Interview der Woche
mit
Alfred Böhmer (59) Kaufmann
Geschäftsführer der GEWO Speyer
verheiratet, 1 Tochter
Berufsständige Tätigkeiten:
u.a.. Vorsitzender im Verband der Wohnungswirtschaft für Hessen und Rheinland-Pfalz-Süd
Ehrenamtliche Tätigkeiten:
u.a. Mitglied im Vorstand des Diözesan-Katholikenrates im Bistum Speyer
10.04.2012
SPEYER-KURIER: Herr Böhmer, als Geschäftsführer der GEWO sind Sie “Herr” über fast 3.000 Mietwohnungen in Speyer und damit sicher einer der größten Vermieter am Platz. Welche “Machtposition” verleiht eine solche Größenordnung in einer Stadt mit gerade einmal 50.000 Einwohnern?
Alfred Böhmer: Als “Machtposition” würde ich das nicht bezeichnen - vielmehr geht es darum, dass wir als GEWO ein Dienstleistungsunternehmen sind, das Wohnungen bereit stellt. Sie haben recht: Derzeit sind es 2.800 Wohnungen zuzüglich der Wohnungen, die wir für die Stadt Speyer verwalten. Da sind wir ungefähr bei 3.000 Wohnungen; das sind dann immerhin gut 20% der Speyerer, die bei uns wohnen. Das verstehen wir aber nicht als Machtposition, sondern als eine Verantwortung für unsere Mieter. Wir müssen uns deshalb auch um die Bewohnerschaft kümmern und nicht nur um die Wohnungen selbst. Die Instandhaltung und Bewirtschaftung der Wohnungen ist zwar unser Kerngeschäft - es ist aber sicher genau so wichtig, darauf zu achten, dass das soziale Miteinander in den Quartieren funktioniert. Das ist nicht ganz einfach und setzt oft eine erhebliche Fähigkeit zur Vermittlung und zum Kompromiss voraus.
GEWO einst - Vom Wiederaufbau zum größten Vermieter in der Stadt
SPEYER-KURIER: Als die GEWO im Jahr 1948 gegründet wurde, hatte Speyer knapp 30.000 Einwohner. Damals stand die Lösung der durch den Zuzug von Heimatvertriebenen ausgelösten Wohnungsnot ganz oben auf der Agenda des Unternehmens. Wie konnte die GEWO damals dieser Herausforderung gerecht werden?
Alfred Böhmer: Bei der Gründung der GEWO vor über sechzig Jahren ging es zunächst darum, Grundlagen zu schaffen und schnell und kostengünstig Wohnraum bereit zu stellen. Das wurde damals vor allem dadurch gelöst, dass man völlig neue Wohngebiete “aus dem Boden gestampft” hat. Dazu gehört insbesondere das Wohngebiet Speyer-West. Pfarrer Linvers hat einmal so richtig gesagt, dass es gut war, dass es damals dafür keinen Bebauungsplan gab; so hat man stets nur bedarfsgerecht gebaut, wodurch in dem Quartier eine gewisse Großzügigkeit entstanden ist. Wenn man dieses Gebiet aus der Vogelperspektive betrachtet, kann man das heute noch sehen. Das hat uns dann die Möglichkeit eröffnet, im Nachhinein weiter nachzuverdichten.
Das Nachverdichten ist aber eine wichtige Chance für die weitere Entwicklung der Stadt und für eine bessere Ausnutzung der vorhandenen Infrastruktur; zugleich ist es auch ein Mittel gegen das weitere Zerfleddern der vorhandenen Siedlungsflächen.
SPEYER-KURIER: Zurück zur Entwicklung der GEWO: Nach der Bewältigung der ersten Flüchtlingsströme in der Nachkriegszeit kam es ja auch in den folgenden Jahrzehnten immer wieder zu kleineren Zuzugswellen - zuletzt durch den Fall des ‘Eisernen Vorhangs’ Anfang der 1990er Jahre. Inzwischen sind ja wohl auch diese Zuzugsspitzen bewältigt. Wo liegen nun heute die Herausforderungen für die GEWO?
GEWO heute - die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft
Alfred Böhmer: Heute liegen die größten Herausforderungen darin, Finanzierungen zu gestalten für die energetische Sanierung unserer Gebäude - dabei bemühen wir uns, im Rahmen des gesamten Stadtkonzeptes für die CO2-Minderung Wärmedämmung in und auf unsere Häuser zu bringen. Die diesbezüglichen Vorschriften sind ja heute sehr hoch und die dafür nötigen Maßnahmen sehr kostenträchtig. Dennoch haben wir es in den letzten Jahren immer wieder geschafft, drei bis vier Häuser - das sind etwa 24 Wohnungen - komplett energetisch zu sanieren und die daraus resultierenden Vorteile durch geringeren Energieeinsatz gleichermaßen an die Umwelt und an unsere Mieter weiterzugeben. Der Vorteil für den Mieter liegt dabei darin, dass er geringere Nebenkosten hat - während die GEWO allerdings die anfallenden Sanierungskosten nur in begrenztem Umfang auf die Mieter umlegen kann. Das bedeutet, dass diese Maßnahmen für uns als Gebäudebesitzer zunächst wirtschaftlich unrentabel sind und wir sie deshalb als eine Investition in die Zukunft bewerten müssen.
SPEYER-KURIER: Die Aktivitäten der GEWO waren ja von Anfang an von vielfältigen staatlichen Förderprogrammen abhängig - das gilt im weitesten Sinne so bis heute. Was erwarten Sie - wie wird das in der Zukunft weitergehen?
Alfred Böhmer: In den Sechziger Jahren waren es ja die großen Wohnungsbau-Förderungs-Programme, die aufgelegt wurden, um die vorhandenen Bedarfe zu decken - in den Achtzigern gab es dann eine ähnliche Bewegung mit den Investitionsprogrammen für Aus- und Übersiedler. Die Förderprogramme, die schon in den letzten Jahren sehr erfolgreich waren, sind Programme wie “Die soziale Stadt”, die es ermöglicht haben - in größeren Zusammenhängen gemeinsam mit den zuständigen städtischen Ämtern - der Stadtplanung, dem Sozialamt und der Wirtschaftsförderung - dazu mit Leuten vor Ort und den Wohnungsbaugesellschaften - Quartiere aufzuarbeiten - also eine gemeinsame Herangehensweise umzusetzen.
Diese Arbeitsweise - wir haben das auch in den letzten sieben Jahren in Speyer-Nord gesehen - ist ein großer Vorteil. Das zeigt sich jetzt auch schon seit gut drei Jahren in Speyer-West. Die Fördermittel, die in solche Projekte fließen, generieren in erheblichem Umfang auch Zusatzgelder. Um so mehr bedauern wir es, dass diese Programme jetzt so sehr gekürzt worden sind. Gut - in Speyer können wir noch recht zufrieden sein, denn wir haben - auch unterstützt vom Büro Dr. Fries - frühzeitig Mittel akquiriert, so dass sichergestellt ist, dass wir gut durch das gesamte Projekt hindurch kommen werden.
Deshalb: Förderungen sind auch weiterhin absolut notwendig - denken Sie nur an Projekte wie die Quartiersmensa oder - Sie haben es gerade auch selbst angesprochen - die KfW-Mittel zur energetischen Sanierung unserer Gebäude. Die muss man halt nutzen, solange sie zur Verfügung stehen und solange wir sie auch wirtschaftlich einsetzen können.
SPEYER-KURIER: ...und soweit man sie - zumindest was die EU-Mittel angeht - überhaupt findet..
Alfred Böhmer: Das ist richtig. Mit den EU-Mitteln ist das so eine Sache; die muss man finden und dann sind sie immer nur eine ganz beschränkte Zeit “auf dem Markt” - und dann muss man halt auch gerade ein passendes Projekt “in der Tasche” haben, um schnell zugreifen zu können. Wie das geht, haben wir bei dem Projekt der “Kaserne Normand” gezeigt, wo die gesamten Untersuchungen für den energetischen Umbau aus EU-Mitteln finanziert wurden. Wir haben daraus einen umfangreichen Katalog an Maßnahmen gewonnen, den wir im Anschluss daran - wissensmäßig - auch bei anderen Projekten wie zum Beispiel beim “Alten Schlachthof” einsetzen konnten.
GEWO - Neue Ideen für seniorengerechtes Wohnen
SPEYER-KURIER: Herr Böhmer, in vielen Ihrer Wohnquartiere vollzieht sich ja so etwas wie ein Generationswechsel - dort sind ja einst die Mieter alle in vergleichbarem Alter eingezogen und sind inzwischen kollektiv älter geworden. Jetzt muss eine “Wachablösung” erfolgen. Wie gehen Sie denn mit dieser Tatsache um?
Alfred Böhmer: Das ist eine große Herausforderung für die Wohnungswirtschaft. Sie haben das ganz richtig beschrieben: Man ist vor Jahren gemeinsam eingezogen und inzwischen gemeinsam älter geworden. Die Probleme, die sich dann ergeben, erscheinen aber bei den einzelnen Menschen ganz unterschiedlich. Es gibt Menschen, die bleiben sehr lange sehr rüstig, andere bekommen schon früher Probleme.
Wir haben deshalb schon vor ein paar Jahren in einer großen Studie untersucht, was wir tun müssen, um unseren Mietern den möglichst langen Verbleib in ihrer angestammten Wohnung zu ermöglichen - denn das ist eigentlich der erklärte Wille all unserer Mieter. Wir haben festgestellt, dass dazu die möglichst vollständige Herstellung der Barrierefreiheit zählt - das fängt mit den Bädern an. Wir haben deshalb vor ein paar Jahren damit begonnen, bei Renovierungen die Badewannen nicht mehr fest einzubauen, sondern sie einzukleben, so dass man sie bei Bedarf wieder herausnehmen und an ihrer Stelle in den durchgefliessten Raum eine Dusche einsetzen kann.
Ein anderes Problem sind die Treppen: Der dann oft gewünschte Aufzug ist natürlich ein sehr teures und zugleich ein problematisches Element, weil wir hier in Speyer einen Baustil haben, bei dem das Erdgeschoss in der Regel über sieben Treppen nach oben erschlossen ist und wir von außen nie ebenerdig auf die richtige Ebene kommen. Das hat uns gefordert, nach alternativen Lösungen zu suchen. Wir sind jetzt eines von bundesweit 16 Projekten zum “altengerechten Umbau von Wohnraum”, wo wir mit Unterstützung durch KfW-Mittel Ideen ausprobieren können, um hier zu entsprechenden Lösungen zu kommen. Wir haben jetzt hier in der Hans-Sachs-Straße ein Projekt, bei dem es jetzt in Kürzte auch baulich losgehen wird, wo wir versuchen, das Erdgeschoss komplett barrierefrei zu machen, ohne dass wir einen Aufzug einbauen müssen. Dabei soll der vorhandene Eingang komplett geschlossen und für die Erdgeschossebene eine neue, breitere Verandazugangsmöglichkeit geschaffen werden.
SPEYER-KURIER: ...So wie Sie es ja auch hier bei Ihrem Verwaltungsgebäude in der Landauer Straße gemacht haben....
Alfred Böhmer: ...Ja, ähnlich. Wir werden dann bei diesem Projekt aus den vorhandenen vier Wohnungen sechs machen und so zusätzlich zwei Wohnungen schaffen, die von außen über die Veranda begangen werden. Diese Wohnungen werden absolut barrierefrei sein. Gleichzeitig werden auch die anderen Wohnungen komplett renoviert und auch energetisch saniert. Wir hoffen, dass wir dieses Projekt noch in diesem Jahr abschließen können. An ihm wollen wir zugleich nachweisen, dass eine seniorengerechte Sanierung möglich ist - ohne einen aufwändigen Aufzuges. Dennoch - das muss man ehrlicherweise ergänzend sagen - sind solche Projekte noch immer sehr kostenintensiv.
Ein weiteres Thema ist auch unser Neubau: Da gibt es ja verschiedene Gruppen, die sich mit einbringen, aber - das muss man leider hinzufügen - es ist sowohl von der Finanzierungs-, d.h. der Kostenseite wie auch vom städtebaulichen her schwierig, solche Projekte heute noch wirtschaftlich darzustellen.
Da kämpfen wir also derzeit an gleich mehreren “Fronten”, hoffen aber dennoch, auch weiterhin zu vertretbaren Lösungen zu kommen. Dabei - das haben Sie ja sicher auch schon selbst gemerkt - wollen wir nicht mehr in den einzelnen Projekten, sondern quartiersübergreifend denken. Dazu zählt auch die “altengerechte Umgestaltung” der Wohnungen in Speyer-West, zu der nicht allein die beschriebene Maßnahme zählt. Wir haben sie vielmehr als einen Dreiklang dargestellt, zu dem neben dem Umbau auch der Neubau und die Quartiersmensa gehören.
SPEYER-KURIER: ES gibt ja inzwischen - und der SPEYER-KURIER hat darüber auch verschiedentlich berichtet - technische Hilfsmittel, mit denen man älteren Menschen das Leben ein Stück weit leichter machen kann. Werden Sie diese in Ihrem Konzept ebenfalls mit umsetzen?
Alfred Böhmer: Soweit das geht und es sich wirtschaftlich darstellen lässt, wollen wir diese “AL”-Technik mit einsetzen. Hier hat sich ja auch eine wesentliche Weiterentwicklung ergeben: Früher war ihr Einsatz ja nur möglich, wenn man die gesamte Wohnung neu verkabelt hat. Das war zunächst immer eine erhebliche Investition, von der zunächst niemand wusste, ob sie die Mieter auch anwenden würden. Zwischenzeitlich gibt es diese Technik schon mit Funkmodulen, was das Ganze doch wesentlich vereinfacht. Was hier m.E. eine wichtige Funktion ist und was sich auch leicht einbauen lässt, eine zentrale Abschaltung des Stroms durch einen einzigen Schalter, wenn der Mieter die Wohnung verlässt - außer dem Kühlschrank natürlich. Damit ist dann auch die Gefahr gebannt, dass ich z.B. den Herd brennen lasse.
Ein anderes Beispiel ist der Einsatz von Sprechanlagen mit Video oder auch der Ersatz des Schlüssels durch einen Chip, der im Falle eines Verlustes rasch ungültig gemacht und durch einen anderen ersetzt werden kann. Damit entfällt auch das umständliche “Herumfummeln” mit einem Schlüssel, was manchen älteren Menschen ebenfalls schwer fällt.
SPEYER-KURIER: Wir sehen also an Ihren umfangreichen Bemühungen, dass die wachsende Gruppe der Senioren in der GEWO eine gute Heimat findet. Es gibt aber auch eine andere Gruppe, die in der Zukunft unserer weiteren Zuwendung bedürfen wird: Das ist die wachsende Zahl der Demenz-Kranken. Auch hier arbeiten Sie ja auch an Alternativen zu der immer noch üblichen “Auslagerung” dieser Menschen in spezielle und teure Pflegeeinrichtungen. Wie könnten denn hier Lösungen aussehen, die solchen Menschen gerecht werden könnten?
Alfred Böhmer: Für Menschen, die in Demenz gleiten, muss man sicher eine ganz besondere Wohnform finden, die auch weiterhin möglichst viel Selbständigkeit garantiert, aber trotzdem auch Sicherheit bietet für die Betroffenen selbst ebenso wie für die Angehörigen. Das ist sicher nicht ganz einfach. Man wird deshalb zukünftig verstärkt in Wohngruppen oder auch in Wohngemeinschaften gehen müssen, d.h. in eine gemeinsame Wohnung mit individuellen Räumlichkeiten mit jeweils eigenem Sanitärbereich und Kochnische. Gleichzeitig muss es dort aber auch großzügige Gemeinschaftsflächen geben. Stellt sich natürlich die Frage: Wie finanziert man das? Hier haben wir schon viele Gespräche - u.a. auch mit dem Finanzministerium und der früheren Landes-Treuhandbank, der heutigen IKB - geführt, um zu prüfen, wie man so etwas machen kann. Dabei ist man zunächst davon ausgegangen, man könnte die normalen Wohnungsbau-Förderungsrichtlinien einfach übertragen, hat dann aber erkennen müssen, dass das so nicht funktioniert.
Wir haben als GEWO mit dem Projekt “Lebenshilfe” in der “Kaserne Normand” gezeigt, dass man da auch andere Wege gehen kann. Dort sind Wohngruppen entstanden, für deren Finanzierung wir die Genehmigung durch das Land erhielten und das sich zum Erstaunen aller Beteiligten günstiger darstellte als die bisherigen Finanzierungswege. Man ist deshalb in Mainz derzeit dabei, auf dieser Basis eine neue Finanzierungsart zu entwickeln und wir werden als GEWO deshalb in diese Überlegungen auch immer wieder mit einbezogen und um unsere Meinung gefragt. Da suchen wir aber auch selbst noch immer nach neuen Wegen. Wir haben dazu zunächst darüber nachgedacht, ob wir Bestandsgebäude umrüsten können, haben dann aber feststellen müssen, dass solche Umbauten sehr schwierig sind - auch aufgrund der technischen Anforderungen - und dass dann der Abriss und ein entsprechender Neubau wirtschaftlicher und sinnvoller ist. Da müssen aber wir weiter daran arbeiten und sehen, was uns dazu noch einfällt.
SPEYER-KURIER: Wenn solche Menschen eine entsprechende Unterbringung finden, hat das ja zugleich auch den Vorteil, dass man von Anfang an die einsetzenden hohen Pflegekosten reduzieren kann - von daher müssten sich vielleicht auch die Pflegekassen darüber Gedanken machen, ob sie sich nicht an solchen Projekten zu beteiligen können.
Alfred Böhmer: Im vergangenen Jahr ist hier in Rheinland-Pfalz ein neues Pflegegesetz in Kraft getreten, das neue Möglichkeiten eröffnet. So fallen Gruppen bis zwölf Personen jetzt nicht mehr unter das Heimgesetz, wodurch riesige Kostenauflagen, die dieses Gesetz nach sich zieht, umgangen werden können. Hier müssen wir deshalb dringend neue Wege finden und da sind wir dran. Da arbeiten ja viele Institutionen mit - z.B. auch die ambulanten Dienste - und da versuchen wir gemeinsam, vernünftige Lösungen zu finden.
SPEYER-KURIER: Wie lange ist denn nach Ihrer Einschätzung der zeitliche Horizont, um solche Lösungen “in Stein und Beton” umzusetzen?
Alfred Böhmer: Das ist sehr schwer zu prognostizieren - hier möchte ich mich überhaupt nicht festlegen. Es wäre aber sicher schön, wenn wir das möglichst schnell umsetzen könnten, denn der Bedarf ist da. Man muss aber leider, leider akzeptieren, dass solche neuen Wege, die es so bisher in den Verwaltungsvorschriften nicht gab, halt schwer umzusetzen sind. Aber - diese neuen Wege sind unsere Vision, die wir umsetzen wollen.
SPEYER-KURIER: Herr Böhmer, für viele Bürger steht das “GE” in “GEWO” für “Gemeinnützig”, obwohl die GEWO nach ihrer Rechtsform eine GmbH ist. Dennoch fällt Ihr Unternehmen durch sein ausgeprägtes soziales Engagement auf, das sich zuletzt erst wieder in dem Projekt “Q + H” in Speyer-West gezeigt hat. Welche Ziele verfolgen Sie mit dieser Philosophie?
GEWO - auch zukünftig “gemeinnützig”
Alfred Böhmer: Ursprünglich ist ja die GEWO tatsächlich als gemeinnütziges Unternehmen gegründet worden. 1990 ist die Gemeinnützigkeit dann aber per Gesetz allen Wohnungsunternehmen aberkannt worden. Das hatte zur Folge, dass seitdem bestimmte Steuerzahlungen zu leisten sind. 1990 wurde deshalb auch unser Gesellschaftsvertrag geändert; da wir aber auch weiterhin gemeinnützige Ziele verfolgen, durften wir das Prädikat “gemeinnützig” auch weiterhin tragen, obwohl wir als GmbH seitdem auch Gewinne erwirtschaften müssen. Wenn uns ein Defizit entsteht, dann muss das entsprechend begründet und von unseren Aufsichtsgremien genehmigt werden. Aber als kommunales Unternehmen ist es auch weiterhin unsere Pflicht, Wohnraum “für breite Schichten der Bevölkerung” zu Verfügung zu stellen und auch denen das Wohnen zu ermöglichen, die finanziell nicht so gut gestellt sind.
Das ist immer ein Gang auf des Messers Schneide, denn einerseits sollen wir ein positives wirtschaftliches Ergebnis erzielen, was wir allerdings nicht wirklich können, weil sie dann die Mieten zu sehr erhöhen müßten. Wir versuchen deshalb, die Mietobergrenzen - so wie sie im Mietspiegel stehen - nicht in vollem Umfang auszunutzen. Das hat uns zuletzt wieder Kritik vom Rechnungshof eingetragen, aber damit muss man halt leben...
Andererseits können wir damit als größter Wohnungsanbieter auf dem Speyerer Wohnungsmarkt das Mietniveau ein Stück weit nach unten drücken. Denn wenn wir mit unseren Mieten nach oben gehen, zieht der private Wohnungsmarkt sofort nach. Das heißt, dass wir hier eine große übergeordnete Verantwortung haben.
Vermutlich werden auch wir im Rahmen des “Kommunalen Entschuldungsfonds” als Tochtergesellschaft der Stadt einen Beitrag leisten müssen. Das wird für uns zur Folge haben, dass wir den Begriff der “Gemeinnützigkeit” aus unserem Logo heraus nehmen müssen, weil wir dann eine höhere Ausschüttung vornehmen müssen, als sie nach den Bestimmungen über die Gemeinnützigkeit zulässig ist. Wir werden dann vermutlich nur noch als “GEWO - ein kommunales Unternehmen der Stadt Speyer” firmieren. Das Wort “gemeinnützig” darf dann eben nicht mehr erscheinen.
Sie haben aber ganz richtig erkannt, dass solche Projekte wie das “Mehrgenerationenhaus Speyer-Nord” oder die Quartiersmensa “G + H” in Speyer-West - dass man die nicht nur aus Lust und Freude macht - obwohl es natürlich auch Spaß macht, so etwas zu realisieren - sondern dass es dabei darum geht, den Bewohnern des Quartiers etwas zu geben. Natürlich hoffen wir sehr, dass die Bewohnerschaft diese Angebote auch annimmt, denn nur so sind die dafür aufgewendeten Kosten letztlich auch zu rechtfertigen.
Wir wollen deshalb auch weiterhin mit unserer Geschäftspolitik im Sinne unserer früheren Gemeinnützigkeit die Quartiere positiv entwickeln. Das haben wir uns selbst zum Ziel gesetzt.
GEWO - Neue Herausforderungen durch Konversion der Bundeswehr Areale
SPEYER-KURIER: Eine weitere Herausforderung, der sich die GEWO auch schon in der Vergangenheit gestellt hat und die jetzt in noch größerem Umfang auf die Stadt zukommt, ist die Konversion der frei werdenden Liegenschaften der Bundeswehr in Speyer. Hier sind sie zuletzt mit Überlegungen an die Öffentlichkeit getreten, die eine Konzentrierung von Gewerbe und Behörden auf diesem Gelände zum Ziel haben, um dann auf den so frei werdenden Flächen in der Innenstadt eine weitere Verdichtung der Wohnbebauung zu ermöglichen. Welche Vorteile würden Sie in einer solchen Vorgehensweise sehen und wie hoch schätzen Sie die Chancen für die Realisierung eines solchen Vorschlages ein?
Alfred Böhmer: Ich habe ja schon viele Jahre Konversions-Erfahrung. Schon bevor ich zur GEWO kam habe ich mehrere Konversions-Projekte betreut. Als jetzt bekannt wurde, dass die Kurpfalz-Kaserne 2015 - 2017 aufgegeben wird, habe ich mich mit der Sache beschäftigt und mich dahingehend geäußert, dass ich dieses Gelände nicht als ein erstrebenswertes Wohngebiet ansehe. Es wird dort sicher auch in Teilen eine Wohnbebauung vorstellbar sein - allerdings denke ich, dass da eher Reihenhäuser oder Eigentumswohnungen entstehen sollten, weil dann die Verantwortung auch bei den Menschen liegt, die dort ihr eigenes Geld investieren. Als Wohnungsunternehmen muss ich aber anders denken: Ich muss daran denken, dass ich dort auch in den nächsten dreißig, vierzig Jahren eine Vermarktung garantieren und Erträge generieren kann und da sehe ich - offen gesagt - in der Lage im Norden von Speyer-Nord einige Probleme. Ich habe deshalb überlegt, ob es nicht vielleicht sinnvoller wäre, darüber nachzudenken, welche Einrichtungen, Institutionen und auch Behörden es im Stadtbereich gibt, die nicht unbedingt auf diese Lage angewiesen sind, weil sie nicht unbedingt fußläufig erreichbar sein müssen und zu denen man nicht jeden Tag hingehen muss. Wenn solche Institutionen auf das Gelände der heutigen Kurpfalz-Kaserne gingen, dann könnte man im Kernbereich der Stadt Flächen bebauen, die heute schon erschlossen sind und für die es bereits heute eine funktionierende Infrastruktur gibt. Das wäre dann ein ungeheuerer monetärer Vorteil für die Entwicklung der Stadt und würde zugleich zu einer Kostendämpfung beitragen.
Wir werden ja in Kürze auch über die Neustrukturierung des Öffentlichen Personennahverkehrs reden müssen; dann werden wir sehen, was wir uns in dieser Hinsicht überhaupt noch leisten können, denn es wäre sicher schwierig, wenn wir das Netz des ÖPNV in Speyer noch weiter ausdehnen müßten.
Nun bedeuten meine Vorschläge und Überlegungen ja nicht, dass das so kommen muss - ich wollte vielmehr dazu anregen, auch einmal in eine andere Richtung zu denken.
SPEYER-KURIER: Der Stein, den Sie mit diesem Vorschlag ins Wasser geworfen haben, beginnt ja jetzt, erste Kreise zu ziehen. Wie sind denn nach Ihren Erkenntnissen die ersten Reaktionen darauf?
Alfred Böhmer: Ich habe bislang eigentlich aus allen Richtungen ganz positive Antworten bekommen, wobei viele sagten, dass das ein bislang noch nicht bedachter Anstoß war. Wir werden da jetzt auf unterschiedlichen Ebenen damit beginnen, daran zu arbeiten. Wir, die Kollegen von der Baugenossenschaft, vom Siedlungswerk der Diözese Speyer und wir selbst haben schon einmal mit dem Oberbürgermeister darüber zusammen gesessen; daneben sind auch auf der Ebene der Stadtverwaltung Gespräche mit der BIMA - dem Verwertungsorgan des Bundes für diese Flächen - angekündigt, um zu erfahren, was das überhaupt kosten soll. Wir reden ja derzeit noch über etwas, was wir wertmäßig noch gar nicht einschätzen können. Aus meiner Erfahrung aus der Vergangenheit aber wäre es natürlich gut, wenn die BIMA sagen würde: “Wir - der Bund - wollen dafür soundsoviel...”
SPEYER-KURIER: ...und hier gibt es ja nun auch eine neue Situation. Der Bund will ja im Gegensatz zu früher, wo es quasi Festpreise und ein uneingeschränktes Vorkaufrecht der Kommunen gab, ein offenes Bieterverfahren installieren....
Alfred Böhmer: ...Genau, und das macht das ganze natürlich sehr viel schwieriger, weil man ein Gebot erst dann abgeben kann, wenn man genau weiß, was man auf einem solchen Gelände realisieren kann - wenn man weiß, welche infrastrukturellen Maßnahmen - zum Beispiel auch beim Lärmschutz - notwendig werden, ob es Bodenbelastungen gibt und viele Randbedingungen mehr, die man kennen muss, ehe man sich als Stadt auf eine bestimmte Nutzung festlegen kann.
Das wird natürlich auch für den neuen Stadtentwickler eine große Herausforderung darstellen, wenn er ketzt zum 1. Mai seinen Dienst antritt.
Mein eigener Vorschlag würde natürlich auch eine entsprechende Akzeptanz in der Bevölkerung bedingen - dass die Menschen in der Stadt bereit sind, sich auf eine größere Verdichtung im Stadtraum einzulassen - das urbane Leben quasi etwas dichter zusammen zu schieben. Da muss man vielleicht auch einmal das Gemeinwohl vor die persönlichen Wünsche stellen.
SPEYER-KURIER: In diese Betrachtung muss man sicher auch den anstehenden demographische Wandel mit einbeziehen. Mit dem von Ihnen vorgelegten Vorschlag könnte man sicher eine behutsamere, dichter am Bedarf orientierte Erweiterung des Wohnungsangebotes in Speyer vornehmen als mit der Ausweisung eines kompletten neuen Wohngebietes, das ja letztendlich auch irgendwann einmal belegt werden muss, um die dafür notwendigen Grundinvestitionen langfristig zu amortisieren.
Alfred Böhmer: Das ist völlig richtig: Wenn ich im Innenstadtbereich tätig bin, dann kann ich die Flächen auch bedarfsgrecht in kleineren “Portionen” bebauen...
SPEYER-KURIER: Lassen Sie uns noch einmal auf das neue Bieterverfahren zurückkommen, das jetzt die BIMA umsetzen will. Könne Sie denn unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch sicherstellen, dass Unternehmen wie die GEWO auf Dauer überhaupt noch bezahlbaren Wohnraum in ausreichender Umfang schaffen können?
Alfred Böhmer: Ob wir das künftig noch sicherstellen können - das weiß ich nicht. Wir werden Wege eruieren müssen, wie wir dies auch künftig noch schaffen können. Grundsätzlich gilt ja, dass bei Neubauten heute der Grundstückspreis die einzige Variable ist - an den reinen Baukosten kann man kaum noch etwas machen. Deshalb: Wenn der Grundstückseinstiegspreis zu hoch ist, geht das nicht mehr, weil ich dann in Miethöhen kämme, die letztlich nicht mehr erträglich wären. Das bekommt man dann auch mit Förderprogrammen nicht mehr hin.
Natürlich muss man auch verstehen, wenn der Bund versucht, über die BIMA - die ja letztlich nichts anderes ist als eine Maklergesellschaft - einen möglichst hohen Preis zu erzielen. Dann müssen aber letztlich auch wir sagen: ‘Jetzt geht es für uns nicht mehr’.
SPEYER-KURIER: Wenn wir Sie jetzt als Bürger fragen und nicht als Chef der GEWO: Ist es denn noch eine gleichgewichtige Verteilung der Lasten zwischen dem Bund und den Kommunen, wenn der Bund beschließt, wir bauen weite Bereiche der Bundeswehr ab und bestimmen zugleich einseitig über die Art der Vermarktung der Grundstücke, indem wir das bisherige Vorkaufsrecht abschaffen?
Alfred Böhmer: Als Bürger muss ich klar sagen: Es ist eine zentral gefällte Entscheidung, dass bestimmte Bundeswehrstandorte geschlossen werden, eine Entscheidung, die Bundestag und Bundesregierung so sicher zusteht - es muss dann aber auch den Bürgern zugestanden werden, zu sagen: ‘Bund, behalte dein Grundstück, wenn wir es als Kommune nicht bezahlen, wenn wir es nicht entsprechend umsetzen können’. Ich leite aus solchen übergeordneten Beschlüssen keine unbedingte Pflicht zur Übernahme der Areale ab. Da muss man als Bürger auch einmal ‘Nein’ sagen können.
Alfred Böhmer - Persönlich
SPEYER-KURIER: Herr Böhmer, als engagierter Christ gehören Sie auch dem Vorstand des Diözesankatholikenrates im Bistum Speyer, dem höchsten Laiengremium, an. Inwieweit hat dieses Engagement auch Auswirkungen auf Ihre berufliche Tätigkeit gehabt?
Alfred Böhmer: Ich bin seit frühester Jugend im kirchlichen Bereich unterwegs - vom Ministranten über die Jugendarbeit - und bin auch heute noch in vielen Bereichen aktiv - angefangen von der Musik bis hin zu ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Pfarrgemeinde. Ich war da die letzten zwanzig Jahre immer an vorderster ‘Front’ gestanden - sei es im Verwaltungsrat oder im Pfarrgemeinderat meiner Pfarrgemeinde. Die beiden letzten Amtsperioden war ich auch im Diözesankatholikenrat, die zweite davon im Vorstand dieses Gremiums tätig. Jetzt bin ich gerade dabei, mich etwas zurückzuziehen - habe mich nicht mehr aufstellen lassen, “mache” aber noch immer den Kirchenrechner in meiner Heimatgemeinde.
Meine Frau hat schon oft gesagt: “An Dir ist eigentlich ein Sozialarbeiter verloren gegangen”, denn mein Denken und Handeln ist immer auch davon bestimmt, im Sinne der betroffenen Menschen zu agieren. Es ist sicher manchmal ein Spagat, das Kosten-Nutzen-Denken im GmbH-Recht mit den sozialen Belangen in Einklang zu bringen.
Ich habe an allen Stationen meines beruflichen Lebens versucht, auch an die Menschen zu denken, die in unseren Wohnungen wohnen und vor allem nicht nur auf eine Wohnung, auf ein Haus hin zu denken, sondern in die Breite hinein - in das Quartier. Dabei war es sicher auch der Vorteil meiner Tätigkeit in den vergangenen 17 Jahren hier in Speyer, dass ich kompakt in der Stadt denken konnte.
Ich habe schon früher als Mitarbeiter der “Heimstätte Rheinland-Pfalz” - die habe ich damals verlassen, weil ich nach ihrem Verkauf mit der geänderten Geschäftspolitik, die nur noch auf Gewinnerzielung ausgerichtet war, nicht mehr konform ging - landesweit denken müssen und auch dabei versucht, soziale Aspekte mit einfließen zu lassen, weil “soziale Zufriedenheit” auch im Wohnquartier für mich einen hohen Wert hat, der zwar monetär leider nicht darstellbar ist, der aber der Mieterschaft Perspektiven aufzuzeigen vermag und ihnen Chancen und Hilfen gibt.
SPEYER-KURIER: Bei einem so großen Engagement in Beruf und Kirche - gibt es da überhaupt noch Freizeit für Sie - und wenn ‘Ja’ - wie verbringen Sie diese?
Alfred Böhmer: Natürlich gibt es auch den Privatmann Alfred Böhmer. Ich habe einige Hobbies, die ich derzeit allerdings nicht alle in zureichendem Maße ausfüllen kann. Dazu zählt vor allem das Handwerken - ich habe in meinem Haus sehr viel selbst gemacht und weiß, was handwerkliche Arbeit bedeutet und was bautechnisch zu machen ist. Also - ich werkle immer noch viel rum - oft sehr zum Leidwesen meiner Frau, die dann sagt “hätten wir’s dem Handwerker gegeben, wär’s längst erledigt’”.
Dann ist mir die Musik eine große Freude und eine echte Entspannung. Ich habe eine klassische Ausbildung an der Querflöte und habe in meinen “wilden Jahren” Tanz- und Jazzmusik gemacht. Wir haben Standardmusik gemacht in Tanzschulen - da hab’ ich dann auch Saxophon gespielt - und in Mainz durch die Fassenacht auch etwas Geld für Hobbies und Studium verdient. Die Musik macht mir immer noch viel Spaß, ich bin immer noch in einem Chor dabei, der neue Geistliche Lieder singt - da bin ich allerdings im Instrumentalbereich aktiv, weil das Singen nicht so mein Ding ist, obwohl mein Vater selbst Kantor war.
Ich weiß also, was Musik bedeutet. Wenn der Druck im Beruf wieder einmal besonders groß war und die Strecke von Speyer nach Neustadt, wo wir wohnen, nicht ausreicht, um ganz ‘runter’ zu kommen, dann merkt meine Frau das daran, dass ich erst einmal im Keller verschwinde und mich eine halbe Stunde austobe an einem meiner Instrumente, zu denen inzwischen auch die Klarinette gehört. Dann ist der Druck weg und meine Frau bekommt das dann nicht ab.
Ich beschäftige mich aber auch recht intensiv mit dem Computer, habe schon sehr früh damit begonnen, Finanzierungsprogramme zu entwickeln und versuche auch da bis heute, immer auf dem neuesten Stand zu bleiben.
Und dann gehört noch das Wandern zu unseren Freizeitbeschäftigungen.
SPEYER-KURIER: Herr Böhmer, welche Bücher liegen denn derzeit auf Ihrem Nachttisch?
Alfred Böhmer: Auf dem Nachttisch liegt zur Zeit gar keines. Da langt momentan einfach die Zeit nicht, weil ich sehr viel Fachliteratur lesen muss. Für mich ist Bücherzeit eigentlich der Urlaub . Dann lese ich ganz gerne Krimis und historische Romane.
SPEYER-KURIER: Gibt es für Alfred Böhmer und seine Familie bevorzugte Reise- und Urlaubsziele?
Alfred Böhmer: Ja - wir sind sehr intensive Fans der Nordsee und waren in den letzten siebzehn, achtzehn Jahre - meist im Herbst - zwei bis drei Wochen in St. Peter-Ording. Wir fühlen uns dort sehr wohl; Ende Oktober, Anfang November kann man dort auch recht stabiles Wetter haben. Im Mai versuchen wir dann immer auch noch, für ein paar Tage in den Raum Obersdorf und Vorderes Allgäu zu gehen - Fernreiseziele haben wir mehr im skandinavischen Raum, auch im Bereich England und Schottland, wobei England zunächst für mich ein Graus war, weil mein Englisch nicht so gut war.
Da hatte ich vor 32 Jahren, als ich meine Frau heiratete, gedacht, einen “guten Deal” gemacht zu haben, weil meine Frau Englisch studiert hat. Doch als wir zum ersten Mal in England aus dem Flugzeug stiegen, da sprach sie nur noch Englisch mit mir. Aber inzwischen geht es mit der Sprache auch bei mir ganz leidlich und ich muss nicht verhungern.
Was wir auch noch gerne machen würden, wäre eine Reise mit dem Postschiff entlang der skandinavischen Küste - das wäre für mich die ideale Kombination von Entspannung auf dem Schiff und dem Kennenlernen neuer Orte, in einem Land, das wir eigentlich im Inneren schon ganz kennen.
Auf die ganz große Fernreise haben wir früher einmal spekuliert - heute weiß ich nicht, ob das für uns noch so erstrebenswert ist. Es gibt halt auch hier in der Nähe viele schöne Ziele, wo man sich wunderbar entspannen kann - im Pfälzer Wald oder runter ins Elsass.
SPEYER-KURIER: Lieber Herr Böhmer, dann bleibt uns nur noch, Ihnen namens der Leserinnen und Leser des SPEYER-KURIER für das so ausführliche Gespräch zu danken und Ihnen im Interesse der Bürger unserer Stadt für Ihre zukünftigen Aufgaben in der GEWO viel Erfolg und ein gutes Gelingen zu wünschen und Ihnen und Ihrer Familie ganz persönlich Gesundheit, Glück und Gottes Segen.
Das Interview führte Gerhard Cantzler/ Fotos: kienipress
10.04.2012




