Speyer-Kurier
Hist. Museum der Pfalz
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Geschenkpakete für Weihnachten

Fix und fertig: Geschenkpakete im Museumsshop des Historischen Museums der Pfalz

Speyer- Im Museumsshop des Historischen Museums der Pfalz sind ab sofort mehrere Geschenkpakete für Weihnachten erhältlich. Die fünf Zusammenstellungen kosten zwischen 15,90 Euro und 49,90 Euro und enthalten neben Eintrittskarten für die aktuellen Sonderausstellungen auch Begleitpublikationen, Magnete und eine Gewürz-Sonderedition. Alle Geschenkpakete sind bereits fix und fertig zum Verschenken verpackt.

Paket Nummer 1 enthält zwei Eintrittskarten für „Maya – Das Rätsel der Königsstädte“ sowie den Katalog zur Ausstellung und kostet 49,90 Euro.

 

 

Im Paket Nummer 2 finden sich zwei Eintrittskarten für die Maya-Ausstellung sowie ein eigens zur Ausstellung angefertigter Magnet, mit dem die Eintrittskarten bis zur Verwendung am Kühlschrank befestigt werden können. Das Paket 2 kostet 29,90 Euro.

 

 

 

 

Paket Nummer 3 enthält zwei Eintrittskarten für die Maya-Ausstellung sowie eine Mole-Gewürzmischung nach Maya-Art von der Profi-Manufaktur „Altes Gewürzamt“, die in Zusammenarbeit mit dem Bio-Koch Stefan Walch vom Gewölbekeller Speyer in einer Sonderedition zur Ausstellung produziert wurde. Weiterhin enthalten ist ein Rezept für ein Maishähnchen in Mole aus dem Kochkurs zur Ausstellung sowie eine Variante für eine vegetarische Verwendung des Gewürzes. Paket Nummer 3 kostet 44,90 Euro.

 

 

 

Paket Nummer 4 kauft, wer eine einzelne Eintrittskarte für die Maya-Ausstellung zusammen mit einem Magneten verschenken möchte. Paket Nummer 4 ist für 15,90 Euro erhältlich.

 

 

 

 

 

Paket Nummer 5 widmet sich der Ausstellung „Weltbühne Speyer. Die Ära der großen Staatsbesuche“ und enthält für 29,90 Euro Verkaufspreis zwei Eintrittskarten für die Ausstellung sowie die entsprechende Begleitpublikation.

Alle Pakete sind ab sofort in begrenzten Stückzahlen während der regulären Öffnungszeiten des Museumsshops Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr am Domplatz in Speyer erhältlich.

Weitere Informationen zu den Sonderausstellungen unter www.maya-ausstellung.de und www.weltbuehne.speyer.de.

Der Kochkurs zur Maya-Ausstellung kann unter www.hotelaltspeyer.de gebucht werden.

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz; Foto: Carolin Breckle 

08.12.2016


30.000ste Besucherin in Speyerer Maya-Ausstellung

v.l.: Stiftungsratsvorsitzender Theo Wieder, Jubiläumsgast Carolin Falk mit Begleitung Martin Söderblom, Museumsdirektor Alexander Schubert, Kurator Lars Börner v.l.: Stiftungsratsvorsitzender Theo Wieder, Jubiläumsgast Carolin Falk mit Begleitung Martin Söderblom, Museumsdirektor Alexander Schubert, Kurator Lars Börner

Historisches Museum der Pfalz begrüßt Jubiläumsgast

Speyer- Die 33jährige Volontärin Carolin Falk aus Koblenz ist die 30.000ste Besucherin der aktuellen Ausstellung „Maya – Das Rätsel der Königsstädte“ im Historischen Museum der Pfalz Speyer. Zusammen mit Martin Söderblom, der sie nach Speyer begleitete, nahm sie freudig ein Blumenpräsent und einen Eintrittskartengutschein für die kommende Richard Löwenherz-Ausstellung entgegen, als sie von Theo Wieder, dem Vorsitzenden des Stiftungsrats des Historischen Museums der Pfalz, Museumsdirektor Alexander Schubert und Ausstellungskurator Lars Börner begrüßt wurde.

„Der große Zuspruch zur Maya-Ausstellung zeigt, dass das Konzept aufgeht: Kulturinteressierte Erwachsene finden in der Ausstellung faszinierende Zeugnisse dieser geheimnisvollen Hochkultur und lernen den neusten Stand der Wissenschaft kennen, während junge Museumsbesucher an den vielen Mitmachstationen selbst zu kleinen Forschern werden“, erklärt Museumsdirektor Alexander Schubert den Erfolg.

Der Stiftungsratsvorsitzende Wieder betont insbesondere das feine Gespür des Hauses für relevante Themen und die publikumsgerechte Umsetzung: „Das große Thema ‚Maya‘ ist hier in Speyer für die Besucher exzellent verdichtet worden. Die Dschungelatmosphäre direkt zu Beginn zieht die Besucher regelrecht in das Thema und lässt sie bis zum letzten Raum nicht mehr los.“

Das Historische Museum der Pfalz in Speyer zeigt die kulturhistorische Sonderausstellung „Maya – Das Rätsel der Königsstädte“ noch bis 23. April 2017. Für Familien und Kinder ab acht Jahren hält der Ausstellungsrundgang zahlreiche Mitmachstationen bereit. In der Nikolaus-Woche erhalten Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 16 Jahren noch bis zum 9. Dezember beim Besuch der Ausstellung eine kleine Schokoladen-Überraschung. Weitere Informationen zur Ausstellung und den Sonderöffnungszeiten an Weihnachten unter www.maya-ausstellung.de.

Text:Historisches Museum der Pfalz; Foto:  Historisches Museum der Pfalz / Carolin Breckle 

07.12.2016


„Dr. Jones und die Maske des Todes“

Maya Criminal-Dinner im Historischen Museum der Pfalz Speyer

Speyer - Im Rahmen des Begleitprogramms zur aktuellen Sonderausstellung „Maya – Das Rätsel der Königsstädte“, die noch bis 23. April 2017 im Historischen Museum der Pfalz in Speyer zu sehen ist, finden in Kooperation mit dem KulturNetz Mannheim Rhein-Neckar und Straub Catering Artists wieder vier „Criminal-Dinner“ statt.

Mit „Dr. Jones und die Maske des Todes“ setzen die drei Partner die erfolgreiche Reihe der Dinner im glasüberdachten Museumsinnenhof fort, die erstmalig zur „Titanic-Ausstellung“ und zuletzt zu den „Detektiven, Agenten & Spionen“ veranstaltet wurden.

„Das Maya Criminal-Dinner sehen wir als ideale Ergänzung zum Ausstellungsbesuch, da wir damit Wissenschaft und Unterhaltung optimal kombinieren können. Gleichzeitig reagieren wir natürlich auf die Nachfrage unserer Besucher, indem wir die Ausstellungsbesichtigung mit einem hochwertigen Abendprogramm abrunden“, so Museumsdirektor Alexander Schubert.

Die „Maya Criminal-Dinner“ sind eigens zur Speyerer Ausstellung konzipiert worden und werden dort am 14. Januar 2017 uraufgeführt. "Wir lieben die Herausforderung hier immer wieder etwas Neues, noch nie Dagewesenes zu schaffen und unseren Gästen dadurch ganz besondere und individuelle Criminal Dinner-Shows anbieten zu können", freut sich auch Peter Baltruschat, Geschäftsführer und Künstlerischer Leiter des KulturNetz Mannheim Rhein-Neckar.

Nach einer exklusiven Abendführung durch die Ausstellung folgen Aperitif, Amuse-Bouche und ein 3-Gang-Menü, das auch in einer vegetarischen Variante erhältlich ist. Vor und zwischen den Gängen ermittelt der berühmt-berüchtigte Abenteurer Dr. Jones in Sachen eines Mordfalls, zu dessen Verdächtigten auch die „Maske des Todes“ gehört.

Die Maya Criminal-Dinner finden an den folgenden Terminen jeweils ab 18 Uhr im Historischen Museum der Pfalz statt:

Samstag, 14. Januar 2017 (Premiere)

Samstag, 11. Februar 2017

Samstag, 18. März 2017

Samstag, 8. April 2017

Tickets zu 129,- EUR inkl. exklusiver Abendführung durch die Ausstellung, Aperitif, Amuse-Bouche, 3-Gang-Menü und Criminal-Dinner mit acht DarstellerInnen sind ab sofort telefonisch unter 0681-7 09 41 95 oder www.kulturnetz.de/maya-criminal-dinner erhältlich.

Das Historische Museum der Pfalz in Speyer zeigt die kulturhistorische Sonderausstellung „Maya – Das Rätsel der Königsstädte“ noch bis 23. April 2017. Für Familien und Kinder ab acht Jahren hält der Ausstellungsrundgang zahlreiche Mitmachstationen bereit. Weitere Informationen zur Ausstellung und den Sonderöffnungszeiten an Weihnachten unter www.maya-ausstellung.de.

Text: Historisches Museum der Pfalz Speyer, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit Foto: Agentur Erlebnisraum GmbH

05.12.2016


Gorbimanie und George Bush auf der Weltbühne Speyer

Eine Ausstellung über die Ära der großen Staatsbesuche

jüs. Speyer-  Die Welt trifft sich in Speyer, und das bereits seit dem Mittelalter. Mit der Zeit von 1984 bis 1998 hat sich das Historische Museeum der Pfalz in Kooperation mit der Abteilung „Kulturelles Erbe – Stadtarchiv“ der Stadt Speyer jetzt intensiver befasst. „Weltbühne Speyer. Die Ära der großen Staatsbesuche“ ist der Titel der Ausstellung, die ab dem 12. November im Historischen Museum gezeigt wird.

Durch zahlreiche Einladungen von Bundeskanzler a.D. Helmut Kohls, der seiner Pfälzer Heimat stark verbunden war, rückte Speyer in den 80ern und 90ern des letzten Jahrhunderts in das Rampenlicht des Weltgeschehens. „Zwei Jahrzehnte, in denen die Speyerer Stadtgeschichte dank Helmut Kohl und seinen Gästen mit der Weltgeschichte aufs engste verwoben war – zwei Jahrzehnte, in denen sich die große Politik in besonderer Weise im Regionalen spiegelt“, weiß Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert zu berichten.  Eine goldene Zeit für Speyer und vor allem für das Goldene Buch der Stadt. Michail Gorbatschow, Margaret Thatcher, George H. W. Bush und sogar Papst Johannes Paul II.  statteten der Domstadt und vor allem Helmut Kohls geliebten Speyerer Dom einen Besuch ab. Immer mit dabei die beiden Pressefotografen Bettina Deuter und Fred Runck, um die geschichtsträchtigen Ereignisse für die Nachwelt festzuhalten. Mit spitzer Feder zeichnete der im November 2015 verstorbene Karikaturist Hans-Günter Glaser seine Version der Politiker und deren Speyer-Aufenthalt, damals erschienen in der Speyerer Tagespost . Einige Originale sind heute im Besitz der Sparkasse Vorderpfalz, die diese gerne dem Museum für die Ausstellung über die Speyerer Ära der großen Staatsbesuche zur Verfügung stellt. Die Sparkasse Vorderpfalz selbst würde zwar durch ihren regionalen Schwerpunkt keinen Platz auf der Weltbühne einnehmen, so Sparkassen-Vorstandsmitglied Klaus Steckmann, doch die Ausstellung sei der Sparkasse sehr wichtig, „denn sie erinnert und erneuert das Interesse an unserer gemeinsamen Speyerer Geschichte“.

Speyer als Weltbühne – das ist Geschichte und eine lange Tradition für Dr. Armin Schlechter, Vorsitzender der Bezirksgruppe Speyer im Historischen Museum der Pfalz. „Die Ausstellung zeigt, dass die Stadt Speyer nicht nur im Mittelalter bedeutende Besucher empfangen hat, sondern dass sich diese Tradition bis in die Gegenwart fortsetzt“, erklärt Schlechter. Und die Leiterin des Kulturellen Erbes –Stadt Speyer Dr. Christiane Pfanz-Sponagel freut sich darüber , dass neben der historischen Bedeutung Speyers als Herrschaftszentrum der Salier, als jüdische Schumgemeinde und Stadt der Protestantion 1529 nun auch an die Ära Kohl und ihrer weltweite Wirkung erinnert wird. „Die Ausstellung soll Einheimischen und Auswärtigen zeigen, dass sich auch in der jüngsten Vergangenheit die Großen der Welt auf den Weg nach Speyer machten“, unterstreicht die Leiterin des Stadtarchivs.

Die Weltbühne Speyer in der Ära Kohl repräsentativ in eine Ausstellung mit rund 80 Fotografien und 20 Exponaten auf eine Fläche von 150 Quadratmeter zu packen, war kein leichtes Spiel für die Mitarbeiter des Historischen Museums der Pfalz. Als zentralen Ort der Ausstellung erschufen die Macher einen historischen Zeitungskiosk der 90er, der einladen soll,  den Flair der damaligen Zeit noch einmal auf sich wirken zu lassen. Und wer die Eindrücke und Exponate mit nach Hause nehmen möchte, für den ist im Verlag Regionalkultur ein Katalog zur Ausstellung erschienen mit Beiträgen Speyerer Persönlichkeiten. Last but not least gibt es rund um die Ausstellung ein Begleitprogramm, das Führungen mit Schauspielszenen, einen literarischen Abend, Film-Events in Kooperation mit dem Cineplex-Kino Mannheim sowie ein „pfälzisches Menü für Staatsbesuche“ mit Küchenkünstler Stefan Walch beinhaltet.

Die Ausstellung „Weltbühne Speyer. Die Ära der großen Staatsbesuche“ ist vom 12. November 2016 bis 24. September 2017 im Historischen Museum der Pfalz zu sehen. Weitere Informationen unter www.museum-speyer.de

Foto: Hist. Museum de Pfalz; Ausstellungseröffnung (brandet) jüs

12.11.2016


Ära der großen Staatsbesuche in Speyer - Bilderalbum

Relikte der Maya-Königsstädte zu Besuch in der Kaiserstadt

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Ausstellung präsentiert Maya-Kultur in neuem Licht

jüs. Speyer-  Man fühlt sich ein bisschen wie Indiana Jones beim Entdecken fast verlorener Schätze, wenn man die Maya-Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz erkundet. Die öffnet am Sonntag den 02. Oktober ihre Pforten und gewährt bis zum 23. April 2017 tiefe Einblicke in die Rätsel der Königsstädte der längst vergangenen Mayakultur. „Das Verschwinden der klassischen Maya-Kultur ist immer noch eine der rätselhaftesten Fragen der Geschichte“ weiß Lars Börner, Projektleiter der Ausstellung im Historischen Museum zu berichten. „Vor dem Hintergrund der lebensfeindlichen Umwelt, dem Regenwald Mesoamerikas, gilt es zu ergründen, wie es den Maya gelang, dort Städte zu errichten, die für eine sehr lange Zeit bestanden und prosperierten, und zugleich ihre Hochkultur zu entwickeln“. so Börner. Ein Indiana Jones aus der heutigen Zeit  konnte mit Professor Nikolai Grube von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn gewonnen werden, einer der bedeutendsten Maya-Forscher der Gegenwart. Seit 2009 arbeitet der Professor mit seinem Team vor Ort im mexikanischen Yucatan, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Guatelmala entfernt. Für ihn ist die Kultur der Maya eine der großen und faszinierendsten antiken Zivilisationen der Menschheit. „Völlig unabhängig von dern kulturellen Entwicklungen in Asien, Afrika und Europa entstand im tropischen Regenwald eine städtische Zivilisation, die nahezu zweitausend Jahre bestand, bis die großen Städte im 9. Jhdt. aufgegeben und von ihren Bewohnern verlassen wurden“, berichtet der Maya-Experte. In enger Zusammenarbeit mit dem Forscher enstand über mehrere Jahre hinweg ein interessantes und innovatives Ausstellungskonzept, das nun in Speyer präsentiert wird.

5 Jahre Vorbereitungszeit waren nötig und der Einsatz von 1,7 Millionen Euro, um die 250 Leihgaben aus Guatemala und anderen Teilen der Erde schliesslich in die Domstadt zu bringen. Ein Großteil der Exponate stammt aus mittelamerikanischen Museen und sind dank der gelungenen Kooperation mit dem Drents Musem im niederländischen Assen erstmalig in Europa zu sehen. Spektakuläre Leihgaben aus Europa ergänzen die mittelamerikanischen Exponate. Besonders stolz sind die Mitarbeiter des Historischen Museeums auf den hölzernen Türsturz aus Tikal, der trotz seines hohen Alters sehr gut erhalten ist, im Museum nun besonders geschützt durch einen entsprechend klimatisierten Ausstellungsraum. Favorit von Lars Börner, Projektleiter der Maya-Ausstellung, ist die Zusammenstellung des königlichen Hofstaats El Peru mit seinen filigran gefertigten Keramikfiguren aus dem 7. Jahrhundert n. Chr, die das hirarchische System von damals visualisiert. Und natürlich geht es auch um das Gott-Königtum, um Rituale und Opfer. Ganz oben stand in der Maya-Hierarchie der Maisgott, denn ohne diese Nahrungspflanze „hätte es die Hochkultur der Maya nie gegeben“, klärt Nikolai Grube auf. Vor allem die Stadtstaaten der Maya stehen in der Ausstellung im Historischen Museeum im Vordergrund. Und die geben ihre Geheimnisse nicht nur in Form der zahlreichen, bemerkenswerten Exponate preis, auch mit Hilfe von vorhandenen iPads und einer eigens kreierten Museums-App lässt sich eine typische Mayastadt auch dreidimensional erkunden. Kinder und Familien können selbst in die Rolle eines Indiana Jones auf den Weg zu den Schätzen und Artefakten machen und auf einem speziell konzipierten Rundgang die Welt der Maya spielerisch an elf Mitmachstationen erkunden. Hier gibt es Informationen zum lebensraum und der Tierwelt der Maya und erfahren, wie die Maya-Hieroglyphen zu lesen.

Insgesamt eine sehr lohnenswerte Ausstellung, die kreativ und vielfältig aufbereitet wurde und einige Rätsel der Königsstädte der Maya lüftet. Ergänzend zur Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz sind weitere zusätzliche Angebote wie Lesungen, Kochkurse zur kulinarischen Welt der Maya, eine Maya-Lesenacht für Kinder und das Maya-Criminal Dinner unter dem Motto: Dr. Jones und die Maske des Todes.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat die kulturhistorische Ausstellung „Maya – Das Rätsel der Königsstädte“ im Historischen Museum der Pfalz Speyer heute offiziell eröffnet.

„Diese Ausstellung zeichnet mit aktuellsten Forschungsergebnissen ein ganz neues Bild der einst hochentwickelten Indianerkultur und setzt sowohl kulturpolitisch als auch wissenschaftlich wichtige Akzente“, so die Ministerpräsidentin, die gemeinsam mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die Schirmherrschaft übernommen hat.

Die Ausstellung spiegele die intensive und erfolgreiche kulturelle Partnerschaft zwischen Deutschland und den Ländern Mittelamerikas wider. Aus Guatemala, einem der Länder Mittelamerikas, in denen die Erinnerung an die Kultur der Maya auch heute noch eine hohe identitätsstiftende Bedeutung besitzt, war Minister Chea Urruela angereist. „Ohne die Unterstützung Ihrer Regierung und die zahlreichen Leihgaben wäre die Ausstellung in dieser Form undenkbar gewesen. Dafür danke ich Ihnen sehr herzlich“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Darüber hinaus leiste die Ausstellung einen wesentlichen Beitrag zur wissenschaftlichen Erforschung und Neubewertung der Kultur der Maya. „Die Kooperation zwischen dem Historischen Museum der Pfalz und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn sowie dem Drents Museum im niederländischen Assen hat sich dabei als besonderer Glücksfall erwiesen“, sagte die Ministerpräsidentin. Erstmalig widme sich eine Ausstellung der komplexen Organisation der Stadtanlagen im Regenwald und rücke das Verhältnis von Mensch und Natur in den Fokus.

Plakatmotiv
Bildnachweis:
Historisches Museum der Pfalz
Gestaltung: Lisa-Marie MalekVom 2. Oktober 2016 bis zum 23. April 2017 haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, den Rätseln der geheimnisvollen Maya-Kultur auf den Grund zu gehen. Die Speyerer Ausstellung zeigt dabei spektakuläre Exponate aus mittelamerikanischen Museen und setzt mit interaktiven Installationen und Rekonstruktionen neue Akzente. Mit einem 3D-Modell lebt etwa die Maya Stadt Uxul im mexikanischen Bundesstaat Campeche wieder auf. „Ich danke allen Beteiligten für ihr großes Engagement an diesem Ausstellungsprojekt und wünsche den Besuchern und Besucherinnen faszinierende Einblicke in die Lebenswelt der Hochkultur“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. stk-rlp

Weitere Infos zur Ausstellung:

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundesaußenministers Frank Walter Steinmeier und der Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz Malu  Dreyer.

Das Historische Museum der Pfalz ist dienstags bis donnerstags von 10 – 18 Uhr geöffnet.

Eintritt Erwachsene 14,50 Euro inkl. Benutzung eines Audioguides, Kinder ab 3 – 27: 6,50 Euro.
Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen, der für 24,90 Euro im Museumsshop erhältlich ist.
Weitere Informationen zur Ausstellung unter: www.maya-ausstellung.de Foto: jüs

01.10.2016


Maya-Kultur in neuem Licht - Bilderalbum

MAYA – Das Rätsel der Königsstädte

Die Abrollung eines bemalten Trinkgefäßes zeigt eine
Opferszene (600–800 n. Chr.).
Material: Keramik
H: 23,0 cm, Dm: 17,0 cm
Bildnachweis:
Fundación La Ruta Maya, Guatemala
Foto: Fundación La Ruta Maya

Vom 2. Oktober 2016 bis zum 23. April 2017 widmet sich das Historische Museum der Pfalz in Speyer mit einer großen kulturhistorischen Ausstellung der „versunkenen“ Hochkultur der Maya.

Plakatmotiv
Bildnachweis:
Historisches Museum der Pfalz
Gestaltung: Lisa-Marie MalekSpeyer- In enger Zusammenarbeit mit einem der bedeutendsten Maya-Forscher der Gegenwart, Professor Nikolai Grube von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, entstand über mehrere Jahre ein innovatives Ausstellungskonzept, das auf rund 1.000 Quadratmetern sowohl neueste wissenschaftliche Erkenntnisse als auch rund 250 hochkarätige Exponate präsentiert.

Ein Großteil der Objekte in der Ausstellung „Maya – Das Rätsel der Königsstädte“ stammt aus mittelamerikanischen Museen und ist im Zuge des Kooperationsprojekts mit dem niederländischen „Drents Museum“ in Assen erstmalig in Europa zu sehen. Spektakuläre, europäische Leihgaben, wie z.B. ein mit Schnitzereien verzierter, hölzerner Türsturz aus Tikal oder die sogenannte, vollständig erhaltene „Berliner Kriegsvase“, auf der eine Kampfhandlung zu sehen ist, ergänzen die Präsentation. Sie zeugen sowohl von dem herausragenden, künstlerischen Schaffen als auch von dem Alltagsleben der Maya und erzählen auf eindrucksvolle Weise von Blütezeit und Untergang der Königsstädte. Einen Die „Berliner Kriegsvase“ ist eines von fünf vollständig
erhaltenen, bemalten Gefäßen, die in derselben Werkstatt
produziert wurden, und zeigt eine Kampfhandlung mit zwölf Personen (8./9. Jh. n. Chr.).
Material: Keramik
H: 18,8 cm, Dm: 18,4 cm
Bildnachweis:
Staatliche Museen zu Berlin/Ethnologisches Museum
Foto: Historisches Museum der Pfalz/Carolin BreckleEindruck davon, wie das Leben in den Stadtanlagen organisiert war und welcher Aufwand betrieben werden musste, um die Bevölkerung der Maya-Stätten mit Wasser und genügend Lebensmitteln zu versorgen, vermittelt eine digitale Rekonstruktion der Maya-Stadt Uxul. Sie rückt das Verhältnis von Mensch und Natur in den Fokus und richtet den Blick nicht nur auf den Adel, sondern auch auf den Alltag der einfachen Menschen, die in den Städten und deren Umland wohnten.

Kinder und Familien können die Welt der Maya mit einem eigenen Audioguide und auf einem speziell konzipierten Rundgang anhand von elf Mitmachstationen spielerisch erkunden: Sie erfahren mit welchen Tieren die Maya ihren Lebensraum, den Regenwald, teilten, dass sie bereits Avocados, Kürbisse und Kakao anbauten und wie die kunstvollen Schriftzeichen, die Maya-Hieroglyphen, zu lesen sind.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog, der im Museumsshop zum Vorzugspreis von 24,90 Euro erhältlich ist. Ein breitgefächertes Begleitprogramm mit wissenschaftlichen Vorträgen, Lesungen und Lesenächten für Kinder, Kochkursen und ein Maya Criminal Dinner sowie individuell buchbare Führungen, Schulworkshops und Kindergeburtstage ergänzen das museale Angebot.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundesaußenministers Frank-Walter Steinmeier und der Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz Malu Dreyer.

Das Historische Museum der Pfalz ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. An Feiertagen und in den rheinland-pfälzischen, baden-württembergischen und hessischen Schulferien auch montags. Weitere Informationen unter www.maya-ausstellung.de.

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz

30.09.2016


Bus als Botschafter der Region

BBK-Geschäftsführer Detlev Barbis (links) und Museumsdirektor Alexander Schubert (rechts) vor dem Museumsbus BBK-Geschäftsführer Detlev Barbis (links) und Museumsdirektor Alexander Schubert (rechts) vor dem Museumsbus

Kooperation zwischen dem Historischen Museum der Pfalz, dem Badischen Landesmuseum und der BBK Busse & Bahnen Kurpfalz

Speyer-  Im Zug einer Kooperation zwischen dem Historischen Museum der Pfalz in Speyer und dem Badischen Landesmuseum in Karlsruhe rollt ab dieser Woche ein Bus auf den Straßen der Metropolregion Rhein-Neckar, der für die beiden kommenden Sonderausstellungen „Maya – Das Rätsel der Königsstädte“ in Speyer und „Ramses – Göttlicher Herrscher am Nil“ in Karlsruhe wirbt.

 Der 40-Sitzer der Marke Temsa ist Teil des Fuhrparks der BBK – Busse & Bahnen Kurpfalz mit Sitz in Heidelberg und fährt ab sofort täglich durch die Innenstädte von Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe und pendelt zu den Flughäfen Frankfurt-Hahn sowie Baden-Airpark.

Die Kooperation zwischen den beiden befreundeten Häusern bietet auch für potentielle Besucher einen lukrativen Rabatt: Mit einem Erwachsenen-Ticket der einen Ausstellung erhält jeder Besucher einmalig 2,- € Ermäßigung auf den Einzelbesucher-Eintrittspreis der anderen.

Geschäftsführer der BBK Detlev Barbis erklärt sein Engagement für die beiden Museen mit der Verbundenheit zu seinem Firmenstandort: „Ich sehe mich als Botschafter der Region – und freue mich, deren vielfältiges kulturelles Angebot auf meinen Bussen ins Land zu tragen!“

Dass ein „Miteinander“ verschiedener Institutionen durchaus sinnvoll und wünschenswert ist, betont der Speyerer Museumsdirektor Alexander Schubert: „Wir freuen uns sehr über den starken Zusammenhalt in der Region und die Kooperation mit dem Badischen Landesmuseum in Karlsruhe und der BBK. So werden manche Werbemaßnahmen überhaupt erst möglich. Von der Zusammenarbeit profitiert aber auch der Besucher. Er wird auf zwei hochkarätige Sonderausstellungen aufmerksam und spart letztendlich beim Ticketkauf.“

 Zu sehen ist die Ausstellung „Maya – Das Rätsel der Königsstädte “ vom 2. Oktober 2016 bis zum 23. April 2017 im Historischen Museum der Pfalz in Speyer. Das Badische Landesmuseum zeigt „Ramses – Göttlicher Herrscher am Nil“ vom 17. Dezember 2016 bis zum 18. Juni 2017. Weitere Informationen unter www.maya-ausstellung.de und www.landesmuseum.de.

Text: Historisches Museum der Pfalz; Foto: Historisches Museum der Pfalz / Carolin Breckle

09.09.2016


Zweifel vollständig ausgeräumt

Stifterzahlungen des Bezirksverbands Pfalz an das Historische Museum in Speyer sind rechtmäßig

Kaiserslautern- Die Stifterzahlungen des Bezirksverbands Pfalz an das Historische Museum der Pfalz in Speyer sind rechtmäßig. Sie sind insbesondere mit dem Beihilferecht der Europäischen Union vereinbar. Diese durch den Bezirksverband Pfalz von Anfang an vertretene Rechtsposition wurde nunmehr durch das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium unter Bezugnahme auf eine verbindliche Auskunft des Bundeswirtschaftsministeriums bestätigt. Neben dem Land Rheinland-Pfalz und der Stadt Speyer leistet der Bezirksverband Pfalz mit zurzeit jährlich 2 Millionen Euro den Hauptanteil an den für den Betrieb des Museums benötigten Finanzmitteln.

Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser Zahlungen waren in jüngster Zeit aufgekommen, weil die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion als Kommunalaufsichtsbehörde des Bezirksverbands Pfalz in ihrer Haushaltsverfügung vom 2. Juni 2016 die Frage einer Vereinbarkeit dieser Leistungen mit dem EU-Beihilfe- und Wettbewerbsrecht aufgeworfen und zudem dem Regionalverband nahegelegt hat, diese Zahlungen vorläufig nicht mehr zu erbringen. Mit Blick auf den weiteren Betrieb des Museums und die Arbeitsverhältnisse der dort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist der Bezirksverband Pfalz dem Vorschlag, seine Stifterzahlungen auszusetzen, nicht nachgekommen, weil dies zur Insolvenz der Stiftung und demzufolge zur sofortigen Schließung des Museums und zu einer Beurlaubung oder Entlassung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geführt hätte. Wie der Bezirkstagsvorsitzende  Theo Wieder betont hatte, sei „eine solche Vorgehensweise nicht verantwortbar“ und werde vom Bezirksverband Pfalz deshalb auch nicht umgesetzt, zumal nach eigener Einschätzung und Bewertung die Rechtmäßigkeit seiner Zahlungen an das Historische Museum in jeder Hinsicht gegeben sei.

Diese durch den Bezirksverband Pfalz von Anfang an vertretene Rechtsauffassung wurde nun bestätigt. Nach Feststellungen des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums, die sich auch auf Auskünfte des Bundeswirtschaftsministeriums stützen, sind kulturelle öffentliche Einrichtungen bei einer staatlichen Finanzierungsquote von 51 Prozent und mehr grundsätzlich als nichtwirtschaftlich anzusehen. Dies ergibt sich aus Randziffer 34/35 der sogenannten „notion of aid“ der Europäischen Kommission.  Die dort festgelegten Voraussetzungen einer Freistellung vom europäischen Beihilferecht liegen beim Historischen Museum der Pfalz vor, denn dessen öffentliche Finanzierungsquote liegt deutlich höher als 51 Prozent. Wenn eine solche Einrichtung wie das Historische Museum aber infolgedessen als nichtwirtschaftlich anzusehen ist, unterfällt sie auch nicht dem EU-Beihilfe- und Wettbewerbsrecht.

Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder begrüßt insbesondere im Interesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch mit Blick auf die vielen Besucherinnen und Besucher des Museums diese schnelle und klare Entscheidung und dankt dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium für die gute Zusammenarbeit bei der verbindlichen Klärung dieser Rechtsfrage. Den bereits auf den Weg gebrachten neuen Ausstellungsprojekten wie „Maya“ ab Oktober 2016 und „Richard Löwenherz“ ab Herbst 2017 steht damit nichts mehr im Wege. Bezirksverband Pfalz, Presse 

05.08.2016


Die Ermittlungen sind abgeschlossen!

In einem Abenteuerparcours absolvieren Kinder im Alter zwischen 5 und 12 Jahren eine „Detektiv- und Agentenausbildung“. Eine besondere Herausforderung ist die Durchquerung eines Lasertunnels.
Bildnachweis: Foto: Ingo MersmannRund 110.000 Besucher sahen „Detektive, Agenten und Spione“-Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz Speyer

Speyer- Am Sonntag, 31. Juli 2016 endete die interaktive Familien-Ausstellung „Detektive, Agenten und Spione“ im Historischen Museum der Pfalz Speyer. Insgesamt sahen während der 42-wöchigen Ausstellungslaufzeit rund 110.000 große wie auch kleine Besucher die Präsentation am Speyerer Domplatz. „Mit den Detektiven, Agenten und Spionen hat das Historische Museum der Pfalz die Geschichte der erfolgreichen Familien-Ausstellungen fortgeschrieben. Wir freuen uns, dass so viele junge und ältere Krimifans in den letzten Monaten in unser Haus geströmt sind“, so Museumsdirektor Alexander Schubert.

Auf rund 1.500 m² widmete sich die Ausstellung seit dem 11. Oktober 2015 sowohl Kult-Charakteren aus Film und Literatur als auch historischen Spionage-Fällen und zeigte unter anderem rund 250 Exponate aus der Welt der realen Geheimdienste, viele Film-Requisiten, einen zum Bond-Fahrzeug umgebauten Aston Martin und rund 20 Entwurfszeichnungen von Aiga Rasch für die Buchcover der Jugendbuchserie „Die drei ???“. An zahlreichen Mitmach-Stationen konnten kleine Nachwuchs-Agenten zwischen fünf und zwölf Jahren in unterschiedlichste Ermittlerrollen schlüpfen. Wandtexte und Audioguide zur Ausstellung waren speziell für Kinder konzipiert und vermittelten spannende Fakten und einen Einblick in die Historie der verdeckten Ermittlung.

Der rheinland-pfälzische Kulturminister Konrad Wolf, der kurz vor dem Abbau der Präsentation am Montagmorgen noch die Chance zum Rundgang nutzte, zeigte sich sehr angetan: „Das Historische Museum der Pfalz zählt zu den Leuchttürmen der rheinland-pfälzischen Kulturlandschaft und ist auch bei dieser Ausstellung seinem Ruf wieder gerecht geworden.“

Das umfangreiche Begleitprogramm, dessen Veranstaltungen rund 3.200 Personen besuchten, bot unter anderem ein buntes Vortragsprogramm, eine „Kino-Kombi“ in Kooperation mit dem Cineplex Mannheim zu dem James Bond-Film „Spectre“, eine Lange Lesenacht und regelmäßige öffentliche Führungen durch die Ausstellung. Ein echter Privatdetektiv berichtete im Rahmen eines Kinder-Workshops aus seinem Arbeitsalltag und für kleine Agentenanwärter fanden mehrere spielerische Nachwuchstrainings statt. Zu den Veranstaltungshöhepunkten zählten ein Talk der Moderatorin Bernadette Schoog mit Oliver Rohrbeck, der Stimme des Justus Jonas aus „Die drei ???“, und mehrere „Sherlock Holmes Criminal-Dinner“, die in Kooperation mit dem KulturNetz Mannheim Rhein-Neckar durchgeführt wurden. Insgesamt fanden an den 265 Ausstellungstagen 421 Kindergeburtstage mit fast 5.000 Gästen unter dem Motto „Detektive, Agenten und Spione“ statt. Mehr als 300 Schulklassen buchten eine Führung oder einen ausstellungsbezogenen Workshop.

Aufgrund des engen Zeitplans und der beginnenden Aufbauarbeiten für die kommende Maya-Ausstellung war trotz vielfacher Nachfrage keine Verlängerung der Präsentation möglich.

Ab dem 2. Oktober 2016 entführt das Historische Museum der Pfalz Speyer alle Besucher in den mittelamerikanischen Regenwald und präsentiert mit „Maya – Das Rätsel der Königsstädte“ hochkarätige Exponate und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse rund um die „versunkene“ Hochkultur. Kinder und Familien werden die Welt der Maya auf einem eigens konzipierten Rundgang mit vielen Mitmach-Stationen erkunden können. Weitere Informationen unter www.maya-ausstellung.de.

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz

01.08.2016


Touristische Attraktionen in Speyer gebündelt

Kombiangebote für Dom und Domschatz im Historischen Museum der Pfalz

Der Dom und das Historische Museum der Pfalz gehören zu den bedeutendsten Sehenwürdigkeiten in Speyer. Ab sofort können beide Häuser mit einem kombinierten Ticket besichtigen werden. Neben dem Besuch der Dom-Krypta, des Kaisersaals und der Aussichtsplattform ist die Besichtigung des Domschatzes im Historischen Museum der Pfalz in der Karte enthalten.

Gleichzeitig gibt es ab sofort eine kombinierte Führung, die im Dom zu Speyer beginnt und  Hintergrundinformationen zur historischen, kunstgeschichtlichen und geistlichen Bedeutung des Gotteshauses gibt. Im Historischen Museum der Pfalz stehen dann die Funde aus den Gräbern der salischen Kaiser im Mittelpunkt sowie kostbare liturgische Geräte und Gewänder.

„Ich freue mich, dass wir nach der kombinierten Dom-Stadtführung nun auch ein Kombiprodukt zusammen mit dem Historischen Museum der Pfalz anbieten, zumal das Museum und der Dom sich in direkter Nachbarschaft befinden,“ erklärte Domkustos Peter Schappert. Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert ergänzte:

„Viele Dom-Besucher wollen ihre Eindrücke mit der geführten Besichtigung des Domschatzes abrunden. In unserem Hause zählt dieser Bereich, mit Spitzenexponaten wie den Kronen aus den Kaisergräbern, mit dem Königsmantel Philipps von Schwaben oder mit sakralen Goldschmiedearbeiten, zu den großen Höhepunkten“

Das Kombiticket und die Kombiführung sind ausschließlich im Dom-Besucherzentrum am Domplatz erhältlich. Die Führung dauert etwa eindreiviertel Stunden und kann dienstags bis samstags zwischen 9 und 16 Uhr sowie sonntags zwischen 12 und 16  gebucht werden (Führungsbeginn).

Teilnehmen können maximal 25 Personen. E-Mail-Anfragen an: info@dom-zu-speyer.de

Kosten

Kombiticket: 15 Euro, ermäßigt 7 Euro

Kombiführung: 199 Euro

Text: Bistum Speyer, Presse Foto: spk, archiv

24.06.2016


100.000 Besucher in Detektive-Ausstellung

Historisches Museum der Pfalz Speyer begrüßt Jubiläumsgast

Speyer- Als 100.000ster Besucher der interaktiven Familien-Ausstellung „Detektive, Agenten und Spione“ im Historischen Museum der Pfalz wurde der neunjährige Florian Bies aus dem saarländischen Losheim am See begrüßt. Gemeinsam mit seinen Eltern Silvia und Torsten Bies nahm er freudig eine Bastelbox, ein Blumenpräsent und ein Generationenticket für die kommende Maya-Ausstellung von Werner Schineller, dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Historisches Museum der Pfalz, Verwaltungsleiter Gerhard Bossert sowie Ausstellungskuratorin Almut Neef entgegen.

Das Historische Museum der Pfalz gab sich äußerst zufrieden hinsichtlich des Besucherzuspruchs der Ausstellung, die im Oktober 2015 eröffnet wurde. „Dass wir nach 35 Wochen Laufzeit eine solche Schallmauer durchbrechen können freut uns ausgesprochen und ist eine großartige Bestätigung für unsere Arbeit. Wir hoffen, dass die kommende Maya-Ausstellung genauso gut angenommen wird“, so Bossert.

 Schineller betonte darüber hinaus, dass auch der Vorstand mit der Programmauswahl des Museums und der Umsetzung der Sonderausstellungen hochzufrieden ist: „Ein Blick in die Besucherbücher zeigt, dass Familien teilweise drei oder vier Mal die Detektive-Ausstellung besucht haben – wenn das mal keine Auszeichnung ist!“

 Das Historische Museum der Pfalz zeigt noch bis zum 31. Juli 2016 „Detektive, Agenten und Spione“ und ist dienstags bis sonntags – am 18. und 25. Juli wegen der rheinland-pfälzischen Schulferien auch montags – von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.detektive-ausstellung.deText: Historisches Museum der Pfalz Speyer Foto: dak

16.06.2016


Die Pfalz unter bayrischer Herrschaft

Historisches Museum der Pfalz zeigt Ausstellung zum Jubiläumsjahr des Bezirksverbandes

Speyer- Unter dem Titel "auf ewige Zeiten zugehören... Die Entstehung des Rheinkreises – 200 Jahre Bezirkstag Pfalz" blickt das Historische Museum der Pfalz auf die Zeit vor 200 Jahren zurück: 1816 wird die Pfalz bayerisch und bekommt einen „Landrath“. Seit 1946 gehört die Pfalz zwar nicht mehr zu Bayern, sondern zu Rheinland-Pfalz, aber den 1816 gegründeten „Landrath“ gibt es in veränderter Form immer noch: Es ist der heutige Bezirkstag Pfalz.

Die Ausstellung ist als Historisches Schlaglicht in die Sammlungsausstellung "Neuzeit" integriert und noch bis 8. Januar 2017 zu sehen.

Mehr als 80 Exponate beleuchten das pfälzisch-bayrische Verhältnis, darunter einzigartige Objekte aus dem Museumsdepot wie das bayrische Staatswappen, das am Gebäude der königlichen Kreisregierung in Speyer hing oder ein bayrischer Beamtenhut. Das wichtigste Exponat der Ausstellung ist das „Besitzergreifungspatent“ des bayerischen Königs Maximilian I. Joseph.  Darüber hinaus geben insbesondere Gemälde und Grafiken Einblick in die Zeit um 1816.

Das Historische Museum der Pfalz kooperiert bei der Ausstellung mit dem Landesarchiv Speyer, dem Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz und der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften. Die Präsentation setzt die Reihe der Historischen Schlaglichter in den Sammlungen des Historischen Museums der Pfalz fort und ist ein Beitrag zum Jubiläumsjahr des Bezirksverbandes Pfalz.

Unter dem Titel „…auf ewige Zeiten zugehören“ ist im Verlag Regionalkultur eine Publikation mit Beiträgen verschiedener Autoren zur Entstehung der bayrischen Pfalz 1816 erschienen, eine Veröffentlichung der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften.

Die Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen online unter www.museum.speyer.de

Text: Historisches Museum der Pfalz; Foto: Historisches Museum der Pfalz; dak

13.05.2016


Römisches Meisterstück in New York zu sehen

Historisches Museum der Pfalz Speyer ist Leihgeber für das Metropolitan Museum of Art

Speyer- Der über 2000 Jahre alte römische Kentaurenkopf aus Schwarzenacker gehört zu den herausragenden Objekten der Sammlungen des Historischen Museums der Pfalz in Speyer. Er wird vom 18. April bis zum 17. Juli im Metropolitan Museum of Art in New York in der Sonderausstellung „Pergamon and the Hellenistic Kingdoms of the Ancient World“ zu sehen sein.

Es ist davon auszugehen, dass der im heutigen Saarland gefundene Bronzekopf Teil einer Statuette war. Sowohl Augen wie auch Zähne sind aus Silber, der Leib, eine Mischung aus der Gestalt eines Pferdes und eines Menschen, fehlt heute. Das filigran gearbeitete Meisterwerk stammt aus dem ersten Jahrhundert vor Christus und ist wohl einem hellenistischen Vorbild aus der Zeit um 200 vor Christus nachempfunden.

Die Sammlung „Römerzeit“ ist eine der fünf Sammlungsausstellungen im Historischen Museum der Pfalz in Speyer. Das Museum hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.museum.speyer.de.

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz, Foto: Hans-Georg Merkel

19.04.2016


75.000ste Besucherin in Detektive-Ausstellung

v.l.: Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Kuratorin Cathérine Biasini, Jenny Knappe, Alexander Knappe, Jubiläumsgast Helen Knappe und Museumsdirektor Alexander Schubert v.l.: Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Kuratorin Cathérine Biasini, Jenny Knappe, Alexander Knappe, Jubiläumsgast Helen Knappe und Museumsdirektor Alexander Schubert

Historisches Museum der Pfalz Speyer begrüßt Jubiläumsgast

Speyer- Die fünfjährige Helen Knappe aus Karlsruhe ist die 75.000ste Besucherin der interaktiven Familien-Ausstellung „Detektive, Agenten und Spione“ im Historischen Museum der Pfalz Speyer. Freudig nahm sie mit ihren Eltern Alexander und Jenny Knappe eine Bastelbox, ein Blumenpräsent und ein Generationenticket für die kommende Maya-Ausstellung entgegen, als sie von Speyers Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Museumsdirektor Alexander Schubert sowie Ausstellungskuratorin Cathérine Biasini begrüßt wurde.

Helen Knappe, die mit ihren Eltern bereits 2014 die Playmobil-Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz besucht hatte, war der dritte Jubiläumsgast der Detektive-Ausstellung. Bereits im Dezember zählte die Schau 25.000 Besucher, im Februar 50.000 Besucher.

„Das Historische Museum der Pfalz ist weiterhin der Anziehungspunkt für alle Nachwuchs-Agenten und Krimi-Fans“, sagte Schubert. „Besonders freut es mich, dass sich junge Besucher und Erwachsene gleichermaßen in der Ausstellung gut informiert und unterhalten fühlen. Der große Besucherzuspruch bestätigt unser Konzept, sowohl die fiktionale als auch die reale Welt der verdeckten Ermittlung vorzustellen“, so der Museumsdirektor weiter. Oberbürgermeister Eger bemerkte: „Ich freue mich über die Attraktivität der Ausstellung, die Unterhaltendes und Wissenswertes wieder einmal hervorragend verbindet.“ Es sei eine Stärke des Hauses, eine solche Familien-Ausstellung auf die Beine zu stellen.

Das Historische Museum der Pfalz zeigt noch bis zum 31. Juli 2016 „Detektive, Agenten und Spione“ und ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, an den Feiertagen und in den Schulferien auch montags geöffnet. Weitere Informationen unter www.detektive-ausstellung.de. Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz


Ausblick: MAYA - Das Rätsel der Königsstädte vom 2. Oktober 2016 bis 23. April 2017 im Historischen Museum der Pfalz Speyer.

15.04.2016


Erlebnisausstellung „Weil wir Mädchen sind“ endet erfolgreich

In „Weil wir Mädchen sind…“ konnte der Transport von Wassereimern geübt werden.
Foto: Historisches Museum der Pfalz / Klaus VenusSpeyer- Am vergangenen Sonntag endete die vom Kinderhilfswerk Plan ins Leben gerufene interaktive Ausstellung „Weil wir Mädchen sind... Mädchenwelten in Afrika, Asien und Lateinamerika“ im Historischen Museum der Pfalz Speyer.

Fast 18.000 kleine wie große Besucherinnen und Besucher konnten in den vergangenen 211 Tagen in den beispielhaften Alltag und das Familienleben dreier Mädchen aus Mali, Indien und Ecuador eintauchen. Zahlreiche authentische Ausstellungsstücke, Film- und Hörbeiträge sowie Mitmachstationen ließen mit allen Sinnen die bunten Facetten der fernen Kulturen erleben. Dabei thematisierte die interaktive Ausstellung aber auch Probleme, die aus Gewalt sowie sozialer und sexueller Unterdrückung entstehen.

Zu Beginn der Ausstellung konnten die Besucher an einem Schicksalsrad drehen und herausfinden, wie wahrscheinlich es ist, eine behütete Kindheit erleben zu dürfen.
Foto: Historisches Museum der Pfalz / Klaus Venus„Die Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk Plan International Deutschland bei diesem wichtigen Thema hat sich als sehr erfolgreich erwiesen. Didaktisch hervorragend aufbereitet, vermittelte die Ausstellung vor allem Kindern und Jugendlichen einen guten Eindruck von den besonderen Herausforderungen, die Gleichaltrige in Indien, Asien und Südamerika zu bestehen haben“, so Alexander Schubert, Direktor des Historischen Museums der Pfalz. Die Schau, die erstmals in Rheinland-Pfalz zu sehen war, wurde aufgrund ihres großen Zuspruchs um zweieinhalb Monate verlängert. Sie richtete sich an Mädchen und Jungen ab acht Jahren sowie an Erwachsene, Familien, Jugend- und Schulgruppen.

Zur Ausstellung gab es ein umfangreiches Begleitprogramm. Über 50 Kinder- und Schulgruppen ließen sich „Weil wir Mädchen sind...“ während einer Führung erläutern oder nahmen an einem ausstellungsbegleitenden Workshop teil. Besonders erfolgreich war die Vorführung des Dokumentarfilms „Girl Rising“ im Januar, bei der die zahlreichen Besucher insgesamt über 700 Euro an das Kinderhilfswerk Plan spendeten.

Bis zum 31. Juli 2016 präsentiert das Historische Museum der Pfalz noch die große interaktive Familienausstellung „Detektive, Agenten und Spione“. Innerhalb der Ausstellung absolvieren Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren an zahlreichen Mitmach-Stationen eine „Detektiv- und Agentenausbildung“ und lösen mit den vier Freunden von TKKG einen Entführungsfall. Weitere Informationen unter www.detektive-ausstellung.de.

Das Historische Museum der Pfalz Speyer ist dienstags bis sonntags und in den rheinland-pfälzischen Sommerferien auch montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.museum.speyer.de.

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz Speyer

04.04.2016


Historisches Museum der Pfalz Speyer begrüßt Jubiläumsgast

Von Prof. Dr. Alexander Koch zu Dr. Alexander Schubert - aus Berlin und Bruchsal nach Speyer – aus Residenzstadt stammende Familie „stellt“ 50.000. Besucherin der aktuellen Sonderausstellung im Historischen Museum der Pfalz

cr. Speyer- „Großer Bahnhof“ für ein – schon wieder einmal – großes Ereignis im „Historischen Museum der Pfalz“ in Speyer. Dr. Alexander Schubert, Direktor des renommierten Hauses im Schatten des Speyerer Domes, war gemeinsam mit Theo Wieder - bis vor kurzem noch amtierender Oberbürgermeister von Frankenthal und als Vorsitzender des „Bezirkstages der Pfalz“ auch weiterhin für das Museum an zentraler Stelle mitverantwortlich - mit dem kompletten Stab der Mitarbeiterinnen an der aktuellen Sonderausstellung um Cathèrine Biasini mit ihrem vielversprechenden Titel „Detektive, Agenten & Spione“ aus der Verwaltung des Pfälzer „Kulturtempels“ herübergekommen war in die Ausstellung, um eine gleich drei Generationen umfassende kleine Gruppe ganz besonderer Gäste willkommen zu heißen, unter denen sich auch die Inhaberin der Eintrittskarte mit der wohl kaum erwarteten Nummer 50.000 für diese Schau befand.

Vier Angehörige aus drei Generationen der Familie Lindauer mit Wurzeln in der früheren Fürstbischöflich Speyer'schen Residenzstadt Bruchsal – neben der noch immer in der Kurpfalz lebenden Oma Irmgard Lindauer waren auch die inzwischen in Berlin beheimatete Mama Uta mit ihren Töchtern Julia (12) und Olivia 8) mit von der Partie - hatten nämlich einen „Abstecher“ zu „Oma Irmgard“ in die „alte Heimat“ dazu benutzt, um auf Empfehlung von Helmut Mattner, einem Mitbewohner in Oma Irmgards Haus in Bruchsal, die aktuelle Sonderausstellung im Speyerer Museum zu besuchen.

Für die Lindauers war dieser Besuch im „Historischen Museum der Pfalz“ in Speyer zwar eine Premiere in dem traditionsreichen Museum, hatten sie doch zuvor nur den Dom und die Altstadt besichtigen können. Umso mehr freuten sie sich deshalb auch darüber, aus den Händen ihrer Gastgeber Theo Wieder und Dr. Alexander Schubert neben einem opulenten Blumenstrauß und dem Katalog zu der aktuellen Sonderausstellung auch Eintritts-Tickets für die am 2. Oktober 2016 öffnende kulturhistorische Ausstellung über die „Hochkultur der Mayas“ in Empfang nehmen zu dürfen.

Das wird dann zwar ein ganz anderes Sujet sein, aber nichts desto weniger ein weiterer „echt guter“ Grund für die leidenschaftlichen Berliner „Museumsgänger“, der Oma in Bruchsal schon recht bald wieder einen Besuch abzustatten und dabei einmal mehr die Schauen des Speyerer Museums zu besichtigen.

Denn die Lindauers wurden an diesem Tag zugleich auch von der Nachricht überrascht, in Speyer in dem Haus zu Gast sein zu dürfen, an dem mit Prof. Dr. Alexander Koch - heute Generaldirektor des „Deutschen Historischen Museums“ „Unter den Linden“ in Berlin – ein „anderer Alexander“, einer der Amtsvorgänger des derzeitigen Speyerer Museumsdirektors Dr. Schubert „das Sagen“ hat, haben sie doch nach dem Amtsantritt des beliebten Museumsmannes Prof. Dr. Koch in der Hauptstadt kaum eine der von ihm verantworteten Ausstellungen versäumt. Foto: gc

03.02.2016


Historisches Museum der Pfalz meldet erfreuliche Besucherresonanz

Bereits nach knapp zwei Monaten Laufzeit begrüßte das
Historische Museum der Pfalz die 25.000ste Besucherin in der interaktiven Familienausstellung
„Detektive, Agenten und Spione“, v.l.n.r. Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert,
Vorstandsvorsitzender des Stiftung Historisches Museum der Pfalz Werner Schineller, Jubiläumsgast Sandra Meyer in Begleitung von Daniel Heckmann und Ken Kirchner, Kuratorin Cathérine Biasini.
Foto: Historisches Museum der Pfalz / Carolin BreckleBilanz 2015: Erfolg vom Vorjahr übertroffen

Speyer- Mit 252.537 Besuchern war das Jahr 2015 für das Historische Museum der Pfalz eines der erfolgreichsten Jahre der Vergangenheit. Bereits 2014 zog das Museum mit 243.743 Besuchern eine äußerst positive Abschlussbilanz. Dass sich die Besucherzahlen im vergangenen Jahr nochmals gesteigert haben, sieht Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert vor allem im Erfolg der Titanic-Schau begründet und in der seit Oktober laufenden Ausstellung „Detektive, Agenten & Spione“. Bis Jahresende zählte die interaktive Familienausstellung bereits mehr als 30.000 Gäste.

„Wir blicken auf zwei außerordentliche Jahre zurück“ erklärte Schubert. „Besucherzahlen dieser Größenordnung, die man sonst nur von den Landesmuseen oder großen Museumskomplexen kennt, zeigen, welche kulturelle, imagebildende, touristische und auch wirtschaftliche Qualität unser Museum für die Stadt Speyer und die Pfalz besitzt.“

Rund 202.000 Besucher sahen die Titanic-Schau im Historischen Museum der Pfalz in Speyer. Foto: Historisches Museum der PfalzAllein die Titanic-Schau zog zwischen Dezember 2014 und Juli 2015 rund 202.000 Museumsgänger nach Speyer. Als die Ausstellung am 26. Juli 2015 nach vierwöchiger Verlängerung ihre Tore schloss, übertraf sie mit 52,7 Prozent Erstbesuchern aller Altersklassen, 800 Gruppenführungen, einem ausgebuchten Begleitprogramm und 71 Kindergeburtstagen, die im Rahmen der Ausstellung gefeiert wurden, alle Erwartungen.

Aber auch die Sonderausstellungen in den Sammlungen des Historischen Museum der Pfalz begeisterten das Publikum. Von März bis Juli war die Fotoausstellung „Speyerer Stadtansichten – einst und jetzt“ zu sehen, die 70 historische Aufnahmen und Grafiken aktuellen Ansichten aus dem Stadtbild gegenüberstellte. Die Wanderausstellung des Deutschen Historischen Museums Berlin „Leben nach Luther. Eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses“ gastierte von September 2015 bis Januar 2016 in Speyer. Bis zum 3. April 2016 verlängert wurde die im vergangenen September eröffnete Erlebnisausstellung „Weil wir Mädchen sind… Mädchenwelten in Afrika, Asien und Lateinamerika“. Die vom Kinderhilfswerk Plan ins Leben gerufene Präsentation ist erstmalig in Rheinland-Pfalz zu sehen.

Kinder willkommen: Das Historische Museum der Pfalz versteht sich als außerschulischer Lernort. Foto: Historisches Museum der Pfalz/Dominik GeisUm den Erfolgskurs fortzusetzen will das Museum auch künftig sowohl kulturinteressierte Erwachsene als auch Familien mit Kindern und Schulklassen ansprechen. Museumsdirektor Schubert verwies auf die Rolle des Historischen Museums der Pfalz als außerschulischer Lernort: „Für uns ist die Ansprache der nächsten Generation ein zentrales Anliegen. Wir verstehen uns als Institution, in der Wissen spielerisch vermittelt wird. Das größte Kompliment ist für uns, wenn junge Erwachsene berichten, dass sie schon als Kinder oft und gerne zu Besuch waren und jetzt wieder zu uns kommen.“ Gerade bei der laufenden Ausstellung „Detektive, Agenten & Spione“ sei es gelungen, sowohl dem jüngeren als auch dem erwachsenen Museumspublikum einen spannenden Rundgang zu bieten. Erwachsenen Krimifans biete die Schau viele Originalexponate aus der Welt der Spionage und gebe Einblick in die spannenden Ereignisse hinter den Exponaten. Junge Spürnasen wiederum könnten selbst in die Rolle eines Ermittlers schlüpfen, Spuren suchen, Geheimschriften entwickeln oder den Geschicklichkeitsparcour im Lasertunnel meistern. Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert. Foto: Historisches
Museum der Pfalz/Peter Haag-Kirchner

2016 will das Museum mit der Schau „Maya – Das Rätsel der Königsstädte“ an die Erfolge der großen kulturhistorischen Sonderausstellungen anknüpfen. Gleichzeitig solle das Haus ein Gedächtnis für Pfalz sein, erläuterte Schubert. Ab Herbst 2016 wird das Historische Museum der Pfalz mit der Foto-Ausstellung „Weltbühne Speyer“ an die Ära der 80er und 90er Jahre erinnern, als alle internationalen Staatschefs von Chirac und Thatcher bis Bush und Gorbatschow auf Einladung von Helmut Kohl zu Gast in Speyer waren.

Die aktuellen und kommenden Ausstellungen im Historischen Museum der Pfalz finden sich online unter www.museum.speyer.de. Interessenten können sich alle Informationen auch über den regelmäßig erscheinenden Museums-Newsletter zusenden lassen. Das Haus ist dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.  Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz

13.01.2016


Historisches Museum der Pfalz Speyer stellt Programm vor

Ausstellungsvorschau 2016/2017

Speyer- Noch bis zum 31. Juli 2016 präsentiert das Historische Museum der Pfalz die interaktive Familien-Ausstellung „Detektive, Agenten & Spione“. Darüber hinaus zeigt das Museum 2016 unter anderem zwei weitere Ausstellungen:

Der lokalen Geschichte widmet sich ab dem 24. April 2016 die Präsentation „Die Entstehung des Rheinkreises – 200 Jahre Bezirkstag Pfalz“. Ab 2. Oktober 2016 ist mit „Maya“ in Speyer eine große kulturhistorische Ausstellung zu sehen, die neueste wissenschaftliche Erkenntnisse über die „versunkene“ Hochkultur anschaulich vermittelt. Für 2017 ist das Projekt „Richard Löwenherz“ in Planung, das die Wirkungskreise eines mittelalterlichen, europäischen Herrschers vorstellt, der durch seine Gefangenschaft auf dem Trifels für immer mit der Pfalz verbunden ist.

Weil wir Mädchen sind... Mädchenwelten in Afrika, Asien und Lateinamerika
verlängert bis 3. April 2016

Die Erlebnisausstellung „Weil wir Mädchen sind… Mädchenwelten in Afrika, Asien und Lateinamerika“ macht auf die schwierige Situation von Mädchen in unterschiedlichsten Ländern der Erde aufmerksam. Formen der Benachteiligung und Diskriminierung von Mädchen werden auf sensible Art und Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Gleichzeitig stellt die Ausstellung des Kinderhilfswerk Plan den oft fremden Alltag ferner Kulturen in Form einer interaktiven Weltreise dar. Die Präsentation richtet sich an Mädchen und Jungen ab acht Jahren, an Familien, Jugend- und Schulgruppen sowie alle anderen Interessierten.

Detektive, Agenten & Spione
bis 31. Juli 2016

Sie sammeln Wissen und täuschen ihre Gegner: Detektive, Agenten und Spione, weltweit im Geheimen tätig, arbeiten sie im Auftrag von Regierungen und Nachrichtendiensten. Sie beflügeln immer wieder unsere Fantasie, in der wahre Ermittlungsfälle mit der Welt von Kult-Charakteren wie James Bond verschmelzen. Wie nah Realität und Fiktion tatsächlich beieinander liegen, zeigt die interaktive Familien-Ausstellung „Detektive, Agenten & Spione“ im Historischen Museum der Pfalz Speyer noch bis zum 31. Juli 2016.

Beim Eintritt in die Ausstellung beginnt die Reise in die Welt der verdeckten Ermittlung. Verkleidungs- und Fälschungskoffer für Postsendungen oder Pässe dienten dem Aufbau und der Untermauerung neuer Identitäten. Nicht zuletzt verdeutlichen der Einsatz von Tauben als „fliegende Agenten“ oder ein Tarnungsset „Typ: Bauarbeiter“ die Bandbreite der Möglichkeiten für die verdeckte Ermittlung. Von einem der berühmtesten Fälle deutsch-deutscher Spionagegeschichte zeugt die Kamera des Stasi-Agenten Günter Guillaume, dessen Enttarnung in den 1970er Jahren zum Rücktritt von Bundeskanzler Willy Brandt führte. Daneben illustrieren Kult-Gegenstände wie die goldene Schusswaffe aus dem James Bond-Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974), das Kostüm von Doris Day aus dem Film „Spion in Spitzenhöschen“ (1966) oder rund 20 Entwurfszeichnungen von Aiga Rasch für die Buchcover der Jugendbuchserie „Die drei ???“ die Welt der Film- und Romanhelden. Zahlreiche Mitmach-Stationen laden kleine Nachwuchs-Agenten zwischen fünf und 12 Jahren ein, in die unterschiedlichsten Ermittlerrollen zu schlüpfen. Bei einer rasanten Verfolgungstour begeben sie sich auf Verbrecherjagd, können vor einer Tarnwand nahezu unsichtbar werden oder ihre Geschicklichkeit in einem Lasertunnel unter Beweis stellen. Am Ende des Rundgangs stellt die Ausstellung den einzelnen Besucher selbst in das Zentrum der Beobachtung: Welche unbewussten Spuren hinterlässt jeder einzelne von uns tagtäglich, beim Surfen im Internet, Telefonieren oder Benutzen von sozialen Netzwerken? In einer vollständig vernetzten Welt wird das Internet zu einem der wichtigsten Schauplätze aktueller Konflikte. Dies verändert auch die Arbeit der Geheimdienste.

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Workshops für Kinder, mit Vorträgen, Criminal-Dinner und Talkrunde für Jugendliche und Erwachsene. Das „Handbuch für Detektive, Agenten & Spione“, eine Lese-, Spiel- und Bastelbox zur Ausstellung, kann für 9,95 Euro im Museumsshop erworben werden.

Die Entstehung des Rheinkreises – 200 Jahre Bezirkstag Pfalz
24. April 2016 bis 8. Januar 2017

2016 blickt das Historische Museum der Pfalz auf die Zeit vor 200 Jahren zurück: 1816 wird die Pfalz bayerisch und bekommt einen „Landrath“. Seit 1946 gehört die Pfalz zwar nicht mehr zu Bayern, sondern zu Rheinland-Pfalz, aber den 1816 gegründeten „Landrath“ gibt es in veränderter Form immer noch: Es ist der heutige Bezirkstag Pfalz.
Die linksrheinische Pfalz hieß bei der Inbesitznahme durch das bayerische Königshaus zunächst „Rheinkreis“. Erst 1828 nannte man das bis ins 17. Jahrhundert hinein von verschiedensten Herrschaften regierte Gebiet „Rheinpfalz“. Weder von bayerischer, noch von pfälzischer Seite her war die Verbindung anfänglich von besonderem Enthusiasmus getragen. So führten z.B. die fortdauernde Geltung des französischen Rechts und die steuerrechtliche und wirtschaftliche Benachteiligung der Pfalz zu häufigen Belastungen des pfälzisch-bayerischen Innenverhältnisses. Hinzu kam die strategisch schwierige Lage der Pfalz als bayerische Exklave an der Grenze zu Frankreich. Das Historische Schlaglicht thematisiert solche Aspekte der frühen Jahre der Pfalz unter bayerischer Herrschaft. Das wichtigste Exponat der Ausstellung ist das „Besitzergreifungspatent“ des bayerischen Königs Maximilian I. Joseph.  Darüber hinaus geben insbesondere Gemälde und Grafiken Einblick in das pfälzisch-bayerische Verhältnis.
Das Historische Museum der Pfalz kooperiert bei der Ausstellung mit dem Landesarchiv Speyer, dem Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz und der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften. Die Präsentation setzt die Reihe der Historischen Schlaglichter in den Sammlungen des Historischen Museums der Pfalz fort und ist ein Beitrag zum Jubiläumsjahr des Bezirksverbandes Pfalz.

Maya – Das Rätsel der Königsstädte
2. Oktober 2016 bis 23. April 2017

Vom Urwald überwucherte, vergessene Ruinenstädte haben die Phantasie der Europäer seit langer Zeit beflügelt und zu abenteuerlichen Spekulationen über die Natur und Herkunft ihrer Erbauer angeregt.
Derzeit bearbeitet das Historische Museum der Pfalz in Speyer zusammen mit dem herausragenden Maya-Forscher Prof. Dr. Nikolai Grube (Universität Bonn) dieses spannende Forschungsthema mit einem unverstellten Blick in die Lebenswirklichkeit dieser alten Kultur.
Basierend auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Grabungen in Mexiko und Guatemala wird die Maya-Ausstellung komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge für alle Besucherinnen und Besucher anschaulich vermitteln. Aufgrund der intensiven Kooperation mit mittelamerikanischen Museen werden 2016 spektakuläre Exponate zu sehen sein, die erstmalig in Europa präsentiert werden können. Die Schirmherrschaft über die Ausstellung haben der Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und die Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz Malu Dreyer inne.

Weltbühne Speyer. Die Ära der großen Staatsbesuche
13. =November 2016 bis 24. September 2017

In Kooperation mit dem Stadtarchiv der Stadt Speyer zeigt das Historische Museum der Pfalz eine Dokumentation der internationalen Besuche geistlicher und weltlicher Würdenträger in Speyer zwischen 1984 und 1999.
In der Ausstellung werden sowohl fotografische Dokumente als auch Zeitzeugnisse und Gastgeschenke aus dieser Phase der jüngsten Stadtgeschichte Speyers zu sehen sein.

Richard Löwenherz. König – Ritter – Gefangener
17. September 2017 bis 15. April 2018

Ab Herbst 2017 widmet das Historische Museum der Pfalz König Richard I. Löwenherz eine große kunst- und kulturhistorische Mittelalterausstellung mit regionalem Schwerpunkt: Auf dem Rückweg vom Dritten Kreuzzug geriet Richard I. in die Hände seiner Feinde und verbrachte als Gefangener des staufischen Kaisers rund 15 Monate in der Region zwischen Speyer, Mainz, Worms und Hagenau. Durch seine Gefangenschaft auf dem Trifels ist seine Geschichte für immer mit der Pfalz verbunden.
Richard I. Löwenherz gilt als eine der schillerndsten und berühmtesten Gestalten des Mittelalters – trotzdem werden sein Leben und Wirken 2017 in Speyer erstmalig einem breiten Publikum vorgestellt. Unterstützt durch einen wissenschaftlichen Beirat, bestehend aus 18 renommierten, interdisziplinären Wissenschaftlern aus England, Frankreich und Deutschland, werden neueste Forschungsergebnisse in die Konzeption der Ausstellung einfließen.

Das Historische Museum der Pfalz hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Weitere Informationen unter www.museum.speyer.de.

Aktuelle Veranstaltungen im Historischen Museum der Pfalz Speyer

Sonntag, 10. Januar 2016, 18.30 Uhr
Dokumentarfilm „Girl Rising“ (Begleitprogramm zu "Weil wir Mädchen sind...")
Der oscarnominierte Dokumentarfilmer Richard E. Robbins beleuchtet das Schicksal von neun jungen Frauen aus unterschiedlichen Teilen der Welt. Eintritt frei.

Donnerstag, 28. Januar 2016, 19 Uhr
Talk im Historischen Museum der Pfalz
(Begleitprogramm zu "Detektive, Agenten & Spione")
Bernadette Schoog im Gespräch mit Oliver Rohrbeck, der Stimme des Justus Jonas aus „Die drei ???“. Mit freundlicher Unterstützung der Volksbank Kur- und Rheinpfalz eG.
Tickets für die Abendveranstaltung sind zum Preis von 8,- € an der Museumskasse erhältlich. 

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz

Bildnachweise:

zu „Weil wir Mädchen sind... Mädchenwelten in Afrika, Asien und Lateinamerika“

WWMS.jpg: Die interaktive Ausstellung bietet auch Einblicke in den Alltag der Mädchen in den Anden.

© Kinderhilfswerk Plan / Erik Thallaug

zu „Detektive, Agenten & Spione“

Detektive_Motiv.png: Plakatmotiv. © Historisches Museum der Pfalz, Gestaltung: Lisa-Marie Malek

Detektive_Mitmachstation.jpg: Eine von vielen Mitmach-Stationen in der interaktiven Familien-

Ausstellung „Detektive, Agenten & Spione“. © Zoom Kindermuseum / J. J. Kucek

Detektive_SeanConnery.jpg: Sean Connery als James Bond vor seinem Dienstwagen (1964). © Everett Collection / Rex Features

zu „Die Entstehung des Rheinkreises – 200 Jahre Bezirkstag Pfalz“

Besitzergreifungspatent.jpg: Besitzergreifungspatent des bayerischen Königs Maximilian I. Joseph über die Angliederung der Pfalz an Bayern. © Historisches Museum der Pfalz

zu “Maya – Das Rätsel der Königsstädte“

Maya.jpg: Plakatmotiv. © Historisches Museum der Pfalz, Gestaltung: Lisa-Marie Malek

zu „Weltbühne Speyer. Die Ära der großen Staatsbesuche“                             

Weltbuehne.jpg: Helmut Kohl und Michail Gorbatschow zu Besuch in Speyer. © Bettina Deuter, Speyer

zu „Richard Löwenherz. König – Ritter – Gefangener“

Loewenherz_Motiv.jpg: Plakatmotiv. © Historisches Museum der Pfalz, Gestaltung: Lisa-Marie Malek 

Loewenherz.jpg: Grabfigur im Kloster Fontevraud, um 1200. © akg-images / Erich Lessing Loewenherz_Trifels.jpg: Ansicht der Reichsburg Trifels bei Annweiler, auf der Richard Löwenherz gefangen war. © pmbvw

08.01.2016


Magnet für Freunde von „Detektiven, Agenten & Spionen“

v.l.: Musesumsdirektor Alexander Schubert, Vorstandsvorsitzender Werner Schineller, Jubiläumsgast Sandra Meyer in Begleitung von Daniel Heckmann und Ken Kirchner, Kuratorin Cathérine BiasiniSpeyerer „Historisches Museum der Pfalz“ begrüßt Besucherpaar aus Norddeutschland mit den Ticket-Nummern 25.000 und 25.001

cr. Speyer-  Ob Norden, Süden, Osten, Westen – von überall her lassen sich derzeit wieder kultur- und kunstsinnige Menschen zu einem Besuch in der Domstadt Speyer verleiten. Derzeit ist es nun die wirklich gut gemachte und spannende aktuelle Sonderschau „Detektive, Agenten & Spione“, die Besucher aller Altersgruppen ins „Historische Museum der Pfalz“ im Schatten der romanischen Kathedrale lockt. Und obwohl gerade erst vor wenigen Wochen eröffnet, konnten der Vorsitzende des Stiftungsrates des Museums, der frühere Speyerer Oberbürgermeister Werner Schineller, Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert und die Kuratorin der Schau, Cathérine Biasini, heute so bereits die Besucher mit den Eintrittskarten-Nummern 25.000 und 25.001 in den Schauräumen des Museums begrüßen:

Sandra Meyer, 23jährige Rechtsanwalts- und Notargehilfin aus dem gut 500 Einwohner zählenden Örtchen Hagstedt im Oldenburger Münsterland bei Bremen und ihr Begleiter, der gleichaltrige Groß- und Außenhandels-Kaufmann Daniel Heckmann aus dem benachbarten Städtchen Vechta waren heute die Glücklichen. Sie hatten einen Kurzbesuch bei ihrem Freund Ken Kircher im badischen Wiesloch für einen kurzen Abstecher in die Pfalz und in die aktuelle Ausstellung im Speyerer „Historischen Museum der Pfalz“ genutzt, die ihnen zuvor schon in der einschlägigen Presse durch ihren spektakulären Titel aufgefallen war.

Doch dass sie jetzt außer mit den spannenden Inhalten der Schau auch noch von einem hochrangigen Empfangskomitee begrüßt und mit einer Familienkarte für die nächste Sonderausstellung in Speyer, einem Exemplar des informativen Handbuchs zu der aktuellen Schau sowie mit einem opulenten Blumengebinde überrascht wurden, machte den Erfolg ihres Tagesausflugs perfekt.

Am Eingangsportal zu der gut besuchten Schau sowie an dem eigens eingerichteten „Foto-Point“ freuten sich die beiden Norddeutschen über so viel „Glück“ und versicherten, bei der nächsten Sonderausstellung wieder in Speyer hereinschauen zu wollen. Foto: gc

10.12.2015


Aufregende Einblicke in eine fiktional-realistische Welt

Illustration.
Bildnachweis:
Historisches Museum der Pfalz, 
Gestaltung: Lisa-Marie MalekAusstellung „Detektive, Agenten & Spione“ im Historischen Museum der Pfalz eröffnet

spk. Speyer- Ob Sir Arthur Conan Doyles „Sherlock Holmes“ im England des späten 19. Jahrhunderts, ob Erich Kästner's „Emil und die Detektive“ im Berlin der 1920er, ob Astrid Lindgrens spannende Geschichten von „Kalle Blomquist“ aus dem Schweden der Nachkriegszeit ab 1946 – Detektivgeschichten hatten durch alle Zeiten das Zeug dazu, die Fantasie von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen gleichermaßen zu „befeuern“. Mit der jetzt im „Historischen Museum der Pfalz“ in Speyer eröffneten Ausstellung „Detektive, Agenten & Spione“, die dort noch bis zum 31. Juli 2016 während der üblichen Öffnungszeiten zu sehen sein wird, gewährt das Speyerer Haus am Dom in eindrucksvollen Inszenierungen und mit der Präsentation selten zu sehender Exponate einen umfassenden Überblick über mehr als ein Jahrhundert gelungener literarischer und filmischer Annäherungen an eine fantastisch-realistische Welt des Geheimnisvollen, in der sich - wie bei den „James Bond“-Filmen - technische Zukunftsvisionen mit der Kombinationsfähigkeit des menschlichen Geistes ein dauerhaftes Duell liefern.

Postfaelschungskoffer
Der Agent fand in Koffern wie diesem alle Utensilien, die für die Fälschung einer Postkarte benötigt wurden:
Glaubhafte Poststempel, Briefmarken und Postkarten aus verschiedenen Ländern. So kann aus jedem Land der Welt eine Postkarte geschickt werden, auch wenn man
selbst nicht vor Ort war. Diese Maßnahme diente der Unterstützung einer erfundenen Lebensgeschichte.
Bildnachweis:
Sammlung Dr. Heinrich Peyers, 
Foto: Historisches Museum der Pfalz / Peter Haag-KirchnerSchon das Entree der Ausstellung, nach dessen Passieren sich die Besucher in einer Station der Londoner U-Bahn wiederfinden, gibt den Blick frei auf die faszinierende „Welt des Verdeckten und Geheimnisumwitterten“. Allerlei „Handwerkszeug“ eines „typischen Geheimagenten“, wie es unserer eigenen Fantasie entsprungen sein könnte, ist zu sehen – „Alltagsgegenstände“ wie Lippenstifthülsen oder Getränkeflaschen, die noch bis in die Zeit des „Kalten Krieges“ hinein als „Container“ genutzt wurden, um geheime Dokumente unauffällig „aus Feindesland“ in die „eigene Geheimzentrale“ zu schmuggeln oder auch die sagenumwobenen Geigenkästen, die in Zeiten von Al Capone zum verdeckten Transport von Waffen dienten. Verkleidungskoffer und Perücken zur Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes sowie Fälschungskoffer für Postsendungen oder Pässe sollten dem Aufbau und der Festigung neuer Identitäten dienen. Nicht zuletzt verdeutlichen der Einsatz von Tauben als „fliegende Agenten“ oder ein „Tarnungsset Typ: Bauarbeiter“ die ganze Bandbreite der Möglichkeiten für verdeckte Ermittlungen.

Bundeskanzler Willy Brandt und Kanzlerberater und DDR-Spion Günter Guillaume (1974).
Bildnachweis:
Fritz Rust / Süddeutsche Zeitung PhotoVon einem der bemerkenswertesten Fälle deutsch-deutscher Spionagegeschichte zeugt die Kamera des Stasi-Agenten Günter Guillaume, dessen Enttarnung 1974 zum Rücktritt von Bundeskanzler Willy Brandt führte. Daneben illustrieren Kult-Gegenstände wie der goldene „45er“ aus dem James Bond-Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974), das Kostüm von Doris Day aus dem Film „Spion in Spitzenhöschen“ (1966) oder rund 20 Entwurfszeichnungen von Aiga Rasch für die Buchcover der Jugendbuchserie „Die drei ???“ die Welt der Film- und Romanhelden.

An zahlreichen „Mitmach-Stationen“ dieser völlig zurecht als „Familienausstellung“ apostrophierten und von den kreativen MitarbeiterInnen des Jugendmuseums „JuMu“ entscheidend mitgestaltete Schau können kleine Nachwuchs-Agenten zwischen fünf und zwölf Jahren in die In einem Abenteuerparcours absolvieren Kinder im Alter zwischen 5 und 12 Jahren eine „Detektiv- und Agentenausbildung“. Eine besondere Herausforderung ist die Durchquerung eines Lasertunnels.
Bildnachweis: Foto: Ingo Mersmannunterschiedlichsten Ermittlerrollen schlüpfen, können sich bei einer rasanten Verfolgungstour auf Verbrecherjagd begeben, vor einer Tarnwand plötzlich beinahe unsichtbar verschwinden oder ihre Geschicklichkeit in einem Lasertunnel unter Beweis stellen. An einer weiteren Station können sie auch die professionelle Abnahme von Fingerabdrücken und ihre Auswertung erproben und gemeinsam mit den „vier Freunden von TKKG“ einen Entführungsfall lösen.

Am Ende des spannenden Rundgangs – nach Erinnerungen an unvergessliche Agentenfilme in Form einer Auswahl seltener Kino-Plakate - stellt die Ausstellung den einzelnen Besucher selbst ins Zentrum der Beobachtung: Welche unbewussten Spuren hinterlässt jeder einzelne von uns tagtäglich - beim Surfen im Internet, beim Telefonieren oder beim Benutzen von sozialen Netzwerken? Unsere heute vollständig vernetzte Welt des Internet, die zu einem der wichtigsten Schauplätze aktueller Konflikte geworden ist, hat auch die Arbeit der Geheimdienste verändert – und das wissen wir nicht erst seit den Enthüllungen des „Whistleblowers“. Edward Snowden......

Bei dem schon traditionellen Pressegespräch kurz vor der Eröffnung der Ausstellung zeigte sich auch Dr. Alexander Schubert, Direktor des Historischen Museums der Pfalz, überzeugt von dem von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für diese Schau entwickelten Konzept, in deren Mittelpunkt er das „Kultige an Spionage und Agentenleben“ sieht. „Spannend ist dabei, dass „verdeckte“ Ermittlung mitten unter uns, an alltäglichen Orten wie dem Straßencafé oder der U-Bahnstation stattfindet, aber eben auch getarnt und weitgehend unsichtbar“, hob er hervor. Dabei sei es faszinierend, wie scheinbar triviale und „unschuldige“ Alltagsgegenstände in Instrumente verwandelt würden, mit denen geheime Informationen gewonnen werden könnten. Auch der Einsatz von Technik - von vermeintlichen Spielereien oft - die dem Agenten im Ernstfall einen Vorteil gegenüber einem Widersacher verschaffen sollen, sei für den Besucher faszinierend. „Denn wer ist nicht beeindruckt, wenn James Bond von „Q“ mit technischen Werk- und Spielzeugen ausgestattet wird, die zunächst völlig albern wirken, die ihm dann aber in der Gefahrensituation das Leben retten – und heute inzwischen schon oft genug Alltagsrealität sind?“, so Dr. Schubert, der sich erfreut darüber zeigte, dass es seinem Haus gelungen sei, sich dem Topos „Spionage und Ermittlung“ in Filmen, Serien, Romanen und Hörspielen, aber auch „in realen Aspekten des Metiers“.zu begegnen..

Cathèrine Biasini, Leiterin des „Jungen Museums“ und die Kuratorin der aktuellen Sonderausstellung, Allmut Neef, benutzten die Gelegenheit, um sich bei den zahlreichen Leihgebern zu bedanken, die mit ihrer Bereitschaft zur Zusammenarbeit die Ausstellung erst möglich gemacht hätten „Es war für uns ein einmaliger Einblick hinter die Kulissen einer verborgenen Welt, zu der man sonst kaum Zutritt erhält“, betonten sie übereinstimmend. So hätten sie als „Macher“ im engen Austausch mit „echten“ Ermittlern gestanden und seien von Spezialisten für Spurensuche, von Detektiven und ehemaligen Geheimdienst-Mitarbeitern, mit Geschichten und Hintergründen versorgt worden, die ihnen einen realen Kontext geliefert hätten, damit sie „die fiktionalen Elemente dieses Ausstellungsthemas hervorragend in die Schau hätten einbetten können. Eine wunderbare Aufgabe sei auch das Herunterbrechen der Ausstellungsinhalte für die Vermittlung an die kleinen Besucher der Schau gewesen. Das sehenswerte Ergebnis dieser internen Zusammenarbeit mit zahlreichen Externen seien die mehr als ein Dutzend Mitmach- und „Hands-On“-Stationen, an denen ausprobiert, erforscht und natürlich gespielt werden könne.

Natürlich gibt es auch zu dieser Ausstellung wieder ein umfangreiches Begleitprogramm mit Workshops, Krimi-Lesenacht und Taschenlampenführung für Kinder sowie mit Vorträgen, Criminal-Dinner und Talkrunde für Jugendliche und Erwachsene. Zudem kann das „Handbuch für Detektive, Agenten & Spione“, eine Lese-, Spiel- und Bastelbox zur Ausstellung, zum Preis von10,- € im Museumsshop erworben werden.

Das Historische Museum der Pfalz in Speyer ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, an Feiertagen und während der rheinland-pfälzischen Schulferien auch montags. Weitere Informationen unter www.detektive-ausstellung.de Foto: gc/ Hist. Museum d. Pfalz

14.10.2015


Gegen systematische Benachteilung von Mädchen

Historisches Museum der Pfalz zeigt spannende Schau über Lebenswelten von Mädchen und Frauen in der Dritten Welt.

cr. Speyer. „Stell Dir vor, Du wirst als Mädchen wiedergeboren...?“ So ermuntert eine Plakette auf einem „Glücksrad“ am Eingang zu der neuen Ausstellung „Weil wir Mädchen sind... Mädchenwelten in Afrika, Asien und Lateinamerika“ die Besucherinen und Besucher der eindrucksvollen Schau im Historischen Museum der Pfalz in Speyer und fordert alle zum aktiven Mitmachen auf, die in die Schau eintreten, die ab dem kommenden Sonntag, dem 06. September 2015 bis zum 17. Januar 2016 ihre Pforten geöffnet halten wird - und gibt dann anhand zahlreicher alternativer Möglichkeiten auch gleich Antworten auf diese Aufforderung mit dazu: Die weit überwiegende Mehrzahl der Mädchen und jungen Frauen nicht allein in der sogenannten „Dritten Welt“, so würde das Fazit lauten, müssten sich dann nämlich wohl ihr ganzes Leben lang darüber gewahr sein, dass sie gegenüber ihren männlichen Altersgenossen stets eindeutig benachteiligt sein werden.

Ein Zustand, für den das Kinderhilfswerk „Plan International e.V.“ auch durch das Wirken seines deutschen „Ablegers“ Bewußtsein schaffen und, wo immer möglich, für Abhilfe sorgen will. Um dies zu erreichen, hat „Plan“ schon vor einigen Jahren ein Ausstellungskonzept entwickelt, das den Menschen in den „entwickelten“ - sprich: „reichen“ - Ländern der Welt einen Einblick in die Lebenswelten von Mädchen und Frauen in wirtschaftlich armen Ländern gewähren soll. Dazu wurden originale, z.T. komplett eingerichtete Wohnräume und Küchen in Asien, Afrika und Lateinamerika abgebaut und zu einer mobilen Ausstellung zusammengestellt, die inzwischen schon seit mehr als zwölf Jahren durch Europa tourt.

Schon der frühere Direktor des Historischen Museums der Pfalz, Prof. Dr. Alexander Koch, heute Leiter des „Deutschen Historischen Museums“ in Berlin, hatte sich darum bemüht, diese Schau für Speyer zu gewinnen. Prof. Dr. Eckart Köhne, sein Nachfolger in Speyer und inzwischen Direktor des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe, hat erfolgreich an diesem Projekt weitergearbeitet und jetzt hat Dr. Alexander Schubert, der aktuelle „Chef“ des Speyerer Hauses, nach eigenen Worten „die Ehre, diese Exposition am kommenden Samstag, dem 5. September nachmittags in Anwesenheit geladener Gäste eröffnen zu dürfen“.

Mit dieser eindrucksvollen Ausstellung könne sich das Publikum jetzt selbst in den Alltag von Mädchen in Entwicklungsländern versetzen und erfahren, wie Kinder anderswo auf der Welt mit ihrem Leben zurechtkommen müssten, so betonte Dr. Schubert, der sich besonders darüber erfreut zeigte, die Schau gemeinsam mit „JuMu“, dem „jungen Museum“ seines Hauses präsentieren zu können.

Wie die Kuratorin der Ausstellung, Cathèrine Biasini, erläuterte, stelle die interaktive Ausstellung beispielhaft die Lebenssituationen von drei Mädchen vor - Djenebou aus dem afrikanischen Sahel, Asha aus Indien und Yoselin aus den Anden Sie alle drei laden die Besucher – die Schau richtet sich an ausnahmslos alle interessierten Menschen ab 8 Jahren - zu einer hochinformativen Reise in ihre Welt ein. Zahlreiche authentische Ausstellungsstücke und Inszenierungen lassen dabei mit allen Sinnen die bunten Facetten ferner Kulturen erleben. Filme und Hörbeiträge vermitteln aus sehr persönlichen Perspektiven Eindrücke vom Alltag und dem Familienleben der Mädchen. Die Besucherinnen und Besucher können in der Ausstellung jedoch auch Annäherungen an die Probleme erfahren, die aus alltäglicher Gewalt sowie sozialer und sexueller Unterdrückung entstehen.

Auch Marc Tornow, Pressesprecher von „Plan International Deutschland e.V.“ hob in seinem Statement die systematische Benachteiligung von Mädchen in vielen Gesellschaften der Welt hervor, für die er tradierte Kulturelemente als ursächlich bezeichnete. Wenn in manchen Kulturen z.B. Mädchen nur das essen dürften, was die Männer des Familienverbandes übrig lassen, wenn Mädchen noch immer in vielen Teilen der Erde von jeder Form von Bildung ausgeschlossen seien und als Mädchen identifizierte Föten oft sogar mit staatlicher Duldung abgetrieben würden, dann zeige dies beispielhaft die vielfach noch immer tief verwurzelte Diskriminierung von Mädchen als dem „minderwertigen Geschlecht“.

Dieser Tatsache könne nur durch bessere Information und konsequente, gleichberechtigte Bildung von Mädchen und Jungen begegnet werden, betonte Tornow. Und mit der Ausstellung „Weil wir Mädchen sind...“ wird dies in einer Weise unternommen, die bestens dazu geeignet erscheint, bei Kindern ab acht Jahren ebenso wie bei allen anderen – Kindern und Erwachsenen, Familien, Jugend- und Schulgruppen gleichmaßen - Verständnis und Sympathie für die betroffenen Mädchen zu wecken. Wie die Ausstellungsmacher ausdrücklich betonen, wenden sie sich deshalb mit dieser Schau an alle, „denen gleiche Rechte und Lebenschancen der Menschen – unabhängig von ihrem Geschlecht – ein Anliegen sind und die mehr über die Lebenswelten in anderen Ländern erfahren möchten“. Eine Schau, deren Besuch in den nächsten Monaten sich lohnt und die im Historischen Museum der Pfalz jeweils von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet ist.

Weitere Informationen zum Museum und seinen Ausstellungen unter www.museum.speyer.de, - zum Kinderhilfswerk „Plan International e.V.“, das auf lokaler und regionaler Ebene in Deutschland an 145 Orten tätig ist, u.a. auch im pfälzischen Landau, unter www.plan.de. Fotos: gc

04.09.2015


Malu Dreyer lobt Historisches Museum der Pfalz

Speyer- Am Dienstag begrüßte der Direktor des Historischen Museums der Pfalz,  Alexander Schubert, Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Speyer. Obwohl die Ministerpräsidentin zu  der Veranstaltung "Unser Land von Morgen - Malu Dreyer im Dialog" angereist war, nahm sie sich die Zeit für einen kurzen Austausch.

Im Mittelpunkt  des Gesprächs stand das kommende Ausstellungsprojekt "Detektive, Agenten & Spione", eine interaktive Familien-Ausstellung, die Erwachsene und Kinder in die Welt der verdeckten Ermittlung eintreten lässt.

Malu Dreyer erinnerte an den fulminanten Erfolg der Titanic-Ausstellung, die über 200.000 Besucher anzog. Sie wünschte auch dem neuen Ausstellungsprojekt einen durchschlagenden Erfolg.

Die Ausstellung "Detektive, Agenten & Spione" startet am 11. Oktober 2015 und ist bis zum 31. Juli 2016 in Speyer zu sehen.

Weitere Informationen unter www.detektive-ausstellung.de. Text und Foto: Historischen Museums der Pfalz

03.09.2015


Über 202.000 Besucher sahen Titanic-Ausstellung in Speyer

Speyer- Glücklich und weit mehr als zufrieden schloss das Historische Museum der Pfalz in Speyer am vergangenen Sonntagabend die Schotten seiner Titanic-Ausstellung: Über 202.000 Besucher begaben sich dort während der 31wöchigen Ausstellungsdauer vom 21. Dezember 2014 bis zum 26. Juli 2015 auf eine imposante Zeitreise in die Anfangsjahre des 20. Jahrhunderts. Die Präsentation zeigte mehr als 250 Original-Exponate aus dem Wrack des legendären Luxusdampfers, die im Rahmen von mehreren Tiefsee-Expeditionen vom Meeresgrund geborgen wurden, und darüber hinaus aufwendige Inszenierungen und Nachbauten verschiedener Schiffsbereiche.

Das umfangreiche Begleitprogramm mit Vorträgen, Lesungen, einer Silvester-Gala, mehreren Titanic-Dinnern und zahlreichen Veranstaltungen mit unterschiedlichsten Kooperationspartnern war über weite Strecken so früh ausgebucht, dass mehrere Zusatzveranstaltungen angeboten wurden. An der „Langen Nacht der Titanic“ beteiligten sich mehr als 70 Partner aus der Speyerer Gastronomie und dem Einzelhandel, mehrere tausend Besucher strömten am Abend des 12. Juni 2015 nach Speyer.

Eine während der Laufzeit durchgeführte, repräsentative Besucherbefragung zeigte, dass die Ausstellung überdurchschnittlich viele Personen mobilisierte, die noch nie zuvor das Speyerer Museum besuchten. 52,7 % gaben an, erstmals da zu sein. Das sei ein besonders großer Erfolg, so Museumsdirektor Alexander Schubert: „Mit unserem künftigen Ausstellungsprogramm wollen wir diese Erstbesucher motivieren, Stamm-Publikum bei uns zu werden.“ Ebenfalls auffällig war eine sehr hohe Gesamtzufriedenheit: 91,4 % bewerteten die Ausstellung insgesamt als „sehr gut“ oder „gut“. Besonders die zahlreichen Inszenierungen, wie z.B. ein echter Eisberg, eine Nachbildung des Veranda-Cafés vom A-Deck der Titanic oder die Kabinen der Ersten und Dritten Klasse beeinflussten diese exzellente Benotung. Mehr als 800 Gruppen wurden durch die Ausstellungsräume geführt, an durchschnittlich jedem dritten Tag fand ein Kindergeburtstag in der Ausstellung statt.

Auch zur Förderung des Fremdenverkehrs in Speyer und der Region leistete die Ausstellung einen Beitrag. Mehr als 60 % der Besucher gaben an, von außerhalb der Metropolregion Rhein-Neckar eigens zur Titanic-Ausstellung angereist zu sein. Knapp 10 % dieser Touristen übernachteten in Hotels. Das Fernpublikum gab an, vor allem durch die überregionale Berichterstattung, wie z.B. die Beiträge in den ZDF-heute-Nachrichten oder der ARD-Tagesschau, auf die Ausstellung aufmerksam geworden zu sein.

Speyer war nach Paris, Amsterdam und Brüssel die einzige deutsche Station der neu arrangierten Schau "Titanic - Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale".

Als nächstes zeigt das Historische Museum der Pfalz ab dem 11. Oktober 2015 die interaktive Familien-Ausstellung „Detektive, Agenten & Spione“. Weitere Informationen unter www.detektive-ausstellung.de.

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz

27.07.2015


Auf den „allerletzten Drücker“ noch Besuch im Speyerer Museum geschafft

Besucherpaar aus dem „Badischen“ knackt 200.000er-Marke bei der „Titanic-Ausstellung“

cr. Speyer- Quasi „auf den allerletzten Drücker“ noch schafften es heute Melanie Müller (32), Verkäuferin aus dem badischen Sandhausen und ihr Begleiter, der gleichaltrige Logistiker Steven Vetter aus Walldorf, die am kommenden Sonntag im „Historischen Museum der Pfalz“ in Speyer zuende gehende Sonderausstellung „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ ihren schon seit lange, geplanten Besuch abzustatten – und wurden mit Blumen und Geschenken und einem hochkarätigen „Empfangskomitee“ überrascht. Der Grund: Melanie Müller hatte nach langem Anstehen an einer der beiden noch einmal von zahlreichen Besuchern „belagerten“ Kassen das Ticket mit der „magischen“ Rekord-Nummer „200.000“ gelöst. Für den Vorsitzenden der Speyerer Museumsstiftung, Oberbürgermeister a.D. Werner Schineller und Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert Grund genug, zum „Fotopoint“ im überglasten Atrium des Museums zu kommen, wo sich die Besucher wie Kate Winslet und Leonardo DiCaprio an der Reeling in James Camerons Filmepos 'Titanic' fühlen konnten, um Melanie Müller einen opulenten Blumenstrauß, ihrem Begleiter eine Flasche „Titanic-Secco“ aus der Weinkellerei Schick und beiden einen Gutschein zum Besuch der kommenden Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz, „Detektive, Agenten & Spione“ zu überreichen.

„Nach der PLAYMOBIL-Ausstellung im vergangenen Jahr haben wir nun mit der „Titanic-Schau“ erneut die magische Grenze von 200.000 Besuchern erreicht!, freute sich der Museumsdirektor. „Es ist sehr schön zu sehen, wie viele Kulturinteressierte aus der gesamten Metropolregion, aber auch von viel weiter her, unsere Ausstellungen zum Anlass für einen Besuch in Speyer nehmen“, so Schubert. Auch Vorstandsvorsitzender Werner Schineller bezeichnete den Erfolg der Ausstellung als außerordentlich erfreulich und deutlich über den Erwartungen: „Hierfür gebührt ein ganz besonderer Dank dem Team um unseren Museumsdirektor Alexander Schubert und allen, die sich für eine wirksame Kommunizierung dieser Schau eingesetzt haben“, unterstrich Schineller.

„Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ ist nur noch bis Sonntagabend, 26. Juli 2015, 18 Uhr in Speyer zu sehen. Für den Besuch der Ausstellung am letzten Ausstellungswochenende empfiehlt sich der Kauf eines Online-Tickets vorab unter www.tickets.museum.speyer.de. Mit diesem können die sich abzeichnenden, langen Schlangen an den Kassen umgangen werden.

Ab nächster Woche hat das Historische Museum der Pfalz wieder Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zu den kommenden Sonderausstellungen „Weil wir Mädchen sind... Mädchenwelten in Afrika, Asien und Lateinamerika“, „Leben nach Luther. Eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses“ und „Detektive, Agenten & Spione“ unter www.museum.speyer.de. Foto: gc

25.07.2015


Geheimnisvoller Bus kündigt Ausstellung an

v.l.: Museumsdirektor Alexander Schubert und Detlev Barbis, Geschäftsführer der BBK, im Sherlock Holmes-Kostüm neben dem "Detektive-Bus".Detektive, Agenten und Spione im Historischen Museum der Pfalz

Speyer- Ab dem 11. Oktober entführen "Detektive, Agenten und Spione" im Historischen Museum der Pfalz Speyer in die spannende Welt der geheimen Ermittler. Wer die Augen offen hält, kann schon jetzt erste Vorboten der Ausstellung aufspüren. Ab sofort wird ein auffallend roter Temsa-Bus über unsere Straßen rollen. Er zeigt das Logo zur Ausstellung mit drei Geheimagenten und trägt den Stempel "Detektive, Agenten und Spione". Heute wurde der 40-Sitzer vor dem Historischen Museum der Pfalz in Betrieb genommen. „Es ist mir eine große Freude, nach dem Thema Titanic jetzt für den Geheimdienst unterwegs zu sein“, scherzte Detlev Barbis, Geschäftsführer der BBK, Busse Bahnen Kurpfalz GmbH & Co KG mit Sitz in Heidelberg. Mit dieser Aktion ist Barbis bereits zum zweiten Mal im Zeichen des Historischen Museums der Pfalz unterwegs. Sein Detektive-Bus fährt durch die Innenstädte von Mannheim und Heidelberg und pendelt zu den Flughäfen Frankfurt-Hahn und Baden-Airpark.v.l.: BBK Geschäftsführer Detlev Barbis im Sherlock Holmes-Kostüm neben Museumsdirektor Alexander Schubert vor dem "Detektive-Bus".

„Mit unseren Familien-Ausstellungen sprechen wir Besucher aus der Metropolregion Rhein-Neckar und aus dem gesamten südwestdeutschen Großraum links und rechts des Rheins an. Der Detektive-Bus der BBK ist ein wunderbarer Botschafter, um auf unsere kommende Ausstellung aufmerksam zu machen“, so Museumsdirektor Alexander Schubert.
In der interaktiven Familien-Ausstellung begegnen die Besucher den berühmtesten Detektiven aus Film und Literatur wie Sherlock Holmes oder James Bond und lernen die geheimnisumwobene Arbeitswelt der realen Geheimdienste kennen.

Zu sehen ist die Ausstellung „Detektive, Agenten und Spione“ vom 11. Oktober 2015 bis zum 31. Juli 2016. Weitere Informationen unter www.detektive-ausstellung.de

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz

14.07.2015


Löwenherz-Ausstellung im Herbst 2017

Expertentreffen zu Richard Löwenherz

Speyer- Zum Treffpunkt der internationalen Mittelalterforschung wurde das Historische Museum der Pfalz in Speyer vergangene Woche. Zwei Tage lang diskutierten 17 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland neueste Forschungsergebnisse zu der historischen Persönlichkeit Richard Löwenherz, der von 1189 bis 1198 König von England war und für ein Jahr in der Pfalz in Gefangenschaft saß.

Für Herbst 2017 bereitet das Historische Museum der Pfalz die große kunst- und kulturgeschichtliche Ausstellung „Richard Löwenherz. König – Ritter – Gefangener“ vor und widmet sich damit einer der schillerndsten und berühmtesten Gestalten des Mittelalters. Die Sonderausstellung wird das Leben und Wirken des englischen Königs erstmals einem breiteren Publikum vorstellen.

„Für das ambitionierte Ausstellungsprojekt brauchen wir den Rückhalt der aktuellen Löwenherz-Forschung. Wir sind deshalb sehr glücklich, dass die maßgeblichen Experten Europas unserer Einladung nach Speyer gefolgt sind“, so Museumsdirektor Alexander Schubert. Bis zur Ausstellungseröffnung soll es weitere Expertenrunden geben, in denen der jeweilige Stand der Ausstellungskonzeption vorgestellt wird. Weitere Informationen unter www.loewenherz-ausstellung.de.

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz

18.06.2015


Mitreißende Geschichtsvermittlung für Jung und Alt

Kulturministerin besucht Titanic-Ausstellung in Speyer

Speyer- Museumsdirektor Alexander Schubert begrüßte gestern die Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, Vera Reiß, im Historischen Museum der Pfalz. Bei einem Rundgang durch die aktuelle Schau „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ zeigte sich die Ministerin sehr beeindruckt: „Über 160.000 Besucherinnen und Besucher – die Zahl spricht für sich. Der große Erfolg der Titanic-Ausstellung ist ein Beleg dafür, wie erfolgreich es dem Historischen Museum der Pfalz gelingt, Menschen für Museen zu begeistern. Hier wird Geschichte für Jung und Alt mitreißend vermittelt. Gerade auch das abwechslungsreiche und kreative Begleitprogramm, das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erarbeitet haben, leistet einen Beitrag zur Lebensqualität in Speyer und vermittelt Geschichte lebendig“, so Kulturministerin Vera Reiß bei ihrem heutigen Besuch des Museums.

Im Anschluss an den Rundgang tauschten sich die Ministerin und Museumsdirektor Schubert zu aktuellen und anstehenden Projekten aus. So erhielt die Ministerin einen Ausblick auf kommende Großprojekte wie die Mitmach-Ausstellung „Detektive, Agenten & Spione“, die Oktober 2015 im Historischen Museum der Pfalz eröffnet wird.

„Als Stifter ist das Land Rheinland-Pfalz unmittelbar mit den Geschicken des Historischen Museums der Pfalz verbunden. Ich freue mich sehr, dass Frau Ministerin Vera Reiß sich persönlich vor Ort einen aktuellen Eindruck von unserem Haus und der Titanic-Ausstellung gemacht hat und wir uns auch über unsere vielen Projekte für Schülerinnen und Schüler unterhalten konnten“, so Alexander Schubert.

Zum Abschluss des Rundgangs kündigte Frau Ministerin Reiß an, im Herbst gerne wieder ins Historische Museum der Pfalz zu kommen, wenn die Detektive und Agenten in Speyer Einzug halten.
Die Sonderschau „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ ist noch bis zum 26. Juli 2015 täglich – auch montags – von 10 bis 18 Uhr im Historischen Museum der Pfalz zu sehen. Weitere Informationen unter www.titanic-dieausstellung.de.

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz/Peter Haag-Kirchner

16.06.2015


Andrang in Speyerer „Titanic“-Schau hält unvermindert an

Museums-Verantwortliche begrüßen 155.000 Besucherin und ihren Begleiter

cr. Speyer- Die in langen Reihen abgestellten Fahrräder an der Außenmauer und die sich im Foyer drängenden Besuchermassen zeigen es deutlich: Der Ansturm auf die so außergewöhnliche Sonderschau: „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ im Historischen Museum der Pfalz in Speyer hält unvermindert an. Heute nun konnten Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert und der Vorsitzende des Stiftungsrates des Hauses, der frühere Speyerer Oberbürgermeister Werner Schineller, die Inhaberin des Eingangstickets mit der Nummer 155.000 begrüßen.

Für die aus Oftersheim bei Schwetzingen kommende Disponentin Gisela Plieger (52) und ihren Begleiter, den selbstständigen Spediteur Thomas Fischer (44) war es schon eine Überraschung, am Eingang der Ausstellung mit einem opulenten Blumenstrauß, einer Flasche „Titanic“-Sekt und mit einem Gutschein für Eintrittskarten für die nächste Ausstellung des Hauses begrüßt zu werden. „Es war eigentlich Thomas' Idee, dass wir uns heute die Zeit nehmen, nach Speyer zu fahren“, berichtete Gisela Plieger, die erste Kontakte mit dem legendären Luxusliner und seinem dramatischen Schicksal knüpfte, als sie im Jahr 2009 im Rahmen einer USA-Reise die „Titanic-Schau“ in Las Vegas besuchte. „Damals hat mich das Thema schon sehr fasziniert und als ich dann von der Speyerer Ausstellung erfuhr, da war mir klar: Da müssen wir hin“. Doch das ständige, starke berufliche Engagement der beiden Kurpfälzer habe einen schon früheren Besuch in der Speyerer Schau verhindert.

Für die beiden war ihr heutiger Abstecher ins Historische Museum der Pfalz jedoch nicht ihr erster Besuch in dem traditionsreichen Haus: Zuletzt waren sie nämlich im Jahr 2012 zu Gast in der Ausstellung „Ägyptens Schätze entdecken. Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin“. Und damit waren sie vor allem auf den Spuren der Interessensgebiete von Thomas Fischer, der sich heute als „Fan“ der „älteren und alten Geschichte“ bekennt. Er nutzt deshalb seine karge Freizeit bevorzugt, um die ihn immer wieder faszinierenden Beiträge über diese Epochen in den einschlägigen Kultursendern des Deutschen Fernsehens zu schauen.

Heute aber ging es erst einmal tief hinunter auf den Meeresgrund, wo bis heute Reste des Luxusliners „Titanic“ ruhen, soweit sie inzwischen nicht geborgen und jetzt in der Speyerer Schau gezeigt werden.

Und für alle, die es bisher noch nicht geschafft haben, die Ausstellung über den mythenumwobenen Luxusdampfer zu besuchen, hier noch einmal der erfreuliche Hinweis: „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ im Historischen Museum der Pfalz in Speyer wird der großen Nachfrage wegen bis zum 27. Juli 2015 verlängert.     Foto: gc

09.06.2015


Im Dienste der Pfalz

v.l.: Werner Schineller (Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Historisches Museum der Pfalz), Prof. Dr. Otto Roller (Jubilar), Herbert Hack (ehem. Rechner der Stiftung Historischer Verein der Pfalz), Dr. Alexander Schubert (Direktor des Historischen Museums der Pfalz) Werner Schineller (Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Historisches Museum der Pfalz), Prof. Dr. Otto Roller (Jubilar), Herbert Hack (ehem. Rechner der Stiftung Historischer Verein der Pfalz), Dr. Alexander Schubert (Direktor des Historischen Museums der Pfalz)

Ehrung und Verabschiedung vom Historischen Verein der Pfalz

Speyer- Vergangene Woche ehrte der Historische Verein der Pfalz, Stifter des Historischen Museums der Pfalz, zwei langjährige Mitglieder. Otto Roller, von 1977 bis 1992 Direktor des Historischen Museums der Pfalz, wurde für seine 60jährige Mitgliedschaft geehrt. Er war, neben verschiedenen anderen Ämtern, von 1977 bis 1993 geschäftsführender Vorsitzender des Historischen Vereins der Pfalz. Herbert Hack wurde aus seinem langjährigen Amt als Rechner des Historischen Vereins (1993 bis 2015) und als Rechner der Stiftung Historischer Verein der Pfalz (2000 bis 2015) verabschiedet. Werner Schineller, Vorsitzender der Stiftung Historischer Verein der Pfalz, und Alexander Schubert, Direktor des Historischen Museums der Pfalz, gratulierten den beiden Jubilaren.

„Prof. Otto Roller hat sich in besonderer Weise um den Historischen Verein der Pfalz verdient gemacht“, so Werner Schineller. „Besonders hervorzuheben sind darüber hinaus seine Verdienste um den Erweiterungsbau und die Sanierung des Altbaus des Historischen Museums der Pfalz.“ Weitere Informationen unter www.hist-verein-pfalz.de

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz

30.04.2015


Herausragendes Beispiel spätromanischer Buchkunst

Luzerner „Quaternio-Verlag“ übergibt kostbares Faksimile des „Speyerer Evangelistars“ als Geschenk an die „Sammlung Domschatz“ des „Historischen Museums der Pfalz“

Von Gerhard Cantzler

Speyer- Der „Domschatz“ des romanischen Speyerer Kaiserdomes - schon seit den 1990er Jahren in der konservatorischen Obhut des „Historischen Museums der Pfalz“ in Speyer und in den Jahren 2001 und 2011 jeweils völlig neu präsentiert - kann einen bedeutsamen Neuzugang vermelden: Im Rahmen einer Feierstunde im Kabinett des Hauses übergab nämlich jetzt Clarissa Rothacker, Geschäftsführerin des schweizerischen „Quaternio-Verlags“ in Luzern, dem Museum ein Exemplar des kostbaren Faksimiles des „Speyerer Evangelistars“, mit dem das Museum jetzt, so sein Direktor Dr. Alexander Schubert in seiner Einführung, eine bisher bestehende, bedeutende Lücke in dieser wichtigen Präsentation schließen könne.

Dem Anlass der Feier entsprechend konnte Dr. Schubert an diesem Abend in dem großen Kreis der Gäste neben dem Speyerer Weihbischof, Dompropst Otto Georgens und dem 'summus custos' der Kathedrale, Domkapitular Peter Schappert, auch den früheren Speyerer Oberbürgermeister und Vorsitzenden des Stiftungsvorstandes des „Historischen Museums der Pfalz“, Werner Schineller, begrüßen. Bei dem Speyerer Evangelistar, so betonte Dr. Schubert dabei, handele es sich um „ein kirchengeschichtlich, stadthistorisch und kunstgeschichtlich gleichermaßen herausragendes Werk, das eindrucksvoll den kulturellen Glanz der staufischen Epoche“ unter Beweis stelle. „Mit der großzügigen Schenkung eines Exemplars des höchst aufwendig gefertigten Faksimiles durch den für die Edition verantwortlichen „Quaternio-Verlag“ an unser Haus wird diese kostbare mittelalterliche Prachthandschrift, deren Original aus konservatorischen Gründen bis heute - vor der Öffentlichkeit verschlossen - im Tresor der Badischen Landesbibliothek verwahrt wird, nunmehr dauerhaft einem größeren Publikum zugänglich“, freute sich der Museumsdirektor.

Das für die liturgische Verwendung im Speyerer Dom bestimmte 'Patronatsexemplar' dieses Faksimiles war bereits unmittelbar nach seinem Erscheinen im Oktober 2011 an den Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann überreicht worden - der SPEYER-KURIER berichtete seinerzeit ausführlich und mit vielen Bildern über die Übergabe und die Präsentation dieser um das Jahr 1220 eigens für den Speyerer Dom geschaffenen herausragenden Handschrift.

„Dieses Exemplar des weltweit auf 280 Stück limitierten Faksimiles soll den berühmten Speyerer Domschatz vervollständigen, zu dessen Bestand einst das Original gehörte, das bis heute zu den herausragenden Werken der deutschen Buchkunst der Spätromanik zählt und das über Jahrhunderte hinweg im Speyerer Dom aufbewahrt wurde“. Das betonte Clarissa Rothacker vom „Quaternio-Verlag“ bei der Übergabe des Exemplars für den Domschatz. „Damit soll das Faksimile zugleich einen seiner vornehmsten Ziele erfüllen, Kulturgüter zu bewahren und sie gleichzeitig der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“.

Nach der feierlichen Übergabe des großzügigen Geschenks stellte Domkustos Dr. Thomas Labusiak, ,Geschäftsführender Vorstand der Domschätze Halberstadt und Quedlinburg, die kostbare Handschrift in ihrem kunsthistorischen Kontext vor. Dabei ging er zunächst auf die plastische Figur des „thronenden Christus“ auf der Frontseite des Evangelistars zu ein, die - ganz in Gold und Silber geschaffen und mit 54 kostbaren Zier- und Halbedelsteinen umrahmt - für nachfolgende Evangelienbücher stilbildend gewesen sei. Weiter verwies er neben der prachtvollen Ausstattung, an der vermutlich drei Buchmaler aus Speyer oder Trier mitgewirkt haben, insbesondere auf die Art der Figurengestaltung hin, die ebenso wie die neuen Bildthemen deutliche Einflüsse aus dem Mittelmeerraum und dem byzantinischen Kulturkreis erkennen ließen. Das aber sei nicht verwunderlich, weil es im frühen 12. und 13. Jahrhundert infolge der Kreuzzüge und der Herrschaftssitze der Staufer in Italien zu einer intensiven Rezeption byzantinischer und (spät)antiker Kunst gekommen sei. Diese neuen Impulse, die u.a. auch im Kulturraum Rhein-Mosel-Maas auf fruchtbaren Boden gefallen seien, hätten Stil, Optik und Ästhetik der abendländischen Kunst deutlich verändert. Sorgfältig hätten die Maler des Speyerer Evangelistars die Gesichter der verschiedenen Figuren individualisiert - Alte, Junge, Männer und Frauen. Daneben hätten sie Wert gelegt auf lebendige Kompositionen, die zwei oder mehr Personen zueinander kommunikativ in Beziehung setzten. Zudem hätten sie Fortschritte in der korrekten anatomischen Wiedergabe der Körper gemacht und neue Wege gefunden, das freie Faltenspiel der Gewänder über den Gliedmaßen wiederzugeben. Auch hätten die Künstler ihr ikonographisches Repertoire durch neue Bildkompositionen erweitert. So zeige das Speyerer Evangelistar z.B. die Szene von Christi Geburt nicht in einem Stall, sondern in einer Höhle; eine Initiale greife das in Byzanz höchst beliebte Motiv der Waschung des Christkinds auf und den Heiligen drei Königen sei mit vier Bildern ungewöhnlich viel Raum gegeben worden.

Über fünf Jahrhunderte hinweg sei die Prachthandschrift in der Sakristei des Speyerer Domes aufbewahrt worden, erläuterte Dr. Labusiak weiter. Als sich 1792 die französischen Revolutionstruppen Speyer näherten, sei das Evangelistar zusammen mit anderen Objekten des Domschatzes, in Kisten verpackt, rheinabwärts in Sicherheit gebracht worden. Nach einer wahren Odyssee über zahlreiche Stationen in Nord- und Süddeutschland gelangte das kostbare Buch schließlich über Würzburg in die Markgräflich-Badische Hofbibliothek in Karlsruhe, die 1918 in der Badischen Landesbibliothek aufging. „Ein großartiges Werk, das künftig auch als Faksimilie im Speyerer Museum seine große Strahlkraft entfalten wird“, schloß Dr. Labusiak seine Eloge auf dieses Werk.

Prof Dr. Hans Ammerich, emeritierter Direktor des Speyerer Bistumsarchivs, referierte im Anschluss über die liturgische Bedeutung dieser mittelalterlichen Prachthandschrift, die auch er zu den herausragenden Arbeiten der deutschen Buchkunst in der Spätromanik zählt. An herausragenden kirchlichen Hochfesten - am Palmsonntag, in der Osternacht, am Ostermorgen, an Fronleichnam und an Mariä Himmelfahrt sei dieses Buch der Prozession der einziehenden Zelebranten vorausgetragen und den Gläubigen zur Verehrung gezeigt worden.

In den Anfangsjahren seiner liturgischen Nutzung sei aus dem mit 17 ganzseitigen Miniaturen mit insgesamt 21 Einzelbildern ausgestatteten Evangelistar, das der Domkustos und spätere Bischof von Speyer, Konrad IV. von Tann, um das Jahr 1220 in Auftrag gegeben hatte, das Evangelium noch vorgelesen worden – später habe man, wohl zur Schonung des kostbaren Buches, diese Lesungen aus anderen Bänden vorgenommen und die Handschrift selbst den Gläubigen nur noch zur Verehrung vorgezeigt.

Übrigens musste Prof. Dr. Ammerich sein Referat erkennbar einkürzen, hatte ihm doch sein Vorredner durchaus wichtige liturgische Zusammenhänge bereits vorweggenommen.

So konnten die zahlreichen Besucher an diesem Abend nach den Ehrengästen um so rascher an die Stele treten, wo das kostbare Buch, dicht umlagert, aufgeschlagen lag und – Seite um Seite – vorgestellt wurde.

Weitere Informationen zu diesem Werk, von dem noch einige Exemplare käuflich erworben werden können, gibt es unter http://www.quaternio.ch/de/das-speyerer-evangelistar

Foto: gc

17.04.2015


Deutlich früher als erwartet

v.l.: Theo Wieder (Vorsitzender des Bezirkstags Pfalz und des Stiftungsrats der Stiftung Historisches Museum der Pfalz), die 100.000ste Besucherin Christina Eydt, Stephan Eydt, Roman Rösinger, Dr. Alexander Schubert (Museumsdirektor) v.l.: Theo Wieder (Vorsitzender des Bezirkstags Pfalz und des Stiftungsrats der Stiftung Historisches Museum der Pfalz), die 100.000ste Besucherin Christina Eydt, Stephan Eydt, Roman Rösinger, Dr. Alexander Schubert (Museumsdirektor)

Speyerer „Titanic-Ausstellung“ kann „Badener Trio“ mit der 100.000. Besucherin begrüßen

cr. Speyer. Schon knapp einen Monat früher als in ihren kühnsten Hochrechnungen erwartet konnte heute der Vorsitzende des Bezirkstags der Pfalz und Vorsitzende des Stiftungsrates des „Historischen Museums der Pfalz“, der Frankenthaler Oberbürgermeister Theo Wieder gemeinsam mit Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert die 100.000. Besucherin am Eingang zu der gegenwärtigen Sonderschau „Titanic – die Ausstellung – echte Funde, wahre Schicksale“ begrüßen: Die 24jährige, aus Sinzheim bei Baden-Baden stammende Einzelhandelskauffrau Christiane Eydt hatte gemeinsam mit ihrem Bruder Stefan Eydt und ihrem Freund Roman Rösinger das schöne Wetter für einen Abstecher in die Domstadt nutzen und dabei auch die ihnen allen drei aus vielen Gesprächen im Freundeskreis bereits bekannte Ausstellung besuchen wollen. Dass sie jetzt am Eingang mit einem Blumenstrauß für die Dame, einer Flasche „Titanic“-Sekt (für alle drei) und einem Gutschein für einen gemeinsamen Besuch in der nächsten großen Ausstellung des Speyerer Museums „Detektive, Agenten & Spione“ - Start: 11. Oktober 2015 – begrüßt wurden, war für die drei dann doch eine große und gelungene Überraschung.

Der heutige Besuch sei nicht ihr erster in Speyer, berichteten sie – Technik-Museum, „Sealife“ und natürlich der Kaiserdom seien bereits Ziele früherer Trips in die Pfalz gewesen. Als Technik-Freaks hätten sich vor allem die beiden Männer aber auch von dem Thema „Titanic“ faszinieren lassen. Doch auch die Zufalls-Gewinnerin dieses Tages, die begeisterte Reiterin und Pferdenärrin Christiane Eydt zeigte sich heute von der „Titanic-Ausstellung“ zutiefst beeindruckt. Deshalb, so waren sich die drei bekennenden BadenerInnen sicher, werde das „Historische Museum der Pfalz“ mit seinen spannenden Ausstellungen auch nach der „Detektive-Schau“ immer wieder Ziel ihrer Besuche sein. Nur für den derzeit als Stabsunteroffizier bei der Luftwaffe im niedersächsischen Diepholz stationierten Roman Rösinger wird das sicher ein weiter Weg, aber: „wir haben ja manchmal auch ein freies Wochenende oder Urlaub“.

Für Museumsdirektor Dr. Schubert ist die 100.000. Besucherin Ausdruck des überwältigenden Interesses, das die „Titanic“ weit über die Region hinaus in der Öffentlichkeit findet. „An den Ostertagen wurden wir von den Besucherscharen geradezu überrollt“ freut sich der Museums-Chef und verweist auf die z.T. langen Besucherschlangen, die oft schon am frühen Morgen an den Museumstüren anstehen würden. Um hier zu einer besseren „Kanalisierung“ der Besucher zu kommen, habe man zuletzt sogar für Zu- und Ausgang unterschiedliche Wege ausweisen müssen.

Das hat auch Bezirkstags-Vorsitzender Theo Wieder bei einem Besuch am Ostermontag erlebt. „Da standen schon um 8.30 Uhr die Menschen an“, berichtet er. „Eine tolle Erfahrung und ein überwältigender Erfolg für unser Speyerer Museum“, freut auch er sich. Jetzt aber sieht man den nächsten Rekordzahlen bereits mit Spannung entgegen – denn bis zum 28. Juni 2015 ist ja noch Zeit genug für all diejenigen, die es bislang noch nicht geschafft haben, nach Speyer zu kommen. Und für weitere Besucherrekorde auch.....Foto: gc

09.04.2015


Mitgliederversammlung des Historischen Vereins der Pfalz tagte in Lauterecken

Speyer- Am vergangen Samstag, 14. März 2015, fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Historischen Vereins der Pfalz in Lauterecken statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Neuwahl des Vorstands. Für eine Amtszeit von drei Jahren wurden folgende Personen gewählt: als Vorsitzender Werner Schineller aus Speyer, als Erste stellvertretende Vorsitzende Heike Wittmer aus Pirmasens, als Zweite stellvertretende Vorsitzende Dr. Lenelotte Möller aus Speyer, als Schatzmeister Rudolf Müller aus Grünstadt und als Schriftführer Dr. Werner Transier aus Ketsch.

Aus dem Vorstand auf eigenen Wunsch ausgeschieden ist Schatzmeister Herbert Hack, der seit 1981 dem Vorstand angehörte, davon 22 Jahre als Schatzmeister, und der sich um den Verein auch in anderen Funktionen verdient gemacht hat.

Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden 37 Personen, für 50 Jahre Mitgliedschaft elf Personen und zwei Institutionen und für 60 Jahre Mitgliedschaft zwei Personen und zwei Institutionen geehrt. Der Verein für Heimatpflege Schifferstadt e.V. wurde für 90 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Im Rahmen der Mitgliederversammlung hielt Dieter Zenglein aus Dittweiler, Vorsitzender der Kreisgruppe Kusel des Historischen Vereins der Pfalz, einen beachtenswerten Vortrag über die Fürsten von Pfalz-Veldenz und ihre einstige Residenzstadt Lauterecken. Am Nachmittag rundete Jan Fickert aus Lauterecken mit einer Führung durch den Tagungsort, das ehemalige Amtshaus des Veldenz-Schlosses, die Veranstaltung ab.

Zu den wichtigsten Aktivitäten des Historischen Vereins der Pfalz in diesem Geschäftsjahr gehört die Durchführung seiner bereits achten wissenschaftlichen Tagung, die am 25. und 26. September 2015 in Pirmasens abgehalten wird. Diesjähriges Thema wird der Erste Weltkrieg sein.

Darüber hinaus wird die Veranstaltung „Geschichte im Forum“ im kommenden Oktober bereits zum zwölften Mal im glasüberdachten Innenhof des Historischen Museums der Pfalz in Speyer stattfinden. Im Fokus der Betrachtung stehen diesmal das Ende des Zweiten Weltkriegs und der Neuanfang in den vier Besatzungszonen und den späteren beiden deutschen Staaten.

Auf der Mitgliederversammlung wurde des Weiteren erstmals seit 2001 einstimmig eine Anpassung der Beitragssatzung zum 1. Januar 2016 beschlossen. Ab dann gilt für Einzelmitglieder ein Jahresbeitrag von 25 Euro, für Familienmitgliedschaften von 39 Euro. Die übrigen Jahresbeiträge wurden nicht verändert.

Als Tagungsort für die Mitgliederversammlung 2016 wurde Annweiler festgelegt.

Weitere Informationen zum Historischen Verein der Pfalz unter www.hist-verein-pfalz.de.

Historischer Verein der Pfalz e.V., Presse 

16.03.2015


Auf Rekordkurs

v.l.: Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert, Dragica und André Faulhaber mit den Kindern Giulia und Jonas sowie Oberbürgermeister der Stadt Speyer Hansjörg Eger v.l.: Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert, Dragica und André Faulhaber mit den Kindern Giulia und Jonas sowie Oberbürgermeister der Stadt Speyer Hansjörg Eger

Sonderschau „Titanic. Die Ausstellung – echte Funde, wahre Schicksale“ kann schon nach weniger als acht Wochen den Besucher mit der Ticket-Nummer 52.222 begrüßen

cr. Speyer- Für die ursprünglich aus dem benachbarten Waghäusel „im Badischen“ stammende Familie Faulhaber gehören Besuche in den jeweils aktuellen Ausstellungen des „Historischen Museums der Pfalz“ in Speyer seit langem schon „als Höhepunkte ihres Lebensalltages einfach dazu“. Doch als die vierköpfige Familie – Mutter Dragica, Vater André, die 9jährige Giulia und ihr 13jähriger Bruder Jonas heute, von ihrem jetzigen Wohnort in Cleebronn bei Heilbronn kommend, das altehrwürdige Speyerer Museum betraten, da war doch einiges anders als sonst: Gut, im Foyer standen die Besucherinnen und Besucher auch heute schon wieder am frühen Morgen in einer langen Schlange am Ticket-Schalter der Ausstellung an, um ihre Eintrittskarten für „Titanic. Die Ausstellung – echte Funde, wahre Schicksale“ zu erstehen. Doch dass die Faullhabers dann am Eingang zu der Schau im überglasten Innenhof des Hauses von Speyers Oberbürgermeister Hansjörg Eger und Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert persönlich empfangen wurden, das machte ihren Besuch dann doch zu etwas ganz besonderem.

Der Grund für diese ehrenvolle Begrüßung: André Faulhaber hatte an diesem Tag, an dem die Museumsleitung eigentlich den 50.000sten Besucher in der erst vor weniger als acht Wochen eröffneten Ausstellung begrüßen wollte, bereits die Tickets mit den Nummern 52.222 folgende für seine Familie erstanden – der außergewöhnliche Ansturm auf die Schau über die Fasnachtstage hatte die Planungen der Museumsverantwortlichen im positivsten Sinne „über den Haufen“ geworfen.

So musste der Oberbürgermeister seinen Blumengruß mit Dragica Faulhaber auch schon an die Inhaberin des Tickets mit der ziemlich „ungeraden“ Nummer 52.223 überreichen, Dr. Alexander Schubert hatte dazu auch noch eine Flasche des eigens zu dieser Schau abgefüllten „Titanic“-Sekt und ein Exemplar der Begleitbroschüre zur Ausstellung mitgebracht, die Sohn Jonas Faulhaber sicher besonders viel Spaß machen dürfte, hat er sich doch an diesem Tag als echter „Titanic-Fan“ geoutet, der zu Hause auch schon ein Modell des Luxusliners gebaut hat.

Anregungen genug also, mit großer Vorfreude in die faszinierende Welt des so unglücklich untergegangenen Riesenschiffes einzutauchen, dessen Mythos die Besucher der Speyerer Ausstellung noch bis zum 28. Juni 2015 nachspüren können. Foto: gc

18.02.2015


Historisches Museum der Pfalz stellt Programm vor

Ausstellungsvorschau 2015/2016

Speyer- Noch bis zum 28. Juni 2015 widmet sich das Historische Museum der Pfalz mit „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ dem wohl bekanntesten Schiffsunglück aller Zeiten sowie den mythenumrankten Umständen, die 1912 zum Untergang des Luxusdampfers geführt haben.

Darüber hinaus zeigt das Museum 2015 vier weitere Sonderausstellungen:

Der lokalen Geschichte widmet sich im Frühjahr die Präsentation „Speyerer Stadtansichten – einst und jetzt“. Ab dem 6. September thematisiert die Erlebnisausstellung „Weil wir Mädchen sind... Mädchenwelten in Afrika, Asien und Lateinamerika“ die Benachteiligung und Diskriminierung von Mädchen in unterschiedlichsten Ländern der Erde. Ab dem 12. September wird unter dem Titel „Leben nach Luther“ die Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses umfassend beleuchtet. Kleine wie große Spürnasen ermitteln ab dem 11. Oktober im Rahmen der Mitmach-Ausstellung „Detektive, Agenten & Spione“.

2016 ist mit „Maya“ in Speyer eine große kulturhistorische Ausstellung zu sehen, die neueste wissenschaftliche Erkenntnisse über die „versunkene“ Hochkultur anschaulich vermittelt. Für 2017 ist das Projekt „Richard Löwenherz“ in Planung, das die Wirkungskreise eines mittelalterlichen, europäischen Herrschers vorstellt, der durch seine Gefangenschaft auf dem Trifels für immer mit der Pfalz verbunden ist.

Das Historische Museum der Pfalz hat bis zum 28. Juni 2015 täglich – auch montags – von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Ab dem 30. Juni 2015 sind die Sammlungen und Ausstellungen des Museums Dienstag bis Sonntag zugänglich. Weitere Informationen unter www.museum.speyer.de.

Speyerer Stadtansichten – einst und jetzt
13. März 2015 bis 26. Juli 2015

Speyerer Altpörtel.
Bildnachweis: Historisches Museum der
Pfalz / Peter Haag-KirchnerBeständigkeit und Wandel prägen gleichermaßen das Stadtbild Speyers. Kein anderes Medium kann die geschichtlichen und baulichen Veränderungen der Stadt so eindrücklich dokumentieren und atmosphärisch wiedergeben, wie die Fotografie. Das Historische Museum der Pfalz zeigt vom 13. März bis zum 26. Juli 2015 in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Speyer die Ausstellung „Speyerer Stadtansichten – einst und jetzt“. 150 historische Fotografien und Grafiken werden mit zeitgenössischen Fotografien aus gleicher Perspektive konfrontiert. Den Hintergrund bildet die wechselvolle Geschichte der Stadt Speyer vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Museumsfotograf Peter Haag-Kirchner nimmt die Besucher mit auf eine eindrucksvolle Zeitreise: Die Ausstellung zeigt, wo sich bis heute Überreste der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stadt erhalten haben und wo diese Spuren unwiederbringlich verschwunden sind. Besonders auffällig sind dabei die Veränderungen im Stadtbild, die durch die rasant wachsende Mobilität im 19. Jahrhundert sowie immer individuellere Vorstellungen von Wohn- und Alltagskomfort bedingt wurden. In der Ausstellung geht es nicht zuletzt um die kritische Auseinandersetzung mit dem Medium der Fotografie als vermeintlich neutrales Übermittlungsmedium historischer Wirklichkeiten.

 Weil wir Mädchen sind... Mädchenwelten in Afrika, Asien und Lateinamerika
6. September 2015 bis 17. Januar 2016

Willkommen in der Erlebnisausstellung
„Weil wir Mädchen sind …“.
Bildnachweis: Kinderhilfswerk PlanOhne Gewalt aufwachsen, genug zu essen haben, im Notfall Medizin bekommen oder eine Untersuchung beim Arzt, zur Schule gehen: Das alles ist für viele Kinder in Afrika, Asien und Lateinamerika leider keine Selbstverständlichkeit – schon gar nicht für Mädchen.

Die Erlebnisausstellung "Weil wir Mädchen sind…" macht auf die schwierige Situation von Mädchen in unterschiedlichsten Ländern der Erde aufmerksam. Formen der Benachteiligung und Diskriminierung von Mädchen werden auf sensible Art und Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Gleichzeitig stellt die Ausstellung den oft fremden Alltag ferner Kulturen in Form einer interaktiven Weltreise dar. Die Präsentation richtet sich an Mädchen und Jungen ab acht Jahren, an Familien, Jugend- und Schulgruppen sowie alle anderen Interessierten. Schirmherrin der Ausstellung ist die Schauspielerin Senta Berger. Es handelt sich um eine Erlebnisausstellung vom Kinderhilfswerk Plan.

 Leben nach Luther. Eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses
12. September 2015 bis 10. Januar 2016

Die Pfarrerskinder, Johann Peter
Hasenclever. Um 1847.
Bildnachweis: Stiftung Sammlung Volmer,
WuppertalDas evangelische Pfarrhaus als Lebensform ist seit Jahrhunderten Projektionsfläche gesellschaftlicher und familiärer Ideale. Es gilt als Hort universeller Bildung und bürgerlichen Lebens, als Vorbild christlicher Lebensführung und als Ursprung vielfältiger Zeugnisse aus Literatur, Philosophie und Wissenschaft. Die Entwicklung dieser gesellschaftlich prägenden Institution zeichnet die Wanderausstellung von der Reformation bis zur Gegenwart nach. Die Ausstellung wird ergänzt um regionale Aspekte, die gemeinsam mit dem Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz erarbeitet wurden.

Gefördert wird die Wanderausstellung des Deutschen Historischen Museums von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Internationalen Martin Luther Stiftung sowie von den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Der regionale Teil wird gefördert von der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche).

 Detektive, Agenten & Spione
11. Oktober 2015 bis 31. Juli 2016

Ist das Gemälde eine Fälschung?
Bildnachweis: ZOOM Kindermuseum / J.J.
KucekAb Herbst 2015 zeigt das Historische Museum der Pfalz die große Mitmach-Ausstellung „Detektive, Agenten & Spione“.

Was genau macht einen guten Ermittler aus? In einem Abenteuerparcours absolvieren alle jungen Spürnasen eine „Detektiv- und Agentenausbildung“ und lernen die unterschiedlichen Arbeits- und Vorgehensweisen von Agenten und Detektiven kennen. Schnelle Kombinationsgabe, genaue Beobachtung, Tarnung und körperliche Fitness sind gefragt – schließlich gilt es, einen eigenen Fall zu lösen!

Darüber hinaus erklärt die Ausstellung kleinen wie auch großen Besuchern auf rund 1.500 m², was ein Geheimdienst eigentlich ist, welche Zielsetzung er verfolgt und wie er organisiert ist. Technologische Entwicklungen werden genauso aufgegriffen wie aktuelle Themen, z.B. die Überwachung des Handys von Angela Merkel durch die NSA. Biografien berühmter Detektive und Agenten sowie ausgesuchte Exponate bilden den Rahmen für ein spannendes, anschauliches und lehrreiches Eintauchen in die Welt von Sherlock Holmes, James Bond und Charlies Angels.

 Maya
2. Oktober 2016 bis 23. April 2017

Die „Pyramide des Zauberers“ ist das
markanteste Bauwerk der Maya-Stadt
Uxmal.
Bildnachweis: Historisches Museum der
PfalzVom Urwald überwucherte, vergessene Ruinenstädte, in denen heute nur noch Affen und Jaguare hausen, haben die Phantasie der Europäer seit langer Zeit beflügelt und zu abenteuerlichen Spekulationen über die Natur und Herkunft ihrer Erbauer angeregt.

Derzeit bearbeitet das Historische Museum der Pfalz in Speyer zusammen mit dem herausragenden Maya-Forscher Prof. Dr. Nikolai Grube (Universität Bonn) einen unverstellten Blick in die Lebenswirklichkeit dieser alten Kultur.
Basierend auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Grabungen in Mexiko und Guatemala wird die Maya-Ausstellung komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge für alle Besucherinnen und Besucher anschaulich vermitteln. Aufgrund der intensiven Kooperation mit mittelamerikanischen Museen werden 2016 spektakuläre Exponate zu sehen sein, die erstmalig in Europa präsentiert werden können.

 Richard Löwenherz
17. September 2017 bis 15. April 2018

Burg Trifels.
Bildnachweis: Manfred CzerwinskiAb Herbst 2017 widmet das Historische Museum der Pfalz König Richard I. Löwenherz eine große kunst- und kulturhistorische Mittelalterausstellung mit regionalem Schwerpunkt: Auf dem Rückweg vom Dritten Kreuzzug geriet Richard I. in die Hände seiner Feinde und verbrachte als Gefangener des staufischen Kaisers rund 15 Monate in der Region zwischen Speyer, Mainz, Worms und Hagenau und wurde auf Burg Trifels gefangen gehalten.

Richard I. Löwenherz gilt als eine der schillerndsten und berühmtesten Gestalten des Mittelalters – trotzdem werden sein Leben und Wirken 2017 in Speyer erstmalig einem breiten Publikum vorgestellt. Unterstützt durch einen wissenschaftlichen Beirat, bestehend aus 18 renommierten, interdisziplinären Wissenschaftlern aus England, Frankreich und Deutschland, werden neueste Forschungsergebnisse in die Konzeption der Ausstellung einfließen.

Text: Historisches Museum der Pfalz Speyer; Foto: siehe Bildbeschreibung

13.02.2015


Der Untergang der „Titanic“

Malte Fiebing-Petersen mit der „wahren“ Geschichte des Luxusliners zu Gast im Historischen Museum der Pfalz

von Gerhard Cantzler

Speyer- Er dürfte, soweit es sich um die Entstehungsgeschichte, die technische Ausrüstung und das Schicksal des britischen Luxusdampfers „Titanic“ handelt, zu den wohl am umfassendsten informierten Experten der Welt zählen: Malte Fiebing-Petersen. Vorsitzender des „Deutschen Titanic-Vereins von 1997 e.V.“, der jetzt aus Anlass der spektakulären und schon jetzt höchst erfolgreichen „Titanic-Ausstellung“ im „Historischen Museum der Pfalz“ zu einem Doppelvortrag nach Speyer gekommen war, wo er sich am ersten Abend im Forum des Museums mit dem „unsinkbaren Mythos und der sinkbaren Wirklichkeit“ des Luxusliners auseinandersetzte. „Der kennt ja jeden einzelne Niet persönlich“, meinte am Ende des detailreichen Vortrags ein entzückter Zuhörer voll Hochachtung, der sich als „Binnenländer“ ob soviel Sachwissen des Schleswig-Holsteiners Fiebing-Petersen in seiner eigenen Faszination für das Thema „Titanic“ zutiefst bestätigt fühlte.

Der Untergang der „Titanic“ sei die weltweit erste Katastrophe gewesen, die global den Weg auf die Titelblätter der Medien gefunden habe, so der Referent – sicher auch, weil ausgerechnet dieses als 'unsinkbar' geltende Schiff - es handelte sich dabei im heutigen Sinne nicht um ein 'Kreuzfahrtschiff“, sondern vielmehr um ein ganz auf Komfort und Luxus ausgelegtes Linienschiff - schon viereinhalb Tage nach dem Start zu seiner Jungfernfahrt nach einer Kollision mit einem Eisberg im Nordatlantik gesunken sei. Dieses Unglück sei ein schwerer Schlag gegen den gerade um die Jahrhundertwende aufgekommenen, uneingeschränkten Glauben an die „Allmacht der Technik“ gewesen, so Fiebing-Petersen, von dem sich dieser (Irr)glaube nie mehr wieder ganz erholen sollte.

Die „Titanic“ sei das zweite in einer Reihe von drei baugleichen Luxuslinern der englischen „White Star Line“ gewesen, die alle drei Namen mit der Endsilbe „ic“ tragen sollten. Die „Olympic“, das Schwesterschiff der „Titanic“, war bereits ein Jahr vor dieser in Dienst gestellt worden – mit der „Gigantic“ sollte das dritte im Bunde folgen. Alle drei aber sollten identisch mit allem damals erdenklichen Luxus und Komfort, sowie mit hochexclusivem Service die Passagiere in drei Klassen auf der Atlantikroute zwischen Europa und Nordamerika befördern. Passagiere der ersten Klasse seien dabei in Suiten gereist, für die Tour, für die 7 Tage vorgesehen waren, nach heutigen Preisen bis zu 80.000 Euro bezahlten. Aber auch in der dritten Klasse, so der Referent weiter, wo die Passagiere als Auswanderer auf der Suche nach „ihrem Glück in der neuen Welt“ fast ausschließlich mit „one-way-tickets“ unterwegs gewesen seien, habe ein unvergleichlicher Luxus geherrscht: Vier-Personen-Kabinen statt der riesigen Schlafsäle auf anderen Auswandererschiffen, fließendes Wasser, eigene Speisesäle, eigene Promenadendecks. Fiebing-Petersen konnte dazu mit Fotografien originaler Vergleichsstücke aufwarten, die nach der Außerdienststellung der „Olympic“ im Jahr 1935 an Land in Hotels und Restaurants wieder eingebaut wurden.

Aufgrund ihres Strebens nach besonders exquisitem Fahrkomfort habe die „White Star Line“ von Anfang an bewußt darauf verzichtet, mit ihren Schiffen möglichst hohe Fahrgeschwindigkeiten zu erzielen, weil diese zu erheblichen und von den Passagieren nicht gewünschten starken Vibrationen geführt hätten. Die schnellen Linienschiffe deutscher Reedereien, die beständig auf der Jagd nach dem „Blauen Band“ für die schnellste Atlantiküberquerung unterwegs gewesen seien, mussten sich deshalb von ihren britischen Konkurrenten oftmals ironisch auch als „Cocktail-Shaker“ schmähen lassen.

Eigens für diese Schiffsklasse wurde in Belfast das mit über 270 Metern längste Trockendock der Welt errichtet. Auf der Helling fügte man den Schiffsrumpf Stück für Stück mit Hilfe des damals gängigen Verfahrens aus sich überlappenden Stahlplatten mit Hilfe von rotglühenden Niete zusammen. Am 31. Mai 1911 sei dann die Hülle der „Titanic“ fertiggestellt gewesen und konnte vom Stapel laufen – eine „klassische“ Schiffstaufe, so wusste der Referent zu berichten, habe bei Schiffen dieser Baureihe nie stattgefunden.

Am benachbarten Ausrüstungskai sei das Schiff dann mit seiner höchst aufwändigen Innenausstattung versehen worden. Drei gewaltige Dampfmaschinen, die drei riesige Schiffsschrauben antrieben und die, wie die gesamte technische Ausrüstung des Schiffes mit einem eigens aus Benrath bei Düsseldorf zur Werft nach Belfast geschafften Kran in den Schiffsrumpf gehievt wurden, gaben ihre rußigen Abgase über drei gewaltige Schornsteine ab – der vierte Schornstein, so Fiebing-Petersen, sei allein aus optischen Gründen eingebaut worden und auch, weil andere Schiffe dieser Art über vier Schlote verfügten; Rauch und Abgase seien aus dieser Attrappe also nur auf Fotomontagen „herausgequollen“.

Am 2. April 1912 startete das Schiff dann zu seiner ersten Probefahrt, die sie problemlos bestand und daraufhin die Betriebsgenehmigung durch die zuständigen Behörden erhielt. Damit war die „Titanic“ bereit, zu ihrer Jungfernfahrt. Die hatte sich allerdings, zumindest was das Interesse des Publikums anging, im Vorfeld als durchaus nicht allzu rosig und nachgefragt erwiesen. Mehrmals musste die Reederei in großangelegten Werbeaktionen auf dieses herausragende Ereignis der Passagierschiffahrt hinweisen und selbst die Reaktivierung des beliebten, aber eigentlich schon im Ruhestand befindlichen „Milliardärs-Kapitäns“ Smith als Kommandant des Schiffes half nichts: Die „Titanic“ war nur zu etwa zwei Dritteln ausgelastet, als sie am 10. April 1912 um 12.00 Uhr Mittags nach dem Einschiffen der teilweise per Zug aus London zum Schiff angereisten Passagiere den Hafen von Southampton verließ. Doch selbst um diesen Auslastungsgrad zu erreichen, waren noch Reisende anderer Schiffe im letzten Moment von der Reederei auf die „Titanic“ umgebucht worden. Vorher wurden die Kohlebunker für die insgesamt 29 Dampfkessel im Bauch des Luxusliners aufgefüllt, die pro Tag circa 660 Tonnen Kohle verschlangen.

Gegen 18.00 Uhr ging die „Titanic“ dann auf der Reede vor Cherbourg vor Anker, wo mit Hilfe von Tenderschiffen Passagiere des europäischen Festlandes zum Schiff gebracht wurden. Von Cherbourg aus ging die Reise dann weiter zum irischen Hafen Queenstown, dem heutigen Cobh, wo der Großteil der irischen Auswanderer an Bord kam. Von dort aus machte sich der Luxusliner dann mit 2.200 Menschen – Passagiere und Besatzung – auf die Reise über den „großen Teich“. Aufgrund der Umbuchungen, so Fiebing-Petersen blieb aber die genaue Zahl der Reisenden bis heute unbekannt.

An den darauffolgenden Tagen, an dem die „Titanic“ bei klarem, sonnigem Wetter mit 21,5 Knoten – etwa 40 Kilometer/Stunde – über die ruhige See schipperte, kamen die ersten Funkmeldungen in der Funkzentrale des Schiffes ein, die aber aufgrund der hohen Auslastung des Funkers durch private Telegramme der Passagiere nur wenig Beachtung fanden. Dennoch änderte Kapitän Smith den Kurs seines Schiffes – verlegte ihn immer weiter nach Süden, um so die Eisfelder zu vermeiden. Als dann am Abend des 14. April die Lufttemperatur immer weiter absank, war klar: Eisberge voraus. Um 23:38 Uhr kollidierte die „Titanic“ bei deutlich reduzierter Geschwindigkeit mit einem großen Eisberg, der den Rumpf vorne rechts durch mehreren kleinere Lecks beschädigte. Diese trafen das Schiff aber so unglücklich, dass rasch sechs der insgesamt 16 Kammern voll liefen, in die das Schiff zu seiner Sicherheit unterteilt war. Dadurch senkte sich die „Titanic“ nach vorne ab und da die Schotten zwischen den Kammern nicht bis nach oben zur Wasserlinie reichten, lief dann bald Kammer für Kammer voll. Der bei der Jungfernfahrt mit an Bord befindliche Konstrukteur des Riesenschiffes musste konstatieren, dass es bis zum Untergang wohl nur noch zwei bis zweieinhalb Stunden dauern würde.

Jetzt galt es, die Rettungsboote zu Wasser zu lassen, deren ursprüngliche Zahl auf Anweisung des Reeders drastisch von 48 auf 20 verringert worden war. Eben weil das Schiff ja ohnedies als 'unsinkbar' galt, wollte man den Passagieren damit nicht den Blick von den Promenadendecks verstellen, zumal sie die Boote auch ständig daran erinnern könnten, dass es doch zu einem Unglück kommen könnte. So standen wohl nur noch für 1.178 der rund 2.200 an Bord befindliche Passagiere Plätze in den Rettungsbooten zur Verfügung – übrigens nur ein Drittel derer, die bei voller Auslastung des Schiffes benötigt worden wären. Doch auch diese wurden am Ende nur zum Teil in Anspruch genommen – die Werbung mit der „Unsinkbarkeit“ der „Titanic“ hatte „verfangen“, so dass die meisten Reisenden den Ernst der Situation zunächst ignorierten und statt dessen bei Champagner und Häppchen die Bordkapelle auf dem Oberdeck Unterhaltungsmusik anstimmte..

Rund 1.500 Menschen blieben an Bord und gingen zweieinhalb Stunden nach der Kollision mit dem Schiff unter, als es am 15. April 1912 um 02:20 Uhr in den Fluten des Atlantiks versank. Sein Konstrukteur hatte in fataler Weise recht behalten mit seiner Prognose.....

Das dritte Schiff in dieser Baureihe wurde angesichts der Katastrophe nicht mehr als Luxusliner in Dienst gestellt, sondern fuhr unter dem Namen „Britannic“ als Lazarettschiff, bis es 1916 im Ersten Weltkrieg auf eine deutsche Mine auflief und unterging.

Am 1. September 1985 fand ein amerikanisches Forschungs-U-Boot nach Abschluss einer geheimen Tiefseeoperation das Wrack der „Titanic“, die – in der Mitte durchgebrochen – in rund 4.000 Metern auf dem Grund des Atlantiks liegt. Die dort geborgenen Artefakte sind jetzt in der Speyerer Ausstellung zu sehen.

Ein Propagandafilm, der noch während des Dritten Reiches gedreht wurde, versucht in der damals üblichen antibritischen Polemik den Untergang der „Titanic“ darzustellen. Dieser Film, so Malte Fiebing-Petersen, ist inzwischen wieder als DVD oder unter YouTube „Titanic 1943“ zu sehen.

Auch der originalgetreue Nachbau des untergegangenen Luxusliners werde von einem australischen Milliardär immer wieder angekündigt.

Und abschließend berichtete Malte Fiebing-Petersen auch noch über einen 'Science-Fiction'-Roman eines englischen Schriftstellers, der schon rund ein viertel Jahrhundert vor dem Untergang der „Titanic“ die Geschichte des „Wracks Titan“ veröffentlicht hat, die auf der Jungfernfahrt von Southampton nach New York mit einem Eisberg kollidiert und innerhalb von zwei Stunden untergeht..... Zufall oder Vorsehung bleibt offen? Foto: gc

06.02.2015


„Titanic – der Film“

Illustration
Bildnachweis: Premier Exhibitions, Inc.

SPEYER-KURIER präsentiert Video-Rundgang zur Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz

VHS-Vortrag dazu am 22. Januar 2015 mit Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert .

spk. Speyer- Sie hat sich schon in den ersten Wochen ihrer Präsentation zum „Renner der Saison“ entwickelt –„Titanic Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“, die noch bis zum 28. Juni 2015 im Historischen Museum der Pfalz in Speyer gezeigt wird Gut 30.200 Besucher hat es nach Auskunft der Museumsleitung inzwischen schon in den ersten drei Wochen nach ihrer Öffnung in die faszinierende Schau gezogen, wo auf 1.800 qm Ausstellungsfläche mehr als 250 originale Artefakte zu sehen sind, die erst in den letzten Jahren vom Meeresgrund geborgen werden konnten.

Der SPEYER-KURIER hat auch zu dieser Ausstellung wieder einen Videofilm gedreht, der – angereichert durch zahlreiche, erhellende Statements verantwortlicher Protagonisten - in knapp sieben Minuten Appetit machen will auf einen eigenen Rundgang durch die Schau..

Sehen Sie unseren Beitrag „Titanic – der Film“ im SPEYER-KURIER

Übrigens wird der Direktor des Historischen Museums der Pfalz, Dr. Alexander Schubert, in seinem Vortrag zur Semestereröffnung der Volkshochschule Speyer am Donnerstag, dem 22. Januar 2015, 20.00 Uhr im Bildungszentrum „Villa Eccarius“ einen Blick hinter die Kulissen des Großprojekts seines Hauses gewähren und aufklären, was die „Titanic“ eigentlich mit der Pfalz zu tun hatte....

20.01.2015


Ein erfolgreiches Jahr 2014 dank PLAYMOBIL und TITANIC

Historisches Museum der Pfalz zieht ausgesprochen positive Bilanz

Speyer- Das Historische Museum der Pfalz blickt auf ein besonders besucherstarkes Jahr zurück: insgesamt 243.743 Personen besuchten die Sonderausstellungen, Sammlungsausstellungen und Veranstaltungen des Speyerer Museums.

Als besonderer Publikumsmagnet stellte sich die vom Museum konzipierte Familienausstellung „40 Jahre PLAYMOBIL. Eine Abenteuerreise durch die Zeit“ heraus, die im Jahr 2014 nach zweifacher Verlängerung rund 186.000 kleine wie große Besucher ins Museum lockte - 25.000 hatten die Schau bereits im Jahr 2013 gesehen. 2015 geht die Jubiläumsausstellung nun auf Wanderschaft: Das Landesmuseum Koblenz in der Festung Ehrenbreitstein zeigt sie als nächste Station vom 29. März bis 31. Oktober 2015.

Aber auch in den Sammlungsbereichen waren 2014 drei besondere Ausstellungsprojekte zu sehen: bis zum 23. März 2014 zeigte das Museum „Johann Baptist Schraudolph. Die Entwürfe zur Ausmalung des Speyerer Doms" und präsentierte 70 Originalwerke des bekannten Münchener Historienmalers. Mit dem historischen Schlaglicht „1914-1918. Die Pfalz im Ersten Weltkrieg“ erinnert das Museum seit dem 29. Mai 2014 an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Unter dem Titel „Seiner Geschichte beraubt. Der Barbarenschatz von Rülzheim“ werden noch bis zum 18. Januar 2015 bedeutende Fundstücke aus der Völkerwanderungszeit ausgestellt, die bei einer illegalen Raubgrabung entdeckt wurden.

Auch die erst kurz vor Weihnachten eröffnete Schau „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ erfreut sich eines enormen Besucherzuspruchs. Bis zum 31. Dezember 2014 hatten sich die Titanic-Ausstellung bereits 12.426 Besucher angesehen. Die Überfahrt ins neue Jahr wurde im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung erstmalig mit einer Silvester-Gala zelebriert, die gänzlich ausverkauft war.

Direktor Alexander Schubert, der die Leitung des Museums am 1. Juli 2014 übernahm, freut sich ausgesprochen über die erfolgreiche Jahresbilanz: „Das Historische Museum der Pfalz hat sich seit langem im Kreis der publikumsstärksten kulturgeschichtlichen Museen Deutschlands etabliert. Die beeindruckenden Zahlen des Jahres 2014 bestätigen diesen Status. Mit der Titanic-Ausstellung können wir ein Thema von bundesweiter Strahlkraft präsentieren, das spannende gesellschafts- und technikgeschichtliche Aspekte in sich vereint und alle Altersgruppen anspricht. Auch unser künftiges Programm mit kulturgeschichtlichen und familienfreundlichen Ausstellungen wird sich an ein breites Publikum wenden.“

Die Schau „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ zeigt mehr als 250 Original-Exponate, die aus dem Wrack der Titanic geborgen wurden, und ist noch bis zum 28. Juni 2015 im Historischen Museum der Pfalz zu sehen. Als nächste große Familienausstellung zeigt das Museum ab dem 11. Oktober 2015 „Detektive, Agenten & Spione“. Das Museum hat bis zum 28. Juni 2015 täglich – auch montags – von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.museum.speyer.de.

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz

08.01.2015


Besucher strömen zur „Titanic“

v.l.: Gerhard Bossert (Verwaltungsleiter des Historischen Museums der Pfalz), Jubiläumsgast Marina Fay, Werner Schineller (Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Historisches Museum der Pfalz) v.l.: Gerhard Bossert (Verwaltungsleiter des Historischen Museums der Pfalz), Jubiläumsgast Marina Fay, Werner Schineller (Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Historisches Museum der Pfalz)

Historisches Museum der Pfalz begrüßt nach nur neun Tagen 10.000ste Besucherin

Speyer- Das Historische Museum der Pfalz freut sich ausgesprochen über den enormen Besucherzuspruch der Schau „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“. Nach nur neun Öffnungstagen konnte am 30. Dezember 2014 bereits die 10.000ste Besucherin begrüßt werden. Empfangen wurde der Jubiläumsgast Marina Fay von Werner Schineller, dem Vorsitzenden des Vorstands der Stiftung Historisches Museum der Pfalz und Gerhard Bossert, dem Verwaltungsleiter des Historischen Museums der Pfalz.

Marina Fay war eigens für die Titanic-Ausstellung zusammen mit ihrer Familie aus Gunzenhausen nach Speyer angereist und freute sich sehr über den Blumenstrauß und das Begleitbuch zur Ausstellung.

Auch das Museum zeigt sich äußerst zufrieden ob der ersten Bilanz und dem bisherigen Besucher-Feedback. „Es ist kaum zu glauben, wie viele positive Rückmeldungen das Museum in den letzten Tagen erhalten hat. Der Ausstellung gelingt es in bemerkenswertem Maße, die Leute zu berühren und ihnen die besonderen Umstände, die dazu geführt haben, dass der Mythos Titanic bis heute ungebrochen ist, vor Augen zu führen. Wir sind sehr froh, dass wir die Ausstellung als deutsche Station nach Paris, Amsterdam und Brüssel zeigen können“, so Schineller.

Die Schau „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ zeigt mehr als 250 Original-Exponate, die aus dem Wrack der Titanic geborgen wurden, und ist noch bis zum 28. Juni 2015 im Historischen Museum der Pfalz zu sehen. Das Museum hat täglich – auch montags – von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.titanic-dieausstellung.de.

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz 

30.12.2014


„Titanic-Ausstellung im „Historischen Museum der Pfalz“ glanzvoll eröffnet

Geistreich-witzige, aber auch nachdenklich-philosophische Ansätze zum Einstieg in die „Titanic-Ausstellung im „Historischen Museum der Pfalz“.

cr. Speyer- Es war ein wahres „Feuerwerk“ geistreich-witziger, aber auch nachdenklich-philosophischer Reden, das da jetzt zur festlichen Eröffnung der spektakulären „Titanic-Ausstellung“ im Forum des „Historischen Museums der Pfalz“ in Speyer „abgebrannt“ wurde. Mehr als 600 geladene Gäste, unter ihnen sah man aktive und ehemalige Politiker wie den Speyerer Ehrenbürger und früheren Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen, Prof. Dr. Bernhard Vogel, Staatsminister a.D. Dr. Georg Gölter, die Oberbürgermeister von Speyer, Worms und Schwetzingen, Hansjörg Eger, Michael Kissel und Dr. René Pöltl sowie den Germersheimer Landrat Dr. Fritz Brechtel,aber auch Parlamentarier von beiderseits des Rheins wie die bisherige Vizepräsidentin im Mainzer Landtag, Hannelore Klamm und ihre badische Kollegin, Dr. Rosa Grünstein, konnte der Vorsitzende des Vorstandes der Stiftung „Historisches Museum der Pfalz“, der ehemalige Speyerer Oberbürgermeister Werner Schineller zu dieser Gelegenheit im Forum des Museums begrüßen. Sein Willkommensgruß galt auch seinem ehemaligen Frankenthaler Kollegen und Vorsitzenden des Bezirksverbandes der Pfalz als Träger des Museums, Theo Wieder und den vielen ehemaligen Direktoren des profilierten Speyerer Hauses, beginnend mit Prof. Dr. Otto Roller über Prof. Meinrad Maria Grewenig bis hin zu Prof. Dr. Cornelia Ewigleben und Prof. Dr. Eckart Köhne, den Vorgänger des neuen Museums-Leiters Dr, Alexander Schubert. „Sie sehen, die Speyerer Direktoren haben sich aufgemacht, die Museumslandschaft in Deutschland zu unterwandern“, wandte sich Schineller scherzend an den Generaldirektor der „Reiss-Engelhorn Museen“ in Mannheim“, Prof. Dr. Alfred Wieczorek, der den neuen Speyerer Museumschef ziehen lassen musste, um damit aber den Reigen der prominenten Gäste abrupt abzubrechen, wolle er doch vermeiden, „dass Sie alle noch morgen hier sitzen und meiner Auflistung zuhören müssen“.

In gewohnt launischen Worten – eine Zuhörerin anerkennend zu ihrem Nachbarn: „So wie der kann das halt einfach kein anderer....“ - berichtete Schineller dann von seiner ersten, eigenen Begegnung mit dieser Ausstellung bei einer privaten Visite in Paris, wo die „Titanic“-Schau schon vor Speyer gezeigt worden war. Hier habe ihn insbesondere die Tatsache berührt, dass von den vier vermögendsten Männer jener Zeit, die an Bord der „Titanic“ gewesen und mit ihr untergegangen seien, zwei ihre Wurzeln in der Kurpfalz hatten: neben dem in den letzten Tagen oft genannten Isidor Straus aus Otterberg bei Kaiserslautern auch der familiär aus dem badischen Walldorf stammende Johann Jakob Astor. Ihn als heimatgeschichtlich schon immer in hohem Maße Interessierten, so Schineller, habe dies auch deshalb tief beeindruckt, weil doch die Milliardäre damals das gleiche Schicksal erlitten hätten wie die vielen hundert Passagiere der Zweiten und Dritten Klasse viele Decks tiefer im Bauch des verunglückten Schiffes.

Lesen Sie die Begrüßungsrede von Oberbürgermeister a.D. Werner Schineller im Wortlaut im SPEYER-KURIER:

Walter Schumacher, für die Bereiche Kunst und Kultur zuständiger Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, nutzte die Vorweihnachtszeit zu einem Bezug des Gegenstandes der Ausstellung zu einem der berühmtesten Adventslieder des deutschen Sprachraumes, „Es kommt ein Schiff geladen“. Zugleich verwies Schumacher auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Metapher des „Schiffes“ und seines „Untergangs“: Die „Titanic“ mit ihrem Anspruch, das luxuriöseste und größte Passagierschiff aller Zeiten zu sein und zudem auch noch „völlig unsinkbar“, habe den Glauben der Menschen an die Allmacht der Technik und ihre Hybris offenbar werden lassen - vergleichbar allenfalls noch mit dem Turmbau zu Babel. Schumacher beglückwünschte das Projektteam um Dr. Alexander Schubert und seinen Stellvertreter Wolfgang Leitmeyer zu dieser Ausstellung, von der er sich überzeugt zeigte, dass auch sie wieder zu einem großen Publikumserfolg werden sollte.

Einen auch über die Ausstellung hinaus Anlass zum Nachdenken gebenden Ton schlug schließlich der Vorsitzende des Stiftungsrates und Vorsitzende des Bezirkstages der Pfalz, Theo Wieder, an, als er mahnend daran erinnerte, „dass uns Menschen die Erde nur für kurze Zeit zur sorgfältigen Bewahrung überlassen wurde“. Die „Titanic“ sei zu ihrer Zeit ein Symbol technischer Machbarkeit gewesen, das keinen Gedanken an ein Versagen zugelassen habe. Deshalb tauge das Schiff auch heute noch als Mahnung vor menschlicher Überheblichkeit und Hybris.

Lesen Sie auch die Rede von Oberbürgermeister Theo Wieder im Wortlaut im SPEYER-KURIER:

Blieb es schließlich dem neuen Speyerer Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert vorbehalten, sich vor der offiziellen Eröffnung der Schau detailliert bei allen an dem Projekt Beteiligten für ihren engagierten Einsatz zu bedanken: den wissenschaftlichen Mitarbeitern seines Hauses, den Projektpartnern von außen und all den „fleißigen Händen“, die in den Mauern des Museums die Illusion vom Luxus-Liner und seinem zum Mythos gewordenen Schicksal realisiert hätten. Einen ganz besonderen Dank sagte Dr. Schubert auch an dieser Stelle dem ausgewiesenen „Titanic“-Kenner Malte Fiebing-Petersen, der als Neunjähriger erstmals mit diesem faszinierenden Schiff in Kontakt gekommen war und der ihm mit dem "Deutschen Titanic-Verein von 1997 e.V." auch treu geblieben sei, als er sich längst als Lehrer für Deutsch, Latein und Geschichte an einem Gymnasium „ganz weit oben im Norden“ für andere Themen und Gegenstände hätte öffnen können.

Um den dann folgenden überbordenden Andrang in die Ausstellung wenigstens einigermaßen „kanalisieren“ zu können und seinen „VIPs“ eine zumindest halbwegs drangfreie erste Führung durch die Ausstellung zu ermöglichen, überließ Dr. Schubert die Gäste dann noch einmal dem Neustadter Trio „SWING-O-MANIA“, das mit Klängen aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts zuvor schon das Vortragsprogramm gekonnt umrahmt hatte. Das großartig aufspielende Trio sorgte schließlich auch noch dadurch für zusätzliche Rührung im Saal, dass es am Ende des offiziellen Festprogramms das Stück spielte, mit dem, der Fama zufolge, die Passagiere der „Titanic“ in den eisigen Fluten des Nordatlantiks versunken sein sollen: „Näher, mein Gott zu Dir...“ intonierten sie - da ging es so manchem Besucher eiskalt über den Rücken.

Auf dem folgenden Rundgang zeigten sich dann die Gäste der Eröffnungsveranstaltung durchweg zutiefst beeindruckt von der Illusion, die die Speyerer Museumsmacher für sie mit der Wiederbelebung des „Mythos Titanic“ bereitet haben. Und jetzt freuen sich die Macher schon auf einen ersten Besucherandrang über die bevorstehenden Feiertage.

Ein TV-Team des SPEYER-KURIER hat übrigens diese ersten Besucher der „Titanic-Ausstellung“ auf ihrem Rundgang durch die Schau begleitet, ihre Reaktionen beobachtet und ihre Meinungen dazu eingeholt.. Sehen Sie diesen Film mit vielen interessanten Statements von „Titanic-Experten“ und prominenten Gästen, der zum Jahresende im SPEYER-KURIER zu sehen sein wird. Foto: gc

23.12.2014


Begrüßungsrede von Werner Schineller anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Titanic"

Anrede

nachdem das Historische Museum der Pfalz bis vor wenigen Wochen die Ausstellung 40 Jahre Playmobil.Eine abenteuerliche Reise durch die Zeit“ präsentieren konnte, die insgesamt 211.000 Besucherinnen und Besucher, darunter natürlich viele Kinder in ihren Bann zog, können wir Ihnen heute eine spektakuläre Ausstellung zeigen, die auf eine Initiative unseres früheren Museumsdirektors Dr.Eckart Köhne zurück geht.

„Titanic-Die Ausstellung, echte Funde, wahre Schicksale“.

Wir nehmen Sie mit auf eine Zeitreise in die frühen Jahre des 20.Jahrhunderts.

In München arbeitet Oswald Spengler am ersten Hauptteil seines Monumentalwerkes „Der Untergang des Abendlandes“.Er selbst geht bei diesem Untergang, wie Florian Illies in seinem Buch „1913.Der Sommer des Jahrhunderts“ schreibt, mit gutem Beispiel voran.

„Ich bin“, so schreibt Spengler 1913 in den Notizen zu seiner Autobiographie,“der letzte meiner Art“.Alles gehe zu Ende, in ihm und an seinem Leib würden die Leiden des Abendlandes sichtbar.Negativer Größenwahn.Verwelkende Blüten.

Spenglers Urgefühl:Angst.

Unerschrockenheit kennt er nur im Denken.Als 1912 auf ihrer Jungfernfahrt die Titanic am 14.April gegen 23.40 Uhr etwa 300 Seemeilen südöstlich von Neufundland seitlich mit einem Eisberg kollidierte und 2 Stunden und 40 Minuten später im Nordatlantik versank, erkannte Spengler darin eine tiefe Symbolik.

Täglich neu notiert er:Es geht eine große Zeit zu Ende, merkt es denn keiner?“Kultur-noch letztes Aufatmen vor dem Erlöschen“..

Im „Untergang des Abendlandes“ formuliert er es dann so:“Jede Kultur hat ihre neuen Möglichkeiten des Ausdrucks, die erscheinen, reifen, verwelken und nie wiederkehren“.Aber so eine Kultur gehe langsamer unter als ein Ozeandampfer.

Seit Anfang des Jahres 1913 vertreibt der Verlag Carl Simon in Düsseldorf eine neue Original-Lichtbilder-Serie mit 72 farbigen Original-Glas-Platten, sieben Pappschachteln in einer hölzernen Kiste, mit einem 35-seitigen Zusatzheft.Thema:“Der Untergang der Titanic“.Überall im Land wurden damals die Lichtbildervorträge gezeigt.Zuerst sieht man den Kapitän, den Sie bereits durch die Einladungskarte kennengelernt haben, das Boot, die Kabinen.Dann den nahenden Eisberg.Die Katastrophe, die Rettungsboote.Das sinkende Schiffe.Es stimmt:Ein Ozeandampfer geht schneller unter als das Abendland, meint Illies in seinem Buch 1913.

Rund 250 Relikte der Katastrophe, persönliche Gegenstände der Passagiere, Teile der Ausstattung des Schiffes selbst, die im Rahmen von mehreren Tiefsee-Expeditionen vom Meeresgrund aus einer Tiefe von über 3800 Metern geborgen wurden, werden in unserem Haus ausgestellt.

Nach Paris, Amsterdam und Brüssel ist Speyer der erste Ausstellungsort in Deutschland, der diese neu arrangierte Ausstellung mit den Originalfunden der Tiefseebergungen zeigt.

Noch einhundert Jahre nach ihrem Untergang steht der Name Titanic für eine unfassbare Tragödie und eine nachhaltige Erschütterung des Glaubens an die Allmacht der Technik.

Es hat fürchterlichere Schiffskatastrophen gegeben, aber keine hat diese Wirkung entfaltet, denn der Untergang der Titanic galt auch als symbolische Vorwegnahme der zivilisatorischen Katastrophe, die im August 1914 ihren Anfang nahm.

Was macht den Mythos Titanic aus?Was war die Ursache für die künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Thema?Sachbücher, Romane und Erinnerungen von Überlebenden erschienen,  der Schweizer Komponist Stephan Jaeggi komponierte 1921 ein Stück für symphonische Blasorchester und 2012 erinnert Bob Dylan in einem 14-minütigen Song in 45 Strophen an eine Reihe von Einzelschicksalen.

Und natürlich nahmen sich auch Film und Fernsehen der Ereignisse an.Die heute bekannteste Verfilmung entstand 1997 unter der Regie von James Cameron mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet in den Hauptrollen, mit 11 Oscars wurde dieser Film ausgezeichnet.

Um die Frage nach dem Mythos zu beantworten, muss man wissen, dass  die Katastrophe des Untergangs damals das zentrale Thema  war, denn schließlich drückte der Name Titanic schon die Größe und Überlegenheit aus, sie war das größte Schiff der Welt, von solider und massiver Bauweise, sie galt als unsinkbar und wurde vom damals renommiertesten Kapitän kommandiert.

Am meisten beschäftigte sich aber die Presse mit den prominenten Opfern und ihrem Verhalten während des Untergangs.Schließlich waren vier der reichsten Männer der Welt-heute würde man von Milliardären sprechen-umgekommen und es gab noch viele weitere angesehene Mitglieder der Gesellschaft unter den Opfern.

Natürlich muss auch an die hohe Anzahl an Auswanderern und Mannschaftsangehörigen unter den Opfern erinnert werden.

Als Passagiere Erster Klasse gingen der am 24.März 1845 in Otterberg geborene Isidor Straus und seine Frau Ida aus Worms  an Bord.Sie bewohnten die Nachbarsuite von John Jacob Astor und dessen Frau Madeleine-die beiden befanden sich auf Hochzeitsreise.

John Jacob Astor war ein US-amerikanischer Geschäftsmann, Erfinder und Schriftsteller.Er war der Urenkel des aus der heutigen Metropolregion Rhein-Neckar und zwar aus Walldorf stammenden Pelzhändlers Johann Jakob Astor, der 1763 in Walldorf geboren wurde und 1848 in New York starb.Dieser Johann Jakob Astor, dessen Vater Dorfmetzger in Walldorf war, wurde durch Pelzhandel und Immobilien der reichste Mann seiner Zeit und der erste Multimillionär Amerikas.

Auch Bezüge zur regionalen Geschichte sind also gegeben.

Ein großer Dank geht an alle , die insbesondere auch durch die Bereitstellung entsprechender Mittel zur Realisierung dieses Projektes beigetragen haben.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

die Kollegen lassen mich nicht etwa aus protokollarischen Gründen gern zuerst sprechen, sondern auch deshalb, weil für eine eventuell fehlerhafte Begrüßung einer verantwortlich sein muss.

Deshalb würde ich gerne am liebsten jeden Einzelnen von Ihnen persönlich begrüßen.Der Nachteil bestünde allerdings darin, dass Sie dann heute nicht mehr in die Ausstellung kämen.

Deshalb folgender Begrüßungsversuch, der sich nicht völlig an protokollarischen Vorschriften orientiert:

Ein besonders herzlicher Willkommensgruß gilt dem langjährigen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Thüringen sowie Ehrenbürger der Stadt Speyer, Herrn Prof.Dr.Bernhard Vogel, der gestern seinen 82.Geburtstag feierte.

Wir alle, ich bin sicher, ich darf dies Parteien übergreifend sagen, gratulieren Ihnen dazu sehr herzlich, danken Ihnen für Ihr außergewöhnliches Engagement für unser Land und diese Stadt und wünschen Ihnen viele erfüllte Jahre bei bester Gesundheit.

Vor zwei Tagen hätte ich Hannelore Klamm noch als Vizepräsidentin des Rheinland-Pfälzischen Landtags begrüßen können.Sie, liebe Frau Klamm, sind aus dem Landtag ausgeschieden,auch Ihnen gilt mein Dank für Ihren Einsatz und Ihre besondere Verbundenheit zu unserem Museum.

Erfreulicherweise sind auch noch im Amt befindliche Abgeordnete anwesend, nämlich  Brigitte Hayn, Ruth Ratter, Heiko Sippel.

Nicht nur Abgeordnete aus Rheinland-Pfalz, nein sogar aus Baden-Württemberg  kann ich eine Abgeordnete begrüßen, nämlich Rosa Grünstein.

Für die Landesregierung von Rheinland-Pfalz begrüße ich unseren Pfälzer Landsmann, Staatssekretär Walter Schumacher vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur.

Als Vorsitzenden des Bezirkstags und als Vorsitzenden des Stiftungsrats, im Nebenberuf Oberbürgermeister der Stadt Frankenthal, begrüße ich Theo Wieder und mit ihm alle Kolleginnen und Kollegen, die dem Stiftungsrat angehören, dazu gehört selbstverständlich auch der Oberbürgermeister der Stadt Speyer, Herr Hansjörg Eger, der von zwei Kollegen begleitet wird, nämlich dem Oberbürgermeister der Stadt Worms, Herrn Michael Kissel, und dem Oberbürgermeister der Stadt Schwetzingen, Herrn Dr.Rene Pöltl.

Ihnen, meine Damen und Herren, ist bekannt, dass ehemalige Speyerer Museumsdirektoren langsam aber sicher die Museumslandschaft in der Bundesrepublik unterwandern. Lieber Herr Prof.Wieczorek von den Reiss-Engelhorn-Museen, aufgepasst:In Stuttgart regiert Cornelia Ewigleben, in Karlsruhe Eckart Köhne, im Saarland, dies ist nicht so gefährlich, Meinrad Maria Grewenig und damit hätte ich die Museumsdirektoren begrüßt, die vor Alexander Schubert in Speyer Verantwortung getragen haben und heute anwesend sind.

Dass all deren Speyrer Vorgänger, Prof.Otto Roller, heute ebenfalls hier ist, freut mich ganz besonders.

Damit  Sie mich noch in einigermaßen guter Erinnerung behalten, schließe ich hier einfach ab mit den besten Wünschen für Sie alle zu den Feiertagen.Machen Sie Werbung für diese Ausstellung und kommen Sie am besten  noch einmal  wieder.

Das Wort hat Herr Staatssekretär Walter Schumacher.

23.12.2014


Grußwort für die Eröffnung der Ausstellung „Titanic“ von Theo Wieder

am 21. Dezember 2014 im Historischen Museum der Pfalz in Speyer

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

sehr geehrter Herr Staatssekretär,

lieber Herr Kollege Eger, lieber Werner Schineller,

sehr geehrter Herr Direktor Schubert,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

 

Meine Herrschaften,

herzlich Willkommen auf der Titanic.

In Kürze beginnt sie – die Jungfernfahrt dieses schönsten und größten Schiffes unserer Zeit, des Stolzes der Seefahrt und des Schiffsbaus.

Genießen Sie den einmaligen Luxus in der Ersten Klasse, die eleganten Suiten, die prächtigen Speisesäle, das wundervolle Promendendeck. Fühlen Sie die Moderne in den Kabinen der Dritten Klasse mit Doppel- und Hochbetten anstelle der ansonsten üblichen Massenschlafsäle. Erleben Sie das Beste und Neueste, was der Schiffsbau an Antrieb, Funktechnik, Küchenausstattung und Elektrik zu bieten hat und – liebe Gäste erstaunen Sie vor der eingebauten Sicherheitsausstattung mit ihren vollautomatischen Wasserschutztüren zwischen den 16 wasserdicht abschottbaren Abteilungen, die sie in einem praktisch unsinkbaren Schiff über den Nordatlantik bis nach New York bringen wird. Sie reisen mit einem Verkehrsmittel, das nach menschlichen Maßstäben zum Besten gehört, was unsere Welt zu bieten hat. Erleben Sie die schönste Seereise der Welt – sei es als erfolgreicher und wohlhabender Geschäftsmann oder als Auswanderer mit reichen Träumen von Abenteuern und von einer phantastischen persönlichen Zukunft in der neuen Welt.

So oder ähnlich muss sie geklungen haben – die Begrüßung an Bord dieses Wunderwerks am Tag der Abfahrt von Southampton.

Aber nun zu Ihnen:

Wer sind oder besser wer waren Sie eigentlich ?

-      Der Inhaber des Kaufhauses Macy’s Isidor Strauß

-      Der Multimillionär John Jacob Astor

-      Der Geschäftsmann Benjamin Guggenheim

-      Der Textilfabrikant Martin Rothschild

-      Der Eisenbahnkönig Charles Hays

-      Der Stahlbaron Arthur Ryerson,

-      Der Schiffsarchitekt Thomas Andrews

oder

sind bzw. waren Sie ein armer Auswanderer – vielleicht sogar der bekannte Jack Dawson, der nur deshalb so berühmt wurde, weil es ihn gar nicht gegeben hat und der dennoch an Bord in Rose De Witt Bucater alias Kate Winslet die Liebe seines kurzen Lebens fand ?

Auf welcher Klasse sind Sie gebucht ? Wie ist es Ihnen eigentlich ergangen in jenen dramatischen Tagen ?

Was – das wissen Sie gar nicht ? Da kann ich helfen.

Nehmen Sie einfach Ihre Bordkarte zur Hand ? Nur noch ein wenig Geduld, ein Rundgang durch das hier in Speyer vor Anker gegangene Schiff – und Sie erfahren, wer Sie sind und was mit Ihnen geschehen ist an diesem 14. April 2012, als das unsinkbare Schiff am 5. Tag der Reise um 23.40 Uhr einen Eisberg rammte, seitlich aufgeschlitzt wurde und in knapp zwei Stunden, vollgelaufen mit 22.000 Tonnen eisigen Meerwassers mit über 1.500 Menschen für immer in den Fluten des Nordatlantik verschwand.

In einer eisigen Aprilnacht wurden die Hoffnungen und Träume einer ganzen Generation bis ins Mark erschüttert. Kaum ein anderes Ereignis der jüngeren Geschichte steht wie der Untergang der für unsinkbar gehaltenen Titanic für die Erschütterung des Glaubens an die vermeintlich fehlerfreie Allmacht der Technik – in einer Zeit, in der die Menschen wie einst beim Turmbau zu Babel glaubten, mit ihren Möglichkeiten und Fertigkeiten alle Hindernisse überwinden, alles eigentlich Unmögliche gestalten und sogar die allumfassenden Naturgewalten beherrschen zu können.

In dieser eisigen Nacht im April 1912 sendete die Geschichte das Signal eines Fanals, das aus heutiger Sicht über das Jahr 1913 hinweg irgendwie bereits die kommende große Weltkatastrophe des 1. Weltkrieges aufscheinen lies.

Mit der Ausstellung Titanic „Echte Funde – Wahre Schicksale“ präsentiert das Historische Museum in musealer Aufbereitung dieses Ereignis und seine Einordnung in die Zeit. Es präsentiert uns in dieser einzigartigen Schau Geschichte und Geschichten um ein Schiff, seine Menschen, deren Gefühle und Lebenswelten mit realen Geschehnissen, die schon bald zum Mythos wurden. Die Ausstellung nimmt die Besucher mit in diese Epoche, die auch für den Irrglauben von uns Menschen steht, die Natur durch scheinbar überlegene Technik überall beherrschen und die Schöpfung immer und überall unserem Willen unterordnen zu können. Mit dieser irrigen Sichtweise ist die Ausstellung mehr als die museale Beschäftigung mit einem historischen und zeitgeschichtlichen Ereignis sondern vielleicht aktueller als wir auf den ersten Blick glauben, wenn wir  an die großen Katastrophen unserer Zeit wie beispielsweise die Reaktorunglücke in Tschernobyl oder Fukushima oder das Eisenbahnunglück von Enschede denken.

Und ähnelt das Verschwinden von Flug Malaysia Airlines MH 370 von dem mitsamt seinen 227 Passagieren trotz modernster Bordelektronik, umfassender Satellitenüberwachung  und weltumspannender Funktechnik bis heute jede Spur fehlt, nicht ziemlich den Ereignissen in und um die Titanic.

Für mich ist die Beschäftigung mit dem Projekt Titanic wieder einmal Anlass intensiv darüber nachzudenken und in Erinnerung zu rufen. Wir Menschen sind nur Gast auf diesem Planeten und damit Teil einer Welt, die uns eine kurze Zeit duldet – nicht mehr und nicht weniger. Wir haben nicht  das Recht und schon gar nicht die Macht, diese Welt mit unserem oft überbordendem Fortschrittsglauben und einem grenzenlosem Vertrauen auf das von uns Menschen Entwickelte und Gestaltete zu beherrschen. Ereignisse wie die Titanic und das Schicksal von Menschen, die vielleicht nur zur falschen Zeit am falschen Ort waren, zeigen uns schmerzhaft und deutlich die Begrenztheit unseres Denkens und Handelns und unserer Möglichkeiten auf. Astronomen, die heute Planetensysteme und damit auch Leben in entfernten Galaxien suchen, wissen, was unser Leben als Mensch und das, was wir in der kurzen Zeitspanne, die uns geschenkt ist, gestalten und schaffen eigentlich ist. Ein kaum fassbares Wunderwerk der Schöpfung und zugleich ein Staubkorn in den grenzenlosen Weiten des Universums.   

Was wir heute und in den nächsten Monaten in Speyer sehen dürfen, sind bezeichnenderweise einige Gegenstände aus dem Schiff, die persönliche Habe und einzelne Ausstattungselemente – also das, was noch übrig ist. Gegenstände, die durch U-Boot-Expeditionen in den Jahren nach 1985 – als Robert Ballard das Wrack der Titanic fand – durch das Unternehmen RMS Titanic, vom Meeresboden nach oben geholt wurden.

Die Menschen selbst und alles, was ihr Geist einmal bestimmt hat, sind mit dem Schiff für immer untergegangen. Nichts ist von Ihnen übrig geblieben. Und schon in kurzer Zeit wird auch von der Titanic selbst nur noch Staub auf dem Meeresgrund übrig sein, wenn die Eisenbakterien das riesige Schiff mit seinen 47.000 Bruttoregistertonnen vollständig zersetzt haben. So wird sich die Natur unseres Planeten zurücknehmen, was man ihr einst als Rohstoff entrissen hat.

Namens des Bezirksverbandes Pfalz danke ich allen, die dieses großartige Ausstellungsprojekt mit zustande gebracht haben. Frau Susanne Kaufmann als Kuratorin, Herrn Leitmeyer und der ganzen Mannschaft des Historischen Museums um unseren neuen Direktor Alexander Schubert, den Kolleginnen und Kollegen in Stiftungsrat und Stiftungsvorstand und allen, die dieses Vorhaben mit finanziellen Zuwendungen unterstützt und damit erst ermöglicht haben.

Ich wünsche Ihnen, meine Damen und Herren, viele neue Eindrücke, historische Erkenntnisse und anhand der Biographien, der Funde und der Schicksale vieler Menschen Anstöße – vielleicht gerade an Weihnachten und an der Schwelle eines neuen Jahres, von dem wir nicht wissen, was es bringen wird - wieder einmal intensiver nachzudenken über die Relativität unseres kurzen Lebens und unserer nur scheinbaren Allmacht alles zu wissen und alles beherrschen zu können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen abschließend ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr 2015. Möge im übertragenen Sinne Ihr Schiff auf einem guten und sicheren Kurs bleiben, mögen gefährliche Eisberge Ihren Wege nicht kreuzen und möge notfalls immer ein Platz in einem Rettungsboot für Sie bereit stehen, wenn es notwendig sein sollte.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit !

23.12.2014


„Kleiner Hauch von Luxus ins Speyerer Museum eingezogen“

„Historisches Museum der Pfalz“ eröffnet an diesem Wochenende seine spektakuläre „Titanic-Ausstellung“

Von Gerhard Cantzler

Speyer- Das Flair und die Aura des zu seiner Zeit luxuriösesten Kreuzfahrtschiffes der Welt auf sich einwirken lassen und die vor gut einhundert Jahren auf ihm herrschende Atmoshäre mit allen Sinnen einzusaugen – das können Besucher des „Historischen Museums der Pfalz“ in Speyer ab dem kommenden Sonntag, dem 21. Dezember 2014, wenn dort die höchst spektakuläre „Titanic-Ausstellung“ ihre Pforten öffnet. Holzgetäfelte Gänge, entsprechend dem damaligen Zeitgeschmack cremefarben abgefaßt, weisen dem Besucher den Weg zu den Erste-Klasse-Kabinen, ein düster-schwarzer Gang führt sie hinab in die Katakomben des vermeintlichen Schiffsrumpfes, in den sich das Speyerer Museum für die nächsten sechs Monate verwandelt hat. Dort kann man sich dann die Kohlentrimmer bei ihrer mühevollen Arbeit vorstellen, die im Schweiße ihres Angesichtes die vier riesigen Dampfmaschinen mit täglich mehr als 600 Tonnen Kohle fütterten – Maschinen, die viele tausend PS leisten und deren rhythmisches Stampfen das gesamte Schiff erfüllen und vermeintlich die Planken zum Erbeben bringen. Eine perfekte Illusion, die allein durch ihre geschickt ausgewählten Andeutungen einen umfassenden Eindruck von der Realität auf einem solchen Schiff zu vermitteln vermag. Fehlt nur noch der Geruch jener einzigartigen Mischung aus feinsten Speisen, kostbaren Weinen und Zigarren sowie aus Maschinenöl, wie er älteren Schiffen zuweilen noch heute zueigen ist.

Dann, nur wenige Schritte weiter, fällt der Blick des Besuchers in eine der luxuriös ausgestatteten Passagierkabinen und, gleich daneben auf das weitläufige Panoramacafé, in dem Gäste der „Titanic“ am Nachmittag ihren Tee, den Kaffee oder eine heiße Schokolade schlürfen konnten. Vor einer Biegung auf dem Rundgang durch die Ausstellung dann ein warnendes Hinweisschild: „Achtung, Eisberg voraus“ - und schon schiebt sich ein riesiger Koloss aus „Eis“ bildfüllend in die Szenerie, der sich schon Monate zuvor in der Arktis auf den Weg gemacht hatte, um einige tausend Kilometer weiter südlich bei seiner Kollision mit dem fast neuen Schiff den vermeintlich „unsinkbaren“ Luxusliner hinunter auf den Grund des Meeres zu schicken .

Alles nur Schein – alles Attrappe? Nicht ganz – denn immerhin zeugen in der Schau weit über 250 Original-Exponate aus der „Titanic“, die – zuvor über Jahrzehnte vergeblich gesucht – seit ihrem eher zufälligen Fund im Jahr 1985 aus mehr als 3.800 Metern Tiefe an die Oberfläche des Atlantiks befördert wurden: Teile der Schiffsausrüstung, aber auch sehr persönliche Gegenstände ihrer Passagiere bis hin zu den gut erhaltenen Kleidungsstücken und Ausweispapieren einiger weniger der 2.228 Passagiere und Besatzungsmitgliedern von denen lediglich 710 die Katastrophe überlebten.

Kurz vor der offiziellen Eröffnung der Ausstellung stellte jetzt der Direktor des „Historischen Museums der Pfalz“, Dr. Alexander Schubert, gemeinsam mit seinem Team im Rahmen einer Pressekonferenz die Schau und ihre in vielfacher Weise bemerkenswerten Hintergründe vor. Die Ausstellung, die zuvor nur in Brüssel und Amsterdam gezeigt wurde und die nach ihrer Präsentation in Speyer in keinem weiteren deutschen Museum gezeigt werden wird, beleuchte einen „Mythos“, der sich wie kaum ein anderer in das kollektive Gedächtnis der Menschheit eingegraben habe, betonte Dr. Schubert. Allenfalls das „Erdbeben von Lissabon“ vom 1. November 1755 oder der Anschlag auf die „Twin-Towers“ in New York am 11. September 2001 hätten ein vergleichbares Erinnerungs-Potential, sodass sich Menschen bis heute allein schon bei der Nennung des Stichwortes „Titanic“ Details des Untergangs des Schiffes gut in ihrer Phantasie vorstellen könnten.

Es seien wohl die „großen Gegensätze“, die in dem Namen des Luxusliners kumulierten und die den Mythos „Titanic“ so einzigartig machten: Hier das vermeintlich „unsinkbare“ Schiff, das auf Kollisionskurs mit dem archaischen Naturphänomen „Eisberg“ gerät und durch seinen Untergang den zu Beginn des 20. Jahrhunderts weit verbreiteten „Glauben an die Allmacht der Technik“ ins Wanken geraten lässt und so zugleich schon wie ein Menetekel auf den Schrecken des sich im Jahr 1912 bereits am Horizont abzeichnenden Ersten Weltkrieges hinweist, so der Speyerer Museums-Direktor. Dann aber auch die gewaltigen sozialen Gegensätze, die sich in Reisezweck und Lebenszielen der so ganz unterschiedlichen Passagiere manifestiert hätten: Da der Multimilliardär, der gemeinsam mit seiner Gattin mit allem denkbaren Luxus über den Atlantik reist – dort, unten in der „dritten Klasse“, die armen Auswanderer, die ihr „Glück“ in der „neuen Heimat“ Amerika suchten: Exemplarisch für diese „Superreichen“: Das Ehepaar Isidor und Ida Straus , er schon in der Generation zuvor aus Otterberg bei Kaiserslautern in die Vereinigten Staaten ausgewandert, sie aus einer Wormser jüdischen Familie stammend, die beim Untergang der „Titanic“ ihre Plätze im Rettungsboot am Ende jüngeren Mitreisenden überließen - und ertranken – Schicksale, die seit dem Tag der Katastrophe Generationen von Menschen berühren.

Auch die faszinierende Suche und letztlich die Bergung der Artefakte aus dem eisernen Schiff, von dem Experten sagen, dass es wohl schon in vierzig, fünfzig Jahren zerfallen sein wird, hat seinen eigenen, durchaus beklemmenden Platz in der Schau.

Mit Vorträgen und einer Vielzahl weiterer, unterhaltsam-lehrreicher Begleitveranstaltungen wolle man den „Mythos Titanic“ den Besuchern noch näher bringen, betonte Dr. Schubert, der dazu auch auf die Unterstützung durch den regen „Deutschen Titanic-Verein“ um seinen Vorsitzenden Malte Fiebing-Petersen und auf das „KulturNetz Mannheim-Rhein-Neckar e.V“ zählen kann, das bei dieser Gelegenheit von seinem Künstlerischen Leiter Peter Baltruschat vertreten wurde.

In ihrer Hinführung zu der Ausstellung kam auch die Stellvertretende Projektkoordinatorin Sabine Kaufmann auf die Absicht der Macher zu sprechen, in dieser Schau exemplarisch die Schicksale einzelner Passagiere zu beleuchten, deren Los wiederum stellvertretend für die vielen pfälzischen Auswanderer im 19. und 20. Jahrhundert stehen könnten.

Deshalb versuche auch der aus dem englischen Original übersetzte und durch neueste Forschungserkenntnisse aktualisierte Begleitkatalog, den Besuchern dauerhaft ein Stück von dem Lebensgefühl mitzugeben, das den Anfang des 20. Jahrhunderts bestimmt habe und so dazu beizutragen die bis heute „verblüffende Präsenz des Mythos Titanic“ auch für die Zukunft zu bewahren.

Mit welch großem Ideenreichtum und mit wieviel Kreativität sich die Speyerer Museumsmacher einmal mehr um eine breite Kommunikation der Ausstellung und um die Vermittlung ihrer Inhalte an Besucher aus allen Altersgruppen bemüht haben, konnte dann Cathèrine Biasini aufzeigen, die als Verantwortliche für die „audio-guides“ durch die Schau und die spannenden Kinder- und Jugendprogramme das umfangreiche Begleitprogramm näher erläuterte.

Lesen Sie dazu alles Wissenswerte im SPEYER-KURIER.

Peter Baltruschat vom „KulturNetz Mannheim-Rhein-Neckar e.V.“, der Details der drei „Titanic-Dinner“ im „Historischen Museum der Pfalz“ bekanntgab – Baltruschat: „Das wird eine Mischung aus kulinarischem Erlebnis und Living history“ -, Dinner, bei denen Schauspieler in historischen Kostümen den Gästen auszugsweise Teile eines originalen Dinners des Luxus-Liners entsprechend einer auf dem Wrack geborgenen Original-Speisekarte servieren werden, hatte als „kleinen Vorgeschmack“ eine delikate „Trüffel-Leberpastete an Walldorf-Salat“ mitgebracht, die die Teilnehmer an der Pressekonferenz schon einmal auf das köstliche Ereignis einstimmen sollte.

Malte Fiebing-Petersen schließlich - er gilt weltweit als anerkannter Kenner der Geschichte der „Titanic“ sowie der sich um sie rankenden Forschung und wird deshalb während der Ausstellungsdauer auch selbst mit einem Vortrag zu Wort kommen - würdigte die Speyerer Schau als Chance für das „Historische Museum der Pfalz“, in der Nachfolge des Hamburger „Museums in der Speicherstadt“ - dort fand im Jahr 1997 die nach Fiebing-Petersens Einschätzung letzte bedeutende „Titanic-Ausstellung“ auf deutschem Boden statt – im Jahr 2015 zum „Heiligen Gral“ der großen, weltweiten „Titanic-Gemeinde“ zu werden. Und damit könnte sich auch die Prognose von Museums-Direktor Dr. Schubert erfüllen, der bei der Pressekonferenz seiner ab diesem Sonntag geöffneten Präsentation das Potential für eine sechsstellige Besucherzahl mitgab. Foto: gc

20.12.2014


Es „geht rund“ in und um das „Historische Museum der Pfalz“

Internationale Trucks liefern Exponate für spektakuläre „Titanic-Ausstellung“ an

cr. Speyer- Es geht wieder einmal so „richtig rund“ zur Zeit rund um und im „Historischen Museum der Pfalz“ in Speyer. Riesige Trucks mit Kennzeichen aus vielen europäischen Ländern stehen aufgereiht am „Museumsbuckel“ und vor dem traditionsreichen Haus und warten darauf, ihre „Schätze“ entladen zu können. Auf dem von den beiden charakteristischen Türmen flankierten Portal des Museums kündet schon seit Wochen ein riesiges Plakat von dem, was da schon in Kürze auf die Speyerer und ihre zahllosen Gäste zukommen wird: Ab dem 21. Dezember wird dort nämlich die höchst spektakuläre Schau „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde – Wahre Schicksale“ zu sehen sein, die ein kulturhistorisches Ereignis widerspiegelt, das wie kaum ein anderes die Menschheit durch die letzten hundert Jahre begleitet hat.

Zwölf mehr oder weniger monumentale Kinofilme und sogar ein Zeichentrickfilm für Kinder haben in diesen einhundert Jahren viele hundert Millionen Besucher in die Lichtspielhäuser der Welt gelockt - ein Musical über diesen Stoff wurde geschrieben - zahlreiche Musikstücke der unterschiedlichen Genres komponiert. Im Umfeld des 100. Jahrestages des Untergangs dieses vermeintlich „unsinkbaren“ Luxuskreuzfahrtschiffes der britischen „Cunard-Line“ am 13. April 1914 entstanden noch einmal eine Vielzahl weiterer sehenswerte Dokumentationen, wurden unzählige mehr oder weniger lesenswerte Buchveröffentlichungen herausgebracht, die diese Katastrophe von allen nur denkbaren Seiten zu beleuchten versuchten.

Ab dem 21. Dezember und dann noch bis zum 28. Juni 2015 wird nun der Blick der Besucher des Historischen Museums der Pfalz in Speyer nach einer spannenden und vielversprechenden Dramaturgie und Inszenierung auf das eine ganze, gut 100jährige Epoche prägende Ereignis des „Untergangs der Titanic“ gelenkt, auf die man durchaus gespannt sein darf.

Bis dahin aber wird für die „Macher“ des Speyerer Museums noch viel zu tun sein. Über die eigens errichtete Rampe im Eingangsbereich des Hauses werden zur Zeit noch letzte, ausstehende Exponate gut und sicher verpackt in die Ausstellungsräume geschafft und schon an diesem Wochenende werden die umfangreichen Aufbauarbeiten mit Hochdruck beginnen.

Advent wird ja gemeinhin als „die Zeit der Erwartung“ verstanden – in diesem Jahr aber dürfen sich die Speyerer und ihre Freunde noch aus diesem weiteren Grund auf die Weihnachtszeit freuen: Mit der „Titanic-Ausstellung“ haben sie nämlich in ihrer Stadt wieder eine Schau zu Gast, die einmal mehr weit über die Grenzen der Metropolregion Rhein-Neckar hinaus ausstrahlen und Besucher anlocken wird. Foto: gc; Historisches Museum der Pfalz Speyer; Peter Haag-Kirchner.

05.12.2014


Vom Meeresgrund über Paris nach Speyer

Still aus dem Imagefilm zu „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ im Historischen Museum der Pfalz.

Historisches Museum der Pfalz gibt erste Einblicke in die kommende Titanic-Sonderausstellung

Still aus dem Imagefilm zu „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ im Historischen Museum der Pfalz.Speyer- Auf der Homepage des Historischen Museums der Pfalz kann ab sofort ein erster Blick in die kommende Titanic-Ausstellung geworfen werden: Ein knapp dreiminütiger Imagefilm zeigt sowohl Bilder der Expeditionen zum Wrack der Titanic, in deren Rahmen die Ausstellungsexponate geborgen wurden, als auch bereits einige der aufwendigen Inszenierungen und Nachbauten verschiedener Schiffsbereiche, die ab dem 21. Dezember in Speyer zu sehen sind.

Nach Paris, Amsterdam und Brüssel ist Speyer der erste Ausstellungsort in Deutschland, der diese neu arrangierte Ausstellung mit rund 250 Originalfunden der Tiefseebergungen präsentiert.

Entstanden ist der Imagefilm in Zusammenarbeit mit der Vandengaart Filmproduktion aus Mannheim. Zum Film:

Das Historische Museum der Pfalz zeigt „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ vom 21. Dezember bis zum 28. Juni 2015 in Speyer. Der Imagefilm zur Ausstellung sowie weitere Informationen rund um die Schau sind zu finden unter www.titanic-dieausstellung.de.

Text: Historisches Museum der Pfalz Speyer; Foto: Premier Exhibitions, Inc.; Film-Produktion: Vandengaart Filmproduktion Mannheim

06.11.2014


Rund 211.000 Besucher sahen PLAYMOBIL-Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz

Speyer- Am Sonntag, 2. November 2014 endete im Historischen Museum der Pfalz Speyer die große Jubiläumsausstellung „40 Jahre PLAYMOBIL. Eine Abenteuerreise durch die Zeit“, die aufgrund des anhaltenden Besucherzuspruchs zweifach verlängert wurde. Insgesamt begaben sich rund 211.000 große wie auch kleine Besucher auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Zeit. „Der große Besucherzuspruch hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen. Das Thema hat vor allem Familien mit Kindern sowie Schulklassen und Jugendgruppen angezogen und wir haben viele Besucher aufs Neue für unser Museum begeistern können. Auch in Zukunft haben Familien- und Mitmachausstellungen neben unseren großen kulturgeschichtlichen Präsentationen einen festen Platz im Programm des Historischen Museums der Pfalz“, so Museumsdirektor Alexander Schubert.

Auf rund 2.000 m² waren seit dem 1. Dezember 2013 sehr detailreiche und teils raumfüllende Installationen zu historischen und aktuellen Themen zu sehen, die spielerisch zur Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Themen und geschichtlichen Zusammenhängen anregten. Zehn in den Ausstellungsaufbau involvierte Sammler errichteten u.a. eine Dinosaurier-Forschungsstation, eine Seeschlacht und eine Straßenansicht um 1900. Erstmalig als PLAYMOBIL-Installation wurde in Speyer auch das „Hambacher Fest“ präsentiert, ein knapp drei Quadratmeter großes Diorama, das der belgische Sammler Bruno Peeters eigens für die Ausstellung anfertigte. Die PLAYMOBIL-Adaption des Zugs von 1832 wird der Pfalz auch nach dem Ausstellungsabbau erhalten bleiben und zieht ab Mitte 2015 in das tatsächliche Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße.

Die Ausstellung zeigte aber auch Kunstwerke zahlreicher Künstlerinnen und Künstler, die sich von dem Spielsystem inspirieren ließen, und stellte neben dem Wandel des Produktdesigns auch die Entwicklung eines PLAYMOBIL-Spielsets von der Idee bis zum fertigen Artikel in einzelnen Schritten dar.

Im Rahmen des umfangreichen Begleitprogramms zur Ausstellung bot der Freiburger Soziologe Dr. Sacha Szabo vom Institut für Theoriekultur im Rahmen eines Vortrags alternative Erklärungen für das Fehlen der Nase bei der Spielfigur, wurden Taschenlampenführungen und Lesenächte angeboten, ein Spielzeugflohmarkt und eine Trickfilmnacht veranstaltet. Am 9. Mai fand die offizielle PLAYMOBIL-Geburtstagsparty im bis auf den letzten Platz besetzten Museumsinnenhof statt. Während der Ausstellungszeit feierten 245 Kinder ihren Geburtstag zwischen den bunten Spielwelten und 209 Schulklassen besuchten die Ausstellung und erweckten die kleinen Figuren im Rahmen eines Stopp-Trick-Workshops zum Leben oder bastelten eigene kleine Traumwelten.

Nun geht die vom Historischen Museum der Pfalz konzipierte Ausstellung – wie bereits die Vorgängerschau zum dreißigjährigen Firmenjubiläum, die das Historische Museum der Pfalz 2004 zeigte – auf Wanderschaft. Das Landesmuseum Koblenz in der Festung Ehrenbreitstein zeigt die Jubiläumsausstellung als nächste Station vom 29. März bis 31. Oktober 2015.

Ab 21. Dezember präsentiert das Historische Museum der Pfalz als nächste große Schau „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ und zeigt neben aufwendigen Nachbauten und Installationen rund 250 Relikte der Katastrophe, die im Rahmen von mehreren Tiefsee-Expeditionen aus dem Wrack der Titanic vom Meeresgrund geborgen wurden. Weitere Informationen unter www.titanic-dieausstellung.de

Text: Historisches Museum der Pfalz Speyer; Foto: spk-Archiv

03.11.2014


(Um-)Zug zum Hambacher Schloss

v.l.: Lithografie: Zug auf das Hambacher Schloss, PLAYMOBIL-Diorama "Zug zum Hambacher Schloss"

PLAYMOBIL-Diorama ab Mitte 2015 in Neustadt zu sehen

Speyer- Die großformatige PLAYMOBIL-Inszenierung des „Zugs zum Hambacher Schloss“, die noch bis Sonntag in der Jubiläumsausstellung „40 Jahre PLAYMOBIL. Eine Abenteuerreise durch die Zeit“ im Historischen Museum der Pfalz zu sehen ist, wird der Pfalz erhalten bleiben und ab Mitte 2015 auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße ausgestellt.

Das einmalige Diorama wurde eigens für die PLAYMOBIL-Ausstellung in Speyer als Auftragsarbeit von dem belgischen PLAYMOBIL-Sammler Bruno Peeters angefertigt. Peeters konfektionierte und lackierte jede einzelne der 402 Einzelfiguren liebevoll für den friedlichen Protestzug, auch der Unterbau ist genauso wie die Darstellung des Schlosses eine Einzelanfertigung. Der Belgier erstellte seine Adaption auf Basis der bekannten Lithografie „Der Zug auf das Hambacher Schloss“ aus dem Jahre 1832 von Erhard Joseph Brenzinger. Das Original ist eines der Highlight-Objekte des Historischen Museums der Pfalz und wird in der Sammlung „Neuzeit“ präsentiert.

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Hambacher Schloss Walter Schumacher, der Bruno Peters auf das Hambacher Schloss eingeladen hatte, ist „sicher, dass das neue Exponat nicht nur Kinder begeistern wird. Das wird eine neue Attraktion. Der Playmobil-Künstler, der vorher nie auf dem Schloss war, wird seine Arbeit nun noch verfeinern“.

Das Historische Museum der Pfalz ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet und zeigt die Jubiläumsausstellung „40 Jahre PLAYMOBIL. Eine Abenteuerreise durch die Zeit“ noch bis zum 2. November 2014. Weitere Informationen unter www.playmobil-ausstellung.de.

Text: Historisches Museum der Pfalz Speyer; Foto: Historisches Museum der Pfalz/Peter Haag-Kirchner 

30.10.2014


Netzwerk Geschichtsvereine am Oberrhein wählt Comité trinational

v.l.: Francis Lichtlé (F), Dominik Wunderlin (D), Markus Moehring (Leiter Dreiländermuseum), Gabriel Braeuner (F), Dr. Johanna Regnath (D), Dr. Werner Transier (D), André Salvisberg (CH) v.l.: Francis Lichtlé (F), Dominik Wunderlin (D), Markus Moehring (Leiter Dreiländermuseum), Gabriel Braeuner (F), Dr. Johanna Regnath (D), Dr. Werner Transier (D), André Salvisberg (CH)

Werner Transier für zwei weitere Jahre als Mitglied bestätigt

Speyer- Im Rahmen der Vollversammlung des Netzwerks Geschichtsvereine am Oberrhein wurde kürzlich das Comité trinational für die kommenden zwei Jahre gewählt. Für Arbeit und Programm des Netzwerks sind nun verantwortlich: Gabriel Braeuner und Francis Lichtlé (Frankreich), Werner Transier und Johanna Regnath (Deutschland) sowie Dominik Wunderlin und André Salvisberg (Schweiz). Werner Transier ist Mitglied des Historischen Vereins der Pfalz und Sammlungsleiter für die Bereiche Numismatik und Judaika am Historischen Museum der Pfalz Speyer.

Das Netzwerk vereinigt über 300 Geschichtsvereine in Baden, dem Elsass, der Nordwestschweiz und der Pfalz. Ziel des vor zwei Jahren mit Hilfe des Interreg-Programms der EU gegründeten Netzwerks ist es, einen stärkeren Austausch und Dialog zwischen den Mitgliedern in Deutschland, Frankreich und der Schweiz herzustellen und dazu beizutragen, die stark national geprägten Geschichtsbilder zu überwinden. „Dass wir es geschafft haben, unsere grenzüberschreitenden Kontakte dauerhaft zu etablieren, ist ein großer Erfolg“, hoben Gabriel Braeuner und Werner Transier hervor.

Zu den Aktivitäten des Netzwerks gehörten nach der Gründungsversammlung 2012 in Lucelle im Elsass das grenzüberschreitende Geschichtskolloquium 2013 in Straßburg sowie zahlreiche Publikationen. 2015 plant das Netzwerk ein grenzüberschreitendes Geschichtskolloquium im Schweizer Kanton Basel Landschaft, 2016 findet die nächste Vollversammlung in Speyer statt.

Weitere Informationen zur Arbeit des Historischen Vereins der Pfalz e. V. und zum Historischen Museum der Pfalz unter www.hist-verein-pfalz.de und www.museum.speyer.de Text: Historisches Museum der Pfalz Speyer; Foto:  Netzwerk Geschichtsvereine am Oberrhein

22.10.2014


Größter Erfolg seit der Salier-Schau

„Historisches Museum der Pfalz“ begrüßt 200.000. Besucher in seiner „Playmobil-Ausstellung“

cr. Speyer- Diese Überraschung war gelungen: Als heute vormittag das Dortmunder Ehepaar Thorsten und Inga Brakbane mit ihren Kindern Jannes (8) und Fenna (4) das „Historische Museum der Pfalz“ in Speyer betrat, da wurden sie schon in der Eingangshalle von einer großen Delegation um Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert, Ausstellungs-Kuratorin Cathérine Biasini und den Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger erwartet. Der Grund: Sie hatten die Eintrittskarten mit den fortlaufenden Nummern 199.999 bis 200.002 für die derzeit gezeigte „Playmobil-Ausstellung“ gelöst – und das war dem Museum schon eine kleine Feier wert.

Der im ostwestfälischen Paderborn geborene Diplomingenieur und seine aus Ostfriesland stammende Ehefrau, die bei der Finanzverwaltung in Dortmund als Beamtin tätig ist, hatten die Herbstferien ihrer Kinder dazu genutzt, um Freunde in der Domstadt zu besuchen, Speyer und die Pfalz näher kennenzulernen und, natürlich, um die Sonderausstellung „40 Jahre Playmobil – eine Abenteuerreise durch die Zeit“ zu erleben, die noch bis zum 2. November 2014 geöffnet bleibt.

Eigentlich hatte sich die „Playmobil“-affine Familie diesen Abstecher in die Pfalz schon für den Sommer vorgenommen. Doch als man in Dortmund erfuhr, dass die Schau wegen der überwältigenden Nachfrage verlängert werden würde, da verschoben die Brakbanes ihre Reise einfach auf die Herbstferien. Und das war gut so, wurden sie doch heute mit Präsenten geradezu überhäuft: Für Frau Brakbane gab es einen herbstlich-sonnigen Blumengruß, für die Kinder Bücher zum Thema der Ausstellung und für die gesamte Familie schließlich eine Einladung zu der im Dezember startenden „Titanic“-Ausstellung sowie, zur Einstimmung darauf, ein Buch dazu.

Die kleine Fenna Brakbane und ihr großer Bruder Jannes sind übrigens begeisterte „Playmobil“-Fans: Für Fenna sind die Figur der Prinzessin und das dazu gehörende Puppenhaus schon lange die absoluten Favoriten – für Bruder Jannes ist es das „Playmobil-Auto mit Anhänger“ und selbst Papa Thorsten scheint sich schon als Kind in die kleinen Figuren „verguckt“ zu haben.

Auch für Museumsdirektor Dr. Schubert und Kuratorin Cathérine Biasini ist der überwältigende Zuspruch zu der „Playmobil“-Ausstellung eine große Freude. „Seit der großen 'Salier-Ausstellung' war die Nachfrage bei keiner anderen Schau unseres Hauses größer als jetzt bei 'playmobil'“, stellen sie übereinstimmend fest. Über die inzwischen gut 200.000 jungen und älteren Besucher hofft das Museum, auch langfristig Interessenten für seine vielfältige Arbeit an sich binden zu können, so Dr. Schubert.

Schon bei der „Titanic“-Ausstellung, die am 21. Dezember 2014 „an den Start gehen wird, kann sich erweisen, ob sich diese Hoffnung erfüllt. Verdienen jedenfalls würde sie es – das kann man jetzt schon sagen. Foto: gc

16.10.2014


Eine einzigartige archäologische Kostbarkeit und ihr „krimineller“ Hintergrund

„Historisches Museum der Pfalz“ präsentiert spektakulären „Barbarenschatz von Rülzheim“

von Gerhard Cantzler

Speyer- „Zum Golde drängt, am Golde hängt doch alles“ - dieses Wort aus Goethe's „Faust“ konnte einem fast unwillkürlich in den Sinn kommen, wenn man den riesigen Ansturm interessierter Gäste miterlebte, die jetzt dabei sein wollten, als im „Historischen Museum der Pfalz“ die Ausstellung „Der Barbarenschatz von Rülzheim“ eröffnet wurde. War's das seit jeher die Menschheit faszinierend in seinen Bann schlagende Edelmetall selbst oder die Krimainalgeschichte, die sich hinter diesem einmaligen Schatz verbirgt?

Die Teilnehmer an dieser Präsentation jedenfalls, unter ihnen viele junge und noch jüngere Kunstfreunde, erfuhren viel an diesem Nachmittag über römische, hunnische und gotische Gold- und Silberschmiedekunst, aber mindestens ebensoviel über die sich wie ein Flächenbrand ausbreitende Raubgräberei in aller Welt.

Denn hätten Sie gewußt, liebe Leserin, lieber Leser, dass die Erlöse aus dem illegalen Handel mit Ausgrabungsfunden – Artefakte längst untergegangener Kulturen aus früheren Jahrtausenden zumeist - inzwischen schon den dritten Rang hinter Waffen- und Drogenhandel in der Welt einnehmen?, wie es der rheinland-pfälzische Landesarchäologe Dr. Dr. Axel von Berg bei dieser Gelegenheit zu berichtete.

Doch wie rasant dieses illegale Geschäft wirklich internationale Verbreitung findet, das mag die Tatsache belegen, dass der Leiter der Außenstelle Speyer der Landesarchäologie, Dr. Ulrich Himmelmann - „ich möchte meinen Chef eigentlich nur ungern korrigieren“ - diese Meldung schon wieder dahingehend verbessern mußte, dass diese Form verbrecherischen Handels und Handelns inzwischen sogar schon wieder den Drogenhandel überflügelt hat und nun schon den zweiten Platz im internationalen Verbrechens-Ranking einnimmt.

Tagtäglich seien rund um die Welt zwischen 3.000 und 5.000 „Sondengänger“ mit Metalldetektoren und anderem, hochempfindlichem technischem Ortungsgerät unterwegs, um überall dort, wo sie wertvolle Reste vergangener Kulturen im Boden vermuten, zu suchen, zu graben und – falls erfolgreich - ihre Funde an eine gewissenlos agierende weltweite Klientel gieriger Sammler zu Höchstpreisen zu verkaufen. Dabei, so beklagen Experten übereinstimmend, zerstörten sie durch unsachmäße Grabungstechniken zumeist auch noch das Umfeld der Funde und verhindern so oft genug auch noch deren lokale Zuordnung, weil sie durch die Nutzung „höchst dunkler Handelskanäle“ den Ursprung der Funde verschleierten.

Das zumindest aber blieb dem „Barbarenschatz von Rülzheim“ erspart: Seinem „Finder“, einem Speyerer übrigens, der die kostbaren Silberschalen, die zahllosen Goldappliken, Statuetten und den einzigartigen Klappstuhl im Wald bei Rülzheim, nur 30 Kilometer von seinem Wohnort Speyer entfernt, mit Hilfe eines Metalldetektors aufgespürt hatte, waren Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei rechtzeitig auf die Spur gekommen, als er sich bemühte, via Internet Käufer für sein Diebesgut zu finden. Als die Polizei dann an seiner Tür stand, da führte der Täter sie direkt an seinen geheimen Grabungsort, den er, nachdem er ihn bis auf einige wenige Goldglimmer restlos ausgeräumt hatte, wieder sorgfältig verschlossen und getarnt hatte.

Jetzt allerdings wartet ein Strafverfahren, u.a. wegen Verstosses gegen das Denkmalschutzgesetz, wegen Fundunterschlagung sowie wegen Verstoss gegen das allein dem Staat zustehende „Schatz-Regal“ auf den Raubgräber, den dafür durchaus eine empfindliche Haftstrafe erwarten könnte.

Doch unabhängig von der dramatisch-spektakulären Hintergrundgeschichte dieses Fundes: Im Speyerer Museum, in das gestern zu diesem Anlass auch der Vorstandsvorsitzende der Stiftung „Historisches Museum der Pfalz“, Oberbürgermeister i.R. Werner Schineller gekommen war, ist die Freude riesig über diesen Fund, der dort nach seiner Präsentation in Mainz und Koblenz zunächst bis zum 4. Januar 2015 zu sehen sein wird. Im Anschluß daran werden die kostbaren Bestandteile des Schatzes in spezialisierten archäologischen Instituten, unter anderem auch bei der Landesarchäologie Rheinland-Pfalz, gründlich restauriert und dokumentiert. Und danach? Der neue Speyerer Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert, für den diese Präsentation eine Premiere in seinem neuen Amt darstellte, hegt durchaus die (berechtigte?) Hoffnung, dass das gesamte Konvolut dann seinen endgültigen Platz dort finden wird, wo es nicht nur nach Dr. Schubert's Meinung hingehört – in Speyer, im „Historischen Museum der Pfalz“.

Mit der Frage nach dem Ursprung dieses kostbaren Schatzes setzte sich an diesem Nachmittag dann Dr. Ulrich Himmelmann auseinander, der zunächst an den medialen Hype erinnerte, den dieser Fund und seine Geschichte ausgelöst hätten: Vom sagenhaften „Gold der Nibelungen“ bis hin zu einer von der „Zeitung mit den großen Buchstaben“ veröffentlichten interaktiven Schatzkarte war rund um die Welt alles dabei – die Wellen und Spekulationen wogten hoch um den „Barbarenschatz“, der diese Bezeichnung wohl daher hat, dass die Römer grundsätzliche alle Fremden als 'Barbaren' bezeichneten.

Das wohl spektakulärste Fundstück, ein einzigartiger Klappstuhl, kann aus Gründen seines Erhaltungszustandes in der Speyerer Ausstellung leider nicht gezeigt werden. Er befindet sich bereits zur Konservierung und Restaurierung in den Werkstätten des Landesmuseums in Bonn. Referenzstücke mit ähnlichen Bauteilen jedoch, so konnte Dr. Himmelmann aufzeigen, wurden bereits im Karpaten-Becken im Raum zwischen Ungarn und Rumänien gefunden. Und dort verorten die Wissenschaftler auch die anderen, in Speyer gezeigten Exponate: Die riesige Silberschale etwa mit ihren zentral angeordneten Schmucksteinen, eine andere, noch größere, die wohl einst von ihrem fürstlichen Besitzer in drei Teile zerschlagen wurde, „um damit vielleicht seine Armee zu bezahlen“, wie Dr. Himmelmann mutmaßt – dann aber auch die 36 großen und 60 kleineren Goldappliken, die einst wohl die Gewänder ihrer Besitzer bzw. deren Gattinnen schmückten.

In die Pfalz dürfte der Schatz wohl in der Zeit der Völkerwanderung im 4. oder 5. Jahrhundert n. Chr. gekommen sein, als Stämme der Ostgoten und der Hunnen von Osten nach Westen zogen und bis in das heutige Zentralfrankreich gelangten. Wo sie allerdings den Rhein überquerten und warum sie diesen Schatz im Wald bei dem heutigen Rülzheim vergraben haben, das dürfte wohl noch lange genauso ein Geheimnis bleiben wie die Frage nach dem Verbleib des sagenhaften „Rheingoldes“ der Nibelungen.

Für wissenschaftliche Forschungseinrichtungen wie sie auch die „Landesarchäologie Rheinland-Pfalz“ darstellt, auch künftig also eine echte Herausforderung. Darauf verwies auch der aufgrund schwieriger Verkehrsverhältnisse erst später zu der Präsentation hinzugestossene Leiter der Generaldirektion „Kulturelles Erbe“ Rheinland-Pfalz, Dipl.-Ing. Thomas Metz, der seine Mitarbeiter ermunterte, gemeinsam mit den Wissenschaftlern des „Historischen Museum der Pfalz“ in Speyer den kunsthistorischen Hintergrund dieser einzigartigen Sammlung zu erforschen. Dann, ja dann wird sich vielleicht auch die Frage nach ihrem endgültigen Verbleib leichter beantworten lassen. Foto: gc

15.10.2014


Kolloquium und Neupräsentation im Historischen Museum der Pfalz Speyer

Stamnos von Bad Dürkheim – trotz starker Zerstörungsspuren ein bedeutendes Stück etruskischen Bronzehandwerks.150 Jahre Prunkgrab von Bad Dürkheim

Speyer- Am 10. Oktober 1864 wurde bei Arbeiten für die Pfälzische Bahn in Bad Dürkheim ein Prunkgrab aus der jüngeren vorrömischen Eisenzeit entdeckt. 150 Jahre später, am 10. Oktober 2014, werden die wertvollen frühkeltischen Grabfunde im Historischen Museum der Pfalz in Speyer neu präsentiert.
Bei dem Schatz aus dem Prunkgrab von Bad Dürkheim handelt es sich „um einen der außergewöhnlichsten und hochkarätigsten Funde der Region“, betont Lars Börner, Leiter der Sammlung Urgeschichte im Historischen Museum der Pfalz.

In dem Grab, das aus der Zeit um etwa 450 vor Christus stammt, wurde vermutlich eine bronzezeitliche Fürstin bestattet. Zu den Grabbeigaben zählen kostbare Luxuswaren aus dem fernen etruskischen Raum, darunter ein fein gearbeiteter Stabdreifuss sowie ein bronzenes Mischgefäß, das Archäologen als „Stamnos“ bezeichnen. Reich ausgestattetes keltisches Prunkgrab.

Die außergewöhnlichen Funde aus dem Prunkgrab von Bad Dürkheim hatten in der Forschung bis in die 1980er Jahre kaum Beachtung gefunden. Das Historische Museum der Pfalz nimmt das 150jährige Jubiläum der Entdeckung zum Anlass, um den Besuchern neue Forschungsergebnisse zu präsentieren und diese in Fachkreisen zu diskutieren. 

Die Neupräsentation des Prunkgrabes von Bad Dürkheim befindet sich in der Sammlung "Urgeschichte".


Das Historische Museum der Pfalz ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.museum.speyer.de.

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz; Peter Haag-Kirchner

09.10.2014


Politikwissenschaftler und Publizist Alfred Grosser besuchte Erste-Weltkrieg-Ausstellung

Speyer- Alfred Grosser, deutsch-französischer Publizist und Politikwissenschaftler, besuchte heute zusammen mit seiner Frau das Historische Museum der Pfalz Speyer. Kurator Dr. Ludger Tekampe führte die Gäste zusammen mit Philipp Gerlach, Schulleiter des nach Alfred Grosser benannten Schulzentrums in Bad Bergzabern, durch die Ausstellung

„1914-1918. Die Pfalz im Ersten Weltkrieg“. Grosser lobte bei seinem Rundgang besonders die facettenreichen Exponate zum deutschen Militarismus vor 1914, zur Heimatfront in der Pfalz und die Präsentation ausgewählter Plakate aus den besetzten französischen Gebieten. Besonders erfreut zeigte er sich auch darüber, dass die Ausstellung Teil eines grenzüberschreitenden Netzwerks französischer und schweizerischer Museen ist. Grossers Fazit lautete: „Es ist kleine, aber sehr inhaltsreiche Ausstellung.“

Alfred Grosser, der Politikwissenschaften und Germanistik studierte, setzt sich seit Jahrzehnten für deutsch-französische Beziehungen ein und war mitwirkend an der Aussöhnung der Nachbarsländer nach dem Zweiten Weltkrieg. Des Weiteren gilt er als Wegbereiter im Vorfeld des Elysée-Vertrags. Er selbst war in seiner Kindheit nach Frankreich emigriert, wo ihm und seiner Familie 1937 die französische Staatsbürgerschaft verliehen wurde.

Die Europäische Union fördert das Projekt „1914-1918 – Die Pfalz im Ersten Weltkrieg“ im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Das Historische Museum der Pfalz beteiligt sich dabei an dem aktuell größten länderübergreifenden Kulturvorhaben am Oberrhein, das mit Partnern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz realisiert wird.

Ziel ist es, den Ersten Weltkrieg – die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ – aus französischer, schweizerischer und deutscher Perspektive zu zeigen.

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz, Fotograf: Peter Haag-Kirchner

23.09.2014


Historisches Museum der Pfalz stellt sich der Icebucketchallenge

Speyer- Am Donnerstag, 28. August 2014 ist das Historische Museum der Pfalz zur "ALS-Icebucketchallenge" angetreten.

Das Maskottchen des Museums "Jumus" stellte sich der Challange obwohl im Kollegenkreis gesammelt und für einen guten Zweck gespendet wurde.

Ein Video zu dieser Aktion finden Sie auf der Facebookseite des Museums unter http://www.facebook.com/Museum.Speyer

Es bleibt zu hoffen das noch möglichst viele bei diesem Spaß mitmachen aber den eigentlich Grund dahinter nicht vergessen.

Foto und Video: Historisches Museum der Pfalz Speyer, Presse Text: dak

29.08.2014


„Wollen auch weiter in der obersten Liga der kulturhistorischen Museen mitspielen“

Wechsel an der Spitze des Historischen Museums der Pfalz

Von Gerhard Cantzler

Speyer- Die Liste der profilierten Ehrengäste, die gestern nachmittag zum Amtswechsel an der Spitze des Historischen Museums der Pfalz in den überglasten Innenhof des renommierten Hauses am Speyerer Domplatz gekommen waren, schien schier endlos: Angefangen vom Speyerer Ehrenbürger und früheren Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Thüringen, Prof. Dr. Bernhard Vogel über ehemalige und aktuelle Mitglieder der Mainzer Landesregierung wie Staatsminister a.D. Dr. Georg Gölter und Justizminister Jochen Hartloff bis hin zu den vier ehemaligen Direktoren des Speyerer Museums, den Professoren Dr. Otto Roller, Meinrad Maria Grewenig, Dr. Cornelia Ewigleben und dem scheidenden „Chef“, Prof. Dr. Eckart Köhne, wollten Vertreter zahlloser Institutionen dem neuen Direktor des Historischen Museums der Pfalz, Dr. Alexander Schubert (45), an diesem Tag ihre besten Wünsche für eine erfolgreiche Arbeit überbringen.

Da hatte es der frühere Speyerer Oberbürgermeister Werner Schineller, Vorstandsvorsitzender der Museumsstiftung, nicht leicht, all die willkommen zu heißen, die „gekommen waren, ohne angemeldet zu sein“ und „die auszulassen,, die sich zwar angemeldet hatten, am Ende dann aber doch nicht erschienen“.

Gekommen aber waren in jedem Fall u.a. die Speyerer Kulturdezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs, ehemalige und aktuelle Mitglieder von Bundes-, Land- und Bezirkstag, unter ihnen der SchifferstadterAltbürgermeister Theo Magin – sodann der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Prof. Dr. Hans-Jürgen Seimetz, die ehemaligen Regierungspräsidenten Dr. Paul Schädler und Rainer Rund sowie der Oberbürgermeister der westpfälzischen Metropole Kaiserslautern, Dr. Klaus Weichel.

„Am heutigen Tag ist es unser ganz besonderer Wunsch, dass Sie es etwas länger in der Pfalz aushalten als einige Ihrer Vorgänger“, wandte sich Schineller schließlich an den aus Bayreuth stammenden Mittelfranken (Schineller: „Man muss Gott für alles danken, selbst für einen....) Dr. Schubert, mit dem „Speyer nach dem ans „Deutsche Historische Museum“ in Berlin berufenen Prof. Dr. Alexander Koch erneut bei einem 'Alexander' angelangt“ sei.

Mit seinem beruflichen Werdegang – Schubert studierte von 1992 bis 2001 Geschichte, Germanistik, Politik- und Erziehungswissenschaften an den Universitäten in Bayreuth und Bamberg, promovierte im Jahr 2001 bei dem heute in Heidelberg lehrenden Spezialisten für mittelalterliche Geschichte, Prof. Dr. Bernd Schneidmüller und war danach u.a. an den Museen der Stadt Bamberg und zuletzt bei den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim tätig – sowie mit seiner reichen Erfahrung als Ausstellungsmacher und Kulturmanager – der neue Speyerer Museumsdirektor kann auf beachtliche 30 renommierte Ausstellungsprojekte verweisen, an denen er konzeptionell und gestalterisch unmittelbar und führend beteiligt war, dabei zuletzt auf die große „Wittelsbacher-Schau“ in Mannheim – gebe Dr. Schubert deshalb für die Zukunft des Historischen Museums der Pfalz Anlass zu allerhöchsten Erwartungen, so der Vorstandsvorsitzende der Museumsstiftung.

Mit Blick auf das erste, von Dr. Schubert in Speyer zu verantwortende Ausstellungsprojekt, die wohl höchst spektakuläre Schau „Titanic – echte Funde, wahre Schicksale“, die am 21. Dezember 2014 ihre Pforten öffnen wird und die schon jetzt in- und außerhalb des Museums omnipräsent zu sein scheint, wünschte Schineller dem neuen Museumsleiter, dass er damit an den Erfolg der noch bis zum 2. November verlängerten Ausstellung „40 Jahre Playmobil – eine Abenteuerreise durch die Zeit“ anknüpfen könne.

Seinem ausgeschiedenen Vorgänger im Amt des Direktors, Prof. Dr. Eckart Köhne, dankte Schineller für seine engagierte und ideenreiche Arbeit. „Ägyptens Schätze“, „Königreich Pfalz“ und eben „40 Jahre Playmobil“ seien höchst erfolgreiche Projekte gewesen, die den Ruf des Speyerer Museums über die Region hinaus im Bewußtsein eines kunst- und kulturinteressierten Publikums hochgehalten hätten. „Es ist schade, dass Sie uns nun in Richtung Karlsruhe verlassen haben“, gestand Schineller, zeigte aber andererseits doch auch ein Stück weit Verständnis für die Entscheidung Prof. Dr. Köhnes, der damit in seine Heimatstadt zurückkehren könne.

Auch Walter Schumacher, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Kultusministerium und als bekennender Pfälzer dem Speyerer Haus besonders eng verbunden, dankte in Vertretung seiner Ministerin Doris Ahnen Prof. Dr. Köhne für seinen insgesamt 13jährigen erfolgreichen Dienst für die Museumslandschaft in Rheinland-Pfalz. Nach einer Tätigkeit als Referent beim „Museumsverband Rheinland-Pfalz e.V.“ in Ludwigshafen habe er im Jahr 2007 als Geschäftsführer die mit weit über 350.000 Besuchern höchst erfolgreiche „Konstantin-Ausstellung“ in Trier gemanagt, ehe er im Anschluss an diese Schau zum Direktor des „Rheinischen Landesmuseums“ in Trier bestellt wurde. Dort erreichte ihn dann vor fast genau drei Jahren der Ruf auf die Stelle des Direktors des „Historischen Museums der Pfalz“ in Speyer.

Köhne's Nachfolger im Amt, Dr. Schubert legte Schumacher das Speyerer Museum mit seinen herausragenden Sonderausstellungen und qualitätvollen Sammlungen ans Herz. „Wir alle sind schon sehr gespannt auf Ihre Ideen“, rief er dem neuen Direktor zu, „ein millionenfaches Museumspublikum in Rheinland-Pfalz und weit darüber hinaus freut sich auf Sie!“

Mit dem schon traditionellen Abschiedsgeschenk des Museumsträgers, des Bezirksverbandes der Pfalz, einer mit vielen Spezialitäten aus der Pfalz bestückten „Pfalz-Kiste“, bedankte sich der Vorsitzende des „Stiftungsrates Historisches Museum“ und gerade erst wiedergewählte Vorsitzende des Bezirkstages der Pfalz, der Frankenthaler Oberbürgermeister Theo Wieder, bei Prof. Dr. Eckart Köhne. Dabei empfahl er, insbesondere für „schwere Stunden“ das „Kirschkernkissen“, ein „Wundermittel“ aus dem Pfalzklinikum Landeck, als Unterlage für das „erschöpfte Haupt“.

Im übrigen jedoch bedauerte es auch Wieder, dass Dr. Köhne dem Museum schon nach so kurzer Zeit wieder „abhanden gekommen“ sei. Das Speyerer Haus habe sich halt in den letzten Jahrzehnten zu einer „wahren „Kaderschmiede für Führungskräfte in der deutschen Museumslandschaft mit der kontinuierliche Gefahr der Abwerbung“ entwickelt, konstatierte Theo Wieder mit Blick auf „allererste Museumsadressen in Deutschland - von der Völklinger Hütte über Museen in Stuttgart , Berlin bis hin nach Karlsruhe“, die durch die Bank ehemalige Speyerer Museumsdirektoren an die Spitze ihrer Häuser berufen hätten. Die verdienstvolle Arbeit, die Dr. Köhnes in seiner kurzen Speyerer Zeit geleistet habe, spiegele sich auch in der umfangreichen Sammlung von Zeitungsausschnitten wider, die ihm der Stiftungsratsvorsitzende zum Abschied überreichte.

Dem neuen Direktor Dr. Alexander Schubert überreichte Wieder zur Begrüßung einen Bildband über die Pfalz sowie ein Blumengebinde aus Hoffnung symbolisierenden Sonnenblumen. Daneben lud er ihn ein, gemeinsam mit ihm andere Einrichtungen des Bezirksverbandes zu besuchen - vom Pfalztheater, der Pfalzgalerie bis hin zu den landwirtschaftlichen Forschungseinrichtungen, um sich so einen Eindruck davon zu verschaffen, „was wir außer der Bewahrung unserer Vergangenheit sonst noch alles tun“.

Dem neuen Museumsleiter wünschte Wieder, dass es ihm gelingen möge, den hohen Standard des Speyerer Museums auch weiterhin zu erhalten. Mit ihm gemeinsam wolle man daran arbeiten, das Speyerer Haus konsequent in seinem Anspruch weiterzuentwickeln, „in der obersten Liga der landeskundlichen Museen in Deutschland mitzuspielen“. Dazu werde es schon in naher Zukunft auch sicher schwieriger Gespräche über die finanzielle Ausstattung des Hauses und der künftigen Unterhaltung seiner Gebäude bedürfen. „Dabei sagt Ihnen der Stiftungsrat jede erdenkliche Hilfe zu“, versicherte Wieder in seiner Eigenschaft als Vorsitzender dieses Gremiums.

In seinen Abschiedsworten bedankte sich Prof. Dr. Köhne zunächst bei den Gremien des Museums und ihren Vorsitzenden, die durch die Möglichkeit zum Erwerb der zweiten Hälfte der ehemaligen Baumwollspinnerei langfristig die Entwicklungsmöglichkeiten des Museums sichergestellt hätten.

Echt bewegt zeigte sich der frühere „Chef“, als er sich beim „Team des Hauses“ bedankte, das in ihm den wohl nachhaltigsten Eindruck hinterlassen habe. „Bei ihnen allen war die Projekt-Organisation stets absolut perfekt“, stellte er lobend heraus. Einen „doppelten Dank“ richtete Dr. Köhne an die zuständigen verantwortlichen Beauftragten für Haushalt und wissenschaftliche Betreuung der Projekte, Gerhard Bossert und Wolfgang Leitmeyer. „Sie waren und sind bei aller 'Flatterhaftigkeit' der wechselnden Direktoren die unabdingbaren Konstanten in einem Haus wie diesem“, attestierte er dankbar. Seinem Nachfolger gab er mit Blick auf seine erste Herausforderung in Form der „Titanic“-Ausstellung den Wunsch mit auf den Weg, dass diese Schau „stets eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“ haben möge.

Für diese Ausstellung kündigte Dr. Alexander Schubert als letzter Redner in dieser Festveranstaltung einige Ansätze an, die ein Stück weit Aufschluss geben könnten über die Herangehensweise des neuen Direktors an ein solches Projekt: Wie Dr. Schubert mitteilte, wolle er gemeinsam mit Peter Hebel von der Speyerer „Schiffswerft Braun“ - der letzten ihrer Art am Oberrhein – in einer die Ausstellung begleitenden Veranstaltung Einblicke in den „Schiffbau von heute“ vermitteln. In einer Sonderausstellung werde zudem Galerist Anton Bronich in seiner Galerie „KultuRRaum“ ausgewählte Arbeiten zum Thema „Titanic“ präsentieren, und schließlich sollen gemeinsam mit dem „Kulturnetz Mannheim-Rhein-Neckar“ „Titanic-Dinner“ angeboten werden.

„Das Thema 'Titanic' war mir im ersten Augenblick eigentlich fremd“, bekannte der neue Direktor freimütig; zwischenzeitlich aber scheint er kulturhistorisch „Blut geleckt“ zu haben daran. Inzwischen finde die „Titanic“ als „Spiegelbild der Gesellschaft des beginnenden 20. Jahrhunderts auch sein gesteigertes, kulturhistorisches Interesse, so Dr. Schubert. Zum anderen solle das angeblich unsinkbare Riesenschiff als „technisches Wunderwerk“ in seiner letztlich ganzen Verwundbarkeit gezeigt und letztlich auch der von ihm ausgehende „Glamour-Faktor“ nicht vergessen werden.

Und schließlich möchte Dr. Schubert am Beispiel des aus dem westpfälzischen Otterberg stammenden jüdischen Millionärsehepaares Ida und Isidor Strauß, der als „Warenhauskönig“ in den USA zu großem Reichtum gekommen war, exemplarisch den Bezug in die Pfalz herstellen. Aufgrund seines hohen Alters, so berichtete Schubert, hätte Strauß eigentlich einen bevorzugten Anspruch auf einen Platz in einem Rettungsboot gehabt, auf den er jedoch zugunsten eines anderen , jüngeren Passagiers verzichtete und so gemeinsam mit seiner Frau ums Leben kam. „Damit möchte ich einen historischen Moment der Geschichte in Verbindung bringen mit einem Ort in unserer Region“, so der neue Direktor, der ankündigte, den Erfolgskurs seiner Vorgänger mit der inhaltlichen Trias aus kulturhistorischen Ausstellungen - wo immer möglich gekoppelt mit entsprechenden Ausstellungen des „Jungen Museums“ -, der Selbstverpflichtung, „historisches Gedächtnis der Pfalz“ zu sein und schließlich der Aufgabe, die regionale Vernetzung kulturhistorisch tätiger Institutionen weiter zu voranzutreiben.

In diesem Sinne wolle er auch die beiden nächsten Mittelalter-„Großprojekte“ verstanden wissen, die mittelfristig im „Historischen Museum der Pfalz“ in Speyer geplant seien: Die Ausstellung über „Richard Löwenherz“ und die Schau über die „Habsburger Dynastie“ zum 800. Geburtstag des im Speyerer Dom beigesetzten Rudolf I. von Habsburg im Jahr 2018.

Man darf also gespannt sein.

Musikalisch umrahmten übrigens der Gitarrist Christian Straube und Andreas Vogel, Oboe den festlichen Nachmittag höchst gefühlvoll mit einer ausgewählten Mischung von Werken aus Klassik und Jazz. Foto: gc

15.08.2014


Der Zustrom reisst nicht ab

Speyerer Playmobil-Ausstellung bricht Bestmarke von 175.000 Besuchern – nach Ansturm zum Schuljahrsende ruhigere Wochen erwartet

cr. Speyer- Der Zustrom will einfach nicht abreissen ! Heute nun konnten die Verantwortlichen des Historischen Museums der Pfalz - der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes für das Museum und frühere Speyerer Oberbürgermeister Werner Schineller und sein Kollege, der Vorsitzende des Stiftungsrates und Vorsitzende des Bezirkstages der Pfalz, der Frankenthaler Oberbürgermeister Theo Wieder, gemeinsam mit dem neuen Direktor des Historischen Museums der Pfalz, Dr. Alexander Schubert und der Kuratorin der Ausstellung, Almut Neef, in der aktuellen, überaus erfolgreichen Ausstellung „40 Jahre Playmobil – eine Abenteuerreise durch die Zeit“ bereits die Besucher mit den Eintrittskarten Nr. 175.000 bis 175.004 willkommen heißen.

Mit einem opulenten Blumengebinde überraschte Oberbürgermeister Theo Wieder den „Jubiläumsgast“, die aus Annweiler am Trifels stammende und seit einigen Jahren mit ihrer Familie in Charleston/ South Carolina in den USA lebende Martina Fetten, die gemeinsam mit ihren Söhnen Lucas (7) und Ellis (5) sowie Töchterchen Olivia (2) diesen Freitag für einen Besuch in Speyer genutzt hatte. Mit von der Partie war auch Luca Reinhardt (10), der Sohn von Freunden aus der Pfalz, gleich Martina und Lucas Fetten „bekennender“ Playmobil-Fan.

Für Sohn Lucas ist noch immer das riesige „Piratenschiff“ von Playmobil das Maß aller Dinge, der gleiche Bausatz, für den schon eine Generation zuvor seine Mama Martina geschwärmt hatte.

Bei einer so tiefsitzenden familiären und offensichtlich von der Mutter auf den Sohn „vererbten“ Begeisterung für das kreative Spielzeug 'Playmobil' war es kein Wunder, dass die Fettens ihren diesjährigen Heimaturlaub für einen Abstecher in die Ausstellung über ihr „Lieblingsspielzeug“ nutzten.

Doch eigentlich sind die Fettens mehr als nur reine „Playmobil-Fans“ - sie fühlen sich vielmehr genauso eng mit dem Speyerer Museum verbunden und besuchen deshalb schon seit Jahren bei jedem Aufenthalt in der „Heimat“ die jeweils aktuelle Sonderausstellung in „ihrem Lieblingsmuseum“ in Speyer.

Von daher kam ihnen das Familienticket für die „Titanic-Ausstellung“, die im Dezember 2014 beginnt, sicher nicht weniger gelegen wie den Kindern die ihnen am Ausgang der Ausstellung überreichten Playmobil-Bausätze.

Am Beginn ihres Rundganges durch die Playmobil-Schau stand aber für alle „fünfe“ erst einmal die gespannte Erwartung, was sich die kleinen Playmobil-Figuren wohl so für sie ausgedacht haben.

Denn geboten wird den Besuchern gar viel in dieser Ausstellung - und deshalb war es auch kein Wunder, dass zuletzt unzählige Schulklassen aus der näheren und weiteren Umgebung die Sonderausstellung zum Ziel ihres Jahresabschluß-Ausfluges auserkoren hatten. „Bei so vielen begeisterten Kindern ging es dann oft ganz schön 'rund'“, weiß Almut Neef von den letzten Wochen zu berichten. „Da haben Sie in den Ausstellungsräumen mitunter Ihr eigenes Wort nicht mehr verstanden“.

Nachdem aber jetzt in allen Bundesländern die Sommerferien „ausgebrochen“ sind, rechnet die Kuratorin der Ausstellung damit, dass es in den kommenden Wochen auch bei den kleinen Playmobil-Figuren etwas ruhiger zugehen wird. „Nicht, dass wir jetzt mit einem deutlichen Rückgang unserer Besucherzahlen rechnen würden“, meint sie, „aber wenn jetzt die Kinder verstärkt mit ihren Familien kommen, dann ist das schon eine etwas andere, gedämpftere Atmosphäre als wenn mehrere hundert Kinder in ihren Klassenverbänden durch unsere Räume toben“.

Von daher lautet der ganz persönliche Rat der erfahrenen Museumsfrau: Die bevorstehenden Ferienwochen für einen entspannten Besuch im Kreise der Familie in der Playmobil-Ausstellung nutzen, „denn wie wir alle in den letzten Wochen gelernt haben: Tage, an denen ein Schwimmbadbesuch nicht die allererste Wahl ist – sei es, dass es regnet oder dass es am Ende dann doch zu heiß ist, gibt es immer wieder – und gerade dann ist es im Museum trocken bzw. angenehm kühl“. Foto: gc

01.08.2014


Kleine Kultfiguren bleiben bis 2. November in Speyer

Bitte nach Verlängerung von 13 Familien aus Schwenningen Bitte nach Verlängerung von 13 Familien aus Schwenningen

Ausstellung „40 Jahre PLAYMOBIL“ im Historischen Museum der Pfalz verlängert

Speyer- Zahlreiche Anfragen, wie die von dreizehn Familien aus Schwenningen, die die Ausstellung „40 Jahre PLAYMOBIL“ im Historischen Museum der Pfalz erst im August besuchen können, haben dafür gesorgt, dass das Museum nun eine finale Verlängerung der Schau bis zum 2. November 2014 beschlossen hat.

Über 160.000 große und kleine Besucher haben sich seit Dezember 2013 bereits auf Entdeckungstour durch die Ausstellung begeben. Knapp 10.000 davon nahmen an einer Führung durch die Ausstellung teil oder verbanden den Besuch mit einem Workshop für Schulklassen. 199 Kinder haben bisher ihre Geburtstagsparty in der Ausstellung gefeiert.

Große Installationen zu historischen Themen begeistern die Besucher genauso wie Spielstationen – beispielsweise eine begehbare Höhle, eine römische Galeere und eine große Baustelle – die zum Mitmachen und Erforschen einladen. Besonders beeindruckend sind die detailreichen Dioramen von PLAYMOBIL-Sammlern und Künstlern. Diese zeigen, dass PLAYMOBIL nicht nur Kinder begeistern, sondern auch Erwachsene faszinieren kann.

„Mit der PLAYMOBIL-Ausstellung erreichen wir die ganz junge Generation der Museumsgänger. Die vielen Nachfragen haben uns überzeugt, die Jubiläumsausstellung nochmals zu verlängern und bis zum Herbst zu zeigen“, so Alexander Schubert, Direktor des Historischen Museums der Pfalz.

Das Museum hat Dienstag bis Sonntag von 10-18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.playmobil-ausstellung.de

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz

17.07.2014


Europäisches Ausstellungsnetzwerk tagte in Speyer

v.l.: Drs. Annabelle Birnie, Dr. Jutta Leskovar, Dr. Gerda Ridler, Wolfgang Leitmeyer, Dagmar Ulm, Lars Börner, Dr. Jorge A. Soler Díaz, Dr. Michael Schefzik, Drs. Harry Tupan, Pilar López, Iglesias v.l.: Drs. Annabelle Birnie, Dr. Jutta Leskovar, Dr. Gerda Ridler, Wolfgang Leitmeyer, Dagmar Ulm, Lars Börner, Dr. Jorge A. Soler Díaz, Dr. Michael Schefzik, Drs. Harry Tupan, Pilar López, Iglesias

Kooperationsausstellung „Maya“ ab 2016 im Historischen Museum der Pfalz zu sehen

Speyer- Anfang Juli fand im Historischen Museum der Pfalz in Speyer die sechste Konferenz des European Exhibition Networks (EEN) statt.
„Die Zusammenarbeit europäischer Museen ist für die Entwicklung großer kulturgeschichtlicher Ausstellungen, wie Speyer sie zeigt, von besonderem Nutzen. Als Gründungsmitglied des European Exhibition Networks hat das Historische Museum der Pfalz bereits zum zweiten Mal die internationalen Fachkollegen zu Gast, um sich über hochkarätige Projekte auszutauschen.“, so Alexander Schubert, Direktor des Historischen Museums der Pfalz während der Eröffnung der Veranstaltung.

Mit dem Oberösterreichischen Landesmuseum Linz und dem Drents Museum aus dem niederländischen Assen ist das Historische Museum der Pfalz seit 2011 einer der Initiatoren des EENs. Heute ist das EEN ein Netzwerk von neun mittelgroßen europäischen Museen, die an einer internationalen Zusammenarbeit interessiert sind. Auf der Konferenz stellten die Mitglieder ihre zukünftigen Ausstellungsprojekte vor, sprachen über Kooperationsmöglichkeiten und tauschten Wissen und Erfahrungen aus.

„Eine zusätzliche Aufgabe des Netzwerkes ist die Suche nach weiteren, ähnlich strukturierten europäischen Kooperationspartnern, um zukünftige Ausstellungsprojekte zu realisieren“, erklärt Lars Börner, Kurator und Betreuer des EENs am Historischen Museum der Pfalz. Als erstes Ergebnis der Zusammenarbeit kann gemeinsam mit dem Drents Museum aus Assen die Ausstellung „Maya“ realisiert werden, die ab Herbst 2016 in Speyer zu sehen sein wird.

Zu den Mitgliedern des EENs gehören derzeit neben dem Historischen Museum der Pfalz in Speyer, dem „Drents Museum“ aus Assen und dem Oberösterreichischen Landesmuseum Linz die beiden spanischen Museen „MARQ Alicante“ und „Entitat Autònoma Museus d'Arqueologia de Catalunya“, das „Världskulturmusearnaa – National Museums of Worldculture“ in Schweden, das Liechtensteinische Landesmuseum, das britische „Amgueddfa Cymru – National Museum Wales“ in Cardiff und das Landesmuseum für Vorgeschichte aus Halle in Deutschland.

Das nächste Treffen des EENs wird voraussichtlich 2015 im spanischen Alicante stattfinden.
Weitere Informationen zur Arbeit des Historischen Museums finden Sie unter www.museum.speyer.de 

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz / Peter Haag-Kirchner

16.07.2014


Alexander Schubert übernimmt am 1. Juli die Leitung des Historischen Museums der Pfalz Speyer

Alexander Schubert übernimmt am 1. Juli die Leitung des Historischen Museums der Pfalz Speyer

Speyer- Dr. Alexander Schubert übernimmt am 1. Juli die Leitung des Historischen Museums der Pfalz Speyer. Der 44-jährige tritt damit die Nachfolge von Dr. Eckart Köhne an, der als Direktor an das Badische Landesmuseum in Karlsruhe wechselte.

In Speyer wird der aus Bayreuth in Bayern stammende Historiker und Kulturmanager Schubert Direktor eines Museums, das sich seit vielen Jahren durch seine exklusiven und einzigartigen Sonderausstellungen bundesweit und international einen Namen gemacht hat.

Die Stärken des Historischen Museums der Pfalz sieht Alexander Schubert einerseits in den fantastischen Sammlungsbeständen, die das Haus als „Gedächtnis der Pfalz“ präsentieren kann, andererseits im Stellenwert als Ort großer kulturgeschichtlicher Ausstellungen mit bundesweiter Strahlkraft.
Ein grundsätzliches Anliegen ist Schubert die Vernetzung kultureller Akteure in der Großregion. Er ist Sprecher des Netzwerks Museen und Schlösser der Metropolregion Rhein-Neckar und Vorstandsmitglied der Touristischen Marketingorganisation Rhein-Neckar e.V.

Mit der Sonderausstellung „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ wird das Historische Museum der Pfalz Speyer ab 21. Dezember 2014 die Reihe der großen kulturgeschichtlichen Ausstellungen fortsetzen.

Hintergrundinformationen

Alexander Schubert (geb. 1969) studierte in Bayreuth und Bamberg Geschichte, Germanistik, Politikwissenschaft und Erziehungswissenschaften.
2001 wurde er mit einer Arbeit zum ersten süddeutschen Städtekrieg bei Bernd Schneidmüller promoviert.
Bei den Museen der Stadt Bamberg stieg er 2002 in die Museumslaufbahn ein.

2004 wechselte er als wissenschaftlicher Kurator an das Kulturhistorische Museum Magdeburg zur Vorbereitung der 29. Ausstellung des Europarates „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“, für die er konzeptionell die spätmittelalterlichen Abteilungen sowie den Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Marketing betreute.

2007 wechselte Schubert zu den Reiss-Engelhorn-Museen nach Mannheim, zunächst als persönlicher Referent des Leitenden Direktors; anschließend war er als Abteilungsleiter tätig. Für Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen koordinierte Schubert das Stauferjahr 2010.
Seit 2011 ist er als Wissenschaftlicher Direktor für die Bereiche Großprojekte, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Museumspädagogik für Sonderausstellungen verantwortlich.

Als Projektleiter betreute er die im Frühjahr zu Ende gegangene zweite Ausstellung der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen „Die Wittelsbacher am Rhein. Die Kurpfalz und Europa“. Anlässlich des Wittelsbacherjahres arbeitete Schubert bereits mit dem Historischen Museum der Pfalz zusammen.

Text: Historisches Museum der Pfalz Speyer, Presse Foto: E. Krismer

02.07.2014


Erstes Titanic-Objekt im Historischen Museum der Pfalz Speyer

Modell des Schiffs im Museumsfoyer – große Ausstellung ab 21. Dezember

Speyer- In Vorbereitung zu „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ präsentiert das Historische Museum der Pfalz jetzt ein Modell des berühmten Passagierdampfers im Maßstab 1:250 in seinem Foyer. Das Schiff aus Birkenholz, an dem Modellbauer Bernhard Rabus fünf Jahre lang gearbeitet hat, ist über einen Meter lang und zieht den Blick der Besucher im Eingangsbereich auf sich. Das Modell befindet sich in einer eigens dafür eingerichteten Vitrine und bietet dem Besucher die Möglichkeit, sich mit der Titanic und ihrer spannenden Geschichte zu befassen.

Die Sonderausstellung präsentiert vom 21. Dezember 2014 bis 28. Juni 2015 rund 250 Fundstücke vom Schiffswrack der Titanic und geht den Fragen rund um die Jungfernfahrt, die in einem Unglück endete, nach. Neben historischen Fakten und originalen Objekten laden auf ca. 1.000 Quadratmetern aufwendige Inszenierungen verschiedener Schiffsbereiche zur Entdeckungsreise in eine vergangene Epoche ein.

Das Museum hat Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Tickets für „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ können bereits an der Museumskasse erworben werden. Weitere Informationen unter www.titanic-dieausstellung.de  Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz

18.06.2014


Rekordverdächtig: Ausstellung „40 Jahre playmobil“ kann 150.000. Besucher(in) begrüßen

Geschwisterpaar aus Stutensee mit ihren Großeltern zu Gast im Historischen Museum der Pfalz in Speyer

spk. Speyer- Die Verantwortlichen des Historischen Museums der Pfalz in Speyer mussten sich schon weit zurückerinnern, um auf eine Ausstellung in ihrem Hause zu stoßen, die schon gut sechs Wochen vor ihrem Abschluss stolze 150.000 Besucher in die Museumsräume gelockt hatte. Heute aber war es wieder einmal soweit: Begleitet von seinem Mitarbeiterstab konnte Museumsdirektor Dr. Eckart Köhne heute früh im Eingangsbereich seines Hauses mit Lucy Zimmermann (10), ihrer Schwester Emily (12) und ihren Großeltern Gabriele und Hans Zimmermann die Besucher mit den Ticket-Nummern 150.000 bis 150.003 in der aktuell gezeigten „playmobil“-Ausstellung begrüßen. Und diesem Anlass angemessen war auch der Stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsvorstandes des Museums, der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger vom Stadthaus herübergekommen, um die aus Stutensee bzw. aus Oestringen in Baden – übrigens uraltes „fürstbischöflich-Speierisches Gebiet“ - angereisten „Jubiläumsgäste“ in Speyer willkommen zu heißen.

Blumen für die geliebte Oma Gabriela Zimmermann - hatte sie doch die Idee für diesen Ausflug nach Speyer während der in Baden-Württemberg noch immer andauernden Pfingstferien - dazu die Informationsschrift zum 40. Geburtstag der „playmobil-Figuren“ und schließlich noch ein aktueller Bausatz des creativen Spielzeugs - dann noch der offizielle Fototermin im Eingang zu der beliebten Ausstellung – dann aber „besiegte“ die Neugierde der beiden Schwestern auf die ausgestellten Exponate doch ihr Interesse an dem offiziellen Teil der Begrüßung: Sie wollten nämlich jetzt doch lieber - geführt von der Ausstellungsmacherin Cathèrine Biasini - die Schau für sich erobern.

Übrigens: Für die „sym-badische“ Familie Zimmermann ist die Verbindung zu „playmobil“ schon fast so alt wie die phantasievollen Figuren selbst: Wie sich Gabriele und Hans Zimmermann erinnerten, war schon ihr Sohn, der Vater von Lucy und Emily, „stolzer Sammler“ und „leidenschaftlicher Bastler“ mit den ersten Bausätzen von „playmobil“ - und seine Töchter werden wohl spätestens seit heute, wo sie in dem Speyerer Museum so aufwändig empfangen wurden, in seine Fussstapfen treten. Foto: gc

13.06.2014


Historisches Schlaglicht „1914-1918. Die Pfalz im Ersten Weltkrieg“

Erster Teil der Doppelausstellung im Historischen Museum der Pfalz präsentiert

spk. Speyer. Mit der Präsentation ihres neuen Historischen Schlaglichts „1914-1918. Die Pfalz im Ersten Weltkrieg“ startete heute das Historische Museum der Pfalz in Speyer den ersten Teil einer zweiteiligen Ausstellung zum Ersten Weltkrieg, die ab dem 29. Mai 2014 an beiden Standorten für den Besucherverkehr geöffnet sein wird. Der zweite Teil dieser Schau, eine um ausgewählte Exponate aus dem Speyerer Landesarchiv und der Pfälzischen Landesbibliothek ergänzte Wanderausstellung, wird dann am morgigen Mittwoch, dem 28. Mai 2014, 18.00 Uhr, unter dem Titel „Heimatfront“ durch den früheren rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck im gemeinsamen Foyer von Landesbibliothekszentrum und Landesarchivverwaltung in Speyer eröffnet. (Lesen Sie dazu auch unsere Ankündigung „Ausstellung 'Heimatfront' im LBZ und LA“ im SPEYER-KURIER vom 03.05.2014)

Bei der Einführung in die Schau im Historischen Museum der Pfalz wies Museumsdirektor Dr. Eckart Köhne in seinem wohl letzten Auftritt vor seinem Wechsel an die Spitze des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe darauf hin, dass die geplante Ausstellung „Die Pfalz im Ersten Weltkrieg“ für sein Haus Anlass gewesen sei, die insgesamt 2.160 Exponate umfassende historische „Kriegssammlung“ aus der Zeit des Ersten Weltkrieges unter der Wissenschaftlichen Leitung des zuständigen Sammlungsleiters Dr. Ludger Tekampe gründlich aufzuarbeiten und wesentliche Teile daraus in einer völlig neuen Ausstellungsarchitektur in die Dauerausstellung der Abteilung „Neuzeit“ des Museums zu integrieren.

Damit, so betonte Dr. Tekampe, werde erstmals die weitgehend unbekannte Sammlung wichtiger Zeitzeugnisse aus der Zeit von vor 1914 bis 1924 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, in der auch versucht werde, die Wirkungsgeschichte des Ersten Weltkrieges aufzuarbeiten.

Durch Plakate aus den besetzten Gebieten Belgiens und Frankreichs, durch Druckschriften, Kriegspostkarten und Erinnerungsgegenstände und unterstützt durch Medienstationen und eine moderne Szenographie solle dem Besucher ein intensiver Zugang zur Lebenswirklichkeit vor hundert Jahren eröffnet werden – dazu seien die Wandtexte der Ausstellung auch in französischer und englischer Sprache abgefaßt..

Wie Dr. Tekampe bei einer ersten Führung weiter darlegte, werde in der Ausstellung die Pfalz vor allem in ihrer Rolle als wichtigem Versorgungsraum nahe der Kriegsfront dargestellt. Lazarette, Kriegsgefangenenlager, Rüstungsindustrie sowie die schwierige Ernährungslage und der Umgang mit dem Trauma des Krieges würden dabei ebenso thematisiert wie das private und öffentliche Gedenken an den Ersten Weltkrieg. Zeugnisse wie eine Bettstatt aus einem in der heutigen Zeppelinschule in Speyer eingerichteten Lazarett für Verwundete der Kriegshandlungen, eine Bombe, wie sie auf beiden Seiten in dem aufkommenden Luftkrieg eingesetzt wurden, ein Telegraph zur Kommunikation zwischen Hauptquartier und Front sind nur einige beispielhafte Exponate, die gemeinsam mit beeindruckenden Fotografien das damals Geschehene greifbar werden lassen.

Wie der Wissenschaftler weiter ausführte, habe zu Beginn des Krieges bei der pfälzischen Bevölkerung die Angst vorgeherrscht, selbst Schauplatz des direkten Kriegsgeschehens zu werden – daher habe sich die Kriegsbegeisterung vor allem in den ländlichen Gebieten bereits 1914 in engen Grenzen gehalten. Dennoch sei schon in diesem ersten Kriegsjahr damit begonnen worden, Erinnerungsstücke an den Krieg zu sammeln, um damit später den eigenen Sieg besser darstellbar zu machen.

Auch wenn in der Region Kriegsverwüstungen weitgehend ausgeblieben seien – Dr. Tekampe nannte als eines der wenigen Negativ-Beispiele den irrtümlichen Abwurf einer eigentlich für einen Rüstungsbetrieb bestimmten Fliegerbombe auf ein voll gefülltes Zirkuszelt in Karlsruhe mit mehreren hundert Opfern – sei die „Wirklichkeit“ des Ersten Weltkrieges doch schnell näher gerückt: Als frontnaher Raum seien in der Pfalz zahlreiche Lazarette eingerichtet worden, die schon nach kurzer Zeit von der Zahl der Verwundeten und der Kriegsdauer überfordert waren. Die Lebensmittel seien bereits Anfang 1915 knapp geworden - vereinzelt sei es sogar zu Hungerrevolten gekommen. Auch fern der Front sei das Leben der Menschen „ganz dem Krieg untergeordnet“ gewesen.

Die Nachricht vom Schrecken dieses ersten industrialisierten Krieges und dem Sterben in den Schützengräben sei dagegen nur spärlich in die Heimat durchgedrungen - Feldpostkarten und -briefe seien oft das einzige Kommunikationsmittel gewesen. Beispiele dafür und weitere berührende Zeugnisse für das Leiden im Krieg finden sich ebenso unter den Exponaten, wie Beispiele kriegsverherrlichender Propaganda.

Schließlich verwies Dr. Tekampe noch darauf, dass das Schlaglicht im Historischen Museum der Pfalz zwar nur einen Bruchteil der über 2.000 Exponate der „Pfälzischen Kriegssammlung“ zeigen könne, dass aber weitere Dokumente sowie neu hinzu gekommene Exponate im Internet unter www.museum-digital.de/rlp zu finden seien. Beschreibungen, Bilder und eine Stichwort-Suchfunktion bieten hier den Interessenten eine einfache Möglichkeit, sich weitergehend mit den Exponaten auseinander zu setzen. Des Weiteren sind neben vielen Exponatbeschriftungen QR-Codes angebracht, sodass Besucher mit entsprechend ausgerüsteten Smartphones vertiefende Informationen zu den Ausstellungsstücken direkt vor Ort über die Datenbank abfragen können.

Diese Ausstellung sei das erste gemeinsame Projekt der im „Netzwerk Museen“ zusammengeschlossenen Museen und Sammlungen entlang des Oberrheins und versuche zudem, den ganz unterschiedlichen Umgang der Menschen in Frankreich, Deutschland und in der Schweiz mit der Erinnerung an diesen ersten Massenkrieg in der Menschheitsgeschichte zu dokumentieren. Das erklärte bei dieser Gelegenheit Dr. Markus Möhring, Leiter des „Dreiländermuseums“ in Lörrach. Das Historische Museum der Pfalz in Speyer, so lobte Möhring, sei dabei eine der ersten Einrichtungen gewesen, die die Chancen entdeckt habe, die ein derartiges Netzwerk für ein solches, gemeinsames Projekt und für gemeinsame Forschungsarbeiten in sich bergen. Ergebnis dieser Zusammenarbeit seien jetzt insgesamt 35 Ausstellungen in diesem Raum, die das Phänomen 'Erster Weltkrieg' aus drei unterschiedlichen nationalen und zahlreichen regionalen und thematischen Blickwinkeln heraus beleuchten würden.

Eine davon wird auch die Wanderausstellung „Heimatfront“ sein, die, so der Mitinitiator und verantwortliche Gestalter der morgen zur Eröffnung anstehenden Ausstellung, der Leiter des Standortes Speyer der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Dr. Walter Rummel, bereits bis weit in das Jahr 2016 hinein ausgebucht sei. „Ich bin aber sicher, dass wir mit dieser Schau die gesamte Zeit des Gedenkens an den Ersten Weltkrieg bis ins Jahr 2018 hinein füllen können“, zeigte sich Dr. Rummel zuversichtlich. Dabei komme der kompakte Aufbau der Schautafeln, die leicht von einem zum anderen Ausstellungsort transportiert werden könnten, der Funktion als einer Wanderausstellung sehr entgegen.

Zu der bemerkswerten Doppelausstellung ist im übrigen unter dem Titel „Heimatfront“ - Der Erste Weltkrieg und seine Folgen im Rhein-Neckar-Raum (1914 – 1924)“ im „verlag regionalkultur“ ein höchst informativer Begleitband erschienen, den Dr. Walter Rummel und sein Mitherausgeber Martin Krauß heute gleichfalls im Historischen Museum vorstellten

Das Historische Museum der Pfalz zeigt das Historische Schlaglicht „1914-1918. Die Pfalz im Ersten Weltkrieg“ innerhalb seiner Sammlungsausstellung „Neuzeit“ ab dem 29. Mai 2014. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen unter www.museum.speyer.de. Fotos: gc

27.05.2014


Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale

Speyer- Rund 250 originale Fundstücke aus dem gigantischen Passagierschiff Titanic sind vom 21. Dezember 2014 bis 28. Juni 2015 im Historischen Museum der Pfalz Speyer zu sehen. Nach Paris, Amsterdam und Brüssel ist Speyer der erste Ausstellungsort in Deutschland, der diese neu arrangierte Ausstellung mit Originalfunden der Tiefseebergungen präsentiert. Neben den historischen Fakten und den originalen Objekten laden aufwendige Inszenierungen verschiedener Schiffsbereiche zur Entdeckungsreise in eine vergangene Epoche ein.

„Mit der Ausstellung ‚Titanic‘ präsentiert das Historische Museum der Pfalz ein einzigartiges Ausstellungsprojekt. Der Untergang des ‚unsinkbaren Schiffs‘ und der Tod von über 1.500 Menschen in den eisigen Fluten des Nordatlantiks markierte im Jahre 1912 eine Zäsur in vielfältiger Hinsicht. Der menschliche Glaube an die Allmacht der Technik wurde nachhaltig erschüttert. Noch heute, über 100 Jahre später, steht der Name dieses Schiffes für einen Mythos und für eine Tragödie. Die Ausstellung will versuchen, dieses Spannungsfeld aufzuzeigen. Die Region kann sich auf ein herausragendes Ereignis freuen!“, so der Vorsitzende des Stiftungsrates des Museums, Theo Wieder, während des Pressegesprächs.

Nach umfangreichen Recherchen konnte erst 1985 geklärt werden, wo das zerbrochene Schiffswrack genau zu verorten ist. Im Rahmen der Expeditionen, die zwischen 1987 und 2010 stattfanden, konnten viele Relikte der Katastrophe aus 3.800 Meter Tiefe vom Meeresgrund geborgen werden. Darunter befanden sich, neben Teilen des Schiffswracks, auch ganz private Gegenstände, wie Schuhe, Bekleidungsstücke, Gläser und Geschirr oder kostbare Schmuckstücke.

„Als ich das erste Mal die Objekte sah, die vom Meeresgrund geborgen wurden, war ich tief berührt“, so Museumsdirektor Dr. Eckart Köhne. „Die Ausstellung lädt nicht nur zu einer faszinierenden Zeitreise ein, sondern geht den vielen Fragen rund um Untergang und Legendenbildung nach.“ Wie und warum wurde die Titanic geplant? Wer reiste auf ihr und mit welchem Ziel? Welche Verkettung unglücklicher Umstände und menschlichen Versagens führte zum tragischen Tod von rund 1.500 Passagieren?

Der Beginn des 20. Jahrhunderts war geprägt durch Pioniergeist und Fortschrittssinn, beide beeinflussten den Bau der RMS Titanic als Post-, Transport- und Passagierschiff – das „sicherste“ seiner Zeit. Es sind die vielen persönlichen Schicksale, die sozialen Gegensätze unter den Passagieren, die Verknüpfung von Luxus und Tod sowie der Mythos der „Unsinkbarkeit“, die den Namen der Titanic zum Inbegriff der Katastrophe schlechthin formten.

Das Historische Museum der Pfalz zeigt „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ bis zum 28. Juni 2015 in Speyer.

Hintergrundinformationen zur Ausstellung:
Die Ausstellung mit dem Originaltitel „Titanic: The Artifact Exhibition“ wird von Premier Exhibitions, Inc. kuratiert, deren Tochterfirma RMS Titanic, Inc. die alleinigen Bergungsrechte am Schiffswrack besitzt.

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz Speyer

16.05.2014


Mit Torte, Musik und Geschenken für Gäste und Speyerer Kitas

Playmobil feiert 40. Geburtstag in der Sonderausstellung im Historischen Museum der Pfalz

gc. Speyer- Mit Geschenken für die kleinen Gäste, mit Torte, Getränken und Musik feierten jetzt gut 250 Kinder und ihre erwachsenen Begleiter eine rauschende Party zum 40. Geburtstag der Playmobil-Figuren, die seit dem 1. Dezember letzten Jahres bereits weit über 100.000 Besucher in die Ausstellungsräume im Historischen Museum der Pfalz in Speyer gelockt haben. Von nah und fern, sogar von sehr weit her, kamen die Gäste zu diesem Fest. Um den wohl weitesten Anreiseweg an diesem Tag traten ein weiblicher Playmobil-Fan aus Hongkong mit Gleichgesinnten aus Australien und Südamerika in einen edlen Wettstreit ein.

Die „Macher“ der Ausstellung – das Speyerer Historische Museum der Pfalz und die fränkische Playmobil-Herstellerfirma „geobra“ hatten dazu alles aufgeboten, was kleinen und großen Playmobil-Fans drei Stunden lang Unterhaltung, Spaß und Freude bereiten sollte: Vorneweg „Rico“, die neue Playmobil-Großfigur und die Schulband der Speyerer „Förderschule im Erlich“ unter ihrem Leiter Karlheinz Bubel, die bereits bei der Eröffnung der Ausstellung für gute Stimmung gesorgt hatte.

Moderator Jens Wienand führte die Kids routiniert durch das Programm und leitete immer wieder zum „Spindroulett“ über, für das Kinder und einige wenige ausgewählte Erwachsene je einen Schlüssel für einen Spind im Eingangsbereich des Museums gewinnen konnten, in dem sie dann später einen Playmobil-Bausatz vorfanden. „Wer ist jünger als vier Jahre?“ wollte Wienand wissen – „Wer ist der älteste im Saal?“. Es war ein vierjähriger Bub und eine 71jährige Oma, die die entsprechenden Preise einheimsen konnten.

Museumsdirektor Dr. Eckart Köhne, der schon in Kürze zum Badischen Landesmuseum nach Karlsruhe wechseln wird, dankte allen Beteiligten an Vorbereitung und Durchführung dieser Ausstellung, an ihrer Spitze Judith Weingart, Pressesprecherin von geobra im fränkischen Zirndorf und Catherine Biasini an der Spitze seines hauseigenen Teams vom „Jungen Museum JUMU“ in Speyer. Sie hätten mit dieser Schau in dem Speyerer Museum ein Stück generationsübergreifende deutsche Kultur- und Spielzeuggeschichte lebendig werden lassen und damit schon heute die Museumsfreunde von morgen ins Haus gelockt.

Bernhard Hane, Chefentwickler der faszinierenden Playmobil-Figuren, konnte die Grüße seines 80köpfigen Kreativteams überbringen, das den ganzen Tag über damit beschäftigt sei, sich immer neue Figuren einfallen zu lassen. „Wir in der Entwicklungsabteilung lieben und leben Playmobil“, betonte Hane. Sein Vorgänger als Chefentwickler, der Gründer von geobra und Erfinder der Playmobilfiguren, Hans Beck, habe 1974 mit drei Figuren eine Erfolgsgeschichte gestartet – bis heute seien über 2,7 Milliarden dieser sympathischen Spielfiguren in über 100 Länder hinaus in alle Welt gegangen, um in über 30 Spielethemen Kinder, Jugendliche und erwachsene Playmobilfreunde zu erfreuen.

„Kinder in der ganzen Welt sind unsere besten Freunde, aber auch unsere wichtigsten Kritiker“, konnte Bernhard Hane berichten – täglich gingen unzählige Kinderbriefe in Zirndorf ein, in denen die Kids Vorschläge für neue Figuren unterbreiteten und Verbesserungen an alten empfehlen würden. Deshalb lud Hane auch alle Partygäste bei dieser Feier ein, sich mit ihren neuen Ideen „ungeniert“ bei ihm zu melden. „Denn Eure Ideen sind unsere Zukunft“, betonte der Chefentwickler - 'Zukunft' von Playmobil aber bedeute heute „Neues aus 2016 bis 2020“. Doch darüber könne er bei dieser Party noch eine Angaben machen, „das ist alles fest in meinem Kopf verschlossen“.

Dann war es soweit: Die überdimensionale Geburtstagstorte mit einem auf eine Marzipanplatte applizierten Großfoto wurde auf die Bühne gerollt, wo sie von Dr. Eckart Köhne,Bernhard Hane und Judith Weingart unter den Augen von Maskottchen „Rico“ und Catherine Biasini aufgeschnitten und an die kleinen Gäste verteilt wurde.

Zuvor hatte Moderator Jens Wienand bereits bekannt gegeben, dass alle Speyerer KiTas aus Anlass dieses „runden“ Geburtstages mit einem „dicken“ Playmobilpaket beschenkt würden. Das Speyerer „Spiel-Haus Sara Lehmann“, die „Villa Kunterbunt“ und die KiTa „St. Joeseph“ wurden stellvertretend für alle auf die Bühne gebeten,, um ihre Geschenke direkt in aller Öffentlichkeit in Empfang zu nehmen.

Die Schau über das höchst kreative „Spielzeug Playmobil“, das heute noch so jung ist wie vor vierzig Jahren, bleibt noch bis zum 22. Juni für all die geöffnet, die es bislang noch nicht geschafft haben, ins Speyerer Museum zu kommen – oder noch zu einem weiteren Besuch vorbeischauen wollen.

Also auf – nix wie hin!. Foto: gc

12.05.2014


Ein Hauch von Hollywood

Erfindung der CurrywurstHistorisches Museum der Pfalz kürte Gewinner seines Trickfilm-Wettbewerbs

Am Freitag, 2. Mai 2014 wurden im Rahmen einer Trickfilmnacht die Preise des Wettbewerbs verliehen, zu dem das Historische Museum der Pfalz im Rahmen seiner aktuellen PLAYMOBIL-Ausstellung aufgerufen hatte. Die Einsendungen wurden in zwei Wettbewerbsschienen bewertet.

In der Kategorie „bis 14 Jahre“ ging der erste Preis an Oskar Doll für seinen Film „Erfindung der Currywurst“. Den zweiten Platz belegt Milian Schwab mit „Picknick im Dschungel“, der dritte Preis wurde an Jule Koob und Annika Weinand für ihren Kurzfilm „Fluch der Nordsee“ vergeben.

In der Kategorie „ab 14 Jahre“ ging der erste Platz an Jakob Jaberg vom Schwerd-Gymnasium Speyer für seinen Film „The Story so far – frei nach Douglas Adams“. Den zweiten Platz belegt „Monster Arena“ von Maxime und Paul MacNiven, Lenard Bordo-Dinnendahl und Dante Lawitzke. Den dritten Platz teilen sich der Film „Die Entscheidung“ von Julia Gutenkunst und Clara Weiske sowie „Plantbrain“ von Lucas Radke aus der Pfadfindergruppe Bad Rotenfels/DPSG St. Laurentius.

Lobende Erwähnungen wurden an die sechste Klasse der Elisabeth-von-Thadden-Schule Heidelberg mit ihrem Lehrer Dieter Scheithe, an Herbert Brosing vom Motorboot-Sportverein Germersheim e.V. sowie für Beiträge außer Konkurrenz von Adrian de Boer, Matthias Kohn, Christopher Wenneis und das Haus Gabriel vergeben. Die Veranstaltung wurde von Birgit Thomas moderiert.

Eingeladen zum Wettbewerb waren Schulklassen, AGs sowie Einzelpersonen und Familien. Aufgabe der Teilnehmer war es, mithilfe der Stop-Motion-Technik, mit der auch klassische Animationsfilme gedreht werden, PLAYMOBIL-Figuren zum Leben zu erwecken. 16 Privatgruppen sowie 14 Schulen und Jugendgruppen haben ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und 42 witzige, spannende und überraschende Trickfilme eingereicht.

Dr. Eckart Köhne und Almut Neef vom Historischen Museum der Pfalz, Wolfgang Schuch vom Offenen Kanal Speyer, Katja Mayer vom Haus der Medienbildung Ludwigshafen, Ludwig Asal vom MedienKompetenzNetzwerk Speyer und die für ihren Animationsfilm „Steinfliegen“ (2009) preisgekrönte Filmemacherin Anne Walther waren für die Preisvergabe verantwortlich. Bewertet wurde von der Jury anhand der Kriterien Ton, Dramaturgie/Story, Technik, Ausstattung und Idee.

In der Altersklasse „bis 14 Jahre“ begeisterte die „Erfindung der Currywurst“ vor allem mit einer liebevollen Ausstattung und einer raffinierten Idee, die technisch überzeugend umgesetzt wurde: Albrecht Dürer, Leonardo Da Vinci und Christoph Kolumbus erfinden bei einem Zusammentreffen ganz nebenbei die Currywurst. Oscar Doll erhielt als ersten Preis einen Gutschein für eine große Kindergeburtstagsfeier im Jungen Museum Speyer. Der Film „Picknick im Dschungel“ arbeitet auch bei technisch anspruchsvollen Szenen sehr gewissenhaft und weißt viel Witz auf. Honoriert wurde die Leistung von Milian Schwab mit einer einjährigen Clubmitgliedschaft im Jungen Museum Speyer. Die Macherinnen von „Fluch der Nordsee“, der durch eine gut durchdachte, mit vielen Überraschungen versehene Geschichte und eine ausgewogene Tonmischung überraschte, erhielten einen Gutschein für einen Medien-Workshop im Haus der Medienbildung Ludwigshafen.

The Story so far, frei nach Douglas AdamsIn der Altersklasse „ab 14 Jahre“ wurde die technisch und kreativ beeindruckende Umsetzung von „The story so far – frei nach Douglas Adams“ mit einem Tablet-Computer von der Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest im Wert von 250 Euro honoriert. Die humorvolle Persiflage auf Computerspiele „Monster Arena“ wurde für ihren Witz mit drei Familieneintrittskarten zur Titanic-Ausstellung belohnt, die das Historische Museum der Pfalz ab Dezember zeigt. Die Macher von „Die Entscheidung“ und „Plantbrain“ , die jeweils durch die Umsetzung einer stimmigen Geschichte überzeugten, erhalten eine Einladung zum Interview in einer Sendung des Offenen Kanals Ludwigshafen.

Der Trickfilmwettbewerb des Historischen Museums der Pfalz wurde unterstützt vom Offenen Kanal Ludwigshafen und der Filmklappe Speyer. Für alle Preisträger produziert der Offene Kanal Speyer einen Mitschnitt des Abends. Darüber hinaus werden die Trickfilme ab sofort in der Sonderausstellung präsentiert.

Das Historische Museum der Pfalz zeigt die Ausstellung „40 Jahre PLAYMOBIL. Eine Abenteuerreise durch die Zeit“ noch bis zum 22. Juni 2014. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr sowie an Feiertagen geöffnet. Weitere Informationen unter www.playmobil-ausstellung.de

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz 

03.05.2014


„Erfreulich geräuschlose Nachfolgeregelung“

Dr. Alexander Schubert tritt Nachfolge von Dr. Eckart Köhne als Direktor des Historischen Museums der Pfalz in Speyer an

Von Gerhard Cantzler

Speyer- Die Würfel sind gefallen: In großer Einmütigkeit haben heute die Gremien der Stiftung „Historisches Museum der Pfalz“ in Speyer den 44jährigen Historiker und Kulturmanager Dr. Alexander Schubert zum neuen Direktor und Nachfolger von Dr. Eckart Köhne bestimmt, der, wie im SPEYER-KURIER gemeldet, am 1. Juli 2014 die Leitung des Badischen Landesmuseums in seiner Heimatstadt Karlsruhe übernehmen wird.

Der in Bayreuth geborene Alexander Schubert studierte in seiner Heimatstadt Bayreuth sowie in Bamberg Geschichte, Germanistik, Politikwissenschaft und Erziehungswissenschaften und wurde 2001 an der Universität Bamberg mit einer Arbeit zum „ersten süddeutschen Städtekrieg“ bei Prof. Dr. Bernd Schneidmüller promoviert.

Bei den Museen der Stadt Bamberg begann er 2002 seine Museumslaufbahn. Dort war er u.a. auch für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. 2004 wechselte er als wissenschaftlicher Kurator an das Kulturhistorische Museum Magdeburg mit der Aufgabenstellung, die 29. Ausstellung des Europarats „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“ vorzubereiten, für die er konzeptionell die spätmittelalterlichen Abteilungen sowie erneut den Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Marketing betreute.

2007 wechselte Dr. Schubert zunächst als persönlicher Referent des Leitenden Direktors zu den Reiss-Engelhorn-Museen nach Mannheim, wo er anschließend als Abteilungsleiter tätig war. Für die Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen koordinierte er das Stauferjahr 2010. Seit 2011 ist der Historiker als Wissenschaftlicher Direktor für die Bereiche Großprojekte, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Museumspädagogik für Sonderausstellungen verantwortlich.
Als Projektleiter betreute er die erst kürzlich mit großem Erfolg zu Ende gegangene zweite Ausstellung der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen „Die Wittelsbacher am Rhein. Die Kurpfalz und Europa“.

Als „Kulturmanager mit viel Erfahrung und herausragenden Leistungen im Bereich der Präsentation großer, historischer Ausstellungen“, so charakterisierte der Vorstandsvorsitzende der „Stiftung des Historische Museum der Pfalz“, Werner Schineller, die bisherige wissenschaftliche Laufbahn des neuen Museumsleiters.

Wie Schineller weiter mitteilte, habe der vom Stiftungsrat eingesetzte Findungsausschuss unter seiner Leitung Dr. Schubert „in einem erfreulich geräuschlosen Verfahren“ aus insgesamt 32 Bewerberinnen und Bewerbern als neuen Museumsdirektor ausgewählt – heute nun sei auch im Stiftungsrat unter der Leitung des Vorsitzenden des Bezirkstags der Pfalz, Oberbürgermeister Theo Wieder, unter fünf verbliebenen Kandidaten die entscheidende Wahl zugunsten von Dr. Schubert getroffen worden.

„Wir hatten bei den zurückliegenden fünf Berufungsverfahren ausreichend Gelegenheit, darin Erfahrung zu sammeln“, so Schineller mit einem Anflug von Ironie und unter Anspielung auf die jeweils nur kurze Amtszeit der Vorgänger Dr. Schuberts. Deshalb äußerte er die Hoffnung, dass mit dem neuen Leiter eine längerfristigere Zusammenarbeit möglich werde.

Auch Theo Wieder begrüßte die Wahl des „neuen Mannes an der Spitze“ des Historischen Museums der Pfalz mit großem Nachdruck: "Ich freue mich sehr, dass Dr. Alexander Schubert vom Stiftungsvorstand und Stiftungsrat einstimmig gewählt wurde. Er hat uns in seiner Präsentation ein wegweisendes Konzept vorgestellt, von dem wir uns für das Speyerer Haus eine Fortsetzung seiner international hoch anerkannten Arbeit versprechen."

Auch Walter Schumacher, Mitglied im Stiftungsrat des Museums und Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, zeigte sich hochzufrieden mit der getroffenen Wahl: „Ich bin mir sicher, dass mit Dr. Schubert die Großausstellungen des Speyerer Museums auch weiterhin internationale Bedeutung finden werden."

Wie der neu bestellte Museumsdirektor heute bei seiner Vorstellung erklärte, sei ihm die Vernetzung der 'kulturellen Akteure' in der Großregion Rhein-Neckar ein grundsätzliches Anliegen. Als Projektleiter der Mannheimer „Wittelsbacher-Ausstellung“ habe er auch schon Erfahrung in der Zusammenarbeit mit dem Speyerer Haus sammeln können. Als 2. Sprecher des „Netzwerks Museen und Schlösser der Metropolregion Rhein-Neckar“ sei er zudem auch Vorstandsmitglied der Touristischen Marketingorganisation Rhein-Neckar e.V.

In Speyer übernimmt Schubert die Leitung eines Museums, das sich seit vielen Jahren durch seine exklusiven und einzigartigen Sonderausstellungen zu historischen, kulturhistorischen oder archäologischen Themen bundesweit und international einen Namen gemacht hat. Mit der Schau „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ wird das Historische Museum der Pfalz Speyer ab 21. Dezember 2014 die Reihe dieser großen kulturgeschichtlichen Ausstellungen fortsetzen.

Zu weiteren Ausstellungsprojekten wollte Dr. Schubert heute noch nicht Stellung nehmen. „Da ist vieles in der 'Pipeline', was ich erst einmal mit den Mitarbeitern im Detail 'sortieren' und erörtern möchte, bevor ich damit an die Öffentlichkeit gehe“, betonte Dr. Schubert heute gegenüber dem SPEYER-KURIER. Auch über seinen endgültigen Dienstantritt ist derzeit noch nicht abschließend entschieden. Seine Stelle wird zwar offiziell erst zum 1. Juli 2014 vakant – wenn es aber nach Theo Wieder geht, könnte im Interesse einer reibungslosen Amtsübergabe davor aber auch eine „überlappende Phase des Übergangs“ eingelegt werden.

Was allerdings feststeht, ist, dass spätestens ab dem zweiten Halbjahr 2015 die komplette Planungshoheit für das Historische Museum der Pfalz an den neuen Direktor übergehen wird. Foto: gc

08.04.2014


Kleine Figuren aus Zirndorf ziehen Gäste in „hellen Scharen“ an

Playmobil-Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz begrüßt heute 100.000. Besucherin

cr. Speyer- Für die kleine Julia Gradt aus Eppelheim bei Heidelberg war es sicher eine Überraschung, die sie so schnell nicht vergessen wird: Als sie nämlich heute nachmittag gemeinsam mit acht ihrer Klassenkameradinnen das Historische Museum der Pfalz in Speyer betrat, um die gegenwärtig dort gezeigte „Playmobil“-Ausstellung zu besuchen, da wurde sie am Eingang von keinem geringeren als dem Vorsitzenden des Stiftungsvorstandes des Museums, dem früheren Speyerer Oberbürgermeister Werner Schineller, überrascht, der sie - gemeinsam mit dem Hausherrn, Museumsdirektor Dr. Eckart Köhne und der Pressesprecherin von Playmobil, Judith Weingart, als 100.000. Besucherin in der Ausstellung begrüßen wollte.

Galant geleitete Schineller - inzwischen selbst „erfahrener Opa“ die jungen Besucherinnen ins Innere der Ausstellung, die sich seit ihrer Eröffnung Anfang Advent zu einem wahren Publikumsmagneten entwickelt hat.

Insbesondere das Angebot, hier seinen Kindergeburtstag feiern zu können, nehmen immer mehr Kids aus nah und fern begeistert in Anspruch – so auch Julia, die am 1. April diesen Jahres in ihr 9. Lebensjahr startete. „Playmobil ist für Julia das allergrößte - und all ihre Freundinnen hat sie inzwischen mit diesem wunderschönen 'Bazillus' angesteckt“, berichtete stolz ihre Mutter Sibylle Grath. An ihrem 4. Geburtstag habe Julia ihre erste Playmobil-Packung erhalten - das „Puppenhaus“, inzwischen längst ein Klassiker im Sortiment der Zirndorfer Spielzeughersteller.„Heute türmen sich Julias Playmobil-Packungen in ihrem Zimmer schon auf drei, vier Etagen übereinander,“ so Mutter Sibylle weiter.

Dass heute noch eine weitere Packung dazukam, dafür sorgte Judith Weingart von Playmobil in Zirndorf: Sie hatte einen der „Renner“ des aktuellen Sortiments, die „Tierklinik City Life“ mitgebracht, um sie der 100.000. Jubiläumsbesucherin zu überreichen.

Von Werner Schineller gab es dazu auch noch einen opulenten Blumenstrauß und für die ganze Familie Grath eine Familienkarte, die ihnen einen weiteren Besuch in der beliebten Playmobil-Ausstellung ermöglicht, die noch bis zum 30. Juni geöffnet bleiben wird. Öffnungszeiten und weitere Informationen: siehe www.museum-speyer.de

Museumsleitung und Playmobil-Sprecherin zeigten sich heute übrigens höchst begeistert von der „tollen Resonanz“, die die Schau in den wenigen Monaten seit ihrer Eröffnung in Speyer gefunden habe. „Das zeigt, dass Playmobil durchaus ein Stück Lebensgefühl von fast zwei Generationen Sammler und Spieler widerspiegelt“, zeigte sich Judith Weingart überzeugt.

Und darum werden wohl auch in den kommenden Wochen, über Ostern und die folgenden Feiertage, die Besucher in „hellen Scharen“ in die Ausstellung strömen, was allerdings kein Problem darstellt, ist die Schau doch großzügig angelegt, so dass auch größere Besuchermengen sich bequem ihren Weg durch die eindrucksvollen Exponate bahnen können.

Das dürfte auch für die letzten Wochen im laufenden Schuljahr gelten, wenn, so wie heute die „private“ Schülerinnengruppe der Friedrich-Ebert-Grundschule aus dem badischen Eppelheim, mit dem Geburtstagsausflug ihrer Freundin Julia, dann ganze Schulklassen aus nah und fern ihre Fahrt zum Schuljahresschluss in die faszinierende Schau in Speyer planen werden. Foto: gc

08.04.2014


Titanic – Die Ausstellung ab 21. Dezember im Historischen Museum der Pfalz

Echte Funde, wahre Schicksale

Speyer- Ab 21. Dezember 2014 präsentiert das Historische Museum der Pfalz in Speyer eine außergewöhnliche Schau: „Titanic – Die Ausstellung. Echte Funde, wahre Schicksale“ (im Original „Titanic: The Artifact Exhibition“). Auf ca. 1.000 Quadratmetern werden 150 originale Fundstücke aus dem gigantischen Passagierschiff zu sehen sein, das vor mehr als 100 Jahren im Atlantik versank.

Nach Paris, Amsterdam und Brüssel ist Speyer der erste Ausstellungsort in Deutschland, der diese neu arrangierte Ausstellung mit den Originalfunden der Tiefseebergungen präsentiert. Wenige Unglücke sind so im Gedächtnis der Menschen verhaftet, wie der Untergang der Titanic. Nach umfangreichen Recherchen konnte erst 1985 geklärt werden, wo das zerbrochene Schiffswrack genau zu verorten ist. Im Rahmen der Expeditionen, die zwischen 1987 und 2010 stattfanden, konnten viele Relikte der Katastrophe vom Meeresgrund geborgen werden. Darunter befanden sich, neben Teilen des Schiffswracks, auch ganz private Gegenstände, wie Schuhe, Bekleidungsstücke oder kostbare Schmuckstücke. Es sind die vielen persönlichen Schicksale, die sozialen Gegensätze unter den Passagieren, die Verknüpfung von Luxus und Tod sowie der Mythos der „Unsinkbarkeit“, die den Namen der Titanic zum Inbegriff der Katastrophe schlechthin formten.

Der Beginn des 20. Jahrhunderts war geprägt durch Pioniergeist und Fortschrittssinn, beide beeinflussten den Bau der RMS Titanic als Post-, Transport- und Passagierschiff – das „sicherste“ seiner Zeit. Wie und warum wurde die Titanic geplant? Wer reiste auf ihr und mit welchem Ziel? Welche Verkettung unglücklicher Umstände und menschlichen Versagens führte zum tragischen Tod von knapp 1.500 Passagieren? Diesen und vielen weiteren Fragen rund um die Titanic geht die Ausstellung in Speyer nach.

Neben historischen Fakten und originalen Objekten laden aufwendigen Inszenierungen verschiedener Schiffsbereiche zur Entdeckungsreise in eine vergangene Epoche ein. Die Besucher können beispielsweise einen Flur der Ersten Klasse begehen und dort eines der luxuriösen Zimmer bewundern oder auch die Enge einer Kabine in der Dritten Klasse nachfühlen, wo bis zu zehn Personen in Etagenbetten untergebracht waren.

Historisches Museum der Pfalz Speyer, Presse; Foto: Premier Exhibitions, Inc.

13.03.2014


SPEYER-KURIER präsentiert jetzt den Film zur Ausstellung

Auf der Erfolgsspur: „40 Jahre playmobil“ im Speyerer „Historischen Museum der Pfalz“ verzeichnet bereits mehr als 67.000 Besucher –

Speyer- Mit über 67.000 Besuchern bereits in den ersten zehn Wochen ihrer Öffnungszeit hat die aktuelle Sonderausstellung zum 40. Geburtstag des Kreativspielzeugs „playmobil“ im „Historischen Museum der Pfalz“ in Speyer eine absolut überzeugende Resonanz gefunden und damit mit dem überwältigenden Erfolg der „Ägypten“-Schau im Jahr 2012 schon nahezu gleichgezogen.

Sicher: Es ist ein gänzlich anderes Publikum, das in die Ausstellung „40 Jahre playmobil“ strömt und dabei an Wochenenden oft genug an einem Tag die Zahl von 3.000 Besuchern übersteigt. Doch war es bei „Ägypten“ überwiegend die große Gemeinde der begeisterten Fans dieser bedeutsamen Epoche der Menschheitsgeschichte, die Wochenenden Gelegenheit nutzen wollte, die ansonsten nur an ihrem originären Aufbewahrungsort, dem „Ägyptischen Museum“ in Turin zu sehenden überragenden Exponate zu besichtigen, so sind es jetzt bei „playmobil“ vor allem die Jungen und die Jüngsten, aber auch die Junggebliebenen, die in diese vom Speyerer „Jumus“ - dem „Jungen Museum Speyer“ konzipierte und von Cathèrine Biasini kuratierte Schau strömen.

Dort können sie in Erinnerungen an vier Jahrzehnte „playmobil“-Figuren schwelgen, können im Geiste noch einmal in die Geschichte dieses Spielzeugs eintauchen, das für viele von ihnen auch als Fünfzig- oder Sechzigjährige ein prägendes Stück der eigenen Lebensgeschichte darstellt. Heute kommen sie z.T. schon wieder mit ihren eigenen Kindern und Enkeln in die Schau oder erfreuen sich daran, wenn diese im Speyerer Museum mit Freunden ihren Kindergeburtstag feiern oder mit der KiTa-Gruppe oder der Schulklasse einen kreativen Tag in der „playmobil“-Ausstellung zubingen.

Für den SPEYER-KURIER war diese alle Erwartungen übertreffende, überragende Akzeptanz dieser Ausstellung Grund genug, mit einem selbst produzierten Videofilm eine Hommage an die kleinen Figuren und die unzähligen, mit ihnen möglichen Szenarien zu produzieren und damit all denjenigen Einblicke in die Schau zu gewähren, die es trotz der noch langen Dauer der Präsentation – sie ist noch bis zum 22. Juni 2014 geöffnet, und da werden die Oster- und die Pfingstfeiertage sicher wieder „Großkampftage“ für die Speyerer Museumsmacher – nicht schaffen, selbst ins Historische Museum der Pfalz“ nach Speyer zu kommen. cr. / Fotos: gc

Sehen Sie deshalb hier unser Video „Vierzig Jahre playmobil“ im SPEYER-KURIER

13.02.2014


„Speyerer Stadtansichten“ im Historischen Museum der Pfalz

v.l.: Vetragsunterzeichnung: Museumsdirektor Dr. Eckart Köhne, Bürgermeisterin Monika Kabs und Gerhard Bossert, Verwaltungsleiter des MuseumsMuseum und Stadt unterzeichnen Kooperationsvertrag

Speyer- Das Historische Museum der Pfalz und das Stadtarchiv Speyer streben eine engere Zusammenarbeit an. Am Mittwoch, 15. Januar 2014 unterzeichneten Bürgermeisterin Monika Kabs, Museumsdirektor Dr. Eckart Köhne und Verwaltungsleiter Gerhard Bossert die Kooperation zwischen dem Stadtarchiv Speyer und dem Historischen Museum der Pfalz.

v.l.:  Museumsdirektor Dr. Eckart Köhne, Museums-Fotograf Peter Haag-Kirchner, Bürgermeisterin Monika Kabs, Verwaltungsleiter des Museums Gerhard Bossert und Dr. Joachim Kemper, Abteilungsleiter Kulturelles Erbe (Stadtarchiv, Museen, Gedenkstätten)Die beiden Institutionen widmen sich nun gemeinsam der Aufarbeitung der Speyerer Stadtgeschichte und kooperieren bei den Vorbereitungen zur Ausstellung „Speyerer Stadtansichten“, die ab dem 14. September 2014 im Museum zu sehen sein wird.

Im Fokus stehen die letzten 350 Jahre der Bebauungs- und Architekturgeschichte Speyers. Ein besonderes Augenmerk wird auf den Geschichten rund um die Gebäude und die Schicksale ihrer Bewohner liegen. Exemplarisch ausgewählte historische Grafiken und Fotografien, die zumeist aus dem Stadtarchiv stammen, werden aktuellen Aufnahmen des Museums-Fotografen Peter Haag-Kirchner gegenübergestellt. Objekte aus dem Museumsbestand lassen den Besucher noch tiefer in die Geschichte Speyers eintauchen.

Ergänzt wird die Präsentation durch einen Bildband, den das Historische Museum der Pfalz und das Stadtarchiv ebenfalls gemeinsam umsetzen.

Das Museum hat Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.museum.speyer.de

16.01.2014


Großer Zuspruch für die PLAYMOBIL-Ausstellung

v.l.: Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Letitia Klinkmüller, Reinhard Klinkmüller, Marita Klinkmüller, Alexander Klinkmüller und Museumsdirektor Dr. Eckart Köhne. v.l.: Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Letitia Klinkmüller, Reinhard Klinkmüller, Marita Klinkmüller, Alexander Klinkmüller und Museumsdirektor Dr. Eckart Köhne.

Das Historische Museum der Pfalz in Speyer begrüßt 50.000ste Besucherin

Speyer- Der Besucherandrang zur Jubiläumsausstellung „40 Jahre PLAYMOBIL“ im Historischen Museum der Pfalz ist groß: Nach nur knapp sechs Wochen Ausstellungslaufzeit konnte bereits der 50.000ste Besucher begrüßt werden. Empfangen wurde der Jubiläumsgast vom Direktor des Museums, Dr. Eckart Köhne und dem Oberbürgermeister der Stadt Speyer, Hansjörg Eger, der an diesem Tag seinen 50. Geburtstag feierte.

Als Ehrengast wurde Marita Klinkmüller aus Jockgrim begrüßt, die mit ihrem Mann Reinhard und ihren Enkeln Alexander und Letitia einen Ausflug zur Ausstellung „40 Jahre PLAYMOBIL“ unternahm. Gemeinsam waren sie vor kurzem bereits in Speyer gewesen und dabei hatten die Kinder das große Ausstellungsbanner entdeckt. „Auch der Vater von Alexander und Letitia hat schon mit PLAYMOBIL gespielt, aber damals waren es nur einige wenige Figuren“ erzählt Marita Klinkmüller. Und womit spielen die Kinder heute am liebsten? „Mit Prinzessinnen und Piraten“ lautet die einhellige Antwort.

„Ich freue mich sehr über die zahlreichen Familien, Eltern und Großeltern, die mit ihren Kindern unsere Ausstellung besuchen. Viele der erwachsenen Besucher haben schon die Playmobil-Ausstellung vor 10 Jahren bei uns gesehen und kommen jetzt wieder. Das ist eine besondere Bestätigung unserer Arbeit“, sagt Cathérine Biasini,Kuratorin der Ausstellung.

Die Jubiläumsausstellung „40 Jahre PLAYMOBIL“ ist noch bis zum 22. Juni 2014 im Historischen Museum der Pfalz zu sehen. Das Museum hat Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.playmobil-ausstellung.de. www.museum.speyer.de

Historisches Museum der Pfalz Speyer, Presse

09.01.2014


Ehrenvolle Berufung in seine Heimatstadt Karlsruhe

Speyerer Museumsdirektor Dr. Eckart Köhne wird Leiter des Badischen Landesmuseums

cr. Speyer. Nach gerade einmal zweijähriger Amtszeit an der Spitze des Historischen Museums der Pfalz in Speyer kehrt der derzeitige Direktor des Hauses, Dr. Eckart Köhne, als Leiter des Badischen Landesmuseums in seine Geburtsstadt Karlsruhe zurück. Dr. Köhne hatte erst im Dezember 2011 die Nachfolge von Prof.Dr. Alexander Koch angetreten, der zuvor zum Leiter eines der Flaggschiffe der Deutschen Museumslandschaft, den Deutschen Historischen Museum in Berlin berufen worden war. Der 46jährige Archäologe Eckart Köhne, der vor seinem Speyerer „Engagement“ das Rheinische Landesmuseum in Trier geleitet hatte, wird sein neues Amt im Juni 2014 antreten. Das teilte gestern die baden-württembergische Kunstministerin Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen) in Stuttgart mit.

Mit dieser ehrenvollen Berufung hat das Speyerer Haus einmal mehr den Beweis dafür angetreten, „Sprungbrett für höhere Verantwortlichkeiten“ in der deutschen Museumsszene zu sein, war doch auch Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig vor seiner Wahl zum Generaldirektor des „Weltkulturerbes Völklinger Hütte“ ebenso „Chef“ in Speyer wie nach ihm Dr. Cornelia Ewigleben, die derzeitige Leiterin des Württembergischen Landesmuseums in Stuttgart und – notabene – Ehefrau von Dr. Eckart Köhne.

v.l.: Dr. Eckart Köhne, Prof.Dr. Alexander Koch, Dr. Cornelia Ewigleben, Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig

Dessen Intentionen, nach den großen und zum Teil höchst spektakulären Schauen mit internationaler Strahlkraft in der Verantwortlichkeit seiner Vorgängerinnen und Vorgänger .die Ausstellungsaktivitäten in Speyer getreu dem Rang des Hauses als „Historischem Museum der Pfalz“ wieder stärker regional auszurichten, wird nun sein Nachfolger umsetzen müssen. Die für 2015 angekündigte Ausstellung über „Richard Löwenherz“, die zweite in der Verantwortung von Dr. Köhne nach der höchst erfolgreichen Schau über das „Königreich Pfalz“, wird nun ein anderer Museumsexperte/Expertin verantworten müssen – falls er/sie sich nicht für andere Schwerpunktsetzungen entscheidet.

Oberbürgermeister i.R. Werner Schineller, Vorsitzender des Vorstandes der „Stiftung Historisches Museum der Pfalz“, zeigte sich im Gespräch mit dem SPEYER-KURIER zwar einerseits enttäuscht darüber, dass der renommierte Museumsmann Dr. Eckart Köhne bereits nach so kurzer Zeit Speyer wieder den Rücken kehre, äußerte aber auf der anderen Seite auch Verständnis für dessen Entschluss, die Nachfolge von Prof. Dr. Harald Siebenmorgen in seiner Vaterstadt Karlsruhe zu übernehmen. „Auch ich habe mir damals eigentlich nichts mehr gewünscht als Oberbürgermeister in meiner Heimatstadt Speyer zu werden“, erinnerte der bekennende Speyerer und Hobby-Historiker, der sich mit seinen Gremien jetzt wieder auf die Suche nach einem neuen Museums-Direktor machen muss.

Foto: skp-Archiv; Völklinger Hütte; Stuttgarter Zeitung 

21.11.2013


Die Könige gehen – die PLAYMOBIL-Figuren kommen

Sonderausstellung „Königreich Pfalz“ im Historischen Museum der Pfalz endete am Sonntag

Speyer- Am Sonntag, 27. Oktober 2013 endete die Sonderausstellung „Königreich Pfalz“ im Historischen Museum der Pfalz in Speyer, die mit rund 300 Objekten aus pfälzischen und bayerischen Museen einen einzigartigen Überblick über die bayerische Geschichte der Pfalz gewährte. Knapp 40.000 Besucher sahen die Schau, die im Rahmen der Ausstellungen zum Wittelsbacherjahr 2013 stattfand. Während der rund 34 Ausstellungswochen buchten insgesamt 308 Vereine, Institutionen und Schulen eine Gruppenführung oder einen Workshop und setzten sich mit den Ausstellungsthemen noch einmal gezielter auseinander. Besonders oft wurde der Audioguide zur Ausstellung mit seinen charmanten und unterhaltsamen, pfälzischen Kommentaren des Kabarettisten CHAKO Habekost gelobt.

Das Historische Museum der Pfalz setzte 2013 mit der Ausstellung „Königreich Pfalz“ ein regionalgeschichtliches Thema um und lag damit eindeutig im Trend. Die Ausstellung inspirierte unter anderem den Verkehrsverein der Stadt Speyer beim diesjährigen Brezelfest einen „Dirndlwettbewerb“ auszurufen, der eine unerwartete Resonanz verzeichnen konnte. „Für uns war die Darstellung der pfälzischen Geschichte im 19. Jahrhundert auch eine Rückkehr zu unseren eigenen Wurzeln – schließlich wurde unser Haus 1910 als ein bayerisches Museum eröffnet“, so Wolfgang Leitmeyer, Leiter der Sammlungen beim Historischen Museum der Pfalz.

Das umfangreiche Begleitprogramm zur Ausstellung, unter anderem mit Vorträgen, einem Poetry Slam unter dem Motto „Home, sweet home“, einer Theater- und einer Kabarettveranstaltung, einer Weinprobe sowie einem Oktoberfest, war durchweg sehr gut besucht.

2014 wird das Historische Museum mit den „Speyerer Stadtansichten“ erneut ein regionales Thema präsentieren. Bis dahin halten zum 1. Dezember 2013 tausende von PLAYMOBIL-Figuren Einzug in das Museum und feiern bis Ende Juni 2014 ihren vierzigsten Geburtstag in Speyer.

Weitere Informationen unter www.museum.speyer.de Historisches Museum der Pfalz Speyer, Presse; Foto: spk-Archiv

28.10.2013


Creativ-Spielzeug zu Gast im Speyerer Historischen Museum der Pfalz

Jubiläumsausstellung „40 Jahre PLAYMOBIL“ mit vergnüglichem Trickfilm eingeläutet

Von Gerhard Cantzler

Speyer- Ab dem 1. Dezember 2013 wird sie wieder im Speyerer Historischen Museum der Pfalz zu Gast sein – die phantastische Welt von PLAYMOBIL, dem Creativ-Spielzeug, das in diesem Jahr.seinen 40. Geburtstag feiern kann. Denn bereits vor zehn Jahren, zum 30jährigen, waren die mannigfaltigen kleinen Figuren, die – zu bunten Dioramen zusammengefügt – spannende Geschichten aus der Menschheitsgeschichte erzählen, in dem Speyerer Haus zu Gast. Schon die damalige Ausstellung war ein großer Erfolg - machte nach Speyer auch an mehr als sieben weiteren Stationen halt und war so wohl zugleich auch ursächlich dafür, dass die „Väter“ von PLAYMOBIL im fränkischen Zirndorf bei Nürnberg sich ihrer eigenen Geschichte erinnerten, ein Archiv anlegten und gemeinsam mit der immer größer werdenen Sammlergemeinde einen ganz neuen Zugang zu ihren Produkten eröffneten.

Heute nun lüfteten die Verantwortlichen des Speyerer Museums – Direktor Dr. Eckart Köhne und Kuratorin Cathérine Biasini M.A. gemeinsam mit ihren Projektpartnern vom „Offenen Kanal“ in Ludwigshafen – an ihrer Spitze der Leiter des „OK“ Ludwigshafen, Dr. Wolfgang Ressmann - schon einmal den Schleier über dieser Jubiläumsausstellung - gaben Hinweise auf das, was alte und neue Fans dieses Spielzeugs - junge und alte, die in den Wochen über die Jahresewende und danach noch bis zum 22. Juni 2014 nach Speyer strömen werden, auf über 2.000 qm Ausstellungsfläche des Museums erwartet und gaben einige reizvolle Kostproben in Form einiger ausgestellter Dioramen mit den kleinen Figuren.. Denn dort, wo sich heute und bis zum 27. Oktober noch das „Königreich Pfalz“ präsentiert, werden dann von ausgewiesenen PLAYMOBIL-Sammlern und -Freaks mehr als zehn, bis zu 10 qm große Dioramen Platz finden, auf denen dann jeweils mehrere tausend Figuren spannende Geschichten erzählen.

Heute allerdings galt es erst einmal, die Aktionen vorzustellen, mit denen auf diese sicher schon von zahllosen Freunden von PLAYMOBIL mit Spannung und großer Vorfreude erwartete Ausstellung, hingeführt werden soll.

Christopher Magin und Gustav Spahn stellen ihren Film beim Pressegespräch der Öffentlichkeit vor.Da ist zum einen der höchst amüsant und informativ zugleich gemachte Trickfilm, in dem die beiden „FSJ-ler (Freiwilliges Soziales Jahr) in der Kultur“ Christopher Magin und Gustav Spahn in sechs Bildern und in gut sechs Minuten Laufzeit den Löwen Iumus, das Maskottchen des „Jungen Museums“ Speyer, einen „jungen Hutträger“ durch wichtige Epochen der Menschheitsgeschichte führen lassen: Beginnend in der Römerzeit finden sich die beiden PLAYMOBIL-Protagonisten in der Südsee wieder und werden – wie soll es auch anders sein – ausgerechnet von einem Piratenschiff aus den Wellen gerettet. Nach einer spektakulären Flucht wartet im Wilden Westen schon wieder das nächste Abenteuer auf sie und die Reise scheint nach einer Auseinandersetzung im Saloon schließlich einem jähen Ende entgegenzugehen...

In den technisch bestens ausgestatteten Studios des „Offenen Kanals“ in Ludwigshafen wurden die beiden mit der Mediengestaltung in Bild und Ton vertraut gemacht und fanden schließlich Gefallen an dem Vorschlag aus dem Speyerer Museum, ihre obligatorische Jahresarbeit gemeinsam den kleinen Figuren zu widmen, die inzwischen nicht nur die Kinderzimmer die Welt erobert haben.

Mit ihrem „Story-board“, dem Entwurf der Geschichte, die sie in ihrem Film realisieren wollten, rannten die beiden „Jungfilmer“ auch bei „PLAYMOBIL in Zirndorf offene Türen ein. Mit der Zusage, von dort mit allen gewünschten Materialien versorgt zu werden, kehrten die beiden zurück in die Pfalz, erbaten sich für ihr Vorhaben von Museumsdirektor Dr. Eckart Köhne einen absolut schwarzen Raum, in dem sie dann über Monate hinweg jede einzelne Szene ihres Filmes sorgfältig aufbauen, ausleuchten und danach fotografieren konnten. Sechs Bilder pro Sekunde liessen die Fguren zum Leben erwachen, - 360 Bilder pro Minute – rund 2.200 für den gesamten Film – eindrucksvolle Zahlen, die sich zu gut 200 Stunden kreativer Arbeit und einem lohnenden Ergbnis summierten.

Sehen Sie den unterhaltsamen Trickfilm von Christopher Magin und Gustav Spahn im Original im SPEYER-KURIER unter:

http://www.museum.speyer.de/Deutsch/Sonderausstellungen/Vorschau/40_Jahre_Playmobil/Der_Film_zur_Ausstellung.htm

Christopher Magin hat sich nach seinem Abitur in Schifferstadt für ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kultur im Historischen Museum der Pfalz Speyer entschieden. Die Zeit am Jungen Museum hat dem Halbbriten so gut gefallen, dass er gleich noch einmal um ein halbes Jahr verlängert hat. Wenn er nicht gerade PLAYMOBIL-Vitrinen einräumt oder Schulworkshops vorbereitet, dann steckt Christopher Magin im JUMUS-Löwenkostüm.

Gustav Spahn hat sich nach seinem Abitur in Speyer für ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kultur beim Offenen Kanal Ludwigshafen entschieden. Die Arbeit im OK-TV Ludwigshafen sowie das Trickfilm-Projekt haben ihn darin bestärkt, nach seinem FSJ eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton zu beginnen. Wenn er nicht gerade am Erstellen eines filmischen Berichts ist, versucht er sich an herausfordernden Projekten und probiert gerne etwas Neues aus.

Christopher Magin beim Aufbau eines Trickfilmsets – der Film ist sein Projekt im Freiwilligen
Sozialen Jahr in der Kultur am Jungen Museum Speyer. Um auf das Thema der Ausstellung und auf die dem Film zugrunde liegende Technik hinzuführen, schreibt das Historische Museum der Pfalz einen Trickfilm-Wettbewerb sowie ihre Aktion „Catch them if you can!“ aus.

Für den Trickfilm-Wettbewerb können sich Teilnehmer von 16 bis 25 Jahren anmelden. Eine informelle Einführung findet für sie in Form eines Workshops bereits am kommenden Freitag, dem 18. Oktober von 14.30 bis 17.00 Uhr statt. Für Lehrer und Gruppenleiter wird eine eigene Einführung am 28. Oktober angeboten.

Ab dem 22. Oktober sind darüber hinaus alle „Detektive“ und „Spürnasen“ in Speyer und der Region dazu aufgerufen, Ausschau zu halten nach 40 PLAYMOBIL-Figuren „im öffentlichen Raum“ der Stadt, die dort – wohl nicht allzu schwierig aufzufinden – aufgestellt sein werden.

Eine absolut vergnügliche Ausstellung also, die da ab dem 1. Dezember 2013 auf die Speyerer und ihre jungen und älteren Gäste in „ihrem“ Historischen Museum der Pfalz wartet. Auch sie soll übrigens nach Abschluss am 22. Juni 2014 „auf Wanderschaft gehen“ - ob auch sie sieben weitere Stationen schaft? - Schau'n wir mal.! Foto: gc;  Historisches Museum der Pfalz/ Peter Haag-Kirchner

15.10.2013


Beitritt des Historischen Museums der Pfalz zum Netzwerk Betriebliche Gesundheitsförderung Speyer

Direktor und Geschäftsführer Dr. Eckart Köhne unterzeichnete am 27. September 2013 im Beisein von Kurt Scherer, Vorsitzender des Netzwerks, und Melanie Weber, stellvertretende Netzwerkvorsitzende, die Netzwerk-Leitlinien.Speyer- Das Historische Museum der Pfalz Speyer ist ab sofort Mitglied im Netzwerk Betriebliche Gesundheitsförderung Speyer. Direktor und Geschäftsführer Dr. Eckart Köhne unterzeichnete am 27. September 2013 im Beisein von Kurt Scherer, Vorsitzender des Netzwerks, und Melanie Weber, stellvertretende Netzwerkvorsitzende, die Netzwerk-Leitlinien. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Historischen Museums der Pfalz können ab sofort die Sport- und Fitnessangebote von Kooperationspartnern des Netzwerks zu besonderen Konditionen nutzen und an Aktionen wie „Speyer bewegt sich – Weg mit dem Speck“ teilnehmen. Durch den Beitritt des Historischen Museums der Pfalz steigt die Anzahl der Betriebe, Behörden und Organisationen im Netzwerk Betriebliche Gesundheitsförderung Speyer auf insgesamt 27 an.

Direktor Dr. Eckart Köhne betonte die große Bandbreite der Angebote für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die entscheidend für den Beitritt des Museums war: „Im sitzenden Büroalltag kommt ein Ausgleich durch Bewegung oft viel zu kurz. Da braucht es attraktive Offerten, die preisgünstig sind und leicht zugänglich wahrgenommen werden können.“

Das Netzwerk Betriebliche Gesundheitsförderung Speyer gibt es bereits seit dem Jahr 2004. Das Netzwerk hat die Aufgabe, die Ziele der Gesundheitsförderung in den beteiligten Unternehmungen und Verwaltungen zu verfolgen und vorhandene Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Es erhält dabei die Unterstützung von Kooperationspartnern der Gesundheitsbranche.

Das Historische Museum der Pfalz in Speyer zählt mit seinen umfassenden Sammlungsausstellungen und seinen thematisch vielfältigen, hochkarätigen Sonderausstellungen seit vielen Jahren zu den bedeutendsten Museen in Deutschland. Seit 1999 beherbergt das Historische Museum der Pfalz Speyer zudem das erste Kinder- und Jugendmuseum in Rheinland-Pfalz. Als nächste große Sonderausstellung zeigt das Historische Museum der Pfalz ab 1. Dezember 2013 die Jubiläumsausstellung „40 Jahre Playmobil – Eine Abenteuerreise durch die Zeit“.

Weitere Informationen unter www.bgf-speyer.de und www.museum.speyer.de.

Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz / Peter Haag-Kirchner 

27.09.2013


40 Jahre PLAYMOBIL – Wie macht man eine Ausstellung?

Kinder erleben das „Making-of“ im Club Junges Museum Speyer

Speyer- Ab 1. Dezember präsentiert das Historische Museum der Pfalz die große Ausstellung „40 Jahre PLAYMOBIL. Eine Abenteuerreise durch die Zeit“. Auf ca. 2000 Quadratmetern halten die kleinen Kultfiguren und ihre spannende Geschichte Einzug. Wie entsteht eine Ausstellung? Wer denkt sich das alles aus? Wer baut die Vitrinen auf und wer weiß, wohin all die kleinen PLAYMOBIL-Figuren gehören? Diese und weitere Fragen werden an den Nachmittagen des 28. September, 26. Oktober und 23. November in der „Making-of“-Reihe des Clubs Junges Museum Speyer beantwortet.

Die Kinder erleben die einzelnen Bauphasen der Ausstellung und entdecken, wie viele unterschiedliche Berufsfelder daran mitarbeiten, die Ausstellung pünktlich zu eröffnen. Außerdem gestalten die Clubkinder gemeinsam zwei eigene PLAYMOBIL-Vitrinen, die ab 1. Dezember von allen Besuchern der Ausstellung bewundert werden können.

Im Club Junges Museum Speyer können Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren ein Jahr lang mit ihrem Clubausweis alle Ausstellungen des Historischen Museums der Pfalz Speyer kostenlos besuchen und an den spannenden monatlichen Club-Workshops – immer samstags zwischen 15 und 17 Uhr – teilnehmen.

Kleine „Geschichtsdetektive“ können jederzeit für den Club angemeldet werden, die Clubkarte ist für 20 Euro an der Museumskasse erhältlich und die Mitgliedschaft endet nach einem Jahr.
Anmeldungen zu den „Making-of“-Terminen und Fragen zum Programm nimmt Frau Colette Neufurth unter Tel. 06232 - 62 02 22 entgegen. Weitere Informationen zum Club Junges Museum Speyer unter www.kindermuseum.speyer.de#

Historisches Museum der Pfalz Speyer, Presse

20.09.2013


Arbeit des Historischen Museums der Pfalz mit 485.600 Euro unterstützt

Mainz/Speyer- Das rheinland-pfälzische Kulturministerium fördert den Betrieb des Historischen Museums der Pfalz in Speyer in diesem Jahr mit einer Stifungszuwendung in Höhe von 485.600 Euro. Dies teilte Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, heute in Mainz mit.

Das Historische Museum der Pfalz beherbergt fünf ständige Schausammlungen zur Urgeschichte, Römerzeit und Neuzeit sowie die Domschatzkammer und das Weinmuseum. Ein Besuch im „Jungen Museum“ bietet Kindern und Jugendlichen eine zugleich altersgerechte als auch spannende Annäherung an Kultur und Geschichte. Ein wichtiger Bestandteil des Programms sind darüber hinaus wechselnde Sonderausstellungen. Sie haben das Historische Museum der Pfalz über die Landesgrenzen hinaus international bekannt gemacht.

Bis zum 27. Oktober ist die Ausstellung „Königreich Pfalz“ in Speyer zu sehen. Über 300 Objekte aus pfälzischen und bayerischen Museen gewähren einen einzigartigen Überblick über die Geschichte der Pfalz, als sie bayerisch war. Auf 900 Quadratmetern werden Geschichten von Kämpfern für die Freiheit, visionären Wissenschaftlern und Entdeckern, Sportlern von Weltrang, armen Schustern und reichen Weinbaronen erzählt.

Ab 1. Dezember präsentiert das Museum ein besonderes Jubiläum: 40 Jahre Playmobil. Große Playmobil-Installationen zu historischen Themen werden die Besucherinnen und Besucher begeistern – eine begehbare Höhle, eine römische Galeere und eine große Baustelle sind Beispiele spannender Spielstationen, die zum Mitmachen und Erforschen einladen.

Nähere Informationen zum Museum und seinen Ausstellungen gibt es im Internet un-ter www.museum.speyer.de

07.08.2013


Schenkung eines bedeutenden Portraitgemäldes an den Historischen Verein der Pfalz

Übergabe in der Sonderausstellung „Königreich Pfalz“

Speyer- Am 25. Juli 2013 wurde ein bedeutendes Porträtgemälde aus dem Jahr 1891, das den Deidesheimer Juristen, Politiker und Weingutsbesitzer Dr. Julius Siben darstellt, an den Historischen Verein der Pfalz übergeben. Die Schenkung erfolgte durch den Großneffen des Porträtierten, Wolfgang Siben aus Deidesheim, und die Enkelin Ingeborg Schubert-Siben aus Göteborg. Wolfgang Siben war zusammen mit seiner Frau neben Museumsdirektor Dr. Eckart Köhne und dem Vorsitzenden des Historischen Vereins, Oberbürgermeister a.D. Werner Schineller, bei der Übergabe zugegen.

Köhne und Schineller zeigten sich hocherfreut über den Sammlungszuwachs. Schineller lobte das bürgerschaftliche Engagement der Schenkenden und wies darauf hin, dass der seit 1827 bestehende Historische Verein der Pfalz dankenswerterweise immer wieder Adressat großherziger Spenden gewesen sei. Das übergebene Gemälde, so Schineller, stelle einen wichtigen Beitrag zu den Sammlungen des Vereins dar.

Das Gemälde ist noch bis zum 27. Oktober in der aktuellen Sonderausstellung „Königreich Pfalz“ des Historischen Museums der Pfalz zu sehen und wird danach dem Sammlungsbereich „Neuzeit“ zugeordnet.

Das Porträtgemälde des Julius Siben ist ein bedeutendes historisches und künstlerisches Exponat, welches in hervorragender Weise auf den politischen Katholizismus aus der Zeit der Jahrhundertwende verweist. Es stellt Siben (geboren am 11. April 1851 in Deidesheim, gestorben am 4. Oktober 1907 ebenda) im Alter von vierzig Jahren dar. Gemalt wurde es von dem bekannten Heidelberger Maler Guido Philipp Schmitt (geboren am 23. Februar 1834 in Heidelberg, gestorben am 8. August 1922 in Miltenberg).

Siben wird in leichter Linkswendung dargestellt, die rechte Hand am Revers des Gehrocks, im zweiten Knopfloch von oben steckt der Knebel einer Uhrkette. Die linke Hand umschließt ein Schriftstück und liegt auf einem aufgeschlagenen Buch. Dahinter sind deutlich Gesetzesbücher mit dem Aufdruck "Corpus Iuris Civilis" und "Code Napoleon I." zu erkennen. Im Hintergrund rechts befindet sich eine Skulptur der „Justitia“ mit Schwert, Waage und dem Attribut der verbundenen Augen.

Julius Siben studierte in Bonn, Würzburg und Heidelberg Jura und Philosophie. Er promovierte in beiden Fächern in Heidelberg. 1878 übernahm er wegen des plötzlichen Todes seines Vaters Georg Siben das elterliche Weingut in Deidesheim. Julius Siben war ein bedeutender Vertreter des politischen Katholizismus in der Kaiserzeit bzw. – aus bayerischer Sicht – in der Prinzregentenzeit. Das Amt des Bürgermeisters in Deidesheim bekleidete er von 1895 bis 1905. Von 1882 bis zu seinem Tode 1907 amtierte er als Vorsitzender der katholischen Zentrumspartei in der Pfalz. 1899 bis 1907 war er Abgeordneter des Bayerischen Landtages. Dort engagierte er sich u.a. in Weinbau-, Eisenbahn-, Wasserrechts- und allgemeinen Gesetzgebungsfragen. Im Münchner Landtag setzte er sich u.a. auch für den Schriftsteller Karl May ein, den er von Deidesheimer Aufenthalten her persönlich kannte und den er gegen "Schundvorwürfe" entschlossen verteidigte.

Das Historische Museum der Pfalz Speyer ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.museum.speyer.de.

Hintergründe:

Die Familie Siben betreibt seit dem 18. Jahrhundert in Deidesheim ein renommiertes Weingut. Das biozertifizierte Weingut ist Gründungsmitglied des „VDP. Die Prädikatsweingüter Pfalz“. Der 1931 geborene Wolfgang Siben stand 30 Jahre an der Spitze des Verbandes und ist heute Ehrenvorsitzender. Derzeit führt Sohn Andreas Siben das „Weingut Georg Siben Erben“.

Der Historische Verein der Pfalz wurde 1827 gegründet. 1869 gründete der Verein das Historische Museum der Pfalz, in dem auch die Sammlungen des Vereins untergebracht sind. Seit 1986 ist das Museum eine Stiftung des öffentlichen Rechts. Der Historische Verein der Pfalz ist einer der Stifter. Er hat zurzeit ca. 3000 Mitglieder, die sich u.a. in 14 Orts- und Kreisgruppen treffen. Die Geschäftsstelle des Hauptvereins ist beim Historischen Museum der Pfalz angesiedelt.

Historisches Museum der Pfalz Speyer; Foto: Peter Haag-Kirchner

26.07.2013


Bedeutsamer Beitrag auf dem Weg zur Aufnahme der SchUM-Städte in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste

Wanderausstellung im Historischen Museum der Pfalz eröffnet

cr. Speyer. Ein bedeutsamer Schritt auf dem Weg zum Antrag für eine gemeinsame Aufnahme der „SchUM“- Städte Speyer, Worms und Mainz in die deutsche Vorschlagsliste für das UNESCO-Weltkulturerbe wurde jetzt mit der Eröffnung der Wanderausstellung „Künstler sehen SchUM – Ein Blick auf das jüdische Erbe am Rhein“ im Historischen Museum der Pfalz in Speyer getan. Im Forum des Museums hatte sich dazu eine veritable Gruppe erwartungsvoll lauschender Gäste eingefunden, die – von Museumsdirektor Dr. Eckart Köhne begrüßt – damit zugleich auch das ungebrochen große Interesse an der reichen jüdischen Geschichte von Speyer und an „SchUM“ - „der Wiege jüdischer Gelehrsamkeit“ für das mittelalterliche Judentum im „Aschkenas“, dem Gebiet nördlich der Alpen, dokumentierten.

Dr. Köhne konnte zu dieser Gelegenheit neben den Oberbürgermeistern der SchUM-Städte Worms und Speyer, Michael Kissel und Hansjörg Eger vor allem Christoph Kraus, Leiter der Abteilung „Allgemeine Kulturpflege“ im rheinland-pfälzischen Bildungsministerium begrüßen, der in Vertretung von Staatssekretär Walter Schumacher gekommen war, der wiederum eigentlichfür seine Ministerin Doris Ahnen „einspringen“ sollte. „So kann es zugehen in obersten Landesbehörden“, bemerkte Dr. Köhne trocken, dessen Gruß sodann den Vertretern des Speyerer Domkapitels, Domkustos Peter Schappert und Domdekan Dr. Christoph Kohl, galt. Weiters sah man unter den zahlreichen Gästen auch die Landtagsabgeordneten Rosa Grünstein (SPD) aus Altlußheim und ihre Speyerer Kollegin Friedrike Ebli (SPD), Prof. Dr. Thomas Metz, den Generaldirektor der Direktion „Kulturelles Erbe in Rheinland-Pfalz“ sowie den Vorsitzenden der Kulturstiftung Speyer, Prof. Dr. Peter Eichhorn.

Die Ausstellung, so betonte Dr. Köhne, solle einen Beitrag dazu leisten, den Weg der SchUM-Städte - „SchUM“ ist die Abkürzung aus den Anfangsbuchstaben der hebräischen Namen für Speyer – Schpira, Worms – Urmaisa/Warmaisa und Mainz – Magenza – zu ebnen hin zu dem angestrebten gemeinsamen „Weltkulturerbe“-Status. Dazu hätten die drei in der Ausstellung vertretenen Künstler - der Speyerer Bildhauer Wolf Spitzer, der in Worms geborene Maler Klaus Krier und Manuel Herz, der Architekt der eindrucksvollen neuen Mainzer Synagoge - bedeutende Beiträge geleistet.

In seinem Grußwort wies der Verteter des Mainzer Bildungsministeriums, Christoph Kraus, auf den hohen Rang hin, den Baudenkmäler, wie die beiden erhaltenen rituellen jüdischen Kultbäder - die Mikwaot von Speyer und Worms - durch ihre einzigartige Architektur einnehmen, oder der mittelalterliche jüdische Friedhof von Worms, der von Juden in aller Welt Verehrung genieße, was sich bis heute in den zahlreichen Zetteln Ausdruck verschaffe, die auf den Grabsteinen niedergelegt werden.

Das Land Rheinland-Pfalz verfolge deshalb das Ziel, die SchUM-Städte in die Liste der Weltkulturerbestätten aufgenommen zu sehen, nicht allein wegen des reichen jüdischen Lebens im Mittelalter, sondern auch, weil sich heute wieder jüdisches Leben in den neuen Synagogen von Mainz und Speyer herausbilde. „Bedeutsam für die SchUM-Städte ist nicht die Architektur ihrer Sakralbauten“, so Kraus, „sondern der bis heute spürbare Geist des Judentums, der sie durchweht“. Dieser Geist bestimme die christlich-jüdische Tradition unseres Kulturkreises. Um diesen Zusammenhang zu erfassen, müsse noch mehr, noch intensiver über die SchUM-Städte informiert werden und die Symbolsprache des Judentums, wie sie sich in der neuen Mainzer Synagoge des Architekten Manuel Herz Ausdruck verschaffe, erspür- und erlebbar gemacht werden.

Der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger erinnerte daran, dass die Ausstellung, die die Sicht dreier namhafter Künstler auf SchUM vermitteln solle, bereits in Berlin und Mainz und nach Speyer – dort wird sie bis zum 18. August 2013 gezeigt – auch noch in Worms gezeigt werden wird. „Alle drei Künstler haben sich ganz besonders intensiv mit SchUM beschäftigt“, betonte Eger, der mit Blick auf den Speyerer Bildhauser Wolf Spitzer auf dessen diesbezüglichen Arbeiten verwies, die heute im Stadtbild von Speyer bleibende künslerische Zeugnisse für das Judentum in der Stadt hinterlassen würden. Das Speyerer Judenbad sei ein Baudenkmal von herausragendem Rang, so Eger – die „Weisen von Speyer“ hätten im Mittelalter den Ritus des jüdischen Glaubens bis heute nachhaltig beeinflusst. In soweit sei die Bewerbung um den Weltkulturerbe-Status von „SchUM“ nur die konsequente Fortsetzung der Bemühungen von Stadt und Land, das Judentum im Bild der drei Städte auch zukünftig sichtbar zu erhalten.

Als „Architektur gewordenes Wort“ bezeichnete der Leiter der Judaika-Sammlung des Historischen Museums der Pfalz, Dr. Werner Transier, die in der Wanderausstellung breiten Raum einnehmende neue Mainzer Synagoge. Er gab kenntnisreich und mit vielen Bezügen zu der symbolträchtigen hebräischen Sprache eine detailreiche Einführung in die Ausstellung der drei Künstler, die im Anschluss an seine Ausführungen von den Teilnehmern an der Eröffnungsveranstaltung besichtigt werden konnte. Foto: gc

Lesen Sie die Einführung in die Ausstellung von Dr. Werner Transier im Wortlaut im SPEYER-KURIER.

24.05.2013


Eröffnung „Künstler sehen SchUM“ - Rede von Dr. Werner Transier

„Wie sehr gehören unsere Lehrer in Mainz, in Worms und in Speyer zu den Gelehrtesten der Gelehrten, zu den Heiligen des Höchsten! Von dort geht die Lehre aus für ganz Israel, und seitdem Gemeinden in den Rheinlanden in ganz Deutschland und in unseren (d.h. Österreich, Böhmen, Ungarn) Reichen gegründet sind, hat man sich dort an ihre Vorschriften gehalten“. Mit diesen Worten preist Rabbi Jitzchak ben Mosche, genannt Or Sarua: aufgehendes Licht, der bedeutendste jüdische Gelehrte der mittelalterlichen Judengemeinde von Wien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts die jüdischen Gelehrten der drei rheinischen Judengemeinden von Speyer, Worms und Mainz. Diese drei Gemeinden sind in der jüdischen Welt bis heute als SchUM-Gemeinden präsent.

In den drei Städten bestand ein reiches Potential an Religionsgelehrten mit häufigen persönlichen Kontakten und vielfältigen verwandtschaftlichen Beziehungen untereinander. In allen drei SchUM-Städten gab es Jeschiwot: Lehrhäuser zur Aus- und Weiterbildung von Studierenden, die nicht nur aus den SchUM-Städten kamen, sondern aus allen Bereichen des weiten Beziehungsraums ihrer Lehrer. Die Rabbinen von SchUM trugen mit ihren Entscheidungen in religiösen Angelegenheiten, ihren Schriften, Gebeten und Gesängen entscheidend zur Ausbildung des mitteleuropäischen jüdischen Traditionskreises der Aschkenasim bei, benannt nach Aschkenas, der hebräischen Bezeichnung für die Gebiete nördlich der Alpen. Spätestens ab der Mitte des 12. Jahrhunderts erkennen die meisten jüdischen Gemeinden in Mitteleuropa die Entscheidungen der Rabbinen von SchUM als verbindlich an. SchUM ist eine Erscheinung des Mittelalters.

Das geistige Erbe der SchUM-Gemeinden und ihrer Rabbinen aber lebt fort in den vielen aschkenasischen Judengemeinden, die in fast allen Teilen der Welt bestehen. Selbstbewusst und stolz dürfen wir sagen: Ohne SchUM kein Berlin, kein Wilna, kein New York.

Wie bedeutend SchUM für unser kulturelles Erbe ist, zeigen auch die hier präsentierten zeitgenössischen Künstler: Manuel Herz, Klaus Krier und Wolf Spitzer. Die drei Künstler haben sich in ganz unterschiedlichen Kunstgattungen dem Thema gewidmet: Manuel Herz ist der Architekt der 2010 ihrer Bestimmung übergebenen Synagoge von Mainz. Für mich ist sie einer der eindrucksvollsten Synagogenbauten Deutschlands aus der Zeit nach 1945. Die Architektur gewordene Schrift spielt eine zentrale Rolle bei diesem Bauwerk. Schon das äussere Erscheinungsbild ist eine stilisierte Wiedergabe des hebräischen Wortes „keduschah, deutsch: Heiligung, Erhöhung, Segnung “. Aus der Wortwurzel des hebräischen Verbs „kiddesch: segnen, heiligen“, aus den Buchstaben qof, dalet und schin, die in „keduschah“ enthalten sind, entstanden Begriffe die, vielfältige Bereiche jüdischen Lebens und Denkens berühren. „Keduschah: Heiligung“ gebietet vor allem und allen dem Allmächtigen. Im Zusammenhang mit der Synagoge denkt man an den Aron ha Kodesch, ursprünglich die Bundeslade aus dem mobilen Heiligtum der Israeliten und dann dem Tempel von Jerusalem, heute der baulich hervorgehobene Schrein an der nach Jerusalem ausgerichteten Seite der Synagoge, der die Torarollen birgt. Die Feste und der Schabbat werden durch den „Kiddusch: Segen“ geheiligt. Am Schabbat werden Wein oder Brot durch den Kiddusch geheiligt. Der Kaddisch wiederum ist ein Lobpreis des Ewigen, der zum Gedenken an Verstorbene gesprochen wird. Besonders mit SchUM verbunden ist der „Kiddusch haSchem: die Heiligung des Namens des Allmächtigen“. Dieser Begriff umschreibt die Selbsttötung von Jüdinnen und Juden während der Pogrome, um nicht in die Hände ihrer Verfolger zu fallen. „Kadosch/Kedoscha: Heiliger/Heilige“ schliesslich bezeichnet die Männer und Frauen, die ihres Glaubens wegen ermordet wurden. Allzu gross ist deren Zahl in SchUM.

Das in der Synagoge von Mainz Architektur gewordene Wort ist letztendlich die Aufforderung an Jüdinnen und Juden, ja an alle Menschen, ob religiös oder nicht, sich so zu verhalten, dass der Ewige dadurch Heiligung erfährt.

Klaus Krier aus Worms wurde durch das 1984 erschiene Buch: „Warmaisa, 1000 Jahre Juden in Worms“ von Fritz Reuter, einem der Pioniere der Erforschung der jüdischen Geschichte in SchUM angeregt, sich in seinem künstlerischen Werk mit der jüdischen Geschichte seiner Stadt zu beschäftigen. Eines seiner Werke trägt den Titel des Buches von Fritz Reuter. Eine christliche Grafik des 16. Jahrhunderts, die in Darmstadt verwahrt wird, diente als Vorlage für Klaus Kriers „Jude aus SchUM“. Zur Kennzeichnung trägt er eine Knoblauchzwiebel, hebräisch: Schum. Klaus Kriers „segnende Hände vom Grabstein eines Cohen“ also eines Nachfahren der Priester, die einst im Tempel von Jerusalem den Gottesdienst versahen, erinnern an den „Heiligen Sand von Worms“, den einzigartigen, fast 1000 Jahre alten Friedhof, einer Stein gewordenen Geschichte der jüdischen Gemeinde von Worms. Zu Worms wie auch Mainz gehört auch Rabbi Shmuel ben Yizhak aus Troyes, genannt RaSchI, der in der zweiten Hälfte des 11. Jhs. in Mainz und Worms studierte und in seiner Heimatstadt Troyes in der südlichen Champagne wirkte. Eine stilisierte Landkarte mit Ortsnamen beschreibt die Beziehungswelt des Gelehrten, zu der SchUM genauso gehört wie viele Städte im Norden Frankreichs von der Maas bis zur Loire. Die Gemeinden der Champagne standen auch nach RaSchI noch mit SchUM in Verbindung. Wurde doch auf der Rabbinensynode von Troyes 1146 die überregionale Verbindlichkeit der Beschlüsse der Rabbinen von SchUM bestätigt.

Wolf Spitzer aus Speyer widmet sich als Bildhauer seit vielen Jahren jüdischen Themen, mittelalterlichen und neuzeitlichen. Auch er widmete sich dem Gelehrten RaSchI, dem wir einen heute noch unverzichtbaren Kommentar zum Babylonischen Talmud, gelehrte Kommentare zur hebräischen Bibel und zahlreiche Weisungen zu religiösen Fragen verdanken. Auf SchUM verweist der stilisierte Kopf eines rheinischen Juden mit dem Spitzhut. Die christliche Kunst des Mittelalters verwendete den Träger des Spitzhuts als Metapher, ja als Piktogramm für die Darstellung von Juden. Der Titel des Werks „Et Haza´am: Zeit des Zornes“ ist der Formulierung des Grabsteins des 1365 in Speyer verstorbenen Gelehrten Baruch ben Elieser entnommen. „Zeit des Zornes“ ist die Umschreibung für Pogrom. Rabbi Baruch hat nach den Pestpogromen von 1349 in Speyer überlebende und heimatlos gewordene Glaubensgeschwister in seinem Haus aufgenommen und mit dem Lebensnotwendigsten versorgt. Sein Verhalten war Heiligung, womit wir wieder bei jener Botschaft angekommen sind, die Manuel Herz mit der Architektur der Mainzer Synagoge Tag für Tag an uns aussendet. Dr. Werner Transier

24.05.2013


Frühjahrstagung der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften

Führungswechsel und Buchvorstellung

Am 26. April 2013 fand im Historischen Museum der Pfalz die Frühjahrstagung der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften statt. Die 1925 gegründete Vereinigung von Wissenschaftlern geistes- und naturwissenschaftlicher Disziplinen, die pfalzspezifisch forschen, besteht zurzeit aus 115 Mitgliedern. Sie stellte als 110. Band ihrer Veröffentlichungsreihe die „Beiträge zur Geologie der Pfalz“ vor (herausgegeben von Jost Haneke und Klaus Kremb, 108 S.).

Anlässlich der Neuwahlen des Vorstandes schieden der bisherige Präsident der Gesellschaft Dr. Klaus Kremb, sein Stellvertreter Prof. Dr. Eckhard Friedrich und Generalsekretär Dr. Werner Transier aus ihren Ämtern aus. Dr. Klaus Kremb konnte in seinem Rechenschaftsbericht eine eindrucksvolle Bilanz seiner Amtszeit vorlegen. 2004 hatte er das Amt von dem damals verstorbenen Prof. Franz Staab übernommen. In den folgenden acht Jahren stärkte er besonders die finanzielle Basis der Gesellschaft und brachte die damals geplanten Tagungen und Veröffentlichungen zum erfolgreichen Abschluss, auch konnten neue Projekte angestoßen werden. So erschienen alleine in den letzten drei Jahren in der Schriftenreihe der Gesellschaft die Bände 105 bis 110, nämlich „Mythos Staufer“, „Geographie der Pfalz“, „Historische Regionalforschung im Aufbruch – das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken“, „Verzicht auf Revanche – das Kriegstagebuch 1914/18 des Divisionspfarrers in Landau“, „Der Westwall in der Südpfalz“ und „Richard von Cornwall“.

Geplant sind für die nächsten eineinhalb Jahre weitere Bände zu den Themen „Pfälzer Lebensbilder“, „Die Pfalz: Geographie vor Ort“ (Geographie der Pfalz II), „Regionalgeschichtliche Perspektiven für die Pfalz und ihre Nachbargebiete“, „Wissensdialog und Wissenstransfer im 18. und 21. Jahrhundert“ sowie zu „Weistümern“. =p>

Gewählt wurden als Präsidentin der Gesellschaft Dr. Lenelotte Möller (Studiendirektorin am Paul-von-Denis-Gymnasium in Schifferstadt), als Vizepräsident Dr. Peter Diehl (Leiter der Rheingütestation Worms), als Generalsekretär Dr. Joachim Kemper (Leiter des Stadtarchivs Speyer), als stellvertretender Generalsekretär Dr. Andreas Imhoff (Archivar des Kreises Südliche Weinstraße). Beisitzer wurden Dr. Hartmut Harthausen, PD Dr. Hans-Wolfgang Helb, Dr. Jürgen Ott sowie als Schriftleiter der „Pfälzer Heimat“ Dr. Jürgen Vorderstemann. Als Kassenprüfer wurden Prof. Dr. Hans Ammerich und Dr. Reinhard Flößer gewählt. Weitere Informationen unter www.pfaelzische-gesellschaft.de. Historisches Museum der Pfalz Speyer, Presse

03.05.2013


Familienbild als Dokument adeligen Lebens am Übergang vom Barock zum Empire

Historisches Museum der Pfalz erhält kostbare Dauerleihgabe von anonymem Leihgeber

cr. Speyer. Eine hochkarätige Dauerleihgabe ziert seit heute an prominenter Stelle die gerade erst wiedereröffnete Sammlungsausstellung „Neuzeit“ des Historischen Museums der Pfalz in Speyer. Das höchst qualitätvolle Gemälde „Die Gräfin von Forbach mit ihren Söhnen Christian und Wilhelm“ des Zweibrücker Hofmalers Johann Christian von Mannlich (1741-1822) aus dem Jahr 1764 hat ein Freund des Speyerer Museums, der unbedingt anonym bleiben will, im Jahr 2012 über einen Kunsthändler aus dem Besitz der Bankiersfamilie Rothschild in Paris erworben. Die Rothschild hatten das Gemälde mit Bezug zu Paris seit den 1930er Jahren in ihrem Besitz – sein Käufer hat es jetzt dem Speyerer Museum als dem „einzig angemessenen Ort“ und „gefühlten“ Landesmuseum zur dauerhaften Präsentation überlassen.

Heute nun präsentierten der Speyerer Museumsdirektor Dr. Eckart Köhne und der Sammlungsleiter „Neuzeit“, Dr. Ludger Tekampe, mit erkennbarer Freude das neue Exponat und die nach umfangreichen Renovierungsarbeiten am Gebäude wiedereröffnete Sammlung. Dr. Köhne bezeichnete dabei das Gemälde als ein wunderbares Zeitdokument am Ausgang des Barock und am Beginn des Empire, das in einzigartiger Weise das Leben der Adeligen in jener Zeit widerspiegele. Das Gemälde, das 1763 von dem Wittelsbacher Herzog Christian IV. von Zweibrücken in Auftrag gegeben wurde, sei ein ungewöhnliches, sehr komplexes Familienportrait, das viel über den Zeitgeist seiner Entstehungsjahre ausdrücke, so Dr. Köhne.

Christian IV. ehelichte 1751 heimlich Marianne Camasse (1734-1807), eine Tänzerin, die er ein Jahr zuvor als Ballettschülerin im Mannheimer Theater kennengelernt hatte. Obwohl Marianne 1756 durch Ludwig XV. in den französischen Adelsstand erhoben und im gleichen Jahr von Herzog Stanislaus Lesczcynski von Lothringen zur Gräfin von Forbach ernannt wurde, war sie Zeit ihres Lebens ihrem Mann nicht ebenbürtig: Der hohe Adel konnte nach dem Hausrecht der Wittelsbacher nur mit Mitgliedern regierender Häuser eine in vollem Umfang gültige Ehen eingehen. Dieser Umstand hatte zur Folge, dass Marianne und ihre sechs Kinder keinerlei Anspruch auf Namen, Titel, Wappen und Erbe hatten.
Diese Situation stellt die Ausgangsbasis für das Familienportrait dar, in dessen Vordergrund Gräfin Marianne von Forbach mit ihren beiden Söhnen Christian und Wilhelm sowie deren Erzieher Baron Ludwig von Stein abgebildet sind.

Die Darstellung der Gräfin weist dabei eine auffallend große Ähnlichkeit mit einem Portrait Francois Bouchers der Marquise von Pompadour, der Mätresse des französischen Königs Ludwigs XV., auf: Herzog Christian war mit der Marquise befreundet und gab Mannlich, dem damaligen Hofmaler des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken, den Auftrag, Marianne in gleicher Haltung darzustellen. Dieser Wunsch entsprang nicht nur seinem ästhetischen Bewusstsein, sondern war – neben einem Kompliment an die Marquise – auch der Versuch, die eigene Verbindung durch die Analogie mit der allseits bekannten Beziehung des französischen Königs zu adeln und zu legitimieren.

Die gesellschaftlichen Zwänge machten es dem Maler darüber hinaus unmöglich, Herzog Christian gleichberechtigt neben Frau und Kindern abzubilden und führten dazu, dass der Familienvater der dargestellten Szene nur auf einem „Bild im Bild“, einem Portraitgemälde im Hintergrund, beiwohnen kann. Auf diesem ist Herzog Christian sowohl als Familien- wie auch als Landesvater in staatstragender Pose und in offizieller Robe ganz im Stil Ludwig XV. abgebildet.

Die Botschaft des Werkes ist nach Aussage des Speyerer Museumsdirektors das Bekenntnis eines Mitglieds des hohen Adels zu seiner nicht standesgemäßen Familie. Es ist zugleich ein Dokument, das wie kaum ein anderes Gemälde Zeitgeschichte, internationale Beziehungen, Rechtspositionen und ein sich wandelndes Selbstverständnis des Adels zur Zeit der Frühmoderne miteinander verbindet.

Im Anschluss an die Präsentation gab Dr. Tekampe einen kurzen Einblick über die von ihm kuratierte Sammlung „Neuzeit“ des Museums, die Exponate aus 500 Jahren „von Martin Luther bis Konrad Adenauer“ umfaßt. Derzeit sind die Ausstellungsstücke allerdings nur bis in die Zeit des Separatismus in den 1930er Jahren zu sehen, - die Exponate der folgenden dreißig Jahre müssen zum Teil noch aufbereitet und in die Schau integriert werden.

Allerdings gibt es in der Ausstellung derzeit auch einige „weiße Flecken“ - haben doch einige der Gemälde Eingang in die großartige und sehenswerte Sonderschau „Königreich Pfalz“ gefunden. Foto: gc

25.04.2013


Zu Besuch bei Freunden

Dr. Eckert Köhne, Direktor des Historischen Museums der Pfalz, spricht zur Eröffnung derPräsentation im Münchner Infopoint.
Foto: Historisches Museum der PfalzSechswöchige Präsentation der Speyerer Sonderausstellung „Königreich Pfalz“ im Münchner Infopoint – Museen & Schlösser in Bayern

München- Das Historische Museum der Pfalz Speyer präsentiert sich ab sofort bis 1. Juni 2013 als erstes, nicht-bayerisches Museum im Münchner Infopoint – Museen & Schlösser in Bayern.

Ausgewählte Exponate und eine Medienstation informieren ab sofort in der Münchner Innenstadt über die aktuelle Sonderausstellung „Königreich Pfalz“ des Speyerer Museums, die von der Pfalz unter der Herrschaft der Wittelsbacher Könige erzählt.

Nach Napoleons Niedergang wurden die Grenzen und Staaten Europas durch den Wiener Kongress neu definiert und die Region der heutigen Pfalz fiel an die Wittelsbacher. Damit regierten zwischen 1816 und 1918 die bayerischen Könige auch über die linksrheinische Pfalz. Maximilian I. Joseph, der erste dieser Herrscher, stammte aus der Zweibrücker Linie des Adelsgeschlechts der Wittelsbacher, die nachfolgenden Könige und Regenten des bayerischen Königreichs waren ausnahmslos seine Nachkommen. Unter und mit den Wittelsbacher Königen formte sich die Region zu dem, was sie heute ist. Ob Landwirtschaft und Weinbau, Firmen und Fabriken wie die BASF oder Pfaff, ganze Städte wie Ludwigshafen oder berühmte Bauten wie der Speyerer Dom – die bayerische Zeit prägt die Pfalz bis in die Gegenwart.

Raumansicht des Ausstellungsbereichs „Könige von Bayern - Die Pfälzer auf der Bayern Thron“
Foto: Historisches Museum der Pfalz / Peter Haag-KirchnerDas Historische Museum der Pfalz erzählt in der Ausstellung „Königreich Pfalz“, die noch bis zum 27. Oktober 2013 in Speyer gezeigt wird, auf 900 Quadratmetern Ausstellungsfläche Geschichte(n) aus der Pfalz: von Kämpfern für die Freiheit, visionären Wissenschaftlern und Entdeckern, Sportlern von Weltrang, königstreuen Bürgerinnen und Bürgern, armen Schustern und reichen Weinbaronen. Dazu präsentiert das Museum nicht nur über 350 Exponate aus bayerischen und pfälzischen Museen, sondern unter anderem auch eine mehr als zehn Meter breite Wandgrafik – die „Walhalla der Pfälzer“ – und legt augenzwinkernd zur Ausstellung ein eigenes „Dubbeglas“ auf: das „Maß“ aller Dinge in der Pfalz.

Die Ausstellung „Königreich Pfalz“ konnte nur durch die hervorragende Unterstützung und enge Kooperation mit zahlreichen bayerischen Museen und Institutionen, allen voran dem Bayerischen Nationalmuseum, der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds sowie dem Bayerischen Armeemuseum Ingolstadt realisiert werden. Das Thema der Ausstellung sowie die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Kollegen führten zu dem exklusiven Angebot, im Infopoint die Auftakt-Ausstellung des „Wittelsbacherjahrs 2013“ vorstellen zu dürfen.

Alle Besucherinnen und Besucher des Infopoints haben zudem die Chance, persönlich und umfassend zu entdecken, was nicht nur König Ludwig I. Zeit seines Lebens an der Pfalz fasziniert hat. In Kooperation mit dem Lindner Hotel und Spa Binshof sowie der Deutschen Bahn wird unter allen, die eine Gewinnfrage richtig beantworten können, ein Wellness-Kurzurlaub für zwei Personen inklusive An- und Abreise innerhalb Deutschlands und dem Besuch der Ausstellung „Königreich Pfalz“ verlost.

Der Infopoint – Museen & Schlösser in Bayern ist ein zentraler Anlaufpunkt im Herzen Münchens: Im geschichtsträchtigen Alten Hof werden aktuelle und umfassende Informationen zur bayerischen Museumslandschaft für alle Interessierten bereitgehalten. Der Infopoint ist Montag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.koenigreich-pfalz.de und www.infopoint-museen-bayern.de. Historisches Museum der Pfalz Speyer, Presse

24.04.2013


Auszug aus Speyer

Sag bloß! Hieroglyphen-Stempel eröffnen den Kindern neue Zeichenwelten.Mitmach-Ausstellung „Ägyptens Schätze entdecken“ des Historischen Museums des Pfalz endet mit hervorragender Bilanz

Am Sonntag, 7. April 2013 endete die Mitmach-Ausstellung „Ägyptens Schätze entdecken“ im Historischen Museum der Pfalz Speyer.
Rund 85.000 kleine wie große Besucher ließen sich in den vergangenen 393 Tagen von den multimedialen und interaktiven Stationen der Ausstellung in das Land am Nil entführen. Die Mitmach-Ausstellung wurde aufgrund des großen Erfolgs zweifach verlängert.

300 Gruppen mit insgesamt 7464 Teilnehmerinnen und Teilnehmern buchten eine kindgerechte Führung und ließen sich „Ägyptens Schätze“ auf Deutsch, Englisch oder Französisch erläutern. Innerhalb von 550 ausstellungsbegleitenden Workshops machten sich 5.230 Kinder zu einer Entdeckungsreise in das Alte Ägypten auf. Und insgesamt 189 Geburtstagskinder feierten – im Schnitt an jedem zweiten Tag während der letzten 13 Monate – zusammen mit 2.004 Gästen ihren schönsten Tag des Jahres im Museum und gestalteten gemeinsam Lesezeichen aus Papyrus, Tontiere oder Skarabäen.

Ab 1. Dezember 2013 präsentiert das Historische Museum der Pfalz Speyer für Familien eine ganz besondere Jubiläumsausstellung: bis 22. Juni 2014 geht die Mitmach-Ausstellung „40 Jahre PLAYMOBIL“ im Historischen Museum der Pfalz dem Phänomen PLAYMOBIL auf den Grund und erzählt mit interaktiven Spielstationen und Installationen zu historischen Themen die Kult(ur)-Geschichte dieses Spielsystems.

Bis dahin bietet die aktuelle Sonderausstellung „Königreich Pfalz“ für Familien eine Kinderebene, die mit 15 speziell gekennzeichneten Objekten, kindgerechten Beschreibungen und einem eigenen Audioguide für die kleinen Besucher die Lebenswelt von Kindern in der Pfalz des 19. Jahrhunderts veranschaulicht.

Das Historische Museum der Pfalz Speyer ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.museum.speyer.de.

Historisches Museum der Pfalz Speyer, Presse: Foto: Historisches Museum der Pfalz Speyer / Peter Haag-Kirchner

08.04.2013


König Ludwig I. - bayrischer Herrscher und vielschichtige Persönlichkeit

Vortrag des Wittelsbacher-Experten Dr. Markus Lamm

cr. Speyer. Ein höchst informatives und zugleich vergnügliches Porträt des wohl bedeutsamsten bayerischen Königs Ludwig I zeichnete jetzt – rechtzeitig zur Eröffnung der Sonderausstellung „Königreich Pfalz“ im Historischen Museum der Pfalz - der Speyerer Pastoralreferent und intime Kenner der Geschichte des Hauses Wittelsbach, der Historiker Dr. Markus Lamm. Und wie ungebrochen groß das Interesse der Speyerer an dem bayerrischen Herrschergeschlecht.und ihrem für Speyer so bedeutsamen Exponenten ist, zeigte die Tatsache, dass der Vortrag in der Bibliothek des Priesterseminars schon kurz nach seiner Ankündigung aus- und überbucht war. So musste noch ein Zusatztermin festgelegt werden, der gleichfalls rasch ausgebucht war. Dass dann an beiden Abenden dennoch einige wenige Plätze frei blieben, das war wohl der derzeit auch in Speyer grassierenden Grippewelle geschuldet.

Das „Geheimnis“ des bis heute anhaltenden Erfolges Ludwig I. hatte wohl der Leiter der Bibliothek, Dr. Herbert Pohl, bereits in seiner Begrüßung offenbart, als er darauf hinwies, dass Ludwig I. sein ganzes Leben lang keinen Hehl aus seiner pfälzischen Herkunft gemacht habe.

Am 25. August 1786 als Sohn von Maximilian I. Joseph und seiner Frau, Prinzessin Auguste Wilhelmine Maria aus dem Hause Hessen-Darmstadt in Straßburg geboren, wo der Vater zu dieser Zeit als Marschall stationiert war, habe sich der Regent ein Leben lang als „pfälzischer Bayer“ verstanden, der nach eigenem Bekunden „weder österreichisch noch preußisch denke“. Auch dass der junge Prinz mit dem Hang zur „Verschriftlichung“ - Ludwig I. hinterließ allein 18 laufende Regalmeter mit selbst verfassten Gedichtbänden – sich in einem Bericht über seine „religiöse Erziehung“ als „pfälzischer Prinz“ bezeichnete, mache seine große Affinität zu der Heimat seiner Vorfahren deutlich. Seine Mutter habe sich um die Erziehung des jungen Prinzen gekümmert und auch für seine religiöse Bildung gesorgt. Im Jahr 1803 habe er seine Studien in Landshut und später in Göttingen aufgenommen, wo diese allerdings mehr der allgemeinen Bildung als einem vertiefenden wissenschaftlichen Studium gedient hätten. Mehr hätten da schon die zahlreichen Italienreisen den jungen Prinz geprägt, so Dr.Lamm, zu denen er – erstmals schon im Jahr 1804 – immer wieder aufgebrochen sei. „Ludwig I. hat Italien als das 'irdische Paradies' verstanden“, erläuterte der Referent, Frankreich dagegen seit der Enthauptung seines Patenonkels Ludwig XVL. lebenslang verabscheut.

Am 12. Oktober 1810 habe Ludwig Theresia von Sachsen-Hiltburghausen geheiratet – zunächst nicht aus Überzeugung, sondern weil er mit diesem Schritt einer Verheiratung durch Napoleon mit einer von ihm ungeliebten französischen Adeligen aus dem Weg gehen konnte. Die Hochzeit mit Theresia wurde damals in München als ein großes Fest gefeiert und wird als „Oktoberfest“ bis heute auf der nach der Prinzessin benannten Theresienwiese angehalten. Theresia jedoch sei ihm zeitlebens eine liebende Gattin gewesen, die ihm neun Kinder geboren und ihm auch seine zahlreiche Eskapaden mit anderen Frauen immer wieder verziehen habe. Mit dem verlorenen Rußland-Feldzug sei der Einfluss Napoleons in Europa zurückgegangen; gleichzetig habe sich aber der politische Handlungsspielraum Ludwigs erweitert. Bayern steigt neben Österreich und Preußen zur dritten Regionalmacht auf deutschem Boden auf, wobei Ludwig unter dem Sammelbegriff „teutsch“ alles subsummiert habe, was ihm missliebig gewesen sei.

Im Jahr 1818 habe Ludwig I. dann nach dem Tod seines Vaters Max I. Josef die Herrschaft über Bayern übernommen und die erste deutsche Verfassung in Kraft gesetzt, durch die er nicht nur herrschen, sondern im Sinne von politischem Gestalten auch regieren wollte. In dieser Zeit sei in ihm auch der Wunsch gewachsen, die rechtsrheinischen Teile der (Chur)Pfalz in sein Herrschaftsgebiet einzubeziehen. Dazu habe er sogar einen Gebietstausch mit der Grafschaft Sponheim im heutigen Rheinhessen angestrebt – die badischen Regenten aber hätten sich diesem Wunsch widersetzt.

Nach dem Jahr 1830 habe Ludwig dann außenpolitisch wieder verstärkt Österreich zugeneigt, während er im Inneren eine lebendige Politik anstrebte. Innerhalb kürzester Zeit habe er durch Kürzungen bei den Salären seiner Minister und Beamten sowie bei den Löhnungen seiner Soldaten den Staatshaushalt Bayerns saniert. Ludwig – so habe er damals über sich selbst geschrieben – sei „ein guter Wirt“ gewesen. Das habe ihm allerdings wenig Freunde in Kreisen der Militärs und der Beamtenschaft geschaffen, was sich später noch für ihn rächen sollte.

Als im Jahr 1830 in Frankreich wieder einmal eine Revolution ausgebrochen sei, habe der König befürchtet, dass diese auch auf die Pfalz übergreifen könnte. Er befahl deshalb der Justiz, hart gegen eventuelle Revolutionäre in der Pfalz durchzugreifen – ganz im Metternich'schen Sinne seien daraufhin die Pressegesetze verschärft worden.

Dazu habe sich dem König mit dem frei gewordenen Thron von Griechenland ein neues Betätigungsfeld eröffnet. Inspiriert von dem Geist des alten Griechenlands habe er 1833 seinen zweiten Sohn Otto zur Begründung einer neuen Dynastie nach Athen geschickt. Dieses mit viel Elan und großem finanziellen Einsatz aus München unterstützte Vorhaben sei jedoch schon nach wenigen Jahren gescheitert – Otto dankte 1862 wieder ab, kehrte zurück nach Bayern und lebte bis zu seinem Tod in Bamberg.

Breiten Raum in dem Vortrag nahm auch das Verhältnis König Ludwig I. zur Kirche ein. Die bayerische Politik habe die Kirche stets als ein Mittel zur Eiunflussnahme auf das Volk verstanden, so Dr. Lamm. Als König sei er als Katholik zugleich auch das Oberhaupt der Protestantischen Kirchen gewesen. Allerdings habe er daneben penibel darauf geachtet, seine Rechte gegenüber dem Papsrt zu bewahren – bayerische Theologiestudenten sollten nicht das „Germanikum“ in Rom beziehen, weil der König dort ihre „Verrömerung“ fürchtete. In Bayern selbst aber ließ er in seiner Regierungszeit 75 neue Klöster gründen, die zumeist mit Benediktinern besetzt wurden. Als man Ludwig im Jahr 1825 anbot, als Gegengewicht zu den Preussen, die zu „Schutzherren der Protestanten“ erhoben worden waren, die Schutzherrschaft über die Katholiken zu übernehmen, lehnte er dies ab. Er misstraute dem römischen Klerus, während er mit dem ersten Speyerer Bischof nach der Wiedergründung des Bistums Speyer, Nikolaus-von-Weis enge, geradezu persönliche Kontakte unterhielt, die, so Dr. Lamm, sogar soweit gingen, dass die beiden Rezepte für Pfannkuchen austauschten.

Und so habe sich Ludwig I. am liebsten gesehen: Umgeben von Kunst, von der er sich bei seinen zahlreichen Reisen – der König war allein 27 mal in Italien, davon 19 mal in Rom – habe inspirieren lassen. In seinem Herrschaftsgebiet entstanden herausragende Kunst- und Bauwerke – die Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben, der Speyerer Dom, den er aufwändig ausschmücken ließ, das Siegestor in München, die Feldherrnhalle an der Residenz und die Glyptothek. Für alle diese Baumassnahmen verfügted er, dass sie auch – sollte er ihre Fertigstellung nicht mehr erleben – in jedem Falle zu Ende geführt werden sollten.So ist auch der Königsplatz in München erst 1862 – vierzehn Jahre nach seinem Rücktritt vom Amnt des Königs - fertiggestellt worden.

Im Jahr 1846 sei dann Elisabeth Schärf, geb. Gilbert in sein Leben getreten. Unter dem Künstlernamen Lola Montez war sie wohl zuvor schon mit Heinrich, dem LXXII. Fürst Reuß, jüngere Linie, verheiratet gewesen. Sie habe wohl das Herz des Monarchen im Sturm erobert. Ludwig stattete sie fürstlich aus, wollte ihr eine Million Gulden zur Verfügung stellen, damit sie von den Zinsen leben könnte - doch als er sie zur Gräfin Landsberg erhob, habe sich der Müncherner Adel gegen ihn gestellt. Für seinen Rücktritt sei Lola Montez jedoch nicht ursächlich gewesen, zeigte sich Dr. Lamm überzeugt. Dies habe wohl mehr seine Ursache in der Erhöhung der Brot- und der Bierpreise gehabt sowie in der Unterlassung von Reformen in Staat und Militär. Für den 8. März 1848 habe der König den Bayerischen Landtag einberufen, wo ihm die Forderungen der Abgeordneten präsentiert wurden: Mehr Pressefreiheit, bessere Versorgung der Beamten und der Soldaten – und schließlich: Die Einführung einer parlamentarischen Monarchie. Das allerdings wollte der König um keinen Preis - und trat zurück.

Ausgestattet mit einer jährlichen Apanage von 500.000 Gulden verzochtete er schließlich auf den Thron, reiste noch viel, weilte auch regelmäßig auf seinem Sommersitz auf der Villa Ludwigshöhe und besuchte sogar – wohl versöhnt mit den Franzosen – im Jahr 1867 noch die Weltausstellung in Paris. Am 29, Februar 1868 verstarb König Ludwig I. in Nizza.

Ein Gedicht des Königs, das den beziehungsreichen Titel „Ich“ trägt, beschloss den überaus sachkundigen und facettenreichen Vortrag, der das Bild des Königs rechtzeitig zu den Wittelsbacher-Ausstellungen in vielen Details in neuem Licht erscheinen läßt. Foto: gc

24.03.2013


Herzog Max in Bayern: „Die Pfalz liegt den Wittelsbachern bis heute am Herzen“

Eindrucksvolle Eröffnung der Ausstellung „Königreich Pfalz“ im Historischen Museum der Pfalz in Speyer

Von Gerhard Cantzler

Königreich Pfalz“ - die jüngste Sonderausstellung im Historischen Museum der Pfalz in Speyer ist eröffnet. Nach einem gut 90minütigem Redemarathon konnte der Direktor des Hauses, Dr. Eckart Köhne, gestern „seine“ erste Ausstellung in dem Speyerer Haus für eröffnet erklären. Mehr als 800 Gäste, die zu diesem Anlass der Einladung in das erstmals seit Wochen wieder einmal sonnendurchflutete Forum des Hauses gefolgt waren, standen sodann geduldig am Eingang zu der Schau an, um sich gemeinsam mit der wieder in großer Zahl erschienenen Prominenz einen ersten Eindruck davon zu verschaffen, was den Speyerer Museumsmachern zum Thema „Pfalz und Pfälzer“ in dem „langen 19. Jahrhundert“ so eingefallen ist. Als sie nach gut einer Stunde wieder aus der Ausstellung heraustraten, war ihre Meinung einhellig: Eine überaus gelungene und überzeugende Schau voller hervorragend präsentierter bekannter Fakten, aber auch mit viel Neuem, das auch ausgemachte „Pfalz-Kenner“ in Erstaunen versetzte. Insbesondere das in kräftigen Farben gehaltene Ausstellungsdesign, das die Besucher entlang der großen historischen Linien der Schau zu den zahllosen, mit großer Liebe zum Detail zusammengetragenen Exponaten „am Wegesrand“ geleitet, erntete viel Lob. Am Ende waren sich wohl alle darüber einig:

Dies ist eine Schau, die wohl jeder Pfälzer und alle, die sich dieser an Geschichte und Geschichten so reichen Landschaft zwischen Rhein und „Westrich“ seelenverwandt fühlen, gesehen haben muss.

Deshalb, liebe Pfälzer Bürgerinnen und Bürger: Bis zum 27. Oktober 2013 sollten Sie sich – außer Montags – eine Reise nach Speyer fest in ihrem Kalender vormerken. Und auch für die Schulklassen in der Pfalz, aber auch in Baden, in Rheinhessen, im Saarland und im Elsass steht das Ziel ihrer Klassenfahrt in den nächsten Monaten seit gestern fest: „Macht Euch auf nach Speyer“ - so sagt Goethe in seinem „Götz von Berlichingen“ - ein kluger Rat, dem zu folgen es in den nächsten Monaten mit dem „Königreich Pfalz“ einen zusätzlichen, schwerwiegenden Grund gibt.

Doch nun noch einmal zurück zu der gestrigen Eröffnungsveranstaltung: Der Vorsitzende der „Stiftung Historisches Museum der Pfalz“, der frühere Speyerer Oberbürgermeister Werner Schineller, trat als erster ans Rednerpult, um in einer seiner typischen, mit vielen pfalzgeschichtlichen Details und Anekdoten gespickten Ansprache die zahlreichen Ehrengäste willkommen zu heißen.

Sein erster Gruß galt dabei den Repräsentanten des letzten bayerisch-pfälzischen Königshauses, dem Wittelsbacher Herzog Max in Bayern und seiner Gemahlin Herzogin Elisabeth, die zu diesem Tag eigens aus den altbayrischen „Stammlanden“ der Wittelsbacher in „ihre Pfalz“ herüber gekommen waren. Der Pfälzer Dichter August Becker, so Schineller, habe einst geschrieben, dass „Pfälzer und Altbayern sich so selten vertragen, wie Bier und Wein“. An diesem Tag war von solchen Aversionen nichts, aber auch gar nichts, zu spüren - statt dessen nichts als Sympathie für das überaus bescheiden und gewinnend auftretende Wittelsbacher-Paar, Herzogin Elisabeth und Herzog Max, der als Vorsitzender des Stiftungsrates der „Europäischen Stiftung Kaiserdom“ der Stadt Speyer und ihrer romanischen Kathedrale besonders eng verbunden ist – eine tiefe Sympathie aber auch, die all den Freunden im Süden gilt, zu denen sich die Pfälzer bis heute unwiderstehlich hingezogen fühlen.

Doch noch andere „Hoheiten“ konnte Schineller zu diesem Anlass begrüßen, denn auch die Pfälzische Weinkönigin Andrea Römmich aus Edenkoben und Weinprinzessin Lisa Gabler aus Herxheim am Berg hatten sich zu diesem für die Pfalz und die Pfälzer so bedeutsamen Event eingefunden.

Doch dann wurde es auch schon „republikanisch“: Schineller erinnerte an die pfälzischen Abgeordneten im bayerischen Landtag, die einst neben ihren fränkischen Kollegen den weitesten Weg zu den Sitzungen im Münchener Maximilianeum hatten und von denen einer einst, am 31. März 1819, den ersten Ordnungsruf im „Bayerischen Ständetag“ „kassiert“ hatte. Zum Trost: Der erste Bayerische Ministerpräsident nach dem Krieg, Wilhelm Hoegner, hat – so berichtete Schineller weiter – 1946 den Pfälzern attestiert, dass sie „eine raschere und beweglichere Auffassungsgabe“ hätten, als ihre „langsameren“ bayerischen Kollegen. Für die zahlreich erschienenen und hoffentlich noch immer „beweglichen“ Pfälzer Parlamentarier konnte der frühere Speyerer OB die Vizepräsidentin des rheinland-pfälzischen Landtages, Hannelore Klamm, willkommen heißen. Dazu die Vertreter der großherzigen Sponsoren der Ausstellung - Karin Heyl, die neue Leiterin des Bereiches Kultur, Sport und Soziales der BASF, Dr. Manfred Fuchs für die Mannheimer Fuchs Petrolub AG und vor allem die rheinland-pfälzische Kultusministerin Doris Ahnen, die gemeinsam mit dem für kulturelle Fragen ihres Hauses zuständigen Staatssekretär Walter Schumacher gekommen war.

Einen ausdrücklichen Dank richtete Schineller schließlich auch an das Ehepaar Ike und Dr. Berthold Roland, die aus ihrer Familienstiftung ein von dem pfälzischen Maler Peter Hofmann geschaffenes Porträt der Münchener Fürstin Theresia von Wrede - Gattin des Innenministers unter Ludwig I. - dem Museum überlassen haben, das auch Eingang in die Aussetllung gefunden hat.

Ministerin Doris Ahnen erinnerte in ihrem Grußwort an die unzähligen Baudenkmäler, die die Wittelsbacher als Pfalzgrafen bei Rhein bis heute auf heute rheinland-pfälzischem Boden hinterlassen haben. „Eines davon, das Hambacher Schloss, ist erst in unseren Tagen von einem anderen Max komplettiert worden“, wandte sie sich an den hochrangige Gast, Herzog Max in Bayern – der renommierte Architekt Max Dudler, der einen erst in diesen Tagen ausgezeichneten Anbau an die „Wiege der deutschen Demokratie“ konzipiert hatte. Die Ministerin dankte allen Museen in der Pfalz, in Baden und in Bayern, die für die kommenden Monate verheißungsvoll klingende Ausstellungen vorbereiteten, die den Rang des Hauses Wittelsbach in der deutschen und der europäischen Geschichte aus unterschiedlichen Sichtweisen beleuchten würden. Auch die Zeugnisse der langen Wittelsbacher-Zeit in Rheinland-Pfalz würden sich mit Ausstellungen und anderen Aktivitäten an diesem „Wittelsbacher-Jahr“ beteiligen – die Eröffnung einer Ausstellung auf der „Villa Ludwigshöhe“ werde am 30. August 2013 eröffnet, teilte Doris Ahnen mit.

„Herr Dr. Köhne, dies ist ihre erste 'eigene' Ausstellung“, wandte sie sich an den Speyerer Museumsdirektor. Als Triererin habe sie den anerkannten Museumsmann Eckart Köhne nur ungern aus den Diensten des Landes entlassen, berichtete Ahnen. Sie wisse aber andererseits das Speyerer Museum, das auch ihr sehr am Herzen liege, in besten Händen. „Und so, wie ich Sie kennengelernt habe, werden Sie auch diese Ausstellung zu einem großen Erfolg werden lassen“.

Darauf vertraut wohl auch der Frankenthaler Oberbürgermeister Theo Wieder, Vorsitzender des Bezirkstages Pfalz und damit zugleich Träger des Speyerer Museums. Er stellte an den Anfang seiner Ausführungen die Frage, ob die Pfalz, der die Ausstellung unter dem provokanten Titel „Königreich Pfalz“ gewidmet ist, jemals Königreich gewesen sei und ob die Pfälzer jemals Monarchisten gewesen sind. Beides beantwortete er mit einem klaren „Nein“ - ihre Wittelsbacher Herrscher hätten die Pfälzer schon Ende des 18. Jahrhunderts nach Bayern „exportiert“ und mit dem „Bezirkstag der Pfalz“ schon vor 197 Jahren den ersten Landtag auf deutschem Boden gegründet, der im Jahr 1816 aus dem napoleonischen Departementrat hervorgegangen sei. So wie heute noch der Bezirksverband Pfalz seine Wünsche und Anliegen unter Umgehung der Mittelinstanz ADD unmittelbar an die Mainzer Landesregierung herantragen dürfe, habe schon im 19. Jahrhundert der Bezirkstag der Pfalz direkt mit der Regierung in München kommuniziert. Dieses Recht zu erhalten, hätten die Pfälzer stets mit dem ihnen eigenen Selbstbewußtsein und ihrer Streitlust gegenüber Bayern durchgesetzt, erklärte Wieder, versuchte aber, die Wittelsbacher Hoheiten mit der Feststellung zu trösten, dass die Pfälzer aber auch mit der gleichen Streitlust untereinander in Auseinandersetzung gingen.

Abschließend würnschte sich der Vorsitzende des Bezirksverbandes, dass möglichst alle Pfälzer diese Ausstellung besuchen mögen „und die Auswärtigen, damit sie lernen , was diese Landschaft und ihre Menschen zur Geschichte unseres Landes beigetragen haben“.

Auch der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger bekannte sich entschieden zu den Freiheitsrechten der Menschen in der Pfalz, so wie sie den Speyerern in dem Freiheitsbrief von 1111 dauerhaft zuerkannt worden seien. „Dafür werde auch ich mit aller Kraft gegen jedwede Obrigkeit eintreten – sollte die aber kommen, um diese Rechte zu verteidigen, so sind sie uns von Herzen willkommen“.

Dann war es an dem Comedian und Verfasser des Audio-Guides dieser Ausstellung, Dr. Christian „CHAKO“ Habekost, etwas für die Auflockerung der Eröffnungs-Feierlichkeiten zu sorgen. Und das gelang ihm auch an diesem Tag wieder auf das beste: Die Gäste brachen immer wieder in spontanen Szenenapplaus und Gelächter aus, wenn CHAKO wieder einen seiner hintersinnigen Gags landete, wenn das Publikum sich dabei ertappt fühlte, dass es eine Pointe erst beim „dritten Durchgang“ durchschaut hatte – wenn CHAKO z.B. darauf verwies, dass er lange und erfolglos mit dem Museum um die „Ausstattung des Audio-Guides mit Untertiteln“ gefochten hätte - oder als er von „denne Pälzer“ berichtete, „die alles integrieren, was sich ihne in de Weesch stellt“.

Und sie „lagen“ - im übertragenen Sinne - „fast auf dem Boden“, als er bei der Beschreibung der „Pfälzer Walhalla“ am Ende des Rundgangs durch die Ausstellung von den dort Aufgenommenen berichtete und „Wittelsbacher neben Reibachmacher“, „Geigerzähler neben Erbsenzähler“ stellte und auch die beiden Pfälzer „Heiligen“ nicht vergass: Der eine, „der in jeder Woche einen höllischen Pakt mit elf roten Teufeln eingeht“, der andere, Altbundeskanzler Helmut Kohl, der eine Vorliebe für „eine Mahlzeit in einer schweinischen Innerei“ habe und ohne den es wohl keine Pfälzer „Geschischte“ gäbe. Eine köstliche Liebeserklärung, mit der er seinen Landsleuten und seiner Heimat - „je weiter weg ich von zu Hause bin, desto mehr spüre ich, wie sehr ich meine Heimat liebe...“ - ein anrührendes Denkmal setzte.

Da war es für Herzog Max in Bayern eine durchaus „schwierige und undankbare Herausforderung“, aus der komödiantischen Gegenwart in die Ernsthaftigkeit der historischen Vergangenheit der Pfalz und damit der Familie der Wittelsbacher zurückzufinden. Für sein Haus bedeute es eine große Ehre, in dieser Ausstellung so umfangreich und kompetent dargestellt zu werden, betonte der Herzog, der es als „wunderbar“ bezeichnete, dass die erste Ausstellung im Rahmen des Wittelsbacher Jahres ausgerechnet in Speyer stattfinde. Dies erinnere ihn an die große Salier-Schau, die über eine Zeit gehandelt habe, in der auch seine Familie in die Geschichte eingetreten sei. Seitdem seien Bayern und die Pfalz über viele Jahrhunderte hinweg aus einer Hand regiert worden - der schwarze pfälzische Löwe im Wittelsbacher Wappen sei bis heute äußerer Ausdruck dieser Zusammengehörigkeit, die auch in der 400 Jahre währenden Zeit getrennter Herrschaft Bestand gehabt habe.

Ab dem Jahr 1777 seien Bayern und die Pfalz dann wieder aus einer Hand regiert worden – von dem Stammvater auch seiner Wittelsbacher Linie, König Max I. Joseph, der damals von Pfalz-Zweibrücken nach München geholt worden sei. „Bayern verdankt dem Pfälzer Max I. Joseph und seinem Minister Montgelas seinen bis heute gültigen Landeszuschnitt“, betonte der Herzog, der darauf verwies, dass man in München noch bis in die 1960er Jahre davon gesprochen habe, dass Bayern von Pfälzern verwaltet werde und dass viele der leitenden Verwaltungsbeamten in der Münchener Staatsregierung einst ihr Abitur am (Kaiser-)dom-Gymasium in Speyer abgelegt hatten.

Mit einem leidenschaftlichen Bekenntnis zu Speyer und der Pfalz schloss Herzog Max seine Ausführungen: „Dass Ludwig I. den Dom nach der gottlosen Profanierung und der gescheiterten Absicht Napoleons, ihn endgültig abreißen zu lassen, wieder als Gotteshaus hat erstehen lassen und dass die ersten drei Glocken dieser Kathedrale nach dem König, seiner Gattin und dem Kronprinzen benannt wurden, zeigt, wie eng die Verbindungen des Hauses Wittelsbach zu diesem Bauwerk waren und bis heute sind“, erklärte der Herzog. „So gesehen sind alle Wittelsbacher auch Pfälzer - Die Pfalz liegt uns sehr am Herzen!“.

Zum Schluss der Feier war es an Museumsdirektor Dr. Köhne – wie man in der Pfalz so sagt, „den Sack zuzumachen“. Getreu dem großen Münchener Humoristen Karl Valentin, der einmal sagte „Es ist schon alles gesagt – nur noch nicht von jedem“, strich er kurzer Hand seine Rede auf das unbedingt Notwendige zusammen. Dazu gehörte allerdings, dass er neben den zahlreichen Pfälzern doch auch noch die vielen Bayern begrüßen wollte, die an diesem Nachmittag gekommen waren – vielleicht, ohne sich ihrer eigenen bayerischen Vergangenheit bewußt zu sein: Denn alle Rheinland-Pfälzer, die vor dem 25. April 1947 geboren wurden, kamen noch als Bayern zur Welt – so lange gehörte die Pfalz noch zu dem Freistaat.

Und für notwendig hielt es Dr. Köhne am Ende auch, Dank zu sagen - Dank an alle, die als Sponsoren die Ausstellung möglich gemacht, Dank an die, die sie konzeptionell entwickelt und gestaltet haben, Dank an alle, zu ihrer Eröffnung gekommen waren. Stellvertretend für alle konnte die Kuratorin der Ausstellung, Simone Heimann, einen opulenten Blumenstrauss entgegennehmen. „Sie hat mit dieser Ausstellung gezeigt, dass sie nicht nur 'Mittelalter' kann, was sie – übrigens in Bayern - studiert hat. Simone Heimann kann einfach alles“, schloss Dr. Köhne seinen Dank.

„Die Pfalz ist ein Gesamtkunstwerk“ so Dr. Köhne zum Ende seiner Ansprache, „und 'Heimat' ist in unserer Zeit ein absoluter Megatrend“. Und die Frage, wer von wem profitiert habe im Zusammenspiel von Bayern und der Pfalz, die habe die unvergessene Speyerer Heimatdichterin Lina Sommer bereits 1916 ein für alle Mal beantwortet:

Foto: gc

03.03.2013


Ausstellung „Königreich Pfalz“ vorgestellt

Präsentation der Lebenswelt des 19. Jahrhunderts in der Pfalz und Chance zur Stärkung des Pfälzischen Regionalbewusstseins

Von Gerhard Cantzler

Speyer- Als eine Rückkehr zu den Wurzeln der eigenen Geschichte – so könnte man die heute im Historischen Museum der Pfalz präsentierte Sonderausstellung „Königreich Pfalz“ umschreiben, mit der Kultureinrichtungen in Baden-Württemberg, Bayern und der Pfalz den Startschuss zu dem großen „Wittelsbacher-Jahr“ 2014 geben. Nach den großen, international ausstrahlenden Schauen von Afghanistan bis Ägypten, von den Samurai bis zu den Amazonen, von den Wikingern bis zu den Saliern, wollten sich die Speyerer Museumsmacher wieder einmal auf ihre originäre Aufgabe besinnen, Museum der Pfalz und ihrer Historie zu sein.

Der Anlass lag auf der Hand und doch wäre er beinahe versäumt worden: Wie Dr. Eckart Köhne, Direktor des Historischen Museums der Pfalz, heute bei der Pressevorstellung der Sonderausstellung „Königreich Pfalz“ erläuterte, habe man sich hier erst im letzten Moment dazu entschlossen, der als Gründer und Wohltäter des Speyerer Museums so bedeutsamen Wittelsbacher-Dynastie eine Ausstellung zu widmen, die den nachhaltigen kulturhistorischen und politischen Einfluss des Königshauses umfänglich darstellen soll. Dass man nun den Reigen aus insgesamt 45 Veranstaltungen zu diesem Anlass in diesem und im Jubiläumsjahr 2014 ausgerechnet in Speyer eröffnen könne, sei mindestens ebenso erfreulich wie das Entgegenkommen der zahlreichen Leihgeber – insbesondere aus Bayern – die einen Großteil der insgesamt 390 Ausstellungsstücke der Schau bereitwillig der zeitlichen Obhut des Speyerer Museums anzuvertrauten.

In seinem Einführungsstatement beschrieb Dr. Köhne noch einmal das Konzept dieser Ausstellung, so wie er es bereits in seinem Vortrag zur Semestereröffnung der Volkshochschule Speyer erläutert hatte.

Lesen Sie dazu noch einmal unseren Bericht im SPEYER-KURIER vom 25.01.2013.

Die Ausstellung wolle den heutigen Pfälzern die Lebenswelt des 19. Jahrhunderts gegenwärtig machen, ergänzte Dr. Köhne und – so möchte der Autor des SPEYER-KURIER hinzufügen – sie könnte bei den Pfälzern auch ein Stück weit das so oft vermisste „Pfälzische Regionalbewusstsein“ zu neuem Leben erwecken. Denn nur zu glauben, „den größten Wald, den längsten Fluss und den besten Fußballverein“ in der Region zu wissen - wie Dr. Christian 'CHAKO' Habekost, der Schöpfer des ganz außergewöhnlichen, originellen Audio-Guides, der in pfälzischem und dennoch gut verständlichem Idiom durch die Schau führt, in der spöttischen Sprache des Kabarettisten über das Selbstbewusstsein seiner Landsleute lästerte - reicht allein sicher nicht aus, um die „Pfälzer Seele“ zu verstehen. Dazu gehören die Befassung mit einer leid- und wechselvollen Geschichte in einem Grenzland, mit der Zerstörung der Pfalz im Pfälzischen Erbfolgekrieg, ohne die der Wittelsbacher Ludwig I. nie den zerstörten Speyerer Dom hätte wieder aufbauen lassen müssen, dazu gehören das Auf und Ab der Freiheitsbewegungen im Hambacher Fest 1832 und in der Revolution 1848, in deren Folge viele Pfälzer die Heimat in Richtung Amerika verlassen mussten.

Auf die sich in dieser Schau widerspiegelnde große Schnittmenge von Heimat-, Europa- und letztlich auch Weltgeschichte wies auch Dr. Alexander Schubert, Wissenschaftlicher Direktor der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen hin, in denen im September die zentrale kurpfälzische Wittelsbach-Ausstellung ihre Pforten öffnen wird. „Vieles von dem, was wir heute als 'typisch bayerisch' einordnen, hat seinen Ursprung in der Pfalz“, stellte Dr. Schubert fest – das Oktoberfest, das aus Anlass der Hochzeit des „pfälzisch bayerischen Königs“ Maximilian I. Joseph mit Theresia „erfunden“ wurde oder der Englische Garten in München, den ein Schwetzinger Hofgärtner angelegt hat und vieles andere mehr, das sich bis heute in der „Pfälzischen Weinstube“ in der Münchener Residenz oder dem „Pfalz-Referat“ in der Bayerischen Staatskanzlei fortsetze.

Vieles von dem spiegelt sich in dieser Ausstellung wider, die sich auch durch faszinierende Inszenierungen in den unterschiedlichen Stationen auszeichnet. „Wir haben uns gefragt, welche Farbe das 19. Jahrhundert wohl hatte“, berichtete die Kuratorin der Schau, Simone Heimann M.A, „war es das triste Grau der Schlote der aufkommenden Industrialisierung oder war diese Zeit eher bunt und farbenfroh?“ Die Macher der Ausstellung haben sich für kräftige, positive Farben entschieden und haben daran gut getan. Farbenfrohe Installationen wechseln sich in den thematisch geordneten Räumen ab, zeigen das Leben am Hofe der bayerischen Könige auf, geben Einblicke in das religiöse Leben jener Zeit - in die staatstragende Katholische Kirche, in den mehr und mehr akzeptierten Protestantimus und in das auf Augenhöhe mit den christlichen Konfessionen zu Ansehen gekommenen Judentum.

Die Ausstellung gewährt aber auch Einblicke in die Kunstszene jener Zeit, in der Pfälzer, die als Maler erfolgreich sein wollten, nach München und an die dortige Akademie gehen mussten und wo die schon arrivierten Künstler in die Pfalz zurückkehrten, um das weiche Licht und die italienisch anmutenden Farben zu Gegenständen ihrer Kunst zu machen.

„Im Königreich Pfalz“ blühten in jener Zeit aber auch Handel und Gewerbe, Handwerk und zunehmend auch Industrie auf, wie die Ausstellung anschaulich beweist. Die Eisenbahn, in der Pfalz, wie anders, „Ludwigsbahn“ genannt, blühte auf, die ausgestellte Reproduktion des Ludwigsbrunnen in Ludwigshafen - aus purem Sterlingsilber gegossen - war Ausdruck aufkommenden Wohlstandes und Verehrung für den geliebten Monarchen zugleich.

An den Hängen des Donautals südlich von Regensburg ließ der König damals zu Ehren der bedeutendsten Bayern die Walhalla errichten, in der zuletzt übrigens auch die Heilige Edith Stein aufgenommen wurde. Die Ruhmeshalle wird in diesem Sommer ein gleichberechtigtes Pendant in Speyer erhalten, wo am Ende der Ausstellung, in der Rotunde des Westturms des Eingangsportals des Museums, die 100 wichtigsten Pfälzer ihren Platz gefunden haben.

Dort könnte in ein paar Jahrzehnten vielleicht auch CHAKO Habekost Einzug halten, denn sein Audio-Guide ist schon eine ganz besondere, eine witzige und zugleich informative Sache, mit der der in Mannheim geborene Comedian „sein Bekenntnis zum Pfälzertum“ abgelegt hat. Mit dem Guide ist es dem „bekennenden Pfälzer“ gelungen, auf amüsante Weise die Inhalte dieser Ausstellung zu transportieren. „Wir haben ihm für die Entwicklung seiner Texte 'carte blanche' gegeben“, berichtete Museumsdirektor Dr. Koehne. Und was war für den Künstler selbst die größte Herausforderung bei dieser Aufgabe? „Es war meine Absicht, den Pfälzern, die nie gefragt wurden, von wem sie regiert und mit wem sie vereinigt werden wollen, eine Stimme zu geben“, meinte Dr. Habekost und fügte augenzwinkernd hinzu: „Und wir werden sicher auch nicht gefragt werden, wenn die Saarländer mit uns vereinigt werden sollen“.

Der Audio-Guide ist übrigens im Eintrittspreis für die Ausstellung enthalten – man sollte sich deshalb dieses kabarettistisch-kunsthistorische Kabinettstückchen genau so wenig entgehen lassen wie die gesamte Ausstellung. Es lohnt sich – nicht nur für Pfälzer. Foto: gc

Hier geht´s zu den Highlights rund um die Ausstellung:

28.02.2013


Highlights rund um die Ausstellung

Die Ausstellungsgestaltung

Die Ausstellungsgestaltung hat das mehrfach preisgekrönte Büro neo.studio architekten aus Berlin übernommen. Kennzeichnend für die Arbeit des Teams um Tobias Neumann und Moritz Schneider ist eine abwechslungsreiche, aus den Inhalten abgeleitete Gestaltung, die durch erzählerische Installationen und eine signifikante Farbgebung gekennzeichnet ist.

Das Projekt „Königreich Pfalz“ wurde unter der Leitung von Tobias Neumann und Luna López de la Llave Díaz von einem Team aus Architekten, Innenarchitekten und Grafikern geplant und realisiert. „Wir betrachten es als unsere Herausforderung, ein kulturhistorisches Thema wie das Vorliegende mit den Mitteln der Gestaltung zu übersetzen. Dies gelang uns in intensiver Zusammenarbeit mit den Kuratoren des Projekts. Unser Ziel ist es, die Inhalte durch die szenografische Architektur, die Ausstellungsgrafik und den Einsatz der Medien lesbar zu machen und so die Vermittlung des Themas zu unterstützen. Im Vordergrund stehen dabei insbesondere die Exponate und deren Geschichten, die durch eine erzählerische Kontextualisierung im Raum präsentiert werden. Eine Besonderheit stellt dabei auch der Einsatz von „Peppers Ghost“-Inszenierungen dar, die durch die Überlagerung von Exponaten und filmischen Inhalten den Besucher in den Bann der Geschichte ziehen“, so Neumann.

Das Historische Museum der Pfalz selbst ist größtes Exponat der Ausstellung. Erbaut in bayerischer Zeit zeugt eine in goldenen Lettern am Turm angebrachte Inschrift noch heute vom Engagement der Wittelsbacher Herrscher. Als Vertreter des Königshauses war Kronprinz Rupprecht 1910 bei der Eröffnung anwesend. So liegt natürlich ein Fokus der Ausstellung auf der Geschichte des Museums selbst, dem Bau, aber auch der eigenen Sammlungsgeschichte. Der Münchener Architekt Gabriel von Seidl errichtete das Museum ganz im Stil des Historismus. In vier Ausstellungsbereichen wird dies nun wieder deutlich, denn die ursprünglichen Terrakotta-Fliesen wurden für die Ausstellung freigelegt. Zu bewundern gibt es verschiedene florale Formen, aber auch Ritter auf Pferden, die gegen Drachen kämpfen.

Die „Walhalla der Pfälzer“

Für die „rühmlich ausgezeichneten Teutschen“ errichtete Ludwig I. ab 1830 die „Walhalla“ bei Regensburg. Egal welchen Standes, ob Mann oder Frau – in die bekannte Ruhmeshalle konnte und kann bis heute grundsätzlich jeder und jede Deutsche Aufnahme finden.

Da lag die Idee nahe, dass auch die Großen der Pfalz Einzug in eine für sie geschaffene „Walhalla der rühmlichen Pfälzer“ finden sollten. Auf einer mehr als zehn Meter breiten Grafik ist diese pfälzische Ruhmeshalle nun in der Ausstellung zu sehen und vereint 42 Persönlichkeiten in Lebensgröße, die sich in unterschiedlichsten Disziplinen und allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens verdient gemacht haben.

Pfälzisch (v)erklärt“ – der Audioguide zur Ausstellung „Königreich Pfalz“

Das Historische Museum der Pfalz beschreitet auch mit der akustischen Vermittlung der Ausstellungsinhalte neue Wege. An den insgesamt 40 Hörstationen innerhalb der Ausstellung sind neben den wissenschaftlichen Erläuterungen auch die „pfälzisch (v)erklärenden“ Beiträge des Kabarettisten Dr. Christian CHAKO Habekost zu hören.

Das Konzept des Audioguides zur Ausstellung „Königreich Pfalz“ wurde in einer bislang einzigartigen Zusammenarbeit zwischen dem wissenschaftlichen Team des Historischen Museums der Pfalz Speyer und CHAKO selbst erarbeitet. Aufbauend auf den Erklärungen zu den Exponaten und Themen der Ausstellung, die beim individuellen Rundgang von jedem Besucher an jeder Hörstation wie gewohnt aufgerufen werden können, kommentiert und bereichert Habekost die Ausstellungsinhalte, und das mit Witz, Charme, Satire und – natürlich – auf pfälzisch.

Ausschlaggebend für die Zusammenarbeit war der einzigartige Bezug des in Bad Dürkheim lebenden MundArt-Kabarettisten Habekost zu den Ausstellungsthemen. Die pfälzische Mentalität und deren Ursprünge, das „Hambacher Fest“, die Industrialisierung in der Region und ganz allgemein das Besondere an der pfälzischen „Ge(s)chichte“ – all das sind auch immer gern variierte Inhalte seines Bühnenprogramms. Zudem qualifizierte sich Habekost durch seine, wie er es nennt, „akademischen Vorstrafen mitsamt nicht abgeschriebener Promotion“ für die eigenständige, fundierte Ausarbeitung seiner Beiträge und die enge Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum der Pfalz.

Das Historische Museum der Pfalz zeigt sich außerordentlich zufrieden ob der Kooperation: „Der Audioguide verleiht der Ausstellung eine weitere Ebene und zeigt, dass die Inhalte eines regionalen Themas wie ‚Die Geschichte der Pfalz im 19. Jahrhundert‘ durchaus unterhaltsam aufgearbeitet werden können“, so Dr. Eckart Köhne, Direktor des Historischen Museums der Pfalz. Und auch Habekost zieht ein sehr positives Resümee: „Sollt ma net määne, aber ich hab auf jeden Fall noch e bissel arg viel dazu gelernt über die Palz. Und Spaß hat‘s auch gemacht. Alla hopp, so geht's den Hörern hoffentlich auch!"

Unter www.koenigreich-pfalz.de steht eine Station des Audioguides zur Hörprobe bereit.

Königreich Pfalz“ – Das Magazin zur Ausstellung

Zur Ausstellung „Königreich Pfalz“ erscheint ein Magazin, das auf 132 Seiten 29 Beiträge namhafter Autoren farbenfroh und bildreich präsentiert.

Die kurzen und kurzweiligen Essays greifen die Ausstellungsschwerpunkte auf und laden dazu ein, sich mit der Pfalz im 19. Jahrhundert auseinanderzusetzen.

Die Beiträge sprechen alle an, die sich in die Geschichte der Pfalz im 19. Jahrhundert einlesen und zugleich mehr über die Pfalz und ihre Bewohner erfahren wollen.

Ein besonderes Highlight stellt die aufklappbare „Walhalla der Pfälzer“ dar, die in der Mitte des Magazins auf insgesamt vier Seiten die Wandgrafik aus der Ausstellung abbildet und es so erlaubt, die spektakuläre Aufreihung berühmter Pfälzerinnen und Pfälzer mit nach Hause zu nehmen.

Das Magazin zur Ausstellung trägt die ISBN-Nummer 978-3-930239-24-5 und ist ab 3. März 2013 zum Preis von 7,90 EUR im Museumsshop erhältlich.

Das kleine Königreich – die Kinderebene in der Ausstellung

Technischer Fortschritt, Militarisierung, Revolution, Religion oder Arbeitswelt – all diese Themen spielen immer auch im Leben der Kinder eine Rolle – ob Arbeiterkind oder Adelsspross.

„Das kleine Königreich“, die Kinderebene in der Ausstellung „Königreich Pfalz", erzählt

anhand von 15 Objekten, die durch ihren orangefarbenen Rahmen leicht zu entdecken sind, (Kinder-) Geschichten aus dem 19. Jahrhundert. Die kindgerechte Aufbereitung der Ausstellungsinhalte ist durch eigene Texte und den kostenlosen Kinder-Audioguide gestützt: Ludwig I. und Louise führen die jungen Besucher akustisch durch die Ausstellung und erklären ihnen alles, was es dort zu bestaunen gibt.

Die Medienstationen – Interaktive Vermittlung

Medienstationen bereiten Informationen visuell auf und ermöglichen eine Interaktion mit den Ausstellungsinhalten. Als Teil des Ausstellungskonzepts von „Königreich Pfalz“ bieten sie den Besuchern die Möglichkeit, spannende Detailinformationen zu erfahren, das eigene Wissen zu testen oder auch mit den Ausstellungsobjekten selbst zu interagieren.
Bereits im ersten Raum kann der Besucher sich auf einer interaktiven Karte verschiedenes Kartenmaterial der Pfalz anzeigen lassen. Weiter im Rundgang lädt das Pfalz-ABC dazu ein, durch Berühren der Kästchen die Ausstellungsstücke und Geschichten zu entdecken, die sich hinter den einzelnen Buchstaben verbergen. Nicht zuletzt kann an einer Spiel- und Quiz-Station überprüft werden, was in der Ausstellung so alles entdeckt, gelernt und behalten wurde.

Das Dubbeglas zur Ausstellung

Das Dubbeglas und insbesondere der Dubbeschoppe sind bei den Pfälzern das Maß aller Dinge.

Als Erinnerungsstück an wichtige Ereignisse und Festivitäten bekannt und beliebt, liegt es nahe, dass auch das „Königreich Pfalz“ ein eigenes Dubbeglas präsentiert.

Sowohl das Schoppenglas als auch das kleine Dubbeglas mit dem „Königreich Pfalz“-Herz-Tattoo sind im Museumsshop erhältlich. Für nur 3,90 EUR (0,25 l) bzw. 4,90 EUR (0,5 l) können Pfälzer und Pfalzliebhaber dieses Kleinod aus dem Königreich mit nach Hause nehmen.

 

Ausgewählte Exponate

Prinzregent Luitpold mit Prunkrahmen

Franz von Stuck, Öl auf Leinwand, 1905

Speyer, Historisches Museum der Pfalz

Das Gemälde des Künstlers Franz von Stuck zeigt den Prinzregenten Luitpold im schwarzen Renaissancerock. Es hing bereits fünf Jahre später im neu eröffneten Historischen Museum der Pfalz. Luitpolds volksnahe Art, sein Pflichtbewusstsein und seine Persönlichkeit brachten ihm die Sympathien der Bevölkerung ein. Er hatte die Regierungsgeschäfte formal für seinen geisteskranken und somit regierungsunfähigen Neffen König Otto übernommen.

 

 

 

 

Modell des Ludwigsbrunnens

Eduard I. Wollenweber, Silber, 1901 (Modell)

München, Wittelsbacher Ausgleichsfonds

Am 6. September 1897 wurde auf dem Ludwigsplatz in Ludwigshafen der Ludwigsbrunnen „In dankbarer Erinnerung an die Gründung Ludwigshafens durch König Ludwig I.“ eingeweiht. Knapp 40 Jahre prägte der monumentale Brunnen den Platz, bevor er 1938 bei der Neugestaltung der Grünfläche abgerissen wurde.

 

 

 

Krähenberg-Meteorit

Stein, Mineralien

Speyer, Historisches Museum der Pfalz

Der Krähenberg-Meteorit schlug am 5. Mai 1869 nahe dem Ort Krähenberg in der Südwestpfalz ein. Georg von Neumayer hat ihn sofort wissenschaftlich untersucht und Augenzeugen befragt. Die Löcher auf der Oberfläche entstanden durch die Erwärmung des Meteoriten auf seinem Flug durch die Atmosphäre. Der „Krähenberger“ gilt als einer der schönsten Meteoriten überhaupt.

Napoleons Nachtkerze

Wachs, Silber, Holz, Papier, 1812

Speyer, Historisches Museum der Pfalz

Die Bienenwachskerze ähnelt einer Reliquie. Der Eindruck wird durch die Aufschrift an der Vorderseite noch verstärkt: „Überrest der Wachskerze, welche auf dem Nachttisch des Kaisers Napoleon brannte, als er im Mai 1812 auf der Reise zu der gegen Russland bestimmten Armee in Kaiserslautern übernachtete.“ Napoleon hielt sich von 1804 bis 1813 mehrfach auf der Durchreise in Kaiserslautern auf.

 

Goldwaschbank mit Zubehör

Nadel- und Eichenholz, Haselnussruten, Zinkblech, Eisen, um 1900

Speyer, Historisches Museum der Pfalz

Die Goldwaschbank gehörte Josef Ganninger, dem letzten gewerblich arbeitenden Goldwäscher in der damals bayerischen Pfalz. Er verstarb 1896 und sein Sohn Franz verkaufte das Arbeitsgerät seines Vaters 1905 an die Stadt Speyer. Die Goldwaschbank ist wohl die einzige authentisch überlieferte Ausrüstung eines Goldwäschers am Rhein.

Elwetritsche

Präparat

Bad Dürkheim, Pfalzmuseum für Naturkunde - POLLICHIA-Museum

Elwetritsche sind vogelähnliche Wesen, deren Herkunft geheimnisumwittert ist. Sie leben in der Pfalz und Umgebung, sollen aber auch in Pennsylvania gesichtet worden sein. Reife Rieslingtrauben zählen zu ihrer bevorzugten Nahrung und sie verfügen über ein äußerst scheues Gemüt. Das ausgestellte Exemplar ist das einzige wissenschaftliche Belegstück.

 

Das Begleitprogramm zur Ausstellung

Ein abwechslungsreiches Begleitprogramm rundet die Ausstellung ab. Aktuelle Informationen sind unter http://www.museum.speyer.de/Deutsch/Sonderausstellungen/Koenigreich_Pfalz/Begleitprogramm.htm zu finden.

Lesungen

Freitag, 19. April 2013, 20 Uhr

Michael Konrad

Michael Konrad, 45, ist Pfälzer und seit 18 Jahren Redakteur der RHEINPFALZ und der RHEINPFALZ am SONNTAG. Der gebürtige Landauer hat die Serie „Saach blooß“ über Pfälzer Redensarten und Begriffe erfunden, die zur erfolgreichen Buchreihe wurde, und seit Januar 2007 schreibt er die sonntägliche Mundartkolumne „Ich mään jo blooß“ auf Pfälzisch.

Tickets sind im Historischen Museum der Pfalz Speyer und in der Buchhandlung Oelbermann zum Preis von 6,- EUR erhältlich.


Samstag, 9. März und Samstag, 26. Oktober 2013, jeweils 18.30 Uhr

Königlich-pfälzische Leseabende in der Ausstellung
Die Stadtbibliothek Speyer und das Historische Museum der Pfalz laden Sie zu zwei literarischen Abenden in der Ausstellung „Königreich Pfalz“ ein. Nicola Rühmenapf, Matthias Folz und Joachim Rosshirt lesen von den bayerischen Königen, dem Hambacher Fest und vom Erfolg oder Scheitern der mutigen Auswanderer. In drei Kurzführungen werden die jeweiligen Themenbereiche der Ausstellung vorgestellt. Durch ergänzende Spielszenen entführen Angela Pfenninger und Dieter Schowalter ihre Gäste ins 19. Jahrhundert. Und wenn ein „Zwockel“ auf einen Pfälzer trifft, geht es eben mitunter hoch her – bevor der Abend jeweils mit einem Umtrunk im Forum des Museums ausklingt.

Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Die Tickets für die März-Veranstaltung sind ab sofort zum Preis von 10,-EUR an der Museumskasse sowie in der Stadtbibliothek Speyer erhältlich.

Kabarettabend

Freitag, 15. März 2013, 20 Uhr

Ja so simmer“ – Pfälzer Lebensgefühl live!

Gerd Kannegieser, die TWOTONES und Reinig, Braun & Böhm

Pfälzer Befindlichkeiten und „das Pfälzische an sich“ sind ein weites Feld, das die drei beteiligten Künstlergruppen an diesem Abend zu beackern haben. Reinig, Braun & Böhm kommt dabei die Rolle zu, die geschichtlichen Hintergründe bis zum heutigen Stand der pfälzischen Entwicklung zu beleuchten. Gerd Kannegieser begibt sich in allerlei vertrackte Situationen, die den gemeinen Pfälzer heutzutage ereilen können, während die TWOTONES in bewährter Manier ihre Sicht der Dinge dem Publikum näherbringen. Ein Muss für jeden überzeugten Pfalzliebhaber!

Tickets sind zum Vorverkaufspreis von 19,80 EUR (Abendkasse 22,- EUR) im Historischen Museum der Pfalz Speyer, beim Rheinpfalz Ticket Service sowie in der Tourist-Info Speyer erhältlich.

Vorträge

Donnerstag, 11. April 2013, 19 Uhr
„Geschichtsvorstellungen zwischen Kunst und Politik – von Ludwig I. zu Ludwig II.“

PD Dr. Liutgard Löw, Museum der Bayerischen Könige, Hohenschwangau

Donnerstag, 16. Mai 2013, 19 Uhr

Besuche der Wittelsbacher in der Pfalz“
Fritz-Richard Demmel, Wittelsbacher Ausgleichsfonds, München

Donnerstag, 13. Juni 2013, 19 Uhr

Eine Krone für das Königreich – Zur Geschichte der Bayerischen Kroninsignien“
Dr. Sabine Heym, Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, München

Donnerstag, 12. September 2013, 19 Uhr

Die Pfalz – Landschaft für die Sinne im Herzen Europas“
Michael Garthe, Chefredakteur der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“

Donnerstag, 19. September 2013, 19 Uhr

Auswanderung aus der Pfalz“
Roland Paul, Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern

Zu allen Vorträgen ist der Eintritt frei.

 

Sonderveranstaltungen

Samstag, 13. April (13–19 Uhr) und Sonntag, 14. April 2013 (11–18 Uhr)

Wein am Dom – Das Weinforum der Pfalz

Weinmesse der Pfalzwein e.V., erstmals in Speyer und unter anderem im Historischen Museum der Pfalz.

Weitere Informationen unter www.pfalzwein.de.


4. Juli 2013, 20 Uhr

Poetry Slam „Home, sweet home“

Zu Hause sein. Ankommen. Beim Fortgehen zurückblicken. Für viele Pfälzer ist das „Königreich Pfalz“ genau so ein Ort: ein Zuhause. Sechs junge Poeten kommen am Abend des 4. Juli 2013 nach Speyer, um in einem Dichterwettstreit ihre Auffassung von „Home, sweet home“ zu präsentieren und sich einer Publikumsjury zu stellen. Wortgewaltig, fantasievoll, lustig, nachdenklich: Slam Poetry kann vieles sein – nur nicht langweilig!

Tickets für den Poetry Slam sind ab Mai 2013 im Museum erhältlich.


21. September 2013, 10 bis 18 Uhr

3. Pfälzer Leberwurstwettbewerb

Etliche Varianten der Spezialität konkurrieren am 21. September 2013 um die Auszeichnungen der prominent besetzten Jurys. Vorbeischauen lohnt sich: Die Leistungsschau des Fleischerverbands Pfalz hält am Veranstaltungstag den ein oder anderen Leckerbissen für die Besucher im Forum des Museums bereit.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.


Begleitprogramm des Jungen Museums Speyer

Osterferien im Museum
Vom 26. bis zum 28. März 2013 wird ein Ferienprogramm zur Sonderausstellung „Königreich Pfalz“ angeboten. In einer Führung und einem Workshop können die Teilnehmer die Lebenswelt im 19. Jahrhundert an drei Vormittagen erkunden.

Kindergeburtstage
Lust auf einen spannenden Geburtstag im Museum? Für Kinder bis 12 Jahre wird die Möglichkeit geboten, einen außergewöhnlichen Geburtstag im „Königreich Pfalz“ zu feiern. 

Begleitprogramm für Schulen

Workshops
Die Workshops beinhalten eine 45-minütige Führung durch die Ausstellung sowie einen 45-minütigen praktischen Teil.
Ob Elwetritsche gebastelt werden, Zweispitze gestaltet oder ein Protestplakat gedruckt wird: Das Programm ist vielseitig, anschaulich, lehrreich und macht Spaß!

Führungen
Wie sah das Leben im 19. Jahrhundert aus? Was war anders als heute? Es können Führungen durch die Sonderausstellung „Königreich Pfalz“ speziell für junge Besucher gebucht werden.

Weitere Informationen zum Begleitprogramm des Jungen Museums Speyer finden Sie unter http://www.museum.speyer.de/Deutsch/Kindermuseum/Koenigreich_Pfalz.htm.

Daten und Fakten

Laufzeit: 3. März bis 27. Oktober 2013

Ausstellungsort: Historisches Museum der Pfalz Speyer

Domplatz 4, 67346 Speyer

Ausstellungsfläche: ca. 900 qm

Homepage: www.koenigreich-pfalz.de

Gesamtleitung: Dr. Eckart Köhne

Ausstellungskuratorin: Simone Heimann M.A.

Ausstellungskonzept: Cathérine Biasini M.A., Lars Börner M.A., Simone Heimann M.A., Dr. Eckart Köhne, Sabine Karle-Coen M.A., Wolfgang Leitmeyer, Almut Neef M.A., Nadine Seidu M.A.,

Dr. Ludger Tekampe, Dr. Werner Transier

Ausstellungsgestaltung: neo.studio, Berlin

Objektmanagement: Nadine Seidu M.A., Dr. Ludger Tekampe

Konzeption Magazin: Simone Heimann M.A., Dr. Eckart Köhne

Redaktion und Lektorat Magazin: Simone Heimann M.A.

Audioguide: Lars Börner M.A., Simone Heimann M.A., pfälzisch (v)erklärt von Dr. Christian CHAKO Habekost

Medien- und Öffentlichkeitsarbeit: Sabine Karle-Coen M.A. (Leitung),Vivien Lipp, Sarah Merabet B.A., Susanne Schilz M.A.

Medientechnik und Netzwerkadministration: Dieter Becker

Restauratorische Betreuung: Lucius Alsen, Christine Lincke, Anja Schäfer

Museumspädagogisches Begleitprogramm: Cathérine Biasini M.A., Almut Neef M.A.


Serviceinformationen

Öffnungszeiten

Das Historische Museum der Pfalz Speyer ist Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Sonderöffnungszeiten

Während der rheinland-pfälzischen Osterferien und an Feiertagen ist das Museum auch montags geöffnet. Konkret betrifft diese Regelung folgende Daten: Montag, 25. März 2013 (Osterferien), Montag, 1. April 2013 (Ostermontag) und Montag, 20. Mai 2013 (Pfingstmontag).

Eintrittspreise und Gruppenführungen

Eintritt: 13,- EUR
ermäßigt: 11,- EUR
Schüler und Studenten: 4 ,- EUR
Familienkarte: 26,- EUR

Gruppenführungen kosten an Werktagen 60 ,- EUR und am Wochenende/an Feiertagen 70,- EUR, jeweils zzgl. dem ermäßigten Eintritt pro Person.

Vorverkauf

Reguläre Tickets zum Preis von 13,- EUR, ermäßigte Tickets und Schüler/Studenten-Tickets können auch im Online-Ticketshop unter www.museum.speyer.de gekauft werden. Der Besuchstag wird hierbei festgelegt.

Für die Sonderausstellung „Königreich Pfalz“ werden die regulären Eintrittskarten erstmals auch ab Mitte März 2013 im Ticketshop von Rhein-Neckar-Ticket in Mannheim (P3, 4-5) verkauft.

Besucherservice und Gruppenbuchungen
Colette Neufurth (Leitung), Heike Eberhard
Telefon 06232 62 02 22, Telefax 06232 62 02 23, info@museum.speyer.de

Kostenloser Audioguide
Der Audioguide und der Kinder-Audioguide sind – soweit verfügbar – im Eintrittspreis enthalten.

Sparen mit der BahnCard!
Inhaber der BahnCard erhalten gegen Vorlage der BahnCard den ermäßigten Eintrittspreis von 11,- EUR statt 13,- EUR.

Historisches Museum der Pfalz Speyer. Presse

28.02.2013


„Königreich Pfalz“ - ein Streifzug durch eine gute, alte Zeit

Museumsdirektor Dr. Eckart Köhne lüftet Schleier über außergewöhnlichem Ausstellungskonzept

Von Gerhard Cantzler

Da konnte man so richtig „Lust auf Mehr“ bekommen, als jetzt der Direktor des Historischen Museums der Pfalz, Dr. Eckart Köhne, bei seinem Vortrag zur Semestereröffnung der Speyerer Volkshochschule ein Stück weit „den Schleier lüftete“ über der am 3. März startenden nächsten Sonderausstellung seines Hauses, die sich – noch vor Beginn des großen Wittelsbacher-Jahres 2014 mit seinen zahlreichen Präsentationen, u.a. in Mannheim, Mainz und in Erbach – mit dem „Königreich Pfalz“ auseinandersetzen wird, das ja bekanntlich gleichfalls zum Reich der bayerischen Wittelsbacher-Dynastie gehörte.

„Bayern und die Pfalz – das hat historische Relevanz, gerade auch für Speyer und sein Historisches Museum“, betonte Dr. Köhne gleich zu Beginn seines Vortrages. Das Speyerer Museum selbst – Anfang des 20, Jahrhunderts nach Plänen des bayerischen Hofbaumeisters Gabriel von Seidl – eines „Stararchitekten“ seiner Zeit – errichtet, werde sicher das größte Exponat in dieser Schau sein – seine Hülle gleichsam. Natürlich habe man sich in diesem Haus die Frage gestellt, ob eine so groß angelegte Ausstellung über ein regionales Thema überhaupt Aussicht auf Erfolg haben könne, zumal sie sich mit einer Zeit beschäftige, die nicht unbedingt zu den glanzvollsten Europas zu zählen sei.

Das 19. Jahrhundert, von dem Historiker oft als dem „langen Jahrhundert“ sprechen, weil seine Vorboten bereits im 18, und seine Nachwirkungen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein bis in die Zeit nach dem 1. Weltkrieg spürbar gewesen seien, habe vielerlei Umbrüche mit sich gebracht: Die europäischen Nationen bildeten sich heraus, Demokratien entstanden, die Aufklärung setzte sich endgültig durch. Wissenschaft und Bildung schafften sich Raum in einem aufstrebenden Bürgertum, die Zersplitterung des Landes in zahllose Fürstentümer wurde – auch in der Pfalz - abgelöst durch Territorialstaaten.

Ziel der Ausstellung sei es deshalb vor allem, in diesem bewegten Umfeld die Wurzeln der Pfalz und der Pfälzer aufzuzeigen.

Ihre genealogischen Wurzeln hatten die Wittelsbacher in Zweibrücken, wo der Herzog von Pfalz-Zweibrücken 1799 unter dem Einfluss Frankreichs zum König von Bayern erhoben wurde. Gleichzeitig sei die rechtsrheinische Kurpfalz an das Haus Baden gegangen und zum Großherzogtum erhoben worden. 1816 fiel dann die Pfalz endgültig an Bayern und sollte dort – nur unterbrochen durch die Zeit des „Dritten Reiches“ - formal bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949 verbleiben. „Von daher ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass viele der heute hier Anwesenden noch als Bayern geboren wurden“, überraschte Dr. Köhne so manch einen seiner verdutzten Zuhörer.

Unter den bayerischen Königen, so erklärte der Museumsmann, sei Ludwig I. sicher der größte Freund und Förderer der Pfalz gewesen. Im Wiederaufbau des Speyerer Domes habe dies seinen wohl eindrucksvollsten Ausdruck gefunden. Nach seiner durch die „Affäre Lola Montez“ erzwungenen Abdankung folgte ihm Maximilian II. auf dem bayerischen Königsthron, der wiederum vom „Märchenkönig“ Ludwigs II. beerbt wurde. „Von ihm haben wir allerdings kaum Zeichen der Verbundenheit zur Pfalz finden können“, musste Dr. Köhne gestehen. Von daher werde er auch in der Ausstellung kaum eine Rolle spielen.

Anhand von Bildern stimmte der Referent dann sein Publikum auf das ein, was die bis zum 27, Oktober geöffnete Ausstellung in Speyer präsentieren wird: Das beginnt mit dem einst wie eine Ikone verehrten Nachttischleuchter Napoleons und setzt sich fort – nein, nicht in der Krone der Wittelsbacher – die durfte die Münchener Residenz noch nie verlassen. Statt dessen aber das kunstvolle Futteral, in dem die Krone einst aufbewahrt wurde. Vor wenigen Jahren erst wurde es mit anderen Etuis des Kronschatzes im Keller der Residenz aufgespürt, aufwändig restauriert und wird jetzt in Speyer erstmals wieder der Öffentlichkeit präsentiert.

Mit dem bayrisch-pfälzischen Vermessungswesen beschäftigt sich eine weitere Station der Ausstellung. Hier wird die in 60jähriger Arbeit durchgeführte topographische Vermessung von Bayern und der Pfalz gewürdigt – in Steinplatten geschnitten, von denen dann die Lithographien abgedruckt werden konnten.

Breiten Raum wird die Auswandererbewegung aus der Pfalz des 19. Jahrhunderts einnehmen, die zu einem gefährlichen Aderlass an Menschen geführt habe. Missernten und Hungersnöte, missglückte Freiheits- und Demokratiebestrebungen trieben die Pfälzer in Scharen „über den großen Teich“, wo sie ihre pfälzische Identität und Lebensart zum Teil bis heute bewahrt haben. Ein Schild an einem Rasthaus lädt:ein „Kumm esse !“.

Dr. Köhne erinnerte an große Pfälzer, die in Amerika zu Ansehen und Reichtum gekommen seien, wie den aus Kallstadt an der Weinstraße stammenden „Ketchup-König“ Henry John Heinz, an den aus Landau emigrierten Karikaturisten Thomas Nast – den Schöpfer des pausbäckigen CocaCola-Maskottchens „Santa Claas“ - oder den aus Zweibrücken stammenden Eisenbahnkönig Eugene Woldemar Hilgard. Sie alle werden in der Ausstellung ihren würdigen Platz finden.

Der Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft wird ein weiterer Schwerpunkt der Schau gewidmet sein – den christlichen Kirchen und dem Judentum in der Pfalz ein anderer. Der bedeutende Speyerer Bischof Nikolaus von Weis, Neubegründer des Bistums Speyer und Erneuerer des Speyerer Domes, wird einen Platz in der Schau haben.

Eine echte Rarität: Die Modellkammer des Bildhauers Gottfried Renn, der in der Folge des mit der Ausgestaltung des Domes beauftragten bayerischen Hofmalers Johann Schraudolph nach Speyer kam. Von ihm sind heute über 440 Gipsformen seiner Plastiken erhalten, von denen eine repräsentative Auswahl in einer Installation gezeigt wird.

30 bis 40 Genrebilder – Landschaften und Winzerbilder zumeist – werden in „Peterburger Hängung“ zusammengeführt und geben Zeugnis, dass die Pfalz als kreativer Ort der Entstehung großer Kunst einen hohen Rang einnahm, auch wenn „die attraktivere Richtung Bildender Künstler aus der Pfalz eindeutig in umgekehrter Richtung gen München gewiesen habe, wie Dr. Köhne unterstrich.

Ludwigshafen, die BASF - Exponate, die die Verbundenheit der Chemiestadt mit dem bayerischen Königshaus demonstrierten – darunter eines der „glanzvollsten“ Exponate, ein gut ein Meter hohes Modell des Ludwigsbrunnens in purem Sterling-Silber - und schließlich End- und Höhepunkt der Ausstellung: Die „Pfälzische Wallhalla“ in einem der runden Turmzimmer des Museums, in dem gut 100 der bedeutendsten Pfälzer ihren Platz finden werden.

Es verspricht eine spannende Schau zu werden, diese Ausstellung über das „Königreich Pfalz“, durch die neben einem informativen Booklet auch ein Audio-Guide führen wird, auf dem kein geringerer als der in Mannheim geborene Kurpfälzer Kabarettist Chistian „Chako“ Habekost sich augenzwinkernd seine Gedenken machen wird über die Pfalz und ihre Könige. Und wer dann immer noch nicht genug Pfalz getankt hat, der kann am Ausgang der Ausstellung ein (oder mehrere) Exemplar(e) der Sonderedition eines „Pälzer Dubbeglases“ erstehen, on denen der Museumsdirektor bei diesem Vortrag das erste Muster präsentierte.

Auch Kulturdezernentin Monika Kabs, die zu Beginn in den Vortragsabend und damit in das neue Semester der VHS Speyer eingeführt und die besondere Bedeutung des Themas am Vorabend der Eröffnung der Ausstellung „Königreich Pfalz“ hervorgehoben hatte, zeigte sich begeistert von dem sich abzeichnenden Konzept der Ausstellung zwischen wissenschaftlicher Ernsthaftigkeit und augenzwinkerndem Amusement.

Und so mag es wohl auch ihrem Kollegen im Stadtvorstand, dem Beigeordneten Dr. Wolf Böhm, und den zahlreich erschienenen Mitgliedern des Speyerer Stadtrates gegangen sein, die als echte Demokraten gekommen waren, um gemeinsam mit einer den Vortragssaal in der Villa Eccarius bis auf den letzten Platz füllenden Zahl von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt dem „Königreich Pfalz“ zu huldigen und ihm ihre Aufwartung zu machen. Foto: gc

25.01.2013


Historisches Museum der Pfalz erstrahlt in neuem Kupferglanz

Dacharbeiten am historischen Gebäude abgeschlossen

Speyer- Circa 100.000 Naturschieferplatten wurden bei den Restaurierungsarbeiten vom 25. Mai 2012 bis zum 21. Januar 2013 auf dem vielgestaltigen Dach und auf den beiden Portaltürmen des Historischen Museums der Pfalz in altdeutscher Deckung angebracht. Zeitgleich erhielt die Fassade des Gebäudes einen neuen Anstrich und Fenstergewände und Friese wurden saniert.

Die Kosten für die Baumaßnahme in Höhe von insgesamt 832.000 Euro wurden durch die Stiftung des Historischen Museums der Pfalz mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz aufgebracht.

Trotz Baubetrieb war die kulturhistorische Sonderausstellung „Ägyptens Schätze entdecken. Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin“, die bis Mitte Oktober 2012 gezeigt wurde, uneingeschränkt zu sehen und mit rund 125.000 Besuchern ein großer Publikumsmagnet.

Das Historische Museum der Pfalz wurde von 1848 bis 1913 vom bayerischen Architekt Gabriel von Seidl erbaut und beherbergt seit seiner Eröffnung 1910 sowohl Schausammlungen, die die Geschichte der Region erzählen, als auch Sonderausstellungen, die mit ihren innovativen Inszenierungen dazu beigetragen haben, dass das Museum zu den besucherstärksten in Deutschland zählt.

Was außer dem Museumsbau noch durch die bayerische Zeit der Pfalz geprägt wurde, ist ab 3. März in der Sonderausstellung „Königreich Pfalz“ zu sehen. Weitere Informationen unter www.koenigreich-pfalz.de.

24.01.2013


„Die Könige kommen....“

Ausstellung über das „Königreich Pfalz“ im Historischen Museum der Pfalz in Speyer

„Die Könige kommen...“ - so prangt es jetzt in riesigen Lettern vom Portal des Speyerer Historischen Museums der Pfalz – und damit wollen die Speyerer Museumsleute nicht auf das Kommen der Heiligen Drei Könige hinweisen, die an diesem Wochenenden überall im Lande Einzug halten in die pittoresken Krippenlandschaften in unseren Kirchen.

Eingerahmt von den beiden großen Bannern, die für die noch bis zum 7. April 2013 verlängerte Super-Schau „Ägypten – Schätze entdecken“ werben, machen „die Könige“ jetzt schon aufmerksam auf das nächste große Ausstellungsereignis in dem Speyerer Haus, das vom 3. März bis zum 27. Oktober 2013 unter dem Titel „Königreich Pfalz“ die Geschichte der Pfalz unter der bayrischen Herrschaft in den Jahren 1816 bis 1918 in den Blick nehmen wird..

Das Historische Museum würdigt mit dieser Schau im Rahmen des „Wittelsbacher Jahres 2013“ das bayerische Herrschergeschlecht, das mit der Geschichte der Stadt Speyer ebenso wie mit der des Museums selbst eng verbunden ist. Am 22. Mai 1910 nämlich wurde das Museumsgebäude in Blickweite zum Kaiser- und Mariendom durch einen Gesandten des Prinzregent Luitpold feierlich eingeweiht.

Die Ausstellung „Königreich Pfalz“ verspricht einen ungewöhnlichen Blick auf die Kulturgeschichte der bayrischen Pfalz und zeigt neben bedeutenden Ausstellungsstücken auch einfache Alltagsgegenstände sowie persönliche Erinnerungsstücke, die zu einer neuen Auseinandersetzung mit der pfälzischen Geschichte einladen. cr./Foto: ca

05.01.2013


Mit Jung und Alt ins Mittelalter -

„Sammlung Domschatz“ im Historischen Museum der Pfalz zum Erlebnisbereich umgestaltet

hmp. Speyer. Mit allen Sinnen können jetzt die Besucher der „Sammlung Domschatz“ im Historischen Museum der Pfalz erleben, wie es beim Bauen im Mittelalter so zuging. Denn dort, wo bis vor kurzem noch die monumentalen Fresken von Johann Baptisr Schraudolph die Szenerie beherrschten, können Alt und Jung ab dem 1. Dezember 2012 eintauchen in die Zeit um 1040, wo sie sich dann mitten auf der Dombaustelle wiederfinden.

Der Dombau hat gerade erst begonnen, die Fundamente sind gelegt und von einem einfachen, mit Hanfseilen zusammengehaltenen Stangengerüst aus werden die Wände gemauert. Ein unfertiger Sandsteinquader, ein „Wolf“ - ein sichtbar gemachter Dübel zur Verbindung von Steinquadern und Rekonstruktionen von mittelalterlichen Werkzeugen machen die Arbeit eines Steinmetzen anschaulich, während die Seilwinde in den Besuchern eine Ahnung für die Mühen der damaligen Bauarbeiter weckt.

Damit wird künftig neben der Baugeschichte des Doms als ein weiterer Schwerpunkt das Thema „Mittelalterliche Bautechnik“ in den Blick genommen. Zusammen mit Installationen, visuellen Rekonstruktionen und Modellen hat das Historische Museum der Pfalz damit eine Präsentation zusammengestellt, die für Jung und Alt spannend und erlebnisreich istund welche die umfangreiche Sammlung wertvoller sakraler Geräte und Paramente auf das beste ergänzt.

Die virtuelle Rekonstruktion, die 2011 zur Salier-Ausstellung entstand, ist nun dauerhaft Teil der Präsentation und zeigt die 1000-jährige Baugeschichte des Doms auf drei parallel geschalteten Großbildschirmen. Der Besucher wird dabei mit auf eine Reise durch die Vergangenheit genommen und kann die Errichtung aber auch die Umbauten und Zerstörungen des Doms miterleben.

Anlass und Gelegenheit für die Umgestaltung - so der Direktor des Historischen Museums der Pfalz, Dr. Eckart Köhne, bei der Vorstellung der neuen Schau - habe sich im Sommer durch die Abnahme der drei Nazarener-Fresken des Münchner Historienmalers geboten, als die seit 1992 im Erweiterungsbau des Historischen Museums der Pfalz angebrachten Kunstwerke zurück in den Dom – für den sie einst geschaffen wurden – verlagert wurden und dort im frisch sanierten Kaisersaal einen würdigen Standort fanden.

Etwas ganz Besonderes seien dabei die originalen Farbentwürfe Schraudolphs zu diesen Fresken, die das Historische Museum der Pfalz im neugestalteten Domschatz präsentiert. Wie die Sammlungsleiterin des Domschatzes, Sabine Kaufmann M.A., erläuterte, sind diese kleinformatigen Gemälde mit höchster Sorgfalt ausgeführt und gewähren so tiefe Einblicke in die Arbeitsweise und persönliche Handschrift des Meisters. Sie dienten nicht nur der Vorbereitung und Ausführung, sondern auch der Abstimmung des Bildkonzeptes mit dem königlichen Auftraggeber, König Ludwig I. von Bayern. Die Entwürfe, so Sabine Kaufmann weiter, böten den Besuchern zugleich die einzigartige Möglichkeit, den vollständigen, fünfteiligen Bernhards-Zyklus wiederzuentdecken. Das fünfte Gemälde – die Vision des Heiligen Bernhard – konnte nämlich bei der Abnahme der Fresken in den 60er Jahren nicht gerettet werden.

Zusätzlich zeigt die ebenfalls 2011 entstandene virtuelle Rekonstruktion den vollständig ausgemalten Dom in seiner ganzen Farbenpracht (siehe Video im SPEYER-KURIER). Dort kann der Besucher in Zukunft nicht nur die Einzelbilder bewundern, sondern auch die heute vollständig verlorenen Ornament- und Dekorationsmalereien von Joseph Schwarzmann.

Ab sofort hat auch das Junge Museum einen festen Platz in der „Sammlung Domschatz“. Um Kindern und Jugendlichen einen leichten und spielerischen Zugang zu bieten, wurde ein großformatiges, interaktives Dommodell konzipiert, das im Rahmen von Workshops zusammengesetzt werden kann. Name und Bedeutung der einzelnen Bauteile und die Gliederung eines romanischen Kirchenbaues bleiben so nicht nur trockene Theorie, sondern laden zum Selbermachen, Erleben und Entdecken ein. Auch wie durch die Domweihe aus einem weltlichen ein heiliger Ort wird, können Kinder hier erfahren.

Mit der Inszenierung der Dombaustelle in der neugestalteten „Sammlung Domschatz“ hat das Historische Museum der Pfalz ein besonderes Angebot für Schüler geschaffen. Das Junge Museum veranschaulicht Geschichte, macht sie erfahrbar und bietet Raum zum Mitmachen und Erleben. Wie waren die einzelnen Dombauhütten organisiert? Wie sahen die Arbeitsabläufe aus? Wie hat der Bau des Domes das mittelalterliche Speyer geprägt? Die Inszenierung bietet Gesprächsstoff und macht Lerninhalte anschaulich und greifbar.

Der größte Dom des christlichen Abendlandes war es, den Konrad II. bauen wollte. Er legte den Grundstein zum salischen Kaiserdom, aber weder er selbst noch sein Sohn haben die Vollendung erlebt. Erst Heinrich IV. konnte 1061 die Weihe des Domes miterleben und ihn – nach einer frühen Umbauphase – im Jahr 1106 vollenden. Der Dom war ein prachtvolles Zeichen des salischen Machtanspruchs und in seiner Zeit – mit 134 m Länge und einer Höhe im Mittelschiff von 33 Metern – das größte Bauwerk des Abendlandes.

Kaum einer, der nicht auch heute noch beim Betrachten des Kaiserdomes in Speyer in Ehrfurcht verharrt. Besonders für Schüler der Pfälzer Schulen ist es ein absolutes „Muss“, den Speyerer Dom aus der Nähe zu erkunden – und das nicht nur, weil das Thema „Der Bau einer Kathedrale“ in den Klassen 7 und 8 Teil des Lehrplans ist.

Durch die Ausstellung kann Geschichte über den Geschichtsunterricht hinaus erfahrbar und nachvollziehbar werden. Kinder und Erwachsene können eigene Erkenntnisse gewinnen, historische Vorgänge nachvollziehen und deren Auswirkung auf die Gegenwart verstehen. Die Dombaustelle im neugestalteten Domschatz kann den jungen Museumsbesuchern genau das bieten: Erlebnis und Erkenntnis, kurz – Freude am Lernen!  Foto: gc

Daten und Serviceinformationen Domschatz

Wiedereröffnung der Sammlung Domschatz: ab 2. Dezember 2012

Ausstellungsort: Domschatzkammer im Historische Museum der Pfalz Speyer

Direktor: Dr. Eckart Köhne

Projektleitung: Sabine Kaufmann M.A., Sammlungsleiterin Domschatz

Hands-on Objekte und Vermittlungskonzept: Almut Neef M.A., Junges Museum Speyer

Ausstellungsbau: AMF Theaterbauten GmbH, Erdmannhausen

Multimedia: ArchimediX GbR, Ober-Ramstadt

Modellbau: ConstruVISION, St. Wendel


Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, sowie montags an Feiertagen und in den rheinland-pfälzischen Oster- und Weihnachtsferien

Eintritt: 7 € ermäßigter Eintritt 3 € Familienkarte 14 €

Besucherservice: Colette Neufurth (Leitung), Heike Eberhard

Telefon 06232 62 02 22, Telefax 06232 62 02 23

info@museum.speyer.de Internet: http://www.museum.speyer.de

30.11.2012


Rückblick und Ausblick beim Jahresmediengespräch im Historischen Museum der Pfalz in Speyer

Direktor Dr. Eckart Köhne richtete beim Jahrsmediengespräch in seinen Ausführungen den Blick auf die Themen und Ausstellungen der kommenden Jahre. Er begann jedoch mit einem Rückblick auf die sehr erfolgreiche Ausstellung: „Ägyptens Schätze entdecken“, so hieß die Devise für das Ausstellungsjahr 2012 im Historischen Museum der Pfalz. Das Ägyptische Museum Turin war mit herausragenden Originalexponaten zu Gast in Speyer. Mehr als 125.000 Besucherinnen und Besucher sahen die beiden Ausstellungen, rund 1.000 Gruppenbuchungen wurden gezählt. Angesichts des großen Erfolgs ist es gelungen, die Mitmach-Ausstellung „Ägyptens Schätze entdecken“ mit neuen Leihgaben bis zum 7. April 2013 zu verlängern.

Im kommenden Jahr kehrt das Historische Museum der Pfalz zu seinen Wurzeln zurück. Im Wittelsbacherjahr 2013 heißt das Motto „Königreich Pfalz“! Erstmals seit langem widmet sich eine große Sonderausstellung einem Thema aus der Region. Die Wittelsbacher regierten seit 1816 als Könige auch über die Pfalz. Die Ausstellung stellt eine bewegte Epoche dar, das „lange“ 19. Jahrhundert, mit Entwicklungen vom Absolutismus bis zur Demokratie, vom Agrarstaat hin zur Industrialisierung. In dieser Zeit wurde die linksrheinische Pfalz geboren, wie wir sie heute kennen.

Bei der Vermittlung dieses Themas geht das Museum neue Wege: Der Audioguide, der wieder im Eintrittspreis inbegriffen ist, liegt nicht mehr nur in der Hand der Wissenschaftler. Der Comedian CHAKO Habekost steuert für diesen seine Interpretationen, aber auch seine Fragen und Anmerkungen bei. So spannend und unterhaltsam wurde Geschichte noch nie an unserem Museum vermittelt! Zur Ausstellung erscheint statt eines Katalogs ein Magazin, auch dies eine neue Vermittlungsform.

Die Beteiligung am Wittelsbacherjahr 2013 bietet für das Historische Museum der Pfalz die Chance, sich wieder enger mit den Partnern in der Region aus den Bereichen Wissenschaft, Museum und Kultur zusammenzuschließen. Das Museum ist der Ort, an dem das bewegliche kulturelle Erbe der Pfalz gesammelt, bewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Diese Aufgabe soll in den kommenden Jahren verstärkt in den Blick genommen werden. Dies bedeutet aber nicht, dass die großen Ausstellungen, für die das Museum in Nah und Fern bekannt ist, vernachlässigt werden!

In naher Zukunft stehen am Museum Sanierungsarbeiten an. Dies nehmen wir zum Anlass, gemeinsam mit den Gremien der Museumsstiftung über die Ziele und Möglichkeiten des Museums zu diskutieren und einen Masterplan für die kommenden Jahre zu entwickeln. Die Arbeiten daran haben bereits begonnen, und wir beabsichtigen, im Sommer des kommenden Jahres die Ergebnisse vorzustellen.

Das Historische Museum der Pfalz ist ein Leuchtturm der rheinland-pfälzischen Museumslandschaft. Gemeinsam mit unseren Stiftern setzen wir alles daran, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die hohe Qualität der Museumsprojekte zu erhalten und weiter auch national und international mit unseren Ausstellungen bekannt zu bleiben. Das Jahr 2014 gehört mit „40 Jahre PLAYMOBIL“ und „Leonardo – Forscher und Erfinder“ vor allem den Familien. „Richard Löwenherz“ oder „Die Maya“ sind Themen, die in den Folgejahren im Rahmen von großen kulturhistorischen Ausstellungen aufgegriffen werden sollen.

Im Jahr 2018 jährt sich der Geburtstag Rudolfs von Habsburg zum 800sten mal. Der Gründer der Habsburger-Dynastie ist im Speyerer Dom in der Kaisergruft bestattet, seine Grabplatte ist ein Hauptwerk der gotischen Porträtkunst. Anlässlich dieses Jubiläums von europäischer Dimension besteht die große Chance für Speyer, mit einem internationalen Ausstellungsprojekt an die großen Sonderausstellungen der letzten Jahre anzuknüpfen.

Vorschau

Rheingolddukat Ludwigs I.
Rheingold, 1830
Mit besonderem Bezug zur Pfalz ließen die bayerischen Könige Maximilian I. Joseph, Ludwig I. und Maximilian II. zwischen 1821 und 1862 aus Rheingold Dukaten prägen.Die Ausstellung im Wittelsbacherjahr 2013 - „Königreich Pfalz“

3. März bis 27. Oktober 2013

Mit der Ausstellung „Königreich Pfalz“ präsentiert das Historische Museum der Pfalz vom

3. März bis 27. Oktober 2013 die bayerisch-pfälzische Zeit von 1816 bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Damit bildet die Ausstellung den Auftakt der Veranstaltungen im „Wittelsbacherjahr 2013“, die die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz mit der Villa Ludwigshöhe, das Kurpfälzische Museum Heidelberg und Kloster Erbach im Odenwald gemeinsam und in wissenschaftlichem und engem kollegialen Austausch realisieren werden.

Verschiedene Präsentationsebenen verbinden in der Ausstellung die historische Darstellung der Pfalz in bayerischer Zeit mit facettenreichen Alltags- und Lebensgeschichten der Menschen aus der Region. Dabei zählen „Pfälzische Identität“, „Umbruch und Industrialisierung“ oder „Auswanderung“ genauso zu den Themen der Ausstellung, wie die Darstellung der bayerischen Könige, Maximilian I. Joseph, Ludwig I. und Prinzregent Luitpold. In einer eigenen „Ruhmeshalle“ treffen die Besucher auf berühmte pfälzische Persönlichkeiten und in einer „Gemäldegalerie“ auf bekannte Pfälzer Künstler, wie Max Slevogt oder Hans Purrmann.

Über 290 Objekte aus pfälzischen und bayerischen Museen, darunter auch Leihgaben aus dem Bayerischen Nationalmuseum oder der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen wie auch aus dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds gewähren einen intensiven Überblick über die pfälzische Geschichte.

Neu am Konzept der Ausstellung sind zwei Angebote: Der Audioguide, der zur Ausstellung von Comedian und Autor Dr. Christian CHAKO Habekost „pfälzisch (v)erklärt“ wird und für neue Unterhaltung und Freude an Pfälzer Mundart sorgt.

Die Begleitpublikation, sie wird auffallend anders sein: ein modernes Magazin, das im journalistischen Stil in über 20 kurzen und kurzweiligen Beiträgen die Inhalte der Ausstellung attraktiv aufgreift.

Von zentraler Bedeutung für die Ausstellungsvorbereitung ist der enge Kontakt mit den Museen und kulturellen Einrichtungen in der Pfalz. Wissenschaftlich unterstützt wird das Team des Historischen Museums der Pfalz bei seiner Arbeit vom Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern, das Netzwerk in der Region auszubauen ist dabei allen Beteiligten ein großes Anliegen.

Rund um die Ausstellung

Frühbucher-Rabatt für Gruppen

Das Historische Museum der Pfalz bietet auf alle Gruppenbuchungen für die Sonderausstellung „Königreich Pfalz“, die bis zum 15. Februar 2013 beim Museum eingehen, 10 % Rabatt – sowohl auf den Eintrittspreis, als auch auf die Führungsgebühr.

Das Formular zur Anmeldung steht ab sofort unter www.museum.speyer.de zum Download bereit.

Videotagebuch zur Ausstellung

Im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahrs wird für die kommende Ausstellung erstmalig von der FSJlerin Vivien Lipp, Abteilung für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, ein ausstellungsbegleitendes Videotagebuch realisiert. In kurzen Beiträgen skizziert sie ihre Eindrücke sowie die Vorbereitung der nächsten großen Sonderausstellung „Königreich Pfalz“.

Ihr Eintrag Nummer eins kann ab sofort im hauseigenen youtube-Kanal unter http://www.youtube.com/user/HiMusPfalz angesehen werden.

Lesung

Freitag, 19. April 2013, 20 Uhr

Michael Konrad

Tickets sind ab 1. Dezember 2012 im Historischen Museum der Pfalz Speyer und in der Buchhandlung Oelbermann zum Preis von 6,- EUR erhältlich.

Kabarettabend

Freitag, 15. März 2013, 20 Uhr „Ja so simmer“ – Pfälzer Lebensgefühl live!

Gerd Kannegieser, die TWOTONES und Reinig, Braun & Böhm

„Pfälzer Befindlichkeiten, das Pfälzische an sich und die kleinen, aber entscheidenden Unterschiede zu anderen Volksstämmen. Ein weites Feld, das die drei beteiligten Künstler an diesem Abend zu beackern haben. Reinig, Braun & Böhm kommt dabei die Rolle zu, die geschichtlichen Hintergründe bis zum heutigen Stand der pfälzischen Entwicklung zu beleuchten. Gerd Kannegieser begibt sich in allerlei vertrackte Situationen, die den gemeinen Pfälzer heutzutage ereilen können, während die TWOTONES in bewährter Manier ihre Sicht der Dinge in Form von blitzgescheiten Texten, verpackt in einen ‚Strauß bunter Melodien’, dem Publikum näherbringen. Ein Muss für jeden überzeugten Pfalzliebhaber!“ Rainer Klundt

Tickets sind zum Vorverkaufspreis von 19,80 EUR (Abendkasse 22,- EUR) ab sofort im Historischen Museum der Pfalz Speyer, bei der RTS sowie in der Tourist-Info Speyer erhältlich.

Vorträge

Donnerstag, 11. April 2013, 19 Uhr
Dr. Liutgard Löw
Museum der Bayerischen Könige, Hohenschwangau

„Geschichtsvorstellungen zwischen Kunst und Politik. Von Ludwig I. zu Ludwig II.“

Donnerstag, 16. Mai 2013, 19 Uhr
Fritz-Richard Demmel
Wittelsbacher Ausgleichsfonds, München
„Besuche der Wittelsbacher in der Pfalz“

Donnerstag, 13. Juni 2013, 19 Uhr
Dr. Sabine Heym
Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, München
„Eine Krone für das Königreich – Zur Geschichte der Bayerischen Kroninsignien“

Donnerstag, 19. September 2013, 19 Uhr
Roland Paul
Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern
„Auswanderung aus der Pfalz“

Zu allen Vorträgen ist der Eintritt frei.

Sonderveranstaltung

21. September 2013, 10 bis 18 Uhr

3. Pfälzer Leberwurstwettbewerb

Da auch die Leberwurst ein wichtiges, identitätsstiftendes pfälzisches Kulturgut ist freut sich das Historische Museum der Pfalz Speyer bekannt zu geben, dass der 3. Pfälzer Leberwurstwettbewerb des Fleischerverbands Pfalz am Samstag, 21. September 2013 im FORUM des Museums stattfinden wird. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Partner und Sponsoren im Projekt

Das Historische Museum der Pfalz Speyer bedankt sich bei folgenden Unterstützern und Partnern:

Versicherungskammer Bayern

Hornbach-Baumarkt-AG

Medienpartner:

Die Rheinpfalz

SWR2

Vorschau

Produktion PLAYMOBIL Weihnachtsmann.
© geobra Brandstätter GmbH & Co. KG„40 Jahre PLAYMOBIL“ vom 1. Dezember 2013 bis 22. Juni 2014

2014 präsentiert das Historische Museum der Pfalz ein ganz besonderes Jubiläum: PLAYMOBIL wird 40 Jahre! 1974 traten die ersten PLAYMOBIL-Figuren lächelnd ihre internationale Karriere an und haben bis heute gemeinsam mit ihren zahlreichen Geschwistern Kultstatus erlangt. Was macht das Erfolgrezept von PLAYMOBIL aus? Vom 1. Dezember 2013 bis 22. Juni 2014 geht die Familien-Ausstellung „40 Jahre PLAYMOBIL“ im Historischen Museum der Pfalz dem Phänomen PLAYMOBIL auf den Grund.

Das Junge Museum Speyer setzt auf Interaktion, Medieneinsatz und Spielmöglichkeiten, wenn es darum geht, Faszination und Lernfreude zu wecken.

Große PLAYMOBIL-Installationen zu historischen Themen werden die Besucher begeistern und in die PLAYMOBIL-Welt eintauchen lassen. Eine begehbare Höhle, eine römische Galeere und eine große Baustelle sind Beispiele spannender Spielstationen, die zum Mitmachen und Erforschen einladen. Besonders beeindruckend sind die detailreichen Installationen von PLAYMOBIL-Sammlern und Künstlern. Diese zeigen, dass PLAYMOBIL nicht nur Kinder begeistern, sondern auch Erwachsene faszinieren kann.

Bis heute bevölkern 2,5 Milliarden PLAYMOBIL-Figuren Kinderzimmer auf der ganzen Welt. Mehr als 3.700 Figurenvarianten sind seit 1974 entstanden. Hielten sich alle PLAYMOBIL-Figuren an der Hand, reichten sie 3,1 Mal um die Erde. Ein Ende ist nicht absehbar, daher ist es nun an der Zeit, ihre Kult(ur)-geschichte zu erzählen.

Anfang der 70er Jahre erfand Hans Beck vom Spielwarenhersteller geobra Brandstätter die sympathischen Spielkameraden. Im Laufe der Zeit wurde die PLAYMOBIL-Welt ständig verändert – eine spannende Entwicklung, die in der Ausstellung anhand von Figuren aus den Jahren 1974 bis 2014 erzählt wird.

Kontinuierlich werden neue PLAYMOBIL-Ideen umgesetzt, manche sogar auf Wunsch der Kinder, die Briefe mit ihren Vorstellungen an PLAYMOBIL schicken. Die Ausstellung lässt die Entwicklung der PLAYMOBIL-Objekte von der Idee bis zum fertigen Artikel in einzelnen Produktionsschritten nachvollziehen. Wie sieht das Granulat aus oder eine Spritzgussmaschine? Wie wird eine PLAYMOBILfigur zusammengesetzt? In der Familien-Ausstellung des Historischen Museums der Pfalz wird so manches Geheimnis gelüftet.

Vorschau

4. September 1914, Speyer
Aus der "Kriegssammlung" des Historischen Museums der Pfalz
Am 4. September 1914, einen Monat nach Kriegsausbruch, kommen Verwundete aus dem lothringischen Saarburg auf dem Bahnhof Speyer an.„1914-1918 – Die Pfalz im Ersten Weltkrieg“ Juni 2014 bis November 2018

Das Historische Museum der Pfalz präsentiert 2014 – hundert Jahre nach dem Beginn des ersten Weltkrieges – das spannende Ausstellungsprojekt „1914-1918 – Die Pfalz im Ersten Weltkrieg“. Seit Anfang des Jahres laufen die Arbeiten an dem einzigartigen Konzept, das Museum, Internet und öffentlichen Raum verbindet.

Schwerpunkt der Präsentation wird die Pfalz und ihre Rolle als wichtiger Versorgungsraum nahe der Kriegsfront sein: Pfälzische Lazarettstandorte und große Kriegsgefangenenlager in Landau und Germersheim werden ebenso im Zentrum stehen wie die schwierige Ernährungslage der zivilen Bevölkerung während der Kriegsjahre. Auch die Rüstungsindustrie war in der Pfalz von großer Bedeutung und ist somit ein Thema der Präsentation.

Während des Ersten Weltkrieges wurde eine sogenannte „Kriegssammlung“ angelegt, die das Archiv des Historischen Museums der Pfalz seit knapp hundert Jahren aufbewahrt. Jetzt wird diese Sammlung neu aufbereitet und erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Diese bisher „unbekannten Zeitzeugen“ sind vor allem Plakate aus den besetzten Gebieten Belgien und Frankreich, aber auch Druckschriften, Kriegspostkarten und handschriftlich verfasste Lieder und Gedichte.

Das Historische Museum der Pfalz stellt diese einzigartigen Exponate in Form einer Internetdatenbank zur Verfügung, auf der sich Interessierte durch die Zeit zwischen 1914 und 1918 klicken und die damalige Lebenswirklichkeit erkunden können. Diese Datenbank, die unter http://www.museum-digital.de/rlp/ bereitgestellt und fortlaufend erweitert wird, bildet das zweite Element des umfangreichen Gesamtkonzepts.

Eine besonders gestaltete Plakataktion im öffentlichen Raum ist der dritte Teil des Projektes. So können zahlreiche Passanten an das Jahr 1914 erinnert und auf das Thema aufmerksam gemacht werden.

Die Europäische Union fördert das Projekt „1914-1918 – Die Pfalz im Ersten Weltkrieg“ im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Das Historische Museum der Pfalz beteiligt sich dabei an dem aktuell größten länderübergreifenden Kulturvorhaben am Oberrhein, das mit einem Gesamtbudget von 2,5 Millionen von Partnern aus Deutschland , Frankreich und der Schweiz realisiert wird.

Ziel ist es, im Jahr 2014 gemeinsam acht Ausstellungen zu präsentieren, die den Ersten Weltkrieg – die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ – aus französischer, schweizerischer und deutscher Perspektive zeigen.

Zusatzinformation:

Das Museum ist an Schenkungen und Leihgaben aus der Bevölkerung zum Thema Erster Weltkrieg interessiert. Wer etwas anbieten möchte, kann dies telefonisch unter 06232-1325-0 oder per Mail direkt an ludger.tekampe@museum.speyer.de tun.

Serviceinformationen

Öffnungszeiten des Museums:

Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr sowie an Feiertagen

Internet:

www.museum.speyer.de

www.kindermuseum.speyer.de

Colette Neufurth (Besucherservice) Telefon 06232 62 02 22

Foto: sämtliche Fotos oder Reproduktion: Historisches Museum der Pfalz / Peter Haag-Kirchner

17.11.2012


Königreich Pfalz - Vortrag zur Ausstellung 2013 im Historischen Museum der Pfalz

Vortrag am 12.11. 2012, 20 Uhr, in der VHS Speyer (Villa Ecarius)

„Königreich Pfalz" heißt die neue Ausstellung, die im Historischen Museum der Pfalz vom 03.03. bis 27.10.2013 zu sehen sein wird.

Mit einem Augenzwinkern wird das Historische Museum der Pfalz die Zeit der bayerischen Pfalz bis in das 20. Jahrhundert hinein beleuchten.

Simone Heimann M.A., Projektleiterin der Ausstellung, wird in ihrem Vortrag erste Einblicke in die Themen und das Entstehen der Ausstellung geben und anhand ausgewählter Objekte die Inhalte vertiefen.

Veranstalter: Bezirksgruppe Speyer im Historischen Verein der Pfalz e.V.

10.11.2012


125.000 Besucher sahen die Ausstellung "Ägyptens Schätze entdecken" im Historischen Museum der Pfalz Speyer

125.000 Besucher sahen die Ausstellung "Ägyptens Schätze entdecken. Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin".

"Die Faszination an der Kultur des Alten Ägypten ist ungebrochen hoch, das hat auch die Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz gezeigt", sagte Eckart Köhne, der Direktor des Historischen Museums der Pfalz Speyer. Erstmals wurden einzigartige Originale aus der Turiner Sammlung, darunter spektakuläre Statuen, Sarkophage und Grabbeigaben in Deutschland präsentiert. Die Ausstellung verband museale mit multimedialer Inszenierung und lud die Besucher an interaktiven Stationen zur intensiven Vertiefung ein. Bis heute zählt die Sammlung des Ägyptischen Museums Turin zu einer der weltweit wichtigsten und größten altägyptischer Zeugnisse. Dank der internationalen Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Sohag in Ägypten sowie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Freien Universität Berlin konnten sich die Besucher in einem eigenen Ausstellungsbereich, über die aktuelle Forschungssituation in Ägypten informieren. Dabei machte das Historische Museum der Pfalz den Besuchern neueste Forschungsergebnisse zugänglich. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, einem Märchenabend für Erwachsene sowie einer Museumsparty rundete das Angebot ab. Die sehr gute Besucherresonanz sowie die zahlreichen positiven Rückmeldungen und die begeisterte und rege Teilnahme an den Veranstaltungen zur Ausstellung belegen den Erfolg der einzigartigen Präsentation. Insgesamt buchten 1000 Gruppen eine Führung oder einen Workshop begleitend zur Ausstellung und entdeckten das Reich der Ägypter und die Arbeit der Ägyptologen und Archäologen auf ganz besondere Weise.

Im Jungen Museum wird die Reise durch das Land am Nil bis 7. April 2013 verlängert
Ab 27. Oktober 2012 lädt das Junge Museum Speyer zur Weiterreise durch das Land am Nil ein und verlängert die Mitmach-Ausstellung "Ägyptens Schätze entdecken" bis zum 7. April 2013. Junge Kulturinteressierte und neugierige Forscher können hier in eine Welt vergangener Kulturen eintauchen, spielerisch lernen und Neues ausprobieren.Dabei ist es etwas Besonderes, dass die Familien-Ausstellung einzigartige Originale zeigt und die jungen Besucher an deren Bedeutung und Wert für die Geschichtsschreibung heranführt.Das Junge Museum setzt gezielt multimediale und interaktive Stationen ein, die Spiele sowie Rätsel und Filme rund um archäologische Grabungen und das Leben der alten Ägypter bieten: So macht Lernen Spaß! Es bleiben jetzt noch 24 Wochen, in denen junge Museumsbesucher dem kommenden Winter entfliehen und sich auf eine spannende Entdeckungsreise durch das sonnige Ägypten machen können.

Kostenloser Museumsbesuch
Das Historische Museum der Pfalz gewährt während des Abbaus der kulturhistorischen Ausstellung vom 16. bis einschließlich 26. Oktober freien Eintritt in die Sammlungsausstellungen des Hauses. Der ältesten Wein der Welt oder das nachgebildete Contubernium, eine einfache Unterkunft für römische Soldaten, faszinieren und laden Groß und Klein zu einem Spaziergang durch die "Geschichte der Pfalz" ein. Die Familien-Ausstellung "Ägyptens Schätze entdecken" ist in diesem Zeitraum geschlossen und ab Samstag, 27. Oktober 2012, wieder zugänglich. Das Historische Museum der Pfalz Speyer ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.museum.speyer.de Text und Foto: Historisches Museum der Pfalz Speyer

15.10.2012


Fränkisches “Trio” stellt 100.000 Besucherin in der Ausstellung “Ägyptens Schätze entdecken”

Arbeit des Speyerer Museums erfährt erneut überaus positive Resonanz

cr. Speyer. Der Ansturm in die aktuelle Sonderausstellung im Speyerer “Historischen Museum der Pfalz“ hält auch weiterhin ungebrochen an: "Ägyptens Schätze entdecken. Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin" schlägt nach wie vor Besucher aus Nah und Fern in ihren Bann. Doch als heute der 100.000ste Besucher in Empfang genommen werden sollte, da war es dann doch etwas anders als noch an den Tagen zuvor: Vielleicht war es das Wetter, das kurzfristig von “Sonnenglut” auf “bewölkt und feucht” umgeswitcht hatte, vielleicht war es das Ferienende - jedenfalls mussten der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger, der eigens zu diesem Anlass aus dem Stadthaus ins Museum herübergekommen war gemeinsam mit dem Stellvertretenden Direktor des “Historischen Museums” und Projektleiter der Ägypten-Schau, Wolfgang Leitmeyer, etwas Geduld aufbringen, ehe der Ticket-Drucker die Einlasskarte mit der laufenden Nummer 100.000 “ausspuckte”.

Erworben hatte das “Glücksticket” Helga Kronewald aus Veitshöchheim bei Würzburg,, die von dem “großen Bahnhof” in dem Speyerer Museum völlig überrascht war: "Das ist mir in all meinen Jahren noch nicht passiert", freute sie sich, als sie aus der Hand von OB Eger einen sommerlichen Blumenstrauß und von Wolfgang Leitmeyer den opulenten Ausstellungskatalog entgegennehmen durfte. Gemeinsam mit ihrem Mann Bernhard und ihrer Freundin Marita Wiemert hatte sie sich heute gezielt zur Besichtigung der Ägypten-Ausstellung nach Speyer aufgemacht, von der sie zuvor schon viel Positives in der Presse gelesen hatte. Und dieser Besuch in Speyer war nicht ihr erster, denn bereits vor zehn Jahren hatte sie - übrigens in der “gleichen Besetzung” - im “Historischen Museum der Pfalz” die Sonderausstellung "Hatschepsut" besucht.

Die drei Gäste aus dem Frankenland verstehen sich selbst als ausgesprochene “Ägypten-Fans”, die versuchen - wo immer es möglich ist - alle Ausstellungen rund um diesen faszinierenden Themenkreis zu besuchen und die - Frau Kronewald sogar schon zweimal - auch bereits selbst das Land der Pharaonen bereist haben.

Wolfgang Leitmeyer zeigte sich spürbar begeistert über die anhaltende Nachfrage für diese Ausstellung: "Wir freuen uns wirklich sehr darüber, dass die Arbeit des Museums von allen Seiten eine so überaus positive Resonanz erfährt. Unter den gut 100.000 Besuchern, die das Projekt inzwischen gesehen haben, durften wir auch 800 Gruppen begrüßen - ich denke, beides ist zugleich Erfolg und Bestätigung für unsere Arbeit."

Noch bis zum 14. Oktober 2012 bietet das “Historische Museum der Pfalz” in Speyer die wegen der großen Nachfrage verlängerte Möglichkeit, einzigartige Kulturschätze aus dem Alten Ägypten erstmalig in Deutschland zu bestaunen. Nach der Speyerer Ausstellung werden die wertvollen Original-Exponate wieder in das ausleihende Museum in Turin zurückkehren.

Das “Historische Museum der Pfalz” ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zu der Ausstellung sowie zu dem vielfältigen und interessanten Begleitprogramm online unter www.aegypten.speyer.de. Foto: gc

16.08.2012


Historisches Museum der Pfalz erhält EU-Förderung für Projekt zur Geschichte des Ersten Weltkriegs

Bahnhof Speyer - am 4. September 1914 kommen verwundete Soldaten an

Neugestaltung der Sammlungspräsentation "Die Neuzeit"

"Ich freue mich sehr über die Förderzusage der Europäischen Union," erklärt Dr. Ludger Tekampe, Kurator des Historischen Museums der Pfalz. "Dank der Zuschüsse aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kann in Speyer bis 2014 ein spannendes, dreiteiliges Konzept zu dem Thema "Die Pfalz im Ersten Weltkrieg" entstehen." Mit diesem Vorhaben beteiligt sich das Historische Museum der Pfalz an einem länderübergreifenden Ausstellungsprojekt zur Geschichte des Ersten Weltkriegs.

Innerhalb seiner Sammlungsausstellung "Die Neuzeit" widmet das Museum den Kriegsjahren von 1914 bis 1918 einen eigenen Ausstellungsbereich. Erstmals werden zeitgenössische Objekte, Fotografien und Dokumente, die bislang im Depot des Museums verborgen waren, wissenschaftlich aufgearbeitet und ausgestellt. Schwerpunkt der Präsentation wird die Rolle der Pfalz als wichtiger Versorgungsraum nahe der Kriegsfront sein: Pfälzische Lazarettstandorte und große Kriegsgefangenenlager in Landau und Germersheim werden ebenso im Zentrum stehen wie die schwierige Ernährungslage der zivilen Bevölkerung während der Kriegsjahre. Ein weiteres Thema bildet die Ausweitung der pfälzischen Rüstungsindustrie. Die Entwicklung dieser Präsentation zum Ersten Weltkrieg findet im Zuge einer auf mehrere Jahre ausgelegten Neugestaltung der Sammlungsausstellung "Die Neuzeit" im Historischen Museum der Pfalz statt.

Auch außerhalb der Museumsmauern wird das Projekt zum Ersten Weltkrieg erlebbar sein: Ein Plakatprojekt mit originalen Abbildungen historischer Plakate wird zahlreichen Passanten auf Litfaßsäulen und Anschlagtafeln den Zeitgeist der Kriegsjahre näher bringen. Gleichzeitig werden diese "Zeitzeugen" auf eine Internetplattform hinweisen, die ebenfalls Teil des Gesamtkonzepts sein wird. Über diese Online-Datenbank wird das Historische Museum der Pfalz seine Sammlung historischer Fotografien und Dokumente einer breiten Öffentlichkeit präsentieren.
Weitere Informationen zum Historischen Museum der Pfalz online unter www.museum.speyer.de 

Im Rahmen des INTERREG-Projekts "1914 - 1918" realisieren Partner aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz mit einem Gesamtbudget von über 2,5 Millionen Euro eines der aktuell größten grenzüberschreitenden Kulturvorhaben am Oberrhein. Ziel ist die Präsentation von acht Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg im Jahr 2014. Neben dem Historischen Museum der Pfalz und dem Dreiländermuseum Lörrach als dem Hauptprojektträger leisten 32 Museen, Archive und Geschichtsvereine einen Beitrag zu diesem länderübergreifenden Vorhaben; darunter das Musée Historique de Straßburg, das Museum für Stadtgeschichte der Städtischen Museen Freiburg und das Wehrgeschichtliche Museum Rastatt.
Aktuelle Informationen zum EU-Projekt online unter www.interreg-oberrhein.eu Historisches Museum der Pfalz Speyer, Presse; Foto: Reproduktion: Historisches Museum der Pfalz / Peter Haag-Kirchner

25.07.2012


Die Reise durchs Land der Pharaonen geht weiter

Ausstellung "Ägyptens Schätze entdecken" im Historischen Museum der Pfalz bis 14. Oktober 2012 verlängert

Die einzigartigen Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin sowie eine gelungene und spannende Inszenierung tragen dazu bei, dass die Resonanz auf die aktuelle Sonderausstellung des Historischen Museums der Pfalz ausgesprochen gut ist. Annähernd 70.000 Besucher kamen bisher in die Ägypten-Schau.

Aufgrund des großen Erfolges verlängert das Historische Museum der Pfalz die kulturhistorische Ausstellung sowie die Familienausstellung. Bis zum 14. Oktober haben Interessierte noch die Möglichkeit zwischen Pharaonen, Pyramiden und Sarkophagen zu wandern und sich in die fremde Welt des Alten Ägyptens entführen zu lassen.

Dabei profitieren nicht nur Erwachsene von dem Ausstellungskonzept, das wertvolle Originale, interessante Informationen und Medienstationen kombiniert.
Auch Kinder kommen in einer eigenen Familienausstellung voll auf ihre Kosten. Als Forscher bereisen sie das Land am Nil: auf einem altägyptischen Boot den Fluss hinab, im Papyrusdickicht oder im heißen Wüstensand zwischen den Pyramiden, überall gibt es etwas zu entdecken!

Das Historische Museum der Pfalz ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zur aktuellen Ausstellung sowie zu deren Begleitprogramm online unter www.aegypten.speyer.de. Historisches Museum der Pfalz Speyer, Presse

21.06.2012


Historisches Museum der Pfalz erhält neues Dach

Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin noch bis 2. September zu sehen

Anfang Juni haben die Sanierungsmaßnahmen am Dach und an den beiden Türmen des Historischen Museums der Pfalz begonnen. Auch die Fassade wird einen neuen Anstrich erhalten.

Diese baulichen Maßnahmen nehmen keinen Einfluss auf die Präsentation der Sonderausstellung: Die einzigartigen Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin, darunter geheimnisvolle Mumien und prächtige Skulpturen mächtiger Pharaonen, werden noch bis zum 2. September 2012 in der Ausstellung "Ägyptens Schätze entdecken" zu sehen sein.
Neben der Sonderausstellung zum Alten Ägypten präsentiert das Museum in seinen Schausammlungen von der Urgeschichte bis zum Weinmuseum Highlights wie den bronzezeitlichen "Goldenen Hut" oder den weltweit ältesten flüssig erhaltenen Wein.
Aufgrund der Sicherung von einzelnen Ausstellungsobjekten wird die Sammlung "Neuzeit" in Teilen geschlossen.
Voraussichtlich werden die Sanierungsmaßnahmen bis 4. Oktober 2012 abgeschlossen sein.

Die Kosten für die umfangreichen Baumaßnahmen in Höhe von insgesamt 832.000 € werden durch das Museum mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz aufgebracht. Historisches Museum der Pfalz Speyer, Presse

12.06.2012


50.000 Besucher in 75 Tagen: Besucherresonanz anhaltend gut

"Ägyptens Schätze entdecken" lockt große Besuchermengen ins Reich der Pharaonen

Die Ausstellung "Ägyptens Schätze entdecken" lockt weiterhin große Besuchermengen nach Speyer in das Historische Museum der Pfalz: Am vergangenen Pfingstwochenende wurde trotz besten Wetters die Marke des 50.000sten Besuchers bereits überschritten.

Prächtige Skulpturen von Pharaonen, geheimnisvolle Mumien und kostbare Schmuckstücke, die erstmalig in Deutschland zu sehen sind, lockten und locken die Besucher in das Historische Museum der Pfalz. Mit den über 300 Originalen aus dem Ägyptischen Museum Turin wird der Besucher in eine Welt bedeutender historischer Zeugnisse entführt, die durch den Einsatz von multimedialen Stationen zu einer spannenden Entdeckungsreise wird. Die Ausstellung kann noch bis zum 2.9.2012 im Historischen Museum der Pfalz besucht werden.

Das Historische Museum der Pfalz ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zur aktuellen Ausstellung sowie zu deren Begleitprogramm online unter www.aegypten.speyer.de

29.05.2012


Studi-Aktion beim Historischen Museum der Pfalz

Mit dem VRN zu den "Ägyptern" nach Speyer

Ab 1. Juni bietet das Historische Museum der Pfalz gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) eine "Studi-Aktion" für alle Inhaber des VRN-Semestertickets an. Gegen Vorlage dieses Tickets erhalten Studenten eine gut gefüllte "Studi-Tasche" an der Museumskasse. Während der gesamten Laufzeit der aktuellen Ausstellung "Ägyptens Schätze entdecken. Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin" im Historischen Museum der Pfalz zahlen Studierende den Sonderpreis von 4 € Eintritt, statt regulär 13 €. Die "Studi-Aktion" läuft solange der Vorrat reicht.

Erstmals können 300 einzigartige Originale aus der Sammlung des Ägyptischen Museums Turin in Deutschland erlebt werden. Geheimnisvolle Mumien, Skulpturen mächtiger Pharaonen und zahlreiche, nahezu unversehrte Alltagsgegenstände aus dem Alten Ägypten laden zu einem Besuch nach Speyer ein. Die kostenlose Anreise mit Bus und Bahn mit dem Semesterticket bietet die Möglichkeit, Speyer als idealen Ausflugsort wahrzunehmen.

Das Historische Museum der Pfalz zeigt die aktuelle Sonderausstellung "Ägyptens Schätze entdecken. Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin" noch bis zum 2. September 2012, dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Weitere Informationen unter www.aegypten.speyer.de Historisches Museum der Pfalz Speyer, Presse

26.05.2012


Ägypten, wohin man schaut...

Kooperation zwischen dem Historischen Museum der Pfalz und dem IMAX DOME Filmtheater Speyer zum Thema "Ägypten"

An dem Thema Ägypten kommt man zurzeit in Speyer nicht vorbei, ob Sonderausstellung oder Filme - im Historischen Museum der Pfalz sowie im IMAX DOME Filmtheater des Technik Museum Speyer gibt es viel über dieses Land mit seiner faszinierenden Geschichte zu erfahren. Ein guter Grund für eine gemeinsame Aktion.
Ägypten-Fans können ab sofort die Sonderausstellung oder die Filme zu einem Sonderpreis besuchen. Besucherinnen und Besucher der Ausstellung "Ägyptens Schätze entdecken" erhalten bei Vorlage ihrer Eintrittskarte im IMAX Dome Filmtheater einen Rabatt von 2,00 € auf die Filme "Mumien" und "Der Blaue Nil". Im umgekehrten Fall erhalten Besucher der IMAX Dome Filme "Mumien" und "Der Blaue Nil" einen 2,00 € Rabatt in die Sonderausstellung "Ägyptens Schätze entdecken". Diese Sonderaktion zwischen dem IMAX DOME Filmtheater und dem Historischen Museum der Pfalz gilt bis zum Ende der Sonderausstellung am 2. September 2012.

"Ägyptens Schätze entdecken. Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin"

In der aktuellen Sonderausstellung "Ägyptens Schätze entdecken" präsentiert das Historische Museum der Pfalz über 300 Meisterwerke aus der Sammlung des Ägyptischen Museums Turin. Erstmals sind diese einzigartigen Zeugnisse altägyptischer Kultur in Deutschland zu sehen, darunter prächtige Pharaonen, geheimnisvolle Mumien und kostbare Schmuckstücke. Parallel zur kulturhistorischen Ausstellung zeigt das Kindermuseum eine Erlebnisausstellung, die sich direkt an junge Besucher richtet. Originale aus dem Ägyptischen Museum Turin, aufwändige Rekonstruktionen und der Einsatz von interaktiven Medien schaffen eine eigene Erlebniswelt und ein intensives Lernvergnügen. Die Eintrittskarte beinhaltet den Besuch beider Ausstellungen - sowohl die kulturhistorische als auch die Familienausstellung. Die Nutzung des Audioguides ist im Eintrittspreis enthalten. Für junge Museumsbesucherinnen und -besucher ab sechs Jahren gibt es einen eigenen Kinderaudioguide durch die kulturhistorische Ausstellung. Ein weiteres Extra für die Besucherinnen und Besucher: In der Ausstellung darf fotografiert werden - allerdings ohne Blitz und Stativ. Während der Laufzeit der Ausstellung bietet das Historische Museum der Pfalz ein abwechslungsreiches Begleitprogramm mit einer wissenschaftlichen Vortragsreihe und Workshops für Lehrerinnen und Lehrer.

Das Historische Museum der Pfalz zeigt die aktuelle Sonderausstellung "Ägyptens Schätze entdecken. Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin" noch bis zum 2. September 2012, dienstags bis sonntags von 10.00 bis 18.00 Uhr. Weitere Informationen unter www.aegypten.speyer.de.


"Der Blaue Nil" und "MUMIEN" im IMAX Dome Filmtheater Speyer

Seit Tausenden von Jahren übt der Nil eine magische Anziehungskraft auf die Menschen aus. Frühe Forscher von den alten Ägyptern bis hin zu Napoleon, dem legendären Sir Richard Burton und David Livingston waren besessen von der Suche nach seinem Ursprung. Im Laufe des letzten Jahrhunderts versuchten zahlreiche Entdecker den mächtigen Fluss in einer einzigen Expedition zu bezwingen - jedoch scheiterten alle daran. Mindestens ein Dutzend kamen bei dem Versuch ums Leben. Am 28. April 2004 wurden zwei unerschrockene Forscher - der Expeditionsleiter Pasquale Scaturro und sein Partner Gordon Brown - die ersten in der Geschichte, welche den größten Fluss der Welt in einer einzigen Reise bezwangen. Die 114-tägige Reise führte die beiden Forscher und ihre Mannschaft 3,260 Meilen flussabwärts von seinem Ursprung in den äthiopischen Hochländern bis zum Mittelmeer. Mit zwei Booten und einem Kajak stellten sie sich auf ihrem Weg, den Blauen Nil und dann den großen Nil hinab, schier unüberwindlichen Herausforderungen. Der Film zeigt die gefährliche Reise einer internationalen Gruppe von Abenteurern bei ihrer Expedition auf dem größten und bekanntesten Fluss der Welt - dem Nil.

Der Film "MUMIEN - Geheimnisse der Pharaonen" nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise tausende Jahre zurück in die Vergangenheit, in das Zeitalter der großen Pharaonen. Eingebettet in eine spannende Geschichte mit Grabräubern und einem verborgenen Schatz, der sich zu einem der bedeutendsten archäologischen Funde der jüngeren Geschichte herausstellen sollte, entschlüsselt der Film einige der größten Rätsel und Mythen, die sich um die königlichen Mumien ranken. Wie wurden sie einbalsamiert? Wo wurden sie versteckt? Der 40minütige Film greift die große und nachhaltende Faszination auf, die Mumien seit jeher auf Menschen ausüben. Eine Faszination, die wahrscheinlich so alt ist, wie die Mumien selbst. Um die Zuschauer ganz in die ägyptischen Geschichte eintauchen zu lassen, werden atemberaubende Aufnahmen einzigartiger historischer Schauplätze in Ägypten mit Computeranimationen und nachgestellten Szenen aus der Zeit der Pharaonen kombiniert. Ein faszinierendes Erlebnis in einmaligen Bildern auf der gigantischen Kuppel des IMAX DOME Filmtheater Speyer.

Infos unter www.technik-museum.de/imax-dome oder www.technik-museum.de

23.05.2012


Ehrung von Jubilaren des Historischen Vereins der Pfalz

Jubilare zur 50-jährigen Mitgliedschaft sowie den Vorsitzenden des Historischen Vereins der Pfalz (vl.l.n.r.): Dr. Günter Becht (Speyer), Dr. Gerald Erb (Mainz), Werner Schineller (Vorsitzender des Historischen Vereins der Pfalz, Speyer), Theo Magin (Schifferstadt)

Mitgliederversammlung in Bad Bergzabern

Zur diesjährigen Mitgliederversammlung des Historischen Vereins der Pfalz am Samstag, 28. April im Hause des Gastes in Bad Bergzabern konnte der Vorsitzende Werner Schineller zahlreiche Mitglieder sowie als Ehrengäste Stadtbürgermeister Harald Bratz und die Beigeordnete Heike Grill begrüßen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Neuwahlen des Vorstands. Für die kommenden drei Jahre wurden folgende Personen in ihre Ämter gewählt: Vorsitzender Werner Schineller aus Speyer, erste stellvertretende Vorsitzende Heike Wittmer aus Pirmasens, zweite stellvertretende Vorsitzende Dr. Lenelotte Möller aus Speyer, Schatzmeister Herbert Hack aus Dudenhofen sowie Schriftführer Dr. Werner Transier aus Ketsch.
Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Historischen Vereins der Pfalz wurden 25 Personen für 40 Jahre Mitgliedschaft und 11 Personen und Institutionen für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt.
Im Anschluss überreichte der Vorsitzende Werner Schineller den mit 1.500 € dotierten Anerkennungspreis des Historischen Vereins der Pfalz für NachwuchswissenschaftlerInnen in den Kulturwissenschaften an Dr. Thorsten Unger aus Landau für seine Buchveröffentlichung "Klingenmünster und die Kurpfalz im 15. und 16. Jahrhundert". Zu diesem Thema hielt der Preisträger einen Vortrag.
Gastgeber Dr. Andreas Imhoff, Vorsitzender der Bezirksgruppe Bad Bergzabern des Historischen Vereins der Pfalz, sprach zu dem Thema "Die Pfalz im 19. Jahrhundert - Regierungspräsidenten berichten". Abschließende Stadtführungen durch Bad Bergzabern am Nachmittag rundeten die Mitgliederversammlung des Historischen Vereins der Pfalz ab.
Zu den wichtigsten Aktivitäten des Historischen Vereins der Pfalz in diesem Geschäftsjahr gehört die Durchführung der bereits fünften wissenschaftlichen Tagung, die am 26. und 27. Oktober in Herxheim bei Landau stattfindet. Thema der Tagung ist die jungsteinzeitliche Glockenbecher-Kultur. Im Mittelpunkt stehen die international beachteten Funde dieser Epoche aus Herxheim.
Die seit einigen Jahren im Forum des Historischen Museums der Pfalz durchgeführte Veranstaltung "Geschichte im Forum" findet am 7. November 2012 statt. Im Mittelpunkt stehen die deutsch-französischen Beziehungen seit Abschluss des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrags 1963 und ihre Auswirkungen auf die Grenzregionen Elsass und Pfalz. Als Referenten konnten Dr. Dagmar Gilcher aus Kaiserslautern und Martin Graff aus Soultzeren in Frankreich gewonnen werden. Weitere Informationen unter www.hist-verein-pfalz.de Hist. Museum der Pfalz, Presse; Foto: Dr. Andreas Imhoff

02.05.2012


Ägyptens Märchenschätze entdeckt

jüs.Speyer. Zum Haus der Märchen und Geschichten aus und um Ägypten wurde das Historische Museum der Pfalz am Freitag abend. Märchen aus den letzten 5000 Jahren hatte die professionelle Märchenerzählerin Barbara Scheel aus Eppingen nach Speyer mitgebracht, um sie auf spannende Art und Weise dem Publikum im bis zum letzten Platz gefüllten Raum im Eingangsbereich der Ägpten-Ausstellung vorzustellen. Witzige und spannende Geschichten, aber auch so manche nachdenkliche Erzählung hatte Barbara Scheel mit im Gepäck. Gesucht und gefunden in zahlreichen Ländern rund um den Mittelmeerraum und von ihr aufbereitet. Kein Problem für die Märchenerzählerin, kommt sie doch aus Babuschka, dem Haus der Geschichten in Eppingen. Dort sind  Geschichten und Märchen Programm und neben Erzählungen, Vorträgen und Seminaren stehen auch Theaterstücke auf dem Spielplan.

Und so entführt Scheel das altersmäßig breit gestreute Publikum in die Wüste Ägyptens, wo sich Löwe und Maus messen oder an den Nil, wo die Geschichte des Aschenputtels in einer eigenen Variante zu finden ist: Hier ist es ein Adler, der einem badenden Mädchen seinen Schuh entführt und direkt vor die Füße des Pharaos fallen lässt. Und der lässt nicht locker, bis er die Hübsche anhand des passenden Schuhs gefunden hat um sie schliesslich – Ende gut, alles gut – zu heiraten. Barbara Scheel nimmt die Zuhörer mit auf die Route der Kaufleute rund um das Mittelmeer, und so gibt es über den Abend verteilt so manches Land, das noch Märchen aus dem alten Ägypten adaptierte und neu erzählt. Weltweit 350 Märchenmotive gäbe es, so Scheel, die auf die eine oder andere Art und Weise auf das jeweilige Land und dessen Kultur zugeschnitten wurde. Erzählt wurden im alten Ägypten Märchen übrigens nur dem Pharao höchstpersönlich. Kein anderer durfte sie hören ausser dem Herrscher höchstpersönlich. Und wenn der beim auf dem Throne sitzen und Regieren einmal Langeweile hatte, dann kam ein Märchenerzähler gerade recht, um diese mit Geschichten zu vertreiben – 1001 Nacht lässt grüßen.

Langweilig wurde es auch den über 60 Zuhörern im Historischen Museum der Pfalz nicht an diesem zweistündigen Abend mit „Märchen aus Ägypten“, so der Titel der Veranstaltung. Erstaunlich und schön zu sehen, dass auch in der heutigen multimedialen Welt Erwachsene jeden Alters noch immer gerne Märchenerzählungen lauschen. Link auf die Webseite der Märchenerzählerin: www.babuschka-theater.de Foto: jüs

30.04.2012


Mit Oma und Enkel die 25.000er-Besucher-Marke überschritten

Speyerer “Ägypten-Ausstellung” bewährt sich als überzeugender Publikumsmagnet

cr. Speyer. Es war wohl für beide Seiten “die Überraschung des Tages”: Für Annette Metzger und ihren Enkel Leander auf der einen und die Speyerer Museumsleute um den Chef des Historischen Museums der Pfalz, Dr. Eckhart Köhne, auf der anderen Seite, als die in Mutterstadt lebende Oma mitsamt ihrem siebenjährigen Enkel aus Deidesheim heute nachmittag als 25.000. und 25.001. Besucher die Sonderausstellung “Ägyptens Schätze entdecken. Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin betreten wollten. Dort wurden sie nämlich bereits auf den Stufen vor dem Museumsportal von Direktor Dr. Köhne und seinen Mitarbeiterinnen mit einem großen Blumenstrauß und dem opulenten Begleitbuch zur Ausstellung erwartet. Als echter “Ägypten-Fan” bekannte sich bei dieser Gelegenheit Annette Metzger, die das Land am Nil mit seinen großartigen Kunstschätzen in der Vergangenheit bereits bereist hat und von dort die Erkenntnis mitbrachte, “dass auch unsere Kultur und unsere Zivilisation in weiten Teilen auf dem beruht, was in Jahrtausenden entlang des Nils geschaffen wurde”. Von daher sei es für sie eine Selbstverständlichkeit gewesen, die Speyerer Sonderausstellung zu besuchen. “Dass es aber ausgerechnet heute ist und dass wir so gar zu ‘Jubiläums-Besuchern’ wurden - daran ist aber mein Enkel Leander schuld, der mich schon seit Beginn der Ausstellung immer wieder darum bat, mit ihm “zu den Ägyptern” nach Speyer zu fahren. Dass sie jetzt nun noch das Begleitbuch zum Geschenk erhalte, freue sie ganz besonders, habe “sie bisher in ihrem Leben doch noch nie etwas gewonnen”.

Und dass die aktuelle Speyerer Sonderausstellung ein echter “Volltreffer” ist, zeigt sich vor allem in dem nach wie vor enorm großen Zuspruch: Allein über die Osterfeiertage nutzten mehr als 5.000 Besucher die Gelegenheit zu einem spannenden Ausflug in die Welt der Pharaonen und der Mumien - auch für die von früheren Ausstellungen erfolgsverwöhnten Speyerer Ausstellungsmacher mehr als respektable Zahlen. "Wir freuen uns sehr, dass die Ägypten-Ausstellung so gut angenommen wird”, freute sich da auch Direktor Dr. Köhne. “Die Besucher sind genauso fasziniert wie wir von den Exponaten und viele von ihnen zeigen sich überrascht davon, dass alle gezeigten Exponate Originale sind”.

Leander Metzger hielt es dann aber nicht mehr länger am Eingang zum Museum. Er wollte jetzt möglichst rasch im “Jungen Museum” in den durch viele Exponate im wahrsten Sinn des Wortes “begreifbar” gemachten Alltag der ägyptischen Hochkultur am Nil eintauchen, ehe er sich mit seiner Oma auf einen spannenden Rundgang durch die für Jung und Alt gleichermaßen faszinierende Schau machte.

Das Historische Museum der Pfalz präsentiert noch bis zum 2. September 2012 einzigartige Zeugnisse aus dem Ägyptischen Museum Turin und ist dazu von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Foto: Hist. Museum; gc

Weitere Informationen online unter www.aegypten.speyer.de

Als “Appetitmacher” zur Ausstellung empfiehlt der SPEYER-KURIER in seinem “Film-Kurier” einen Rundgang durch die Schau.

12.04.2012


Große Besucherresonanz für "Ägypten" in Speyer

Über 10.000 Besucher sahen bereits die Sonderausstellung "Ägyptens Schätze entdecken" im Historischen Museum der Pfalz

Die am 10. März im Historischen Museum der Pfalz eröffnete Sonderausstellung "Ägyptens Schätze entdecken. Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin" erfährt einen enormen Zuspruch: Bereits nach einer Laufzeit von zwei Wochen sahen mehr als 10.000 Besucher die große Ausstellung zur altägyptischen Kultur.

Das Historische Museum der Pfalz präsentiert noch bis 2. September 2012 die einzigartigen Zeugnisse aus dem Ägyptischen Museum Turin, darunter prächtige Skulpturen mächtiger Pharaonen, geheimnisvolle Mumien und Alltagsgegenstände, die mehr als 3000 Jahre nahezu unversehrt überstanden haben.

Weitere Informationen online unter www.aegypten.speyer.de

26.03.2012


Speyerer Ägypten-Ausstellung fasziniert durch Exponate und ihre Präsentation

Riesiger Ansturm auf Eröffnungsveranstaltung im Innenhof des Museums

spk. Speyer. Wenn der gewaltige Ansturm, der zu der gestrigen Eröffnung der Ausstellung “Ägyptens Schätze entdecken” im Historischen Museum der Pfalz eingesetzt hatte, sich in den kommenden sechs Monaten auf die Zahl der Besucher übertragen lässt, dann dürfte diese Schau zu einem der ganz großen Erfolge in der Reihe glanzvoller Sonderausstellungen in dem Speyerer Museum werden. Denn der überdachte Innenhof des Museums war gestern randvoll gefüllt - die Verantwortlichen hatten kurzerhand sogar die eingeplanten Sitzreihen wieder herausnehmen lassen, um den gut tausend Besuchern - dicht an dicht gedrängt - wenigstens per Stehplatz die Teilnahme an dieser Eröffnungsveranstaltung zu ermöglichen - als Ministerpräsident Kurt Beck die in der europäischen Presse zu Recht als Sensation gefeierte Ausstellung freigab.

In einem Video bietet der SPEYER-KURIER seinen Lesern einen ersten Rundgang durch die eindrucksvolle Schau, die durch die hohe Qualität ihrer Exponate nicht weniger besticht als durch die Art ihrer Präsentation.

Das betonten auch die Redner der Eröffnungsveranstaltung - an ihrer Spitze der neue Speyerer Museumsdirektor Dr. Eckart Köhne, für den diese Schau zugleich die Premiere seines Speyerer Wirkens darstellt. Er dankte vor allem dem Leihgeber, dem Ägyptischen Museum in Turin und seiner Direktorin, Dr. Elena Vassilika, für das große Vertrauen, das sie mit der Überlassung so vieler einmaliger und wertvoller Kunstschätze an das Speyerer Museum bewiesen habe. “Wir werden dieses Vertrauen zu rechtfertigen versuchen und auch das von Ihnen ausgesprochene Angebot zu einer auch in der Zukunft engen Zusammenarbeit mit dem Turiner Museum gerne aufnehmen”, versicherte Dr. Köhne, der sich auch bei seinem Amtsvorgänger, Prof. Dr. Alexander Koch, bedankte, von dem er die Ausstellung quasi “geerbt” habe. Um so wichtiger sei es für ihn gewesen, in Speyer auf ein hoch motiviertes und phantasiebegabtes Team um Wolfgang Leitmeyer getroffen zu sein, das die Ausstellung mitsamt der begleitenden Familienausstellung in einer in der Fachwelt großes Aufsehen erregenden Art und Weise konzipiert und umgesetzt habe.

Dies hob auch die Leiterin des Turiner Ägyptischen Museums, Dr. Elena Vassilika, in Ihrer Rede hervor. Sie verspricht sich von der Ausstrahlung der Speyerer Schau durchaus auch positive Effekte für ihr eigenes Haus. “Wenn die Besucher in den nächsten Monaten hierher nach kommen und die so außergewöhnlich ansprechend präsentierten Exponate in der Speyerer Schau bewundern, dann könnte in ihnen der Wunsch erwachen, auch die zahlreichen anderen Artefakte in deren heimatlichen Umgebung zu betrachten und gleichzeitig das reizvolle Ambiente der piemontesischen Hauptstadt Turin, der Schlösser in seiner Umgebung und seine kulinarischen Köstlichkeiten zu genießen”, gab Dr. Vassilika ihrer Hoffnung Ausdruck.

Dass mit dieser Ausstellung dem Speyerer Haus ein ganz besonderer Coup gelungen sei, betonten auch übereinstimmend der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes des Museums, der Speyerer Altoberbürgermeister Werner Schineller und der Vorsitzende des Stiftungsrates und Vorsitzende des Bezirksverbandes der Pfalz, Theo Wieder. Sie wiesen besonders auf den Umstand hin, dass es damit gelungen sei, dem neuen “Chef im Hause”, Dr. Eckart Köhne, einen gelungenen Einstand zu bereiten. “Jetzt müssen wir es nur noch schaffen, aus dem derzeit noch immer in Karlsruhe lebenden Köhne auch wohnsitzmäßig einen Pfälzer zu machen”, gab Werner Schineller in humoriger Weise seiner Hoffnung Ausdruck.

Auf eine besondere rheinland-pfälzische Kontinuität wies auch Ministerpräsident Kurt Beck hin, als er sich darüber freute, dass mit Dr. Köhne ein Rheinland-Pfälzer vom Museum in Trier nach Speyer gewechselt sei. Zu der Ausstellung selbst wies Beck darauf hin, dass hier mit rund einer Million Euro eine durchaus nennenswerte Investition vorgenommen worden sei - “angesichts der schon im vorab erkennbaren große Publikums-Resonanz aber sicher wirklich gut angelegtes Geld”, betonte Beck.

Mit Schlagern und Chansons versuchte Günther Fingerle vom Pfalztheater Kaiserslautern - einer anderen Einrichtung des Bezirksverbandes der Pfalz - für die musikalische Umrahmung der Eröffnungsfeier zu sorgen, was ihm aber angesichts der schwierigen akustischen Verhältnisse im Innenhof des Museums “hörbar” schwer fiel. Einige zusätzliche Lautsprecher könnten hier künftig den insgesamt überragenden Gesamteindruck einer solchen Veranstaltung auch an diesem Ende positiv beeinflussen.

In einem gemeinsamen Rundgang konnten sich die Besucher sodann einen ersten Eindruck von dem machen, was hier im Zusammenwirken zwischen dem Turiner und dem Speyerer Museum und mit Unterstützung des Archäologischen Instituts der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz - einer von zwei deutschen universitären Einrichtungen, die noch heute regelmäßig in dem mittelägyptischen Grabungszentrum forschen - “auf die Beine gestellt” werden konnte.

Folgen Sie dazu dem Rundgang in dem Video des SPEYER-KURIER und lassen Sie sich zu einem persönlichen Besuch im Speyerer Museum inspirieren - bis zum 2. September 2012 täglich geöffnet von Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr. Foto: Kienipress

11.03.2012


Zweitgrößte Sammlung altägyptischer Artefakte zu Gast im Speyerer Museum

Herausragende Exponate des “Museo Egizio” in Turin im Spannungsfeld mit neuesten Forschungsbefunden aus Assiut.

von Gerhard Cantzler

Kein anderes Land - keine andere Kultur hat die Menschen durch die vergangenen zwei Jahrhunderte so fasziniert wie das alte Ägypten. Kein Wunder also, dass große Ägypten-Ausstellungen bis heute immer wieder als Publikumsmagneten die Besucher in riesigen Zahlen anziehen. Ab dem kommenden Wochenende haben dazu auch wieder die Besucher des Historischen Museums der Pfalz in Speyer Gelegenheit, wenn dort unter dem Titel “Ägyptens Schätze entdecken” Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum in Turin gezeigt werden.

Die Turiner Sammlung gilt mit weit über 32.500 Exponaten als die nach dem Ägyptischen Museum in Kairo bedeutendste ihrer Art in der Welt und geht auf die”Geburtsstunde der Ägyptologie” im Jahr 1799 zurück, als Napoleon Bonaparte bei seinem Feldzug nach Ägypten - begleitet von Archäologen - die monumentalen Felsengräber im mittelägyptischen Assiut entdeckte. Von dort gelangten in der Folgezeit zahlreiche Exponate nach Frankreich, wo sie bis heute im Louvre oder als Einzelobjekte - bewundert werden können.

Im Jahr 1824 erwarb König Karl Felix von Piemont-Sardinien über 5.000 Artefakte, darunter 100 Statuen und 170 Papyri und legte damit die Basis für diese überragende Sammlung. Der italienische Archäologe Ernesto Schiaparelli dann, späterer Direktor des “Museo Egizio” in Turin, brachte zu Beginn des 20. Jahrhunderts zahlreiche qualitätvolle Objekte wie Holzsärge, Statuen und Grabbeigaben in die Hauptstadt des Piemont und machte so das Museum zu einer der “ersten Adressen” ihrer Art in der Welt. Dass jetzt 300 der kostbarsten Exponate dieser Sammlung den Weg nach Speyer gefunden haben - viele verlassen überhaupt zum ersten Mal das angestammte Museum - kaum eines wurde je zuvor außerhalb Italiens gezeigt - liege in dem Umstand begründet, so die Direktorin der “Fondazione Museo delle Antichità Egizie di Torino”, der Museumsstiftung - der Trägerin des Ägyptischen Museums, Dr. Eleni Vassilika, dass ihr Haus ihr bisheriges Ausstellungskonzept geändert habe. “Die Sammlung, die in der Vergangenheit ein gut gehütetes Geheimnis allenfalls für die Fachwelt war, hat sich jetzt für eine breitere Öffentlichkeit geöffnet”, erklärte Dr. Vassilika. Dadurch habe sich die Zahl der Besucher mit über 600.000 fast schlagartig verdoppelt.

Als einen weiteren Grund für die Leihgabe nannte sie das hohe Ansehen, das das Historische Museum der Pfalz in der Fachwelt genieße. “Die Sonderschauen des Speyerer Hauses werden überall in der Welt mit größter Hochachtung verfolgt - die begleitenden Kinder- und Familienausstellungen des “Jungen Museums” gelten gar als “ein Highlight” in der internationalen Museumsszene. “Ich bewundere Ihre Kinder- und Jugendarbeit seit vielen Jahren”, bekennt die Wissenschaftlerin und ergänzt, dass “Herr Leitmeyer halt auch wirklich gut überreden kann”, wenn sie von den Verhandlungen mit dem Kurator der Ausstellung, dem Stellvertretenden Leiter des Speyerer Museums, Wolfgang Leitmeyer berichtet.

Der führte den riesigen Journalisten-Pulk, der heute zu der Eröffnungs-Pressekonferenz nach Speyer gekommen war, schon einmal verbal und mit spürbarer Begeisterung durch die von ihm verantwortete Ausstellung. “Wir haben uns bemüht, die Objekte so zu präsentieren, dass sie für Kinder und Erwachsene gleichermaßen “begriffen” werden können. Dazu sei es möglich, um die Exponate herumzugehen, um sie von allen Seiten zu bewundern. Außergewöhnliche, aber auch ganz alltägliche Exponate, geben Einblicke in das Leben in der Stadt, auf dem Dorf und in den Tempeln. Sein ‘Favorit’ unter den Exponaten - so bekennt Leitmeyer - sei die Statue des Pharaos Thutmosis I.

Eine ganz besondere Bedeutung komme in der Ausstellung aber auch der Darstellung des Toten-Kultes im alten Ägypten zu. Von ihm und der - unter anderem in dem Turiner Museum entschlüsselten Hieroglyphen-Schrift und ihren Schreibern - sei stets ein ganz besonderer Mythos ausgegangen. Schrift und Schreibern sei ein eigener, umfangreicher Abschnitt der Ausstellung gewidmet. Hier könne die gesamte Bandbreite an Schriftstücken von der Poesie über Verwaltungsakten bis hin zu Rechnungen besichtigt werden.

Mit der Präsentation der aktuellen Grabungs- und Forschungsergebnisse der Universität Mainz und der Freien Universität Berlin, die gemeinsam schon seit Jahren in dem Gräberfeld von Assiut aktiv seien, schlage die Ausstellung schließlich den Bogen über die gesamte, gut fünf Jahrtausende alte Geschichte dieser bedeutenden mittelägyptischen Hochkultur.

Zu diesem, abschließenden Abschnitt der Ausstellung gab Univ.-Prof. Dr. Ursula Verhoeven-van Elsbergen eine kurze Einführung und erklärte, dass es ihr dabei darum gehe, die wichtigsten Projekte ihrer Forschungstätigkeit in Ägypten und die dabei angewandten Arbeitweisen aufzuzeigen. Prof. Dr. Verhoeven wird auch noch im Zuge des gewohnt opulenten Begleitprogramms zu der Ausstellung mit einem Vortrag zu Wort kommen.

Schließlich führte noch die Leiterin des Museumspädagogischen Begleitprogramms, Almut Neef, in die Schwerpunkte dieses Projekts ein, wo es darum gehe, Kindern und Jugendlichen einen altersgerechten Zugang zu der altägyptischen Kultur zu eröffnen. Fischfang im Nil, Vogeljagd - überhaupt: Tiere und ihre Darstellung stünden im Mittelpunkt dieses Projektes. “Wir haben deshalb auch Tiermasken - einen Schakalkopf und einen Ibiskopf - anfertigen lassen, so dass unsere kleinen Besucher sich dem Thema quasi “spielerisch” annäheren können”. Auch originale Grabungsfunde würden in der Begleitausstellung gezeigt, darunter auch eine Katzenmumie, die zeige, welch hohe Verehrung diese Tiere bei den alten Ägyptern genossen haben.

Schon zu Beginn des Pressegesprächs hatte der neue Leiter des Historischen Museums der Pfalz, Dr. Eckart Köhne, auf die hohe Faszination hingewiesen, die das Thema “Ägypten” schon seit gut zwanzig Jahren in zahlreichen Sonderausstellungen aufgebaut habe. “Ich habe diese Ausstellung ja quasi von meinem Vorgänger ‘geerbt’”, bemerkte Dr. Köhne und stattete seinen Dank an die Träger des Museums, aber auch an die Sponsoren dieser Ausstellung ab. Ganz besonders bedankte er sich aber bei den “Machern” dieser Schau, Wolfgang Leitmeyer und seinem Team. “Sie haben in den letzten Monaten wirklich Großartiges geleistet”, lobte der Museumsleiter seine Mitarbiter. Vor genau zehn Jahren habe in Speyer die Ausstellung “Hatschepsud” ein weithin ausstrahlendes, riesiges Publikumsinteresse hervorgerufen. “Wir hoffen, dass wir mit dieser Ausstellung von so überragender wissenschaftlicher Bedeutung und mit ihren Exponaten von so unvergleichlichem Rang an diesen Erfolg von damals anschließen können”.

Die Ausstellung, die am kommenden Samstag, um 16.00 Uhr offiziell eröffnet wird, kann bis zum 2. September 2012 während der üblichen Öffnungszeiten besucht werden. Ein umfangreicher, mit zahlreichen vertiefenden Aufsätzen ausgestatteter Katalog, an dem unter anderem auch ein Wissenschaftler vom Ägyptischen Museum in Kairo mitgearbeitet hat, ist im Museumsshop zum Preis von 24,80 Euro zu erhalten. Die Buchhandels-Fassung wird zum Preis von 39,95 Euro angeboten.

Ein Audioguide durch die Ausstellung in Deutsch, Englisch und Französisch ist im Eintrittspreis enthalten. Weitere Informationen über info@museum.speyer.de www.museum-speyer.de Foto: Kienipress

09.03.2012


"Burg Drachenfels" schließt seine Tore in Speyer

105.000 Besucher erlebten die Familien-Mitmach-Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz

Am vergangenen Sonntag, 29. Januar, endete die Familien-Mitmach-Ausstellung "Burg Drachenfels - Reisen ins Mittelalter" im Historischen Museum der Pfalz in Speyer. Seit der Eröffnung strömten 105.000 Besucher in die Erlebnisausstellung, um sich auf eine abenteuerliche Reise in die Zeit des Mittelalters zu begeben.

Lebendige Inszenierungen mit vielen Spiel- und Mitmachmöglichkeiten, originale Alltagsgegenstände und Repliken gaben intensive Einblicke in das mittelalterliche Leben in der Stadt und auf der Burg. Kleine wie große Besucher erkundeten die Dombaustelle und versuchten sich als Dombaumeister. Im Kloster galt es die Kräuter- und Heilkunde der Mönche zu entdecken, während im "Scriptorium" Tinte und Feder bereitstanden. Das detailgetreu eingerichtete Bauernhaus brachte das einfache und arbeitsreiche Leben der Bauern näher. Geschichten um Ritter, Burgen und Könige rundeten den Blick auf das Mittelalter mit seinen zahlreichen Facetten ab. Ab Juni 2011 konnten die Besucher in einem spannenden Ritterkino ihr Wissen über die Zeit der Knappen und Barden erweitern und an interaktiven PC- und Spielstationen testen. Auf Grund der positiven Resonanz wurde die Ausstellung des Jungen Museums im Juli 2011 verlängert.

Ein vielfältiges Begleitprogramm ergänzte die Ausstellung des Jungen Museums: Ein buntes Mittelalterwochenende im Mai 2011 und Ferienprogramme boten den Besuchern die Gelegenheit, sich über den Ausstellungsbesuch hinaus mit dem Thema Mittelalter zu beschäftigen. Fast 800 Gruppen nutzten die Zusatzangebote des Museums, wie Führungen, Kindergeburtstage und Workshops.

Die Lese-, Spiel- und Bastelmappe zur Ausstellung, die sogenannten Mittelalter-Box, kostet 9,95 € und ist im Museumsshop oder per Online-Bestellung unter info@museum.speyer.de erhältlich

Mit Hochdruck arbeiten die Mitarbeiter des Historischen Museums der Pfalz bereits an der kommenden Ausstellung "Ägyptens Schätze entdecken. Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin", die ab dem 11. März zu sehen ist. Neben der kulturhistorischen Ausstellung wird auch eine Familien-Ausstellung in den Räumen des Jungen Museums eröffnet, die junge Besucher in die Welt des Alten Ägyptens eintauchen lässt. Hist. Museum der Pfalz, Presse

30.01.2012


Prominenter Fußballspieler im Historischen Museum der Pfalz

Jan Šimunek vom 1. FC Kaiserslautern besuchte die Sammlungen "Urgeschichte" und "Weinmuseum" in Speyer

Bei seinem Rundgang durch das Haus wurde der Profi-Fußballspieler von Lars Börner, wissenschaftlicher Mitarbeiter, und Cathérine Biasini, Leiterin des Kindermuseums, durch die Sammlungen Weinmuseum und Urgeschichte geführt. Als Börner ihm eine Weinpresse aus dem Jahre 1702 zeigte, gestand der 25jährige Abwehrspieler, dass er "eigentlich viel lieber Bier trinke", jetzt aber wieder öfter mal Wein probieren wolle. Beim Betrachten des ältesten, flüssig erhaltenen Rebenweins der Welt sagte Šimunek "dieser Wein ist nicht schön, aber selten". Der Römerwein stammt aus dem dritten Jahrhundert n. Chr. und kann im prachtvoll ausgemalten Wappensaal des Museums bewundert werden. Nach dem Rundgang nahm sich der in Prag geborene Fußballprofi Zeit, um die Autogrammwünsche seiner Fans zu erfüllen.

Ab 11. März 2012 präsentiert das Historische Museum der Pfalz die Ausstellung "Ägyptens Schätze entdecken. Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin".

Das Historische Museums der Pfalz hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

26.01.2012


Frankenthaler Kindergruppe löst 100.000. Ticket für “Burg Drachenfels”

cr. Speyer. Der Jubel war riesig, als heute die Kuratorin der Sonderausstellung “Burg Drachenfels - Reise ins Mittelalter” im Kindermuseum des Historischen Museums der Pfalz, Cathérine Biasini, das Gruppenticket einer Kindergruppe aus Frankenthal als die 100.000. verkaufte Eintrittskarte dieser überaus erfolgreichen Begleitausstellung zur großen Salier-Schau identifizierte. Blumen für die Organisatorin der Reise, Karin Krönert, und die Lese-, Spiel- und Bastelmappe zur Ausstellung - die sogenannte “Mittelalter-Box” - sie sollte an diesen Tag erinnern, der in einer so unerwarteten Überraschung für die Frankenthaler sicher seinen Höhepunkt fand.

Schon seit drei Tagen hatten sich die Kinder der Grundschulklasse 1 b der Frankenthaler Pestalozzischule gemeinsam mit den Vorschulkindern des Kindergartens St. Ludwig auf diesen Besuch vorbereitet, der ihnen in spielerischer Weise nicht nur zahlreiche Einblicke in das Leben auf einer mittelalterlichen Burg vermittelte, sondern nun darüber hinaus auch noch einen Empfang durch die verantwortlichen Museumsleute bescherte.

100.000 Besucher sind für eine solche Schau eine mehr als beachtliche Zahl - waren es doch in Wirklichkeit sicher noch weit mehr Gäste, beinhaltet die Zahl der verkauften Eintrittskarten doch auch die zahlreichen Gruppentickets. Darüber waren sich auch die Betreuerinnen der beiden Frankenthaler Gruppen, Karin Wieder und Karoline Klein, einig, die sich, wie ihre kleinen Schützlinge auch, von der “Burg Drachenfels” begeistert zeigten.

Die Ausstellung, die schon am 3. Oktober letzten Jahres eröffnet und dann aufgrund des großen Ansturms verlängert worden war, ist noch bis in die kommende Woche, bis zum 29. Januar, geöffnet. Bis dahin haben noch all die Kinder, die bislang den Weg in die Ausstellung noch nicht gefunden haben, Gelegenheit, gemeinsam mit ihren Eltern die mit vielen eindrucksvollen Exponaten glänzende und mit einem außergewöhnlichen museumspädagogischen Konzept umgesetzte Schau zu besuchen. Foto: Kienipress

20.01.2012