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Kammermusik im Rathaus
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Konzert IV Kontrapunkte Speyer

Konzert IV, So. 20.05.2012, 18 Uhr - Historischer Ratssaal Speyer, Maximilianstr. 12 Kontrapunkte Speyer 2012 - Konzertreihe für zeitgenössische Musik

Nikola Lutz, Saxophon

Armin Sommer, Percussion

Werner Heinrich Schmitt, Klavier

Konzerteinführung: Stephan Rahn

Werke von: Martin Christoph Redel, Gerhard Stäbler, Thilo Thomas Krigar, Werner Heinrich Schmitt, Jean-Louis Petit, Christoph Havel und Steffen Schleiermacher

Klanggewaltig wird das diesjährige Abschlusskonzert mit dem Ensemble Hörlabor sowie dem Pianisten und Komponisten Werner Schmitt. Die Formation Hörlabor versteht sich als Ideenschmiede für neue Klänge, Formen und musikalische Konzepte. Armin Sommer und Nikola Lutz befinden sich in einem Prozess der Zusammenarbeit mit Künstlern unterschiedlicher Genres, um neue künstlerische Formen in musikalische Wirkstätten zu bringen.

Karten sind erhältlich in der Touristinformation Speyer, Maximilianstr. 12, Tel. 06232/142249 oder Online unter www.speyer.de oder an der Abendkasse eine Stunde vor Konzertbeginn. Weitere infos unter www.kontrapunkte-speyer.org Apollonia Rahn

 Zur Information:

 Am Montag, 21. Mai 2012 sendet der Deutschlandfunk einen Bericht des Journalisten Georg Wassmuth über Kontrapunkte Speyer. Der Beitrag ist im Rahmen des Musikjournals des Deutschlandfunks zu hören. Beginn der Sendung ist 20.10 Uhr. 

16.05.2012


Alte Bischofs-Residenzstadt Bruchsal überbringt exquisites Jubiläumsgeschenk

JugendSinfonieOrchester zum Jubiläum “20 Jahre Kammermusik im Rathaus”

spk. Speyer. Mit einem ganz besonderen Geschenk zum Jubiläum “20 Jahre Kammermusik im Rathaus” wartete jetzt das JugendSinfonieOrchester der Musik- und Kunstschule Bruchsal auf. Denn was da in dem ambitionierten Orchester unter der Leitung von Klaus Eisenmann geboten wurde, brauchte den Vergleich mit Profi-Musikern in keinem Augenblick zu scheuen. Und auch bei den beiden Solisten, der jungen Oboistin Veronika Maier und dem gerade 13jährigen Geiger Paul Stauch-Erb zeigten musikalische Qualitäten, die zu großen Erwartungen Anlass geben.

Nachdem sich der spiritus rector der Konzertreihe, der Speyerer Trompeten-Professor Helmut Erb, entschlossen hatte, sich und seinem treuen Auditorium zum runden Geburtstag etwas “opulenteres” zu gönnen und statt reinrassiger Kammermusik ein ausgewachsenes Sinfoniekonzert auf das Konzertpodium zu schicken, war es auch nur folgerichtig, mit dem Konzert aus der angestammten Umgebung des Historischen Ratssaales im Alten Rathaus umzuziehen in die benachbarte Dreifaltigkeitskirche, die mit ihrer warmen Akustik dem beachtlichen Klangkörper den angemessenen Rahmen gab.

Mit beeindruckender Virtuosität und Geläufigkeit eröffnete die 1993 in Rostock geborene Oboistin Veronika Maier den inspirierenden Konzert-Abend mit dem d-moll Konzert Nr. 1 für Oboe und Orchester von Ludwig August Lebrun, einem Zeitgenossen von Wolfgang Amadeus Mozart und als Oboist Mitglied in der Mannheimer Hofkapelle. Veronika Maier bot das mit großer Farbigkeit und Frische daher kommende Werk mit großer technischer Sicherheit und Virtuosität, und - insbesondere in den langsamen Sätzen - mit großer Ausdruckstiefe dar. Hier wächst der Oboisten-Szene in Deutschland, die zwar in der Breite gut, in der Spitze - von wenigen Ausnahmen abgesehen - aber derzeit eher dünn aufgestellt ist, ein Talent heran, von dem man in der Zukunft sicher noch viel hören wird.

Große Virtuosität - das trifft in seinem Fach sicher auch auf das geigerische Ausnahmetalent Paul Stauch-Erb zu, der sich an diesem Abend mit dem durchaus anspruchsvollen Konzert für Violine und Orchester Nr. 22 a-moll von Giovanni Batista Viotti präsentierte. Als Schüler von Gaetano Pugnani und zeitweisem Mitglied der zu ihrer Zeit legendären Königlichen Kapelle von Turin bereiste Viotti ganz Europa und galt als einer der herausragenden Violinisten seiner Epoche.

Welche frühkindliche, musikalische Förderung Viotti erfahren hat, wissen wir nicht - am Beispiel von Paul Stauch-Erb jedoch erweist sich die Richtigkeit der These vieler Musik- Psychologen, wonach der frühzeitige Umgang mit Musik ganz besonders dazu geeignet ist, die intellektuellen Fähigkeiten eines Kindes nachhaltig zu stärken. Paul Stauch-Erb jedenfalls hatte als Dreijähriger seinen ersten Geigenunterricht und bestand bereits als Neunjähriger die Aufnahmeprüfung in die Förderklasse für Hochbegabte an der Musikhochschule in Würzburg. Dort sind seitdem keine Geringeren als Conrad von der Goltz und Grigori Zhislin seine Lehrer.

Allein die Gedächtnisleistung des knapp 13jährigen, der das gut halbstündige Viotti-Konzert an diesem Abend auswendig spielte, nötigte den Zuhörern allergrößten Respekt ab. Nicht weniger gilt dies für die technisch-spielerische Bewältigung des anspruchsvollen Stückes, das - insbesondere in den Ecksätzen - mit durchaus kniffligen Passagen und Läufen aufwartet. Dazu noch die in allen Phasen spürbar große und eminente Musikalität und Gestaltungskraft - Paul Stauch-Erb zeigte, was herauskommen kann, wenn ein Ausnahmetalent seine frühzeitige Förderung erfahren darf. Auch seiner weiteren Entwicklung man gespannt entgegensehen.

Mit Pjotr Ilijitsch Tschaikowski’s “Fünfter Sinfonie in e-moll” hatte sich das Bruchsaler JugendSinfonieOrchester dann noch einen ganz besonderen “Brocken” vorgenommen - und sich auf keinen Fall daran “verhoben”. Denn dort, wo auch so manches Berufsorchester frühzeitig “in die Knie geht” und die Stringenz dieser unvergleichlich dramatischen Sinfonie verloren zu gehen droht, da bewältigte dieser junge, in allen Stimmen überzeugend frisch und zupackend agierende Klangkörper dieses gewaltige Werk bis zum letzten Akkord fehlerfrei und hochkonzentriert.

Klaus Eisenmann hat hier in der befreundeten Nachbarstadt Bruchsal - der an diesem Abend gastgebenden Stadt Speyer als Residenz seiner Fürstbischöfe seit Jahrhunderten eng verbunden - ein Jugendorchester geformt, das so auch jeder Großstadt mit einem weitaus größeren Potential hochbegabter junger Musiker zur Ehre gereichen würde und bei dem man sich freuen würde, es schon recht bald wieder in Speyer begrüßen zu können. Foto: jüs

30.04.2012


JugendSinfonieOrchester zum Jubiläum “20 Jahre Kammermusik im Rathaus” - Bilderalbum

Bezaubernden Liederkreis von der Renaissance bis zur Moderne geschlagen

Die Speyerer Sopranistin Sigrun Haaser und ihr Begleiter Clemens Rech zu Gast im Historischen Saal des Alten Speyerer Rathauses

von Gerhard Cantzler

Zwar ist sie selbst nicht in Speyer geboren, kam jedoch schon im frühen Kindesalter in die Stadt, wo dem früheren Domkapellmeister Bernhard Weck schon bald die außergewöhnliche sängerische Begabung und hohe Musikalität von Sigrun Haaser auffiel. Er war es, der ihr Talent behutsam und mit großer Sensibilität weckte und sie mit unermüdlicher Intensität auf ihren sängerischen Weg führte - ein großes Glück für das kleine Mädchen aus der Speyerer Domsingschule, der die Berufung zur Sängerin nicht an der Wiege gesungen war.

Jahre später hört sie die berühmte Sopranistin und vielfache Kammersängerin Erika Köth bei einem Gottesdienst mit dem Speyerer Bischof Dr. Anton Schlembach, bei dem ihr Bernhard Weck die solistische Sopranpartie in Mozarts “Krönungsmesse” anvertraut hatte. Erika Köth ist fasziniert von der wunderschön geführten, obertönigen Stimme - vielleicht, weil sie diese an ihr eigenes Organ erinnerte - und erklärt sich spontan bereit, Sigrun Haaser bis zum Beginn ihres Gesangsstudiums, das sie dann in Mannheim und Karlsruhe absolviert, unter ihre bewährten Fittiche zu nehmen - ein weiteres Mal also “das Glück des Tüchtigen” für die inzwischen schon jugendliche Nachwuchssopranistin, die bereits damals den Beruf der Sängerin fest in den Blick genommen und zielsicher in ihrem Lebensplan vermerkt hatte.

Und Glück hatten jetzt auch die Speyerer Musikfreunde, die heute die Sopranistin, die inzwischen als Konzert- und Oratoriensängerin insbesondere in Süddeutschland unterwegs ist und nebenbei ihr Wissen und Können als Dozentin an der Musikhochschule in Würzburg an Jüngere weitergibt, im Rahmen einer Matinee nach langer Zeit wieder einmal mit einem Soloprogramm - diesmal im Historischen Sitzungssaal des Speyerer Rathauses - erleben durften.

Und was Sigrun Haaser an diesem sonnendurchfluteten Wintermorgen nich alles mit nach Speyer gebracht hatte! Zunächst einmal für alle, die ihre stimmliche Entwicklung schon seit Jahren mit verfolgt haben, eine ganz erstaunliche Erweiterung ihres Stimmvolumens in die tieferen Lagen - weich und samtig und mit großer Resonanz - ohne dass sie dadurch etwas von ihrem silbrigen Glanz in den Höhen eingebüßt hätte.

Dazu ein höchst abwechslungsreiches Programm - weit gespreizt von der Renaissance bis in die Moderne. So wie es sich gehört, wenn man als Sängerin gemeinsam mit einem Gitarristen musiziert, darf da der große Engländer John Dowland nicht fehlen. Ihn hatten Sigrun Haaser und ihr überaus zuverlässiger Partner, der aus dem Hunsrück stammende und heute im Mainzer Raum lebende Gitarrist Clemens Rech mit drei Liedern an den Anfang des Programmes gestellt. “Me, me and none but me” eröffnete mit großer Innigkeit den Vormittag, gefolgt von dem vielleicht bekanntesten Dowland-Lied “Come again” und dem “Say, Love...”, bei dem besonders der Gitarrist mit zupackender Frische gefordert war.

Nach dem Wechsel von der modernen, mit Nylonsaiten bespannten Gitarre hin zu einem historischen, vor gut 200 Jahren in der Wiener Werkstatt von Johann Georg Stauffer entstandenen Instrument - mit Darmsaiten bespannt und mit einem viel verhalteneren, intimeren Klang, der aber dennoch in dem wundervollen Gehäuse des historischen Ratssaales prächtig zur Geltung kam - standen zwei Arietten des italienischen Komponisten Mauro Giuliani und drei “Charakteristische Gesänge” seines Zeitgenossen und Freundes Anton Diabelli auf dem vielseitigen Programm. Während bei Dowland die Gitarre noch mehr als das begleitende, die Gesangsstimme umspielende und ihr dienende Instrument zum Einsatz kommt, wird sie bei den Werken von Giuliani und später auch Diabelli zum gleichberechtigten Dialogpartner. Das zeigte sich auch bei den beiden Protagonisten dieser Matinee, die hier zum ersten Mal - gemeinsam - so ganz aus sich heraus gehen konnten.

Szenenwechsel - von der Klassik zur Romantik: Carl Maria von Weber, allgemein eher als Opernkomponist bekannt mit Werken wie “Freischütz”, “Oberon” oder “Eurianthe” war auch ein hoch begabter Gitarrist, der für nahezu alle seine Lieder neben der Klavier- auch eine Gitarrenfassung schrieb. Dieser Tatsache und der hohen Qualität seiner Kompositionen verpflichtet, durfte Weber auf diesem Programm nicht fehlen. Er verhalf Sigrun Haaser - wie später auch einige Werke im zweiten Teil des Konzertes - zu der Möglichkeit, neben ihren wunderbar verströmenden tiefen Lagen auch ihre ganz vorzügliche Atemtechnik für die lange schwingenden Phrasen zur Geltung zu bringen.

Nach der Pause: Weitere Überraschungen für ein Publikum, das während des Konzertes mit begeistertem Beifall nicht geizte - manchmal vielleicht sogar ein wenig zu freigiebig damit umging. Denn sicher kannten nicht alle Besucher den Komponisten der als nächstes auf dem Programm stehenden vier Liebeslieder nach Texten von Berthold Brecht, die dieser seinem Freund Paul Dessau zu Vertonung gewidmet hatte. Im Westen war die Musik des hochbegabten, zwischen ausgehender Romantik und der Moderne angesiedelten Paul Dessau stets ei wenig tabuisiert, hatte sich der Komponist doch nach Meinung vieler (politischer) Kritiker zu sehr mit dem System der DDR “eingelassen” und unter anderem auch die Musik für die DDR-Nationalhymne geschrieben. Von diesen “Vorurteilen” unberührt präsentierten Sigrun Haaser und ihr Gitarren-Partner die vier Liebeslieder Dessaus in berührender Schlichtheit und mit überzeugend tiefer Musikalität. Auch dabei bestach immer wieder der Wechsel zwischen kontemplativen Stimmungslagen und mitreißenden Gefühlsausbrüchen.

Das konnte man auch auf die nachfolgenden Stücke übertragen: Die zwei “Folksong Arrangements” von Benjamin Britten und die beiden “French Folksongs” des Ungarn Mátyás Seiber - alle vier “Folksongs” nur dem Namen nach, sondern in Wirklichkeit hoch artifiziell komponierte und von den Künstlern eindrucksvoll dargebotene Kunstlieder.

Mit der Arie Nr. 5 “Bachianas Brasileiras” des Brasilianers Heitor Villa-Lobos verließen die Solisten den alten Kontinent und führten die Zuhörer zu neuen musikalischen Kontinenten. Weit ausschwingende Klangflächen - Musterbeispiele einer gelungenen Atemführung - bestimmen dieses Werk - am Ende gar werden die Töne nur noch mit geschlossenen Lippen erzeugt - Vokalisen quasi - mit Piani, die dem Publikum wohlige Schauer über den Rücken fließen ließen.

Dieses Gefühl setzte sich dann auch bei der ersten Zugabe fort: Bei dem hochemotionalen Thema aus dem Abspann zu Steven Spielbergs Kinofilm “A.I. - Artificial Intelligence”, das dieser von seinem verstorbenen Freund Stanley Kubrick übernommen hatte, wo eine textlose Frauenstimme quasi die musikalische Nachbetrachtung zu der Filmhandlung übernimmt. Steven Spielberg selbst hatte den Komponisten dieser Filmmusik, John Williams, für diese Melodie “als den größten musikalischen Geschichtenerzähler aller Zeiten” charakterisiert - und eine ganze Menge davon brachten Clemens Rech und Sigrun Haaser mit ihrer Interpretation auf das beste “über die Rampe”.

Dass dann die Matinee schließlich doch “klassisch” zu Ende ging - mit Franz Schubert’s “Ständchen” in der Gitarrenfassung von Johann Caspar Werz - mag dem Raum und ein klein wenig vielleicht auch den vermeintlichen Sehnsüchten der in erfreulich großer Zahl gekommen Zuhörerschaft geschuldet gewesen sein.

Ein eindrucksvoller, ein schöner Sonntagvormittag, den man sicher nicht sinnhafter hätte ausfüllen können. Foto: Kienipress

15.01.2012


„Kammermusik im Rathaus“ 2012

1992 – 2012: Zum zwanzigsten Mal können wir ein Programm unserer Reihe „Kammermusik im Rathaus“ vorstellen. Zu diesem „runden Geburtstag“ präsentiert der künstlerische Leiter, Professor Helmut Erb, drei interessante und außergewöhnliche Konzerte im Historischen Ratssaal und als Abschluss der Jubiläumssaison ein Orchesterkonzert  in der Dreifaltigkeitskirche.

Freitag, 20. Januar 2012

Stefan Hussong, Akkordeon

Jürgen Ruck, Gitarre

Werke von Matelart, Saruya, Heusinger, Haranda (Uraufführung) u.a.

Freitag, 24. Februar 2012

Grigori Zhislin, Viola

Agnieszka Tobik, Violine

Paul Stauch-Erb, Violine

Nikolay Leshchenko, Klavier

 

Werke von Händel, Prokofieff, Frolow u.a.

Freitag, 30. März 2012

Orfeo Mandozzi, Cello

Ulrike Payer, Klavier

Werke von Bach-Marcello, Boccherini, Beethoven und Schostakowitsch

Freitag, 27. April 2012

Jubiläumskonzert

JugendSinfonieOrchester der Musik- und Kunstschule Bruchsal

Paul Stauch-Erb, Violine

Veronika Maier, Oboe

Werke von Viotti, Lebrun und Tschaikowski

Dreifaltigkeitskirche

Auch in diesem Jahr bietet das Kulturbüro für die Konzertreihe ein Abonnement-Paket an: Es umfasst alle vier Konzerte der Saison 2012, ist übertragbar und kostet € 50,00 (ermäßigt € 30,00).

Die Eintrittskarten für die Einzelveranstaltungen kosten € 15,00 (ermäßigt € 10,00) und sind an der Abendkasse und im Vorverkauf in der Tourist Information, Maximilianstraße 13, Tel. 06232 / 14 22 39 erhältlich. Kulturbüro Stadt Speyer

Programmflyer ausdrucken:

14.12.2011