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Beeindruckende Farbwelten

Vernissage mit Acrylbilder und Aquarelle in Neustadt

von Franz Gabath

Neustadt. Überwältigt von der überaus großen Resonanz, die ihre Vernissage gefunden hatte, zeigten sich die beiden Künstler, Birgit Weinerth und Detlev Bucks bei der Eröffnung ihre Ausstellung im GDA Wohnstift in Neustadt an der Weinstraße. Die weiten Fluren des Hauses bieten die geeigneten  Räume um die Exponate publikumswirksam zu präsentieren. Lang war die Liste der Ehrengäste, die neben ca. 120 Besucherinnen und Besuchern der Einladung zur Vernissage gefolgt waren.

„Kunst und Kultur gehören mit zu den schönsten Seiten und kostbarsten Welten des menschlichen Lebens.Mit der heute beginnenden Ausstellung bekommen wir einen wunderbaren Einblick,in das  umfangreiche Schaffen und Können zweier Künstler, denen noch eine große, künstlerische Karriere bevorstehen wird. Mit Birgit Weinerth und Detlev Bucks präsentiert die Ausstellung zwei eigenständige, manchmal gegensätzliche, Malpositionen.“ betonte der Laudator, Rainer Böhm, ehemaliger Kulturreferent, aus der Heimatgemeinde von Birgit Weinerth, Böhl-Iggelheim. Schon der Titel der Ausstellung „komplementär“ zeigt diesen sich ergänzenden Gegensatz. In launigen Worten zeichnete Rainer Böhm des Werdegang von Birgit Weinerth nach.

Schon seit Kindertagen ist die Kunst für Birgit Weinerth ihr ständiger Begleiter. In Speyer geboren, wuchs die Künstlerin in ihrem Heimatort Böhl-Iggelheim auf. „Mein  Großvater, der gerne und gut zeichnete, legte „am Küchentisch“ die ersten künstlerischen Grundlagen“ betont Birgit immer wieder lachend. Ihr damaliger Kunstlehrer am Gymnasium am Kaiserdom in Speyer, Aribert Frosch aus Maikammer erkannte früh ihr Talent und fördert dies nach Kräften. Wie bei vielen Malern, wie auch bei Birgit Weinerth, stand am Anfang die Aquarellmalerei von der sie im Laufe ihrer künstlerischen Entwicklung zur farbintensiven Acrylmalerei kam. Eine Horizonterweiterung nennt die Künstlerin diesen Schritt.

Bekannt wurde Birgit Weinerth, die auch Mitglied im Neustadter Kunstverein ist, durch Ausstellungen seit Mitte der Neunziger Jahre in Böhl-Iggelheim und Umgebung.

Ihre Fertigkeiten erweitert die  Böhl-Iggelheimerin, die als IT-Spezialistin bei der BASF beschäftigt ist, regelmäßig in Seminaren und Workshops bei renommierten Künstlern. Ihre ausdrucksstarken, großformatigen Acrylbilder versprühen eine immense Dynamik – sowohl in der Komposition als auch bei der Wahl der Farben, wie Rainer Böhm treffend betonte. Viele Werke entstehen frei und spontan, sozusagen aus dem Augenblick heraus. Birgit Weinerth beherrscht dabei nicht nur die reine Malerei, sondern bearbeitet die Leinwand mit verschiedenen Techniken, die ihren Bildern Dreidimensionalität und visuelle Tiefe mit immenser Dynamik verleihen, wodurch äußerst kraftvolle Sujets entstehen. Bilder aus der Technik zeigen unmissverständlich den Bezug zu Beruf und Arbeitswelt, aber auch zu ihrer Heimat. Ein Bild vom Westbau des Speyerer Domes sei hier als Beispiel genannt.

Besonderen Wert legt Birgit Weinerth auf ihre Mitgliedschaft im Gimmeldinger Künstlernetz mit ihrem Vorsitzenden, Karl Hofmann, eine ihrer künstlerischen Heimaten. In dieser Künstlergemeinschaft haben sich Birgit Weinerth und Detlev Bucks kennen gelernt und sie sind bei der Jahresausstellung dieses etablierten Kunstvereins regelmäßig vertreten.

„Fast komplementär, aber deshalb wie ein ergänzender Gegensatz, erscheinen dagegen die Bilder von Detlev Bucks“ wie Rainer Böhm treffend feststellte. Sein Thema ist die Natur, welche der gebürtige Neustadter in leuchtenden Aquarellfarben, dessen Technik er virtuos beherrscht, darstellt. Dabei überraschen seine „grünen“ Motive durch eine eigenständige Auffassung des Mediums, die kaum der leichten, transparent anmutenden, klassischen Aquarellmalerei entspricht. Vielmehr lotet der diplomierte Grafik-Designer die darstellenden Möglichkeiten mit Aquarellfarben aus. Die in der Ausstellung gezeigten Exponate zeigen eine Natur, in der der Mensch zwar gänzlich fehlt, ihr aber oft seinen Stempel aufgedrückt hat. Auf den ersten Blick harmonisch, zerteilen Weinberge und Wege das Panorama, fügen sich Brücken, Ruhebänke oder Stauwehre in die ruhigen Motive ein.

„Beide Künstler, agieren mit ihren hervorragenden Arbeiten im Kräftefeld zwischen Botschaft, Fläche, Form und Raum. Ihre Kunst ergänzt sich und ist damit eben komplementär“ war das Fazit von Rainer Böhm.

Beider Künstler standen bei einem Rundgang durch die Ausstellung den Besuchern erklärend zur Verfügung. Viele interessante Gespräche und Diskussionen ergaben sich dabei, wie Birgit Weinerth erfreut berichtete. Ist es doch ein Anliegen mit den Betrachtern in gedanklichen Austausch zu kommen.

 Für die musikalische Begleitung konnte „Avanzamento“ aus Pforzheim unter der Leitung von Frank Förschler (Gesang) gewonnen werden. Zusammen mit Tanja Renate Müller (Gesang) und Marie-Christine Logerot-Satine (Klavier) verlieh das Trio der Vernissage einen würdigen musikalischen, mit viel Applaus bedachten, Rahmen.

Die Ausstellung im GDA Wohnstift in 67433 Neustadt an der Weinstraße , Haardter Straße 6 ist noch bis 24. Februar 2018 im Erdgeschoss des Wohnstifts täglich von 08 bis 22 Uhr zu bewundern. Die Bilder können auch käuflich erworben werden.

 Bild: fg