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Wer ist der Mann auf dem Tuch?

Äußerst sehenswerte Ausstellung der Malteser in Zusammenarbeit mit dem Erzbistum Köln und Experten in der Krypta des Speyerer Doms

Wer ist der Mann auf dem Tuch?

Dornenkrone

Bettina von Trott zu Solz, die Kuratorin der Ausstellung erklärte leidenschaftlich die Exponate und deren Geschichte

Bettina von Trott zu Solz, die Kuratorin der Ausstellung,

Professor Luigi Mattei fertigte den „Mann auf dem Grabtuch“ als dreidimensionale Skulptur

Weihbischof Otto Georgens feierte mit Anwesenden einen Pontifikalgottesdienst

bk.Speyer. Im Rahmen einer Presseführung durch die Malteser-Ausstellung zum Turiner Grabtuch hatten wir gestern Nachmittag die Gelegenheit, diese wunderbaren und beeindruckenden Exponate zu bestaunen. Bettina von Trott zu Solz, die Kuratorin der Ausstellung, führte uns voller Engagement und fundiertem Wissen. Die Ausstellung ist seit fünf Jahren unterwegs und wechselt alle sechs Wochen zu einem anderen Ort. Sie ist die erste in Deutschland präsentierte Ausstellung zum Turiner Grabtuch und hat bisher mehr als 145.000 Besucher zählen können.

Jeder dieser Besucher solle seinen eigenen Zugang finden und sich mit den Fakten auseinander setzen – das ist ein großes Anliegen der Malteser, deren Motto „Glauben und Helfen“ ist. Hier die Leitsätze der Malteser von deren Internetseite:

Malteser ist man nicht allein.
Unsere Stärke wächst aus der Gemeinschaft: vor Ort, national und weltweit. Die Nächstenliebe beginnt bei uns in den eigenen Reihen.

Wir sind aus Tradition modern.
Unsere Hilfe hört dort nicht auf, wo eingefahrene Wege enden. Wir haben Mut, neue Aufgaben anzunehmen und unkonventionell zu bewältigen.

Wir arbeiten professionell in Ehren- und Hauptamt.
Leistungsfähigkeit, Effizienz, Verlässlichkeit und Qualität prägen unser Tun.

Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn.
Für uns ist der Mensch Ebenbild Gottes. Deshalb übernehmen wir persönliche Verantwortung für jeden einzelnen Hilfesuchenden und nehmen ihn ernst in seiner Not. Indem wir ihm selbstlos in Liebe begegnen, wollen wir Glaube erfahrbar machen.

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hatte sofort zugestimmt, als die Malteser mit der Bitte an ihn herantraten, die Ausstellung im Speyerer Dom zu zeigen und die Schirmherrschaft dafür übernommen. Die Nähe zur Grablegung der Kaiser in der Krypta verleiht dem Ganzen noch einen ganz besonderen Stellenwert.

Im Jahr 1898 wurde durch den Italiener Secondo Pia eine erste fotografische Aufnahme des Tuches gefertigt. Nach der Entwicklung konnte zum ersten Mal das Gesicht des Mannes in allen Details erkannt werden. Bis dahin wurde das Tuch nur als schöne Legende verehrt, aber diese neue Entwicklung war eine Sensation. Erst dreißig Jahre später durfte die nächste Fotografie angefertigt werden. Das Grabtuch verrät drei wichtige Nachrichten: Es gibt darauf Brandflecken durch einen großen Brand im 16. Jahrhundert. Damals wurde das Tuch in einer Silberschatulle aufbewahrt und das geschmolzene Silber verursachte die Brandflecken. Zum zweiten wurde die Blutgruppe des Mannes mit AB bestimmt und festgestellt, daß er auf seinem Rücken Wunden von Geißelungen aufwiese – exakt drei mal 39. Am Kopf waren Wunden einer Dornenkrone zu erkennen. Zum dritten ist das Blut, das aus der Wunde auf der Seite zu erkennen ist, postmortales, also nach dem Tod des Mannes ausgetretenes Blut.

Nun stellt sich die Frage, wie das Abbild auf das Tuch gekommen ist. Dieses Abbild befindet sich nur auf der obersten Faser wie auf einer Seifenblase. Dieses Bild kann erst nach den Blutflecken entstanden sein, weil unter ihnen keine Verfärbung festgestellt werden konnte. Nur eine Strahlung, die nach der Grablegung vom Körper selbst ausgegangen sein muß, erklärt diesen Befund.

Als die NASA 1976 das Tuch mit einem speziellen Bildanalyse Computer untersucht, staunen die Wissenschaftler. Denn im Computer erscheint ein perfektes, dreidimensionales Bild eines liegenden Mannes. Damit ist für die Wissenschaftler klar, das es sich bei dem Grabtuch-Abbild um kein Gemälde handeln kann. Die Münzen, die auf den Augen des Toten gelegen haben, gab es nur ganz kurze Zeit, da es sich um Fehlprägungen handelte, die Im Zeitraum von 29 bis 30 n. Chr. benutzt wurden.

Ebenso konnten auf dem Tuch Pollen gefunden werden. Die Pflanzen, von denen diese Pollen stammen, kommen nur in einem schmalen Streifen, der sich von Jerusalem bis Hebron erstreckt, zusammen vor – sonst nirgendwo auf der Welt.

Professor Luigi Mattei, ein weltbekannter Bildhauer aus Bologna, fertigte den „Mann auf dem Grabtuch“ als dreidimensionale Skulptur. Um ein möglichst realistisches Abbild anzufertigen, konsultierte er den Anatomen Prof. Lamberto Coppiri und den Anthropologen Prof. Firenzo Facchini. Schuf Prof. Mattei das erste realistische Abbild des Gekreuzigten bei seiner Grablegung?

Vor der offiziellen Ausstellungseröffnung feierten die Anwesenden mit dem Speyerer Weihbischof Otto Georgens, der den erkrankten Bischof Karl-Heinz Wiesemann vertrat, einen ebenfalls beeindruckenden Pontifikalgottesdienst in der winterlichen Krypta. Prominente aus Staat und Kirche wie auch Mitglieder des Malteser Ordens und der Malteser Hilfsorganisationen würdigten durch ihre Anwesenheit das Engagement der "Ausstellungsmacher".

Die Ausstellung ist noch bis 29. April täglich in der Krypta des Speyerer Doms zu sehen. Es gelten die Eintrittspreise der Krypta. Über eine zusätzliche Spende an die Malteser Pflasterstube in Kaiserslautern für Wohnsitzlose und Menschen ohne Krankenversicherung oder ohne gültige Aufenthaltserlaubnis freuen sich die Veranstalter. Jeder ist herzlich eingeladen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.malteser-turinergrabtuch.de und www.malteser-speyer.de Foto: pem

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