Bis vor kurzem leitete Schwester Ramona die Kindertagesstätte Offenbach. „Sie scheuten keine Arbeit und hatten immer ein offenes Ohr für Sorgen, Nöte und Anliegen jeglicher Art“, erklärte Wiesemann. „Mit Charisma, Herz und Verstand haben Sie Ihre Arbeit ausgefüllt und sind dafür vielen Mitmenschen ein Vorbild geworden.“ Auch in der Pfarrei war Schwester Ramona präsent, brachte sich in viele Bereiche ein, unter anderem als Katechetin, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, im Sakristeidienst und beim Besuchsdienst.

Karl Josef Koch aus Dahn (Pfarrei Hl. Petrus, Dahn) ist laut Bischof Wiesemann „ein Allround-Talent“. Seit seiner Jugend bereichert der 62-Jährige das Gemeindeleben. Unter anderem war Koch Gruppenleiter der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG), hatte 28 Jahre lang den Vorsitz des Pfarrgemeinderats St. Laurentius inne und leitet nun den Gemeindeausschuss. Die Sakristei liegt in seinen Händen und auch die Durchführung der Sternsingeraktion. Karl Josef Koch organisierte zahlreiche Zeltlager und Freizeiten, begleitete Baumaßnahmen in der Pfarrei, unter anderem die Renovierung des Jugendhauses, den Aufbau des Pater-Ingbert-Naab-Hauses.

Für Elisabeth Mertel aus Erlenbach (Pfarrei Hl. Petrus, Dahn) nahm ihre Tochter stellvertretend die Ehrung entgegen. „Es gibt immer wieder Menschen, ohne die eine Pfarrei für viele andere nicht denkbar ist“, sagte Bischof Wiesemann. „So ein Mensch ist Elisabeth Mertel.“ Die 75-Jährige nahm zahlreiche Aufgaben wahr: vom Dienst in der Sakristei über die Sorge um den Kirchenschmuck und die schöne Gestaltung des Fronleichnamsfestes, hin zur Gestaltung von Andachten, der Mitarbeit im Team des Gesprächskreises und bei Kranken-, und Geburtstagsbesuchen. Seit ihrer Jugend engagierte sich Elisabeth Mertel in ihrer Gemeinde. Wiesemann beeindruckte, dass sie auch nachdem sie schwer erkrankte, „zuverlässig und uneigennützig ihre Dienste der Gemeinde solange sie konnte, zur Verfügung stellte“.

Wilma Brock aus St. Ingbert (Pfarrei Hl. Ingobertus, St. Ingbert) nannte der Bischof „ein Urgestein der Pfarrei Hl. Ingobertus“, denn die 82-Jährige ist seit 53 in ihrer Gemeinde St. Josef engagiert und lang ist die Liste der Aufgaben, die sie in dieser Zeit übernommen hat. Wiesemann hob hervor, dass Wilma Brock über Jahrzehnte den Haushalt des Pfarrers führte und gleichzeitig zwei weitere Pfarrer betreute. Wilma Brock ist erste Vorsitzende des Pfarrhaushälterinnenkreises im Dekanat Saar-Pfalz und zweite Vorsitzende im Bistum Speyer. Seit 40 Jahren übernimmt die Saarländerin in der Kolpingfamilie ein Amt im Vorstand, beinahe ebenso lange ist sie Mitglied der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (KFD), dort ebenfalls im Vorstand tätig. Sie ist langjähriges Mitglied im Pfarrgemeinderat, war viele Jahre Vorsitzende des Festausschusses und wirkt im Liturgie- und Caritasausschuss mit. Seit vier Jahrzehnten ist sie Sakristanin in St. Josef und St. Engelbert, seit 20 Jahren engagiert sie sich in der Sternsingeraktion.

Karl-Heinz Ebersold aus Bexbach (Pfarrei Hl. Nikolaus, Bexbach) ist laut Bischof Wiesemann „ein Organisationstalent und kompetenter und verständnisvoller Ansprechpartner der Gemeinde St. Martin“. Seit vielen Jahren organisiert Ebersold Konzerte für die Pfarrei, holte unter anderem die Münchner Sängerknaben in die Kirche. Als Sakristan kümmert sich der 80-Jährige seit knapp 20 Jahren um die Sakristei von St. Martin und außerdem um alle Dinge, die rund um die Pfarrkirche und das Pfarrheim anfallen. Bei Wind und Wetter begleitet er die Geistlichen zu Gottesdiensten und Beerdigungen in die Filialgemeinden Kleinottweiler und Niederbexbach. „Wie sehr Sie in der Pfarrei geschätzt werden, erkennt man daran, dass Messdiener und Sternsinger Sie liebevoll ‚Vater Ebersold‘ nennen“, sagte der Bischof. Daneben übernimmt Karl-Heinz Ebersold viele andere Aufgaben, ist Mitglied im Liturgie- und Organisationsausschuss und in der Männerschola sowie Boten-Verantwortlicher für den Gemeindebrief. Lange Jahre war er Mitglied im Pfarrgemeinderat St. Martin.

 Auch Ute Dingenouts aus Maxdorf (Pfarrei Hl. Antonius von Padua, Maxdorf) bringt sich seit vielen Jahrzehnten aktiv in der Pfarrei ein. Seit 40 Jahren ist sie in der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (KFD) Maxdorf engagiert und mit einer kurzen Unterbrechung seit 1979 deren Leiterin. Sie stellt regelmäßige KFD-Treffs auf die Beine und Spielenachmittage, Einkehrtage, religiöse Freizeiten, Literaturnachmittage, Vorträge und meditative Tanzabende. Die 76-Jährige unterstützte stark den Aufbau der Seniorenarbeit in der Pfarrei. Sie übernimmt Krankenbesuche, Kommunion- und Firmvorbereitungen und pflegt eine jahrelange Patenschaft für psychisch Kranke. „Besonders hervorheben möchte ich auch Ihren aktuell wichtigen Einsatz für Flüchtlinge in der Pfarrei“, betonte Bischof Wiesemann anlässlich der Verleihung der Pirminius-Plakette.

Gertrud Engelbreit aus Frankenthal (Pfarrei St. Dreifaltigkeit, Frankenthal) war mehr als 55 Jahre lang Kirchenrechnerin. „Für diese wichtige Aufgabe benötigt man eine verlässliche, engagierte und gut mit Zahlen umzugehen verstehende Person“, erklärte Wiesemann. „Die Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit hatte in Ihnen eine solche Person gefunden.“ Der Bischof lobte Gertrud Engelbreits große Gründlichkeit, Zuverlässigkeit und Hingabe für diese Aufgabe. In ihrer Position als Kirchenrechnerin war die heute 91-Jährige unter anderem für den Bau der Frankenthaler Kirche St. Paul im Jahr 1967 mitverantwortlich. Die Vorderpfälzerin wachte zudem als Kassenwartin über die Finanzen der Kolpingfamilie.

Franz Leidecker (rechts) war sechs Jahre lang der Missbrauchsbeauftragte des Bistums. Auf Vorschlag von Bischof Wiesemann wurde Leidecker mit der Pirminius-Plakette geehrt.Auf Vorschlag des Bischofs wurde Franz Leidecker aus Kaiserslautern mit der Pirminius-Plakette geehrt für „ein Engagement in einem besonders wichtigen, aber auch schmerzlichen Bereich des kirchlichen Lebens“, wie Wiesemann erklärte. Bis Ende September hatte Leidecker das Amt des Missbrauchsbeauftragten des Bistums Speyer ausgeübt. Am 1. Oktober hat Ansgar Schreiner, Direktor des Amtsgerichts Ludwigshafen, diese Aufgabe übernommen. Franz Leidecker war bis 2011 als leitender Kriminaldirektor und stellvertretender Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Rheinpfalz in Ludwigshafen tätig. Vor sechs Jahren hatte er der Diözese seinen Dienst angeboten und sich bereiterklärt, als Ansprechpartner bei Fällen von sexuellem Missbrauch zur Verfügung zu stehen – zu jener Zeit, als die kirchlichen Missbrauchsfälle fast täglich in den Medien thematisiert wurden. Tag und Nacht sei Leidecker telefonisch erreichbar gewesen. Der Bischof bescheinigte Leidecker Verantwortungsbewusstsein und Diskretion, großen juristischen Sachverstand und ein starkes Maß an Einfühlungsvermögen. „Ihre unabhängige Stellung, aber auch Ihre souveräne Art haben Sie für alle Seiten zu einem vertrauenswürdigen Ansprechpartner gemacht. Wir schulden Ihnen Dank.“, würdigte Bischof Wiesemann die Verdienste Leideckers.“Ihrer Einschätzung der Situation und Ihren Vorschlägen zur finanziellen Anerkennung des Leids, die Sie auf Grund der genauen Kenntnis der Situation abgegeben haben, konnten wir als Diözese ohne Einschränkung folgen.“

Text und Fotos: Yvette Wagner

03.10.2016


Stabwechsel im Amt des Missbrauchsbeauftragten

v.l.: Sybille Jatzko, Franz Leidecker, Generalvikar Dr. Franz Jung und den neuen Missbrauchsbeauftragten Ansgar Schreiner bei der v.l.: Sybille Jatzko, Franz Leidecker, Generalvikar Dr. Franz Jung und den neuen Missbrauchsbeauftragten Ansgar Schreiner bei der "Amtsübergabe"

Franz Leidecker übergibt Aufgabe an Ansgar Schreiner aus Limburgerhof – Auch Sybille Jatzko beendet Tätigkeit, Nachfolgerin wird aktuell gesucht

Speyer-  Das Amt des Missbrauchsbeauftragten des Bistums Speyer geht in neue Hände über. Zum 1. Oktober gibt der bisherige Missbrauchsbeauftragte Franz Leidecker aus Kaiserslautern die Aufgabe an Ansgar Schreiner aus Limburgerhof weiter. Auch Sybille Jatzko, seit 2013 zweite Missbrauchsbeauftragte des Bistums Speyer, beendet ihre Tätigkeit. Das Bistum Speyer sucht für sie aktuell eine Nachfolgerin.

Franz Leidecker, der bis zum Jahr 2011 als leitender Kriminaldirektor und stellvertretender Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Rheinpfalz in Ludwigshafen tätig war, hat das Amt des Missbrauchsbeauftragten im Jahr 2010 übernommen. „Wir sind Herrn Leidecker für die kompetente Art und Weise, wie er diese verantwortungsvolle Aufgabe in den letzten Jahren ausgeübt hat, sehr dankbar“, würdigte Generalvikar Dr. Franz Jung seinen Einsatz. Sein Nachfolger wird Ansgar Schreiner, Direktor des Amtsgerichts Ludwigshafen. Er wohnt in Limburgerhof und ist dort auch kirchlich engagiert, zum Beispiel als Organist bei den Gottesdiensten. Generalvikar Jung überreichte ihm am Freitag offiziell die Ernennungsurkunde von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.

Ansgar Schreiner, neuer Missbrauchsbeauftragter im Bistum SpeyerSybille Jatzko, Psychotherapeutin aus Krickenbach bei Kaiserslautern mit langjährigen Erfahrungen in der Begleitung traumatisierter Betroffener, hatte die Aufgabe als zweite Ansprechpartnerin für Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch Minderjähriger im Bistum Speyer im Oktober 2013 übernommen. „Sybille Jatzko hat sich mit viel Erfahrung und Herzblut eingebracht“, dankte Generalvikar Jung auch ihr. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte in der überarbeiteten Fassung der Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch 2013 festgelegt, dass in einer Diözese mindestens zwei Ansprechpartner für Missbrauchsopfer und wenn möglich eine Frau und ein Mann benannt werden sollen. Sie stehen Hilfesuchenden in allen Fällen sexuellen Missbrauchs zur Verfügung.

Durch eigene Nachforschungen oder Anzeigen von außen wurden seit der Einführung der Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz im Jahr 2010 insgesamt 63 Verdachtsfälle im Bistum Speyer untersucht. Auch wenn nicht alle Fälle aufgeklärt werden konnten - häufig waren die Beschuldigten bereits verstorben - so hat das Bistum Speyer dennoch in 31 Fällen finanzielle Leistungen in Anerkennung des Leids der Betroffenen übernommen. Die Summe der Leistungen beträgt 229.000 Euro. In drei Fällen wurden Tatverdächtige strafrechtlich verurteilt. Vier weitere Verfahren sind bei der Staatsanwaltschaft anhängig, die meisten Fälle sind jedoch strafrechtlich verjährt. Seit dem Jahr 2010 wurden neun Verdachtsfälle angezeigt, aktuell werden zwei Fälle untersucht.

Seit dem Jahr 2011 überprüft das Bistum Speyer die Führungszeugnisse von allen hauptamtlichen Mitarbeitern und seit dem Jahr 2014 auch von ehrenamtlichen Mitarbeitern, die im Feld der Kinder- und Jugendhilfe tätig sind. Das Bistum hat sich vor sechs Jahren eine Präventionsordnung geben und einen Präventionsbeauftragten eingesetzt. Alle Mitarbeiter in der Seelsorge und alle Lehrkräfte katholischer Schulen haben seitdem an Schulungen zur Prävention von sexuellem Missbrauch teilgenommen. Darüber hinaus wurden 15 Lehrerinnen und Lehrer an katholischen Schulen zu Fachkräften für Präventionsmaßnahmen ausgebildet. Für die Jugendarbeit hat der Bund der Deutschen Katholischen Jugend einen eigenen Verhaltenskodex ausgearbeitet und eigene Broschüren und Arbeitsmaterialien veröffentlicht.

Weitere Informationen zum Thema Hilfe bei sexuellem Missbrauch:

http://www.bistum-speyer.de/2/rat-und-hilfe/hilfe-bei-sexuellem-missbrauch/

Weitere Informationen zum Thema Prävention:

http://www.bistum-speyer.de/2/rat-und-hilfe/praevention-von-sexuellem-missbrauch/

Text und Foto: is

01.10.2016


Interreligiöses Gebet als Zeichen gegenseitigen Respekts

Vier Religionen und fünf christliche Konfessionen beteten- jeder in der seiner Religion entsprechenden Weise – um Frieden und Gewaltlosigkeit und für eine respektvolle Aufnahme von geflüchteten Menschen. Vier Religionen und fünf christliche Konfessionen beteten- jeder in der seiner Religion entsprechenden Weise – um Frieden und Gewaltlosigkeit und für eine respektvolle Aufnahme von geflüchteten Menschen.

Gemeinsame Feier zum Tag des Flüchtlings

Ludwigshafen- (is). Rund 150 Menschen fanden sich am Vorabend des Internationalen Tages des Flüchtlings innerhalb der Interkulturellen Woche vor dem Rathauscenter zu einer multireligiösen Gebetsfeier ein. Dekan Alban Meißner und Dekanin Barbara Kohlstruck erinnerten zu Beginn der Feier daran, dass die Religionen nicht Ursache für Krieg, Unfrieden und Probleme sind, sondern deren Lösung, da alle Religionen für den Frieden stehen.

Es wurde eine eindrucksvolle Feier, zu der vier Religionen und fünf christliche Konfessionen beitrugen. Musikalisch umrahmt wurde sie von der Kaiserslauterner Musikgruppe Shaian, die seit März zusammen Musik macht und in sich ebenfalls verschiedene Kulturen, Religionen und auch Musikstile vereint.

Mit einem Schriftwort und einen Bekenntnisgebet eröffneten Kirchenpräsident Christian Schad und Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Gebetsfeier. Von christlicher Seite schlossen sich ein Friedensgebet, ein Lobpreis und ein Bittgebet an. Vertreter der eritreisch-orthodoxen sowie der griechisch-orthodoxen Gemeinde sprachen ihre Gebete auch in ihrer Heimatsprache. Desgleichen bestand der sunnitisch-muslimische Beitrag aus einer Koranrezitation, die auf deutsch und arabisch vorgetragen wurde, ebenso wie der buddhistische Beitrag in deutsch und sanskrit gehalten wurde. Auch die alevitische Gemeinde war mit einem Gebet vertreten.

Zum Ende der Gebetsfeier baten Dekanin Kohlstruck und Dekan Meißner die Teilnehmer, den Friedensgruß zu tauschen – durch einen Händedruck, eine Umarmung oder ein freundliches Lächeln. Auch damit wurde die Veranstaltung zu einem deutlichen Zeichen des gegenseitigen Respekts. Viele Teilnehmer blieben im Anschluss noch zum Austausch beieinander.

Text: Brigitte Deiters/Fotos: Horst Heib

30.09.2016


Sabine Eichhorn-Krämer zur neuen Vorsitzenden gewählt

Führungswechsel bei der Diözesanen Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen des Bistums Speyer

Speyer- Die Diözesane Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen (DiAG-MAV) des Bistums Speyer wählte in ihrer Mitgliederversammlung am 22.September 2016 in Kirkel Sabine Eichhorn –Krämer zur neuen Vorsitzenden der Diözesanen Arbeitsgemeinschaft der MAV (DiAG-MAV).

Der bisherige, langjährige Vorsitzende Wolfgang Schmidt wurde zum neuen Stellvertreter gewählt.

Die Mitarbeitervertretungen haben in kirchlichen Einrichtungen die Aufgaben, die denen eines Betriebs- oder Personalrats entsprechen.

Alle 134 Mitarbeitervertretungen des Bistums schließen sich in der  DiAG-MAV zusammen.

Diese berät ihre Mitglieder in allen Angelegenheiten des Arbeitsrechts und vertritt die Interessen der ca. 15.000 Beschäftigten gegenüber der Bistumsleitung.

Text und Foto: Bistum Speyer, Presse

24.09.2016


Gerechtigkeit als gesellschaftliche Herausforderung

Die Vertreterinnen und Vertreter von Frauen- und Gleichstellungsreferaten in den Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland tagen zurzeit in Speyer. Links im Bild Kirchenpräsident Christian Schad, daneben die Gleichstellungsbeauftragte der pfälzischen Landeskirche, Pfarrerin Belinda Spitz-Jöst.

Vertreterinnen evangelischer Gleichstellungsstellen tagen in Speyer

Speyer- (lk). Welche Bedeutung hat die evangelische Gleichstellungsarbeit für Kirche und Gesellschaft? Wie muss sie auf gesellschaftliche, politische und persönliche Herausforderungen von Frauen und Männern reagieren, die sich auch innerhalb der Kirche in Haupt-, Ehren- und Nebenamt stellen? Mit diesen und weiteren Fragen befassen sich die Vertreterinnen von Frauen- und Gleichstellungsreferaten in den Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei ihrer in Speyer stattfindenden Konferenz. Zur Eröffnung der Tagung am Montag im Landeskirchenrat unterstrich die Gleichstellungsbeauftragte der Evangelischen Kirche der Pfalz, Pfarrerin Belinda Spitz-Jöst, dass die Arbeit der Beauftragten für Geschlechter- und Chancengerechtigkeit in der Mitte der Kirche angekommen sei. Vielfältige Projekte unterstützten diese vor Ort ebenso wie auf den unterschiedlichen Ebenen der Kirchenleitungsgremien, sagte Spitz-Jöst.

„Uns geht es darum, Strukturen zu entwickeln, die den Lebenswirklichkeiten von Männern und Frauen entsprechen und ihnen ein angemessenes Feld für Engagement eröffnen“, so Spitz-Jöst zu den Zielen der Konferenz. An den pfälzischen Kirchenpräsidenten Christian Schad, der auch Vorsitzender der Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (UEK) ist, richteten die rund zwanzig Tagungsteilnehmerinnen die Erwartung, dass Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung auf allen kirchlichen Ebenen selbstverständlich sein müssen.

Kirchenpräsident Christian Schad verwies auf die Bündelung der Aufgaben von Gleichstellungs- und Familienfragen in einem Referat der Kirchenleitung. Damit gerieten Chancengleichheit und Gleichstellung beider Geschlechter, die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sowie die Stärkung und Unterstützung der Familien besser in den Blick. Dies gelte zum Beispiel für die mittlere Altersgruppe der Ende 20- bis Mitte 40-Jährigen, die sich in der „rush hour des Lebens“ den Herausforderungen von Berufseinstieg und Karriere ebenso stellen müssten wie der Erziehung der Kinder und der Betreuung pflegebedürftiger Eltern. Die Aufgaben dürften nicht zu Lasten eines Partners in einer Ehe oder Lebenspartnerschaft gehen, erklärte Schad.

Thematische Schwerpunkte der Konferenz sind u.a. die Aufarbeitung der Geschichte der Frauenordination, die sich erst seit 1992 in allen Landeskirchen durchgesetzt hat, sowie die Analyse des Verhältnisses von Männern und Frauen in Leitungspositionen der evangelischen Kirche. Zudem geht es um die Vorbereitung einer Tagung am 5. Dezember 2016 in Hamburg, die sich mit „Besorgnis erregenden Entwicklungen“ zum Thema Geschlechtergerechtigkeit beschäftigt. „Erschreckend“ sind aus Sicht der EKD-Gleichstellungsbeauftragten vor allem die Zunahme von Diffamierungen und der Ton im Netz.

Fragen zur Gleichstellung werden auch im Reformationsjahr 2017 der Evangelischen Kirche in Deutschland thematisiert. So ist u.a. eine Themenwoche „Familie, Lebensformen und Gender“ vom 9. bis 14. August in Wittenberg unter der Verantwortung der Frauen- und Männerarbeit der EKD geplant. Die Konferenz steuere hierzu unter dem Titel „g-code“ abrufbare Hörbeiträge zum Thema Gerechtigkeit und Gleichstellung bei, erklärt Spitz-Jöst.

Die „Konferenz der Arbeitsgemeinschaft der Frauenreferate und Gleichstellungsstellen in den Gliedkirchen der EKD“ gibt es seit 1992. Sie dient dem Erfahrungs- und Informationsaustausch sowie der gemeinsamen Bearbeitung von Problemen, mit denen alle Frauen- und Genderreferate gleichermaßen konfrontiert sind. Die Geschäftsführung für die Konferenz liegt im Referat für Chancengerechtigkeit der EKD.

Hinweis: Die Konferenz der Arbeitsgemeinschaft der Frauenreferate/Gleichstellungsstellen in den Gliedkirchen der EKD findet vom 19. bis 21 September im Landeskirchenrat in Speyer, Domplatz 5, statt. Ansprechpartnerin ist die Gleichstellungsbeauftragte der Landeskirche, Pfarrerin Belinda Spitz-Jöst, Telefon 06232/667-242, E-Mail: belinda.spitz-joest@landeskirchenrat.evkirchepfalz.de. Mehr zum Thema: www.ekd.de/chancengerechtigkeit.

20.09.2016


Wie Habakuk seine Schafe per WhatsApp hütet

Neue Adventsaktion für Kindertagesstätten, Pfarreien und Familien im Bistum Speyer

Speyer- (is). Habakuk ist ein alter Hirte aus Bethlehem, der immer dann gefragt ist, wenn ein Schaf krank, verloren, fremd oder ängstlich ist. Seine Geschichten sind der Rahmen für eine neue Adventsaktion im Bistum Speyer. Die Abteilung Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen lädt Kindertagesstätten, Familien, Gemeinden dazu ein, sich mit Habakuk durch den Advent führen zu lassen und diese Zeit bis zum Weihnachtsfest ganz besonders zu gestalten.

Auf der Internetseite www.aktionsseite-kita.de sind dazu ab sofort Geschichten, Lieder, Gottesdienstvorschläge, Videos und viele Ideen zur Gestaltung der Advents- und Weihnachtszeit zu finden. Das Besondere: Wer möchte, kann sich die Geschichten von Habakuk und seinen Schafe, Impulse und Ideen dazu auch per WhatsApp direkt auf sein Smartphone schicken lassen. Die Anmeldung dazu läuft über die Aktionsseite.

„Wir möchten damit Eltern, Großeltern und allen Interessierten die Möglichkeit geben, ganz unkompliziert mit zu verfolgen, was Habakuk in seinem Stall erlebt. Es soll einen Anstoß dazu geben, gemeinsam mit Kindern, Enkeln, ins Gespräch zu kommen und so die Adventszeit besonders zu gestalten“, erklärt Herbert Adam, Referent für Seelsorge in Kindertagesstätten. Kooperationspartner bei der Aktion ist die Netzgemeinde Da_Zwischen in der Diözese Speyer, die auf Facebook, Instagram, Twitter präsent ist und jede Woche regelmäßig spirituelle Impulse über WhatsApp an ihre Mitglieder verschickt.

Weitere Informationen:

www.aktionsseite-kita.de

17.09.2016


Medienzentrale Bistum Speyer mit neuem Angebot online

Speyer- Der Medienverleih des Bistums Speyer wurde in den vergangenen Monaten neu organisiert, um Synergien mit den Angeboten von AVMZ und medien.rlp im gemeinsamen Medienverleih Mainz optimal zu nutzen. Ab sofort steht das umfangreiche Serviceangebot der Medienzentrale Speyer (MZSP) unter www.medienzentrale-speyer.de allen Interessenten im gesamten Bistum Speyer zur Verfügung. Auf der Homepage können Sie den Newsletter abonnieren, der jeweils über neue Angebote von aktuellen Kinderfilmen und didaktischen DVDs für die Schule und Spiel- und Dokumentarfilmen für Erwachsenenbildung und Katechese informiert.

Die MZSP stellt eigene Medien im Verleih bereit, nutzt die Gemeinschaftsangebote der AVMZ, ergänzt die Angebote der Religionspädagogischen Arbeitsstellen und vermittelt Medien von Partnereinrichtungen im außerkirchlichen Bereich. Sie trägt damit zur Vernetzung aller verfügbaren Angebote an didaktischen AV-Medien für Nutzer im Bistum Speyer bei.

Auf der Homepage www.medienzentrale-speyer.de können Sie sich über das Verleihangebot der Medienzentrale Speyer und ihrer Verleihpartner AVMZ und medien.rlp - Institut für Medien und Pädagogik e.V. informieren und in der gemeinsamen Datenbank gezielt nach Titeln suchen. Medien-Bestellungen sind direkt über den Online-Katalog oder telefonisch beim zentralen Verleih in Mainz möglich (06131 28788-20, -21 und -22). Unter diesen Nummern beraten wir Sie auch gerne bei allen Fragen zu unserem Verleih und zur nichtgewerblichen Medienarbeit. Sollte ein von Ihnen gesuchter Film nicht in unserem Verleihangebot vorhanden sein, recherchieren wir für Sie gerne die Möglichkeiten, den gewünschten Titel in der schulischen oder außerschulischen Bildungsarbeit, im Bereich der Katechese oder der Erwachsenenbildung einsetzen zu können.

Neben dem DVD-Verleih steht Nutzern aus dem Bistum Speyer eine große Auswahl an Online-Medien im Medienportal der AVMZ zur Verfügung. Diese sind mit den erforderlichen Rechten für die Vorführung in der Bildungsarbeit ausgestattet und können mit wenigen Klicks aus dem Medienportal auf Ihren Rechner heruntergeladen werden. Einen entsprechenden Link finden Sie auf der Website der Medienzentrale Speyer.

Text: Bistum Speyer, Presse

16.09.2016


Florian Gärtner wird neuer Pfarrer für Weltmission und Ökumene

Partnerschaftsarbeit und interkulturelle Vernetzung im Blick – Nachfolger von Marianne Wagner

Speyer (lk). Florian Gärtner wird neuer Pfarrer für Weltmission und Ökumene in der Evangelischen Kirche der Pfalz. Das hat die Kirchenregierung am Mittwoch in Speyer beschlossen. Der 40-Jährige ist seit 2011 Referent im Missionarisch-Ökumenischen Dienst (MÖD) der Landeskirche und war zuvor Pfarrer in der Protestantischen Kirchengemeinde Herxheim bei Landau.

Gärtner wird Nachfolger von Marianne Wagner, die seit 1. September als Oberkirchenrätin in Speyer tätig ist. Der in Grünstadt geborene Gärtner hat in Heidelberg, Tübingen und Port Elisabeth (Südafrika) Theologie studiert und ein Masterstudium „Management von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen“ absolviert. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Im MÖD der Evangelischen Kirche der Pfalz sind das Pfarramt für Volksmission und das Pfarramt für Weltmission und Ökumene vereint. Zum Arbeitsbereich Weltmission und Ökumene gehört die Partnerschaftsarbeit mit den Kirchen in Bolivien, Ghana, Korea und Papua. Innerhalb der Landeskirche sollen Kirchengemeinden und Gruppen für die weltweite Dimension christlichen Glaubens sensibilisiert und motiviert werden, sich gemeinsam mit anderen für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Der Sitz des MÖD ist in Landau.

Foto: Privat

16.09.2016


Den christlichen Glauben kennenlernen

Kurs-Heft für Menschen anderer Sprache und Herkunft erschienen

Speyer-  „Christlicher Glaube im Gespräch“ – so lautet der Titel eines Glaubenskurses, der sich speziell an Menschen wendet, die in den vergangenen Jahren aus arabisch- und persischsprachigen Ländern in die Bundesrepublik gekommen sind. Das hat der Beauftragte der Evangelischen Kirche der Pfalz für Christen anderer Sprache und Herkunft, Pfarrer Arne Dembek, in Speyer mitgeteilt. Das Kursheft ist ab sofort erhältlich. Mit der Publikation sei man dem Wunsch von Kirchengemeinden nachgekommen, die entsprechende Kursangebote durchführen wollen.

Kirchengemeinden und viele ehrenamtlich Tätige engagieren sich nach Auskunft von Dembek in der Betreuung und Begleitung von Flüchtlingen. Dabei erlebten sie, dass viele der Flüchtlinge Kontakt zu Kirchengemeinden finden, den Gottesdienst besuchen oder die Taufe erbitten. „Der Glaubenskurs will helfen, gemeinsam mit Menschen aus dem arabisch-persischen Sprachraum den christlichen Glauben kennenzulernen“, sagt Dembek.

Ziel des Glaubenskurses sei es, „Menschen aus anderen Kulturkreisen, die sich für unseren Glauben interessieren, verständliche und verlässliche Informationen zu geben“, sagt der pfälzische Beauftragte, der den Kurs im Auftrag der Landeskirche gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Baden entwickelt hat. „Es geht nicht darum, Angehörige anderer Religionen zu missionieren, sondern darum, Zeugnis für unseren Glauben zu geben, wenn wir danach gefragt werden“, so Dembek.

Der Kurs umfasst neun Einheiten wie zum Beispiel „Christen in Deutschland“, „Jesus – sein Leben und seine Botschaft“, „Der Gottesdienst“ und besteht aus einem gedruckten Teilnehmer-Heft (Deutsch-Englisch-Arabisch und Deutsch-Englisch-Persisch) und einer Homepage mit Kurseinheiten und zusätzlichem Material, das unter www.interkulturellerglaubenskurs.de zu finden ist. Die Druckversion ist ab sofort im E-Shop (http://shop.ekiba.de) der badischen Landeskirche erhältlich und kostet pro Stück 4 Euro (52 Seiten, dreisprachig). Staffelpreise werden für größere Bestellungen angeboten. lk

15.09.2016


Die Reformation begreifbar machen

Historischer Roman von Michael Landgraf spielt vor allem in der Pfalz

Neustadt/Speyer-  Der neue Roman „Der Protestant“ des Neustadter Autors Michael Landgraf beleuchtet die Zeit der Reformation in den Jahren 1500 bis 1529. Auf 420 Seiten beschreibt das Buch die Ereignisse vor allem im süddeutschen Raum, aber auch in der Schweiz und im Elsass und ist ein schriftstellerischer Beitrag zum bevorstehenden Reformationsjubiläum 2017.

Michael Landgraf legt die gesellschaftlichen Entwicklungen zu Beginn des 16. Jahrhunderts dar, die überhaupt erst zur Reformation führen konnten. Durch die Bezüge zum Reichstag in Worms (1521), zu der Person des Franz von Sickingen und der Burg Nanstein in Landstuhl sowie der Protestation in Speyer (1529) setzt der historische Roman mehrere lokale Akzente in der Pfalz und angrenzenden Regionen.

Der fiktive Protagonist Jakob Ziegler, ein Lateinschüler aus Neustadt an der Weinstraße, führt den Leser durch das Buch. Durch Zieglers Reisen und Begegnungen mit Humanisten, Priestern, aber auch mit Martin Luther und Philipp Melanchthon macht der Autor die Reformation begreifbar und schlüsselt zentrale Begriffe des Christentums dieser Zeit auf.

Der Schriftsteller und Theologe Michael Landgraf stammt aus Ludwigshafen und lebt in Neustadt an der Weinstraße. Der Leiter des dortigen Religionspädagogischen Zentrums ist Vorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller Rheinland-Pfalz und hat bereits mehrere religionspädagogische Bücher zur Reformation veröffentlicht.

Hinweis: „Der Protestant“ ist im Wellhöfer Verlag Mannheim erschienen und mit zahlreichen zeitgenössischen Holzschnitten ausgestaltet. Das Taschenbuch ist zum Preis von 14,95 Euro im Buchhandel erhältlich. Text und Foto: lk

14.09.2016


Segnung der neuen Unterrichtsorgel

Domkapitular Franz Vogelgesang bei der Segnung des Instruments. Domkapitular Franz Vogelgesang bei der Segnung des Instruments.

Instrument wurde in Frankreich gebaut und ermöglicht die Erarbeitung von einem Großteil der Orgelliteratur – Feierstunde des Bischöflichen Kirchenmusikalischen Instituts mit Domkapitular Franz Vogelgesang

Speyer-  Im Rahmen einer kleinen Feier wurde die neue Unterrichtsorgel im Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut gesegnet. „Wir sind als Menschen gerufen, in den Lobpreis Gottes einzustimmen. Die Musik gehört zu der Weise, wie wir Gottes Liebe empfangen und weitergeben“, betonte Domkapitular Franz Vogelgesang, der die Segnung des Instruments vollzog.

„Bei einer Orgelweihe wird nicht das Instrument gesegnet, also nicht die Pfeifen, die Tasten und das Holz, sondern die Menschen, die daran üben, um mit dem Orgelspiel in den Gottesdiensten dem großen Ganzen des Volkes Gottes zu dienen“, machte Vogelgesang deutlich. Ein guter Gottesdienst müsse so gestaltet sein, dass bei den Menschen etwas in Schwingung kommt. „Die Musik soll die Menschen anrühren und den festlichen Charakter des Gottesdienstes unterstreichen.“ Die Dommusik und die Kirchenmusik des Bistums gingen im Haus der Kirchenmusik im Speyerer Hasenpfuhl eine gute Verbindung ein. „In diesem Haus tönt beinahe aus jeder Ritze Musik“, brachte er seine Freude über das neue Instrument zum Ausdruck. Diözesankirchenmusikdirektor Markus Eichenlaub und die Dozenten des Bischöflichen Kirchenmusikalischen Instituts ließen zur Segensfeier im Haus der Kirchenmusik verschiedene Orgelwerke erklingen.

Die neue Unterrichtsorgel wurde von der Orgelbau-Werkstatt Koenig aus Sarre-Union im nördlichen Elsass erbaut. Yves Koenig führt den durch seinen Vater im Jahr 1945 gegründeten Betrieb in zweiter Generation. Die Orgelbau-Werkstatt Koenig verwirklicht Neubauten, von der Hausorgel bis zur Kirchen- und Konzertorgel, und führt Restaurierungen durch.

Das Instrument hat 17 Register auf drei Manualen und Pedal und ermöglicht so die Erarbeitung und Darstellung von einem Großteil der Orgelliteratur. Die Orgel dient dem Unterricht, Schülervorspielen und Prüfungen. Sie ist mit ihrem geschmackvollen, schlichten Äußeren, das von einem Acht-Fuß-Zinn-Prospekt und einem Gehäuse aus Roteiche bestimmt wird, das Schmuckstück im nüchternen Unterrichtsraum.

Die Anschaffung war möglich, da am vorherigen Standort des Bischöflichen Kirchenmusikalischen Instituts in der Oberen Langgasse vier Orgeln verkauft wurden, die allesamt überarbeitsbedürftig waren, darunter drei kleine Übeorgeln. Die bisherige Konzertorgel der Werkstatt Beckerath (Baujahr 1980) mit 35 Registern war zu groß für den Umzug in das neue Gebäude und musste ebenfalls verkauft werden. Sie steht jetzt in einer katholischen Kirche in Manderscheid in der Eifel. In den neuen Räumen im Haus der Kirchenmusik stehen anstatt vier nun nur noch zwei Unterrichtsorgeln. Ein gebrauchtes kleineres Instrument konnte letztes Jahr aufgestellt werden. Text und Foto: is

08.09.2016


Pfarrer müssen keine Einzelkämpfer sein

v.l.: Pfarrer Thomas Jakubowski, Oberkirchenrätin Mariann Wagner, die Vikarinnen und Vikare Hildrun Mittelstädt, Katharina Küttner, Vera Ettinger, Jasmin Coenen, Simon Krug, Marcel Spitz, Lorenzo Cassolla sowie Kirchenpräsident Christian Schad. Nicht auf dem Foto ist Francesca Brand. v.l.: Pfarrer Thomas Jakubowski, Oberkirchenrätin Mariann Wagner, die Vikarinnen und Vikare Hildrun Mittelstädt, Katharina Küttner, Vera Ettinger, Jasmin Coenen, Simon Krug, Marcel Spitz, Lorenzo Cassolla sowie Kirchenpräsident Christian Schad. Nicht auf dem Foto ist Francesca Brand.

Oberkirchenrätin Marianne Wagner überreicht neuen Vikaren die Ernennungsurkunden

Speyer- Acht Theologinnen und Theologen bereiten sich ab Ende September auf den Pfarrdienst in der Evangelischen Kirche der Pfalz vor. Oberkirchenrätin Marianne Wagner hat den Vikaren am Mittwoch im Landeskirchenrat in Speyer die Ernennungsurkunden überreicht. „Wir haben etwas gemeinsam: Für uns beginnt ein neuer Dienst, ein neuer Lebensabschnitt. Schön, dass Sie sich darauf einlassen“, sagte Wagner, die seit 1. September die neue Personaldezernentin der pfälzischen Landeskirche ist. Den künftigen Pfarrerinnen und Pfarrern legte sie ans Herz, den Menschen in ihrer neuen Umgebung mit Offenheit zu begegnen, mit ihnen Stärken, aber auch Schwächen zu teilen. Pfarrer müssten keine „Einzelkämpfer“ sein, betonte Wagner. Vielmehr sei es wichtig, „nicht nur auf sich selbst zu schauen“ und sich einem falschen Leistungsdruck entziehen zu können.

„Sie sind uns ein reicher und willkommener Schatz“, machte Kirchenpräsident Christian Schad den Vikaren Mut, im gegenseitigen Austausch und im Dialog mit Gott Geborgenheit und Halt zu finden. Dabei seien die Bibel und das Gebet „die Quelle, aus der wir Kraft schöpfen können“. Anfechtungen und Zweifel, so Schad weiter, gehörten zum Glauben hinzu: „Sich ihnen zu stellen, hat mit Ehrlichkeit sich selbst und Gott gegenüber zu tun“, sagte der Kirchenpräsident und bestätigte damit die Vikare auf ihrem Weg, zu glaubhaften Zeugen der Christusbotschaft in Kirche und Gesellschaft zu werden. Der Kirchenpräsident freute sich über den „relativ großen Kurs“, mit dem er auch in Zukunft das Gespräch und den gegenseitigen Austausch suchen werde. Er bezeichnete es als große Chance, dass die Ausbildungszeit der neuen Vikarinnen und Vikare in die Zeit des Reformationsjubiläums 2017 falle.

Am 26. September beginnt für Francesca Brand, Lorenzo Cassolla, Jasmin Coenen, Vera Ettinger, Simon Krug, Katharina Küttner, Hildrun Mittelstädt und Marcel Spitz die Ausbildung am Protestantischen Predigerseminar in Landau. Im Rahmen ihrer Ausbildung sammeln sie abwechselnd dort sowie durch Praxisphasen in Schulen und Gemeinden Erfahrungen. Die Ausbildung gliedert sich in die drei Abschnitte: Schul- und Gemeindepraktikum sowie ein Spezialpraktikum, in dem sich die Vikare ein besonderes kirchliches Handlungsfeld aussuchen können.

Die neuen Vikare werden nach ihrem Schulpraktikum im Sommer 2017 u.a. in den Kirchengemeinden Billigheim-Ingenheim (Kirchenbezirk Bad Bergzabern), Böhl-Iggelheim (Kirchenbezirk Speyer), Germersheim (Kirchenbezirk Germersheim), Heiligenmoschel (Kirchenbezirk An Alsenz und Lauter), Kleinkarlbach (Kirchenbezirk Grünstadt), Ludwigshafen-Gartenstadt (Kirchenbezirk Ludwigshafen) und Schifferstadt (Kirchenbezirk Speyer) eingesetzt.

Das Vikariat stellt die Zeit zwischen dem Ersten Theologischen Examen, also dem Studium – und der abschließenden Prüfung, dem Zweiten Theologischen Examen, dar. Laut Predigerseminar soll das Vikariat die Vikare auf die gestiegenen Anforderungen im Pfarrberuf, aber auch auf die vielfältigen Handlungsfelder kirchlicher Arbeit vorbereiten.

Im Sommer 2017 werden die Vikarinnen und Vikare in folgenden Gemeinden eingesetzt: Lorenzo Cassolla: Böhl-Iggelheim; Jasmin Coenen: Billigheim-Ingenheim; Vera Ettinger: Kleinkarlbach; Simon Krug: Germersheim; Katharina Küttner: Heiligenmoschel; Hildrun Mittelstädt: Schifferstadt; Marcel Spitz: Ludwigshafen-Gartenstadt. Text und Foto: Evangelische Landeskirche

07.09.2016


Ein Tag der Dankbarkeit

Weihbischof Otto Georgens segnet ein Paar

560 Paare feiern Ehejubiläum im Dom zu Speyer – Festlicher Gottesdienst mit Weihbischof Otto Georgens

Speyer- Blick zurück und nach vorn: Rund 560 Paare waren am Sonntag zur Feier der Ehejubiläen in den Dom gekommen. Sie erneuerten ihr Eheversprechen, dankten Gott für die erlebten Ehejahre und baten den Herrn, weiterhin an ihrer Seite zu stehen und. Im Anschluss an den Gottesdienst, den Weihbischof Otto Georgens leitete, segneten er und weitere Geistlichen die Jubelpaare und wechselten persönliche Worte.

"Es gibt kaum einen Gottesdienst, den ich lieber feiere, als den mit den Ehepaaren, weil Dank zum Ausdruck kommt", erklärte der Weihbischof bei der Begrüßung. "Sie sind ein Geschenk Gottes, ein Geschenk für uns, für das Bistum", rief er den Ehegatten zu.

Zum neunten Mal wurde im Dom der Tag der Ehejubiläen gefeiert. Die Feier ist bei den Paaren äußerst beliebt. „Wir freuen uns sehr über die große Resonanz“, sagte Rita Höfer, die die Veranstaltung der Ehe- und Familienseelsorge im Bischöflichen Ordinariat mitorganisiert. Auch dieses Mal überstieg die Nachfrage das Platzangebot. Weil der Platz im Dom begrenzt ist, konnte die Ehe- und Familienseelsorge "nur" 557 einladen. 150 Paare konnten leider nicht berücksichtigt werden, bedauerte Mitorganisator Rainer Mäker aus der Abteilung Generationen und Lebenswelten im Bischöflichen Ordinariat. Im Dom wurden zusätzliche Sitzgelegenheiten geschaffen. Die Paare nahmen auch in der Apsis Platz.

Bewegender Moment: Die Paare erneuerten ihr EheversprechenMehr als die Hälfte der Jubelpaare ist 50 Jahre und länger verheiratet. 269 Paare feiern in diesem Jahr ihre Goldene Hochzeit. 71 Eheleute blicken auf einen gemeinsamen Lebensweg von 60 oder mehr Jahren zurück. Die Paare kamen aus der gesamten Diözese. Manche nahmen eine weite Anreise in Kauf, kamen gar aus dem saarländischen Mandelbachtal an den Rhein.  

Mathilde Maria und Walfried Vowinkel (79 und 76 Jahre) mussten weniger weit fahren. Das Paar aus Germersheim besucht den Dom öfter, die Feier der Ehejubiläen war für beide aber eine Premiere. "Wir haben die 50 Ehejahre gut überstanden, aber nur mit dem Glauben", spricht Mathilde Maria Vowinkel gute wie schlechte Zeiten an, die sie und ihr Mann mit Gottvertrauen meisterten. Am Sonntag strahlten beide und lobten den gelungenen Gottesdienst. Höhepunkte waren für Walfried Vowinkel "der Chor und natürlich auch die Predigt".

Die Predigt von Weihbischof Otto Georgens hinterließ bei den Ehepaaren tiefen EindruckIn einer seiner bewegenden Predigt verglich Weihbischof Otto Georgens die Liebe mit einem Abenteuer – einem Abenteuer fürs Leben, bei dem Gott mit im Spiel ist. Er erinnerte daran, dass bei Herausforderungen, Belastungsproben und Krisen die vor ihm sitzenden Eheleute in Treue zueinandergestanden haben. "Sie haben auf Gott vertraut, auf den Dritten im Bund Ihrer Ehe, und das Abenteuer Ihres Lebens nicht nur erlebt, sondern bestanden." Der Weihbischof versicherte: "Gott ist treu. Auf die Zusage, dass Gott auch in Zukunft zu Ihnen steht, dürfen Sie vertrauen." Er sprach die Sehnsucht aller Menschen nach Liebe und Treue an – einer tief verwurzelten Sehnsucht. Wer Liebe gefunden hat, muss daran arbeiten. "Das Schließen einer Ehe darf nicht das Abschließen einer Ehegeschichte sein, die Ehe ist als Gestaltungsaufgabe zu sehen." Liebe ist laut Georgens Ziel und Weg zugleich, "weil Gott die Liebe ist und weil die Liebe aus Gott ist". Sie ist ein Kompass, anspruchsvoll, braucht Mut zur Veränderung, Sensibilität füreinander und ist nicht billig zu haben.

Die Predigt beeindruckte auch Gerd Hilbert (78 Jahre) aus Ludwigshafen. Vor 55 Jahren heiratete er seine Frau Gerda (79). Beide waren anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit vor fünf Jahren das erste Mal bei der Feier der Ehejubiläen und wollen zum 60. Hochzeitstag wiederkommen. "Es ist sehr schön, in dieser Gemeinschaft einen Gottesdienst zu feiern, um Gott zu danken – das ist das Besondere an diesem Tag", erklärte Gerd Hilbert. Für ihn war die Messe "emotional sehr ansprechend", wie er sagte.

Karin und Erich Hellmann (69 und 74 Jahre) aus dem südpfälzischen Wörth sind zum Fest gekommen, um ihr Eheversprechen zu erneuern. Deshalb war dies neben der Kommunion und Segnung durch den Weihbischof ein Höhepunkt. Beide gehen seit 50 Jahren den Weg gemeinsam, feierten ihren Hochzeitstag dieses Jahr in Rom. Den Gottesdienst für die Ehejubilare fanden sie "sehr schön, sehr feierlich".

Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Mädchenchor und Frauenstimmen des Domchors gestaltet unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori. Die Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub. Als kleines Geschenk erhielten die Jubelpaare jeweils zwei kleine Wasserwaagen. Sie sollen zum einen das Auf und Ab von glücklichen und weniger glücklichen Zeiten symbolisieren, zum anderem auf das Abwägen hinweisen, das Austarieren zweier Menschen.

Die Feier der Ehejubiläen war wieder ein gelungenes Fest mit vielen strahlenden Gesichtern - aber einem Wermutstropfen: Viele Paare hatten sich auf den Hochzeitswalzer auf dem Domvorplatz gefreut, aber der Regen machte einen Strich durch die Rechnung. Weil das Bodenpflaster durch die Nässe rutschig war, entschieden die Organisatoren, den Tanz rund um den Domnapf abzusagen. Text/Fotos: Yvette Wagner

05.09.2016


Christian Eiswirth wird Pfarrer der Pfarrei Heilige Edith Stein in Ludwigshafen

Speyer-  Pfarrer Christian Eiswirth, bisher Kooperator in der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit in Frankenthal, wird zum 15. November mit der Leitung der Pfarrei Heilige Edith Stein in Ludwigshafen betraut. Christian Eiswirth wurde im Jahr 2010 zum Priester geweiht. Als Kaplan wirkte er in Herxheim und Hettenleidelheim.

Ab dem 1. Oktober wird Pater Dr. Christogonus Keke vom Orden der „Söhne Mariens, Mutter der Barmherzigkeit“ als Kaplan in der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit in Frankenthal eingesetzt.

Bereits im Juli hat das Bistum Speyer mitgeteilt, dass der bisherige Pfarrer der Pfarrei Heilige Edith Stein in Ludwigshafen, Dr. Georg Müller, nach Schifferstadt wechselt. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hat ihm mit Wirkung vom 15. November die Pfarrei Heilige Edith Stein in Schifferstadt verliehen. Dr. Georg Müller wird weiterhin im Bischöflichen Offizialat in Speyer mitarbeiten. is

05.09.2016


Volkskirche im Wandel muss glaubwürdig handeln

v.l.: Oberkirchenrätin Marianne Wagner,  Kirchenpräsident Christian Schad und Gottfried Müller v.l.: Oberkirchenrätin Marianne Wagner, Kirchenpräsident Christian Schad und Gottfried Müller

Oberkirchenrätin Marianne Wagner ins Amt eingeführt – Dank für Vorgänger Gottfried Müller

Speyer- Die neue pfälzische Oberkirchenrätin Marianne Wagner hat sich in ihrer Einführungspredigt dafür ausgesprochen, dass sich die Landeskirche noch stärker als „Beteiligungskirche“ entwickelt. Gerade in Zeiten großer Veränderungen brauche die „Volkskirche im Wandel“ die Besinnung auf die biblische Botschaft, gute Kommunikation auf allen Ebenen und klar strukturierte Zusammenarbeit. „Wir sind eine Einheit – lokal, weltweit und ökumenisch“, sagte Wagner. In einem Festgottesdienst am Sonntag in der Speyerer Gedächtniskirche führte Kirchenpräsident Christian Schad die neue Personaldezernentin in ihr Amt ein und verabschiedete ihren Vorgänger, Oberkirchenrat i.R. Gottfried Müller. Marianne Wagner ist die erste geistliche Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Kirchenpräsident Christian Schad bezeichnete Marianne Wagner als „Brückenbauerin“ und „Motivatorin“, die sowohl Basis- als auch Leitungserfahrung auf unterschiedlichen kirchlichen Ebenen mitbringe. So habe Wagner als Vorsitzende des Missionswerks „Evangelische Mission in Solidarität“ (EMS) den Umbau von einem traditionell deutschen Missionswerk zu einer internationalen Missionsgesellschaft gesteuert. Leitung in der Kirche sei, das habe Wagner immer betont, in erster Linie „geistliche Leitung“. „Und das ist eine Haltung“, unterstrich der Kirchenpräsident, „die geprägt ist vom Hören auf die Heilige Schrift, die auf die Kraft des Gebets vertraut und für eine Kirche eintritt, in der das Christuszeugnis glaubhaft gelebt wird und die sich als Teil der Mission Gottes in dieser Welt versteht“.

Den Menschen geistliche Orientierung geben

„Wir leben in Zeiten großer Veränderungen“, sagte Wagner in ihrer Predigt. Um diese zu gestalten, brauche es „klare Prinzipien, die uns leiten. Sonst besteht die Gefahr, dass wir den falschen Weg einschlagen“. Pfarrerinnen und Pfarrer sollten in ihren Gemeinden „Lust auf die Bibel“ machen können, führte Wagner weiter aus. „Wenn wir uns zu gesellschaftspolitischen Fragen äußern, dann sollte man merken, dass wir das als Kirche tun. Wir brauchen und sollen nicht die besseren Politiker sein.“

Dem scheidenden Oberkirchenrat Gottfried Müller dankte Kirchenpräsident Christian Schad für sein Engagement und seine „Fähigkeit zu transparenter Kommunikation und Vertrauensbildung“. Müller, der nach 41 Jahren im Dienst der pfälzischen Landeskirche, davon 17 Jahre als theologischer Personaldezernent, am 31. August in den Ruhestand getreten ist, sei nicht nur Impuls- und Ideengeber, sondern auch unermüdlicher Moderator und Kommunikator gewesen. Unter seiner Federführung wurde beispielsweise das Strategiepapier „Mutig voranschreiten – den Wandel gestalten – Gott vertrauen“ verwirklicht. Den Wandel mutig zu gestalten und dabei Gott zu vertrauen, dies sei für Müller tagtägliche Herausforderung gewesen, sagte der Kirchenpräsident.

Kluge Amtsführung und zukunftsweisende Arbeit

Der Präsident der Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz, Hermann Lorenz, wünschte Oberkirchenrätin Marianne Wagner stets das Gottvertrauen, um mit Ruhe und Umsicht an der Zukunft der Kirche mit bauen zu können, aber auch den nötigen Schwung, „Mauern zu überwinden“. Wagners Amtsvorgänger Gottfried Müller sprach der Synodalpräsident Anerkennung für seine „kluge Amtsführung und zukunftsweisende Arbeit“ aus.

Grußworte sprachen außerdem der stellvertretende rheinland-pfälzische Ministerpräsident Volker Wissing, Vizepräses Christoph Pistorius von der rheinischen Landeskirche für die Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Generalsekretär Jürgen Reichel für das Missionswerk Evangelische Mission in Solidarität, Domdekan Christoph Kohl für die Diözese Speyer und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen – Region Südwest, der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger sowie Thomas Jakubowski für die Pfarrervertretung.

Bei der Einführung assistieren Pfarrerin Elizabeth Aduama, Ghana, Pfarrer In Myung-Jin, Korea, und Vizepräses Christoph Pistorius, Düsseldorf. Den musikalischen Rahmen des Festgottesdienstes gestalteten die Speyerer Kantorei unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger, der Jugendposaunenchor Pfalz unter der Leitung von Landesposaunenwart Christian Syperek sowie an der Orgel Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald und Jaemie Sitzmann. Die Liturgie gestalteten Dekan Markus Jäckle und die Mitglieder des Landeskirchenrates. Die Kollekte des Gottesdienstes kommt u.a. einem Hilfsprojekt für syrische Flüchtlinge zugute.

Zur Person: Marianne Wagner (54) hat Romanische Philologie und Evangelische Theologie in Mainz und Valencia studiert. Nach der Zweiten Theologischen Prüfung arbeitete sie von 1997 bis 2002 im Kirchenbezirk Neustadt. 2002 übernahm sie das Pfarramt für Weltmission im Missionarisch-Ökumenischen Dienst (MÖD) der Landeskirche. Seit 2008 ist sie Vorsitzende des Missionswerkes „Evangelische Mission in Solidarität“ (EMS). Seit 2014 vertritt sie die pfälzische Landeskirche als Delegierte in der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Zur Nachfolgerin von Gottfried Müller hatte sie die Landessynode im Juni 2016 gewählt. Wagner lebt in Neustadt und hat einen erwachsenen Sohn. Text und Foto: lk

04.09.2016


Protestantische Kitas in Speyer danken den Wanderfreunden

Speyer- Dank der großzügigen Spende der Wanderfreunde 1980 Speyer e.V. freuen sich die Kinder, Eltern und Erzieherinnen über neue Spielgeräte im Garten.

Das neu angelegte Außengelände der Prot. Kita Villa Kunterbunt wird bereichert durch mehrere Sitzgarnituren aus Holz und schattenspendende Sonnensegel.

Die Prot. Kita Kastanienburg erhält im Zuge der Erneuerung ihrer Außenanlage ein neues Baumhaus.

Die Prot. Kita Arche Noah bekam neue Fahrzeuge für ihre Rädchenstrecke und kann den langersehnten Wunsch der Krippenkinder erfüllen: eine Kleinkindanlage zum Klettern und Rutschen. Zudem wurde eine alte Vogelnestschaukel repariert und somit wieder nutzbar gemacht.

Die rund 18.000€ wurden, ganz im Sinne der Wanderfreunde, ins Außengelände der Kindertagesstätten investiert. Somit wird die Bewegung und Verweildauer der Kinder in der Natur unterstützt und gefördert. Text und Foto: Ev Kirche der Pfalz

04.09.2016


Ehrenamt sieht sich vor neuen Herausforderungen

v.l.: obere Reihe: Rosemarie Schmidt, Regina Mayer-Oelrich, Annekatrin Schwarz, Heike Baier. Mittlere Reihe: Heike Buhles, Bärbel Schäfer, Lothar Mattes, Karl Fischer, Albrecht Bähr, Stefan Behrens. Untere Reihe: Christian Schad, Belinda Spitz-Jöst, Gertrud Welzel, Elke Höpfner-Matheis, Margita Kneipert, Marion Wagner, Luise Friebel, Rüdiger Weiß, Ortrud Schaubel, Anne Müller-Hock, Ernst Bedau, Marianne Blaul. v.l.: obere Reihe: Rosemarie Schmidt, Regina Mayer-Oelrich, Annekatrin Schwarz, Heike Baier. Mittlere Reihe: Heike Buhles, Bärbel Schäfer, Lothar Mattes, Karl Fischer, Albrecht Bähr, Stefan Behrens. Untere Reihe: Christian Schad, Belinda Spitz-Jöst, Gertrud Welzel, Elke Höpfner-Matheis, Margita Kneipert, Marion Wagner, Luise Friebel, Rüdiger Weiß, Ortrud Schaubel, Anne Müller-Hock, Ernst Bedau, Marianne Blaul.

Vernetzen, reflektieren, weitergeben: Kritische Bestandsaufnahme am „Runden Tisch“

Speyer-  Wie kann das Ehrenamt im Wandel besser strukturiert werden? So lautete die Frage, mit der sich der „Runde Tisch Ehrenamt“ der Evangelischen Kirche der Pfalz bei seinem letzten Zusammentreffen im Mutterhaus der Evangelischen Diakonissenanstalt in Speyer beschäftigt hat. 22 Haupt- und Ehrenamtliche aus den vielfältigen Bereichen der pfälzischen Landeskirche und ihrer Diakonie diskutierten darüber, wie das Ehrenamt derzeit aufgestellt ist, wie es nach außen hin vertreten und wahrgenommen wird und wie Ehren- und Hauptamtliche die bestehenden Strukturen verbessern können. Das Ehrenamt „unter dem Dach der Kirche“, so die Erkenntnis der Tagung, ist nach wie vor beliebt, befindet sich aber im Wandel.

Kirchenpräsident Christian Schad und Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr nahmen die Ideen und Wünsche der Teilnehmer auf. „So wichtig der hauptamtliche Dienst in unserer Kirche ist – ihre Zukunft entscheidet sich auch an der Frage, ob und wie freiwillig Tätige sich mit dem Glaubensthema und dem Auftrag der Kirche identifizieren“, bekräftige Kirchenpräsident Christian Schad. Er dankte den anwesenden Ehren- und Hauptamtlichen für ihr gutes Miteinander und sagte zu, die Begleitung und Förderung des Ehrenamts entschieden fortzusetzen, „um ihm die notwendige Würdigung auch in Zukunft zuteil werden zu lassen“.

Die landeskirchliche Beauftragte für das Ehrenamt, Heike Baier, konstatierte in ihrer Bestandsaufnahme, dass freiwilliges Engagement zwar nach wie vor gefragt und am Puls der Zeit sei. Allerdings würden auch die Anforderungen nach Flexibilität im (Berufs-)Alltag immer höher. Dadurch bleibe weniger Zeit, sich regelmäßig zu engagieren. Das habe in den letzten Jahren zu einem Wandel geführt. Das traditionelle, langfristige Ehrenamt gehe eher zurück und werde zunehmend von einem „neuen“, eher projektbezogenen Engagement ergänzt, wie beispielsweise in der Flüchtlingsarbeit. Indem sie Ehrenamtlichen gute Bedingungen biete, bleibe die Kirche „als wichtiger Akteur in der Mitte der Gesellschaft erkennbar“, sagte Baier.

Bei der Tagung wurde deutlich, wie sehr die Ehrenamtlichen darauf angewiesen sind, dass die Hauptamtlichen ihnen die notwendigen Informationen weitergeben, die sie für einen geordneten Arbeitsablauf brauchen. Hierin liege ein wichtiger Beitrag zur Wertschätzung des Ehrenamtes, stellten die Teilnehmer heraus. Dazu würden Fortbildungsangebote wesentlich beitragen.

Mehr zum Thema: Runder Tisch Ehrenamt der Evangelischen Kirche der Pfalz (https://www.evkirchepfalz.de/index.php?id=272); Ehrenamt und freiwilliges Engagement beim Diakonischen Werk Pfalz (http://www.diakonie-pfalz.de/ich-moechte-helfen/ehrenamt.html).

Text und Foto: lk

02.09.2016


"Wichtige Impulse für die Ökumene im Bistum"

v.l.: Ökumenereferent Dr. Thomas Stubenrauch, Dompfarrer Matthias Bender, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Thomas Dittrich (Katholikenrat), Pfarrer Martin Tiator und Pfarrer Friedrich Schmitt. Auf dem Bild fehlt Maria Faßnacht, die als Vorsitzende des Katholikenrats ebenfalls lange Zeit in der Kommission mitgewirkt hat v.l.: Ökumenereferent Dr. Thomas Stubenrauch, Dompfarrer Matthias Bender, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Thomas Dittrich (Katholikenrat), Pfarrer Martin Tiator und Pfarrer Friedrich Schmitt. Auf dem Bild fehlt Maria Faßnacht, die als Vorsitzende des Katholikenrats ebenfalls lange Zeit in der Kommission mitgewirkt hat

Bischof Dr. Wiesemann dankt Mitgliedern der Ökumenekommission

Speyer- Nach sechs Jahren endete der Berufungszeitraum der Ökumenekommission im Bistum Speyer. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann sprach den bisherigen Mitgliedern seinen tief empfundenen Dank aus: "Durch Ihre Mitarbeit haben Sie wichtige Impulse für die Ökumene im Bistum gesetzt."

Beratung des Bischofs in ökumenischen Fragen

Bereits wenige Jahre nach dem II. Vatikanischen Konzil (1962-1965) wurde im Bistum Speyer eine Ökumenekommission eingerichtet. Sie unterstützt den Bischof bei seiner Aufgabe, das ökumenische Leben im Bistum zu fördern. Seit 2010 gehörten ihr Dompfarrer Matthias Bender aus Speyer, Pfarrer Friedrich Schmit aus Kaiserslautern und Pfarrer Martin Tiator aus Grünstadt an. Ihnen überreichte Bischof Wiesemann als Zeichen des Dankes ein Buchpräsent. Als Vertreterin des Katholikenrats war Maria Faßnacht bis vor kurzem ebenfalls Kommissionsmitglied. Bischof Wiesemann würdigte noch einmal das Wirken der früheren Katholikenratsvorsitzenden und dankte ihr für ihren "leidenschaftlichen Einsatz für die Ökumene".  In Zukunft wird Thomas Dittrich, Vorstandsmitglied und Delegierter des Dekanats Donnersberg, die Belange des obersten Laiengremiums in der Ökumenekommission vertreten. Komplettiert wird die Kommission durch den Ökumenereferenten des Bistums: bis 2012 Ordinariatsrat Michael Schmitt, seither Dr. Thomas Stubenrauch.

Ökumenische Meilensteine, die nachwirken


Bischof Wiesemann blickte bei seinen Dankesworten auf wichtige ökumenische Initiativen der vergangenen Jahre zurück: "Mit dem Ökumenischen Kirchentag an Pfingsten 2015 und dem ökumenischen Leitfaden haben wir Meilensteine mit einer großen Nachwirkung für das Miteinander der Kirchen gesetzt". Vor allem der Leitfaden mit seiner Bestärkung dessen, was in den Gemeinden ökumenisch gelebt wird, und seinen Ermutigungen angesichts struktureller Veränderungen in den Kirchen habe weit über das Bistum hinaus Beachtung gefunden. Als einen wichtigen spirituellen Beitrag zum Reformationsgedenken 2017 bezeichnete der Bischof die geplanten ökumenischen Exerzitien im Alltag zu zentralen Themen der Reformation. "An all diesen Projekten war die Ökumenekommission maßgeblich beteiligt", so Wiesemann. Auch nach Meinung der Kommissionsmitglieder hat die Ökumene in der Pfalz in den vergangenen Jahren einen höheren Stellenwert erhalten: "Es bewegt sich was und das kommt in den Gemeinden an." Weitere Arbeitsschwerpunkte waren die Konzeption einer Arbeitshilfe zu ökumenischen Gottesdiensten rund um das Pfingstfest sowie die seelsorgliche Begleitung christlicher Flüchtlinge, die einer orientalischen Kirche angehören.

Bischof Wiesemann kündigte an, dass im März 2017 die Kommission in veränderter Zusammensetzung ihre Arbeit fortsetzen wird. Text und Foto: is

01.09.2016


Bücher aus der NS-Zeit an das Bistumsarchiv zurückgegeben

v.l.: Dr. Gabriele Dreßing, Dr. Armin Schlechter, Generalvikar Dr. Franz Jung und Archivleiter Dr. Thomas Fandel. v.l.: Dr. Gabriele Dreßing, Dr. Armin Schlechter, Generalvikar Dr. Franz Jung und Archivleiter Dr. Thomas Fandel.

Pfälzische Landesbibliothek übergibt sechs Bücher, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden

Speyer-  Die Pfälzische Landesbibliothek hat sechs Bücher, die in der Zeit des Nationalsozialismus aus katholischen Pfarrbüchereien enteignet wurden, an das Bistum Speyer zurückgegeben.

„Es handelt sich um belletristische Werke, die Geschichten erzählen, aber auch selbst eine spannende Geschichte haben“, erklärte Dr. Armin Schlechter vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz. Ein Erlass im Jahr 1940 verfügte, dass sämtliches nichtkonfessionelles Schrifttum aus den katholischen Pfarrbüchereien entfernt und für die Ausleihe gesperrt werden musste. Auf das rein religiöse Schrifttum reduziert, verloren die Borromäusbüchereien an Attraktivität für die Benutzer, was de facto einer Ausschaltung gleichkam. „Es handelte sich um den Versuch, das geistige Leben in Deutschland im Interesse des Nationalsozialismus zu kontrollieren“, so Schlechter.

Im Kreis Speyer wurden im Frühjahr 1941 Gestapo-Kontrollen in den Pfarrbüchereien durchgeführt, ob der Erlass befolgt und die entsprechenden Bücher ausgesondert worden waren. Meist wurde pro forma eine „mangelhafte“ Ausscheidung festgestellt und die Bücher beschlagnahmt. Sie mussten zunächst gesondert in einem Schrank aufbewahrt werden, der von der Gestapo versiegelt wurde. Wie genau die Bücher in das Landesbibliothekszentrum gelangten, kann nicht mehr rekonstruiert werden. Es ist davon auszugehen, dass sie im Zusammenhang mit der so genannten „Rosenbergspende“, einer Sammelaktion für die deutsche Wehrmacht, in die Hände anderer Besitzer gelangten.

Generalvikar Dr. Franz Jung konnte sechs Bücher entgegennehmen, als deren letzter Besitzer vor der Enteignung die Kirchenstiftung des Bistums Speyer nachweisbar ist. Eines der Bücher stammt laut Besitzstempel aus der katholischen Pfarrbücherei in Bellheim, die ebenfalls dem Borromäusverein angeschlossen war. Die fünf anderen Bücher können keiner konkreten Borromäusbücherei zugeordnet werden.

Landesbibliothek untersuchte 60.000 Bände

Während der Zeit des Nationalsozialismus erwarb die Pfälzische Landesbibliothek rund 60.000 Bände durch Ankauf, Geschenke oder Tausch mit anderen Bibliotheken. Einige dieser Bücher haben eine besondere Geschichte: Sie gehörten Personen und Körperschaften, die aus weltanschaulichen oder politischen Gründen verfolgt wurden – meist Juden, aber auch Kommunisten, Sozialisten, Freimaurer, Katholiken oder Pazifisten. Insgesamt wurden 2.500 Bücher aus dieser Zeit als Raubgut identifiziert. 60 davon sind inzwischen an die rechtmäßigen Eigentümer oder ihre Nachkommen zurückgegeben worden.

Im Jahr 2012 startete das Landesbibliothekszentrum ein Projekt zur Provenienzforschung, um seine Bestände am Standort Speyer auf NS-Raubgut zu untersuchen. Das Landesbibliothekszentrum war damit die erste Einrichtung in Rheinland-Pfalz, die sich an der nationalen Aufgabe der Recherche nach NS-Raubgut beteiligte. Zunächst wurden die zwischen 1933 und 1950 erworbenen Bestände auf nationalsozialistisches Raubgut überprüft. Bei den Recherchen stellte sich heraus, dass dieses Haus tatsächlich NS-Raubgut erworben hatte, in erster Linie aus regionalen Bezugsquellen.

„Buch als Medium hat für Christentum entscheidende Bedeutung“

Generalvikar Dr. Franz Jung dankte der Pfälzischen Landesbibliothek für die bemerkenswerte Untersuchung und Rückgabe der Bücher. „Ihre Beschlagnahmung stand seinerzeit für den Versuch, die Volksbildung in Deutschland gleichzuschalten und im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie in den Griff zu bekommen.“ Er erinnerte daran, dass dem Buch als Medium im Christentum eine entscheidende Bedeutung zukommt. Als wertvollen Beitrag zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus würdigte der Leiter des Bistumsarchivs, Dr. Thomas Fandel, das Restitutionsprojekt der Pfälzischen Landesbibliothek. Dr. Gabriele Dreßing, die Leiterin der Fachstelle für die katholischen öffentlichen Büchereien, beleuchtete die Rückgabe der Bücher vor dem Hintergrund der Geschichte der katholischen Büchereiarbeit. Der Borromäusverein wurde 1845 gegründet. „Im Jahr 1933 gab es in Deutschland rund 5.300 öffentliche Büchereien mit zehn Millionen Ausleihen, wobei jedes dritte Buch in einer Bücherei des Borromäusvereins ausgeliehen wurde“, so Dreßing.

Der Borromäusverein wurde 1944 nicht aufgelöst. „Er besteht bis heute und ist noch immer von der Idee getragen, über Bücher die Herzen und Köpfe der Menschen zu erreichen“, so Dreßing. „Auch im 21. Jahrhundert haben unsere katholischen öffentlichen Büchereien ihren Platz in den Pfarreien und in der Gesellschaft.“ So befindet sich derzeit etwa ein Drittel der öffentlichen Büchereien in kirchlicher Trägerschaft. An rund 130 Standorten im Bistum Speyer werden pro Jahr etwa 200.000 Besucher und 566.000 Ausleihen gezählt. Dank der Mithilfe von rund 960 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann ein Bestand von rund 370.000 Titeln vorrätig gehalten werden. Text und Foto: is

01.09.2016


Sommerliches Jahresfest mit Programm für Groß und Klein

Gottesdienst unter freiem Himmel: Vorsteher Pfarrer Dr. Günter Geisthardt und Oberin Sr. Isabelle Wien Gottesdienst unter freiem Himmel: Vorsteher Pfarrer Dr. Günter Geisthardt und Oberin Sr. Isabelle Wien

Ausnahmsweise bereits am letzten Sonntag im August haben die Diakonissen Speyer-Mannheim bei hochsommerlichen Temperaturen ihr traditionelles Jahresfest im Park beim Mutterhaus gefeiert

Speyer- Etwa 400 Gäste, darunter Vertreter aus Politik, Landeskirche und Ökumene,  trotzten der Hitze und kamen zum Gospelgottesdienst unter freiem Himmel, den erstmals Vorsteher Pfarrer Dr. Günter Geisthardt hielt. Er ging in seiner Predigt auf die christliche Sicht der Menschenwürde und ihre Bedeutung für die aktuellen Herausforderungen in Gesellschaft und Diakonie ein.

Für die musikalische Begleitung sorgten der Schwegenheimer Spiritualchor Spirit of Sound und der Posaunenchor des CVJM aus Schifferstadt. Die Kollekte in Höhe von 1.235 Euro kommt dem Förderverein Hospiz in Landau für die geplante Errichtung eines Hospizes für Landau und die Südliche Weinstraße zugute.

Über eine Spende in Höhe von 2.665 Euro freut sich das Speyerer Hospiz im Wilhelminenstift: Es erhält den Erlös aus dem Flohmarkt, den die Diakonische Gemeinschaft auf dem Jahresfest veranstaltet hat.

Nicht nur der Flohmarkt war gut besucht: Im Anschluss an den Gottesdienst nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit, um sich an Ständen der Einrichtungen der Diakonissen Speyer-Mannheim über deren Angebote zu informieren. Besonders beliebt waren natürlich Spiele, Rätsel und Bastelspaß für die kleinen Besucher, aber auch für die Erwachsenen war mit Gesundheits- und Hygienecheck und Informationen und Mitmachaktionen von Einrichtungen für Senioren und Menschen mit Behinderung, Jugendhilfe und Krankenhäusern sowie Ausbildungsstätten, Hospiz und Grünen Damen für jeden etwas dabei. Groß und Klein ließen das Fest mit Leckereien vom Grill, Kaffee und Kuchen im Mutterhaus-Park ausklingen. „Wir freuen uns, dass so viele Menschen zu unserem erweiterten Familienfest gekommen sind“, so Oberin Diakonisse Isabelle Wien.

Text und Foto: Diakonissen Speyer-Mannheim

29.08.2016


Fit ins neue Schuljahr

Bistum Speyer stellt Kalender für neues Schuljahr vor.

Speyer- „Aktiv gegen Not“ vorgehen, „Methoden, die zur Stille führen“ kennenlernen, Bräuche und Traditionen von Festtagen und Kirchenjahr verstehen: Für Schulen bietet das Bistum Speyer zum neuen Schuljahr Fortbildungen und Begleitungen an.

Orientiert an Bedarfen um gesellschaftliche Fragen und religiöse Bildung finden Lehrerinnen und Lehrer und Pädagogische Fachkräfte Unterstützung für sich und den Schulalltag. Vermehrt werden auch direkte Schülerprojekte, wie zum Beispiel ein buchbarer Tag „Klosterleben“, angeboten; hier schlüpfen Schüler in die Rolle von Mönchen, um diese kulturell-geistliche Prägung nacherleben zu können.

Die rund 50 unterschiedlichen Angebote im Kalender „Schule und Kirche“ umfassen die Bereiche Religionspädagogik, Globales Lernen, Erziehung und Prävention sowie Schulpastoral und Medien. Die Veranstaltungen finden regional im Bistum statt, von St. Ingbert, Pirmasens, Landau und Speyer, ebenso in Kaiserslautern und Ludwigshafen.

Kalender bestellen oder Downloaden:

HA II Schulen, Hochschulen und Bildung

Gr. Pfaffengasse 13

67346 Speyer

Tel. 06232-102-121

ru-fortbildung@bistum-speyer.de

www.bistum-speyer.de   Erziehung Schule Bildung

Text und Foto: Bistum speyer, Presse

26.08.2016


Entscheidung im Künstlerwettbewerb für Seminarkirche St. German

Gestaltungskonzept von Bernhard Mathäss überzeugt Jury, Verwaltungsrat, Kunstbeirat und Bischof – Innenrenovierung der Seminarkirche beginnt voraussichtlich im Oktober

Speyer- Die Entscheidung im Künstlerwettbewerb für die Seminarkirche des Priesterseminars St. German in Speyer ist gefallen: Bernhard Mathäss, Künstler und Bildhauer aus Neustadt-Duttweiler, wird den Chorraum der Kirche neu gestalten. Sein Entwurf wurde aus insgesamt 82 Bewerbungen ausgewählt.

Die Aufgabenstellung war alles andere als einfach. Die in den 50er-Jahren erbaute Seminarkirche bringt als klassische Wegekirche das Liturgieverständnis vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil zum Ausdruck. „Alles läuft auf den Hochaltar mit dem Tabernakel zu. Der Weg dorthin führt in eine immer größere Weite und immer mehr zum Licht“, erklärt der Regens des Priesterseminars Markus Magin. Er sieht in der Kirche ein besonderes Beispiel für die Theologie und die Architektur dieser Zeit.

Zweites Vatikanisches Konzil soll in neuer Raumgestaltung Ausdruck erhalten

Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil – es dauerte von 1962 bis 1965 – wandelten sich die Form der Messe und das Liturgieverständnis. „Der Altar als Zeichen für Christus rückt gleichsam in die Mitte des Raumes: In der Feier der Eucharistie versammelt sich die Gemeinde um den Altar“, erläutert Magin den grundlegenden Wandel im theologischen Denken und seine Konsequenzen für die bauliche Gestaltung. In der Kirche St. German hatte man dieser Entwicklung zunächst auf eher provisorische Weise Rechnung getragen: Seit den 70er-Jahren diente ein einfacher Holztisch als Hauptaltar. „Das entspricht weder den liturgischen Vorgaben, noch bildet der Altar mit den anderen Elementen der liturgischen Ausstattung - zum Beispiel Ambo und Priestersitz - eine erkennbare Einheit“, weist Markus Magin auf die Schwachpunkte der bisherigen Lösung hin.

Mit dem Raumkonzept von Bernhard Mathäss soll das Zweite Vatikanische Konzil auch in der Seminarkirche St. German Einzug halten. Indem er die sechseckige Grundform der Decke des Chorraums auf den Boden spiegelt, entsteht ein neues Zentrum. Der Altarraum ruht auf einem sechseckigen Steinboden, der von zwei Fugen in Form eines Kreuzes, dem Grundsymbol des Christentums, durchzogen wird. Im Schnittpunkt beider Linie der Altar, ebenfalls ganz aus Stein. Der Altarfuß steht gegenüber der Altarplatte an den Seiten etwas über – „Zeichen dafür, dass die Feier der Eucharistie über sich hinausweist und die Liebe Gottes uns immer dazu drängt, das Empfangene weiterzugeben“, so Magin.

Die stärkste Veränderung erfährt der Raum durch eine Stelenwand, die zwischen dem Altarraum und dem Hochaltar eingezogen wird. „Damit werden das Christus-Relief, der Hochaltar und der Tabernakel präsent gehalten, gleichzeitig bekommt der Raum jedoch eine neue Mitte“, ist Magin von der in seinen Augen geradezu „genialen Idee“ des Künstlers begeistert. Die Wand, besteht aus zwölf Steinstelen, nimmt die mehrfach im Raum anzutreffende Zahlensymbolik auf und kann als Hinweis auf die zwölf Apostel verstanden werden, die im letzten Buch der Bibel als Grundsteine des himmlischen Jerusalem bezeichnet werden. Sie verbindet - gleichsam als klassischer Altarsockel – den Altarraum mit der Darstellung des himmlischen Christus und der Engel der sieben Gemeinden auf der hinteren Wand.

Am Germansberg liegen die Wurzeln des Christentums in Speyer

Die Entscheidung für den Stein als Material lässt sich als Hinweis auf die geschichtliche Bedeutung des Ortes verstehen. „Hier am Germansberg treffen wir auf die ältesten Zeugnisse des Christentums in Speyer“, weist Magin darauf hin, dass der erste namentlich bekannte Bischof von Speyer, Bischof Jesse, in der Mitte des vierten Jahrhunderts wahrscheinlich hier gelebt habe. Für das Ende des vierten oder den Anfang des fünften Jahrhunderts sei bereits eine Steinkirche bezeugt. „An diesem Ort liegen die Fundamente des christlichen Glaubens in der Stadt Speyer“, veranschaulicht Magin, warum die Gestaltungselemente im Entwurf von Bernhard Mathäss fast so wirken, als würden sie als steinerne Zeugen der Vergangenheit aus dem Boden herauswachsen.

Der Ambo rückt näher zur Gemeinde, ebenso die aus dem 15. Jahrhundert stammende Marienfigur. Die Muttergottes, manchmal auch als „Schwester der Menschen“ bezeichnet, wird so stärker als Mittlerin zwischen den Menschen und Christus erfahrbar. Einen weiteren Akzent setzt das Kreuz, das aus Blickrichtung der Gemeinde vorne rechts angeordnet wird. Auffällig ist der verlängerte Querbalken, der mit dem ausgestreckten Arm des himmlischen Christus auf der hinteren Wand korrespondiert. „Auch hier wieder ein Symbol, das über sich hinausweist und deutlich macht, dass der Tod am Kreuz nur im Zusammenhang mit der Auferstehung zu begreifen ist“, so Magin.

Die Platzierung des ebenfalls aus Stein gearbeiteten Priestersitzes hinter dem Hauptaltar – auf beiden Seiten von Sitzelementen zum Beispiel für weitere Zelebranten und Ministranten flankiert – soll ebenfalls dazu beitragen, dass die Eucharistie als Feier und Geschehen inmitten der Gemeinde erlebbar wird. „Bernhard Mathäss gestaltet einen neuen Mittelpunkt in und mit dem Raum“, bringt Regens Markus Magin auf den Punkt, warum sich sowohl die Jury als auch der Verwaltungsrat des Priesterseminars, der Kunstbeirat des Bistums und Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann für das Konzept des 53-jährigen Künstlers aus Neustadt-Duttweiler entschieden haben. Dieser hat schon mehrfach in Kirchen gearbeitet, zum Beispiel bei der Gestaltung der Emmauskapelle in seiner Heimatstadt oder bei der Gedenkplatte für die Verdienste von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl in der Vorhalle des Domes.

Die Innenrenovierung der Seminarkirche beginnt voraussichtlich im Oktober. Als Termin für die Altarweihe und die Indienstnahme des umgebauten Priesterseminars ist der vierte Ostersonntag des nächsten Jahres angezielt, zugleich Weltgebetstag für die geistlichen Berufe. Die Kosten für die Außen- und Innenrenovierung der Seminarkirche sind auf etwa eine Million Euro berechnet. Davon entfallen etwa 100.000 Euro auf die Steinarbeiten bei der Neugestaltung des Chorraums. Text und Foto: is

17.08.2016


„Blick hinein in den Himmel“

Pontifikalamt zu Mariä Himmelfahrt im Speyerer Dom mit Bischof Dr. Wiesemann

Speyer- Am 15. August feierten an die tausend Menschen mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann einen festlichen Pontifikalgottesdienst. Das Hochfest der in den Himmel aufgenommenen Gottesmutter Maria – bekannt als Mariä Himmelfahrt - ist zugleich Patronatsfest des Bistums und der Kathedrale.

Bereits bei seiner Begrüßung stellt Bischof Wiesemann die Bedeutung dieses Festtages heraus: Er gewähre den Menschen „einen Blick hinein in den Himmel, in eine erlöste Welt“. In seiner Predigt legte er dar, dass das Fest der mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommenen Gottesmutter Maria der Tag sei, um angesichts der Schrecken von Krieg und Terror sich des Heilsversprechens Gottes zu erinnern. „Wir brauchen keine Gemeinschaft des Entsetzens, sondern eine Gemeinschaft des Mutes und der Visionen“, so Bischof Wiesemann. Maria sei eine Frau des Mutes gewesen, die auch unter dem Kreuz die Hoffnung nicht verloren habe. Ihre Aufnahme mit Leib und Seele in den Himmel sei aber kein „Himmelfahrtskommando“. Die Aufnahme Mariens in den Himmel bedeute keine Entwertung des irdischen, die einen fanatischen Glauben aufleben lasse. Vielmehr nehme Gott sich unserer an - „so wie ich bin, wie ich verwundet werde und heile.“ Dabei führe er uns im irdischen Leben nicht wie Kleinkinder an der Hand, sondern gäbe uns Freiheit, auch eine Freiheit der abgründigen Verwundbarkeit. Dies sei möglich, weil das ewig Leben schon in uns sei, auch wenn wir gedemütigt würden.

Viele Dombesucher hatten Sträuße mit Kräutern und Blumen mitgebracht, die von Bischof Wiesemann im Gottesdienst gesegnet wurden. Einer alten Tradition entsprechend sollen sie deutlich machen, dass die ganze Schöpfung unter dem Segen Gottes und der Verheißung der österlichen Vollendung steht. Zum Abschluss des Gottesdienstes spendete Bischof Wiesemann den päpstlichen Segen. Für die musikalische Gestaltung des Pontifikalamtes sorgten der Ferienchor der Dommusik und die Dombläser unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori Die Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub.

Bei der Marienfeier am Abend predigte Privatdozent Dr. Joachim Reger, der Maria als „Mutter der Barmherzigkeit“ in den Mittelpunkt seiner Betrachtung stellte. Barmherzig sein werde nicht selten mit Nachgiebigkeit, Inkonsequenz und Schwäche gleichgesetzt. Der Einwand verdeutliche, dass Barmherzigkeit auch gefährlich sein kann, „wenn sie aus Schwäche geschieht.“ Bloße Gerechtigkeit führe zu einer Gesellschaft der Kälte, die den Brüchen eines jeden Lebens nicht gerecht wird. Eine menschenwürdige Gesellschaft aber lasse sich mit dieser Haltung nicht aufbauen. „Wahre Barmherzigkeit ist daher keine Haltung der Schwäche, sondern der Stärke. Sie erwächst aus einer Liebe, die so stark ist, dass sie sich wirklich auf den Nächsten einlassen kann“, betonte Reger. Barmherzigkeit fordere die Stärke, über sich selbst hinauszuwachsen und frei zu werden für andere Menschen. Anschließend zogen die Gläubigen in einer stimmungsvollen Lichterprozession durch den Domgarten. Die musikalische Gestaltung der abendlichen Liturgie lag in den Händen des Chors der Dompfarrei und der Dombläser. Text: Friederike Walter, Fotos: Klaus Landry

16.08.2016


Trauerarbeit mit Russlanddeutschen

75. Jahrestag des Stalin-Erlasses zur Deportation der Wolgadeutschen

Speyer- Dass die Integration von Menschen aus anderen Staaten in der bundesrepublikanischen Gesellschaft langen Atem braucht, hat der Vorsitzende der Konferenz der Aussiedlerseelsorge der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Reinhard Schott, in Speyer betont. Aus Anlass des 75. Jahrestages des Stalin-Erlasses zur Deportation der Wolgadeutschen am 28. August 1941, erklärte Schott, dass politische Verfolgung, Mord und Denunziation„Traumata in den Familien hervorriefen, unter denen die Nachfahren heute noch leiden, obwohl sie längst in Deutschland leben und die jüngeren unter ihnen hier geboren wurden“.

Es gäbe keine russlanddeutsche Familie, für die der 28. August 1941 nicht schicksalhaft gewesen sei, sagt Schott, der heute Integrationsbeauftragter der Evangelischen Kirche der Pfalz und des Diakonischen Werkes Pfalz ist. Durch den Erlass über die Zwangsumsiedlung der Wolgadeutschen seien fast eine halbe Million Menschen in Güterwaggons aus den westlichen Teilen der Sowjetunion, aus Georgien und Aserbaidschan nach Sibirien und Mittelasien deportiert worden. Als sogenannte Volksfeinde habe man Männer und Frauen zur Zwangsarbeit eingezogen, die Kinder sich selbst überlassen. Viele seien an Krankheiten, Unterernährung und Erschöpfung gestorben. „Wir haben geschwiegen wie die Fische“ sagt ein heute 79-Jähriger Russlanddeutscher. „Die Angst vor Übergriffen war unser ständiger Begleiter.“

Reinhard Schott, dessen Eltern 1941 selbst aus der Ukraine nach Nord-Kasachstan deportiert wurden, erinnert daran, dass mehr als vier Millionen Deutsche aus der ehemaligen Sowjetunion in den letzten Jahrzehnten in die Bundesrepublik gekommen sind. „Etwa die Hälfte von ihnen bekennt sich zum evangelischen Glauben“, erläutert Schott, der seine Kindheit in Nord-Kasachstan verbracht hat. Heute bildeten die „Russlanddeutschen“ rund zwölf Prozent der Mitglieder in der EKD und der Pfälzischen Landeskirche. Sie seien damit die größte Zuwanderergruppe. Trauerarbeit mit Russlanddeutschen ist nach Auffassung des Vorsitzenden der Aussiedlerseelsorge noch lange nötig. Die Kirchengemeinden trügen eine große Mitverantwortung, „damit aus dem mutigen Aufbruch nach Deutschland auch gelingende Lebensläufe und eine gute, aktive Partizipation in Kirche und Gesellschaft werden“, sagte Schott.

Für Reinhard Schott, dessen Vater in den Gulag nach Workuta geschickt und erst nach Stalins Tod  begnadigt wurde, ist das eigene Familienschicksal Motivation, sich um Zuwanderer und die Integration von Aussiedlern und Migranten zu kümmern. In Folge der Ost-Verträge durfte seine Familie im Dezember 1972 in die Bundesrepublik ausreisen. Da sein Schulabschluss  nur teilweise anerkannt wurde, machte er zunächst eine Ausbildung im Postdienst und holte seinen Schulabschluss in der Abendschule nach. Schott besuchte das Theologische Seminar St. Chrischona in der Schweiz und wurde zum Prediger im Evangelischen Gemeinschaftsverband der Pfalz berufen. Seit 1988 ist er Beauftragter der Landeskirche für die Aussiedlerseelsorge; sein Tätigkeitsfeld umfasst heute die Bereiche Asylsuchende, Flüchtlinge und Migranten.

Text: lk; Foto: Diakonisches Werk der Pfalz

10.08.2016


Die „Steine des Domes zum Sprechen“ bringen

Die ARC-Domführer in Speyer v.l.n.r.: Miriam Lücke, Annelise Knitter, Alice Alexandre, Mateo Vicent Fanconi Die ARC-Domführer in Speyer v.l.n.r.: Miriam Lücke, Annelise Knitter, Alice Alexandre, Mateo Vicent Fanconi

Junge Leute aus Deutschland, Frankreich, USA und Spanien bieten Führungen in ihrer jeweiligen Landessprache an

Speyer-  Im Sommer können Besucher im Dom zu Speyer einen besonders herzlichen Empfang erwarten. Vom 6. bis 28. August begleiten Miriam Lücke (Deutschland), Alice Alexandre (Frankreich), Annelise Knitter (USA) und  Mateo Vicent Fanconi (Spanien) Besucher aus aller Welt in ihrer jeweiligen Landessprache durch die romanische Kathedrale. Sie kommen über die ökumenische Organisation ARC nach Speyer. „Steine zum Sprechen bringen“ ist das Motto der Organisation. Dabei geht es mindestens ebenso sehr um die interkulturelle und überkonfessionelle Verständigung untereinander und mit den Dombesuchern aus aller Welt. Die Führungen sind kostenlos, Spenden zu Gunsten von ARC sind willkommen. Den Aufenthalt in Speyer inklusive Rahmenprogramm organisiert und finanziert das Domkapitel.

Die ARC-Domführer am Dom zu Speyer bieten kostenlose Führungen in Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch an. Das Angebot besteht täglich außer dienstags, jeweils von 10–12:30 Uhr und 14:30-17:30 Uhr, sonntags nach der Messe ab ca. 11:30–12:30 Uhr und 14:30-17:30 Uhr. Besucher können das Angebot ohne Voranmeldung je nach Verfügbarkeit in Anspruch nehmen. Treffpunkt ist die Vorhalle.

Die ARC-Teilnehmer 2016

Annelise Knitter (20) stammt aus Nord-Californien. Derzeit studiert sie an der University of St Andrews in Schottland Psychologie und Philosophie. Vom ARC Projekt erfuhr sie in ihrer Universitätsgemeinde.

Die Französin Alice Alexandre (20) kommt aus Niort, Poitou-Charentes und wird nach dem Sommer ihr Studium der modernen Literatur in La Rochelle beginnen. Ihre Großmutter hat ihr von ARC erzählt. Sie war schon öfter in Deutschland und interessiert sich sehr für das Land. Speyer hat sie sich ausgesucht, da sie die Stadt noch nicht kennt. Sie freut sich darauf, den Dom und die Umgebung zu erkunden.

Madrid ist die Heimat von Mateo Vicent Fanconi (20). Er studiert dort spanische Philologie. Die Idee des ARC-Projektes „Steine zum Sprechen zu bringen“ findet er wunderbar. Für ihn bietet es die Chance zur Evangelisierung gleichzeitig als Möglichkeit, die Kultur weiter zu geben. Er hat sich bewusst für die Teilnahme in Speyer entschieden.

Miriam Lücke (18) hat in diesem Jahr am Tegernseer Gymnasium ihr Abitur gemacht. Ab dem Wintersemester wird sie katholische Theologie in München studieren. Den Zeitraum dazwischen nutzt sie nun, um sich mit den Themen Kultur und Religion auseinander zu setzen und außerdem junge Menschen aus anderen Ländern kennen zu lernen. Im Internet war sie auf das ARC-Projekt gestoßen. Speyer kennt die Abiturientin von einem früheren Besuch. Da ihr die Stadt gut gefiel, bewarb sie sich für die Teilnahme am Dom.

Leben als internationale, christliche Gemeinschaft

Die vier jungen Leute eint nicht nur ihre Tätigkeit am Dom. Sie leben als internationale, christliche Gemeinschaft in einer Unterkunft und verbringen ihre Freizeit miteinander – auch dies ist Teil der Grundidee des Programms. Das Besuchermanagement des Doms organisiert aus diesem Grund verschiedene gemeinsame Aktivitäten. So stehen in diesem Jahr eine Weinprobe in Kallstadt und ein Ausflug nach Heidelberg auf dem Programm.

Zur Vorbereitung erhielten die jungen Leute vorab Informationen über den Speyerer Dom. Während ihrer Zeit in der Pfalz werden sie selbst an Führungen teilnehmen, etwa durch den Domschatz, die Stadt Speyer aber auch durch Sehenswürdigkeiten in der Umgebung.

ARC

ARC ist eine internationale ökumenische Organisation, die in den Sommermonaten Führungen an bedeutenden europäischen Kathedralen organisiert. Die drei Buchstaben ARC stehen für die französischen Wörter „Accueil“ (Empfang), „Rencontre“ (Begegnung) und „Communauté“ (Gemeinschaft). ARC gibt es auch in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien. Jedes Land entsendet Teilnehmer zu den einzelnen Kirchenführerprojekten – so entstehen kleine ARC-Gruppen mit jungen Menschen aus verschiedenen Ländern. Außer in Speyer engagieren sich ARC-Führer europaweit an vielen großen Kathedralen, etwa in Florenz und Venedig, in Bordeaux und Rouen, in London und Oxford, in Luxemburg sowie im belgischen Gent. In Deutschland sind sie 2016 noch in Erfurt, Münster, Konstanz und Berlin (Kapelle der Versöhnung) im Einsatz.

Weitere Informationen:  www.dom-zu-speyer.de  www.arc-deutschland.de   Text und Foto: is

05.08.2016


Gutes Spendenergebnis für Brot für die Welt

Evangelisches Hilfswerk legt Jahresbilanz für 2015 vor – über 1 Million Euro Spenden aus der Pfalz

Speyer- Die Menschen in der Pfalz und der Saarpfalz haben im vergangenen Jahr 1.030.258 Millionen Euro für Brot für die Welt gespendet. In dieser Summe sind Kollekten und Spenden, die in Kirchengemeinden gesammelt wurden, sowie direkte Überweisungen an das evangelische Hilfswerk zusammengefasst.

Das Spendenaufkommen bewegt sich trotz eines leichten Rückgangs auf dem Niveau des Vorjahres (1.037.445). Die meisten Spenden gingen mit 2,37 Euro pro Kirchenmitglied im Kirchenbezirk Bad Dürkheim ein, gefolgt vom Kirchenbezirk Frankenthal mit 1,58 Euro pro Kirchenmitglied und dem Kirchenbezirk Donnersberg mit 1,53 Euro pro Kirchenmitglied.

„Ich danke allen Spenderinnen und Spendern sowie allen Sammlerinnen und Sammlern herzlich für ihre Treue und Verantwortung gegenüber unseren Geschwistern in der Einen Welt“, sagt Kirchenpräsident Christian Schad.

Im Zentrum der Arbeit von Brot für die Welt und seinen Partnerorganisationen standen die Überwindung von Hunger und Mangelernährung, die Förderung von Bildung und Gesundheit sowie der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und die Wahrung der Menschenrechte. „Die Projekte von Brot für die Welt nehmen damit auch die Ursachen für weltweite Fluchtbewegungen in den Blick und helfen Menschen dabei, ihren Lebensraum zu erhalten und ein Leben in Würde zu führen“, betont Schad.

Neu bewilligt wurden im vergangenen Jahr 553 Projekte in 79 Ländern. Die meisten Mittel (33 Prozent) flossen nach Afrika.

Bundesweit haben Spenderinnen und Spender die Arbeit von Brot für die Welt im vergangenen Jahr mit 57,5 Millionen Euro unterstützt. Das sind 1,8 Millionen Euro mehr als im Vorjahr (55,7 Mio.). Neben Spenden und Kollekten erhielt Brot für die Welt 2015 Mittel des Kirchlichen Entwicklungsdienstes und Beiträge Dritter, vor allem aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Insgesamt standen dem Hilfswerk der evangelischen Kirchen und Freikirchen 255,4 Millionen Euro zur Verfügung. Die Gesamtausgaben für Projekte betrugen 238 Millionen Euro oder 94,3 Prozent der Mittel. Für Werbe- und Verwaltungsaufgaben wurden 5,7 Prozent eingesetzt. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bewertet die Werbe- und Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben als niedrig.

Brot für die Welt ist das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen. Gegründet 1959, fördert das Werk heute in mehr als 90 Ländern Projekte zur Überwindung von Hunger, Armut und Ungerechtigkeit.

Weitere Informationen finden Sie auf unseren Seiten im Internet: http://www.diakonie-pfalz.de/aktuelles/nachrichten/detail/ueber-1-million-euro-spenden-aus-der-pfalz.html   Text und Foto: dwp

04.08.2016


"Eine wunderbare Erfahrung"

Jugendliche aus dem Bistum Speyer sind mit vielen Eindrücken vom Weltjugendtag aus Krakau zurückgekehrt

Krakau/Speyer-  Weltjugendtag: Hass, Krieg, Gewalt? Es geht auch anders! - Davon sind die 1,5 Millionen Jugendlichen, die sich in Krakau zum Weltjugendtag getroffen haben, überzeugt. Unter ihnen waren etwa 200 junge Pilgerinnen und Pilger, die in mehreren Gruppen aus der Diözese Speyer nach Polen gereist sind.

"Meet the world" (Triff die Welt) war der Titel, unter den die Abteilung Jugendseelsorge im Bistum Speyer ihre Fahrt mit 41 Jugendlichen gestellt hatte. Schon bei der Ankunft am 20. Juli wurden die Speyerer Pilgerinnen und Pilger von der weltweiten Dimension dieser Reise beeindruckt. Die erste von zwei Wochen verbrachten sie in der Gemeinde Ledziny. Mehrere Tausend junge Menschen aus Deutschland, Bosnien, Polen und Tschechien füllten die ländliche Region in der Nähe von Kattowitz mit Leben. Untergebracht waren sie in kleinen Gruppen bei Gastfamilien. "In einem fremden Land von fremden Menschen so herzlich aufgenommen zu werden, war eine wunderbare Erfahrung" erinnert sich Anna Berenz (Frankenthal). Höhepunkte der Woche waren ein Treffen mit Jugendbischof Wiesemann und ein Festival mit etwa 12000 Jugendlichen aus aller Welt auf einem Flugplatz in Kattowitz.

Zur zweiten Woche des Weltjugendtages reisten die Pilgergruppen aus ganz Polen nach Krakau und verdoppelten damit deren Einwohnerzahl. Jugendliche aus 180 Ländern überfluteten das Zentrum der Stadt mit Musik und guter Laune - und brachten die öffentlichen Nahverkehrsmittel trotz etlicher Sonderbusse an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Im Lauf der Woche gab es mehrere Großveranstaltungen mit jeweils 500.000 bis 750.000 Teilnehmerinnen. "Einfach nur unglaublich, diese Gemeinschaft zwischen den Jugendlichen zu spüren. Mit jedem reden und sich über verschiedenen Kulturen hinweg austauschen zu können" war für Leonie Scherer aus Queidersbach eine unvergessliche Erfahrung. 

Zur Abschlussveranstaltung am 30. und 31. August pilgerten die Speyerer Jugendlichen zu Fuß zum "Campus Misericordiae", einem Feld in den Sumpfgebieten im Osten Krakaus. Bei strahlendem Sonnenschein warteten sie gemeinsam mit etwa 1,5 Millionen Jugendlichen auf Papst Franziskus, mit dem sie eine Vigil (Nachtgebet) feierten. Einfachste Umstände und extreme Hitze brachten die jungen Menschen nicht davon ab, bis spät in die Nacht zu feiern und zu beten. Nach einer Übernachtung unter freiem Himmel endete der Weltjugendtag mit einem großen Abschlussgottesdienst - und einem 8 Kilometer langen Fußmarsch durch Gewitterregen.

"Der bewegendste Moment war für mich, als sich eine Million Jugendliche die Hände reichten und in absoluter Stille für den Frieden auf der Welt beteten. Dieses Bild macht so viel Hoffnung. Es zeigt eine Generation, die sich erhebt und Brücken baut, statt Grenzen zu ziehen." sagt Pfarrer Carsten Leinhäuser, der als Diözesanjugendseelsorger die Reise begleitet hat. Seine Antwort auf die Frage nach der wichtigsten Erkenntnis, welche die Jugendlichen mit nach Hause nehmen: "Der Papst hat uns eine Sache in aller Deutlichkeit klar gemacht: Dass die Welt junge Menschen braucht, die aufstehen und sich für ein friedliches Miteinander stark machen. Die gegen Ausbeutung und Hass rebellieren. Die nicht nur von der frohen Botschaft Jesu reden, sondern sie in die Tat umsetzen."

Der nächste Weltjugendtag wird 2019 in Panama stattfinden. "Dafür wird auf jeden Fall gespart." So viel steht für Eva Kurz aus Kaiserslautern und für viele begeisterte und müde Jugendliche auf der Heimfahrt von Krakau nach Speyer heute schon fest.

Text und Fotos: Pfr. Carsten Leinhäuser, Diözesanjugendseelsorger

02.08.2016


Mit vielen Eindrücken vom Weltjugendtag zurückgekehrt- Bilderalbum

Der „Grüne Gockel“ im Landeskirchenrat

Das Umweltteam (von links): Julian Pollini, Sibylle Wiesemann, Ralf Göring, Ursula Klüting, Peter Höfer, Christel Brech, Carl-Ludwig Krüger (externer Umweltauditor), Stephan Arbogast, Bernd Fuchs Das Umweltteam (von links): Julian Pollini, Sibylle Wiesemann, Ralf Göring, Ursula Klüting, Peter Höfer, Christel Brech, Carl-Ludwig Krüger (externer Umweltauditor), Stephan Arbogast, Bernd Fuchs

Umweltmanagement für die Verwaltungsgebäude in Speyer – Zertifizierung 2017 angestrebt

Speyer- Für eine bessere Umwelt wollen die Mitarbeiter des Landeskirchenrates an einem Strang ziehen – dazu soll der „Grüne Gockel“ in den vier Verwaltungsgebäuden der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer Einzug halten. Das kirchliche Umweltmanagementsystem ist Teil der Klimaschutzinitiative der Landeskirche, deren Ziel es ist, bis 2020 den Ausstoß des klimaschädlichen Gases Kohlenstoffdioxid (CO₂) um 40 Prozent – gemessen am Basisjahr 2005 – zu reduzieren. Bis 2050 will die Landeskirche das Klima bilanziell möglichst gar nicht mehr belasten, erklärt der Umweltdezernent der Landeskirche, Oberkirchenrat Michael Gärtner.

Kernaufgabe der Evangelischen Kirche sei es, das Handeln in der Welt nach christlichen Grundsätzen zu gestalten. Aber „es geht um mehr als um die Bewahrung der Schöpfung. Es geht auch um Gerechtigkeit“, heißt es dazu in den vom Landeskirchenrat beschlossenen Umweltleitlinien. Dazu zählten u.a. eine effektive Gebäudebewirtschaftung, umweltfreundliches Mobilitätsverhalten, nachhaltiges Einkaufen, aber auch die Vereinbarung von Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit. Die Mitarbeiter des Landeskirchenrates wollen „zur stetigen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes beitragen und damit unseren ökologischen Fußabdruck kontinuierlich verkleinern.“ Um die Einhaltung der Leitlinien kümmert sich ein achtköpfiges Umweltteam unter der Leitung von Ursula Klüting.

Oberkirchenrat Dieter Lutz, zu dessen Dezernat u.a. der Bereich Gebäudeverwaltung gehört, unterstreicht: „Wir haben bisher schon viele Einzelmaßnahmen zur Energieeinsparung umgesetzt. Mit der systematischen Herangehensweise des Grünen Gockels ist es möglich, neue Einsparpotentiale zu erschließen.“

Der „Grüne Gockel“ hilft kirchlichen Einrichtungen, Energieeinsparpotenziale zu erkennen, sich energiesparend zu verhalten und sinnvolle Investitionen zu planen. Erfahrungen von zertifizierten Kirchengemeinden hätten gezeigt, dass der Ressourcenverbrauch allein durch Veränderung des Nutzerverhaltens dauerhaft um zehn bis 20 Prozent gesenkt werden könne, sagt die Umweltbeauftragte der Landeskirche, Bärbel Schäfer. Die Umweltauswirkungen in den Bereichen Energieverbrauch, Mobilität, Beschaffung und Abfall systematisch zu erfassen und Möglichkeiten des Einsparens zu erkennen und zu bewerten seien u.a. wichtige Bausteine des Umweltmanagements.

Barbara Klüting und die landeskirchliche Klimaschutzmanagerin Sibylle Wiesemann, die auch im Umweltteam ist, unterstreichen, dass der Prozess bis zur Zertifizierung mit dem Grünen Gockel von Anfang an auf Beteiligung setze. „Energiesparendes Verhalten gelingt gerade dann, wenn alle mitmachen.“ Im Herbst will der Landeskirchenrat ein Umweltprogramm mit konkreten Maßnahmen auflegen und ein „Grüne-Gockel-Forum“ für die Mitarbeiter durchführen. Im Dezember soll eine Umwelterklärung folgen, die Zertifizierung durch einen externen Umweltprüfer sei für Anfang 2017 vorgesehen.

Hinweis: Der „Grüne Gockel“ ist eine für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen entwickelte Form des Umweltmanagements auf den Grundlagen der EU-Verordnung „emas“ (Eco Management and Audit Scheme). Mehr zum Thema im Internet unter www.frieden-umwelt-pfalz.de (Umwelt und Klimaschutz) und www.gruener-gockel.deText und Foto: lk

01.08.2016


Bistums- und Heimatkalender für Pfalz und Saarpfalz erschienen

„Pilger-Kalender“ spannt weiten Themenbogen – Bistumsneugründung vor 200 Jahren ein Schwerpunkt

Speyer- Um Zukunft zu gestalten, muss man die Vergangenheit kennen. Das ist eine wichtige Erfahrung. Daher beleuchtet der jetzt vorliegende “Pilger-Kalender 2017” nicht nur die Vergangenheit, sondern widmet sich einem Zukunftsthema der Menschheit. "Gutes Leben. Für alle!" lautete das Motto einer Kampagne, mit der die kirchlichen Initiatoren bewusstes und nachhaltiges Leben in den Blick rücken und fördern wollen. Der Pilger-Kalender beleuchtet aus verschiedenen Perspektiven diese Kampagne sowie ihre Ziele und verbindet dies mit konkreten Beispielen und Vorschlägen. Der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann schlägt in einem Beitrag den Bogen zu Papst Franziskus und seiner Umwelt-Enzyklika "Laudato si".

Den Blick in die Geschichte wendet der Pilger-Kalender zunächst “500 Jahre Reformation in der Pfalz” zu. Der evangelische Oberkirchenrat a. D. Klaus Bümlein beschreibt, wie die Reformation das Gesicht dieser Region veränderte. Weil das heutige Bistum Speyer im nächsten Jahr sein 200-jähriges Bestehen feiern kann, legt der Kalender mit mehreren Beiträgen einen Schwerpunkt darauf. Hans Ammerich, früherer Leiter des Bistumsarchivs, schildert die Umstände der Bistumsneugründung in den Jahren nach 1817. Die Situation vor 100 Jahren, mitten im Weltkrieg, beleuchtet Priesterkandidat Dominik Schindler mit dem Beitrag "Das Bistum Speyer im Ersten Weltkrieg". Zum großen Themenbogen des Pilger-Kalenders 2017 gehört außerdem ein Essay von Friedrich Kardinal Wetter, dem früheren Speyerer und Münchener (Erz-)Bischof, in dem er der Frage nachgeht: Wo ist Heimat?

Der Pilger-Kalender erscheint 2017 bereits im 96. Jahrgang. Er gehört damit zu den traditionsreichsten Veröffentlichungen in der Pfalz und Saarpfalz. Der Pilger-Kalender für 2017 wurde wieder unter dem Dach der Peregrinus GmbH von der Redaktion “der pilger”, der Speyerer Bistumszeitung, erstellt. Der Kalender zählt mehr als 140 Seiten, enthält viele farbige Illustrationen sowie ein informatives Kalendarium.

Bestellt werden kann er für 4,80 Euro (zzgl. Porto und Verpackung) bei Peregrinus GmbH, Hasenpfuhlstraße 33, 67346 Speyer, Telefon 06232/31830, E-Mail: info@pilger-speyer.de.

19.07.2016


Die Zeichen stehen auf „ökumenisch“

Gisela Scherer, Christoph Resch, das neue ökumenische Team für Schule und Kirche in Kaiserslautern Gisela Scherer, Christoph Resch, das neue ökumenische Team für Schule und Kirche in Kaiserslautern

Kooperation von Bistum und Landeskirche für Schule und Fortbildung

Speyer- Die Religionspädagogische Arbeitsstelle (RPA) in Maria Schutz in der Bismarckstraße Kaiserslautern hat zum Ende des Schuljahres ihre Türen geschlossen und beginnt die Zusammenarbeit mit dem evangelischen Religionspädagogischen Zentrum in der Innenstadt. Oberstudienrat im Kirchendienst Christoph Resch, Leiter der RPA, arbeitet für das Bistum Speyer nun mit der Evangelischen Landeskirche der Pfalz zusammen. In Kaiserslautern soll ein gemeinsames Projekt für die Religionspädagogik wachsen.

Die Zeichen stehen auf „ökumenisch“, so die beiden Verantwortlichen vor Ort, Gisela Scherer, auf evangelischer Seite und Christoph Resch katholischerseits. Viele Kundinnen und Kunden der kirchlichen Arbeitsstellen kennen und nutzen bereits beide Angebote, Bücher auszuleihen, sich für den Unterricht beraten zu lassen, Material für Kinder- oder Schulgottesdienste zu sichten. Regionale Fortbildungstermine des Bistums und der Landeskirche werden nun ab dem neuen Schuljahr 2016/17 im Heinz-Wilhelmy-Haus in Kaiserslautern stattfinden. Die beiden Lehrer Scherer und Resch erhoffen sich durch die Zusammenarbeit vor allem einen Gewinn für die Kunden, wozu langfristig vielleicht auch erweiterte Öffnungszeiten gehören könnten.

Die Schulabteilungen der Diözese Speyer und der Evangelischen Landeskirche der Pfalz starten damit einen Prozess ökumenischer Zusammenarbeit. Die Verantwortlichen haben Wunsch und Willen zu weiterer Kooperation auf dem Gebiet der Fortbildungen und auch in der Planung und Aufstellung der Unterstützungszentren von beiden Seiten geäußert und unterstrichen. Oberkirchenrat Dr. Michael Gärtner und Domdekan Dr. Christoph Kohl sehen als Verantwortliche darin einen wegweisenden Schritt.

Auch in Ludwigshafen stehen Veränderungen an: Das evangelische Religionspädagogische Zentrum verlässt im Herbst 2016 Ludwigshafen, wo unter Federführung der Diözese eine Religionspädagogische Arbeitsstelle (RPA) als ökumenisches Projekt öffnen wird.

RPAs gibt es dann an vier Standorten in Pfalz und Saarpfalz, evangelischerseits sieben Religionspädagogische Zentren im gleichen Gebiet. Kaiserslautern und Ludwigshafen sollen in Zukunft gemeinsam angegangen werden, „in einem detaillierten und kreativen Prozess unter Mitwirkung der Beteiligten, die ihre Arbeit selbst am besten kennen“, fassen Kirchenrat Thomas Niederberger und Schulrätin Dr. Irina Kreusch, als Projektleitende zusammen. Dies sei eine große Chance, da das Gebiet von Landeskirche und Bistum deckungsgleich sei, ein Alleinstellungsmerkmal im deutschlandweiten Vergleich.  Text und Foto: is

16.07.2016


Kirchenpräsident ruft zum Gebet für die Anschlagsopfer von Nizza auf

Solidarität gilt den Angehörigen – Tränen sind die äußeren Zeichen unseres Mitgefühls

Speyer- Der Anschlag in Nizza erschüttert mich tief. An dem Tag, an dem unsere Nachbarn und Freunde in Frankreich die Errungenschaften der Freiheit, der Gleichheit und der Brüderlichkeit gefeiert haben, wurden 84 Menschen getötet, mehrere hundert verletzt. Sie wurden Opfer einer barbarischen Tat. Als Christen tragen wir unsere Klage vor Gott.

Unsere Trauer macht uns stumm. Unsere Tränen sind die äußeren Zeichen unseres Mitgefühls. Unsere Solidarität gilt den Angehörigen der Opfer. Mögen ihnen Menschen zur Seite stehen, die helfen, trösten, zuhören oder einfach nur mit weinen.

Das Kreuz Christi hilft uns Glaubenden, trotz dieses entsetzlichen Mordens weiterzuleben und die Hoffnung nicht zu verlieren. Es erinnert an die Zusage Jesu, ganz besonders in den schweren Stunden des Lebens bei uns zu sein. Kommen wir zusammen und beten wir für die Opfer und ihre Angehörigen.

Fürbitte:

Kein Wort, das das Entsetzen ausdrücken kann.
Über 80 ermordete Menschen in Nizza, hunderte Verletzte.
Hasserfüllte Gewalt.

Ewiger Gott,
wir beten für die Toten.
Lass sie geborgen sein bei dir.
Sei bei den Betroffenen, den Trauernden und Verzweifelten.
Gib ihnen Halt, Kraft und Liebe.
Schenke ihnen Menschen,
die in ihrem Schmerz und in ihrer Trauer bei ihnen sind.
Wir bitten um Stärke für die Krankenschwestern,
die Ärztinnen und Ärzte und Helfer,
die sich um sie kümmern.

Öffne die Menschen in Europa dafür,
sich nicht vom Hass spalten zu lassen,
sondern für den Frieden zusammen zu stehen.
Schenke den Politikern und Verantwortlichen
die Klugheit, die Herzensbildung und Weitsicht,
dem Frieden und dem Leben der Menschen zu dienen.

Gott, wir haben Angst.
Der Terror hört nicht auf.
Schütze uns auf unseren Straßen und Plätzen,
auf unseren Reisen und Wegen.
Schütze unsere Kinder,
die uns ihre Lebensfreude schenken.
Schütze unsere Jugendlichen,
die mit Zuversicht und Tatkraft die Weichen in ihrem Leben stellen.
Schütze Frauen und Männer,
die jeden Tag ihr Bestes geben.

Gott,
wir bitten dich für die, die vom Hass zerfressen sind:
Reiß die Mauern um die Herzen der Menschen ein,
die verlernt haben, zu lieben,
die verlernt haben, die Würde der Menschen zu achten,
die verlernt haben, dem Leben zu dienen.

Gott des Friedens und der Liebe, bleib bei uns,
bleib bei denen, die deinen Trost in ihrer Trauer jetzt ganz besonders nötig haben.

Amen.

Text und Foto: EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ

15.07.2016


Tod und Begräbnis Rudolfs von Habsburg vor 725 Jahren

Epitaph Rudolfs von Habsburgs im Dom zu Speyer Epitaph Rudolfs von Habsburgs im Dom zu Speyer

Grabstätte und zahlreiche bildliche Darstellungen im Dom zu Speyer

Speyer- Am 15. Juli 1291 starb Rudolf von Habsburg in Speyer. Ein Relief am Bronzeportal des Speyerer Doms zeigt ihn, wie er gebeugt auf seinem Pferd sitzt. Er befand sich in Germersheim, als ihm die Ärzte seinen nahen Tod verkündeten und ritt selbst nach Speyer, wo er im Dom begraben sein wollte. Damit wurde die Grablege der Salier um den Begräbnisplatz eines Herrschers aus dem Hause Habsburg erweitert und wurde in der Folge zur transdynastischen Reichsgrablege.

Das Begräbnis Rudolfs von Habsburg fand am 18. Juli 1291 im Dom statt. In unmittelbarer Nähe seines Grabes befindet sich heute ein Epitaph, also ein Grabdenkmal, mit einer lebensnahen Darstellung Rudolfs. Es wurde vermutlich schon vor seinem Tod angefertigt und zeigt den König mit seinen Insignien Krone, Zepter und Reichsapfel – stehend auf einem Löwen, dem Symbol der Macht. Das Gesicht zeigt die für die Habsburger charakteristische markante Nase und ist vom Alter und von den Sorgen des Herrschers gezeichnet. Im Mittelalter waren solche lebensgetreuen Darstellungen unüblich; in der Regel zeigten Herrscherbilder den Typ des jugendlichen Königs in der Blüte seiner Jahre ohne persönliche Erkennungsmerkmale. Daher ist diese lebensgetreue Darstellung ein ganz besonderes Bildzeugnis eines mittelalterlichen Herrschers.

In der Vorhalle des Doms befindet sich ein großes Standbild des Königs aus weißem Marmor, geschaffen von Ludwig Schwanthaler im Jahr 1843. Daneben ist dort eine Nischenskulptur Rudolfs sowie drei Lunettenreliefs zu finden, die Szenen aus dem Leben des Herrschers zeigen. Text: is; Foto: Renate Deckers-Matzko © Domkapitel Speyer

15.07.2016


Mehr öffentliche Domführungen in Speyer

Zweiter Termin am Samstag aufgrund starker Nachfrage

Speyer- Seit rund zwei Jahren gibt es am Dom zu Speyer das Angebot einer öffentlichen Domführung. Aufgrund der großen Nachfrage wird dieses Angebot nun ausgeweitet: Individualbesucher, Paare und Familien sind eingeladen, samstags um 11 Uhr oder neu auch um 14 Uhr gemeinsam die romanische Kathedrale und UNESCO-Welterbestätte zu erkunden. Der Rundgang in der Begleitung eines versierten Domführers dauert etwa eine Stunde. Als Kostenbeitrag werden 7,50 Euro, ermäßigt 4 Euro, erhoben. Der Eintritt zur Krypta und den Kaisergräbern ist darin enthalten. Treffpunkt ist am Dom-Besucherzentrum im südlichen Domgarten, wo am Tag der Führung ein Ticket erhältlich ist. Vorreservierungen sind nicht möglich. Führungen für Gruppen können vorab über das Büro für Domführungen gebucht werden.

Führungsangebote rund um den Speyerer Dom

Jährlich besuchen rund eine Million Menschen den Speyerer Dom. Das Domkapitel bietet diesen Besuchern verschiedene Möglichkeiten, die Kathedrale kennen zu lernen. Etwa 1200 Domführungen finden jährlich für angemeldete Gruppen statt. Neben einer Führung durch Dom und Krypta gibt es eine Anzahl weiterer Angebote, wie einer Führung durch den Kaisersaal oder Kombiführungen Dom und Stadt, sowie Dom und Domschatzkammer.

Weitere Informationen zum Führungsangebot sind im Dom-Besucherzentrum oder unter www.dom-zu-speyer.de erhältlich. Text: is; Foto: spk Archiv

14.07.2016


Dazu beitragen, dass Leben gelingt

Die Erzieherinnen und Erzieher mit Lehrkräften und Schulleiter Pfarrer Matthias Kreiter (vorn rechts). Die Erzieherinnen und Erzieher mit Lehrkräften und Schulleiter Pfarrer Matthias Kreiter (vorn rechts).

Examen an der Fachschule für Sozialwesen

Speyer- 114 Schülerinnen und Schüler der Diakonissen Fachschule für Sozialwesen haben in dieser Woche ihre Abschlüsse in den Bildungsgängen Sozialpädagogik und Höhere Berufsfachschule Sozialassistenz gefeiert.

90 Erzieherinnen und Erzieher haben am 12. Juli ihre Examen an der Diakonissen Fachschule für Sozialwesen gefeiert, bereits einen Tag zuvor erhielten 24 staatlich geprüfte Sozialassistentinnen und –assistenten ihre Zeugnisse. Elf von ihnen haben zugleich ihre Fachhochschulreife erlangt.

In der zweijährigen Ausbildung zum Sozialassistenten bzw. der dreijährigen Erzieherausbildung hätten sich die Schülerinnen und Schüler dem Abenteuer des Lernens hingegeben und seien in ihrer Persönlichkeit gewachsen, so Schulleiter Pfarrer Matthias Kreiter. Nun seien sie bereit, „Menschenkinder stark zu machen und zum erfüllten Leben zu befähigen“, erklärte Kreiter: „Sie wollen anderen Menschen zugetan sein, ihnen helfen zu leben, zu lernen, menschlich zu sein.“

Die frisch examinierten Sozialassistentinnen und -assistenten mit Lehrkräften sowie Schulleiter Pfarrer Matthias Kreiter (rechts) und Michael Wendelken, Leiter des Diakonissen Ausbildungszentrums Gesundheit und Soziales (links).Der Schulleiter bedankte sich bei den Diakonissen Speyer-Mannheim als Träger der Fachschule: „Damit eine gute Ausbildung gelingen kann, ist es wichtig, im Hintergrund einen Träger zu wissen, der die Bedeutung von Ausbildung und Schule kennt und seine Schule fördert und unterstützt.“ Im Namen des Trägers gratulierte Vorsteher Pfarrer Dr. Günter Geisthardt den Absolventinnen und Absolventen. Sie könnten als Erzieherinnen und Sozialassistenten „dazu beitragen, dass Leben gelingt: Ihr eigenes und das anderer“, betonte Geisthardt. Im Rahmen der Veranstaltung dankte er gemeinsam mit Kollegen und Schülern dem Leiter des Ausbildungszentrums Michael Wendelken für sein jahrelanges Engagement für die Schulen der Diakonissen Speyer-Mannheim: Er wird künftig für die Personalentwicklung Gesundheit und Soziales im Unternehmen verantwortlich sein.

Für den Förderverein der Fachschule gratulierte seine Vorsitzende Hannelore Heidelberger, die die Erzieherinnen Laura Sponheimer und Janina Guckuk sowie Sozialassistentin Theresa Moßbacher für die besten Zeugnisse auszeichnete. Informationen zur Ausbildung: www.diakonissen.de 

Text und Foto: Diakonissen Speyer-Mannheim

14.07.2016


Protestantische Kindertagesstätten erhalten Klimasiegel

Klima-Kita: Große Bühne für kleine Umweltschützer

Speyer/Frankenthal- „Kleiner Daumen – große Wirkung“: 15 protestantische Kindertagesstätten im Bereich der Evangelischen Kirche der Pfalz werden am Donnerstag, 14. Juli, für ihre Teilnahme am Projekt Klimaschutz im Kindergarten von der Energieagentur Rheinland-Pfalz und der Metropolregion Rhein-Neckar mit dem Klimasiegel „Wir machen mit!“ ausgezeichnet.

Während der Projektphase von Februar bis Juli konnten die Kinder spielerisch lernen, wie sie durch ihr Alltagsverhalten in der Kita oder zu Hause das Klima schützen können, erklärt Sibylle Wiesemann von der landeskirchlichen Arbeitsstelle Frieden und Umwelt. Die Teilnahme an dem Projekt ist Teil der Klimaschutzinitiative der Landeskirche, wonach der Ausstoß des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid (CO₂) bis 2020 um 40 Prozent (gemessen am Basisjahr 2005) reduziert werden soll.

Umweltfreundlich mobil sein, Wasser und Energie sparen: Nicht nur die Kleinen, auch die Großen wurden in Sachen Klimaschutz geschult: „Klimaschutz funktioniert überall. Zum Beispiel kann mit Verhaltensänderungen und einer richtig eingestellten Heizungsanlage in den meisten Kindergärten sicherlich 20 Prozent Energie eingespart werden“, sagt Klimaschutzmanagerin Wiesemann, die im Rahmen des Projekts für die Weiterbildung der Erzieherinnen und Erzieher zuständig war.

Folgende Kitas im Bereich der Landeskirche erhalten das Klimasiegel:

Beindersheim: Arche Noah

Bockenheim: Evangelische Kindertagesstätte

Ellerstadt: Protestantische Kindertagesstätte Regenbogen

Hochdorf-Assenheim: Protestantisches Haus für Kinder

Kaiserslautern: Protestantische Kindertagesstätte Lämmchesberg; Protestantische Kita Kindergartenstraße; Protestantische Kindertagesstätte Betzenberg

Ludwigshafen-Friesenheim: Protestantischer Paulus-Kindergarten

Offenbach: Protestantische Kindertagesstätte

Rodenbach: Protestantischer Kindergarten

Waldsee: Protestantische Integrative Kita Regenbogen

Weisenheim am Sand: Protestantische Kindertagesstätte

Wörth: Johann-Friedrich Oberlin Kindergarten; Friedenskindergarten

Zweibrücken: Evangelische Kita und Hort Rimschweiler

Hinweis: Die Abschlussveranstaltung des Projekts „kleiner Daumen – große Wirkung: Klimaschutz im Kindergarten“ mit Verleihung des Klimaschutzsiegels findet am 14. Juli, ab 17 Uhr in der Städtischen Kindertagesstätte Haydnstraße in Frankenthal statt. lk

13.07.2016


Kaiserliche Ehejubiläen

Grabkrone der Kaiserin Gisela, Kupfer

Am 13. Juli 2016 jährt sich die Eheschließung von Kaiserin Bertha und Kaiser Heinrich IV. zum 950. Mal – Kaiserin Gisela und Kaiser Konrad II. 2016 1000 Jahre lang verheiratet

Speyer- Neben den bekannten Kaisern und Königen sind im Dom zu Speyer auch drei Kaiserinnen begraben. Zwei von ihnen, Gisela von Schwaben und Bertha von Savoyen, feiern 2016 runde Ehejubiläen. Nicht nur deshalb lohnt ein Blick auf diese bedeutenden, aber oft vergessenen Frauen.

Zum 950. Mal jährt sich am 13. Juli die Hochzeit von Heinrich IV. mit Bertha von Savoyen. Heinrich IV., der Enkel von Gisela und Konrad II., wurde schon 1155 im Alter von fünf Jahren mit der damals dreijährigen Bertha verlobt; am 13. Juli 1066 fand in Würzburg die Hochzeit statt.

Während Bertha ihrem Mann von Beginn an treu zur Seite stand, begegnete Heinrich, dem eine einigermaßen ausschweifende Jugend nachgesagt wird, seiner Frau zunächst nur mit Widerwillen und strebte schließlich sogar die Ehescheidung an. Dabei gab er als Begründung an, Abneigung gegen seine Ehefrau zu empfinden und die Ehe mit ihr daher noch nicht vollzogen zu haben. Erst als der Papst mit Exkommunikation und der Verweigerung der Kaiserkrönung drohte, lenkte Heinrich ein und scheint sich dann offenbar in sein Schicksal gefügt zu haben, denn in den nächsten Jahren wurden in rascher Folge vier Kinder geboren. Fortan war Bertha meist an Heinrichs Seite und begleitete ihren Mann im Winter 1076/77 auch auf seinem beschwerlichen und gefährlichen Weg über die Alpen nach Canossa. Ein zeitgenössischer Chronist berichtet, dass Bertha und die anderen Damen ihres Gefolges auf Kuhhäuten die vereisten Hänge herabgezogen wurden – wo Heinrich mit seinem berühmten Bußgang Papst Gregor VII. dazu bewegte, den über ihn verhängten Kirchenbann zu lösen.

Am Ostersonntag 1084 wurde Bertha an der Seite ihres Mannes in Rom zur Kaiserin gekrönt. Zwei Jahre später erblickte noch ein Nachzügler, der später Kaiser Heinrich V., das Licht der Welt; 1087 verstarb Bertha in Mainz. Da der Speyerer Dom seit 1082 auf Initiative Heinrichs IV. grundlegend umgebaut wurde, wurde Bertha zunächst im Mainzer Dom bestattet. Erst 1090 wurde sie nach Speyer überführt und in der Grablege im Speyerer Dom beigesetzt.

Vor 1000 Jahren heiratete Gisela von Schwaben Konrad II.

Im Jahr 1016, also vor 1000 Jahren, heiratete Gisela von Schwaben den späteren Kaiser und Begründer des Doms zu Speyer, Konrad II. Das genaue Datum der Eheschließung ist nicht bekannt. Umstritten ist auch Giselas Geburtsjahr, doch geht die Forschung heute davon aus, dass sie um das Jahr 990 geboren wurde. Damit war sie etwa gleich alt wie ihr Gatte, doch war sie zum Zeitpunkt der Hochzeit bereits zum zweiten Mal verwitwet und Mutter von mindestens drei Kindern. Gisela stammte aus einer hochadeligen Familie und Zeitgenossen rühmen ihre hohe Bildung ebenso wie ihre außergewöhnliche Schönheit. Die Ehe mit der vermögenden und aus bestem Haus stammenden Gisela bedeutete für Konrad, dessen Krönung zum König damals noch nicht abzusehen war, eine glänzende Partie, wenngleich die Verbindung aufgrund der zu nahen Verwandtschaft – beide hatten mit Heinrich I. einen gemeinsamen Vorfahren – kirchenrechtlich anfechtbar war. 1024 wurde Gisela als Konrads Gattin zur Königin und 1027 in Rom zur Kaiserin gekrönt und nahm fortan an den Regierungsgeschäften ihres Mannes lebhaften Anteil. An Bildung war sie ihrem Mann, von dem sein eigener Hofgeschichtsschreiber sagte, er sei Zeit seines Lebens ein König ohne Kenntnis der letterae, der Buchstaben, geblieben, vermutlich deutlich überlegen. So verwundert es nicht, dass sie als eine seiner einflussreichsten Beraterinnen gilt. Auch an der Erziehung und Ausbildung ihres 1017 geborenen und schon als Kind zum Thronfolger designierten Sohnes Heinrich III. war Gisela entscheidend beteiligt. Zudem setzte ihr Onkel Rudolf III. von Burgund durch ihre Vermittlung Konrad II. zu seinem Erben ein, so dass nach dessen kinderlosen Tod auch Burgund an das Reich fiel und Konrad II. und Gisela fortan über Deutschland, Italien und Burgund herrschten.

Gisela starb 1043 in Goslar und wurde im Dom zu Speyer beigesetzt. Die kupferne Grabkrone, eine beschriftete Bleiplatte aus ihrem Grab sowie einige blonde Haarsträhnen der Kaiserin sind heute in der Domschatzkammer im Historischen Museum der Pfalz zu sehen.

Die Gräber der beiden Kaiserinnen sind von der Krypta des Doms aus zugänglich. Anlässlich der Jahrestage ihrer Eheschließungen werden ihre Gräber am 13. Juli mit einem besonderen Blumenschmuck versehen.

Text: Friederike Walter Foto: Domschatz im Historischen Museum der Pfalz, H.-G. Merkel

11.07.2016


40 Kundschafter verreisen im Auftrag des Bistums

Auf der Suche nach neuen pastoralen Impulsen weltweit

Speyer- 40 haupt- und ehrenamtlich Aktive werden in diesem und nächsten Jahr als Kundschafter im Auftrag des Bistums verreisen. Ihre Ziele sind Nicaragua, die Philippinen, Südafrika und England. Jetzt haben sie sich erstmals getroffen und wurden von der Arbeitsgemeinschaft „Lokale Kirchenentwicklung“ über den Ablauf der Reisen, ihre Intentionen und die damit verbundenen Aufgaben informiert.

Domkapitular Franz Vogelgesang berichtete zunächst von seinen persönlichen Erlebnissen auf den Philippinen und in England und wie er dort gespürt habe: „Da ist was anders, eine große Freude und Fröhlichkeit.“ Das habe ihn neugierig gemacht auf das, was dahintersteckt. Als wichtige Elemente habe er unter anderem den Dialog und die partizipative Kirche ausgemacht. Aufgabe der „Kundschafter“ bei ihren Reisen sei es daher, mehr über das kirchliche Leben in den vier Ländern zu erfahren, es zu reflektieren und anschließend einzubringen für die weitere Entwicklung des Bistums. Denn die Kundschafterreisen, das machte Vogelgesang deutlich, sind „ganz eng verbunden mit der Gemeindepastoral 2015.“

Die 40 Reisenden bestehen aus 20 Tandems, diese jeweils aus einem Haupt- und einem Ehrenamtlichen aus einer Pfarrei oder einer kirchlichen Einrichtung. Sie kommen aus allen Teilen des Bistums und haben ähnliche Motivationen dafür, dass sie sich als Kundschafter beworben haben: Sie wollen lebendige Kirche erleben, Ideen und neue pastorale Impulse finden und sind natürlich auch neugierig auf die anderen Länder. Dass ihre Reise ganz sicher keine „Urlaubsreise“ wird, das machte Dr. Peter Hundertmark, der die Reisegruppe nach England begleiten wird, in seinen Ausführungen deutlich. Er stimmte die Kundschafter darauf ein, dass sie vielfältige Eindrücke sammeln werden, die nicht einfach auf die Situation im Bistum übertragbar sein werden. In der Gruppe der England-Reisenden bereitete er unter anderem darauf vor, „dass Sie genauso viel von Scheitern und Problemen hören werden wie von Erfolgen.“

Bei allen Gruppen werde  es einen strukturierten Tagesablauf geben: beginnend mit einem Morgenimpuls, der den Fokus auf ein Thema richten wird, das in diesem Tag wichtig ist. Am Abend wird der Prozess der Reflexion und des Transfers in Kleingruppen stattfinden, aber jeder einzelne Teilnehmer wird auch ein Lerntagebuch führen. „Rechnen Sie damit, dass Sie für diese Arbeit jeden Tag gut eineinhalb Stunden aufwenden müssen“, bereitete Hundertmark die Teilnehmer vor.

Damit die Ergebnisse der Reisen am Ende nicht nur aus Memos und Reisetagebüchern bestehen, wird es weitere Treffen geben: Ende Mai 2017 mit allen Kundschaftern, wenn alle Ergebnisse gebündelt vorgestellt und diskutiert werden – unter dem Aspekt, welche Inhalte in Pfarreien oder in der Diözese umgesetzt werden können. Beim Pastoraltag im November 2017 werden die Kundschafter ebenfalls von ihren Erfahrungen berichten und sie mit den pastoralen Mitarbeitern des Bistums diskutieren.

Ein Teil des ersten Treffens der Kundschafter bestand natürlich auch aus organisatorischen Fragen: Wie sieht es mit Versicherungen aus, welche Impfungen sind notwendig, wie organisiert das Bistum die Reisen? Die einzelnen Reisegruppen werden sich noch einmal treffen für weitere Vorbereitungen und Hintergrundinformationen. Die erste Gruppe bricht bereits in diesem Jahr auf: Ende November nach Nicaragua.

Weitere Informationen zu den Kundschafterreisen:

http://www.bistum-speyer.de/news/nachrichten/?tx_ttnews[tt_news]=1290&cHash=51fc315ebdc558299220654d9dffb263

Text und Foto: Brigitte Deiters

11.07.2016


Aussendung in den seelsorglichen Dienst

Vor Beginn des Aussendungsgottesdienstes in der Domsakristei (von links): Melanie Müller, Katrin Ziebarth, Weihbischof Otto Georgens, Christoph Raupach, Katja Kirsch und Diözesanreferent Matthias Zech. Vor Beginn des Aussendungsgottesdienstes in der Domsakristei (von links): Melanie Müller, Katrin Ziebarth, Weihbischof Otto Georgens, Christoph Raupach, Katja Kirsch und Diözesanreferent Matthias Zech.

Beauftragungsfeier für vier Pastoralassistenten mit Weihbischof Georgens im Speyerer Dom

Speyer: Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes im Speyerer Dom hat Weihbischof Otto Georgens am heutigen Sonntag drei Frauen und einen Mann zum pastoralen Dienst im Bistum Speyer beauftragt: Katja Kirsch aus Hochspeyer, Katrin Ziebarth aus Weingarten, Melanie Müller aus Landau und Christoph Raupach aus Rohrbach. Sich in den Dienst der Kirche, in den pastoralen Dienst des Bistums zu stellen, bedeute, sich in den Dienst Gottes zu stellen, erklärte Weihbischof Georgens zu Beginn des Gottesdienstes. Er forderte die Pastoralassistenten dazu auf, „Botinnen und Boten der Barmherzigkeit Gottes“ zu sein.

Weihbischof Otto Georgens bei der PredigtIn seiner Predigt erinnerte Georgens daran, dass in allen großen Religionen Gott nicht am Menschen vorbei handele, sondern „Mitliebende“ brauche und Menschen „für sich in Dienst“ nehme. Der Weihbischof verwies auf das Evangelium vom barmherzigen Samariter. Die Frage eines Schriftgelehrten nach dem richtigen Weg zum ewigen Leben beantworte Jesus mit dieser Geschichte über ein Beispiel tatkräftiger Nächstenliebe. Er mache damit deutlich, dass es in jeder Situation darum gehe, barmherzig zu handeln. „Das heißt, es kommt entscheidend auf dich selbst an. Du musst die Augen aufmachen, dann wirst du lauter Menschen entdecken, die deine Hilfe brauchen", so der Weihbischof. Und es stecke auch „eine gehörige Portion Kirchenkritik“ in dem Gleichnis, wenn beschrieben werde, dass gerade Priester und Levit keine Hilfe leisteten. Georgens warnte deshalb davor „den kirchlichen Betrieb und seine reibungslose Abwicklung für das Wichtigste zu halten“ und deswegen den Kern der Botschaft Jesu zu vergessen: „Die erbarmende Liebe, das Mitleiden mit allen Gequälten, die spontane Bereitschaft zur Hilfe“. Ob ein Christ fromm sei oder nicht entscheide sich in seinem Umgang mit demjenigen, dem er begegne und der ihn brauche.

. Mit der Hl. Schrift ( von links): Katja Kirsch, Melanie Müller, Christoph Raupach und Katrin ZiebarthMit einem Handschlag und der Überreichung der Heiligen Schrift sandte Weihbischof Georgens die vier Beauftragten an ihre erste Stelle aus, die sie zum 1. August antreten. Katja Kirsch (28), die ihre Praktikumszeit während des zweijährigen Pastoralkurses in der Pfarrei Heiliger Bruder Konrad in Martinshöhe absolvierte, wird als Pastoralassistentin in der Pfarrei Heiliger Remigius in Kusel tätig sein. Melanie Müller (30) wird in der Pfarrei Heilige Katharina von Alexandria in Hauenstein arbeiten. Sie war während der pastoralpraktischen Ausbildung in der Gemeinde Kaiserslautern St. Maria und – unterbrochen durch ein Jahr Elternzeit – in Neustadt St. Marien tätig. Für Katrin Ziebarth (38) beginnt der Einsatz im pastoralen Dienst nach ihrer Praktikumszeit, die sie in der Pfarrei Heilig Kreuz in Gersheim absolvierte, jetzt in der ehemaligen Projektpfarrei Franz von Assisi in Queidersbach. Die Wirkungsstätte von Christoph Raupach (52), der während seines Praktikums in der Pfarrei Heiliger Christophorus in Wörth arbeitete, wird die Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini in Pirmasens sein.
Alle vier Pastoralassistenten haben an der Universität Mainz Theologie studiert.

Auszug nach dem GottesdienstMusikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Mädchenchor, den Domsingknaben und dem Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori und Domkantor Joachim Weller. An der Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub.
Konzelebranten der feierlichen Messe waren Generalvikar Dr. Franz Jung, Domdekan Dr. Christoph Kohl, Domkapitular Josef Szuba, Regens Markus Magin, Spiritual Markus Horbach und Neupriester Walter Höcky. Aus den Praktikumspfarreien der vier Pastoralassistenten nahmen zahlreiche Ministrantinnen und Ministranten teil sowie Kolleginnen und Kollegen der Beauftragten.

Insgesamt gibt es im Bistum Speyer zurzeit 108 Pastoralassistenten/-referenten. Etwa die Hälfte ist in der Pfarrseelsorge tätig, rund ein Drittel als Religionslehrerin oder Religionslehrer, die übrigen arbeiten in der außerordentlichen Seelsorge in Krankenhäusern und Gefängnissen oder als Bildungsreferenten und in der kirchlichen Verwaltung. Die Pastoralassistenten erhalten ihre Ausbildung im Theologiestudium an einer Universität und in einem zweijährigen pastoralpraktischen Kurs im Priesterseminar in Speyer. Nach der Beauftragung folgt zunächst eine dreijährige Tätigkeit als Pastoralassistent, bevor ihnen nach der zweiten Dienstprüfung der Titel Pastoralreferent verliehen wird. Text und Foto: is:

10.07.2016


Über 1.600 Besucher bei der Ausstellung „Flucht weltweit“

Land, Kommunen und Kirche vereint zum Thema „Flucht und Integration“: (v.l.n.r.) missio-Begleiter Tété Agbodan, Schulrätin Irina Kreusch, Ministerpräsidentin Annette Kramp-Karrenbauer, Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, Dekan Andreas Sturm, Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener, Gertrud Fickinger (KEB), Steffen Glombitza, AK Asyl, Sandy Will, kommunale Frauenbeauftragte und Michael Krischer, missio. Land, Kommunen und Kirche vereint zum Thema „Flucht und Integration“: (v.l.n.r.) missio-Begleiter Tété Agbodan, Schulrätin Irina Kreusch, Ministerpräsidentin Annette Kramp-Karrenbauer, Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, Dekan Andreas Sturm, Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener, Gertrud Fickinger (KEB), Steffen Glombitza, AK Asyl, Sandy Will, kommunale Frauenbeauftragte und Michael Krischer, missio.

Bistum Speyer und Caritasverband ziehen positive Bilanz zu zweiwöchiger Tour des Missio Trucks durch die Pfalz und den Saarpfalzkreis

Speyer- 14 Tage, 10 Standorte, über 1.600 Besucherinnen und Besucher – das ist die rein zahlenmäßige Bilanz der Aktion „Flucht weltweit“ im Bistum Speyer, die am Freitagabend in Neustadt zu Ende gegangen ist. Vom 25. Juni bis 8. Juli war der missio-Truck, eine multimediale Ausstellung des Internationalen Katholischen Hilfswerks Missio, im gesamten Bistum unterwegs. Vor allem Schüler- und Jugendgruppen besuchten die Mit-Mach-Ausstellung und informierten sich damit über Fluchtursachen. Regionale Angebote der Caritas und örtliche Arbeitskreise unterstützten die Aktion.

Der große Truck war für manchen Schulhof und Innenstadt eine Herausforderung. Umso größer war das Staunen der Schüler, wenn sie morgens vor Schulbeginn den LKW vor ihrer Schule stehen sahen. Direkt waren die pädagogischen Begleiter, Caritas-Mitarbeiter und Gruppen im Gespräch vor der Landkarte, die an der Truck-Tür stand. Wo ist der Kongo, wo Syrien? Manche Jugendliche, die selbst geflüchtet waren, zeigten ihren Weg der Flucht. Andere waren erstaunt, wieviel das Leben woanders mit dem eigenen zu tun hat, zum Beispiel durch das eigene Konsumverhalten und Handy, dessen Wertstoffe durch Sklavenarbeit im Kongo gewonnen werden. „Das hätte ich nicht gedacht, dass eine Flucht so schlimm ist. Ich kann mir das einfach nicht vorstellen“ berichtet eine Schülerin aus Otterberg.

Ziel der Aktion war es, mit Menschen zum Thema Flucht und Integration ins Gespräch zu kommen und zu sensibilisieren. „Viele Fragen, Sorgen und Ängste kommen zum Vorschein, wenn man mit Interessierten und Neugierigen dazu spricht“, erklärt Bernward Hellmanns, der als Caritas-Experte zum Thema seit langem genau diese Fragen kennt.

In der Eröffnung in Speyer betonte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, dass Menschen hinter den Zahlen stünden. Dass der Truck und die Aktion auch politisch hohe Aufmerksamkeit fanden, erfreut die Initiatorin des Projektes Dr. Irina Kreusch von der Bischöflichen Schulabteilung besonders: „Wir konnten in Speyer die neue Integrationsministerin Anne Spiegel begrüßen, die ihre Hochachtung vor dem kirchlichen Einsatz aussprach.“ Die kirchlichen Angebote des Projekts „Flucht weltweit“ sind an den Schulen sehr gut angenommen worden, neue Kontakte und Aktionen sind entstanden. Auch der Besuch der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer in Blieskastel gemeinsam mit dem Caritas-Vorsitzenden Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer und ihr Dank an die Ehrenamtlichen ermutigte viele Engagierte. Bildung zeige sich als Lebensorientierung und geschehe von Mensch zu Mensch, zog auch Erhard Steiger von der Katholischen Erwachsenenbildung positiv Bilanz.

Der Dank der Organisatoren - der Bischöflichen Schulabteilung, der Caritas und der Katholischen Erwachsenenbildung – geht an alle Beteiligten, die den Truck vor Ort begleitet haben, ebenso wie an die beiden Fahrer Christian Janson und Martin Wasem, beide Mitarbeiter von Mercedes Benz, die den Truck ehrenamtlich gefahren und damit die Aktion „Flucht weltweit“ in die Pfalz und den Saarpfalzkreis gebracht haben. „Der schwergewichtige Publikumsmagnet Missio-Truck zu einem schweren Thema hat damit vor der Haustür zum Besuch eingeladen“, so Irina Kreusch, die von intensiven Gesprächen und vielen neuen Anstößen in den zwei Wochen der Tour berichtet. So habe eine Besucherin aus Speyer nach dem Besuch der Ausstellung direkt gefragt: „Was kann ich tun?“ Weitere Informationen: www.teile-und-helfe.de

Text: is; Foto: Daum

09.07.2016


Flüchtlinge auf der Suche nach einer neuen Heimat – auch im Glauben

Bischöfliches Ordinariat gibt Handreichung zum Umgang mit dem Taufwunsch von Geflüchteten heraus

Speyer- In den Pfarreien des Bistums Speyer fragen zurzeit verstärkt Menschen mit Fluchterfahrung nach der Taufe. Das Bischöfliche Ordinariat hat jetzt für die Pfarreien eine Handreichung zum Umgang mit dem Taufwunsch von Geflüchteten herausgegeben. „Sie soll den Pfarrern und den pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine erste Orientierung bieten“, erklärt der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge Domkapitular Franz Vogelgesang.

Gab es in den vergangenen Jahren nur vereinzelt muslimische Taufbewerber, so ist ihre Zahl inzwischen angestiegen. „Viele Flüchtlinge sind auf der Suche nach einer neuen Heimat – auch im Glauben“, erklärt Vogelgesang. Für manche von ihnen gehörte der im Herkunftsland nicht realisierbare Wunsch, sich taufen zu lassen und erkennbar als Christ zu leben, zu den Gründen, die Heimat zu verlassen. In den Pfarreien sorge das Interesse am christlichen Glauben einerseits für Freude. Andererseits bestehe die Angst, „etwas falsch zu machen oder in den Verdacht zu geraten, die Situation der Flüchtlinge mit meist muslimischem Hintergrund ausnutzen oder sie gar bekehren zu wollen.“ Neben den sprachlichen und kulturellen Hürden gebe es auch rechtliche Fragestellungen im Zusammenhang mit der Taufe, die nicht leicht zu beantworten seien.

Das Bistum Speyer und seine Pfarreien bewerteten den Taufwunsch von Flüchtlingen grundsätzlich nicht anders als den Taufwunsch jedes anderen Erwachsenen, macht Vogelgesang deutlich. „Wer im Erwachsenenalter Christ werden möchte, hat in einer Vorbereitungszeit von etwa einem Jahr die Möglichkeit, schrittweise in den christlichen Glauben hineinzuwachsen.“ Dabei werden auch die Beweggründe für den Übertritt und die Konsequenzen dieser Entscheidung reflektiert. Die Vorbereitung findet in einer Katechumenatsgruppe oder in Einzelgesprächen mit einem Seelsorger statt. Den Höhepunkt bildet die Tauffeier, häufig in der Osternacht, in der der Taufbewerber durch die Spendung der Sakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie in die volle Gemeinschaft der Kirche aufgenommen wird.

„Mit unserer Handreichung wollen wir Mut machen, Interessenten auf ihrem Weg zu einer fundierten Entscheidung zu unterstützen und sie bei der Vorbereitung auf die Taufe zu begleiten“, hebt Vogelgesang hervor. Auf rund 30 Seiten werden unter anderem die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Taufe beschrieben und auch rechtliche Fragen beantwortet. Außerdem bietet die Broschüre Informationen zur Flüchtlingshilfe im Bistum Speyer sowie eine Übersicht der verschiedenen Ansprechpartner.

Ansprechpartner für die Themen Erwachsenentaufe und Katechumenat:

Bischöfliches Ordinariat
Hauptabteilung Seelsorge
Felix Goldinger und Walburga Wintergerst
Webergasse 11
67346 Speyer
Telefon: 06232 / 102-286 und -171
E-Mail: katechese@bistum-speyer.de

Bestelladresse für die „Handreichung zum Umgang mit dem Taufwunsch von Geflüchteten“:

Bischöfliches Ordinariat
Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen
Webergasse 11
67346 Speyer
Telefon: 06232 / 102-314
E-Mail: seelsorge@bistum-speyer.de

Text und Foto: is

08.07.2016


Freiwilligendienste sind für alle ein Gewinn

Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer schneidet bei Erhebung sehr gut ab

Speyer- Freiwillige, die bundesweit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) über einen der rund 40 katholischen diözesanen bzw. überregionalen Träger ableisten, sind mit diesem Dienst in hohem Maße zufrieden. Dies hat die jährliche Befragung der Freiwilligen sowie der Einsatzstellen im katholischen Bereich festgestellt. „In der Beurteilung des Freiwilligendienstes insgesamt zeigt sich besonders, dass der Nutzen für die Einrichtungen sehr hoch ist und der BDKJ Speyer als Träger eine hohe Qualität der Bildungsseminare vorzuweisen hat“, erläutert BDKJ-Diözesanvorsitzende Lena Schmidt. 

Hohe Qualität der Begleitung und Organisation des Freiwilligendienstes in Trägerschaft des BDKJ Speyer

Die Zufriedenheit der Einsatzstellen mit Organisation und Begleitung durch den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer war besonders groß. Positiv bewerteten die Einsatzstellen dabei etwa die schnelle Rückmeldung auf Anfragen, die positive Wirkung der vom BDKJ Speyer angebotenen Bildungsseminare auf die Entwicklung der Freiwilligen sowie das Konzept des FSJ als Bildungs- und Orientierungsjahr. Für die Freiwilligen sind die gesammelten Erfahrungen bedeutende Schritte auf dem weiteren Lebensweg. Und auch die katholischen Einsatzstellen profitieren nachweislich von dem freiwilligen Engagement der vielen Menschen. Dienste und Einrichtungen, die neben ihren hauptberuflichen Kräften auch Freiwillige einsetzen, bewerten deren Einsatz und Mitwirkung als außerordentlich bereichernd.

Die Teilnahme an einem Freiwilligendienst ermöglicht Einblicke in die vielfältigen Felder sozialer Arbeit. Der Anteil der Freiwilligen, die durch ihren Freiwilligendienst den sozialen und gemeinwohlorientierten Bereich als späteres Berufsfeld entdecken, ist signifikant hoch. So beginnen fast 40 Prozent der Freiwilligen eine Berufsausbildung oder ein Studium im sozialen Bereich.

Individuelle Begleitung von Freiwilligen im Hospiz durch Referentin für Trauer- und Hospizseelsorge 

Dabei setzt der BDKJ Speyer zunehmend auf Einsatzstellen, die die klassischen Felder von Kindergarten, Schule und Krankenpflege ergänzen. So freut sich etwa das Team der Hospizes Elias in Ludwigshafen auf Unterstützung durch Freiwillige. Die Plätze hier stehen bereits seit einigen Jahren zur Verfügung. Allerdings hatten bislang nur wenige jungen Menschen die Arbeit in einem Haus für Sterbende für sich entdecken können. Nun kooperiert der BDKJ in der Begleitung junger Freiwilliger im Hospiz mit Kerstin Fleischer, Referentin für Trauer- und Hospizarbeit im Bistum Speyer. „Wir freuen uns, dass unsere Freiwilligen hier beste Unterstützung und Begleitung erfahren dürfen. Sie sind in einem Jahr Hospizarbeit immer auch mit dem eigenen Leben und Sterben konfrontiert. Das konnten die Freiwilligen, die sich hier bislang ausprobiert haben für sich nicht bewältigen und haben das Jahr abgebrochen. In der individuellen Begleitung der Freiwilligen durch Kerstin Fleischer sehen wir die große Chance, das FSJ für junge Menschen auch und gerade im Hospiz zu einem Jahr werden zu lassen, in dem sie reifen und ihren Platz in der Welt finden“, sagt Olivia Auer, Referentin für Freiwilligendienste beim BDKJ. Sie ist sich sicher, dass das Hospiz ein guter Ort für junge Freiwillige ist. Davon erzählt auch Laura. Die 20-jährige aus Lingenfeld hat ihr FSJ bei einem Jugendverband im BDKJ absolviert und in dieser Zeit einen Tag im Hospiz Elias verbracht. Von ihren Eindrücken erzählt sie in einem kurzen Film, mit dem der BDKJ Speyer in den Sozialen Netzwerken auf die Möglichkeit eines FSJ im Hospiz aufmerksam machen will. Laura sagt: „Ich habe gemerkt, dass man im Hospiz keine Angst haben muss. Das ist eher ein Ort, an dem ganz viel gelacht wird.“  

Der zweiminütige Film "Zwischen Leben, Sterben und Lachen" wird aktuell in den Sozialen Netzwerken verbreitet und steht auf unserer Homepage zur Ansicht bereit: http://www.jugend-bistum-speyer.de/fachreferate/freiwilligendienste.html

Info:

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und der Deutsche Caritasverband (DCV) sind bundeszentrale Träger des FSJ bzw. des BFD. Durch sie und die 39 ihnen angeschlossenen diözesanen und überregionalen Träger werden derzeit jährlich mehr als 10.000 Freiwillige aller Altersgruppen im Bundesgebiet in einen Freiwilligendienst vermittelt und während der Dienstzeit fachlich und pädagogisch begleitet. Einer dieser Träger ist der BDKJ Speyer, der in Rheinland-Pfalz und im Saarland als Dachverband von sieben Kinder- und Jugendverbänden die Interessen von 8.000 Mitgliedern in Kirche, Politik und Gesellschaft vertritt. Mehr: www.bdkj-speyer.de | freiwilligendienste.bdkj-speyer.de . Das Referat Trauer- und Hospizarbeit im Bistum Speyer berät, unterstützt und begleitet haupt- und ehrenamtlich Tätige und schult Multiplikatoren in der Trauerarbeit. Mehr: http://www.bistum-speyer.de/seelsorge-und-spiritualitaet/hospiz-und-trauerseelsorge/

BDKJ Speyer, Presse

07.07.2016


Bistum veröffentlicht Seelsorgekonzept als Broschüre

Konzept ist Ergebnis des Prozesses „Gemeindepastoral 2015“, der im Jahr 2009 begonnen wurde und zum Jahresende 2015 seinen Abschluss gefunden hat

Speyer- Insgesamt sechs Jahre war daran gearbeitet worden, am ersten Advent 2015 wurde es in Kraft gesetzt: Das neue Seelsorgekonzept des Bistums Speyer. Das Bischöfliche Ordinariat hat es jetzt als Broschüre veröffentlicht. Auf rund 150 Seiten kann man die Ergebnisse des Prozesses „Gemeindepastoral 2015“ jetzt im Detail und in gedruckter Form nachlesen.

„Vernetzung und Transparenz durch Kommunikation sind für eine kontinuierliche und qualitative Weiterentwicklung unseres Bistums von größter Bedeutung“, schreibt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Vorwort der Broschüre. Er nennt das Bistum eine „lernende Gemeinschaft“. Mit dem neuen Seelsorgekonzept beginne der Weg in die Zukunft. „Ich bin zuversichtlich, dass sich die Mühe dieser Arbeit lohnen wird“, ermutigt der Bischof die Pfarreien, die nun ebenfalls pastorale Konzepte ausarbeiten werden.

Das Seelsorgekonzept des Bistums gliedert sich in fünf Kapitel. Zunächst richtet sich der Blick auf die gegenwärtige Situation sowie auf die maßgeblichen Entwicklungen in Gesellschaft und Kirche (Erster Kapitel). Es folgt eine theologische Grundlegung, in der unter anderem der Sendungsauftrag der Kirche näher beschrieben wird (Zweites Kapitel). Der visionäre Kern des Konzepts steckt in den vier leitenden Perspektiven, an der sich die Seelsorge in den kommenden Jahren ausrichten soll (Drittes Kapitel). Zu ihrer Umsetzung bedarf es veränderter Strukturen und einer stärkeren Vernetzung (Viertes Kapitel). Als Orientierung bei der Entwicklung pastoraler Konzepte in den 70 neuen Pfarreien werden abschließend Standards für die Seelsorge im Bistum Speyer festgelegt (Fünftes Kapitel). Dem Text ist ein umfangreiches Quellen- und Literaturverzeichnis beigegeben. In Form von Anhängen kann man sich über die neuen Berufsgruppenprofile für die Pfarrseelsorge, Eckdaten zu den neuen Pfarreien und die Standards für die zentralen Pfarrbüros informieren.

Unter der Überschrift „Gemeindepastoral 2015“ hatte das Bistum Speyer im Jahr 2009 einen Erneuerungsprozess begonnen. In insgesamt sieben Diözesanen Foren haben die diözesanen Räte gemeinsam über die künftige Ausrichtung der Seelsorge beraten. Mit der inhaltlichen Erneuerung gingen auch veränderte Strukturen einher. Zum Beginn des Jahres wurden aus den bisher 346 Pfarrgemeinden 70 neue Pfarreien gebildet. Das Bistum Speyer setzte dabei auf das Modell der „Pfarrei in Gemeinden“. Die Pfarrei bietet dabei den größeren Rahmen, in dem die Gemeinschaft im Glauben erfahrbar wird.

Kontakt für Bestellungen:

Bischöfliches Ordinariat
Kleine Pfaffengasse 16
67346 Speyer
Telefon 06232 / 102-213
info@bistum-speyer.de

Weitere Informationen: www.bistum-speyer.de   Text und Foto: is

05.07.2016


Telefonseelsorge: Rückbesinnung auf die Wurzeln

Pfälzische Einrichtung nimmt an bundesweitem Jubiläum und Weltkongress teil

Kaiserslautern/Berlin/Aachen- Die von der evangelischen und katholischen Kirche getragene Telefonseelsorge in Deutschland wird 60 Jahre alt. Anlässlich des Jubiläums findet der diesjährige Weltkongress der Telefonseelsorge (IFOTES) in Deutschland statt: Vom 19. bis 22. Juli kommen in Aachen 1.500 Ehrenamtliche aus 28 Ländern zusammen. Darunter ist auch die ökumenische Telefonseelsorge Pfalz, die sich unter dem Motto „For life to go on“ (sinngemäß übersetzt „weitermachen für das Leben“) in Vorträgen und Workshops mit den Möglichkeiten zur Hilfe und Unterstützung von Menschen in suizidalen Krisen beschäftigt.

Mit dieser Schwerpunktsetzung kehre die Telefonseelsorge programmatisch zu ihren Wurzeln zurück, nämlich Suizid als gesellschaftlich verdrängtes Problem aufzugreifen, erklärt Pfarrer Peter Annweiler von der Telefonseelsorge Pfalz. Die Einrichtung mit Sitz in Kaiserslautern besteht seit 37 Jahren. Gegründet 1979, wird sie von der Evangelischen Kirche der Pfalz und der Diözese Speyer gemeinsam getragen. Mehr als 80 ehrenamtliche Mitarbeiter sorgen für ein kostenfreies Beratungsangebot, das anonym und rund um die Uhr erreichbar ist. Pfarrer Peter Annweiler (Evangelische Kirche der Pfalz) sowie die Pädagogin Astrid Martin und die Psychologin und Theologin Ursula Adam (Diözese Speyer) leiten die Telefonseelsorge Pfalz.

Unter dem Namen „Ärztliche Lebensmüdenberatung“ startete 1956 in Berlin ein Beratungsangebot, das sich bundesweit zu einem ökumenischen Netzwerk mit über 100 Telefonseelsorge-Stellen entwickelt hat. Mit sorgfältig ausgewählten und ausgebildeten ehrenamtlichen Mitarbeitern bietet die Telefonseelsorge als einzige Organisation ihre Dienste 24 Stunden als sofort erreichbares und niedrigschwelliges Angebot an. Seit über 20 Jahren sind auch über Mail und Chat Beratungen zu erhalten.

Das 60. Jubiläum der Telefonseelsorge in Deutschland wird im Anschluss an den Weltkongress am 23. Juli 2016 mit einem ökumenischen Gottesdienst im Aachener Dom und einem Festakt im Krönungssaal des Rathauses gefeiert.

Hinweis: Ein neuer Ausbildungskurs für ehrenamtliche Mitarbeiter der Telefonseelsorge Pfalz beginnt im Frühjahr 2017. Dazu findet am 17. Januar 2017 um 19 Uhr ein Informationsabend statt. Interessenten wenden sich an die Telefonseelsorge Pfalz, E-Mail: info@telefonseelsorge-pfalz.de. Mehr zum Thema: www.telefonseelsorge-pfalz.de und www.ifotescongress2016.org. Gebührenfreies Notruftelefon: 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Text: lk/is; Foto: Telefonseelsorge Pfalz

04.07.2016


Für die gleiche Würde jedes Menschen

Kirchenpräsident Schad hat im Berliner Dom gepredigt – Thema: Taufe und neues Leben

Berlin- Der pfälzische Kirchenpräsident und Vorsitzende der Union Evangelischer Kirchen (UEK), Christian Schad, hat die Christen dazu aufgerufen, Verantwortung zu übernehmen und sich – auch angesichts des Votums für den Brexit in Großbritannien – gegen wachsenden Nationalismus und ein Klima menschlicher Kälte zu wenden.

Mit der Taufe komme es zu einer Schicksalsgemeinschaft mit Christus. Sie lasse uns schon jetzt Funken zukünftigen Auferstehungslebens entdecken: „Wann immer wir Liebe erfahren, wann immer ein Lächeln uns berührt, eine Umarmung, eine streichelnde Hand, streift uns eine Sekunde lang die Ewigkeit.“ So werde Gottes Geist spürbar, der verwandelt und beflügelt. Als Konsequenz sei den Christen auch die Achtung vor dem „Anderssein des Anderen“ aufgetragen, sagte Schad im Gottesdienst im Berliner Dom. „Bezeugen wir den Geist der Liebe und der Gerechtigkeit, der uns mit der Taufe geschenkt ist.“ Als Vorsitzender der UEK ist Christian Schad „Hausherr“ der größten Kirche Berlins.

In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte der Kirchenpräsident einen Abschnitt aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer (Kapitel 6, Verse 3-8), in dem es inhaltlich um Taufe und neues Leben geht. „Die Zuwendung Gottes, aus der wir leben, macht uns frei. Sie ruft auf zur Wachsamkeit gegenüber falschen, allzu einfachen Parolen und zum Einsatz für die gleiche Würde jedes Menschen“, sagte der Kirchenpräsident. Öffentlich würden derzeit Menschen, die anders sind, unter Generalverdacht gestellt und angegriffen. Er erinnerte an Attacken gegen Flüchtlinge und Asylbewerber sowie die öffentliche Herabsetzung von Migranten. Diskriminierung und Rassismus seien aber gerade keine Alternative für Deutschland: „Wenn die Mehrheit zu leise ist, wird die Minderheit zu laut. Widersetzen wir uns der beginnenden Unbarmherzigkeit, den Schutzzäunen zwischen den Grenzen und den wachsenden Mauern in den Köpfen.“

Die Liturgie des Gottesdienstes gestaltete Dompredigerin Petra Zimmermann. Die Berliner Domkantorei unter der Leitung von Domkantor Tobias Brommann sowie Domorganist Andreas Sieling führten die Bachkantate „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ auf. Der Berliner Dom ist eine der bedeutendsten protestantischen Kirchen Deutschlands. Neben regelmäßigen Gottesdiensten und Andachten, zentralen kirchlichen Fest- und Gedenkveranstaltungen und Feiern aus politischen Anlässen finden in dem im klassizistischen Stil errichteten Gebäude auch vielfältige kulturelle Veranstaltungen statt. lk

03.07.2016


Weihbischof Otto Georgens sendet vier Pastoralassistenten aus

Die angehenden Pastoralreferenten im Bistum Speyer (von links): Katja Kirsch, Katrin Ziebarth, Melanie Müller und Christoph Raupach. Die angehenden Pastoralreferenten im Bistum Speyer (von links): Katja Kirsch, Katrin Ziebarth, Melanie Müller und Christoph Raupach.
Beauftragungsfeier am 10. Juli im Dom zu Speyer

Speyer- Weihbischof Otto Georgens wird am Sonntag, 10. Juli, die drei Pastoralassistentinnen Katja Kirsch, Melanie Müller und Katrin Ziebarth und den Pastoralassistenten Christoph Raupach in den seelsorglichen Dienst im Bistum Speyer aussenden. Die Beauftragung erfolgt im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes, der um 10 Uhr beginnt, im Speyerer Dom.

Katja Kirsch stammt aus Hochspeyer und engagierte sich schon als Jugendliche in der Pfarrei St. Maria in Kaiserslautern unter anderem als Ministrantin, Lektorin und Kommunionhelferin. Nach dem Abitur studierte die 28-Jährige Theologie in Mainz. Ihre Praktikumszeit während des zweijährigen Pastoralkurses absolvierte sie in der Pfarrei Heiliger Bruder Konrad in Martinshöhe. Ab dem 1. August wird sie als Pastoralassistentin in der Pfarrei Heiliger Remigius in Kusel tätig sein.

Melanie Müller wurde in Bad Dürkheim geboren. Auch sie engagierte sich bereits in ihrer Kindheit und Jugend in ihrer Heimatpfarrei St. Margaretha im Bad Dürkheimer Stadtteil Grethen als Messdienerin und bei der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) als Gruppen- und Pfarrleiterin sowie auf Diözesanebene. Auch in der Firmvorbereitung und im Pfarrgemeinderat brachte sich die heute 30-Jährige ein. Ihr Theologie-Studium schloss sie ebenfalls an der Universität Mainz ab. Die pastoralpraktische Ausbildung absolvierte sie in der Gemeinde Kaiserslautern St. Maria und – unterbrochen durch ein Jahr Elternzeit – in Neustadt St. Marien. Ab 1. August arbeitet die Mutter eines zweijährigen Sohnes und einer siebenjährigen Tochter, die mit ihrer Familie in Landau lebt, in der Pfarrei Heilige Katharina von Alexandria in Hauenstein.

Katrin Ziebarth aus Weingarten absolvierte nach dem Abitur zunächst ein duales Theorie-Praxis-Studium an der Berufsakademie in Mannheim. Sie arbeitete anschließend beim CJD in Dortmund, später in der Buchhaltung des St. Marien-Krankenhauses in Ludwigshafen und danach als Verwaltungsleiterin in der ökumenischen Sozialstation in Landau. Ehrenamtlich engagierte sie sich als Firm- und Kommunionkatechetin und als Lektorin in ihrer Pfarrei. Ab 2010 studierte sie in Mainz Theologie. Ihre Praktikumszeit verbrachte die 38-Jährige in der Pfarrei Heilig Kreuz in Gersheim. Im August beginnt ihr Einsatz in der ehemaligen Projektpfarrei Franz von Assisi in Queidersbach.

Der gebürtige Ingelheimer Christoph Raupach wohnt in Rohrbach. Bis 2009 war der verheiratete Vater zweier erwachsener Töchter als Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei tätig. Ehrenamtlich engagierte er sich in seiner Heimatpfarrei im Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat und in der Firmvorbereitung. Nach dem Entschluss zum Berufswechsel absolvierte Raupach in Mainz sein Theologiestudium. In seiner Praktikumszeit während des zweijährigen Pastoralkurses war der 52-jährige Jurist in der Pfarrei Heiliger Christophorus in Wörth tätig. Ab dem 1. August ist seine Wirkungsstätte die Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini in Pirmasens.

Insgesamt gibt es im Bistum Speyer zurzeit 108 Pastoralassistenten/-referenten. Etwa die Hälfte ist in der Pfarrseelsorge tätig, rund ein Drittel als Religionslehrerin oder Religionslehrer, die übrigen arbeiten in der außerordentlichen Seelsorge in Krankenhäusern und Gefängnissen oder als Bildungsreferenten und in der kirchlichen Verwaltung. Die Pastoralassistenten erhalten ihre Ausbildung im Theologiestudium an einer Universität und in einem zweijährigen pastoralpraktischen Kurs im Priesterseminar in Speyer. Nach der Beauftragung folgt zunächst eine zweijährige Tätigkeit als Pastoralassistent, bevor ihnen nach der zweiten Dienstprüfung der Titel Pastoralreferent verliehen wird. 
Außerdem sind im Bistum zurzeit 124 Gemeindeassistenten/-referenten tätig. Gemeindeassistenten studieren drei Jahre an einer Hochschule für Praktische Theologie oder an einer Fachakademie und absolvieren ein Praxisjahr in einer Gemeinde.

Interessenten an den beiden pastoralen Berufen erhalten Auskünfte bei der Beratungs- und Informationsstelle "Berufe der Kirche", Pfarrer Ralf Feix, Telefon 0 62 32/10 23 37, sowie im Bischöflichen Ordinariat Speyer bei den Verantwortlichen für die beiden Berufsgruppen, Matthias Zech (Pastoralreferent(inn)en), Telefon 0 62 32/10 23 54, und Marianne Steffen (Gemeindereferent(inn)en), Telefon 0 62 32/10 23 22.  Text: is; Foto: Klaus Landry

01.07.2016


„Barmherzigkeit kennt keine Obergrenze“

Leitungsgremien der Evangelischen Kirche der Pfalz und des Bistums Speyer treffen sich zu jährlichem Austausch in Ludwigshafen – Impulsreferat von Weihbischof Ulrich Boom aus Würzburg

Die Leitungsgremien der Evangelischen Kirche der Pfalz und des Bistums Speyer bei ihrem jährlichen Treffen, von links: Domkapitular Peter Schappert, Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, Generalvikar Dr. Franz Jung, Domdekan Dr. Christoph Kohl, Oberkirchenrat Dr. Michael Gärtner, Domkapitular Josef Szuba, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Weihbischof Ulrich Boom, Domkapitular Franz Vogelgesang, Kirchenpräsident Christian Schad, Oberkirchenrat Gottfried Müller, Weihbischof Otto Georgens, Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Ökumene-Referent Dr. Thomas Stubenrauch und Domkapitular Matthias Bender.

Ludwigshafen- (is/lk). Am 28. Juni sind die Leitungsgremien der Evangelischen Kirche der Pfalz und des Bistums Speyer zu ihrem jährlichen Austausch zusammengekommen. Im Mittelpunkt des Treffens im Heinrich-Pesch-Haus in Ludwigshafen stand das Thema Barmherzigkeit.

„Barmherzigkeit ist der Schlüssel, um unsere verhärteten Herzen aufzuschließen“, betonte Weihbischof Ulrich Boom aus Würzburg, der als Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ein Impulsreferat hielt. Die Barmherzigkeit umschrieb er als das „Bauchgefühl Gottes“. Barmherzigkeit und Gerechtigkeit stünden nicht im Gegensatz, sondern seien Geschwister: „Gott ist der Vater, der nicht richtet, sondern aufrichtet.“ Seine Barmherzigkeit werde vor allem in Jesus offenbar. Er weise den Menschen „den kleinen Weg zur großen Heiligkeit“. Dabei gehe es vorrangig um Aufmerksamkeit in alltäglichen Dingen, nicht um „große Heldentaten“. Papst Franziskus habe mit dem Stichwort Barmherzigkeit einen „Nerv der Zeit“ getroffen. Angesichts weltweiter Ungerechtigkeiten und Fluchtbewegungen unterstrich Boom: „Barmherzigkeit kennt keine Obergrenze.“

Barmherzigkeit ist ein Schlüsselwort für die Gesellschaft, ein notwendiges Korrektiv zu Tendenzen der Verhärtung und der „Tribunalisierung“: Darin waren sich die Leitungsgremien beider Kirchen einig. Zugleich sei sie ein Anstoß, um über die Gestalt von Kirche nachzudenken. Der Austausch führte zu der Frage, wie nicht nur der einzelne Christ, sondern wie die Kirche als Ganzes barmherzig sein kann.

Im Blick auf den ökumenischen Dialog wurde eine große Nähe zwischen der Barmherzigkeit und dem Kern der Rechtfertigungslehre gesehen. „Die Menschenwürde muss nicht verdient werden, sondern ist ursprünglich gegeben“, hob Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hervor. Damit stelle das Heilige Jahr der Barmherzigkeit eine gute Brücke zur Erinnerung an den Beginn der Reformation vor 500 Jahren dar. „Das Reformationsjubiläum im kommenden Jahr wollen wir als Christusfest im ökumenischen Geist begehen“, lud Kirchenpräsident Christian Schad die Christen anderer Konfessionen zum Mitfeiern ein. Dazu werde es eine Reihe von Veranstaltungen geben, unter anderem einen ökumenischen Versöhnungsgottesdienst in der Abteikirche von Otterberg am 12. März 2017 unter dem Leitwort „Healing of memories – Die Erinnerungen heilen“.

30.06.2016


Lasst uns gemeinsam feiern

Speyer- Unter diesem Motto hat letztes Wochenende die katholische Gemeinde St. Konrad in Speyer Nord zum traditionellen Gemeindefest eingeladen.

Pünktlich um 18.00 Uhr mit Beginn des Eröffnungsgottesdienstes, hatte das Wetter ein einsehen. Der Regen hörte auf und  so konnten die Bänke und Tische trocknen.

Der Eröffnungsgottesdienst wurde musikalisch gestaltet vom Kirchenchor St. Konrad, der u.a. die Messe in F-Dur für Chor und Orgel von Joseph Friedrich Hummel sowie die Motette „Wie lieblich sind deine Wohnungen“ von Johann Herrmann Schein sang. Kaplan Christoph Hartmüller wurde von Diakon Klaus Hilzensauer und Don Giuliano Gandini aus der Diözese Verona unterstützt, der die anwesende Gruppe des Freundeskreises Speyer-Pomposa begleitete.

Nach dem Gottesdienst erfreuten sich alle Gäste an dem reichhaltigen Angebot. Bei Bratwurst, Spießbraten, Pommes Frites und weiteren Pfälzer Spezialitäten wurde Geselligkeit gelebt. Auf Empfehlung der Bierprofis Speyer, zum ersten Mal eine große Auswahl an verschiedenen Biersorten angeboten. Die Bierprofis sind aus einer Gruppenstunde der Pfarrei St. Konrad entstanden und testen seit 1989 weltweit Biere. Aktuell bereits über 7950 Stück. Ihre Empfehlungen, alles Biere mit Bestnoten, kamen bei den Besuchern sehr gut an. Der Cocktailstand erfreute sich großer Beliebtheit. Der italienische Rotwein, der vom Freundeskreis Ravenna angeboten wurde, war nicht nur bei den Italienischen Gästen aus Pomposa auf den Tischen zu finden.

Der zweite Teil des Gemeindefestes am Sonntagmorgen wurde mit einem Festgottesdienst eröffnet, der thematisch unter dem Regenbogen stand. Der vom Musikprojekt laudes aus Maxdorf begleitete Gottesdienst begeisterte im vollbesetzten Gotteshaus nicht nur die Pfadfinder, die an diesem Tag auch ihren Stammestag feierten.

Im Anschluss an den Gottesdienst feierten die Besucher bei sonnigem Wetter im Pfarrhof weiter. Jung und Alt informierte sich im Garten des Pfarrhauses über die Geschichte, Arbeit und Angebote der Pfadfinder. Für Kinder boten diese ein interessantes Stationsspiel, welches viel Anklang fand. Am Nachmittag sang sich Rainbow, ein Chor der Chorgemeinschaft Speyer, in die Herzen der Besucher. Bei Kaffee und selbst gebackenen Kuchen, Gartenbroten und weiteren Leckereien von der Frauengemeinschaft, Spießbraten, gebackenem Schafskäse und weiteren Spezialitäten verlebten die Gäste einen sonnigen und unterhaltsamen Nachmittag.

Pfarrer Bender dankte den vielen Helferinnen und Helfer, der Gruppierungen sowie den Sponsoren, die dieses Fest in dieser Form überhaupt erst möglich gemacht hatten. Text: Frank Ableiter; Foto: Oliver Häusler

29.06.2016


Notfallseelsorge: „Die richtige Geste und das gute Wort“

Im Aussendungsgottesdienst neben- und ehrenamtliche Notfallseelsorger beauftragt

Speyer/Ludwigshafen- (lk). Mit der Ernennung von 26 nebenamtlichen und sechs ehrenamtlichen neuen Notfallseelsorgern ist nach den Worten von Oberkirchenrat Gottfried Müller eine gute Versorgung der Notfallseelsorge in der Pfalz gewährleistet. In einem Aussendungsgottesdienst für die Pfarrer und Ehrenamtlichen am Montag in der Ludwigshafener Apostelkirche wiesen Müller und die Pfarrerin für Polizei- und Notfallseelsorge, Annegret Henning, auf die funktionierende Zusammenarbeit mit den Kriseninterventionsteams der Rettungsdienste und der Feuerwehr und mit der Notfallseelsorge der Diözese Speyer hin.

Notfallseelsorge lasse sich nicht „nach Schema F“ abarbeiten. „Wichtiger als jeder einstudierte Gesprächsverlauf sind unsere innere Haltung und das Gespür für die richtige Geste, das gute Wort oder das solidarische Schweigen im rechten Moment“, hob Henning in ihrer Predigt hervor. Der Gottesdienst wurde mitgestaltet von Mitgliedern des Beirats Polizeiseelsorge und dem Beauftragten für Polizei- und Notfallseelsorge der Diözese Speyer, Patrick Stöbener, sowie musikalisch von Bezirkskantor Tobias Martin. Grußworte sprachen der Leiter der Ludwigshafener Berufsfeuerwehr, Peter Friedrich, sowie Susanne Laun, Leiterin der Abteilung Besondere Seelsorgebereiche des Bistums Speyer.

Henning ist seit Dezember 2015 hauptamtlich für Polizei- und Notfallseelsorge in der pfälzischen Landeskirche zuständig. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Fort- und Weiterbildung in der Notfallseelsorge. Eine Achtsamkeitstagung hat sie neu eingeführt. Damit versuche sie, auf die Belastungen zu reagieren, denen die Notfallseelsorger ausgesetzt seien. Für das Ausbildungskonzept arbeitet Henning eng mit ihrem katholischen Kollegen Patrick Stöbener zusammen. Dabei gehe es nicht nur um „typische“ Einsatzthemen wie z.B. plötzlicher Kindstod, erfolglose Reanimation, Suizid oder den Umgang mit Großschadenslagen, erklärt die Pfarrerin. „Für uns ist auch wichtig, dass die Notfallseelsorger eine innere Haltung entwickeln, die es ihnen ermöglicht, in unsicheren und unerwarteten Situationen noch besonnen denken und handeln zu können.“

Mit den neu Beauftragten sind nach Hennings Angaben in der pfälzischen Landeskirche nun rund 80 evangelische neben- und ehrenamtliche Notfallseelsorger in elf Notfallseelsorgesystemen tätig. Diese könnten noch Verstärkung gebrauchen.

Folgende Personen wurden mit dem Dienst in der Notfallseelsorge beauftragt:

Ehrenamtlich: Edith Bendl (Grünstadt), Constanze Bruhn (Ludwigshafen), Dr. Martin Cierjacks (Ludwigshafen), Dennis Erwin (Eulenbis), Tanja Schraß-Dietrich (Otterbach) und Anna Zeiser (Enkenbach-Alsenborn).

Nebenamtlich: Pfarrerin Martina Abel (Kaiserslautern), Pfarrerin Isabell Aulenbacher (Kaiserslautern), Pfarrer Uwe Beck (Pirmasens), Pfarrerin Reinhild Burgdörfer (Ludwigshafen), Pfarrerin Susanne Dietrich (Münchweiler), Dekanin Sieglinde Ganz-Walther (Frankenthal), Pfarrer Tilmann Grabinski (Kaiserslautern), Pfarrerin Martina Gutzler (Pirmasens), Pfarrer Hansdieter Heck (Bexbach), Dekan Armin Jung (Neustadt), Pfarrerin Matthias Jung (Kaiserslautern), Pfarrer Michael Köhl (Ludwigshafen), Dekanin Barbara Kohlstruck (Ludwigshafen), Pfarrer Wulf Pippart (Vinningen), Pfarrer Bernd Renner (Pirmasens), Pfarrer Martin Risch (Landau), Pfarrer Heiko Schipper (Mutterstadt), Pfarrer Carsten Schulze (Frankenthal), Dekan Matthias Schwarz (Otterbach), Dekan Lars Stetzenbach (Kusel), Pfarrerin Elke Wedler-Krüger (Freimersheim), Pfarrerin Corinna Weissmann (Ludwigshafen), Pfarrerin Katharina Westrich (Kaiserslautern), Dekanin Dorothee Wüst (Kaiserslautern) und Dekanin Waltraud Zimmermann-Geisert (Pirmasens).

Mehr zum Thema: www.evkirchepfalz.de/begleitung-und-hilfe/seelsorge/notfallseelsorge.

28.06.2016


“Die Kirche wird in ihrer Haltung nicht weichen“

Domdekan Christoph Kohl eröffnet die Podiumsdiskussion im Historischen Museum zum Thema „Flucht. Von weltweit bis in das Bistum Speyer. Ansichten und Aussichten“

“Die Kirche wird in ihrer Haltung nicht weichen“

Podiumsdiskussion zum Thema Flucht macht die Herausforderungen der Integration deutlich – Politik und Kirche beklagen Verlust von Debattenkultur

Speyer- “Die Kirchen haben sich in der Flüchtlingsdebatte eindeutig positioniert. Wir stehen an der Seite geflüchteter Menschen – und natürlich gibt es gegen diese Haltung auch Widerstände aus den eigenen Reihen.“ Der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemannbekräftigte bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Flucht. Von weltweit bis in das Bistum Speyer. Ansichten und Aussichten“ am Samstagabend im Historischen Museum Speyer die Solidarität der Kirche mit Menschen auf der Flucht. Gleichzeitig äußerte er seine Sorge vor einer Spaltung der deutschen Gesellschaft.

Integrationsministerin Anne Spiegel, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Dr. Oliver Müller, Leiter von Caritas international und Torsten Jäger vom Initiativausschuss für Migrationspolitik in Rheinland-Pfalz stellten sich bei der Diskussion den Fragen der Moderatorin Dr. Christiane Florin vom Deutschlandfunk. Initiiert wurde die Veranstaltung im Rahmen des Auftaktes der Tour des Missio-Trucks von der Schulabteilung des Bischöflichen Ordinariates, von der Abteilung Katholische Erwachsenenbildung und vom Caritasverband für die Diözese Speyer.

„Es gibt Ängste in der Gesellschaft und auch innerhalb unserer Kirche zum Thema Flüchtlinge“, sagte Bischof Wiesemann. „Es sprechen ja auch nicht alle Kirchen in Europa mit einer Stimme“, verwies er auf die Kirche in Polen. „Die so genannten christlich-abendländischen Werte werden als völkisch verkauft, auch in der innerkirchlichen Debatte.“ Die Kirche in Deutschland habe sich aber eindeutig an die Seite der geflüchteten Menschen gestellt und werde in dieser Haltung nicht weichen.

„Wie ehrlich können Sie bei den Kosten der Integration eigentlich sein, wenn die AfD im Landtag sitzt?“, wollte Florin von Integrationsministerin Spiegel wissen. Spiegel plädierte für eine offene und ehrliche Debatte. „Die Menschen sind misstrauisch, sie stellen berechtigte Fragen. Nur Offenheit führt zu einer Versachlichung der Diskussion“, so Spiegel. „Fakten scheinen derzeit aber schwer zu finden zu sein“, wandte Florin ein. „Lehrer und Erzieher klagen über zu wenig Unterstützung bei der Integration der Flüchtlingskinder. Die Menschen sind nun schon fast ein Jahr im Land und die Politik hat noch keine Konzepte zur Integration vorgelegt.“ Das sah Torsten Jäger anders: „Es gibt schon einen Wettstreit der Konzepte. Es werden Ideen zum Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt diskutiert, ob zuerst Willkommensklassen gebildet werden, oder ob es besser ist, die Kinder gleich in die normalen Klassen zu integrieren.“ Jäger plädierte eindrücklich dafür, dem Satz der Bundeskanzlerin Angela Merkel zu folgen. „Wir haben die Heimatvertriebenen integriert, wir haben die Gastarbeiter integriert, wir haben die Bosnienflüchtlinge integriert. Wir sind ein reiches Land und wir schaffen das!“

Die Frage, worin dieses Schaffen bestehe, beantwortete Wiesemann so: „Es braucht ein Grundvertrauen in die Solidarität unserer Gesellschaft und das Engagement ihrer Bürger. Und die Menschen müssen sich berühren lassen von den Schicksalen der geflüchteten. Der Zuwachs an Ehrenamtlichen, auch in den Pfarreien, macht Hoffnung.“ Sorge bereite ihm aber die Übernahme populistischer Paradigmen in der Politik. „Wir müssen uns um Entmythologisierung bemühen, denn Mythen werden geboren um die Wahrnehmung der Menschen psychologisch zu verschieben.“ Das sei zum Beispiel geschehen, als es vor einigen Monaten, als täglich rund 1000 Menschen nach Rheinland-Pfalz gekommen sind, immer hieß, die Ehrenamtlichen seien an der Grenze ihrer Belastbarkeit angekommen.

Auch die Frage, wieviel Zuwanderung Europa verkrafte, werde emotional und nicht sachlich geführt. „Was ist denn die Alternative zur Einwanderung? Wollen wir wirklich, dass die Außengrenzen Europas zu Gräbern werden, zu Orten, an denen Menschen sterben?“ Ministerin Spiegel sagte, sie wünsche sich ein Einwanderungsgesetz, dass es Menschen ermöglicht, auf legalem Weg nach Deutschland einzuwandern, ohne Asyl zu beantragen. Ein Asylrecht, dass politisch und religiös verfolgte Menschen gegen Wirtschaftsflüchtlinge abgrenzt, halte sie für problematisch.  „Dass bedeutet aber doch, dass man Menschen nach ihrer Nützlichkeit sortiert“, wandte Moderatorin Florin ein. Dem widersprach Jäger: „Ein Einwanderungsgesetz hebelt ja nicht die Genfer Flüchtlingskonvention aus.“

Zum Thema Fluchtursachen sagte Müller von Caritas international: „Fluchtursachenbekämpfung als Schlagwort mag ich nicht, weil das eher transportiert, dass die Flüchtlinge bekämpft werden. Wir beobachten, dass Flüchtlinge mittlerweile zur Währung werden, mit denen Regierungen die internationale Gemeinschaft unter Druck setzen.“ Milliardenschwere Programme sorgten mittlerweile dafür, dass Binnenflüchtlinge und in Nachbarstaaten geflohene Menschen eine Bleibeperpektive bekommen. „Aber wir haben große Sorge vor einem Nachlassen dieser internationalen Bemühungen.“

Auch der Bischof zeigte sich am Ende der Diskussion eher besorgt. „Die Debattenkultur in unserem Land hat sich verschlechtert. Manche Diskussionen kann man gar nicht mehr führen, weil Menschen sich gegen Argumente immunisiert haben. Es fehlt der Wille zum demokratischen Diskurs. Demokratie ist aber mehr, als nur wählen.“

In einem waren sich die Podiumsteilnehmer einig: Die Integration der Flüchtlinge ist die größte politische Herausforderung der kommenden Jahre und weder Politik noch Kirche dürfen in ihrem Bemühen darum nachlassen.

Text / Fotos: Caritasverband für die Diözese Speyer / Bischöfliches Ordinariat

27.06.2016


Tour des Missio-Trucks durch das Bistum Speyer eröffnet

Gehörten zu den ersten Besuchern der Mitmach-Ausstellung "Menschen auf der Flucht" im Missio-Truck vor dem Speyerer Dom: (untere Reihe von links) Torsten Jäger, Domdekan Dr. Christoph Kohl, Missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber, Dr. Oliver Müller, (dahinter von links) Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Caritasdirektor Vinzenz du Bellier, Integrationsministerin Anne Spiegel, Oberbürgermeister Hansjörg Eger und ein Mitarbeiter des Hilfswerks "Missio".

Bischof Wiesemann, Integrationsministerin Spiegel, Caritasdirektor du Bellier, Oberbürgermeister Eger und Missio-Präsident Huber sind erste Besucher der Mitmach-Ausstellung

Speyer- (is). Ab sofort rollt er durch das Bistum Speyer: Die Tour des Missio-Trucks mit der Mitmach-Ausstellung „Menschen auf der Flucht“ an Bord wurde am Samstag vor dem Speyerer Dom gestartet. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Anne Spiegel, Caritasdirektor Vinzenz du Bellier, der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger und Missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber gaben gemeinsam den Startschuss für die zweiwöchige Tour. Die Ausstellung wird bis zum 8. Juli an insgesamt zwölf Standorten in der Pfalz und im Saarpfalzkreis zu sehen sein.

„Beim Thema Flüchtlinge geht nicht um Zahlen, sondern um Menschen“, betonte Bischof Wiesemann in seiner Eröffnung. „Es ist wichtig, diese Menschen verstehen zu können, von ihnen zu wissen, was sie erlebt haben und vor allem auch, warum sie sich auf den Weg gemacht haben.“ Er erinnerte daran, dass Jesus selbst mit seiner Familie flüchten musste, und appellierte an alle in der Gesellschaft, jeden Flüchtling würdig zu behandeln. „Wir wollen nicht, dass die europäische Grenze eine Todesgrenze ist. Niemand darf in eine Situation zurückgeschickt werden, in der Krieg und Verfolgung auf ihn warten.“ Den Christen sei aufgetragen, füreinander und für Hilfesuchende da zu sein: „Wenn du Christ bist, dann öffne Deine Tür.“

Die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Anne Spiegel zeigte sich von der Ausstellung beeindruckt. „Der Missio-Truck stellt das Themenfeld Flucht und Asyl multimedial und lebendig dar. Dadurch bringt er seine Besucherinnen und Besucher ganz nah an die Schicksale von Menschen heran, die bei uns um Zuflucht bitten“, erklärte sie. „Ich danke allen Ehren- und Hauptamtlichen, die das Projekt begleiten und unterstützen, die sich der Flüchtlinge annehmen und Ihnen ein Ankommen in unserem Land erleichtern.“

„Wir müssen darauf achten, dass Benachteiligte nicht gegeneinander ausgespielt werden“, unterstrich Caritasdirektor Vinzenz du Bellier. Teilhabegerechtigkeit sei ein hoher Anspruch. „Neiddiskussionen“ hingegen zerstörten auf die Dauer die Basis des Gemeinwesens. Mit der Ausstellung verband er den Wunsch, dass sie zu einer „inhaltlichen Vertiefung und damit auch zur Versachlichung der für unsere Gesellschaft so wichtigen Fragen von Flucht und Migration“ beiträgt.

Flüchtlinge nicht als anonyme, Angst einflößende Masse, sondern als individuelle Menschen wahrzunehmen: Darin liegt aus Sicht des Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger gegenwärtig die zentrale Herausforderung, auch im Blick auf die in England vor dem „Brexit“ geführte Debatte. Die Begegnung mit individuellen Einzelschicksalen ziehe der Angst vor dem zum „Monstrum“ gemachten Thema Flüchtlinge den Schleier weg.

Beim abschließenden Friedensgebet, gestaltet vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend, richtete sich der Blick nicht nur auf die Flüchtlinge, sondern auch auf die Menschen, die in ihren Heimatländern keinen Frieden und keine Perspektiven finden. „Es wird zu viel über Flüchtlinge geredet, anstatt den Versuch zu unternehmen, das Geschehen mit ihren Augen zu sehen“, begrüßte die BDKJ-Vorsitzende Lena Schmidt den Missio-Truck als gute Möglichkeit, „uns für die Erfahrungen und Sichtweisen der geflüchteten Menschen die Augen zu öffnen“.

Die Ausstellung setzt stark auf eigene Erfahrung, indem sie die Besucher in die Lebensgeschichten von acht exemplarisch ausgewählten Flüchtlingen eintauchen lässt. So muss man zum Beispiel innerhalb einer Minute entscheiden, welche Gegenstände man mitnimmt und welche man zurücklässt. Für den Rundgang durch die sechs Räume der Ausstellung sollte man etwa zwanzig Minuten einkalkulieren. Man kann den Missio-Truck einzeln oder in Gruppen besuchen. Schulklassen sind besonders eingeladen. Beim Gang durch die Ausstellung stehen den Besuchern pädagogische Begleiter von „missio“ zur Seite.

Diözesane Hilfsaktion „Teile und helfe“ findet großen Zuspruch

Das Bistum Speyer und sein Caritasverband haben bereits vor zwei Jahren einen Flüchtlingshilfefonds mit rund 1,5 Millionen Euro Grundkapital und inzwischen rund 700.000 Euro an weiteren Spenden eingerichtet. Mit dem Geld wurden beispielsweise 20 zusätzliche Stellen in der Migrations- und Integrationsberatung geschaffen sowie rund 60 Sprachkurse finanziert. Rund 2000 Menschen engagierten sich in der Flüchtlingsarbeit der Pfarreien, von der Sprachpatenschaft für Kinder, der Begleitung zu Ärzten und Ämtern bis hin zu internationalen Kochfesten und Fahrradwerkstätten. Qualifiziert werden die ehrenamtlich Engagierten durch die Caritas-Zentren in den Dekanaten, wo Flüchtlinge auch durch hauptamtliche Fachleute vielfältige Hilfe auf dem Weg der Integration erhalten. Ein Schwerpunkt des Caritasverbandes liegt in der Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge im Raum Kaiserslautern und im Landkreis Bad Dürkheim. So haben zum Beispiel im „Wilensteiner Hof“ bei Trippstadt sieben junge Flüchtlinge Unterkunft und Beschäftigung gefunden und besuchen inzwischen die Schule. Zur Unterbringung von Flüchtlingen haben das Bistum Speyer und seine Pfarreien den Kommunen rund 50 kirchliche Gebäude zur Verfügung gestellt. Für rund 380 Flüchtlingen konnte dadurch eine Unterkunft bereitgestellt werden.

Weitere Informationen:

www.bistum-speyer.de

www.teile-und-helfe.de

www.missio.de

Die Tour des Missio-Trucks durch das Bistum Speyer

Die Tour des missio-Trucks durch das Bistum umfasst insgesamt zwölf Stationen. Für Schulklassen sind Anmeldungen erbeten. Ansonsten steht der Truck jedem zum Besuch offen. Der Besuch ist kostenlos.

Speyer
Standort:
Domvorplatz
Öffnungszeiten:
25. Juni, 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr
26. Juni, 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr
27. Juni, 8:00 Uhr bis 17:00 Uhr mit schulischem Begleitprogramm am Truck

Frankenthal
Standort:
Berufsbildende Schule, Petersgartenweg 9
Öffnungszeiten:
28. Juni, 7:30 Uhr bis 14:30 Uhr

Rodalben
Standort:
Berufsbildende Schule, Gabelsbergerstraße 6
Öffnungszeiten:
29. Juni, 7:50 Uhr bis 15:00 Uhr

Homburg
Standort:
Johanneum, Kardinal-Wendel-Straße 12
Öffnungszeiten:
30. Juni, Schulzeiten

Otterberg
Standort:
Integrierte Gesamtschule
Schulstraße 2
Öffnungszeiten:
1. Juli, Schulzeiten

Landau
Standort:
Grundschule Arzheim
2. Juli, Aktionstag der Katholischen Jugendzentrale, keine öffentliche Besichtigung möglich

Blieskastel
Standort:
Parkplatz Ecke Bahnhofstr./Florianstr.
Öffnungszeiten:
3. Juli, 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr mit dem Besuch der saarländischen Ministerpräsidentin um 16:00 Uhr

Zweibrücken
Standort:
Mannlich Realschule plus
Zeilbäumerstraße 8a
Öffnungszeiten:
4. Juli, 7:35 Uhr bis 14:30 Uhr

Pirmasens
Standort:
Zeppelinstr. 11 Parkplatz Wasgauhalle
Öffnungszeiten:5.Juli, 8:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Schönenberg-Kübelberg
Standort:
Integrierte Gesamtschule, St. Wendeler-Straße 16
Öffnungszeiten:
6. Juli, 7:40 Uhr bis 12:40 Uhr, weitere Termine nach Vereinbarung;

Germersheim
Standort:
Geschwister-Scholl-Realschule, Römerweg 2
Öffnungszeiten: 7. Juli, 7:45 Uhr bis 17:00 Uhr

Neustadt
Standort:
Hauptbahnhof, Bahnhofsvorplatz
Öffnungszeiten:
8. Juli, 9:00 Uhr bis 16:00 Uhr

26.06.2016


„Stell Dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes“

Weihekandidat Walter Höcky vor dem Bischof

Diakon Walter Höcky wurde von Bischof Wiesemann im Speyerer Dom zum Priester geweiht

Speyer- (is). Die Flaggen vor dem Speyerer Dom zeigten es weithin: Es ist ein besonderer Tag für das Bistum Speyer. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hat Diakon Walter Höcky zum Priester geweiht. "Walter Höcky wird ein Priester sein, der den Menschen zuhört", versprach der Bischof. Er charakterisierte den 45-Jährigen aus der Gemeinde St. Peter und Paul in Edesheim als tiefgründigen Menschen. "Die Kirche von Speyer hat heute allen Grund, den Lobeshymnus anzustimmen", sagte der Bischof zu Beginn des Gottesdienstes und dankte dem Herrn, dass er "wieder einen Arbeiter in den Weinberg schickt". Es sei immer wieder bewegend, wenn „jemand seine Hände in die Hände Gottes legt."

Während der Litanei lag der Weihekandidat als Zeichen seiner Hingabe ausgetreckt auf dem Boden.Walter Höcky kam auf Umwegen zum Priesteramt. Wiesemann erinnerte in seiner Predigt daran, dass der Weihekandidat bereits als Messdiener Gottes Kraft und Liebe gespürt habe. Der Weg hin zum Priesteramt verlief aber nicht geradlinig. Höcky engagierte sich stark in seiner Heimatgemeinde in Edesheim. Nach Abitur und Wehrdienst studierte er aber zunächst Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie. Gleichzeitig besuchte Höcky damals schon Theologievorlesungen. Erst im reiferen Alter, blickte Wiesemann zurück, nahm der Weihekandidat tatsächlich ein Theologiestudium auf. In seiner pastoralpraktischen Ausbildung war Walter Höcky in der Pfarrei Heiliger Petrus in Bobenheim-Roxheim tätig. Wiesemann dankte Höckys Wegbegleitern, seinen Freunden und Verwandten, Mitgliedern von Höckys Heimatgemeinde und seiner Diakonatspfarrei. Sie hatten den 45-Jährigen zu seiner Weihe in den Dom begleitet. Ebenso erinnerte der Bischof an Höckys verstorbene Eltern.

"Stelle dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes", rief der Bischof in seiner Predigt dem Weihekandidaten zu. Dies solle der Deutungsschlüssel für das ganze Leben sein. Das Geheimnis des Kreuzes sei weder von weltlichen Maßstäben wie Erfolg bestimmt, noch von solchen, die in früher Zeit galten. Das Geheimnis des Kreuzes sei "das Geheimnis einer Liebe, die alles loslässt – selbst das eigene Leben". Diese Liebe habe die Fruchtbarkeit der Kirche bis heute begründet. Das Zölibat sei die Antwort auf diese Liebe, die sich verschenke und loslasse. Wiesemann bezog Höckys Primizspruch des Propheten Jeremia, der mit einem Rinderjoch durch die Straßen zog, in seine Predigt ein. "Dieses Joch ist in der Stola des Priesters gegenwärtig", sagte er. Es erinnere daran, dass das Leben unter das Geheimnis des Kreuzes gestellt ist.

Bischof Karl-Heinz Wiesemann legt dem Weihekandidaten Walter Höcky in Stille die Hände auf.Nach der Predigt nahm Bischof Wiesemann dem Edesheimer das Weiheversprechen ab. Während der Litanei lag der Weihekandidat zum Zeichen seiner Hingabe ausgestreckt auf dem Boden. Anschließend legte der Bischof – so wie es schon die Apostel taten – schweigend dem Weihekandidaten die Hände auf sowie anschließend alle anwesenden Priester.  

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen die Domsingknaben, der Mädchenchor und Sänger des Domchores sowie die Dombläser. An der Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub. Die musikalische Leitung hatten Domkapellmeister Markus Melchiori und Domkantor Joachim Weller inne.

Die Primiz, seine erste Heilige Messe, feiert der Neupriester am Sonntag, 26. Juni, um 10 Uhr in Edesheim. Anschließend feiert die Gemeinde rund um ihre Kirche. Die Primizvesper mit Primizsegen um 17 Uhr beschließt den Tag. Am Dienstag, 28. Juni, 18 Uhr, feiert Walter Höcky in der Kirche des Priesterseminars St. German in Speyer die Heilige Messe. Anschließend erteilt er den Primizsegen. Text und Foto: Yvette Wagner

26.06.2016


Speyerer Bischöfe freuen sich über Weinzehnt aus Kirrweiler

Delegation aus dem Weinort übergibt „Weinzehnt“ vor dem Dom – Bischof Wiesemann verweist auf Erlebnistag Deutsche Weinstraße unter dem Motto „Himmlische Pfalz“

Speyer- (is). Er soll – nach der Beschreibung von Winzer Anton - mit seiner fruchtige Art an Ananas bis hin zu Mango erinnern und eine fein ausgewogene Säurestruktur und mineralische Note haben: der edle Tropfen, den heute Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein eine Delegation aus Kirrweiler als „Weinzehnt“ vor dem Dom den Speyerer Bischöfen übergab.

Zum sechsten Mal hatten die Südpfälzer eine Weinfuhre von ihrer Heimat aus per Traktor und auf dem letzten Stück traditionsgemäß mit Pferdefuhrwerk zur Kathedrale in der Domstadt transportiert. Begleitet wurde die Kutsche mit dem Wein von einer Abordnung der Ortsgemeinde mit dem Kirrweiler Bürgermeister Rolf Metzger, Weinprinzessin Janine I. und den beiden Pfarrern Marco Richtscheid und Dr. Gerd Babelotzky sowie dem Venninger „Essigmacher“ Georg Wiedemann.

Von seinen Bischofskollegen werde er sehr um dieses schon zur Tradition gewordene Geschenk beneidet, erklärte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann bei der Begrüßung. Er und Weihbischof Otto Georgens bedankten sich voller Freude für die Weinlieferung. Sie umfasst zweimal 142 Flaschen mit insgesamt 213 Liter 2015er Grauburgunder classic, der in diesem Jahr aus dem Weinhaus Ralph Anton stammt.

In seiner kurzen Ansprache erinnerte Bürgermeister Metzger an die jahrhundertelangen Verbindungen zwischen seiner Gemeinde und den Speyerer Bischöfen. Zu Feudalzeiten war Kirrweiler Oberamt und Sommerresidenz der Fürstbischöfe des Bistums Speyer, denen die Winzer ihren „Weinzehnten“ ablieferten. Auch heute noch gehört innerhalb der Gemarkung Kirrweiler ein Weinberg dem bischöflichen Stuhl.

In diesem Jahr feiere die Gemeinde außerdem die Verleihung der Stadtrechte vor 500 Jahren und das Gedenken an die Geburt des Kurpfälzer Kanzlers Florenz von Venningen in Kirrweiler ebenfalls vor 500 Jahren, so Metzger. Der Bürgermeister hatte 2011 - anlässlich des 950-jährigen Domweihjubiläums – die Idee, an die alte Tradition des „Weinzehnts“ neu anzuknüpfen.

Weihbischof Georgens, zünftig gekleidet mit Winzerkittel, zitierte mit Augenzwinkern eine Predigt des Mainzer Weihbischofs Valentin Heimes (1741-1806). Unter dem Motto „Der Missbrauch aber schließt den Gebrauch nicht aus“ hatte der für einen maßvollen Genuss des Weins geworben: „denn der Wein erfreut des Menschen Herz!“.

Georgens kündigte an, einige Flaschen des „Weinzehnt“- Weins im Oktober zum Fest am Sonntag der Weltmission am 23. Oktober mit den dann im Bistum weilenden Gästen aus den Philippinen zu teilen.

Als „Symbol, der Himmel und Erde verbindenden Liebe Gottes“ beschrieb Weinprinzessin Janine I. die Weinberge und betonte „fröhliche Menschen und guter Wein sollten stets zusammen sein“.

Bischof Wiesemann zeigte sich beeindruckt davon, wie intensiv sich die Kirrweiler mit ihrer Geschichte beschäftigten. Er verweis darauf, dass in diesem Jahr der Erlebnistag Deutsche Weinstraße unter dem Motto „Himmlische Pfalz“ steht und gemeinsam mit den Kirchen veranstaltet wird und überreichte dem Kirrweiler Bürgermeister das gelbe Plakat, mit dem für den Erlebnistag geworben wird.

Auch Kirrweiler wird – obwohl es nicht direkt an der Weinstraße liegt – bei dem Erlebnistag vertreten sein: Vor der Kirche in Maikammer wird eine Stele des Kirrweiler Weinpfades in Originalgröße aus Holz aufgebaut und so für den biblischen Weinlehrpfad in dem südpfälzischen Ort werben. Außerdem wird zu bestimmten Uhrzeiten in der Kirche ein Tonbild zu einigen Stelen bzw. Themen des Weinpfades laufen. Pfarrer Gerd Babelotzky lud bei der Weinzehnt-Übergabe dazu ein, die zwölf Stationen entlang des  Kirrweiler Weinpfades einmal zu besuchen. Foto: dak

25.06.2016


Touristische Attraktionen in Speyer gebündelt

Kombiangebote für Dom und Domschatz im Historischen Museum der Pfalz

Der Dom und das Historische Museum der Pfalz gehören zu den bedeutendsten Sehenwürdigkeiten in Speyer. Ab sofort können beide Häuser mit einem kombinierten Ticket besichtigen werden. Neben dem Besuch der Dom-Krypta, des Kaisersaals und der Aussichtsplattform ist die Besichtigung des Domschatzes im Historischen Museum der Pfalz in der Karte enthalten.

Gleichzeitig gibt es ab sofort eine kombinierte Führung, die im Dom zu Speyer beginnt und  Hintergrundinformationen zur historischen, kunstgeschichtlichen und geistlichen Bedeutung des Gotteshauses gibt. Im Historischen Museum der Pfalz stehen dann die Funde aus den Gräbern der salischen Kaiser im Mittelpunkt sowie kostbare liturgische Geräte und Gewänder.

„Ich freue mich, dass wir nach der kombinierten Dom-Stadtführung nun auch ein Kombiprodukt zusammen mit dem Historischen Museum der Pfalz anbieten, zumal das Museum und der Dom sich in direkter Nachbarschaft befinden,“ erklärte Domkustos Peter Schappert. Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert ergänzte:

„Viele Dom-Besucher wollen ihre Eindrücke mit der geführten Besichtigung des Domschatzes abrunden. In unserem Hause zählt dieser Bereich, mit Spitzenexponaten wie den Kronen aus den Kaisergräbern, mit dem Königsmantel Philipps von Schwaben oder mit sakralen Goldschmiedearbeiten, zu den großen Höhepunkten“

Das Kombiticket und die Kombiführung sind ausschließlich im Dom-Besucherzentrum am Domplatz erhältlich. Die Führung dauert etwa eindreiviertel Stunden und kann dienstags bis samstags zwischen 9 und 16 Uhr sowie sonntags zwischen 12 und 16  gebucht werden (Führungsbeginn).

Teilnehmen können maximal 25 Personen. E-Mail-Anfragen an: info@dom-zu-speyer.de

Kosten

Kombiticket: 15 Euro, ermäßigt 7 Euro

Kombiführung: 199 Euro

Text: Bistum Speyer, Presse Foto: spk, archiv

24.06.2016


Gemeinde St. Joseph feiert ihre Kirchenmusikerin

Speyer- Gleich dreifachen Grund zum Feiern hat die Pfarrgemeinde St. Joseph am Samstag, 2.Juli:

Beim Festgottesdienst um 18 Uhr und anschließenden Pfarrfest steht Marie-Theres Brand im Blickpunkt, denn sie hat an diesem Tag Geburtstag und feiert zudem ein stolzes Jubiläum -  35 Jahre Kirchenmusikerin an St. Joseph Speyer.

Im Sommer 1981 übernahm Marie Theres Brand den Kirchenchor und die Stelle als Organistin an St. Joseph. Die Kirchenmusik an St. Joseph ist durch ihr Wirken in diesen Jahren besonders geprägt worden. Außer dem Kirchenchor leitet sie auch den Spatzenchor (musikalische Früherziehung für Kinder), den Jungen Chor Speyer und den Motettenchor Speyer.

Kirchenchor und Junger Chor werden den Gottesdienst mitgestalten und ihrer engagierten Chorleiterin bei der abendlichen Pfarrfest-Feier auf der Wiese hinterm Ägidienhaus zu deren Jubiläen gebührend gratulieren. Text: ws Foto: www.speyer.de

21.06.2016


Gönne dir den Weg in die Stille

Speyer- Ab 27.Juni trifft sich eine offene Meditationsgruppe jeden Montag in der Auferstehungskirche, Am Renngraben, von 18.00h bis 19.15h.

Nach einer Einführung sitzen wir in der Stille.

Dies führt zu mehr Achtsamkeit und zur Verlangsamung des Lebens sowie zur Vertiefung geistlicher Erfahrung.

Wer die Stille erfahren hat, wird im Leben präsent sein; wird verändert wahrnehmen und handeln.

Im Raum befinden sich Stühle. Falls Sie auf einem Meditationshocker oder einem Sitzkissen sitzen möchten, bringen Sie sich bitte dies und eine Unterlage mit.

Verantwortlich für diese Gruppe ist Pfarrerin Daniela Körber (06232/658370) Dani_Koerber@web.de

Text: Prot. Dekanat Speyer, Presse

21.06.2016


Mit Smartphone und Tablet im Speyerer Dom unterwegs

Domkustos Peter Schappert (2. von links) übernahm die Führung durch den Speyerer Dom

Erster Instawalk in der Kathedrale ermöglichte neue Ein- und Ausblicke

Speyer- (is). Fotografieren und Handys ausdrücklich erlaubt: Sieben Teilnehmer haben am Donnerstagabend den Dom auf eine ganz andere, eine ganz neue Art erkundet. Die Netzgemeinde DA_ZWISCHEN und das Kulturmanagement am Speyerer Dom hatten zum ersten Instawalk eingeladen. Domkustos Peter Schappert übernahm die Führung. Er wies auf spannende Details hin und führte die Gruppe zu Stellen, die sonst für Besucher nicht zugänglich sind. Mit Smartphones und Tablets hielten die Instawalker alles im Bild fest. Ihre Bilder veröffentlichten sie unter dem Hashtag #instadomspeyer auf der Internetplattform Instagram.

Mit einem kleinen Sektempfang begrüßte Felix Goldinger die Teilnehmer. Der Referent für Missionarische Pastoral im Bistum hatte den Anstoß zum Instawalk gegeben. Kirche trifft Netz-Community: Das passt für Goldinger gut zur neuen Netzgemeinde DA_ZWISCHEN, die vor drei Monaten gegründet wurde. Sie ist ein spirituelles Angebot der Diözese Speyer in den sozialen Netzwerken und bei WhatsApp. Unter dem Titel #instakirche öffnen bundesweit Kirchen ihre Türen für Instagram-Fotografen. Nach Instawalks durch den Osnabrücker Dom, das Bonner Münster, den Essener Dom und die Probsteikirche Leipzig war der Speyerer Dom die fünfte Station.

Kustos Peter Schappert machte sowohl die enorme bauliche und geistliche Dimension des Doms deutlich. Er zeigte aber auch interessante Reliefs und Bilder, Inschriften und Grabplatten – Einzelheiten, die häufig übersehen werden. Beim Instawalk waren sie die Stars, wie das faule Schwein. Die kleine Figur am Hauptportal stellt eine der Todsünden dar.

Im Westen das Weltliche, im Osten das Göttliche. Diesen Weg stellt der Dom dar, erläuterte Schappert im Dom, während die Instawalker stehend und in der Hocke die richtige Perspektive fürs Foto suchten. "Bewegen Sie sich frei!", forderte er und verwies auf die Seitenschiffe, in denen dieser Weg noch sichtbarer wird.  

Für Kristijan Nujic aus Ludwigshafen ist der Instawalk ein Erlebnis: "Ich war schon oft ihm Dom, aber nie mit dem Handy und nie so allein." Die Instawalker hatten die Kathedrale ganz für sich allein. Die Führung fand außerhalb der Öffnungszeiten statt. Deshalb konnte Peter Schappert die Gruppe auch in den Altarraum und die Apsis führen und eröffnete damit neue Ein- und Ausblicke. Die Teilnehmer spürten, wie der Bischof auf die Gemeinde blickt, wenn er vor dem Hochaltar predigt. Sie streiften durch Katharinen- und Taufkapelle, immer auf der Suche nach einem guten Motiv. Sie mussten nicht lange suchen, fingen prächtige Reliquiare und Säulenkapitelle ein. Sie erlebten die Krypta und die Grablege der Kaiser und Könige. Zum Schluss ging's zum Endspurt die Treppen hinauf in den Kaisersaal und auf die Chorempore. Hier eröffnet sich ein einmaliger Blick auf die Fresken, die das Hauptschiff schmücken und in den Dom. Diese Gelegenheit ließen sich die Instawalker natürlich nicht entgehen, machen an dieser Stelle sogar Panoramaaufnahmen und Selfies.

Die Premiere kam gut an. "Es ist genau das richtige Angebot für junge Erwachsene", lobte Kristijan Nujic, "es war sehr interessant." Maria Lajin war von den Stellen fasziniert, die sonst tabu sind. "Es war schön, im Altarraum zu stehen." Auch Referent Felix Goldinger ist zufrieden und will weiterhin Instawalks anbieten. Neue Termine sind allerdings noch nicht festgelegt. Instwalks kann sich Goldinger nicht nur im Dom, sondern auch in anderen Kirchen im Bistum vorstellen. "Es gibt ja viele schöne."

Weitere Infos:

Die Bilder des Abends sind unter https://walls.io/instakirche abrufbar.

Netzgemeinde DA_ZWISCHEN: www.netzgemeinde-dazwischen.de

Instawalks bundesweit: http:/j.mp/instakirche

Text und Fotos: Yvette Wagner

17.06.2016


Bischof Wiesemann setzt Dekane in ihr Amt ein

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Bildmitte) mit den neu eingesetzten Dekanen, von links: Michael Janson (Dekanat Bad Dürkheim), Steffen Kühn (Kaiserslautern), Peter Nirmaier (Speyer), Andreas Sturm (Saarpfalz), Axel Brecht (Landau), Jörg Rubeck (Germersheim), Markus Horbach (Donnersberg), Rudolf Schlenkrich (Kusel), Alban Meißner (Ludwigshafen) und Johannes Pioth (Pirmasens).

Zehn Dekane im Februar von Dekanatsversammlungen gewählt – Amtszeit beträgt sechs Jahre

Speyer- (is). Im Rahmen der konstituierenden Sitzung des Priesterrates hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Dekane der zehn Dekanate des Bistums Speyer eingesetzt. Sie waren im Februar von den Dekanatsversammlungen gewählt worden. Bischof Wiesemann dankte den neuen Dekanen für die Bereitschaft zur Übernahme der zusätzlichen Verantwortung: „Darin drückt sich ein großes Stück aktiver Mitsorge für unser Bistum aus.“ Im Anschluss an das Gebet der Terz in der Kirche des Priesterseminars St. German überreichte er den Dekanen die Ernennungsurkunden. Ihre Amtszeit beträgt sechs Jahre.

Der neu konstituierte Priesterrat berät den Bischof in allen wichtigen Fragen der Seelsorge und des priesterlichen Dienstes. Die Mitglieder werden von den Priestern des Bistums gewählt oder zusätzlich in das Gremium berufen. Zu den geborenen Mitgliedern gehören mehrere Vertreter der Bistumsleitung. Außerdem sind alle Dekane Mitglieder des Priesterrates.

Weitere Informationen zu den Dekanaten:

http://www.bistum-speyer.de/1/bistum-speyer/dekanate-und-pfarreien/

Weitere Information zum Priesterrat und seinen Mitgliedern:

http://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/raete-und-kommissionen/priesterrat/

17.06.2016


Bischöfe nehmen Weinzehnt in Empfang

Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz WiesemannLieferung aus Kirrweiler kommt am 24. Juni nach Speyer – Zug mit der Pferdekutsche von der Stadthalle zum Dom

Speyer- (is). Zum sechsten Mal in der Geschichte des 1817/21 wieder errichteten Bistums Speyer wird ein fürstbischöflicher „Weinzehnt" den Weg von Kirrweiler nach Speyer nehmen – zuerst mit Traktor und Anhänger, dann mit Pferden und Fuhrwerk.

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Weihbischof Otto Georgens werden die Weinfuhre am Freitag, 24. Juni, gegen 15 Uhr vor dem Speyerer Dom in Empfang nehmen. Begleitet wird die Kutsche mit dem Wein von einer Delegation der Ortsgemeinde mit dem Kirrweiler Bürgermeister Rolf Metzger, Weinprinzessin Janine I. und den beiden Pfarrern Marco Richtscheid und Dr. Gerd Babelotzky. Der Zug mit der Pferdekutsche wird von der Stadthalle über die Bahnhofstraße zum Altpörtel und dann über die Maximilianstraße zum Dom führen.

Der Weinort Kirrweiler an der Südlichen Weinstraße war zu Feudalzeiten Oberamt und Sommerresidenz der Fürstbischöfe des alten Bistums Speyer. Auf Anregung von Bürgermeister Metzger wurde 2011 - anlässlich des 950-jährigen Domweihjubiläums - an die alte Tradition des „Weinzehnts“ neu angeknüpft, bei der dem bischöflichen Landesherrn der „Zehnte“ des Weinertrages abgeliefert werden musste. Auch heute noch gehört innerhalb der Gemarkung Kirrweiler ein Weinberg dem bischöflichen Stuhl.

In diesem Jahr stammt der „Zehnt-Wein“, ein 2015er Grauburgunder classic, aus dem Kirrweiler Weinhaus Ralph Anton. Die zweimal 142 Flaschen mit insgesamt 213 Liter Wein werden als Geschenk der Gemeinde Kirrweiler an die Speyerer Bischöfe übergeben.

16.06.2016


Ein Sprachgenie auf dem Speyerer Bischofsstuhl

Bischof Daniel Bonifaz von Haneberg leitete das Bistum Speyer von 1872 bis 1876.

Daniel Bonifaz von Haneberg wurde vor 200 Jahren geboren

Speyer (is). Er war der gelehrteste Speyerer Bischof des 19. Jahrhunderts: Daniel Bonifaz von Haneberg, dessen Geburtstag sich am 17. Juni zum 200. Mal jährt. Obwohl Haneberg nur knapp vier Jahre Amtszeit vergönnt waren, hinterließ das Sprachgenie als Seelsorgebischof tiefsten Eindruck bei den Gläubigen im Bistum Speyer und weit darüber hinaus. Nach seinem Tod im Mai 1876 schrieb die Bistumszeitung „Der christliche Pilger“: „Der Schmerz und die Theilnahme war eine so allgemeine, wie wir sie noch niemals beim Tode eines Menschen wahrgenommen haben.“ 

Haneberg kam 1816 im Allgäu als Sohn eines Bauern auf die Welt. In der Schulzeit zeigte sich seine außergewöhnliche Begabung. Schon als Gymnasiast besuchte der spätere Bischof zusätzlich die Universität. Er beherrschte neben Latein, Griechisch, Englisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch acht orientalische Sprache und konnte sich auch auf Chinesisch verständigen. Nach der Priesterweihe machte Haneberg schnell akademische Karriere, wurde Professor an der Münchener Universität. Er unterrichtete die Fächer Altes Testament und Orientalische Sprachen.

1850 trat Haneberg in die Benediktinerabtei St. Bonifaz in München ein. 1854 wurde er zum Abt gewählt, lehrte aber weiterhin an der Universität. Nachdem der 1866 in den Adelsstand Erhobene zuvor einige Berufungen auf Bischofsstühle abgelehnt hatte, nahm er 1872 die Ernennung zum Bischof von Speyer an. In der Zeit des Kulturkampfes zwischen Staat und katholischer Kirche bot sich eine liberal gesinnte und zugleich fest zur Kirche stehende Persönlichkeit wie Haneberg als Leiter eines Bistums besonders an.

Der Geistliche gewann bereits bei seinem Amtsantritt die Herzen der Menschen, indem er zum Dialog aufforderte. In seinem ersten Hirtenbrief schrieb er: „Es ermuthigt mich, von vielen gehört, ja zum Theil selbst erfahren zu haben, daß es zu den vorherrschenden Eigenschaften der Bewohner dieser schönen Gauen gehört, einen offenen, freien Meinungsaustausch zu lieben.“

Trotz seines professoralen Hintergrundes verkörperte Haneberg nach der Einschätzung des Kirchenhistorikers Hans Ammerich einen Bischofstyp, der ganz in der Seelsorge aufging. Als 1873 die Cholera in Speyer ausbrach und viele Todesopfer forderte, pflegte der Bischof mit seinen Mitarbeitern trotz höchsten Ansteckungsrisikos persönlich die Kranken in den Wohnungen und Spitälern. Auch bei seinen Visitationsreisen nahm Haneberg keine Rücksicht auf seine schwache gesundheitliche Konstitution. Sein früher Tod war eine Folge dieses unermüdlichen Einsatzes. Foto: Bistumsarchiv Speyer

16.06.2016


Unternehmerischer Erfolg muss geteilt werden

Ebernburger Tischgespräche mit Manager Andreas Barner – Ökonomische Impulse der Reformation

Bad Münster am Stein / Ebernburg- (ekhn/lk). In der Familie Martin Luthers gehörte es einst zum guten protestantischen Ton, bei gutem Essen und reichlich Getränken eine zünftige Debatte vom Zaun zu brechen. Diese Tradition der Tischreden haben die Evangelische Kirche der Pfalz, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau sowie die Evangelische Kirche im Rheinland gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz neu aufleben lassen. Seit drei Jahren laden sie prominente Gäste auf die Evangelische Familienbildungsstätte Ebernburg an der Nahe ein – zu gutem Essen und einer guten Diskussion.

Tischredner der jüngsten Veranstaltung war der Vorsitzende der Unternehmensleitung des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim, Andreas Barner. Sein Thema: „Reformation und Wirtschaft“. Barner warnte in seinem Beitrag vor einer Gesellschaft, die weiter unverdrossen auf Wirtschaftswachstum setzt. Selbst die Null-Zins-Politik etwa der Europäischen Zentralbank sorge für keine Impulse in der Wirtschaft mehr. Hinzu komme eine neue Generation von Jüngeren, die ihr Heil nicht mehr im persönlichen Zuwachs an Reichtum sehe. „Wir müssen uns von einer Gesellschaft mit hohen Zuwächsen zu einer Gesellschaft, die teilen lernt, entwickeln“, so Barner.

Auch die Unternehmen sieht der Manager in der Pflicht. Sie müssten das „Teilen des Erfolges“ mitberücksichtigen. Nur so sei eine Firma auf lange Sicht erfolgreich. Barners Credo lautet: Ökonomische Werte müssen „hartnäckig am Lebenszusammenhang der Menschen orientiert werden“. Damit wiedersprach er der neuzeitlichen Wirtschaftstheorie, nach denen Menschen nur an ihrem „maximalen Eigeninteresse“ interessiert seien, was dann wiederum die Wirtschaft antreibe. Nach Ansicht Barners hat Egoismus in Wirtschaftszusammenhängen ausgedient und langfristig keine Chance.

Dabei könnten auch Impulse aus der christlichen Tradition zu einer Neuorientierung der Ökonomie beitragen, erklärte Barner. So habe beispielsweise der Reformator Martin Luther zwar mit der Förderung des Individualismus und seiner Hochschätzung der beruflichen Arbeit wichtige Impulse für ein neues Verständnis von Wirtschaftszusammenhängen gegeben. Gleichzeitig habe er aber auch dafür plädiert, dass die Staatsmacht letztlich für Ordnungen und eine faire Verteilung sorgen müsse, so Barner, der auch Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist und im vergangenen Jahr Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Stuttgart war.

Bei dem diesjährigen Ebernburger Tischgespräch war der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung Gastgeber. Er begrüßte neben Barner den Rheinland-Pfälzischen Landtagspräsidenten Hendrik Hering sowie den Reformationsbeauftragten des Landes, Professor Gerhard Robbers und den Kirchenpräsidenten der Pfalz, Christian Schad sowie den Präses der rheinischen Kirche, Manfred Rekowski. Musikalisch begleitete das „Duo Camillo“ mit Fabian Vogt und Martin Schultheiß den Abend. Text: Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche), Presse

15.06.2016


Gespräch zwischen Dr. Hissnauer und Domkapitular Schappert

Speyer- Wie Ihnen sicher noch in Erinnerung ist, hat Dr. Wolfgang Hissnauer zum Jahresende 2015 seinen Rücktritt vom Amt des Vorsitzenden des Speyerer Dombauvereins erklärt. Als Grund nannte er Differenzen mit Domkustos Peter Schappert.

Wie der „Dom-Kurier“, das Mitteilungsblatt des Dombauvereins Speyer, in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, haben sich Dr. Wolfgang Hissnauer und Domkustos Peter Schappert Ende Mai zu einem Gespräch getroffen und haben über den Konflikt gesprochen.

In einer Entschuldigung bedauerte Domkustos Peter Schappert den Verlauf des Konflikts und das Ende der Zusammenarbeit. Er brachte zum Ausdruck, dass ihm all seine Anteile leidtun, die ein gutes Miteinander erschwert haben. Er schätze die hervorragende Arbeit Dr. Wolfgang Hissnauers als langjähriger Vorsitzender des Dombauvereins und danke ihm für sein wertvolles Engagement. Text: Bistum Speyer, Presse

15.06.2016


Katholiken im Bistum Speyer spenden 160.000 Euro für die Diaspora

Monsignore Georg Austen und Heinz Paus stellen den Jahresbericht 2015 des Bonifatiuswerkes vor.

Bonifatiuswerk veröffentlicht Jahresbericht 2015 – Fördersumme um 1,1 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr gestiegen

Speyer/Paderborn- Mit 15,7 Millionen Euro hat das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken im Jahr 2015 insgesamt 891 Projekte in der Diaspora Deutschlands, Nordeuropas und des Baltikums gefördert. Im Vergleich zum Vorjahr (14,6 Millionen Euro) ist dies ein Anstieg um 1,1 Millionen Euro. Die katholischen Christen aus dem Bistum Speyer haben 160.000 Euro in Kollekten und Einzelspenden für die Diaspora gespendet.

Diese Zahlen gehen aus dem Jahresbericht 2015 des Hilfswerkes hervor. Das Bonifatiuswerk unterstützt Katholiken überall dort, wo sie in einer extremen Minderheitensituation ihren Glauben leben, und fördert so die Seelsorge in den Bereichen der Deutschen und Nordischen Bischofskonferenz (Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland und Island) sowie in den Ländern Estland und Lettland.

Bei der traditionellen Kollekte zum Diaspora-Sonntag wurden im Bistum Speyer 56.000 Euro und bundesweit 2,3 Millionen Euro gesammelt. Erstkommunionkinder und Firmbewerber sammelten 43.000 Euro und 11.000 Euro für Kinder und Jugendliche in der Diaspora. Im Bistum Speyer unterstützte das Bonifatiuswerk Projekte in Höhe von 29.000 Euro. 24.000 Euro flossen in den Bereich der Bauhilfe, 5.000 in die Glaubenshilfe.

Der Jahresbericht 2015 zeigt mehrere positive Entwicklungen. So stiegen die Spenden um 16 Prozent auf 3,1 Millionen Euro. Ein positiver Trend zeigte sich bei den Kollekten, die um 200.000 Euro auf 4,87 Millionen Euro gestiegen sind. Die Anzahl der geförderten Projekte blieb im vergangenen Jahr stabil, dafür konnten zukunftsweisende Projekte mit einer höheren Fördersumme bedacht werden. Auch die Kinder- und Jugendhilfe hat von dieser Entwicklung profitiert. Der Förderbetrag stieg um 100.000 Euro. Im Bereich der Glaubensbildung konnte das Bonifatiuswerk seine Arbeit durch unterstützende Materialien für die Gemeinde- und Katechesearbeit intensivieren.

„Diese Entwicklung zeigt sich auch in unserer 2015 durchgeführten Spenderbefragung, die uns dabei hilft, Förderprojekte zielgerichteter zu adressieren. Zudem sind wir sicher, dass unsere kontinuierliche Bildungsarbeit und unsere pastoralen Hilfen dazu beitragen, dass die Inhalte und der Auftrag des Bonifatiuswerkes bei unseren Spendern positiv wahrgenommen werden“, sagte der Präsident des Bonifatiuswerkes, Heinz Paus.

Das Bonifatiuswerk förderte Projekte im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz mit 6,1 Millionen Euro, in Norwegen, Schweden, Dänemark Finnland und Island mit 1,4 Millionen Euro und in Estland und Lettland mit 860.000 Euro. In dieser Förderung enthalten sind 77 Bauprojekte mit 3,35 Millionen Euro, 728 Projekte der Kinder- und Jugendhilfe mit 2,1 Millionen Euro und 39 Projekte der Glaubenshilfe mit 612.000 Euro. Durch die Verkehrshilfe konnte die Anschaffung von 47 BONI-Bussen und Gemeindefahrzeugen für mehr als 880.000 Euro unterstützt werden. In missionarische Projekte und Initiativen zur Neuevangelisierung sowie in die religiöse Bildungsarbeit flossen 2,3 Millionen Euro, in die Projektbetreuung und- begleitung rund 396.000 Euro. Aus den Mitteln des Diaspora-Kommissariats wurden 4,6 Millionen Euro an Projekte in Nordeuropa weitergeleitet.

Insgesamt weist der Jahresbericht Einnahmen von 24 Millionen Euro aus. Neben den oben genannten Projektförderungen wurden 4,5 Millionen Euro Rücklagen gebildet, 1,8 Millionen Euro ergeben sich aus vermögenswirksamen Ausgaben und für die Öffentlichkeitsarbeit und die Verwaltung wurden 1,9 Millionen Euro aufgebracht. 8,13 Prozent der Einnahmen verwendete das Bonifatiuswerk für Werbung und Verwaltung – das ist nach Kriterien des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen, die als Maßstab angelegt werden – sehr niedrig.

Gerade nach der Rückkehr vom 100. Katholikentag in der Diaspora Leipzigs berichtete der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, dass er bei seinen Begegnungen immer wieder erfahren habe, wie sehr die Arbeit des Diaspora-Hilfswerks geschätzt werde. „Für Katholiken in der Minderheit sind wir dank unserer Spender ein verlässlicher Partner. Mit unserer Unterstützung möchten wir eine Zukunft mitgestalten, in der unser christlicher Glaube und unsere Werte erfahren und erlebt werden.“

Der gesamte Jahresbericht 2015 unter: www.bonifatiuswerk.de oder hier als PDF

Text: Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken, Presse Foto: Patrick Kleibold

14.06.2016


Katholische Kirche in Beindersheim vor 100 Jahren geweiht

Pontifikalamt zum Jubiläum mit Weihbischof Otto Georgens am 19. Juni

Beindersheim- (is). Seit fast 100 Jahren begleitet die Kirche Hl. Kreuz, St. Peter und St. Nikolaus die katholische Gemeinde in Beindersheim durch die Zeit. Noch während des ersten Weltkrieges, am 19. Juni 1916, weihte der damalige Bischof von Speyer, Michael von Faulhaber, das im neobarocken Stil errichtete Gebäude. Auf den Tag genau 100 Jahre später begeht die Pfarrei am 19. Juni ihr großes Jubiläumsfest. Um 10.30 Uhr feiert Weihbischof Otto Georgens mit Pfarrer Andreas Rubel ein Pontifikalamt in der Kirche, in dessen Rahmen die spätromantische Kämmerer-Orgel von 1927 nach aufwendiger und liebevoller Restaurierung wieder in Betrieb genommen wird. Die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes übernehmen außerdem der Kirchenchor, Blechbläser aus der Pfarrei sowie das Ensemble Quintuno.

Im Anschluss an den Gottesdienst findet rings um die Kirche ein großes Pfarrfest für die ganze Familie statt. Wer sich für die Geschichte der Kirche interessiert, kann eine aus Fotografien und persönlichen Leihgaben zusammengestellte Ausstellung besichtigen. Weiterhin werden Orgelführungen sowie ein Jubiläums- und Kräutermarkt angeboten. Ebenso ist ein Programm für Kinder und Jugendliche geplant. Seinen offiziellen Abschluss findet der Jubiläumstag mit der gemeinsamen Vesper um 17 Uhr in der Kirche.

Auf das Jubiläum haben sich die Gemeindemitglieder fast ein ganzes Jahr lang vorbereitet. Nahezu jeden Monat gab es eine zentrale Veranstaltung, an denen alle Gruppen aus der Gemeinde mitwirkten - so gab es zum Beispiel die Aktion „Kirche im Licht“ mit der Kolpingsfamilie, den Evensong der Chöre im Advent als ökumenischen Schwerpunkt sowie ein gemeinsames Essen mit Flüchtlingsfamilien und viele weitere Aktionen. Foto: dak

13.06.2016


Ehrliche Begegnung mit kritischen Fragen

Visitation des Kirchenbezirks Zweibrücken – Gespräche in schwieriger Situation

Zweibrücken- (lk). Visitation heißt, dass man sich wechselseitig gestattet, auch kritische Fragen zu stellen. Unter diesem Leitwort steht nach Ansicht von Kirchenpräsident Christian Schad der Besuch der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche der Pfalz im Kirchenbezirk Zweibrücken. In den fünf Tagen biete sich die Chance, „dass wir alle voneinander lernen und uns wechselseitig bereichern; dass wir unsere Talente und Begabungen so einsetzen, dass sie dem Auftrag der Kirche entsprechen und wir gemeinsam neue Impulse für die Arbeit und das christliche Leben vor Ort entdecken“, sagte Schad vor rund 240 Besuchern des „Abends der Begegnung“ im Foyer des Oberlandesgerichts in Zweibrücken.

Die Visitation, die von einem geschäftlichen Teil über Gespräche mit Mitarbeitern bis zu einem externen Betriebsbesuch reiche, sei eine „ehrliche Begegnung“, erklärte der Kirchenpräsident. Dies setze voraus, dass sich Besuchende und Besuchte als Partner verstünden und dazu bereit seien, sich in die Lage des jeweils Anderen zu versetzen. „Es soll nicht so sein, dass die Besuchenden meinen, alles besser zu wissen, und die Besuchten ihre Haltung als die einzig richtige ansehen“, sagte Schad. Es solle spürbar werden: „Wir gehören zusammen: die einzelnen Kirchengemeinden und Dienste, der Kirchenbezirk und die Landeskirche insgesamt.“

Landrat Hans Jörg Duppré, der für den Landkreis Südwestpfalz und die Stadt Zweibrücken sprach, erinnerte an die gemeinsamen Aufgaben der Kommunen und Kirchen. Dies gelte nicht nur für die Zusammenarbeit in den Bereichen der Kindertagesstättenarbeit oder die Zusammenarbeit in sozial-diakonischen Beratungsstellen. Angesichts der Ängste der Mitarbeiter und Bürger im Blick auf die Situation des Evangelischen Krankenhauses und der Sorge, dass in der Region „die Lichter ausgehen“, erinnerte Duppré an ähnliche Situationen vor 37 Jahren, als die Schuhindustrie in der Südwestpfalz in einer Umstrukturierungsphase gewesen sei. Damals habe man vergeblich auf Hilfe von Außen gewartet. Die Lichter seien jedoch nicht ausgegangen, „weil die Menschen hier zusammen gestanden haben“, sagte der Landrat.

Theophil Gallo, Landrat des Saarpfalz-Kreises, betonte, dass die sich schnell verändernden Rahmenbedingungen gerade im Gesundheitsbereich diakonische Träger und Kommunen vor schwere Entscheidungen stellten. Die Zusammenarbeit von „Kirche und Welt“ sei von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Dekan Johannes Pioth von der katholischen Kirche unterstrich die gemeinsamen Herausforderungen im Blick auf die oft als bedrohlich empfundenen Veränderungen, die das Leben der Menschen prägten. Das alte kirchliche Argument, „wir machen es so, weil es halt schon immer so war“, reiche nicht mehr. „Wir müssen gemeinsam Projekte angehen, um die Probleme anzugehen“, sagte Pioth.

Humorvoll schloss der Vizepräsident des Oberlandesgerichts (OLG) Zweibrücken und „Schlossherr“, Jörg Hoffmann, den Reigen der Grußwortredner mit einem Abriss über die Geschichte des Zweibrücker Schlosses. Die kirchliche Veranstaltung im Gebäude des OLG erinnere daran, „dass auch wir weltlichen Richter uns einmal in der Hoffnung auf milde Behandlung vor dem Jüngsten Gericht zu verantworten haben“, sagte Hoffmann schmunzelnd.

Zum Abend der Begegnung waren in den Festsaal des Zweibrücker Schlosses rund 240 Vertreter des öffentlichen Lebens gekommen, darunter der ehemalige Zweibrücker Landtagsabgeordnete Fritz Presl, Professor Michael Hüttenhoff von der Fachrichtung Theologie an der Universität des Saarlandes sowie der Leiter des Dienstleistungszentrums Zweibrücken der Bundeswehr, Hans-Helmut Lenzen. Unter den Gästen waren aus den benachbarten rheinischen Kirchenkreisen die beiden Superintendenten Gerhard Koepke und Christian Weyer anwesend. Die künstlerische Gestaltung des Abends hatte Jakob Seel mit klassischer und zeitgenössischer Musik am Violoncello übernommen.

Zu Beginn des zweiten Visitationstages besuchte die Kommission unter Leitung von Kirchenpräsident Christan Schad die Maschinenfabrik Pallmann. Firmenchef Hartmut Pallmann erläuterte dabei die Herausforderungen eines mittelständischen Unternehmens. Die Firma verbinde seit 100 Jahren Tradition und Innovation und sei in der Lage die Innovationen dank qualifizierter Mitarbeiter schnell in anspruchsvolle, marktgerechte Produkte umzusetzen. Nur so könne man sich auf dem Weltmarkt behaupten.

Der Protestantische Kirchenbezirk Zweibrücke erstreckt sich über die Landesgrenzen des Saarlandes und Rheinland-Pfalz von St. Ingbert im Westen bis Rieschweiler im Osten. Der Kirchenbezirk hat 36.238 Gemeindemitglieder in 36 Kirchengemeinden. In ihm arbeiten allein im Kindertagesstättenbereich rund 400 Mitarbeiterinnen.

12.06.2016


Gesundheitsversorgung muss gesichert bleiben

13.000 Unterschriften für den Erhalt des Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken übergeben

Zweibrücken- (lk). Eine von rund 13.000 Bürgern unterzeichnete Unterschriftenliste zum Erhalt der Arbeitsplätze im Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken haben Vertreter der Mitarbeitervertretung an Kirchenpräsident Christian Schad übergeben. Zu Beginn eines „Abends der Begegnung“ im Rahmen der Visitation des Kirchenbezirks Zweibrücken erklärte der stellvertretende Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Thomas Stauder, die Liste belege die Verwurzelung des Krankenhauses in Stadt und Region. „Wir Mitarbeiter leisten seit vielen Jahren gute Arbeit und tragen dazu bei, dass sich die Patienten im ‚Evangelischen‘ gut aufgehoben fühlen“, sagte Stauder.

In Arztpraxen, Geschäften und bei Veranstaltungen habe die Unterschriftenliste ausgelegen. Sie drücke die Solidarität, Anerkennung und Wertschätzung der Bürger „für unsere Arbeit aus“, erläuterte Stauder. Das Krankenhaus sei ein wertvoller Standortfaktor, die Gesundheitsversorgung in Zweibrücken müsse auch künftig gesichert bleiben. Mitarbeitervertreterin Susann Carius schilderte an ihrem persönlichen Beispiel die Existenzängste der Belegschaft. Sie selbst sei seit 38 Jahren am Evangelischen Krankenhaus, „nun wird alles zerstört“.

Carius erinnerte an die vom Landesverein für Innere Mission (LVIM) erstellten Leitlinien, in denen unter anderen der Satz stehe „Der Nächste ist Mensch“. „Wir haben uns an die Leitlinien gehalten, der Träger LVIM hat sie mit Füßen getreten“, sagte Carius. Es sei „unchristlich und beschämend“, was mit den Mitarbeitern geschehe. „Wir werden zur Schlachtbank geführt“, erklärte Susann Carius vor den Gästen des Begegnungsabends und den still protestierenden Mitarbeitern.

Kirchenpräsident Schad betonte bei der Entgegennahme der Unterschriftenliste, er habe gleich zu Beginn den Fokus auf die Probleme des Landesvereins richten wollen, „um deutlich zu machen, dass uns in Speyer die Situation hier wohl bewusst ist“. Er wisse, wie viel Vertrauen in den letzten Monaten verloren gegangen sei. Darum habe er sich bereits während der Demonstration für den Erhalt des Krankenhauses am 23. April den Vorwürfen der Bürgerinnen und Bürger gestellt. „Ich habe sehr genau gespürt, dass das Evangelische Krankenhaus für viele von Ihnen wirklich eine Herzenssache ist“, sagte Schad.

Der Kirchenpräsident war gemeinsam mit Diakoniedezernent Manfred Sutter am Vortag zum Gespräch mit der Mitarbeitervertretung und der Ärzteschaft zusammen gekommen. Dabei versicherten beide in ihrer Funktion als Vorsitzende der Verwaltungsräte der Diakonissen Speyer-Mannheim und des Landesvereins für Innere Mission, dass sie sich für eine Fusion beider diakonischer Träger stark machten, um so „die übrigen 1.400 Arbeitsplätze des Landesvereins zu sichern, ohne die 4.500 Stellen bei den Diakonissen Speyer-Mannheim zu gefährden“. Damit sei auch im Altenhilfezentrum Johann-Hinrich-Wichern-Haus die Arbeit gesichert.

Im Blick auf die beiden Optionen, einer gemeinsamen Lösung mit dem Nardini-Klinikum für den Bereich der Inneren Medizin oder einer Investorenlösung, werde der Landesverein für nahezu alle Mitarbeiter des Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken adäquate Arbeitsplätze in der Region vermitteln. Für die übrigen sollen soziale Härten abgefedert werden, sagte Schad.

12.06.2016


BFD-Stellen für Flüchtlinge – Jetzt bewerben!

Speyer- (dwp). Die Diakonie Pfalz hat noch freie Plätze für Flüchtlinge im Bundesfreiwilligendienst (BFD).  Die Plätze stammen aus dem Sonderprogramm der Bundesregierung "Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug". „Wir ermutigen Flüchtlinge, diese Chance zu ergreifen und sich bei uns zu bewerben. Wir bitten auch Haupt- und Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe, die Flüchtlinge auf diese Möglichkeit aufmerksam zu machen“, sagt Erika Münzer-Siefert, Leiterin des Referats Freiwilligendienste bei der Diakonie Pfalz.

Um Flüchtlingen im BFD den Einstieg zu erleichtern, gibt es ein besonderes Begleitkonzept, zu dem neben der Vorbereitung auf die Arbeit in der Einsatzstelle auch Sprachkurse und Unterstützung bei Alltagsfragen gehören. Voraussetzung für den Antritt einer BFD-Stelle und die damit verbundene intensive Betreuung ist die Registrierung als Flüchtling. Prinzipiell stehen den Flüchtlingen alle Einsatzstellen offen, die die Diakonie Pfalz anbietet. „Natürlich prüfen wir wie bei allen unseren Freiwilligen, ob die Interessen und Fähigkeiten der Bewerber mit den Anforderungen der Stelle übereinstimmen. Das ist fester Bestandteil aller Bewerbungsverfahren“, erläutert Münzer-Siefert.

Auf die Diakonie Pfalz entfallen 20 Plätze aus dem Sonderprogramm. BFD-Stellen mit Flüchtlingsbezug sind einerseits Stellen, in denen Freiwillige mit Flüchtlingen arbeiten, andererseits BFD-Stellen für Flüchtlinge. Viele Stellen für die Arbeit mit Flüchtlingen sind bereits besetzt.

Im Bundesfreiwilligendienst erhalten Freiwillige monatlich ein Taschengeld von rund 330 Euro sowie die Fahrtkosten vom Wohnort zur Arbeitsstelle. Im Sonderprogramm müssen die Bewerberinnen und Bewerber 18 Jahre alt sein und aus „nicht sicheren Herkunftsländern“ stammen. Das Diakonische Werk Pfalz hat sich aber entschlossen, auch minderjährigen Flüchtlingen und Menschen aus sogenannten „sicheren Herkunftsländern“ den Freiwilligendienst zu ermöglichen „Das heißt, wir bieten ihnen außerhalb dieses Sonderkontingents einen Platz im Bundesfreiwilligendienst oder ein Freiwilliges Soziales Jahr an“, sagt Münzer-Siefert. Dabei können volljährige Freiwillige zeitnah in den Freiwilligendienst starten, bei den Minderjährigen sind ab Sommer wieder Plätze frei.

Bewerbungen bitte online über die Homepage www.diakonie-pfalz.de/ich-moechte-helfen/bundesfreiwilligendienst.html. Rückfragen und weitere Auskünfte gibt es per Mail an fsj@diakonie-pfalz.de oder telefonisch unter 06232 664-291.

Text: Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche der Pfalz, Presse

09.06.2016


Nightfever im Dom zu Speyer

Speyer- Am Samstag, 09. Juli 2016 laden wir Sie wieder herzlich zum jährlichen NIGHTFEVER im Dom zu Speyer ein.

Nach der Eröffnung mit der Heiligen Messe um 18:00 Uhr mit Domkapitular Franz Vogelgesang, startet der Nightfever Abend mit Gebet, Gesang der Jugendbands, vielen Lichtern und Angeboten wie Segnung, Beichte und Gespräch.

Bereits in den vergangenen Jahren folgten tausende Menschen der Einladung und waren begeistert von der Atmosphäre im Dom, vom Kerzenlicht und der Musik.

Nightfever ist eine Initiative junger Christen, die die Freude und das Erlebnis des Weltjugendtages 2005 in Köln mit großer Begeisterung in die Gemeinden tragen. Das Motto ¨Wir sind gekommen, ihn anzubeten¨, soll weitergehen. Nach dem Weltjugendtag in Köln fanden sich engagierte Menschen zusammen, die sich für die Idee begeisterten, weiter zu machen und die Kirchen dafür zu öffnen.

Diese Abende finden in zahlreichen Städten weltweit statt, allein in Deutschland mittlerweile in mehr als 70 Städten, und seit 2011 auch im Bistum Speyer. An den Abenden sind die Türen des Domes weit geöffnet. Junge Menschen gehen mit Kerzen auf die Straße  und laden Passanten ein in den Dom zu kommen, eine Kerze zu entzünden, der Musik zu lauschen, eine Bibelstelle zu ziehen, Jesus in der Anbetung zu begegnen, einen Segen zu empfangen, das Angebot zum Gespräch wahr zu nehmen oder zu beichten. Viele nehmen diese Einladung an, manche bleiben eine Viertelstunde, andere den ganzen Abend. Der Abend endet um 23:00 Uhr mit der Komplet, dem Nachtgebet der Kirche.

Auch wenn der Ablauf sich in jeder Stadt gleicht, so kann man bei Nightfever doch eine große Vielfalt entdecken. Ganz unterschiedliche Gruppen, Gemeinschaften und Gemeinden vor Ort bringen sich mit ihren Liedern und Gebeten ein, ebenso wie die Jugendlichen selbst Nightfever mit ganz unterschiedlichen Talenten bereichern, sei es in der Musik, in der Technik oder in der Verpflegung. Ihr Engagement ist dabei ganz ehrenamtlich. Sie tun das, weil sie selbst begeistert sind von ihrem Glauben und diesen mit anderen teilen möchten.

Weitere Nightfever im Bistum Speyer:

05.11.2016 in St. Pirmin in Pirmasens

16.12.2016 in der „Alten Kirche“ in St. Ingbert

Für weitere Informationen besuchen Sie unsere Homepage www.nightfever.org

Text und Foto: Night Fever, Presse

09.06.2016


Nachhaltig handeln und die Schöpfung bewahren

Klimaschutzinitiative: Zehn „Vorbildgemeinden 2016“ ausgezeichnet

Speyer- (lk). Ob cleveres Energiemanagement, energetische Gebäudesanierung, die Einführung des Umweltmanagementsystems „Grüner Gockel“ oder ein die Umwelt schonendes Mobilitätsverhalten – im Rahmen der Klimaschutzinitiative der pfälzischen Landeskirche zeigen protestantische Kirchengemeinden in der Pfalz und Saarpfalz, wie nachhaltiges Handeln funktioniert. Die Evangelische Kirche der Pfalz hat auch in diesem Jahr wieder zehn „Vorbildgemeinden“ ausgezeichnet, die mit finanzierbaren und technisch durchdachten Projekten und Maßnahmen zur Bewahrung der Schöpfung beitragen. Eine von der landeskirchlichen Arbeitsstelle Frieden und Umwelt herausgegebene Broschüre stellt die Kirchengemeinden vor.

„Vorbildgemeinden 2016“ sind Altenglan, Bruchhof-Sanddorf, Dierbach, Essingen-Dammheim-Bornheim, die Gedächtniskirchengemeinde in Speyer, Gries, Haßloch, die Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Hochspeyer, die Lutherkirchengemeinde in Frankenthal und die Johannes-Kirchengemeinde Mußbach. Diese Kirchengemeinden hätten u.a. dazu beigetragen, dass die pfälzische Landeskirche bis zum Jahr 2015 das Ziel erreicht habe, im Gebäudebereich 25 Prozent des klimaschädlichen Gases Kohlenstoffdioxid (CO₂) einzusparen, erklärt Kirchenpräsident Christian Schad in seinem Vorwort zu der Broschüre. Jeder Schritt bringe die Weltgemeinschaft dem Ziel näher, die Erderwärmung zu begrenzen. Entsprechend einem Beschluss der Frühjahrssynode unterstützt die Landeskirche auch das auf Ebene der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vereinbarte Ziel, den CO₂-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent (gemessen am Basisjahr 2005) zu reduzieren.

Insgesamt wurden bisher im Rahmen der Klimaschutzinitiative der pfälzischen Landeskirche 20 Vorbildgemeinden ausgezeichnet. Auch für 2017 sind wieder Bewerbungen bei der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Evangelischen Kirche der Pfalz möglich. Für gelungen umgesetzte Konzepte werden 1000 Euro ausgelobt. Klimaschutzmanagerin Sibylle Wiesemann und Umweltbeauftragte Bärbel Schäfer bieten Bewerbern u.a. technische Beratung, Weiterbildung, Vermittlung von Fördergeldern und persönliche Begleitung an. „Von der Kirchengemeinde über die Kitas bis zur Verwaltung – alle kirchlichen Ebenen werden aktiv für die Bewahrung der Schöpfung.“

Hinweis: Die Broschüre „Vorbildgemeinden 2016“ sowie weitere Informationen sind erhältlich bei der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt, Große Himmelsgasse 3, 67346 Speyer, Telefon 06232/6715-14, E-Mail: umwelt@frieden-umwelt-pfalz.de. Mehr zum Thema: www.frieden-umwelt-pfalz.de.

Oder lesen Sie die Broschüre hier als PDF

07.06.2016


»Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer« startet neue Informationsplattform rund um das UNESCO-Weltkulturdenkmal

Gelungene Premiere: Unter www.stiftung-kaiserdom.de ist ab sofort der neue Internetauftritt der »Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer« online erreichbar.

Speyer– Um auf die vielfältigen Aktivitäten für das UNESCO-Weltkulturdenkmal Kaiserdom zu Speyer aufmerksam zu machen, nutzt die »Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer« ab sofort eine neue Internetseite. Unter www.stiftung-kaiserdom.de finden Interessenten aktuelle Termine und Veranstaltungshinweise, Informationen über die gemeinnützige Arbeit der Stiftung sowie Unterstützungsmöglichkeiten für deren Aktionen.

Aktuelle Onlineangebote sollen – analog zum Stiftungsauftrag – dazu beitragen, die Kathedrale ins Bewusstsein der Menschen zu bringen …

Analog zum Auftrag und dem Engagement der »Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer« soll auch der neue Webauftritt dazu beitragen, die Kathedrale und seine Geschichte ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Besonderer Wert wurde auf eine übersichtliche Struktur der neuen Internetseite gelegt. Parallel zu der am 18. Juni beginnenden Jahresaktion „Die Pfalz liest für den Dom“ werden die unterschiedlichen Patenschaftsangebote für Steine, Säulen und Projekte der Stiftung vorgestellt. So können sich beispielsweise Interessenten über eine Planzeichnung verfügbare freie Steinpatenschaften ansehen. Informationen über Zustiftungen und Spenden runden das Angebot für Unterstützer ab.

Downloadmöglichkeit für Online-Spiel „Geheimnisse des Kaiserdomes“

Baugeschichtlich Interessierte finden – ergänzend zu einer kurzgefassten Geschichte des Kaiserdomes – eine Chronik sowie aktuelle Publikationen der »Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer«. Als weiteres Extra kann das Online-Spiel „Geheimnisse des Kaiserdomes. Die Heiligen der Dom-Ausmalung von Johann Schraudolph im 19. Jahrhundert“ kostenlos heruntergeladen werden. Dieses wurde von der „Dietmar Hopp Stiftung“ ermöglicht.

Aktuelle Nachrichten der Stiftung werden mit Inhalten aus dem Bistum und der Bistumszeitung „der pilger“ als Zusatzinformationen ergänzt. Dies geschieht, um weitere Informationen rund um den Kaiserdom zu bieten und den Newswert für regelmäßige Besucher der Stiftungsseiten zu erhöhen. Im Sinne einer bestmöglichen Vernetzung nutzt www.stiftung-kaiserdom.de die technische Basis der modular erweiterbaren „Webseiten-Familie“ im Bistum Speyer. Diese umfasst bereits zahlreiche Pfarreien, Dekanate und auch die offizielle Webseite des Bistums Speyer.

Die Projektverantwortlichen wurden bei der technischen Umsetzung des Internet-Redaktionssystems begleitet. Die Konzeptentwicklung zur Erstellung der Webseiten-Familie verantwortet die Peregrinus GmbH, der Verlag, in dem die Bistumszeitung „der pilger“ erscheint.

Interessenten und Förderer finden unter www.stiftung-kaiserdom.de ab sofort vielfältige Informationen über gemeinnützige Stiftungsarbeit und deren Aktionen

Text: Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer, Presse Foto: Peregrinus GmbH, Presse

06.06.2016


100.000 Besucherin im Kaisersaal des Speyerer Doms begrüßt

Elli Zimpelmann aus Limburgerhof freute sich über Blumen und einen Katalog aus der Hand des Domkustos Peter Schappert

Speyer- „Ich freue mich sehr, dass ich heute die 100.000 Besucherin im Kaisersaal willkommen heißen darf“, so Domkapitular Peter Schappert. Elli Zimpelmann aus Limburgerhof nahm am Freitag, 3. Juni, überrascht und erfreut die Glückwünsche des Domkustos entgegen. Die Presbyterin der Protestantischen Kirchengemeinde Limburgerhof besuchte zusammen mit ihren Presbyteriumskolleginnen und -kollegen sowie Pfarrer Martin Grimm den Kaisersaal im Rahmen einer Führung.

Zimpelmann war es auch, die Idee zu dem Besuch im Kaisersaal hatte: „Wir machen jedes Jahr einen gemeinsamen Ausflug und da ich selbst schon im Kaisersaal war, habe ich den Vorschlag zum Besuch dort gemacht.“ Als 100.000 Besucherin seit der Eröffnung des Kaisersaals im November 2012 erhielt Elli Zimpelmann neben einem Blumenstrauß auch der Katalog zur Präsentation der Schraudolph-Fresken, die seit 2012 im Kaisersaal zu sehen ist.

„Von Beginn an ist die Öffnung von Kaisersaal und Aussichtsplattform eine Erfolgsgeschichte.“, freute sich Domkapitular Peter Schappert. „Im direkten Kontakt mit den Besuchern und über unsere Besucherbefragung bekommen wir sehr viel positiven Zuspruch. Gelobt werden hier vor allem die Freundlichkeit unserer Besucherbegleiter und die eindrucksvolle Gestaltung des Raums“.

Im November 2012 wurden Kaisersaal und die Aussichtsplattform auf dem Südwestturm erstmals öffentlich zugänglich gemacht. Seither haben während der Sommermonate Touristen und Einheimische die Gelegenheit, den über der Vorhalle gelegenen Saal mit einer Präsentation monumentaler Fresken des 19. Jahrhunderts zu besichtigen. Von dort aus geht es hinauf zur Turmspitze, von wo aus sich ein einmaliger Rundblick über die Stadt und das Umland bietet. Pro Saison, die von April bis Oktober geht, besuchen durchschnittlich 30.000 Menschen die beiden Attraktionen im Westbau des Speyerer Doms. Text: Bistum Speyer, Presse Foto: dak

04.06.2016


Generalvikar Dr. Franz Jung vollendet das 50. Lebensjahr

Speyer- (is). Seinen 50. Geburtstag feiert heute, am Samstag, den 4. Juni, der Speyerer Generalvikar Dr. Franz Jung. Der aus Ludwigshafen stammende Geistliche hat in Rom und München studiert und wurde 1992 in Rom zum Priester geweiht. Seit dem Jahr 2009 leitet er als Generalvikar das Bischöfliche Ordinariat des Bistums Speyer und ist damit der engste Mitarbeiter des Speyerer Bischofs Dr. Karl-Heinz Wiesemann.

Mit der Entwicklung eines neuen Seelsorgekonzepts und der Erneuerung der Pfarreienstruktur im Rahmen des Prozesses „Gemeindepastoral 2015“ wurden in dieser Zeit wichtige Richtungsentscheidungen für die kommenden Jahre getroffen.

Zum Bistum Speyer, das sich über die gesamte Pfalz und den Saarpfalzkreis erstreckt, zählen rund 550.000 Katholikinnen und Katholiken.

Vor seiner Berufung zum Generalvikar hatte Jung die Abteilung Gemeindeseelsorge des Bischöflichen Ordinariats geleitet und war zugleich Referent für die klösterlichen Verbände. Seit dem Jahr 2008 gehört Franz Jung als Domkapitular dem Speyerer Domkapitel an.

04.06.2016


Bistum Speyer feiert 2017 das 200-jährige Jubiläum seiner Wiedererrichtung

Festgottesdienst, Domnapf-Ausschank und offene Türen des Bischöflichen Ordinariats am Pfingstmontag – Chawwerusch Theater erinnert mit Theaterstück an die Anfänge des neugegründeten Bistums

Speyer-  Unter dem Leitwort „Seht, ich mache alles neu“ (Off 21,5) feiert das Bistum Speyer im kommenden Jahr das 200-jährige Jubiläum seiner Wiedererrichtung. Die zentrale Feier findet am Pfingstmontag, dem 5. Juni 2017 statt - genau 200 Jahre nach der Unterzeichnung des Bayerischen Konkordats, mit dem das Bistum Speyer 1817 in den Grenzen des bayerischen „Rheinkreises“ neu gegründet worden war. Das frühere Fürstbistum Speyer war in Folge der Französischen Revolution im Jahr 1801 untergegangen.

Der Auftakt zum Bistumsjubiläum steht ganz im Zeichen der Ökumene: Bereits am Pfingstsonntag (4. Juni 2017) wird um 16 Uhr im Speyerer Dom eine ökumenische Vesper gefeiert.

Im Mittelpunkt der Jubiläumsfeier am Pfingstmontag (5. Juni) steht der Festgottesdienst um 10 Uhr im Dom. „Schon jetzt lade ich alle Gläubigen herzlich dazu ein“, so der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann. Erwartet werden auch zahlreiche Repräsentanten des politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Lebens, darunter der apostolische Nuntius für Deutschland, die Bischöfe der Speyerer Nachbar- und Partnerbistümer sowie Vertreter des Hauses Wittelsbach und der rheinland-pfälzischen, der saarländischen und der bayerischen Landtage und Landesregierungen. Nach dem Pontifikalamt wird der Domnapf auf dem Domvorplatz mit Wein gefüllt und an die Teilnehmer der Jubiläumsfeier ausgeschenkt.

Das Programm am Nachmittag lädt die Besucherinnen und Besucher dazu ein, neben der Vergangenheit auch die gegenwärtigen Arbeitsschwerpunkte und die Zukunftsvisionen des Bistums kennenzulernen. Dazu öffnet das Bischöfliche Ordinariat seine Türen. In den verschiedenen Dienstgebäuden rund um den Dom sind inhaltliche sowie kulinarische Angebote geplant. Nach der Vesper, die voraussichtlich um 16 Uhr im Dom gefeiert wird, klingt der Tag mit einem Musikprogramm im Domgarten aus.

Theaterstück macht die Zeit des Anfangs lebendig

„Um an die Anfänge des Bistums zu erinnern, haben wir uns dafür entschieden, die Zeit der Neugründung mit den Mitteln des Theaters wieder lebendig werden zu lassen“, erklärt Bischof Wiesemann. Kooperationspartner für dieses ungewöhnliche Projekt ist das Chawwerusch Theater in Herxheim. Es entwickelt zurzeit ein Theaterstück, das den Zuschauern die historischen Umstände vor 200 Jahren und die Anfangsjahre des neugegründeten Bistums anschaulich und auf unterhaltsame Weise vor Augen führt. Das Theaterstück wird im Mai und Juni des kommenden Jahres an mehreren Orten des Bistums gezeigt. Geplant sind Aufführungen in den einzelnen Dekanaten und den katholischen Schulen. Auch im Rahmen des Bistumsjubiläums am Pfingstmontag ist eine Aufführung des Theaterstücks vorgesehen.

Außerdem plant das Bistum im Zusammenhang mit dem Bistumsjubiläum im kommenden Jahr mehrere Bildungs- und Vortragsangebote, gemeinsam veranstaltet vom Bistumsarchiv und der katholischen Erwachsenenbildung. is

01.06.2016


125 Jahre Verbot der Sonntagsarbeit

DGB und Kirchen in Rheinland-Pfalz setzen sich für den Sonntagsschutz ein

Mainz- Im Juni 1891, vor 125 Jahren, trat das Verbot der Sonntagsarbeit in Kraft – ein sozialpolitischer und arbeitsrechtlicher Meilenstein. Die Industrialisierung hatte zuvor den durch Kaiser Konstantin 321 eingeführten Sonntag als verbindlichen Feiertag ausgehebelt. In den vergangenen Jahren wurde erneut die Sonntagsruhe durch die Feiertagsgesetzgebung und die Novellierung der Ladenschlussgesetze in vielen Fällen aufgeweicht. Schon jetzt arbeiten rund elf Millionen Beschäftigte in Deutschland auch an Sonn- und Feiertagen. In Rheinland-Pfalz setzen sich der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Kirchen gemeinsam dagegen ein.

„Wir dürfen nicht weiter auf dem Weg in die 7-Tage-24-Stunden-Gesellschaft gehen. Immer mehr Flexibilisierung, Arbeit an Wochenenden – das greift in das Privat- und Familienleben der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein. Deshalb ist eine immer weitere Aufweichung der Sonntagsruhe für die Beschäftigten unzumutbar. Einen Tag in der Woche können und müssen die Geschäfte geschlossen bleiben", so Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland.

In gemeinsamen Bündnissen – wie beispielsweise die Allianz für den freien Sonntag – engagieren sich Kirchen und DGB-Gewerkschaften vielerorts gegen eine Ausweitung der Sonntagsarbeit und verweisen dabei auch darauf, dass die staatliche Schutzgarantie für Sonn- und Feiertage sogar Verfassungsrang genießt (Art. 140 GG).

„Der arbeitsfreie Tag, der zur jüdisch-christlichen Tradition gehört, erinnert daran, dass Menschen nicht nur zur Arbeit geschaffen sind und unsere Würde nicht an unserer Leistung hängt“, sagen der pfälzische Oberkirchenrat Gottfried Müller und die stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrike Scherf. „Der Sonntag sorgt für eine gemeinschaftliche Unterbrechung des Arbeitsalltags. Das tut dem Menschen gut – jedem Einzelnen und der Gesellschaft im Ganzen“, so Dr. Johann Weusmann, Vizepräsident der Evangelischen Kirche im Rheinland. Der Sonntag biete dem Menschen Raum, sich auf das Wesentliche im Leben zu besinnen sowie Zeit für gemeinsame kulturelle Veranstaltungen, Sport, den Besuch der Gottesdienste aber auch die Pflege von freundschaftlichen und familiären Kontakten.

Hans-Georg Orthlauf-Blooß vom Referat Berufs- und Arbeitswelt des Bistum Mainz, Regionalstelle Rheinhessen ergänzt: „Immer wieder erleben wir Vorstöße von Politik und Wirtschaft, die darauf gerichtet sind, den arbeitsfreien Sonntag weiter auszuhöhlen. Wir erleben eine Ökonomisierung aller Lebensbereiche, stattdessen sollte man sich im gesamtgesellschaftlichen Interesse aber wieder auf den Sonntag als echten Ruhetag besinnen“. dgb/lk

01.06.2016


Wahl der Landauer Landessynodalen bestätigt

Das Verfassungs- und Verwaltungsgericht weist die Anfechtung ab

Speyer / Neustadt- Die Vertreter des Kirchenbezirks Landau in der Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz sind rechtmäßige Mitglieder der Landessynode. Der Landauer Pfarrer Friedhelm Hans hat ihre Wahl ohne Erfolg angefochten. Seine Klage wurde jetzt vom Verfassungs- und Verwaltungsgericht der Evangelischen Kirche der Pfalz abgewiesen. Der Entscheidung ging eine mündliche Verhandlung voraus. Eine Urteilsbegründung liegt noch nicht vor.

Die Wahl des geistlichen Vertreters, Dekan Volker Janke, und der beiden weltlichen Vertreter, Chefarzt Eberhard Rau und Politikwissenschaftler Ulrich Sarcinelli, waren von Pfarrer Hans u.a. mit der Begründung angefochten worden, die beiden weltlichen Vertreter gehörten keinem Presbyterium an und dies sei in der Wahlsitzung nicht bekannt gewesen. Das entspreche nicht dem Wesen der pfälzischen Landeskirche, die sich von unten nach oben aufbaue.

Sowohl Landeskirchenrat als auch Kirchenregierung hatten zuvor den Einspruch des Landauer Pfarrers als unbegründet zurückgewiesen. Die drei betroffenen Synodalen wurden nach einem Beschluss des Verfassungs- und Verwaltungsgerichts vom Juli 2015 bereits vorläufig zur Landessynode zugelassen. Gegen diese Entscheidung hatte Hans beim Kirchengerichtshof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Beschwerde erhoben. Der Gerichtshof hatte im November 2015 die Beschwerde verworfen. lk

31.05.2016


"Barmherzigkeit verändert die Welt"

Fronleichnamsprozession: Bischof Wiesemann ruft zu Solidarität auf / Rund 1000 Gläubige begleiten den Weg

Speyer- Von der Zentralkirche St. Joseph der Großpfarrei "Pax Christi" aus zogen gestern Morgen rund 1000 Gläubige nach einem Pontifikalamt über die Gilgenstraße und die Maximilianstraße in Richtung Dom, um dort gemeinsam den feierlichen Abschluss der Prozession zu Fronleichnam zu begehen. Das Leitwort des Jahres, "Barmherzigkeit verändert die Welt", wurde den Christen von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann ans Herz gelegt. Er rief dazu auf, den "Rigorismus in der Lehre und den Laxismus im Leben" auszugleichen durch das Begehen des göttlichen Herzensraumes.

Schon beim Pontifikalamt in St. Joseph hatte Wiesemann, konzelebriert von Weihbischof Otto Georgens und den Pfarrern der Speyerer Gemeinden, die Gläubigen dazu angehalten, Unbarmherziges im Leben versöhnlich zu machen. In der Abschlussfeier im Dom weitete er den Aufruf aus und sprach von einer zweiten Chance, die jeder Mensch verdient habe, wenn er Unrecht bereut.  Dazu gehöre, den mittleren Weg zu finden zwischen Strenge und Nachsicht.

"Dieser Weg dazwischen ist der anspruchsvollere, schwierigere, es ist der Weg der Seelsorge", sagte Wiesemann und wies auf die Liebe Gottes hin, die sich aber selbst für das Leiden nicht zu schade ist. "Das Mitgehen mit dem Schicksal der einzelnen, die Solidarität des Mitleidens bei einer Schuld - das ist die mütterliche Kirche", betonte der Bischof mit Verweis auf die Gottesmutter und das schützende Dach des Speyerer Mariendomes.

Angelehnt an das Leitwort der Fronleichnamsprozession machte Wiesemann deutlich, wie wichtig und wegweisend das gemeinsame Suchen und Finden ist. "Das eucharistische Geheimnis der Kirche ist der Herzenswunsch", stellte er heraus und lenkte den Blick auf die versöhnende Aufgabe der Gläubigen in Kirche und Gesellschaft, gerade in Zeiten der Zerrissenheit. "Das ist ein Weg", so Wiesemann, "bei dem ich nicht nur Worte machen kann, sondern eingebunden bin."

Schon die Prozession, die in vier Abschnitte - zuhören, hinsehen, hingehen und handeln - unterteilt war, wurde getragen vom Anstoß der Christen, es dem Herrn gleich zu tun und für die Menschen in der konkreten Situation der Zeit da zu sein. Prozession als Gegenwart, Bewegung und Ausrichtung auf ein Ziel wurde den Menschen ins Bewusstsein gerufen. Die Texte, Gebete, Bibelverse und Lieder waren vom Liturgieausschuss der Pfarrei Pax Christi entsprechend des Leitwortes zusammengestellt worden. Sichtbares Zeichen des Glaubens war die Monstranz mit der Hostie, die unter dem Himmel durch die Straßen und von Wiesemann schließlich in den Dom getragen wurde.

Der Blumenteppich auf dem dortigen Vorplatz griff die Barmherzigkeit in vielen Symbolen auf, in einem Herz, einer Taube oder dem guten Hirten. Mit dem sakramentalen Segen wurden die Gläubigen durch Wiesemann verabschiedet, nicht ohne die Verlautbarung im Herzen, ein Zeichen zu setzen und das Gottesbild eines barmherzigen Vaters weiter zum Leuchten zu bringen.

Die musikalische Gestaltung des Fronleichnamsfestes hatten der Mädchenchor am Dom, die Speyerer Domsingknaben, die Frauen des Domchores und die Dombläser übernommen. Die Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub. Domkapellmeister Markus Melchiori und Domkantor Joachim Weller hatten die Gesamtleitung.

Der gemeinsame Abschluss fand bei einer Reunion in der Gemeinde St. Joseph statt.

Text und Fotos: Susanne Kühner

27.05.2016


„Ort der persönlichen Begegnung“

Dom-Besucherzentrum in Speyer feierlich eingeweiht – hunderte Menschen besuchten bei Sonnenschein den Festakt und nutzen die verschiedenen Angebote rund um den Dom

Speyer- Der gute Draht nach oben sorgte für das gute Wetter: Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen wurde am Sonntag, den 22. Mai das neue Dom-Besucherzentrum in Speyer feierlich eingeweiht. Weihbischof und Dompropst Otto Georgens begrüßte die Gäste bevor er nach weiteren Reden ein Segensgebet sprach und die Räume einweihte. Für den feierlichen musikalischen Rahmen sorgten die Dombläser. Offen ist die neue Anlaufstelle für Dom-Besucher schon seit dem 21. März. Die Feier musste warten, bis wärmere Witterung auch eine Nutzung des Außenbereichs erlaubte.

Weihbischof Georgens erläuterte zu Beginn kurz die Entstehungsgeschichte des Dom-Besucherzentrums. Die Idee dazu habe es bereits vor zwanzig Jahren gegeben, so Georgens. Verschiedene Pläne wurden gemacht und wieder verworfen. Umso glücklicher sei er, dass mit der Eröffnung des Dom-Besucherzentrums nun eine echte Lücke geschlossen werde: „Ich bin froh, dass es nun eine ständige personelle Präsenz am Dom gibt. Ein Ort der persönlichen Begegnung, wo alle, die etwas über den Dom wissen wollen, einen Anknüpfungspunkt finden", freute sich der Speyerer Weihbischof.

Domkapitular Peter Schappert, der als Domkustos für die bauliche Erhaltung und auch für die touristische Erschließung des Doms zuständig ist, betonte ebenfalls, wie wichtig der persönliche Empfang sei. „Ohne die Menschen, die unsere Besucher begrüßen und ihnen den Dom als Kirche und Denkmal näher bringen, ist es nur ein großer Sandsteinbau“. Vor dem Hintergrund der langen Entstehungsgeschichte dankte der Domkustos den Unterstützern des Vorhabens, ein Dom-Besucherzentrum einzurichten. Hier hob er insbesondere die finanzielle Unterstützung durch die Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer hervor, die das Projekt mit 140.000 Euro unterstützt hatte. Domkapitular Schappert würdigte aber auch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und Nachbarinstitutionen, wie dem Historischen Museum der Pfalz, dem Technikmuseum und dem Sea Life.

Die gute Nachbarschaft und die gute Zusammenarbeit wurde auch vom Oberbürgermeister der Stadt Speyer, Hansjörg Eger, betont. Er sprach von einer „deutlichen Verbesserung des Angebots für die Besucher der Stadt Speyer“, die mit der Eröffnung des Dom-Besucherzentrums einhergehe. Eger lobte das gute Zusammenwirken zwischen den Gästeführern der Stadt und den Domführern, das dazu beitrage, die Menschen in Speyer freundlich willkommen zu heißen. Dr. Manfred Fuchs, Vorstandsvorsitzender der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, zeigte sich in seinem Grußwort erfreut von der Art und Weise, wie das Projekt Dom-Besucherzentrum umgesetzt worden sei und lobte dessen Gestaltung.

Im Anschluss an den Festakt gab es ein Festprogramm. In halbstündigem Abstand begannen kostenlose Domführungen zu wechselnden Themen. Während des gesamten Nachmittags führte der Steinmetz und Archäologe Arne Trautmann die Techniken zur Gestaltung einer Inschrift in Sandstein vor und erläutert die Arbeitsweise eines mittelalterlichen Dombaumeisters. Der Dombauverein war mit einem Infostand präsent und veranstaltete ein Dom-Quiz. Das Highlight des Tages war um 14 Uhr das Mailiedersingen mit den Nachwuchschören der Dommusik. Für das leibliche Wohl sorgte der Dommusik-Förderverein Speyer mit einem reichhaltigen Kuchenangebot. Wer wollte, konnte mit einem Dom-Sekt auf das Wohl des Gotteshauses anstoßen und damit gleichzeitig einen Beitrag für die Erhaltung der UNESCO-Welterbestätte leisten. Text: Friederike Walter; Foto: dak

23.05.2016


Buntes Glaubensfest in vielen Sprachen

Beginn des Gottesdienstes zur Wallfahrt der muttersprachlichen Gemeinden vor der Heiligen Pforte am Dom zu Speyer; ganz links: Weihbischof Otto GeorgensZahlreiche Gläubige bei Wallfahrt der muttersprachlichen Gemeinden im Dom

Speyer- Sie wurde zu einem bunten Fest des Glaubens. Christen verschiedener Nationalitäten, darunter Kroaten, Polen, Italiener, Portugiesen, Nigerianer und Vietnamesen, waren heute, am Dreifaltigkeitssonntag, in den Speyerer Dom zur Wallfahrt der muttersprachlichen Gemeinden gekommen. Einige von ihnen hatten sich in ihre traditionellen Gewänder gehüllt und zogen so viele neugierige Blicke der zahlreichen Gottesdienstbesucher auf sich. Bereits vor dem Pontifikalamt, das Weihbischof Otto Georgens mit Domkapitular Franz Vogelgesang sowie mit Priestern und Diakonen der muttersprachlichen Gemeinden hielt, stimmten sich die Chöre der verschiedenen Nationalitäten gesanglich auf den Gottesdienst ein.

Die mehrsprachige Eucharistiefeier begann im Freien, vor der Heiligen Pforte an der Südseite des Domes, unweit des „Ölberges“. „Ich freue mich, dass Sie in so großer Zahl gekommen sind“, begrüßte Georgens die Angehörigen der verschiedenen Kulturen. „Wir gehen durch die Heilige Pforte, denn wir sind mitten im Jahr der Barmherzigkeit, das Papst Franziskus ausgerufen hat“, erläuterte der Weihbischof. Dies sei ein Zeichen. Jesus habe gesagt: „Ich bin die Tür. Wer durch mich geht, wird das Leben finden. Ich bin gekommen, dass Ihr es in Fülle habt.“ Den Gläubigen rief Georgens zu: „Wir stehen gemeinsam in der Weltkirche in einer Gemeinschaft zusammen.“

Gabenprozession im DomIn seiner Predigt stellte der Weibischof die Gottlosigkeit im Leben der Menschen in den Mittelpunkt. Gott tauche im Alltag nicht mehr auf, beklagte Georgens. Er habe sich in den Raum der religiösen Sprache, in den Kirchenraum zurückgezogen, komme in Sonntagspredigten und in der Bistumszeitung vor. Die Aufgabe der Christen bestehe darin, Gott in unserer Welt einen Platz zu sichern. Wenn der christliche Glaube von Gott spreche, dann sei Vater, Sohn und Heiliger Geist gemeint, betonte Georgens und nahm damit Bezug auf den Dreifaltigkeitssonntag, der alljährlich am Sonntag nach Pfingsten gefeiert wird. „Die Wallfahrt der muttersprachlichen Gemeinden zum Dom sei ein eindrucksvolles Bekenntnis zum dreifaltigen Gott. Menschen unterschiedlicher Sprache und Herkunft – in einem Geist vereint – beten und singen miteinander und geben so Zeugnis von ihrem gemeinsamen Glauben.“ So zeige sich Kirche im Bild des dreieinigen Gottes: Sie bewahre das Wertvolle der einzelnen Völker und stifte zugleich eine neue große Einheit.

Im Anschluss an die Eucharistiefeier hatte die vietnamesische Gemeinde zu einer Begegnung im südlichen Domgarten eingeladen. Dabei konnten die Gottesdienstbesucher an einem aufgebauten Buffet zahlreiche verschiedene kulinarische Spezialitäten der vietnamesischen Küche kosten. „Von mir stammen die mit Hackfleisch gefüllten Blätterteigteilchen“, verriet Loan Tran aus Schwetzingen. Die Organisation sei ganz einfach gewesen: Jede Familie habe zuhause etwas vorbereitet und mitgebracht. Die Bandbreite der Geschmacksrichtungen reichte von herzhaft bis süß. Die 40-Jährige und zahlreiche weitere vietnamesische Christen aus der näheren und weiteren Umgebung von Speyer feiern jeden zweiten Monat mit einem Priester, der aus ihrer Heimat stammt, in Mannheim einen Gottesdienst. Zudem kann sich die vietnamesische Gemeinde über einen eigenen Chor freuen, dem auch Loan Tran angehört.

Auch Weihbischof Georgens hatte sich nach dem Gottesdienst unter das Kirchenvolk gemischt. „Ich freue mich immer, wenn ich mit Menschen aus anderen Ländern zusammenkomme. Da spüre ich einen Hauch von Weltkirche“, betonte er. Deshalb verreise er auch gerne. In diesem Jahr stehen auf dem Besuchsprogramm des Weihbischofs, der im Bistum für weltkirchliche Aufgaben zuständig ist, die Philippinen und das afrikanische Land Togo.

Die Wallfahrt der muttersprachlichen Gemeinden endete mit einem internationalen Rosenkranzgebet im Kloster St. Magdalena.

Text/Fotos: Petra Derst

22.05.2016


Reformator & Co.: Junge Talente rocken die Bühne

Hauptrollen des Musical-Projekts „Luther – Mensch zwischen Gott und Teufel“ sind besetzt

Speyer/Kaiserslautern- (lk). Die Hauptrollen sind verteilt, die Besetzung steht bis auf eine Ausnahme, Jonas Klamroth und Lea Siegfried vom Verein Talent-Acker sind zufrieden und erleichtert: Ihr Musicalprojekt „Luther – Mensch zwischen Gott und Teufel“ ist der Bühnenreife einen beachtlichen Schritt näher. Im April 2017 – 500 Jahre nach dem Beginn der Reformation mit dem Thesenanschlag Martin Luthers an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg – bringen der Kaiserslauterer Verein und die Evangelische Kirche der Pfalz die wichtigsten Stationen im Leben Martin Luthers als Rock-Musical auf die Bühne der Speyerer Stadthalle.

Die Hauptrollen des Musicals werden laut Talent-Acker wie folgt besetzt:

Luther – das ist auf der Bühne Benjamin Link aus Ludwigshafen. Der 16-Jährige – Stimmlage Bariton – ist öffentliche Auftritte gewöhnt: Er hat beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ und bei „Vocal Heroes – die Pfalz sucht die Junge Stimme“ gesiegt. In die Rolle von Luthers Frau Katharina von Bora schlüpft Melanie Schlüter. Die 18 Jahre junge Frankentalerin mit der ausgebildeten Sopranstimme ist u.a. Gewinnerin des Europäischen Jugend Musical Festivals 2013 und singt in der Lutherband der Frankenthaler Lutherkirche.

Ave, Freundin von Katharina, wird dargestellt von Svenja Lesch aus Landau. Die 24-Jährige studiert Darstellendes Spiel und singt im Sopran. Den Reformator Philipp Melanchthon mimt Christoph Schmith. Der 26-Jährige aus Kaiserslautern, Stimmlage Tenor, ist Mitglied mehrerer Chöre, u.a. am Pfalztheater Kaiserslautern. Der Profi-Schauspieler Michael Marwitz mimt den Papst. Der 60-Jährige, der in der Südpfalz lebt, hat an der Folkwang Universität der Künste (Essen) studiert und ist Preisträger des Europäischen Filmfestivals Barcelona als bester männlicher Hauptdarsteller („Zugzwang“, 1989). Marwitz verfügt über 30 Jahre Theater-, Film- und Musical-Erfahrung, u.a. als Darsteller des Kurt Sperling in der Kultserie „Lindenstraße“. Im Luther-Musical singt er in der Stimmlage Tenor.

Das stumme Waisenkind Maggy wird dargestellt von Anna Siedow aus Kaiserslautern. Den jüngeren Bruder Luthers, Jakob, spielt Tobias Zapp, ebenfalls aus Kaiserslautern. Der 23-jährige Radiomoderator mit der Stimmlage Bariton hatte in dem zuletzt von Talent-Acker inszenierten Musical „Orestie“ die Hauptrolle des Orest. Katharina Saulheimer aus Rehweiler im Landkreis Kusel spielt Jakobs Freundin Liesl und Anführerin der Aufrührerischen. Saulheimer ist 24 Jahr alt, ausgebildet in Gesang (Stimmlage Alt) und als Mitglied mehrerer Chöre auch bühnenerfahren. Ebenso wie die 19-jährige Nora Beisel aus Speyer, die den Teufel, Luthers Gegenspieler, mimt. Beisel hat klassischen Gesangsunterricht und singt ebenfalls im Alt. Offen ist noch die Rolle des Kardinals. Der ursprüngliche Kandidat, Andreas Neigel aus Kaiserslautern, habe kurzfristig wegen einer anstehenden Schauspielausbildung absagen müssen, teilen die Organisatoren von Talent-Acker mit. Das Musical-Projekt hat rund 40 aktive Mitwirkende.

Der Besetzung der wichtigsten Rollen waren mehrere Castings vorausgegangen, bei denen Lea Siegfried und Jonas Klamroth von Talent-Acker, die das Stück komponiert und geschrieben haben, eine Auslese unter vielen theaterbegeisterten jungen Leuten aus Rheinland-Pfalz treffen mussten. Aufgabe der Bewerber war es, sich singend, tanzend und spielend in die spannenden Charaktere von Luther & Co hineinzuversetzen. „Wir haben uns die Auswahl nicht leicht gemacht. Gewonnen haben wir wirklich talentierte Darsteller – sowohl in gesanglicher als auch in schauspielerischer Hinsicht.“

Bis 2017 stehen mehrere Probenwochenenden an, Kostüme und Bühnenbild werden weiter entwickelt. Siegfried und Klamroth freuen sich auf das Zusammenspiel mit dem Team. „Wenn wir dann in Speyer am 8. und 9. April 2017 die Bühne der Stadthalle in Speyer rocken und zeigen, was sich daraus ergeben hat, gibt das sicher ein Gänsehautgefühl.“

Mehr zum Thema: http://talent-acker.de; www.reformation2017.evpfalz.de.

21.05.2016


Syrischer Flüchtlingsjunge baut Speyerer Dom nach

Mohamed Wakas ( vierter von links) übergibt sein selbst gebasteltes Dommodell an Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann ( zweiter von rechts) Mohamed Wakas ( vierter von links) übergibt sein selbst gebasteltes Dommodell an Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann ( zweiter von rechts)

Übergabe des Modells an Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann

Speyer- Der 13-jährige Mohamed Wakas fand den Speyerer Dom derart beeindruckend, dass er ihn aus Papier nachbaute. Zusammen mit seinen Eltern und seinen beiden jüngeren Geschwistern war Mohamed Anfang des Jahres von Syrien nach Deutschland geflohen. In der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Speyer bastelte er auf eigene Initiative hin rund zwei Wochen an seiner Nachbildung des Doms. Sein Dommodell hat er heute an Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann übergeben. Dieser zeigte sich beeindruckt von den Fähigkeiten des Jungen. Für ihn ist der Miniatur-Dom ein „wunderbares Zeichen der Integration, ein Zeichen, dass Mohamed das Land erkunde und sich dafür interessiere“. Bischof Wiesemann war überrascht von der Größe und der Genauigkeit des Modells: „Dass die vorderen Türme schlanker sind als die hinteren, nehmen nicht viele Menschen wahr und Mohamed hat das genau abgebildet“.

Oliver Nagel-Schwab, Leiter der Aufnahmestelle, die das Deutsche Rote Kreuz betreut, berichtete, dass Mitarbeiter von Mohamed immer wieder um neuen Fotos des Doms aus verschiedenen Perspektiven gebeten wurden. Zu allererst habe Mohamed den Dom auf dem Stadtplan gesehen, so Nagel-Schwab. Mohamed selbst fand das Gebäude einfach schön. Dass es eine christliche Kirche sei habe er gewusst, schließlich gebe es in seiner Heimat Syrien auch christliche Kirchen, gibt er Auskunft. Am schwierigsten nachzubauen, war die runde Vierungskuppel, berichtet der 13-jährige. Sein Berufswunsch: Architekt. Ausdrücklich lobt er seine Erzieherin, Melissa Müller. Sie habe ihm sehr bei dem Nachbau des Doms geholfen, indem sie alle erforderlichen Bastelmaterialien besorgt habe.

Mohameds Wunsch für die nahe Zukunft ist es, dass er bald sein eigenes Zimmer hat und das Modell dort dann seinen Platz findet. In der Zwischenzeit wird der Miniaturdom in der Geschäftsstelle des Dombauvereins gezeigt. Dessen stellvertretende Vorsitzende Dr. Barbara Schmidt-Nechl übergab Mohamed eine getreue Nachbildung des Doms in etwas kleinerem Maßstab in Form einer Dom-Spardose. Außerdem bekam er ein Exemplar des vom Dombauverein herausgegebenen Kinderdomführers geschenkt und ein kleines Dombuch für seine Eltern. „Als UNESCO-Welterbe hat der Dom schließlich für die ganze Welt eine Bedeutung“, so Dr. Schmidt-Nechl. Mohamed hat inzwischen den Dom auch zusammen mit seiner Familie besucht. Thomas Mann, Schulrat i. K. und Pastoralreferent, begleitete diesen Besuch. Text: is; Foto: © Domkapitel

19.05.2016


Karl Kardinal Lehmann zum 80. Geburtstag

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Brückenbauer, Vorbild und Quelle der Inspiration

Mainz- „Seit mehr als fünf Jahrzehnten setzt Karl Kardinal Lehmann Impulse für die Gestaltung der katholischen Kirche in unserer Gesellschaft, gibt entscheidende Denkanstöße und treibt Reformen voran. Dabei ist das Wohl der Menschen Mittelpunkt und Antrieb seines Handelns“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer anlässlich des 80. Geburtstages von Kardinal Lehmann am 16. Mai.

Karl Kardinal Lehmann habe in den vielen Jahren seines Wirkens als Bischof entscheidende Weichen für den Dialog zwischen den christlichen Konfessionen, zwischen Andersgläubigen und Nichtgläubigen gestellt. Sein Einsatz für die Ökumene sei unermüdlich und trage reiche Früchte. „Grenzen überwinden, einander verstehen lernen, Brücken bauen, das zeichnet sein außergewöhnliches Lebenswerk aus“, so die Ministerpräsidentin.

Karl Kardinal Lehmann habe ein offenes Ohr für die Sorgen und Anliegen der Menschen. Für ihn gelte der Grundsatz, dass die Kirche dort mitanpacke, wo Hilfe gebraucht werde. „Kardinal Lehmann hat mit seinem großen Engagement für Flüchtlinge, gerade in den vergangenen Monaten, Maßstäbe für Nächstenliebe gesetzt. Er ist für viele Generationen ein Vorbild und eine Quelle der Inspiration“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Ich schätze Kardinal Lehmann als einen zuverlässigen, humorvollen Gesprächspartner. Ich erinnere mich gerne an unsere zahlreichen Begegnungen und persönlichen Gespräche und bin dankbar für unseren vertrauensvollen Austausch“, sagte die Ministerpräsidentin anlässlich des runden Geburtstags.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratulierte Karl Kardinal Lehmann an seinem Geburtstag am Pfingstmontag beim feierlichen Pontifikalamt im Mainzer Dom und beim anschließenden Festakt persönlich: „Kardinal Lehmann ist fest in Mainz verwurzelt. Er gehört zu unserer Landeshauptstadt, wie die Fastnacht und der Dom. Als warmherziger Seelsorger ist er bei Menschen aller Konfessionen beliebt. Er wird uns als Bischof von Mainz fehlen.“ Text: stk-rlp; Foto: is

16.05.2016


„Der Heilige Geist ist auf Verständigung und Versöhnung ausgerichtet“

Pontifikalamt zum Pfingstsonntag mit Bischof Wiesemann im Dom zu Speyer

Speyer- Mit einem festlichen Gottesdienst voller Musik hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am Pfingstsonntag mit Gläubigen die Sendung des Heiligen Geistes gefeiert. Im vollbesetzten Speyerer Dom verurteilte er „kleinkarierten Nationalismus“. „Der Heilige Geist ist auf Verständigung und Versöhnung ausgerichtet“, rief er den Katholiken zu. Der Geist Gottes stehe für eine vielschichtige Betrachtung, betonte der Bischof und mahnte plumpes Schwarz-Weiß-Denken ganz klar ab.

Der Bischof knüpfte in seiner Predigt an die Lesung aus der Apostelgeschichte an. Sie berichtet von den vielsprachigen Feuerzungen, die mit lautem Brausen vom Himmel herabkamen. Wegen diesem Sprachenwunder konnten sich alle Menschen aus verschiedenen Völkern auf einmal untereinander verstehen, rief Wiesemann ins Gedächtnis und stellte fest: „Die erste Gabe des Heiligen Geistes ist die Überwindung des Nationalismus.“ Damit schlug er den Bogen in die heutige Zeit. „Alles, was nationalistisch angehaucht ist, ist gegen den Heiligen Geist.“ Christen dürften stolz auf ihr Land sein, aber dieser Stolz dürfe sich nicht gegen andere richten.

Wir kennen einander, wir verstehen einander: Darin sieht Wiesemann die Grundlage des menschlichen Zusammenlebens. „Wir Menschen sind in unsere Vielfalt eins.“ Alles andere komme später, so der Bischof und bezog sich auf die Ausgrenzung von Fremden und auf Streit zwischen Völkern. „Alle Unterschiede werden uns eingeredet.“ Es gelte, Hilfesuchenden Hilfe zu leisten. „Wir sind in der Verantwortung füreinander.“

Karl-Heinz Wiesemann erteilte dem Schwarz-Weiß-Denken eine klare Absage. Die Welt könne nicht auf diese Weise eingeteilt werden. Der Heilige Geist lehre, viele Schattierungen des Lebens zu erkennen. „Vor einfachen Parolen sollten wir uns überall hüten“, mahnte der Bischof und gestand, immer wieder darüber zu erschrecken, wie viele diesen Schwarz-Weiß-Parolen folgen.

Er beendete seine Predigt mit Lob und Dank an Domkapellmeister Markus Melchiori, das Domorchester, den Domchor und Domorganisten Markus Eichenlaub. Sie führten unter anderem Franz Schuberts Messe in Es-Dur auf, die einen Großteil des Gottesdienstes einnahm. Würde die Kirche schwarz-weiß denken, so Wiesemann, dürfte dieses Werk hier nicht erklingen. Denn Schubert habe mit Gott gehadert, im Credo das Bekenntnis zum allmächtigen Vater ausgelassen. Die Messe in Es-Dur spiegle die Zerrissenheit und Suche des Komponisten wider und wirke nicht zuletzt deshalb lebendig.

Lebendig ist auch der Heilige Geist, betonte Bischof Wiesemann. Er sei kein Mysterium, nichts Abstraktes, sondern „mitten im bunten und manchmal so abgründigen Leben von uns Menschen“. „Der Heilige Geist ist Leben“, rief er den Gläubigen zu. Gottes Geist treibe die Liebe hervor, auf das der Mensch lebe.

An das Pontifikalamt im Dom schloss sich am Nachmittag eine Pontifikalvesper mit Bischof Wiesemann an sowie eine heilige Messe am frühen Abend. Im Pontifikalamt am Pfingstmontag wird Weihbischof Otto Georgens 29 Jugendlichen aus der Speyerer Pfarrei Pax Christi im Dom das Sakrament der Firmung spenden. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr.

An Pfingsten feiern die Christen das Fest des Heiligen Geistes, der auf die Apostel herabkam, als diese in Jerusalem versammelt waren (Apostelgeschichte 2). Der Heilige Geist ist nach kirchlicher Lehre in die Welt gesandt, um Person, Wort und Werk Jesu Christi in der Geschichte lebendig zu erhalten. Das Fest wird 50 Tage nach Ostern begangen - von daher lässt sich auch das Wort "Pfingsten" erklären: Es leitet sich von "pentekoste" ab, dem griechischen Begriff für "fünfzig".

Text und Foto: Yvette Wagner

16.05.2016


Im ökumenischen Geist ein Christusfest feiern

Kirchenpräsident Schad und Bischof Wiesemann richten im Blick auf den 500. Jahrestag der Reformation im Jahr 2017 ein gemeinsames Schreiben an Kirchengemeinden und Pfarreien

Speyer- Kirchenpräsident Christian Schad und Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann laden die Gläubigen beider Konfessionen anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation im Jahr 2017 dazu ein, auf dem Weg zur sichtbaren Einheit der Kirchen „beharrlich und mutig voranzuschreiten.“ In einem gemeinsamen Schreiben an alle Kirchengemeinden und Pfarreien ermutigen sie dazu, sich „miteinander und dankbar der Errungenschaften der Reformation für alle Kirchen zu vergewissern.“ Sie regen an, Räume zu schaffen, „in denen wir im Geist des Evangeliums Prozesse zur Heilung der Erinnerung an Verletzungen aus der Vergangenheit anstoßen und Akte der Versöhnung gestalten.“

Um „gemeinsam und glaubwürdig den Glauben vor der Welt zu bezeugen“, gelte es nach neuen Wegen zu suchen. „Laden Sie Ihre ökumenischen Partner ein und lassen Sie sich einladen, damit auch dieses Ereignis zu einem Fest wird, das über Grenzen von Konfessionen und Nationen hinaus Menschen verbindet.“ Der evangelischen Kirche sei es ein Anliegen, ihr Reformationsjubiläum nicht konfessionell verengt, sondern im ökumenischen Geist als Christusfest zu feiern. „Die katholischen Christinnen und Christen nehmen die Einladung zur Mitfeier mit Freude an“, heißt es in dem gemeinsamen Brief.

Schad und Wiesemann knüpfen dabei an den Ökumenischen Kirchentag an, den Christen aller Konfessionen an Pfingsten vor einem Jahr gemeinsam in Speyer gefeiert haben - ein „beglückendes Erlebnis für alle, die dabei sein konnten, ein ermutigendes Ereignis für die, die als Christen unterschiedlicher Kirchen und Konfessionen sich am Reichtum der christlichen Gemeinschaft freuen und sich vom Heiligen Geist beschenken lassen.“ Dabei sei bewusst geworden, dass die Kirchen viel mehr verbindet als trennt.

Die Reformation vor 500 Jahren sei ein „Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung mit weitreichenden theologischen, kirchlichen, kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen“ gewesen. Aber auch ihre „schmerzhafte Seite“ dürfe nicht ausgeblendet werden. Durch „schuldhaftes Versagen auf beiden Seiten“ sei es zur Spaltung der abendländischen Christenheit gekommen. „Heute können wir gottseidank gemeinsam auch auf diese dunklen Seiten der Geschichte blicken“, erklären Schad und Wiesemann. Sie verstehen die Erinnerung an den Beginn der Reformation deshalb auch als „eindringlichen Aufruf an uns zur Umkehr und zur Versöhnung“.

Das Programm ökumenischer Veranstaltungen im Jahr 2017 wird durch den zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen am Sonntag, den 15. Januar 2017, im Dom zu Speyer eröffnet. Er steht unter dem Motto „Versöhnung – die Liebe Christi drängt uns“. Unter dem Leitwort „Healing of memories – Die Erinnerungen heilen“ feiern Bistum und Landeskirche am 12. März 2017 um 18 Uhr einen Versöhnungsgottesdienst in der simultan von beiden Konfessionen genutzten Abteikirche in Otterberg. Am Pfingstmontag, den 5. Juni 2017, laden die christlichen Kirchen im Südwesten zu einem ökumenischen Christusfest auf die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz ein. In Vorbereitung sind außerdem ökumenische Exerzitien im Alltag zu zentralen Themen der Reformation und zum ökumenischen Dialog. Text und Foto: is/lk

12.05.2016


Diakonische Gemeinschaft mit Leben gefüllt: Diakonissen Schwesternjubiläum

Die Jubilarinnen und Jubilare mit (hintere Reihe) Pfarrer Dr. Günter Geisthardt (l.) und Oberin Sr. Isabelle Wien (r.) mit ihrer Referentin. Die Jubilarinnen und Jubilare mit (hintere Reihe) Pfarrer Dr. Günter Geisthardt (l.) und Oberin Sr. Isabelle Wien (r.) mit ihrer Referentin.

Eine doppelte Premiere feierte das Jubiläum der Schwestern und Brüder bei den Diakonissen Speyer-Mannheim in diesem Jahr

Speyer- Erstmals hielt bei der Feier an Christi Himmelfahrt Vorsteher Pfarrer Dr. Günter Geisthardt den Festgottesdienst – und erstmals wurden neben Diakonissen und Diakonischen Schwestern auch Diakonische Brüder für ihre 40jährige Zugehörigkeit zur Gemeinschaft geehrt. Georg Abraham, Helmut Fiebrich und Hans Oellingrath, die 1976 im Mannheimer Mutterhaus in die Gemeinschaft aufgenommen wurden, seien Pioniere gewesen, erklärte Oberin Sr. Isabelle Wien: Im Kaiserswerther Verband deutscher Diakonissen-Mutterhäuser seien erst in den folgenden Jahren Männer in die Gemeinschaft eingetreten, in Speyer etwa vergingen bis dahin noch 20 Jahre.

Bereits seit 65 Jahren ist Diakonische Schwester Irmgard Heil in der Gemeinschaft, Diakonisse Gerda Feig und Diakonische Schwester Hannelore Lötz seit 60 Jahren, und Helene Fünkner blickte immerhin auf 50 Jahre als Diakonische Schwester zurück.

Den Jubilarinnen und Jubilaren dankte Pfarrer Dr. Günter Geisthardt in einem Festgottesdienst „für alles, was Sie für andere bewirkt haben.“ Die Diakonische Gemeinschaft sei dem stetigen Wandel unterworfen, so Geisthardt, Grund genug, anlässlich des Jubiläums für Vergangenes zu danken und einen Blick auf die künftige Entwicklung zu werfen: „Engagierte, fachlich qualifizierte haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende führen den Dienst am Nächsten in neuen Formen der Gemeinschaft fort.“

In einem anschließenden Festakt würdigten Pfarrer Dr. Günter Geisthardt und Oberin Sr. Isabelle Wien das Engagement der Jubilarinnen und Jubilare in den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen in Krankenhäusern, Seniorenzentren, Kitas und der Gemeindekrankenpflege: „Sie haben Diakonische Gemeinschaft mit Leben gefüllt“, so Geisthardt.

Der Gottesdienst wurde musikalisch begleitet vom Chor der Diakonissen Speyer-Mannheim unter Leitung von Kantorin Ruth Zimbelmann und Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger an der Orgel, die Kollekte geht an den Verein „Operieren in Afrika“, in dem sich auch Ärzte aus dem Mannheimer Diakonissenkrankenhaus engagieren. „Der Verein ist mehr denn je auf Spenden angewiesen, um nach einem tragischen Unglücksfall seine wichtige Arbeit weiterführen zu können“, erklärte Sr. Isabelle Wien.

Text und Foto: Diakonissen Speyer-Mannheim

06.05.2016


Luisa Fischer ist neue Vorsitzende des Katholikenrates im Bistum Speyer

Künftig steht eine junge Frau aus dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) an der Spitze des höchsten Laiengremiums im Bistum Speyer 

Kaiserslautern- Mit großer Mehrheit wurde heute Luisa Fischer im Rahmen der Vollversammlung des Katholikenrates im Bistum Speyer zur neuen Vorsitzenden gewählt. Die 27-jährige, die seit vier Jahren den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer im höchsten Laiengremium des Bistums vertritt, folgt auf Maria Faßnacht, die für eine erneute Kandidatur nicht mehr zur Verfügung stand. Mit Luisa Fischer steht eine Frau an der Spitze, die langjährige Erfahrungen in der Verbände- und Rätestruktur in den Katholikenrat einbringt. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Mainz hat ihre jugendverbandliche Heimat in der Katholischen jungen Gemeinde (KjG). Fischer nahm zunächst Gruppenleitung im Verband wahr, war dann aber auch in der Bezirksleitung sowie in verschiedenen Gremien auf Diözesanebene tätig. Zudem unterstützt die BDKJ-Dekanatsvorsitzende im Dekanat Donnersberg die Arbeit des BDKJ auf diözesaner Ebene im Ausschuss Politik. 

Fischer lebt in Katzenbach, ist verheiratet und hat ihr Magisterstudium in Soziologie, Pädagogik und katholischer Theologie abgeschlossen. Derzeit arbeitet sie an ihrer soziologischen Promotion zu familialen Mehrgenerationenbeziehungen. Für ihre Kandidatur zur Vorsitzenden haben die Erfahrungen gesprochen, die sie in der vergangenen Legislaturperiode im Katholikenrat habe sammeln können. Das Laiengremium sei immer Stimme der Kirche in die Gesellschaft hinein gewesen: "Der Katholikenrat hat beispielsweise mit der Kampagne „Gutes Leben für alle!“, den diözesanen Gesprächsforen und vielen Veranstaltungen zum Thema Altersarmut in die Gesellschaft hinein gewirkt. Dieses Engagement sollten wir weiter ausbauen, um uns als starke Stimme in den Diskurs über eine gerechte Gestaltung der Gesellschaft einzubringen", sagt Fischer. Zudem möchte sie der Kirche mit ihrer Person ein junges, weibliches Gesicht geben: "Ich hoffe, dass dem Laiengremium das Gesicht einer jungen Frau gut tut. Vielleicht gelingt es so, nach außen zu signalisieren, dass Kirche Zukunft hat." Diese Zukunft in die Hand zu nehmen ist für Luisa Fischer nicht nur vorrangiges Ziel, sondern Lebensmotto. In ihrem Engagement in der Jugendverbandsarbeit habe sie gelernt, gemeinsam mit anderen Verantwortung zu übernehmen, um Positionen zu ringen und diese dann auch zu vertreten. "Es ist wichtig, sich in gesellschaftspolitische und kirchliche Diskurse einzumischen", sagt Fischer und ergänzt: "Das ist immer mit viel Freude verbunden, aber auch eine Herausforderungen. Vor allem von der für mich immer wieder beeindruckenden Diskussionskultur in den Jugendverbänden und dem BDKJ kann unsere Kirche auf der Suche nach einer neuen Beziehungskultur etwas lernen." Daraus ergeben sich für Fischer auch klare Zielsetzungen ihrer Arbeit im Katholikenrat: Neben dem Anliegen, dem Pastoralkonzept "Gemeindepastoral 2015" Leben einzuhauchen, hat sie sich der Etablierung einer Diskussionskultur auf Augenhöhe innerhalb der Kirche verschrieben: "Wir sollten an die Erfahrungen anknüpfen, die wir mit den Diözesanen Foren gemacht haben. ​​​​​​​​Damit ist natürlich auch die Hoffnung verbunden, dass wir Laien noch stärker als bisher in Entscheidungen eingebunden werden, die Auswirkungen auf Pfarreien oder Verbände haben", betont Fischer.

Der Katholikenrat repräsentiert auf Diözesanebene die katholische Laienschaft des Bistums in ihrer ganzen Vielfalt. Deshalb gehören dem Gremium Vertreter aller Dekanatsräte sowie der katholischen Verbände an. Außerdem werden bei der Konstituierung des Rates auch einzelne Personen zur Mitgliedschaft berufen. Als vom Bischof anerkanntes Organ zur Koordinierung des Laienapostolats nimmt der Katholikenrat unter anderem folgende Aufgaben wahr: Beobachtung von Entwicklungen des gesellschaftlichen, staatlichen und kirchlichen Lebens, Vertretung der Anliegen des Katholikenrates in der Öffentlichkeit, Stellungnahme zu aktuellen Entwicklungen in Kirche, Staat und Gesellschaft, Weitergabe von Anregungen an den Pastoralrat, Förderung der Arbeit der kirchlichen Gruppen und Verbände

Die Amtszeit des Katholikenrates beträgt vier Jahre. www.katholikenrat-speyer.de

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer ist Dachverband von acht Kinder- und Jugendverbänden in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Er vertritt die Anliegen von 8.500 Mitgliedern in Kirche, Politik und Gesellschaft. www.bdkj-speyer.de 

Lesen Sie hier das Interview mit Luisa Fischer

  • Was motiviert dich, den Vorsitz des Katholikenrats im Bistum Speyer zu übernehmen?

In den letzten vier Jahren habe ich die Arbeit im Katholikenrat sehr schätzen gelernt. Gemeinsam mit engagierten Katholikinnen und Katholiken aus den Dekanaten, sowie Jugend- und Erwachsenenverbänden unseres Bistums konnten wir Kirche und Gesellschaft mitgestalten. Und ich hoffe, dass dem Laiengremium das Gesicht einer jungen Frau gut tut. Vielleicht gelingt es so, nach außen zu signalisieren, dass Kirche Zukunft hat.

  • Was sind deine Ziele für die Amtszeit?

Innerkirchlich sind wir gerade daran, dem Konzept Gemeindepastoral 2015 den Geist einzuhauchen, der es lebendig macht. Diesen Weg gilt es auch mit dem Katholikenrat zu begleiten. Gleichzeitig sollten wir an die Erfahrungen anknüpfen, die wir mit den Diözesanen Foren gemacht haben: Wir sollten uns einbringen, wenn es um die Etablierung einer neuen Beziehungskultur geht. Damit ist natürlich auch die Hoffnung verbunden, dass wir Laien noch stärker als bisher in Entscheidungen eingebunden werden, die Auswirkungen auf Pfarreien oder Verbände haben. Es ist meine Überzeugung, dass wir so auch besser gemeinsam in Gesellschaft hineinwirken können. In der letzten Legislaturperiode ist dem Katholikenrat das beispielsweise mit der Kampagne „Gutes Leben für alle!“, mit den diözesanen Gesprächsforen für Jugendliche und den vielen Veranstaltungen zum Thema Altersarmut gelungen. Dieses Engagement sollten wir weiter ausbauen, um uns als starke Stimme in den Diskurs über eine gerechte Gestaltung der Gesellschaft einzubringen.

  • Was bringt dir dabei der jugendverbandliche Hintergrund?

Durch die Jugendverbandsarbeit habe ich vieles gelernt. Sie hat mich nicht nur in meiner Persönlichkeit tief geprägt und mir ein Gefühl von Heimat in Kirche vermittelt. Im Engagement für die Jugendverbandsarbeit habe ich gelernt, was es heißt, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, um Entscheidungen zu ringen und diese dann auch zu vertreten. Es ist wichtig, sich in gesellschaftspolitische und kirchliche Diskurse einzumischen. Das ist immer mit viel Freude verbunden, aber auch eine Herausforderungen. Vor allem von der für mich immer wieder beeindruckenden Diskussionskultur – auf dem Fundament gemeinsam geteilter Werte und Grundhaltungen – in den Jugendverbänden und dem BDKJ kann unsere Kirche auf der Suche nach einer neuen Beziehungskultur etwas lernen.

  • Wie nimmst du Kirche weltweit / Kirche im Bistum Speyer wahr?

Die weltweite(n) Wirklichkeit(en) von Kirche einzufangen, kann mir hier wohl angesichts derer Vielfältigkeit nicht gelingen. Da gibt es unter anderem Kirche als „global player“, die ganz im Sinne der Pastoralkonstitution des II. Vatikanischen Konzils für ein solidarisches Miteinander aller Menschen und für eine gerechte Gestaltung gesellschaftlicher Zusammenhänge einsteht. Gleichzeitig ist Kirche weltweit in ganz unterschiedlichen (Kultur-)Räumen verortet, wird von Wandlungsprozessen sowie der Pluralität der Lebenswirklichkeiten immer wieder neu herausgefordert – etwa in Bezug auf Ehe und Familie. Kirche muss dabei lernende Gemeinschaft sein, die das Potential hat, sich auf der Grundlage ihres Kerns, ihrer zentralen Botschaft, weiter zu entwickeln. Auch die Kirche im Bistum Speyer steht vor der Herausforderung, mit gesellschaftlichen und kirchlichen Entwicklungen kreativ und zukunftsweisend umgehen zu müssen – und es freut mich, dabei zu sein, wenn Klerus und Laien diese gemeinsam angehen…

  • Was sind Themen, die dich bewegen?

Das sind gerade vor allem Themen, die die Frage nach gesellschaftlichem Zusammenhalt betreffen: So macht mich das Schicksal der vielen Menschen betroffen, die sich auf der Suche nach einer lebenswerten Zukunft auf die Flucht begeben (müssen), Hilfe suchen und dabei auf ganz unterschiedliche Reaktionen treffen. Auch das in diesem Kontext an Aktualität gewinnende Ringen der europäischen Länder um eine Identität als Wertegemeinschaft treibt mich um. Auf einer anderen Ebene sind das mit dem demographischen Wandel verbundene Herausforderungen wie die Fragen nach Generationengerechtigkeit sowie familialer und außerfamilialer Generationensolidarität.

  • Ist Kirche zukunftsfähig?

Vor zwei Jahren haben wir als BDKJ-Dekanatsvorstand Donnersberg eine Veranstaltung zur Zukunftsfähigkeit kirchlicher Jugendarbeit unter den Titel „Was bleiben will, muss sich ändern“ gestellt. Das ist ja auch das, was Johannes XXIII. mit „Aggiornamento“ meinte und was zum Leitmotiv des II. Vatikanischen Konzils wurde. Franziskus lehrt uns aktuell, was es heißt, sich der Welt und den Menschen gegenüber zu öffnen. Es ist meine tiefe Überzeugung, dass Kirche mit einer solchen Haltung zukunftsfähig ist.

  • Wie lebst du deinen Glauben?

Zum einen durch mein ehrenamtliches Engagement in Kirche und in der Gemeinschaft mit anderen, die ich dabei erfahre. Darüber hinaus in meinem Beruf, durch die Sensibilisierung meiner Studierenden für die sozialethischen Herausforderungen unserer Zeit und die Vermittlung von Weisen ethischer Urteilsbildung. Aber auch in meinen persönlichen Beziehungen versuche ich meinen Glauben zu leben. Und dann gibt es natürlich noch die ganz persönliche Seite meines Glaubens – im Gebet, beim Lesen eines Buches, das mich bewegt, oder bei einer Wanderung durch die Natur, von der ich mich immer wieder aufs Neue begeistern lassen kann.

Text: BDKJ Speyer; Foto: Privat

04.05.2016


Sonderbriefmarke zum 100. Katholikentag erschienen

Leipzig- Anlässlich des 100. Deutschen Katholikentags hat das Bundesministerium für Finanzen (BMF) ein Sonderpostwertzeichen herausgegeben.

Erstdrucke der Marke wurden heute durch BMF-Staatssekretär Werner Gatzer an die Stadt Leipzig und die Veranstalter des Katholikentags überreicht. Die Alben wurden von Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Dr. Stefan Vesper, Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Dr. Martin Stauch, Geschäftsführer des Katholikentags, sowie an Generalvikar Andreas Kutschke, Diözesanadministrator für das Bistum Dresden-Meißen entgegengenommen.

Staatsekretär Gatzer erläuterte, dass jede Marke "ein kleiner Kulturbotschafter sei, der in die Welt trage, was uns wichtig ist" und forderte die Anwesenden auf: "Nutzen Sie das Postwertzeichen, um es in alle Welt zu verschicken, damit die Menschen wissen, dass in Leipzig der 100. Katholikentag stattfindet."

Burkhard Jung nahm die Briefmarke für die Bürger der Stadt Leipzig entgegen. Er brachte erneut seine Vorfreude auf den anstehenden Katholikentag zum Ausdruck und betonte die Bedeutung für die Stadt: "Wir freuen uns auf die Katholikinnen und Katholiken. Kirche und Stadt gehören zusammen. Ich hoffe, dass wir die Botschaft des Leitworts des Katholikentags 'Seht, da ist der Mensch' mit dieser Briefmarke aus Leipzig hinaustragen können."

ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper erinnerte bei der Entgegennahme der Alben an die große Bandbreite gesellschaftspolitischer Themen, die Katholikentage seit über 160 Jahren abdecken, und unterstrich die kommunikative Bedeutung der Briefmarke. Das Sonderpostwertzeichen sei ein "Bote für Nachrichten und stellt somit auch Verbindungen zwischen Menschen her".

Gestaltet wurde die Briefmarke, die ein Kreuz zeigt, dessen Umrisse sich von einem Punktehintergrund abheben, von den Grafikern Prof. Iris Utikal und Prof. Michael Gais aus Köln. Die Marke weist ein Porto von 70 Cent auf und ist ab sofort in den Verkaufsstellen der Deutschen Post AG erhältlich sein.

Der 100. Deutsche Katholikentag ist eine christliche Großveranstaltung. Er findet vom 25. bis 29. Mai 2016 in Leipzig unter dem Leitwort "Seht, da ist der Mensch" statt. Erwartet werden mehrere Zehntausend Gäste. Podiumsdiskussionen, Workshops, Beratungsangebote, Ausstellungen, Mitmachaktivitäten, Konzerte, Feste - über 1.000 Einzelveranstaltungen sind an über 80 Schauplätzen geplant. Katholikentage werden vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in der Regel alle zwei Jahre an wechselnden Orten veranstaltet. Der 99. Deutsche Katholikentag fand 2014 in Regensburg statt.

Text und Foto: 100. Deutscher Katholikentag Leipzig 2016 e.V.

04.05.2016


Frühlingshimmel geht über Diakonissen Frühlingsfest auf

Gemeinsames Spiel unter dem Motto „Bunt ist unsere Welt“ Gemeinsames Spiel unter dem Motto „Bunt ist unsere Welt“

Rechtzeitig zum ersten interkulturellen Frühlingsfest bei den Diakonissen Speyer-Mannheim am 30. April stellte sich auch Frühlingswetter ein und sorgte bei über 200 Gästen für einen rundum gelungenen Nachmittag.

Speyer- Flüchtlinge aus zahlreichen Ländern, ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe Tätige, Mitarbeitende der Diakonissen Speyer-Mannheim und Speyerer Bürger begrüßten Vorsteher Pfarrer Dr. Günter Geisthardt und Oberin Diakonisse Isabelle Wien im Park vor dem Mutterhaus. Nach Grußworten durch Vertreter aus Politik und Kirche nutzten Kinder und Erwachsene an den vielfältigen Info-Ständen und Spiele-Möglichkeiten im Park die Gelegenheit zum Austausch – zum Teil „mit Händen und Füßen“, aber auch tatkräftig unterstützt von Flüchtlingen, die übersetzten.

Interreligiöses Gebet, bevor Luftballons in den Himmel stiegenNeben Informationen des Arbeitskreises Asyl Speyer und der Diakonissen Hebammenschule, die seit einigen Monaten in der Elternschule eine Sprechstunde für schwangere Flüchtlingsfrauen anbietet, erfreuten sich die Spiele, die unter anderem die Diakonissen Fachschule für Sozialwesen und die Diakonissen Kitas vorbereitet hatten, vor allem bei den vielen kleinen Besuchern großer Beliebtheit.

Das Fest endete mit einem interreligiösen Gebet, bevor Kinder Luftballons mit einem Symbol für Frieden zum Lied „Der Himmel geht über allen auf“ aufsteigen ließen.

„Unser Fest ist ein Beispiel dafür, wie das Jesuswort ‚Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen‘ (Matthäus 25,35b) gelebt werden kann“, erklärte Pfarrerin Corinna Kloss, Referentin von Oberin Diakonisse Isabelle Wien.

Text und Foto: Diakonissen Speyer-Mannheim

03.05.2016


Aufbruch zu mehr Solidarität!

v.l.: Staatssekretärin Margit Gottstein, Christian Schad, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, DGB-Bezirksvorsitzender Dietmar Muscheid, Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und Vizepräses Christoph Pistorius von der Evangelischen Kirche im Rheinland. v.l.: Staatssekretärin Margit Gottstein, Christian Schad, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, DGB-Bezirksvorsitzender Dietmar Muscheid, Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und Vizepräses Christoph Pistorius von der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Spitzengespräch von DGB-Gewerkschaften und evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz 

Mainz- Vertreterinnen und Vertreter von DGB-Gewerkschaften und den evangelischen Kirchen in RheinlandPfalz trafen sich zu einem Spitzengespräch. Die Teilnehmenden waren sich darin einig, dass es einen politischen und gesellschaftlichen Aufbruch für mehr Solidarität und soziale Gerechtigkeit geben muss. Dazu gehöre auch die Steuergerechtigkeit, um die Aufgaben des Staates zum Erhalt der öffentlichen Infrastruktur – von der Bildung bis zum sozialen Wohnungsbau – zu finanzieren.

Miteinander und das Füreinander müssen gestärkt werden. Dazu gehört ein Steuermodell, bei dem die starken Schultern wieder mehr tragen, als die schwachen. Damit könnten die Folgen der Schuldenbremse zumindest abgemildert werden, die vieles, was im Land dringend angegangen werden müsste, unter Finanzierungsvorbehalt stellt. Wir setzen uns für mehr Solidarität zwischen den arbeitenden Menschen, den Generationen, Einheimischen und Flüchtlingen, Schwachen und Starken ein. Und ich freue mich, dass wir mit den Kirchen in diesem Ansinnen eine gute Partnerschaft pflegen“, so Dietmar Muscheid, Vorsitzender DGB Rheinland-Pfalz / Saarland. Für Kirchen und Gewerkschaften stehen nach Auffassung von Vizepräses Christoph Pistorius von der Evangelischen Kirche im Rheinland die Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt, „derer, die hier bei uns Schutz suchen aber auch derer, die schon lange hier leben und es schwer haben in unserer Gesellschaft“. Nächstenliebe und Solidarität ließen sich nicht gegeneinander ausspielen.

Kirchenpräsident Christian Schad von der Evangelischen Kirche der Pfalz erinnerte im Blick auf den Einzug der rechtspopulistischen AfD in den Landtag daran, dass sich Kirchen und Gewerkschaft zusammen mit weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen und Verbänden bereits  vor der Wahl entschieden gegen Populismus und Rassismus gewandt hätten. „Wir tolerieren nicht, dass mit menschenfeindlichen, rassistischen, diskriminierenden Parolen Politik gemacht wird“, erklärte Schad. Er forderte eine inklusive Sozialpolitik, die gemeinsam mit den Flüchtlingen auch benachteiligte Einheimische im Blick habe.

Ein Schwerpunktthema der Gespräche war die Situation von Flüchtlingen in Rheinland-Pfalz. Zur Willkommenskultur kommen jetzt verstärkt Fragen der Integration hinzu. Nach einem fachlichen Input von Margit Gottstein, Staatssekretärin im Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen, diskutierte die Runde im Besonderen die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen.

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung wandte sich gegen eine Wohnsitzauflage für Geflüchtete. Von einheimischen Arbeitssuchenden werde Mobilität und die Bereitschaft zum Umzug im gefordert, um in die Erwerbsarbeit eintreten zu können. Dies könne bei Flüchtlingen nicht ins Gegenteil verkehrt werden. Jung forderte auch eine einfachere Anerkennung von beruflichen Fähigkeiten. Oft hätten die Hilfesuchenden besondere Begabungen aber nicht die damit in Deutschland verbundenen Abschlüsse. Hier könnten auch die Gewerkschaften unterstützend wirken, um besondere Kompetenzen der Einzelnen herauszuarbeiten.

„Arbeit und Ausbildung haben nicht nur einen wirtschaftlichen Wert, sondern sind auch Wertschätzung. Wir müssen die Rahmenbedingungen schaffen, damit Kompetenzen erfasst und Sprache erlernt werden kann. Hierbei bleibt insbesondere der Bund in finanzieller Verantwortung. So kann der Weg in Arbeit für möglichst viele geebnet werden und Integration gelingen“, so Dietmar Muscheid. 

In diesem Jahr hatte der DGB in das Julius-Lehlbach-Haus nach Mainz eingeladen. Auf der Tagesordnung ebenfalls ganz oben: Der Sonntagsschutz. Kirchen und DGB-Gewerkschaften setzen sich in gemeinsamen Bündnissen beispielsweise in der Allianz für den freien Sonntag bereits vielerorts gegen eine Ausweitung der Sonntagsarbeit ein.

Die Stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN, Ulrike Scherf,  erklärte, dass der arbeitsfreie Tag nicht nur zur jüdisch-christlichen Tradition gehöre, sondern eine politische Aufgabe im Interesse der Beschäftigten sei, deren Arbeitszeiten nicht unbegrenzt flexibilisiert werden sollten. Der arbeitsfreie Sonntag diene dazu, „einen lebensverträglichen Rhythmus der gesamten Gesellschaft zu gewährleisten und gemeinsame freie Zeiten zu ermöglichen", sage Scherf. „Wenn die Sonntagsruhe immer mehr aufgeweicht wird, begeben wir uns damit auf den Weg in die 7-Tage-24-Stunden-Gesellschaft.

Das ist für die Beschäftigten unzumutbar", so Dietmar Muscheid. Text und Foto: DGB Rheinland-Pfalz

25.04.2016


Sparkassenchef Langenfeld: Zahlen und Werte gehören zusammen

Leipzig- Die Sorge ums Gemeinwohl gehört für Harald Langenfeld zum "genetischen Code" einer Sparkasse. "Seit 190 Jahren ist die Sparkasse hier zu Hause und genauso lange setzen wir uns schon für die positive Entwicklung unserer Region ein", sagt der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Leipzig im Gespräch mit www.100tage100menschen.de, der Storytelling-Website des 100. Deutschen Katholikentags. "Wir unterstützen große Projekte genauso engagiert wie die vielen kleinen Initiativen. Unser Förderengagement ist in gewisser Weise eine indirekte Dividende an die Menschen der Region", so Langenfeld.

Doch nicht nur die Sparkasse engagiert sich. Auch Langenfeld selbst ist in vielfältiger Weise ehrenamtlich aktiv. Eines dieser Ehrenämter hat unmittelbar mit dem Katholikentag zu tun: Der 56-Jährige ist Vorsitzender des Katholikentags e.V., des Rechtsträgers des Großveranstaltung. "Ich finde Katholikentage etwas Großartiges, gemeinsam über den Glauben zu reflektieren und gemeinsam zu feiern. Hier lasse ich mich gern in die Pflicht nehmen", begründet Langenfeld sein Engagement. Es sei wichtig, "dass sich die Gesellschaft immer wieder vergewissert, was glaubende Katholiken für sie bedeuten und wie sie aktiv an den gesellschaftlichen Diskursen mitwirken", betont der Vorstandsvorsitzende.

Das Porträt von Harald Langenfeld gibt es ab 23. April auf www.100tage100menschen.de. Es ist Teil eines Multimediaprojekts des Deutschen Katholikentags, das 100 Tage lang Geschichten von Menschen erzählt, die mit dem Katholikentag in Leipzig in Verbindung stehen oder in Berührung kommen werden.

Der 100. Deutsche Katholikentag ist eine christliche Großveranstaltung. Er findet vom 25. bis 29. Mai 2016 in Leipzig statt. Erwartet werden mehrere Zehntausend Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet sowie der Region. Katholikentage werden vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in der Regel alle zwei Jahre an wechselnden Orten veranstaltet. Der 99. Deutsche Katholikentag fand 2014 in Regensburg statt.

Text: 100. Deutscher Katholikentag Leipzig 2016 e.V., Presse

23.04.2016


Reformation als Lehrbeispiel für das Zusammenwachsen der Welt

Vertreter von Kirche, Politik, Kultur und Medien diskutieren über Protestantismus in der Einen Welt

Berlin- (lk). Weltweit verbinden über 400 Millionen Menschen ihren Glauben mit der Reformation. Über deren globale Dimension in der Einen Welt diskutierten der ARD-Fernsehjournalist und Auslandskorrespondent Klaus Scherer, der rheinland-pfälzische Justizminister Gerhard Robbers und Kirchenpräsident Christian Schad in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin.

Als großen Gewinn bezeichnete Gerhard Robbers das Zusammenwachsen der Welt. Wie dabei die Vielfalt der Kulturen erhalten und konstruktiv aufeinander bezogen werden könne, zeige die Reformation als Lehrbeispiel auf. So lerne man von ihr, „dass Glaubensfreiheit auch für diejenigen durchgesetzt werden muss, mit denen man selbst nicht übereinstimmt“, sagte Robbers.

Für Kirchenpräsident Christian Schad schließen sich Christsein und Homogenität aus. Er sei im Blick auf rechtspopulistische Parolen erschrocken, wie Vereinheitlichung als Ideal angesehen werde. Christen lebten von einer lebendigen Vielfalt und vom fruchtbaren Ringen unterschiedlicher Meinungen um den richtigen Weg. Dabei gelte es, die Position des anderen zu respektieren und die eigene Stärke für die anderen einzusetzen.

Aus der Erfahrung seiner Korrespondententätigkeit in den USA und in Asien hat Klaus Scherer die Erkenntnis mitgebracht, dass „wir uns aufgrund der Komplexität der Welt daran gewöhnen müssen, dass nicht alles so einfach ist, wie sich die Menschen das wünschen“. Auch sollten sich Medien und Politik eingestehen, dass man zum Beispiel in internationalen Konflikten nicht immer wisse, was zu tun sei. Als Auslandkorrespondent habe er nicht die Aufgabe, zu sagen, „so sind die Amerikaner oder die Japaner“, vielmehr gelte es, zu differenzieren und auch Widersprüche aufzuzeigen. Die Chance, die ein Betrachter von außen habe, läge darin „vieles zu sehen, was Einheimische als Betriebsblinde nicht mehr sehen“. Aber auch als Rückkehrer ins eigene Land gewinne man einen neuen Blick auf das vermeintlich Bekannte.

Mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingsdebatte steht der rheinland-pfälzische Justizminister einer gesetzlich geregelten Integration von Menschen anderer Religionen oder Kulturen skeptisch gegenüber. Die aktuelle Situation zeige, dass die meisten Menschen bereit seien, die geltenden Normen und Werte auch ohne Druck zu akzeptieren, sagte Robbers. Für ihn ist „der beste Anstoß zur Integration die Freiwilligkeit“. Dem stimmte Klaus Scherer zu: Mit einer Debatte über einen „Zwang“ zur Integration werde nur auf Stimmungen reagiert.

Kirchenpräsident Christian Schad plädierte für das evangelische Modell der „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“, das auch zum globalen Vorbild werden könne. Das bedeute Vielfalt und Dialogbereitschaft statt nationalstaatlich verengter Sichtweise. Pluralität sei daher nicht als Mangel, sondern als Gewinn zu verstehen. Als Beispiel nannte Schad evangelische Kindertagesstätten mit einem überwiegenden Anteil muslimischer Kinder. Diese seien Lernorte, in denen früh interkulturelle Kompetenz eingeübt werde.

Im Schwerpunktjahr „Reformation und die Eine Welt“ der Reformationsdekade 2008 bis 2017 erinnert die Evangelische Kirche in Deutschland daran, dass reformatorisches Handeln im 21. Jahrhundert heißt, die Vielfältigkeit des Menschseins anzunehmen. Insofern sei die Reformation kein abgeschlossenes Ereignis, sagte Harald Asel vom Rundfunk Berlin-Brandenburg, der das Forum moderierte. Staatssekretärin Heike Raab, Bevollmächtigte des Landes beim Bund und für Europa, erinnerte in ihrer Begrüßung an die Stätten der Reformation in Rheinland-Pfalz wie Worms und Speyer. Mit ihnen bringe man Zivilcourage, Vielfalt sowie Glaubens- und Gewissensfreiheit in Verbindung. Diese Werte hätten an Bedeutung nicht verloren.

Die Evangelische Kirche der Pfalz mit Sitz in Speyer ist mit zahlreichen Projekten und Veranstaltungen an dem von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Gemeinschaft Europäischer Kirchen (GEKE) ausgerufenen Reformationsjubiläum beteiligt. Sie ist Mitgastgeberin auf dem europäischen Stationenweg und beteiligt sich an der Weltausstellung Reformation in Wittenberg. Mehr Informationen zum Thema gibt es unter dem Logo „Reformation 2017“ auf www.evkirchepfalz.de.

Mit der Veranstaltung haben die Landesvertretung Rheinland Pfalz und die Evangelische Kirche der Pfalz ihre Reihe mit Gesprächsrunden in der Reformationsdekade fortgesetzt. Vorausgegangen waren „Reformation und Toleranz“ (2012), „Reformation und Politik“ (2014) und „Die Macht der Medien“ (2015). Die Reihe soll nach Auskunft von Staatssekretärin Heike Raab im Jubiläumsjahr der Reformation 2017 fortgesetzt werden.

Mehr zum Thema: www.evkirchepfalz.de; www.ekd.de/reformationstag/.

23.04.2016


Große Spende für den Speyerer Dom

Freude bei der Übergabe des Schecks an den Dombauverein (v.l.): Organisator des Konzerts Udo Heidt, Domdekan Dr. Christoph Kohl, Dombauvereinsvorsitzender Dr. Gottfried Jung, Dombaumeister Mario Coletto, Chorleiter Wolfgang Tropf, Dr. Barbara Schmidt-Nechl, stellvertretende Dombauvereinsvorsitzende und Franz Dudenhoeffer, Beisitzer im Vorstand des Dombauvereins.

Organisator von „Baden schaut über den Rhein“ Udo Heidt überreicht Dombauverein Scheck über rund 7 700 Euro für den Erhalt der Kathedrale

Speyer- (is). Zum 13. Mal hatte Dombauvereinsmitglied Udo Heidt am 17. April das Benefizkonzert für den Speyerer Dom unter dem Motto „Baden schaut über den Rhein“ organisiert. An dem Konzert hatten 650 Sängerinnen und Sänger aus zehn badischen Chören mitgewirkt.

Den Scheck in Höhe des Erlöses von genau 7 674,45 Euro überreichte Heidt heute gemeinsam mit dem Leiter der Nordbadischen Chorvereinigung, Wolfgang Tropf, vor dem Domnapf in Speyer an den Vorsitzenden des Dombauvereins, Dr. Gottfried Jung. Das Geld kommt dem Erhalt der Kathedrale zugute.

Bei der Scheckübergabe mit dabei waren auch Dr. Barbara Schmidt-Nechl, stellvertretende Dombauvereinsvorsitzende, Franz Dudenhoeffer, Beisitzer im Vorstand des Dombauvereins, Dombaumeister Mario Coletto und Domdekan Dr. Christoph Kohl.

22.04.2016


Baden schaut über den Rhein - Bilderalbum

Hilfe für die Erdbebenopfer in Ecuador

Bistum Speyer und Evangelische Kirche der Pfalz stellen 20.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung – Aufruf zu weiteren Spenden

Speyer- (is/lk). Das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz rufen gemeinsam mit ihren Hilfswerken Caritas und Diakonie zur Hilfe für die Erdbebenopfer in Ecuador auf. Die beiden Kirchen haben heute 20.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt.

Mit dem Geld wird die Versorgung der Erdbebenopfer mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Notunterkünften unterstütz. Laut Regierungsangaben handelt es sich um das schwerste Beben seit 1979. Vorläufigen Angaben zufolge wurden rund 500 Menschen getötet und Hunderte verletzt. Ein Anstieg der Zahl der Toten und Verletzten wird befürchtet. Viele Menschen der betroffenen Regionen haben aus Angst vor Nachbeben die Nacht im Freien verbracht. Die Regierung erklärte den Ausnahmezustand.

Am schwersten betroffen ist die Küstenregion der Provinz Esmeraldas, wo auch das Epizentrum des Bebens mit der Stärke 7,8 lag. Die Provinz Esmeraldas sowie das Anden-Hochland der angrenzenden Provinz Imbambura zählten schon in der Vergangenheit zu den am stärksten von Erdbeben gefährdeten Regionen Ecuadors. Um die Anfälligkeit der Bevölkerung gegenüber Naturkatastrophen zu verringern, hatten die kirchlichen Hilfswerke dort in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort mehrere Katastrophenvorsorge-Projekte gestartet. Unter anderem waren an Schulen Notfall- und Evakuierungspläne erarbeitet sowie in mehreren Gemeinden Katastrophenpräventionskomitees aufgebaut worden.

Ecuador gehört zu den Ländern in Lateinamerika, die am anfälligsten für Naturkatastrophen sind. Die Anfälligkeit resultiert insbesondere aus geologischen Risiken wie Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche sowie klimatischen Risiken wie Überschwemmungen, Erdrutschen und Dürreperioden. Mehr als zwanzig Prozent der Bevölkerung Ecuadors leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze, 11 Prozent gelten als unterernährt.

Spendenkonten:

Caritas international, Freiburg

IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02

Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe

BIC: BFSWDE33KRL

oder online unter www.caritas-international.de

 

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

Evangelische Bank eG

BIC GENODEF1EK1

oder online unter www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

22.04.2016


Einen Schlussstrich unter die Geschichte darf es nicht geben

Landeskirche und Evangelische Akademie stellen Handbuch „Protestanten ohne Protest“ vor

Speyer- Die Selbstanpassung des pfälzischen Protestantismus an das Nazi-Regime bleibt nach den Worten von Kirchenpräsident Christian Schad belastendes Erbe und dauerhafte Mahnung. Einen Schlussstrich unter die Geschichte könne es nicht geben, führten Schad und der Direktor der Evangelischen Akademie der Pfalz, Christoph Picker, bei der Vorstellung des Handbuches „Protestanten ohne Protest“ am Montag im Historischen Museum in Speyer aus. „Vergangenheit kann verblassen, aber sie lässt uns nicht los. Die Jahre 1933 bis 1945 gehören genauso zur Identität unserer Kirche wie die Reformation, wie die Speyerer Protestation und wie die Union von 1818.“

Zugleich wiesen sie auf die über den Bereich der Kirche hinaus aktuelle Bedeutung des Buches hin. „Unsere Erinnerung liefe ins Leere, wenn wir sie nicht mit der Frage nach der praktischen Solidarität verbänden“, sagte Kirchenpräsident Schad vor Gästen aus Politik, Kirche und Gesellschaft. Herausgeber des Handbuches zur Rolle der Landeskirche während des Nationalsozialismus sind Akademiedirektor Picker, die Leiterin des Zentralarchivs der pfälzischen Landeskirche, Gabriele Stüber, Oberkirchenrat i.R. Klaus Bümlein und Kirchenrat Frank Matthias Hofmann. Im Auftrag der Landeskirche und unter Federführung der Evangelischen Akademie der Pfalz haben 60 Autoren an dem zweibändigen Werk mitgewirkt.

„Rheinpfalz“-Chefredakteur Michael Garthe bezeichnete „Protestanten ohne Protest“ als „herausragendes, wichtiges Werk für die Pfalz“, in dem vieles neu, interessant und erschütternd sei. Es stifte über die konfessionelle Betrachtung hinaus Geschichts- und Heimatbewusstsein der Pfälzer insgesamt und mache viele Zeitgenossen zu „Alphabeten der Geschichte“, obwohl viele Menschen bei der Betrachtung der NS-Zeit lieber Analphabeten geblieben wären.

Aus der Geschichte lernen bedeute für die bundesrepublikanische Gegenwart, dass Christen mehr denn je ein Bollwerk gegen Fremdenhass, Militarismus, Zensur und Nationalismus sein müssten. „Alles, was zum Faschismus und Nationalsozialismus geführt hat, darf es in unserer Gesellschaft nicht mehr geben“, erklärte Garthe. Für die Pfalz und die Pfälzer im 21. Jahrhundert bedeute dies, mit den ausländischen Mitbürgern und den europäischen Nachbarn friedlich und offen miteinander zu leben. „Heimatbewusstsein stiftet Identität, aber die eigene Identität kann nur im Gegenüber anderer entstehen”, sagte Garthe. Heimatliebe und Fremdenhass schlössen einander aus.

Nicht nur für die Protestantische Landeskirche sei die „Lehre aus der NS-Geschichte“, dass die Kirche nicht im Dienst der Politik stehen und kein Erfüllungsgehilfe der Regierung sein dürfe. Die Kirche habe eine gesellschaftliche Aufgabe und keine staatliche Gewalt, ergreife Partei ohne eine Partei zu sein.

„Wer aus der Geschichte lernen will, der kommt um die intensive Beschäftigung mit ihr nicht herum“, führte Akademiedirektor Christoph Picker aus. Indes sei „Protestanten ohne Protest“ kein moralisches Buch. „Beabsichtigt war nicht so etwas wie eine Abrechnung mit den Verfehlungen und Versäumnissen früherer Generationen. Aber wir kommen zu dem Fazit, dass der pfälzische Protestantismus in der NS-Zeit seinem Selbstverständnis und seinem Bekenntnis nicht gerecht geworden ist.“ Ausnahmen habe es gleichwohl gegeben: Der Thaleischweiler Pfarrer Heinz Wilhelmy, der die aggressive Außenpolitik des Regimes kritisiert habe; Pfarrer Johannes Bähr, der im Schulunterricht die Novemberpogrome offen verurteilt habe, der Pirmasenser Pfarrer Oswald Damian, der vor dem Rassismus, dem Militarismus und der Christentums-Feindlichkeit der Nationalsozialisten gewarnt habe.

Unter dem Schwerpunktthema „Protestanten ohne Protest – die evangelische Kirche der Pfalz im Nationalsozialismus“ beschäftigt sich auch die Frühjahressynode der Landeskirche mit der Aufarbeitung ihrer Geschichte. Die Tagung findet vom 1. bis 4. Juni im Martin-Butzer-Haus in Bad Dürkheim statt.

Hinweis: Das Handbuch „Protestanten ohne Protest. Die evangelische Kirche der Pfalz im Nationalsozialismus“ ist zum Preis von 59,90 Euro erhältlich beim Verlagshaus Speyer, Telefon 06232/24926, E-Mail: info@verlagshaus-speyer.de.

Foto: Verlagshaus Speyer

19.04.2016


Benefizkonzert für den Dom voller Erfolg

7.700 Euro bei „Baden schaut über den Rhein“ ersungen

Speyer- Die 900 Sitzplätze im Dom reichten bei weitem nicht aus, so dass viele Menschen dem Konzert „Baden schaut über den Rhein“ im Stehen lauschten. 7.700 Euro  konnten dabei für den Domerhalt gesammelt werden. Das sind rund 2.500 Euro mehr als im vergangenen Jahr.

Das Konzertereignis hat Tradition. Am 17. April 2016 musizierten und sangen bereits zum 13. Mal badische Musiker und Chöre im Dom und für den Dom. Die 650 Sängerinnen und Sänger der Nordbadischen Chorvereinigung, die „Tropfchöre“, erfüllten die Kathedrale mit ihrem Gesang.

Zu Beginn erklang ein Instrumentalstück. Das Prelude aus dem „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier, bekannt als Fanfare bei Fernseh-Übertragungen im Rahmen der Eurovision, spielten Holger Becker an der Chororgel und Frédéric Messner an der Trompete. Zunächst nach Männer- und Frauenstimmen getrennt kamen danach die unterschiedlichsten Werke zu Gehör. Unter der Leitung von Wolfgang Tropf erklangen, neben dem „Vater unser“ und „Dona Maria“, auch Titel wie „Über 7 Brücken“ oder „Conquest of Paradise, welches alle Chöre gemeinsam sangen.

Zu den besonderen Konzertmomenten gehörte sicher das „Hallelujah“ von Leonard Cohen, bei dem Uschi Tropf und der Kinderchor Frohsinn aus Neudorf Solopartien übernahmen. Zur instrumentalen Begleitung kamen im Verlauf des Konzertes Saxophone, Querflöten, ein E-Piano und sogar zwei Dudelsäcke zum Einsatz, letztere gespielt von Herbert Pföhler und Werner Sommer.

Den traditionellen Schluss- und Höhepunkt bildete das gemeinsame Singen des Chorals „Großer Gott wir loben dich“, bei dem 2.000 Stimmen zu hören gewesen sein dürften. Unter den Sängern waren auch der Bischof von Speyer, Dr. Karl-Heinz Wiesemann sowie der emeritierte Bischof Dr. Anton Schlembach.

Organisiert wurde das Musikereignis auch in diesem Jahr vom Dombauvereinsmitglied Udo Heidt. Der Vorsitzende des Dombauvereins, Dr. Gottfried Jung, würdigte Heidt als einen Menschen, der für die Musik lebe und dem es gelinge, viele andere Menschen mit seiner Begeisterung anzustecken. Er freue sich, dass eine Veranstaltung, die so viel Spaß mache, gleichzeitig so viel Gutes bewirke. Gedankt wurde den Mitwirkenden direkt nach dem Konzert auch von Domdekan Dr. Christoph Kohl, der für die Liturgie und damit auch für die Musik in der romanischen Kathedrale verantwortlich ist.

Text: is; Foto: pem; Domkapitel Speyer

18.04.2016


Bundesweite Renovabis-Pfingstaktion in Speyer eröffnet

Perspektiven für Jugendliche in Osteuropa notwendig - Justizminister Robbers dankt für breit gefächertes Engagement der katholischen Kirche

Speyer- Mit einem feierlichen Pontifikalamt im Speyerer Dom wurde heute die 24. Renovabis-Pfingstaktion bundesweit eröffnet. Sie steht unter dem Leitwort „Jung, dynamisch, chancenlos?“ und richtet den Blick auf Jugendliche und junge Erwachsene in den Ländern Mittel- und Osteuropas.

„Die Schatten der Vergangenheit sind noch lange nicht abgeschüttelt. Viele junge Menschen in Mittel- und Osteuropa haben den Eindruck, dass man an ihnen gar nicht interessiert ist“, sagte der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Blick auf die Jugendarbeitslosigkeit, die in manchen Ländern Osteuropas bei rund 60 Prozent liegt. „Das muss uns alarmieren“, forderte er eine visionäre Veränderung. „Echte Vision hat immer den Bezug zur Wirklichkeit, aber sie sieht in der Wirklichkeit noch etwas, das sonst nicht wahrgenommen wird: die Chance zur Wandlung.“ Der Glaube bedeute vielen jungen Menschen in Osteuropa sehr viel. „Er ist mitten in Enttäuschungen und Hoffnungslosigkeiten die entscheidende Kraft, nicht an der Wirklichkeit zu verzweifeln, sondern den Mut zu finden, an einer besseren Zukunft mitzubauen.“ Es müsse „höchste politische und gesellschaftliche Priorität“ haben, dass es „keine verlorenen Generationen gibt und geben darf“. Das Hilfswerk Renovabis sei 1993 von den deutschen Katholiken im Bewusstsein gegründet worden, „wie vielen wir unsere neue Chance nach dem Desaster des Zweiten Weltkriegs verdanken.“ Auch persönlich sei ihm erst nach und nach aufgegangen, „mit welch positivem Startkapital meine Generation, die Nachkriegsgeneration, ins Leben getreten ist und es entfalten konnte.“ Die junge Generation in Osteuropa brauche „Visionen, die die Wirklichkeit verändern, und die Erfahrung von Menschen, die Leuchttürme hoffnungsvoller Perspektiven errichten.“

Bischof Wiesemann zelebrierte den Gottesdienst gemeinsam mit Erzbischof Duro Hranić (Dakovo), Weihbischof Pero Sudar (Sarajevo) und Weihbischof Otto Georgens, der für die Kontakte des Bistums Speyer in die Weltkirche hinein verantwortlich ist. Das Thema Osteuropa wurde im Gottesdienst auf verschiedene Weise aufgegriffen. Zum Beispiel wurde die zweite Lesung in litauischer Sprache vorgetragen. Die Kollekte war für das Projekt „Ältere Schwester – älterer Bruder“ des Vereins „Narko Ne“ (Nein zu Drogen) aus Bosnien und Herzegowina bestimmt. Eine Band mit Roma-Jugendlichen aus Ardud in Rumänien knüpfte eine musikalische Verbindung und ergänzte die Dommusik, die zusammen mit dem Orchester der städtischen Musikschule eine Messe von Leo Delibes aufführte. Beim anschließenden Empfang im Haus Trinitatis erläuterten die Renovabis-Gäste in kurzen Interviews ihre Arbeit. Der rheinland-pfälzische Justizminister Gerhard Robbers dankte der katholischen Kirche und ihrem Hilfswerk Renovabis für ihr breit gefächertes Engagement in den Ländern Mittel- und Osteuropas.

Weitere Informationen: www.renovabis.de  Text: is; Fotos: Klaus Landry

17.04.2016


Eröffnung der Renovabis-Pfingstaktion 2016 im Bistum Speyer

„Jung, dynamisch, chancenlos?“

Freising/Speyer-  Sie sind jung, motiviert, oft aber auch ziemlich ratlos, was ihre Zukunft angeht, denn ihre Heimatländer bieten ihnen kaum Perspektiven. Viele Jugendliche und junge Erwachsene im Osten Europas kehren ihrem Land deshalb den Rücken. Korruption, Arbeitslosigkeit, Armut und die damit einhergehende Chancenlosigkeit sind nur einige der Gründe dafür. Unter dem Leitwort „Jung, dynamisch, chancenlos? Jugendliche im Osten Europas brauchen Perspektiven“ greift die katholische Solidaritätsaktion Renovabis dieses Thema im Rahmen ihrer bundesweiten Pfingstaktion auf. Zum Auftakt der Kampagne vom 14. bis 17. April ist das Hilfswerk mit zahlreichen Gästen aus Osteuropa im Bistum Speyer in Schulen, Bildungshäusern und Pfarreien zu Gast. Die feierliche Eröffnung der Pfingstaktion findet im Rahmen eines Gottesdienstes am Sonntag, 17. April, im Speyerer Kaiserdom statt.

Die Jugend als „Wächter auf den Morgen“

Der gastgebende Bischof von Speyer, Dr. Karl-Heinz Wiesemann, wies in der Pressekonferenz zur Aktionseröffnung auf ein Wort des Hl. Papstes Johannes Paul II. hin. Dieser habe den jungen Menschen in Kirche und Gesellschaft eine prophetische Aufgabe zugeschrieben. Sie seien „die Wächter auf den Morgen“, auf eine neue, humane Zivilisation nach den Verwerfungen des 20. Jahrhunderts. Der Glaube, so Bischof Wiesemann, sei für viele Jugendliche auch in Osteuropa eine wichtige Kraft, um sich trotz täglicher Erfahrungen von Armut, Korruption und Arbeitslosigkeit für eine Veränderung einzusetzen und Perspektiven zu schaffen.

Angesichts aktueller Zahlen, z. B. aus Litauen oder Bosnien und Herzegowina scheinen solche Veränderungen auch dringend nötig zu sein. Die litauische Sozialarbeiterin Roberta Daubaraitė-Randė berichtete aus ihrer Heimat, dass rund 60 Prozent der Jugendlichen vom Auswandern träumten. In Bosnien seien es sogar 70 Prozent, sagte Weihbischof Pero Sudar, der in Bosnien die multi-ethnischen Europa-Schulen initiiert hat. Beide sind im Rahmen der Renovabis-Pfingstaktion in Speyer zu Gast und berichten bei zahlreichen Veranstaltungen über die Situation in ihren Heimatländern.

Die Abwanderung ist eine echte Bedrohung für die osteuropäischen Staaten

„Die aktuelle Entwicklung ist eine große Herausforderung“, betont auch der Geschäftsführer von Renovabis, Dr. Gerhard Albert. Es sei wichtig, die zuständigen Regierungen und Politiker nicht aus ihrer Verantwortung zu entlassen. Nicht nur für die Jugendlichen sei die Situation oft dramatisch, so Albert, „denn die anhaltende Abwanderung junger Leute stellt auch für die Entwicklung der osteuropäischen Staaten eine echte Bedrohung dar“. Für Renovabis gehe es im Rahmen der diesjährigen Pfingstaktion darum, auf diese Situation aufmerksam zu machen und um Solidarität mit jungen Menschen im Osten Europas zu werben.

Das Ensemble „Big-Band“ aus Rumänien: Die Jugendliche der Roma-Minderheit in Ardud umrahmten die Pressekonferenz musikalisch.

Weitere Informationen:  www.renovabis.de  Text: is; Foto: gc

16.04.2016


Vier Bewerber für Oberkirchenratswahl

v.l.: Steffen Jung, Michael Löffler, Martin Schuck und Marianne Wagner

Nachfolge für Gottfried Müller steht erneut auf der Tagesordnung der Landessynode

Speyer- Vier Theologen sind von der Kirchenregierung der Evangelischen Kirche der Pfalz als geeignete Bewerber für das Amt eines geistlichen Oberkirchenrats vorgeschlagen worden. Das hat der Pressesprecher der Landeskirche, Kirchenrat Wolfgang Schumacher, am Donnerstag in Speyer bekannt gegeben. Oberstudiendirektor Steffen Jung, Kirchenrat Michael Löffler, Pfarrer Martin Schuck und Pfarrerin Marianne Wagner wollen Nachfolger von Oberkirchenrat Gottfried Müller werden, der Ende August 2016 in den Ruhestand geht. Die Wahl erfolgt durch die Landessynode, die vom 1. bis 4. Juni in Bad Dürkheim tagt.

Steffen Jung ist seit 2011 Leiter des Evangelischen Trifelsgymnasiums in Annweiler. Der 55-Jährige aus dem saarländischen Altstadt war zuvor Landesjugendpfarrer und Pfarrer am Saarpfalz-Gymnasium in Homburg. Michael Löffler ist 52 Jahre und seit 2013 theologischer Abteilungsleiter im Personalreferat der Badischen Landeskirche in Karlsruhe. Der in Neustadt an der Weinstraße lebende Theologe war zuvor Leiter des Bischofsbüros und Pfarrer in Leimen bei Heidelberg. Martin Schuck ist seit 2009 Leiter des Verlagshauses Speyer GmbH. Der promovierte Theologe arbeitete elf Jahre als wissenschaftlicher Referent beim Konfessionskundlichen Institut in Bensheim. Gemeindepfarrer war der in Obermoschel aufgewachsene 54-Jährige in Zweibrücken und Ludwigshafen-Oppau. Marianne Wagner ist seit 2002 Pfarrerin im Missionarisch-Ökumenischen Dienst der Landeskirche in Landau und vertritt schwerpunktmäßig den Arbeitsbereich Weltmission und Ökumene. Die 54-Jährige arbeitete zuvor im Kirchenbezirk Neustadt.

Die Stelle des geistlichen Oberkirchenrats war erstmals im Frühjahr 2015 ausgeschrieben worden. Bei der Wahl durch die Landessynode im November 2015 hatten die beiden Bewerber, Dekan Armin Jung (Neustadt) und Verlagsleiter Martin Schuck (Speyer), nicht die erforderliche Mehrheit erreicht. Die Stelle wurde daher im Januar 2016 erneut ausgeschrieben. Dabei wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich alle ordinierten Pfarrerinnen und Pfarrer im Dienst einer der 20 Landeskirchen bewerben können. In der Nachfolge von Gottfried Müller wären die Kandidaten als Dezernenten für die Pfarrer und Vikare zuständig sowie für die theologische Fort-und Weiterbildung, die Jugendarbeit und Planungs- und Strukturfragen.

Im Zusammenhang mit der anstehenden Wahl erinnerte die Kirchenregierung daran, dass das Bewerbungsverfahren und die Wahl streng nach geltendem Recht und Gesetz zu erfolgen haben. Dies verlange der Respekt vor der Synode und diene dem Persönlichkeitsschutz der Bewerber. Öffentliche Mutmaßungen und mediale Spekulationen könnten nicht die Verfassung und die Wahlgesetze ersetzen oder außer Kraft setzen, so die Kirchenregierung.

Oberkirchenräte werden in der Pfälzischen Landeskirche auf die Dauer von sieben Jahren gewählt, Wiederwahlen sind möglich. Sie leiten die einzelnen Dezernate des Landeskirchenrats, der obersten Behörde der Landeskirche. Den Vorsitz im Kollegium führt der Kirchenpräsident. Er ist auch für die Geschäftsverteilung zuständig. Text und Foto: lk

15.04.2016


Spende an den Bauverein der Gedächtniskirche

Spende des „Clubs Deutscher Drehorgelfreunde e.V.“ und des „Pfälzer Drehorgelstammtisches“

Speyer- Der Erlös des Konzertes der Drehorgelkonzertes vom vergangenen Samstag, den 9.4.2016, 11 Uhr in der Gedächtniskirche betrug: 917,46 €.

Der Eintritt war frei, es wurde um Spenden für den „Bauverein der Gedächtniskirche“ gebeten.

Herr Martin Junger, der das Konzert moderierte, hat den Betrag Dekan Jäckle in der Gedächtniskirche überreicht.

 

Verabschiedungsgottesdienst Pfr. Weinerth an der Gedächtniskirche:

Verabschiedungsgottesdienst von Pfr. Weinerth am Sonntag, den 17. April, 10 Uhr Gedächtniskirche

Pfr. Weinerth wird die Predigt halten,

im Anschluss an den GD findet ein Umtrunk im Martin-Luther-King-Haus statt.

Am 1. Mai tritt Pfr. Weinerth die Pfarrstelle der Auferstehungskirchengemeinde in Speyer an.

Der Einführungsgottesdienst dort ist am 8. Mai 2016 um 10 Uhr.

15.04.2016


Bischof Wiesemann weiht Altar in der Kapelle der Maria-Ward-Schule

Festgottesdienst mit Schülerinnen, Lehren und Gästen – Martin Schöneich gestaltete neuen Altar, Ambo und Tabernakel

Landau- „Acht Tage lang feierten sie die Altarweihe, brachten mit Freuden Brandopfer dar und schlachteten Heils- und Dankopfer … Im Volk herrschte große Freude“ (1 Makk 4) – ganz so ausgiebig, wie die Makkabäer im Alten Testament den Sieg über Gorgias und den Neuaufbau ihres von Feindeshand entweihten Altars feierten, konnte das Pontifikalamt zur Altarweihe in der Maria-Ward-Schule in Landau, dem diese Lesung vorangestellt war, freilich nicht werden. Aber zu jenem „geradezu archaischen, ganz besonderen Erlebnis“, das Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann versprach, wurde der Festgottesdienst für die Schüler und Lehrer, die am Dienstagnachmittag in der neu restaurierten Kapelle Platz fanden, tatsächlich.

Vorfreude und knisternde Spannung lagen schon zu Beginn der Messfeier in der Luft und der Bischof ließ sich spürbar anstecken von dieser heiter angeregten, auch ein bisschen aufgeregten Stimmung, die zum fruchtbaren Nährboden für seine Botschaft wurde: „Feuer in der Kirche – endlich!“ befeuerte er auch mit Worten das Geschehen am Altar. „Feuer, wie beim brennenden Dornbusch wird zur Gegenwart – lebendig -  hier und heute - inmitten der Glaubensgemeinde,“ spannte er den Bogen vom alten Testament zur neuen Kapelle. So, wie das Chrisamöl zu Beginn der Altarweihe auf die Steinplatte „nicht eingepaukt, sondern eben eingebrannt“ werde, so solle auch der Glaube seine Spuren in der Festgemeinschaft hinterlassen, damit die Schülerinnen und Lehrer Feuer und Flamme für die Botschaft Gottes sind.  

Schon zu Urzeiten hätten die Menschen Opfer dargebracht, um Schuld zu tilgen und Gott gnädig zu stimmen. Dann aber opferte Gott seinen eigenen Sohn, um seine grenzenlose Liebe zu den Menschen zu zeigen. Fortan, so Wiesemann, sollen Christen immer daran erinnert werden, „dass die Liebe das Wichtigste ist und das Einzige, das Zukunft bringt“. Durch die Auferstehung habe Christus nicht nur den eigenen Tod überwunden, sondern - leiblich wie geistig – auch Grenzen überwunden. So, wie sich der Auferstandene durch verschlossene Türen und verängstigte Herzen den Weg zu den Emmaus-Jüngern bahnte, so, wie er mit ihnen das Brot brach, „so entsteht Kirche – so entsteht Gemeinde – so kommt Jesus in die Mitte“.

Eine Mitte, die sich in der Maria Ward Kapelle nach Wunsch des Schulseelsorgers Martin Olf und in Zusammenarbeit mit Claus Sternberger vom bischöflichen Bauamt auch sinnbildlich durch die mutige Neugestaltung zeigt. Denn die von Bildhauer Martin Schöneich geschaffenen sakralen Objekte Ambo, Altar und Tabernakel sind nach dem Konzept der „Orientierten Versammlung“ als zentrale Mittelachse angelegt, die im ovalen Bogen von der Glaubensgemeinschaft umschlossen wird. Der Werkstoff Glas, aus dem auch der Korpus des Altars geschichtet ist, symbolisiert Licht, Transzendenz und Durchlässigkeit und damit die Existenz Gottes „mitten unter uns.“  

Mit sichtbarer Freude hat Bischof Wiesemann diese modernen Objekte mit dem alten Ritus verbunden und die Altarweihe - mitzelebriert von Schulseelsorger Martin Olf, Domdekan Christoph Kohl und dem früheren Dekan Klaus Armbrust - als fast mystisch-sakralen Höhepunkt lebendig werden lassen: die Allerheiligenlitanei bildete dabei die Einleitung des genau festgelegten Brauchs, bei dem zunächst eine Reliquie der früheren Märtyrerkirche in den Altar eingelassen wird. Es folgten die Salbung der Tischplatte mit heiligem Chrisam und das Entzünden des Feuers an allen vier Ecken und der Mitte des Altars. Lange dauert der Augenblick, bis sich die Flammen verzehren und so lange währte auch die besondere Ergriffenheit der Gläubigen, die andachtsvoll staunten und in das musikalische „Veni Sancte Spiritus“ einstimmten: „Komm heiliger Geist, entzünde in uns das Feuer deiner Liebe“. Noch immer lag der Duft des Chrisamöls in der Luft, als der Altar schließlich gereinigt, eingedeckt und beweihräuchert wurde und die Messfeier mit besonders feierlicher Musik fortgesetzt wurde. Orgel (Manuel Cordel) und Trompete (Michael  Hammer), Klavier (Ulrike Sauerhöfer) und ein Streichquartett (Leitung: Agnes Hoffmann) sowie der Kammerchor der Maria Ward Schule, verstärkt durch den Lehrerchor, intonierten ein vielseitiges geistliches Repertoire und boten einen breiten Klangteppich für die singfreudige Gemeinde.

Eingebunden in den Gottesdienst war ein Grußwort von Schwester Dolores von der Kongregation der Englischen Fräulein, die auch durch Schwester Eleonore und Schwester Rigoberta vertreten waren. Sie freuten sich besonders über das bei der Renovierung der Kapelle wiederentdecke Symbol „des aufblühenden Kreuzes mit den vier Balkenenden in Form einer Blattknospe“, das zum Wappen der Ward-Familie gehörte und heute als weltweit verbindendes Zeichen gilt, in den Anfängen des Ordens aber geheim gehalten werden musste. Schulleiter Klaus Neuberger dankte dem Bischof für seinen erinnerungswürdigen Besuch mit der Seite einer Schulbibel und der Einladung zu einem Umtrunk mit allen Gottesdienstbesuchern. Text und Fotos: Brigitte Schmalenberg

14.04.2016


Querdenker suchen in der Kirche Antworten auf aktuelle Fragen

Schüler des Kurfürst-Ruprecht-Gymnasiums Neustadt gestalten Plakatmotiv der Öffentlichkeitsarbeit

Neustadt- Mit einer neuen Plakatreihe setzt die Evangelische Kirche der Pfalz ihre Öffentlichkeitsinitiative Heimat | Kirche | Pfalz fort. Für die siebte Reihe der im Jahr 2010 gestarteten Initiative haben Schülerinnen und Schüler des Kurfürst-Ruprecht-Gymnasiums (KRG) in Neustadt ein Motiv geplant und mit den Profis aus Landeskirche und Werbeagentur umgesetzt. Kirchenpräsident Christian Schad übergab die ersten Druckexemplare in Neustadt an die Schüler des Grundkurses Evangelische Religion der 12. Jahrgangsstufe des KRG sowie Schulleiter Hartmut Loos und Schulpfarrerin Ute Friedberg.

Ausgangspunkt für das Projekt sei ein Treffen im Landeskirchenrat in Speyer gewesen, bei dem die Schüler ihre konstruktive Kritik an den damaligen Motiven  geäußert hätten. Vor allem habe ihnen der Bezug zur jüngeren Generation gefehlt, resümierte Schad. Zugleich hätten die Schüler eigene Motiventwürfe mitgebracht. So sei die Idee entstanden, die Gruppe „zu einem Workshop mit der von uns beauftragten Werbeagentur Antares einzuladen“. Nach zahlreichen Diskussionen auch unter der Schülergruppe sei dann das Motiv unter dem Slogan „Heimat ist, wo wir Zukunft gestalten“ entstanden.

Das Motiv, aufgenommen auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes der Technischen Universität Kaiserslautern, zeigt zwei junge Männer, die auf einer hochkannt gekippten Kirchenbank sitzend mit einem Fernrohr den Horizont absuchen. „Unser Blick und unser Denken gehen nicht nur geradeaus, sondern auch oft quer“, erklären die Schüler ihre Idee. Jonathan Mauß und Nikolas Arens sind die  Protagonisten, die sich „ins Bild setzen ließen“. Die Kirchenbank verdeutliche das gemeinsame Fundament des Glaubens und die Geschichte. Zugleich erinnere die Gesamtkonzeption des Bildes, dass „wir auch auf unsere aktuellen Fragen Antworten brauchen“, so die Schüler. Als Beispiel nannten sie die Möglichkeit der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Öffentlichkeitsreferent der Landeskirche, stellte zugleich die drei weiteren Motive der diesjährigen Reihe zum Thema „Reformation und die Eine Welt“ vor. Diese zeigen die Bibliothek des Fachbereichs Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg Universität in Germersheim  („Heimat ist, wo du mit Sprache Brücken baust“) und die deutsch-französische Grenze bei Neulauterburg und Lauterbourg („Heimat ist, wo Grenzen verbinden“). Das Thema Flucht und Integration greift ein Bild aus der geplanten Erstaufnahmeeinrichtung in Herxheim bei Landau auf („Heimat ist, wo du Fremden hilfst“).

Schad und Schumacher wiesen darauf hin, dass Motive und Themen vor allem bei kirchlich Distanzierten Interesse wecken würden. Es werde wahrgenommen, „dass die pfälzische Landeskirche in der Region fest verwurzelt und nahe bei den Menschen ist mit deren Fragen, Sorgen und Nöten, ihrem Stolz und ihrer Freude“. Dass die Motive den Betrachter herausfordern, wie die Kritik der Schülerinnen und Schüler aus Neustadt gezeigt habe, sei durchaus gewollt.

Die Motive der aktuellen Reihe „Heimat | Kirche | Pfalz“ können über das Öffentlichkeitsreferat der Landeskirche unter oeffentlichkeitsreferat@evkirchepfalz.de bestellt werden. Text und Foto: lk

13.04.2016


Teilnehmer-Tandems für Kundschafterreisen stehen fest

Bewerbungsphase erfolgreich abgeschlossen – Erstes Vorbereitungstreffen am 8. Juli

Speyer- Das Bistum Speyer unternimmt in diesem und dem kommenden Jahr vier so genannte „Kundschafterreisen“. Sie führen nach England, Nicaragua, Südafrika und auf die Philippinen. Jeweils eine ehren- und eine hauptamtliche Person aus einer Pfarrei konnten sich gemeinsam als Team bewerben. Inzwischen stehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der vier Kundschafterreisen fest. „Die Resonanz aus den Pfarreien auf das Angebot war sehr ermutigend. Vor allem bei der Kundschafterreise nach Südafrika hatten wir deutlich mehr Bewerbungen als Plätze“, berichtet Domkapitular Franz Vogelgesang, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge des Bischöflichen Ordinariats. Die Bewerbungsphase sei damit erfolgreich abgeschlossen.

Das Ziel der ein- bis zweiwöchigen Reisen unter dem Motto „Lernen von der Weltkirche“ besteht darin, die seelsorgliche Arbeit in anderen Ländern wahrzunehmen und Anregungen für die Kirchenentwicklung im Bistum Speyer zu erhalten. „Es geht um ein Kennenlernen von pastoralen Ansätzen in verschiedenen Ländern, um in der Folge zu überlegen, was uns bereichern kann für das konkrete Leben unserer Gemeinden oder Gemeinschaften in den neuen, größeren Pfarreien“, so Franz Vogelgesang, der die Kundschafterreisen vor allem als Ausdruck der leitenden Perspektiven im neuen Seelsorgekonzept des Bistums Speyer versteht. Neben der persönlichen, menschlichen und geistlichen Weiterentwicklung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist ihm die spirituelle und theologische Reflexion der während der Reise gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse ein zentrales Anliegen. Sie sollen für die pastorale Weiterentwicklung in den Pfarreien und im Bistum fruchtbar gemacht werden, unter anderem beim Pastoraltag im kommenden Jahr. Am 8. Juli treffen sich die Teilnehmer der Kundschafterreisen zu einem ersten Vorbereitungstreffen auf Maria Rosenberg.

Angebot „Summerschool“ gibt Impulse für lokale Kirchenentwicklung

Einen weiteren Impuls, um von den Erfahrungen der Kirche in anderen Ländern zu lernen, bietet die „Summerschool“, zu der das Bischöfliche Ordinariat vom 9. bis 14. September in die Bildungsstätte Heilsbach einlädt. Es richtet sich an Teams, bestehend aus drei bis fünf Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen, und bietet ihnen Raum für ein gemeinsames Lernen und die Entwicklung eines gemeinsamen Zukunftsbildes. „Wir werden uns gemeinsam und auf kreative Weise mit Themen wie Vision, Hören auf das Wort Gottes, Sozialraum, Leitung, Evaluation und Kirchenbild beschäftigen“, kündigt Abteilungsleiter Dr. Thomas Kiefer an. Die „Summerschool“ nehme dabei sowohl Bezug auf das Seelsorgekonzept der Diözese als auch auf das in den Pfarreien zu erarbeitende pastorale Konzept. „Ziel der Speyerer Summerschool ist, die Grundhaltung und das Grundkonzept der Lokalen Kirchenentwicklung anfanghaft erlebbar zu machen“, so Kiefer.

Priester aus der Weltkirche und Teilnehmer früherer Reisen teilen ihre Erfahrungen mit

Ein weiterer Ansatz des Lernens von der Weltkirche soll darin bestehen, die Erfahrungen der Priester aus der Weltkirche, die hauptsächlich aus Indien und verschiedenen afrikanischen Ländern stammen und im Bistum Speyer als Kapläne oder Kooperatoren eingesetzt sind, breiter bekannt und damit für die pastorale Entwicklung nutzbar zu machen. Dazu ist im Mai ein erstes Treffen mit den ausländischen Priestern vorgesehen. Außerdem wird das Bischöfliche Ordinariat in den Erfahrungsaustausch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbinden, die in den vergangenen Jahren bei Auslandsreisen der kirchlichen Hilfswerke Einblick in die Situation und Handlungsansätze der Kirche in anderen Ländern erhalten haben.

Weitere Informationen zu den Kundschafterreisen:

http://www.bistum-speyer.de/news/nachrichten/?tx_ttnews[tt_news]=1290&cHash=51fc315ebdc558299220654d9dffb263

Weitere Informationen zum Angebot „Summerschool“:

http://www.bistum-speyer.de/news/nachrichten/?tx_ttnews[tt_news]=1590&cHash=695dd2f55f3b2b07936806fd1250d326

Text: is

12.04.2016


Beeindruckt vom Zusammenspiel von Mensch und Technik

Werksführung mit Betriebsratsvorsitzendem Lothar Sorger (links neben Bischof Wiesemann) Werksführung mit Betriebsratsvorsitzendem Lothar Sorger (links neben Bischof Wiesemann)

Bischof Wiesemann besuchte Opel-Werk Kaiserslautern

Kaiserslautern- Einen Ausflug in die Wirtschaftswelt hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am 6. April unternommen und dem Opelwerk in Kaiserslautern einen Besuch abgestattet. Die  mehrstündige Betriebsführung war ein Streifzug durch die 50-jährige Geschichte des Standorts, gab Einblicke in die Produktion mit modernsten Technologien und einen Ausblick auf die Zukunft. Vor allem aber nutzte der Speyerer Bischof die Gelegenheit, um sich mit dem Betriebsrat und Arbeitnehmern sowie der Werksleitung auszutauschen.

„Ich möchte nicht nur den Standort kennenlernen“, formulierte Wiesemann seine Erwartungen, „sondern auch die Arbeitsbedingungen und das Zeitmanagement.“ Nach schweren Krisenzeiten befindet sich der Autobauer wieder im Aufwind. „Unser Werk ist derzeit gut ausgelastet, in jedem neuen Astra steckt Technologie aus der Pfalz“, zeigte sich Werksleiter Manfred Gellrich zuversichtlich, dass „Opel den Turnaround meistert.“

Im Anschluss an eine erste Informationsrunde führte ein Rundgang durch die vier Kompetenzzentren des Werks – die Motorenfertigung, das Presswerk, die Chassis- und Sitzfertigung sowie die Karosseriekomponenten-Produktion. Begleitet von den beiden Betriebsseelsorgern im Bistum Speyer Thomas Eschbach und Andreas Welte sowie Vertretern der örtlichen Kirchengemeinden, darunter Dekan Steffen Kühn, konnte sich der Bischof über die verschiedenen Produktionsstätten informieren. Vom Presswerk bis zur Motorenfertigung, die es seit 1979 auf weit mehr als neun Millionen Motoren gebracht hat. „Wobei jeder einzelne sorgsam überprüft, dokumentiert und freigegeben wird“, gab der zuständige Area-Manager Ralph Görig Auskunft.

Wiesemann zeigte sich beeindruckt von dem Zusammenspiel von Mensch und Technik und „der Verantwortung, die jeder einzelne in dem Unternehmen trägt, das für die Stadt und die Region von großer Bedeutung ist.“ Rund 2.300 Mitarbeiter sorgen dafür, dass der Betrieb teilweise in drei Schichten, rund um die Uhr läuft. „Um dem steigenden Auftragsvolumen zu begegnen, wurde die Belegschaft um 370 externe Arbeitskräfte, überwiegend Leiharbeiter, aufgestockt“, erklärte der Betriebsratsvorsitzende Lothar Sorger. Sie zu integrieren und in ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis direkt bei Opel zu bringen, sei Ziel der Betriebsratspolitik. Die setzt auf ein „Team mit Herz, Hand und Verstand“, stärkeres Mitspracherecht der Arbeitnehmer, weniger Druck, dafür mehr menschlicher Spielraum und ein Miteinander auf Augenhöhe. Dazu eine bestmögliche Qualifikation durch die Berufsausbildung. Ein Aspekt, der dem Bischof als Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz besonders am Herzen liegt. „Mich interessiert, welche Anliegen die Jugendlichen haben, wo sie der Schuh drückt und was sie sich für ihr Leben wünschen.“

Azubi Jan Becker erklärt ein pneumatisch betriebenes HandhabungsgerätIn persönlichen Begegnungen wurde schnell deutlich: gleich, welchen Schulabschluss sie auch mitbringen, jeder von ihnen will die Chance nutzen, beruflich einen erfolgreichen Weg zu gehen. Und trotz weltweiter Krisen der Zukunft optimistisch entgegensehen. „Man muss an einem Strang ziehen, dann kriegt man auch große Probleme in den Griff“, brachte es ein Azubi auf den Punkt und lobte das Zusammengehörigkeitsgefühl im Betrieb. Und welche Wünsche haben sie an die Kirche, wollten die Speyerer Gäste wissen. „Sie soll moderner werden“, waren sich Befragten einig, und der Bischof versprach, die Anregungen zu beherzigen.

Der Nachwuchsförderung komme eine große Bedeutung zu, nicht zuletzt angesichts des demografischen Wandels, betonte Lothar Sorger. „In den kommenden Jahren scheiden etwa 1000 Mitarbeiter altersbedingt aus, deshalb brauchen wir ein gutes Bildungsmanagement und qualifizierte Leute, wobei man auch Beschäftigungsmöglichkeiten für gering qualifizierte anbieten möchte.“ Ein Spagat, der nicht leicht, aber unverzichtbar sei, um dem Wettbewerb standhalten und das Unternehmen erfolgreich in die Zukunft führen zu können. Trotz zunehmender Automatisierung in Form von Robotern, messe das Werk dem menschlichen Faktor einen hohen Stellenwert zu. So stehe das gegenseitige Vertrauen an erster Stelle einer gemeinsam entwickelten Unternehmenskultur.

„Wir sind uns der sozialen Verantwortung bewusst und tun unser Bestes für ein gutes Betriebsklima“, so der Betriebsratsvorsitzende. Dazu gehöre es auch, Mitarbeiter in Projekte einzubinden, Transparenz walten zu lassen, miteinander zu kommunizieren und zusammen Lösungen zu finden. „Es ist zu spüren, dass hier der Dialog gepflegt wird“, lobte Bischof Wiesemann am Ende seines Besuchs und ermutigte die Verantwortlichen, auch weiterhin den Menschen ins Zentrum zu stellen. „Denn trotz aller Herausforderungen sollte das Humanum das Maß der Dinge bleiben.“ Text und Fotos: Friederike Jung

08.04.2016


Sich etwas von der Seele schreiben

Pastoralreferentin Gabriele Bamberger ist Internetseelsorge-Beauftragte im Bistum Speyer

Speyer/Klingenmünster-  Sorgen, die einem nicht loslassen, von der Seele schreiben zu können - ohne dass Name oder Gesicht bekannt werden: Seit einigen Wochen erhält Pastoralreferentin Gabriele Bamberger aus Klingenmünster E-Mails von Menschen, die ihr oftmals bislang Ungesagtes im Schutz der Anonymität anvertrauen. Häufig sind es lange Mails, manchmal in der Nacht geschrieben, denn da empfinden Menschen ihr Alleinsein mit Nöten und Konflikten vielfach besonders belastend.

Gabriele Bamberger arbeitet seit Mitte Januar 2016 im überdiözesanen Beratungsteam von internetseelsorge.de mit. Unter dieser Webadresse haben sich Internetseelsorgerinnen und -seelsorger aus den Bistümern Mainz, Freiburg, Würzburg, Aachen, Erfurt zusammengeschlossen, die Menschen in schwierigen Lebens- und Glaubenssituationen beratend über E-Mail zur Verfügung stehen. Unabhängig von Wohnort, Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung und kostenfrei.
Bamberger war zuvor zwanzig Jahre als Klinikseelsorgerin im Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie in Klingenmünster tätig. Die Theologin bringt für ihre neue Aufgabe eine fundierte Ausbildung in Seelsorgeberatung, Kommunikativer Theologie und Erwachsenenpädagogik mit.

"Innerhalb kurzer Zeit haben sich überraschend viele Menschen gemeldet. Manchmal mit einer religiösen Frage, die sich in zwei bis drei Mails hat klären lassen. Andere stecken mittendrin in einer Lebenskrise und suchen über einen längeren Mailwechsel hinweg Unterstützung, eine neue Sichtweise“, berichtet Bamberger von ihren ersten Erfahrungen. „Je nach Situation kann weiterführend auch an eine professionell spezialisierte Stelle verwiesen werden. Insgesamt scheinen viele der Schreibenden erstmals Worte für ihre schmerzhaften Erlebnisse zu finden. Sie berichten über die entlastende Erfahrung, dass ihr Schreiben Ängste lindert, Gedanken ordnen und Gefühle klären hilft.“

Im Dialog mit den Internetseelsorgerinnen und Seelsorgern kann man völlig anonym bleiben, auch eine Angabe der E-Mail-Adresse ist nicht nötig. Aus Datenschutzgründen wird die E-Mail über einen besonders gesicherten Server umgehend zum Internetseelsorger übertragen, den sich der Ratsuchende zuvor selbst auf Internetseelsorge.de ausgesucht hat. Selbstverständlich werden alle Anfragen absolut vertraulich behandelt und unterliegen der seelsorgerlichen Schweigepflicht.

Das seelsorgerliche Online-Beratungsangebot ist nicht ganz neu: Seit Jahren bieten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telefonseelsorge bereits E-Mail- und Chat-Beratung an. Aufgrund des zunehmenden Bedarfs hat sich die Bistumsleitung in Speyer dazu entschlossen, mit dem Einsatz der Internetseelsorge-Beauftragten ergänzend bei Internetseelsorge.de mitzuwirken, einer Abteilung der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral e. V. (KAMP) der Deutschen Bischofskonferenz.

Weitere Informationen unter: http://www.bistum-speyer.de/seelsorge-und-spiritualitaet/internetseelsorge/

Text: is; Foto (privat): Gabriele Bamberger

07.04.2016


Ein Brückenbauer zwischen West und Ost

Paul Neumann aus Römerberg steht mit den Menschen in Polen, Weißrussland und Russland in engem Kontakt – Kinder aus Tschernobyl kommen jedes Jahr zur Erholung in die Pfalz

Speyer- Die Länder Osteuropas spielen im Leben von Paul Neumann eine zentrale Rolle. Er stammt selbst aus Ostpreußen und kam Ende der 50er-Jahre als Flüchtling in die Pfalz. Genauer gesagt: nach Berghausen, in die Pfarrgemeinde St. Pankratius. Dort hat er eine neue Heimat gefunden, mit jedem Tag, mit jedem Jahr etwas mehr. Durch vielfältige Formen des Engagements hat er dafür gesorgt, dass die Verbindung in seine alte Heimat – noch unter den Vorzeichen des Kalten Krieges und des Eisernen Vorhangs - erhalten bleibt und gestärkt wird. Der lebendige Austausch zu den Menschen in den osteuropäischen Ländern wurde ihm zu einer Lebensaufgabe.

Über Hilfsgütertransporte der Pfarrgemeinde St. Pankratius in Berghausen in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband war er Anfang der 80er-Jahre mit der Dompfarrei Heiligkreuz in Oppeln in Kontakt gekommen. Die Hilfsgüter waren das eine, „doch das Entscheidende waren und sind die menschlichen Begegnungen“, erinnert sich Paul Neumann, der polnisch und russisch spricht und als Übersetzer in einer Patentanwaltskanzlei in Ludwigshafen gearbeitet hat. 1985 reiste er mit einer Gruppe der Katholischen Jungen Gemeinde nach Oppeln. „Die Jugendlichen, die zum ersten Mal hinter dem Eisernen Vorhang waren, überraschte die Herzlichkeit und die Gastfreundschaft, die uns entgegengebracht wurden.“ Der Gegenbesuch im Jahr darauf war noch durch politische Schikanen erschwert. „Es war nicht möglich, als kirchliche Gruppe zu reisen. Die polnischen Jugendlichen mussten angeben, dass sie einzeln und auf persönliche Einladung in den Westen unterwegs waren. Im Zug haben sich dann ganz ‚zufällig‘ getroffen.“ Man musste einfallsreich sein in diesen Zeiten. „Der Steg, der damals errichtet wurde, ist mit den Jahren zu einer tragfähigen Brücke ausgebaut worden, die Menschen in Ost und West verbindet“, berichtet Paul Neumann. Die Besuche weiteten sich auf weitere Gruppen und die Chöre beider Gemeinden aus, später wurde daraus eine Partnerschaft der beiden Landkreise. Alle zwei Jahre finden seitdem Bürgerreisen statt, mal in die eine, mal in die andere Richtung. Im September 2016 werden in der Pfalz wieder die Freunde und Familien aus dem polnischen Oppeln erwartet. „Die Beziehungen, die aus dem regelmäßigen Kontakt erwachsen sind, erfüllen uns alle mit großer Dankbarkeit, zumal wir im christlichen Glauben eine gemeinsame Basis haben, die alle Ländergrenzen überwindet.“

Hilfe für die Kinder von Tschernobyl

1986 ereignete sich die Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl. In den verstrahlten Gebieten um den Reaktor kann auch heute niemand mehr wohnen. Vor allem Kinder werden durch die Radioaktivität schnell geschwächt. In dieser Situation entschloss sich die Pfarrgemeinde St. Pankratius, jedes Jahr eine Gruppe von rund 30 bis 40 Kindern im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren zu einem dreiwöchigen Erholungsaufenthalt in die Pfalz zu holen. „Das Immunsystem unserer kleinen Feriengäste wird so gestärkt, dass sie nach dem Urlaub viel weniger anfällig für Infektionen sind. Das bestätigen uns Eltern, Ärzte und Behörden in Weißrussland immer wieder.“ Die Kinder und ihre Betreuer sind im Pfarrheim untergebracht und verbringen die Wochenenden bei Gastfamilien. Die Pfarrgemeinde St. Pankratius in Berghausen ist die älteste, aber nicht die einzige Tschernobyl-Initiative in Deutschland. Zum 26sten Mal werden in diesem Sommer wieder Kinder aus der Umgebung von Tschernobyl erwartet. „Ich würde mir wünschen, dass Jüngere einsteigen und das Engagement in die Zukunft tragen“, erklärt Paul Neumann, der als Vorsitzender des Sprecherrates den Tschernobyl-Initiativen in Rheinland-Pfalz Gesicht und Stimme gibt.

Menschen begegnen sich, wo einst Panzer aufeinander geschossen haben

Ein drittes Betätigungsfeld von Paul Neumann liegt in der russischen Stadt Kursk, auf halbem Weg zwischen Moskau und der Krim. Ein Großteil der Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, insbesondere während der Schlacht im Jahr 1943, der größten Panzerschlacht der Weltgeschichte. Seit 1989 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Speyer und Kursk. „Wir bieten jedes Jahr eine Bürgerreise an, die im Wechsel nach Speyer und nach Kursk führt. Im September werden wir wieder mit einer Gruppe nach Russland aufbrechen“, kündigt Paul Neumann an, der dem Freundeskreis der beiden Partnerstädte vorsteht und die Bürgerreise leitet.

Mit der Situation der Jugendlichen in Osteuropa ist er schon seit vielen Jahren eng vertraut. Er empfindet es als große Chance, dass Renovabis mit seiner Pfingstaktion „Jung, dynamisch, chancenlos?“ auf die mangelnden Perspektiven für junge Menschen im Osten Europas aufmerksam macht. Die bundesweite Aktion wird am 17. April in Speyer eröffnet. „In Osteuropa fehlt vielen Jugendlichen eine tragfähige Perspektive“, hat Paul Neumann auf seinen Reisen oft erfahren. „Korruption, Arbeitslosigkeit, Armut und die damit einhergehende Chancenlosigkeit sind nur einige der Gründe, warum sie dort keine Zukunft mehr sehen.“ Als Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken unterstützt das Hilfswerk Renovabis die ehemals sozialistischen Länder Mittel- und Osteuropas bei der Erneuerung von Kirche und Gesellschaft.

Paul Neumann engagiert sich bewusst aus christlicher Verantwortung. „Als gläubiger Christ es meine Pflicht, Menschen in Not zu helfen“, ist er überzeugt. Motivation schöpft er aus den menschlichen Begegnungen und den Momenten, die auch ihm unter die Haut gehen. „Wenn im Sommer die Kinder aus Weißrussland nach drei Wochen in der Pfalz munter und gut erholt in ihre Heimat aufbrechen, bedeutet das eine solche Freude und Genugtuung, die mit nichts auf der Welt aufzuwiegen ist.“

Weitere Informationen zu den Tschernobyl-Initiativen in Rheinland-Pfalz:

http://www.sprecherrat-tschernobyl-initiativen-rlp.de/

Weitere Informationen zur Pfingstaktion von Renovabis:

https://www.renovabis.de/veranstaltungen/pfingstaktion   Text und Foto: is

02.04.2016


Saisonstart am Speyerer Dom

Dom-Besucherzentrum als neue Anlaufstelle für Touristen – Kaisersaal und Turm öffnen nach Winterpause wieder

Speyer- Mit dem 1. April beginnt am Dom zu Speyer die touristische Saison. Mit dem Frühling kommen wieder mehr Menschen in die Stadt und zur romanischen Kathedrale. Der Dom ist daher zwei Stunden länger geöffnet, Kaisersaal und Turm sind wieder zu begehen. Neu ist in diesem Jahr das Dom-Besucherzentrum als Anlaufstelle für alle Gäste aus nah und fern. Ihnen bietet das Besucherzentrum an zentraler Stelle Informationen rund um den Dombesuch sowie Eintrittskarten und Audioguides. Auch ein kleines Warenangebot bestehend aus Literatur, Devotionalien und Postkarten wartet dort auf Einheimische und Touristen.

Neu: Das Dom-Besucherzentrum

Geschätzte 1 Million Menschen besuchen jährlich den Dom. Seit dem 21. März steht Ihnen das Dom-Besucherzentrum als zentrale Anlaufstelle für Informationen zur Verfügung. Es wurde eröffnet, um die Menschen am Dom willkommen zu heißen und ihnen alles zu bieten, was den Aufenthalt in der Kirche und UNESCO-Welterbestätte zu einem rundum gelungenen Erlebnis macht.

Eingerichtet wurde das Dom-Besucherzentrum in einem kleinen, kubusartigen Sandsteingebäude auf der Südseite der Kathedrale. Im Inneren werden die Gäste von Mitarbeitern des Besucherservices begrüßt. An den Wänden des nur 80 Quadratmeter großen Raumes sind Flyerständer und Regale für Verkaufswaren untergebracht. Auch die Fensterflächen werden teilweise genutzt: vier elektronische Displays zeigen wechselnde Informationen und sind auch von außen einsehbar. Sie zeigen Informationen zum Konzertprogramm der Dommusik und zu kommenden Gottesdiensten. Alle seelsorglichen Angebote bleiben in der Kirche selbst verortet. Im Dom-Besucherzentrum stellen die Mitarbeiter gerne den persönlichen Kontakt her, beispielsweise zur Dompfarrei Pax Christi.

Das Dom-Besucherzentrum ist barrierefrei zugänglich. Auch die Empfangstheke verfügt über einen Abschnitt, der auch mit dem Rollstuhl gut anzusteuern ist. Geöffnet ist die Anlaufstelle für Dombesucher ganzjährig während der regulären Domöffnungszeiten. Das bedeutet, dass es den Besuchern auch dann offen steht, wenn der Dom wegen eines besonderen Gottesdienstes oder einer Veranstaltung nicht besichtig werden kann.

Nach der Winterpause wieder geöffnet: Kaisersaal und Turm

Ab dem 1. April öffnen Kaisersaal und Turm wieder für Besucher. Während der kalten Jahreszeit bleiben die beiden Bereiche geschlossen. Der über der Vorhalle des Doms gelegene Kaisersaal beherbergt eine Dauerausstellung mit neun monumentalen Fresken des Malers Johann Baptist Schraudolph. Sie zeigen Szenen von Heiligen, die für den Dom eine besondere Bedeutung haben. Ursprünglich waren die Fresken an den Wänden der Seitenschiffe des Domes angebracht. Von dort wurden sie im Zuge der großen Domrestaurierung der 1950er-Jahre entfernt. Seit 2012 sind sie im Kaisersaal zu bestaunen.

Über den Kaisersaal gelangt man zur Aussichtplattform im Südwestturm des Doms. In rund 60 Metern Höhe erwartet die Besucher ein einzigartiger Rundblick über die Stadt Speyer, die Vorderpfalz und in die badische Nachbarschaft. An Tagen mit guter Fernsicht überblickt man eine Entfernung von mehr als 50 Kilometern. Der Blick reicht vom Pfälzer Wald im Westen bis zu Odenwald und Schwarzwald im Osten. Besonders reizvoll ist der Blick auf die Maximiliansstraße, die Fußgängerzone im Herzen von Speyer, die in einer leicht geschwungenen Linie den Dom und das mittelalterliche Stadttor „Altpörtel“ miteinander verbindet. Text: is; Foto: spk-Archiv

29.03.2016


„Ostern ist das Fest des Sieges des Lebens über den Tod“

Die Osterkerze wird am Osterfeuer entzündetMehrere tausend Gläubige besuchen an den Osterfeiertagen festlich gestaltete Gottesdienste

Speyer- Mehrere tausend Gläubige besuchten an den Ostertagen die festlich gestalteten Ostergottesdienste im Speyerer Dom. In der Osternacht feierten sie die Auferstehung Jesu als Höhepunkt des Karwoche und des gesamten Kirchenjahres.

„Ostern ist das Fest des Sieges des Lebens über den Tod, der Liebe über den Hass, der Hoffnung und des Mutes über die Angst“, betonte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Predigt am Ostersonntag auch im Blick auf die Terroranschläge in Brüssel. „Ostern ist die größte Ermutigung, die es geben kann, dem Terror der Gewalt und der Macht des Todes zu widerstehen.“

Der Terror ziele darauf ab, „uns in unseren Lebensgrundlagen zu erschüttern und unsere zivilisierte Gesellschaft in der Wurzel zu destabilisieren“, beschrieb Wiesemann die Strategie der Terroristen. Der Terror wolle Menschen radikalisieren, alle Räume der Verständigung, der Versöhnung, der Offenheit verschließen und Menschen durch die Unberechenbarkeit der Anschläge in einen permanenten Zustand der Unsicherheit und Angst versetzen. „Diese Strategie geht auf, wenn auch bei uns die Angst zum politisch bestimmenden Faktor wird. Wenn auch wir in unserer Gesellschaft, die aus unterschiedlichen Kulturen und Religionszugehörigkeiten zusammengesetzt ist, uns gegenseitig unter Generalverdacht stellen“, warnte Wiesemann.
Zwar gebe es viele Menschen, die die Werte unserer Gesellschaft verteidigten und sich nicht in die Logik der Angst, des Hasses und der Gewalt hineinzwingen lassen wollten. Trotzdem gebe es aber auch die „Angst der Menschen, die wir sehr ernst nehmen müssen – und sie nicht denen überlassen dürfen, die daraus Profit ziehen wollen“, so der Bischof.

In den Osterberichten des Neuen Testamentes würden Angst, Schmerz und Trauer der Menschen nicht überspielt, sondern ernst genommen. Der auferstandene Jesus dringe jedoch jedes Mal „in den aus Angst verschlossenen, im Schmerz verfangenen, in der Verwundung durch den Hass blind gewordenen Raum des Herzens vor“, trotz aller Widerstände. „Er dringt dorthin vor, wo die menschlichen Zwischenräume durch die Macht des Todes ganz klein und starr geworden sind“, erklärte Wiesemann.

Einzug mit dem Osterlicht beim Gottesdienst in der Osternacht.Viele Menschen lebten aus dieser Kraft des Auferstandenen. Beispiel dafür seien die Ärzte ohne Grenzen und die humanitären Helfer, die sich um der Menschen willen in die Todeszonen dieser Welt wagten, die sich nicht einschüchtern ließen, „sondern auch den Abgründen dieser Welt ein menschliches Angesicht geben“ oder Journalisten, die um der Wahrheit willen ihr Leben wagten, Polizisten und Sicherheitskräfte, „die unsere Freiheit schützen sowie die Soldaten, die nicht Krieg schüren, sondern mit ihrem Lebenseinsatz die Spielräume des Dialoges, der Möglichkeit für Versöhnung und Frieden sichern helfen und seien sie noch so klein“, erläuterte Bischof Wiesemann.

Er drückte seine Bewunderung und Anerkennung für dieses Engagement aus: “Was für eine Liebe zum Menschen, zu seiner Würde lebt hier! Was für eine Kraft, sich nicht den Todesmächten zu beugen! Für mich ist es die Kraft des Auferstandenen, der immer wieder todesmutig in die Todeszonen der Menschen tritt und jene Zwischenräume der Menschlichkeit aufrichtet, in denen das Leben, die Liebe und die Würde siegen, so lange bis einst diese Zwischenzeit beendet ist und als letzter Feind der Tod vollends entmachtet wird und Gericht gehalten wird über diese Welt “, bekannte Wiesemann.

Das Pontifikalamt am Sonntag wurde musikalisch vom Mädchenchor, den Domsingknaben, dem Domchor und den Dombläsern unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori gestaltet. Sie spielten und sangen die Missa „Salve Regina“ von Jean Langlais und Liedsätze von Robert Jones und Gregor Aichinger. An der Orgel musizierte Domorganist Markus Eichenlaub.

In der Taufe wird der Auferstandene im Leben der Menschen sichtbar

In seiner Predigt in der Osternacht sagte Bischof Wiesemann, die Auferstehung Jesu Christi sei durch die Entmachtung des Todes das entscheidende Ereignis der Weltgeschichte. Der Auferstandene habe sich in die Todeszone des Menschen hineinbegeben, in der die Angst so groß sei, dass der Mensch sich vor allem verschließe. Der Bischof verwies auf die Jünger Jesu, die nach dessen Tod zunächst ganz von Angst erfüllt gewesen seien. Doch die Begegnung mit dem Auferstandenen habe zu einer grundlegenden Veränderung geführt. Die Apostel seien aus dieser Erfahrung heraus bereit gewesen, ihr Leben für die Botschaft Jesu zu wagen.  

Der Bischof betonte, in der Taufe werde der Auferstandene in seiner Kraft sichtbar in unserem Leben. Er führe durch Angst und Finsternis in das Licht. Deshalb war es für Bischof Wiesemann eine besondere Freude, dass er im Rahmen der nächtlichen Feier einem Kommunionkind das Sakrament der Taufe spenden konnte.

Begonnen hatte der Gottesdienst in der Domvorhalle. Am Osterfeuer entzündete der Bischof die Osterkerze, anschließend wurde das Licht an alle Gläubigen in der voll besetzten Kathedrale weitergegeben.

Für die musikalische Gestaltung des Pontifikalamtes in der Osternacht sorgten unter der Gesamtleitung von Domkapellmeister Markus Melchiori die Schola Cantorum Saliensis unter Leitung von Christoph Keggenhoff, Mitglieder des Domchores Speyer, die Capella Spirensis, die Dombläser Speyer sowie Domorganist Markus Eichenlaub. Text: is; Foto: Klaus Landry

27.03.2016


„Ostern ist ein Aufstand gegen die Gräber“

Im Ostergottesdienst spricht sich Kirchenpräsident Schad gegen eine Politik der Grenzzäune aus

Speyer- Der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad hat dazu aufgerufen, angesichts der Flüchtlingsdramen, die sich im Mittelmeer, in den Flüchtlingslagern des Nahen Ostens und an den Grenzen Südeuropas abspielen, die Spirale von Gewalt und Tod in der Welt zu durchbrechen. Das Ostergeschehen zeige, dass sich auch in Zeiten kollektiver Verzweiflung Hoffnung Bahn brechen könne, sagte der Kirchenpräsident im Ostergottesdienst in der Speyerer Gedächtniskirche. Die Auferstehung Jesu hebe alles Dunkle auf: „Ostern ist ein Aufstand gegen die Gräber.“

„Welche Gräber aber füllen sich zurzeit in unseren dunklen Tagen? Wir denken in dieser Stunde an die Opfer von Brüssel. Welche Gräber füllen sich zudem in Syrien, im Irak, in Eritrea?“, fragte Kirchenpräsident Schad. Mit Blick auf die Flüchtlingskrise sprach sich der Kirchenpräsident in seiner Predigt gegen Grenzzäune und eine Politik der Abschottung aus. Schad appellierte an die Christen, die von Krieg und Gewalt verfolgten Menschen nicht abzuweisen: „Wir stellen uns an die Seite der Opfer, leisten dumpfen Parolen Widerstand, mobilisieren Gegenkräfte, um persönlich zu helfen, wo immer wir können.“

Auferstehung heiße, dass der Mensch bei Gott nicht nur seinen letzten Augenblick wiederfinde, sondern seine ganze Geschichte, führte der Kirchenpräsident aus. „Alles, was wir waren und sind, formt sich um in alles, was wir erwarten und hoffen können.“ Gott selbst schenke die Kraft und den Mut, sich dieser österlichen Lebensperspektive zu öffnen, die durch Leiden und Sterben hindurch und über den Tod hinaus trage. „Gott hat zu Ostern damit begonnen, das Unmögliche möglich zu machen, indem er Gewalt und Tod durchbrochen hat. Das beansprucht einen radikalen Neuansatz in unserem Denken, Fühlen, Hoffen und Bewerten.“

Die Liturgie des Ostergottesdienstes in der Speyerer Gedächtniskirche gestaltete Dekan Markus Jäckle, die Kantorei Speyer-Germersheim, das Kammerorchester an der Gedächtniskirche sowie Vokalsolisten führten unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger die Osterkantate „Heut triumphieret Gottes Sohn“ von Dietrich Buxtehude auf. lk

Predigt von Kirchenpräsident Christian Schad am Ostersonntag, dem 27. März 2016, 10.00 Uhr, in der Gedächtniskirche zu Speyer

Predigttext: Markus 16, 1-8

Liebe Gemeinde!

Sabbatruhe nach den letzten zwölf Stunden des Lebens Jesu. Sein Leichnam liegt unversorgt in einem Felsengrab. Drei treue und mutige Frauen, sie versuchen, wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Sie halten sich: an das Gewohnte, die Sitte, die Ordnung. Sie halten sich an Riten, die einem verstörten Leben Halt geben, ohne groß nachdenken, analysieren und alles verstehen zu müssen. Sie tun, was dran ist – sie tun, was hilft.

„Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und den Leichnam Jesu zu salben. Und sie kamen zum Grab, am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging.“

Das hilft den Frauen. Beerdigungsriten geben uns eine Orientierungshilfe in unserem noch nicht verarbeiteten Schmerz. Gewohnheit und Sitte vermitteln Sicherheit, lenken ab von lähmender Angst und Trauer.

Die Frauen, sie wollen ihrer Treue und Verbundenheit mit Jesus – über den Tod hinaus – Ausdruck verleihen. Das Salben des zerschlagenen Körpers mit wohlriechendem Öl: das ist Ausdruck einer Liebe, die sich durch den Tod nicht zerstören lässt!

„Und die Frauen sprachen untereinander: ‚Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?‘ Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn: er war sehr groß.“

Das Stein-Problem, liebe Gemeinde, ist gelöst. Das Grab steht offen. Der Weg zu Jesus ist frei. Und dann kommt diese weltverändernde Botschaft: die Botschaft, die unser menschliches Denken, Fühlen und Planen so radikal in Frage stellt, dass zunächst nur Entsetzen unsere Herzen erfüllt. Gottes Bote spricht zu den Frauen:„Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten? Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Seht: die Stätte ist leer, an der sie seinen Leichnam hinlegten.“ Und die Frauen flohen von dem Grab, „denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn: sie fürchteten sich.“

„Der Gekreuzigte lebt“, liebe Schwestern und Brüder! Wer diesen Osterruf an sich heranlässt, dem brechen zunächst alle vertrauten, von Verstand und Gewohnheit getragenen Lebenssicherheiten weg. Dieser Ruf durchbricht alle Regeln des Gewohnten – beansprucht einen radikalen Neuansatz in unserem Denken, Fühlen, Hoffen und Bewerten.

Eine Perspektive, die – durch Leiden und Sterben hindurch – und über den Tod hinaus trägt, weil wir das Leben – selbst jenseits der letzten Grenze – von Gott bewahrt wissen. Dass Leib und Seele, dass alles, was hell war in unserem Leben – aber auch alles Dunkle aufgehoben wird von Gott, hineinverwandelt in eine neue Wirklichkeit, das ist Auferstehung! Von unserer Geburt an bis in den Tod findet unser Leben mit all seinen Bewegungen, all den erfüllten Erwartungen und verlorenen Wünschen, vor Gott eine neue Gestalt. Die Hoffnungen, die uns wachhalten, die Ängste, die uns begleiten, der Schmerz, der nicht weichen will: Alles da, alles präsent vor Gott! Auferstehung heißt, dass der Mensch bei Gott nicht nur seinen letzten Augenblick wiederfindet, sondern: seine ganze Geschichte! Alles, was wir waren und sind, formt sich um in alles, was wir erwarten und hoffen können. Ostern sind wir Verwandelte im Angesicht Gottes.

Vielleicht, liebe Gemeinde, bricht sich diese atemberaubende Hoffnung ja eher Bahn – in Zeiten kollektiver Verzweiflung. In der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg erzählt der Schriftsteller Wolfgang Borchert folgende Geschichte: Drei Soldaten der deutschen Wehrmacht sprengen Löcher in den gefrorenen Boden, um dort Leichen zu vergraben. Einer der drei testet, ob die Gräber groß genug sind. Er muss sich in jedes einzelne Loch legen und mit seinem eigenen Körper für das Ausmessen der Gräber herhalten. Seine Vorgesetzten haben ihm den Namen „Jesus“ gegeben. Doch, es kommt zum Konflikt, als Jesus den täglichen Umgang mit den Toten, den immer sich wiederholenden Grabestest nicht mehr aushält. Er weigert sich fortan, in die Löcher hinabzusteigen, verweigert den Befehl. „Jesus macht nicht mehr mit“, so lautet der Titel dieser Erzählung. „Sollte man das ganze Leben so unbequem liegen …nein, den ganzen Tod hindurch?“, fragt er sich. Schließlich steht er auf: „Ich mach nicht mehr mit … Nein“, sagt Jesus noch immer ebenso leise, „ich kann das nicht mehr.“ Der Unteroffizier macht derweil eine neue Sprengladung für das nächste Grab fertig und denkt: „Melden muss ich ihn, das muss ich, denn Gräber müssen ja sein.“

Ostern, liebe Gemeinde, ist ein Aufstand gegen die Gräber. Die müssen nicht sein. „Seht: die Stätte ist leer, an der sie seinen Leichnam hinlegten. Er ist nicht hier, er ist auferstanden!“, erfahren die Jünger an Jesu Grab am Morgen, als die Sonne aufging.

Welche Gräber aber füllen sich zur Zeit in unseren dunklen Tagen? Wir denken in dieser Stunde an die Opfer von Brüssel. Entsetzliches Leid ist über unzählige Menschen gekommen. Sie beweinen ihre Toten, bangen um die Schwerverletzten und wir fragen mit ihnen: „Warum?“

Wir alle haben Angst. Hört der Terror denn niemals auf? Müssen wir jeden Morgen aufwachen mit der Sorge: „Was wird heute wieder an Schlimmem passieren?“ Bewahre uns davor: Gott!

Welche Gräber füllen sich zudem: in Syrien, im Irak, in Eritrea? Im Mittelmeer, auf der Flucht aus Libyen und Tunesien? In den Flüchtlingslagern des Nahen Ostens, wo Menschen unter erbärmlichen Bedingungen ihr Leben fristen oder auf dem Weg nach Europa hin- und hergeschoben werden? Weil immer mehr europäische Staaten Zäune errichten – Grenzen schließen – sich abschotten!

Welche Gräber füllen sich, weil Menschen, aus der Bahn geworfen, Hass brüllen und auffordern, allem Fremden zu widerstehen und die Opfer von Krieg und Gewalt abweisen?

Welche Gräber füllen sich? Und: Welche Gräber erinnern wir? Die Gräber auf unseren Friedhöfen – mit den Namen, die wir alle kennen …

Gräber aber, liebe Gemeinde, müssen nicht auf ewig sein. Christen widerstehen der gewohnt-verzweifelten Akzeptanz des Todes. Wir fliehen nicht, wir schweigen nicht, sondern stellen uns an die Seite der Opfer, verurteilen Hass und Gewalt im Namen einer Religion als Gotteslästerung – und leisten dumpfen Parolen Widerstand. Wir mobilisieren Gegenkräfte,
um persönlich zu helfen, wo immer wir können.

Gott hat zu Ostern damit begonnen, das Unmögliche möglich zu machen. Gott hat durchbrochen: Gewalt und Tod.

Die Spötter schweigen. Und das Gelächter der Skeptiker verstummt. Das Motto heißt nicht länger: „Wir können eh’ nichts machen, so ist es eben!“ Das Motto heißt: „Nichts ist unmöglich dem, der da glaubt!“

Gott schenke uns die Kraft und den Mut, uns dieser neuen, dieser österlichen Lebensperspektive zu öffnen!

Amen.

27.03.2016


Kreuzestod Jesu gibt Kraft für ein Leben ohne Gewalt

Kirchenpräsident predigt im Karfreitags-Gottesdienst in der Grünstadter Martinskirche

Grünstadt- Liebe statt Gewalt, Bereitschaft zum Teilen statt Habsucht, Freiheit für Andere statt Zwang: Nach den Worten von Kirchenpräsident Christian Schad haben sich seit Jesu Tod am Kreuz Religion und Gewalt ein für allemal auszuschließen. Umso erschütternder sei es, wenn man an die Terroranschläge in Brüssel denke. „Entsetzliches Leid ist über unzählige Menschen gekommen. Sie beweinen ihre Toten, bangen um die Schwerverletzten und wir fragen mit ihnen – wie Jesus am Kreuz – ‚Warum?‘“, sagte Schad im Karfreitags-Gottesdienst in der Grünstadter Martinskirche. In der Ohnmacht des Gekreuzigten jedoch seien die humanen und die Frieden stiftenden religiösen Kraftquellen aufzudecken, die alle Menschenfeindlichkeit überwinden könnten.

Mit Jesu Tod sei etwas Ungeheures passiert: „Dass der allmächtige Gott sich in seinem Sohn selbst offenbart, dass er in einem Menschen zu uns kommt, der am Kreuz endet, geschieht zum Heil für die ganze Welt“, sagte Kirchenpräsident Schad in seiner Predigt. In vielen Teilen der Welt herrsche Terror und Gewalt. Der sogenannte „Islamische Staat“ gehe mit unvorstellbarer Grausamkeit gegen Jesiden, Christen und Angehörige anderer Volksgruppen vor. Der „IS“ dehne seinen Machtbereich ohne Rücksicht auf die elementaren Menschenrechte aus. Demgegenüber stehe das Kreuz Jesu: „Es schärft uns ein, dass es ein Ende haben soll mit dem bösen Gemisch von Religion und Gewalt.“

Jesus habe sein Leben hingegeben, weil er den tödlichen Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt durchbrochen hat, so der Kirchenpräsident. Eindeutiger könne der Protest gegen alle Gewalt nicht sein „Die Geschichte vom Kreuz spricht mitten in unsere Wirklichkeit hinein. In ihr begegnet uns Gott in Menschengestalt. Sie öffnet die Augen gegenüber denen, die einsam sind, und gegenüber denen, die Schutz, Hilfe und Asyl suchen. Sie gibt Kraft für ein Leben ohne Gewalt“, sagte Schad.

Die Liturgie des Abendmahls-Gottesdienstes in der Martinskirche in Grünstadt gestaltete Dekan Stefan Kuntz, die Kantorei Grünstadt umrahmte die Feier musikalisch.

Predigt am Karfreitag von Kirchenpräsident Christian Schad am 25. März 2016, 10.00 Uhr, in der Prot. Martinskirche Grünstadt

Predigttext: Hebräer 9, 15- 28

Liebe Gemeinde!

Die Worte aus dem Hebräerbrief sind fremde Worte. Vieles davon wirkt auf den ersten Blick schwer verständlich. Und doch ist es gut, dass wir heute, am Karfreitag des Jahres 2016, etwas erfahren über dieses Geheimnis, was der Tod Jesu für uns und für diese Welt bedeutet. Denn es ist ein Geheimnis, es ist etwas Ungeheures, was die Bibel da berichtet. Dass der allmächtige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, die Urkraft des Lebens, der Lenker der Welt, sich in seinem Sohn: Jesus von Nazareth selbst offenbart, dass er in einem Menschen zu uns kommt, der am Kreuz endet, der stirbt: verspottet von seinen Mitmenschen, das ist wirklich etwas Ungeheuerliches. Nicht etwas ungeheuer Bedrohendes, sondern etwas, das geschieht zu unserem Heil und zum Heil für die ganze Welt.

Denn es heißt doch zunächst dies: Wir dürfen an diesem Karfreitagmorgen hierher kommen und alles mitbringen, was uns bedrückt. Wir müssen nicht immer: die erfolgreichen und fröhlichen, die optimistischen und glaubensgewissen Mustermenschen sein. Wir brauchen das, was wir an Angst und Betrübnis in uns spüren und in uns tragen, nicht wegzuwischen; sondern wir dürfen all das mitbringen – und es in Gottes Hand legen, weil sie eine Hand ist, die unser menschliches Leiden kennt; eine Hand, die selbst die Wundmale der Kreuzigung in sich trägt: in diese Hand dürfen wir all das legen, was uns Angst macht und bedrängt.

Die Geschichte vom Kreuz, liebe Gemeinde, ist nicht deswegen so anziehend, weil Leiden etwas Schönes wäre. Sie ist anziehend, weil sie mitten in unsere Wirklichkeit hinein spricht. Weil sie das Leiden in der Welt und auch in unserem ganz persönlichen Leben nicht hinter irgendwelchen religiösen Wellnessformeln versteckt; sondern von einem Gott erzählt, der selbst gelitten und Ohnmacht erfahren hat; und der mich trotzdem – oder gerade deswegen – hält und trägt und uns frei machen will von dem, was uns beschwert.

Die Worte aus dem Hebräerbrief, sie sprechen genau davon: durch den Tod Jesu, „der geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, sollen die Berufenen das verheißene, ewige Erbe empfangen.“ Und dann kommt ein Begriff, der auch unter uns sehr unterschiedliche Gefühle hervorruft. Christus, so heißt es da, „ist ein für allemal erschienen, durch sein eigenes Opfer die Sünde aufzuheben.“

Dass Christus als Opfer für unsere Sünde gestorben ist, ruft heute gewichtige Fragen hervor: Muss Jesus hier als Opfer sterben, damit Andere gerettet werden? Und was ist das für ein Gott, der ein Menschenopfer zur eigenen Versöhnung nötig hat?

Lange Zeit wurde in der Tat der Tod Jesu als ein Opfer gesehen, mit dem der Zorn Gottes über die Sünde der Menschen gesühnt werden sollte. Gott opferte seinen Sohn, um die Sünden der Menschen zu sühnen. Aber Gott als Urheber von Gewalt? Das wäre am Ende eine fürchterliche Vorstellung! Doch der entscheidende Punkt wird dabei gerade verfehlt! In dem Geschehen am Kreuz opfert nicht der grausame göttliche Vater seinen Sohn; sondern in Christus erfährt Gott selbst das äußerste Leiden, das Menschen erfahren können. In Christus begegnet uns Gott in Menschengestalt!

Wenn wir zu Gott, zu Jesus Christus und zum Heiligen Geist beten, dann beten wir nicht zu drei Göttern, sondern zu dem einen Gott, der uns geschaffen hat und der uns Tag für Tag erhält. Dieser Gott ist es, der am Kreuz stirbt. Und er stirbt nicht, weil er sich selber umbringt, sondern: weil die Menschen ihn umbringen! Weil die Menschen Gewalt ausüben! Weil sie ihn foltern, weil sie einen Sündenbock brauchen, um ihre Macht zu sichern! Und er – er durchleidet die ganze Verzweiflung, die uns auch in den Gewaltopfern unserer Tage begegnet und die uns zuweilen selbst zu erfassen droht, wenn wir uns ihr Schicksal nahe gehen lassen.

Jesus stirbt am Kreuz, weil das „Trachten des Menschen böse ist von Jugend an“, wie es schon in der Urgeschichte heißt. Aber Gott wehrt sich nicht. Er antwortet nicht mit Gegengewalt. Er gibt sein Leben hin, weil er den tödlichen Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt durchbrechen will, weil er durch seine Hingabe eine neue Wirklichkeit setzt, nämlich der Gewalt – die Liebe – entgegen setzt: das ist der Gott, an den wir glauben!

Wie, liebe Gemeinde, kann Gottes Liebe und Gottes Gerechtigkeit zusammengehen? Auf diese Frage will unser Text eine Antwort geben. Die Gerechtigkeit kann ja nicht über das Unrecht der Menschen einfach hinweggehen, schon: wegen der Opfer des Unrechts nicht. Denn wenn Unrecht ungesühnt bliebe, dann triumphierten die Täter ein zweites Mal über ihre Opfer. Aber wie soll dann die notwendige Strafe mit der Liebe Gottes einhergehen?

Die Antwort, die Gott gibt, lautet: Unrecht muss tatsächlich gesühnt werden. Aber ich nehme die Strafe, die eigentlich Euch Menschen gelten müsste, auf mich. Weil Ihr meine Geschöpfe seid, und weil ich nicht Euer Verderben – sondern Euer Leben will.

Das Unrecht aufzuheben, darum geht es. Ein für allemal soll Schluss sein mit den Opfern. Es soll Schluss sein mit der Gewalt unter Menschen – im Kleinen, wie im Großen: dort, wo ein Einzelner die Hand gegen den Anderen erhebt, ebenso, wie dort, wo Staaten ihre Konflikte mit Waffengewalt zu lösen versuchen.

Wer auf Jesus schaut, der nicht zurückgeschlagen – sondern die Gewalt der Menschen auf sich genommen hat, der verändert sich. Der geht den Weg Jesu mit. Der setzt an die Stelle der Gewalt die Liebe. Setzt an die Stelle der Habsucht die Bereitschaft zum Teilen. Der findet den Weg aus dem Gefangensein in sich selbst hinaus in die Freiheit für den Anderen.

Religion und Gewalt schließen sich seit Jesu Tod ein für allemal aus! Gott durchbricht in Jesus Christus die Spirale von Gewalt und Gegengewalt. Sie hat sich im Tod Jesu förmlich aus-gewirkt, aus-getobt, im Sinne von: erschöpft! Eindeutiger könnte der Protest gegen alle Gewalt nicht sein!

Genau sie aber erleiden heute so viele Menschen. Uns verschlägt es die Sprache, wenn wir an die Terroranschläge in dieser Woche in Brüssel denken. Entsetzliches Leid ist über unzählige Menschen gekommen. Sie beweinen ihre Toten, bangen um die Schwerverletzen und wir fragen mit ihnen – wie Jesus am Kreuz –: „Warum?“

Wir alle haben Angst. Hört der Terror denn niemals auf? Müssen wir jeden Morgen aufwachen mit der Sorge: „Was wird heute wieder an Schlimmem passieren?“ Bewahre uns davor: Gott!

Wir denken heute aber auch an die Menschen in Syrien und im Irak. Seit Monaten wütet dort der Terror der Organisation „Islamischer Staat“. Mit unvorstellbarer Grausamkeit geht er gegen Jesiden, gegen Christen und Angehörige anderer Volksgruppen vor und dehnt seinen Machtbereich aus: ohne Rücksicht auf die elementaren Menschenrechte. Darüber hinaus zerstören die apokalyptischen Krieger jahrtausendealte Kulturschätze. Sie bekunden damit: „Wir können nicht nur in der Gegenwart töten, sondern auch die Vergangenheit vernichten. Wir sind die Herren über Raum und Zeit.“ Expansion auch: in die vierte Dimension, das ist das Ziel dieses Kalifats.

Demgegenüber schärft uns das Kreuz Jesu heute ein: Es soll ein Ende haben mit dem bösen Gemisch von Religion und Gewalt! Wer Terror ausübt und Hass und Gewalt predigt im Namen einer Religion, der lästert Gott! In der Ohnmacht des Gekreuzigten entdecken wir vielmehr: die humanen, die Frieden stiftenden Kraftquellen, die alle Menschenfeindlichkeit überwinden können.

Liebe Gemeinde, wir dürfen uns darauf verlassen, dass Christus uns hört, wenn wir jetzt gleich miteinander singen: „Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser!“ Und wenn wir dann das Mahl feiern, das Jesus – im Angesicht des Todes – mit seinen Jüngern gehalten hat, dann sind wir dessen gewiss: Er ist in Brot und Wein mitten unter uns. Wir erinnern uns an das Leiden unseres Heilands, denken daran, dass er unsere Beschwernis mit in seinen Tod genommen und uns so befreit und neu gemacht hat. Im Abendmahl erfahren wir, dass er für uns zur Kraft des Lebens geworden ist.

Und diese Kraft verbindet uns schon jetzt zu einer Gemeinschaft von Menschen, die sich untereinander in ihrer Verschiedenheit annehmen, und die ihr neues Herz und ihren neuen Geist in der Welt sichtbar werden lassen wollen: durch offene Augen gegenüber denen, die einsam sind, durch ein Leben, das ohne Gewalt auskommt, durch den Einsatz für Menschen, die Unrecht und Verfolgung erleiden und hier bei uns Schutz und Hilfe und Asyl suchen.

Die Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu ist eine Heilandsgeschichte, weil sie vom Tod des Todes erzählt. Deswegen fällt auf sie schon jetzt ein Vorschein von Licht und Wärme, von Trost und Leben. Und es wird spürbar, dass Ostern nicht mehr fern ist.

Amen.

25.03.2016


Dom-Besucherzentrum öffnet Türen

Neue Anlaufstelle für Dombesucher direkt neben der Kathedrale

Speyer- Für alle Dom-Besucher und Dom-Interessierten gibt es zukünftig eine neue Anlaufstelle. Direkt neben der romanischen Kathedrale öffnet das neue Dom-Besucherzentrum rechtzeitig vor Ostern seine Türen. Informationen, Eintrittskarten zu Krypta und Turm, Audioguides und ein kleines Warenangebot erwarten dort die Gäste.

„Mit der Eröffnung des Dom-Besucherzentrums geht für uns ein großer Wunsch in Erfüllung“, so der Domkustos, Domkapitular Peter Schappert. „Schon länger gab es die Idee, eine solche Anlaufstelle für Besucher zu schaffen, um diese willkommen zu heißen und zu informieren. Jetzt ist es soweit und wir freuen uns sehr auf die Resonanz. Ein Highlight wird sicher auch die feierliche Eröffnung am 22. Mai, wo wir bei hoffentlich gutem Wetter ein Programm rund um den Dom planen.“

Kompakt, nah, barrierefrei

Eingerichtet wurde das Dom-Besucherzentrum in einem kleinen, kubusartigen Sandsteingebäude auf der Südseite des Doms. Beim Betreten fällt der Blick zunächst auf eine große, runde Empfangstheke. Hier werden die Besucher willkommen geheißen und erhalten Auskunft über Zeiten, Wege und Veranstaltungen. Noch sind die Regale nicht fertig eingeräumt und es riecht nach Farbe. „Seit Montag haben wir geöffnet“, so der Leiter des Besuchermanagements, Bastian Hoffmann. „Wir haben uns im Vorfeld sehr viele Gedanken um das Konzept gemacht und sind gespannt, ob alles so wirkt und funktioniert, wie wir es uns wünschen. Die ersten Reaktionen sind durchweg begeistert.“

An zentraler Stelle in der Mitte des Raums befindet sich ein großes Kreuz. „Das Kreuz ist sehr schmal, wirkt aber durch die Vergoldung. Es verdeutlicht die Bestimmung des Doms als Kirche“, erklärt Dombaumeister Mario Colletto. „Mit der Einrichtung und der Farbgebung wurde eine moderne Architektur geschaffen. Außerdem finden sich im Dom-Besucherzentrum auch Materialien wieder, die auch bei der Möblierung des Doms Verwendung fanden, wie Eiche oder rostiger Stahl, der im Dom bei den Windfängen, beim Besucherzentrum bei der Beleuchtung verwendet wurde.“

An den Wänden des nur 80 Quadratmeter großen Raumes sind Flyerständer und Regale untergebracht. Auch die Fensterflächen werden teilweise genutzt: vier elektronische Displays zeigen wechselnde Informationen und sind auch von außen einsehbar. Sie zeigen Informationen zum Konzertprogramm der Dommusik oder zu kommenden Gottesdiensten. Alle seelsorglichen Angebote bleiben in der Kirche selbst verortet. Im Dom-Besucherzentrum stellen die Mitarbeiter gerne den persönlichen Kontakt her, beispielsweise zur Dompfarrei Pax Christi.

Das Dom-Besucherzentrum ist barrierefrei zugänglich. Auch die Empfangstheke verfügt über einen Abschnitt, der auch mit dem Rollstuhl gut anzusteuern ist. Geöffnet ist die Anlaufstelle für Dombesucher ganzjährig während der regulären Domöffnungszeiten. Das bedeutet, dass es den Besuchern auch dann offen steht, wenn der Dom wegen eines besonderen Gottesdienstes oder einer Veranstaltung nicht besichtig werden kann.

Im Gegensatz zu der vormaligen Nutzung als Verkaufsraum wird es im Dom-Besucherzentrum kein gastronomisches Angebot geben, da hier auf Grund des begrenzten Platzes ein anderer Schwerpunkt gesetzt wurde.

Im Obergeschoss wurden in einem Großraumbüro vier Arbeitsplätze und ein Bereich für Besprechungen eingerichtet. Das Büro für Domführungen, Besucher- und Kulturmanagement werden künftig von hier aus arbeiten.

Der Umbau und seine Kosten

Die Planung und Durchführung der Baumaßnahme lag in den Händen des Dombaumeisters Mario Colletto, der in diesem Fall mit dem Planungsbüro s-quadrate aus Oftersheim zusammen arbeitete. Bei der Entwurfsplanung spielten, neben dem Nutzungsprofil, die baulichen Gegebenheiten eine zentrale Rolle. „Konkret bestand die Herausforderung darin, dass auf sehr kleinem Raum viele verschiedene Nutzungen unterzubringen waren. Die Grundfläche beträgt gerade mal 80 Quadratmeter, eingeschränkt durch das zentrale Rund des Treppenhauses“, erklärt Dombaumeister Mario Colletto.

Nach Übergabe des Gebäudes im November 2015 wurde zunächst mit dem Rückbau des bisherigen Innenausbaus begonnen und alle Einbauten und Zwischenwände entfernt. In den folgenden dreieinhalb Monaten wirkten ein Sanitärbetrieb, Elektriker, Boden- und Fliesenleger, Maler und Schreiner in dem kleinen Gebäude. Dabei wurde der Bauzeitenplan komplett eingehalten, so dass nach dieser denkbar kurzen Umbauzeit das Dom-Besucherzentrum noch vor Ostern 2016 in Betrieb genommen werden konnte. „Mit dem Verlauf und dem Ergebnis der Baumaßnahme bin ich sehr zufrieden“, so Dombaumeister Colletto.

188.000 Euro waren für den Umbau des Innenraums veranschlagt.Dazu kommen Kostenfür das Inventar, im wesentlichen Möbel und Technik. „Den Kostenrahmen konnten wir einhalten“, stellt Dombaumeister Colletto fest. Finanziert wurde das Bauvorhaben mit Hilfe der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, die sich mit einer Zuwendung in Höhe von 85.000 Euro an den Kosten beteiligte. „Unser Dank geht an die Europäische Stiftung, welche die Realisation des Dom-Besucherzentrums von Anfang an gefördert hat“, betont Domkustos Peter Schappert.

Was noch aussteht, sind Veränderungen im Außenbereich wie eine Reinigung der Sandsteinfassade und eine Kennzeichnung des Gebäudes. Um mit der räumlich überschaubaren Fläche sinnvoll umzugehen, wird in der Folge die Außenfläche neu gestaltet und die Pflasterung teilweise erneuert und erweitert. 40.000 Euro sind hierfür vorgesehen. Diese Veränderungen müssen aber warten, da zunächst Bodenarbeiten rund um den Dom geplant sind, um dort eine Glasfaserleitung zu verlegen, von der Licht-, Ton- und Sicherheitstechnik profitieren sollen.

Vorgeschichte

Pläne für ein Besucherzentrum gibt es konkret seit 2012. Zunächst war dabei eine Umwandlung ehemaliger Wohnräume im Vikarienhof auf der der dem Dom gegenüberliegenden Straßenseite vorgesehen. 2015 wurde dann vom Domkapitel beschlossen, das bisher als „Dompavillon“ bekannte und als verpachteter Verkaufsraum genutzte Gebäude direkt neben der Kathedrale zum Dom-Besucherzentrum umzuwandeln. Errichtet wurde der kleine Bau aus Sandstein in den Jahren 1989/1990 nach einem Entwurf des Architekten Oswald Matthias Ungers, der auch den gesamten Domplatz gestaltet hatte. In der Folgezeit war das Gebäude verpachtet und wurde als Verkaufsraum genutzt. Mit der Pächterin wurde in einem Vertrag die vorzeitige Beendigung des Pachtvertrages zum November 2015 vereinbart. Nicht mal vier Monate später wurde das Dom-Besucherzentrum nun in Betrieb genommen. Die feierliche Eröffnung ist für den 22. Mai geplant. An diesem Tag findet ein kleines Festprogramm rund um den Dom statt. Text is; Foto: is; pem

23.03.2016


Angesichts der Terroranschläge lädt Kirchenpräsident Christian Schad ein zum Gebet

Gebet für die Opfer von Brüssel

Speyer- Am Flughafen in Brüssel hat es am 22. März 2016 zwei Explosionen gegeben.

Eine weitere Explosion ereignete sich in der Brüsseler Innenstadt an einer Metro-Station. Nach derzeitigem Erkenntnisstand (22. März, 14 Uhr) starben dabei mindestens 26 Menschen, viele wurden schwer verletzt. In Belgien herrscht der Ausnahmezustand, die Behörden gehen von terroristischen Anschlägen aus.

Angesichts des Unfassbaren lädt Kirchenpräsident Christian Schad ein zum Gebet:

Unser Gott,

Entsetzen und Trauer sind in uns.

Fassungslos stehen wir vor dir und fragen „Warum?“.

Unzählige Menschen beweinen ihre Toten,

Bangen um die Schwerverletzten.

Nimm du die Toten auf in dein Reich

und steh denen bei,

die unendliches Leid zu tragen haben.

Hilf ihnen auszuhalten,

was kaum auszuhalten ist,

und stelle ihnen Menschen zur Seite,

die das Unfassbare mittragen.

 

Wir alle haben Angst und Furcht.

Zieh in die verirrten Herzen und Köpfe ein

und bewege sie zur Umkehr.

Vertreibe den Ungeist der Rache und Vergeltung

und schenke uns deinen Geist:

den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

 

Du bist ein Gott des Friedens.

Stärke alle Menschen guten Willens,

stärke die Glaubenden in allen Religionen,

stärke uns, dass wir uns mit ihnen einsetzen

für Gemeinschaft und Versöhnung.

Amen

Speyer, den 22. März 2016

22.03.2016


Christine Lambrich als neue Dozentin im Priesterseminar eingeführt

Christine Lambrich und Thomas Kiefer Christine Lambrich und Thomas Kiefer

Dr. Thomas Kiefer nach sieben Jahren Lehrtätigkeit verabschiedet 

Speyer- Seit Anfang des Jahres ist Pastoralreferentin Christine Lambrich als neue Dozentin für Pastoraltheologie im Priesterseminar Speyer tätig. Im Rahmen einer kleinen Feier wurde sie am Freitagabend offiziell an ihrer neuen Arbeitsstelle eingeführt. Lambrich hat die Aufgabe von Dr. Thomas Kiefer übernommen, der nach sieben Jahren als Dozent im Priesterseminar verabschiedet wurde. Kiefer hatte die Lehrtätigkeit lange neben seinen vielfältigen Verpflichtungen als Leiter der Abteilung „Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen“ im Bischöflichen Ordinariat erfüllt.

Im Priester- und Pastoralseminar St. German absolvieren die Priesteramtskandidaten der Diözesen Bamberg, Eichstätt, Würzburg und Speyer sowie die Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten aus dem Bistum Speyer die zweite Ausbildungsphase nach dem Abschluss ihres Theologiestudiums.

„Thomas Kiefer war maßgeblich an der Ausarbeitung der 'verheutigten' Ausbildungs-konzepte für die Priesteramtskandidaten und Pastoralreferenten beteiligt“, hob Regens Markus Magin, Leiter des Seminars, hervor. Es sei ihm immer darum gegangen, die Ausbildung so gestalten, dass sie den heutigen Anforderungen in der Seelsorge gerecht werde. „Er hat wichtige Impulse gesetzt“, betonte der Regens. So habe er sich zum Beispiel dafür eingesetzt, dass Projekte während der Ausbildung auch missionarisch ausgerichtet sein sollen und katechetisches Arbeiten dazu gehöre. Magin bedankte sich ausdrücklich auch im Namen des Bischofs für die Bereitschaft Kiefers, bis zum Arbeitsbeginn seiner Nachfolgerin die Lehrtätigkeit trotz seiner großen Arbeitsbelastung als Abteilungsleiter zu erfüllen.
Er zeigte sich überzeugt, dass Christine Lambrich sehr viele Erfahrungen und Qualifikationen für die neue Aufgabe mitbringt und dankte für ihre Bereitschaft, die herausfordernde Aufgabe zu übernehmen.

Lambrich, die mit ihrer Familie in Neustadt/Weinstr. wohnt, hat in Mainz und Fribourg/Schweiz katholische Theologie studiert. Nach ihrem Diplom absolvierte sie den Pastoralkurs im Priesterseminar in Speyer und arbeitete einige Jahre als Pastoralreferentin in der Pfarreiengemeinschaft Waldmohr, Breitenbach, Dunzweiler und in der Pfarreiengemeinschaft Haßloch. Von 2004 bis 2012 war sie als Diözesanreferentin für Katechese im Bischöflichen Ordinariat in Speyer tätig. In den drei darauf folgenden Jahren trug sie als Referentin für missionarische Pastoral und Projektleiterin die Verantwortung für das Programm „Himmelgrün“ – Kirche auf der Landesgartenschau Landau. Die 48-jährige Theologin absolvierte in den letzten Jahren Weiterbildungen im Bereich Moderation und Coaching und war Mitglied in den Arbeitsgruppen „Standards“ und „Leitende Perspektiven“ im Rahmen des Reformprozesses „Gemeindepastoral 2015“ im Bistum Speyer. Sie ist ausgebildete Gemeindeberaterin und ist in diesem Bereich mit 50 Prozent ihrer Arbeitszeit weiterhin tätig. Text und Foto: is

20.03.2016


Intensive Fragen von Leben, Tod und Auferstehen im Kinosaal

Die Kinotalk-Runde zum Film "Auferstanden" (v.l.): Moderator Uwe Burkert, Nicolas Kühn, Pflegedienstleiter und stellvertretender Leiter des Hospiz' Elias in Ludwigshafen, Prof. Dr. Martin Mittwede, Religionswissenschaftler an der Universität Frankfurt und Experte für asiatischen Religionen sowie Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.

300 Beteiligte bei Filmtalk mit Bischof Wiesemann

Frankenthal- Mehr als 300 Zuschauer haben gestern Abend, 17. März, in Frankenthal den US-Kinofilm "Auferstanden" gesehen, der jetzt bundesweit angelaufen ist. Eingeladen zur Kinovorstellung in die Lux Kinos hatten das Bistum Speyer, der Radiosender RPR 1. sowie die Kirchenzeitung "der pilger".

Einer der Kinobesucher war der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, der im Anschluss an die Filmvorführung für eine Diskussion mit dem Publikum zur Verfügung stand. Mit auf dem Podium saßen auch der Frankfurter Religionswissenschaftler Professor Dr. Martin Mittwede sowie Nicolas Kühn, stellvertretender Leiter des Hopiz Elias in Ludwigshafen. Die drei diskutierten untereinander und mit dem Kinopublikum "Fragen von Leben, Tod und Auferstehung", wie Uwe Burkert, Radiomoderator und Theologe, sagte, der als Moderator des Gesprächs fungierte.

Der Film "Auferstanden" (freigegeben ab zwölf Jahren) stellt das Geschehen um die Kreuzigung und Auferstehung von Jesus von Nazareth dar. Der römische Militärtribun Clavius wird vom Jerusalemer Statthalter Pilatus beauftragt, die verschwundene Leiche "des Nazaräers" zu suchen, den die Römer drei Tage zuvor hingerichtet hatten. Clavius' Ermittlungen führen zu einem überraschenden Ergebnis und zu Erfahrungen, die den Tribun verändern werden.

Besonders diese Veränderung eines Menschen, wie es der Film erzählt, haben den Speyerer Bischof beeindruckt. "Es bleibt zwar offen, wie das Leben des Soldaten weitergeht, aber das es sich völlig wandelt, das wird deutlich", so Dr. Wiesemann. Auferstehung verändere, sie führe nicht ins alte Leben zurück. Die Auferstehung Jesu habe Menschen verändert, und sie wirke nach. Für den Hollywood-Streifen fand der Bischof sowohl Kritik als auch Lob. Letzteres gab es dafür, dass auch das Kreuz nicht ausgespart blieb. Die grausige Szene des Kreuzigens bleibt dem Zuschauer zwar erspart, doch der Tod Jesu bzw. die Kreuzabnahme ist dargestellt. "Kreuzestod und Auferstehung sind zwei Seiten derselben Medaille, man kann das nicht trennen, das macht der Film auch nicht." Kritisch sieht der Theologe Wiesemann die Szenen mit dem auferstandenen Jesus. Hier werde ins Bild gebracht, was eigentlich nicht ins Bild zu bringen sei. "Das Medium Film kommt hier an seine Grenzen." Zumal der Film die verschiedenen Auferstehungserzählungen der Bibel aneinanderreiht, als seien sie nacheinander passiert.

"Auferstehung - kann man an sowas überhaupt glauben?", diese provokante Frage stellte Moderator Uwe Burkert gleich zu Beginn der Diskussion. Tatsächlich, ein Kino-Besucher, der sich selbst als "christlich geprägt und kirchlich engagiert" bezeichnete, sagte: "Ich habe meine Zweifel, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Ich kann das nur schwer glauben"

Professor Mittwede führte aus, dass es zu allen Zeiten, in allen Kulturen und allen Religionen Vorstellungen von einem Weiterleben oder einem neuen Leben nach dem Tod gegeben habe. Wie auch die Nahtoderlebnisse, von denen klinisch Tote nach ihrer Wiederbelebung berichten, scheinen diese ganz tief im Menschen verankert zu sein. "Unsere moderne Kultur verdrängt allerdings den Tod, damit auch das Wissen um ein gelingendes Sterben." Buddhisten etwa sähen in der Vorbereitung auf den Tod einen wesentlichen Teil des Glaubenslebens. Dies gehöre auch zum Christentum, sei aber seit der Aufklärung ein Stück weit verloren gegangen.

Hospizmitarbeiter Nicolas Kühn berichtete aus seinen Erfahrungen mit Sterbenden, wobei er eine persönliche Entwicklung beschrieb. Aus der anfänglichen Überlegung, selbst mehr über den Tod zu erfahren, habe sich die Erkenntnis entwickelt, dass jeder Sterbeprozess und jeder Tod so individuell wie das Leben zuvor sei. "Seit ich aufgehört habe, nach Antworten zum Tod zu suchen, werde ich von ihnen gefunden."

"Das war ein rundum gelungener Abend", fasst Katja Stunz, die Theaterleiterin der Frankenthaler Lux Kinos, nach der Diskussion ihren Eindruck zusammen. Spontan wurde der Film auch noch in einem zweiten Kinosaal gezeigt, nachdem der erste Saal ausverkauft war. "Das Publikum war zufrieden, gerührt und bewegt, gerade auch von dem anschließenden Gespräch." Beeindruckt hat die Kinofrau, wie gemischt das Publikum war: "Alt und Jung, Frauen und Männer, darunter auch viele, die sicher nicht oft ins Kino gehen." Zum Kinopublikum zählten neben dem Frankenthaler OB Theo Wieder auch mehrere Seelsorger sowie Firm- und Jugendgruppen.

Gesprächsleiter Uwe Burkert dankte dem Publikum und den drei Podiums-Fachleuten für Offenheit. "Es ging darum, einen Raum zu öffnen, in dem man sich über die wenig alltäglichen Fragen zu Leben, Sterben und Tod austauschen kann. Ich glaube, das ist heute gelungen."

Ein Kinogast hat den Film jetzt, so kurz vor dem Osterfest, als gute Ermutigung verstanden. "Ich möchte mich weiterhin mit diesem Thema auseinandersetzen, dazu bietet der Film viele Anregungen." Auch Schwester Hildegard Elster vom Speyerer Institut St. Dominikus beschäftigt "Auferstanden" noch stark. Besonders die Szenen, in denen Soldat Clavius den Jüngern Jesu oder der Maria von Magdala begegnet. "Mich berührt die Ausstrahlungskraft der Maria von Magdala, und bin mir sicher, dass dies der Beginn des ,Umkehr-Prozesses' des Clavius gewesen sein könnte." Das, so die Ordensfrau, mag eine Anfrage an Christen heute sein: "Erfahren die Menschen in unserem Umfeld in der Begegnung durch uns etwas von der Wirkkraft des Auferstandenen? Durch unser Sein und weniger durch große Worte?"

Text und Foto: Hubert Mathes

18.03.2016


Erklärung von Kirchenpräsident Christian Schad zum Ausgang der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz

Speyer- Ich freue mich, dass die ersten Gewinner dieser Wahl die Wähler selbst sind. Die deutliche Erhöhung der Wahlbeteiligung zeigt, dass sich Bürgerinnen und Bürger durch den politischen Wettbewerb in der Sache und im fairen Wettstreit der Kandidatinnen und Kandidaten motivieren lassen, zur Wahl zu gehen.

Ich danke allen parteiübergreifenden Initiativen, die erfolgreich zur aktiven Teilnahme an der Landtagswahl aufgerufen haben.

Dass 85 Prozent der Stimmen auf die bewährten demokratischen Kräfte gesetzt haben, tröstet mich beim Blick auf das Ergebnis der AfD. Diese muss nun beweisen, dass Parolen und Protest nicht Parlament und Argument ersetzen können.

Ich danke allen Kräften, die menschenfeindlichen, rassistischen und diskriminierenden Äußerungen widersprochen und hier eine klare Haltung gezeigt haben - und weiterhin zeigen werden.

Die Wählerinnen und Wähler haben mit ihrer differenzierten Abstimmung den bewährten demokratischen Parteien den Auftrag erteilt, auf Konsenssuche zu gehen, um eine Regierung zu bilden. Ihre Aufgabe wird es sein, die politischen Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Rheinland-Pfalz, im Herzen Europas gelegen, hat hierbei landes-, bundes- und europapolitische Zusammenhänge zu beachten.

Ich danke allen, die sich dabei für eine sozial gerechte, friedliche und weltoffene Gesellschaft einsetzen, damit die Lebensbedingungen, Chancen und Möglichkeiten für alle Menschen, die bei uns leben, weitestgehend gleich sein können.

Text und Foto: is

14.03.2016


ACK: Mitgliederversammlung bestätigt Bischof Wiesemann als Vorsitzenden

Vorstand ACK in Deutschland Vorstand ACK in Deutschland

Erklärung "Für ein weltoffenes Deutschland"

Bergisch Gladbach/Speyer- Auf ihrer Sitzung am 9. und 10. März 2016 im Kardinal Schulte Haus in Bergisch Gladbach haben die 50 Delegierten den Vorstand der ACK in Deutschland für die nächsten drei Jahre gewählt. Als Vorsitzender wurde Bischof KarlHeinz Wiesemann (Speyer) im Amt bestätigt. Zudem wurde der Ökumenepreis der ACK 2017 ausgerufen, um den sich ökumenische Initiativen und Projekte bewerben können. Er wird im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen am 22. Januar 2017 in Wittenberg verliehen. Mit einer Erklärung „Für ein weltoffenes Deutschland“ hat sich die ACK der „Allianz für Weltoffenheit“ angeschlossen. 

Die ACK sei eine wichtige Plattform für das ökumenische Miteinander, sagte Bischof Wiesemann. Er appellierte an die Mitgliedskirchen der ACK, sich auch weiterhin intensiv dem ökumenischen Dialog zu verpflichten und die ACK als ökumenische Stimme auf ihren verschiedenen Ebenen zu stärken. „Das Ziel der ökumenischen Bewegung ist es, die Kirchen im gemeinsamen Zeugnis und Dienst zu vereinen“, so Bischof Wiesemann. Eine Gelegenheit für dieses Zeugnis für Jesus Christus sei das Gedenken an 500 Jahre Reformation im Jahr 2017. Das Gedenken sei eine große Chance, das gemeinsame Bekenntnis zu Jesus Christus und die einende Grundlage der Bibel zu stärken und mehr ins Bewusstsein der Kirchen und der Gesellschaft zu rücken. Neben ihrem Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung, zum Beispiel mit dem jährlichen ökumenischen Tag der Schöpfung, fördere die ACK das friedliche und respektvolle Miteinander und den Dialog der Konfessionen, aber auch der Kulturen und Religionen. Ihre Mitgliedskirchen hätten eine langjährige Erfahrung bei der Integration. „Diese Erfahrungen wollen wir bei den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen einbringen“, umriss Bischof Wiesemann die Vorhaben der nächsten Jahre. “In der ACK erfahren wir die Vielfalt des christlichen Zeugnisses als großen Reichtum und zugleich als Ansporn, die Einheit in Vielfalt zu leben”, sagte der Bischof. Das Miteinander in der ACK stärke das Vertrauen, und das Handeln gebe dem gemeinsamen christlichen Zeugnis in der Welt sichtbaren Ausdruck, so der Bischof.  

Vorstand hat fünf Mitglieder und fünf ständige Stellvertreter 

Alle drei Jahre wählt die Mitgliederversammlung der ACK in Deutschland einen Vorstand, der sich aus einem Vorsitzenden, zwei Stellvertretungen sowie zwei weiteren Vorstandsmitgliedern zusammensetzt. Bei der Besetzung werden die Kirchenfamilien entsprechend berücksichtigt. Außerdem wählt die Mitgliederversammlung fünf ständige stellvertretende Vorstandsmitglieder auf die Dauer von drei Jahren. Eine Wiederwahl ist zulässig. Zuletzt wurde der Vorstand im März 2013 gewählt, die meisten der gewählten Vorstandsmitglieder traten daher erneut zur Wahl an. Neu in den Vorstand wurde Pfarrer Christopher Easthill von der anglikanischen Kirche gewählt. Er folgt auf Pastor Heinrich Lüchtenborg, der nach seinem Eintritt in den Ruhestand nicht mehr zur Wahl angetreten war. 

Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Sechs Kirchen sind Gastmitglieder, vier ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert ca. 50 Mio. Christen in Deutschland. Die Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter entsenden Delegierte in die ACK, die zweimal im Jahr zur Mitgliederversammlung zusammenkommen. Alle drei Jahre wählt die Mitgliederversammlung den Vorstand der ACK. Derzeit ist der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann Vorsitzender. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, genannt „Ökumenische Centrale“, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Schwerpunkte der Arbeit der ACK in Deutschland sind das gemeinsame Gebet, die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie der Kontakt zu anderen ökumenischen Einrichtungen.  

Dem Vorstand gehören nun an: Bischof Karl-Heinz Wiesemann (römisch-katholische Kirche) als Vorsitzender, Bischöfin Rosemarie Wenner (Evangelisch-methodistische Kirche) und Bischof Martin Hein (Evangelische Kirche in Deutschland) als Stellvertretungen sowie Erzpriester Radu Constantin Miron (Orthodoxe Kirche) und Pfarrer Christopher Easthill (Anglikanische Kirche). Als ständige stellvertretende Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger (römisch-katholische Kirche), Generalsekretär Christoph Stiba (Bund Evangelisch-freikirchlicher Gemeinden), Bischöfin Petra Bosse-Huber (Evangelische Kirche in Deutschland), Erzpriester Merawi Tebege (Äthiopisch-orthodoxe Kirche) und Bischof Hans-Jörg Voigt (Selbstständig evangelisch-lutherische Kirche). Ökumenepreis der ACK 2017 

Die Mitgliederversammlung hat den Ökumenepreis 2017 ausgeschrieben. Alle zwei Jahre zeichnet die ACK in Deutschland mit ihrem Ökumenepreis Projekte und Initiativen aus, die zur Einheit der Christen beitragen und ein gemeinsames Engagement von Christinnen und Christen verschiedener Konfession fördern. Der Preis ist mit 3.000 Euro datiert. Das Preisgeld wird durch die Evangelische Bank und die Bank für Kirche und Caritas zur Verfügung gestellt. Schirmherr ist Bundestagspräsident Norbert Lammert. Verliehen wird der Preis im Anschluss an den zentralen Gottesdienst der ACK zur Gebetswoche für die Einheit der Christen am 22. Januar 2017 in Wittenberg. Bewerbungen sind online möglich unter www.oekumenepreis-derack.de. Dort finden sich auch weitere Informationen. 

Wort der ACK zu 500 Jahre Reformation 

In einer ersten Lesung hat sich die Mitgliederversammlung mit einem Wort der ACK zu 500 Jahre Reformation beschäftigt. Mit dem Wort will die Mitgliederversammlung die ökumenische Dimension der Feierlichkeiten im Jahr 2017 stärken. Die ACK will dazu ermutigen, die Reformation und ihre Folgen gemeinsam zu reflektieren und Impulse aufzunehmen. Gleichzeitig mahnt sie dazu, die Kirchenspaltung und ihre Folgen gemeinsam zu bedenken und an einer „Heilung der leidvollen Erinnerungen“ zu arbeiten. Das Wort soll zusammen mit einer Arbeitshilfe auf der Mitgliederversammlung im Herbst 2016 veröffentlicht werden. 

Erklärung zu Allianz für Weltoffenheit

Mit einer Erklärung „Für ein weltoffenes Deutschland“ hat sich die Mitgliederversammlung der „Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt (www.allianz-fuer-weltoffenheit.de)“ angeschlossen. Diese war in Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland und in Europa von zehn Organisationen ins Leben gerufen worden. Die ACK in Deutschland begrüßt diese Initiative ausdrücklich. Mit dem Anschluss an die Initiative bringe sie das Anliegen aller in der ACK verbundenen Kirchen zum Ausdruck, sich gemeinsam für die Menschenwürde in Deutschland, in Europa und weltweit einzusetzen, heißt es in der Erklärung. Die Mitgliedskirchen der ACK plädieren nachdrücklich zusammen mit den Partnern der „Allianz für Weltoffenheit“ für ein weltoffenes, solidarisches, demokratisches und rechtsstaatliches Deutschland. Die Mitgliedskirchen distanzieren sich von allen, die Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt schüren, heißt es in der Erklärung. 

Für ein weltoffenes Deutschland

Erklärung der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland zur „Allianz für Weltoffenheit“  

In Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land und in Europa haben zehn Organisationen aus der Mitte unserer Gesellschaft die „Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt (www.allianz-fuer-weltoffenheit.de)“ ins Leben gerufen.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland begrüßt diese Initiative ausdrücklich und schließt sich der „Allianz für Weltoffenheit“ an. Damit bringt sie das Anliegen aller in der ACK verbundenen Kirchen zum Ausdruck, sich gemeinsam für die Menschenwürde in unserem Land, in Europa und weltweit einzusetzen. Die Mitgliedskirchen der ACK tun dies aus der Überzeugung, dass alle Menschen Gottes Geschöpfe sind und die Würde der Gottebenbildlichkeit unverlierbar in sich tragen. 

Die Mitgliedskirchen der ACK plädieren nachdrücklich zusammen mit den Partnern der „Allianz für Weltoffenheit“ für ein weltoffenes, solidarisches, demokratisches und rechtsstaatliches Deutschland. Sie distanzieren sich von allen, die Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt schüren. Rassismus und Gewalt in jeglicher Form dürfen nicht sein und sind mit dem Willen Gottes nicht vereinbar. Daher engagieren sich die christlichen Kirchen seit vielen Jahren gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. 

Für das friedliche und respektvolle Miteinander fördert die ACK in Deutschland den Dialog der Kulturen und Religionen. Ein Beispiel dafür ist das gemeinsam mit muslimischen Verbänden und dem Zentralrat der Juden gestartete Projekt „Weißt du, wer ich bin?“, das im Jahr 2016 insbesondere die interreligiöse Kooperation in der Flüchtlingshilfe und die politisch-interreligiöse Bildung verstärken will. Dabei bringt die ACK in Deutschland die langjährige Erfahrung ihrer Mitgliedskirchen bei der Integration und im interreligiösen Dialog ein. 

Zur Info:

Die „Allianz für Weltoffenheit“ wird getragen von der Deutschen Bischofskonferenz, dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) – beide sind Mitgliedskirchen der ACK, dem Zentralrat der Juden, dem Koordinationsrat der Muslime, der Bundesarbeitsgemeinschaft für Freie Wohlfahrtspflege (BAGFW), dem Deutschen Kulturrat, dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), dem Deutschen Naturschutzring (DNR), dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). 

Die Mitgliederversammlung ist das oberste, beschlussfassende Leitungsorgan der ACK. Sie besteht aus den rund 50 Delegierten der Mitglieder, Gastmitglieder sowie ständigen Beobachter, die für die Dauer von fünf Jahren benannt werden. Die Mitgliederversammlung der ACK tagt in der Regel zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst. 

Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Sechs Kirchen sind Gastmitglieder, vier ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert ca. 50 Mio. Christen in Deutschland. Die Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter entsenden Delegierte in die ACK, die zweimal im Jahr zur Mitgliederversammlung zusammenkommen. Alle drei Jahre wählt die Mitgliederversammlung den Vorstand der ACK. Derzeit ist der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann Vorsitzender. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, genannt „Ökumenische Centrale“, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Schwerpunkte der Arbeit der ACK in Deutschland sind das gemeinsame Gebet, die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie der Kontakt zu anderen ökumenischen Einrichtungen.  

12.03.2016


Bischof Wiesemann bestätigt Wahlen der Dekane und Prodekane

Speyer- Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hat die Wahlen der zehn Dekanatsversammlungen im Bistum Speyer, die im Februar stattgefunden haben, bestätigt und die Gewählten mit Wirkung zum 1. Juni 2016 zum Dekan bzw. Prodekan ernannt. Die Amtszeit beträgt jeweils sechs Jahre. Gewählt und ernannt wurden:

Dekanat Bad Dürkheim

Dekan:            Pfarrer Michael Janson (Neustadt)  

Prodekan:       Pfarrer Norbert Leiner (Bad Dürkheim)

Dekanat Donnersberg

Dekan:            Pfarrer Markus Horbach (Rockenhausen)

Prodekan:       Pfarrer Stefan Haag (Kirchheimbolanden)

Dekanat Germersheim

Dekan:            Pfarrer Jörg Rubeck (Germersheim)

Prodekan:       Pfarrer Stanislaus Mach (Kandel)

Dekanat Kaiserslautern

Dekan:            PfarrerSteffen Kühn (Queidersbach)

Prodekan:       Pfarrer Bernhard Spieß (Ramstein-Miesenbach)

Dekanat Kusel

Dekan:            Pfarrer Rudolf Schlenkrich (Kusel)

Prodekan:       Pfarrer Stefan Czepl (Schönenberg-Kübelberg)

Dekanat Ludwigshafen

Dekan:            Pfarrer Alban Meißner (Ludwigshafen, Pfarrei Hll. Petrus und Paulus)

Prodekan:       Pfarrer Josef Steiger (Ludwigshafen, Pfarrei Hl. Katharina von Siena)

Dekanat Landau

Dekan:            Pfarrer Axel Brecht (Landau)

Prodekan:       Pfarrer Arno Vogt (Herxheim)

Dekanat Pirmasens

Dekan:            PfarrerJohannes Pioth (Pirmasens)

Prodekan:       PfarrerBernhard Selinger (Martinshöhe)

Dekanat Saarpfalz

Dekan:            Pfarrer Andreas Sturm (St. Inbert)

Prodekan:       Pfarrer Eric Klein (Blieskastel-Lautzkirchen)

Dekanat Speyer

Dekan:            Pfarrer Peter Nirmaier (Schifferstadt)

Prodekan:       Pfarrer Andreas Rubel (Bobenheim-Roxheim)

is

11.03.2016


Buchdruck und Universitäten sorgen für Verbreitung der Ideen

Kirchenhistorikerin Irene Dingel über die Auswirkungen der Reformation in Europa

Speyer- Europa ist nach Ansicht der Direktorin des Instituts für Europäische Geschichte, Irene Dingel, schon früh von der Reformation erfasst worden. Auch wenn der entscheidende Impuls von Wittenberg ausgegangen sei, so habe es in anderen Städten und Regionen Europas wie zum Beispiel Straßburg, Zürich und Genf gleichfalls eigene reformatorische Bewegungen gegeben. Dabei habe das reformatorische Gedankengut meist auf der Grundlage bereits vorhandener reformerischer Strömungen oder auf einer humanistisch-kirchenkritischen Basis aufbauen können, sagte Dingel bei einem Vortrag in der Bibliothek und Medienzentrale der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer.

Der moderne Buchdruck habe der raschen Verbreitung der reformatorischen Lehre geholfen, sagte Dingel. Dies zeige ein Brief des Baseler Buchdruckers Johannes Froben aus dem Jahr 1519, den dieser an Martin Luther geschrieben habe: „Außerdem haben wir deine Bücher nach Brabant und England geschickt.“ Der Brief belege, dass bereits vor 1520 eine europäische Rezeption der von Luther und Wittenberg ausgehenden Reformation begonnen habe. Multiplikatoren der reformatorischen Ideen seien dabei neben der Buchdruckerkunst vor allem die Hohen Schulen, Akademien und Universitäten in den reformatorischen Zentren Zentraleuropas gewesen.

Auch die Mobilität von Kaufleuten und Studenten hat nach Auffassung Dingels für die Verbreitung der Ideen gesorgt, auch wenn dies durch die Reaktion der Kurie und der politischen Entscheidungsträger zeitweise gebremst worden sei. „Die Verfolgung und Ausmerzung dessen, was man als Bedrohung der herrschenden Ordnung ansah und vor dem Hintergrund der überkommenen kirchlichen Lehre als Häresie qualifizierte, war dort an der Tagesordnung, wo sich keine schützenden politischen Gewalten vor die Reformation und ihre Akteure stellen konnten“, sagte die Historikerin. Ein Blick auf die verschiedenen europäischen Regionen mache deutlich, wie sehr der Erfolg der Reformation einerseits von einer bereits vorhandenen reformerischen Stimmung und andererseits von den politischen Bedingungen abhängig gewesen sei.

Kirchenpräsident Christian Schad erinnerte daran, in welch hohem Maße die Menschen im 16. Jahrhundert miteinander vernetzt gewesen waren, „auch wenn wir zuweilen glauben, die Mobilität sei erst eine Erfindung der Moderne“. Die Auseinandersetzung mit der Reformationsgeschichte zeige, wie durch offene Ländergrenzen und weitgehende Reisefreiheit der Gedankenaustausch der Gelehrten weit über die Sprachbarrieren hinaus ermöglicht worden sei. Dies werde im Blick auf den ersten evangelischen Pfarrer der Pfalz, Martin Bucer, deutlich. Diesen in Schlettstadt geborenen Elsässer habe seine Laufbahn unter anderem nach Heidelberg und Köln geführt. Er sei zum Reformator Straßburgs geworden und habe am Ende seines Lebens in Cambridge/England gewirkt. 2017 werde das reformatorische Erbe Europas unter anderem beim „Stationenweg“ deutlich, der 68 Städte in 19 europäischen Ländern umfasse und auch in Straßburg und Speyer Halt machen werde, betonte der Kirchenpräsident.

Text und Foto: lk

10.03.2016


Pfingsten gemeinsam feiern

v.l.: Dr. Thomas Stubenrauch, Pfarrer Thomas Borchers, Clemens Schirmer, Oberkirchenrat Manfred Sutter und Domkapitular Franz Vogelgesang. v.l.: Dr. Thomas Stubenrauch, Pfarrer Thomas Borchers, Clemens Schirmer, Oberkirchenrat Manfred Sutter und Domkapitular Franz Vogelgesang.

Bistum und Landeskirche veröffentlichen Arbeitshilfe zu ökumenischen Gottesdiensten

Speyer- In den vergangenen Jahrzehnten wurde immer öfter der Wunsch laut, an Pfingsten ökumenische Gottesdienste zu feiern. Dies war für die Verantwortlichen im Bistum Speyer und in der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) Anlass, eine Arbeitshilfe für ökumenische Gottesdienste rund um das Pfingstfest zu erstellen. Die circa 80seitige Broschüre mit dem Titel „Pfingsten gemeinsam feiern“ will helfen, den Ökumenischen Leitfaden mit Leben zu erfüllen. Dieser war an Pfingsten 2015 von beiden Kirchen in Kraft gesetzt worden.

Die ökumenische Dimension des Pfingstfestes entdecken

„Der Heilige Geist und die Einheit der Kirche, Pfingsten und die Ökumene sind untrennbar miteinander verbunden. Zu Pfingsten gehört das Gebet um die Herabkunft des Geistes Gottes, der uns die volle, sichtbare Einheit der Kirche schenkt“, so Oberkirchenrat Manfred Sutter und Domkapitular Franz Vogelgesang in ihrem Vorwort. Beide verweisen zugleich auf die positiven Erfahrungen des Ökumenischen Kirchentags in Speyer: „Die Begeisterung und das intensive Miteinander, das wir an Pfingsten 2015 in Speyer erlebt und gefeiert haben, soll durch die Feier der vorgestellten pfingstlichen Gottesdienste erneuert und vertieft werden“.

Vorlagen für verschiedene Anlässe und Zielgruppen

Die Arbeitshilfe enthält 18 fertig ausgearbeitete Gottesdienstmodelle. Darunter sind klassische Feierformen wie ein Wortgottesdienst oder eine Vesper, aber auch Vorlagen für freiere Liturgieformen wie eine Nacht der Kirchen oder einen Stationenweg. Im Blick ist die ganze pfingstlich geprägte Zeit. Deshalb sind auch Texte für eine Pfingstnovene in den Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten sowie für eine Pfingstvigil am Vorabend des Pfingstfestes enthalten. Ein KiTa-, ein Jugend- und ein Familiengottesdienst nehmen unterschiedliche Altersstufen in den Blick. Darüber hinaus finden sich sechs Lesepredigten und Impulse für die Verkündigung. Weitere liturgische Texte und Gestaltungselemente wollen dazu anregen, neue Feierformen für andere Zielgruppen, an ungewohnten Orten und mit niederschwelligem Charakter zu entwickeln.

Die Buntheit der unterschiedlichen liturgischen Traditionen entdecken

Für Vogelgesang besteht ein wichtiges Anliegen der Broschüre darin, hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger möglichst zu entlasten: „Alle Gottesdienstmodelle sind so angelegt, dass sie auch ohne Pfarrerinnen und Pfarrer gefeiert werden können. Damit nehmen wir zugleich die Geistbegabung aller Gläubigen ernst“. Wichtig ist den Herausgebern zu betonen, dass die Gottesdienste auch offen sind für die Beteiligung weiterer Kirchen. Neben dem Redaktionsteam, bestehend aus Pfarrer Thomas Borchers (Theologischer Referent im Landeskirchenrat), Clemens Schirmer (Liturgiereferent des Bistums) und Dr. Thomas Stubenrauch (Ökumenereferent des Bistums), und weiteren Autoren aus Bistum und Landeskirche haben deshalb auch Mitglieder anderer ACK-Kirchen Texte verfasst. Damit, so Sutter, werde die „Vielfalt der verschiedenen liturgischen Traditionen und Verkündigungsformen erlebbar“ und das „gottesdienstliche Leben der Gemeinden bunter“.

Alle Pfarreien und Kirchengemeinden in Bistum und Landeskirche erhalten demnächst kostenfrei Ansichtsexemplare zugesandt.

Weitere Exemplare können für 3,50 Euro (ab 10 Exemplaren: 3,00 Euro) zzgl. Porto erworben werden.

Bezugsadressen sind:

·       Bischöfliches Ordinariat
HA I – Seelsorge / Stabsstelle Ökumene
Webergasse 11 – 67346 Speyer
06232/102249 – oekumene@bistum-speyer.de

·       Landeskirchenrat
Dezernat 3
Domplatz 5 – 67346 Speyer
06232/667116 – Dezernat.3@evkirchepfalz.de

Text und Foto: is

08.03.2016


Zusammenarbeit der Gemeinden stärken

Landeskirche legt Leitfaden für Kooperationen und regionale Vernetzungen vor

Speyer- Unter dem Titel „Gemeinde geht weiter“ will die Evangelische Kirche der Pfalz die Zusammenarbeit der Kirchengemeinden und die Vernetzung unterschiedlicher Arbeitsbereiche stärker profilieren. In einem Leitfaden stellt das Institut für kirchliche Fort- und Weiterbildung Schritte für Projekte vor, die von kooperierenden Gemeinden in den zentralen Handlungsfeldern Verkündigung, Bildung und Diakonie durchgeführt werden können. „Regionale Kooperation ist nicht das Ende der Kirchengemeinde, sondern stärkt sie“, sagte Oberkirchenrat Gottfried Müller bei der Vorstellung des Leitfadens. Regionale Vernetzung und menschennahe Angebote vor Ort seien unersetzlich, erklärte Müller.

Ziel sei es zum Beispiel, Pfarrerinnen und Pfarrer im Verwaltungsbereich zu entlasten und von der Alleinzuständigkeit zur arbeitsteiligen Kooperation zu ermutigen. Zugleich bestehe die Chance, das geistliche Profil zu stärken und die eigenen Gaben in die Arbeit besser einzubringen, erklärte der für Planungsfragen zuständige Oberkirchenrat. Zur Entlastung sollen zum Beispiel in Projekten sogenannte „Standardassistenzen“ erprobt werden. Dabei teilen sich die Gemeinden in einer regionalen Kooperationszone fachlich ausgebildete Sekretärinnen, die Verwaltungsaufgaben übernehmen.

Weitere Projekte, die von April 2016 bis Oktober 2018 umgesetzt werden sollen, sind nach Auskunft Müllers neben dem Aufbau eines Freiwilligenmanagements und eines Gottesdienstkonzepts für die Region auch die Jugend- und Konfirmandenarbeit sowie der Bereich von Musik, Theater, Kunst und Kultur. Dabei gelte es bei der Umsetzung mit Bedacht und Konzept vorzugehen und als Gemeinden in der Kooperation mit externen Partnern neue Möglichkeiten zu entdecken. Die Projekte, so zeigt sich der Oberkirchenrat gewiss, führten zu der Einsicht, dass „vieles künftig besser möglich sein wird, wenn wir zusammenarbeiten. Und wenn wir zusammenarbeiten, wird vieles möglich sein, was bisher nicht ging“.

Mit dem Leitfaden wird nach den Worten von Oberkirchenrat Müller der Auftrag der Landessynode umgesetzt, der im Zusammenhang mit dem im Mai 2014 in Homburg beschlossenen Perspektivpapier die Bildung von Kooperationszonen vorgesehen habe. Die von diesen nun neu zu entwickelnden Konzepte und Projekte orientierten sich an Christi Auftrag und der Lebenswelt der Menschen. Bei allen Veränderungen von Kirchengemeinde und Gemeindepfarrdienst bleibe nach evangelischem Verständnis die Kirche zuerst Gemeinde, in der das Evangelium in Wort und Tat verkündigt werde, betonte Müller. Die pfälzische Kirchenverfassung bezeichne die Gemeinde als „Pflanzstätte des Glaubens“.

Der Leitfaden „Gemeinde geht weiter! Konzepte entwickeln in regionaler Vernetzung“ ist in der Reihe Butenschoen Campus des Instituts für kirchliche Fortbildung in Landau erschienen.

Eine Übersicht und aktuelle Informationen gibt es unter www.gemeinde-geht-weiter.de. lk

08.03.2016


Religionsunterricht spielt eine zentrale Rolle

27 Lehrer zum Fach „Evangelische Religion“ bevollmächtigt

Speyer/Ebernburg- Kirchenpräsident Christian Schad hat 27 Religionslehrerinnen und -lehrern die Urkunden zur Bevollmächtigung für den evangelischen Religionsunterricht überreicht. Religionsunterricht habe die doppelte Aufgabe, die eigene religiöse Tradition verständlich zu machen und zugleich dazu zu befähigen, sich mit anderen Religionen und Kulturen zu verständigen, sagte Schad bei der Urkundenverleihung in der protestantischen Kirche in Ebernburg. Voraussetzung für den Erwerb der Bevollmächtigung ist die Teilnahme an einer vorbereitenden Tagung, dem Vokationskurs. Zugleich verpflichtet sich die evangelische Kirche, Religionslehrer bei ihrer Arbeit durch Beratung, Fortbildung und geistliche Begleitung zu unterstützen.

Bei der Vermittlung einer toleranten Gesinnung in einer religiös und weltanschaulich pluralen Gesellschaft spiele Religionsunterricht eine zentrale Rolle, sagte Kirchenpräsident Schad. „Toleranz setzt voraus, dass Menschen zu dem stehen, was sie im Innersten bindet – und deshalb auch achtungsvoll mit dem umgehen, was Anderen wichtig ist.“ Aufgabe des Religionsunterrichtes sei es aber auch, die Grenzen der Toleranz zu markieren, sagte Schad. „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, fundamentalistische Überlegenheitsbehauptungen oder die Rechtfertigung von Gewalt sind Haltungen, die keine Toleranz verdienen.“

Kirchenrat Thomas Niederberger, Leiter des landeskirchlichen Amtes für Religionsunterricht, gratulierte den Religionslehrerinnen und Religionslehrern zu ihrem wichtigen Dienst. Die Bedeutung religiöser Bildung könne zurzeit kaum überschätzt werden, und die Lehrenden seien als Vertrauenspersonen und Spezialisten für Lebens- und Orientierungsfragen auch persönlich zunehmend gefragt, so Niederberger. Der Religionsunterricht ist in Deutschland laut Grundgesetz (Artikel 7.3) ordentliches Lehrfach und damit staatliche Aufgabe. Zugleich gehört er in den Verantwortungsbereich der Kirchen, die nach Maßgabe ihrer Grundsätze über die Ziele und Inhalte des Unterrichtsfachs Religion entscheiden. So beteiligt sich nach dem Willen des Grundgesetzes die Kirche in der Gesellschaft an der Gestaltung von Schule und Bildung. Text und Foto: Landeskirche

07.03.2016


Neuer Pfarrer der Auferstehungskirchengemeinde

Speyer- Ab 01. Mai ist Herr Pfarrer Uwe Weinerth neuer Pfarrer der Auferstehungskirchengemeinde in Speyer. Diese Ernennung wurde durch die Kirchenregierung der Ev. Kirche der Pfalz (Prot. Landeskirche) beschlossen.

Prot. Dekanat Speyer, Presse

03.03.2016


Katrin Göring-Eckardt lobt Katholikentag

Die Politikerin im Interview mit 100 Tage, 100 Menschen

Leipzig- Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Katrin Göring-Eckardt begrüßt die Entscheidung des Katholikentags, die AfD von seinen Podien und Diskussionen auszuladen: "Der Katholikentag macht klar, dass ihm der gesellschaftliche Zusammenhalt am Herzen liegt", sagt Göring-Eckardt in einem Interview, das für die Seite www.100tage100menschen.de geführt worden ist und als exklusiver Vorabdruck am 25.2. in der ZEIT-Beilage "Christ & Welt" erscheint.

"Seine Entscheidung zeugt von Selbstbewusstsein. Er zeigt Haltung und macht deutlich, dass Hetze, Rechtspopulismus und Rassismus nicht mit seinen Werten vereinbar ist und keinen Platz auf dem Katholikentag haben."

Göring-Eckardt spricht sich außerdem für die Bezuschussung von Kirchen- und Katholikentagen durch Länder und Kommunen aus und lobt die Impulse, die von den Treffen ausgehen: "Es sind keine innerkirchlichen Debatten, sondern daran sind viele Menschen aus der Gesellschaft beteiligt."

Mit Blick auf die Ökumene - ein wichtiges Thema beim Leipziger Katholikentag - sagt Göring-Eckhardt: "Ich glaube, dass uns in den Konfessionen viel mehr verbindet als uns trennt. Und dass wir einander kritisieren, wie es Freunde untereinander tun, das bringt uns gemeinsam vorwärts."

Am 13. März erscheint das Interview mit Katrin Göring-Eckhardt online unter www.100tage100menschen.de. Wie alle Beiträge auf der Seite steht es unter der Creative Commons Attribution CC BY-ND 4.0 und darf somit auch von anderen Medien publiziert werden.

Das Porträt ist ist Teil eines Multimediaprojekts des Deutschen Katholikentags, das seit 16. Februar 100 Tage lang Geschichten von Menschen erzählt, die mit dem Katholikentag in Leipzig in Verbindung stehen oder in Berührung kommen werden.

Der 100. Deutsche Katholikentag ist eine christliche Großveranstaltung. Er findet vom 25. bis 29. Mai 2016 in Leipzig statt. Erwartet werden mehrere Zehntausend Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet sowie der Region. Katholikentage werden vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in der Regel alle zwei Jahre an wechselnden Orten veranstaltet. Der 99. Deutsche Katholikentag fand 2014 in Regensburg statt.

Text: 100. Deutscher Katholikentag Leipzig 2016 e.V. , Presse

25.02.2016


Flüchtlinge auf dem Dorf willkommen heißen

Initiative stellt Arbeitshilfe vor – Ländliche Region bietet gute Voraussetzungen für Integration

Mainz/Speyer- (ekhn/lk). Diakonie und evangelische Kirche haben in Mainz eine Broschüre vorgestellt, die beim Aufbau von ehrenamtlicher Hilfe für Flüchtlinge auf dem Land helfen will. Unter dem Titel „Willkommen im Dorf“ bietet das Heft auf 48 Seiten Tipps, wie auch ohne professionelle Strukturen vor Ort mit Freiwilligen dennoch eine sinnvolle Unterstützung für Hilfesuchende aufgebaut werden kann. Unterstützt wird die Veröffentlichung von der Diakonie Hessen, der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Das Heft basiert auf den Erfahrungen der Initiative „Willkommen im Dorf“ aus dem rund 1600 Einwohner zählenden Jugenheim in Rheinhessen. Demnach biete sich gerade im ländlichen Raum eine besondere Chance zur Integration. Eine Schlüsselrolle könnten dabei unter anderem die örtlichen Vereine übernehmen. Die Broschüre enthält einen Mix aus Sachinformationen zum Thema Flucht und Integration, praxisnahen Tipps mit Checklisten, gelungenen Beispielen, Erzählungen von Erlebnissen sowie persönlichen Statements.

Nach Worten des evangelischen Propstes für Rheinhessen, Klaus-Volker Schütz, ist die Unterbringung von Flüchtlingen in ländlichen Regionen wegen fehlender Infrastruktur wie etwa nahe gelegenen Geschäften oder Arztpraxen oft eine Herausforderung. Zugleich gebe es aber „im Dorf weniger Anonymität, jeder kennt jeden und man kümmert sich um die Nachbarn“, so Schütz. Dies seien gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration, die auf dem Land besser gelingen könne als in städtischen Ballungsräumen. Die neue Broschüre wolle diese positive Erfahrung vermitteln.

Die Jugenheimer Pfarrerin Sarah Kirchhoff hebt hervor, dass es auf dem Land oft leichter sei, Netzwerke zu bilden. So seien in ihrem Ort „alle Vereine, politische Parteien und interessierte Bürgerinnen und Bürger“ in das Engagement für Flüchtlinge von Anfang an eingebunden worden. Daraus sei ein spezielles „Patensystem“ entstanden, „damit sich Beziehungen besser entwickeln können“, so Kirchhoff. Neben den Patenschaften für einzelne Familien seien auch Patenschaften für ein Haus oder eine Wohnung mit Flüchtlingen entstanden. Nach Kirchhoff haben vor allem die Vereine eine wichtige Funktion: „Wenn ein Flüchtlingsmädchen singen will, eine Flüchtlingsfrau zur Gymnastik möchte oder ein Junge Fußball spielen will, dann wenden sich die Patinnen und Paten an den entsprechenden Verein. Die sorgen dafür, dass die geflüchteten dazu in der Wohnung abgeholt und auch wieder zurückgebracht werden.“

Uli Röhm, Mitbegründer von „Willkommen im Dorf“ weist darauf hin, dass das Jugenheimer Patenmodell inzwischen bundesweit für Aufmerksamkeit sorgt. Dies habe zuletzt immer wieder zu Anfragen geführt. Dies sei der Anstoß für die Initiative gewesen, „die praktischen Erfahrungen aufzuschreiben“. Material zur Unterstützung bei der späteren Betreuungsarbeit von Geflüchteten habe es genügend gegeben. Dagegen habe Hilfe, wie eine Initiative schnell aufgebaut werden könne, bisher gefehlt.

Hinweis: Information zum Thema gibt es auch über das Webportal www.menschen-wie-wir.de. Die Arbeitshilfe „Willkommen im Dorf“ kann als gedrucktes Exemplar kostenlos angefordert werden bei der Diakonie Hessen, Meike Haas, Ederstraße 12, 60486 Frankfurt am Main, E-Mail: meike.haas@diakonie-hessen.de.

24.02.2016


Kirche St. Ludwig in Speyer wurde profaniert

Speyer- Die Kirche St. Ludwig in Speyer wurde Anfang Februar profaniert. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hat in einem Profanierungsdekret festgelegt, dass die Kirche ihre Weihe verliert und auf Dauer einem profanen Gebrauch zugeführt wird. Anfang des Jahres hatte sich das Bistum Speyer entschieden, das Bistumshaus und die Kirche St. Ludwig in der Speyerer Innenstadt an das Mannheimer Unternehmen „Diringer & Scheidel Wohn- und Gewerbebau GmbH“ zu verkaufen.

Die Kirche des ehemaligen Dominikanerklosters stammt aus dem 13. Jahrhundert. 1689 wurde sie mit einem Großteil der alten Reichsstadt von den Truppen Ludwigs XIV. zerstört. Im Zug der Wiederbesiedlung der verödeten Stadt kam es 1698 zum Wiederaufbau des Dominikanerklosters, von der Kirche wurde allerdings nur der Chor wiederhergestellt.

Schon 1794 erlitt die Kirche durch die französischen Revolutionstruppen erneut Verwüstungen. 1802 nach dem Untergang des alten Bistums Speyer wurde das Kloster schließlich versteigert. 1830 konnte das Gebäude zurückgekauft und in der Folgezeit mit der von August von Voit umgestalteten Kirche zu einem Konvikt, einem Studienseminar für künftige Priesterkandidaten, ausgebaut werden. 1935 baute der Architekt Albert Boßlet nach Westen hin ein zusätzliches Joch an die Kirche.

Text: Bistum Speyer, Presse

22.02.2016


Beruf des Gemeindediakons für Einsteiger attraktiv gestalten

Papier zum Berufsbild und Umfrage bestätigen Handlungsbedarf – Synode greift Thema auf

Speyer- (lk). Gesellschaft und Kirche befinden sich im Umbruch – das stellt auch ihre Berufsgruppen, wie beispielsweise Pfarrer und Gemeindepädagogen, vor neue Herausforderungen. In Folge des Strategiepapiers „Mutig voranschreiten“ der Landeskirche hat deren Gleichstellungsstelle eine Umfrage unter 111 Mitarbeitern in den gemeindenahen Diensten zur „Life-Work-Balance“ – der Ausgewogenheit von Arbeits- und Lebensverhältnissen – gestartet. Die Ergebnisse liegen jetzt ebenso vor wie ein vom „Arbeitskreis Berufsprofil der Gemeindediakone“ erarbeitetes Positionspapier mit dem Titel „Den Weg mutig weitergehen“. Demnach ist es „dringend notwendig“, den Beruf des Gemeindediakons und des Jugendreferenten weiterzuentwickeln, sagt Paul Neuberger, landeskirchlicher Beauftragter für gemeindenahe Dienste.

Mit dem Berufsprofil von Gemeindediakonen und Jugendreferenten wird sich auch die Frühjahrssynode der Evangelischen Kirche der Pfalz befassen. Das Positionspapier sei die konsequente Fortführung der gemeinsamen Bemühungen um eine Profilierung der Berufsgruppen und ihrer Berufsfelder, erklärt der für Gemeindediakone und Jugendreferenten zuständige Dezernent, Oberkirchenrat Gottfried Müller. Gemeindediakone beraten, begleiten und qualifizieren Ehrenamtliche, sind für religionspädagogische und gesellschaftspolitische Bildungsangebote zuständig und arbeiten auch im Bereich Seelsorge und Verkündigung. Arbeitsschwerpunkt der Jugendreferenten ist es, Jugendarbeit vor Ort zu initiieren und Ehrenamtliche für die Jugendarbeit zu gewinnen und sie zu begleiten.

Zunehmende Arbeitsverdichtung haben nach den Worten der Gleichstellungsbeauftragten der Landeskirche, Pfarrerin Belinda Spitz-Jöst, Fragen nach einem ausgewogenen Verhältnis von Arbeits- und Privatleben herausgefordert. Viele Umfrageergebnisse dieser Life-Work-Balance-Studie stimmen mit den Erkenntnissen des von dem Arbeitskreis erarbeiteten Positionspapiers überein, so Neuberger. Beispiel: Zwei Drittel der befragten Mitarbeiter in den gemeindenahen Diensten sind älter als 50. Daher sei es eine der vom Arbeitskreis formulierten Forderungen, den Beruf des Gemeindepädagogen und des Jugendreferenten für junge Menschen attraktiv zu gestalten.

Kinder-, Jugend- und Familienarbeit, Erwachsenenbildung und Seniorenarbeit: Aus vielen Bereichen der Gemeindearbeit und weiteren kirchlichen Arbeitsfeldern sei Gemeindediakonie nicht mehr wegzudenken, sagt Paul Neuberger. „Gemeindediakone versehen ihren Dienst als pädagogische Fachleute im partnerschaftlichen Miteinander mit den Pfarrerinnen und Pfarrern und müssen ständig auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren.“ Neuberger, Jugendreferent der Protestantischen Jugendzentrale Speyer, nennt Personalentwicklung, Fort- und Weiterbildung, die Vernetzung der Dienste untereinander und die Begleitung von Berufseinsteigern als Schwerpunkte. Dafür bedürfe es eines „langfristig angelegten landeskirchlichen Konzeptes“.

Belinda Spitz-Jöst verweist in diesem Zusammenhang auf eine Life-Work-Balance-Umfrage unter Pfarrerinnen und Pfarrern vor fünf Jahren: Solche Erhebungen seien „absolut notwendig“. Letztlich gehe es nicht nur um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, sondern auch um die Gesundheit derer, die in der Kirche ihren Dienst tun.

Hintergrund: Nach dem Modell der Jugendzentralen entstand in den 1990er Jahren die Idee, Einrichtungen zu schaffen, die die Gemeindearbeit im Kirchenbezirk stärken sollten. 2002 beschloss die Landessynode die Einführung Gemeindepädagogischer Dienste. Dem vorausgegangen waren Modellprojekte in Ludwigshafen und Obermoschel. Heute gibt es in elf Kirchenbezirken Gemeindepädagogische Dienste: Bad Bergzabern, Bad Dürkheim, Donnersberg, Frankenthal, Germersheim, Homburg, Kaiserslautern, Landau, Ludwigshafen, Pirmasens und Zweibrücken. Landeskirchliche Beauftragte für gemeindenahe Dienste sind Paul Neuberger und Thomas Klein.

22.02.2016


Mega-Staudamm bedroht Mensch und Natur

Bischof Wilmar Santin mit Weihbischof Otto Georgens

Bischof Wilmar Santin berichtet über den Kampf für Menschenrechte in Brasilien

Speyer / Tapajòs (Brasilien)- Die Misereor-Fastenaktion steht in diesem Jahr unter dem Motto „Das Recht ströme wie Wasser“ und macht damit auf die schwierige Rechtssituation von Millionen Menschen in Brasilien aufmerksam. Über den Kampf der Menschen gegen den Bau eines weiteren Staudamms in der brasilianischen Region Pará informierte der brasilianische Bischof Wilmar Santin bei einem Pressegespräch im Karmelitinnenkloster in Speyer. Santin ist selbst Karmelit und seit 2011 Bischof der Prälatur Itaituba im Amazonas-Bundesstaat Pará in Brasilien. Er teilt die Sorgen der Menschen um die Sicherung ihrer Lebensgrundlagen und unterstützt den Kampf gegen den Staudammbau am Tapajós und damit auch die Arbeit der Kommission für Landpastoral in seiner Prälatur.

Die indigene Bevölkerung lebt unmittelbar am und mit dem Fluss Tapajós. „Sollte die Regierung den Bau des Staudamms verwirklichen, wird das Wohngebiet dieser Menschen überflutet und sie wären gezwungen umzusiedeln“, machte Bischof Santin im Gespräch mit Weihbischof Otto Georgens, dem Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben im Bistum Speyer, deutlich. Misereor unterstützt vor Ort Gruppen und Organisationen, die die Menschen über ihre Rechte aufklären und sie bei Behördengängen und Rechtsstreitigkeiten begleiten.

„Das Problem Amazoniens ist ein Problem aller. Wir alle haben darüber nachzudenken und gemeinsame Lösungen zu suchen“, sagt Bischof Wilmar Santin. Ihn treibt die Frage um, wie der geplante Studamm bei Itaituba das Leben der Menschen am Tapajos-Fluss verändern wird. Ein Großteil der Bewohner lebt am und vom Fluss. Die „Ribeirinhos“ (Ufermenschen) würden Heimat und Lebensgrundlage verlieren. Zudem ist dem Bischof klar, dass mit dem riesigen Staudammprojekt – Schleusen zur Schiffbarmachung eingeschlossen – ein weiterer gravierender Eingriff in das für die gesamte Menschheit so wichtige Ökosystem Amazoniens verbunden sein würde.

Itaituba steht seit Jahrzehnten für die problematischen Veränderungen in Amazonien. Die 100000-Einwohnerstadt liegt an der Transamazonica, die Straße, die das Amazonasgebiet wirtschaftlich erschließen soll. Vor einem Vierteljahrhundert stand bei Itaituba noch dichter Dschungel. Er war gefürchtet – wegen der Jaguare, wegen der Riesenschlangen, wegen der kriegerischen Stämme von Ureinwohnern. Heute muss man von der Stadt aus lange fahren, um überhaupt noch zusammenhängende Urwaldstücke zu sehen. Satellitenbilder zeigen, dass das Ausmaß der Abholzung im brasilianischen Amazonaswald seit einigen Jahren wieder deutlich zunimmt, signifikant in der Region rings um Itaituba, wie Experten festgestellt haben. Die Sägewerke der Stadt liefern großteils direkt ins Ausland – an Kunden in China, Deutschland und Kanada, legal und auch illegal.

Auf den gerodeten Flächen weiden Rinderherden, und es werden gigantische Monokulturen aus Sojafeldern angelegt. Die Ernte wird per Schiff an die Küste transportiert und von dort aus als Viehfutter exportiert – vor allem nach Europa. Die Abholzung ist in jedem Fall hoch profitabel – auf Kosten der Natur und der Menschen.

Eine neue Bedrohung von Natur und Mensch ist das geplante Staudammprojekt. Insgesamt 726 Quadratkilometer misst der geplante Stausee am Tapajos, so groß wie die drei größten Seen Deutschlands – Bodensee, Chiemsee und Mü̈ritzsee – zusammen. Er soll 10 Milliarden Euro kosten. 53 Meter hoch ragt dann eine gewaltige, 7,5 Kilometer lange Staumauer auf, die den Tapajos stauen und das Land ü̈berfluten wird.

Kirche kämpft mit den Menschen

Noch ist hier die Heimat von Tausenden Kleinbauern und Fischern sowie dem Volk der Munduruku, denen das Land ihrer Väter heilig ist. Wo sie bleiben sollen, ist ungewiss und auch, wovon sie dann leben werden. Die CPT, die Landpastoral des Bistums Itaituba, kämpft mit den Menschen der Region gegen den Staudammbau und berät die Kleinbauern und Munduruku ü̈ber ihre Rechte auf Wohnen und auf kulturelle Selbstbestimmung. Die CPT wird dabei von Misereor aus Deutschland unterstü̈tzt.

Laut Informationen der Tageszeitung „Estado de São Paulo“ plant die Regierung in Brasilia, beim geplanten Staudamm in Itaituba die bisher gültigen Vorschriften im offiziellen Genehmigungsverfahren zu ändern, was die Kritiker des Projektes zusätzlich aufhorchen lässt. Dem Zeitungsbericht zufolge sollen aus dem Genehmigungsverfahren die soziale Faktoren betreffenden Punkte, wie beispielsweise Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung, Gesundheit, öffentliche Sicherheit und Bildung, aus dem bisherigen Umweltgenehmigungsverfahren ausgegliedert und in einer neu zu schaffenden Institution behandelt werden. Das Verfahren soll damit beschleunigt werden. Das hätte zur Konsequenz, dass für Einsprüche so gut wie keine Zeit mehr bleiben würde. Kritiker sehen darin einen weiteren Angriff auf die in der Verfassung garantierten Rechte der vom Staudammprojekt betroffenen Bevölkerung. Der Staudamm São Luiz do Tapajos ist der zweitgrößte der derzeit in Planung beziehungsweise in Bau befindlichen Staudämme in Brasilien.

„Eine starke Zeit der Umkehr“

Die jährliche Misereor-Aktion fällt in die Fastenzeit. Für Bischof Santin sind diese Wochen „eine starke Zeit der Umkehr“. Eine Zeit, „intensiv die Barmherzigkeit, die Geschwisterlichkeit, die Solidarität und die Vergebung zu leben“. All dies könnten wir nicht für uns allein, unterstreicht er in seinen Predigten und Ansprachen. „Wir müssen uns öffnen und die Wirklichkeit weit und global betrachten“, ist er überzeugt und nennt als Beispiel die Thematik der Flüchtlinge und Einwanderer, die verzweifelt ihr Leben riskieren, um in Europa Sicherheit zu finden.

Als eine weitere „komplizierte Wirklichkeit“, die nach „Aufmerksamkeit und einer Positionierung aller Menschen guten Willens“ verlangt, nennt er die „Wirklichkeit“ in Amazonien. „Die Probleme sind vielfältig: Abholzung, sklavenähnliche Arbeit, Zerstörung der Natur durch Ausbeutung der Erze unter völliger Missachtung der Umwelt.“ Das jetzt geplante Stadudammprojekt am Tapajos sei ein schwerer Angriff auf die Umwelt und die Rechte der indigenen Völker und Flussanrainer. „Dieser Fall der geplanten Staudämme erfordert von uns allen eine gemeinsame internationale Hilfs- und Solidaritätsaktion“, appelliert der Bischof.

Weitere Informationen zur Misereor-Fastenaktion: www.misereor.de

Text: Kirchenzeitung „Der Pilger“ / Foto: is

21.02.2016


Rohrbach tut dem Hospiz für Landau und die Südliche Weinstraße gut!

Bethesda-Geschäftsführer Dieter Lang (l.) und Marc Sellmann, Leiter des Bereichs Altenhilfe (r.), nehmen die Spende von Christine Krieg und Claudia Westermann (v. l.) entgegen.

4.518 Euro hat der Verein Rohrbach tut gut! für das geplante Hospiz für Landau und die Südliche Weinstraße gespendet.

SÜW/Landau- Es handelt sich bei der Summe, die Vereinsvorsitzende Christine Krieg und die zweite Vorsitzende Claudia Westermann am 18. Februar überreichten, um die Hälfte des Erlöses von „Zimt und Zauber“. Unter diesem Titel organisiert der Verein seit 2009 am zweiten Adventswochenende einen etwas anderen Weihnachtsmarkt, auf dem in persönlicher Atmosphäre vor allem Vereine des Ortes Speisen, Getränke und vieles mehr für den guten Zweck verkaufen. „Bei uns kann sich jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten einbringen“, so Christine Krieg.

Von dem besonderen Zauber des Marktes hat sich Bethesda-Geschäftsführer Dieter Lang, der als Vertreter des Fördervereins Hospiz LD-SÜW die Spende entgegennahm, im Dezember selbst überzeugt. Er hat dort die Pläne für das Hospiz vorgestellt, das am Gelände von Diakonissen Bethesda Landau entstehen soll: Die Einrichtung mit acht Plätzen soll eine Versorgungslücke in Stadt und Region schließen und die bewährte ambulante Hospizhilfe ergänzen, um schwerstkranken und sterbenden Menschen eine umfassende medizinische, pflegerische und psychosoziale Begleitung zu ermöglichen. „Kranken- und Pflegeversicherungen decken die Investitionskosten von geschätzten zwei Millionen Euro nur zu einem geringen Teil, daher freuen wir uns, dass sich viele Privatleute, Firmen und Vereine für unser Projekt interessieren und es mit Spenden finanziell unterstützen“, freute sich Dieter Lang über die Spende des Rohrbacher Vereins.

Spendenkonten:

VR Bank Südliche Weinstraße, IBAN DE93 5489 1300 0000 4414 06, BIC GENODE61BZA

VR Bank Südpfalz, IBAN DE55 5486 2500 0002 7300 73, BIC GENODE61SUW

Sparkasse Südliche Weinstraße, IBAN DE31 5485 0010 1700 8080 80, BIC SOLADES1SUW

Informationen zum Hospiz für Landau und die Südliche Weinstraße bzw. den Förderverein Hospiz LD-SÜW e. V.  unter www.diakonissen.de

Informationen zum Verein Rohrbach tut gut! e. V. unter www.rohrbach-tut-gut-de.

Text und Foto: Diakonissen Speyer-Mannheim, Presse

20.02.2016


Till Strang wird neuer Vorsitzender des Kirchentagsausschusses

Till Strang

Nach 18 Jahren scheidet Gert Langkafel aus dem Amt – Wechsel auch in der Geschäftsführung

Speyer- (lk). Till Strang wird neuer Vorsitzender des Landesauschusses Pfalz des Deutschen Evangelischen Kirchentags (DEKT). Dies hat das Gremium einstimmig beschlossen. Der 28-jährige Sozialversicherungsfachangestelle aus Neustadt tritt die Nachfolge von Gert Langkafel an, der am 1. April 2016 nach 18 Jahren den Vorsitz aus Altersgründen aufgibt. Der Landessauschuss ist mitverantwortlich für die Vorbereitung und Nacharbeit der Kirchentage und ist unter anderem beteiligt bei der Auswahl der Mitwirkenden. Zudem unterstützt er die Teilnehmerwerbung im Bereich der Landeskirche. Der nächste DEKT, zu dem bis zu 200.000 Teilnehmer erwartet werden, findet vom 24. bis 28. Mai 2017 in Berlin und Wittenberg statt.

Der neue Vorsitzende bringt Erfahrung in der Kirchentagsarbeit mit. Als Pfadfinder gehört er bereits dem „ständigen Ausschuss Helferdienste“ des DEKT an, der mit der Geschäftsstelle des Kirchentages die Arbeit der rund 5.000 ehrenamtlichen Helfer koordiniert. Seinen ersten Kirchentag erlebte der neue Landesausschussvorsitzende als Teilnehmer 2003 in Berlin. Till Strang ist Presbyter der Kirchengemeinde Neustadt-Hambach und seit 2015 Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz. Im Landesvorstand Rheinland-Pfalz / Saar des Verbandes Christlicher Pfadfinder war Strang als jugendpolitischer Sprecher aktiv.

Seit dem Kirchentag 1983 in Hannover nimmt Gert Langkafel aus Ludwigshafen-Edigheim an dem alle zwei Jahre stattfindenden Großereignis teil. 18 Jahre war der gelernte Chemotechniker Vorsitzender des pfälzischen Landesausschusses und in dieser Funktion als Mitglied der Präsidialversammlung an der Planung und Durchführung von zwölf Kirchentagen beteiligt. Außerdem organisierte der 78-Jährige zwei regionale Kirchentage in Ludwigshafen und Mannheim und gehörte zum Organisationsteam der Protestationsfeiern 2004 und des Ökumenischen Kirchentages 2015 in Speyer. Langkafel war u-.a. Vorsitzender der Bezirkssynode Ludwigshafen.

Mit dem Wechsel im Vorsitz hat zudem die bisherige Geschäftsführerin des Landessausschusses, Andrea Keßler ihre Tätigkeit aufgegeben. Sie war seit 2003 im Amt. Ihr folgt Beate Stein aus Speyer.

Seit seiner Gründung 1949 versteht sich der Kirchentag als einflussreiche Laienbewegung im Protestantismus und als „evangelische Zeitansage“. Sein erster Präsident war der spätere Bundespräsident Gustav Heinemann. Im Mittelpunkt des jeweils viertägigen Treffens stehen Bibelarbeiten und Diskussionsforen, kulturelle Veranstaltungen und Begegnungen.

18.02.2016


Das Schaf gewinnt!

Bremer Musikprojekt erhält Preis der deutschen Katholikentage

Leipzig/Bremen- Das Musikprojekt "Das Schaf gewinnt" der Bremer Kinder- und Jugendkantorei erhält den diesjährigen Preis der Deutschen Katholikentage, den Aggiornamento-Preis. Außerdem ausgezeichnet werden der Arbeitskreis Asyl Maintal sowie das Nachtcafé Dresden, eine Initiative für Wohnungslose. Dies gab die Jury des Preises in Leipzig bekannt.

"Das Schaf gewinnt" ist ein Musiktheaterstück, an dem Bremer Kinder und Jugendliche unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen beteiligt sind. Im Mittelpunkt steht dabei ein Schaf, das mit Phänomenen wie Flucht, Krieg und Gewalt konfrontiert wird. Musikalisch anspruchsvolle Arbeit wird in dem Projekt mit der Erziehung zu sozialer Verantwortung wie Hausaufgabenbetreuung oder Chorferienfreizeiten verbunden. Damit trägt der von Eltern gegründete Verein wesentlich zu einer gelingenden Integration bei, gerade in benachteiligten Stadtteilen mit einem hohen Anteil an jungen Menschen mit Migrationshintergrund, so die Jury. Auch die modellhafte ökumenische Zusammenarbeit wurde gewürdigt. Das Projekt wird mit 5.000 Euro Preisgeld bedacht. Das Stück "Das Schaf gewinnt" wird zudem auf dem Katholikentag im Mai in Leipzig aufgeführt.

Mit 3.000 Euro ausgezeichnet wird der Arbeitskreis Asyl Maintal, der Flüchtlinge in verschiedenen Lebensbereichen unterstützt. Neben Beratungsangeboten und Sprachkursen werden Sportaktivitäten und Ausflüge angeboten. Eine eigene Fahrradwerkstatt fördert die Zusammengehörigkeit und den Spracherwerb der Flüchtlinge. Der Arbeitskreis setzt sich komplett aus Ehrenamtlichen verschiedener Konfessionen und Konfessionslosen zusammen.

Das in Ökumene betriebene Nachtcafé Dresden wird mit 2.000 Euro Preisgeld unterstützt. Es stellt Bedürftigen Betten und sanitäre Einrichtungen über Nacht zur Verfügung, wäscht unterdessen die Tageskleidung und versorgt mit warmen Mahlzeiten und Lunchpaketen für den Tag. Mit der Auszeichnung dieses Angebots für Wohnungslose soll der Blick auf eine soziale Gruppe gelenkt werden, die derzeit im Zuge der Flüchtlingskrise wenig im Mittelpunkt steht. Das ehrenamtliche Engagement dieser Einrichtung hat inzwischen modellhaft in viele Diözesen hineingewirkt.

ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper lobte die Bandbreite der Bewerbungen: "Alle eingesandten Projekte zeigen die Bedeutung christlicher Initiativen für die gesellschaftspolitische Entwicklung in Deutschland. "Ob der Einsatz für Integration oder Resozialisierung - die Preisträger seien beispielhaft in ihrer Art, wie sie innovativ und kreativ Herausforderungen der Zeit angingen. "Dieses Engagement zeichnen wir gern aus."

Der vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gestiftete Preis wird während des 100. Deutschen Katholikentags im Mai dieses Jahres zum dritten Mal verliehen. Der Preis zeichnet Initiativen aus, die einen Bezug zum Leitwort des jeweils nächsten Katholikentags aufweisen oder sich mit drängenden gesellschaftspolitischen Fragen beschäftigen.

Der 100. Deutsche Katholikentag ist eine christliche Großveranstaltung. Er findet vom 25. bis 29. Mai 2016 in Leipzig statt. Erwartet werden mehrere Zehntausend Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet sowie der Region. Katholikentage werden vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in der Regel alle zwei Jahre an wechselnden Orten veranstaltet. Der 99. Deutsche Katholikentag fand 2014 in Regensburg statt.

Text: 100. Deutscher Katholikentag Leipzig 2016 e.V., Presse

13.02.2016


Der Segen zur Konfirmation gewinnt für die Jugendlichen an Bedeutung

In der pfälzischen Landeskirche werden in diesem Jahr rund 5.000 Jugendliche konfirmiert

Speyer- (lk). Dieses Jahr lassen sich in der Evangelischen Kirche der Pfalz rund 5.000 Jungen und Mädchen konfirmieren. Dass es zehn Jahre zuvor noch etwa 7.000 Jugendliche waren, liegt vor allem an der sinkenden Geburtenrate, erklärt Pfarrer Andreas Große von der Konfirmandenarbeitsstelle der Landeskirche. In der Pfalz und der Saarpfalz ließen sich etwa 94 Prozent aller Getauften eines Jahrganges konfirmieren. „Damit stehen wir innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland gut da“, sagt Große.

Wie dieser Wert von Gemeinde zu Gemeinde variiert, zeigen im Vergleich Zahlen aus ländlichen und städtischen Gebieten. So lassen sich laut Gemeindepfarrer Christopher Markutzik in Sausenheim-Neuleiningen dieses Jahr zwölf der 14 getauften Jugendlichen konfirmieren, in der Martin-Luther-Gemeinde in Neustadt seien es dagegen von 43 getauften Jugendlichen nur 25 Konfirmanden, so Pfarrer Frank Schuster.

Die Kirche sehe sich einem größer werdenden Wettbewerb mit anderen Angeboten für Jugendliche ausgesetzt, sagt Christopher Markutzik und räumt ein, dass jungen Leuten am Ende der zweijährigen Konfirmationszeit ein Fest und Geschenke winke. Die Beobachtungen des Pfarrers werden von einer Studie der Konfirmandenarbeitsstelle bestätigt: Demnach sind für rund zwei Drittel der Konfirmanden die Feier und die Geschenke eine der Hauptmotivationen, sich konfirmieren zu lassen. Knapp die Hälfte der Konfirmanden besucht der Studie zufolge zudem den Konfirmationsunterricht, „weil es in der Familie so Brauch ist“.

Doch je näher die Konfirmation rückt, desto mehr tritt der Inhalt der Konfirmation in den Vordergrund, sagt Andreas Große. „Der Segen zur Konfirmation gewinnt für die Jugendlichen immer mehr an Bedeutung. Offensichtlich spüren sie, dass sie hier etwas ganz Besonderes und Stärkendes mit auf den Weg bekommen“, sagt der Pfarrer. Der Neustadter Pfarrer Frank Schuster bestätigt dies: „Jugendliche fühlen sich in ihrer bewusst getroffenen Entscheidung zur Konfirmation nicht ernst genommen, wenn man ihnen nur materielle Motive unterstellt.“

Das meint auch Jürgen Dunst, zuständiger Referent der Basler Mission Pfalz, die wieder zur Konfirmandendankspende aufruft. Mit dem Geld sollen in diesem Jahr Stipendien für die Schul- und Berufsausbildung von Jugendlichen in Papua ermöglicht werden. Die GKI-Kirche in Papua (Gereja Kristen Injili di Tanah Papua/Evangelische Kirche im Land Papua) ist eine Partnerkirche der Evangelischen Kirche der Pfalz. Die Tradition, sozial- und entwicklungspolitische Projekte von Partnerkirchen zu unterstützen, gibt es seit 1973. Jährlich kämen bei der Konfirmandendankspende bis zu 15.000 Euro zusammen, erklärt Dunst. Der Aufruf zur Dankspende appelliere an die Konfirmanden, über das eigene Beschenktwerden hinaus auch an andere zu denken.

Pfarrer Andreas Große sieht die Chancen der Kirche in der Arbeit mit Konfirmanden. Diese bräuchten Ansprechpartner, die sie ernst nähmen, ihnen Lebens- und Glaubensentwürfe vorlebten und mit ihnen den Glauben entdeckten. „Die Jugendlichen brauchen in der Pubertät Menschen, die bereit sind, sich ihren Fragen in dieser schwierigen Lebensphase zu stellen und sie zu begleiten.“ Es sei nicht immer einfach, mit einer Gruppe von 25 Pubertierenden aus allen Sozial- und Bildungsschichten zu arbeiten, bestätigt Schuster. „Aber es lohnt sich und ist wichtig, in diesem Alter ein Übergangsritual ins Erwachsenenleben anzubieten und den Jugendlichen bei ihren Fragen und Problemen zur Seite zu stehen“.

Die Konfirmationen finden in der pfälzischen Landeskirche traditionell zwischen dem Sonntag nach Aschermittwoch und Pfingsten statt. Mit der Konfirmation wird unter anderem das Recht zugesprochen, Pate zu werden und ab dem 14. Lebensjahr an kirchlichen Wahlen teilzunehmen.

Hinweis: Ein Informationsheft zur Konfirmandendankspende kann beim Missionarisch-Ökumenischen Dienst/Basler Mission Pfalz in Landau unter Telefon 06341/9289-11, E-Mail: schoelch@moed-pfalz.de angefordert werden. Mehr zum Thema unter www.moed-pfalz.de und www.mission-21.org.

12.02.2016


Minister Robbers "Integration braucht Zeit und langen Atem"

Justizminister Gerhard RobbersKirchliche Gerichte befassen sich mit theologischen und rechtlichen Aspekten

Ebernburg- (lk). Die Integration von Muslimen in die deutsche Verfassungsordnung und Gesellschaft braucht nach Auffassung des rheinland-pfälzischen Justizministers Gerhard Robbers Zeit und langen Atem. Wer im Angesicht der aktuellen Flüchtlingssituation vom Scheitern der Integration spreche, wisse nicht, wovon er rede. Gerade die Kirchen leisteten vielfältige Unterstützung, von Sprachkursen über Kindertagesstätten bis zu Krankenhäusern, erklärte Robbers bei der Tagung der Mitglieder kirchlicher Gerichte in Bad-Münster am Stein-Ebernburg. Freilich bleibe die Integration eine Mammutaufgabe.

Seit der ersten Zuwanderung in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts habe sich viel getan. So seien Muslime kaum sichtbar gewesen, hätten ihren Glauben im Privaten gelebt. Es habe kaum Moscheen oder Beträume gegeben. Doch die Ausübung von Religion erfordere auch Strukturen und Räume. Religionsfreiheit bedeute, „dass die gleichen Rechte für alle gelten“. Das deutsche Religionsverfassungsrecht sei flexibel genug, um die Bedürfnisse der Muslime mit aufzunehmen, ohne dass grundsätzliche Veränderungen notwendig seien, erklärte Robbers.

Dies gelte auch für den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, wie er durch das Grundgesetz garantiert werde. Es müsse geklärt werden, wer die Grundsätze eines muslimischen Religionsunterrichts bestimme, sagte der Minister. Ein verbindliches Lehramt, das zeige der Blick in evangelische Verhältnisse, sei nicht erforderlich. Hier seien Parallelitäten protestantischer und islamischer Theologie erkennbar, „es gibt bei beiden ein unmittelbares Verhältnis des Einzelnen zu Gott; es gibt bei beiden keinen heilsverbindlichen Klerus“.

Der Tübinger Theologieprofessor Christoph Schwöbel verwies in seinem Beitrag darauf, dass pluralistische Gesellschaften die Herausforderungen des Zusammenlebens nicht im Blick auf die Vergangenheit oder auf eine gemeinsame Grundlage bewältigen können, sondern nur auf gemeinsame  Zielsetzungen hin. Die Religionen müssten ihre je eigenen Ressourcen nutzen, um Möglichkeiten des Zusammenlebens zu erkunden. „Es gibt kein Esperanto des Dialogs und kein Weltethos“, sagte Schwöbel. Es könne keine Einheit auf Kosten der Vielfalt geben. Wer eine Leitkultur fordere, zündele mit einem Kulturkampf.

Kirchenpräsident Christian SchadFür Kirchenpräsident Christian Schad muss sich in den Kirchen und Religionsgemeinschaften die Verwurzelung im eigenen Glauben und die Befähigung zur Toleranz, die den Anderen als Anderen respektiert, zugleich vollziehen. „Die für das Miteinander der Religionen notwendige, überzeugte Toleranz entsteht nicht durch Relativierung oder Zurücknahme der jeweiligen religiösen Identität, sondern durch Vergewisserung im Eigenen“, sagte Schad. Kirchliche Kindergärten und der Religionsunterricht gewönnen daher als Orte der Identitätsbildung und der Begegnung von Menschen unterschiedlicher religiöser Überzeugungen immer mehr an Bedeutung.

An der Tagung der Mitglieder der kirchlichen Gerichte nahmen Vertreter des Verfassungs- und Verwaltungsgerichts, der Disziplinarkammer und der Schlichtungsstellen der Landeskirche und des Diakonischen Werkes teil. Das Grundgesetz der Bundesrepublik gibt den Kirchen das Recht, zur Entscheidung von Streitfällen im Bereich ihrer eigenen Angelegenheiten kirchliche Gerichte zu bilden. Diese sind wie staatliche Gerichte mit richterlicher Unabhängigkeit ausgestattet.

11.02.2016


„Fastenzeit ist kein individuelles Abstinenzprogramm“

Pontifikalamt mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am Aschermittwoch im Dom zu Speyer

Speyer- Mit einem Pontifikalamt hat Bischof Karl-Heinz Wiesemann am Aschermittwoch die Fastenzeit eingeläutet. Im Speyerer Dom stimmte er die Gläubigen auf die bewusste Vorbereitung auf das Osterfest ein. Er rief dazu auf, sich auf den wahren Kern des Fastens zu besinnen. Dem Pontifikalamt war eine Pontifikalvesper vorausgegangen.

„Fastenzeit ist kein individuelles Abstinenzprogramm“, das es zu absolvieren gelte, betonte der Bischof. Der Sinn des Fastens liege nicht im „Abspecken“, sondern in einer tiefen Erfahrung, die in der Gemeinschaft erlebt wird. Die Fastenzeit ist der gemeinsame Weg der Kirche, auf dem man entdeckt, man ist nicht allein, betonte er. „Gott will uns in dieser Zeit füreinander öffnen.“

Beim Fasten werde die Auferstehung eingeübt, führte der Bischof weiter aus. Der Leib werde erhoben, die Auferstehung dringe in den Geist, damit Freiheit neu entdeckt werden kann. Im Fasten sieht Wiesemann eine „Gegenkraft zur Schwerkraft des Lebens“. Er verglich die 40 Tage der österlichen Bußzeit mit der Wüstenwanderung des Volkes Israel - einer entbehrungsreichen Zeit und der bevorstehenden Begegnung mit der ersten Liebe, dem Einzug ins gelobte Land. Es sei eine Zeit, in der Vertrauen auf den Herrn neu geschöpft werde. Es gelte, „Gott im eigenen Leben wieder neu zu entdecken, den Glaube als lebendige Kraft des Lebens neu zu entfachen“.

Wiesemann stellte heraus, dass die Bußzeit ihre Wurzeln in der Vorbereitung auf die Taufe hat. Das sei nicht nur für die Taufbewerber wichtig, sondern für jeden: „Christ-Sein bedeutet auch immer wieder Christ-Werden“, sich immer wieder neu mit Gott und der Kirche zu verbinden. In diesen 40 Tagen vor Ostern erneuere sich die Kirche stets aufs Neue.

Bevor Wiesemann und Mitglieder des Domkapitels den Gläubigen die Aschekreuze auf die Stirn zeichneten, bat er den Herrn um Beistand. „Hilf uns, die 40 Tage der Buße in rechter Gesinnung zu verbringen.“ Zu Beginn des Gottesdienstes hatte er Gott um Kraft gebeten und die Gläubigen aufgefordert, den Herrn zu bitten, „dass es eine Zeit der Gnade wird“.

Die musikalische Gestaltung war dem Aschermittwoch angemessen zurückhaltend. Die Schola des Domchores unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori ließ unter anderem gregorianische Gesänge und deutsche Wechselgesänge erklingen. An der Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub.

Text und Foto: Yvette Wagner

11.02.2016


Bistum Speyer distanziert sich von Wahlplakat der „Linken“

Speyer- Die Partei „Die Linke“ verwendet zurzeit ein Foto und eine Aussage von Papst Franziskus für ihren Wahlkampf zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz.

Das geschieht ohne vorherige Anfrage und ohne Zustimmung der katholischen Kirche. Das Bistum Speyer kritisiert dieses Vorgehen und distanziert sich von der Wahlkampagne der „Linken“. Sie stellt aus Sicht des Bistums Speyer eine unzulässige Vereinnahmung des Papstes für den Wahlkampf dar. Mit seiner Stellungnahme reagiert das Bistum auf Irritationen, die durch das Plakat ausgelöst wurden.

Text: Bistum Speyer, Presse

10.02.2016


„Zusammenleben verschiedener Religionen kann bereichernd sein“

Frater Matthias Rugel (links) und Pater Gangolf Schüßler (rechts). Frater Matthias Rugel (links) und Pater Gangolf Schüßler (rechts).

Der Islam-Beauftragte des Bistums Speyer Pater Gangolf Schüßler fordert für christliche Flüchtlinge ein „Recht auf Beheimatung in christlichen Gemeinden“

Speyer- Seit vergangenem Herbst arbeitet Frater Matthias Rugel SJ im Heinrich Pesch Haus. Seine Aufgabe: die Koordination von Angeboten für Flüchtlinge und die Vernetzung mit dem Arbeitskreis Flüchtlinge im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim. Auch der Bildungsreferent Pater Gangolf Schüßler SJ ist mit dem Thema „Kirche und Flüchtlinge“ befasst: Er ist Islambeauftragter der Diözese Speyer und einer von vier Koordinatoren des Christlich-Islamischen Gesprächskreises, der im vergangenen Jahr sein 20jähriges Bestehen feierte. Mit beiden sprach Brigitte Deiters, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit in den katholischen Einrichtungen in Ludwigshafen.

Wie groß ist der Anteil an Flüchtlingen, die sich zum Islam bekennen?

Rugel SJ: Das kann ich nur aus dem kleinen Ausschnitt heraus beantworten, mit dem ich zusammenkomme. Und da sind schon 70 bis 80 Prozent der Flüchtlinge Muslime.

Welche Rolle spielt die Religionszugehörigkeit für sie?

Rugel SJ: Auch das ist sehr unterschiedlich. Aber für diejenigen, denen ihre Religion wichtig ist, gibt es auch Schwierigkeiten, zum Beispiel wenn sie Wert darauf legen, ihre Gebetszeiten einzuhalten. Das kann für Außenstehende schon irritierend sein, wenn sie am Nachmittag in einer Schule zu beten anfangen.

Schüßler SJ: Die Schwierigkeit besteht ja auch darin, dass der Islam in keinster Weise einheitlich ist – zum großen Teil ist er viel uneinheitlicher als das Christentum. Viele Muslime fühlen sich keinem Verband oder einer Moschee zugehörig. Gleichzeitig muss man bedenken, dass die Religion im alltäglichen Leben eines Muslims oft eine größere Rolle spielt als für viele Christen.

Sehen Sie die Religion als Hindernis bei der Integration?

Schüßler SJ: Historisch gibt es nichts, was einem Zusammenleben verschiedener Religionen im Weg stünde, im Gegenteil, das kann sehr bereichernd sein. Allerdings wissen viele Muslime, dass der Islam sich modernisieren muss. Man ist sich aber nicht einig, was genau dafür notwendig ist.

Das bedeutet konkret?

Schüßler SJ: Ob es Hindernisse in der Integration gibt, ist nicht in erster Linie eine Frage der Religionszugehörigkeit, sondern der kulturellen Prägung. Wenn sie aus einer hoch patriarchalen Gesellschaft kommen, dann ist ihre Einstellung zum Beispiel zur Rolle der Frau höchst wahrscheinlich eine andere als wir sie in unserer modernen Gesellschaft pflegen; und darauf müssen die Muslime in Deutschland eine Antwort finden.

Ich sehe eine andere große Gefahr, nämlich dass der Islam immer stärker in eine radikale Ecke gestellt wird, wo er aber auf gar keinen Fall hin gehört. Gleichzeitig behaupten einige der größten Kritiker des Islams, sich auf unsere christliche Kultur berufen zu können, obwohl sie, wenn man manche ihrer Äußerungen anschaut, vom Christentum weit entfernt sind.

Was wäre aus Ihrer Sicht eine gute Haltung, in der Christinnen und Christen den muslimischen Flüchtlingen begegnen können?

Rugel SJ: Bei den vielen ehrenamtlichen Helfern, mit denen ich zu tun habe, sehe ich ein großes christliches Engagement: Menschen zu helfen, die in Not sind und solidarisch zu handeln.

Schüßler SJ: Ich finde, die Kirchen machen das vorbildlich. Es ist christlich zu sagen: Wenn es eine Notsituation gibt, dann hilft man. Das ist übrigens auch eine Grundtendenz des Islams: Auch Muslime sind sehr hilfsbereit.

Wie sollten die Kirchen auf die kleine Gruppe der christlichen Flüchtlinge zugehen? Anders als auf die muslimischen Flüchtlinge?

Schüßler SJ: Christen haben in vielen Ländern eine besondere Verfolgungssituation, das führt zu einer besonderen Solidarität untereinander. Sie haben ein Recht auf Beheimatung in christlichen Gemeinden, ohne die anderen damit auszugrenzen. Man muss auf die Not der Menschen sehen, wenn die Kapazitäten begrenzt sind – nicht auf die Religionszugehörigkeit. Text und Bild: Brigitte Deiters

06.02.2016


Fortbildungen und mehr für Engagierte in der Seelsorge

Neuauflage der Broschüre der Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Ordinariat Speyer enthält breitgefächertes Veranstaltungsangebot

Speyer- Über hundert Seiten dick ist das neue Fortbildungsheft, das die Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Ordinariat Speyer für das Jahr 2016 herausgibt. Sowohl ehrenamtlich Engagierte als auch Mitglieder der Pastoralteams in den Pfarreien finden in der Broschüre ein breitgefächertes Angebot von Weiterbildungskursen und Veranstaltungen aus allen Bereichen der Seelsorge, der Büchereiarbeit sowie der Kirchenmusik. Ergänzend dazu bietet das Heft auch einen Überblick über die Angebote des Bistums Speyer zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit.

Nach den Pfarrgremienwahlen im vergangenen Oktober und der Errichtung der 70 neuen Pfarreien beginne jetzt die Arbeit auf allen Ebenen mit vielen Herausforderungen und auch eine Lernzeit, so der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge, Domkapitular Franz Vogelgesang im Vorwort der Broschüre. „Das Heft, das Sie in den Händen halten, gibt allen eine Menge Hilfen an die Hand, die in den verschiedenen Bereichen ihres Engagements Unterstützung, Fort- und Weiterbildung benötigen. Schmökern Sie darin! Auch wenn Sie nicht alle Kurse und Angebote wahrnehmen können, allein schon das Lesen bringt Sie vielleicht auf ganz neue Ideen.“

Das Fortbildungsheft „Seelsorge“ erhalten im Bistum Speyer alle Pfarrämter, alle katholischen öffentlichen Büchereien sowie alle ehrenamtlich Engagierten, die schon Veranstaltungen der Abteilung besucht haben. is

Nachbestellungen sind möglich bei:
Bischöfliches Ordinariat
HA I, Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen
Webergasse 11
67346 Speyer
Tel. 0 62 32 102 314
Mail: pfarrei-lebensraeume@bistum-speyer.de

04.02.2016


„Dritter Weg“ an Rechtsprechung angepasst

Bistum Speyer lädt Gewerkschaften zur Beteiligung in Arbeitsrechtkommission ein

Speyer- Erstmals können die Gewerkschaften eigene Vertreter in die Kommission zur Ordnung des Diözesanen Arbeitsvertragsrechtes (Bistums-KODA) entsenden. Nach dem Ende der laufenden Amtszeit wird sie im Dezember 2016 neu gebildet. Im aktuellen Amtsblatt der Diözese Speyer heißt es dazu: „Berechtigt zur Entsendung von Vertreterinnen und Vertretern sind Gewerkschaften, die nach ihrer Satzung für Regelungsbereiche der Bistums-KODA Speyer örtlich und sachlich zuständig sind.“ Innerhalb von zwei Monaten nach Bekanntmachung im Amtsblatt des Bistums Speyer können die Gewerkschaften Vertreterinnen und Vertreter benennen, die sie in die Bistums-KODA entsenden möchten. Dabei richtet sich die Anzahl der Gewerkschaftsvertreter nach der Organisationsstärke der kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Den Gewerkschaften ist insgesamt mindestens einer von insgesamt neun Sitzen vorbehalten.

„Dritter Weg“: Dienstgemeinschaft regelt Arbeitsrecht

Die Neuerung der Ordnung für die Bistums-KODA ist Ergebnis eines Urteils des Bundesarbeitsgerichts vom 20. November 2012 zum Thema „Arbeitskampf in kirchlichen Einrichtungen – Dritter Weg“. Das Bundesarbeitsgericht hatte entschieden, dass der Verzicht auf eine Streikmöglichkeit im so genannten „Dritten Weg“ dann rechtmäßig ist, wenn Gewerkschaften in das Verfahren der Arbeitsrechtsregelung organisatorisch mit eingebunden werden. Diese Vorgabe des Bundesarbeitsgerichts wird nunmehr umgesetzt.

Das Grundgesetz räumt den Kirchen das Recht ein, ihre Angelegenheiten und somit auch das Arbeitsrecht selbst zu regeln („Dritter Weg“). Die Arbeitsrechtsregelungen kommen also nicht durch den Abschluss von Tarifverträgen zustande, sondern durch paritätisch besetzte Kommissionen. Im Bereich des Bistums Speyer wird diese Aufgabe von der Kommission zur Ordnung des Diözesanen Arbeitsvertragsrechtes (Bistums-KODA) wahrgenommen. Damit die Interessen der Dienstnehmer- wie der Dienstgeberseite in der KODA gleichermaßen vertreten sind, ist diese mit jeweils neun Dienstnehmer- und neun Dienstgebervertreten besetzt. Mit dem System des „Dritten Weges“ ist gewährleistet, dass Dienstnehmer- und Dienstgebervertreter gemeinsam Regelungen aushandeln, die dann auf breiter Basis beschlossen werden. So gibt es keinen tariffreien Raum: Im Bistum Speyer sind alle Dienstgeber an die gesetzlichen Regelungen gebunden.

Weitere Informationen zur Entsendung von Gewerkschaftsvertretern in die Bistums-KODA sind im Oberhirtlichen Verordnungsblatt 8/2015 nachzulesen:

http://www.bistum-speyer.de/unterstuetzung-fuer-aktive/oberhirtliches-verordnungsblatt/  is

04.02.2016


Katholische Krankenhäuser engagieren sich für Flüchtlinge

Die Wartenden vor der Ersteinschätzung durch die ÄrzteGute Zusammenarbeit mit den zuständigen Kreis- und Stadtverwaltungen

Speyer- Nach einem unsicheren Leben in Kriegsgebieten und oft wochenlanger Flucht unter sehr schwierigen Bedingungen sind die in Deutschland Asylsuchenden erschöpft und manchmal auch krank. Die katholischen Krankenhäuser in Neustadt, Speyer, Ludwigshafen, Landau, Rodalben, Zweibrücken und Landstuhl und deren engagierte Mitarbeiter spielen auch eine wichtige Rolle in der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen, bieten aber auch weitere Hilfen an.

Die Vorbesprechung der Helfer vor dem Eintreffen des Busses„Wir haben eine humanitäre Verantwortung für Menschen in Not. Der Bedarf ist da und deshalb müssen wir tätig werden“, betont Dr. Klaus Peter-Wresch, Ärztlicher Direktor im Speyerer Sankt Vincentius Krankenhaus. Im vergangenen Jahr wurden hier 107 Flüchtlinge ambulant und 68 stationär versorgt. Seit der Eröffnung der Speyerer Erstaufnahmeeinrichtung im Oktober seien die Zahlen stark angestiegen. Oft handele es sich um Menschen, die hier das erste Mal überhaupt versorgt werden, schildert der Chefarzt der Anästhesie. Das Engagement der Einrichtung geht aber weit darüber hinaus. Noch 2015 haben Mediziner, Pflegende und Verwaltungsmitarbeiter des Speyerer Krankenhauses eine regelmäßige medizinische Betreuung der Menschen in der neuen Erstaufnahmeeinrichtung durch eine mehrmals in der Woche stattfindende Sprechstunde aufgebaut – ehrenamtlich. Eine richtige Praxis haben sie organisiert. Inzwischen wurde diese an die niedergelassenen Mediziner übergeben. Doch das ist noch nicht alles: Immer wenn neue Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung ankommen, macht sich ein Team aus dem Vincentius Krankenhaus auf den Weg. Sie nehmen die Flüchtlinge in Empfang und leisten eine erste medizinische Untersuchung, sie erfassen akute Erkrankungen, beraten bei chronischen Krankheiten und überprüfen die Hygiene. Auch dies geschieht ehrenamtlich und wird durch die Kollegen, die dann die Dienste übernehmen, und den Träger der Klinik ermöglicht.

Aus der „Sprechstunde“ mit Frau Dr. LeszinskiAuch die Chefärztin der Allgemein- und Viszeralchirurgie Dr. med. Cornelia Leszinski ist mit aktiv. „Es geht darum, dass aus Einzelerkrankungen keine Epidemie wird“, berichtet sie. Durch engstes Zusammenleben auf der Flucht leiden viele an Krätze, Läusen oder Durchfallerkrankungen. Aktuell gebe es sehr viele fieberhafte und schwer Erkrankte. Die Medizinerin ist aber auch an den Feiertagen vor Ort, wenn die eigentliche Sprechstunde pausiert. „Die Pause ist sonst einfach zu lang“, begründet sie den ehrenamtlichen Dienst an Weihnachten und Neujahr. Die oft rein weiblichen Teams im Einsatz haben noch keine negativen Erfahrungen gemacht, ist ihr wichtig. Im Gegenteil: „Wir erfahren sehr sehr viel Dankbarkeit.“

Im Krankenhaus Hetzelstift in Neustadt werden Flüchtlinge in der Notaufnahme und verschiedenen Fachbereichen versorgt, berichtet Krankenhausoberin Maria Heine, auch mehrere Geburten gab es bereits. Darüber hinaus engagiert sich die Einrichtung auf besondere Weise für die Integration. Bestes Beispiel ist Desbele Tesfamhret, der hier am 1. Oktober die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger begonnen hat. Davor hatte sich der 29-jährige Flüchtling aus Eritrea, der vor der Flucht aus seinem Heimatland als Englischlehrer arbeitete, als Ein-Euro-Jobber im Hetzelstift bewährt und auch kräftig Deutsch gelernt. Bisher hat das Neustadter Krankenhaus neun Flüchtlingen und Asylsuchenden über einen 1-Euro-Job Starthilfe gegeben. Einer von ihnen studiert, ein weiterer junger Mann hat gerade das Freiwillige Soziales Jahr begonnen. „Der Aufwand ist groß“, bewertet Claudia Reh von der Krankenhauskommunikation, selbst ehrenamtlich aktiv für die Integration von Flüchtlingen und Initiatorin dieser besonderen Initiative in Neustadt. Aber die Mühe lohnt sich. Die Ein-Euro-Jobs helfen den Asylbewerbern bei der Integration: Sie lernen die Sprache schneller, ihr Tag ist strukturiert und sie erleben, wie das Leben und die Arbeit in Deutschland funktionieren. Manchmal gebe es leider auch Geschichten, die nicht funktionieren, so die Verantwortliche. Dann wenn die Menschen wegen Erlebnissen in ihrer Heimat oder auf der Flucht zu stark traumatisiert seien.

Im letzten Jahr wurden im Vinzentius-Krankenhaus Landau 283 Menschen mit einem Flüchtlingshintergrund behandelt, berichtet der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Heiko Ries. Alleine 105 Behandlungen gab es im Bereich Geburtshilfe, darunter auch mehrere Geburten, und 64 in der Kinderheilkunde, schwerpunktmäßig bei Magen-Darm-Erkrankungen, darüber hinaus im Feld der Inneren Medizin und mit Erkrankungen aus der Bauchchirurgie, Unfallchirurgie und der Harnorgane. „Die Sprache ist in vielen Fällen die erste Hürde. Darüber hinaus erschweren zunehmend auch interkulturelle Missverständnisse die Behandlung. Diese Entwicklung resultiert aus den veränderten Herkunftsländern der Flüchtlinge. Es sind nun arabische und afrikanische Migrationshintergründe, die ganz andere Sozialisationen erfahren haben und auch in anderen oder keinen vergleichbaren Gesundheitssystemen groß geworden sind“, schildert Ries die Herausforderungen. Bereits seit vielen Jahren fühle sich das Landauer Krankenhaus der Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger verpflichtet.

Im St. Elisabeth-Krankenhaus in Landstuhl wurden im vergangenen Jahr 33 Flüchtlinge behandelt, zwei davon zweimal, teilt der Kaufmännische Direktor Rainer Kropp mit. Eine Herausforderung sei auch hier die Verständigung, was unter anderem oftmals dazu führe, dass keine Unterschrift durch den Patienten geleistet werde. Eigene aus Syrien, Palästina und Jordanien stammende Ärzte helfen als Dolmetscher.

Jedem Eintreffenden wird als erstes die Temperatur gemessenAn den beiden Standorten des Nardini Klinikums St. Elisabeth in Zweibrücken und St. Johannis in Landstuhl wurden 2015 rund 100 Flüchtlinge stationär und eine Vielzahl in den Notfallambulanzen behandelt, erklärt Pflegedirektor Thomas Frank, viele von ihnen aus den Erstaufnahmeeinrichtungen in Kusel und Zweibrücken. Versorgt wurden Infektionen der Lunge und des Magen-Darm-Traktes, schlecht heilende und chronische Wunden und gynäkologische Erkrankungen. Hinzu kam die Versorgung von Schwangeren, auch drei Kinder wurden geboren. „Die Behandlung von Flüchtlingen stellte für uns eine große Herausforderung dar. Um uns möglichst gut vorzubereiten, haben wir im Vorfeld Kontakt zu Krankenhäusern aufgenommen, die bereits Erfahrungen mit dieser Versorgungssituation hatten. Auf Grundlage dieser Gespräche haben wir eine Organisationsrichtlinie mit medizinischen, pflegerischen, hygienischen und administrativen Aspekten erstellt und diese in kurzfristig organisierten Schulungen mit unseren Mitarbeitern besprochen“, so Frank. Wegen der Sprachschwierigkeiten werden unter anderem durch die Gesellschaft für Armut und Gesundheit in 14 Sprachen entwickelte Anamnesebögen verwendet, mit denen die Mitarbeiter einen besseren Zugang zu den Menschen finden können. Auch ein Zeigewörterbuch mache die Verständigung einfacher. Zudem habe die interne Dolmetscherliste von Mitarbeitern mit besonderen Sprachkenntnissen sehr geholfen. Vor allem mit den Hilfsorganisationen, die vor Ort in Zweibrücken und Kusel die Aufnahmeeinrichtungen koordinieren, und den niedergelassenen Ärzten gebe es eine sehr gute Zusammenarbeit, lobt der Pflegedirektor.

Im St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus Ludwigshafen werden jede Woche etwa sieben Flüchtlinge in der zentralen Notaufnahme versorgt und bei Bedarf auch stationär betreut, beschreibt Chefarzt Thomas Borgmann. Vielleicht als Resultat der guten Zusammenarbeit mit den Flüchtlingsunterkünften in der Stadt, vermutet ein Verantwortlicher. Ein Teil der Mitarbeitenden ist hier ehrenamtlich aktiv. Doch das ist noch nicht alles, auch zwei Ärztinnen der Geburtshilfe waren bereits zur Hilfe vor Ort. Im Geburtszentrum der Klinik haben ebenfalls mehrere Flüchtlingsfrauen entbunden. „Die Hilfe ist uns und unseren Mitarbeitern ein wichtiges Anliegen. Unser Vorteil bei der Betreuung ist unser multikulturelles Team, unter anderem sind uns zwei aus Syrien stammende Ärzte beim Dolmetschen behilflich und auch mehrere andere Mitarbeiter sprechen arabisch oder kurdisch“, weist die Sprecherin des Ludwigshafener Krankenhauses hin. Die Familienhebammen und Verantwortlichen im Programm „Guter Start ins Kinderleben“ der Klinik setzen sich nach der Geburt für die Familien mit Neugeborenen ein. Ein anderer Fokus liegt auf der Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Eine besondere Herausforderung sei die Versorgung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. „Sie haben Überfälle erlebt, wurden ausgeraubt, bedroht, geschlagen und noch viel Schlimmeres“, schildert sie. In der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie wurden schon mehrere Flüchtlinge behandelt. Die Fälle seien extrem unterschiedlich und reichten vom syrischen Gymnasiasten bis zum traumatisierten Jungen aus dem Irak, so die Sprecherin. Der zuständige Chefarzt arbeite aktuell an einer Handreichung zum Thema minderjährige unbegleitete Flüchtlinge für die Landeregierung.

Alle befragten katholischen Krankenhäuser der Diözese loben die gute Zusammenarbeit mit den zuständigen Kreis- und Stadtverwaltungen, die unter anderem auch für die Vergütung der Leistungen zuständig sind. Bei nichtregistrierten Flüchtlingen sei die Abrechnung problematischer. Nicht in allen Fällen können die Behandlungen vergütet werden, ist zu erfahren, dann springen die verschiedenen Träger ein. „Wir stehen als konfessionelle Einrichtungen in der Verpflichtung. Es ist selbstverständlich dort zu helfen, wo wir die Möglichkeit dazu haben“, fasst Krankenhausoberin Maria Heine aus dem Hetzelstift stellvertretend für alle Befragten zusammen. Text und Bilder: Katja Hein

02.02.2016


„Beispielhafter Einsatz zugunsten von Menschen am Rande der Gesellschaft“

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann gratuliert Norbert Thines zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Kaiserslautern – Bereits im Dezember Auszeichnung mit Ehrenkreuz der Caritas

Speyer- Als „soziales Gesicht der Stadt Kaiserslautern“ und „engagierten Kämpfer für Menschen in Not“ hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann den früheren FCK-Präsidenten Norbert Thines gewürdigt. Anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Kaiserslautern an Thines dankte Bischof Wiesemann ihm in einem persönlichen Schreiben für sein langjähriges kirchliches und soziales Engagement.

Norbert Thines ist der Pfarrei St. Maria und besonders der Kolpingfamilie Kaiserslautern stark verbunden. Bereits in der Kolping-Jugend aktiv, hat er die Kolpingfamilie rund drei Jahrzehnte geleitet und gehört ihr heute als Ehrenvorsitzender an. Das Leitwort des Seligen Adolph Kolping „Verantwortlich leben, solidarisch handeln“ kennzeichnet aus Sicht des Bischofs auch das vielfältige Engagement von Norbert Thines. Mit der Aktion „alt-arm-allein“ habe er eine Organisation mitbegründet, die älteren Menschen in Stadt und Landkreis Kaiserslautern engagiert unter die Arme greift – menschlich, unbürokratisch und direkt. Auch sein Einsatz für die Aktion „Bruderhilfe“, sein Mitwirken im Sozialausschuss des Stadtrats von Kaiserslautern sowie sein öffentliches Eintreten für die Integration von Flüchtlingen stünden beispielhaft für eine christlich geprägte Grundhaltung, in der sich Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und soziale Verantwortung eng miteinander verbinden.

„Als Christen sind wir gerufen, von unserem Glauben in Wort und Tat Zeugnis zu geben. Das haben Sie in Ihrem Leben auf vielerlei Weise immer wieder getan, in Familie, Beruf und Arbeitswelt, durch die Übernahme von Verantwortung in Staat und Gesellschaft“, würdigte der Bischof das Engagement von Norbert Thines, für das ihm im Dezember des vergangenen Jahres bereits das Goldene Ehrenzeichen des Caritasverband verliehen wurde.

Foto: 1 FCK Fanclub Fairplay e.V., Presse Text: Bistum Speyer, Presse

29.01.2016


Sozialbestattungen 2016

Speyer- Lesen Sie hierzu den gemeinsamen Brief der Katholischen Dompfarrei Pax Christi und der Protestantischen Gesamtkirchengemeinde an die Bestatter als PDF.

PDF: Katholische Dompfarrei Pax Christi und Protestantische Gesamtkirchengemeinde, Presse

29.01.2016


Zweite Hälfte 2016 bezugsfertig: 150 neue Flüchtlings-Wohnheimplätze in der Engelsgasse

Bistum Speyer überlässt ehemaliges kirchliches Altenheim kostenfrei für zehn Jahre (plus...) der Stadt Speyer

cr. Speyer- Mit der notariellen Beurkundung eines Vertrages über die Nutzung des traditionsreichen ehemaligen Altenheimes in kirchlicher Trägerschaft in der Speyerer Engelsgasse sowie mit der symbolischen Übergabe der „Schlüsselgewalt“ für das seit Jahren ungenutzt stehende Haus im Schatten des Kaiserdomes an Oberbürgermeister Hansjörg Eger haben jetzt Stadt und Bistum Speyer einen weiteren, gemeinsamen Schritt zur Bereitstellung von Wohnraum für Flüchtlinge getan und damit zugleich ein weiteres, starkes Zeichen ihrer Entschlossenheit gesetzt, sich gemeinsam in dieser derzeit wohl vordringlichsten Problemstellung unserer Gesellschaft zu engagieren.

Bei einem Pressegespräch im „Blauen Salon“ der Bischöflichen Finanzkammer, an dem neben dem Speyerer Stadtoberhaupt und Generalvikar Dr. Franz Jung, dem Leiter der Bistumsverwaltung und „alter Ego“ des Speyerer Bischofs Dr. Karl-Heinz Wiesemann auch die verantwortlichen Domkapitulare Peter Schappert - in der Bistumsverwaltung zuständig für Finanzen und Immobilien – und Karl-Ludwig Hundemer, Leiter des Diözesan-Caritasverbandes, mit ihren Mitarbeitern teilnahmen, erläuterten die Gesprächspartner das Konzept dieser Maßnahme, mit der bis zur zweiten Jahreshälfte 2016 mit einem Aufwand von ca. 1,2 Mio. Euro Wohnraum für weitere rund 150 AsylbewerberInnen in Speyer geschaffen werden solle. Über eine Subventionierung dieser Maßnahme durch übergeordnete Institutionen auf Bundes- und Landesebene seien erste Verhandlungen bereits aufgenommen worden.

Mit diesen vom Stadtrat bereits beschlossenen Finanzmitteln, so erläuterte Eger die geplante Maßnahme weiter, solle „die zur Zeit leere Hülle des alten Gebäudes“ mit einer komplett neuen technischen Infrastruktur zur Ver- und Entsorgung der rund 2.800 qm großen Wohnfläche auf dem gut 1.300 qm messenden Grundstück ausgestattet werden und das Gebäude selbst komplett barrierefrei ausgerüstet werden“. Die künftigen Wohnräume für die Flüchtlinge selbst - bis zuletzt noch als Depot für alte Kirchenarchivalien genutzt, die im Zuge der Strukturreform des Bistums nach Speyer überstellt werden mussten - würden mit Ausnahme kleiner, verbessernder Änderungen - in ihrem bisherigen Zuschnitt erhalten.

Schließlich solle mit einem Kostenaufwand von rund 125.000 Euro durch die Niederlegung der in den 1960er Jahren errichteten Kapelle – zuletzt nur noch für Kindergottesdienste und Meßfeiern der kroatischen Gemeinde der Vorderpfalz genutzt – sowie durch die Beseitigung einer bestehenden Doppelgarage die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge erleichtert und die Verkehrssicherheit in der von Kindern und Schülern stark genutzten Engelsgasse erhöht und zugleich eine völlig neue Eingangssituation für die Flüchtlingsunterkunft geschaffen werden. Außerdem solle durch den Einbau einer zweiten Fluchttreppe der Gewährleistung der wachsenden Bedeutung des Brandschutzes Rechnung getragen werden.

Gemäß der oben genannten, jetzt geschlossenen Vereinbarung, wird das Bistum Speyer das dann so sanierte und auf einen zeitgemäßen baulichen Zustand gebrachte Flüchtlingswohnheim der Stadt Speyer für zehn Jahre kostenfrei zur Nutzung überlassen - „und ich gehe davon aus, dass wir das Haus auch noch das eine oder andere Jahr länger nutzen können, sollte sich dies nach den zehn Jahren als notwendig erweisen“, so der Oberbürgermeister zum Generalvikar.

Eger zeigte sich auch höchst erfreut darüber, dass sich der Diözesan-Caritasverband darüber hinaus dankenswerterweise dazu bereit erklärt habe, mit der Hälfte der anfallenden Personalkosten – die andere Hälfte übernimmt die Stadt Speyer - eine von vier derzeit noch unbesetzte Positionen aus einem Pool von zwanzig neu geschaffenen Stellen für Sozialarbeiter zur Betreuung der Flüchtlinge dem neuen Flüchtlingsheim in der Engelsgasse zuzuweisen. „Damit wollen wir zugleich auch unserer grundsätzlichen Überzeugung entsprechen und möglichst allen Unterkünften über 60 BewohnerInnen einen eigenen Betreuer zuordnen“, so Domkapitular Hundemer dazu. Damit solle, wie bei anderen Objekten auch, eine möglichst enge Betreuungs-Bindung zu den BewohnerInnen erreicht werden.

Dieser Grundsatz gelte aber fast noch mehr für ein zweites, derzeit in der Entstehung befindliches Objekt am Königsplatz, das die Stadt Speyer zur Unterbringung von rund 50 „unbegleiteten minderjährigen Jugendlichen“ nutzen wolle und das sie jetzt durch einen langfristigen Mietvertrag habe „sichern“ können. „Denn gerade solche Einrichtungen benötigen eine möglichst dichte sozialpädagogische Begleitung“, erklärte der Domkapitular dazu.

695 Flüchtlinge seien aktuell der Stadt Speyer neben den rund 480 in der Erstaufnahmestelle in der Kurpfalzkaserne untergebrachten Asylbewerbern zugewiesen, so berichtete der Oberbürgermeister bei dieser Gelegenheit weiter – und das alles dank häufiger Wechsel bei sich fast täglich ändernden Fallzahlen. All diese Flüchtlinge seien derzeit im besten Sinne „dezentral“ in 38 verschiedenen Einrichtungen quer über die Stadt verteilt untergebracht – Einrichtungen, von denen die eine oder andere schon lange vor ihrem Bezug schon vor dem Abriß gestanden habe, so Eger. Um so mehr hoffe er nun darauf, dass es mit den beiden neuen, „großen“ Einrichtungen im Herzen der Stadt möglich werde, an bestehenden Gebäuden dringend notwendige Renovierungen vorzunehmen oder sie gar durch längst anstehende Ersatzbauten ganz zu kompensieren.

Den Vertretern der Diözese Speyer dankte der Oberbürgermeister schließlich für ihre „vom ersten Augenblick an uneingeschränkte Bereitschaft, uns bei dieser gewaltigen Herausforderung nachhaltig zu unterstützen“. Auch wenn die Verhandlungen darüber - von außen betrachtet - mitunter durchaus lang zu sein schienen, so müsse doch bedacht werden, dass viele Probleme zu lösen gewesen seien, „die keiner von uns noch wenige Monaten zuvor so auf seinem „Bildschirm“ gehabt hätte“.

Mit den beiden neuen Projekten jedenfalls hoffen Stadt und Bistum darauf, ihren „bewährten Kurs“ bei der Flüchtlingsbetreuung nach den gleichen Grundsätzen fortsetzen zu können wie schon bisher: Kraftvoll, unaufgeregt - und inmitten des für die Integration der Flüchtlinge besonders wichtigen „Herzen der Stadt“ - getragen von einem von selbstverständlicher Hilfsbereitschaft getragenen christlichen Menschenbild, das sich letztlich Ausdruck schafft in einer „gelingenden Willkommenskultur“. Foto: gc

28.01.2016


Projekte für das neue Schulhalbjahr

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulabteilung des Bistums Speyer mit dem neuen Kalender (v.l.n.r.): Stefan Schwarzmüller, Birgitta Greif, Dr. Irina Kreusch, Monika Schuster und  Petra Hildebrand-Hofmann. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulabteilung des Bistums Speyer mit dem neuen Kalender (v.l.n.r.): Stefan Schwarzmüller, Birgitta Greif, Dr. Irina Kreusch, Monika Schuster und Petra Hildebrand-Hofmann.

Das Bistum Speyer bietet Schulen Fortbildungen und Projekte zu aktuellen Themen an - Neuer Kalender „Schule und Kirche. Fortbildungen und mehr“

Speyer- Flucht und Migration sowie Fragen zu Religionen, Krieg und Frieden sind Schwerpunkte im neuen Kalender „Schule und Kirche. Fortbildungen und mehr“, den die Hauptabteilung Schulen, Hochschulen und Bildung des Bistums Speyer herausgibt. Schulen und Lehrerkollegien finden hier rund 60 Angebote und Termine für Unterricht und Projekte zum zweiten Schulhalbjahr. Bereiche sind Religionspädagogik, Globales Lernen, Erziehung und Prävention sowie Schulpastoral und Medien.

Die Veranstaltungen finden regional im gesamten Bistumsgebiet statt.

Ein diözesanweites Projekt ist der Missio-Truck „Flucht. weltweit“, der an elf Standorten im Bistum im Juni und Juli Halt machen wird, als Kooperation von Caritasverband und diözesanen Stellen. Lehrerfortbildungen im Vorfeld gehen mit Expertenteams die Frage an, wie die komplexe Thematik an Schülerinnen und Schüler im Unterricht herangetragen werden kann. Auch Besuche von internationalen Gästen an Schulen werden vermittelt.  

Den neue Kalender bestellen, online suchen und sich anmelden kann man bei:
HA II Schulen, Hochschulen und Bildung
Gr. Pfaffengasse 13
67346 Speyer
Tel. 06232- 102-121
E-Mail: ru-fortbildungqbistum-speyer.de
www.bistum-speyer.de  Erziehung Schule Bildung

Text und Foto: is

28.01.2016


Bischof und sein Leitungsteam erläutern Schwerpunkte ihrer Arbeit im Jahr 2016

Neue Pfarreienstruktur, Flüchtlingshilfe, Finanzstruktur und „Heiliges Jahr der Barmherzigkeit“- „2016: Jahr vieler Entscheidungen“

cr./spk. Speyer-  Irgendwie hängt halt doch immer wieder alles mit allem zusammen. Das gilt „im wirklichen Leben“ nicht anders als bei Großinstitutionen wie der Katholischen Kirche, die jetzt erstmals seit Menschengedenken in einem Pressegespräch in „ganz großer Besetzung“ im „Blauen Salon“ der Bischöflichen Finanzkammer ihre Pläne für 2016 - das „Jahr Eins nach der Einführung der neuen Pfarreienstruktur“ vorstellte. Dabei ging es um ganz unterschiedliche Fragen von den Folgen eben dieser neuen Pfarreienstruktur über allgemeine Baumaßnahmen bis hin zu dem von Papst Franziskus ausgerufene „außerordentliche heilige Jahr der Barmherzigkeit“ - alles zusammengehalten durch das Bemühen, den auch weiterhin in großer Zahl ins Land strömenden Flüchtlingen aus dem vorder- und mittelasiatischen Raum zu einer einer raschen und gelingenden Integration zu verhelfen.

Die weltweite Zunahme der kriegerischen Auseinandersetzungen und der politischen Konflikte sowie das immer weitere Umsichgreifen terroristischer Anschläge mache deutlich, dass die Welt von einem Zusammenleben in Frieden und Gerechtigkeit sowie von einem verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung derzeit so weit entfernt sei, wie lange nicht mehr, hob der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seinem Eingangsstatement hervor. In der Flüchtlingspolitik polarisiere sich die Gesellschaft derzeit immer stärker. „Damit aber geht in Teilen unserer Gesellschaft eine Verrohung in der Kommunikation einher, die erschreckend ist“, so der Speyerer Oberhirte. Immer öfter schlage dann die verbale in tatsächliche Gewalt um, etwa wenn Flüchtlingsunterkünfte in Flammen aufgehen oder, wie in der Silvesternacht in Köln, feierfreudige Passantinnen zu Opfern sexueller Übergriffe werden. Für den Bischof stellen diese Entwicklungen die nur Oberfläche einer tiefgreifenden Verunsicherung und zunehmender Verlustängste in weiten Teilen der Gesellschaft dar. In dieser Situation gelte es, das Friedenspotential im Christentum, aber auch in anderen Religionen neu zu entdecken. „Das Evangelium kann uns lehren, die Scheuklappen des Egoismus und der Angst abzulegen und in allen Menschen gleich welcher Nationalität und Herkunft unsere Brüder und Schwester zu sehen und uns gemeinsam mit ihnen als Kinder des einen Gottes zu begreifen, so Bischof Dr. Wiesemann.

Generalvikar Dr. Franz Jung: „Gemeindepastoral 2015 mit Leben erfüllen“.

Die inhaltlichen Schwerpunkte in der Arbeit des Bistums im Jahr 2016 erläuterte sodann Generalvikar Dr. Franz Jung. „Nach den Vorbereitungen der vergangenen sechs Jahre und dem Abschluss des Prozesses „Gemeindepastoral 2015“ im vergangenen Jahr geht es jetzt um die Umsetzung des neuen Seelsorgekonzeptes“, zeigte er als Linie auf. Die Pfarreien stünden jetzt vor der Aufgabe, in den neu gewählten Pfarrgremien die inhaltliche Arbeit aufzunehmen und ein pastorales Konzept für ihre jeweilige Pfarrei zu entwickeln.
Auf Bistumsebene nannte der Generalvikar die Konstituierung der diözesanen Beratungsgremien als einen Schwerpunkt. Dazu würden im Jahr 2016 zehn neue Dekane gewählt und eine Dekanekonferenz als neues Beratungsgremium für die Diözese eingerichtet. Daneben werde der Priesterrat, der Katholikenrat und der Diözesanpastoralrat gewählt.

Auch das Qualitätsmanagement in den katholischen Kindertageseinrichtungen solle im laufenden Jahr mit Nachdruck fortgeführt werden. Dazu sei die Projektphase bereits erfolgreich abgeschlossen worden. Zudem starte in diesem Jahr eine erste Staffel von 38 Kindertageseinrichtungen mit der Umsetzung des Qualitätsmanagements
in den jeweiligen Einrichtungen.

Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer: „Bisher schon 41 Immobilien für Flüchtlinge und Asylberechtigte im Bistum bereitgestellt“.

Über den aktuellen Stand der diözesanen Hilfsaktion „Teile und helfe“ für die Flüchtlinge informierte sodann, der Vorsitzende des Caritasverbandes für die Diözese Speyer. Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer. Dabei konnte er mitteilen, dass der Flüchtlingshilfefonds der Diözese Speyer, der vom Bistum ursprünglich mit rund 1,5 Millionen Euro ausgestattet worden war, durch Spenden und Kollekten mittlerweile um weitere rund 300.000 Euro angewachsen sei. Der Caritasverband richte dazu derzeit 20 zusätzliche Vollzeitstellen für die Flüchtlingshilfe ein, unter anderen für die Sozialberatung in den Landesaufnahmestellen sowie für die Migrationsberatung und die Ehrenamtskoordination in den acht Caritas-Zentren. „Unsere Kurse zur Qualifizierung Ehrenamtlicher sind stets stark nachgefragt immer voll ausgebucht“, berichtete Domkapitular Hundemer.

Der Caritasverband lege einen Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Hilfe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge; auch der Malteser Hilfsdienst MHD sei in mehreren Flüchtlingsunterkünften präsent. „In allen Flüchtlingsunterkünften, die von uns betreut werden, sind auch Informationen über Gottesdienste und Adressen von Kirchen und Moschen verfügbar“, so
so der Domkapitular. Im Bistum Speyer seien bislang 41 Immobilien für Flüchtlinge und Asylberechtigte bereitgestellt worden. Dadurch hätten inzwischen 189 Menschen eine Unterbringung erhalten. Weitere 368 Plätze sind in Vorbereitung.

Domkapitular Vogelgesang: „Barmherzigkeit als Geheimnis des Glaubens erkennen“

Auf die Angebote des Bistums zum „Heiligen Jahr der Barmherzigkeit“ ging schließlich der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge des Bischöflichen, Domkapitular Franz Vogelgesang, ein. Mit der Aktion „Mission Misericordia“ setze das Bistum Speyer einen Impuls, Türen im privaten, öffentlichen oder kirchlichen Raum mit einem eigens für die Aktion entwickelten Aufkleber zu bekleben und damit deutlich zu machen: „Tritt ein, ich bin da für Dich!“. Im Speyerer Dom lade zudem ein „Weg der Barmherzigkeit“ die Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich eingehender mit der Barmherzigkeit Gottes zu befassen. Deshalb werde auch das Domweihefest 2016 am 2. Oktober seine besondere Prägung durch das Heilige Jahr erfahren.

Wie Domkapitular Vogelgesang weiter mitteilte, sei zudem auch eine „Nacht der Barmherzigkeit“ vom 1. auf den 2. Oktober mit Taizégebet, eucharistischer Anbetung und der durchgängigen Möglichkeit zu Gespräch, Segnung und Beichte geplant. „Die Brüder aus Taizé haben ihre Teilnahme bereits zugesagt“, weckt Vogelgesang Vorfreude und Erwartung auf dieses Ereignis.

Das vom Papst für dieses Heilige Jahr ausgewählte Motto der Barmherzigkeit passe in außergewöhnlicher Weise zu der gegenwärtig schwierigen Situation in Deutschland und in der Welt, wo die Menschen in besonderem Maße zu Hilfe und Barmherzigkeit gegenüber Flüchtlingen und Vertriebenen aufgerufen seien, so der Domkapitular – es gehört auch hier halt alles mit allem zusammen.

Domkapitular Schappert: „Höhere Kirchensteuer kommt Kirchengemeinden, Caritas und Domkapitel zugute“

„Das Bistum Speyer befindet sich weiterhin auf Konsolidierungskurs. Die gute konjunkturelle Entwicklung in Deutschland hilft uns dabei, so dass wir für das Jahr 2016 ein leicht positives Ergebnis erwarten“. So fasste der Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien des Bischöflichen Ordinariats, Domkapitular Peter Schappert, die aktuelle wirtschaftliche Lage des Bistums zusammen. Das Bistum plane deshalb für das Jahr 2016 mit Einnahmen in Höhe von rund 150 Millionen Euro, wobei sich die erwartete Kirchensteuer auf rund 128 Millionen Euro belaufe. Hauptursache für diese positive Entwicklung, so Domkapitular Schappert, sei das sogenannte Clearing-Verfahren, durch das dem Haushalt der Diözese mit zeitlichem Verzug Erstattungen von bereits abgeführten Kirchensteuereinnahmen zufließen, die sich im laufenden Haushaltsjahr auf 13,6 Mio. Euro belaufen, während die tatsächlichen Kirchensteuermehreinnahmen nur um 2,18 Prozent ansteigen würden.

Rund 56 Prozent der geplanten Ausgaben würden 2016 in die Kirchengemeinden fließen - rund 9 Prozent der Finanzierung der Caritasarbeit dienen. Der Anteil der Ausgaben für den Religionsunterricht und die katholischen Schulen liege 2016 bei rund sieben Prozent, der Anteil für die übergemeindliche Seelsorge bei rund sechs Prozent.

Beim Haushalt für den Bischöflichen Stuhl erwartet Finanzdirektorin Tatjana Mast aufgrund der derzeit extrem niedrigen Zinssätze einen Rückgang der Erträge.

Der Haushaltsplan des Domkapitels weist Aufwendungen in Höhe von rund 6,2 Millionen Euro auf, im Haushaltsplan der Pfarrpfründestiftung sind Ausgaben in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro eingeplant.

Nach Darstellung von Domkapitular Schappert liegt der Fehlbetrag in der Emeritenanstalt zur Altersversorgung der Priester im Ruhestand derzeit bei rund 31 Millionen Euro.

Details über die einzelnen Haushaltspläne können ebenso wie weitere Informationen ab sofort auf der Internetseite des Bistums Speyer unter www.bistum-speyer.de eingesehen werden.

Fast schon nach Abschluß des eigentlichen Pressegesprächs ergriff dann Bischof Sr. Wiesemann noch einmal das Wort, um seinem „Finanzchef“, Domkapitular Peter Schappert und seinen MitarbeiterInnen seinen ausdrücklichen Dank und sein uneingeschränktes Vertrauen auszusprechen. Als er vor acht Jahren, von außen nach Speyer kommend, hier das Amt des Bischofs übernommen habe, sei er auf eine finanzielle „prekäre Situation“ gestoßen, die durch die öffentliche Diskussion über die Finanzen anderer großer Einrichtungen wie die im Bistum Limburg noch zusätzlich verschärft worden sei.

Unter Berücksichtigung dieser Umstände seien es für das Domkapitel wie für ihn selbst „bewegende Entscheidungen“ gewesen, die geplante künftige Nutzung des Priesterseminars St. German reduzieren und sich vom Bistumshaus St. Ludwig im Herzen der Stadt gar ganz trennen zu müssen. „Die Erhaltung des Bistumshauses St. Ludwig wäre kostenmäßig ebenso unverantwortlich gewesen wie die Fortführung des Priesterseminars in seiner bisherigen Größe und Nutzungsform“, betonte der Bischof, der noch einmal die Gelegenheit nutzte, um den verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu danken, die ihn und das Domkapitel auf diesem Weg begleitet hätten. Foto: gc

26.01.2016


Nächstes Bauprojekt am Dom gestartet

Nordwestturm der Kathedrale wird saniert

Speyer-  Das nächste große Bauprojekt am Speyerer Dom wurde begonnen. Vor drei Jahren war sein „Zwilling“ im Süden dran, jetzt werden am Nordwestturm Gerüste aufgebaut. Obwohl der Turm im Vergleich zu anderen Teilen des Doms mit seinen 160 Jahren ein Jungspund ist, steht nun eine komplette Innen- und Außensanierung an. 10 bis 15 Arbeiter werden in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten durchgängig verschiedene Maßnahmen an dem 65 Meter hohen Flankenturm durchführen. Sofern alles nach Plan verläuft, werden die Gerüste dann vor dem nächsten Weihnachtsfest wieder abgebaut sein. Rund ein Jahr wird die Überprüfung, Sanierung und Reinigung der Innen- und Außenflächen dauern.

„Die Turmwände bestehen aus einem dreischaligen Mauerwerk, was bedeutet, dass sich zwischen den äußeren und inneren Sandsteinflächen eine Füllschicht befindet. Da fortwährend Wasser außen ein- und mit einiger zeitlicher Verzögerung innen wieder austritt, verliert der Turm fortlaufend an Masse“, erklärt Dombaumeister Mario Colletto. „Diese wird jetzt in Form von hydraulischem Kalkmörtel nachverfüllt.“ Um künftig das Ausmaß an Schäden zu reduzieren, werden kontrollierte Wasserführungsebenen hergestellt. Dies geschieht unter anderem über eine Nachverfugung der Wandflächen.

Die Stützen in den Biforien und Triforien wurden bei der Erbauung des Turms im 19. Jahrhundert mit Eisen verklammert. Mit Ultraschall werden diese auf Korrosion untersucht. Ist eine starke Schädigung zu erkennen, werden sie durch Edelstahlanker ersetzt. Die Fensterbänke werden überarbeitet und gegebenenfalls mit Sandsteinvierungen ergänzt. Die Fugen in den Fensterbrüstungen werden ausgebleit. Diese historische Bautechnik wird wie früher vollkommen in Handarbeit ausgeführt. Die Arbeiten werden von Firmen durchgeführt, die auf historische Gebäude spezialisiert sind.

Zu den substanzerhaltenden Maßnahmen gehören weiter: eine Kontrolle des Turmhelms und eine Erneuerung des Taubenschutzes. Im Turminnern wird die Elektrik erneuert. Die Holztreppe wird überprüft und soweit überarbeitet, dass sie den aktuellen Sicherheitsbestimmungen genügt. Diese dient allerdings ausschließlich Revisionszwecken, betont Dombaumeister Colletto. Die Treppe im gegenüberliegenden Südwestturm, die für den Besucherbetrieb eingerichtet wurde, musste weitaus höheren Sicherheitsanforderungen genügen.

Während die Sanierung des Südwestturms zur Hälfte mit Mitteln des Bundes aus dem Konjunkturpaket II für UNESCO-Welterbestätten finanziert wurde, wird die aktuelle Baumaßnahme wie folgt geschultert: 40 Prozent steuert das Land Rheinland-Pfalz bei, der Rest wird aus Mitteln des Domkapitels finanziert. Unterstützung bekommt das Domkapitel vom Dombauverein, der den Domerhalt jährlich mit 100.000 bis 200.000 Euro unterstützt. Für die Sanierung des Nordwestturms sind 900.000 Euro veranschlagt. Text und Foto: is

21.01.2016


Katholische Jugend wirbt für ressortübergreifende Jugendpolitik

v.l.: Heike Vogt, Barbara Schleicher-Rothmund, Lena Schmidt v.l.: Heike Vogt, Barbara Schleicher-Rothmund, Lena Schmidt

Gespräch mit der Vizepräsidentin des Landtages

Speyer-  Gestern traf der Vorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer die Vizepräsidentin der rheinland-pfälzischen Landtages Barbara Schleicher-Rothmund (SPD). Im Zentrum des Gespräches standen die Forderungen des Dachverbandes der katholischen Jugend nach mehr Jugendbeteiligung und einer ressortübergreifenden Jugendpolitik.

Heike Vogt, BDKJ-Diözesanvorsitzende, machte im Gespräch die Haltung des BDKJ deutlich: "Wir sind davon überzeugt, dass Jugendliche die Expertinnen und Experten ihrer Generation sind. Sie sind in der Lage, ihre Positionen und Meinungen zu vertreten. Wir fordern mehr echte Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen. Dazu gehört für uns auch eine Absenkung des Wahlalters.“

Auch Schleicher-Rothmund warb aus ihrer persönlichen Erfahrung für stärkere Beteiligungsmöglichkeiten. „Ich nehme ein großes Interesse bei den Jugendlichen wahr. Das spüre ich immer wieder, wenn ich in Schulen mit jungen Menschen ins Gespräch komme." Gerade auf der kommunalen Ebene sieht Schleicher-Rothmund Anknüpfungspunkte, beispielsweise bei Dorferneuerungen. „Gerade bei der Dorfplanung ist es wichtig, dass die Bedürfnisse aller Generationen berücksichtigt werden. Das funktioniert am besten, wenn alle in den Prozess eingebunden sind. Zuvor muss allerdings geklärt sein, wie sich die beteiligten Jugendlichen legitimieren. Entscheidungen müssen von gewählten Jugendlichen getroffen werden.“ Lena Schmidt, BDKJ Diözesanvorsitzende, schloss sich dieser Einschätzung an und betonte, das Beteiligungsmöglichkeiten jugendgerecht transportiert werden müssen und die Beteiligung junger Menschen eine frühestmögliche politische Bildung erfordert.“

Das Gespräch in Speyer fand im Rahmen der Strategie des BDKJ "U28- Die Zukunft lacht!" statt. Für einen vereinbarten Projektzeitraum erklären sich Politikerinnen und Politiker bereit, ihre Entscheidungen im politischen Alltag durch die Brille von Kindern und Jugendlichen zu betrachten. Ihre Statements veröffentlicht der BDKJ in regelmäßigen Abständen auf u28.bdkj-speyer.de.

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer ist Dachverband von acht Kinder- und Jugendverbänden in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Er vertritt die Interessen von 8.500 Mitgliedern in Kirche, Politik und Gesellschaft. Mit der Strategie "U28- Die Zukunft lacht!" wirbt der BDKJ derzeit deutschlandweit für eine stärkere Vernetzung von Jugendpolitik und Kirche und fordert bessere Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Weitere Informationen: www.bdkj-speyer.de | Facebook.de/BDKJ_Speyer | u28.bdkj-speyer.de

Text und Foto: BDKJ Speyer 

19.01.2016


Kirchenpräsident wirbt für Zusammenhalt in der Gesellschaft

Aktuelle Ereignisse und Reformationsjubiläum im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs

Speyer-  Angesichts der jüngsten Anschläge und gewalttätigen Übergriffe hat der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft geworben. Beim Neujahrsempfang im Landeskirchenrat am Donnerstag betonte Schad, dass in einer Demokratie versöhnte Vielfalt als Reichtum und als Ergänzung nicht nur des sozialen Friedens zu verstehen sei. Mit Blick auf die Not von Millionen Menschen weltweit und die durch die Flüchtlingsströme ausgelösten gesellschaftlichen Herausforderungen appellierte der Kirchenpräsident an die Christen, sich nachhaltig zu Humanität und Nächstenliebe zu bekennen. „Zeigen wir ganz praktisch, dass auch bei hohen Zahlen von Flüchtlingen und bei divergierenden religiösen und kulturellen Hintergründen Integration gelingen kann“, sagte Schad.

Kritisch betrachtete Schad in seiner Ansprache das Eingreifen deutscher Tornado-Flugzeuge in den syrischen Bürgerkrieg: Es sei fraglich, ob damit dem Terror Einhalt geboten oder nur weitere Gewalt herausgefordert werde. „Aber ich vertraue darauf, dass Gottes Gnade, die allen Menschen erschienen ist, nicht folgenlos bleibt. Sie überlässt uns nicht uns selbst. Sie findet sich nicht damit ab, dass die Welt aus den Fugen gerät.“ In diesem Zusammenhang dankte Kirchenpräsident Schad den vielen Ehrenamtlichen, die mit ihrem Einsatz dem Land ein menschliches Antlitz und humanitäre Würde geben. Sein Respekt gelte auch den Mitarbeitern der kommunalen und staatlichen Verwaltungen, der Hilfsorganisationen und der Polizei, die mit viel Anteilnahme ihren Dienst täten, sagte Schad. Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus in der Gesellschaft erteilte der Kirchenpräsident eine deutliche Absage: Diese heizten nur Ängste an und sabotierten das Mitgefühl, anstatt es zu stärken. „Mit Christentum hat das jedenfalls nichts zu tun“, erklärte Schad.

Als weiteren Schwerpunkt seiner Ansprache stellte der Kirchenpräsident auch das diesjährige Thema der Reformationsdekade: „Reformation und die Eine Welt“ ins Zentrum. „Über 400 Millionen Menschen weltweit verbinden ihren Glauben mit der Reformation. Als evangelische Christinnen und Christen sind wir Teil der einen weltweiten Kirche Jesu Christi“, sagte Kirchenpräsident Schad vor rund hundert Gästen aus Kirche, Kultur, Politik und Wissenschaft, unter ihnen auch der rheinland-pfälzische Justizminister Gerhard Robbers, der zugleich Beauftragter der Landesregierung für das Reformationsjubiläum ist. Kirche und Politik seien gleichermaßen herausgefordert, das reformatorische Erbe zu vergegenwärtigen, sagte Schad.

Im Jahr 2016 ist die Evangelische Kirche der Pfalz mit vielen Projekten und Veranstaltungen zum Thema „Reformation und die Eine Welt“ beteiligt. Unter anderem wird die landeskirchliche Bibliothek und Medienzentrale den Blick auf das Thema „Die Reformation in Europa – Ausbreitung, Verfolgung, Etablierung“ lenken. Dazu hält die Kirchenhistorikerin und Direktorin des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte in Mainz, Professorin Irene Dingel, am 8. März um 19 Uhr einen Vortrag. Zu einem Empfang für in der Eine-Welt-Arbeit engagierte Haupt- und Ehrenamtliche lädt Kirchenpräsident Schad am 8. Juli um 18 Uhr in die Friedenskirche Ludwigshafen ein. Der ehemalige Synodalsenior der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien, Kirchenpräsident Joel Ruml, steht 2016 als internationaler Gast Gemeinden und Gruppen für Vorträge, Gespräche und Gottesdienste zur Verfügung. lk

14.01.2016


„Gemischtes Doppel“ in der Polizeiseelsorge

Amtseinführung von Pfarrerin Anne Henning und Gemeindereferent Patrick Stöbener

Frankenthal- Ein sehr ansprechend gestalteter Gottesdienst und ein geselliger Neujahrsempfang des ökumenischen Polizeiseelsorgebeirates bildeten am 13. Januar in Frankenthal den äußeren Rahmen für die Einführung des katholischen Gemeindereferenten Patrick Stöbener und der evangelischen Pfarrerin Anne Henning als neue Polizeiseelsorger im Bistum Speyer und der Evangelischen Kirche der Pfalz.

In der überwiegend mit Polizeibeamten gut gefüllten St. Jakobuskirche – sie ist Teil des Ökumenischen Gemeindezentrums Pilgerpfad – bezeichnete Susanne Laun, Abteilungsleiterin für besondere Seelsorgebereiche im Bischöflichen Ordinariat Speyer, die Zusammenarbeit der Konfessionen in der Polizeiseelsorge als eine Selbstverständlichkeit. Gerade die Vielfalt der liturgischen Sprache mache den Reichtum von Ökumene aus. Laun verwies auf den an Pfingsten 2015 verabschiedeten Leitfaden, mit dem für das ökumenische Miteinander Zeichen gesetzt worden seien. „Dieser Weg ist nicht mehr umkehrbar und eine bleibende Herausforderung für die nächsten Jahre.“ Die Beweislast liege nun auf Seiten derer, die der Ökumene skeptisch gegenüberstünden.

Oberkirchenrat Gottfried Müller bezog sich auf den zum Unwort des Jahres gewählten Begriff „Gutmensch“, häufig als Bezeichnung für die in der Flüchtlingshilfe ehrenamtlich Tätigen gewählt. Es sei ein großes Missverständnis, anzunehmen, dass dieses Wort dem biblischen Menschenbild entspreche. „Die Bibel spricht eine andere Sprache“, sagte Müller. Der jüngste Terroranschlag auf deutsche Touristen in Istanbul zeige die Präsenz des Bösen in der Welt. Eindeutig bekannte sich der Oberkirchenrat zum Gewaltenmonopol. „Nur der Staat darf Gewalt einsetzen und ausüben.“ Die Kirche sehe es als ihre Aufgabe an, die Polizeibeamten in ihrem schweren Dienst zu begleiten. Daher sei er glücklich, dass aus der lange Zeit ehrenamtlichen Funktion des Polizeiseelsorgers nun eine Planstelle geworden sei, hob Gottfried Müller hervor.

Als „gemischtes Doppel“ wurden die beiden Neuen vorgestellt und auf ihr verantwortungsvolles Amt verpflichtet. Pfarrerin Anne Henning (Jahrgang 1970) stammt aus Ludwigshafen und war zwölf Jahre evangelische Oberpfarrerin bei der Bundespolizei in St. Augustin bei Bonn. Seit Dezember leitet die Theologin – sie ist verheiratet und hat zwei Kinder – das neu geschaffene Pfarramt für Polizei- und Notfallseelsorge.

Ihr katholischer Amtskollege, der 46-jährige Gemeindereferent Patrick Stöbener, steht seit 1993 im Dienst der Diözese Speyer, war beim Bischöflichen Ordinariat für religiöse Bildung zuständig und bekleidete von 2004 bis 2009 das Amt des BDKJ-Diözesanvorsitzenden. In seiner Heimatgemeinde Hauenstein ist er bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Seine neue Stelle als Polizeiseelsorger trat er am 1. September 2015 an.

Als thematischen Einstieg für ihre gemeinsame Predigt wählten Henning und Stöbener den Film „Das Beste kommt zum Schluss.“ Der Grundgedanke der „Schicksalsgemeinschaft“ sei eng mit ihrer Arbeit als Polizeiseelsorger verbunden. Oft seien Ängste zu überwinden, jeder müsse sich auf den anderen verlassen können. „Wir sind Weggefährten geworden mit guter Diagnose, bei uns stimmt die Chemie“, betonten sie.

Den Polizeibeamten sprachen die beiden Seelsorger Mut zu, auch in schwierigen Zeiten eine positive Lebenshaltung zu bewahren und die Wut einfach herunterzuschlucken. „Gott ist Sonne und Schild“ zitierten sie aus dem Psalm 84. Das Leben könne auch trostlose Zeiten haben, etwa bei belastenden Einsätzen oder der Begegnung mit Elend und Not. „Wir wollen Ihnen zur Seite stehen und helfen, den Quellgrund des Lebens zu entdecken“, versicherten die Seelsorger und verwiesen auf ihre Angebote, die sich nicht in Gottesdiensten, Konzerten oder Wallfahrten erschöpften. Anne Henning und Patrick Stöbener wollen auch den Blick auf Meditationen und Praktiken für den Alltag lenken und die Aufmerksamkeit für all das wecken „was gut tut.“

Musikalisch bereichert wurde der ökumenische Gottesdienst von einem Bläserquintett des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz, das unter Leitung von Bernd Schneider Werke von Ference Farkas, Franz Danzi, Gioachino Rossini und Joseph Haydn spielte.     Text: Alois Ecker/ Foto: Bernhard Christian Erfort

14.01.2016


Ehemaliges Bistumshaus St. Ludwig

Bistum entscheidet sich für „Diringer & Scheidel“ als Investor

Speyer- Das Bistum Speyer hat sich für die „Diringer & Scheidel Wohn- und Gewerbebau GmbH“ als Investor für die Nachnutzung des ehemaligen Bistumshauses St. Ludwig in Speyer entschieden. Dem Beschluss war ein Planungs- und Investorenwettbewerb vorausgegangen, bei dem aus neun Konzepten zwei Favoriten ermittelt wurden. Die anschließenden Verhandlungen des Bistums mit beiden Interessenten haben jetzt zum Zuschlag für das Mannheimer Unternehmen geführt.

Die „Diringer & Scheidel Wohn- und Gewerbebau GmbH“ möchte auf dem rund 7.000 Quadratmeter großen Areal zwischen Korngasse, Johannesstraße und Großer Greifengasse einen Entwurf des Stuttgarter und Mannheimer Architekturbüros „Blocher Blocher Partners“ realisieren. Er sieht ein gemeinschaftliches Wohnen für mehrere Generationen vor. Herzstück des Entwurfs sind rund 40 barrierefreie und altersgerechte Wohnungen für Seniorinnen und Senioren. Die ursprüngliche Idee eines Pflegeheims wurde zwischenzeitlich aufgegeben. Hinzu kommen rund 50 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe, auch für Familien, und mehrere gemeinschaftlich genutzte Räume. Der ehemalige Kirchenraum soll künftig als Versammlungsraum dienen, verbunden mit einer gastronomischen Nutzung. In einer Tiefgarage unter dem Gebäude sind PKW-Stellplätze für die Bewohner eingeplant.

Aus Sicht des Bistums Speyer überzeugte an dem Konzept von „Diringer & Scheidel“ vor allem, dass ältere Menschen die Möglichkeit erhalten, weiterhin im Zentrum der Stadt Speyer zu wohnen und damit kurze Wege zu Geschäften und Veranstaltungen haben. Die Teilhabe älterer Menschen am Leben in der Stadt wird dadurch deutlich verbessert. Der Bedarf an barrierefreien und altersgerechten Wohnungen in der Speyerer Innenstadt war mehrfach festgestellt worden. Positiv wurde die gelungene Einbindung des ehemaligen Kreuzgangs im Innenhof als architektonischer Hinweis auf die kirchliche Tradition des Ortes bewertet. Der Erhalt der Optik der Außenfassaden und die durchgängig dreigeschossige Bauweise sorgen aus Sicht des Bistums für ein stimmiges Gesamtbild und fügen das Gebäude harmonisch in das bauliche Umfeld ein. Weitere Pluspunkte wurden in der Wiederherstellung des früheren Haupteingangs zur Großen Greifengasse sowie in der Schaffung eines Durchgangs für Fußgänger von der Korngasse über das Wormser Gässchen hin zur Johannesstraße und zur Großen Greifengasse gesehen. Geplant ist, dass der Investor das Projekt demnächst im Bauausschuss und im Stadtrat vorstellen wird. Text und Foto: is

13.01.2016


Auftakt der Schülertage im Bistum Speyer

Domdekan Dr. Christoph Kohl zeigt den Schükerinnen und Schülern die Taufkapelle im DomEine Woche lang informieren sich über 400 Schülerinnen und Schüler aus 14 Schulen über „ihre Diözese“

Speyer- „Meine Diözese“ – unter diesem Motto starteten heute die Schülertage im Bistum Speyer. Rund 110 Schülerinnen und Schüler des Edith-Stein Gymnasiums Speyer, des BBS Wirtschaftsgymnasiums und des Carl-Bosch-Gymnasiums aus Ludwigshafen waren die Ersten, die die Chance nutzten, mehr über das Bistum Speyer zu erfahren.

Ein erster Programmpunkt: die Begegnung mit dem Dom. Unter der fachkundigen Führung von Schulrat Thomas Mann, Domkapitular Franz Vogelgesang, dem stellvertretenden Domorganisten Christoph Keggenhoff, Domdekan Christoph Kohl und Bastian Hoffmann vom Dom-Besuchermanagement, lernten die Jugendlichen unter anderem die Krypta, die Orgel, die Katharinenkapelle und die Sakristei mit dem Codex Aureus kennen.

Im Festsaal des Diakonissenstift Mutterhauses präsentierte anschließend Pressesprecher Markus Herr Informationen über die Diözese. Mitarbeiter der Caritas gaben einen Einblick in die Arbeit ihres Verbandes und stellten stellvertretend für das breitgefächerte Beratungs- und Hilfsangebot der Caritas den Bereich Young Caritas sowie die Schwangerschafts- und Suchtberatung vor.

Am Nachmittag hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, jeweils an zwei Workshops ihrer Wahl teilzunehmen. Das Angebot reichte von der Recherche im Bistumsarchiv, einem Gespräch mit Gefängnisseelsorge Johannes Finck zum Thema „Wie spreche ich mit einem Mörder, Workshops zum Thema Ökumene und Berufung bis hin zu Informationen über die Möglichkeiten eines Freiwilligendienstes.

Workshop zum Thema FreiwilligendiensteAuf großes Interesse stieß der zum ersten Mal angebotene Workshop zur Frage „Wie ist ein gutes Leben für alle Menschen auf der Welt möglich?“ unter der Leitung von Christoph Fuhrbach, Referent für Weltkirche. Neben einer kurzen Darstellung von Informationen und Fakten zum Verbrauch von Ressourcen auf der Erde, ging es dabei vor allem um Ideen, was jeder einzelne tun kann, um seinen Lebensstil nachhaltig zu verändern und den ökologischen und sozialen Fußabdruck zu verringern. Konzentriert und engagiert trugen die Schülerinnen und Schüler Vorschläge zusammen – von der verstärkten Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, der Müllvermeidung, dem Energie sparen oder dem Kauf regionaler und fairer Produkte bis zum Konsumverzicht. „Es war sehr interessant die Fakten zu hören und der Workshop hat das Bewusstsein dafür gestärkt, dass jeder etwas zur Veränderung beitragen kann“, bewertete die 17-jährige Jennifer, Schülerin des Edith-Stein Gymnasiums, das Angebot und auch ihre 18-jährigen Mitschülerin Karla fand die vielen Ideen „was man konkret machen kann“ gut. Dem stimmte auch Till, 17 Jahre und Schüler des Carl-Bosch-Gymnasiums zu: „Der Workshop hat gezeigt, dass man ein paar Dinge umsetzen kann und dass wir nicht einfach so weiterleben können wie bisher.“  

Bischof Wiesemann bei der Diskussion mit den Schülerinnen und SchülernZum Abschluss des Tages stellte sich Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann den Fragen der Jugendlichen und stand ihnen auch zu kontroversen Themen wie die Haltung der Kirche zur Homosexualität und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften oder zum Thema Scheidung und Priesteramt für Frauen in der katholischen Kirche Rede und Antwort. „Es gibt keinen anderen Weg, als wieder mehr über unseren Glauben zu reden“, ermunterte der Bischof die Schülerinnen und Schüler bei der Frage, wie man der Entwicklung gegensteuern könne, dass immer mehr Menschen die Kirche verlassen. „Unsere Aufgabe besteht darin, dass wir zeigen, dass der Glaube für das Leben eine positive Qualität hat.“ Und zur Frage, wie man Menschen begegnen kann, die eine schwere Schuld auf sich geladen haben, gab Bischof Wiesemann am Ende des Gesprächs den Jugendlichen mit auf den Weg: „Barmherzigkeit bedeutet die grundlegende Bereitschaft, dem Menschen eine zweite Chance zu geben.“

Die Schülertage finden in diesem Jahr zum vierten Mal statt. Über 400 Schülerinnen und Schüler aus 14 Schulen nehmen bis zum 15. Januar daran teil. „Der Tag hat mir gezeigt, dass Kirche weltoffener ist als ich gedacht hat“, zog der 17-jährige Hannes, Schüler des Carl-Bosch-Gymnasiums, am ersten Tag sein Fazit.

Teilnehmende Schulen:

Edith-Stein Gymnasium, Speyer (Montag)
BBS Wirtschaftsgymnasium, Ludwigshafen (Montag)
Carl-Bosch-Gymnasium, Ludwigshafen (Montag)

Wilhelm-v.-Humboldt-Gymnasium, Ludwigshafen (Dienstag)
IGS Bertha v. Suttner, Kaiserslautern (Dienstag)
Hannah-Arendt-Gymnasium, Haßloch (Dienstag)

Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium, Neustadt (Mittwoch)
IGS Am Nanstein, Landstuhl (Mittwoch)
Goethe-Gymnasium, Germersheim; (Mittwoch)

Lise-Meitner-Gymnasium, Maxdorf; (Donnerstag)
Bettina von Arnim IGS, Otterberg (Donnerstag)
Maria-Ward-Schule, Landau (Donnerstag)

Karolinen-Gymnasium, Frankenthal (Freitag)
Albert-Einstein-Gymnasium, Frankenthal (Freitag)

Ansprechpartnerin:
Dr. Irina Kreusch, Schulrätin i.K.
Hauptabteilung Schulen, Hochschulen, Bildung
Bischöfliches Ordinariat Speyer
Große Pfaffengasse 13
Tel. 0 62 32/ 102-217
Mail: irina.kreusch@bistum-speyer.de

Informationen zu den Schülertagen findet man unter:
www.bistum-speyer.de/Erziehung-Schule-Bildung/Religionsunterricht/Schuelertage

Text: is; Fotos Klaus Landry

12.01.2016


Pfarrer i.R. Hans Seiler verstorben

Speyer-  Am 10. Januar ist Pfarrer im Ruhestand Hans Seiler im Alter von 70 Jahren verstorben.
Der gebürtige Speyerer wurde 1973 zum Priester geweiht. Er wirkte als Kaplan in Neustadt St. Marien und in Ludwigshafen St. Sebastian. Im September 1979 wechselte er als Pfarrer nach Heßheim. Pfarrer Seiler war seit September 2002 im Ruhestand.

Die Beisetzung des Verstorbenen findet am Donnerstag, 14. Januar, um 14 Uhr auf dem Hauptfriedhof in Speyer statt. Anschließend wird in der Kirche St. Otto in Speyer das Requiem gefeiert. is

12.01.2016


Auf der Suche nach dem „Frieden in den eigenen Herzen“

Gründung der neuen Dompfarrei „Pax Christi“ will „Orte der Ruhe“ schaffen 

cr. Speyer- Mit der Verlesung der Urkunden über die Auflösung der bisherigen Speyerer katholischen Pfarrgemeinden „Mariä Himmelfahrt“ - der „alten“ Dompfarrei, den Gemeinden „St. Joseph“ im Herzen der Stadt, „St. Konrad“ in Speyer-Nord sowie „St. Otto“ und „St. Hedwig“ im Stadtteil Speyer-West durch den Speyerer Weihbischof Otto Georgens ging heute im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes in der Kirche St. Joseph eine mehr als ein Jahrhundert währende Ära Speyerer Kirchen- und Stadtgeschichte zu Ende. Gleichzeitig damit wurde mit der offiziellen Deklaration der neuen Dompfarrei „Pax Christi“, in der sich künftig alle Katholiken im Stadtgebiet von Speyer vereinigt finden sollen, heute früh auch der bereits seit dem 1. Januar 2016 rechtsförmlich gültige Akt der Zusammenführung aller Speyerer Pfarreien nun auch liturgisch bestätigt.  

Grund genug, dass der zukünftige Leiter der neuen Großpfarrei, Dompfarrer und Domkapitular Matthias Bender neben den in großer Zahl aus allen bisherigen Speyerer Kirchengemeinden zusammengekommenen Pfarrkindern auch zahlreiche Ehrengäste in der doppeltürmigen Kirche in der Gilgenstraße begrüßen konnte, an ihrer Spitze Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Bürgermeisterin Monika Kabs sowie als Vertreter der Evangelischen Christen in der Stadt, Dekan Markus Jäckle. Im Verlaufe des Gottesdienstes ließ es sich dann auch der emeritierte Speyerer Bischof Dr. Anton Schlembach nicht nehmen, aus seinem Altersruhesitz im benachbarten St. Marthaheim in die „St. Josephs-Kirche“ herüberzukommen.  

Dort hatte es Dompfarrer Matthias Bender übernommen, der Gemeinde Verse aus dem Lukas-Evangelium auszulegen, die sich mit dem an diesem Tage auf der Festtagsagenda stehenden Fest der „Taufe Christi“ unter einem „weit geöffneten Himmel“ auseinandersetzen. „Gott selbst schaut auch heute mit Wohlgefallen auf uns“, betonte Pfarrer Bender dabei. „Und unter seinem wohlwollenden Blick wollen wir heute auch unser Abenteuer mit der neuen Pfarrei „Pax Christi“ beginnen“.  

Denn Jesus selbst stelle sich an diesem Tag in die Mitte der Gläubigen und zugleich in die Reihe all jener, die wüssten, dass sich auch in unserem Leben etwas ändern müsse. „Denn wir Christen können nicht allein gut zueinander sein und Gutes füreinander tun, sondern wir können ebenso auch furchtbare Kriege gegeneinander führen und Menschen in die Flucht treiben - ganz so, wie wir es gerade in diesen Wochen in vielen Regionen der Welt erleben müssen“, so der Geistliche.  

Jesus selbst stelle sich deshalb gerade in solchen Situationen in die Mitte der Menschen, um mit ihnen gemeinsam Antworten auf die Frage zu suchen, was Kirche heute eigentlich ausmache und was sie bewegen könne: „Sind es allein die Gottesdienste oder sind es auch die Orte, an denen wir Gemeinschaft miteinander leben können?“

Nein, das Geheimnis von Kirche sei auch heute Jesus selbst, unterstrich der Dompfarrer, der daran erinnerte, dass nach dem Zweiten Weltkrieg in der neu errichteten Friedenskirche St. Bernhard als erstes eine „Pax-Christi-Kapelle“ errichtet worden sei, die der Förderung der Freundschaft und des Friedens zwischen Deutschen und Franzosen, danach auch dem Frieden mit Polen und inzwischen durch das „Interreligiöse Forum“ der Überwindung aller religiösen und ethnischen Grenzen dienen solle. Dazu aber sei es nicht nur notwendig, um Frieden in der Welt bemüht zu sein – zuvor müsse „Friede in unsere Herzen herrschen“, so Pfarrer Bender. 

Viele Menschen empfänden heute Zweifel am Sinn ihres Lebens und würden deshalb zunehmend in Depressionen verfallen, fuhr der Prediger fort. Kirche müsse deshalb Orte und Gelegenheiten schaffen, wo die Menschen zur Ruhe kommen und „Frieden in ihrem Herzen“ finden könnten. „Pax Christi“ meine deshalb auch „Friede mit Gott“, so der Dompfarrer. Diesen Frieden aber könnten sich die Menschen nur gegenseitig schenken, so wie einst die Engel bei der Geburt Christi den Frieden verkündeten. „Machen wir uns also mutig an diese Aufgabe“, rief der Pfarrer der neuen Gemeinde „Pax Christi“ seinen Gemeindemitgliedern zu - „der Himmel ist weit geöffnet – der Friede mit Gott ist da! - Möge dieser Friede Christi der ganzen Stadt Speyer und der Welt auch weiterhin zum Heil gedeihen!“. 

Mit einem sich durch die Ablösung von fünf Puzzleteilen Schritt für Schritt zu einer Einheit formenden Kreis wurde schließlich symbolhaft das Wesen der neuen Großgemeinde deutlich, von der in den anschließenden Fürbitten die Hoffnung verbalisiert wurde, dass auch diejenigen Gemeindemitglieder in der neuen Gemeindeform Erfüllung finden mögen, die den Veränderungen heute noch skeptisch gegenüberstünden. Foto: gc

10.01.2016


Aus fünf mach eins - Gründungsveranstaltung mit Festgottesdienst in St. Joseph

Speyerer Katholiken starten als Stadtpfarrei „Pax Christi“ neuen gemeinsamen Glaubensweg

cr. Speyer. Zwar rein formal bereits seit dem Neujahrstag, dem 01. Januar 2016, rechtsgültig, beginnt auch für die Katholiken in Speyer wie im gesamten Wirkungsgebiet des Bistums am kommenden Sonntag, dem 10. Januar 2016, mit festlichen Gottesdiensten – in Speyer um 10.30 Uhr in der Kirche St. Joseph - eine neue Zeitrechnung: Dann nämlich wird die in den zurückliegenden drei Jahren unter Mitwirkung der unterschiedlichen haupt- und ehrenamtlichen Ebenen der Diözese erarbeitete Pastoralreform Wirklichkeit – dann wird die Zahl der eigenständigen Kirchengemeinden im Bistum Speyer von bisher 316 auf dann nur noch 70 reduziert werden.  

Für die Katholiken in der Domstadt Speyer selbst bedeutet dies, dass die bisher fünf eigenständigen Pfarrgemeinden – die Dompfarrei, die Pfarrei St. Joseph sowie die Pfarreien St. Konrad in Speyer-Nord und St. Hedwig und St. Otto in Speyer-West künftig unter dem gemeinsamen Dach der neuen Dompfarrei „Pax Christi“ geführt und geistlich betreut werden.  

Bei einem Pressegespräch im Gemeindezentrum „Ägidienhaus“ im Schatten der Kirche St. Joseph erläuterte jetzt der Leiter der neu gegründeten Pfarrei „Pax Christi“ zu Speyer, Dompfarrer und Domkapitular Matthias Bender, gemeinsam mit seinem Stellvertreter in der Leitung der neuen Pfarrei und Trägervertreter der katholischen Kindertageseinrichtungen, Diakon Paul Nowicki, sowie zusammen mit dem Vorsitzenden des gerade erst neu gewählten Pfarreirates, Bernhard Kaas, und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Verwaltungsrates, Hubert Kapp, die sich aus dieser Umstrukturierung ergebenden Neuerungen: Dazu nannte er vor allem das neu gegründete Pastoralteam aus sieben hauptamtlichen theologischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - zunächst noch unterstützt durch die emeritierten Priester Pfarrer Bernhard Linvers, Pfarrer Wetzel und Pfarrer Sonntag, denen künftig ein in den bisherigen Räumen des Dompfarramtes am Edith-Stein-Platz 6 untergebrachtes zentrales Pfarrbüro unterstützend zur Seite stehen wird. Doch auch an den Standorten der bisherigen fünf Pfarrgemeinden werden auch zukünftig zeitweise geöffnete Pfarrbüros bestehen bleiben, um so zumindest ansatzweise die bisherigen Verwaltungs- und Betreuungsstrukturen aufrecht zu erhalten. 

Für die Gemeindemitglieder auch künftig besonders wichtig: Die Gottesdienstordnung der neuen Pfarrei „Pax Christi“ mit ihren regelmäßig zu versorgenden fünf Kirchen. Neben den regelmäßigen Gottesdiensten im Speyerer Dom wird es deshalb auch in St. Joseph an den Wochenenden „verlässliche Gottesdienste“ geben, so Dompfarrer Bender. Daneben werden aber auch in den Kirchen St. Konrad und St. Hedwig nach einem Terminplan, der sich von den Beginnzeiten her in den kommenden zwei Jahren anhand der Bedürfnisse und Wünsche der Gläubigen noch klarer strukturieren muss, Sonntagsgottesdienste abgehalten. Lediglich bei St. Otto steht schon heute fest: Hier sollen die bewährten und beliebten Vorabend-Gottesdienste auch weiterhin fester Bestandteil der allwöchentlichen Agenda sein. Eine ganz besondere Funktion schließlich soll künftig der Kirche St. Hedwig zukommen: Hier sollen nämlich neue Gottesdienstformen erprobt und auf ihre Umsetzbarkeit im Alltag hin „getestet“ werden. 

Große Herausforderungen insbesondere für die theologischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden aber wohl auch zukünftig Festtage wie Ostern oder Weihnachten sein, an denen alle Teile der neuen Gemeinde ihre Wünsche nach einer entsprechenden Versorgung mit Gottesdiensten und Feiern anmelden werden. „An Heilig Abend oder in der Osternacht herrscht in allen Kirchen großer Andrang“, so Dompfarrer Bender, der darauf hofft, schon für das Osterfest 2016 in wenigen Wochen ein Konzept präsentieren zu können, das den Wünschen möglichst aller Gemeindemitglieder gerecht wird.  

Um hier möglichst rasch mehr Klarheit zu erlangen, wollen sich am letzten Wochenende im Januar die neu gewählten Pfarreiräte zu einer Klausur-Tagung in „Maria Rosenberg“ treffen, um diese und andere noch offene Fragen zu besprechen.

„Gerade wir Ehrenamtliche erleben diese Umstrukturierung als Ermutigung und als eine echte Chance, neue Potentiale in unserer Gemeinde zu erschließen“, zeigten sich auch die „Ehrenamtler“ aus dem Kreis der Führungsebene der Speyerer Katholiken, Bernhard Kaas und Hubert Kapp, von der Zukunftsfähigkeit des neuen Pastoralkonzeptes überzeugt.  

Festgottesdienst mit Gründungsakt am kommenden Sonntag in St. Joseph 

Der eigentliche Gründungsakt für die neue Pfarrei „Pax Christi“ wird aber schon am kommenden Sonntag, dem 10. Januar 2016, um 10.30 Uhr mit einem vom Speyerer Weihbischof, Domprobst Otto Georgens, geleiteten Festgottesdienst in der Kirche St. Joseph stattfinden, zu der nicht nur alle Katholiken aus der Stadt Speyer eingeladen sind. Die Predigt dabei wird Dompfarrer Matthias Bender halten – die musikalische Gestaltung übernehmen die verschiedenen Chöre der bisherigen fünf Pfarreien. 

Wie Dompfarrer Bender bei dieser Gelegenheit abschließend einmal mehr unterstrich, solle der neue Pfarrei-Name „Pax Christi“ die innere Haltung verdeutlichen, mit der die Katholiken in der Stadt „als Christen in Speyer“ wirken wollten - „für Frieden in den Herzen und für Frieden in der Welt“. 

„Nomen est omen“ also – ein Name, der ganz im Sinne von Papst Franziskus für ein ganzes, künftiges Programm stehen soll. Foto: gc 

08.01.2016


Vertrauen auf die Gottesmutter Maria

Pontifikalamt Jahresschluss 4: Bischof Karl-Heinz Wiesemann bei der Predigt. Pontifikalamt Jahresschluss 4: Bischof Karl-Heinz Wiesemann bei der Predigt.

Bischof Wiesemann zelebriert Pontifikalamt zum Jahresabschluss im Speyerer Dom

Speyer-  Mit Vertrauen auf Gott, Jesus und Maria ins neue Jahr: Diesem Gedanken folgte das Pontifikalamt zum Jahresschluss. Der besinnliche Gottesdienst am Silvester-Nachmittag, den Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am Hochaltar zelebrierte, zog wieder hunderte Gläubige in den Speyerer Dom, dessen Sitzplätze nicht ausreichten. Der Bischof stellte Maria, Gottesmutter und Patronin des Doms, in den Mittelpunkt.

"Wir haben sehr viel erlebt auf der weltweiten Bühne", sagte der Bischof zum aufwühlenden Jahr 2015 und fügte bei der Begrüßung hinzu: "Gott ist das Leben, die Kraft des Lebens." Der Herr gehe die Wege gemeinsam mit den Menschen, betonte Wiesemann, "er trägt uns ins kommende Jahr. Wir bitten um sein Erbarmen."

In seiner Predigt blickte der Bischof zurück auf die Ereignisse, die in den letzten zwölf Monaten bewegt und erschüttert haben: den tragischen Flugzeugabsturz der Germanwings-Maschine, bei dem im Frühjahr in den französischen Alpen über 150 Menschen starben, die Terroranschläge von Paris oder die Flüchtlingsströme. Ebenso ging er auf kirchliche Höhepunkte ein wie die Weltbischofssynode oder das vor kurzem ausgerufene "Heilige Jahr der Barmherzigkeit". Wiesemann sah nach vorn, auf die große pastorale Reform im Bistum mit dem Neuzuschnitt der Pfarreien, die seinen Worten zufolge in die Geschichte der Diözese eingehen wird. "Hier kommt es letztlich auf die Menschen an", die den Prozess gestalten, betonte er und dankte allen Haupt- und Ehrenamtlichen, "die sich mit großem Einsatz engagieren".

"Ich will es dabei belassen", erklärte Bischof Wiesemann, nachdem er diese Streiflichter gesetzt hatte. Er wolle etwas Schlichtes tun, sagte er, und "all das, was uns am Ende dieses Jahres bewegt, der Gottesmutter Maria anvertrauen". Er huldigte der Namenspatronin des Speyerer Doms, die selbst keine Frau der großen Worte war, sondern Gottes Wort Raum gab und durch ihre Taten überzeugte. "Maria führt uns zum ewigen Schoß des Vaters", führte Wiesemann aus. Sie weise den Weg zum Herzen, verbinde Kopf und Bauch. Glauben könne man nicht allein mit dem Verstand ergründen – wie auch andere, weltliche Dinge. "Wo kommen wir zur Ruhe?", fragte er vor dem Hintergrund der Nachrichtenflut, die tagtäglich und in hohem Tempo auf die Menschen einprasselt. Wie können wir das verdauen? Wo kommen hier Kopf und Herz zusammen?
"Salve Regina, sei gegrüßt o Königin! Wende deine barmherzigen Augen uns zu", rief der Bischof der Muttergottes zu, ehe das Credo folgte.

Pontifikalamt Jahresschluss 3: Mädchenchor am Dom, die Domsingknaben, Domchor und Dombläser.Die Fürbitten galten der Diözese, der Kirche und der Welt. Die Gebete bezogen sich sowohl auf die, die neu in die katholische Gemeinschaft aufgenommen wurden, als auch jene, die die Verbindung zur Kirche gelöst haben. Sie richteten sich auf den Glauben, die Hoffnung und Liebe, galten einsamen, verbitterten und vereinsamten, versehrten Menschen, Verstorbenen sowie Politikern, verbunden mit der Hoffnung, dass die Verantwortlichen Einsicht und Tatkraft erlangen, damit alle in Frieden und Freiheit leben können. Sie richteten sich an Gott mit der Bitte um Schutz, Einsicht und den Mut zur Veränderung.

Die musikalische Gestaltung war ein wahrer Hörgenuss. Er sangen der Mädchenchor am Dom, die Domsingknaben sowie der Domchor. Es spielten Domorganist Markus Eichenlaub und die Dombläser. Die musikalische Leitung hatten Domkapellmeister Markus Melchiori und Domkantor Joachim Weller inne. Es erklangen unter anderem die Missa brevis in B von Christopher Tambling und das Tantum ergo B-Dur von Anton Bruckner.

Text und Fotos: Yvette Wagner

01.01.2016


An der Jahreswende die Hoffnung auf Wandel feiern

Kirchenpräsident Schad: Gott eröffnet auch in Situationen des Leids einen neuen Weg

Landau / Speyer- Bei jeder Jahreswende wird nach Auffassung des pfälzischen Kirchenpräsidenten Christian Schad die Hoffnung auf Wandel gefeiert. Menschen, die die Kraft der Verwandlung spürten, machten sich zu neuen Ufern auf und bemerkten, wozu sie bestimmt seien, „zu Menschen mit aufrechtem Gang, zu freien Geschöpfen unter dem Himmel“, sagte Schad im Gottesdienst am Silvesterabend in der Landauer Stiftskirche.

Zwar kenne die Hoffnung auf Wandel auch den Zweifel und die Angst, dies dürfe aber keinen daran hindern, auf das Gestern fixiert zu bleiben, erklärte Schad. Ängste ernst zu nehmen, bedeute nicht, ihnen nachzugeben, „denn aus ihnen wächst nichts Gutes“. Es dürfe keinen Zweifel geben, dass jegliche Form von Menschenfeindlichkeit inakzeptabel sei „und ganz bestimmt unvereinbar ist mit dem christlichen Glauben“. Gerade, wer vom „Abendland“ spreche, müsse sich seiner jüdisch-christlichen Wurzeln bewusst sein.

Wie schwer es falle, an Gottes Begleitung zu glauben, zeigten nicht nur Kriege und Unglücke wie der tragische Flugzeugabsturz in den Alpen im zu Ende gehenden Jahr. Auch persönliche Erfahrungen von Krankheit und Sterben, Arbeitslosigkeit und Familienstreit ließen Menschen an Gottes Gegenwart zweifeln und verzweifeln, sagte der Kirchenpräsident. In diese Situationen des Leids hinein erinnere die Bibel daran, dass Gott sich nicht abwende, sondern da sei und einen neuen Weg eröffne. Gottes Gegenwart werde erlebbar „in einem entschiedenen Wort, in einem prägenden Bild, einer anrührenden Melodie, in einer liebevollen Geste, in unserem gemeinsamen Beten, zuweilen auch in unserem miteinander Schweigen“. Text und Foto: lk

31.12.2015


Kirche St.Ludwig: Initiativgruppe kämpft weiter gegen Profanierung

Ort der Ruhe und Stille in der Innenstadt

Von unserem Mitarbeiter Werner Schilling

Speyer-  Sie haben ihren Kampf gegen eine sich abzeichnende Profanierung der Kirche St.Ludwig  nicht aufgegeben.  Auch wenn nach dem Planungs- und Investorenwettbewerb alles danach aussieht, als solle das  Kirchengebäude in einen Veranstaltungsraum umgewandelt  werden, und das Bischöfliche Ordinariat sich bislang keinerlei  Gedanken  über eine Nutzung als Kasualien-Kirche gemacht zu haben scheint,  so sind viele  Speyerer  -  an deren Spitze der einstige Landrat  Dr. Paul Schädler und dessen Frau Helga,  Pfarrer i.R. Bernhard Linvers, Theologe und Pädagoge Klaus Pfeifer sowie Anna Altinger, Leiterin des Katholischen Frauenbundes in St.Joseph – fest entschlossen, sich weiterhin  für den Erhalt von St.Ludwig als Gotteshaus einzusetzen. Dass der wertvolle spätgotische Boßweiler-Altar bereits aus der Kirche herausgenommen wurde und jetzt an einem anderen Ort verwahrt wird, muss nicht zwangsläufig  die Entweihung des Gotteshauses nach sich ziehen.

Von neun zu dem Wettbewerb eingereichten Konzepten waren im  November  vier ausgezeichnet worden. Ausschlaggebend für die Preisvergabe waren die städtebauliche und die architektonische Qualität der Entwürfe. Hinzu kamen die Angemessenheit der Nachnutzung und ihre soziale und kulturelle Einbindung ins Stadtgefüge. Das Bistum Speyer führt  mit den zwei favorisierten Interessenten jetzt Gespräche zur Feinabstimmung. Danach entscheidet  die Bistumsleitung und kann der ausgewählte Investor einen Bauantrag an die Stadtverwaltung stellen.

Diesem Investor möchte die aus vielen Katholiken und auch einigen Protestanten bestehenden St.Ludwig-Initiativgruppe  ihr Konzept unterbreiten. „Das kennt er wahrscheinlich gar nicht“, meint  Pfarrer Linvers und weist darauf hin, dass sehr viele Speyerer den geplanten Verkauf nicht verstehen und ihr Veto  auch mit über 1600 Unterschriften bekundet hatten.  Linvers und die anderen Mitglieder der Führungsgruppe  werden nichts unversucht lassen, um die weitere Nutzung der Innenstadt-Kirche für Trauungen, Taufen und Bestattungen zu ermöglichen. Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Kirchenpräsident Christian Schad  könnten den von ihnen erarbeiteten „Ökumenischen Leitfaden“  auf diese Weise gemeinsam wirkungsvoll mit Taten füllen und dieser Kasualien-Kirche ihren Segen geben.  

Auch Oberbürgermeister Hansjörg Eger ist gut braten  dazu beizutragen, dass im ehemaligen Rosengarten der St.Ludwigskirche  in naher Zukunft Bestattungen erfolgen können.   Denn in einigen Städten wird verstärkt darüber nachgedacht, innerstädtisch Stätten der Ruhe und Stille einzurichten.  Ein Kirchhof St.Ludwig kann nach Überzeugung von Klaus Pfeifer  mit verhindern, dass sich noch mehr Speyerer im Friedwald Dudenhofen ihre Bestattungsmöglichkeit einkaufen.  Hierfür  muss freilich gesichert sein, dass in der Kirche St.Ludwig sakrale Gedenkfeiern abgehalten werden können.  Denkbar ist die Bildung eines Trägervereins. „An Geldgebern wird dies sicher nicht scheitern“, betonen Helga Schädler und Klaus Pfeifer. Foto: spk-Archiv

26.12.2015


„Freiheit kann nur durch Freiheit bewahrt werden“

Bischof Wiesemann nimmt in seiner Weihnachtspredigt Bezug auf die Terroranschläge in Paris und die weltweit 60 Millionen Flüchtlinge

Speyer-  Zahlreiche Gläubige besuchten die Weihnachtsgottesdienste im Bistum Speyer. Beim Pontifikalamt am ersten Weihnachtsfeiertag rief Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Gläubigen dazu auf, sich nicht von der Angst bestimmen zu lassen, sondern „Tag für Tag die Liebe zu wagen“. Dabei bezog er sich auch auf die Terroranschläge in Paris: „Sie zielten in den offenen, freiheitlichen Kern unserer Lebenswelt und wollten uns bewusst dort verunsichern, erschüttern, verletzen, wo unser Lebensnerv, unsere demokratischen Werte liegen.“ Er lenkte den Blick zugleich auf die mehr als 60 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind. „Viele von ihnen fliehen vor Terror und Krieg, aus lebensbedrohlichen und hoffnungslos erscheinenden Situationen. Sie kommen nicht selten unter unsäglichen Strapazen zu uns mit der Hoffnung, hier der Todesangst entfliehen und ein menschenwürdiges Leben führen zu können.“

Die Globalisierung sei immer mehr auch eine Globalisierung der Nöte, Ängste und Konflikte auf der Welt. „Keine noch so hohen Grenzzäune, Sicherheitsmaßnahmen und Schutzwälle können uns aus dieser weltweiten Schicksalsgemeinschaft herausnehmen. Wir müssen mit dem Fremden unser Leben teilen“, betonte Bischof Wiesemann.

In dieser Situation bedeute die Weihnachtsbotschaft, das Denken, Urteilen und Handeln nicht durch Angst entstellen zu lassen. „Freiheit kann nur durch Freiheit bewahrt werden, Menschlichkeit niemals durch Unmenschlichkeit erhalten bleiben“, warnte Bischof Wiesemann davor, dass die Angst vor Überfremdung das humanitäre Angesicht der Gesellschaft raubt. „Keine Bedrohung oder gar Verletzung unserer Sicherheit darf uns in unserer Liebe zur Freiheit und unserem Einsatz für die Unantastbarkeit der Menschenwürde eines jeden, wer und wie er auch sein mag, einschüchtern.“

Die Spiralen von Hass und Gewalt an vielen Orten der Welt zeigen aus Sicht des Bischofs: „Hass sät neuen Hass, Gewalt neue Gewalt, Misstrauen neues Misstrauen.“ Aus diesem Dilemma gebe es keinen anderen Weg als den der Menschlichkeit. „Wir brauchen Gott als Schöpfer und Grund des Lebens als letzten und entscheidenden Garanten für diesen Weg, damit wir ihn immer wieder neu wagen können.“ Die Angst sei ein wichtiges Warnsignal im Leben, aber als Ratgeber tauge sie nichts.

Der Zuspruch „Fürchtet euch nicht!“ durchziehe die Heilige Schrift wie ein roter Faden. „Gott weiß, welche zerstörerische Macht die Angst im Leben der Menschen haben kann.“ Verletzungen im Großen wie im Kleinen verleiteten immer wieder dazu, sich in das „Schneckenhaus der Angst, Enttäuschungen und Verwundungen“ zurückzuziehen, so der Bischof. „Und doch können wir in dieser Höhle höchstens überwintern, niemals aber die Frühlingsluft des Lebens, den Atem der Liebe spüren.“ Er sprach den Gläubigen Mut zu, sich neu hinauszuwagen und sich dem Leben auszusetzen: „Wir müssen das Leben miteinander teilen, Versöhnung wagen, Menschlichkeit bewahren, auch wenn wir Gefahr laufen, missverstanden und abgelehnt zu werden.“ Gott selbst nehme alle Verletzungen auf sich, damit „wir neu die Segel unseres Lebens setzen können und wir das Zutrauen gewinnen, die Gefährdungen des Lebens mit ihm meistern zu können.“

Christmette mit Weihbischof Otto Georgens

Am Heiligen Abend feierte Weihbischof Otto Georgens die Christmette mit den Gläubigen. In seiner Predigt rief er dazu auf, sich darauf zu besinnen, was Weihnachten wirklich bedeute. Viele Menschen fühlten sich durch das Fest unter Druck gesetzt, feierten Weihnachten nur, weil es im Kalender stehe und wünschten sich eher, dass ihnen das Fest erspart bliebe. Anderen, die gerade eine schlechte Diagnosen bekommen hätten, in einer Notlage steckten oder den Verlust eines Menschen beklagten, komme es so vor, als „werde Gott für alle Mensch - nur halt für sie nicht“.

Jesus sei aber in der Heiligen Nacht nicht Mensch geworden „um uns noch ein weiteres Päckchen an Erwartungen und Leistungsdruck aufzuladen“, so Georgens. Weihnachten bedeute vielmehr, dass Gott Achtung und Ehrfurcht vor dem oft mühevollen Lebensweg jedes Menschen habe. Weihnachten feiern heiße nicht das Glück, die Stimmung oder Festtagsfreude von außen zu erwarten, „sondern das Dunkel des Lebens mit dem Licht der Weihnacht zu beleuchten suchen - so zaghaft und klein die Flamme auch sein mag.“

Wer sich vor dem Kind in der Krippe klein mache, der beuge auch vor dem Wunder Mensch die Knie. „Den Menschen mit all seinen Schwächen, seinen Fehlern, seiner Schuld ernst zu nehmen, ihn zu lieben, wie er ist– und nicht wie er sein sollte: Das ist der wirkliche und wahre Gottesdienst an Weihnachten“, erklärte der Weihbischof. Weihnachten ändere die Verhältnisse: „Der große Gott wird klein, der kleine Mensch groß.“

Für die musikalische Gestaltung der Christmette sorgten unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori und Domkantor Joachim Weller Mitglieder des Domchores Speyer, Instrumentalisten des Domorchesters und Domorganist Markus Eichenlaub. Beim Pontifikalamt am ersten Weihnachtsfeiertag sangen und musizierten der Mädchenchor, die Domsingknaben, der Domchor und die Dombläser.

Link zur Predigt von Bischof Wiesemann am ersten Weihnachtsfeiertag:

http://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/leitung/bischof/ansprachen/

Link zur Predigt von Weihbischof Georgens zur Christmette 

http://www.bistum-speyer.de/1/bistum-speyer/leitung/weihbischofbischofsvikar/ansprachen/ 

Text und Foto: is

25.12.2015


Speyerer Militärpfarrer Ulrich Kronenberg würdigt Leistung von Bundeswehr-Soldaten bei der Rettung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer

cr. Speyer. Fast an jedem Tag, so auch heute wieder, gehen Nachrichten durch die Agenturen, dass deutsche Soldaten im Rahmen der Operation „Sophia“ Flüchtlinge vor dem qualvollen Ertrinken im Mittelmeer bewahren. Der Speyerer Militärpfarrer Ulrich Kronenberg, zu dessen Verantwortungsbereich neben den „Resten“ des „Spezialpionierbataillons 464“ in der Speyerer Kurpfalzkaserne auch die Garnisonen in Germersheim und Bruchsal gehören und der in der Vergangenheit auch selbst wiederholt in Auslandseinsätzen unterwegs war, wollte jetzt die Weihnachtszeit nutzen, um die humanitären Leistungen seiner Kameradinnen und Kameraden vor Ort in der Öffentlichkeit zu würdigen.

Er hat dem SPEYER-KURIER deshalb eine Zusammenstellung von Presseberichten zukommen lassen, in denen die zahlreichen besonderen lebensrettenden Einsätze von Bundeswehrsoldaten gegen gewissenlose Schlepper ebenso wie gegen die Gewalten von Sturm und Wetter dargestellt werden, durch die inzwischen wohl schon mehr als 10.000 Menschenleben gerettet werden konnten.

Der SPEYER-KURIER druckt diese Zusammenstellung ganz besonders gerne ab, betrachtet er sie doch zugleich auch als ein Zeichen der Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger der alten Garnisonsstadt Speyer mit allen Soldatinnen und Soldaten an ihren Einsatzorten von Mali bis zum Kosovo – von Afghanistan bis zur Türkei.

Pfarrer Kronenberg schreibt:

EUCH ist heute der Heiland geboren“
(Lukasevangelium Kapitel 2 Vers 11)

Heiland heißt, aus dem Griechischen übersetzt, nichts anderes als „Retter: σωτὴρ“ - lateinisch „salvator“

und widmet seine Ausführungen „mit herzlichem Dank an alle unsere tüchtigen und tapferen Soldaten der Bundeswehr in aller Welt!“

 http://www.br.de/nachrichten/fluechtlinge-gerettet-mittelmeer-bundesmarine-100.html

Rettung aus Seenot Deutsches Schiff nimmt 212 Flüchtlinge auf

Das deutsche Schiff "Berlin" hat im Rahmen der Operation "Sophia" im Mittelmeer mehr als 200 Menschen aus Schlauchbooten gerettet. Sie wurden der italienischen Küstenwache übergeben.

Stand: 23.12.2015

Flüchtlinge auf einem Boot auf dem Mittelmeer | Bild: picture-alliance/dpa

Deutsche Marinesoldaten haben bei ihrem Einsatz im Mittelmeer mehr als 200 Flüchtlinge aus zwei Schlauchbooten gerettet. Sie wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums am Mittwoch vor der libyschen Küste an Bord des Einsatzgruppenversorgers "Berlin" genommen. Inzwischen kümmert sich die italienischen Küstenwache um die Geretteten.

Fast 10.000 Flüchtlinge seit Mai gerettet

Unter den insgesamt 212 Geretteten waren acht Kinder und fünf Schwangere. Die Bundeswehr beteiligt sich mit zwei Schiffen an der Mission EUNAVFOR MED, die auch Operation "Sophia" genannt wird. Seit Beginn des Einsatzes im Mai haben deutsche Soldaten zwischen Libyen und Italien insgesamt 9.753 Flüchtlinge aus Seenot gerettet.

Operation "Sophia"

 <http://www.br.de/nachrichten/bundeswehr-mittelmeer-fluechtlinge-100~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647.jpg?version=d86c2> Deutsche Marine-Soldaten halten an Bord der Fregatte "Karlsruhe" am 23.12.2008 in Dschibuti an einem Maschinengewehr Wache. | Bild: dpa/Gero Breloer

Marine-Soldaten beim Einsatz im Mittelmeer

Die Schiffe, Flugzeuge und Hubschrauber der Operation "Sophia" werden auf hoher See und im internationalen Luftraum zwischen der italienischen und libyschen Küste eingesetzt. Sie überwachen das Seegebiet und beobachten die Aktivitäten von Schleusern.
Die Schiffe des Verbands dürfen in internationalen Gewässern Boote anhalten und durchsuchen, bei denen der Verdacht besteht, dass sie von Schleusern genutzt werden. Diese können beschlagnahmt und umgeleitet, Schleusereiverdächtige an Bord eines Kriegsschiffs genommen und an einen EU-Mitgliedsstaat übergeben werden.
Die Schiffe sind nach dem Völkerrecht, dem Mandat und den Einsatzregeln berechtigt, militärische Gewalt zur Durchsetzung ihres Auftrags einzusetzen. Insgesamt beteiligen sich 22 europäische Nationen mit rund 2.100 Soldaten und Zivilpersonal an der Operation "Sophia".

Außerdem haben die Teilnehmer der Operation "Sophia" die Aufgabe der Seenotrettung: Wenn die Schiffe auf mit Flüchtlingen besetzte Boote treffen, einen Notruf empfangen oder von der Seenotleitstelle informiert werden, sind sie zur Hilfeleistung verpflichtet. Die Seenotleitstelle Rom koordiniert die Rettungseinsätze. Die Seenotleitstelle informiert Schiffe über Seenotfälle in einem Einsatzgebiet von der Größe Deutschlands.

Weltsicherheitsrat billigt militärisches Vorgehen gegen Schleuser

Seit Oktober dürfen die Schiffe der Operation "Sophia" militärisch gegen die Schleuser vorgehen. Der UN-Sicherheitsrat hat diesen EU-Militäreinsätzen zugestimmt. Aufgebrachte Schlepperboote können beschlagnahmt oder zerstört werden.

25.12.2015


Gute Planung vermeidet Streitigkeiten

Gerade für Patchworkfamilien bedeutet Weihnachten Stress – Tipps der Erziehungsberatung

Neustadt-  Weihnachten ist das Fest der Liebe. Wenn aber die Familienverhältnisse kompliziert sind, verschiedene Teile der Familie bedacht werden wollen, oder gar die Erwachsenen der Familie zerstritten sind, spürt man eher Stress als Liebe. Christina Weisbrod und Kaja Harenberg arbeiten in der Erziehungsberatungsstelle des Diakonischen Werls Pfalz in Neustadt und kennen die Problematik  ihrer Gesprächspartner. Die beiden Beraterinnen empfehlen Erwachsenen und Kindern im Vorfeld des Festes gut zu planen, um Stress und Streitigkeiten zu vermeiden. Dann könne Weihnachten auch in getrennt lebenden Familien und in Patchworkfamilien zu einem gelungenen Fest der Liebe werden.

„Wenn die Erwachsenen im Clinch sind, dann ist Stress auch für die Kinder vorprogrammiert“, sagt Weisbrod.  Um das zu vermeiden, müsse man sich austauschen, darüber reden, was passieren kann, und Kompromisse finden, mit denen alle leben können. Die beiden Erziehungsberaterinnen raten davon ab, die Kinder entscheiden zu lassen, wo und bei wem sie wann feiern wollen. „Dabei geraten die Kinder zwischen die Fronten. Egal wie sie sich entscheiden, ein Elternteil ist meistens enttäuscht. Und das spüren die Kinder“, erklärt Kaja Harenberg. Sollte man dennoch die Kinder entscheiden lassen, dann habe man die Entscheidung unbedingt zu akzeptieren.

Ein weiteres Konfliktpotential bestehe auch in Patchworkfamilien, in denen ein Elternteil Kinder aus einer früheren Beziehung in die neue Familie mit eingebracht habe. Hier könnten Streitigkeiten vermieden werden, „wenn zuvor alle zusammen besprechen, welche Traditionen übernommen und wie sie integriert werden“, empfehlen die Erziehungsberaterinnen. Allerdings sollten Themen wie die jeweiligen Ex-Partner an Weihnachten tabu sein.

Dass alle zusammen feiern, klänge zwar nach einer sehr schönen Idee. Und da jeder wolle, dass Weihnachten ein guter Tag werde, müsse man die Festtage möglichst entspannt gestalten, erklärt  Erziehungsberaterin Weisbrod. Das könne gelingen, in dem die getrennten Elternpaare ihren Kindern zuliebe einen toleranten Umgang pflegten. Bei der Planung gelte es keine Forderungen aufzustellen, sondern Wünsche zu äußern, die dann verhandelt werden können, sagen Weisbrod und Harenberg. Planung und Absprache seien das A und O für stressfreie frohe Weihnachten in Patchworkfamilien. lk

22.12.2015


Anonym. Kompetent. Rund um die Uhr.

Ökumenische Telefonseelsorge: Einsamkeit ist nicht nur an Weihnachten ein Thema

Kaiserslautern- Weihnachten mit der Familie zu feiern, gehört für die meisten Menschen einfach dazu. Wenn aber niemand da ist, mit dem man feiern kann, macht sich gerade an den Feiertagen Einsamkeit bemerkbar. Einsamkeit – das ist auch eines der Themen, die bei der Telefonseelsorge am häufigsten angesprochen werden, meint der evangelische Leiter der Ökumenischen Telefonseelsorge Pfalz, Peter Annweiler.

„Neben Themen wie Gesundheit, Beziehung und Suizidgedanken ist Einsamkeit ein großes Thema – das aber nicht nur an Weihnachten“, sagte Annweiler. „Vor den Feiertagen häufen sich eher Fälle, in denen gestresste Anrufer Entlastung suchen.“ Darüber zu reden, biete oftmals Hilfe. Auch bei einsamen Menschen könne man im Gespräch nach Möglichkeiten der Alltagsgestaltung suchen, die das Gefühl des Alleinseins lindern.

„Natürlich wird aber vielen gerade an Weihnachten bewusst, wen sie vermissen, egal ob sie in Trauer sind oder der Kontakt einfach nur abgerissen ist“, erklärt der Seelsorger. Jedoch steige die Anruferzahl an Heiligabend kaum an, eher an den Tagen davor und danach. Die Themen der Anrufe unterscheiden sich nicht sehr von denen anderer Jahreszeiten, doch sie erhalten eine weihnachtliche „Färbung“, meint Annweiler. „Vielfach rufen uns Menschen mit psychischen Erkrankungen an, für die wir außerhalb von Behandlungszeiten wichtige Gesprächspartner sind.“

Die Gespräche bei der Ökumenischen Telefonseelsorge sind beidseitig anonym. Das soll die Hemmschwelle senken und ein Gefühl der Sicherheit geben. „Dennoch gibt es da eine unglaubliche Nähe und Direktheit“, schildert der Pfarrer. „Der Telefonhörer liegt direkt auf dem Ohr, und das Ohr geht sehr weit nach innen.“ Durch diese Direktheit und Anonymität seien die Dialoge bei der Telefonseelsorge meist sehr intensiv. Aber man müsse sich auch als Seelsorger von den Problemen abgrenzen können.

„Die  Gespräche sind so unterschiedlich wie die Menschen, mit denen sie geführt werden“, sagt Annweiler. Gesprächskompetenz sei ebenso wichtig wie die Fähigkeit, die Unterhaltung zu steuern und zu klären, was der Anrufer möchte, ihn wertzuschätzen und Empathie zu zeigen. Für ihn seien die vier Grundsäulen der Telefonseelsorge Dasein, Standhalten, Trösten und Stärken.

In der Ökumenischen Telefonseelsorge Pfalz arbeiten rund 80 Ehrenamtliche, die dreimal im Monat für je fünf Stunden an den Apparaten sitzen. Die Telefonseelsorge ist 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche besetzt. Die Telefonseelsorge Pfalz führt pro Jahr etwa 10.000 Seelsorge- und Beratungsgespräche. Die durchschnittliche Gesprächsdauer liegt bei 25 Minuten, erklärt Annweiler, der die Telefonseelsorge mit seinen katholischen Kolleginnen Astrid Martin und Ursula Adam leitet.

Um ehrenamtlicher Telefonseelsorger zu werden, muss eine Ausbildung absolviert werden, die eineinhalb Jahre dauert und in denen 200 Unterrichtsstunden besucht werden müssen. Darin werden Themen behandelt wie beispielsweise Selbsterfahrung, Gesprächsführung und Fragen, die häufig bei der Telefonseelsorge zur Sprache kommen. Nach der Hospitation erfolgt schließlich die Zulassung als Telefonseelsorger.

„Wünschenswert ist es, wenn unsere Bewerber Lebenserfahrung und Offenheit mitbringen, sagt Annweiler. Im Bewerbungsgespräch werde auch geprüft, ob der Bewerber oder die Bewerberin sich gut in andere Menschen einfühlen könne. Der Ausbildungskurs wird alle zwei Jahre durchgeführt, der nächste Kurs startet voraussichtlich 2017.

Hinweis: Die Telefonseelsorge ist bundesweit unter den Rufnummern 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 erreichbar sowie online zur Chat- und Email-Beratung unter www.telefonseelsorge-pfalz.de. Text und Foto: lk

21.12.2015


„Die Welt braucht eine Demonstration der Barmherzigkeit“

Kirchenpräsident Christian Schad ruft dazu auf, Fremde und Schwache nicht auszugrenzen

Speyer- Der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad ruft anlässlich des Weihnachtsfestes die Christen dazu auf, Fremde nicht auszugrenzen und sich den Armen und Schwachen, Vertriebenen und Verzweifelten zuzuwenden. Jesus selbst sei ein Flüchtling gewesen, hinein geboren in die Familie armer Leute, erklärt der Kirchenpräsident. Die Geburt Jesu habe Glaube, Liebe und Hoffnung in die Welt gebracht. „Um Gottes und der Menschen willen brauchen wir dieses Fest. Gott ist heruntergekommen und hineingeraten in den Tumult des wirklichen Lebens. In ihm, dem Flüchtlingskind, ist Gott da, mitten unter uns.“

Kirchenpräsident Schad warnt davor, sich von Ängsten vor Überfremdung, von fremdenfeindlichen oder rassistischen Parolen leiten zu lassen. „Da werden Fremde verurteilt und bedroht, die man so wenig kennt, wie ihre Kultur und ihre Religion. Ich habe kein Verständnis für diese Art der Demonstration.“ Die Welt brauche eine „friedliche Revolution, eine Demonstration der Barmherzigkeit“. Die Weihnachtsbotschaft rufe dazu auf, für die Würde und das Recht jedes Einzelnen einzustehen. „Ich war ein Fremder, und ihr habt mich aufgenommen“ – so habe Jesus als Erwachsener beschrieben, wie ein Leben in seiner Nachfolge aussehen könne. Es gebe eine große Sehnsucht nach Liebe und Hoffnung für das Leben und diese Welt, in der Völker nicht mit Gewalt beherrscht und Menschen nicht in die Flucht geschlagen werden.

„Trotz mancher Verzweiflung über Andere und uns selbst, trotz Gewalt und Terror, Kriegen und Bürgerkriegen sind wir Beschenkte“, erklärt Kirchenpräsident Christian Schad. „Wir sind begabt mit Fähigkeiten – mit Händen, die teilen können, mit Mündern, die sich öffnen, um die Stimme für die Schwachen und Elenden zu erheben.“

Hinweis: Kirchenpräsident Christian Schad predigt im Gottesdienst am Ersten Weihnachtsfeiertag um 10 Uhr in der Speyerer Gedächtniskirche. Die Liturgie gestaltet Dekan Markus Jäckle, die Kantorei Speyer führt unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger weihnachtliche Chormusik auf. Im Gottesdienst feiert die Gemeinde das Heilige Abendmahl. Text und Foto: lk

21.12.2015


Bundeskanzler a. D. Dr. Helmut Kohl zu Besuch im Dom zu Speyer

Erster Ausflug nach Klinikaufenthalt – Begleitung durch Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Bischof em. Dr. Anton Schlembach

Speyer- Am Samstag hat Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl in Begleitung seiner Ehefrau Dr. Maike Kohl-Richter den Speyerer Dom besucht. Es war der erste Ausflug nach dem längeren Klinikaufenthalt in diesem Jahr. Helmut Kohl war es ein Herzensanliegen, noch vor Weihnachten in den Speyerer Dom zu kommen. Gerne hätte er am Weihnachtsgottesdienst in der Kathedrale teilgenommen. Doch obwohl es ihm offenkundig sehr viel besser geht, wird er gesundheitlich dazu noch nicht in der Lage sein.

Begrüßt und bei ihrem Besuch im Dom begleitet wurden Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und seine Ehefrau Dr. Maike Kohl-Richter von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und dem emeritierten Bischof Dr. Anton Schlembach. Domorganist Markus Eichenlaub spielte auf der großen Domorgel die Toccata in d-Moll von Johann Sebastian Bach - ein Werk, das auch zu früheren Besuchen mit bedeutenden Staatsgästen wie Margaret Thatcher, Michael Gorbatschow, George Bush, Václav Havel, Boris Jelzin und König Juan Carlos erklungen war. Am Beispiel des Gotteshauses hatte Helmut Kohl den prominenten Gästen die Bedeutung des christlichen Glaubens für ein Zusammenleben in Gerechtigkeit und Frieden in Deutschland, Europa und der Welt verdeutlicht.

Vor dem Marienbildnis zündeten die Bischöfe gemeinsam mit dem Ehepaar Kohl eine Kerze an und beteten gemeinsam das „Vater unser“ und das „Gegrüßet seist Du Maria“. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann brachte seine Freude über den Besuch des Ehepaars Kohl zum Ausdruck und übergab dem Bundeskanzler, der bis heute dem Kuratorium der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ vorsteht, das jüngst erschienene Buch „Himmlische Klänge – Grandioses Raumerlebnis“ über die Orgeln im Dom zu Speyer. Er verband damit seinen Dank für das große Engagement Helmut Kohls für die romanische Kathedrale, die seit 1981 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. „Sie haben sich in außergewöhnlicher Weise um den Erhalt des Doms verdient gemacht und entscheidend dazu beigetragen, Menschen für dieses eindrucksvolle Sinnbild der christlichen Wurzeln eines geeinten Europas zu begeistern“, dankte er Helmut Kohl, der von dem Besuch tief berührt war. Der Besuch der Speyerer Kathedrale, der er seit seiner Kindheit eng verbunden ist, bedeutete für ihn eine große Freude. Bereits Ende September war er vom Speyer Domkapitel für seine Verdienste für den Speyer Dom öffentlich geehrt worden. Die Begegnung klang aus mit adventlichen und weihnachtlichen Werken, dargeboten an der großen Domorgel von Domorganist Markus Eichenlaub. Text: is; Fotos: Klaus Landry

20.12.2015


Weihnachten mit Flüchtlingen feiern

Bistum Speyer hat Anregungen für Feiern mit Menschen unterschiedlicher Sprachen und Kulturen zusammengestellt

Speyer- Anregungen und Ideen, wie Gemeinden mit Flüchtlingen Weihnachten feiern können, bietet eine „Baustein-Sammlung“, die das Bistum Speyer, angeregt durch eine Arbeitshilfe des Michaelisklosters in Hildesheim, angefertigt hat. Mit der Zusammenstellung von Texten und Liedern in verschiedenen Sprachen wollen die Verfasser Pfarreien dazu ermutigen, Flüchtlinge – je nach Herkunft und Religionszugehörigkeit - zu Gottesdiensten oder weihnachtlichen Feiern einzuladen.

Durch die Ereignisse der letzten Monate höre man die so vertraute Weihnachtsgeschichte „mit ganz anderen Ohren“, schreibt Domkapitular Franz Vogelgesang, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge des Bischöflichen Ordinariats im Vorwort zu der Arbeitshilfe. „Der Sohn Gottes ist Kind einer Flüchtlingsfamilie und darauf angewiesen, dass er als Fremder aufgenommen wird.“
Christen seien aufgefordert, Menschen auf der Flucht aufzunehmen und sich ihrer Sorgen und Nöte anzunehmen. „Gerade jetzt zum Weihnachtsfest können wir Zeugnis geben von Gott, der sich den Menschen zuwendet, wenn wir wie Jesus alle an der Freude teilhaben lassen und auch die einladen, die am Rand der Gesellschaft stehen.“

Die Arbeitshilfe beinhaltet eine Begrüßung, Gebete, Bibeltexte und Lieder in Deutsch, Englisch und Arabisch. Dadurch können Flüchtlinge nicht nur leichter das Gesprochene nachvollziehen, sondern auch selbst Gebete und Texte vortragen. Die Texte stammen zum Großteil aus einer umfangreichen Arbeitshilfe des Evangelischen Zentrums für Gottesdienst und Kirchenmusik in Hildesheim (www.michaeliskloster.de) und wurden so überarbeitet, dass sie ohne weiteres in katholischen Gottesdiensten eingesetzt werden können.

Die Materialien sind auf der Homepage des Bistums Speyer www.bistum-speyer.de zu finden. Text und Bild: is

18.12.2015


Leser des “pilger"spenden 10 000 Euro für Caritas-Flüchtlingshilfe

10.000 Euro für die Flüchtlingshilfe (von links): Caritasdirektor Vinzenz du Bellier, Bischof Karl-Heinz Wiesemann, „pilger“-Chefredakteur Norbert Rönn und Caritasvorsitzender Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer.Chefredakteur Norbert Rönn sagt weitere Unterstützung durch Aktion Silbermöwe zu

Speyer- Mehr als 10 000 Euro haben in den zurückliegenden Wochen die Leserinnen und Leser des „pilger“ über dessen Aktion Silbermöwe für die Flüchtlingshilfe des Diözesan-Caritasverbandes gespendet. Norbert Rönn, Chefredakteur der Bistumszeitung, übergab den Betrag von 10 100 Euro am 14. Dezember bei einer vorweihnachtlichen Feier des diözesanen Wohlfahrstverbandes in Speyer.

Sowohl Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann wie auch Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, Vorsitzender des Caritasverbandes für die Diözese Speyer, und Caritasdirektor Vinzenz du Bellier dankten der Aktion Silbermöwe für dieses „beeindruckende Zeichen der Solidarität mit den Flüchtlingen“.

Norbert Rönn verwies auf die große „Schnittmenge“ in der Arbeit von Caritasverband und Aktion Silbermöwe, die mit Solidarität, Nächstenliebe und Hinwendung zu den Menschen am Rande umschrieben werden könne. Die Arbeit des Speyerer Diözesan-Caritasverbandes in der Flüchtlingshilfe nannte er „leuchtturmhaft“. Sie beinhalte wirksame Unterstützung für die große Zahl von Menschen, die teilweise nach schrecklichen Fluchterlebnissen Aufnahme bei uns in der Pfalz und Saarpfalz suchten, und nehme gleichzeitig die sich verschärfende Lage in deren Herkunftsländern in den Blick. Die Situation in den Flüchtlingslagern im Nordirak und in den Nachbarländern Syrien nannte der Chefredakteur „skandalös“. „Die Flüchtlinge hungern, haben keinerlei Perspektive. Die Völkergemeinschaft versagt völlig.“ Caritas international und andere Hilfswerke leisteten einen Beitrag, „dass die Menschen nicht ganz ohne Hoffnung sind“, so Rönn.

Als Zeitung beleuchte der „pilger“ zudem immer wieder die Situation vor allem in den Kriegsregionen im Nahen und Mittleren Osten sowie die weltweiten Fluchtursachen, die viel mit machtpolitischen und wirtschaftlichen Interessen der Länder Europas und der Industrienationen insgesamt zu tun hätten, betonte Rönn, der eine weitere Unterstützung der Caritas-Flüchtlingshilfe durch die Aktion Silbermöwe zusagte.

Die Aktion Silbermöwe ist eine einmalige Initiative in der deutschen Presselandschaft und in den deutschen Bistümern. Seit mehr als 50 Jahren leisten die Leserinnen und Leser der Speyerer Bistumszeitung „der pilger“ über die Aktion Silbermöwe Hilfe für notleidende Menschen – vor allem in den Ländern des armen Südens. Allein in den zurückliegenden zehn Jahren konnten über das Leser-Hilfswerk Projekte in mehr als 40 Ländern der Erde mit fast zehn Millionen Euro gefördert werden.

Text und Bild: Bistum Speyer, Presse

16.12.2015


„Domkiosk“ im südlichen Domgarten wird neues Besucherzentrum

Angebot soll spirituelle Bedeutung der Kathedrale ebenso vermitteln wie kunstgeschichtliche Besonderheiten der Weltkulturerbestätte

spk. Speyer- Im Vorfeld der 2000-Jahr-Feier der Stadt Speyer im Jahr 1990 als Siegerentwurf nach einem breit angelegten, international ausgeschriebenen Wettbewerb gemeinsam mit den Domplätzen von dem international renommierten Stararchitekten Oswald Mathias Ungers geplant und realisiert, wird jetzt der zwischenzeitlich auch als Café genutzte Dompavillion nun wieder seiner ursprünglichen Nutzung als Besucherzentrum der Weltkulturerbestätte zugeführt. Das teilte jetzt der „summus custos“ der Kathedrale und Baudezernent des Bistums Speyer, Domkapitular Peter Schappert, gemeinsam mit Friederike Walter, der Verantwortlichen für das „Dom-Kulturmanagement“ und Bastian Hoffmann vom „Dom-Besuchermanagment“, im Rahmen eines Pressegespräches im „Blauen Salon“ der Bischöflichen Finanzkammer mit. Damit sind jetzt auch frühere Pläne vom Tisch, die vorsahen, das Besucherzentrum in den 'Vikarienhöfen' direkt am Domplatz gegenüber der Kathedrale einzurichten.

Entsprechende Pläne, so erklärte Schappert dazu, hätten sich angesichts der vorhandenen Bausubstanz als zu aufwändig und damit als zu teuer erwiesen. So hätte allein die Schaffung eines für Rollstuhlfahrer geeigneten, barrierefreien Zugangs zum Hochparterre des denkmalgeschützten Gebäudes einen nur schwer zu vertretenden Eingriff dargestellt, ohne dass aus einem solchen Eingriff die gewünschten Vorteile in seiner funktionellen Nutzung hätten erreicht werden können.

Jetzt soll das Ziel, dass sich Besucher der Kathedrale „Willkommen und informiert“ fühlen sollen, künftig wieder in dem würfelförmigen Gebäude im südlichen Domgarten umgesetzt werden, so Schappert. Erste Schritte dazu seien bereits getan - Mitte 2016 soll es eröffnet werden und dann als zentrale Anlaufstelle für die zahlreichen Dombesucher aus aller Welt dienen und so „den Dombesuch positiv verstärken“, so der Domkustos.

Mit Hilfe des Besucherzentrums solle vorrangig die Bestimmung des Doms als Kirche und seine Bedeutung als Denkmal vermittelt werden. Damit sollen zugleich Verkaufs- und Informationsangebote soweit möglich aus dem Dom ausgelagert werden - sämtliche seelsorglichen Angebote dagegen in der Kirche selbst verortet bleiben, umriss Friederike Walter die Aufgabenstellung - und ihr Kollege Bastian Höffmann ergänzte, dass sich daraus dann letztlich auch das Raumprogramm sowie die Bedarfsschilderung abgeleitet habe.

Anhand von Beispielen erläuterte Bastian Hoffmann, wie diese Zielsetzung konkret in die Raumgestaltung umgesetzt werden wird. So finde sich der Wunsch nach Schaffung einer Willkommenssituation beispielsweise in der großen runden Empfangstheke wieder, an der neben Informationen über Gottesdienste und Veranstaltungen wie Konzerten in der Kathedrale auch deren Termine und Anfangszeiten sowie die Zugangswege dazu dargestellt werden. Auch Eintrittskarten zu den Konzerten im Dom würden dort ebenso zum Kauf angeboten wie Tickets für den Besuch der Krypta, des Kaisersaales und der Aussichtsplattform auf dem Westturm der Kathedrale. Schließlich würden dort auch die Audioguides für den Dom an die Besucher ausgegeben.

Die Bestimmung des Doms als Kirche werde darüber hinaus auch in dem zentral angebrachten, gut sichtbaren Kreuz verdeutlicht. Die Planung und Durchführung der Baumaßnahme hat der Speyerer Dombaumeister Mario Colletto gemeinsam mit dem Oftersheimer Planungsbüro „s-quadrate“ übernommen.

Wie der Domkustos weiter erläuterte, beinhalten die Planungen für das Dom-Besucherzentrum nicht nur rein bauliche Aspekte. Als Schnittstelle soll es vielmehr darüber hinaus Menschen mit einem seelsorglichen Anliegen passende Ansprechpartner vermitteln. Angebote der Dompfarrei und der Dommusik sollen deshalb dort ebenso kommuniziert werden, wie Informationen zu Partnern wie der Stadt Speyer und dem Historischen Museum der Pfalz. Nicht zuletzt soll Besuchern auch die Möglichkeit aufgezeigt werden, sich für den Erhalt des Doms einzusetzen, sei es ganz direkt oder über den „Dombauverein Speyer“ oder über die „Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer“.

Um dem internationalen Rang des Domes gerecht zu werden, soll das im Dom-Besucherzentrum eingesetzte Personal mehrsprachig Auskunft geben können. Die kulturhistorische Bedeutung des Domes solle darüber hinaus in dem Produktangebot, insbesondere in Form von entsprechender Literatur ihren Platz finden. Für Touristen wird es zudem eine kleine Auswahl an Souvenirs und Postkarten geben. Ob im Außenbereich auch noch ein gastronomisches Minimalangebot realisiert werden könne, werde derzeit noch geprüft.

Als zentrale Anlaufstelle werde auch die Sicherheit der Besucher im Dom bei den Planungen in den Blick genommen und in dem Besucherzentrum einen festen Platz finden. Neben einer Erste-Hilfe-Ausstattung und entsprechend geschulten Mitarbeitern werden deshalb auch die Überwachungstechnik des Südwestturms im Besucherzentrum untergebracht.

Nach Auskunft von Domkapitular Schappert beträgt die Grundfläche des quaderförmigen Gebäudes 80qm. Im Erdgeschoss wird es neben dem Bereich für die Besucher auch einen kleinen Arbeitsbereich geben, wo beispielsweise die Domführer zukünftig die Gruppenführungssysteme abholen können. Das Obergeschoss wird als Bürofläche dienen. Um mit der räumlich „überschaubaren“ Fläche sinnvoll umzugehen, soll auch der Außenbereich in die Planung mit einbezogen werden. So sollen in dem neuen Dom-Besucherzentrum Informationsdisplays installiert werden, die auch von außen sichtbar sein werden. Weitere Informationsangebote stehen natürlich auch zukünftig extern in Form der „Dom-Website“, der „Dom-App“ oder im benachbarten Dom- und Diözesanmuseum innerhalb des „Historischen Museums der Pfalz“ zur Verfügung.

Nach der Übergabe des Gebäudes durch die Pächterin Ende November 2015 sei inzwischen mit dem Rückbau des bisherigen Innenausbaus begonnen worden. Aktuell würden Elektroarbeiten durchgeführt, im Neuen Jahr gehe es dann mit Trockenbau, Boden und Malerarbeiten weiter, ehe zuletzt die neue Möblierung aus Pfälzer Eichenholz und einem Verbundwerkstoff eingebaut wird. Die Eröffnung des neuen Besucherzentrums soll Mitte des Jahres 2016 erfolgen.

Die Kosten für die Maßnahme sollen sich wie folgt zusammensetzen: 188.000 Euro sind für den Umbau des Innenraums, 40.000 für den Außenbereich - hier in erster Linie für den Bodenbelag. Dazu kommen noch variable Kosten für das Inventar, in erster Linie für Mobiliar und Haustechnik.

Das Dom-Besucherzentrum soll ganzjährig während der regulären Domöffnungszeiten geöffnet sein. Das bedeutet, dass es den Besuchern auch dann offensteht, wenn der Dom wegen eines besonderen Gottesdienstes oder einer Veranstaltung nicht besichtig werden kann.

Und schließlich noch ein letztes: mit der Fertigstellung des neuen Besucherzentrums wird auch der weiße Container an der Nordseite des Domes, der auch nach Meinung des Domkustos nicht unbedingt „eine Zierde“ darstellt, verschwinden.

Foto: gc

15.12.2015


Ein leuchtendes Willkommenszeichen

Friedenslichtaktion der Pfadfinder

Speyer- Ein Licht setzt Zeichen. Mit der Friedenslichtaktion am vergangenen Sonntag in der Speyerer Gedächtniskirche möchten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder für eine gelebte Willkommenskultur werben.

Angesichts der vielen Flüchtlinge in Deutschland hatten die Verbände VCP (Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder), BDP (Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder) und DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg) die diesjährige Aktion unter das Motto "Hoffnung schenken- Frieden finden" gestellt.

Der ökumenische Gottesdienst stand so auch ganz im Zeichen des Hoffnungslichtes, das die Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Bethlehem nach Wien und von dort aus in viele europäische Länder gebracht hatten. Im Rahmen des Gottesdienstes kam Maria Lajin zu Wort, eine junge Christin, die mit ihren Eltern und Geschwistern im Kleinkindalter aus dem Irak nach Deutschland geflohen war. Die 18-jährige Ludwigshafenerin berichtete von der Angst der Christen in ihrer alten Heimat, von der Flucht der Eltern nach Deutschland und vom Heimisch-werden in einer neuen Umgebung. Maria erzählte von ihrer Taufpatin, einer Frau, die der Familie damals das Ankommen erleichterte. Marias Mutter hilft heute ihrerseits Menschen, die auf ihrer Flucht in Deutschland gestrandet sind und unterstützt sie bei Behördengängen.

Marias Geschichte brachte den Pfadfinderinnen und Pfadfindern und den mitfeiernden Gästen das oft so abstrakte Thema Flucht und Vertreibung sehr nah. Die Geschichte von Familie Lajin zeigt: Ein freundliches Willkommen ist weit mehr als ein kurzfristiges Hoffnungszeichen. Es ist ein großer Schritt hin zu einer gelingenden Integration.

Für die Hoffnung auf eine dauerhaft friedliches Zusammenleben von Menschen aus verschiedenen Kulturen und Religionen steht das Friedenslicht in diesem Jahr. Von Speyer aus wird es nun in die Gemeinden des Bistums weitergegeben. Die Kollekte des Gottesdienstes erbrachte ein Spendensumme von rund 1.000 Euro. Der Betrag wird der Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellt. 

Zur Info: Die Friedenslichtaktion wird auf dem gesamten europäischen Kontinent durchgeführt und ist in vielen Ländern zu einer pfadfinderischen Tradition geworden. Jedes Jahr entzündet ein Kind ein kleines Licht in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem. Dieses wird dann nach Wien gebracht, wo es von Pfadfinderdelegationen aus vielen europäischen Ländern in Empfang genommen und danach im Heimatland weiterverteilt wird. Seit über 20 Jahren beteiligen sich Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Deutschland an der Aktion. Die Idee stammt vom ORF, der diese Aktion initiierte. Das Licht von Bethlehem ist ein Symbol des Friedens, es soll uns alle und jeden, der es sieht, daran erinnern, sich für den Frieden einzusetzen, besonders auch in seiner direkten Umgebung.

Das Friedenslicht brennt das ganze Jahr hindurch in der Klosterkirche St. Magdalena in Speyer. 

Text: BDKJ Speyer; Foto: (c) DPSG DV Speyer | L. Ziffer bzw. N. Uhl. 

14.12.2015


„Heiliges Jahr der Barmherzigkeit“ im Bistum Speyer eröffnet

Bischof Wiesemann durchschreitet „Heilige Pforte“ am Dom zu Speyer– Domweihfest im Oktober geht eine „Nacht der Barmherzigkeit“ mit Brüdern aus Taizé voraus

Speyer- Mit einem Pontifikalamt hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann das „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ im Bistum Speyer eröffnet. Mit den Worten „Das ist das Tor zum Herrn: Durch dieses Tor treten wir ein, um Barmherzigkeit und Vergebung zu erlangen“ öffnete der Bischof das Otto-Portal auf der Südseite des Domes als „Heilige Pforte“.

Zum ersten Mal in einem Heiligen Jahr gibt es „Heilige Pforten“ auch außerhalb Roms. Die Heilige Pforte soll in den Herzen der Menschen eine Tür der Barmherzigkeit aufstoßen. Jeder Mensch könne durch sein Lebens- und Glaubenszeugnis eine lebendige Tür für andere sein, erklärte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, bevor er mit einem Evangeliar in den Händen die Heilige Pforte durchschritt, gefolgt von den Geistlichen, den Rittern vom Heiligen Grab zu Jerusalem, den Sängern der Dom-Schola und der Gottesdienstgemeinde. Das Otto-Portal am Speyerer Dom ist dem heiligen Bischof Otto von Bamberg gewidmet, der beim Dombau mitgewirkt hat.

In seiner Predigt im voll besetzten Dom bezeichnete Bischof Wiesemann die Barmherzigkeit als die „tiefste Offenbarung dessen, was Gott in seinem Innersten antreibt.“ Das Heilige Jahr sei ein Impuls, sich vom Geheimnis der Barmherzigkeit Gottes neu ausrichten zu lassen. Barmherzigkeit bedeute nicht, sich wie die Herrscher der Antike von oben herabzulassen und durch Mildtätigkeit zu besonderen Anlässen die eigene Macht zu inszenieren. In der Barmherzigkeit Gottes offenbare sich vielmehr eine Liebe, die die Konsequenzen des Unrechts mitträgt. „So wie Eltern, die die Wege ihrer Kinder vielleicht auch nicht immer gutheißen können, aber doch die Konsequenzen in Liebe mittragen“, verdeutlichte Bischof Wiesemann. Er rief die Gläubigen dazu auf, sich in das Erbarmen Gottes hineinnehmen zu lassen. „Wir wollen eine Kirche sein, die nah bei den Menschen ist und ihnen die Liebe Gottes zuwendet.“ Christen, die sich mit Gott versöhnen lassen, könnten so zum lebendigen Zeichen werden. „In ihnen strahlen das Licht und die Liebe Gottes auf für alle, die in Dunkelheit sind.“

Auch in den Wallfahrtsorten Maria Rosenberg, Blieskastel und Oggersheim werden am vierten Adventssonntag „Heilige Pforten“ eröffnet. Darüber setzt das Bistum Speyer mit der Aktion „Mission Misericordia“ einen Impuls, Türen im privaten, öffentlichen oder kirchlichen Raum mit einem eigens für die Aktion entwickelten Aufkleber zu bekleben und damit deutlich zu machen: Tritt ein, ich bin da für Dich.

Im Speyerer Dom lädt ein „Weg der Barmherzigkeit“ die Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich eingehender mit der Barmherzigkeit Gottes zu befassen. An vier Stationen – dem Otto-Portal, der Taufkapelle, dem Hauptportal und vor dem Marienbild – erhalten die Gläubigen spirituelle Impulse, um die Barmherzigkeit als „das Geheimnis des christlichen Glaubens“ (Papst Franziskus) zu entdecken und zu betrachten. Im Seitenschiff findet der „Weg der Barmherzigkeit“ seinen Abschluss. Dort besteht die Möglichkeit zum Gespräch mit einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger sowie zum Empfang der Beichte. Es liegen Blöcke und Stifte bereit, um eigene Eindrücke und Gedanken zu notieren oder an einer Pinnwand für andere Besucher zu hinterlassen. Für den „Weg der Barmherzigkeit“ sollte man sich etwa eine halbe Stunde Zeit nehmen.

Auch das Domweihfest am 2. Oktober 2016 soll durch das Heilige Jahr eine besondere Prägung erfahren. Geplant ist eine „Nacht der Barmherzigkeit“ vom 1. auf den 2. Oktober mit Taizégebet, eucharistischer Anbetung und der durchgängigen Möglichkeit zu Gespräch, Segnung und Beichte. Die Brüder aus Taizé haben ihre Teilnahme bereits zugesagt.

Das außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit ist von Papst Franziskus am 8. Dezember eröffnet worden, genau 50 Jahre nach Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965). Es soll dazu beitragen, „das Zeugnis der Gläubigen stärker und wirkungsvoller zu machen", heißt es in der Verkündigungsbulle mit dem Titel „Antlitz der Barmherzigkeit“. Der Papst fordert die Kirche darin auf, verstärkt auf das Wesentliche zu schauen und „Zeichen und Werkzeug von Gottes Barmherzigkeit“ zu sein. Die Barmherzigkeit sei der letzte und endgültige Akt, mit dem Gott den Menschen entgegentritt, und zugleich „das grundlegende Gesetz, das im Herzen eines jeden Menschen ruht und den Blick bestimmt, wenn er aufrichtig auf den Bruder und die Schwester schaut, die ihm auf dem Weg des Lebens begegnen.“ Barmherzigkeit öffne das Herz für die Hoffnung, dass „wir trotz unserer Begrenztheit aufgrund unserer Schuld für immer geliebt sind“, so Papst Franziskus. Traditionell werden zu Beginn eines Heiligen Jahres die Heiligen Pforten des Petersdoms und der drei weiteren päpstlichen Basiliken in Rom geöffnet.

Der Eröffnungs-Gottesdienst im Speyerer Dom wurde von Domorganist Markus Eichenlaub und der Schola Cantorum Saliensis unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori musikalisch gestaltet. Sie brachten unter anderem die „Messe brève no. 5 aux seminaires“ von Charles Gounod zu Gehör.

Weitere Informationen zum Jahr der Barmherzigkeit:

http://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/heiliges-jahr-der-barmherzigkeit/

www.dbk.de/heiliges-jahr/home/

www.iubilaeummisericordiae.va/content/gdm/de.html

Öffnungszeiten des „Wegs der Barmherzigkeit“ im Dom zu Speyer:

werktags November bis März 9 – 17 Uhr

werktags April bis Oktober 9 – 19 Uhr

sonntags ganzjährig 12 – 18 Uhr

Text und Foto: is

13.12.2015


Ein Brückenbauer zur arabischsprachigen Gemeinde

Pastor Danial betreut aus Ägypten, Syrien und dem Irak stammende Christen in Ludwigshafen

Ludwigshafen /Eisenberg-  Er ist ein evangelischer Pontifex, ein Brückenbauer: Danial Danial, Pastor der koptisch-evangelischen Kirche in Ägypten und seit diesem Jahr hauptamtlicher Seelsorger der evangelisch-arabischsprachigen Gemeinde in Ludwigshafen. Der 50-Jährige betreut gemeinsam mit seiner Frau Kenous Shammas die rund 150 Personen, die in der Pfalz und Kurpfalz leben. Zusammen kommen die aus Ägypten, Syrien und dem Irak stammenden Christen in den Räumen der Stadtmission Ludwigshafen. Die Evangelische Kirche der Pfalz trägt gemeinsam mit dem Evangelischen Gemeinschaftsverband das Projekt.

Mit einem fest angestellten Pastor, der selbst aus einer Migrantengemeinde kommt, erwachsen nach Ansicht des Kirchenpräsidenten und des Beauftragten der Landeskirche für Christen anderer Sprache und Herkunft, Pfarrer Arne Dembek, neue Möglichkeiten für die Integration. Dies gelte nicht nur für die Eingliederung in die deutsche Gesellschaft; die durch die gemeinsame arabische Muttersprache verbundenen Evangelischen übten auch praktische Ökumene. So feierten altorientalische, orthodoxe und koptische Christen gemeinsam Gottesdienst, besuchten die Bibelstunden und kämen zu Jugendgruppentreffen zusammen.

Aber auch für die landeskirchlichen Gemeinden und die Stadtmission trage das „Modell“ des Brückenbauers zur Horizonterweiterung bei, erklärten Schad und Dembek bei einem Gespräch mit Danial und Vertretern des Gemeinschaftsverbandes sowie des Kirchenbezirks Ludwigshafen. Für die Landeskirche biete das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt die Möglichkeit, das interkulturelle Profil zu stärken. „Als Volkskirche verstehen wir uns als Kirche für alle Christenmenschen, unabhängig von ihrer Nationalität, Tradition oder Prägung“, sagte Dembek. Kirchenpräsident Schad betonte, dass die Landeskirche nicht nur mit guten Worten, sondern auch mit weiteren Flüchtlingsberatungsstellen und der Qualifizierung Ehrenamtlicher zur Integration beitragen wolle. Der Blick in die jüngere deutsche Geschichte zeige, dass die bis zu 14 Millionen Vertriebenen nach 1945 und die rund 2,5 Millionen (Spät-) Aussiedler zu Beginn der 1990er Jahre „auch dank der Aufnahme in unseren Kirchengemeinden hier ein neues Zuhause gefunden haben.“

Zurzeit feiert die arabischsprechende Gemeinde zweimal im Monat in Ludwigshafen ihre Gottesdienste. Die Hausbesuche führen Pastor Danial von Ludwigshafen bis nach Kaiserslautern, von Göllheim bis Kandel. Der vor 15 Jahren nach Deutschland gekommene ägyptische Pastor sieht seine Aufgabe aber nicht nur in der seelsorgerlichen Betreuung und gottesdienstlichen Begleitung seiner Gemeindemitglieder. „Wir dürfen mit den pfälzischen Kirchengemeinden nicht getrennt oder nebeneinander her leben, wir müssen zusammenwachsen“, sagte der mit seiner Familie in Eisenberg wohnende Danial, der von der Ludwigshafener Dekanin Barbara Kohlstruck in den Pfarrkonvent eingeladen wurde. Pfarrer Tilo Brach, Vorsitzender des Evangelischen Gemeinschaftverbandes Pfalz, und Missionsinspektor Otto-Erich Juhler unterstrichen die Bedeutung der direkten Begegnungen.

So hoffen alle Beteiligten, bis spätestens zum Projektende 2018 ein Gemeindefest und einen Gottesdienst feiern zu können, bei dem arabisch- und deutschsprachige Gemeindeglieder zusammen singen und beten, essen und trinken und zu dem Schluss kommen, dass Vorbereitung und Durchführung selten so problemlos waren wie in jenem Jahr. Text und Foto: lk

12.12.2015


„Tat verletzt alle, die sich für Integration einsetzen“

Herxheim/Speyer- Kirchenpräsident Christian Schad zum mutmaßlichen Brandanschlag auf die Flüchtlingsunterkunft in Herxheim und die im selben Gebäude verortete Kleiderkammer für Asylbewerber

„Die Nachricht vom mutmaßlichen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Herxheim sowie die im selben Gebäude verortete Kleiderkammer für Asylbewerber hat mich tief erschreckt. Den bei den Löscharbeiten verletzten Angehörigen der Feuerwehr gelten meine besten Genesungswünsche.

Diese Tat verletzt zugleich alle, die sich für eine Willkommenskultur und die Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden vor Ort und in unserem Land einsetzen. Gerade in Herxheim engagieren sich inner- und außerhalb der Kirche viele Menschen, die für die Rechte und Würde der Flüchtlinge und Asylsuchenden eintreten. Hier und an zahlreichen anderen Orten spüre ich in dieser Stunde die Entschlossenheit, sich umso mehr dafür einzusetzen, dass Flüchtlinge und Asylsuchende bei uns würdig empfangen und aufgenommen werden. Die in der Flüchtlingshilfe Engagierten sind für mich Vorbilder in Sachen Humanität, die wir gerade jetzt ganz besonders brauchen.

Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, noch heute Abend die Flüchtlingsunterkunft zu besuchen und damit mit denen solidarisch zu sein, die unmittelbare Opfer des Brandanschlags sind, und mit denen, die dem Hass gegenüber Fremden in unserem Land entschlossen widerstehen. Uns bleibt, nach diesem Anschlag den oft mühsamen Weg der Hilfe und des Dialogs konsequent weiterzugehen. Das Gebot zum Schutz der Fremden im eigenen Land zieht sich durch die ganze Bibel und ist für uns Christen die Richtschnur unseres Handelns: ‚Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen, wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst‘ (3. Mose 19,33 f.).“ lk

10.12.2015


Bischof Wiesemann verurteilt Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte in Herxheim

Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz WiesemannZweites Feuer innerhalb weniger Tage – Justiz ermittelt wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung – BDKJ und Jugendkirche LUMEN laden zu Friedengebet ein

Speyer-  Als „abscheuliche Tat“ verurteilt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Brandanschläge auf zwei Flüchtlingsunterkünfte in Herxheim. „Die Menschen, die vor dem Krieg und dem Terror in ihren Heimatländern geflohen sind und bei uns Schutz suchen, werden hier erneut Opfer von Vorurteilen und Gewalt. Wer einen solch niederträchtigen Anschlag auf schutzlose Menschen verübt, tritt die christlichen und die demokratischen Grundwerte mit Füßen.“

Ende vergangener Woche hatten die Täter drei mit einer unbekannten Flüssigkeit gefüllte Kanister über ein Oberlicht in das Gebäude einer geplanten Flüchtlingsunterkunft geworfen. Die Kanister waren in Flammen aufgegangen, Decke und Böden wurden verschmort. In das Haus sollten bis zu 800 Asylsuchende einziehen.

In der Nacht zum heutigen Donnerstag hat es erneut in einer Einrichtung für Flüchtlinge gebrannt. Das Feuer ist in einer Kleiderkammer im obersten Stock einer ehemaligen Gaststätte am Herxheimer Waldstadion ausgebrochen. Im Stockwerk unterhalb der Kleiderkammer wohnen neun Flüchtlinge in ehemaligen Fremdenzimmern. Sie konnten sich in Sicherheit bringen und blieben glücklicherweise unverletzt. Integrationsministerin Irene Alt sagte auf einer Pressekonferenz, man müsse damit rechnen, dass der neue Brand einen fremdenfeindlichen Hintergrund habe, auch wenn es noch keine konkreten Hinweise darauf gebe. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung aufgenommen.

Der Diözesanverband Speyer des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und die Jugendkirche LUMEN laden aus aktuellem Anlass für Freitag (11. Dezember) um 19 Uhr zu einem Friedensgebet die Jugendkirche LUMEN in Ludwigshafen ein. Sie befindet sich in der Unterkirche der Herz-Jesu-Kirche in der Mundenheimer Straße 216 und ist vom Berliner Platz und S-Bahnhof Ludwigshafen-Mitte in nur fünf Minuten Fußweg erreichbar. Das ursprünglich geplante Angebot „eat.share.pray“ wurde aufgrund der Brandanschläge in Herxheim durch ein Friedensgebet ersetzt. is

10.12.2015


24.000 Euro Bauhilfe für das Bistum Speyer

Bonifatiuswerk beschließt Fördermittel für 2016

Paderborn/Speyer- Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken fördert im Jahr 2016 Bau- und Sanierungsmaßnahmen im Bistum Speyer mit 24.000 Euro. Das hat der Generalvorstand des Diaspora-Hilfswerkes in Paderborn mitgeteilt. Insgesamt fördert das Bonifatiuswerk im kommenden Jahr Projekte in der deutschen, nordeuropäischen und baltischen Diaspora mit insgesamt 14 Millionen Euro.

Im Bistum Speyer wird die Kirchenstiftung St. Josef in Bayerfeld mit 24.000 Euro unterstützt. Bei der fast 250 Jahre alten Pfarrkirche ist es dringend notwendig das Dach zu sanieren. Die Dachfläche weist starke Verformungen auf, die Ziegel sind alt und defekt, die Dichte der Dacheindeckung ist so an mehreren Stellen nicht mehr gewährleistet.

„Wir möchten, dass der christliche Glaube in Deutschland eine Zukunft hat. Daher unterstützen wir Katholiken dort, wo sie in ihrem direkten Umfeld nur selten eine Glaubensgemeinschaft erleben. Gerade in der Diaspora ist es schwierig, den Glauben an die kommende Generation weiterzugeben“, sagte der Präsident des Bonifatiuswerkes, Heinz Paus.

Die gesamten Fördermittel in Höhe von 14 Millionen Euro verteilen sich auf die vier Hilfsarten des Bonifatiuswerkes: die Bau-, die Verkehrs-, die Glaubens- sowie die Kinder- und Jugendhilfe.

Im Bereich der Bauhilfe werden 58 Projekte mit insgesamt 3,43 Millionen Euro gefördert. Davon sind 350.000 Euro für eilbedürftige Baumaßnahmen vorgesehen. In Deutschland werden 36 Bauprojekte mit 1,775 Millionen Euro, in Nordeuropa elf Bauprojekte mit 750.000 Euro und in Estland und Lettland elf Bauprojekte mit 550.000 Euro gefördert.

Projekte der Kinder- und Jugendhilfe und der Glaubenshilfe werden unterstützt mit 2,85 Millionen Euro. In Deutschland fließen 1,69 Millionen Euro in die Kinder- und Jugendhilfe, in Nordeuropa 270.000 Euro und in Estland und Lettland 60.000 Euro. Auf die Glaubenshilfe entfallen 680.000 Euro, 150.000 Euro werden den Diözesan-Bonifatiuswerken zur Verfügung gestellt. Schwerpunktmäßig werden Tageseinrichtungen für Kinder in Ostdeutschland, Religiöse Kinderwochen, Projekte in der Kinder- und Jugendpastoral und Projektstellen gefördert.

Die Verkehrshilfe investiert 900.000 Euro in neue BONI-Busse. Seit der Gründung der Verkehrshilfe 1949 wurden bereits mehr als 3.400 Fahrzeuge gefördert, jährlich kommen 40 bis 45 BONI-Busse dazu.

Ähnlich wie im Vorjahr (2,1 Millionen Euro) werden 2016 missionarische Projekte und Initiativen zur Neuevangelisierung sowie die religiöse Bildungsarbeit gefördert. Hierzu gehören u.a. die Erstkommunionaktion, die Firminitiative und die Förderung christlichen Brauchtums durch Kampagnen. Zudem leitet das Bonifatiuswerk zweckgebundene Fördergelder des Diaspora-Kommissariats in Höhe von 4,74 Millionen Euro für Projekte in Nordeuropa weiter.

„Mit unserer Unterstützung als Hilfe zur Selbsthilfe möchten wir eine Zukunft mitgestalten, in der unser Glaube und unsere Werte erfahren und erlebt werden. Wir sind aufgefordert, auf aktuelle Herausforderungen in der Pastoral zu reagieren, gerade in einer Zeit, in der Millionen von Menschen aus Angst vor Krieg und Terror ihre Heimat verlassen und Schutz suchen“, sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen. Daher werden verstärkt Personalstellen in Gemeinden der Diaspora unterstützt, die eine gelebte Willkommenskultur fördern und die Integration vor Ort erleichtern sollen.

Information zum Bonifatiuswerk

Das Bonifatiuswerk unterstützt Katholiken überall dort, wo sie als Minderheit ihren Glauben leben und fördert Projekte in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum. Von der Deutschen Bischofskonferenz mit der Förderung der Diaspora-Seelsorge beauftragt, sammelt das Werk Spenden und stellt diese u.a. für den Bau von Kirchen und Gemeindezentren, für die Kinder- und Jugendseelsorge und für sozialkaritative Projekte als Hilfe zur Selbsthilfe zur Verfügung. Gefördert werden so die Weitergabe des Glaubens, Orte der Begegnung und der Gemeinschaft sowie die pastorale Begleitung.

Bildunterzeile: Der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, und Präsident Heinz Paus haben in Paderborn mitgeteilt, dass das Bonifatiuswerk im kommenden Jahr Projekte in der deutschen, nordeuropäischen und baltischen Diaspora mit 14 Millionen Euro unterstützt. Text und Foto: Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken

10.12.2015


Im Kampf gegen den Terror gibt es keinen ethischen Königsweg

Plädoyer des Kirchenpräsidenten für Gewaltfreiheit – „Flüchtlingskrise ist ein Weckruf“

Speyer/Bad Dürkheim- Mit einem Plädoyer für den „Vorrang des Zivilen, des Politischen und der Gewaltfreiheit“ hat sich der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad gegen militärische Aktionen im Syrien-Konflikt und im Kampf gegen den so genannten „Islamischen Staat“ ausgesprochen. Militäreinsätze würden keine Konflikte lösen. „Im Gegenteil. Sie beschleunigen die Eskalation, potenzieren den Hass und verursachen vor allem Opfer unter der Zivilbevölkerung“, sagte Schad mit Blick auf den vom Bundestag beschlossenen Bundeswehr-Einsatz in Syrien.

„Es geht um ein Kernthema des christlichen Glaubens“, sagte Schad beim traditionellen „Pressetee“ der Evangelischen Kirche der Pfalz am Dienstag in Bad Dürkheim. Der Terror stelle Politik, Kirche und Gesellschaft vor Optionen „jenseits eines ethischen Königsweges. Man kann hier eigentlich nicht nicht schuldig werden“. Auf Kirche und Diakonie komme angesichts der durch Armut, Klimawandel und Kriege ausgelösten „beispiellosen Massenvertreibungen“ eine wichtige Rolle zu. In seiner Ansprache vor rund dreißig Medienvertretern bezeichnete Kirchenpräsident Schad die Flüchtlingskrise als epochale Herausforderung und erteilte gleichzeitig einer Politik der „Abschottung ins vermeintliche Schneckenhaus des Nationalstaates“ eine Absage. „Es gibt Probleme, die machen vor Staatsgrenzen keinen Halt.“

Gerade im Hinblick auf das Schwerpunktthema 2016 der Reformationsdekade, „Reformation – und die Eine Welt“, bekomme der Begriff „Globalisierung“ eine besondere Bedeutung. „Die ‚Eine Welt‘ bringt es mit sich, dass Menschen sich auf den Weg machen, weil sie in ihrem eigenen Land keine Zukunft mehr sehen. Das fordert uns heraus.“ Die Flüchtlingskrise sei ein „Weckruf“, sagte Schad und forderte zum gewaltfreien Kampf gegen die Hauptursachen für Flucht und Vertreibung auf. Dazu zählen nach seinen Worten auch Rüstungsexporte u.a. in Länder, die die Menschenrechte verletzten. „Wir dürfen nicht aufhören, für solche Zusammenhänge ein Bewusstsein zu schaffen.“

„Als Christen nehmen wir die Herausforderung an, unsere zunehmend multiethnische, multireligiöse und multikulturelle Gesellschaft mit zu gestalten. Unser ur-evangelisches Modell von Einheit, von Gemeinschaft in versöhnter Verschiedenheit kann und soll uns dabei leiten“, führte Kirchenpräsident Schad aus. Er forderte eine solidarische Verteilung der Zuflucht Suchenden auf viele Länder, in denen den Flüchtlingen ein würdiges Leben und die Integration in die Gesellschaft ermöglicht werden solle.

Die Landeskirche sei bereit, nicht nur mit guten Worten, sondern handfest Hilfe zu leisten, erklärte der Kirchenpräsident und verwies auf das von der Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz verabschiedete Konzept zur Hilfe bei der Eingliederung von Flüchtlingen und Migranten. Gleichzeitig schlössen Rechte immer auch Pflichten ein. „Wer von unserer freiheitlichen Ordnung Gebrauch machen will, muss sie bejahen“, sagte Schad in seiner Ansprache beim „Pressetee“. Dieser bietet Kirchenleitung und Journalisten Gelegenheit, gegen Ende des Jahres intensiv miteinander ins Gespräch zu kommen. lk

09.12.2015


Nikolaus ist Schutzpatron der Binnenschiffer

Eintreten wo Hilfe gebraucht wird

Assmannshausen- Die Verehrung des heiligen Nikolaus hat in Assmannshausen lange Tradition und so hat auch in diesem Jahr der örtliche St. Nikolaus Schifferverein wieder eine Schiffsprozession zum Binger Riff ausgerichtet. In Höhe der dortigen Nikolauskapelle bitten die Prozessionsteilnehmer den Schutzpatron der Binnenschiffer um seinen Schutz und schließen die Wasserbauer, Feuerwehrleute und Schutzpolizisten mit ein.

Der St. Nikolaus-Schiffertag beginnt mit einem festlichen Gottesdienst am Morgen in der Pfarrkirche Hl. Kreuz Assmannshausen, unter der Mitgestaltung des Gesangvereins Cäcilia. Als Zelebranten konnte Friedrich Bauer vom Ortsausschuss Pfarrer Kurt Weigel, den Bezirkspräses Mittelrhein, Pfarrer Hans Jörg und Diakon Waldemar Eichholz begrüßen.Die Statue des Nikolaus auf einem der an der Prozession teilnehmenden Schiffe

In seiner Predigt zitierte Pfarrer Weigel auch den erkrankten Diakon Günter Johannes Barth von der Schifferseelsorge Mannheim-Ludwigshafen. Nikolaus sei einer der meist verehrten Heiligen der Ost- und Westkirche. Als Bischof von Myra begleiten ihn zahlreiche Legenden und er sei als einer der 14 Nothelfer Trost und Stärke für Menschen in Not, für Kinder und Schwache. Keines der Kinder solle verloren gehen, so Nikolaus, sonst gehe die Welt verloren. Wie Pfarrer Weigel betonte, haben die Menschen durch Nikolaus wieder zu Menschenfreundlichkeit und Güte zurückgefunden. Und der St. Nikolaus Schifferverein in Assmannshausen könne darauf Stolz sein, einen solchen Schutzpatron zu haben.

Weihbischof Otto Georgens aus Speyer sprach vor den Gläubigen an der Nikolauskapelle in Assmannshausen.Bei der abschließenden Andacht an der St. Nikolauskapelle in der Rheinuferstraße sagte der Weihbischof von Speyer, Otto Georgens, vor einer großen Anzahl von Prozessionsteilnehmern, dass der heilige Nikolaus gerade in unserer heutigen Zeit fälschlich als Weihnachtsmann dargestellt werden. „Kein Weihnachtsmann taugt zum Schutzpatron der Binnenschiffer“, so der Weihbischof, der auch darüber sprach, dass der Bischof von Myra meist unerkannt große Hilfe gegenüber den Armen geleistet habe. Und er zeige sich auch noch heute als ein großer Helfer in der Not. Armut habe viele Gesichter, auch in unserer Zeit. Für die Christen sei es daher gerade in der Advents- und Weihnachtszeit angesagt, dort einzutreten, wo Hilfe gebraucht wird.

Die St. Nikolaus Schiffsprozession wurde von der Winzerkapelle Rüdesheim musikalisch gestaltet. Beamten der Wasserschutzpolizei, Feuerwehrleute des Binger Feuerlöschschiffes, Vertreter des Wasserbaus und der Stadt Rüdesheim sowie Schiffervereine aus Bingen und Kamp-Bornhofen befanden sich unter den Prozessionsteilnehmern, die auf den Schiffen der Bingen-Rüdesheimer Personenschifffahrt und des Charterliners van de Lücht zum Binger Riff fuhren. Text und Foto: ASS Verlag

08.12.2015


Viel mehr als nur Gottesdienst

Erhebung zur Ministranten-Arbeit in der Diözese Speyer

Speyer- Im Bistum Speyer gibt es derzeit etwa 7.000 Messdienerinnen und Messdiener. Viele von ihnen treffen sich nicht nur zum Gottesdienst, sondern sind darüber hinaus als Jugendgruppen in der Pfarrei organisiert. Eine aktueller Erhebung der Ministrantenreferate der südwestdeutschen Bistümer zeigt: Die Zahlen gehen etwas zurück, das Engagement der Mädchen und Jungen ist aber nach wie vor sehr groß.

Die Ministrantenarbeit hat sich verändert. Das machen die Ergebnisse der Studie deutlich. Immer weniger Ministrantengemeinschaften bieten regelmäßige, altersspezifische Gruppenstunden an. Die Zahl sank auf knapp 20% der Pfarreien. Dennoch blieb die Zahl der Mädchen und Jungen, die Altardienst tun unter Berücksichtigung des demografischen Wandels stabil. Viele Gruppen treffen sich regelmäßig (86,4%). Im Vordergrund stehen dann Freizeiten, Bildungsveranstaltungen, soziale Aktionen oder Gebet und Besinnung. Fast alle Ministrantengruppen (91%) gaben an, sich im Rahmen der jährlichen Sternsingeraktion zu engagieren. 

Die Gruppen werden oftmals durch hauptamtliche Leitungskräfte organisiert (64%) . Hierzu zählen Pfarrer, Diakone und Pastoral- oder Gemeindereferenten, aber auch Pfarrsekretärinnen und Küster. In etwa einem Drittel der Fälle leiten Jugendliche oder Erwachsene ehrenamtlich die Ministrantenarbeit in den Gemeinden. 

An der von Mai bis September 2015 durchgeführten Umfrage nahmen im Bistum Speyer 65 von 70 Pfarreiengemeinschaften teil. Die Auswertung dient auch der zukünftigen Schwerpunktsetzung der Abteilung Jugendseelsorge im Bereich der Ministranten-Seelsorge. So wurde etwa deutlich, dass die Kooperation einzelnen Ministrantengemeinschaften auf Dekanatsebene noch deutlich verstärkt werden kann. Derzeit liegt sie bei etwas 11%. Im Zuge der Umstrukturierung der Pfarreien wird ein tragfähiges Kooperationsnetzwerk aber immer wichtiger werden. Ralf Feix, Referent für Ministrantenpastoral, plant zur Stärkung der Dekanatsebene in Kooperation mit den Jugendzentralen verstärkt Ministrantentage. Ihm ist es auch ein wichtiges Anliegen, für die Schulungsangebote vor Ort in den Pfarreien zu werben. Im direkten Austausch mit den Messdienerinnen und Messdienern ist es Feix besonders wichtig, Dank für den Dienst zum Ausdruck zu bringen: "Ich habe großen Respekt vor jeder und jedem Einzelnen, der mit Freude und Überzeugung seinen Dienst tut. Es ist einfach schön zu erleben, dass Messdiener-Sein nicht allein auf den Dienst am Altar beschränkt ist, sondern viele gemeinsame Aktionen darüber hinaus stattfinden, so das Miteinander gestärkt wird und Freundschaften entstehen. Das zu sehen erfüllt mich mit großer Dankbarkeit."  

Alle Umfrageergebnisse finden sie grafisch aufbereitet auf der Homepage der Abteilung Jugendseelsorge www.jugend-bistum-speyer.de.

Text: BDKJ Speyer; Foto: © Abteilung Jugendseelsorge

08.12.2015


Caritasverband bekommt eine neue Zentrale

Umzug in die Nikolaus-von-Weis-Straße für Anfang 2017 geplant

Speyer- Der Caritasverband für die Diözese Speyer bekommt eine neue Zentrale. Nach langer Suche steht nun fest: Ein Neubau wird es werden, und zwar auf dem Gelände des Institutes St. Dominikus in der Nikolaus-von-Weis-Straße.

Wie der Caritasverband mitteilt, baut die „Gewo Wohnen GmbH Speyer“ das neue Haus und vermietet es an den Caritasverband. Dem hat der Aufsichtsrat der Gewo bei seiner letzten Sitzung zugestimmt.  

Voraussichtlicher Baubeginn ist Anfang 2016. Der Umzug der rund 140 Mitarbeiter der Zentrale soll Ende 2016 erfolgen. „Für uns ist das ein idealer Standort“, so der Vorsitzende des Caritasverbandes für die Diözese Speyer, Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, „er eröffnet uns alle Möglichkeiten. Der Neubau wird komplett barrierefrei sein und hat eine sehr gute Verkehrsanbindung.“

„Wir veräußern das Areal, da die Arbeit des Caritasverbandes dem Grundauftrag unseres Ordens entspricht und auch dem Anliegen unseres Gründers Bischof Nikolaus von Weis“, äußerte sich die Generalpriorin des Instituts St. Dominikus, Schwester Gertrud Dahl, über die Pläne.

Alfred Böhmer, der Geschäftsführer der Gewo, sagte zu dem neuen Projekt: „Es freut uns, dass wir als Investor vom Caritasverband angesprochen wurden.“

Für den Vorsitzenden des Caritasrates und früheren Oberbürgermeister von Speyer, Werner Schineller, geht mit dieser Entscheidung ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung. „Es war mir ein großes Anliegen, den Umzug des Caritasverbandes in ein ausreichend großes, funktionales und nachhaltiges Gebäude auf den Weg zu bringen“, so Schineller.

Nachdem der ursprüngliche Plan nicht verwirklicht werden konnte, gemeinsam mit dem Priesterseminar in das Bistumshaus St. Ludwig zu ziehen, geht mit der Entscheidung für den Neubau an der Nikolaus-von-Weis-Straße für den Caritasverband eine lange Suche zu Ende. Der aktuelle Standort in der Oberen Langgasse, der so genannte „Seppelskasten“, ist für die 140 Mitarbeiter schon länger zu klein, und es müsste dort sehr viel Geld in die Hand genommen werden, um das Gebäude, das arg in die Jahre gekommen ist, von Grund auf zu sanieren.

Die Nachbarschaft mit dem Caritas-Zentrum, der Beratungsstelle in der Bahnhofstraße, endet schon Anfang 2016. Das Beratungszentrum zieht um in die Ludwigstraße 13a.

Stichwort Caritas-Zentrale

In der Zentrale des Caritasverbandes für die Diözese Speyer (DiCV) sitzt der Spitzenverband als Berater und Vertreter der Interessen aller kirchlich-caritativen Träger der Diözese. Die Referenten der so genannten „Abteilung Soziales“ verantworten die politische Lobbyarbeit in den Bereichen Jugendhilfe, Behindertenhilfe, Altenhilfe, Hospiz- und Palliativberatungsdienste, Wohnungslosenhilfe, Suchthilfe, Schwangerenberatung, Migration- und Integration, Schuldnerberatung und soziale Sicherung und die Fachberatung der katholischen Kindertagesstätten. Als Träger ist der DiCV verantwortlich für zwei Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und vier Warenkorb-Sozialkaufhäuser sowie für die acht Caritaszentren für die Dekanate im Bistum Speyer. Die 100prozentige Tochter des DiCV, die CBS Caritas Betriebsträgergesellschaft Speyer, ist Träger von 15 Altenhilfe- und sieben Behindertenhilfe-Einrichtungen sowie einer Einrichtung der Jugendhilfe.

In der Caritas-Zentrale in Speyer befindet sich außerdem das Personal-Servicezentrum, das für nahezu 3000 Mitarbeiter des DiCV und der CBS  und anderer caritativer Träger zuständig ist. Auch die Immobilien und Finanzen des Verbandes werden von Speyer aus verwaltet und betreut. Text und Foto: Caritasverband der Diözese Speyer

07.12.2015


Gebetskette erstreckte sich über das gesamte Kirchenjahr

Bischof Wiesemann dankt allen Teilnehmern der Gebetskette, die den Prozess „Gemeindepastoral 2015“ mit ihrem Gebet begleitet haben – Fortsetzung der Gebetskette im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit

Speyer- Vom ersten Advent 2014 bis zum ersten Advent 2015 haben Gruppen und Personen aus dem Bistum Speyer durchgängig für die Anliegen des Prozesses „Gemeindepastoral 2015“ gebetet. Die Gebetskette des Bistums erstreckte sich über alle Tage des vergangenen Kirchenjahrs.

„Es ist beeindruckend zu sehen, dass das Anliegen einer geistlichen, inhaltlichen und strukturellen Erneuerung des Bistums an jedem einzelnen Tag vor Gott gebracht wurde“, bringt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann seinen Dank an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gebetskette zum Ausdruck.

„Ganz unterschiedliche Menschen, Gruppen, Gebetskreise und Pfarreien unseres Bistums haben sich im Gebet miteinander verbunden und haben den Weg zur Neugründung der Pfarreien begleitet“, würdigt er den Gebetseifer der Gläubigen. Er verbindet damit den Wunsch, dass „der Heilige Geist uns auch weiterhin zu einer starken Gemeinschaft verbindet und uns erfüllt, damit wir froh und mutig als Christen den Herausforderungen unserer Zeit begegnen können.“

Ein positives Resümee zieht auch Liturgie-Referent Clemens Schirmer, der die Gebetskette organisiert hat. Im Online-Kalender zur Gebetskette wurden über 500 Eintragungen vorgenommen. Die Karmelitinnen aus Hauenstein haben täglich für den Prozess „Gemeindepastoral 2015“ gebet. Zehn Gruppen haben sich während des gesamten Jahres einmal oder mehrmals in der Woche zum Gebet getroffen. Clemens Schirmer weiß, dass viele die Gebetskette zusätzlich unterstützt haben, ohne sich in den Online-Kalender auf der Internetseite des Bistums einzutragen. Für den Liturgie-Referenten hat die Gebetskette ein Stück weit sichtbar gemacht, dass in vielen Pfarreien Gruppen und Gebetskreise bestehen, die sich regelmäßig zum gemeinsamen Beten treffen. Clemens Schirmer sieht darin ein positives Zeichen, dass die Spiritualität als eine von vier leitenden Perspektiven im neuen Seelsorgekonzept des Bistums eine tragfähige und weiter ausbaufähige Grundlage in den Pfarreien und Gemeinden hat.

Das Bistum hat entschieden, die Gebetskette im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit fortzusetzen. Es wird am dritten Adventssonntag mit einem Pontifikalamt im Dom zu Speyer eröffnet.

04.12.2015


Verdienstorden des Landes für Kirchenpräsident i.R. Eberhard Cherdron

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Einsatz für Gemeinwohl ist gelebte Solidarität

spk. Speyer. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat jetzt im Rahmen einer Feierstunde im Stresemannsaal der Mainzer Staatskanzlei den früheren Kirchenpräsidenten der Evangelischen Landeskirche der Pfalz, Eberhard Cherdron, mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet. Wie Dreyer bei dieser Gelegenheit hervorhob, habe sich Cherdron in all seinen beruflichen Herausforderungen mit großem Engagement für den Dialog zwischen den Kirchen und der Gesellschaft eingesetzt. Ein wichtiger Schwerpunkt seiner Arbeit sei dabei der Aufbau und die Pflege von Kontakten mit der evangelischen Jugendarbeit in der früheren DDR gewesen, für die er vielfältige Begegnungen initiiert habe. Im „Vereinigungsjahr“ 1990 habe Cherdron dann den Prozess der Zusammenführung der kirchlichen Jugendarbeit in Ost und West mit wertvollen Impulsen begleiten und zum Erfolg führen können.

„Eine Gesellschaft braucht engagierte Menschen wie Sie, die sich für das Gemeinwohl einsetzen und etwas verändern wollen - Menschen, die mitgestalten, bewegen und andere inspirieren können“, betonte die Ministerpräsidentin in ihrer Laudatio auf den verdienten Kirchenmann. Engagement sei ein unverzichtbarer Bestandteil jeder bürgerschaftlichen Gemeinschaft. Demokratie lebe davon, dass es immer wieder Menschen gebe, die ihre Zeit und Tatkraft einsetzten, um sich einem gemeinnützigen „Herzensprojekt“ zu widmen. „Über viele Jahre hinweg haben Sie so dieses Land und seine Zukunft nachhaltig mitgestaltet und sind darüber zum Vorbild geworden. Dafür gebührt Ihnen heute unser besonderer Dank“, so die Ministerpräsidentin.

Der 1943 in Speyer als Sohn eines Pfarrers geborene Theologe wuchs gemeinsam mit drei Geschwistern in Hochstadt/Pfalz und Kandel auf und studierte nach dem Abitur von 1963 bis 1967 Theologie an den Universitäten in Tübingen, Heidelberg, Göttingen und Mainz. Sein anschließendes Vikariat und seine erste Pfarrstelle waren in den saarpfälzischen Kirchengemeinden in Bexbach und Homburg/Saar. Ab 1970 studierte Eberhard Cherdron in Mannheim zusätzlich zur Theologie Volkswirtschaftslehre und schloss dieses Studium im Jahr 1974 als Diplom-Volkswirt ab.

Von 1974 bis 1977 hatte Cherdron dann die Pfarrstelle in Neuhofen/Pfalz inne, ehe er zum Landesjugendpfarrer der Pfälzischen Landeskirche nach Kaiserslautern berufen wurde.

Ab 1984 leitete er dann das „Diakonische Werk der Pfalz“ in Speyer, bis ihn die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz 1989 zum Oberkirchenrat in Speyer wählte, wo er die Funktion des Personaldezernenten übernahm. Neun Jahre später, im Jahr 1998, wurde Cherdron dann von der Landessynode zum Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche der Pfalz gewählt und trat damit die Nachfolge von Werner Schramm an, der damals aus Altersgründen in den Ruhestand wechselte.

Nach Beendigung seiner ersten, zunächst siebenjährigen Amtszeit wählte ihn die Landessynode 2005 mit 55 von 64 Stimmen erneut zum Kirchenpräsidenten. Damit konnte er im September 2005 seine zweite Amtsperiode antreten, die er bis zum 30. November 2008 ausfüllte, als er im Alter von 65 Jahren in den Ruhestand wechselte. Zu seinem Nachfolger wählte die Landessynode im Mai 2008 Cherdrons damaligen Stellvertreter, Oberkirchenrat Christian Schad.

Heute lebt Eberhard Cherdron, der in seiner Freizeit Klavier, Blockflöte und Gambe spielt und u.a. auch in der „Kantorei an der Gedächtniskirche“ als Chorsänger mitwirkt, zusammen mit seiner Frau Dorothea, mit der er vier Kinder hat, wieder in Speyer. Ein profiliertes Pfarrerleben rundet sich also....

Gemeinsam mit Eberhard Cherdron zeichnete die Ministerpräsidentin übrigens an diesem Tag noch elf weitere verdiente Frauen und Männer aus den unterschiedlichsten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz aus, die sich durch ganz unterschiedliche Engagements verdient gemacht hätten - von der Förderung kultureller und geschichtlicher Projekte über die Forschungsförderung und soziale Hilfsprojekte bis hin zum Natur- und Umweltschutz. „All dies spiegelt die Pluralität und den Reichtum des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens wider, für die Rheinland-Pfalz steht. Ihre Leistungen sind deshalb eine große Bereicherung für unser Zusammenleben“, so die Ministerpräsidentin abschließend.

Wie die Staatskanzlei weiter mitteilte, engagieren sich derzeit in Rheinland-Pfalz mehr als 1,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger ab einem Alter von 14 Jahren im Ehrenamt. Das seien 42 Prozent aller Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer - so viele, wie in fast keinem anderen Bundesland. „Ich bin deshalb stolz darauf, in einem Land zu leben, in dem die Menschen zusammenhalten“, so die Malu Dreyer. Die Förderung des Ehrenamtes sei deshalb auch eines der vorrangigen Politikfelder der Landesregierung.

Was ehrenamtliches Engagement zu erreichen vermöge, habe sich gerade erst wieder in diesem Jahr gezeigt, in dem das Land den größten Zuzug von Flüchtlingen seit dem Zweiten Weltkrieg erlebe. „Hier leisten die zum großen Teil ehrenamtlich tätigen Helfer und Helferinnen Herausragendes für unsere Gesellschaft und für diejenigen Menschen, die aus Not zu uns geflüchtet sind“, betonte die Ministerpräsidentin anerkennend.

Der Landesverdienstorden wurde in diesem Jahr bereits zum 34. Mal verliehen. Er wird seit 1982 vergeben und ist die höchste rheinland-pfälzische Auszeichnung, mit der herausragende Verdienste um das Land Rheinland-Pfalz und seine Bürgerinnen und Bürger gewürdigt werden. Seit 1982 wurde er 1.086 Mal verliehen. Foto: stk-rlp

03.12.2015


Vorlesespaß in der Prot. Kita Arche Noah in Speyer

Speyer- Der bundesweite Vorlesetag am 20. November war für die Prot. Kita Arche Noah in Speyer Anlass, in der Kita-eigenen Bücherei drei Tage lang fast rund um die Uhr vorzulesen.

In gemütlicher Atmosphäre lasen Eltern und Erzieherinnen den Kindern Bilderbücher und Geschichten zum Thema „Alle Kinder dieser Welt“ vor. Die Buchauswahl stellte der Spei’rer Buchladen zur Verfügung. So konnten die Kinder andere Kulturen und Feste kennenlernen.

Die Bücherei der Prot. Kita Arche Noah wird in den wöchentlichen Ausleihzeiten von Eltern betreut. Im Alltag ist sie für die Kinder und Erzieherinnen eine Bereicherung. Dank des großen Engagements der Eltern z.B. beim weihnachtlichen Plätzchenverkauf können kontinuierlich neue Bücher angeschafft werden.

Text und Foto: Protestantische Kindertagesstätte Arche Noah

02.12.2015


Rund 500 Teilnehmer bei Klimapilgerweg durch die Pfalz unterwegs

Gemeinsames Eintreten der Weltreligionen entfacht Dynamik im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Paris  – Weltkirchen-Referent Christoph Fuhrbach bei Abschlussveranstaltungen der verschiedenen internationalen Klima-Pilgerwege in Paris

Speyer- Mit einem starken Zeichen haben Vertreter/innen der Weltreligionen kurz vor dem Start der 21. Weltklimakonferenz in Paris (COP 21) den Druck auf die politisch Handelnden erhöht: sie übergaben 1.780.528 Unterschriften für ein verbindliches Klimaschutzabkommen an Christiana Figueres, der Leiterin des UN-Klimasekretariats.

Als Vertreter des ökumenischen Klima-Pilgerweg-Abschnitts “Ludwigshafen – Metz” und des gesamten deutsch-französischen Klima-Pilgerweges „Geht doch!“ von Flensburg über 1470km nach Paris nahm Christoph Fuhrbach vom Referat Weltkirche des Bistums Speyer an den Abschlussveranstaltungen der verschiedenen internationalen Klima-Pilgerwege in Paris teil. „Frau Figueres zeigte sich emotional gerührt, weil alle Weltreligionen erstmals in dieser existentiellen Frage einheitliche und zudem klare sowie verbindliche Forderungen an die Politik erhoben“, berichtet Fuhrbach. Figueres bezeichnete den Klimawandel als die „zentrale Herausforderung dieser Generation“, die nun entschieden angegangen werden müsse.

Die Attentate in Paris vor zwei Wochen hatten Auswirkungen auf den Abschluss der internationalen Klima-Pilgerwege vor dem Start der COP 21 in Paris: Einige Veranstaltungen wie eine große Demonstration für ein verbindliches Klimaschutzabkommen wurden aufgrund der angespannten Sicherheitslage in Paris abgesagt. Viele weitere Events mussten verlegt oder verkürzt und einige Sicherheitskontrollen eingehalten werden. Banner und Fahnen durften aufgrund des Demonstrationsverbots nicht ausgerollt werden, Gesang war nur in geschlossenen Räumen erlaubt. Zudem hatten sich etliche Pilgernde in den vergangenen zwei Wochen für das Finale in Paris abgemeldet. Gleichzeitig freuten sich die Menschen in Paris, dass dennoch so viele Klima-Pilgernde in ihre Stadt kamen, was sie auch als Solidaritätsbekundung in ihrer aktuell nicht einfachen Situation deuteten.

Die verschiedenen internationalen Klimapilgerwege aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Deutschland, Schottland, England, Niederlande, Ukraine, Ungarn, Österreich und Italien sowie aus den Philippinen und von Ostafrika kamen alle am Freitag in Paris an. Selbst in vielen Metro-Stationen wurde auf die Ankunft der Klimapilgernden mit Plakaten hingewiesen. Aufgrund dieses Anlasses gab es diverse Empfänge, Gebetszeiten und thematische Veranstaltungen in der ganzen Stadt.

Aus dem Veranstaltungsreigen ragte ein interreligiöses Gebet in der Kathedrale von St. Denis mit muslimischen, jüdischen, buddhistischen und christlichen Gläubigen heraus. Direkt im Anschluss gab es ein Treffen von Vertreter/innen aller Klimapilgerwege und der Weltreligionen mit bei der  COP 21 zentralen Persönlichkeiten: Pilger/innen berichteten mit Hilfe von mitgebrachten Symbolen über ihre im Laufe der Pilgerwege gemachten Erfahrungen und Einsichten. Religiöse Würdenträger/innen stellten klare Forderungen an die bei der Weltklimakonferenz politisch Handelnden. Dabei wurde klar, dass es hier keine religiösen Grenzen gibt, sondern dass – zum ersten Mal - alle großen Weltreligionen sich einig sind, dass der Klimawandel und ein an Klimagerechtigkeit ausgerichtetes Handeln eine der wesentlichen Herausforderungen der gesamten Menschheit im 21. Jahrhundert sein wird. Erzbischof Thabo Makgoba rief daher alle Gläubigen und alle politisch Handelnden auf: „Wir können, wir müssen, wir werden handeln“, um den Klimawandel zu begrenzen und Klimagerechtigkeit zu schaffen.

Viele weitere religiöse Würdenträger/innen wie z.B. der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, seine Stellvertreterin Annette Kurschus (Präses der Evangelischen Landeskirche von Westfalen), Erzbischof Ludwig Schick (Erzbistum Bamberg. Vorsitzender der Kommission Weltkirche bei der Deutschen Bischofskonferenz) und Bischof Bernabe Sagastume (Guatemala) als „Stimme der Menschen im globalen Süden“, waren vor Ort in Paris. Er hat in den vergangenen Tagen auch im Bistum Speyer sowohl über seinen Einsatz gegen große Bergbauprojekte mit massiven negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur, über die Auswirkungen des Klimawandels in Mittelamerika als auch über seine Hoffnungen auf ein verbindliches Klimaschutzabkommen in Paris berichtet.

Etliche Zehntausende Klima-Pilgernde waren auf dem Weg nach Paris unterwegs, allein zwischen Ludwigshafen und Metz waren es gut 500. Zusätzlich wurden viele weitere Menschen auf dem Klima-Pilgerweg durch die Pfalz und das Saarland mit öffentlichen Veranstaltungen in Kirchen, Gemeindehäusern, Fußgängerzonen erreicht. Die Evangelische Landeskirche der Pfalz als auch das Bistum Speyer haben damit einen Beitrag geleistet, dass der Druck auf die Politisch Handelnden, bei der COP 21 ein verbindliches Klimaschutzabkommen zu erreichen, erhöht wurde. Text: is; Foto: Evangelische Kirche von Westfalen

01.12.2015


Segnung und Aussendung für den Dienst in den neuen Pfarreien

Delegationen aus den Pfarreien bekamen beim Pontifikalamt im Speyerer Dom am 28. November die Errichtungsurkunden der neuen Pfarreien und das künftige Pfarrsiegel überreicht

Speyer-  Dieser Tag geht in die Geschichte des Bistums Speyer ein: Zu einem Segnungs- und Sendungsgottesdienst kamen am Samstag, den 28. November, Delegationen aus allen Pfarreien des Bistums Speyer zusammen. Beim Pontifikalamt im Speyer Dom wurde das Bistum als eine große Gemeinschaft aus allen Teilen der Pfalz und des Saarpfalzkreises erfahrbar, als eine Gemeinschaft von Gläubigen, die mit „Herzblut, Leidenschaft und großer Liebe zu ihrer Kirche stehen“, wie Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Begrüßung der rund 1.200 Gottesdienstteilnehmer betonte.

In seiner Predigt wandte sich der Bischof dem Prozess „Gemeindepastoral 2015“ unter dem Leitwort „Der Geist ist es, der lebendig macht“ zu. „Es geht dabei nicht zuerst um eine Veränderung der Strukturen, sondern um eine geistliche Erneuerung, mit der wir auf die Herausforderungen der Zeit Antwort geben“, so der Bischof. Das Leitwort sei ein Appell, „nicht das Tote zu hüten, sondern das Lebendige zu fördern“. Im Blick auf die Bedrohung durch den Terror rief er die Gläubigen dazu auf, mit Mut für die christlichen Werte und die Würde des Menschen einzutreten. Zugleich warb er für eine offene und solidarische Haltung gegenüber den Menschen, die auf der Flucht vor Krieg und Terror in Europa Schutz suchen. „Es ist das Kennzeichen, gleichsam die Signatur des Christlichen, dass wir uns dem Notleidenden öffnen und ihm Anteil an unserem Leben geben, als wäre es Christus selbst.“

Die Kirche sei heute vor die Aufgabe gestellt, das Dienen neu zu lernen. Nur im Dienst und in der Hingabe zeige sich die Kraft des Glaubens. Die erste Frage bei der Erstellung eines pastoralen Konzepts in den neuen Pfarreien dürfe nicht lauten „Welchen Besitzstand wollen wir wahren?“, sondern „Wem wollen wir dienen?“ Der Bischof ermutigte zu einem Wechsel vom Versorgungsdenken zur Eigeninitiative. Der Blick der Seelsorge müsse darauf gerichtet sein, wo die Charismen und Begabungen wachsen - und das „über die Grenzen der Kirche hinaus im ökumenischen Schulterschluss und im Schulterschluss mit all denen in der Gesellschaft, die sich ebenfalls von der Not der Menschen anrühren lassen“. Notwendig sei ein Umdenken von der Institution zur Jüngerschaft. „Fragen wir uns vor allem: Wo wächst das Reich Gottes? Denn Kirche ist nicht um ihrer selbst willen eingesetzt, sondern als Hinweis auf das Reich Gottes“, hob Bischof Wiesemann hervor und zeigte sich davon überzeugt, dass der Funke Jesu niemals klein zu kriegen sei. „Im Gegenteil, seine Kraft ist größer als alles, was wir planen können.“

Die leitenden Pfarrer, die gemeinsam mit dem Bischof, den Mitgliedern des Domkapitels und den Dekanen um den Hochaltar versammelt waren, sprachen das Glaubensbekenntnis und legten ihren Amtseid als Pfarrer der neuen Pfarreien ab. Darin versprachen sie unter anderem, die Gemeinschaft mit der Kirche zu bewahren und den Bischöfen in Treue zur Seite zu stehen. Nach dem Schlussgebet wurden die Delegationen aus den Pfarreien von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Weihbischof Otto Georgens und Generalvikar Dr. Franz Jung für ihren Dienst in den neuen Pfarreien gesegnet und ausgesandt. Den Delegationen aus den Pfarreien gehörten die hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger und die Vertreter der neu gewählten Pfarrgremien an. Sie erhielten zugleich die Errichtungsurkunde der neuen Pfarrei und das neue Pfarrsiegel.

Dem Gottesdienst wohnten mehrere Ehrengäste bei, darunter der emeritierte Speyerer Bischof Dr. Anton Schlembach, die rheinland-pfälzische Kultusministerin Vera Reiß sowie die Leiter der katholischen Büros von Rheinland-Pfalz und des Saarlandes Dieter Skala und Prälat Dr. Peter Prassel. Der evangelische Kirchenpräsident Christian Schad musste krankheitsbedingt absagen.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes hatten der Mädchenchor der Dommusik und die Sängerinnen des Domchors unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori übernommen. Aufgeführt werden die „Messe brève“ von Leo Delibes und John Rutters „The peace of God“. Die Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub. Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich die Delegationen in der Event-Halle des Speyerer Technik-Museums zu Gesprächen, Begegnung und zur Stärkung mit einem Mittagessen. Text: is; Foto: Klaus Landry

29.11.2015


Weltweite Verschwendung von Lebensmitteln stoppen

Pfalzweite Eröffnung von „Brot für die Welt“ – Kirchenpräsident prangert Ungerechtigkeiten an

Speyer/Kirchheimbolanden- Zum Auftakt der Spendenaktion „Brot für die Welt“ für die Pfalz und Saarpfalz appellierten der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad und Wolfgang Seibel von der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Mennonitengemeinden an die Christen, das eigene Konsumverhalten zu überdenken. „Viel zu viel wird produziert für den vermeintlichen Bedarf in den Industrienationen. Und dabei werden weltweit mehr Lebensmittel verschwendet, als nötig wären, alle Hungernden dieser Erde zu ernähren, sagte Schad im Gottesdienst am ersten Advent in der Peterskirche in Kirchheimbolanden. Die 57. evangelische Spendenaktion hat das Motto „Satt ist nicht genug! Zukunft braucht gesunde Ernährung“.

Kirchenpräsident Schad bezeichnete es in seiner Predigt als „schreiende Ungerechtigkeit“, dass die einen „ein leichtes Leben voller Annehmlichkeiten führen“, während in anderen Weltgegenden die Menschen ausgeschlossen seien von Bildung und Brot, vom Zugang zu Land und zu sauberem Wasser. „Wer die Welt in Ehrfurcht bewahrt, wer sie allen Menschen zugute kommen lässt, erkennt: Wir leben in der einen Schöpfung Gottes“, sagte Schad in dem von der Landeskirche und den südwestdeutschen Mennonitengemeinden gemeinsam gestalteten Gottesdienst.

Die Spendenaktion stellt in diesem Jahr das Thema Mangelernährung und deren Folgen in den Mittelpunkt. Brot für die Welt unterstützt Partnerorganisationen, die die Bevölkerung über die Bedeutung einer vielfältigen, gesunden und bezahlbaren Ernährung aufklären. Die Spenden aus der Pfalz und der Saarpfalz kommen dabei zwei Projekten in Indien und in dem afrikanischen Land Burkina Faso zugute. Kirchenpräsident Schad betonte, dass die Brot-für-die Welt-Projekte eine der Ursachen für weltweite Fluchtbewegungen – nämlich den Klimawandel und seine Folgen – in den Blick nehme und Menschen dabei helfe, ihren Lebensraum zu erhalten und ein Leben in Würde zu führen. So würden Kleinbauern in Burkina Faso beispielsweise dabei unterstützt, Brunnen und Regenwassertanks zu bauen, damit das in der Sahelzone gelegene Land auch in der Dürreperiode genügend sauberes Wasser zur Verfügung hat.

Das Motto „Satt ist nicht genug“ wurde im Gottesdienst nicht nur durch das Wort thematisiert, sondern auch visuell und tänzerisch umgesetzt, um den Besuchern möglichst viele Zugänge zu bieten. So machten etwa kleine Säckchen, die die Evangelische Jugend mit Reis und Getreidekörnern gefüllt hatte, deutlich, mit wie wenig Nahrung ein Mensch in den armen Regionen unserer Erde täglich auskommen muss. Die Säckchen trugen die Aufschrift „Weniger ist leer“. An dem erstmals von den südwestdeutschen Mennonitengemeinden mitgestalteten Gottesdienst zur Eröffnung von Brot für die Welt wirkten u.a. auch Dekan Stefan Dominke, Asylbewerber und der syrische Künstler Nadal Alawar mit. Die musikalische Leitung hatte Bezirkskantor Martin Reitzig. dwp/lk.

Hintergrund: Im vergangenen Jahr haben die Menschen in der Pfalz und der Saarpfalz 1.037.445 Euro für Brot für die Welt gespendet. Das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland wurde 1959 gegründet. Wirkliche Hilfe muss dem Armen helfen, sich selbst zu helfen, lautete ein entscheidender Grundsatz, der bis heute gilt.

29.11.2015


Aus der spirituellen Begegnung mit Papst Johannes Paul II. Kraft schöpfen

Gedanken von Gerhard Cantzler

Speyer- Wer damals, am 4. Mai 1987, persönlich mit dabei war auf der Speyerer Maximilianstraße oder auf den Domplätzen, als der bei Alt und Jung so sehr geliebte Papst Johannes Paul II. der Stadt und dem Bistum die Ehre gab, für den hat sich dieser so gar nicht frühlingshafte, nasskalte Tag tief in das Gedächtnis eingegraben. Denn wer sich heute noch bewusst an dieses Ereignis erinnern kann, das damals für einige wenige Stunden die Domstadt Speyer schlaglichtartig in den Blickpunkt des Weltgeschehens rückte, der muss inzwischen bereits mehr als 40 Jahre alt sein.

Von daher war wohl auch die Frage von Gesprächsleiterin Rebecca Blum an ihre beiden Gäste, Bischof emerit. Dr. Anton Schlembach und Oberbürgermeister a.D. Werner Schineller an diesem denkwürdigen Abend nur zu verständlich, ob sie sich denn heute eine stärkere Verankerung dieses Ereignisses im Bewußtsein der Menschen in Speyer und in der Diözese wünschen würden.

Denn erinnern wir uns: An diesem 4. Mai 1987 war die Welt noch strikt in Ost und West aufgeteilt - stand in Berlin noch eine schier undurchdringliche Mauer - waren die ersten Anzeichen eines Ausgleichs zwischen den monolithisch aufgestellten, politischen Systemen nur andeutungsweise zu erkennen.

Einer, der damals durch sein Wort und sein Gebet maßgeblich dazu beigetragen hat, dass schon wenige Monate nach diesem Besuch in der Pfalz die Mauer in Berlin fallen, die Grenzen zwischen Ost und West ihren Wert verlieren und die Menschen auf beiden Seiten des so überflüssig gewordenen „Eisernen Vorhangs“ glückselig ihre Wiedervereinigung feiern konnten, war er: Papst Johannes Paul II., der unter anderem mit seiner Unterstützung der christlich geprägten Gewerkschaft „Solidarnosc“ in seiner polnischen Heimat den ersten Stein aus der bis dahin undurchdringlichen Mauer zwischen Ost und West brach und mit seinem Ruf „Habt keine Angst!“ alle Menschen guten Willens in der Welt dazu ermutigen wollte, diesen Weg in eine bessere Zukunft mit ihm gemeinsam zu gehen.

Doch haben sich diese politischen Hoffnungen des inzwischen zu Recht heilig gesprochenen Papstes erfüllt?

Seit 1987 haben sich Art und Umfang des Terrors in der Welt mit geradezu besorgniserregender Geschwindigkeit weiter gesteigert. Denken wir nur an den 11. September 2001, als erstmals eine neue Eskalationsstufe der Gewalt überschritten und ein seit Anbeginn der Welt gültiges Tabu gebrochen wurde, indem drei mit unschuldigen Menschen vollbesetzte Flugzeuge in die „Twin-Towers“ von New York und in das amerikanische Verteidigungsministerium bei Washington gestürzt wurden. Und denken wir im weiteren an die in kurzer Folge durchgeführten, brutalen Anschläge von Paris, die die Welt mit neuen Formen des Schreckens überzogen. Dazwischen gab es unzählige Kriege und Gewalttaten in der Welt und in ihrer Folge immer größere Wellen von -zig Millionen Flüchtlingen.

Ein vermeintlich undurchbrechbarer Teufelskreis scheint sich in Gang gesetzt zu haben und sich immer schneller zu drehen.

Als Johannes Paul II. 1987 in Deutschlandund in Speyer weilte, da galt sein Besuch in erster Linie der von ihm so hochverehrten, zwischenzeitlich gleichfalls heilig gesprochenen jüdisch-deutschen Wissenschaftlerin und Karmelitin Edith Stein, die im Bistum Speyer vom Judentum zum Katholizismus konvertiert war und deren Seligsprechung Papst Johannes Paul II. 1987 bei seinem Aufenthalt in Köln vornahm.

Diese Heilige – „Benedicta vom Kreuz“, Edith Stein - hat durch ihr Leben ein Zeugnis dafür gegeben, wie Menschen auch mit scheinbar ausweglosen Situationen umgehen und leben können – so wie sie im KZ Auschwitz mit einer finalen Situation umgehen musste, wo sie schon kurz nach der Ankunft ihres Transports aus Holland gemeinsam mit ihrer Schwester im Gas starb.

Terror und Gewalt beherrschen auch heute wieder oder noch immer und vielleicht sogar noch mehr, die Welt. Damit umgehen und leben zu können, erfordert Mut und große Vorbilder. Der heilige Papst Johannes Paul II und die Heilige Edith Stein taugen bestens als solche Vorbilder.

Sie beide hatten Kontakte zu Speyer – die eine über mehrere Jahre hinweg als Lehrerin im Kloster St. Magdalena, der andere nur wenige Stunden. „Können wir es überhaupt zureichend einschätzen, gemeinsam mit einem Heiligen am Altar gestanden zu haben – ihm die Hand gereicht zu haben?“, fragte jetzt Bischof Dr. Anton Schlembach nachdenklich und voller Ehrerbietung seine bewegten Zuhörer im dicht besetzten Speyerer Ratssaal.

Deshalb: So wie es sie schon mit der in Speyer seßhaften „Edith-Stein-Gesellschaft“ gibt, wäre wohl auch eine institutionalisierte Form des Gedenkens an Papst Johannes Paul II. und an seinen Besuch in Speyer eine gute Idee, weil ihm dort die ihn verehrenden Menschen, wie 1987 der Speyerer Bischof in Realität, zumindest im Geiste die Hand reichen und so aus der spirituellen Begegnung mit ihm Kraft und Hoffnung schöpfen können – trotz allem. Fotos: gc

28.11.2015


Auf dem Weg zu einer „neuen Art von Pfarrei“

Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz WiesemannBischof Karl-Heinz Wiesemann ermutigt in seinem Hirtenbrief zum ersten Advent die Gläubigen dazu, sich auf den Weg des Lebens in den neuen Pfarreien einzulassen

Speyer-  Die Einführung des neuen Seelsorgekonzepts „Gemeindepastoral 2015“ steht im Mittelpunkt des Hirtenbriefs von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zum ersten Advent. „Soll die Reform gelingen, müssen wir das wirklich Neue an den nun umschriebenen pfarrlichen Lebensräumen erkennen“, schreibt Bischof Wiesemann im Blick auf die 70 neuen Pfarreien. „Wir wollen uns auf den Weg zu einer neuen Art von Pfarrei machen: Sie lebt in unterschiedlichen Gemeinden, die fest miteinander verbunden sind, so dass sie sich gegenseitig ergänzen in der Vielfalt der Charismen, die ihnen gegeben sind.“ Es komme nicht darauf an, an jedem Ort alles anzubieten, sondern miteinander den Reichtum der Vielfalt zu entdecken. Keiner schafft das allein. „Wir brauchen einander, um den ganzen Christus in der Welt sichtbar werden zu lassen.“ Das erfordert aus Sicht des Bischofs Offenheit, aufeinander zuzugehen, Bereitschaft, miteinander Schwerpunkte zu setzen, und Freude daran, sich Neuem und Unerwartetem zu öffnen.“

Die Neuwahlen der pfarrlichen Gremien im Oktober hätten vielerorts einen Generationenwechsel hervorgebracht. Manch einer, der sich über lange Jahre mit Leidenschaft für seine Pfarrgemeinde vor Ort eingesetzt habe, wolle sich diese grundlegende Veränderung in seinem ehrenamtlichen Engagement nicht mehr zumuten. Andere seien neu angezogen worden von der Unterschiedlichkeit der Mitwirkungsmöglichkeiten, die die neuen Räte auf der Pfarrei- wie konkret auf der Gemeindeebene bieten. Der Bischof ermutigt die Gläubigen, „sich mit dem Wagemut und der Zusage des Evangeliums auf den Weg des gemeinsamen Lebens und Wirkens in unseren neuen Pfarreien einlassen.“

Die Einführung des neuen Seelsorgekonzepts im Bistum Speyer treffe mit zwei herausragenden Ereignissen zusammen. Bischof Wiesemann bezieht sich einerseits auf den Beginn des außerordentlichen Heiligen Jahres, das Papst Franziskus als Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen hat und mit dem er die Kirche von innen her erneuern möchte. Zum anderen richtet er seinen Blick auf die Flüchtlinge, die aus Angst vor Terror und Krieg, aus Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit an unserer Tür anklopfen. Hier werde der innerste Kern von Barmherzigkeit, von „misericordia“, angefragt: „Das eigene Herz für die Elenden zu öffnen und das Leben mit ihnen zu teilen.“ Die Aufnahme und Integration der Flüchtlinge betrachtet er als eine Bewährungsprobe für das Zeugnis der Christen. „Was wir aktuell erleben, ist bei allen berechtigten Sorgen nicht der Untergang des christlichen Abendlandes. Das könnte nur geschehen, wenn wir ihm nicht mehr das Angesicht unseres menschenfreundlichen Gottes geben würden.“ So werde das Jahr der Barmherzigkeit zum konkreten Auftrag und zur Sendung in die Welt.

Der Hirtenbrief des Bischofs wird in den Gottesdiensten zum ersten Advent in allen Pfarreien des Bistums verlesen. Erstmals steht er auch in Form eines Videobeitrags auf der Internetseite des Bistums Speyer zur Verfügung. Bischof Wiesemann wendet sich darin aus der Kapelle des Bischofshauses direkt an die Gläubigen im Bistum. is

Das Hirtenwort als Video: http://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/leitung/bischof/hirtenwort-zum-ersten-advent/

28.11.2015


Reparatur der Orgel der Heiliggeistkirche geht voran

Bereits 1.000 Euro gespendet

Speyer- Pünktlich zum Advent und rechtzeitig, vor Weihnachten, erklingt das Trompetenregister der Orgel in der Heiliggeistkirche wieder. Damit bekommt die Advents- und Weihnachtszeit den nötigen festlichen Klang.

Möglich ist das durch die Spenden der Speyerer geworden. Bereits 1 000 Euro von den benötigten 10 000 Euro sind beisammen.

Auch bei der Andacht am Sonntagabend wird wieder Gelegenheit sein, für die Reparatur der Orgel zu Spenden. An der Orgel spielt dieses Mal Gerhard Nußbaum festliche Orgelmusik zum Advent. Henri Franck

26.11.2015


Erinnerungen an den Papstbesuch 1987 in Speyer

Werner Schineller, der frühere Speyerer Bürgermeister und Oberbürgermeister, hatte Erinnerungsstücke mitgebracht. Rechts neben ihm Bischof em. Anton Schlembach Werner Schineller, der frühere Speyerer Bürgermeister und Oberbürgermeister, hatte Erinnerungsstücke mitgebracht. Rechts neben ihm Bischof em. Anton Schlembach.

Bischof em. Schlembach und Oberbürgermeister a.D. Schineller berichten in der Reihe „Lebendige Erinnerung“ über einen denkwürdigen Tag

Speyer- Der 4. Mai 1987 war ein großer Tag für Speyer, als Papst Johannes Paul II. das Bistum und die Stadt besuchte. Bischof em. Anton Schlembach hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche in die Domstadt eingeladen. Werner Schineller, damals Bürgermeister, zeichnete von städtischer Seite für die Organisation des Großereignisses verantwortlich. Am Dienstag blickten beide Zeitzeugen in der Reihe "Lebendige Erinnerung" im historischen Ratssaal in Speyer zurück und ließen den denkwürdigen Tag vor 28 Jahren und die ganzen Vorbereitungen Revue passieren.  

Wie lädt man einen Papst überhaupt ein, fragte Rebecca Blum, Schülerin des Speyerer Edith-Stein-Gymnasiums, die die Moderation übernahm. Schlembach berichtete ausführlich, wie die Idee geboren wurde, er einen Brief an den Sekretär des Papstes schickte, über die Zeit, in der er und das Domkapitel auf eine Zusage hofften, an die sie eigentlich gar nicht glaubten. Schlembachs Grundgedanke: Wenn der Papst Edith Stein in Köln selig sprechen wird, passt Speyer, wo sie gewirkt hat, dazu. Am 26. Juni 1986 kam die Zusage in Speyer an – rund sechs Wochen, nachdem Schlembach die Einladung gesandt hatte. Der Bischof berichtete, wie der damalige Oberbürgermeister Christian Roßkopf alles andere als begeistert war: "Er ist erschrocken", rief Schlembach den rund 70 Zuhörern zu. Der Rathauschef hatte Bedenken, die Stadt könne solch einen Ansturm von Menschen nicht verkraften.

An diesem 4. Mai war die Stadt Speyer wahrlich im Papst-Fieber. Rebecca Blum lieferte die Zahlen: 1000 Polizisten, über 1000 ehrenamtliche Helfer, mehr als 300 Journalisten und nicht zuletzt 60.000 Gläubige waren auf den Beinen. Aber bis zu dem historischen Tag hatten Ordinariat und Stadt viel zu tun. Wo landet der Hubschrauber des Papstes? Welche Route nimmt der Papst in die Stadt? Es gab eine Vielzahl von Arbeitsgemeinschaften, die sich von Parkplatzfragen bis hin zur Liturgie beschäftigen, zeigte Werner Schineller die Spanne auf. Der frühere Bürgermeister hatte einige Erinnerungsstücke mitgebracht, etwa Schriften und Medaillen, die anlässlich des Papstbesuches herausgegeben wurden. Lacher erntete er, als er das "saukalte Wetter" an diesem 4. Mai in Erinnerung rief.

Bischof em. Anton Schlembach gab detailreiche Einblicke in den Tagesablauf. Alles lief nach Protokoll, angefangen von der Begrüßung am Landeplatz beim heutigen Kolb-Schulzentrum. Er sprach von der eindrucksvollen Fahrt von Johannes Paul II. über die Maximilianstraße. Das Bistumsarchiv, das die beiden Zeitzeugen gemeinsam mit dem Forum Katholische Akademie zu der Veranstaltung eingeladen hat, lieferte einen Zusammenschnitt der Fernsehberichterstattung.

Einig waren sich Schlembach und Schineller, dass der Papstbesuch bis heute nachwirkt und das Andenken in der Stadt gepflegt wird. Mit Unverständnis reagierten sie auf die gegenwärtige Situation in Europa, bemängelten die fehlende Solidarität der Staaten. "Ich habe mir das Europa anders vorgestellt", erklärte Schineller. Ende der 80er Jahre habe Europa einen großen Aufschwung erfahren, heute würden die Grenzen wieder geschlossen. "Die Grundwerte sind heute nicht weniger gefährdet als damals beim Papstbesuch", fügte Anton Schlembach hinzu, der Johannes Paul II. als begeisterten Europäer bezeichnete und auf dessen Beitrag bei der friedlichen Lösung des Ost-West-Konfliktes hinwies.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Sängerinnen des Mädchenchors am Dom unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori. Bei der Reihe "Lebendige Erinnerung" arbeiten das Bistumsarchiv, das Speyerer Stadtarchiv, das Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz, das Historische Museum der Pfalz, der Historische Verein der Pfalz sowie das Speyerer Seniorenbüro zusammen. Text/Foto: Yvette Wagner

26.11.2015


Diözesane Eröffnung des „Heiligen Jahres der Barmherzigkeit“

Pontifikalamt im Speyerer Dom am dritten Adventssonntag

Speyer- Mit einem Pontifikalamt am dritten Advent (Sonntag, 13. Dezember) um 10 Uhr im Speyerer Dom eröffnet Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann das „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ im Bistum Speyer.

Das von Papst Franziskus ausgerufene Heilige Jahr soll dazu beitragen, „das Zeugnis der Gläubigen stärker und wirkungsvoller zu machen", heißt es in der Verkündigungsbulle mit dem Titel „Antlitz der Barmherzigkeit“. Der Papst fordert die Kirche darin auf, verstärkt auf das Wesentliche zu schauen und „Zeichen und Werkzeug von Gottes Barmherzigkeit“ zu sein. Die Barmherzigkeit sei der letzte und endgültige Akt, mit dem Gott den Menschen entgegentritt, und zugleich „das grundlegende Gesetz, das im Herzen eines jeden Menschen ruht und den Blick bestimmt, wenn er aufrichtig auf den Bruder und die Schwester schaut, die ihm auf dem Weg des Lebens begegnen.“ Barmherzigkeit öffne das Herz für die Hoffnung, dass „wir trotz unserer Begrenztheit aufgrund unserer Schuld für immer geliebt sind“, so Papst Franziskus. Traditionell werden zu Beginn eines Heiligen Jahres die Heiligen Pforten des Petersdoms und der drei weiteren päpstlichen Basiliken in Rom geöffnet.

Öffnung des Otto-Portals als „Heilige Pforte der Barmherzigkeit“

Zum ersten Mal in einem Heiligen Jahr gibt es in jeder Bischofskirche eine „Heilige Pforte“. Einen Höhepunkt des Gottesdienstes im Speyerer Dom am dritten Adventssonntag stellt die Öffnung des Otto-Portals im Südosten des Domes als „Heilige Pforte“ dar. Es ist dem heiligen Bischof Otto von Bamberg gewidmet, der beim Dombau mitgewirkt hat.

Zu Beginn des Gottesdienstes wird Bischof Wiesemann Ausschnitte aus der Verkündigungsbulle „Misericordiae vultus“ (Antlitz der Barmherzigkeit) von Papst Franziskus zum außerordentlichen Jubiläum der Barmherzigkeit verlesen. Mit den Worten „Das ist das Tor zum Herrn: Durch dieses Tor treten wir ein, um Barmherzigkeit und Vergebung zu erlangen“ wird er das Portal öffnen und dann mit den Konzelebranten in die Kathedrale einziehen.

Domorganist Markus Eichenlaub und die Schola Cantorum Saliensis unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori werden den Gottesdienst musikalisch gestalten. Unter anderem wird die „Messe brève no. 5 aux seminaires“ von Charles Gounod zu hören sein.

„Weg der Barmherzigkeit“ im Dom zu Speyer

Im Heiligen Jahr lädt ein „Weg der Barmherzigkeit“ in der romanischen Kathedrale die Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich eingehender mit der Barmherzigkeit Gottes zu befassen. An vier Stationen – dem Otto-Portal, der Taufkapelle, dem Hauptportal und vor dem Marienbild – erhalten die Gläubigen spirituelle Impulse, um die Barmherzigkeit als „das Geheimnis des christlichen Glaubens“ (Papst Franziskus) zu entdecken und zu betrachten. Im Seitenschiff findet der „Weg der Barmherzigkeit“ seinen Abschluss. Dort besteht die Möglichkeit zum Gespräch mit einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger sowie zum Empfang der Beichte. Es liegen Blöcke und Stifte bereit, um eigene Eindrücke und Gedanken zu notieren oder an einer Pinnwand für andere Besucher zu hinterlassen.

Für den „Weg der Barmherzigkeit“ sollte man sich etwa eine halbe Stunde Zeit nehmen. Infotafeln vor dem Dom und im Inneren des Domes machen auf das „Heilige Jahr“ und den „Weg der Barmherzigkeit“ aufmerksam. An den Eingängen liegen Faltblätter bereit, die auch von der Internetseite des Domes heruntergeladen werden können. Geplant ist, auch die Audioguide-Führung durch den Speyerer Dom durch Hinweise auf das „Heilige Jahr“ und den „Weg der Barmherzigkeit“ zu erweitern.

Zahlreiche Angebote im Bistum Speyer zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit

Im Bistum Speyer wird das „Außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ mit mehreren Aktionen, Anregungen und Initiativen begangen. Sie verstehen sich als Einladung an alle, das Heilige Jahr für den eigenen Weg als Christin, als Christ persönlich oder in der Gemeinschaft von Pfarrei, Gemeinde, Verband oder Gruppe fruchtbar zu machen.

Heilige Pforten in mehreren Wallfahrtskirchen des Bistums Speyer dienen als Anstoß, die Barmherzigkeit Gottes im eigenen Leben konkret zu erfahren. Für Pfarreien, Verbände, Gruppen und Einzelpilger bietet das Pilgerbüro Speyer eine große diözesane Romwallfahrt vom 8. bis zum 15. Oktober 2016 mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann an. Auch das Domweihfest am 2. Oktober 2016 wird durch das Heilige Jahr eine besondere Prägung erfahren. Geplant ist eine „Nacht der Barmherzigkeit“ vom 1. auf den 2. Oktober mit Taizégebet, eucharistischer Anbetung und der durchgängigen Möglichkeit zu Gespräch, Segnung und Beichte. Die Brüder aus Taizé haben ihre Teilnahme bereits zugesagt.

Weitere Informationen zum „Jahr der Barmherzigkeit“:

http://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/heiliges-jahr-der-barmherzigkeit/

www.dbk.de/heiliges-jahr/home/

www.iubilaeummisericordiae.va/content/gdm/de.html

Öffnungszeiten des „Wegs der Barmherzigkeit“ im Dom zu Speyer:

werktags November bis März 9 – 17 Uhr

werktags April bis Oktober 9 – 19 Uhr

sonntags ganzjährig 12 – 18 Uhr

Text und Foto: is

25.11.2015


Alte Mauern in neuem Licht

Stadt und Domkapitel unterzeichnen Vertrag zur Erneuerung der Außenbeleuchtung des Doms

Speyer- Die Stadt Speyer und das Domkapitel Speyer haben am 11.11.2015 einen Vertrag unterzeichnet, der die Finanzierung für Aufbau und Unterhalt der neuen Außenbeleuchtung des Doms regelt. Die Anschaffung und der Aufbau der Anlage wird bestritten aus einem Zuschuss der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer in Höhe von 300.000 Euro und einem Zuschuss der Stadt Speyer in Höhe von 80.000 Euro. Bislang wurde die Beleuchtung mit Unterstützung der Stadt und der Stadtwerke Speyer betrieben. Mit Unterzeichnung dieser Vereinbarung teilen sich Domkapitel und Stadt weiterhin Kosten und Verantwortung für die Außenbeleuchtung der Kathedralkirche.

Seit 2011 gab es Pläne, die Illumination der romanischen Kathedrale zu erneuern, um sie auf einen aktuellen technischen Stand zu bringen und die ästhetische Wirkung zu verbessern. Was fehlte, war das Geld zur Finanzierung der neuen Anlage. Zwei große Einzelspenden aus den Reihen der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer sowie Mittel aus den Stiftungserträgen in einem Volumen von je 100.000 Euro ermöglichen nun die Realisierung des neuen Lichtkonzepts. Spender sind der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs und Isolde Laukien-Kleiner, deren Mann Horst Kleiner als ehemaliger Vorsitzender des Vorstandes der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG Mitglied im Kuratorium der Stiftung ist. Die Stadt Speyer beteiligt sich mit 80.000 Euro. Die Kosten für Energie, Instandhaltung und Wartung werden auf 10.000 Euro geschätzt und unter Stadt und Domkapitel aufgeteilt.

2011 gewann das Ingenieurbüro Bamberger einen Wettbewerb zur Neukonzeption der Außenbeleuchtung. Ausgeschrieben wurde der Wettbewerb vom Domkapitel Speyer. Der wissenschaftliche Beirat fungierte als Jury, so dass die Belange des Denkmalschutzes von Anfang an Berücksichtigung fanden. Ziel war es, die plastische Wirkung des romanischen Baukörpers stärker heraus zu arbeiten und verschiedene Beleuchtungsszenarien zu ermöglichen. Gleichzeitig soll die in die Jahre gekommene technische Infrastruktur erneuert sowie die Energieeffizienz erhöht und damit der Stromverbrauch um bis zu achtzig Prozent verringert werden. Letzteres sieht das Domkapitel auch als wichtige Maßnahme im Sinne einer ökologischen Verantwortung, wie sie Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“ fordert. Erreicht wird dieser Effekt durch den Einsatz moderne LED Technik und einer dynamischen, das heißt den Nachtzeiten und Lichtverhältnissen angepassten Steuerung der Beleuchtung. Das Lichtspektrum wird so gestaltet, dass Insekten und Vögel nicht irritiert werden.

Die Beleuchtung erfolgt durch etwa fünfzig Bodenstrahler, Lichtmasten an sechs bereits bestehenden Positionen, neu anzubringenden Strahlern auf zwei gegenüberliegenden Gebäuden sowie einigen wenigen in den Türmen positionierten Leuchten. Die geplanten Maßnahmen erfordern umfangreiche Bodenarbeiten rund um den Dom. Die Bauplanung hierfür läuft derzeit. Text: is; Foto: spk

25.11.2015


Nachhaltig predigen zum Thema „Heimat-los“

Predigtanregungen greifen im Kirchenjahr 2015/16 ein hochaktuelles Thema auf

Speyer- Im zehnten Jahr ihres Erscheinens hat die ökumenische Predigthilfe „nachhaltig predigen“ ein aktuelles Schwerpunktthema: „Heimat-los“ – unter diesem Motto sind die Predigtanregungen unter www.nachhaltig-predigen.de rechtzeitig zum Beginn des neuen Kirchenjahres 2015/16 am 1. Advent online.

„Indem wir die Ursachen für Flucht und Vertreibung aufgreifen, weisen wir auch auf den Zusammenhang von Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung hin“, erklärt die Umweltbeauftragte der pfälzischen Landeskirche, Bärbel Schäfer. Das ökumenische Kooperationsprojekt wird von rund 20 Landeskirchen und Bistümern in Deutschland und der Schweiz getragen, darunter die Evangelische Kirche der Pfalz. Mehrere Pfälzer Autoren haben an den Predigthilfen mitgearbeitet.

Bei der Auswahl der Bibelstellen orientieren sich die Autoren an der evangelischen Perikopenordnung und an der katholischen Leseordnung für die Sonntage. „Im neuen Kirchenjahr werden die Herausgeber von ‚nachhaltig predigen‘ versuchen, Zusammenhänge, Ursachen und christliche Perspektiven in ihrem Schwerpunktthema „Heimat-los“ zusammenzubringen“, erklären die Initiatoren. Dazu gebe es auf ökumenischer Grundlage Anregungen und Impulse, um die Bibeltexte des jeweiligen Sonntags in den globalen Zusammenhang nachhaltigen Lebens und Handelns einzuordnen.

Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung seien Anliegen, die in der biblischen Überlieferung tief verwurzelt seien und heute eher noch an Aktualität gewonnen hätten, erklärt Kirchenpräsident Christian Schad in seinem Grußwort. In diesem Sinn unterstütze ‚nachhaltig predigen‘ die Kirche auch dabei, ihr Wächteramt wahrzunehmen, „wie im Blick auf eine globalisierte Wirtschaft soziale und ökologische Maßstäbe zu beachten sind“.

„Nachhaltig predigen“ wird gefördert von Brot für die Welt und dem Katholischen Fonds.

Mehr zum Thema: www.nachhaltig-predigen.de. lk

25.11.2015


„Es hilft uns vor allem Berührungsängste zu nehmen"

Das Schulsozialarbeiter-Team Speyer mit Thomas Stephan (4. v. rechts) Das Schulsozialarbeiter-Team Speyer mit Thomas Stephan (4. v. rechts)

Schulsozialarbeiter würdigen diözesanes Angebot zur Trauerarbeit

Speyer- 12 Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter Speyerer Schulen haben Mitte November die Fortbildung des Bistums Speyer zu „Trauerarbeit an der Schule“ in Speyer besucht. Koordinatorin Bettina Baldauf, Abteilung Jugendförderung der Stadt Speyer, hatte das Angebot gebucht: „Ich habe davon durch Lehrer erfahren, die mir erzählt haben wie hilfreich es für sie war, auch im konkreten Fall als ein Kind an der Schule gestorben ist.“ Dipl.-Sozialpädagogin Baldauf und ihr Team erhielten bei der Fortbildung „ein gewisses Handwerkszeug“, Professionalität für ein schwieriges und sehr persönliches Thema oder wie die Koordinatorin sagt: „Es hilft uns vor allem Berührungsängste zu nehmen.“ Referent Thomas Stephan schätzt die Zusammenarbeit mit den Schulsozialarbeitern sehr. Sie seien durch ihre hohe Präsenz vor Ort wichtige Ansprechpartnerinnen und -partner.

„Trauerarbeit an der Schule“ ist ein Angebot der Schulpastoral der Hauptabteilung Schulen, Hochschulen, Bildung des Bistums Speyer. Referent Thomas Stephan ist Notfallseelsorger und als Trauerbegleiter qualifiziert in der Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Kontakt für Fortbildungen und aktuelle Anfragen im Trauerfall an Schulen im Bistum Speyer:

Thomas Stephan, thomas.stephan@bistum-speyer.de, Tel: 0160 94791037

Text: is;  Foto © Schulabteilung des Bistums Speyer 

24.11.2015


Preisträger im Wettbewerb „Bistumshaus St. Ludwig“ vorgestellt

Erste Entscheidung für weitere bauliche Entwicklung auf echtem „Filet-Stück“ der Speyerer Innenstadt

spk. Speyer- In dem Entwicklungsprozess über die zukünftige Nutzung eines der absoluten „Filet-Stücke“ in der Speyerer Innenstadt ist eine wesentliche Vorentscheidung gefallen: Im Planungs- und Investorenwettbewerb zum ehemaligen Bistumshaus St. Ludwig hat jetzt die vielköpfige Jury ihr Votum abgegeben und vier der insgesamt neun eingereichten Konzepte als „preiswürdig“ erachtet, die im Rahmen eines Pressegespräches in den Räumen des „Gemeinnützigen Siedlungswerkes“, das auch die fachliche Begleitung des Entwicklungsprozesses übernommen hat, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wie Architekt Andreas Kaupp, der mit seinem Mannheimer Architekturbüro den Wettbewerb betreut hat, bei dieser Gelegenheit mitteilte, hätten in dem Wettbewerb neben der städtebaulichen und der architektonischen Qualität der Entwürfe insbesondere auch „ihre Angemessenheit in der Nachnutzung sowie ihre soziale und kulturelle Einbindung ins Stadtgefüge“ Beachtung gefunden.

Der Jury selbst hätten sieben Preisrichter und sechs Stellvertreter angehört, die von zehn ausgewiesenen Fachleuten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen - von der Architektur über die Denkmalpflege bis zur Stadtentwicklung - beraten wurden. Auch Vertreter der vier „großen“ Fraktionen im Speyerer Stadtrat – von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und SWG - seien mit jeweils einem Vertreter in der Jury vertreten gewesen.

Von der frühzeitigen Mitwirkung der wesentlichen politischen Kräfte in der Stadt sowie der Einbeziehung der Stadtplanung von Speyer versprechen sich die Verantwortlichen zudem eine nennenswerte Verkürzung des späteren Genehmigungsverfahrens.

Wie Andreas Kaupp sodann bekanntgeben konnte, habe die Jury nach eingehender Beratung den ersten Platz, verbunden mit einem Preisgeld von 8.000 Euro, den Stuttgarter Architekten Dieter Blocher und Wolfgang Mairinger zuerkannt. Ihr Entwurf sieht eine Nutzung des Areals mit
Wohnungen für mehrere Generationen vor, in die auch ein Stützpunkt für Pflege und betreutes Wohnen eingeplant sei.

Der ehemalige Kirchenraum schließlich solle nach diesem Konzept künftig als Veranstaltungsraum genutzt werden.

Durch eine Angleichung der Gebäudehöhen – dazu sollen übrigens auch die bestehenden Fassaden in ihrer Höhe und Formensprache erhalten bleiben - solle zudem ein klares Erscheinungsbild des baulichen Ensembles erreicht werden.

Hinter diesem Planungsentwurf steht als Investor die „Diringer und Scheidel Wohn-Gebewerbebau GmbH“ aus Mannheim, die als international agierender Familienkonzern weltweit unterwegs ist..

Wohnbebauung soll auch im Mittelpunkt des zweitplatzierten, mit einem Preisgeld von 6.000 Euro prämierten Entwurfs der Mannheimer Architektengemeinschaft „Motorlab Architekten“, „United Architecture GmbH“ und „Wewer Landschaftsarchitektur“, Frankfurt/Main stehen. Sie möchten diese Entwicklung allerdings mit einem Hotel und einem Gastronomiebetrieb verbinden.

Für die denkmalgeschützte Kirche St. Ludwig sieht auch ihr Konzept eine Nutzung als Zentrum für kulturelle Begegnungen vor. Dazu solle durch die Schaffung eines neuen Zugangs von der Großen Greifengasse aus ein besonderer Akzent durch einen öffentlichen Vorplatz mit Sitzstufenanlage gesetzt werden. Der so entstehende Innenhof solle durch die Rekonstruktion des historischen Kreuzgangs als „Ort der Ruhe“ genutzt werden können. Dieser Teil des Planungsentwurfes wurde übrigens von der „Bock Baukunst Development GmbH“ aus Frankfurt/Main ergänzend zu der Planung beigesteuert.

Den dritten Platz, verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 4.000 Euro, konnte der Entwurf der „Arbeitsgemeinschaft Bistumshaus“ aus den Saarbrücker Architekten Oliver Brünjes und der „Khp Ingenieure GmbH“ aus Steinfeld gewinnen. Ihr Entwurf sieht ebenfalls Wohnungen vor, ebenso kombiniert mit einem Hotel.

In dem bisherigen Kirchenraum würde diesem Konzept zufolge ein Restaurant eingerichtet. Dieser Planungsentwurf wurde von der „SÜBA Bauen und Wohnen GmbH“ aus Karlsruhe eingereicht.

Den vierten Platz und ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro vergab die Jury schließlich für den Entwurf des Mannheimer Architekten Andreas Schmucker, der ebenfalls eine Wohnnutzung vorsieht, jedoch zur künftigen Nutzung des Kirchenraumes keine Aussage macht. Hier tritt als Investor die „Quadriga Projektentwicklung GmbH und Co. KG“ aus Speyer auf.

Das Bistum wird Gespräche mit den zwei Erstplatzierten führen und rechnet noch im Dezember auf endgültige Entscheidung.

Nachdem die Entwürfe auf den Plätzen eins und zwei nach Meinung der Jury sehr dicht beieinander lägen, seien sie von der Jury intensiv weiterdiskutiert und dabei auch Ideen und Ansatzpunkte für mögliche Verbesserungen aufgezeigt worden. Das berichtete der Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien des Bistums Speyer, Domkapitular Peter Schappert. Das Domkapitel wolle deshalb jetzt mit den beiden favorisierten Planverfassern in weitergehende Gespräche zur Feinabstimmung ihrer Entwürfe eintreten. „Danach treffen wir dann unsere endgültige Entscheidung und der ausgewählte Investor kann dann seinen Bauantrag an die Stadtverwaltung stellen“, erläuterte Schappert die nächsten Verfahrensschritte.

Die neun Nutzungskonzepte, die der Jury zur Bewertung vorgelegt worden waren, sind vom 23. November bis zum 4. Dezember in den Geschäftsräumen des Gemeinnützigen Siedlungswerks in der Oberen Langgasse 18 in Speyer öffentlich ausgestellt. Die Öffnungszeiten sind werktags (ohne Mittwoch) von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr, Freitags ist der Besuch nur vormittags möglich.

Mitglieder der Jury im Planungs- und Investorenwettbewerb zum Bistumshaus St. Ludwig waren:

Ordentliche Mitglieder im Preisgericht:

·Professor Dipl. Ing. Dietrich Gekeler, Architekt, Karlsruhe (Vorsitzender)

·Professor Dipl. Ing. Bernhard Hort, Heidelberg

·Bernd Reif, Leiter Stadtentwicklung und Bauwesen, Stadt Speyer

·Domkapitular Peter Schappert, Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien, Bistum Speyer

·Baudirektor Dipl. Ing. Stephan Tschepella, Bistum Speyer

·Dompfarrer Matthias Bender, Bistum Speyer

·Gerhard Müller, Geschäftsführer Gemeinnütziges Siedlungswerk Speyer GmbH

Stellvertretende Mitglieder des Preisgerichts

·Dipl. Ing. Alexandra Ruffing, Bischöfliches Bauamt, Bistum Speyer

·Daniela Welter, Stadtplanungsamt Speyer

·Architekt Dipl. Ing. Joachim Becker, Neustadt

·Finanzdirektorin Tatjana Mast, Bistum Speyer

·Kanzleidirektor Wolfgang Jochim, Bistum Speyer

·Prokurist Gerhard Löchel, Gemeinnütziges Siedlungswerk Speyer GmbH

Sachverständige Beraterinnen und Berater

·Dipl. Ing. Willi Hildebrandt, Landschaftsarchitekt, Karlsruhe

·Diözesankonservator Dipl. Ing. Wolfgang Franz, Bistum Speyer

·Dr. Ulrich Himmelmann/Helmut Stickl , Bodendenkmale, Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz

·Dr. Ulrike Weber, Landesdenkmalpflege, Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz

·Benjamin Schmitt, Leiter der Abteilung Liegenschaften, Bistum Speyer

·Sabrina Platz, Sachbearbeiterin Abteilung Liegenschaften, Bistum Speyer

·Dipl. Ing. Kerstin Trojan, Stadtentwicklung und Bauwesen, Stadt Speyer

·Dipl. Ing. Architekt Jürgen Alshuth, Denkmal- und Stadtbildpflege, Stadt Speyer

·Steffen Schwendy, Grünflächenamt, Stadt Speyer

·Dipl. Ing. Architekt Thomas Andres, Gemeinnütziges Siedlungswerk Speyer GmbH

Vertreter der vier großen Fraktionen im Speyerer Stadtrat

·Dirk Theobald, Mitglied im Bau- und Planungsausschuss, CDU-Fraktion

·Klaus Seither, Mitglied im Bau- und Planungsausschuss, SPD-Fraktion

·Irmgard Münch-Weinmann, Stadträtin, Fraktion Grüne

·Michael Neugebauer, Mitglied im Bau- und Planungsausschuss, Fraktion SWG


Foto: gc/ Bistum Speyer

23.11.2015


25 Jahre Kinderschutzdienste in Rheinland-Pfalz

Ulrike Dietz-Frübis und Naomi Hettich lassen die Puppen Max und Lisa sprechen.Caritas-Kinderschutzdienst feiert sein 25-jähriges gemeinsam mit Kindern der Kindertagesstätte St. Elisabeth und dem Haus für Kinder St. Hedwig mit einer Luftballon-Aktion

Speyer- „Vor was müssen Kinder denn beschützt werden?“, ließ Ulrike Dietz-Frübis, Mitarbeiterin der Kinderschutzdienste des Caritasverbandes für die Diözese Speyer, die Handpuppe Max fragen. „Wenn sie geschlagen werden“, meinte ein Junge, „oder wenn man sich streitet“, sagte ein Mädchen, die sich in einer kleinen Gruppe in der Kita St. Elisabeth zusammengefunden hatten. „Stimmt, aber auch, wenn ich nicht mitspielen darf und wenn andere sagen, dass ich doof bin“, warf Handpuppe Lisa ein, gespielt von Naomi Hettich vom Kinderschutzdienst. „Man darf sich Hilfe holen, wenn man ausgegrenzt wird,“ findet Puppe Lisa.

Die beiden Expertinnen in Sachen Kinderschutz machten Mut: „Ihr dürft ‚Nein‛ sagen, zum Beispiel wenn Euch Eure Tanten mit Schlabberküssen begrüßen und Ihr das nicht wollt.“ Manchmal werde ein ‚Nein‛ aber leider nicht gehört, bemerkte Naomi Hettich in der Rolle von Lisa. „Dann üben wir das jetzt mal alle gemeinsam“, schlug Max alias Dietz-Frübis vor und forderte die Kinder auf, gemeinsam laut und deutlich „Nein, das will ich nicht!“ zu sprechen.

Um auf die Rechte von Kindern auch außerhalb der Kita aufmerksam zu machen, ließen die Kinder gemeinsam mit den Erzieherinnen und im Beisein der Mitarbeiter der Kinderschutzdienste um 11 Uhr gelbe Luftballons in den Himmel über dem Kita-Garten in der Langensteinstraße steigen.  

Kinder lassen Luftballons steigen.Der Einsatz von Handpuppen sei eine Möglichkeit, insbesondere die kleineren Kinder für ihre eigenen Grenzen, aber auch für die anderer Kinder und im Umgang mit Erwachsenen zu sensibilisieren, so Sabrina Wöhlert, Leitern der Kita St. Elisabeth. Sie war Gastgeberin für die Jubiläumsfeier der Kinderschutzdienste. „Für unsere Erzieher sind die Kinderschutzdienste eine wertvolle Unterstützung, wenn wir Auffälligkeiten im Verhalten unserer Kinder entdecken“, sagt sie.

Auf Anfrage etwa von Kitas oder Sportvereinen würden Fachkräfte der Kinderschutzdienste eingeschaltet, führt Pascal Thümling, Leiter des Caritas-Zentrums Speyer, weiter aus. „Unsere Mitarbeiter beobachten die Kinder zunächst neutral. Wenn sich der Verdachtsfall erhärtet, bieten wir den Kindern und Jugendlichen Beratung an, auch – insbesondere bei den älteren Kindern – ohne das Wissen der Eltern“, sagt er. Dabei gehe es darum, den Kindern und Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen und ihnen in ihrer jeweiligen Situation Handlungsoptionen vorzuschlagen. „Wir besprechen zum Beispiel, wohin ein Kind oder ein Jugendlicher sich wenden kann, wenn es zu Hause zu Konfliktsituationen am Wochenende kommt und Beratungsdienste nicht erreichbar sind“, erläutert er eine Möglichkeit des individuellen ‚Notfallkoffers‛. Grundsätzliches Anliegen sei,  neben der Beratung der Kinder ein niederschwelliges Angebot an Familien zu machen, um Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu fördern.

„Oft merken wir, wenn es zu Überforderungen in den Familien kommt, etwa durch Scheidung der Eltern oder der Schwierigkeit, als alleinerziehendes Elternteil Beruf und Familie miteinander in Einklang zu bringen. Wir Erzieher versuchen präventiv gegenzusteuern, bevor eine Situation eskaliert, und zeigen Unterstützungsangebote auf“, sagt Kita-Leiterin Wöhlert. „Im Multifamilientraining zum Beispiel, das von der Caritas Ludwigshafen angeboten wird, lernen Eltern, sich gegenseitig zu beraten“, fügt Thümling hinzu.

„Auch der Zuzug von Flüchtlingsfamilien und Kindern ohne Elternbegleitung stellt die Kinderschutzdienste in Zukunft vor neue Herausforderungen“, sagt der Caritas-Zentrums-Leiter. Ziel sei es in jedem Fall, betroffene Kinder und Jugendliche so zu stärken, dass aus ihnen widerstands- und handlungsfähige Erwachsene werden. Dazu diene auch die Qualitätssicherung, die ein interdisziplinäres Team von qualifizierten Fachkräften garantiere. Die Kinderschutzmitarbeiter würden unter anderem durch Supervision und Fortbildungen in ihrer Arbeit unterstützt. Text und Fotos: Monika Stumpf

23.11.2015


Erklärung zum Buß- und Bettag 2015 von Kirchenpräsident Christian Schad

Speyer- „60 Millionen Menschen sind gegenwärtig auf der Flucht. Not und Perspektivlosigkeit zwingen sie, ihre Heimat zu verlassen. Sie suchen Schutz und Beistand auch bei uns. Indem wir für sie beten, bitten wir Gott um Hilfe. Gleichzeitig ist unser Gebet ein Protest gegen das Vergessen. Es stellt uns auch die Fluchtursachen vor Augen.

Ursachen der Flucht sind Kriege, Verfolgung und der Zusammenbruch staatlicher Ordnungen sowie Auswirkungen des Klimawandels. Durch unfaire globale Handelsbedingungen, die Nichtbeachtung von Menschenrechts- und Umweltstandards, Waffenlieferungen in Spannungsgebiete sowie einen rücksichtslosen Ressourcen- und Energieverbrauch tragen auch wir, trägt auch unser Lebensstil, zu den Ursachen von Flucht bei.

Buße, Umkehr heißt in dieser Situation konkret: die Fluchtursachen zu bekämpfen. Wir müssen umsteuern! Deutschland ist einer der größten Waffenexporteure der Welt. Adressaten sind auch Länder, die die Menschenrechte verletzen. Dabei führt der Hinweis auf die wirtschaftliche Bedeutung von Waffenproduktion in unserem Land in die Irre. Die Arbeitskraft der in der Rüstungsindustrie beschäftigten Menschen wird vielmehr in Wirtschaftsfeldern gebraucht, die dem Leben dienen. Wir brauchen gewaltfreie Lösungen der internationalen Konflikte. Wir müssen Hilfe leisten beim Aufbau stabiler demokratischer Strukturen. Je erkennbarer wir Christen als globale Friedenskraft werden, desto deutlicher wird der Ruf, dass Krieg und Terror nicht siegen dürfen.

Eine weitere Fluchtursache ist der anhaltende Klimawandel. Wir Menschen in den wohlhabenden Ländern des Nordens zerstören Lebensraum, den Gott der Menschheit als Ganzer geschenkt hat. Die Folgen tragen zu allererst die Länder des Südens. Aber es gibt keinen Grund dafür, dass Menschen in anderen Teilen der Welt weniger Recht auf Nutzung der Ressourcen dieser Erde haben sollten als wir selbst. Wie extrem unterschiedlich die Anteile gegenwärtig sind, zeigt die jährliche Pro-Kopf-Emission von CO₂. In Deutschland sind es zehn Tonnen, in Ruanda 0,05. Um diese Situation zu verändern, braucht es eine große Transformation bei Produktionsprozessen, Regulierungssysteme und eine Umkehr im Blick auf unseren ganz persönlichen Lebensstil: Welche Produkte konsumieren wir? Wie leben wir, ohne die Umwelt zu zerstören? Wie nehmen wir unsere ökologische Verantwortung wahr?

Wir bekennen Gott als den Schöpfer der Welt. Daraus folgt das Engagement für die natürlichen Lebensgrundlagen, damit die, mit denen wir diese Welt teilen und auch zukünftige Generationen die Möglichkeit zu einem guten Leben haben.“ lk

18.11.2015


„Gewalt ist niemals religiös zu rechtfertigen“