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Die Krone des Löwen - Geschichte(n) spannend interpretiert

Theaterstück von Bernhard Weller zur Landesausstellung Rheinland-Pfalz - Richard Löwenherz

Bernhard Weller

Götz Valter

Speyer. Anfang Februar fand vor ausverkauftem Haus im Historischen Museum der Pfalz Speyer die Premiere statt. Wie im Programmblatt geschrieben: Alle Begebenheiten - so unglaublich sie erscheinen mögen – sind historisch belegt. Allein in der Interpretation, Darstellung und Ausschmückung half die künstlerische Freiheit. Speyer im Zentrum der Weltgeschichte – und dazu gab es bisher noch keine Stücke oder Filme, in denen Richard Löwenherz die Hauptfigur ist. Das musste dringend geändert werden – und so nahm Bernhard Weller die Herausforderung an.

Er schildert die Entstehungsgeschichte des Stückes folgendermaßen:

  1. Am Anfang steht die Leidenschaft – für Theater, historische Stoffe und vor allem Richard Löwenherz

  2. Dringende Leidenschaft – sonst müsstest Du vor der überwältigenden Anzahl der Fakten und Quellen kapitulieren

  3. Wieder Leidenschaft – wenn Du Partner findest, die Dir den Rücken stärken und auch mit Leidenschaft ans Werk gehen

  4. Ganz viel Leidenschaft – wenn du merkst, finanzielle Unterstützung aus  öffentlichen Mitteln oder von Sponsoren bleibt aus

  5. Noch mehr Leidenschaft – wenn Du hunderte von Stunden liest und exzerpierst und dabei nicht weißt, ob Du Dir das überhaupt leisten kannst

  6. Wieder Leidenschaft – wenn Du Angst hast, etwas falsch zu machen. Was darfst Du im Stück behaupten? Gut, wenn die hilfreichen Historiker Dir die Angst nehmen und sagen, keiner weiß mehr genau, wie es damals gelaufen ist

  7. Mehr Leidenschaft – wenn Du merkst, das Du mit dem Stück Interesse geweckt hast und viele neugierige und gespannte Menschen Karten kaufen

  8. Leidenschaft – befeuert von einem Partner, der beim gemeinsamen Proben ganz bei der Sache ist

  9. Pure Leidenschaft – gleich auf der Bühne zu stehen und Richard zum Leben zu erwecken

  10. Andauernde Leidenschaft – nach Richard wartet ein neues Abenteuer

Und nun war der große Abend da – einem geneigten Publikum das Stück vorzuführen. Bernhard Weller stand auf der Bühne mit einem Schachspiel und sang zu der Melodie von „Zehn kleine Negerlein“ „Zehn kleine Plantagenets“. Viele Brüder von Richard waren schon gestorben – an den verschiedensten Todesursachen – wobei die meisten nicht natürlich waren. Deshalb gibt Philippe Auguste, der König von Frankreich dem König von England, Richard Plantagenet, auch genannt Richard Löwenherz den guten Rat, auf seine Gesundheit aufzupassen und Turniere zu meiden. Gemeinsam tranken sie Wein aus Aquitanien – einen Wein, den das Volk nicht kennt und auch nicht seine Wirkung auf’s Gemüt. Und dann ging es los auf den Kreuzzug – wobei der arme Richard fürchterlich unter der Seekrankheit litt. Dabei das Mienenspiel von Götz Valter zu beobachten ist einfach göttlich. Man fühlt förmlich mit und freut sich, als der italienische Reiseleiter auftaucht. Dieser bedauert Richard, kommt er doch aus einem Land, in dem „der Himmel immer weint“. Und der Kreuzzug? Dafür ist domani immer noch Zeit… So erlebt Richard Italien mit Pizza und Pasta – aber irgendwann muß es doch übers Meer gehen.

Ebenfalls köstlich ist die Partnervermittlung Sanssouci, bei der der Mitarbeiter versucht, die „hochadelige Remittente“, die Schwester des Königs von Frankreich an den Mann zu bringen.

Nach der Pause geht es mit einem Rap weiter – eine Zeile daraus lautet: Wir waren mal ein Herz und eine Seele – heute will ich Dir nur noch an die Kehle. Das gab sofort begeisterten Applaus der Zuschauer.

Das Kartenspiel um das wahre Kreuz Christi war ebenfalls sehenswert – immer wieder werden aktuelle Bezüge eingebaut wie: Mein Haus, mein Auto, meine Yacht.

Und zum krönenden Höhepunkt gingen die Pfälzer auf die Barrikaden, um für die Freiheit von Richard zu kämpfen. Da stand Götz Valter auf den Barrikaden und rief: Free Richi – Schande – ein König in Ketten – Da kommt schon mal ein englischer König in die Pfalz und dann so was.

Ach, was für ein schöner Abend – man konnte jede Minute genießen. Es gab so viel zu sehen und zu erleben – Götz Valter und Bernhard Weller – ein grandioses Team. So spielen sie in diesem Stück zu zweit 23 verschiedene Rollen: Philippe Auguste, den König von Frankreich - den König von England, Richard Plantagenet - einen Boten - Hubert Walter, Vertrauter Richards – Massimo, Reiseleiter – Octavian, Kardinalbischof von Ostia – Einen Mathematiklehrer -  den Geschäftsführer einer Partnervermittlung – Leopold von Babenberg, Herzog von Österreich – Johann Plantagenet „Ohneland“, Bruder Richards – Ein Vertrauter Philippes von Frankreich – Abu Al Adil, Bruder des Sultans Saladin – Ein Pirat – Ein Koch – Ein Beamter im Pilgerbüro – Ein Geldwechsler – Ein Wachmann – Ein Fernsehmoderator – Ein Fan von Richard – Heinrich VI, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches – Ein Auktionator – Der Geschäftsführer einer PR Agentur – Ein Getreuer Richards

Und wer nun Lust bekommen hat, die beiden grandiosen Akteure n Aktion zu sehen – hier die bisher bekannten weiteren Termine:

Am 10.03. um 20 Uhr in Annweiler am Trifels im Hohenstaufensaal und

am 15.03. noch einmal im Historischen Museum der Pfalz in Speyer um 19 Uhr.

Kurzweilige Geschichtsstunden, die vergnüglich aufbereitet Spass machen – es lohnt sich allemal diese famose Veranstaltung zu erleben!

zum Bilderalbum>>>

Hier der Link zu den Karten:

Annweiler:https://speyer-kurier.reservix.de/tickets-die-krone-des-loewen-in-annweiler-am-trifels-annweiler-hohenstaufensaal-grosser-saal-am-10-3-2018/e1144243

Speyer:https://speyer-kurier.reservix.de/tickets-die-krone-des-loewen-in-speyer-historisches-museum-der-pfalz-am-15-3-2018/e1086301

Text: bk; Foto: pem