Großes Fest: Neueröffnung des Berliner Platzes
Speyer- Großzügiger,
offener, sicherer und schöner ist er nun: der Berliner Platz. Mit
einem großen Fest feiert Speyer am Sonntag, 26.Mai, von 12
bis 16 Uhr die Neueröffnung des rund 8.500 Quadratmeter
großen Platzes, der in den letzten 14 Monaten im Rahmen der
„Sozialen Stadt Speyer-West“ völlig neu gestaltet wurde.
Nach der Eröffnung durch Oberbürgermeister Hansjörg Eger macht
die Speyerer Kultband Blues und Bloedel mit rockiger Live-Musik
beste Laune und der Kinderzirkus Bellissima entführt die Zuschauer
in die bunte Welt der Akrobatik. Der Protestantische Posaunenchor
umrahmt eine ökumenische Andacht. Das Jugendmobil der
Jugendförderung bringt Spiel und Spaß, für Speisen und Getränke
sorgen der Stadtteilverein und die Bäckerei Görtz, die ihre neue
Filiale „Brotzeit“ auf dem Platz vorstellt. In ihren Räumen findet
sich ab sofort auch das Büro der Sozialen Stadt, das bisher auf der
gegenüberliegenden Seite des Platzes im Fünfkirchener Weg lag.
Außerdem zeigt eine kleine Fotoausstellung den Berliner Platz im
Laufe der letzten vier Jahrzehnte, von seiner Entstehung bis
heute.
Die Pläne für die Neugestaltung waren in enger Abstimmung mit
über 1.000 Anwohnern, mit den Marktbeschickern und Kindergruppen
entwickelt worden. Mehrere Beteiligungsaktionen hatten gezeigt,
dass viele der Speyerer sich zuletzt nicht mehr wohl fühlten auf
dem Platz, der unübersichtlich und dadurch unsicher geworden war;
der Brunnen hatte nicht mehr funktioniert und die Spielgeräte waren
veraltet. „Ich bin sicher“, so Oberbürgermeister Hansjörg Eger
optimistisch angesichts der neuen Gestaltung, „dass der Platz
wieder das wird, was er einmal war: Ein beliebter Treffpunkt für
alle Bürgerinnen und Bürger von Speyer-West“. www.speyer.de Stadt Speyer,
Pressestelle
15.05.2013
Wasseraufbereitungs-Einheiten des THW zu Großübung im Speyerer Reffenthal zu Gast
THW-Präsident
Albrecht Bremme äußert „gesteigertes Interesse“ an Weiternutzung
des Areals als länderübergreifendes Ausbildungszentrum
Von Gerhard Cantzler
Speyer- Sie rücken aus, wenn irgendwo in der
Welt nach Erdbeben, Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen
die Trinkwasserversorgung zusammenbricht – sie helfen, wenn, wie
gerade jetzt an der syrisch-jordanischen Grenze, Flüchtlingslager
überzuquellen drohen - sie sind aber auch zur Stelle, wenn in
Deutschland irgendwo ein Brunnen verschmutzt oder gar verseucht und
sein Wasser nicht mehr geniessbar ist: Die Wasseraufbereitungs- und
Versorgungs-Einheiten des Technischen Hilfswerks aus ganz
Deutschland – von Starnberg in Oberbayern bis nach Rotenburg an der
Fulda im Nordosten von Hessen, die an diesem Wochenende eine
Gross-Übung auf dem früher gemeinsam von Bundeswehr und
französischem Militär genutzten Wasserübungsplatz im Reffenthal
zwischen Speyer und Otterstadt abhalten.
Mit von der
Partie und von dem neuen Speyerer THW-Ortsbeauftragten Jan
Görich nicht zum ersten Male in Speyer begrüßt:
Albrecht Bremme, Präsident der „Bundesanstalt Technisches
Hilfswerk“ in Bonn – quasi der „Oberkommandierende“ des
Hilfsdienstes,der sich einen Eindruck von Einsatzbereitschaft und
Leistungsfähigkeit seiner Kameraden - vor allem aber auch vom
Zustand und den Besonderheiten dieses durch den Abzug der
Bundeswehr in Kürze frei werdenden Areals verschaffen wollte.
„Plätze wie
diesen hier in Speyer gibt es in Deutschland weniger als eine Hand
voll“, so lautete nach einer eingehenden Besichtigung im Gespräch
mit dem SPEYER-KURIER sein fachmännisches Urteil,
„...und das THW kann bis heute eigentlich keinen davon nutzen –
sieht man einmal von dem vielleicht in Ansätzen vergleichbaren
Areal auf der THW-Schule in Hoya ab. Doch Hoya liegt bei Bremen und
damit in der äußersten nordwestlichen Ecke der Republik. Wenn wir
aber üben wollen, dann müssen wir Einsatzszenarien erproben und
nicht den zeitaufwändigen, oft viele hundert Kilometer langen
Straßentransport unserer Ausrüstung“, so Bremme.
Von daher habe das THW bereits sein ganz besonderes Interesse an
dem ehemals „französischen Teil“ des Speyerer -Wasserübungsplatzes
für eine Weiternutzuung als einem gemeinsamen
Ausbildungszentrum für seine Landesverbände
Rheinland-Pfalz,/Hessen/Saarland sowie Baden-Württemberg
angemeldet. „Denn dieses Gelände hat einfach alles, was man zum
Üben von Einsätzen auf, im und mit dem Wasser braucht“, so der
THW-Präsident weiter. Entsprechende Anträge an die übergeordneten
Stellen dazu würden deshalb schon in den nächsten Tagen „auf den
Dienstweg“ gebracht, so Albrecht Bremme, der seine Karriere beim
THW einst im Ortsverband Darmstadt gestartet hatte und vor der
Übernahme des Präsidentenamtes im Jahr 2006 fünfzehn Jahre lang
Chef der Berliner Berufsfeuerwehr war.
An diesem
Wochenende aber geht und ging es ihm und allen Mit-Übenden erst
einmal darum, Erfahrungen für die Wasserversorgung in Not-, Krisen-
und Katastrophenfällen zu sammlen: 45 Kubikmeter Trinkwasser pro
Stunde können die drei Anlagen fördern, die derzeit auf dem
Speyerer Übungsplatz aufgebaut sind. Von einem bekannten deutschen
Hersteller entwickelt und von THW-Experten für ihre kurzfristige
Verlegung per Lufttransport an alle Einsatzorte der Welt optimiert,
kann diese Batterie aus drei parallelen Anlagen den
Trinkwasserbedarf von 330.000 Menschen sicherstellen, wenn man
einen durchschnittlichen täglichen Trinkwasserbedarf von drei
Litern pro Person zugrunde legt.
Vorteil des Systems, das in Speyer erstmals im Dauerbetrieb
erprobt wird, ist sein modularer Aufbau: Zerlegt und in eigens
dafür konzipierte Aluminiumbehälter verpackt, können die Anlagen
auf dem Luftweg innerhalb kürzester Zeit an jeden Ort der Welt
geschafft werden. „Wie bei unserem Übungsstart am vergangenen
Donnerstag gezeigt, kann eine solche Anlage dann am Ziel innerhalb
von vier bis sechs Stunden aufgebaut und nach gründlicher
Desinfektion und Spülung schon nach rund zehn Stunden in Betrieb
genommen werden“, so Präsident Bremme.
Jede dieser Aufbereitungsanlagen verfügt über drei
„Ultrafeinfilter“ mit je 5 Kubikmeter Wasserdurchsatz pro Stunde -
das „Nadelöhr“ des Systems und zugleich die letzte Station auf dem
komplexen Weg zur Aufbereitung von verschmutztem Wasser zu bestem
Trinkwasser.
Fabian Kehr
vom Ortsverband Wörrstadt des THW erläuterte den
anwesenden Kameraden – unter ihnen auch Claudia
Appenburg, Mitarbeiterin in der Geschäftstelle des
THW Darmstadt und damit nur eine der immer zahlreicher
werdenden Frauen, die es zum Dienst in das technisch
hochspezialisierte THW zieht – sowie den Vertretern der lokalen
Wasserversorger aus Speyer und Schifferstadt – auch sie würden im
Notfall auf die Hilfe des THW zurückgreifen - die aufwändige
Technik, die sich in einen weithin erkennbaren, rot markierten
Schmutzwasserteil und einen blau gekennzeichneten Trinkwasserteil
gliedert.
Am Anfang
steht bei dieser Übung in Speyer der geruhsam dahinplätschernde
Altrheinarm des Reffenthals, aus dem ein Ansaugrohr das Rohwasser
entnimmt. Diesem wird dann über eine Dosierpumpe eine Chemikalie
mit einer Eisen III-Lösung zugesetzt, welche die in dem Rohwasser
vorhandenen Schwebeteilchen bindet, ehe eine zusätzliche
Belüftunganlage dann den Prozess der Ausflockung weiter
beschleunigt und die Schmutzpartikel dazu veranlasst, sich auf dem
Grund des riesigen Faltbehälters niederzuschlagen. Durch einen
Schwimmer an der Wasseroberfläche dieses Beckens wird das Wasser
dann entnommen und unter ständiger Kontrolle sowie - wenn nötig -
unter Zusatz von Aktiv-Kohle in die riesige, chromglänzende
modulare Filteranlage eingeleitet, die das Wasser dann am Ende des
Prozesses – und damit bereits in dem blauen Anlagenabschnitt -
absolut sauber verläßt.
Zum Schluss
wird dann dem Trinkwasser zur Sicherheit noch eine geringe Dosis
Chlor zugesetzt, um das Wasser haltbar zu machen und auch noch die
letzten möglichen Keime in den Transportgefäßen der
„Wasser-Endverbraucher“ abzutöten – eine Massnahme, die
insbesondere nach Naturkatastrophen meist unabdingbar ist, um
Magen-Darm-Erkrankungen zu verhindern.
Die konstant hohe Qualität des für den Menschen so
„überlebenswichtigen“ Lebensmittels „Trinkwasser“ garantiert im
übrigen auch das mobile Wasserlabor, das bei allen Einsätzen die
Arbeit der Wasseraufbereiter begleitet und das mit drei bis vier
hochqualifizierten ehrenamtlichen Laboranten besetzt ist, die auch
in ihrem Alltagsberuf in vergleichbaren Funktionen tätig sind.
Am Ende eines
Rundganges durch das Übungs-Szenario, zu dem auch die Presse
eingeladen war, versammelten sich die Verantwortlichen schließlich
an der „Zapfstelle für das frische Trinkwasser“, um das köstliche
Nass zu probieren. Und vom Präsidenten bis zum jüngsten THW-Helfer
waren sich alle einig: An der Qualität dieses Wassers gibt
es nichts, aber auch gar nichts auszusetzen.
Lohn für die Mühe der täglichen ehrenamtlichen Arbeit, die
allüberall in Deutschland freiwillige THW-Helfer bei ihren
Ortsverbänden einbringen, wenn sie für einen Ernstfall üben, von
dem sie alle hoffen, dass er niemals eintreten möge - ist aber
immer wieder die Dankbarkeit der betroffenen Menschen, denen sie in
Deutschland oder im fernen Ausland dann bei ihren dennoch immer
wieder notwendigen Einsätzen begegnen – eine Dankbarkeit, die die
meisten von ihnen lebenslang mit dem Technischen Hilfswerk
Deutschland - dem THW – verbindet. Foto: gc
11.05.2013
THW Großübung im Speyerer Reffenthal - Bilderalbum
Pfingstsamstag: Offene Radtour zum Naturschutzgebiet Mechtersheimer Tongruben
Speyer- Zur
Besichtigung der neuen Polderanlage und des“ NSG Mechtersheimer
Tongruben“ bieten die Umwelt-SeniorTRAINERinnen eine
offene Fahrradtour am Pfingstsamstag, 18. Mai, 13.30 Uhr ab Dom an.
Die Fahrstrecke ist 25 Km, gemütlich auf glatten Wegen mit
Einkehrmöglichkeit, Zurück gegen 18 Uhr. Fachkundige Referenten vor
Ort sind die Biologin Susanne Mayrhofer vom Netzwerk Umweltbildung
Speyer und Emil Pösl, BIR-Aktiver und Akteur der Römerberger
Agenda: „Arbeitskreis Grünfläche“.
Pfingstsamstag: Offene Radtour zum Naturschutzgebiet
Mechtersheimer Tongruben
Sollte Hochwasserpolder geopfert werden
Von Hans Wels
Als genau vor 60 Jahren (1953) die Tongewinnung südwestlich der
Insel Flotzgrün eingestellt wurde, entwickelte sich die Vegetation
prächtig. Nach Ausbaggerungssünden kam das Gebiet endlich vor 30
Jahren (1983) unter Naturschutz. 2,9 Millionen DM kostete die
Renaturierung. Doch dann kam vor 20 Jahren (1993) ein
Weihnachtshochwasser mit schlimmen Überflutungen. Entlang des
Rheins wurden nun Hochwasser-Rückhaltebecken gefordert. Die
geschützten Tongruben sollten Teil eines 225 Hektar großen Polders
mit einem Stauraum von 7 Millionen Kubikmeter werden. Dagegen
formierte sich die „Bürgerinitiative Römerberg“ (BIR). Mit Ella
Moldaner, Günter Müller und Siegfried Schega an der Spitze konnten
sie mit ihren Mitstreitern das Schlimmste verhindern und das
„Naturschutzgebiet Mechtersheimer Tongruben“ vor der Verwüstung
retten.
Zur Besichtigung bieten die
Umwelt-SeniorTRAINERinnen für alle Interessierte eine
Fahrradtour nach Mechtersheim an. Als fachkundige Referenten
konnten die Biologin Susanne Mayrhofer vom Netzwerk Umweltbildung
Speyer und Emil Pösl, BIR-Aktiver und Akteur der Römerberger
Agenda: „Arbeitskreis Grünfläche“ gewonnen werden.
Die Radtour führt in das nun auf 145 Hektar reduzierte
Poldergebiet mit einem Überschwemmungsraum von 3,6 Millionen
Kubikmeter. Von dort werden auch idyllische Blicke in das „NSG
Mechtersheimer Tongruben“ geboten.
Info: Die offene
Fahrradtour ist eine Veranstaltung der SeniorTRAINERinnen aus
Speyer und Umland unter dem Schirm der Pfälzischen Arbeitsstelle
„Frieden und Umwelt“.
Quellen: Buch: „Naturschutzgebiete im Landkreis“, 2.
Auflage 1994 und eigene Veröffentlichungen.
Termin: Pfingstsamstag, 18. Mai, 13.30 Uhr ab Dom,
Fahrstrecke 25 Km, gemütlich auf glatten Wegen, mit
Einkehrmöglichkeit. Zurück gegen 18 Uhr. Bild Wels
09.05.2013
Mit Kreativität und großem Engagement wichtige Beiträge zur Verbesserung der regionalen Arbeitsmarktsituation geleistet
Wolfgang
Viertel als Geschäftsführer der Speyerer GABIS GmbH verabschiedet
und Nachfolger Thomas Cantzler eingeführt
cr. Speyer. Im Rahmen der
Gesellschafterversammlung der „Gemeinnützigen
Arbeitnehmerüberlassung der Beschäftigungs-Initiative Speyer
GABIS“ wurde jetzt der langjährige Geschäftsführer
Wolfgang Viertel endgültig aus seinem Amt verabschiedet
und sein bereits seit dem 1. Januar 2013 in diese Funktion
nachgerückter Nachfolger, Diplom-Psychologe Thomas
Cantzler, nun auch offiziell der Öffentlichkeit
vorgestellt. Zugleich konnte Gerd Rheude, 1. Vorsitzender
des „Vereins für Berufliche Bildung“ Speyer, VFBB e.V. -
des Trägervereins der gabis – auch Dekan Friedhelm
Jakob verabschieden, der mit seinem Rückzug aus dem
aktiven Kirchendienst auch sein Mandat als Vertreter der
Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Speyer in der
Gesellschafterverammlung aufgibt.
Wolfgang Viertel, der zwölf Jahre lang die Geschicke der GABIS
GmbH und damit eines bedeutsamen Pfeilers der insgesamt drei
eigenständige Geschäftsbereiche umfassenden Aufgabenspektrums des
VFBB e.V. lenkte, - neben dem VFBB und der gabis gehört auch die
DIAG GmbH dazu - ist geborener Berliner und hatte bis zur Übernahme
der Geschäftsführung des Speyerer Gemeinnützigen
Arbeitnehmerüberlassungs-Unternehmen seine berufliche Karriere im
wesentlichen bei der Firma Siemens absolviert. Berlin, Hamburg,
München, Evansville im US-amerikanischen Staat Indiana waren bei
dem Weltunternehmen die Stationen seiner beruflichen Laufbahn, ehe
er nach einer mehrjährigen Tätigkeit am Siemens-Standort in
Augsburg zunächst als Kaufmännischer Leiter und schließlich als
gesamtverantwortlicher Betriebsleiter von Siemans Speyer in die
Domstadt kam und mit seiner Familie in Römerberg seine neue Heimat
fand.
Wesentliche
Entwicklungsschritte der GABIS, so betonte Gerd Rheude in seiner
Laudatio, seien in die von wechselnden Problemstellungen auf dem
Arbeitsmarkt geprägte Zeit der Verantwortlickeit von Wolfgang
Viertel gefallen: Die Einstellung des 1000. Mitarbeiters bereits im
Jahre 2002, das „Knacken“ der magischen 2000er-Marke schon zwei
Jahre später, vor allem aber die Tatsache, dass bis 2004 bereits
600 gabis-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ein festes
Arbeitsverhältnis vermittelt werden konnten, das seien Marksteine
in der „Erfolgsgeschichte GABIS“ gewesen. Zum zehnjährigen Bestehen
des Unternehmens im Jahr 2006 habe Wolfgang Viertel bereits eine
Zahl von über 1.000 Vermittlungen konstatieren - bei seinem
Überwechseln in den Ruhestand Ende 2012 gar stolze 4.200 Übernahmen
in feste Arbeitsverhältnisse bilanzieren können. „Für die Menschen
in der Region, die einen neuen Arbeitsplatz suchen, ist die GABIS
heute zur allerersten, ganz selbstverständlichen Anlaufadresse
geworden“, betonte Rheude, bis zu seinem eigenen Übertritt in den
Ruhestand langjähriger Vorsitzender des Betriebsrates des
Daimler-Benz LKW-Werkes in Wörth und Mitglied im Aufsichtsrat der
Daimler-Benz AG.
Mit einem
Büchergeschenk und einem opulenten Blumengebinde dankte Gerd Rheude
dem scheidenden Geschäftsführer für seine treue, höchst kreative
und stets absolut loyale Arbeit für die GABIS.
„Diese 12
Jahre waren für mich eine ungemein spannende Zeit, die wie im Fluge
vorbeigegangen ist“, bekannte Wolfgang Viertel in seinem Dank. „Als
ich im Jahr 2001 hier angefangen habe, da wußte ich nicht, auf was
ich mich da eingelassen hatte – im Nachhinein aber kann ich sagen:
Es war das beste, was mir in meinem Leben begegnet ist“. Viertel
bedankte sich bei den Gesellschaftern für die stets überaus
vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Rückendeckung, die sie als
Vertreter der beiden Kirchen, der Gewerkschafen, der Katholischen
Arbeitnehmerbewegung KAB, der beteiligten kommunalen
Gebietskörperschaften - der Stadt Speyer und dem heutigen
Rhein-Pfalz-Kreis – der GABIS und seiner eigenen Arbeit stets
hätten zukommen lassen. Ein ganz besonderes Dankeschön richtete
Viertel aber auch an seine langjährigen Mitarbeiter in der
Administration der GABIS, ganz vorne weg an seinen Prokuristen
Thomas Cantzler. Mit Thomas Cantzler könne er das
Unternehmen jetzt in die Hände eines bewährten und erfahrenen
Mitarbeiters und Kollegen übergeben, der fast ebenso lange „mit
dabei“ sei, wie er selbst und deshalb die Entwicklung des
Unternehmens maßgeblich mit gestaltet habe.
Das
unterstrich auch Gerd Rheude bei seiner Einführung und Vorstellung
des neuen Geschäftsführers. Der in Speyer geborene Thomas Cantzler
(49), verheiratet, zwei Kinder, ist Dipol-Psychologe mit dem
Abschluss in Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie. Nach
einer Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der
Universität Heidelberg kam er bereits 1995 als Koordinator zur
Beschäftigungsinitiative Speyer und leitete dort die Außenstelle
Speyer des CJD. Dort fand er erste Berührungspunkte zur GABIS, zu
der er dann 2002 als Personalbetreuer überwechselte. 2012 zum
Prokuristen ernannt sei er jetzt - so betonte Rheude ausdrücklich -
einstimmig zum neuen Geschäftsführer der GABIS GmbH gewählt
worden.
Thomas Cantzler, der sich ehrenamtlich als Schulelternsprecher
an einem Speyerer Gymansium engagiert, sei auch im Vereinssport
sowie kommunal- und dort wiederum schwerpunktmäßig sozialpolitisch
für seine Geburts- und Heimatstadt aktiv, betonte Rheude in seiner
Vorstellung.
Cantzler
wiederum bedankte sich bei den Gesellschaftern für das Vertrauen,
das sie ihm mit dieser Beruf entgegengebracht hätten und dankte
insbesondere seinem Vorgänger für die stets ausgezeichnete
Zusammenarbeit. „Es macht jeden Tag aufs Neue Spaß, für die GABIS
zu arbeiten“, bekannte er und bat seine Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, ihn bei der Entwicklung und Realisierung noch vieler
guter arbeitsmarktpolitischer Ideen zu unterstützen.
Im Gespräch mit dem SPEYER-KURIER gab Cantzler
in diesem Zusammenhang zu erkennen, dass hier noch so manches zu
erwarten stehe. GABIS habe als erster Personalservice-Dienstleister
in der Bundesrepublik „equal pay“ - gleichen Lohn für
Festangestellte und Leiharbeiter - realisert und zwischenzeitlich
auch längst „equal holiday“ - gleichartige Urlaubsregelungen –
durchgesetzt. Wenn dies jetzt seitens des Gesetzgebers allen
Zeitarbeitsfirmen verbindlich auferlegt werden soll, dann beweise
dies, dass die GABIS mit ihrer Geschäftsidee schon vor mehr als
zehn Jahren „ihrer Zeit weit voraus“ gewesen sei. „Das macht uns
stolz und ist uns Ansporn, auch weiterhin so innovativ auf diesem
wichtigen Teilbereich des Arbeitsmarktes unterwegs zu sein“.
Foto: gc
08.05.2013
Wechsel an der Spitze der Speyerer GABIS GmbH - Bilderalbum
"Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“
Eine
eindringliche Veranstaltung zur Erinnerung an die
Bücherverbrennungen vom 6. Mai 1933
von Gerhard Cantzler
Der Innenbereich des Kulturhofes Flachsgasse im Areal des
Historischen Rathauses war dicht gefüllt, als zum 80. Jahrestag der
Bücherverbrennungen am 6. Mai 1933 jetzt Oberbürgermeister
Hansjörg Eger, Vertreter der beiden Christlichen Kirchen
sowie der Speyerer Volkhochschule in einer bewegenden Zeremonie an
diesen unseligen Tag erinnerten, der seinerzeit nur zum Vorboten
weitaus schlimmerer Ereignisse unter dem Zeichen des Hakenkreuzes
werden sollte. „Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am
Ende auch Menschen“. Mit diesem Satz hatte der Dichter
Heinrich Heine bereits 110 Jahre vor diesem barbarischen
Akt der Kulturschande mit seherischer Kraft das Unfassbare
vorhergesagt, das Deutschland in den zwölf Jahren des „Dritten
Reiches“ erleben sollte. Damals, am 6. Mai 1933, jubelten die von
den Nazis herbeikommandierten SA-Gruppen, die Schulklassen und auch
die vielen Speyerer Bürger, als die literarischen Werke von
Heinrich Heine, Nelly Sachs, Carl von Ossietzky, Joseph Roth, Rosa
Luxemburg oder Erich Kästner und viele andere der Vernichtung den
Flammen anheim gegeben wurden – jetzt, 80 Jahre später, lauschten
die Menschen - nur einen Steinwurf weit entfernt vom damaligen „Ort
der Untat“ auf dem Alten Marktplatz - in tiefer Betroffenheit
gebannt und schweigend den Reden, den Lesungen und der wie aus
einer anderen Welt herübertönenden Klanginstallation.
Oberbürgermeister Eger zeigte sich noch immer
fassungslos darüber, dass man in dem damals noch zu Bayern
gehörenden Speyer nach der einheitlichen und von langer Hand
geplanten, vom Berliner Reichspropagandaministerium vorgegebenen
„Hass-Regie“ quasi in „vorauseilendem Gehorsam“ schon vier Tage vor
dem offizellen Start der reichsweiten Aktion die Bücherverbrennung
zelebriert hatte.
Lesen Sie die Rede von Oberbürgermeister Eger
im Wortlaut im SPEYER-KURIER 
Thomas
Sartingen, Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung im
Bistum Speyer, rief mit seiner historischen Hinführung zu den
Übergriffen der frühen 1930er Jahre gegen ein intellektuelles
Deutschland, das sich in Konfrontation zu der einzigen, damals noch
gültigen Meinung des menschenverachtenden NS-Systems bewegte, die
ersten Schritte in Erinnerung, die Deutschland auf den Weg in den
dunkelsten Abschnitt seiner Geschichte führen sollte. Sartingen
erinnerte daran, dass auch Wissenschaftler wie der aus Ludwigshafen
stammende Philosoph Ernst Bloch, dass der Schöpfer der
Relativitätstheorie, Albert Einstein oder der große Autor und
Dramatiker Bertold Brecht damals dem Verdikt der Nazis anheim
gefallen seien. Ihr Vergehen: Sie hatten „eine andere Meinung“ oder
– sie waren jüdischer Abstammung. „Es war eine Zeit der 'großen
Austreibung' der Intellektuellen, Geistesgrößen und Künstlern aus
der deutschen Gesellschaft“, beschrieb Theodor Heuss, erster
Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland in einer Rede diese
unselige Zeit, die den Auftakt bilden sollte zu unvorstellbaren
Gräueltaten und zur völligen Zerstörung weiter Teile Europas.
Lesen Sie die Rede von Thomas Sartingen im
Wortlaut im SPEYER-KURIER 
Dass es
auch - und gerade auch - in Speyer nicht allein die Studenten
waren, die sich zu Bütteln der Nazi-Propaganda gegen eine fast
vollständige Generation von Intellektuellen im deutschsprachigen
Raum machen ließen, unterstrich Katrin Hopstock,
Archivarin und zuständig für das „Kulturelle Erbe“ im Speyerer
Stadtarchiv., die die Vorgeschichte dieses 6. Mai 1933 aus Speyerer
Sicht beleuchtete.
Speyerer SA-Männer - viele von ihnen waren fünf Jahre später, in
der Nacht zum 8. November 1938 - auch bei der Brandstiftung an der
Speyerer Synagoge mit dabei, und Schüler aus Schulklassen, die als
geschlossene Formation über Hauptstrasse marschierten.
Lesen Sie auch die Ausführungen von Katrin
Hopstock im Wortlaut. Im SPEYER-KURIER

Übrigens: Sie, die Schüler, vermisste man jetzt, achtzig Jahre
später, schmerzlich bei diesem Anlass. Und dabei wäre es doch so
einfach, den Kindern und Jugendlichen im Schulunterricht z.B.
anhand einer der lustigen und spannenden Kurzgeschichten oder eines
der Romane eines Erich Kästner das sinnlose und irrationale Verbot
seiner Schriften augenfällig werden zu lassen. Fragen Sie doch
einfach einmal ein Kind, liebe Lehrerinnen und Lehrer, was an einem
„Emil und die Detektive“ oder an „Pünktchen und Anton“
verbotswürdig sein könnte und Sie werden nichts als Unverständnis
und Fassungslosigkeit ernten....
Mit Lesungen aus Werken verfemter Schriftsteller kam die
Veranstaltung dann zu ihrem eigentlichen Kern: Rezitationen von
Hans Schulze-Bühlmann - für die Evangelische
Kirche der Pfalz zugleich Mitveranstalter dieses eindrucksvollen
Bekenntisses gegen die Bücherverbrennungen – von Sabrina
Albers, Dr. Gabriele Dreßing, Jutta Hornung, Angela Magin, Erhard
Steiger u.a. machten deutlich, wie aberwitzig es ist, das
geschriebene Wort und seinen Geist durch Verbrennen zum Verstummen
bringen zu wollen.
Beziehungsreich wurden dazu die Bücher aus einem symbolischen
Feuerkorb herausgeholt und in ein gleichfalls symbolisches
Bücheregal zurückgestellt - „Wir entnehmen dem Feuer die
Bücher von …..“ hieß es jetzt – analog zu dem offiziell
vorgegebenen „Verbrennungstext“ von vor 80 Jahren - viel
eindrucksvolle Symbolik, die den Zuhörern geradezu Schauer des
Grauens über den Rücken trieben.
Genau an dieser Stelle - im „Kulturhof Flachsgasse“ - soll schon
in Kürze ein dauerhaftes, öffentich zugängliches Bücherregal
aufgestellt werden – ein robuster und in die Umgebung des
Kulturhofes passender Schrank, in dem diese und andere Werke ihre
dauerhafte Heimat finden sollen.
In
seinem Schlusswort erinnerte Ewald Gaden, als
Leiter der Volkshochschule Speyer zugleich auch
Mitveranstalter, noch einmal daran, dass die Bücherverbrennungen
vom Mai 1933 nur der Auftakt waren zu einer unvorstellbaren Welle
der Verfemung und des Verbots jedweder Ausformung von Kunst, die
von dem „braunen“ System als „undeutsch“ gebramdmarkt worden war:
In der Musik von dem als „Ami- und Negermusik“ diffamierten Jazz
bis zu den als „unarisch“ verleumdeten Zehnton-Komponisten in der
Nachfolge eines Arnold Schönberg – in der Bildenden Kunst von den
im Gegenständlichen verharrenden Expressionisten bis hin zu den
abstrakten Malern und Bilderhauern der ersten Hälfte des 20.
Jahrhunderts.
Die Nazi-Ideologie liegt längst schon auf dem Müllhaufen der
Geschichte – auch der Kulturgeschichte - die Werke der vor 80
Jahren dem Verbrennen anheim gegebenen Autoren und Geistesgrößen
aber leben weiter – auch im Speyerer „Kulturhof Flachsgasse“ und im
Bewußtsein der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt – sie bewegen
die Menschheit bis heute – und viele davon sind heute vielleicht
aktueller denn je.
Es war eine bewegende Veranstaltung – dem Erinnern und
der Mahnung gewidmet, auf dass sich so etwas nie mehr
wiederholt!
Zu diesem Anlaß hat Archivarin Katrin Hopstock
übrigens im Stadtarchiv eine eindrucksvolle Ausstellung mit Fotos
und Dokumenten zusammengestellt, in der die Ereignisse jenes 6. Mai
1933 noch einmal in eindringlicher Weise dargestellt werden. Über
diese Schau wird der SPEYER-KURIER gesondert
berichten. Foto: Stadtarchiv Speyer; Kemper
07.05.2013
Oberbürgermeister Hansjörg Eger anlässlich des 80. Jahrestages der Bücherverbrennungen
Gedenken im Kulturhof Flachsgasse am 6. Mai 2013
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
in diesen Tagen ist es 80 Jahre her, dass in deutschen Städten
öffentlich Bücher verbrannt wurden: nicht nur in Berlin, sondern
auch hier in Speyer.
Diese Bücherverbrennungen waren keine spontanen Aktionen. Sie
waren von den Nationalsozialisten, die erst knapp drei Monate zuvor
die Macht übernommen hatten, geplant und vorbereitet. Sie riefen
dazu auf, öffentlich Bücher zu verbrennen. Sie veröffentlichten
eine Liste von Autoren, deren Bücher verbrannt werden sollten. Sie
stellten sogenannte Feuersprüche zusammen, die bei den
Bücherverbrennungen gerufen wurden.
Überall in Deutschland wurden Bücher missliebiger Autoren
verbrannt, die von den Nationalsozialisten als „Schriften und
Bücher der Unmoral und Zersetzung“ geschmäht wurden. Die bayrische
Pfalz, zu der damals auch Speyer gehörte, war schneller als die
Hauptstadt Berlin, man agierte sozusagen in vorauseilendem
Gehorsam. Bereits am 6. Mai 1933 verbrannten die
Nationalsozialisten auf dem Speyerer Marktplatz, Bücher mit
sogenanntem „undeutschem Schrifttum“. Während in Berlin 4 Tage
später, am 10. Mai 1933 die Aktion unter Leitung von Joseph
Goebbels, dem "Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda",
wie das damals hieß, durchgeführt wurde. Herr Sartingen wird darauf
noch näher eingehen. Von meiner Seite sei an dieser Stelle darauf
verwiesen, dass Erich Kästner in der Menschenmenge war, die zusah,
wie auch seine Werke verbrannt wurden.
Ihn schockierte besonders, dass die Bücher in Berlin wie in fast
allen Städten hauptsächlich von jungen Menschen, von Studenten in
die Flammen geworfen wurden, von den "Blüten der Nation", wie er
mit bitterer Ironie schrieb. Die Nationalsozialisten wurden von
vielen Studenten begeistert unterstützt.
Die Autoren - Schriftsteller, Wissenschaftler und Journalisten -
und ihre Verleger wurden verfolgt. Sie hatten Publikationsverbot.
Sie verloren ihre Ämter in Universitäten und ihre Mitgliedschaften
in Verbänden und in Akademien. Einige wurden verhaftet, misshandelt
und ermordet, wie Erich Mühsam. Andere, wie Anna Seghers und Else
Lasker-Schüler, flüchteten aus Deutschland und gingen ins Exil.
Einige, wie Kurt Tucholsky und Walter Benjamin, trieb die Erfahrung
von Verfolgung und Exil in den Selbstmord.
Im Exil zu leben, was das bedeutet, das kann wohl nur der ganz
erfassen, der selber eine solche Erfahrung machen musste. Jeder,
der sich diese Frage stellt, kann aber zumindest ahnen, wie schwer
es sein muss, sich in einem fremden Land, in einer fremden Kultur
und in einer fremden Sprache eine Lebensgrundlage, im Fall von
Exilanten spricht man korrekter von Überlebensgrundlage, zu
schaffen. Da geht es ja nicht allein darum, das materielle
Überleben zu sichern, obwohl das schwer genug ist, wie wir aus
vielen Exil-Biographien wissen. Natürlich gab es auch international
bekannte Schriftsteller, Wissenschaftler, Experten und Politiker,
die auch im Exil erfolgreich waren. Doch viele konnten ihre Berufe
nicht weiter ausüben und mussten versuchen, sich und ihre Familien
mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser zu halten. Manchen ist das
gelungen, manche sind daran auch seelisch und körperlich zugrunde
gegangen.
Die Vertreibung aus Deutschland war für fast alle
Schriftsteller, Wissenschaftler und Journalisten eine Erfahrung,
die sie ein Leben lang gezeichnet hat. Für die deutsche
Gesellschaft selber war dieser erzwungene Exodus des Geistes eine
Katastrophe, die Jahrzehnte nachgewirkt hat und die in manchem bis
heute spürbar ist.
Der Verlust für Deutschland war deshalb so groß, weil die
Nationalsozialisten so viele fähige Köpfe aus Deutschland
vertrieben hatten. Ihre Positionen an Universitäten und Akademien
wurden oft mit mittelmäßigen Nachfolgern besetzt, bei denen ihre
sogenannte arische Abstammung oder ihre nationalsozialistische
Gesinnung wichtiger waren als ihre Qualifikation.
Warum erinnern wir uns heute, 80 Jahre danach, an die
Bücherverbrennungen?
Einer der Gründe ist, dass rechtsradikales, auch an der
nationalsozialistischen Ideologie orientiertes Gedankengut in
unserer Region wieder an Boden gewinnt.
Wirtschaftlich und sozial schwierige Lagen bieten nachweislich
Nährboden für Extremismus, das lehrt uns die Geschichte, das zeigt
die aktuelle Entwicklung in einigen Staaten Europas. Umso
wichtiger, dass die demokratischen Kräfte in unserem Land, in
unserer Stadt zusammenstehen, um die politische Verantwortung zu
tragen, indem wir geeignete Antworten finden, um gemeinsam
extremistische Propaganda zu entkräften.
Dazu dienen auch bildungspolitische Veranstaltungen im
öffentlichen Raum wie die heutige. Ich danke allen
Bildungsakteuren: der Stadtbibliothek, der städtischen Musikschule,
der Volkshochschule und der Abteilung Kulturelles Erbe, der
Katholischen Erwachsenenbildung der Diözese Speyer sowie der
Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft für die
Organisation und Durchführung dieser Gedenkveranstaltung, mit der
wir in Speyer ein weiteres Zeichen gegen das Vergessen, für
Toleranz und Menschlichkeit setzen.
Dafür haben wir den Kulturhof Flachsgasse ganz bewusst gewählt,
zum einen wegen seiner unmittelbaren Nachbarschaft zum Tatort vom
6. Mai 1933 und zum anderen, als Ort der Kultur, als Raum für
freien und liberalen Geist. Bei der Bücherverbrennung von 1933 ging
es um mehr als um das Verbot der freien Meinungsäußerung. Es ging
um den Versuch, das freie Denken selbst zu verbieten.
Aus dieser Lehre sollten wir uns auch heute gegen die
Ausgrenzung von geistigem Gedankengut engagieren. Es gibt auch
heute noch Publikationsverbote für Journalisten und Schriftsteller,
ja sogar Todesdrohungen. Dafür ließen sich hier viele Beispiele von
Russland über China bis zum Iran anführen. Ein Wort kann auch heute
noch Gefängnis, Verfolgung und Exilerfahrung kosten. Der P.E.N.
Club mahnt, dass die Verfolgung von Schriftstellern nach dem 11.
September 2001 weltweit zugenommen hat.
Der Nationalsozialismus hat uns gezeigt, was mit einer
Gesellschaft geschieht, die die kritische Auseinandersetzung mit
sich selber, die den Wettstreit von Ideen, die kulturelle Vielfalt
nicht duldet, sondern ins Exil verbannt: Sie richtet sich
schließlich selber zu Grunde.
07.05.2013
Thomas Sartingen, Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Speyer
Sehr geehrte Damen und Herren,
sie kennen alle das berühmte Zitat aus Heinrich Heines 1823
erschienenen Tragödie Almansor:
„Das war ein Vorspiel nur,
dort wo man Bücher verbrennt,
verbrennt man am Ende Menschen.“
Heinrich Heines Zitat darf als geradezu prophetisch für die
Ereignisse im Deutschen Reich in den 30er und 40er Jahren des
letzten Jahrhunderts bezeichnet werden.
In einem Rundschreiben vom 06. April 1933 forderte die Deutsche
Studentenschaft ihre Untergliederungen auf, sich an einer
vierwöchigen „Aktion wider den undeutschen Geist“ zu beteiligen –
in diesem Aufruf hieß es wörtlich:
“Die Deutsche Studentenschaft plant anlässlich der schamlosen
Greuelhetze des Judentums im Ausland eine vierwöchige Gesamtaktion
gegen den Jüdischen Zersetzungsgeist und für volksbewusstes Denken
und Fühlen im deutschen Schrifttum.“ Zitat Ende
Am 12. April wurden dann „12 Thesen wider den undeutschen Geist“
veröffentlicht, in denen die grundlegenden Positionen und Ziele der
Aktion benannt wurden – ich zitiere auszugsweise:
„Es klafft heute ein Widerspruch zwischen Schrifttum und
deutschem Volkstum. Dieser Zustand ist eine Schmach.
Wir fordern die Auslese von Studenten und Professoren nach der
Sicherheit des Denkens im deutschen Geiste.
Wir fordern die deutsche Hochschule als Hort des deutschen
Volkstums und als Kampfstätte aus der Kraft des deutschen Geistes.“
Zitat Ende
Es folgten Aufrufe zum Professorenboykott, ehe nach
Büchersammelaktionen und Beschlagnahmungen im Frühjahr 1933 in
zahlreichen deutschen Städten Bücher verbrannt wurden.
Die Grundlage für die Auswahl der zu verbrennenden Werke bildete
die so genannte „Schwarze Listen“ des 29-jährigen Bibliothekars Dr.
Wolfgang Herrmann (ein überzeugter Nationalsozialist aus
Berlin).
Verbrannt wurden Bücher von Autoren, deren mündliche oder
schriftliche Äußerungen den Anschauungen – besser dem Ungeist - des
Nationalsozialismus widersprachen, darunter Werke von Bertold
Brecht, Ernst Bloch, Albert Einstein, Alfred Adler, Else
Lasker-Schüler oder Nelly Sachs .
Der 10. Mai war der eigentliche Höhepunkt der „Aktion wider den
undeutschen Geist“ In Berlin fand im Beisein von rund 70.000
Menschen eine Bücherverbrennungsaktion auf dem Opernplatz
statt.
Zu den Rednern gehörte der Reichspropagandaleiter der NSDAP Dr.
Joseph Goebbels, ich zitiere:
„… Deshalb tut ihr gut daran, in dieser mitternächtlichen Stunde
den Ungeist der Vergangenheit den Flammen anzuvertrauen“. An
anderer Stelle der Rede heißt es: „Wenn ihr Studenten Euch das
Recht nehmt, den geistigen Unflat in die Flammen hineinzuwerfen,
dann müsst ihr auch die Pflicht auf Euch nehmen, an die Stelle
dieses Unrates einem wirklichen deutschen Geist die Gasse
freizumachen.“ Zitat Ende
Die Symbolik der Bücherverbrennung sollte durch die landesweit
vorgegebenen „Feuersprüche“ betont werden. Die so genannten
“Feuersprüche” rufend, wurden die Bücher ins Feuer geworfen – ich
zitiere auszugsweise:
„Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht und Sitte in
Familie und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von
Heinrich Mann, Ernst Glaeser und Erich Kästner.
Gegen literarischen Verrat am Soldaten des Weltkrieges, für
Erziehung des Volkes im Geist der Wehrhaftigkeit! Ich übergebe der
Flamme die Schriften von Erich Maria Remarque.“ Zitat
Ende
Für das Jahr 1933 sind im Deutschen Reich über neunzig
Bücherverbrennungen dokumentiert, z.B. in Berlin, in
Frankfurt/Main, in Hamburg, aber auch in Kaiserslautern, in
Neustadt/Wstr, in Landau, in Mannheim, in Worms und auch hier in
Speyer.
„Das war ein Vorspiel nur,
dort wo man Bücher verbrennt,
verbrennt man am Ende Menschen.“
Was Heinrich Heine 1823 formulierte wurde im Deutschen Reich in
den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts traurige
Realität.
Was mit den Bücherverbrennungen begann endete in Auschwitz,
Bergen-Belsen oder Buchenwald.
07.05.2013
Bücherverbrennung in Speyer 1933 - Ablauf der Ereignisse
Text und Sprecherin: Katrin Hopstock,
Dipl.-Archivarin (FH), Abt. Kulturelles Erbe / Stadtarchiv
Speyer
Die von Gauleiter Bürckel herausgegebene
„NSZ-Rhein-Front“ schreibt am 5. Mai 1933.
„Auf freien Plätzen übergeben wir überall
feierlich alles undeutsche Schrifttum, seien es vaterland- oder
gottlose Schriften, seien es verlogene Verbrecherhefte und
ähnlicher Schund, den Flammen. Die neue zeit hat keinen Raum für
Kitsch und Schmutz und Schund. Auf, Ihr HJ-Jungen, und lasst uns
der Welt beweisen, dass wir auch innerlich frei geworden
sind!“
Die Nazis kündigen also in der bayerischen Pfalz
ihr Vorhaben eindeutig an: Im Rahmen eines „Tages der
bayerischen Jugend“ – des Wochenendes 6./7. Mai 1933 – soll das
Autodafé stattfinden.
In den Speyerer Tageszeitungen steht kein
Hinweis auf diese geplante Aktion.
Da an beiden Tagen eine Landessammlung für
die Jugend durch Jugend stattfinden soll, werden von
Kreisleiter Heber (dem HJ-Beauftragten bei der Stadt Speyer)
Jugendliche fest dazu eingeteilt; zur Festzugs-Teilnahme hatte er
schon Ende April eine Registrierungspflicht sämtlicher
Jugendorganisationen, Bünde, Jugendabteilungen Speyerer Vereine
usw. verfügt.
Die Kreishauptstadt Speyer gehört damals zum
linksrheinischen Teil Bayerns.
Eine bayerische Ministerialentschließung vom 19.
April 1933 soll für die
Entfernung „bolschewistischen und
marxistischen Schrifttums in öffentlichen
Bibliotheken“ sorgen –
in Speyer die Stadtbücherei, die
„Büchereien der Kirchenverwaltungen, der Stiftung und der
Schulen“ –
hier vier Volksschulen, elf weiterbildende
Schulen einschließlich Gymnasium.
Dazu kommen die in Beständen der bayerischen
staatlichen, staatlich verwalteten und Hochschul-Bbliotheken
befindlichen Bücher und Zeitschriften, die „ausgesprochen
bolschewistische, marxistische, internationale, pazifistische oder
atheistische Tendenzen“ aufwiesen „ – die man vorerst
sofort für öffentliche Ausleihe sperrt, nur ausnahmsweise werden
sie an
„politisch Zuverlässige … für rein
wissenschaftliche Arbeiten“ ausgegeben.
Bereits Anfang 1933 hat die Kontrolle der
gewerblichen Leihbüchereien begonnen.
In Schifferstadt etwa beschlagnahmt man in der
Wunder’schen Leihbücherei über 20 Bücher, darunter Remarques „Im
Westen nichts Neues“, Feuchtwangers „Jud Süß“, Balzacs
„Vater Goriot“ sowie sämtliche Tarzan-Bände von
Rice-Burroughs.
Gleichfalls im Frühjahr 1933 bringt die
„NSZ-Rhein-Front“ einen Artikel über die „Säuberung“ von
Stadtbüchereien: Gefordert wird nicht nur die Entfernung
unliebsamen Schriftguts, sondern von Personal gleich mit, nämlich
von „jüdisch-marxistischen Elementen in Bibliotheken und
Lehrkräften an Bibliotheksschulen“ .
Hinweise auf die Speyerer Bücherverbrennung
fehlen in städtischen Akten, hier wie im Landesarchiv Speyer finden
sich nur wenige spätere Interna.
Speyerer Bücherverbrennung am 6. Mai
1933
Am 8. Mai berichtet die „Speyerer Zeitung“ über
den „zufriedenstellenden Verlauf“ des
Wochenendes.
Demnach marschierte am Samstag der „Festzug
der Speyerer Jugendorganisationen – angeblich über 2 500
Teilnehmer (es war wohl eher etwa 2/3 dieser Zahl – mit fünf
Musikkapellen vom Festplatz über Himmels- u. Johannesgasse,
St.-Guidostifts-Platz, Gilgenstraße über die Maximilianstraße zum
damaligen Marktplatz vor dem Rathaus.
Außer dem SA-Musikzug beteiligen sich die
Kapellen von Stahlhelm, Kriegerverein, Katholischem Gesellenverein
sowie Protestantischem Jugendbund. -- Teilnehmende Organisationen
sind außer der HJ auch die Sportvereine, verschiedene Jugendbünde,
der Deutsche Bund der Mädchen-Bibelkreise.
Alle Schulen sind dabei, auch die
Lehrerbildungsanstalt, ebenso die Zöglinge der
Staatserziehungsanstalt und der Marineverein.
Die einzigen erhaltenen drei Fotos zeigen eine
dichtgedrängte Menge von blockweise stehenden Jugendlichen – am
leichtesten erkennbar sind die uniformierten Gruppen, Bünde oder
Vereine, selbst einige Nonnen sind erkennbar. Direkt vor der
Häuserfront, hinter einer Absperrung, stehen Erwachsene gleichfalls
dicht an dicht.
Hauptredner ist ein Unterbannfrührer Jotter aus
Ludwigshafen. Seine Ansprache gipfelt in der Forderung, die Uniform
der Jugendbünde zu vereinheitlichen, braun sei die einzig richtige
Farbe:
„Und Ihr getraut Euch in anderer Uniform
hierbei zu marschieren?!!“
Die eigentliche Bücherverbrennung nimmt im
umfangreichen Bericht der „Speyerer Zeitung nur wenige Zeilen
ein:
„Am Schlusse seiner Ausführungen kommt
Jotter auch auf die aus den Schulbibliotheken entfernten Bücher zu
sprechen, von denen je ein Exemplar derselben Gattung vor dem
hakenkreuzdrapierten Rednerpult in einer Schale dem Feuertod
übergeben [wurden], darunter auch Remarques „Im Westen nichts
Neues“.
Die beschämende Veranstaltung endet mit dem
Absingen des Horst-Wessel-Liedes.
Das „Rheinische Volksblatt“ erwähnt die
Speyersche Bücherverbrennung nach diesem Wochenende mit keiner
Silbe, auch nicht die kath. und evangelische Wochenblätter
(„PILGER“, „Evangelischer Kirchen-bote“,
„Union“). Andere Speyerer Bibliotheken werden im Rahmen der
obigen Berichterstattung nicht erwähnt, weder die Pfälzische
Landesbibliothek, die am 3.(!) Mai 1933 ihr zehnjähriges Bestehen
gefeiert hatte, noch die um ein Jahr jüngere Stadtbücherei.
Bezeichnenderweise hat man in Speyer 1933 den
Feuerschutztag – abgeleitet von St. Florian, 4. Mai –
auf Sonntag, den 7. Mai, verlegt.
Zahlreiche zwangsweise eingezogene oder
„freiwillig“ abgegebene Bücher gelangen in die Pfälzische
Landesbibliothek – noch heute an den Signaturen erkennbar.
Nach 1933
Auch bei der Reichspogromnacht am 9.November
1938 wird Literatur und Schriftgut verbrannt –allem voran werden
bei dem Synagogenbrand mindestens acht Torahrollen vernichtet,
außerdem die umfang-reiche Gemeindebibliothek, das vollständige
Notenmaterial von Kantor, Synagogenchor und Organist, sowie nahezu
das gesamte Gemeindearchiv.
1941/42 erhält die Landesbibliothek Speyer
auffällig viele Geschenkbücher von der Kreisleitung Speyer –
vorwiegend verbotene Literatur. Ihre Katalogkarten bezeichnen sie
als „nicht einsehbar“. Möglicherweise besteht hier ein Zusammenhang
mit der Deportation Tausender Juden nach Gurs am 22. Oktober 1940,
aus Speyer selbst waren es über 50 Personen.
………
Letzter Programmpunkt unserer heutigen
Veranstaltung ist die Eröffnung einer kleinen Ausstellung zum Thema
im Stadtarchiv, Johannesstr. 22a, wozu ich Sie alle herzlich
einlade.
07.05.2013
Mit Hilfe der Lotterie „GlücksSpirale“ wichtiges sozialpädagogisches Gruppenprojekt
Speyerer
Frauenhaus bedankt sich für wertvolle Hilfe für seine
Schützlinge
spk. Speyer- Ein bedeutsames
sozialpädagogisches Gruppenprojekt zur Unterstützung von im
Speyerer Frauenhaus lebenden Mädchen und Jungen
konnte jetzt mit Hilfe der Lotterie „GlücksSpirale“ erfolgreich
durchgeführt werden. Wie die Verantwortlichen des Frauenhauses
mitteilten, konnten durch dieses wichtige Angebot Kinder, die mit
ihren Müttern ins Frauenhaus gekommen waren und nicht selten nicht
nur die Gewalt gegen die Mutter miterlebten, sondern auch selbst
Opfer von Gewalt wurden, intensiv unterstützt werden. Meist würden
diese Kinder durch das Aufwachsen in einer hochbelasteten
Familiensituation vielfältige Verhaltensauffälligkeiten und/ oder
Entwicklungsverzögerungen zeigen wie z.B. Einnässen,
psychosomatische Erkrankungen, aggressives oder autoaggressives
Verhalten u.v.m.. In der dank der Unterstützung durch die
„GlücksSpirale“ möglich gewordenenen, begeistert angenommenen
sozialen Gruppenarbeit hätten die Mädchen und Jungen nicht nur
positive Gruppenerfahrungen gemacht und das engagierte Miteinander
genossen, sondern sie fühlten sich – oft zum ersten Mal – mit ihrer
eigenen Misshandlungsgeschichte wahrgenommen. Verschiedenartige
Hilfs- und Förderangebote seien umgesetzt worden, um den
Auswirkungen der negativen Erfahrungen entgegenzuwirken und
positive Entwicklungen zu ermöglichen.
Kinder, die in einem gewaltgeprägten Familienumfeld aufwachsen,
haben ein vielfach höheres Risiko, später selbst wieder zu Opfern
bzw. zu Tätern zu werden. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, sei
gerade auch der präventive Charakter sozialpädagogischer
Unterstützung und Begleitung im Frauenhaus von zentraler Bedeutung.
Aus diesem Grund sei die kontinuierliche sozialpädagogische Arbeit
mit Kindern in Frauenhäusern ein äußerst wichtiger und bedeutsamer
Bestandteil der Arbeit dieser Einrichtungen.
Das Gruppenprojekt, das durch die Lotterie „GlücksSpirale“ erst
möglich wurde, habe einen überaus wertvollen Beitrag zur Arbeit des
Frauenhauses geleistet und sei von allen Kindern als durchweg
positiv empfunden worden. Die wöchentlich wechselnden Themen in
diesem kontinuierlichen Gruppenprojekt beschäftigten sich mit
Methoden der Gewaltbearbeitung, gewaltfreier Kommunikation,
Biographiearbeit, der Beziehung zu Mutter und Vater, der
Auseinandersetzung mit weiteren Hilfs- und Unterstützungsangeboten,
der neuen Lebenssituation und vielem mehr. In der Gruppe machten
die Kinder die Erfahrung, dass sie mit ihren Gefühlen, Ängsten und
Sorgen nicht alleine sind. So sprachen die Mädchen und Jungen in
dem geschützten Rahmen häufig zum ersten Mal über das Erlebte sowie
über ihre Ambivalenzen und Zukunftssorgen. Das war für alle Kinder
und Jugendlichen eine große Entlastung und führte durch die
kontinuierliche Weiterarbeit schon während des Aufenthaltes im
Frauenhaus zu ersten positiven Veränderungen in Bezug auf ihre
persönliche Balance und ihr Wohlbefinden sowie zu Verbesserungen
bei Störungsbildern und Auffälligkeiten.
Die professionelle und qualifizierte Begleitung der Mädchen und
Jungen sei auch unter präventiven Gesichtspunkten von zentraler
Bedeutung. „Die Lotterie „GlücksSpirale“ hat hier einen
entscheidenden Beitrag dazu geleistet, schwer belasteten Kindern
aus gewaltgeprägten Familien den Weg in eine bessere Zukunft zu
ebnen. Leider aber werde diese Arbeit mit Mädchen und Jungen im
Frauenhaus von anderer Seite finanziell nicht gefördert.
Doch um Projekte wie das dargestellte durchführen zu
können, ist das Frauenhaus Speyer dringend auf Spenden angewiesen.
Die Verantwortlichen bedanken sich deshalb auch auf diesem Wege
noch einmal ausdrücklich für die Projektfinanzierung durch die
Lotterie „GlücksSpirale“ im Jahr 2012.
Über Spenden - speziell auch für dieses Arbeitsfeld –
würde sich das Frauenhaus auch weiterhin sehr freuen. Spenden
werden erbeten auf das Spendenkonto: Frauenhaus Speyer, Kontonummer
5322, BLZ 547 500 10 Kreis- und Stadtsparkasse Speyer.
Foto: Privat
03.05.2013
Sauna im Speyerer 'bademaxx' ist „Premium-Klasse“
Speyerer
Freizeit-und Gesundheitseinrichtung in höchste Qualitätsstufe
erhoben
cr. Speyer. Gut 50.000 Besucher – statistisch
gesehen also jeder Speyerer einmal – haben im vergangenen Jahr die
Sauna im Speyerer „bademaxx“ aufgesucht. Heute nun wurde die
Einrichtung vom Deutschen Saunabund e.V. für ihre überragende
Qualität mit dem höchsten Qualitätszeichen der
Vereinigung, „Premium“ ausgezeichnet. Wie der
Vorsitzende des Qualitätsausschusses des Deutschen
Saunabundes e.V., Dieter Gronbach, bei der Aushändigung
der Plakette mitteilte, gehöre die Speyerer Saunalandschaft damit
zu dem exklusiven Kreis von nur 98 von insgesamt rund 2.300
Saunabetrieben bundesweit, der diese höchste Qualitätsstufe
zuerkannt wurde. Nur sechs dieser 98 Betriebe befänden sich
übrigens in Rheinland-Pfalz, so Gronbach.
Derzeit gibt es drei Qualitätsstufen, in die - nach Art der
Vergabe von Sternen für Hotels – die Saunabetriebe auf Antrag
kategorisiert werden können: „Classic“, „Selection“ und – als
höchste Qualitätsstufe - „Premium“. Vor der Entscheidung, dass ein
Saunabetrieb eine der begehrten Auszeichnungen entgegennehmen kann,
müsse er sich einem aufwändigen Prüfverfahren unterziehen, so der
Vorsitzende des Qualitätsausschusses. Nach insgesamt vierzig
unterschiedlichen Kriterien untersuchten dabei die sieben
Mitglieder des Ausschusses akribisch jeden „Kandidaten“ im Detail,
„und längst nicht jeder erhält überhaupt eines unserer
Qualitätssiegel“, so Dieter Gronbach. Nach einem entsprechend
positiven Votum des Qualitätsausschusses vergibt dann das Präsidium
des Deutschen Saunabundes e.V. das Qualitätszeichen.
Kriterien für
die Einordnung in die Qualitätsstufe „Premium“ sei dabei u.a, die
Verfügbarkeit von mindestens fünf der vorgegebenen Einrichtungen
wie einem Natursee, einem natürlicher Bewuchs und – wie in Speyer,
wo „echte Enten“ die Besucher begrüßen - die Haltung von Wildtieren
in dem Areal. Vielfältige Wellness-Einrichtungen sollten die
Besucher zudem dazu animieren, ihren Saunabesuch auf den ganzen Tag
auszudehnen. Bereits vor drei Jahren sei die Sauna im „bademaxx“ in
die Qualitätsstufe „Selection“ eingeordnet worden, jetzt – dank der
neuen Panorama-Sauna - sei ihr „Aufstieg“ in die „Premium“-Klasse
möglich geworden. „Das 'bademaxx' stellt seine Sauna damit den
modernsten Anforderungen und ist damit gegenwärtig sicher die
fortschrittlichste derartige Anlage im Umkreis von 100 Kilometern“,
lobte Dieter Gronbach, der feststellte, dass damit in Speyer „der
Wohlfühlerwartung an eine solche Einrichtung“ vorbildlich erfüllt
werde.
Wolfgang
Bühring, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer, in deren
Zustandigkeit „bademaxx“ und Sauna liegen, dankte insbesondere den
Gästen der Einrichtung, die sich in den vergangenen Jahren immer
mehr als Impulsgeber für ihrer Weiterentwicklung bewährt hätten.
Dank sagte er aber auch den Partnern beim Betrieb der Sauna, ohne
die diese Einrichtung ihre hohe Akzeptanz so nicht hätte erreichen
können: Alexandra Gast, die für die gastronomische
Betreuung der Gäste zuständig ist, Walter Orth,
der für die Wellness-Services sorgt und Hans
Ziegle, dessen Mitarbeiter mit Akkuratesse für die
gebotene Reinlichkeit in der Sauna sorgten. „Seit 2007 ist das
„bademaxx“ eine einzigartige Erfolgsstory“, betonte Bühring, der
dafür vor allem auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des
„bademaxx“ dankte. Bei Tee und kleinen, beziehungsreichen süßen
Köstlichkeiten feierten Mitarbeiter und Saunabesucher, die an
diesem Tag „freien Eintritt“ genossen, die hohe Auszeichnung, ehe
sie sich wieder an ihr Tagesprogramm machten:Die einen an ihrem
Arbeitsplatz im „bademaxx“, die anderem beim nächsten Aufguss in
der Sauna.
Übrigens fanden bei dem Vertreter des Deutschens Saunabundes
e.V. auch die Eintrittspreise für die Speyerer Einrichtung hohe
Akzeptanz: „11 Euro für drei Stunden und 15 Euro für die Tageskarte
– das ist beinahe konkurrenzlos“, lobte Dieter Gronbach. „wir sind
nicht billig, aber wir sind unseren Preis wert“, stimmte dem auch
SWS-Mann Wolfgang Bühring zu – und extrem gesundheitsfördernd ist
so ein Besuch in der Sauna obendrein. Also, nicht's wie hin!
Foto: gc
02.05.2013
Sauna im Speyerer 'bademaxx' ist „Premium-Klasse“ - Bilderalbum
Verdienter Soldat, engagierter Mitbürger und beliebter Freund
Manfred
Mussotter für seine Verdienste um die deutsch-französische
Freundschaft mit hohem Orden ausgezeichnet
cr. Speyer. Ein verdienter Soldat, engagierter
Mitbürger und beliebter Freund wurde jetzt im Neuen Trausaal im
Speyerer Historischen Rathaus mit einer hohen Auszeichnung geehrt:
Manfred Mussotter, bis zu seinem Ausscheiden aus
dem aktiven Dienst Stabsfeldwebel in der
Fernmeldeausbildungskompanie 861 der Bundeswehr im südpfälzischen
Bad Bergzabern und bis heute Mitglied im Speyerer
Stadtrat, wurde jetzt durch Gerard
Filippi, Beauftragter der Europäischen Vereinigung der
verbündeten Streikräfte und Präsident des französischen
Reservistenverbandes der Unteroffiziere Speyer-Neustadt mit dem
„Europäischen Stern in Gold“, der sogenannten
EEDCM-Gedenkmedaille ausgezeichnet - EEDCM steht für „Etoile
Européenne de Découvement Civil et Militaire“.
Wie Gerard
Filippi anläßlich der Ordensverleihung feststellte, sei Mussotter
damit der erste deutsche Unteroffizier, dem diese hohe
internationale Ehrung zuteil werde. In Anwesenheit von
Oberbürgermeister Hansjörg Eger und seinem
Vorgänger Werner Schineller sowie im Beisein von
Bürgermeisterin Monika Kabs, dem früheren
Bürgermeister Hanspeter Brohm und den
Ratsmitgliedern Heike Häußler und
Hans-Peter Rottmann verlas Filippi die offizielle,
in französischer Sprache abgefaßte Ernennungsurkunde – von
Melanie Forster, bei der Stadtverwaltung Speyer
für die Städtepartnerschaften zuständig, gekonnt ins Deutsche
übersetzt. In dieser Urkunde werden unter anderem auch die
besonderen Verdienste Mussotters um die deutsch-französische
Freundschaft hervorgehoben. Diese Ehrung, so betonte Filippi,
schließe aber auch die Familie und das persönliche Umfeld des
Geehrten mit ein. Ehre, Hingabe, Opfer, Tränen und große Freude –
das alles vereinige sich in einer solchen Medaille, so betonte er.
„Dieser Stern soll ein Symbol der Brüderlichkeit zwischen Siegen
und Niederlagen, aber auch ein Zeichen unserer unverbrüchlichen
Freundschaft sein“, rief der Redner mit dem bei solchen
militärischen Zeremonien in der farnzösischen Armee üblichen Pathos
aus, in dem sich auch der berechtigte Stolz der „grande armée“
widerspiegelt.
Gemeinsam mit
seinen Gästen und Freunden – darunter auch Abordnungen der
ehemaligen militärischen Standorte in Bad Bergzabern, Landau und
Neustadt/Weinstraße - konnten Manfred Mussotter und seine
Ehefrau Brigitte dann bei Wein und Brezeln dieses
bedeutsame Ereignis im Leben des enagagierten Soldaten und
Kommunalpolitikers feiern, der sich in den vielen Jahrzehnten
seiner Aktivitäten in der Pfalz vom bis heute unverkennbaren
Schwaben zum bekennenden Pfälzer gewandelt hat.
Mussotter trat 1961 in die Bundeswehr ein und wurde bereits 1963
in die Fernmeldeausbildungskompanie in Bergzabern versetzt, die
schon früh eine enge Partnerschaft mit entsprechenden französischen
Fernmeldeeinheiten in Rastatt und Landau aufbaute. Fünfzig Jahre
militärische und persönliche Freund- und Partnerschaft stehen damit
auf der Bilanz von Manfred Mussotter, von denen er und seine
Freunde hoffen, dass noch viele weitere dazukommen. Foto:
gc
30.04.2013
Manfred Mussotter für seine Verdienste mit hohem Orden ausgezeichnet - Bilderalbum
Gaststätte „Alter Hammer“: Nach Brandstiftung ab 1.Mai Notlösung
Biergarten
bleibt noch zu
Von unserem Mitarbeiter Werner Schilling
Speyer- Bis im „Alten Hammer“ nach der
Brandstiftung am späten Sonntagabend die Schäden behoben sind, wird
es noch einige Wochen dauern. Doch so lange müssen die Freunde
eines leckeren Hefeweizen, einer erfrischenden Apfelsaft- oder
Weinschorle und des vielgerühmten Wurstsalat mit Pommes nicht mehr
warten. Am Wochenende bleibt der Treffpunkt beim Flaggenmast an der
Rheinpromenade noch mit rot-weißem Absperrband geschlossen,
am Dienstag soll eine Übergangslösung mit einem Schankwagen
anlaufen. Da die Küche nicht von dem Brandschaden betroffen war,
ist die Zubereitung der Speisen gesichert. Spätestens am 1.Mai
sollen Gäste im 360 Sitzplätze großen Biergarten wieder bewirtet
werden können. So stellt sich Roth den Zeitplan vor. Roth ist einer
der drei Geschäftsführer und arbeitet bereits seit 1990 in
dem Ausflugslokal am Rhein, das um1900 erbaut wurde und sich
seitdem in Hammerschem Familienbesitz befindet. Nachdem ihn Franz
Hammer von 1079 bis 2004 geleitet hatte, verpachtete er den „Alten
Hammer“ an die Krebs-Gaststätten GmbH.
Nun hat ein
unbekannter Brandstifter zugeschlagen. Wo sonst Hefeweizen, Apfel-
oder Weinschorle ausgeschenkt werden, ist alles in grauen
Aschestaub eingefärbt. Ein Bild der Verwüstung bietet der
Schankraum. Die kräftig verrußte Decke muss komplett
herausgerissen, der kontaminierte Raum rundherum entkernt und der
Thekenaufbau mit Hilfe der Eichbaumbrauerei wohl runderneuert
werden. In diesem Bereich hatte der am Sonntag über ein
aufgehebeltes Fenster in die Gaststätte eingestiegene Übeltäter
einen Brandbeschleuniger deponiert, zwei weitere im direkt an den
Schankraum angrenzenden Nebenzimmer. Da die beiden Mieter der
Wohnungen im Obergeschoß frühzeitig die Rauchentwicklung
bemerkten und die Feuerwehr alarmierten, konnte verhindert werden,
dass Feuer entstand und noch einen größeren Schaden anrichten
konnte. Für Besitzer Franz Hammer „ein Glück“, dass der
Brandstifter das aufgehebelte Fenster hinter sich zuzog, um
offenbar sein Eindringen zu verdecken. Ohne Sauerstoffzufuhr
habe das Benzingemisch keine Flammen entfachen können. Die gegen
Mitternacht alarmierte Feuerwehr war gut drei Stunden lang im
Einsatz.
Hammer und
Roth können sich nicht vorstellen, wer ihnen da so gezielt schaden
gewollt haben könnte. In den acht Jahren, seit Petra Krebs mit
ihrer GmbH die Gaststätte übernahm, habe es keinerlei Probleme
mit Bediensteten oder Gästen gegeben. Immerhin sorgen sich im
„Alten Hammer“ bei Hochbetrieb bis zu 40 Mitarbeiter und
Servicekräfte um das Wohl der Durstigen und Hungrigen. Der
Brandstifter hätte sich für sein sträfliches Tun keinen günstigeren
Zeitpunkt auswählen können. Die aufgrund der kühlen Witterung nur
mühsam angelaufene Freiluftsaison wurde nun jäh unterbrochen. In
der vergangenen Woche hielten sich an den beiden warmen Tagen nur
Kriminalbeamte in dem Haus an der Rheinpromenade auf. Nachdem die
ihre Tatortuntersuchungen abgeschlossen hatte, begannen die
Aufräumarbeiten und die Vorbereitung für die Notlösung. Dazu gehört
unter anderem, dass der am Nebenzimmer vorbei laufende Flurtrakt in
Richtung Toilettenanlage zugänglich gemacht wird.
„Keine neuen Erkenntnisse“ meldet der Ludwigshafener
Polizei-Pressesprecher Michael Lindner. Er bestätigt gegenüber
unserer Zeitung, dass es sich um Brandstiftung handelt und geht von
umfangreichen und gewiss schwierigen Ermittlungen der Kripo
aus. Foto: gc
29.04.2013
Nach Brandstiftung ab 1.Mai Notlösung - Bilderalbum
“Serving the Children of the World” - für das Wohl der Kinder im Speyerer K.E.K.S.
Serviceclub
überbringt 10.000 Euro-Scheck als Erlös aus dem Verkauf des
Adventskalenders 2012
cr. Speyer. Die Vorfreude war schon groß, als
heute früh Tina Krauss, Holger Kwasny, Dr. Bernd
Kray und Jürgen Baum von den
„Kiwanis“ Speyer ins K.E.K.S. in
die „Quartiersmensa plus St. Hedwig Q + H“ kamen,
galt es doch, eine großzügige Spende entgegenzunehmen. 10.000 Euro
hatte die Abordnung des Speyerer Clubs mitgebracht, der sich, wie
die gesamte „Kiwanis“-Organisation weltweit, unter dem Motto
“Serving the Children of the World” aktiv für das Wohl von Kindern
einsetzt. Die Spende teilten sich zu je 5.000 Euro
K.E.K.S. und Frühe Hilfen Speyer. „Eingespielt“ hatten die höchst
aktiven Mitglieder des Speyerer Clubs - Frauen und Männer aus allen
Berufen und Bevölkerungsschichten – diesen stolzen Betrag durch den
Verkauf der 3.000 Exemplare des von ihrem Mitglied Jürgen
Baum gestalteten und mit Sachpreisen im Wert von 8.000
Euro „gefütterten“ zweiten Adventskalenders, der sich in Speyer
einer immer größeren Beliebtheit erfreut.
Für die
Speyerer Sozialdezernentin, Bürgermeisterin Monika
Kabs, Grund genug, gleichfalls schon zu früher Stunde in
die „Quartiersmensa Q + H“ zu kommen. Sie dankte den Mitgliedern
des Service-Clubs, dass sie sich mit ihrem Charity-Projekt nun
schon zum zweiten Male für für K.E.K.S., eine Einrichtung
einsetzten, die ganz „unser aller Zukunft“ diene. Die Einrichtung
in Form eines eingetragenen Vereins, die unter ihrem Dach ein
Familiencafé, einen Babytreff, einen „Papatreff“ und einen
„Raupenkurs“ vereinigt und für alle Zielgruppen Beratung sowie ein
umfangreiches Kursangebot bereithält, fühlt sich durch die
großzügige Spende nachaltig unterstützt.
Um so mehr freuten sich deshalb auch alle Anwesenden darüber,
dass die „Kiwanis“ heute mitteilen konnten, dass die Vorarbeiten
für den Adventskalender 2013 bereits in vollem Gange sind.
Foto: gc
26.04.2013
Serviceclub überbringt 10.000 Euro-Scheck aus dem Verkauf des Adventskalenders - Bilderalbum
Handwerksgesellen „stürmen“ Stadthaus
Speyer-
Breitkrempige schwarze Schlapphüte und Zylinder, Schlaghosen und
knorrige Wanderstäbe dicht gedrängt: dieses Bild bot sich heute
Vormittag im OB-Büro. 20 Handwerksgesellen, darunter eine Frau,
entboten auf der Wanderschaft der „ehrenwerten Stadt“ ihren
traditionellen Gruß. Im Stadthaus dankte man ihnen mit dem Speyerer
Siegel im Wanderbuch und einem kleinen Obolus als Wegzehrung.
Auf der Walz, zu der sie sich für drei Jahre und einen Tag
verpflichtet haben, kreuzten sich ihre Wege mit Zimmermann Jannis
aus Karlsruhe, der nach 4 Jahren Wanderschaft Richtung Heimatort
unterwegs ist. Auf dieser letzten Etappe von Lambrecht über
Neustadt und Speyer nach Karlsruhe, begleiten ihn mittlerweile 19
Zimmerleute, Steinmetze, Tischler und Maurer aus 15
Bundesländern, „alle außer Thüringen“. Danach wolle jeder seine
Reise zu Fuß, entsprechend den traditionellen Regeln des zünftigen
Wanderns, alleine fortsetzen, um neue Arbeitspraktiken, sowie
unbekannte Orte und Länder kennen zu lernen. „Neben der Erweiterung
und Weitergabe unserer beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten
verstehen wir die Wanderschaft auch als Beitrag zur Förderung der
zwischenmenschlichen Beziehungen und der Völkerverständigung,“
erklären die Wandergesellen im Speyerer Stadthaus. www.speyer.de Pressestelle
Stadt Speyer
25.04.2013
Großartige Würdigung für verdienstvolles Wirken zum Wohle von geistig Behinderten in der Region
„Lebenshilfe
Speyer-Schifferstadt e.V.“ ehrt langjärigen Vorsitzenden Kurt
Weinschütz
cr. Speyer. Es war eine großartige, wahrlich
angemessene Würdigung, die jetzt dem langjährigen verdienstvollen
Vorsitzenden und Motor der „Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt e.V.“,
Kurt Weinschütz zuteil wurde. Gut 250 Gäste waren
ins Katholische Pfarrheim St. Sigismund in Römerberg-Heiligenstein
gekommen, um noch einmal die Lebensleistung von Kurt Weinschütz
Revue passieren zu lassen und in das einhellige Lob für den
Ex-Vorsitzenden einzustimmen, der bereits Ende letzten Jahres den
Staffelstab an seinen langjährigen Stellvertreter Gerhard
Wissmann weitergegeben hatte. Natürlich wird sich der
unermüdliche Vorkämpfer für die geistig Behinderten in der Region
und für die Verbesserung ihrer konkreten Lebensverhältnisse jetzt
nicht völlig aus dieser Arbeit zurückziehen – als Ehrenvorsitzender
der „Lebenshilfe“ wird er auch weiterhin wirken, wird sich als
„Kümmerer vom Dienst“ mit aller Kraft für die planmäßige Vollendung
des Neubaus des Kurzzeithauses in der Speyerer
Paul-Egell-Straße einsetzen - und sicher hat er auch schon
wieder weitere Pkäne im Sinn, die – geht es nach ihm - in den
nächsten Jahren umgesetzt werden sollen.
Und so war es
auch an diesem Tag nicht weiter verwunderlich, dass über allen
ehrenden Reden die Schützlinge Weinschütz' - die
Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtungen der „Lebenshilfe“ in
Speyer und Schifferstadt - im Mittelpunkt standen. Ihnen galten die
ersten, ihnen galten die letzten Worte an diesem Tag – und auch
zwischendurch waren sie „die Stars“ dieser Festveranstaltung und
rührten mit ihrer unverstellten Liebe und offenen Zuneigung zu
ihrem „Freund Kurt Weinschütz“ die Anwesenden zutiefst und den
Geehrten und seine Ehefrau Margret immer wieder zu Tränen.
Die kommunalen
„Größen“, die zu diesem Festakt nach Heiligenstein gekommen waren
und die Gerhard Wissman zu Beginn begrüßen konnte – unter ihnen sah
man die Speyerer Sozialdezernentin, Bürgermeisterin Monika
Kabs und ihren Vorgänger Hanpeter Brohm,
die Bürgermeisterin von Schifferstadt, Ilona Volk
und ihre Kollegen Peter Eberhard von der
Verbandsgemeinde Dudenhofen sowie Manfred
Scharfenberger für die Gemeinde Römerberg – wissen wohl
sehr gut, was sie an Kurt Weinschütz und der von ihm und seinen
Mitstreitern gegründeten Einrichtung haben. Das gilt sicher auch
für die beiden Speyerer Landtagsabgeordneten Friedrike Ebli
(SPD) und Dr. Axel Wilke (CDU), die sich
immer wieder gerne für die Ziele der „Lebenshilfe“ in die Pflicht
nehmen lassen. Um so mehr hatten es sicher auch ihre Kollegin
Anne Spiegel (Bündnis 90/ Die Grünen), der
Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger, der
Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises, Clemens Körner,
Bundestagsabgeordneter Norbert Schindler (CDU) und
der Europaabgeordnete Jürgen Creutzmann (FDP)
bedauert, an diesem Tag nicht mitfeiern zu können. Sie hatten sich
wegen anderer Termin entschuldigen lassen müssen und dem Ehepaar
Weinschütz beste Grüße und Wünsche übermittelt. Begrüßen konnte
Gerhard Wissmann allerdings die langjährigen Weggefährten, Freunde
und Partner seiner Organisation, den Speyerer Weihbischof
Otto Georgens, Domprälat Hubert Schuler und
Pastoralreferentin Sabine Alschner von der
Pfareiengemeinschaft Dudenhofen-Römerberg sowie den
Geschäftsführer der Speyerer GEWO, Alfred Böhmer,
mit dem gemeinsam Kurt Weinschütz so maches Bauprojekt der
„Lebenshilkfe“ zu einem gelungenen Ende geführt hat..
Wie sich die „Lebenshilfe“ in den vergangenen 18 Jahren unter
der Ägide von Kurt Weinschütz entwickelte, das schilderte
Gerhard Wissmann in zum Teil tief bewegenden
Worten.
Lesen Sie dazu die Rede von Gerhard Wissmann im
Wortlaut im SPEYER-KURIER. 
Sehr
persönlich - sehr zu Herzen gehend, dann auch die Rede von
„Lebenshilfe“-Geschäftsführer Michael Thorn, der
an Ulrich „Uli“ Weinschütz erinnerte - den
zwischenzeitlich leider verstorbenen Sohn des Ehepaares Margret und
Kurt Weinschütz - dessen Lebensschicksal die Eltern seinerzeit
nicht in die Verzweiflung gestürzt, sondern sie aus christlicher
Verantwortung zu einer unvergleichlichen Energieleistung
angetrieben habe, die sich bis heute in den Einrichtungen der
„Lebenshilfe“ in Schifferstadt und Speyer widerspiegele. „Neben
vielem anderen verbindet uns aber auch die Liebe zum 1. FC
Kaiserslautern“, offenbarte Michael Thorn und überreichte seinem
Mentor und langjährigen „Chef“ ein Trikot der „Roten Teufel“ mit
dem Namen von Kurt Weinschütz und der Nummer 18 auf dem Rücken –
für 18 erfüllte Jahre voller Aktivität und zupackender
Tatkraft.
„Kurt Weinschütz kam, sah, beurteilte die jeweilige Situation
mit klarem Blick und handelte...“. Mit dieser knappen
Charakteristik fasste auch Beate Boltz für die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der „Lebenshilfe“ ihre Eindrücke
von „ihrem Chef“ zusammen. Mit Liebe und Respekt hatte das Team des
Vereins in einem dicken Bilderbuch, Station für Station, den
Lebensweg von Kurt Weinschütz für seinen Verein nachgezeichnet, um
ihm und seiner Ehefrau auch langfristig den Erinnerungswert an
diese Zeit zu bewahren.
Auch Barbara Jesse, Landesvorsitzende der „Lebenshilfe“
in Rheinland-Pfalz, dankte Kurt Weinschütz für seinen 18
Jahre währenden Dienst zum Wohle der gemeinsamen Sache. „Wir haben
ihn im Landesvorstand immer wieder als engagierten,
leidenschaftlichen Kämpfer für die „Lebenshilfe“ erlebt, der auch
eine rege Außenwirkung zu entfalten vermag“, attestierte Barbara
Jesse, die zugleich auch die Grüße der Bundeskammer der
„Lebenshilfe“ übebringen konnte, ihrem Mitstreiter. Sie dankte ihm
zugleich auch dafür, dass er mit seinem Nachfolger Gerhard Wittmann
einen kompetenten Nachfolger in den Landesvorstand entsandt habe.
In Abwandlung eines Aphorismus des Dichters Jean Paul alltestierte
sie den Eheleuten Weinschütz, dass „durch das Dasein zweier (solch)
guter Menschen die Welt lebt und hell (wird)“.
„Jede
Begegnung mit den Bewohnern der 'Lebenshilfe' ist für mich immer so
ehrlich und tief, wie sie intensiver nicht sein könnte“, freute
sich Schifferstadts Bürgermeisterin Ilona Volk,
„und das ist nicht zuletzt Ihr Verdienst, lieber Herr Weinschütz,
weil Sie soviel positive Lebensfreude ausstrahlen und auf Ihre
Schützlinge damit anstecken“. Ein Bildband soll den scheidenden
Vorsitzenden an all diese Jahre erinnern.
Ihre Speyerer
Kollegin Monika Kabs bekannte, dass sie immer
wieder tief beeindruckt gewesen sei von der liebenswürdigen
Hartnäckigkeit, mit der Kurt Weinschütz seine Ziele für die
„Lebenshilfe“ verfolgt habe. Sie rief den neuen Vorstand der
Vereinigung dazu auf, in diesem Sinne weiterzuarbeiten:“Der Bedarf
ist groß – wir müssen deshalb handeln“, mahnte sie. Mit einem
Geschenk, „das man nicht kaufen kann“ - vier Flaschen Speyerer
Ruländer und zwei Gläser für die Eheleute verband sie den Dank der
Stadt Speyer.
Ein ideelles Geschenk hatte auch Pastoralreferentin
Sabine Alschner mitgebracht: Sie, die wie so viele zuvor
schon vor Jahren von Kurt Weinschütz für die Mitarbeit bei der
„Lebenshilfe“ gewonnen werden konnte, „schenkte“ dem Ehepaar
Weinschütz einen Gottesdienst – einen Gottesdienst, zu dem sie all
die einladen könnten, die ihnen wichtig seien. Alschner warb auch
für die Baumpatenschaften für das Gelände des neuen Kurzzeithauses:
„Zwei der insgesamt sieben Bäume sind schon finanziert“, ermunterte
sie die Anwesenden zu großzügigen Spenden.
Gleich eine Vielzahl ideeller Geschenke hatten auch die
Vertreter der Heimbewohner für „ihren“ Kurt Weinschütz mitgebracht:
Da war der prachtvoll agierende Chor der „Lebenshilfe“
unter der Leitung von Natalie Günther und Christine
Mattich, dessen Mitglieder das
„Lebenshilfe-Alphabet“ auf ihre ganz besondere Art
buchstabierten: Jeder Buchstabe stand für eine der Kurt Weinschütz
zugeschriebenen Eigenschaften und Tugenden, bis sich der Namen
„KURT WEINSCHÜTZ“ in großen, bunten Lettern über
dem Chor erhob.
Die Lese- und
Rechtschreibgruppe unter der ehrenamtlichen Leitung von
Regierungsschuldirektoin i. R. Heiderose
Zegermacher hatte Danksagungen an Kurt Weinschütz
ausgearbeitet, die sie, einer nach dem anderen, am Rednerpult
vortrugen und damit „ihrem Kurt Weinschütz“ eine sichtbare Freude
machten.Herzliche Umarmungen wie sie überhaupt an diesem Tag
angesagt waren, alle Beteiligten – die Akteure und der so reich
Beschenkte – trugen ihr Glück gut sichtbar ins Gesicht
geschrieben.
Eine großartige intellektuelle Leistung auch die Gedichtvorträge
der Heimbewohner Jürgen Stahl und Martina
Veigl sowie die Aufführung des zauberhaften
musikalischen Märchens von den „Regenmachern“, das Irina
Vogt und Lisa Multer mit ihren
Schützlingen einstudiert hatten. Eine musikalische Darbietung von
Bettina Eßwein, Gabriel Gescheidlen und Simon
Enenkel rundete die Beiträge der Heimbewohner ab, die bei
den Gästen immer wieder frenetischen Applaus hervorriefen und für
Kurt Weinschütz sicher die beste Bestätigung für seine
aufopferungsvolle Arbeit waren.
Freilich hatten sich die Künstler der „Lebenshilfe“ auch noch
professionelle Unterstützung von außen geholt: Isabel
Eichenlaub, Musiklehrerin und großartige Solistin auf dem
Cello, umrahmte den Festakt mit überzeugend dargebotenen Werken des
Jazzpianisten Dollar Brand, von Jean Marie Gabriel sowie mit selbst
komponiertern Stücken. Chapeau !
Blieb es
letztlich Kurt Weinschütz, all denen Dank zu
sagen, die an diesem Tag der Einladung der „Lebenshilfe“ zu seiner
Ehre gefolgt waren: Den tief berührten Gästen, den Rednern, den
Musikern, „seinen Freunden“ in den Einrichtungen der „Lebenshilfe“.
An sie alle appellierte er, auch weiterhin an dem gemeinsamen,
großen Werk tatkräftig mitzuarbeiten.
Danach wurde dann noch ein ebenso würdiges, ein festliches
gemeinsames Mahl gereicht – dann aber holte der Alltag die Besucher
der Festversammlung wieder ein, denn sie alle wissen, dass sie
weiterwirken müssen zum Wohle der geistig Behinderten in der
„Lebenshilfe Speyer – Schifferstadt e.V“, so wie ihnen Kurt
Weinschütz über so viele Jahre vorangegangen sit und wie er wohl
auch weiterhin tatkräftig an ihrer Seite sein wird. Foto:
gc
23.04.2013
„Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt e.V.“ ehrt langjärigen Vorsitzenden Kurt Weinschütz - Bilderalbum
Rede von Gerhard Wissmann, Vorsitzender der „Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt e.V.“
18 Jahre Kurt Weinschütz
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen
und Freunde der Lebenshilfe, es gibt Situationen im Leben, da ist
man ganz schön unsicher. Ich gestehe: ich bin es. Denn, wie würdigt
man die Leistung eines Freundes, beschreibt man sein Wirken, das
wir gerne auch als Lebenswerk bezeichnen, welches noch nicht
beendet und doch allen präsent ist, wohl wissend, dass man sich bei
dessen Darstellung der Gefahr aussetzt, ob der Vielfalt und des
Umfangs Wichtiges zu vergessen - ich denke, am besten - und du Kurt
würdest es jetzt sagen: Fang an!
Nun, vielen bekannt, Kurt Weinschütz wurde am
15. September 1938 geboren, in der Zeit des Beginns der Ausrottung
des so genannten „Fremdrassigen“ in unserem Land. Die „Fünfte
Verordnung zum Reichsbürgergesetz“ erfolgte am 27. September,
Staatsdoktrin wurde alsbald die „Vernichtung lebensunwerten
Lebens“; Menschen mit und Menschen ohne Behinderung wurden Opfer
der „NS-Rassenhygiene“. Wir alle kennen die Folgen dieses
gesellschaftlichen Wahnsinns, doch selbst in dieser dunkelsten Zeit
unserer Geschichte wurden Menschen geboren, die später einmal
Lebenshilfe atmen, ja verkörpern sollten. Und einige davon sind ja
heute hier. Wer sich in der Lebenshilfe engagiert, bejaht die
Einmaligkeit eines jeden Menschen und das lieber Kurt, ist dir
Verpflichtung. Als überzeugter und praktizierender Christ weist du
um die Zusage Gottes, in seiner Hand geborgen zu sein. Wer mit
dieser Zusage lebt, kann sich öffnen: Für den Nächsten, für seine
Mitmenschen, für alle, die der Hilfe bedürfen. Er braucht nicht
erst die eigene Betroffenheit. Und wo sie gegeben ist, wird er sich
nie auf diese reduzieren lassen. Nein, dein Antrieb ist anderen
Ursprungs, was dein kraftvolles Wirken in der Lebenshilfe erklärt.
Menschen mit Behinderung die volle Teilhabe an und in unserer
Gesellschaft zu sichern, galt deine Fürsorge. Für sie und ihre
Angehörigen Hilfe einfordernd, war und ist dein Begehren:
unentwegt, ja ausdauernd und hartnäckig!
Formell begann es im Jahre 1994, damals noch von
honorigen Persönlichkeiten ob deiner Tauglichkeit geprüft und nach
eingehender Begutachtung bejaht, übernahmst du Verantwortung.
Ob die, welche dich prüften, damals schon die
Nachhaltigkeit deines Potentials beurteilen konnten, wage ich
allerdings zu bezweifeln. Dass sie nicht wussten, welch
starke Frau hinter diesem Manne steht, davon bin ich überzeugt.
Doch erst wer die Situation unserer Ortsvereinigung zu Beginn
deiner Amtszeit kennt, kann grundlegend beurteilen, was von dort
bis heute geschah, kann verstehen, warum wir vom Glücksfall
sprechen dürfen, dass Kurt Weinschütz 18 Jahre lang diese
Ortsvereinigung führte.
Im Jahre 1994 hatte es die Lebenshilfe
Speyer-Schifferstadt, damals noch „Lebenshilfe für das geistig
behinderte Kind“ geschafft, das Wohnhaus in Schifferstadt war seit
zwei Jahren in Betrieb, Menschen mit Behinderung hatten eine neue
Heimat gefunden. Eine gewaltige Kraftanstrengung, eine gewaltige
Leistung für eine kleine Gemeinschaft, doch der Aufwand, besser
gesagt die Opfer waren immens. Der langjährige Vorsitzende und von
uns allen geschätzte heutige Ehrenvorsitzende Richard Entzminger
konnte aus gesundheitlichen Gründen das Amt nicht mehr
weiterführen, die Kraft seines Nachfolgers war schon nach kurzer
Zeit aufgebraucht, der Verein kämpfte ums Überleben. Die
Mitgliederzahl damals: 60 Personen
Nach dem einstimmigen Auftrag der Mitglieder der
Ortsvereinigung Speyer-Schifferstadt am 5. September 1994,
stelltest du dich lieber Kurt als neuer Vorsitzender den Problemen
und begannst in Folge deine Vorstellungen zu präzisieren. Gestählt
und erfahren durch ehrenamtliche Engagements bereits als
Jugendlicher und junger Erwachsener, in Kirche, Gemeinderat und
Vereinen, war dir Arbeit nicht fremd. Aus deinem beruflichen Alltag
kanntest du die Verantwortung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
genauso wie die Verpflichtung zur Wertschöpfung eines Unternehmens
und warst dir bewusst, dass die Erwartungshaltung so mancher riesig
und der Dank mitunter sehr spärlich ausfallen kann.
Mit neuem Mut und engem Schulterschluss wurden
bald neue Ziele gesteckt, voran ein Vorsitzender mit großer
Willenskraft, regsam, fleißig und strebsam. Nicht nach dem Motto
handelnd, dass jedes Mittel zum Erfolg angebracht wäre, aber stets
die richtigen Maßnahmen ergreifend, die den zu betreuenden Menschen
dienen sollten. Weichen wurden gestellt, Strukturen verändert; 1999
wurde die Stiftung „Lebenshilfe - Betreuung von Menschen mit
geistiger Behinderung“ gegründet, alsbald die Geschäfts- und
Beratungsstelle der Lebenshilfe nach Speyer in die Herdstraße
verlegt.
Die richtigen Personen wurden ausgewählt.
„Mister Hundertprozent“ bestellte das Haus, stets aufnahmebereit
weil an Neuem interessiert. An seiner Seite bald ein neuer, nunmehr
hauptamtlicher Geschäftsführer, ein intelligenter Schachzug, wie
sich erweisen sollte, denn von nun an stand die Ideenschmiede erst
recht unter Dampf. Sach- und fachkundig wurden Konzepte entwickelt,
die Zeit zu deren Verwirklichung folgte. Voran ein Vorsitzender mit
seinem Geschäftsführer, ein Duo, bewandert, fähig und dort wo nötig
tonangebend.
Die Zukunftsfähigkeit der Lebenshilfe Speyer
Schifferstadt galt es zwar nachhaltig zu sichern, doch der
behinderte Mensch bestimmte das Geschehen. Verschiedene
Außenwohngruppen wurden gegründet, was Menschen mit Behinderung
eine eigenständigere Lebensgestaltung ermöglichte (Anm.: zurzeit
gibt es 5 AWG und 18 Einzelappartements, insgesamt werden 37
Personen betreut). Doch im Einzugsgebiet der Lebenshilfe gab es
noch viele Eltern, die für ihre Kinder das suchten, was 36
Bewohnerinnen und Bewohnern der Wohnstätte Schifferstadt gefunden
hatten: ein Zuhause, das ihnen Heimat wurde und in dem sie neue
Freunde fanden. Und wo sie uns allen bei unseren Besuchen so viel
Zuneigung schenkten und schenken. Diesen Eltern und Angehörigen,
die sich um die Zukunft ihrer Kinder sorgten und sich an uns
wandten, galt es Perspektiven aufzuzeigen, um auch ihren
behinderten Kindern ein möglichst selbstständiges Leben zu
gewährleisten, frei von Zukunftsängsten, eingebetet in der Mitte
der Gesellschaft, dort wo behinderte Menschen hingehören.
Beharrlich, ausdauernd, ob der vielen
Widerstände auch hartnäckig, wurde das gesteckte Ziel verfolgt. So
wurde wahr, was selbst manchem in den eigenen Reihen zuvor suspekt
erschien: das Wohnhaus in Speyer wurde nach 10 Jahren standhaftem
Eintreten und Werben gebaut, 60 behinderte Menschen fanden ein
neues Zuhause, weitere 36 werden seitdem täglich in der s. g.
Tagesförderstätte gefördert. Ein zweites und ebenso offenes Haus
für alle Menschen, was wir heute dankbar erleben, wurde und ist
Treffpunkt für Menschen mit und ohne Behinderung.
Das von dir geforderte Leitbild wurde zur alles
entscheidenden Vorgabe: „Unsere Ziele definiert der behinderte
Mensch“. Während so manche das Wort Inklusion noch gar nicht
kannten, wurde sie in der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt gelebt.
Unsere Einrichtungen waren und sind geöffnet, Haupt- wie
Ehrenamtliche begleiten behinderte Menschen, wo immer es gilt,
deren Wünsche und deren Recht nach Teilhabe zu realisieren. Gelebte
Nächstenliebe bestimmte und bestimmt unser Leitbild, das selbst in
der immer größer werdenden Gemeinschaft vertieft werden konnte.
Doch trotz aller äußeren Erfolge, längst zum Baumeister geadelt,
bliebst du offen für die Notwendigkeiten, die sich aus
gesellschaftlichen Veränderungen erklären. Dass Eltern, deren
behinderten Kinder zuhause leben auch einmal eine Auszeit
benötigen, ist verständlich - ja sie ist wichtig für ihre
Gesundheit. Dies erklärt unser derzeitiges Bauvorhaben, welches
dich heute weiter fordert und dessen Ende wir vor Augen haben: das
Servicehaus, auch Kurzeithaus genannt. Mit dessen Inbetriebnahme
erfahren Eltern und Angehörige Entlastung, was dir lieber Kurt
stets ein elementares Anliegen war, das unser gemeinsames
bleibt.
Ohne unsere Ortsvereinigung wäre die Stadt
Speyer, die Stadt Schifferstadt, ja unsere Region um vieles ärmer.
Dies ist das Verdienst vieler Menschen, auf das du immer wieder
hingewiesen hast. Wie bei der Verleihung des
Bundesverdienstkreuzes, das du nur bereit warst anzunehmen, im
Verständnis, dass diese Ehrung für alle verstanden wird. Ich
erinnere mich noch gut an deine erste Reaktion, an deine Worte: Es
sind doch noch ganz andere, die es verdient hätten und die zu
unserem Erfolg beitrugen.
All das ist richtig, doch es ist und bleibt eben
das Verdienst eines Vorsitzenden, der nie müde wurde, für
behinderte Menschen Partei zu ergreifen, der uns alle über die
eigene Betroffenheit hinaus für das sensibilisierte, was doch
eigentlich selbstverständlich sein sollte: Dass dem behinderten
Menschen nicht vorenthalten werden darf, was dem nicht behinderten
Menschen selbstverständlich erscheint: die volle und
selbstbestimmte Teilhabe an unserer Gesellschaft. In alledem
wusstest du dich von vielen Freunden unterstützt, insbesondere aber
grundlegend von einem Geschäftsführer, dessen Fach- und
Sozialkompetenz du einst erkanntest.
Lieber Kurt, vieles wird in Folge noch
angesprochen, weshalb ich hier enden will. Es bleibt uns nur der
Dank, unser aller Dank für dein unermüdliches Eintreten für
behinderte Menschen. Mit Respekt blicken wir auf deine Leistung,
auf deine Arbeit. Die Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt ist heute
mit knapp 1100 Mitgliedern nicht nur die größte
Ortsvereinigung auf Bundesebene, sie ist für Menschen mit
Behinderung und ihre Angehörigen eine der ersten Adressen unseres
Landes, weil einer voran ging mit Leidenschaft und der Vision einer
besseren Welt, stets unterstützt von seiner Frau, deren Ziele die
selben waren und die bereit war, auf vieles zu verzichten.
Darum liebe Margret, lieber Kurt, wünschen wir
euch von Herzen alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen und sagen:
Vielen Dank!
Anm. zur Ortsvereinigung:
Stimmberechtigte Mitglieder der
Bundesvereinigung der Lebenshilfe sind Orts- Kreis- und
Bezirksvereinigungen, hier ist die Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt
die viertgrößte Vereinigung.
23.04.2013
„Haus für Natur und Bildung“ in der Metropolregion Rhein-Neckar
„Johann
Joachim Becher-Gesellschaft zu Speyer e.V.“ diskutiert Konzept für
nachhaltige Bildung, Architektur und Energieeinsatz
cr. Speyer. Der Universalgelehrte Johann
Joachim Becher hätte sicher seine helle Freude daran gehabt, hätte
er miterlebt, wie engagierte Bürgerinnen und Bürger in „seiner
Heimatstadt“ Speyer Pläne für ein „Haus für Natur und Bildung“
schmieden, ein Haus, in dem nach seiner Indienststellung Kinder,
Jugendliche und Erwachsene bis hin zu den Senioren an
Erkenntnisgewinn auf vielen wissenschaftlichen Feldern arbeiten
sollen.
Bei der letzten Zusammenkunft der Mitglieder der hochaktiven
Gemeinschaft in der Gedenkstätte für den großen Sohn der Stadt
nahmen jetzt Ute Wolf, 1. Vorsitzende des Vereins „Netzwerk
Umweltbildung Speyer e.V.“ und Susanne Mayrhofer,
Projektkoordinatorin für das „Haus für Natur und Bildung“
Gelegenheit, das Projekt, das in Speyer schon seit einem
Informationsbesuch der rheinland-pfälzischen Umweltministerin
Ulrike Höfken im Dezember 2011 auf vielen unterschiedlichen
politischen und bürgerschaftlichen Ebenen diskutiert wird, einehend
vorzustellen. Dazu hatten die Referentinnen neben einem
detaillierten „Projektsteckbrief“ auch das von dem Speyerer
Künstler Fred Feuerstein angefertigte eindrucksvolle Modell des
neuen Hauses mitgebracht.
Der
eindrucksvolle, in seinem Kern zweigeschossige Bau soll nach
derzeitgem Stand der „Forschungswerkstatt Natur-Kunst-Technik
e.V.“, dem Forstamt Pfälzer Rheinauen für seine „Rucksackschule“,
der Freien Reformschule Speyer e.V., dem Verein „Naturspur e.V.“,
dem Waldkindergarten der „Flohkiste Speyer e.V.“ und dem
Waldkindergarten St. Josef Raum für Inspiration und kreativem
Scahffen geben.
Daraüber hinaus sollen aber auch andere, pädagogisch
ausgerichtete, Veranstaltungen in den Räumlichkeiten zwischen
Flugsanddünen und unterschiedlichen Waldbiotopen stattfinden
können. Erreichbar ist das weitläufige Gelände mit Bussen und Bahn
– direkt an der Ausfahrt Speyer-West/Böhl-Iggelheim an der B 9
gelegn – mit der Bahn nach einem nur wenge hundert Meter langen
Spaziergang vom S-Bahn-Haltepunkt Speyer Nord/West zur Walderholung
erreichbar.
Der SPEYER-KURIER präsentiert im folgenden drei
Ausarbeitungen, in denen das Konzept des Hauses detailliert
vorgestellt wird.
Projektsteckbrief 
Architekturkonzept 
Bildungskonzept 
Auf 2,16 Mio Euro haben Architekten und
Fachingenieure die Gesamtkosten für das Projekt kalkuliert, für das
die Stadt ein im städtisches Besitz befindliches Grundstück hinter
der Walderholung an der Iggelheimer Straße vorhält. Für gut ein
Drittel der Koste haben die Verantwortlichen vom „Netzwerk
Umweltbildung Speyer e.V.“ inzwischen verbindliche Spenden- und
Sponsoring-Zusagen „eingefahren“ - jetzt gilt es, weitere Förderer
für dieses für die Zukunft unserer Kinder, ihre Entwicklung, aber
auch für eine generationenübergreifende Zusammearbiet von Alt und
Jung bdeutsame Projekt zu finden. Foto: gc
19.04.2013
"Johann Joachim Becher-Gesellschaft“ diskutiert Konzept für nachhaltige Bildung... - Bilderalbum
Raum zum gemeinsamen Feiern, Spielen und zum Sport treiben
Mit sechs
Apfelbäumen Startschuß für „interkulturellen Garten“ hinter dem
Judomaxx gegeben
cr. Speyer. Sechs Apfelbäume auf der Fläche
hinter dem Judomaxx - sie markieren seit heute den Naturraum, auf
dem zukünftig Speyerer und ihre Freunde aus der ganzen Welt
spielen, sich erholen und „gärtnern“ sollen. Heiner
Sprau, der rührige „spiritus rector“ des Judomaxx, hatte
auch zu diesem Projekt den Anstoß gegeben, als er Steffen
Schwendy, den Städtischen Planer für Grünflächen und
Spielplätzen in der Stadt um Rat fragte, wie man wohl auf dieser
Fläche einen Spielplatz realisieren könnte. Heute nun konnte die
„Grobplanung“, wie sie in diesem Augenblick entstanden war, in die
Realität umgesetzt werden. Viele Feunde des Judomaxx - Babys,
Kinder, Jugendliche und Erwachsene – waren gekommen, um gemeinsam
mit dem für Migration und Integration zuständigen
Städtischen Beigeordneten Dr. Wolf Böhm, erste
Hand anzulegen an ein Projekt, in dem Angehörige aller in Speyer
vertretenen Ethnien, Religionen und Rassen gemeinsam Natur erleben
sollen.
„Sechs Bäume – sie könnten für die fünf Erdteile auf unserer
Welt stehen - und der sechste Baum steht dann für die Pfalz“,
begeisterte sich der gebürtige Badener und längst zum bekennenden
Pfälzer gewordenen Wolf Böhm, der spontan seine Geldbörse zückte
und Gerlinde Görgen vom „Judo-Sport-Verein
Speyer“ das Geld für einen der sechs Bäume in die Hand
drückte, die Steffen Schwendy im Auftrag des Vereins ausgesucht und
mitgebracht hatte.
Alte
Apfelsorten sollten es sein – mit internationaler Herkunft, so
beschrieb Schwendy die von ihm getroffene Auswahl: Ein „Apfel aus
Crocels“, ein „Geheimrat Oldenburg“, ein „Jacob Lebel“ und drei
andere Sorten sollen auf der Wiese hinterdem Judomaxx Wurzeln
schlagen und Früchte bringen - so wie die Verantwortlichen für
dieses Projekt den Mitbürgerinnen und Mitbürgern „mit
Migrationshintergrund“ in Speyer wünschten, dass sie möglichst
rasch und dauerhaft Wurzel schlagen mögen in der Stadt und
fruchtbar sein mögen für die Gemeinschaft aller Bürgerinnen und
Bürger.
„Wir möchten, dass hier Kinder einen Raum zum Spielen finden,
aber auch einen, um Natur zu erleben und unterschiedliche Pflanzen
kennenzulernen“, wünschte sich Heiner Sprau. Für jede Ethnie solle
deshalb eine eigene Gartenfläche von ca. 8 x 8 Metern vorbereitet
werden, auf der sie Pflanzen aus ihrem heimatlichen Kulturkreis
anpflanzen – und schließlich auch ihre Früchte ernten und genießen
können. Steffen Schwend hat einiges dazu schon vorbereitet: Eine
Schirmtanne wird demnächst hier angepflanzt, eine Scheinbuche,
Lavendelsträucher, Rosmarin und andere Gewürze – ein Judasbaum soll
im kommenden Jahr schon seine überbordende Blütenpracht
präsentieren – Muslime, Juden und Christen sollen hier – unter der
Patenschaft des Stadtteilsvereins Speyer-West – gemeinsam und im
besten Sinne miteinander feiern, spielen, Sport treiben und Freude
haben – und für die Kleinsten soll auch ein kleiner Spielplatz
angelegt werden.
Bleibt nur
noch, all denen zu gratulieren und zu danken, die die Idee zu
diesem Projekt hatten, das das Zeug dazu haben sollte, ein weiteres
Stück auf dem langen Weg zur Vollendung der Integration der
Angehörigen aller Nationen in der Stadt erfolgreich zu gehen.
Heiner Sprau dankte Steffen Schwendy, der es spontan übernommen
hat, „die Verantwortung“ für den Garten zu übernehmen. „Dazu wirst
Du viele Helfer haben“, versprach Sprau dem „Städtischen
Grün-Experten“.
Ein weiteres Beispiel bürgerschaftlichen Geistes und
Zusammenwirkens in unserer Stadt ist auf einem guten Weg. Foto:
gc
19.04.2013
Mit sechs Apfelbäumen Startschuß für „interkulturellen Garten“ hinter dem Judomaxx gegeben - Bilderalbum
Gründung der AG Gender Budgeting in Speyer
Speyer- „Fünf grüne
Frauen aus Rheinland- Pfalz haben am 4. April 2013 die AG „Gender
Budgeting“ (AG GB) in Speyer gegründet. Ziel dieser AG ist,
die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen, Männern, Mädchen und
Jungen in den einzelnen Kommunen bzw. Gemeinden zu fördern und zu
einer gerechteren Mittelverteilung zu führen.
Gender Budgeting ist die Anwendung von Gender Mainstreaming im
Haushaltsprozess. Es bezieht sich auf die ökonomischen und
finanzpolitischen Aspekte staatlichen Handelns. Gender
Budgeting integriert eine Geschlechterperspektive in allen Ebenen
des Haushaltsprozesses. Damit wird eine
systematische Analyse, Steuerung und Evaluation des Haushalts zur
tatsächlichen Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und
Männern möglich.
In die AG Gender Budgeting werden weitere Interessierte
einsteigen, unter anderem die Landtagsabgeordnete Anne
Spiegel.
Die Gründungsfrauen:
Elisabeth Kolb-
Noak B
90 / Die Grünen KV Alzey- Worms und Sprecherin der LAG – Frauen
rlp
Dr. Isis Ksiensik
B
90 / Die Grünen KV Bad Dürkheim
Ute
Sprinstubbe
B 90 / Die Grünen KV Mainz- Bingen
Dr. Silvia
Klengel
B 90 / Die Grünen KV Mainz- Bingen
Irmel Münch-Weinmann B 90 / Die Grünen KV
Speyer (Initiatorin)
18.04.2013
Herzlich Willkommen zur Kult(o)urnacht Speyer!
Aktuelles
Programm soeben erschienen! Der Vorverkauf hat
begonnen!
Speyer- Am 24. Mai 2013 bieten 27
Kultureinrichtungen der Dom- und Kaiserstadt Speyer zu
ungewöhnlicher Zeit – von 19.00 bis 02.00 Uhr – zum 13. Mal die
Möglichkeit, die großartige Vielfalt der Kunst- und Kulturstadt
Speyer zu erleben und zu genießen. Spannende Aktionen, Musik, Tanz
und Theater warten auf kulturelle Nachtschwärmer.
Nicht nur die großen Einrichtungen wie Historisches Museum der
Pfalz oder das Technik Museum Speyer öffnen an diesem Abend ihre
„Schatztruhen“, auch die zahlreichen kleinen Galerien, Museen und
viele Sehenswürdigkeiten und kulturell geprägte Einrichtungen haben
sich für diese Nacht ganz besondere Themen und Aktionen einfallen
lassen. Tauchen Sie ein in das Kulturleben der besonderen Art und
entdecken Sie das Kulturnetzwerk Speyer.
Zum ersten Mal dabei wird das Kulturhaus Pablo e.V. in der
Ludwigstraße teilnehmen. Die Jugendkunstschule ist ein kreatives
Zentrum für Kinder, Jugendliche und experimentierfreudige
Erwachsene. In der Kult(o)urnacht gibt es ein Mitmach-Angebot und
„pablo live“ (Filmvorführung) am laufenden Band.
Wer das Kulturhaus Pablo besuchen möchte, sollte dort recht früh
vorbei schauen, es schließt um 23 Uhr.
Getreu dem zweijährigen Beteiligungsrhythmus ist das
Bildungszentrum Villa Ecarius 2013 wieder präsent. Unter dem
Leitmotiv „Kultur und Bildung mit Witz“ fügen sich dort
Ausstellungen, Lach-Yoga, Musikkabarett und Lesungen mit Hellmuth
Karasek und Jürgen Brandtner zu einem bunten Reigen.
Spektakulär wird es bei der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer:
Der Perkussionist Roland Weimer von der Emmerich-Smola-Musikschule
und Musikakademie der Stadt Kaiserslautern trommelt mit
Jugendlichen auf einem umgebauten drum-car was das Zeug hält.
Publikumsmagnet wird sicher auch die erst im März eröffnet
Ausstellung „Königreich Pfalz“ im Historischen Museum der Pfalz
Speyer sein.
Aber auch Bewährtes wird geboten:
Sanfte Gitarrenklänge oder jazzige Grooves zu
Ausstellungsrundgängen z.B. in der Volksbank Kur- und Rheinpfalz,
viel Musik in den Kirchen, Party im Außengelände des Historischen
Museum der Pfalz Speyer, Klezmermusik im Judenhof
Jeder Besucher kann seine Favoriten finden.
Lassen Sie sich verzaubern von Musik und Licht, von Essen und
Trinken, von Gesprächen und Stille.
Kult(o)urnacht-Ticket und BUS-Service
Mit einem einzigen Ticket
(Kontrollband für’s Handgelenk) gibt’s freien
Eintritt in alle Museen, Galerien und sonstigen teilnehmenden
Einrichtungen. Dieses Bändchen kostet 7 Euro und ist
erhältlich bei allen angeschlossenen Institutionen sowie der
Tourist-Information Speyer (Tel. 06232-142392)
Regelmäßig verbindet unser Kulturbus viele Stationen der
Speyerer Kulturmeile. Das Ticket gilt auch zur kostenlosen Nutzung
dieses Service-Angebotes.
Am Info-Stand der Rheinpfalz (vor dem Historischen Museum)
gibt’s Tickets und Programme und freundliche Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter beantworten alle Fragen.
Übrigens: Sollten Sie mit dem Auto anreisen,
benutzen Sie bitte den Parkplatz Festplatz. Der Kulturbus hält auch
am Festplatz.
Näheres zum Programm finden Sie unter www.kultournacht-speyer.de
Kulturbüro Stadt Speyer, Presse
17.04.2013
„Bürgerschaft für eine wehrhafte Demokratie“

In der Lutherstadt Eisleben wurde der Preis der
Lutherstädte „Das unerschrockene Wort“ an die Regensburger
Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ verliehen
Sechs Mitglieder der Initiative haben am 13. April 2013 in der
Lutherstadt Eisleben den mit 10.000 Euro dotierten Preis der
Lutherstädte „Das unerschrockene Wort“ aus den Händen von
Oberbürgermeisterin Jutta Fischer entgegengenommen. Ludwig Simek,
Natalie Haas, Ina Schneider, Richard Spieß, Sion Israel und Michael
Sauerer und weiter Mitglieder der Initiative erhielten die
Auszeichnung für ihr unerschrockenes Auftreten.
Herr Sauerer ist der Barkeeper, der couragiert eingegriffen
hat, als Neonazis eine dunkelhäutige Frau angepöbelt haben. Diese
haben dann auf ihn und das Cafe Picasso einen Racheakt verübt, auf
Grund dessen sich dann die Initiative gegründet hat.
Oberbürgermeisterin Jutta Fischer: „Im Sinne von Martin Luther –
das Wort mit lauter Stimme zu erheben, gegen Taten, Gewalt und
menschenverachtende Handlungen einzuschreiten, das muss in unserer
Gesellschaft von allen und mit aller Kraft unterstützt werden.
Alle Initiativen gegen den braunen Mob, ob von einzelnen
Bürgern, Bürgervereinigungen, Kirchen und Parteien müssen in
unserer Gesellschaft mehr Gehör finden.
Mit der getroffenen Jury Entscheidung des Bundes der
Lutherstädte in Deutschland im vorigen Jahr zu Martin Luthers
Geburtstag, den Preis „Das unerschrockene Wort“ an
die Regensburger Inititiative zu verleihen, sollte so die
Jurymitglieder, vielen Menschen Mut machen, gegen
nationalsozialistische neue Bestrebungen anzukämpfen“.
Als Laudator begrüßte Oberbürgermeisterin Jutta Fischer Prof Dr.
Eckart Conze, Professor für Neuere Geschichte der
Philipps-Universität Marburg. Conze würdigte in seiner Rede den Mut
und die Zivilcourage derer, die für die Freiheit leben und ihr
Leben riskieren, satt sich mundtot machen zu lassen.
„Die Regensburger Initiative setzt an einem entscheidenden Punkt
an: Gewalt, gerade auch rechtsradikale Gewalt, vom martialischen
Aufmarsch bis hin zum tätlichen Angriff auf Andersdenkende, sie
braucht den öffentlichen Raum, zumindest aber das öffentliche Echo,
die öffentliche Wahrnehmung, die Gelegenheiten zur Inszenierung und
Selbstdarstellung. Gewalttaten von rechts, auch wenn sie häufig
feige und hinterhältig ausgeführt werden, sie können ihre Wirkung
nur erzielen, wenn die Öffentlichkeit von ihnen erfährt.
Rechtsradikale wollen einschüchtern: die von ihnen identifizierten
Opfer, aber auch unsere Gesellschaft insgesamt. Sie wollen Angst
verbreiten, Angst und Schrecken – Terror –. Denn wenn und
weil der Rechtsradikalismus auf öffentliche Wirkung zielt, dann
muss es auch aus der Öffentlichkeit und in der
Öffentlichkeit deutliche, deutlich wahrnehmbare Zeichen gegen
rechtsradikales Denken und rechtsradikale Gewalt geben. Und diese
Zeichen müssen sichtbar sein: sichtbar, mitten im öffentlichen
Raum, mitten in unserem Alltagsleben. Und sind nicht Kneipen und
Bars, Cafés und Restaurants Orte unseres Alltagslebens? Orte, an
denen Zeichen gesetzt werden können? Zeichen gegen die Gewalt von
rechts, die nicht, zumindest aber nicht ausschließlich, in
Kampfstiefeln, Bomberjacken und mit kahl geschorenen Köpfen daher
kommt, sondern auch in Anzug und Krawatte oder in ganz normaler
Kleidung?
Wer im öffentlichen Raum in so unmissverständlicher Weise
Zeichen setzt, wie das die Regensburger Initiative tut, der setzt
sich einem Risiko aus und beweist schon alleine dadurch Mut. Der
Aufkleber, der heute im Eingang von immer mehr Regensburger
Gaststätten zu sehen ist, ist ein „Unerschrockenes Wort“ im
allerbesten Sinne, weil es nicht nur eine Meinung artikuliert und
sich der Einschüchterung entgegen setzt, sondern auch weil es sich
für den Kern unseres demokratischen Gemeinwesens einsetzt, für die
Menschenwürde und die aus ihr abgeleiteten Prinzipien von Freiheit
und Gleichheit der Menschen – aller Menschen“ so Conze.
Weiterhin nahmen an der Preisverleihung der Innenminister,
Holger Stahlknecht, Ministerium für Inneres und Sport des Landes
Sachsen-Anhalt und die Mitbegründerin der Regensburger Initiative
„Keine Bedienung für Nazis“, Helga Hanusa.
Stahlknecht überbrachte das Grußwort der Landesregierung Sachsen
–Anhalt.
Bevor sich die Preisträger und die Jurymitglieder in das Goldene
Buch der Lutherstadt Eisleben eintrugen, stelle Helga Hanusa noch
einmal die Regensburger Initiative den Gästen umfassend vor.
Der Preis
Der Preis „Das unerschrockene Wort“ wurde von den Lutherstädten
anlässlich des Lutherjahres 1996 im Gedenken an den Reformator
Martin Luther gestiftet, der seine Überzeugung mutig und standhaft
gegenüber den Autoritäten seiner Zeit verteidigt hat. Mit dem Preis
„Das unerschrockene Wort“ sollen Frauen und Männer geehrt werden,
heißt es in den Grundsätzen für die Preisvergabe, „die in einer
besonderen Situation oder bei einem konkreten Anlass, aber auch
beispielhaft über einen größeren Zeitraum hinweg, in Wort und Tat
für die Gesellschaft, die Gemeinde, den Staat bedeutsame Aussagen
gemacht und gegenüber Widerständen vertreten haben. Dabei soll es
weniger um eine Zustandsbeschreibung gehen als um wegweisende
zukunftsgerichtete Überlegungen“. Die Preisträger können aus
Deutschland oder aus dem Ausland kommen. Der Preis wird seit 1999
alle zwei Jahre verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Das
Vorschlagsrecht liegt bei den an der Stiftung beteiligten Städten
und den berufenen Jurymitgliedern. Die beteiligten Lutherstädte
rufen im Vorfeld die Bürgerinnen und Bürger über eine Ausschreibung
und über die Presse dazu auf, Personen zu benennen, die durch ihr
„unerschrockenes Wort“ hervorgetreten sind.
Bisherige Preisträger
Preisträger waren bisher 1996 Prof. Dr. Richard Schröder, 1999
Prof. Dr. Hans Küng, 2001 Uta Leichsenring, 2003 Gertraud Knoll,
2005 Stephan Krawczyk, 2007 Emel Abidin-Algan, 2009 Andrea Röpke
und 2011 Dmitrij Muratow und die Redaktion der russischen
Tageszeitung „Nowaja Gaseta“.
Die Jury
Mitglieder der Jury des Preises „Das unerschrockene Wort“ sind
die (Ober-) Bürgermeister aus Augsburg, Coburg, Eisenach,
Lutherstadt Eisleben, Erfurt, Halle, Heidelberg, Magdeburg,
Marburg, Nordhausen, Schmalkalden, Speyer, Torgau, Lutherstadt
Wittenberg, Worms und Zeitz sowie weitere berufene Jurymitglieder.
Eisleben war noch 1996 im vergangenen Jahr (2012) bereits zum
zweiten Mal Tagungsort für die Jury. 2013 wurde der Preis erstmals
in der Lutherstadt Eisleben verliehen.
Preisverleihung 2015
In der Jurysitzung, welche am 13.4.2013 vor der Preisverleihung
stattfand, wurde die Lutherstadt Wittenberg als nächster
Austragungsort für die Jurysitzung und die Preisverleihung des
Preises der Lutherstädte „Das unerschrockene Wort“ von der
Oberbürgermeisterin der Lutherstadt Eisleben gelost.
Stadtverwaltung Lutherstadt Eisleben, Presse
16.04.2013
St.Guido-Stifts-Platz: Umgestaltung dauert noch bis Juli
Mauerfall
ermöglicht Gartenfreuden
Von unserem Mitarbeiter Werner Schilling
Speyer- Während in Berlin für den Erhalt
des 1,3 Kilometer langen Mauer-Teilstücks, der „East Side Gallery“,
und gegen die Planung für einen Wohnkomplex an der Spree
demonstriert wird, fiel in Speyer ein historisches Mauerwerk ohne
viel Tamtam. Für einen Bürgerprotest besteht da ja auch überhaupt
kein Anlass: die nun etwa 20 Meter breite Lücke in der salischen
Stadtmauer bringt schließlich im Rahmen der rund 1,5 Millionen Euro
verschlingenden Neugestaltung des St.Guido-Stifts-Platzes eine
Steigerung des Erholungswertes in dem innenstadtnahen Bereich und
des Hauptzugangs in die City aus den Stadtteilen Nord und West.
Noch rund drei Monate müssen die Speyerer die Baustellen-Umwege
ertragen. Etwa zum Brezelfest (11.bis 16.Juli) soll der Platz
komplett fertiggestellt und der Weidenberg-Garten unterhalb der
ehemaligen.St.Guido-Kirche und der neuen Synagoge Beith Schalom
frei zugänglich sein, erklärte Straßenbaupolier Michael Pachner von
der Tiefbaufirma Johann Schön & Sohn gegenüber der Schwetzinger
Zeitung. Insgesamt vierzehn Stufen, durch kleine Terrassen
unterbrochen, führen ab Sommer in einen neu angelegten
Kirchgarten. Gesäumt sein wird der sanfte Treppenaufgang von
mehreren Gabionenwänden (mit Steinen gefüllte Gitterkörbe), die den
Treppenbereich gegen das Erdreich in dem ansteigenden Gelände
absichern. Wichtig war den Stadtverantwortlichen, dass
in die Planung ein Bezug zum Neubau der der Synagoge in der
ehemaligen St.Guidokirche hergestellt wurde, damit der daneben
liegenden Weidenberg-Grünzone eine neue Bedeutung zukommt, teilte
die städtische Pressestelle mit.
Damit der
St.Guido-Stifts-Platz vergrößert und der Platzcharakter verbessert
werden kann, musste ein halbes Dutzend schadhafter Platanen
(vor vier Jahrzehnten nur als Provisorium angepflanzt) entlang der
früheren Straße geopfert werden. Erhalten blieben dagegen sechs
Platanen, die den Platz entlang der Anliegerstraße säumen.
Die Zufahrt zum Kult-Imbiss „Curry-Sau“ soll gesichert
bleiben. Hier sind eigene, über die Petschengasse zu erreichende
Parkplätze vorgresehen.
Da das gesamte Areal als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen
werden wird, gilt am St.Guido-Stifts-Platz nach der Neugestaltung
Tempo 30. Auto-Stellplätze, durch neu angepflanzte Bäume gesäumt,
wird es auch künftig geben, allerdings kein Dauerparken mehr
möglich sein, nur Kurzparken. Vor der Neugestaltung hatte das
Parken nahezu den gesamten öffentlichen Raum dominiert - die
Bodenbefestigungen waren in schlechtem Zustand,
Aufenthaltsmöglichkeiten fehlten komplett.
Dass es künftig keinen ausgewiesenen Radweg mehr geben wird und
Radfahrer den Straßenzug nutzen sollen, wird für alle
Verkehrsteilnehmer in diesem Bereich wohl eine Umgewöhnungszeit
erforderlich machen. Foto: gc
15.04.2013
„Die Drehorgel muss sich vor der Pfeifenorgel nicht verstecken“
Viertes
„Kirchlich-Klassisches Drehorgelkonzert“ in der Speyerer
Gedächtniskirche einmal mehr ein voller Erfolg
Von Gerhard Cantzler
Speyer- Für die Freunde ganz außergewöhnlicher
Orgelklänge ist es bereits längst zu einer festen Größe im
jährlichen Konzertkalender geworden: Das kirchlich-klassiche
Drehorgelkonzert, das jetzt bereits zum vierten Mal im Rahmen des
Treffens der „Deutschen Drehorgelfreunde“ im Speyerer Technikmuseum
Musikliebhaber aus nah und fern in der Speyerer Gedächtniskirche
zusammenführte. Und auch in diesem Jahr hatten die Organisatoren um
Martin Junger, dem Sprecher des „Pfälzischen
Drehorgelstammtischs“, wieder viele musikalische „Schmankerl“ und
so manche mechanisch-musikalische Kostbarkeit mit nach Speyer
gebracht.
Herausragendes
Exponat dabei wohl die sogenannte „Sargorgel“ aus dem Jahr 1855,
die in ihrem Front-Prospekt eine mechanisch bewegte Szene aus der
Zeit Napoleons zeigt, in der sich der französiche Imperator immer
wieder kurz in seinem Sarg aufrichtet. Vor ein paar Jahren in
völlig desolatem Zustand in Argentinien aufgefunden, gelangte das
Instrument in die „Drehorgel-Stiftung“ nach Waldkirch im
Schwarzwald, wo es gründlich restauriert und wieder spielfähig
gemacht wurde. Dort ist es seitdem eines der Glanzstücke der
Ausstellung, die es bis zu seiner Reise nach Speyer nicht mehr
verlassen hatte. „Dieses Instrument wird heute von uns wie ein
rohes Ei behandelt“, wußte J. Reich, ihr Interpret
und Kustos zu berichten. „In einem eigens dafür angefertigten
Sicherheitsbehälter, in dem es selbst einen Totalschaden meines
Autos unbeschadet überstehen würde, ist es heute auch nach Speyer
gekommen“. Und dass sich dieser Aufwand gelohnt hat, konnten die
Besucher mit eigenen Ohren vernehmen, als Reich auf der einst von
den Gebr. Bruder in Waldkirch gebauten 22-Walzenorgel „Histroisches
Liedgut“ unbekannter Meister zum Erklingen brachte.
Drehorgeln
ganz unterschiedlicher Bauart konnte Moderator Martin Junger den
Zuhörern vorstellen – Walzenorgeln – bei einer von ihnen konnte J
Reich sogar den Wechsel der mit unzähligen Stiften besetzten,
empfindlichen Walze demonstrieren, die „für den rechten Klang“ auf
dem Instrument sorgen – dann aber auch Band-Orgeln - von der
„Orgel“ im Miniatur-Format bis zur großen, volltönenden Zungenorgel
– mit allen können Musikstücke von nahezu unbegrenzter Länge wie
die „Nabucco-Fantasie“ nach Giuseppe Verdi abgespielt werden.
Eine Drehorgel-Adaption des Cembalo-Konzertes von Johann
Christian Bach, das beliebte „Ave Maria“ von Charles Gounod, Joseph
Haydns Menuett für eine Flötenuhr, Jacques Offenbachs „Barcarole“
aus „Hoffmanns Erzählungen“ - hier in einer Fassung für Drehorgel
und Zither - sowie zum Schluß noch einmal der große musikalische
Jahresjubilar Giuseppe Verdi mit seinem berühmten Trinklied aus „La
Traviata“ und einem alles überstrahlenden Trompetenregister - es
war einmal mehr ein überreiches musikalisches Menue, das da den
Zuhörern in der riesigen Gedächtniskirche angerichtet worden
war.
Doch neben überbordend Lautem gab es auch die kleinen
Spielformen zu hören: Das einst als Volkslied weit verbreitete
schlichte und innige „So nimm denn meine Hände“ von Friedrich
Silcher oder das „Schlesische Marienlied“ von einem unbekannten
Meister, gespielt auf einer „Wellerhaus 33 Walzenorgel“ aus dem
Jahr 1915. Und – last but not least – die Geschichte des gelernten
Kirchenmusikers und Organisten W. Klein, der von der großen
Pfeifenorgel auf die kompakte Drehorgel 'gekommen' ist und mit der
„Cannonade für Orgel“ des Franzpsen Claude Balbastre, gespielt auf
dem kleineren, von seinem Vater gebauten Instrumet sein Publikum
verzauberte.
Pfarrer Uwe
Weinerth, seit kurzem „Hausherr“ in der Gedächtniskirche,
hatte recht, als er in seinem Grußwort zu Beginn der Matinée darauf
verwies, dass es für die kompakten Drehorgeln keinen Grund gebe,
sich vor den großen, gewaltigen Pfeifenorgeln „zu verstecken“. Ihr
raumfüllender und vielfach zu Herzen gehender Klang hat den
Besuchern an diesem Vormittag die Herzen erwärmt, so wie die
draußen vor der Kirche durch die Wolken brechende Frühlingssonne
ihre Seelen.
Mit drei Zugaben - zum Teil gar für zwei Instrumente - ging
dieses einmal mehr zutiefst anrührende Konzert zuende. Und für das
dankbar applaudierende Publikum, das der Vorsitzende des
„Clubs Deutscher Drehorgelfreunde e.V.“ Joachim Petschat,
in seiner Begrüßung um eine großherzige Spende zum Erhalt der
gastgebenden Speyerer Gedächtniskirche gebeten hatte, war klar: Im
kommenden Jahr wollen sie alle wieder mit dabei sein in Speyer -
beim Drehorgeltreffen im Technikmuseum und beim Konzert in der
Gedächtniskirche. Denn die kleinen, meisterlich dargebotenen
Instrumente verdienen jeden Zuspruch. Foto: gc
15.04.2013
„Kirchlich-Klassisches Drehorgelkonzert“ in der Speyerer Gedächtniskirche - Bilderalbum
Mit eigener Kraft und Städtischer Hilfe Glück und Blütenflor gewinnen
Speyerer
Hausgemeinschaft gestaltet öffentliche Grünfläche neu
cr. Speyer. Gestern, Samstag, kurz nach 9:00
Uhr in der Früh: Acht Mitglieder der Hausgemeinschaft in der
Speyerer Franz-Schöberl-Straße 12 im ehemaligen Quartier Normand
kommen aus dem Haus, um gemeinsam mit dem Leiter der
Abteilung Stadtgrün in der Städtischen Bauverwaltung, Steffen
Schwendy, der Gartenanlage vor ihrem Wohnungen ein neues
Gesicht zu geben. „Es war eine Initiative der Hausgemeinschaft“,
erklärt Irmtraud Königsberger-Lutz, die in
Abstimmung mit den anderen Bewohnern gemeinsam mit Karin
Manns vor ein paar Wochen mit Steffen Schwendy darüber
Kontakt aufgenommen hat, um zu beraten, wie sie die kleine Anlage
schöner gestalten könnten.
Jetzt –
nachdem der (hoffentlich) letzte Frost sich verabschiedet hat – war
es soweit: Noch während es leicht vom Himmel feuchtete und die
Morgenkühle es doch noch einmal angeraten erscheinen ließ, wärmere
Kleidung anzuziehen, rollte Steffen Schwendy mit einer Ladung
Stauden, Kleingehölzen, Bodendeckern und Rosensträuchern an, die in
vielen Farben - die Rosen schon bald in weiß und orangerot -
erblühen sollen. In den letzten Tagen schon hatten Mitarbeiter der
Stadtverwaltung zudem eine Fuhre Splitt angefahren, der nach
Abschluß der Pflanzarbeiten auf den Zierbeeten ausgebreitet werden
soll.
„Endlich
können wir unseren Vorgarten ansehnlicher gestalten“, freute sich
der Ehemann von Karin Manns, „denn bislang diente er ja leider nur
als Ablageplätze für 'Tretminen'“, erklärt der Ehemann von Karin
Manns und verweist auf einen Passanten, der nebenan seinen Hund
Gassi führt. Doch der Nachbar macht heute alles richtig, hatt er
doch eine Tüte dabei, in der er das „Geschäft“ seines vierbeinigen
Lieblings gleich an Ort und Stelle entsorgen kann.
Doch auch heute mußten die fleißigen Hobby-Gärtner erst wieder
die „Hinterlassenschaften“ aus der Nachbarschaft beiseite räumen,
ehe sie mit ihren Verschönerungsarbeiten beginnen konnten.
Vier Stunden später: Die Sonne hat sich durchgesetzt und es ist
inzwischen warm geworden in der Franz-Schöberl-Straße in Speyer –
die Hobby-Gärtner haben längst ihre Pullover und Sweat-Shirts
abgelegt und arbeiten inzwischen mit bloßen Armen und offenem Hemd.
So langam wird erkennbar, wie die neue, kleine Gartenanlage in ein
paar Monaten aussehen wird. Dann werden die Hausbewohner die kleine
Anlage auch weiterhin pflegen, werden die Pflanzen regelmäßig mit
Wasser versorgen und - wenn nötig – auch einmal das Unkraut
jäten.
„Für die
Hausbewohner wirken solche Aktionen gemeinschaftsstiftend“, freut
sich Steffen Schwendy, der diesen Effekt für mindstens ebenso
wichtig hält wie den Umstand, dass hier die Verantwortung für ein
kleines Stück Speyer in Bürgerhände gelegt werden kann. Hinzu
kommt: So mancher Bürger, der sich vielleicht schon immer ein
kleines, „überschaubares“ Stück Garten gewünscht hat und so etwas
noch aus einem früheren Lebensabschnitt kennt, der dies aber in
einer Etagenwohnung nicht mehr realisieren kann, der findet auch
mit einer so kleinen Parzelle Erfüllung. Denn wie sagte doch
Steffen Schwendy, als er die Losung seines Berufstandes, der
Gärtner, zitierte? „Wenn Du einen Tag lang glücklich sein willst,
dann kauf' Dir eine Flasche Wein – wenn du ein Jahr lang glücklich
sein willst, dann heirate - aber wenn du ein Leben lang glücklich
sein willst, dann lege einen Garten an“.
Wünschen wir der Hausgemeinschaft in der Speyerer
Franz-Schöberl-Straße 12, dass sie mit hrem neuen Blumenbeet ihr
kleines Glück finden mögen – und wünschen wir noch vielen anderen
Menschen in Speyer und in der Region, dass sie nach diesem Muster
ihren individuellen Garten und ihr Glück finden mögen. Foto:
gc
14.04.2013
Speyerer Hausgemeinschaft gestaltet öffentliche Grünfläche neu - Bilderalbum
Architektonisches Konzept und jüdisches religiöses Leben erkundet
Johann Joachim
Becher Gesellschaft Speyer e.V. zu Gast in der neuen Synagoge
„Beith Schalom“
cr. Speyer. Die rührige „Johann Joachim Becher
Gesellschaft zu Speyer e.V.“ - mit ihren Veranstaltungen sonst
zumeist auf Spurensuche nach Erfindungen bzw. nach Anregungen für
so manche von ihrem großen Namensgeber inspirierte
menschheitsdienliche Neuerung, hatte sich jetzt für ihre jüngste
Zusammenkunft einmal ein ganz anderes Ziel ausgesucht: Die neue
Synagoge „Beith Schalom“ - „Haus des Friedens“ - auf dem Speyerer
Weidenberg stand auf dem Besuchsplan des letzten Treffens - hier
wollten sich die „Becherianer“über das architektonische Konzept des
neuen Sakralbaus sowie über die religiösen Sitten und Gebräuche der
jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger informieren lassen, die in
den letzten zwei Jahrzehnten überwiegend aus den Staaten der
ehemaligen Sowjetunion nach Speyer und in die Pfalz eingewandert
sind.
Dass der JJBG-Vorstand um seinen 1. Vorsitzenden
Hans-Joachim Spengler mit dieser Idee „richtig lag“,
bewies der große Zustrom zu dieser Veranstaltung – die
Männersynagoge im „Beith Schalom“ war bis auf den letzten Platz
gefüllt, als Angelina Pehotina in Vertretung des
verhinderten Geschäftsführers der Jüdischen Kultusgemeinde der
Rheinpfalz e.V., Daniel Nemirowsky, die Besucher
in dem Gotteshaus begrüßte.
Angelina
Pehotina gab zunächst noch einmal einen Überblick über die reiche
Geschichte des Judentums in Speyer, erinnerte an die religiöse und
theologische Ausstrahlung, die das Wirken der in Speyer tätigen
Gelehrten gehabt habe, vergaß aber auch nicht, auf die dunklen
Punkte in der christlich-jüdischen Vergangenheit der Stadt
hinzuweisen. Ruhmvolle Zeiten, in denen Speyer als eine der drei
SchUM-Städte am Rhein Speyer als „Stätte jüdischer Gelehrsamkeit“
und als „das Jerusalem am Rhein“ in der ganzen, damals bekannten
jüdischen Welt gefeiert wurde, wechselten mit irrational
begründeten Üpgromen und Verfolgungen.
Aufstieg und Niedergang des Judentums hätten auch in der
bedeutenden Stadt Speyer immer wieder dicht neben einander
gestanden, bis nach einer Phase der allgemeinen Akzeptanz und
bürgerschaftlichen Anerkennung im 19. und zu Beginn des 20.
Jahrhunderts mit dem Nationalsozialismus auch über die Speyerer
Jüdische Gemeinschaft die größte Katastrophe der
Menschheitsgeschichte hereinbrach. Der 11. November 1938 – die
Zerstörung der meisten Synagogen und jüdischen Bethäuser sowie
zahlloser Bürgerhäuser in Deutschland durch SA und SS – markierte
auch das Ende der Speyerer Synagoge, die damals an der Stelle des
heutigen Kaufhofs stand.
Doch das gleiche Datum – allerdings 63 Jahre später – steht auch
für einen Neubeginn: Am 11. November 2011 wurde die neue, auf den
Grundmauern der säkularisierten katholischen Kirche St. Guido
errichtete Synagoge eingeweiht. Und seitdem herrscht reges Leben in
dem neuen Gotteshaus, ist das Intersse an der neuen Synagoge
ungebrochen. Aus der ganzen Welt kommen heute Besucher hierher, um
den auch international mit großem Interesse verfolgten Neubau zu
besichtigen.
Im weiteren
schilderte Angelina Pehotina dann den Ablauf eines jüdischen
Gottesdienstes, der – anders als in einer christlichen Kirche –
keinen Priester zu seiner Leitung braucht. Prinzipiell kann jeder
Jude die Lesung der Thora übernehmen, wenn die Gemeinde ihn dazu
für würdig befindet. Die Referentin, die selbst in Chisinau, der
Hauptstadt des heutigen Moldawien, geboren wurde und dort auch ein
Studium zur Dipolm-Bibliothekarin absolvierte, zeigte sich als
überaus kompetente Begleiterin durch die Besonderheiten der
jüdischen Riten.Nachdem sie die Anwesenden gebeten hatte, sich in
Ehrfurcht vor der Heiligen Schrift von ihren Plätzen zu erheben,
öffnete sie den großen, nach Südosten in Richtung Jerusalem
ausgerichteten Schrein, auf dem in hebräischen Buchstaben ein Satz
aus dem 88. Psalm zu lesen ist: „Die Wahrheit entspringt
aus dem Boden – die Gerechtigkeit aber kommt vom
Himmel“.
Nachdem sie
den aufwändig bestickten Thoravorhang geöffnet hatte, erklärte sie
den Besuchern die Symbolik der Thorarollen, von denen die neue
Speyerer Synagoge heute wieder zwei besitzt, die ihrerseits wieder
in einen kostbar verzierten Mantel eingehüllt sind.
Nachdem sie
danach den Schrein wieder sorgfältig verschlossen hatte, erklärte
sie auch noch den Gebrauch des Gebetsmantels – in diesem Falle in
Form eines Schals – der, über den Kopf gelegt, den Beter vor
Störungen von außen bewahren soll.
Dann aber hatten die Besucher ausführlich Zeit, ihre vielen
Fragen loszuwerden. Für manch einen überraschend: Die Synagoge ist
für jedermann offen zugänglich und selbst die Teilnahme an den
Gottesdiensten ist grundsätzlich für jedermann möglich.
Doch wer ist eigentlich Jude? Diese Frage hatten sich wohl schon
viele der Gäste gestellt.. Und die Referentin erläuterte, dass man
allein durch die Geburt durch eine jüdischen Mutter Jude werden
könne. „Auch ein Austritt aus der jüdischen Gemeinschaft löst
diesen Bund mit dem Judentum nicht auf“, erklärte Pehotina. „Wer
als Jude geboren wird, der stirbt auch als Jude.“ Dies erkläre
auch, dass in der NS-Zeit auch so viele zum Christentum
konvertierte Juden letztlich doch der Vernichtung in den
Konzentrationslagern zum Opfer gefallen seien. „Auch Edith Stein,
die hier in Speyer zum Katholizismus übergetreten war und heute in
ihrer Kirche als Heilige verehrt wird, ist deshalb in diesem Sinne
auch als Jüdin gestorben.“
Breiten Raum nahmen auch die Fragen zur Rolle der Frau im
Judentum ein. Hier verwies die Referentin auf das hohe Ansehen der
Frau in der Familie, wo sie eindeutig „die Nummer eins“ sei. Sie
entzünde am Vorabend des Schabat die erste Kerze – ihr gelte als
Trägerin der jüdischen Tradition höchstes Ansehen.
Dass auch in
der Speyerer Synagoge Frauen und Männer durch einen Vorhang
getrennt voneinander Gottesdienst feierten, habe mit ihren
unterschiedlichen Rollen in der Liturgie zu tun. Doch auch hier
gebe es im Judentum ganz unterschiedliche Strömungen von „orthodox“
bis „liberal“ – von Tradition und regionalen Zugehörigkeiten
geprägt. Die Speyerer Gemeinde verstehe sich als eher
„konservativ“, erklärte Angelina Pehotina – steuere also einen eher
gemäßigten, „mittleren religiösen“ Kurs.
Noch viele weitere Fragen wurden von der Referentin kompetent
beantwortet – so auch die nach dem Ursprung des 'Jiddischen' als
globalem Idiom der Juden und seinen Wurzeln in der hebräischen und
in der deutschen Sprache - und hier insbesondere auch in den
rheinfränkischen Dialekten der SchUM-Städte Dialekten.
Dann konnte sich Hans-Joachim Spengler namens der anwesenden
Mitglieder der JJBG bei der Vertretrin der Kultusgemeinde für
freundliche Aufnahme und eine spannend-informative Einführung in
das „Judentum früher und heute“ bedanken.
Im Anschluss an den Besuch in dem Gottesdienstraum nahmen einige
der Besucher noch Gelegenheit, die Ausstellung „Moses“ mit
eindrucksvollen Werken des Malers Rainer Magold zu
besuchern, die ab dem 14. April auch öffentlich zugänglich ist.
Der SPEYER-KURIER berichtet. Foto:
gc
12.04.2013
Becher Gesellschaft Speyer e.V. zu Gast in der neuen Synagoge „Beith Schalom“ - Bilderalbum
"Der brave Mann baut vor“
v.l.: Dr. Oliver Bentz, Abt. Kulturelles Erbe Stadtarchiv Speyer, Dr. Ekart Köhne, Direktor Historisches Museum der Pfalz, OB Hansjörg Eger, Dr. Annette Gerlach, Leiterin Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz Koblenz, Dr. Armin Schlechter, Standortleitung Speyer Landesbibliothekszentrum, Dr. Gabriele Stüber, Leiterin des Zentralarchivs der Evangelischen Landeskriche der Pfalz, Dr. Markus Latka, Direktor der Bibliothek der Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer, Markus Magin, Regens des Priesterseminars (Seminarbibliothek), Dr. Walter Rummel, Leiter des Landesarchivs Speyer, Dr. Traudel Himmighöfer, Leiterin der Bibliothek und Medienzentrale der Evang. Landeskirche der Pfalz, Prof. Dr. Hans Ammerich, Leiter des Diözesanarchives des Bistums Speyer
Zehn Speyerer Kultureinrichtungen schließen Vertrag zur
gegenseitigen Unterstützung in Notfällen im Archiv-, Bibliotheks-
und Museumswesen
Von Gerhard Cantzler
Speyer- August 2002: Ein verheerendes
Jahrhunderthochwasser bedroht die unschätzbaren Kulturgüter in
Dresden und Sachsen – am 2. September 2004 vernichtet ein Brand in
der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar große Teile der historischen
Bestände und beschädigt noch größere Mengen unwiederbringlicher
Handschriften und Bücher – am 3. März 2009 versinkt das Stadtarchiv
der Stadt Köln in der Baugrube eines U-Bahn-Baus und reißt große
Teile des kollektiven Gedächtnisses der Stadt mit sich in die
Tiefe.
Solche und
ähnliche Ereignisse waren es wohl, die jetzt die Hüter des
vielfältigen kulturellen Erbes in den städtischen, staatlichen und
kirchlichen Institutionen in Speyer zum Abschluss einer
Vereinbarung anregten, in der sie sich alle im Falle von Natur-
oder menschengemachten Katastrophen zu gegenseitiger Hileleistung
verpflichten.
Im Dienstzimmer von Oberbürgermeister Hansjörg
Eger im Speyerer Stadthaus wurde jetzt der „Vertrag zur
gegenseitigen Unterstützung in Notfällen im Archiv-, Bibliotheks-
und Museumswesen“ - kurz „Notfallverbund Speyer“ von den
Repräsentanten von insgesamt zehn in Speyer ansässigen
Kultureinrichtungen unterzeichnet. Im einzelnen sind dies:
- Die Bibliothek und Medienzentrale der Evangelischen Kirche der
Pfalz in Speyer, vertreten durch die Leiterin, Dr. Traudel
Himmighöfer,
- Das Bischöfliche Priesterseminar St. German, Bibliothek,
vertreten durch den Regens, Markus Magin,
- Das Archiv des Bistums Speyer, vertreten durch den Leiter,
Prof. Dr. Hans Ammerich,
- Die Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften in
Speyer, vertreten durch den Leiter der Bibliothek, Dr.
Markus Latka,
- Das Gymnasium am Kaiserdom, Bibliotheks, vertreten durch
Oberbürgermeister Hansjörg Eger,
- Das Historische Museum der Pfalz, vertreten durch
Direktor Dr. Eckart Köhne,
- Das Landesarchiv Speyer, vertreten durch den Leiter Dr.
Walter Rummel,
- Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz/ Pfälzische
Landesbibliothek Speyer, vertreten durch die Leiterin, Dr.
Annette Gerlach, Koblenz und Dr. Armin
Schlechter, Speyer,
- Stadt Speyer, Abteilung Kulturelles Erbe, vertreten durch
Oberbürgermeister Hansjörg Eger
- Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz, vertreten
durch Dr. Gabriele Stüber
In dem jetzt geschlossenen Vertrag erklären die Institutionen
ihre Bereitschaft, „im Notfall ihre personellen und sachlichen
Ressourcen zu bündeln und die zum Schutz des Kulturgutes zu
leistenden Aufgaben in gegenseitiger Unterstützung zu bewältigen“.
Insbesondere, so heißt es weiter, solle „bei der Bergung und
Sicherung von gefährdetem Kulturgut dessen Substanz und
Ordnungszustand mit Hilfe der bei den Verbundpartnern vorhandenen
organisatorischen und konservatorischen Fachkompetenzen möglichst
erhalten bleiben“. Dabei solle im Notfall „einer akuten,
umfangreichen Gefährdung oder Schädigung des zu schützenden
Kulturgutes durch Brand, Wasser, Unwetter, technische Defekte oder
andere unvorhersehbare Ereignisse“ gemeinsam begegnet werden.
Und solche
Vorkommnisse seien durchaus vorstellbar, so Oberbürgermeister
Hansjörg Eger - zugleich auch oberster Katastrophenschützer in der
Stadt: Hochwasserkatastrophen habe es in der Geschichte der Stadt
durchaus immer wieder einmal gegeben. Auch liege die Stadt in einer
Region mit erhöhter Erdbebengefahr und der Blick über den Rhein
erinnere tagtäglich daran, dass dort noch immer zwei Kernkraftwerke
bestehen. Alles sicher keine aktuellen Bedrohungen, so der
Oberbürgermeister, aber doch so, dass man bei den zahlreichen
Einrichtungen in der Stadt, die wertvolle Kulturgüter aufbewahren,
darauf eingerichtet sein sollte.
Als erste Maßnahme dazu wurde bereits vor 18 Monaten eine
informelle Arbeitsgruppe eingesetzt, die mit der
Vertragsunterzeichnung jetzt dauerhaft konstituiert werden kann.
Diese Arbeitsgruppe wird jetzt – jenseits der jeweils eigenen, mit
den Rettungsdiensten abgestimmten Maßnahmen – bis 2014 eine
gemeinsame Alarmierungsliste erstellen, in der die für die
Leitungs- und Sicherungsaufgaben zuständigen Mitarbeiter und deren
Stellvertreter in jeder Einrichtung aufgeführt sind.
Darüber hinaus sollen in anderen Listen die Bezugsquellen für in
Notfällen erforderliche Verpackungsmaterialien sowie
Ausstattungsgegenstände für die Einsatzhelfer festgehalten werden.
Dazu Kühlhäuser, mit denen eine Absprache zur Einlagerung
beschädigter Kulturgüter getroffen wurde und Ausweichquartiere für
evakuierte Archivalien, Bücher und museale Gegenstände. Und vor
allem auch die notwendigen Transportmöglichkeitn sollen dort
festgehalten werden.
In einem Notfall sollen die beteiligten Institutionen
gegenseitig personelle und technische Hilfe bei der Bergung und
Sicherung des betroffenen Kulturgutes sowie durch die
Bereitstellung von Ausweichdepotflächen für eine Übergangszeit
leisten.
„Mit dieser
Vereinbarung ist Speyer weiter als die meisten anderen Städte in
der Bundesrepublik Deutschland“, lobte die neue Leiterin des
Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz in Koblenz, Dr. Annette
Gerlach, zu deren Verantwortungsbereich auch die Speyerer „LaBi“
gehört. Sogar die Bundeshauptstadt Berlin, in der sie bis vor
kurzem die dortige Landesbibliothek leitete, sei hier bislang noch
nicht zu einer einvernehmlichen Vereinbarung zwischen den
verschiedenen kulturellen Institutionen gekommen.
Natürlich wird alles, was die Arbeitsgruppe in den nächsten
Monaten erarbeitet, wohl – hoffentlic - nur „graue Theorie“
bleiben. Darüber waren sich alle Unterzeichner des Vertrages einig.
Sei es, dass ein wirklicher „Ernstfall“ hoffentlich nie eintrifft –
doch wenn er wirklich eintreten sollte, so Dr. Gerlach, „dann wird
alles ganz anders sein, dann müssen wir uns auf die aktuelle
Situation einstellen und darauf reagieren“.
Doch das ist etwas, was in gleicher Weise auch für die
Feuerwehr, das Technische Hilfswerk und andere
Katastrophenschutzdienste gilt. Und dennoch üben die
Katastrophenschützer immer wieder, spielen alle denkbaren Szenarien
durch, simulieren Schadensereignisse jeder Art, um dann im
Alarmfall bestmöglich gerüstet zu sein.
Und deshalb macht auch diese Vereinbarung sehr wohl Sinn – auch
wenn unter Speyer auf absehbare Zeit wohl keine U-Bahn gebaut
werden wird, in die ein Stadtarchiv abrutschen könnte und wenn die
noch zuletzt getroffenen umfangreichen Maßnahmen zum
Hochwasserschutz wohl noch auf lange Zeit nennenswerte
Überflutungen ausschließen dürften. Darum gilt auch hier Friedrich
Schiller, wenn er in seinem „Wilhelm Tell“ mahnt: „Der
brave Mann baut vor!“ Foto: gc
10.04.2013
Zehn Speyerer Kultureinrichtungen schließen Vertrag zur Unterstützung in Notfällen - Bilderalbum
Sammlung zu Speyerer Entnazifizierungsverfahren an das Stadtarchiv abgegeben
Das
Stadtarchiv hat gestern einen wertvollen Neuzugang erfahren: Eine
in den Jahren 1945 bis 1947 angelegte umfangreiche Kartei gibt
Auskunft über die Verfahren der Spruchkammer in Speyer, die wie
andernorts in den westlichen Besatzungszonen nach dem 2. Weltkrieg
im Zuge der Entnazifizierung eingerichtet wurden. Karl Fücks aus
Edesheim hat dem Stadtarchiv weit mehr als tausend Karteikarten
übergeben, die vermutlich nach Abschluss der Verfahren von früheren
Beisitzern mitgenommen worden waren. „Dieser Neuzugang stellt,
obwohl äußerlich unscheinbar, eine wichtige Arbeitsgrundlage für
die Erforschung der Entnazifizierung in Speyer nach 1945 dar“,
unterstreicht Archivarin Katrin Hopstock.
Die Spruchkammern wurden von deutschen Laienrichtern geleitet
und fällten seit 1946 Urteile. Die Beschuldigten hatten in den
Verfahren die Schuldvermutung z.B. bei einer Mitgliedschaft, einem
Amt in der NSDAP und anderen Parteiorganisationen zu entkräften.
Mehr als die Hälfte der Urteile der Spruchkammern endeten mit einem
Quasi-Freispruch als „Mitläufer“, nur wenige Personen wurden als
„Hauptschuldige“ oder „Belastete“ eingestuft und dann zu Lagerhaft
verurteilt. www.speyer.de Pressestelle
Stadt Speyer
05.04.2013
Ein Gala-Programm für Pfälzer Weine
v.l. Dr. Detlev Janik, Edwin Schrank, Monika Kabs, Theresia Riedmaier, Norbert Schindler, Stefan Hilz
700 erlesene Wein- und Sektkreationen von 140 Pfälzer
Weinbaubetrieben gehen am 13. und 14. April in Speyer an den
Start
Von Gerhard Cantzler
Speyer- Am 13. und 14. April dieses Jahres wird
Speyer ganz im Zeichen des Weines stehen. An diesem Wochenende
nämlich wird die Domstadt zum Schauplatz der bislang größten
Präsentation Pfälzer Weine. 140 Weinbaubetriebe werden dabei 670
erlesene Weine vorstellen – die Hälfte davon vom Jahrgang 2012 –
dazu 30 Pfälzer Sekt-Kreationen. Heute nun waren führende
Repräsentanten des Pfälzer Weins in die „gute Stube“ Speyers, den
Historischen Ratssaal der Stadt, gekommen, um das Programm dieser
außergewöhnlichen Veranstaltung vorzustellen.
Dabei
unterstrich Theresia Riedmaier, Landrätin an der
Südlichen Weinstraße und 1. Vorsitzende der „Pfalzwein e.V., den
Anspruch der Veranstalter, das Kulturgut Wein in direkte Verbindung
mit herausragenden kulturellen Orten zu bringen. Nach
Präsentationen unter anderem im Mainzer Museum für Antike
Schifffahrt und in den römischen Thermen in Trier sei Speyer mit
seinem Kaiserdom sicher in ganz besonderer Weise für ein solches
Weinforum geeignet. Nachdem die Veranstaltung in der Vergangenheit
in der Bad Dürkheimer Salierhalle quasi „alles unter einem Dach“
geboten habe, werde sich das Wein-Forum am Dom auf vier ganz
besondere Orte verteilen: Den Innenhof des Historischen Museums der
Pfalz, wo derzeit auch die Ausstellung „Königreich Pfalz“ und -
dauerhaft - das Weinmuseum besichtigt weden kann, dann das
Friedrich-Spee-Haus beim Kaiserdom, den Historischen Ratssaal im
Alten Rathaus sowie den Kulturhof Flachsgasse. „Damit hoffen wir,
an gute Traditionen anknüpfen und dennoch zugleich etwas Neues
bieten zu können“, betonte Theresia Riedmaier, die den
Geschäftsführer der Pfalzweinwerbung, Dr. Detlev
Janik, dazu beglückwünschte, „als geborener Speyerer“ die
Idee zu dieser Form der Veranstaltung geboren zu haben.
Norbert
Schindler MdB, direkt gewählter Abgeordneter des in
erheblichem Maße vom Weinbau bestimmten Wahlkreises Neustadt-Speyer
und Präsident des Mitveranstalters, der Landwirtschaftskammer
Rheinland-Pfalz, gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass mit dem
diesjährigen Wein-Forum die Veranstaltung an den Ort zurückkehre,
der die Heimstatt des „Grauen Burgunders“ - des Ruländers – sei,
der im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stehe. „Bad
Dürkheim ist lebensfähig genug, um diese Präsentation nach einem
viertel Jahrhundert nach Speyer abgeben zu können“, ging Schindler
auf die in der Kurstadt laut gewordene Kritik an der
Standortverlegung ein.
Für das „Wein-Forum“ in Speyer, für das man die Zahl der
teilnehmenden Weingüter noch einmal deutlich habe steigern können,
erwarten die Veranstalter mehr als 3.000 Besucher: Weinhändler,
Gastronomen, aber vor allem Weinfreunde aus nah und fern. Dass
bereits über 500 Karten verkauft seien, lasse ihn zuversichtlich
sein, so Schindler, die „angepeilte“ Besucherzahl zu erreichen.
Sein ganz besonderer Dank galt dem „engagierten Mittun“ der Stadt,
die keinen Moment gezögert habe, sich in die Veranstaltung
einzubringen. Schließlich bedankte er sich auch beim Speyerer
Domkapitel, das an diesem Wochenende seine „gute Stube“, das
Friedrich-Spee-Haus, dem Wein und den Wein-Freunden öffne. „Ohne
christliche Kultur gäbe es keine Wein-Kultur“ schloß der
Abgeordnete seine Ausführungen,
denen sich
auch Bürgermeisterin Monika Kabs für die Stadt
Speyer anschloß. Sie erinnerte an den Rang Speyers als
mittelalterlicher Wein-Handelsstadt, von dem ein kleiner Abglanz an
diesen beiden Tagen in die Stadt zurückkehren könne. Auch wenn die
kleinen Mengen Ruländer, die von dem Wingert am Tafelsbrunnen
geerntet würden, nicht in den Handel kämen, sondern einzig zu
Darepräsentativen Zwecken verschenkt würden, so gäben sie doch
einen Eindruck davon, dass auch in Speyer Wein gedeihen und vor
allem auch ausgeschenkt würde. Für sie sei es deshalb besonders
erfreulich, dass sich so viele Speyerer Gastronomen an diesem weit
über die Grenzen der Stadt hinaus ausstrahlenden„Wein-Wochenende“
mit einbrächten.
Edwin
Schrank, 2. Vorsitzender der „Pfalzwein e.V.“ und
Präsident des Weinbauverbandes Pfalz, begrüßte die Teilanhme so
vieler Gruppierungen rund um den Wein – vom Barrique-Forum über den
„Bioland-Weinberg“ bis hin zur Jahreshauptversammlung der
„Deutschen Sommeliers“, von der sich die Veranstalter eine
besonders wirksame Langzeitwirkung versprechen. Denn wie meinte
Schrank? „Wir alle sind Wein – wir alle sind Pfalz“ - und lud damit
alle Pfälzer und vor allem die aus Speyer und der Region ein, an
diesem Wochenende in die alte Wein- und Kaiserstadt zu kommen.
Auf die
geänderten Kaufgewohnheiten der Weinfreunde verwies schließlich
noch Dr. Detlev Janik. Dem wolle das „Wein-Forum
2013“ durch sein Angebot an vier verschiedenen Stätten rund um den
Speyerer Dom entsprechen. „Heute fährt man nicht mehr wie früher zu
„seinem“ Stammwinzer, sondern sucht sich unterschiedliche Weine von
unterschiedlichen Winzern aus“, stellte er fest. Und das könne auch
an diesem Wochenende erprobt werden. Das Zauberwort dazu laute
heute „Genußorientierung“. Die Besucher freuten sich deshalb auch
ganz besonders auf den neuen Jahrgang 2012, der „ganz besonders
gut“ ausgefallen sei.
Und was kommt nach „Speyer 2013“? - Auf dies Frage konnte Edwin
Schrank schon heute eine gute Nachricht bekanntgeben: „Merken Sie
sich schon einmal den 5./6. April 2014 vor“, empfahl er dem Frager.
„Wir Weinmacher sind nämlich nicht sprunghaft – deshalb werden wir
uns auch dann in Speyer wieder sehen“.
Übrigens: Tageskarten zur Teilnahme am „Wein-Forum der Pfalz
2013 – Wein am Dom“ gibt es auch weiterhin zum Preis von 25,-- Euro
bei den Vorverkaufsstellen oder an den Veranstaltungstagen an allen
vier Speyerer Präsentationsorten. Das Zwei-Tages-Ticket für die
ganz „unermüdlichen Weinbeißer“ kostet 39,-- Euro. Im Preis
inbegriffen ist dann auch die kostenlose Nutzung des S-Bahn-Netzes
der VRN Rhein-Neckar sowie der Speyerer City-Shuttles. Weitere
Informationen unter www.wein-am-dom.de Foto: gc;
Pfalzwein e.V
02.04.2013
Schon mehr als 20 Gräber aus römischer Zeit gesichert
Ehemaliges
Marienheim-Areal entpuppt sich als wahre Fundgrube für die
Grabungsexperten der Speyerer Bodendenkmalpflege
cr. Speyer. Eigentlich wollten sie bis Ostern mit ihren
Grabungsarbeiten zu Ende sein – die sechs Mitarbeiter des
Sachgebiets Grabungstechnik des Landesamtes für Denkmalpflege um
ihren Leiter Helmut Stickl und Grabungstechniker Freddy
Ihm, die jetzt schon seit dem 8. März 2013 die Baugrube für die
zukünftige Tiefgarage beim ehemaligen Marienheim nach Grabstätten
aus der römischen Aera der der alten Stadt Speyer durchsuchen.
Damals war zunächst ein Steinsarkophag mit den Überresten eines
Menschen, vermutlich aus dem dritten nachchristlichen Jahrhundert,
gefunden worden (der SPEYER-KURIER berichtete in seiner
Ausgabe vom 9. März).
Doch schon im Zusammenhang mit der Bergung dieses Fundes in den
folgenden Tagen stießen die Experten auf die Reste eines weiteren,
zweiten Steinsarges sowie auf Spuren zahlreicher weiterer Brand-
und Körpergräber. „Mit der Christianisierung im 3. Jahrhundert ging
man damals dazu über, die Toten, die bis dahin einfach in einer
Erdgrube verbrannt oder die nach ihrer Verbrennung gemeinsam mit
unterschiedlichen Grabbeigaben in Tongefäßen bestattet wurden,
unversehrt in der Erde zu beizusetzen“, erklärt Helmut Stickl. Die
Brandgräber seien deshalb in dem Sand der Baugrube durch
Verfärbungen besonders gut zu erkennen und würden vor ihrer
detaillierten Auswertung durch Markierungen gekennzeichnet,
eingemessen und dokumentiert.
Bis heute konnten so inzwischen bereits 20 Brand- und
Körpergräber entdeckt und gesichert werden. Immer wieder stoßen die
Archäologen dabei auf zum Teil gut erhaltende menschliche Überreste
– vor Tagen auf einen durch den Druck der darüber lastenden Erde
allerdings eingedrückten Schädel eines Erwachsenen sowie - erst
heute wieder - auf das weitgehend unbeschädigte Haupt eines Kindes
oder Jugendlichen.
Die heutige
Ludwigsstraße und die Schwerdstraße verlaufen heute auf der Trasse
einer Ausfallstraße aus römischer Zeit, zeigt Helmut Stickl anhand
eines Stadtplanes aus der Veröffentlichung „Unter dem Pflaster
von Speyer“ von 1989. Entlang dieser Straße wurden etwa seit
der Zeitenwende – so lange bestand auf dem Areal südwestlich des
heutigen Domes bereits ein römisches Kastell – die Toten der
damaligen römischen Garnison bestattet. Dass sie jetzt auf dem
Gelände des ehemaligen Marienheims auf Grabstätten stoßen würden,
hat die Mitarbeiter der Landesarchäologie der Generaldirektion
Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz nicht wirklich überrascht –
entsprechende Ausgrabungen im Zusammenhang mit der Errichtung des
Marienheimes hätten solche Funde wahrscheinlich gemacht. Doch dass
es gleich so viele sein würden, überrascht auch die erfahrenen
Bodendenkmalexperten
In Absprache mit der Bauherrschaft und den Architekten haben sie
deshalb jetzt damit begonnen, auch den östlichen Teil des Areals
vorsichtig zu öffnen, bevor dort die Ausschachtungsarbeiten für
diesen Teil der Tiefgararge beginnen. Dabei kommen ihnen die
gewaltigen Baumaschinen zu Hilfe, die für das Ausheben der Baugrube
eingesetzt werden. Und selbst der 45 Meter hohe, riesige Baukran,
der seit kurzem die Baustelle am Feuerbachpark überragt, kann im
Notfall von den „Ausgräbern“ in Anspruch genommen weden.
Erstaunlich, mit welcher Vorsicht die Fahrer der Bagger und
Radlader zu Werke gehen, um ja keines der in der Erde verborgenen
Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit zu gefährden. Und so
konnten sie zuletzt mit der Freilegung einer etwa zwei Meter unter
dem heutigen Niveau liegenden Bodenschicht durch deutlich
erkennbare Verfärbungen bereits wieder neue Hinweise auf weitere
Gräber freilegen. Dort werden die umfangreichen Grabungsarbeiten
nach den Osterfeiertagen mit unverminderter Intensität
weitergehen.
Helmut Stickl
lobt im übrigen die harmonische Zusammenarbeit auf der Baustelle:
„Der Initiator der Maßnahme, die
„Marienheim-Projektentwicklungsgesellschaft“ mit ihrem
Geschäftsführer Thomas Huber und Markus Fritz von
„Ads-Architekten“ tun alles Menschenmögliche, um uns bei
unserer Arbeit zu unterstützen“, freut sich Stickl. So sei ein
gedeihliches und im Detail abgestimmtes Zusammenwirken mit den
Bauleuten auf der riesigen Baustelle möglich, wo seit Wochen schon
immerhin rund 12.000 cbm Erde für den Bau der Tiefgarage abgefahren
werden müssen.
Wie lange die Grabungsarbeiten noch fortgesetzt werden, kann
Helmut Stickl heute noch nicht vorhersagen. Man werde aber auch
weiterhin mit großer Sorgfalt und der gebotenen Gründlichkeit
weiterarbeiten, um so mehr, als man im Gegensatz zu anderen
Baustellen keinerlei Druck seitens des Bauherren verspüre.
Foto: gc
27.03.2013
Ehemaliges Marienheim-Areal entpuppt sich als wahre Fundgrube für die Grabungsexperten - Bilderalbum
„Bekanntes, Bewährtes und viel Neues“ - Speyerer Frühjahrsmesse mit attraktivem Programm vorgestellt
Messeeröffnung am
Ostersamstag um 17.00 Uhr beim Riesenrad
cr. Speyer. Die Sperrung des Großparkplatzes auf dem
Speyerer Festplatz signalisiert es schon: Es ist wieder Messezeit
in Speyer. Seit heute bauen dort die Schausteller ihre Betriebe auf
– ab Ostersamstag geht es wieder rund auf der
Frühjahrsmesse 2013, die bis einschließlich 7. April im
433. Jahr ihres Bestehens die Tore geöffnet halten wird. Für
heute hatte dazu der für die Märkte zuständige Städtische
Beigeordnete Frank Scheid gemeinsam mit dem
Stellvertretenden Vorsitzenden des Schaustellerbandes Speyer
e.V., Andreas Barth, zu einem Informationsgespräch eingeladen,
bei dem Scheid das wie immer hoch attraktive Programm der Speyerer
Messe präsentierte.
Zuvor wollte der Beigeordnete doch noch den geänderten
Anfangstermin der Frühjahrsmesse erläutern, die in den vergangenen
25 Jahren stets schon am Gründonnerstag eröffnet wurde. Aufgrund
einer Anordnung der zuständigen Aufsichts- und
Dienstleistungs-Direktion ADD, die im letzten Jahr erstmals die
Öffnung der Messe an Karfreitag und an Allerheiligen untersagt
hatte, musste die so viele Jahre unbeanstandet geübte Praxis der
„stillen Messen“ an diesen Feiertagen eingestellt werden. Im
Einvernehmen mit dem Schaustellerverband habe die Stadt deshalb die
Verlegung der Eröffnung der Frühjahrsmesse von Gründonnerstag auf
Ostersamstag beschlossen.
Auch
dieser Regelung könnte zukünftig noch Ungemach drohen. Wie Frank
Scheid mitteilte, hatte die Stadt Speyer beim rheinland-pfälzischen
Innenministerium gegen das 'Messe-Verbot' an den beiden Feiertagen
Widerspruch angemeldet. Doch statt eines „Einsicht in die Speyerer
Gewohnheiten“ signalisierenden Bescheids bekräftigte das
Ministerium die Anordnung der ADD nicht nur, sondern übersandte der
Stadt obendrein auch noch den Entwurf eines neuen Gesetzes zur
Stellungnahme zu, das zusätzlich auch noch vorsieht, am Oster- und
am Pfingstsonntag die Abhaltung solcher Märkte und Messen zu
untersagen. Sollte dieser Entwurf Gesetzeskraft erlangen, dann wäre
das ein schwerer Schlag für die Schausteller und für alle Freunde
dieser pittoresken Jahrmärkte. Darüber waren sich Andreas Barth und
Beigeordneter Frank Scheid einig – dann wäre die Speyerer
Frühjahrsmesse ebenso in ihrer Existenz bedroht wie die zahlreichen
Oster- und Pfingstmärkte landauf, landab. „Wir hoffen aber, dass
der Gesetzgeber am Ende doch noch ein Einsehen hat“, hofft Frank
Scheid.
Doch so
weit ist es glücklicherweise noch nicht: Erst einmal können sich
die Speyerer und ihre Gäste auf eine zwar um zwei Tage kürzere,
deswegen aber nicht weniger attraktive Frühjahrsmesse freuen.
Marktmeisterin Patricia Holländer, die sich derzeit noch von
den Folgen eines schon seit längerem geplanten Eingriffs erholt –
weiterhin gute Besserung und viel Erfolg bei der Rekonvaleszenz,
Frau Holländer! - die voraussichtlich erst nach Ostern wieder auf
ihren Arbeitsplatz zurückkehren wird, hat gemeinsam mit ihrer
Mitarbeiterin Barbara Raupp getreu dem Grundsatz aller
Speyerer Marktmeister(innen) „Bekannt und Bewährt“ eine bunte
Mischung aus traditionellen und neuen Messebeschickern mit ihren
Betrieben für die Frühjahrsmesse ausgewählt. Insbesondere bei den
Fahrgeschäfte wird es dabei viel Neues und Spekakuläres zu sehen
und zu Fahren geben.
Da wird „Chaos“ - ein im Wortsinne 'mitreißendes'
Hochfahrgeschäft - seine Besucher in Gondeln um gleich mehrere
Achsen durch die Luft wirbeln, da wird das Hoch- und
Rundfahrgeschäft „High Impress“ den Adrenalinspiegel seiner
Benutzer ein ums andere mal noch oben treiben, während nebenan in
„Freddy's Circus“ - einem „4-Etagen-Laufgeschäft“, wie's im
Jargon der Schausteller heißt, die Menschen juchzend die größte
transportable Rutsch-Bahn Europas heruntersausen.
Ruhiger
wird es dagegen auf der Familienachterbahn „Doggy Dog“ und auf den
zahlreichen Kinder-Fahrgeschäften auf der Messe zugehen, während –
alles überragend – nebenan das 45 Meter hohe Riesenrad „Golden
Wheel“ majestätisch seine Runden dreht. Dort wird übrigens am
Samstag, dem 30. März, um 17.00 Uhr Beigeordneter Frank
Scheid nach den schon eine halbe Stunde vorher startenden
„Schnupperfahrten“ die Messe mit traditionerllen Fassbieranstich
offiziell eröffnen.
Insgesamt 11 Fahrschäfte werden dann auf der Frühjahrsmesse 2013
ihre Runden drehen – mehr oder weniger schnell. Dazu gibt es
zahlreiche Geschicklichkeitspiele, eine Schießhalle, Verkaufs-
Imbiss- und „Gutsel“-Stände und, und, und........
Vier
Bewirtschaftungsbetriebe laden an jeder Ecke des knapp 700
Frontmeter messenden Vergnügungsparcours die Besucher zur Einkehr
ein. Die Preise, so betonte Andreas Barth, „sind stabil“ - 6,80
Euro für einen Liter Bier - „das gibt's in München und bei anderen
Volksfesten längst nicht mehr“. Möglich seien diese Preise u.a.
auch deshalb, weill die Stadt mit ihren Standgebühren schon seit
vielen Jahren „einen moderaten Kurs“ steuere und weil die
Schausteller durch rechtzeitige Investitionen in energiesparende
Technologien ihre Strompreise – ein wichtiger Faktor in der
Gesamtkalkulation bei z.B. allein über 12.000 Glühbirnen auf dem
Autoskooter und einem Gesamtstromverbrauch der Messeattraktionen
von 70.000 kwh.
Am Mittwoch, dem 03. April 2013, ist wiederum ganztätig
„Familientag“ angesagt, Dann erwarten halbe Fahrpreise und
viel Sonderpreise an den meisten anderen Ständen die Besucher.
Und am Sonntag, dem 07. April 2013, um 21.00 Uhr wird es
schließlich zum großen Finale wieder ein fulminantes
Musik-Feuerwerk geben. „Unser Feuerwerker hat uns versprochen,
in diesem Jahr 'noch eine Schippe draufzulegen' und aus Sympathie
mit Speyer das Feuerwerk ganz besonders prachtvoll ausfallen zu
lassen“, kann Frank Scheid berichten. Schau'n wir mal....
Und wenn jetzt auch noch die Meteoroegen recht behalten sollten
und zum Oster-Wochenende endlich auch in Speyer der Frühling Einzug
hält – dann passt wieder alles – dann trägt auch die beliebte
Speyerer Frühjahrsmesse einmal mehr ihren Namen zurecht. Foto:
gc
25.03.2013
Ausstellung des bekannten Malers Magold zum Thema Mose in der Speyerer Synagoge
Das
Interreligiöse Forum Speyer, gegründet am 23. September 20012
in Speyer freut sich wieder gemeinsam eine Aktion einer
breiten Öffentlickeit zu präsentieren.
Das Forum das gegründet wurde um gegenseitigen
Respekt, Toleranz, Verständnis und Akzeptanz zu fördern freut sich
eine Ausstellung des bekannten Malers Magold zum Thema Mose in der
Synagoge zeigen zu können.
Gerade an der Gestalt von Mose kann man sehr schön
die Gemeinsamkeiten der drei Weltreligionen aufzeigen. Von daher
freut sich das Forum , bestehend aus den katholischen
Stadtpfarreien der Stadt Speyer, der jüdischen Kultusgemeinde der
Rheinpfalz, der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Speyer, der
Türkisch-Islamischen Gemeinde Speyer und des akademischen
Dialogkreises Mannheim-Speyer, einen weiteren Schritt mit
dieser Ausstellung in Richtung der Förderung der interreligiösen
und gesellschaftlichen Zusammenarbeit gehen zu können.
Dr. Markus Lamm, Sprecher der Forums

25.03.2013
5. Großer Nachtumzug durch die Domstadt Speyer findet am 25.01.2014 statt
Stadt Speyer
& Guggemusik Speyrer Brezlkracher e.V. ziehen an einem
Strang
Auf der Grundlage von zwei Gesprächen mit Vertreten
der Stadt Speyer unter der Leitung von OB Eger und dem
Veranstalter des Nachtumzuges, den Speyrer Brezlkrachern unter der
Leitung der 1. Vorsitzenden, Annette Blumenschein, hat der
Stadtvorstand der Durchführung des 5. Große Nachtumzuges der
Brezelkracher durch die Domstadt Speyer am 25. Januar 2014
zugestimmt.
Wir sind sehr dankbar und freuen uns über die
positive Entscheidung des Stadtvorstandes – nun können wir direkt
in die Planung der Veranstaltung gehen, so Annette Blumenschein.
Jetzt gilt es wieder Narrenzünfte, Hexen, Teufel, Dämonen,
Krampusse, Fanfarenzüge, Schalmeien- und Guggemusikgruppen aus dem
In- und Ausland nach Speyer einzuladen, das Narrendorf zu planen
und vor allem Sponsoren zu gewinnen.
Der 5. Große Nachtumzug wird auf 111 Zugnummern
beschränkt werden. Es werden auch 2014 keine Umzugswagen mit dabei
sein sondern lediglich Fußgruppen, die mit den Besuchern den einen
oder anderen Schabernack treiben werden.
Um die Kosten des Umzuges aufzufangen wird es auch
für 2014 wieder einen Button geben, der im Vorfeld und am Umzugstag
verkauft werden wird. Mit dem Kauf dieses Buttons unterstützen Sie
aktiv die Arbeit der Guggemusik Speyrer Brezlkracher e.V. und des
Nachtumzuges.
Besonders traurig ist die Tatsache, dass von
den über 70 angeschriebenen Gastronomen nur zwei sich gemeldet
haben. Eine finanzielle Hilfe wurde leider ebenso
wenig zugesagt wie eine Spende für 2013 getätigt um dem
Verein die Kostenlast zu nehmen. Die Speyerer Gastronomen,
besonders entlang der Hauptstrasse, sind doch die größten
Nutznießer der Veranstaltung ohne hierfür etwas zu tun oder den
Veranstalter finanziell zu unterstützen.
Bereits jetzt können sich freiwillige Helfer, die
als Zugbegleiter aggieren oder dem Verein anderweitig tatkräftig
zur Seite stehen wollen per E-Mail unter 1.Vorstand@Brezlkracher.de
oder telefonisch unter 06232/8501304 melden.
Wer den jungen Verein, der in diesem Jahr sein
5-jähriges Bestehen feiern kann, finanziell unterstützen möchte,
kann dies über die 2 Spendenkonten, die hierfür eingerichtet
wurden, gerne tun. Die Bankverbindung lautet: Volksbank Kur- und
Rheinpfalz eG, Kontonummer: 22 40, Bankleitzahl: 547 900 00
oder Kreis- und Stadtsparkasse Speyer, Kontonummer: 880 880,
Bankleitzahl 547 500 10. In beiden Fällen ist der Kontoinhaber die
Guggemusik „Speyrer Brezlkracher e.V.“.
Auch aktive und passive Mitglieder werden immer
wieder gerne aufgenommen. Wer bei der Guggemusik „Speyrer
Brezlkracher e.V.“ mitmachen möchte kann gerne unverbindlich in den
Proben vorbeikommen. Man muss weder Noten lesen noch ein Instrument
beherrschen können. Der musikalische Leiter, Horst Blumenschein,
bildet die jeweiligen Spieler selbst aus und bringt ihnen das
Spielen des Instruments bei. Die Hauptproben finden immer mittwochs
von 18-20.30 Uhr in der Halle 101 statt. Guggemusik Speyrer
Brezlkracher e.V., Presse
21.03.2013
Steht für nachhaltigen und ökologisch sinnvollen Umgang mit unseren Ressourcen
Speyerer
„Energiezentrum Collectus“ mit dem ersten „KISS-Siegel“
ausgezeichnet
cr. Speyer- Als erstes Speyerer
Unternehmen konnte heute das „Energiezentrum
Collectus“ in der Wormser Landstraße 247 das
„KISS-Siegel“ in Gold als besonders
ausgezeichneter „Energieeffizienter Betrieb“ entgegennehmen. Die
Stadt Speyer und die Stadtwerke SWS hatten diese Auszeichnung im
Rahmen der „Klimaschutzinitiative der Stadt Speyer
KISS“ ausgeschrieben - heute nun konnte
Oberbürgermeister Hansjörg Eger gemeinsam mit dem
Geschäftsführer der SWS, Wolfgang Bühring, dem
Sprecher von Collectus, Norbert Schlör, die
Plakette und die dazu gehörende Urkunde überreichen. Mit dieser
Auszeichnung, so Eger, solle der nachhaltige und ökologisch
sinnvolle Umgang von Collectus mit den Ressourcen gewürdigt werden;
das Siegel - am Gebäude des Unternehmens montiert - sei damit
zugleich auch ein Zeichen für das vorbildliche Engagement des von
Collectus im Umwelt- und Klimaschutz, das zur Nachahmung anregen
solle.
Grundsätzlich
werde das KISS-Siegel in den Abstufungen Gold, Silber und Bronze
verliehen. Collectus sei mit dem Siegel in Gold für sein
„Plusenergie-Haus“ ausgezeichnet worden, in dem ein aufeinander
abgestimmtes energetisches Gesamtkonzept den Wärmeverbrauch auf ein
Minimum reduziere. Die Erzeugung erneuerbarer Energien aus
Photovoltaik-Anlagen, aber auch die regenerative Wärmegewinnung
durch Solarthermieanlagen, Pellets- und Scheitholzkessel sowie
durch ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk würden das
Informations-Gebäude als Vorzeigeobjekt in Speyer kennzeichnen, so
der Oberbürgermeister, der zugleich darauf verwies, dass mit diesem
Tag auch die Bewerbungsfrist für Speyerer Betriebe um das
„KISS-Siegel“ beginne, die am 31. Oktober 2013 enden wird.
Ehe sich die Teilnehmer an der kleinen Feier zur Überreichung
der Auszeichnung – unter ihnen auch der Leiter der Städtischen
Bauverwaltung, Hans-Joachim Ritter und Sabrina Schäfer von den SWS
- auf einen Rundgang durch das Energiezentrum machten, überreichte
Frank Hildebrand von der LUWOGE dem Initiator des
Informations-Zentrums, Norbert Schlör, den offiziellen
Energieausweis für das Gebäude.
Schlör, der versprach, die Botschaft, die von diesem Tag
ausgehe, auch weiterhin in die Stadt und die Region hineintragen zu
wollen, stellte den Gästen sodann unterschiedliche Technologien
vor, die Collectus für Interessenten an Neubau- und
Sanierungsmaßnahmen zur Demonstration bereit hält: Systeme für
Lüftung, Heizung und Kühlung, Photovoltaik-Anlagen zur Gewinnung
regenerativer Energien aus Sonnenlicht - modular aufeinander
abgestimmt – für jede Anwendung und für jeden Bedarf die richtige
Lösung.
23
Fachunternehmen – vom spezialisierten Architekturbüro über die
unterschiedlichen Handwerks-Gewerke bis zur Energieagentur
Speyer-Neustadt/Südpfalz haben sich hier zusammengefunden, um unter
einem Dach ökologisch bewußte Häusle-Bauer und Sanierungswillige
Hauseigentümer gleichermaßen zu beraten. Weitere Informationen
unter www.collectus-speyer.de.
Wie die Klimaschutzmanagerin der Stadt Speyer, Julia
Eustachi, abschließend erläuterte, könnten sich alle
Betriebe mit einer Betriebsstätte in Speyer an der Ausschreibung
beteiligen, die im Jahr 2012/13 eine Immobilie energieeffizient
errichtet oder saniert, oder die Maßnahmen zur CO2-Reduzierung an
solchen Objekten durchgeführt haben. Für eine Bewerbung ist neben
dem Bewerbungsbogen bei neu errichteten Gebäuden ein gültiger
Energieausweis, bei allen sanierten Objekten ein Nachweis über die
durchgeführten Sanierungsmaßnahmen vorzulegen. Für Rückfragen steht
die Klimaschutzmanagerin der Stadt, Julia Eustachi, telefonisch
unter 06232-14-2596 oder über e-mail: julia.eustachi@stadt-speyer.de
zu Verfügung. Informationen gibt es auch unter www.kiss-speyer.de. Foto:
gc
19.03.2013
Speyerer „Energiezentrum Collectus“ mit dem ersten „KISS-Siegel“ ausgezeichnet - Bilderalbum
Harmonische Mitgliederversammlung des Dombauvereins
Die Geehrten für 10 Jahre Mitgliedschaft
Dr. Wolfgang Hissnauer als 1. Vorsitzender bestätigt
von Franz Gabath
Speyer- Harmonisch verlief die
Mitgliederverssammlung des Dombauvereins im Ägidienhaus. Dr.
Wolfgang Hissnauer, der erste Vorsitzende, konnte ca.
150 Damen und Herren, des mittlerweile 2794 Mitglieder zählenden
Vereins begrüßen. Sein besonderer Willkommensgruß galt
Oberbürgermeister Hansjörg Eger (CDU), so wie
Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU). Seitens der
Bistumsleitung konnte Hissnauer Domkapitular Schappert,
Domkapitular i.R. Otto Schüßler und Domdekan i. R.
Hubert Schuler begrüßen. Der Vorsitzende der
Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, Dr. Fuchs weilte
ebenfalls unter den Gästen.
„Stadt und Dom bilden eine Einheit“ betonte Oberbürgermeister
Hansjörg Eger (CDU in seinem Grußwort. Die Neugestaltung des
Kaisersaales im Dom mit den restaurierten Schraudolph-Bildern, die
Aussichtsplattform im südwestlichen Turm und die geplante Begehung
der Zwerggalerie sind nicht nur für den Dom wichtige Bausteine, sie
sind, wie der ganze Dom, wichtige Höhepunkte für den Tourismus der
Stadt Speyer. Im Rahmen der Möglichkeiten versprach Hansjörg Eger
finanzielle Unterstützung.
Dr. Fuchs, der Vorsitzende der Europäischen Stiftung
Kaiserdom zu Speyer, unterstrich die gute und vertrauensvolle
Zusammenarbeit von Dombauverein und Stiftung. „Wir dienen beide der
guten Sache, dem Dom zu dienen, für die jetzige und die zukünftigen
Generationen“ war die Kernaussage von Dr. Fuchs.
„Wir sind mittlerweile bei 2794 Mitgliedern angekommen und haben
unsere Mitgliederzahl im Jahre 2012 wieder steigern können“ betonte
Dr. Wolfgang Hissnauer zu Beginn seines Geschäftsberichtes mit
Stolz. Hissnauer hofft in diesem Jahr die die Mitgliederzahl auf
die angepeilte Zahl von 2800 erreichen zu können. Die Werbung neuer
Mitglieder soll ein besonderer Schwerpunkt der künftigen Arbeit
darstellen. Dr. Hissnauer ließ noch einmal die Höhepunkte des
vergangenen Jahres Revue passieren. Veranstaltungen wie „Der Tag
der Mitglieder“, Beteiligung am „Tag des offenen Denkmals“ wie das
Konzert der Chöre „Baden schaut über den Rhein“ nannte Hissnauer
als Höhepunkte im Jahr 2012. Diese Veranstaltungen werden auch im
Jahr 2013 beibehalten. Das gleiche gilt auch für die immer
ausgebuchten Wissenschaftlichen Foren. Diese sind für den 23. Mai,
den 04. Juli und den07. November terminiert.
Das Jubiläumskonzert „Baden schaut über den Rhein“ erklingt am
12. Mai.
Besonders ertragreich für den Dombauverein erwies sich auch 2012
der Verkauf der Domwein- und Dom-Sekt-Editionen. Die Präsentation
der neuen Dom-Weine wird am 10 April durchgeführt. herausragende
Erlebnisse für die Mitglieder stellen immer die Studienfahrten dar.
Da die erste eintägige Studienfahrt nach Würzburg schon ausgebucht
ist, wird mit dem 19.Juni ein zweiter Termin angeboten. Die
mehrtägige Studienreise führt vom 16. Bis 25. August nach Polen.
Dr. Walter Appel wird auch dieses Jahr wieder der sach- und
fachkundige Reiseleiter sein.
Zum ersten Mal sind am 25 August besonders junge Familien mit
ihren Kindern eingeladen, den Dom zu besuchen und an speziellen
Führungen teilzunehmen. Am Tag des offenen Denkmals am 08.
September wird es wieder möglich sein, nicht immer zugängliche
Teiler des Domes kennen zu lernen.
Nach Maria Laach geht die Fahrt am Tag der Mitglieder am 14.
September.
Als neue Akzente in der Arbeit des Dombauvereins nannte Dr.
Wolfgang Hissnauer die Erstellung eines Domführers der sich
besonders an Kinder richtet. Für 2014 kann schon ein Dom-Kalender
bestellt werden.“Superlative am Dom zu Speyer“ ist der Titel der in
Bild und Text außergewöhnliche Einblicke bieten wird. Die
Herausgabe des Kalenders ist für Juni diesen Jahres geplant. Die
Homepage wird z. Z. neu gestaltet und wird in Kürze in neuem Gewand
erstrahlen.
In Vertretung von Schatzmeisterin Dorothea Halter legte Dr.
Hermann von Samson einen sehr detaillierten und erfreulichen
positiven Kassenbericht vor. So konnten im Jahr 2012, 150 000 Euro
an das Domkapitel überwiesen werden. In den 17 Jahren des
Dombauvereins summiert sich dies zu der beachtlichen Summe von über
6 Millionen Euro die der Dombauverein zur Erhaltung des imposanten
Gotteshauses beigetragen hat. Michael Dengler dankte im Namen der
Kassenprüfer ausdrücklich für die gute Arbeit von Dorothea Halter
als Schatzmeisterin geleistet hat. Dorothea Halter wird in der
neuen Vorstandschaft nicht mehr vertreten sein. Sie muss dieses Amt
aus beruflichen Gründen leider abgebe. Michael Dengler beantragte
Entlastung der gesamten Vorstandschaft, die, unter großem Applaus,
einstimmig gewährt wurde.
Die
Mitgliederversammlung diente auch zur Wahl eines neuen Vorstandes.
Oberbürgermeister Hansjörg Eger leitete die Wahl routiniert und
souverän die folgendes Ergebnis brachte. Im Amt des 1. Vorsitzenden
wurde Dr. Wolfgang Hissnauer bestätigt. Das Amt der
stellvertretenden Vorsitzenden bleibt bei Gudrun Lanig.
Ebenso wird als Schriftführerin weiterhin Dr. Barbara
Schmidt-Nechl fungieren. Winfried Szkutnik übernimmt das
Amt des Schatzmeisters. Neu ist die gesamte Riege der Beisitzer.
Dr. David Hissnauer, Markus Hoffmann, Dr. Benedikt
Raether, Christian Stadler, so wie Markus
Wüstefeld wurden hier gewählt. Kraft Amtes gehören
Domkapitular, Domkustos Peter Schappert, Domkapitular,
Dompfarrer Matthias Bender, Dombaumeister Mario
Colletto und Geschäftsführer Dr. Walter Appel dem
Vorstand an.
Als Kassenprüfer fungieren weiterhin Martin Brilla und
Michael Dengler. Alle Wahlen erfolgten einstimmig.
„Sie sind nicht nur Mitglied in einem Verein, sie haben
Verbindung zu einem hohen Kulturgut“ betonte Dr. Wolfgang Hissnauer
vor der Ehrung der Mitglieder für 10 Jahre Zugehörigkeit zum
Dombauverein. Von den120 zu Ehrenden konnten 20 die Urkunde
persönlich in Empfang nehmen. Allen anderen wird diese mit dem
nächsten „Domkurier“ zugestellt.
Alle Infos über den Dombauverein sind unter www.dombauverein-speyer.de
im Internet einzusehen oder unter der Rufnummer 06232 102 116 .
oder dombauverein@bistum-speyer.de
am Edith-Stein-Platz 8 zu erhalten. Bild: fg
17.03.2013
Außengelände der KiTa „Arche Noah“ in Speyer-Nord neu bepflanzt
Optik-Kette
Fielmann spendet dazu 31 Bäume
cr. Speyer Hochbetrieb herrrschte heute auf dem
Freigelände rund um die Protestantische Kindertagesstätte „Arche
Noah“ im Falkenweg in Speyer-Nord. Mit Schaufeln und Harken, mit
Pickeln und Spaten „bewaffnet“ hatten sich bei strahlendem
Sonnenschein rund 30 Erwachsene – Eltern der KiTa-Kinder zumeist
sowie die Mitarbeiterinnen der Einrichtung - eingefunden, um -
unterstützt von Profis, die mit Motorsägen und sogar mit einem
kleinen Bagger angerückt waren - den Grünflächen rund um die KiTa
ein neues Gesicht zu verleihen.
Zu verdanken hatte die KiTa diese Pflanzaktion einer Spende, die
der Leiter der Speyerer Fielmann-Filiale, Jens Vogel, zu
diesem Tag hatte anfahren lassen: 31 stattliche Bäume, die heute
eingepflanzt wurden und von denen der Augenoptiker-Meister hofft,
dass sie schon bald Schatten für viele KiTa-Kinder spenden werden.
„Wir pflanzen diese Bäume ja nicht für uns, sondern für die
nachkommende Generationen“, betonte Vogel, der an diesem Tag auch
selbst mit Hand anlegte.
Wie die
Leiterin der „Arche Noah“, Ulrike Kraus, in einem kurzen
Rückblick erklärte, sei der Wunsch, das Außengelände dieser seit
1973 bestehenden KiTa in einen naturnahen Spielraum für alle
Altersgruppen von ein bis sechs Jahren zu verwandeln, durch die
Erweiterung des Betreuungsangebots für Kinder ab einem Jahr und die
auch dadurch bedingte Aufstockung der Zahl der Gruppen ausgelöst
worden. „Für die ganzheitliche Entwicklung unserer Kinder sind
Erfahrungen in Natur und Umwelt von entscheidender Bedeutung“, so
Ulrike Kraus. „Die Kinder erfahren sich und ihren Körper in
Beziehung zu ihrer natürlichen Umgebung immer wieder anders und
immer wieder neu“. Entscheidend seien in diesem Zusammenhang vor
allem auch ausreichende Bewegungserfahrungen.
Im Zuge der Erweiterungsmaßnahmen der KiTa, so Ulrike Kraus, sei
zuletzt der Bestand an älteren Pflanzen auf dem Gelände doch arg in
Mitleidenschaft gezogen worden; ein Raupenbefall bei mehreren alten
Eichenbäume habe zudem Anfang des Jahres die Fällung der
betroffenen Bäume notwendig gemacht. Dank der Unterstützung der
Optikkette Fielmann sei es jetzt aber dankenswerter Weise möglich
geworden, dass die „Arche Noah“ auf ihrem Freigelände wieder
zahlreiche neue, schattenspendende Bäume erhält.
Neben der Auspflanzung der neuen Bäume wurden heute auch neue
Weidentipis eingepflanzt, die mit hohem Flechtwerk verdichtet
werden. Zudem wurde auf der Grünfläche, auf der mehr und mehr
schwindende Schneeplacken noch an den zu Ende gehenden Winter
erinnerten, aus den gefällten Eichenstämmen ein neuartiges
Klettermikado errichtet sowie ein vorhandenes Klettergerüst an eine
neue Stelle umgesetzt.
Wie in Speyer
engagiere sich Fielmann schon seit Jahrzehnten in vielfältigen
Projekten des Natur- und Umweltschutzes, so Jens Vogel gegenüber
dem SPEYER-KURIER. So pflanze das Unternehmen für jeden
Mitarbeiter in jedem Jahr einen zusätzlichen Baum. Auf diese Weise
seien deutschlandweit bis heute mehr als eine Million junge Bäume
ausgepflanzt worden. Jens Vogel: „Für die Menschen ist der Baum das
Symbol des Lebens - Naturschutz ist deshalb eine Investition in die
Zukunft von uns allen“. Dieser Feststellung konnte sich als
Vertreterin des Trägers, der KiTa „Arche Noah“ auch Pfarrerin
Heike Kronenberg von der Protestantischen
Christuskrichengemeinde in Speyer-Nord aus vollem Herzen
anschließen, die es sich nicht hatte nehmen lassen, bei dieser
Baumpflanz-Aktion mit von der Partie zu sein. Foto: gc
16.03.2013
Außengelände der KiTa „Arche Noah“ in Speyer-Nord neu bepflanzt - Bilderalbum
Feuerwehrbedarfsplan und Dienstleistungsangebot der Stadt für ihre Bürger – trotz schwergewichtiger Themen Tagesordnung der letzten Ratssitzung zügig „durchgezogen“.
Unerwartet
schnell ging jetzt die letzte Sitzung des Speyerer Stadtrates über
die Bühne. Denn obwohl so schwergewichtige Themen wie der
Feuerwehrbedarfsplan und die Standortfrage für das/die
Bürgerbüro(s) in der Stadt auf der Tagesordnung standen, waren die
Ratsmitglieder doch schon nach knapp drei Stunden mit ihrem
Beratungsbedarf am Ende – rekordverächtig oder vielleicht auch nur
der Einsicht geschuldet, dass Beratungen, die bereits wiederholt in
aller Ausführlichkeit geführt worden sind, nicht noch einmal
wiederholt werden müssen. Und so prägte – abgesehen von kleinen
Differenzierungen, die halt sein müssen, wenn man auf den
Oppositionsbänken sitzt – Einmütigkeit angesagt bei dieser
Sitzung:
Das begann schon bei der Beratung der beiden
Tagesordnungspunkte, die sich mit der zukünftigen Wasserversorgung
in der Stadt beschäftigten. Hier konnte Oberbürgermeister
Hansjörg Eger den Stadtrat der „Linken“, Wolfgang
Förster, beruhigen: Bisher sind noch keine privaten Anbieter an
die Stadt herangetreten, um das Wasserrohrnetz im Versorgungsgebiet
der Stadt zu übernehmen. Weitgehende Einmütigkeit dann auch bei der
Verabschiedung der von der Fraktion von „Bündnis 90/Die Grünen“
eingebrachten Resolution, mit der der Rat sich gegen die Absicht
der Europäischen Union ausspricht, die Wasserversorgung für die
Übernahme in private Hände zu öffnen. „Ein so existenzielles
Lebensgut wie Wasser“ dürfe nicht in private Hände gelangen –
„Trinkwasser darf nicht zur Handelsware werden, sondern muss
elementarer Teil der kommunalen Daseinsvorsorge bleiben“, wie es in
dem „Grünen“-Antrag heißt. Der Vorwurf, dass die FDP im
Europäischen Ministerrat der Privatisierung zugestimmt habe,
brachte die beiden Speyerer FDP-Mandatsträger auf – sie enthielten
sich bei der Abstimmung – ansonsten wurde die Resolution einstimmig
angenommen.
„Mit diesem Antrag wollen Sie eigentlich nur erreichen, dass der
Ist-Zustand bei zukünftigen Einstellungen bei Stadtwerken und EBS
beibehalten wird“, interpretierte der Oberbürgermeister einen
Antrag der SPD, die sich gegen eine vermeintliche
„Zwei-Klassen-Gesellschaft“ in diesen städtischen
Tochterunternehmen ausgesprochen hatte. Nachdem der Rat sich in
Gänze zu dieser Sichtweise verstehen konnte, hatte sich der Antrag
dann rasch erledigt.
Obwohl sich Claus Ableiter, BGS eingangs gespannt zeigte,
ob die CDU „nun in jeder Sitzung einen so witzigen Antrag
präsentiert“ stimmte auch er wie der gesamte Rat am Ende dem von
Jörg Zehfuß, CDU, begründeten Antrag zu, unter Beteiligung
der Bürger die richtigen Standort für Papierkörbe in der Stadt zu
ermitteln und diese so kreativ und bunt zu gestalten, dass sie sich
von ihrem jeweiligen Hintergrund abheben könnten. Vorbilder in
Mannheim und Hamburg hatte die Verwaltung bereits in Augenschein
genommen – jetzt soll es auch an der Bürgerschaft sein,
Gestaltungsvorschläge zu machen.
Auf gleich vier Anfragen der „Grünen“ zum Sachstand von
Anträgen, die sie in zurück liegenden Sitzungen eingebracht hatten,
konnte Oberbürgermeister Eger in allen vier Fällen „Vollzug
melden“. Die noch immer nicht erfolgte Straßenbenennung nach
ehemaligen jüdischen Mitbürgern – von Claus Ableiter ausdrücklich
auch auf Mitbürgerinnen erweitert – habe noch nicht
umgesetzt werden können, weil seit der Antragstellung noch keine
neuen Straßen benannt worden seien.
Bezüglich der Anfrage nach Schaffung von kostengünstigem,
einfachen Wohnraum mit geringem Energieverbrauch erinnerte der
Oberbürgermeister an die zwischenzeitlich auch mit den Kommunalen
Wohnungsbaugesellschaften Speyers abgeschlossenen
Klimaschutzvereinbarungen, die die Schaffung derart ausgestatteter
Mietwohnungen zum Ziel hätten. Bezüglich der angefragten
Einrichtung eines neuen Internetangebotes der Stadt konnte Eger
ankündigen, dass der neue Internetauftritt der Stadt am 11. März
freigeschaltet würde. Und schließlich bedauerte es der
Oberbürgermeister, dass es noch nicht möglich gewesen sei, den vom
Rat gewünschten ökologischen Mietspiegel zu erstellen. Eine
diesbezügliche Umfrage der Verwaltung, zu der 1.700 repräsentativ
ausgewählte Bürger einen Fragebogen erhalten hätten, der u.a. auch
entsprechende Auskünfte erbat, habe gerade einmal 24 Antworten
erbracht. „Für einen aussagekräftigen Mietspiegel hätten wir aber
mindestens 500 Rückläufer gebraucht“, so Eger, „ein neuer
Mitespiegel konnte deshalb noch nicht erstellt werden“, bedauerte
er.
Dann wurde auch schon der Feuerwehrbedarfsplan aufgerufen – und
nach kurzer Diskussion einstimmig verabschiedet. Tenor des
Beschlusses: Speyer braucht eine völlig neues Konzept für die
Standorte von Feuerwache und Gerätedepots. Insbesondere die
Situation der „feuerwehrfernen“ Stadtteile Speyer-Nord und
Speyer-West müsste dadurch möglichst rasch verbessert werden.
Die Speyerer Feuerwehr soll im Kern eine „Freiwillige Feuerwehr“
bleiben – darüber ist sich der Rat, auch aus Kostengründen, einig.
Doch die demographische Entwicklung der Gesellschaft und die
Abschaffung des verpflichtenden Wehr- und Ersatzdienstes, von dem
man sich bisher durch eine zeitliche Verpflichtung für die
Feuerwehr befreien lassen konnte, habe auch die „Freiwilligkeit“
spürbar sinken lassen. Von daher müsse wohl auch Speyer über eine
Verstärkung des Anteils seiner hauptberuflichen Feuerwehrleute
nachdenken.
„60 hauptamtliche
Wehrmitglieder zum 1. Januar 2014 werde ich Ihnen aber natürlich
nicht zusagen können“, musste der Oberbürgermeister dazu unter
zustimmendem Nicken von Wehrleiter Michael Hopp in den
Zuhörerrängen feststellen, „dazu fehlen uns sowohl das Geld und –
wenn wir es hätten – das entsprechend ausgebildete Personal“.
Bleibt deshalb alles beim Alten? Vermutlich – wenn man mit
Ratsmitgliedern spricht, dann hat wohl niemand so recht eine
zündende Idee, wie angesichts der Städtischen Kassenlage und des
Damoklesschwerts „Kommunaler Entschuldungsfonds“ die gut 3.5
Millionen Euro, die das vorgelegte Konzept kosten würde,
aufgebracht werden sollten. Da kann der neue Feuerwehrbedarfsplan
wohl nur als Auftrag an den Oberbürgermeister verstanden werden,
mit dem Land darüber zu verhandeln, wie das von dem gleichen
Landes-Innenministerium vorgegebene Ziel, innerhalb von acht
Minuten jedes Haus in der Stadt anfahren zu können, erreicht werden
kann.
Ganz so einmütig ging es dann allerdings bei der Frage des
Dienstleistungsangebotes der Stadt für ihre Bürgerschaft nicht
weiter: Hier war es schließlich die Mehrheit der Rathausparteien,
die den Erhalt von zwei Bürgerbüros in Speyer durchsetzte, 13
Ratsmitglieder stimmten gegen diesen Vorschlag.
Nicht entschieden war damit jedoch auch die Frage der weiteren
Nutzung des Anwesens Ludwigsstraße 13 – bis vor kurzem auch als
Standort des bisher in der Salzgasse untergebrachten Bürgerbüros.
Für dieses Haus gibt es neben Vorstellungen für die Unterbringung
anderer Verwaltungseinheiten inzwischen auch mehrere Interessenten,
die der Stadt dieses Haus abkaufen möchten. Eine solche Umplanung
bei der Nutzung, so teilte der Oberbürgermeister mit, beeinflusse
auch nicht die Bewilligung eines Landeszuschusses auf die auf 1,2
Millionen Euro veranschlagten Sanierungskosten für dieses
Gebäude.
Divergenzen gab es auch
bei der Beratung über die Offenlegung des Bebauungsplanes für die
Paul-Egell-Straße. Dort sollen nämlich entgegen der ursprünglich
vorgesehenen Wohnungen für junge Familien 90 Mietwohnungen für
Senioren sowie eine Sozialstation, eine Einrichtung der Tagespflege
sowie ein Angebot an Gesundheitsdienstleistungen entstehen.
Ergänzend dazu teilte OB Eger mit, dass die GEWO dafür auf der
anderen Seite der Straße Häuser für junge Familien errichten werde.
Gegen die Stimmen von SPD und dem Ratsmitglied der Linken und bei
Enthaltung des Vertreters der Republikaner stimmte der Rat
schließlich der Offenlegung des Bebauungsplanes zu.
Gleich zu Beginn der Sitzung hatte der Oberbürgemeister das
langjährige Ratsmitglied Fritz Knutas entpflichtet, der aus
persönllichen Gründen zum Jahresende 2012 seinen Rücktritt aus dem
Stadtrat erklärt hatte. Der gelernte Bankkaufmann, der 1997 als
Nachfolger von Elisabeth Alschner für die SPD in den Speyerer
Stadtrat eingezogen war, hatte sich als Schwerpunkte seiner
politischen Arbeit die Bereiche Soziales und die barrierefreie
Stadtentwicklung auf die Fahnen geschrieben. Mit einem Weinpräsent
bedankte sich Hansjörg Eger unter lang anhaltendem Beifall des
Rates bei dem bewährten und engagierten Kommunalpolitiker.
09.03.2013
Sprit-Flaschen ohne Ende
Schülerinnen
und Schüler der Freien Reformschule Speyer beteiligten sich am
Dreck-weg-Tag 2013
„Wir räumen auf, als hätte der Teufel den Boden geschleckt“,
hatten sich Zweitklässler Valentin und seine Mitschülerinnen und
Mitschüler von der Freien Reformschule Speyer für den diesjährigen
Dreck-weg-Tag vorgenommen. Und gingen am Freitagmorgen bei
frühlingshaftem Sonnenschein mit Feuereifer rund ums
Stiftungs-Krankenhaus ans Werk. Unterstützung erhielten sie dabei
nicht nur von einer ehemaligen Mitschülerin, sondern auch von
Umweltdezernent Frank Scheid höchstpersönlich.
Der Einsatz der Grundschüler tat wahrlich Not: Schon nach
kürzester Zeit musste Klassenlehrer Simon Eisenlöffel mit dem
Bollerwagen den ersten Gang zum Altglas-Container antreten. „In den
Büschen hier liegen Sprit-Flaschen ohne Ende herum“, schüttelte
Elternvertreterin Berit Imo fassungslos den Kopf, „Bier, Whisky,
Wodka, Schnaps – zum Teil sogar noch gefüllt!“ Auch
Zigarettenkippen, Verpackungsmaterial und Parkscheine sammelten die
mit Handschuhen und großen Zangen bewaffneten Kinder in größeren
Mengen ein. Selbst Spritzen und Glühbirnen, die eigentlich in den
Sondermüll gehören, waren zu finden. Das kurioseste Fundstück war
wohl ein altes Portemonnaie mit D-Mark und verrotteten Karten.
Einfach in die Natur geworfen hatten achtlose Mitbürger aber
auch Dinge, die nach Ansicht der Schülerinnen und Schüler durchaus
noch Gebrauchswert aufwiesen: ein alter Stuhl, ein Windlicht und
eine kleine Ton-Eule zum Beispiel. Oder einen kleinen Blech-Löffel.
Erst ein vielstimmiges „igitt“ sowie der Kommentar eines
Viertklässlers „So bekommst Du nie eine Freundin!“ konnten
Zweitklässler Eliot dazu bewegen, sich schweren Herzens doch von
ihm zu trennen.
In einem Schulprojekt hatten die Reformschüler sich bereits im
Vorfeld umfassend mit dem Thema Müll beschäftigt. Neben der
Bewegung an der frischen Luft brachte der Dreck-weg-Tag den
Reformschülern dann sogar noch Geld für die Klassenkasse ein: Rund
20 Euro an Leergut, so die Schätzung von Schulleiterin Martina
Plaumann.
09.03.2013
„Wenig überraschender Fund“ - Sandsteinsarkophag mit Skelett und Grabbeigaben bei Erdarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Marienheimes geborgen.
Für
die Mitarbeiter der Außenstelle Speyer der Direktion
Landesarchäologie bei der Generaldirektion Kulturelles Erbe
Rheinland-Pfalz war es nicht wirklich eine Überraschung, als sie
heute auf die Baustelle des Ehemaligen Marienheimes in der
Ludwigsstraße gerufen wurden, wo Bagger derzeit die Baugrube für
eine den gesamten Innenhof des Gebäudekomplexes ausfüllende
Tiefgarage ausheben. Arbeiter waren dort heute auf einen
Sandsteinsarkophag gestoßen, der – in der Mitte durchgebrochen und
mit eingedrücktem Sargdeckel unter einer ca. drei Meter dicken
Sandschicht verborgen – die menschlichen Überreste eines Menschen
aus römischer Zeit birgt.
In das 3 Jahrhundert nach Christus datiert Grabungstechniker
Freddy Ihm den Fund, zu dem auch zwei ca. 20 cm hohe
Einhenkelkrüge - typische Grabbeigaben jener Zeit - gehören, in dem
dem Verstorbenen für seine Reise ins Jenseits Wein oder Öl
mitgegeben wurden..
Freddy Ihm hat heute die Grabstelle fotographisch dokumentiert
und ihre Lage zentimetergenau eingemessen. Als nächstes wird dann
die genaue Tiefe des Fundes im Gelände einnivelliert. Schließlich
wird der Fund geborgen und zur wissenschaftlichen Auswertung in das
Archäologische Schaufenster gebracht.
Gräber aus der Römerzeit wurden auf dem Areal des Ehemaligen
Marienheimes bereits bei seiner Errichtung in den Jahren 1907/08
gefunden. Die Mitarbeiter der Speyerer Landesarchäologie gehen
deshalb davon aus, dass sich dort auch noch weitere Gräber befinden
könnten, die überbaut und deshalb nicht mehr zugänglich sein
dürften. Die Grabstelle selbst liegt an der früheren Römerstraße,
die seit kurz nach der Zeitenwende aus dem römischen Kastell auf
dem Rheinhochgestade in Richtung Westen aus der Stadt herausführte.
cr
09.03.2013
Ja oder nein zur Pflegekammer?
„Mittendrin“
befinden sich aktuell alle beruflich Pflegenden in Rheinland-Pfalz.
Sie haben die Chance, über die Einrichtung einer Pflegekammer
abzustimmen. Es geht um die Weiterentwicklung ihres Berufsbildes,
die gesellschaftliche und politische Anerkennung ihres
Berufsstandes und nicht zuletzt um die Sicherung der pflegerischen
Qualität für die Zukunft. Im St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer
engagieren sich die Mitarbeiterinnen der Pflegeleitung um
Pflegedirektorin Monika Lenz für die berufspolitische Bildung ihrer
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So auch Silvia Hansch,
Krankenschwester, Lehrerin für Gesundheitsfachberufe und Leiterin
der Innerbetrieblichen Fortbildung.
Ministerpräsidentin Malu Dreyer und der neue
Gesundheitsminister Alexander Schweitzer unterstützen die
Einrichtung einer Pflegekammer in Rheinland-Pfalz. Voraussetzung
ist für sie allerdings, dass die Berufsangehörigen und
Auszubildenden in der Pflege das auch wollen. Wie werden die
Beteiligten in die Entscheidung einbezogen?
Monika Lenz
Alle beruflich Pflegenden aus der Gesundheits- und
Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie
Altenpflege dürfen im März 2013 über die Einrichtung einer
Pflegekammer in Rheinland-Pfalz abstimmen. Derzeit ist die zentrale
Befragungs- und Registrierungsstelle am Deutschen Institut für
angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) damit beschäftigt, eine
Datenbank der Stimmberechtigten zu erstellen. Das ist nötig, da die
Adressen der Pflegekräfte nicht zentral erfasst sind. Ein Umstand,
der sich durch die Einrichtung einer Pflegekammer für die größte
Berufsgruppe im Gesundheitswesen dann hoffentlich bald ändert!
Wenn die Pflegenden nicht registriert sind, wie erfahren sie
dann von der Abstimmung?
Silvia Hansch
Sowohl der Dachverband der Pflegeorganisationen (DPO) als auch
das Ministerium haben in einer landesweiten Kampagne mit
Infomaterial und Veranstaltungen über die Abstimmung informiert. An
drei Terminen konnten wir im St.-Vincentius-Krankenhaus rund die
Hälfte der pflegerischen Mitarbeiter plus Auszubildende persönlich
erreichen. Die restlichen wurden von ihren Stations- und
Abteilungsleitungen einbezogen. Wir haben über 200
Registrierungsanträge an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
verteilt. Bisher haben sich zirka 50% dazu entschlossen, an der
Abstimmung teilzunehmen. Es ist uns sehr wichtig, dass alle die
Chance nutzen, sich eine Meinung zu bilden und von ihrem Stimmrecht
Gebrauch machen. Wie die Kolleginnen und Kollegen letztendlich
abstimmen, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.
Welchen Nutzen erwarten Sie sich von einer
Pflegekammer?
Silvia Hansch
Die Aufgaben einer Pflegekammer richten sich nach Innen und nach
Außen. Einerseits soll sie Selbstverwaltung sein und die
qualifizierte Ausbildung und Ausübung der Profession Pflege nach
neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sichern. Die
registrierten Berufsangehörigen verpflichten sich zur
gewissenhaften Einhaltung ihrer Berufspflichten und zur
regelmäßigen Fort- und Weiterbildung. Die Pflegekammer nimmt hier,
zum Wohle der Gesellschaft, eine Kontrollfunktion wahr. Nach Außen
erhoffen wir uns eine gleichberechtigte Standesvertretung für
politische Entscheidungen im Gesundheitswesen. Die letzten
Veränderungen und besonders Einsparungen wurden überwiegend zu
Lasten der Pflege ausgetragen. So wurden in den letzten 10 Jahren
bundesweit rund 50 000 Pflegestellen abgebaut. Wenn die immer
weiter wachsende Zahl an Pflegebedürftigen in 10 Jahren weiterhin
versorgt sein sollen, muss diese Entwicklung endlich umgekehrt
werden. Dazu brauchen wir eine einheitliche Stimme!
Über die Einrichtung einer Kammer analog der Industrie- und
Handels- oder Ärztekammer wird in der Pflege schon seit 40 Jahren
diskutiert. Warum hat es so lange gedauert, bis eine Pflegekammer
in greifbare Nähe gerückt ist?
Monika Lenz
Das hat vielschichtige Gründe. Die Wurzeln der Pflege in
Deutschland liegen ganz klar in der christlichen „Caritas“, also
tätigen Nächstenliebe, und in der Arztassistenz. Die sinnvolle
Positionierung der akademisch ausgebildeten Pflegekräfte in den
letzten 20 Jahren wurde durch die Gesundheitspolitik ausgebremst.
Mit immer weniger Akteuren lassen sich die innovativsten Ideen und
Konzepte nun einmal nicht realistisch umsetzen. Die patienten- und
bewohnernahen Kolleginnen und Kollegen stöhnen mit Recht über
Veränderungen, wenn sie tagtäglich mit dem Aufrechterhalten des
Regelbetriebes beschäftigt sind.
Andererseits aber werden die Ansprüche an Qualität und Kompetenz
seitens der Kostenträger und Patienten/ Bewohner immer größer. Die
Patientenzahlen in Krankenhäusern erhöhen sich stetig, die
Pflegenden im ambulanten Bereich haben es mit Menschen zu tun, die
früher noch über Wochen länger in der Klinik versorgt worden wären.
Die Pflegebedürftigen in stationären Altenpflegeeinrichtungen
werden immer älter. So entwickelt sich aus einer traditionell
„dienenden“, ausführenden und darüber hinaus anzahlmäßig sehr
großen Berufsgruppe zwangsläufig nach und nach eine kompetente,
selbstbewusste „Profession“, die mitreden und mitentscheiden
will.
Welches sind Ihre persönlich wichtigsten Ziele für die
Einrichtung einer Pflegekammer?
Silvia Hansch
Das sind ganz klar die gesundheitspolitischen, die in direktem
Zusammenhang mit der Attraktivität der Pflegeberufe stehen. Wenn
wir einem massiven Fachkräftemangel in der Pflege entgegenwirken
wollen, brauchen wir eine Standesvertretung, die sich für die
Berufsinteressen einsetzt. Und auch für mich persönlich wünsche ich
mir die Betreuung durch professionell Pflegende, falls ich sie mal
benötige.
Monika Lenz
Von einer Aufwertung des Berufsbildes durch die Kammer erhoffen
wir uns mehr Bewerber für die Ausbildung, mehr
Umsetzungsmöglichkeiten für Qualität in der Berufsausübung und
weniger Berufsflucht. Die Pflege benötigt dringend Nachwuchs und
Fachkräfte, die im Beruf bleiben, da es jetzt schon die
problematische Entwicklung gibt, freie Stellen nur schwer
qualifiziert besetzen zu können. Und dafür müssen sich so viele
beruflich Pflegende wie möglich an der Abstimmung beteiligen!
Alle aktuellen Informationen über die Abstimmung zur Einrichtung
einer Pflegekammer finden Sie im Internet unter: www.pflegekammer-rlp.de
09.03.2013
„Global denken – lokal handeln“ - auch Speyerer Baugenossenschaft GBS unterzeichnete jetzt Klimaschutzvereinbarung
Forschungsprojekt
für neue Wege bei der energetischen Sanierung „unter Betrieb“
angekündigt
cr. Speyer. Eine Kooperationsvereinbarung zum Klimaschutz
hat die Stadt Speyer jetzt auch mit der Gemeinnützigen
Baugenossenschaft Speyer e.G. GBS abgeschlossen. Dazu
unterzeichneten Oberbürgermeister Hansjörg Eger und die
GBS-Vorstände Alexander Braun und Michael Schurich
heute im Amtszimmer des Oberbürgermeisters einen entsprechenden
Vertrag, in dem sich die GBS dazu verpflichtet, durch entsprechende
Maßnahmen an ihrem Wohnungsbestand zu dem Ziel beizutragen, den
CO2-Ausstoß in der Stadt um 25 % zu reduzieren. Wie es in der
Vereinbarung heißt, soll dazu „der Energieverbrauch für Raumwärme
und Warmwasser … durch energetische Sanierungsmaßnahmen soweit
reduziert werden, wie sich dies wirtschaftlich darstellen läßt“.
Außerdem verpflichtet sich jetzt auch die GBS dazu, „bei
Neuanschaffungen von Maschinen und Fahrzeugen energiesparende und
damit CO2gemeinderte Versionen zum Einsatz zu bringen“.
Oberbürgermeister
Eger gab bei diesem Anlass seiner Freude darüber Ausdruck, dass
sich mit der BGS nun auch das zweitgrößte öffentliche
Wohnungsbauunternehmen in der Stadt mit seinem umfangreichen
Wohnungsbestand dem Grundsatz „global denken – lokal handeln“
verpflichtet habe. Wie GBS-Vorstand Michael Schurich betonte, sei
die Verpflichtung seiner Genossenschaft zu den Zielen des
Klimaschutze ihrer traditionellen Verankerung in der Region Speyer
geschuldet.
Als beispielhafte Projekte hierzu nannte Schurich die geplante
Baumassnahme in der Speyerer Ernst-Abbé-Straße, wo ein bestehendes
Gebäude mit 20 Wohnungen demnächst abgerissen und durch ein neues
ersetzt werden wird, das eine um 30% bessere Energiebilanz
aufweisen werde.
Noch ein Stück revolutionärer will die GBS bei ihrem 96
Wohnungen umfassenden Wohnungsbestand aus den 1950er Jahren in der
Straße „Am Germansberg“ vorgehen. Hier soll gemeinsam mit einer
interdisziplinären Arbeitsgruppe der Technischen Universität
Kaiserslautern ein Forschungsprojekt auf den Weg gebracht werden,
in dem neue Wege der energetischen Sanierung großer Wohngebäude
„unter Betrieb“, d.h. in vermieteten Zustand, gesucht werden
sollen. Dies sei sicher nur im engenen Einvernehmen mit den Mietern
möglich, ergänzte der Technische Vorstand der GBS, Alexander Braun,
der im einzelnen neben der energetischen Sanierung der Dachhaut,
der Anbringung von Vollwärmeschutz und dem Einbau von zeitgemässen,
isolierverglasten Fenstern auch die Errichtung einer
Thermo-Solar-Anlage auf dem Dach als Maßnahmen zur nachhaltigen
Verbesserung der gegenwärtigen energetischen Situation aufführte.
Damit strebe die GBS in diesem Wohnbestand jedoch keineswegs eine
vollkommen autarke Energieversorgung an, sondern den Audbau einer
möglichst leistungsfähigen Eigenversorgung in einer Insel innerhalb
des öfentlichen Versorgungsnetzes.
Darüber hinaus
kündigten die beiden GBS-Vorstände für die kommenden Jahre die
energetische Umrüstung von jährlich ca. 25 Wohneinheiten auf einen
Passivhaus-Standard an. Die dabei entstehenden Kosten veranschlagt
die GBS auf das doppelte einer herkömmlichen energetischen
Sanierung. Bei vergleichbaren, bereits abgeschlossenen Massnahmen
dieser Art habe sich allerdings gezeigt, dass die aus der Umlegung
des anrechenbaren Teils dieser Mehrkosten auf die Mieten
resultierenden Mietpreiserhöhungen durch die niedrigeren
Verbauchskosten für Heizung und Warmwasser in vollem Umfang
kompensiert würden. „Eine echte win-win-Situation also für alle
Beteiligten – und für die Umwelt dazu“, so die GBS-Vorstände.
Ehe sich die Vertragspartner dann an die Unterzeichnung der
Vereinbarung machten, an der auch der Leiter der Städtischen
Bauverwaltung, Hans-Joachim Ritter, und die Städtische
Klimaschutzbeauftragte, Diplom-Geographin Julia Eustachi,
teilnahmen, unterstrich der Oberbürgermeister noch einmal das
besondere Interesse der Stadt an dem Forschungsprojekt am
Germansberg, weil sich dies in unmittelbarer Nachbarschaft eines
der größten Planungsgebiete in Speyer in den nächsten Jahren
vollziehen werde. „Wir hoffe deshalb, von den Ergebnissen dieses
Projektes auch für die dortigen Massnahmen profitieren zu können“,
so Hansjörg Eger, der große Erwartungen in die quartiersbezogene
Ausgestaltung von thermischen Solaranlagen für die Erzeugung von
Heizwärme und Strom setzt. Foto: gc
04.03.2013
Speyerer Baugenossenschaft GBS unterzeichnete Klimaschutzvereinbarung - Bilderalbum
„Ohne Kunst und Kultur kein Leben“
Speyerer CDU
spricht sich auch in finanziell schwierigen Zeiten für Kunst und
Kultur als nicht beliebig disponible Pflichtaufgabe aus
Von Gerhard Cantzler
Die Einmütigkeit war groß, als jetzt die Speyerer CDU bei ihrem
Ersten Kulturforum in den dicht besetzten Räumen des Kunstvereins
im Kulturhof Flachsgasse die Frage stellte: „Wie viel Kultur
braucht der Mensch?“ - „So viel wie nur irgend möglich“, so lautete
die spontane und einhellige Antwort, denn „ohne Kultur und Kunst
(gibt es) kein Leben!“, so der Vorsitzende der „Europäischen
Stiftung Kaiserdom“, der erfolgreiche Unternehmer, Kunstmäzen
und als Maler aktive Künstler, Dr. Manfred Fuchs in seinem
einleitenden Impulsreferat zu diesem Abend.
Aktive
Künstler aus den unterschiedlichsten Kunstgattungen sowie Speyerer
Kulturpolitiker saßen auf dem Podium, als der Stellvertretende
CDU-Kreisvorsitzende und Vorsitzende der Stadtratsfraktion, Dr.
Gottfried Jung, in Vertretung des erkrankten Initiators des
Forums, des CDU-Kreisvorsitzenden Michael Wagner, den Reigen
der Redner an diesem Abend eröffnete. Dabei bezeichnete Dr. Jung,
der unter den zahlreichen Gästen auch den früheren
rheinland-pfälzischen Kultusminister Dr. Georg Gölter, sowie
die früheren Städtischen Kulturdezernenten Prof. Dr. Otto
Roller und Bürgermeister a.D. Hanspeter Brohm begrüßen
konnte, die Stadt Speyer als eine traditionsreiche kulturelle
Hochburg, die nicht nur mit dem Kaiserdom über ein singuläres
„Alleinstellungsmerkmal“ verfüge, sondern in der Kunst und Kultur
auch - unabhängig von der Kathedrale – ein absolutes
„Markenzeichen“ sei.
In finanziell schwierigen Zeiten wie heute gerieten aber auch
Kunst und Kultur immer mehr in Gefahr, als „freiwillige finanzielle
Leistungen“ zumindest teilweise dem Verdikt des kommunalen
Entschuldungsfonds KEF und damit dem Rotstift zum Opfer zu fallen.
„Für die CDU aber sind Kunst und Kultur keine beliebigen
freiwilligen Leistungen, sondern Pflichtaufgaben, der wir uns zum
Wohl und im Interesse der Bürger nicht entziehen dürfen“. In diesem
Sinne nahm Dr. Jung das Motto einer Kunstausstellung in Köln auf,
die überschrieben war: „Kunst ist Nahrung für die Seele“ und
unterstrich auch die Aussage des Ludwigshafener Theaterintendanten
Hans-Günther Heyme, der in einem Interview davon sprach, dass
„Theaterarbeit auch Sozialarbeit“ sei. Auch wenn sich die Speyerer
CDU uneingeschränkt dazu bekenne, dass Kunst und Kultur nicht in
den Bereich der freiwilligen und damit disponiblen Aufgaben
abgeschoben werden dürfe, so müsse man sich doch darüber im Klaren
sein, „dass wir uns nicht mehr alles leisten können, was wir uns
gerne leisten möchten“. Um so wichtiger sei es deshalb, mit den
verfügbaren Finanzmitteln kostenbewusst umzugehen. Dabei erfahre
auch der Einsatz und das Engagement Ehrenamtlicher in der Kultur
eine wachsende und ganz besondere Bedeutung.
In seinem
Statement plädierte Oberbürgermeister Hansjörg Eger dafür,
das „Schubladendenken“ in der Finanzpolitik zugunsten eines
integrierten Ansatzes und einer übergreifenden Betrachtungsweise
der Bedeutung von Kultur aufzugeben und sie quasi als
„Querschnittsaufgaben“ der Gesellschaft zu verstehen. „Kultur
findet in allem statt - jeder Teiletat der Stadt berührt im
weitesten Sinne immer auch Kultur“, so Eger. Speyer sei als Kommune
wirtschaftlich gar nicht so schlecht aufgestellt, wie dies in der
Öffentlichkeit oft erscheine. „Immerhin bietet Speyer über 6.000
Einpendlern einen Arbeitsplatz mit allen positiven Auswirkungen auf
die Steuerkraft der Stadt“, stellte der Oberbürgermeister fest. Um
so unverständlicher sei es deshalb, wenn drei politische Ebenen
oberhalb der Stadt – die EU, der Bund und das Land – immer wieder
durch gesetzliche Vorgaben bestimmten, wofür die Stadt ihre
Einnahmen verwenden dürfe, um dann auch noch zusätzlich durch den
KEF Einfluss nehmen zu wollen.
„Juristen wissen, dass Verträge zu Lasten Dritter unzulässig und
deshalb verboten sind“, betonte Eger – selbst Jurist. Die Lage
insbesondere der kreisfreien Städte belege nur, dass „zu wenig Geld
im System ist“. Dies habe auch das Landesverfassungsgericht in
seinem Urteil festgestellt und das Land dazu verpflichtett, die
Kommunen im Zuge des kommunalen Finanzausgleichs besser
auszustatten. „Wir sehen den entsprechenden Entscheidungen des
Landesgesetzgebers mit Spannung und Erwartung entgegen“, schloss
Eger sein Statement, in dem auch er gleich mehrfach auf die
unverzichtbare Rolle von Kunst und Kultur für die Menschen
hinwies.
Der
Hauptreferent des Abends, Dr. Manfred Fuchs, ging in seinem
Impulsreferat zunächst auf die Gesamtsituation von Kunst und Kultur
in Deutschland ein. Mit über 6.000 Museen – allein 196 davon in der
Metropolregion Rhein-Neckar – mit 430 im Deutschen Bühnenverein
zusammengefassten Theatern und Opernhäusern sowie148
Berufsorchestern, sei diese historisch begründete Ausstattung der
Bundesrepublik Deutschland mit Kultureinrichtungen vorbildlich in
der Welt. Nun gelte es aber, auch den Bestand dieser Einrichtungen
dauerhaft sicherzustellen. Dies sei primär eine öffentliche Aufgabe
– privates Sponsoring habe in Europa – im Gegensatz zu den USA –
nur einen ergänzenden Charakter. Dennoch nehme diese Förderung
einen immer größeren Umfang an, weil sich „gute Unternehmen“ im
Sinne ihrer internen Kultur immer häufiger zu dieser Verantwortung
bekennen würden. Allerdings suchten sich Wirtschaftsunternehmen für
ihr Sponsoring oft nur die „kulturellen Leuchttürme“ aus. „Gerade
diese Leuchttürme aber brauchen breite Fundamente“, so Dr. Fuchs –
weshalb die konsequente Förderung des Nachwuchses für die Zukunft
von Kunst und Kultur unabdingbar sei.
Angesichts der zunehmenden Zahl älteren Menschen in unserer
Gesellschaft mahnte der Referent die Verantwortlichen, dieser
Bevölkerungsgruppe ein entsprechend breit aufgestelltes
Kulturprogramm zugänglich zu machen. Dazu dürften sich die Senioren
allerdings auch nicht den zeitgenössischen Ausformungen der
unterschiedlichen Kunstgattungen verschließen. Hier biete die
Wirtschaft gleichermaßen Dialog und Partnerschaft an.
Lesen Sie das komplette Impulsreferat von Dr. Manfred Fuchs
im SPEYER-KURIER 
„Als der homo
spiens damit begann, Mensch zu sein, war er zugleich auch Kunst-
und Kulturschaffender“. Mit dieser Feststellung begann Prof.
Helmut Erb, profilierter „Star-Trompeter“ und gewählter
Präsident der renommierten Musikhochschule in Würzburg, seinen
Diskussionsbeitrag. Auch in Speyer seien Kunst und Kultur zu allen
Zeiten präsent gewesen. „Erinnert sich hier im Raum noch jemand
daran, dass es nach dem Krieg in unserer Stadt sogar ein eigenes
Sinfonie-Orchester gab“, überraschte der geborene Speyerer das
Auditorium. Mangels finanzieller Mittel habe dieser Klangkörper
dann aber in den Fünfziger Jahren wieder aufgegeben werden müssen -
seine Mitglieder wanderten in Orchester in Mannheim, Heidelberg und
Baden-Baden ab, und „wer dort nicht unterkam, der wurde von der LVA
aufgefangen“, so Prof. Erb. Dieses Beispiel zeige, dass der Umfang
von Kunst und Kultur in einer Kommune letztlich auch eine Frage der
Prioritäten sei.
Im weiteren ging Erb auch auf die musikalische Erziehung von
Kindern und Jugendlichen ein. Hier hätten Musikschulen in
öffentlicher Trägerschaft, ausgestattet mit öffentlichen
Subventionen, inzwischen die privaten Musikschulen von einst
weitgehend abgelöst, die über Jahrzehnte hinweg diese Funktion
ausfüllten. Diese privaten und öffentlichen Einrichtungen seien für
die Breitenförderung verantwortlich, ohne die eine Ausbildung der
musikalischen Eliten an den 23 weltweit angesehenen deutschen
Musikhochschulen überhaupt nicht denkbar wäre. Doch dass eine
solche Struktur so funktioniere – dazu sei vor allem der Willen und
das Engagement der Eltern notwendig. Leidenschaftlich plädierte
Prof. Erb dafür, „ dass wieder mehr in der Familie gesungen wird
und dass „in dieser Keimzelle unserer Gesellschaft wieder ein
anderen Ambiente - ein ganz besondere Geist herrschen müsste“.
Diese Entwicklung zu fördern - dazu müsse sich Politik auf allen
Ebenen aufgerufen fühlen.
Die Kinder und
Jugendlichen für Kunst und Kultur zu gewinnen – dazu rief auch der
Hausherr an diesem Abend, der Vorsitzende des Kunstvereins Speyer
und Pädagoge Franz Dudenhöffer auf. „Die Bildende Kunst ist
gut aufgestellt in der Stadt“, betonte er - es gebe zahlreiche, gut
funktionierende private und öffentliche Einrichtungen und mit der
Privaten Kunstschule „Pablo“ sogar ein Haus, in dem schon Kinder an
die Kunst herangeführt würden. „Denn das ist das eigentliche
Problem ist hierbei, dass Menschen, die nicht schon als Kinder an
die Kunst herangeführt werden, ihr ganzes Leben lang keinen Bezug
mehr zur Kunst entwickeln“.
Dudenhöffer plädierte deshalb dafür, dass öffentliche
Kultureinrichtungen für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren
grundsätzlich auf die Erhebung von Eintrittsgeld verzichten
sollten. „Das Beispiel der Schulkarte, die das Historische Museum
der Pfalz jetzt anbietet und die es dann allen Schülern der
beteiligten Schule ermöglicht, kostenlos das Museum zu besuchen,
sollte Schule machen“, rief der Pädagoge auf. „Das hilft den
Besucherzahlen der Einrichtungen – hilft aber vor allem den Kindern
und Jugendlichen, die so schon frühzeitig frei von Kostendruck
einen natürlichen und ungezwungenen Umgang mit der Kunst entwickeln
könnten.
Diesem
Vorschlag schloss sich auch der Speyerer freie Künstler Klaus
Fresenius an, der von seinen Erfahrungen in Londoner Museen
berichtete, die – grundsätzlich kostenlos zugänglich – an
Wochenenden vielfach von Familien geradezu „überrollt“ würden. „So
können Kinder ein natürliches Verhältnis zu Kunst entwickeln“,
betonte auch das künstlerische Multitalent Klaus Fresenius.
Speyer und seine Künstler hätten mit dem Dom eine höchst
anspruchsvolle Orientierungsgröße, die sie immer wieder mit der
Kleinheit und Unzulänglichkeit ihres eigenen Schaffens
konfrontiere. Mit der Städtischen Galerie verfüge Speyer über eine
Präsentationsfläche, die in Rheinland-Pfalz eher eine Ausnahme
darstelle. Um hier vielleicht noch mehr Künstler von außen
anzuziehen und ihnen ein gewisses Äquivalent für ihre zeitlichen
und materiellen Vorleistungen zu gewähren – nicht immer könnten sie
dies aus Verkäufen ausgleichen – empfahl Fresenius die Einführung
eines „Ausstellungshonorars“.
„Kunstförderung ist Wirtschaftsförderung“, schloss Fresenius
sein Statement und verwies auf Untersuchungen, wonach im gesamten
Bereich der Künste mehr Geld umgesetzt werde als beispielsweise in
der Automobil-Industrie.
Die Bedeutung
des Speyerer Kinder- und Jugendtheaters, das wie so viele ihrer Art
in den siebziger und achtziger Jahren gegründet worden sei, hob
dessen Leiter Matthias Folz hervor. Seine Einrichtung - das
selbstverwaltete Kulturzentrum im Alten Stadtsaal - biete jährlich
rund 250 Vorstellungen mit Film, Theater und Musik an. Dabei , so
Folz, gehe es weniger um die Frage der Quantität, als vielmehr um
die Qualität des dort Gebotenen. Auch müsse gefragt werden, um
welche Kultur es sich handeln müsse. „Es gibt viele Filme, aber
auch viele schlechte Filme – es gibt viel Musik, aber auch viel
schlechte Musik“, betonte Folz. Um hier zu einer gerechten Auswahl
zu kommen, arbeite man unentwegt an einer eigenständigen Ästhetik.
Dazu aber bedürfe es auch einer entsprechend ausreichenden
Finanzausstattung, „denn wenn uns Kultur für Kinder und Jugendliche
so wichtig ist, dann müssen wir darin auch entsprechend
investieren“. 30 % der Einwohner Speyers gehörten der Altersgruppe
der Kinder und Jugendlichen an. „Aber werden auch 30 % der
städtischen Aufwendungen für diese Gruppe eingesetzt?“ fragte der
Theatermann provozierend. „Kindertheater darf deshalb auch nicht
wie ein 'Kinderteller' im Restaurant sein – genau das gleiche wie
für Erwachsene, nur weniger...“.
Als letzte
Sprecherin im Podium ergriff dann die Speyerer Kulturdezernentin,
Bürgermeisterin Monika Kabs, das Wort. Sie bezeichnete es
als eine durchaus beachtliche Tat, dass sich der Rat der Stadt
Speyer dazu entschlossen habe, die Städtische Musikschule zu
erhalten und ihr in der Salier-Schule eine neue Heimstatt zu
schaffen. „Andere Kommunen haben hier anders entschieden“, stellte
Kabs fest. Für den zuletzt in die Diskussion gekommenen
Skulpturengarten forderte sie mehr Experimentierfreudigkeit
ein.
Grundsätzlich aber schloss auch Kabs sich der Überzeugung aller
Redner an diesem Abend an, dass der zunehmende Finanzdruck nicht
zum „Totschlag-Argument“ gegen die Kultur und ihre Einrichtungen
werden dürfe. Die Dezernentin zählte sodann eine Vielzahl
kultureller Projekte auf, deren Fortbestand es für die Zukunft zu
sichern gelte. Für sie alle stelle die Stadt in aller Regel Gebäude
und Einrichtungen zur Verfügung, unterstütze sie mit Sachleistungen
und Personal. „Das kommt in Speyer rund 50 Vereinen mit über 6.000
Mitgliedern zugute“, betonte die Bürgermeisterin, die im folgenden
drei Schwerpunkte für die kulturelle Arbeit in der Stadt in der
näheren Zukunft aufzählte: Diese beträfen die Kinder- und
Jugendkultur samt der Stadtbibliothek, die Klassische und
Geistliche Musik sowie, nicht zuletzt, die Bildende Kunst.
Ziel aller Aktivitäten auf dem weiten Feld der Künste müsse es
nach ihrer Überzeugung sein, kulturelle Teilhabe für alle Menschen
in der Stadt zu ermöglichen.
In der anschließenden Diskussion wurde dann unter anderem noch
einmal die originäre Verantwortung der Eltern für die Entwickelung
des Verhältnisses ihre Kinder zu Kunst und Kultur hervorgehoben.
„Wir können nicht alles auf den Staat und die Allgemeinheit
abladen“, zeigten sich die Diskutanten einig und der Hauptreferent
des Abends bemerkte, dass „Kinder den besten Zugang zur Kunst
finden würden, wenn es ihre Eltern nur zulassen würden“.
Oder wie sagte es Goethe – so ein anderer Diskussionsteilnehmer?
„Wir könnten gut erzogene Kinder gebären, wenn wir nur gut
gebildete Eltern hätten...“
Dem musste Dr. Gottfried Jung am Ende des Abends nicht
mehr viel hinzufügen – nur noch seine Freude über die große
Resonanz auf die Einladung und die rege Beteiligung an der
Diskussion, die gezeigt hätten, dass die Speyerer CDU mit ihrem
engagierten Einsatz und dem 'Flagge-zeigen' für Kunst und Kultur in
Speyer voll „ins Schwarze“ getroffen habe. Foto: gc
Lesen Sie hierzu auch einen EINWURF von Gerhard
Cantzler 
28.02.2013
CDU-Kulturforum - Bilderalbum
Einwurf
Kunst – die Nahrung für die Seele - Kultur - Verfassungsziel
und Querschnittsaufgabe?
Von Gerhard Cantzler
Wer in der jüngsten Zeit die öffentliche Diskussion um die
Zukunft der Städtischen Finanzen verfolgte, der glaubte bei den
politischen Akteuren mitunter einen Anflug von Verzagtheit und
Resignation heraushören zu können. Denn können die noch so gut
gemeinten Zukunftsvisionen von Rat und Bürgerschaft überhaupt noch
etwas fruchten, wenn sie von den „Hütern“ und Exekutoren des KEF
gleich wieder kassiert und so ad absurdum geführt werden?
Da war es beim Ersten Kulturforum der Speyerer CDU erfrischend
zu hören, wie sich Oberbürgermeister Hansjörg Eger mit
bürgerschaftlichem Selbstbewusstsein gegen die „Übergriffigkeit“
der Bürokratien in Brüssel, Berlin und Mainz zu Lasten des Speyerer
Stadtsäckels aufstellte und sich – wie die gesamte Speyerer CDU –
gegen die Einordnung von Kunst und Kultur als „Freiwillige
Leistung“ und damit als „Steinbruch“ für die übergeordnete
Sparkommissare zur Wehr setzte.
Nein - die Förderung von Kunst und Kultur muss Pflichtaufgabe
auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen bleiben, weil
der Mensch ohne Kunst im eigentlichen Sinne nicht leben kann – weil
er ohne Kultur eigentlich gar nicht zum Menschsein befähigt ist.
Dass Hansjörg Eger Kultur nun als eine Querschnittsaufgabe bewerten
will, die sich künftig wie der berühmte „rote Faden“ durch alle
Haushaltspositionen ziehen muss, das eröffnet den Weg zu einer
Neubewertung aller Haushaltspositionen und macht Hoffnung darauf,
dass die Kultur, wenn sie schon nicht auf dem üblichen
Gesetzgebungsweg als ausdrückliches Verfassungsziel Eingang in
unser Grundgesetz findet, doch an der Basis, auf der Ebene unserer
Stadt, zum alltäglichen sittlichen Grundprinzip unseres Lebens
erhoben wird.
Auch in soweit hat das Kulturforum der Speyerer CDU sicher
Maßstäbe gesetzt und den Weg zu völlig neuen Horizonten
geöffnet.
Wie viel Kultur braucht der Mensch? Ohne Kunst und Kultur kein Leben!
Impulsreferat Dr. Manfred
Fuchs beim Forum "Kunst und Kultur" des
CDU-Kreisverbands Speyer am 26.2.2013 in Speyer
Ohne Kunst und Kultur kein
Leben!
Ein Leben ohne Kunst und Kultur ist nicht denkbar.
Sie machen unser Leben lebenswert und bereichern es. Kunst und
Kultur sind ein entscheidender Teil der Menschheitsgeschichte sowie
der abendländischen und deutschen Geschichte.
Sie machen unser Selbstverständnis und unsere
Identität aus; im übrigen fördern sie Gemeinschaft, Zusammenhalt,
Kreativität, Leistung sowie „Lebensglück“.
Kunst und Kultur sind
Vielfalt!
Kunst und Kultur umfassen sehr viele Bereiche, sehr
viele Ausdrucksformen, sehr unterschiedliche „Zielgruppen“ sowie
unzählige Ausübende, Aktivitäten und Ereignisse.
Die Vielfalt bereichert und befruchtet. Wer sie
verneint, zerstört Kunst und Kultur.
Kunst und Kultur brauchen
Freiheit
Schon das Grundgesetz für die Bundesrepublik
Deutschland besagt in Artikel 5: „Kunst und Wissenschaft, Forschung
und Lehre sind frei“!
Zu dieser Freiheit bekennen sich in aller Regel
auch die Träger und Förderer von Kunst und Kultur, nämlich die
öffentliche Hand, d. h. insbesondere die Länder und Kommunen
einerseits sowie die privaten Förderer und Sponsoren, d. h. die
Unternehmen, Verbände und Privatpersönlichkeiten andererseits.
„Neue Wege“ versus
„Klassiker“
Kunst und Kultur – auch das ergibt sich aus der
Freiheit – müssen „neue Wege“ gehen und haben dies immer getan.
Das Publikum sollte hier aufgeschlossen und tolerant sein, um sich
mit „neuen Sichtweisen“ auseinander zu setzen.
Das sollte jedoch nicht heißen, dass nur noch
„neue Wege“ gegangen werden. Neben der zeitgenössischen Kunst und
Kultur haben wir auch die Pflicht zur Pflege unseres kulturellen
Erbes und damit zur Präsentation und Vermittlung der „Klassiker“ in
der Bildenden Kunst, der Musik, der Literatur und den Theatern. Was
wirklich gut war, wird Bestand haben und verdient unser
nachhaltiges Interesse!
Es gilt der Grundsatz der Vielfalt!
Einseitigkeit in der einen oder anderen Richtung sollte keinen Raum
haben.
Kunst und Kultur sowie Gesellschaft und
Wirtschaft bedingen sich gegenseitig
Da ein Leben ohne Kunst und Kultur kein Leben
ist, brauchen Gesellschaft und Wirtschaft die Kunst und
Kultur.
Kunst und Kultur brauchen aber auch die
Gesellschaft und die Wirtschaft, denn sie sind gleichermaßen
Träger, Förderer und „Konsumenten“. Was sollten Theater, Museen
oder andere Kultureinrichtungen, wenn sie zur Erbringung ihrer
künstlerischen und kulturellen Leistungen nicht mehr die
erforderlichen materiellen Ressourcen bekämen oder niemand mehr
hinginge?
Beide Seiten bedingen sich also gegenseitig und
sind aufeinander angewiesen.
Deutschland hat eine überdurchschnittliche
„Kulturdichte“
Unser Land hat 6.000 Museen; in der Metropolregion
Rhein-Neckar sind es allein 196 Museen!
Im übrigen vereinigen der Deutsche Bühnenverein
als einer der ältesten und größten Theatervereine der Welt 430
Mitglieder und die Deutsche Orchestervereinigung 148 Orchester.
Das ist sicher eine im Vergleich zu den meisten
anderen Ländern der Welt besonders hohe „Kulturdichte“ und stellt
eine beachtliche Leistung für die Kunstschaffenden und für die
kunst- und kulturinteressierte Bürgerschaft dar.
„Bewertung“ von Kunst und Kultur? Relevanz,
Bedeutung, Kriterien, Maßstäbe und Effizienz?
„Bewertung“ von Kunst und Kultur im Sinne „guter“ oder
„schlechter“ Kunst und Kultur ist sicher unmöglich oder zumindest
problematisch. Dies ist letztlich eine sehr persönliche Frage, die
von der individuellen Wahrnehmung und Empfindung sowie der mehr
oder weniger intensiven Beschäftigung mit diesen Dingen abhängt, d.
h. mit Wissen, Bildung, Schulung und vergleichendem Überblick.
Auch erweist sich „gute“ oder „schlechte“ Kunst
und Kultur darin, dass sie „Bestand“ hat, d. h. man muss z. B. zu
einem Gemälde oder einer Komposition immer wieder zurückkehren
können und darin frühere Empfindungen nachhaltig bestätigt finden
oder neue Aspekte entdecken.
Und schließlich hängt diese persönliche
„Bewertung“ auch vom Lebensalter, der „Erfahrungskurve“ und der
momentanen Stimmung ab.
Gleichwohl ist es interessant und vermutlich
hilfreich, durch die Feststellung von Besucherzahlen, Zustimmungs-
und Zufriedenheits-Voten, Stimmen der Fachkritik und andere
Kriterien Entscheidungshilfen für die öffentliche und private
Förderung von Kunst und Kultur zu erhalten.
Kunst und Kultur in Deutschland im
Wesentlichen durch die öffentliche Hand finanziert
In Deutschland wird Kunst und Kultur – anders
als z. B. in den USA – ganz überwiegend durch die öffentliche Hand
finanziert, d. h. im Wesentlichen durch die Länder und die
Kommunen. Der Beitrag der Unternehmen, Verbände und
Privatpersönlichkeiten hat nach Art und Umfang eher ergänzenden
Charakter.
Dies macht Kunst und Kultur zu einer
gesellschaftlichen Angelegenheit.
Die öffentliche Hand muss weiterhin die
kulturelle „Grundversorgung“ und „Basisförderung“ sowie die nötige
Vielfalt und Breite gewährleisten. Die Wirtschaft kann und will
diese Rolle nicht übernehmen, sondern immer nur ergänzend, gezielt
und punktuell tätig werden und fördern.
Die öffentliche Förderung von Kunst und Kultur
ist nicht nur eine Geld-, sondern auch eine Prioritätenfrage
Die „Geldfrage“ steht in Zeiten der öffentlichen
Haushaltsnöte natürlich im Vordergrund, die Förderung von Kunst und
Kultur ist aber auch eine Frage der landes- und kommunalpolitischen
Prioritäten.
Es gibt eben Bundesländer und Städte, die der
Kunst und Kultur im Interesse der Bevölkerung einen besonders hohen
Rang einräumen und dies auch als Teil ihres bildungspolitischen
Auftrags sehen und andere, die – aus welchen Gründen auch immer –
ihre Prioritäten auf anderen Feldern setzen.
Kunst- und Kultur-Förderung durch die
Wirtschaft
Gute Unternehmen bekennen sich heute zu ihrer
Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und damit zur Förderung
von Kunst und Kultur, sie unterliegen jedoch den gesellschafts- und
steuerrechtlichen Bestimmungen, der Festlegung ihres
satzungsmäßigen Unternehmensgegenstands und Geschäftszwecks sowie
der Aufsicht durch Kontrollorgane und Behörden. Dies setzt
Grenzen!
Im Übrigen muss die Wirtschaft generell mit
ihren eigenen „Regeln“ zu Werk gehen und hier gilt natürlich, dass
mit dem Sponsoring ein optimaler Zweck erfüllt werden soll. Dies
führt dann oft zwangsläufig dazu, dass „Leuchttürme“ bzw. besonders
publikumswirksame Veranstaltungen eher gefördert werden als z. B.
ein lokales Laien- oder Mundarttheater, so sehr man dies „vor Ort“
bedauern möge. Die fördernde Wirtschaft ist heute in der Regel
überregional oder international bzw. global aufgestellt und hier
zählt dann eben vor allem das, was überregional oder international
wirkt.
Natürlich spielt „Mäzenatentum“ immer eine
gewisse Rolle, dies gilt aber insbesondere für vermögende
Privatpersonen oder Familien sowie für Eigentümerunternehmer.
Ziele, Motive, Restriktionen sowie Ergebnisse
der Kunst- und Kultur-Förderung durch die Wirtschaft
Unternehmen, Unternehmer und Unternehmertum sind
nicht nur in ihre Märkte eingebettet, sondern auch in ihr
gesellschaftliches Umfeld. Ohne diesen „Außenbezug“ sind sie heute
nicht mehr nachhaltig lebens- und zukunftsfähig! Hierher gehören
die Begriffe: Image, Attraktivität und Präferenzen, Good
Citizenship und Stakeholder Value.
Beim Kunst- und Kulturengagement der Wirtschaft
stehen heute im Grunde unternehmerische Gesichtspunkte im
Vordergrund. Eine Untersuchung hat vor einigen Jahren ergeben,
dass die Hauptzielsetzungen von Kulturengagement mit 41 % auf die
gesellschaftliche Verantwortung, mit 37 % auf kommerzielle und
kommunikative Ziele, mit 19 % auf die Mitarbeitermotivation und mit
3 % auf Liebhaberei entfallen.
Mit Kunst- und Kulturförderung lassen sich
eindeutig Wettbewerbsvorteile generieren. Nach der bereits
genannten Untersuchung gilt das insbesondere für das jeweilige
Unternehmensimage sowie für die Erzielung gesellschaftlichen
Wohlwollens gefolgt von der Chance von Medienauftritten,
Arbeitgeberattraktivität, Produkt- und Marktauftritt sowie
Investoreneinstellungen.
Es ist heute anerkannt, dass Kunst und Kultur in
den Unternehmen einen Beitrag leisten, in dem sie Kreativität,
Innovation sowie ein Klima der Offenheit und Leistungsorientierung
fördern. Kunst und Kultur machen unser Leben reicher. Auf dieser
Basis lässt sich einfach besser arbeiten! Was wären die Wirtschaft
und die Unternehmen, wenn sie nur aus Sach- und Fachbezogenheit
sowie aus ökonomischen Gegebenheiten bestehen würden?
Das kulturelle Engagement der Unternehmen ist
auch ein gewichtiger „weicher“ Standortfaktor, der die
Attraktivität der Metropolregion Rhein-Neckar fördert.
Wirtschaft sucht keinen inhaltlichen Einfluss
auf Kunst und Kultur
Der Kulturkreis des Bundesverbands der Deutschen
Industrie vertritt den Standpunkt, dass die Förderung der Kunst und
Kultur durch die Wirtschaft nicht mit inhaltlichen Auflagen
verbunden sein darf. Dies ist auch von den anderen Verbänden der
Wirtschaft sowie den Unternehmen in aller Regel anerkannt.
Natürlich kommen durch die Kunst- und
Kulturförderung der Wirtschaft und privater Persönlichkeiten
indirekt Präferenzen zum Ausdruck, denn der eine fördert lieber die
Bildende Kunst, der andere die Musik oder das Theater. Und der eine
setzt auf Zeitgenössisches und der andere auf das Klassische. Hier
muss es jedem Unternehmen und jeder Privatpersönlichkeit überlassen
bleiben, ob, wen und was man fördert. Auch hier gilt eben die
Freiheit dessen, der gibt!
„Leuchttürme“ der Kunst und Kultur
brauchen breite Fundamente!
Es besteht kein Zweifel, dass „Leuchttürme“
breite Fundamente brauchen. Sie bedingen und befruchten sich
gegenseitig.
Im übrigen sind Kunst und Kultur „vor Ort“, d.
h. in der Breite und in ihrer ganzen Vielfalt „bürgernah“ und in
ihrem Rahmen durchaus „effizient“. Sie bewirken erfahrungsgemäß
„Mitmach-Effekte“, Begeisterung, Initiative und Selbsthilfe,
gegenseitige Befruchtung sowie einen Beitrag zur Bildung; auch
bestehen hier nicht die psychologischen „Schwellen“ und
„Einstiegsbarrieren“ wie bei „Leuchttürmen“ und kulturellen
„Kathedralen“.
Kunst, Kultur und Demographie
Man wird mit Sorge sehen müssen, dass die
demografische Entwicklung in Deutschland und zahlreichen anderen
Ländern zu einer signifikanten Verringerung der Bevölkerung und zu
einem weiteren Anstieg des Durchschnittsalters führt.
Diese Dinge werden auch Auswirkungen für Kunst
und Kultur sowie deren Förderung haben.
Das Ergebnis dürften Schließungen im
„Grenzbereich“ unzureichender „Betriebsgrößen“, Budgets und
Attraktivität sein, d. h. eine gewisse Konzentration sowie ein
Trend zu größeren „Schwerpunkteinrichtungen“, die man dann
„Leuchttürme“ nennen möge.
Bedeutung der Kunst und Kultur für die
„Positionierung“ der Metropolregion Rhein-Neckar
Wenn Kunst und Kultur eine so zentrale Bedeutung
für unser Leben sowie für Gesellschaft und Wirtschaft haben, so
vermögen sie auch, zur Attraktivität einer Stadt und einer Region
beizutragen. Daher ist es folgerichtig, dass die Metropolregion
Rhein-Neckar Kunst und Kultur als einen außerordentlich wichtigen
„weichen“ Standortfaktor erachtet und dazu beitragen will, diesen
zu fördern.
Kunst und Kultur können der Metropolregion
Rhein-Neckar Image und Profil geben und helfen, diese Region
langfristig auch im europäischen Wettbewerb zu einer der
attraktivsten, bekanntesten und wettbewerbsfähigsten Regionen zu
machen.
Die Vertreter der Kunst und Kultur sollten sich
hierüber grundsätzlich freuen, denn eine Region, die sich zu diesen
Werten bekennt, ist sicher besser als eine Region, die sich nur auf
ihre materielle Basis beruft.
Dialog und Partnerschaft !
Gefragt sind nicht ein etwaiger
Interessengegensatz oder gar gegenseitige Ängste und
Beschuldigungen bzw. Kontroversen, sondern der Dialog und die
Partnerschaft zwischen Kunst und Kultur einerseits sowie
Gesellschaft und Wirtschaft andererseits!
28.02.2013
Sondereinsatz für die Speyerer Feuerwehr:
Der Versuch,
mit der Drehleiter die Unklarheiten über die „wahren“
Höhenverhältnisse bei den neuen Gebäuden auf dem „Erlus-Gelände“ zu
lichten
cr. Speyer. Heute Nachmittag auf dem abgeräumten Areal
des früheren Erlus-Geländes: Alle waren bemüht, ihr Bestes zu geben
– die Bauverwaltung hatte noch einmal die Ansichten, Entwürfe und
Grundrisse für die neue Wohnbebauung aufgehängt, die Architekten
des Investors die Eckpunkte der neuen Baukörper markiert und die
Freiwillige Feuerwehr Speyer mit ihrer großen Drehleiter die
Traufhöhe und die Falllinie des neuen Gebäudes an seiner
nordwestlichsten Ecke gekennzeichnet.
Stadträte, Anlieger und interessierte Bürger sollten sich – wie
in der Ratssitzung im Dezember beschlossen - einen Eindruck davon
verschaffen können, wie sich die Kubatur des neuen Baukörpers
gegenüber der Umgebungsbebauung ausmachen wird. „Gehen Sie in aller
Ruhe um das Grundstück herum und betrachten Sie die Situation von
allen Seiten – auch aus der Perspektive der Nachbarn“, empfahl
Oberbürgermeister Hansjörg Eger.
Und während
die einen diesem Rat folgten, drängten sich andere, heftig
diskutierend, um die Pläne. „Zwischen dem derzeit im Bau
befindlichen Gebäude westlich der Franz-Kirrmeier-Straße und der
Bebauung auf dem Erlus-Gelände werden mehr als 20 Meter Abstand
sein – die Angst, dass hier eine unansehnliche Straßenschlucht
entstehen könnte, ist also unbegründet“, so Stadtentwickler
Bernd Reif mit Verweis auf den viergeschossigen Rohbau auf der
gegenüberliegenden Straßenseite - auf dem ehemaligen
Dupré-Gelände.
Doch wie so oft ist auch hier sicher alles eine Frage der
Perspektive: Wer schon immer gegen diese Baumaßnahme war, wird sich
auch durch diese Höhendemonstration nicht von seiner ablehnenden
Meinung abbringen lassen – wer schon immer „dafür“ war, wird sich
darin bestärkt sehen, dass die Bebauung doch nicht zu hoch werden
wird.
Und wenn immer
wieder die Einschränkung des Blicks der aus Norden über die
Franz-Kirrmeier-Straße anfahrenden Passanten auf den Speyerer Dom
moniert wird, dann muss an die Wortmeldung von SPD-Ratsmitglied
Friedel Hinderberger bei der Ratssitzung am 16. Dezember
erinnert werden, bei der er monierte: „Man könnte grad meinen, alle
Speyerer wandern täglich über den Leinpfad, um von dort aus den Dom
zu betrachten“, und darauf verwies, dass es in der Stadt durchaus
noch viele andere Stellen gibt, von denen aus man die Kathedrale
nicht sehen kann
Das dunstig-trübe Wetter am heutigen Tag hat deshalb vermutlich
auch nicht dazu beigetragen, dass die Ratsmitglieder in dieser
Sache seit heute mehr Klarheit haben.
Vielleicht
wäre es besser gewesen, wenn die Ratsmitglieder, die immer noch
Zweifel an der architektonischen Sinnhaftigkeit des Projektes
haben, statt zum Erlus-Gelände einmal nach Ludwigshafen-Süd
gefahren wären. Dort ist nämlich in der Nachbarschaft der alten
Walzmühle ein neues Quartier entstanden, wo – was Höhen und
Abstände der Baukörper zu der Umgebungsbebauung angeht - ähnliche
Proportionen umgesetzt wurden wie sie für das Erlus-Gelände
vorgesehen sind. Danach hätte man sich vielleicht ein profunderes
Urteil bilden können..
Oder ist auch hier – wie so oft in Speyer - „bei uns halt alles
anders, als als sonst wo auf der Welt?“ Foto: gc
25.02.2013
Mit der Drehleiter die „wahren“ Höhenverhältnisse simuliert - Bilderalbum
Mit unaufgeregter Präzision ein traditionsreiches Symbol Speyerer Industriegeschichte „abgeräumt“
Kamin der
Alten Ziegelei auf dem Erlusgelände planmäßig gesprengt
Von Gerhard Cantzler
Heute, Samstag, 13:00 Uhr: Rund um das ehemalige
Erlusgelände am alten Rheinhafen finden sich bei bitter-kaltem
Nordwind und unaufhörlich niedergehendem Schneegriesel die ersten
Fotografen ein, suchen nach dem besten Platz, von dem aus sie den
für 15.00 Uhr angesetzten „Fall“ des 55 Meter hohen Kamins der
früheren Speyerer Ziegelwerke am besten „auf die Platte bannen“
können. „Eine Kaminsprengung habe ich noch nie erlebt“, meint einer
von ihnen, der es doch sehr bedauert, dass im Hintergrund der Dom
immer mehr in der diesig-grauen Schneewand verschwindet. „Als vor
Jahren der Kamin der 'elf-Raffinierie' fiel“, fährt der Fotograf
bedauernd fort,“da musste ich leider arbeiten“.
Arbeiten
mussten heute vor allem die Mitarbeiter des seit 35 Jahren als
Sprengmeister tätigen Dieter Schaal, die
den in den 1920er Jahren errichteten, doppelschaligen Schlot zum
Einsturz bringen sollten. Sie waren allerdings schon seit dem
frühen Morgen vor Ort, haben oberhalb des Kaminsockels in vierzig
Bohrlöchern mit Präzision und unaufgeregter Routine die
Sprengladungen aus zwei Kilogramm eines Spezialsprengstoffs
eingebracht und das ganze von außen mit Strohballen verdämmt und
abgesichert. „Eine im Grunde recht einfache Sprengung“, so Dr,
Arnold Müller von der Umweltabteilung der Struktur- und
Genehmigungsdirektion SGD Süd in Neustadt zu den Umstehenden,
handelte es sich bei dem Kamin doch um einfaches Ziegelmauerwerk
ohne Stahlarmierungen. „Das ist wie bei einem Baum, in den ein Keil
geschnitten wird, damit er dann in die richtige Richtung fällt“,
ergänzt Dr,. Müllers Kollege Rolf Zimmermann.
Andere
Mitarbeiter der Spezialfirma kontrollieren derweil noch einmal die
großräumig angelegten Absperrungen und schließen die letzten Lücken
in dem viele hundert Meter langen Bauzaun. Kein unbefugter
Schaulustiger darf sich mehr auf dem inzwischen weitgehend
abgeräumten ehemaligen Industriegelände aufhalten, wenn die
Ladungen scharf sind. Feuerwehr und Rettungsdienste haben ihre
Positionen bezogen und auch Speyers oberster Katastrophenschützer,
Oberbürgermeister Hansjörg Eger, ist inzwischen auf dem
Grundstück eingetroffen, wo ab dem kommenden Montag mit den
Arbeiten für eine umfangreiche Wohnbebauung begonnen werden
soll.
14:30 Uhr: Entlang der Franz-Kirrmeier-Straße haben sich
inzwischen zahllose Schaulustige eingefunden, die Balkone und
Vordächer der angrenzenden Häuser sind schwarz vor Menschen - wer
in seiner Wohnung Fenster zur Alten Ziegelei hin hat, der hat heute
viele Freunde. Auf der Straße quälen sich inzwischen Autofahrer auf
ihrem Weg von oder zum Einkaufen im Gewerbegebiet Auestraße durch
das Gewimmel, während gegenüber auf dem Deich Sicherheitskräfte vor
dem Gitterzaun patroullieren, die verhindern sollen, dass sich
Schaulustige dem Gelände zu sehr nähern. „Genau In unser Richdung
soll er falle“, informiert ein Speyerer mit leicht aufgeregtem
Tonfall seinen Nachbarn, „dort uff denne Schutthaufe soll er
uffschlaache“.
Um 14:58 Uhr
und 30 Sekunden ertönt zum ersten Mal das sogenannte
Trötensignal, ein heiser klingendes Alarmhorn – drei
Wasserfontänen, von der Speyerer Feuerwehr auf Anweisung von Rolf
Zimmermann vorbereitet, steigen entlang der geplanten Falllinie des
Kamins in den Himmel – sie sollen mit einem Wasserschleier den
aufsteigenden Staub möglichst rasch niederschlagen und so
verhindern, dass er bei dem herrschenden Nordostwind über die Stadt
getrieben wird. Dann ertönt die Tröte zum zweiten Mal – ein dumpfer
Knall – der Kamin neigt sich langsam, aber exakt in der
vorgesehenen Fallrichtung, zur Seite - zerbricht noch auf seinem
Weg auf den Boden in halber Höhe in mehrere Stücke und zerschellt
schließlich auf dem Boden.
Eine riesige Staubwolke steigt auf und
legt sich langsam über die Szenerie. „Eigentlich gar nicht so
spektakulär“, meint eine Zuschauerin, fast ein wenig enttäuscht, zu
ihrem Mann. Dennoch brandet an einigen Stellen Beifall auf für die
Experten, die einmal mehr mit ihrer Sprengung eine „Punktlandung“
hingelegt haben.
Jetzt aber rein ins Auto und nichts wie weg – heim ins Warme.
Nur wenige Minuten nach der Sprengung ist die so lange und
gründlich vorbereitete Aktion auch schon vorbei. Und von dem
stolzen Industriekamin - fast ein Jahrhundert lang weithin
sichtbares Symbol der traditionsreichen Speyerer Ziegelwerke -
bleiben nur noch ein gut fünfzig Meter langer Schutthaufen aus
Ziegelsteinen und Mörtel – und viele, viele Erinnerungsfotos.
Foto: gc; walmi
Sehen Sie hierzu auch unser Video von Michael
Waldschmidt: 
23.02.2013
Kamin der Alten Ziegelei auf dem Erlusgelände gesprengt - Bildealbum
Trauriger Rekord: 18 Tote im Feuerwehr-Einsatzjahr 2012
Ärgerlich: Zahl der
Fehlalarme durch Billig-Rauchmelder im Steigen - Speyerer Wehr
musste 511 mal ausrücken
spk. Speyer. Auch im vergangenen Jahr hatte die
Freiwillige Feuerwehr Speyer wieder alle Hände voll zu tun. Das
ging aus dem Jahresbericht 2012 hervor, den jetzt der Wehrleiter,
Stadtfeuerwehrinspekteur Michael Hopp und der
Pressesprecher der Wehr, Hubert Kling, bei einem
Pressegespräch beim zuständigen Städtischen Dezernenten,
Beigeordneten Frank Scheid vorstellte. Traurigste Zahl
dabei: 18 Tote – mehr als je zuvor in der Statistik der Speyerer
Feuerwehr – gestorben bei bei Verkehrsunfällen, häuslichen
Unglücksfällen oder durch Suizid – jeder einzelne für die
Wehrmänner, die an der Bergung der Toten beteiligt sind, eine
außergewöhnliche, eine extreme psychische Belastung.
Weniger dramatisch,
eher ärgerlich, die große, ebenfalls „spitzenmässige“ Zahl von 120
Fehlalarmen im vergangenen Jahr, 14 allein durch fehlerhaft
„losgegangene“ Rauchmelder. Minderwertige Produkte, fehlerhaft
montiert – da ist es dann nur eine Frage der Zeit, bis die
Feuerwehr auf der Schwelle steht, um einen vermeintlichen Brand zu
löschen. Und dann kann es teuer werden, wenn die Kosten für den
vergeblichen Einsatz in Rechnung gestellt werden müssen. Dennoch:
Niemand bei der Feuerwehr möchte die segensreichen Rauchmelder
missen, am wenigsten sicher die acht Speyerer, denen die Geräte
allein im vergangenen Jahr durch ihren Alarm wohl das Leben
gerettet haben.
Ein anderes Sorgenkind
der Speyerer Wehr: Die übergeordneten Straßenzüge rund um die Stadt
– die Autobahn A 61 und die Bundesstraßen B 9 und 39. Insbesondere
durch die Dauerbaustelle auf der Rheinbrücke der A 61 ist es 2012
erneut zu zahlreichen, zum Teil schwersten Unfällen mit Toten und
Verletzten unterschiedlicher Schwere gekommen. Und auch im
laufenden Jahr rechnen die Männer um Michael Hopp hier nicht mit
einer Entspannung – ganz im Gegenteil: Aufgrund der bevorstehenden,
neuen halbseitigen, mitunter sogar Vollsperrungen muss mit einer
Ableitung des Verkehrs auf die Bundesstraßen B 9 und 39 und in der
Folge davon mit Staus auf der Stadtumgehung und vermutlich auch
wieder mit vielen Unfällen gerechnet werden.
522 mal sind die Einsatzfahrzeuge im vergangenen Jahr ausgerückt
– öfter zwar als im Jahr zuvor – dennoch aber bei längerfristiger
Betrachtung durchaus im Schnitt. 108 mal musste dabei gelöscht
werden, dreimal sogar mit „großem Besteck“ - Großbrände auf einem
Campingplatz, ein Waldbrand und ein Gebäudebrand in der Innenstadt,
der auf die Nachbarschaft überzugreifen drohte. Verschont geblieben
ist Speyer im letzten Jahr dagegen von größeren oder auch kleineren
Naturkatastrophen, Sturm, Starkregen oder gar Hochwasser mit
Überschwemmungen blieben weitestgehend aus.
Meist Brandstiftung sei
die immer noch große Zahl von 24 Abfallbränden, wusste Hubert Kling
zu berichten, rückläufig dagegen sei die Zahl der durch Tiere
ausgelösten Einsätze ebenso wie die Einsätze zur Abwendung von
Umweltgefahren. Hier sei die Speyerer Wehr jedoch durch gut
ausgebildetes Personal und durch entsprechende technische
Ausrüstung gut „aufgestellt“, sei aber dennoch nicht traurig, wenn
ihr Können und ihr Material micht in „Ernstfällen“ getestet werden
musste..
Interessant schließlich noch eine letzte Zahl: Genau jeder
zweite Einsatz im Berichtsjahr – 261 an der Zahl – betraf
technische Hilfeleistungen – auch hier eine spürbare
Aufwärtstendenz.
Und dann war da natürlich noch die Frage, wie es mit der
zukünftigen Unterbringung der Feuerwache weitergehen soll. Hier
konnte Beigeordneter Frank Scheid berichten, dass die Beratungen
des neuen Feuerwehrbedarfsplanes in den zuständigen städtischen
Ausschüssen abgeschlossen sei und wohl in der März- oder
April-Sitzung des Stadtrates endgültig verabschiedet werden soll.
Und dann wird vermutlich auch feststehen, wo die neue(n)
Feuerwache(n) in der Stadt ihren Platz finden sollen, um möglichst
innerhalb der angepeilten Acht-Minuten-Frist jede Stelle in der
Stadt erreichen zu können.
Man darf gespannt sein..... Foto: spk-Achiv
Hier lesen Sie die Statistik der Feuerwehreinsätze 2012

22.02.2013
Einsatzstatistik 2012 der Feuerwehr Speyer
Einsatzstatistik der Feuerwehr 2012
Die Feuerwehr der Stadt Speyer musste im
vergangenen Jahr zu insgesamt 522 Einsätzen ausrücken. Damit
schlugen wieder 64 Einsätze mehr zu Buche als im Jahr 2011, das
aber im langjährigen Vergleich ein sehr schwaches Jahr war:
-
-
-
-
-
-
|
Jahr:
|
Einsätze:
|
|
1997
|
468
|
|
1998
|
454
|
|
1999
|
601
|
|
2000
|
544
|
|
2001
|
552
|
|
2002
|
504
|
|
2003
|
540
|
|
2004
|
467
|
|
2005
|
602
|
|
2006
|
627
|
|
2007
|
522
|
|
2008
|
473
|
|
2009
|
519
|
|
2010
|
579
|
|
2011
|
458
|
|
2012
|
522
|
Die 522 Einsätze lassen sich aufgliedern in:
-
-
|
|
2012:2012:
|
2011
(zum Vergleichzum
Vergleich):
|
|
Brände
|
109
|
20,9 %
|
106
|
23,1 %
|
|
Technische Hilfeleistungen
|
261
|
50,0 %
|
223
|
48,7 %
|
|
Fehlalarme
|
120
|
23,0 %
|
98
|
21,4 %
|
|
Sicherheitswachen
|
32
|
6,1 %
|
31
|
6,8 %
|
Im Vergleich zum Jahr 2011 waren deutlich mehr
Technische Hilfeleistungen und Fehlalarme zu verzeichnen.
Brände
Die Feuerwehr wurde zu insgesamt 109
Bränden alarmiert, zum Glück für die Stadt und ihre Bürger
waren dies aber meist kleinere Einsätze.
Der Löwenanteil der Brandmeldungen hatte sich
beim Eintreffen der Feuerwehr von selbst erledigt (41) oder konnte
auf einen "Kleinbrand" begrenzt werden, zu löschen mit einem
Kleinlöschgerät (9) oder aber mit einem Strahlrohr und wenigen
Litern Wasser (48).
Brände, die einen größeren Löscheinsatz
erforderten – Mittelbrände (8) und Großbrände (3) –, waren zum
Glück die Ausnahme.
Die Einteilung der Brandereignisse in Kleinbrand
(A oder B), Mittelbrand und Großbrand ist übrigens bundesweit
festgelegt und richtet sich nach Anzahl und Art der eingesetzten
Löschgeräte, nicht nach dem Ausmaß des Feuers oder der Höhe des
entstandenen Schadens.
So sind unter dem Begriff "Großbrand"
Brände erfasst, bei denen mehr als 3 C-Strahlrohre oder aber
Sonderrohre, z. B. Wasserwerfer, im Einsatz waren. Die drei
Großbrände des letzten Jahres waren:
am 12.03. der Brand von 3 Wohnwagen samt
Vorzelten auf einem Campingplatz in der Tullastraße,
am 03.04. standen in einem Wäldchen am Birkenweg
etwa 2.500 m² Gestrüpp in Flammen,
am 23.09. brannte in der Johannesstraße eine
Dachwohnung aus, auch der Dachstuhl wurde schwer beschädigt.
Nicht immer hatten sich bei den Gebäudebränden
die Bewohner selbst in Sicherheit bringen können. Insgesamt 6
Personen wurden von der Feuerwehr gerettet bzw. bis zum
Eintreffen des Rettungsdienstes versorgt, 4 mit Verdacht auf
Rauchgas-vergiftungen, 2 mit Verbrennungen. Spektakuläre
Rettungsaktionen, z. B. über Leitern, waren jedoch nicht
erforderlich.
Hoch blieb auch in 2012 die Zahl der Brände von
Abfällen aller Art (Mülltonnen, Müllcontainer, Wertstoffbehälter,
loser Müll und Gerümpel sowie Grünabfälle), die oft auf
Brandstiftung zurückzuführen sind (24 Fälle).
Kurios waren 4 Fälle von Brandstiftung an
Fahrrädern im Unterstand am Bahnhof. Auch Briefkästen der Post sind
immer wieder das Ziel von Vandalen (3).
Relativ gering war im vergangenen Jahr, wie
schon in den Jahren zuvor, die Zahl der Wald- oder Flächenbrände.
Dies hängt sehr stark von der Witterung ab.
Technische Hilfeleistungen
Der Schwerpunkt der Tätigkeit der Feuerwehr
Speyer liegt ganz eindeutig weiter auf den insgesamt 261
Technischen Hilfeleistungen verschiedenster Art.
Die Feuerwehr wird dabei zu allen möglichen,
auch neuen und außergewöhnlichen Situationen gerufen, oftmals ist
Improvisationstalent gefragt, die Feuerwehr wird zum oft zitierten
"Mädchen für Alles".
Im Bewusstsein der Bürger und Institutionen –
städtische Dienststellen, Polizei, andere Einrichtungen – ist die
Feuerwehr jederzeit rund um die Uhr verfügbar und schnell
einsatzbereit. Dabei wird oft übersehen, dass die Feuerwehr Speyer
im Grunde eine Freiwillige Feuerwehr ist und außerhalb der
regulären Arbeitszeiten immer ehrenamtliche Feuerwehrleute
verständigt werden müssen.
Im vergangenen Jahr kam es zu auffallend vielen
schweren Verkehrsunfällen mit Verletzten und auch Toten, allein 8
Unfälle im Rückstau vor der Brückenbaustelle auf der A 61 in
Fahrtrichtung Hockenheim, oft waren LKW beteiligt.
Insgesamt war die Anzahl der Alarmierungen zu
Rettungseinsätzen weiterhin hoch (29 Fälle von Personen in einer
technischer Notlage, 37 Fälle von Tür öffnen bei einer Notlage,
wenn manchmal auch nur vermutet).
Bei diesen Hilfeleistungen wurden durch die
Speyerer Feuerwehr letztlich insgesamt 48 Menschen (2011:
33) aus einer bedrohlichen oder hilflosen Lage befreit:
eingeklemmt nach Verkehrsunfall (4 Personen)
-
Tür öffnen, hilflose Lage (18 Personen)
-
im Aufzug eingeschlossen (20 Personen)
-
Patiententransport in schwieriger Lage (6
Personen)
Leider wurde die Feuerwehr im letzten Jahr bei
ihren Hilfeleistungen auch mit insgesamt 18 Toten
konfrontiert, so vielen wie noch nie in einem Jahr bisher.
In 11 Fällen von Türöffnung lag die Person
jeweils tot in der Wohnung, 1 Patient verstarb vor Ort an seiner
Erkrankung noch bevor er mit der Drehleiter transportiert werden
konnte, 1 Leiche musste nach einem Sprung aus dem 6. OG von einem
Vordach geborgen werden, 5 Personen konnten nach Verkehrsunfällen
nur noch tot geborgen werden.
Die Zahl von Einsätzen mit Tieren war wieder
rückläufig (2012: 39 Fälle, 2011: 48 Fälle, 2010: 53 Fälle, 2009:
70 Fälle). Betroffen sind meist Hunde und Katzen sowie Vögel aller
Art in den unterschiedlichsten Situationen (freilaufend,
eingeklemmt, verletzt), aber z. B. auch ein Igel, eine Schildkröte,
eine Zwergziege oder eine Schlange.
Auch Einsätze unter dem Stichwort "Umweltschutz"
waren weiter rückläufig (2012: 21 Fälle, 2011: 33 Fälle, 2010: 37
Fälle, 2009: 34 Fälle, in 2008 noch 57). Hier wirkt sich vor allem
aus, dass die Beseitigung von reinen Ölspuren auf Straßen nicht
mehr Aufgabe der Feuerwehr ist.
Von Unwettern wie Stürmen oder Starkregen blieb
die Stadt im letzten Jahr weitest-gehend verschont, wodurch die
Anzahl der Einsätze unter dem Stichwort "droht zu fallen" relativ
gering ist. Die hohe Zahl der Wasserschäden wurde vor allem durch
den starken Frost im Februar oder aber durch technische Defekte
verursacht.
Weiterhin hoch blieb die Zahl der Einsätze unter
dem Stichwort "Tür öffnen" (60). Oft wird die Feuerwehr in einem
Notfall – real oder vermutet – alarmiert (37), aber auch im Auftrag
der Polizei (14) oder wenn kein Schlüsseldienst zu erreichen ist
(9).
Fehlalarme
Im Jahr 2012 musste die Speyerer Feuerwehr zu
insgesamt 120 Fehlalarmen ausrücken, so vielen wie noch nie
im Laufe eines Jahres.
Genau die Hälfte dieser Fehlalarme ging auf
automatische Brandmeldeanlagen zurück (60 Fälle). In Speyer
sind derzeit 96 Objekte mit solchen Meldeanlagen verschiedenster
Art ausgestattet, Tendenz weiter steigend.
Solche Meldeanlagen haben aber auch ihren
Nutzen: in mehreren Fällen in den letzten Jahren konnten so Brände
frühzeitig entdeckt und eingedämmt werden.
Bei den Fehlalarmen "im guten Glauben" (56
Fälle, in 2011 noch 33 Fälle) beginnt sich die Ausstattung der
Wohngebäude mit Rauchwarnmeldern bemerkbar zu machen (2012:
14 Fälle, 2011: 6 Fälle).
Aber auch der Nutzen der Rauchwarnmelder beginnt
deutlich zu werden: in 8 Fällen wurden durch solche Melder Brände
frühzeitig entdeckt und gingen meist glimpflich aus. Wir werden
hier die Entwicklung aufmerksam beobachten.
Sicherheitswachen
Brandsicherheitswachen werden meist bei
Veranstaltungen mit größeren Menschen-ansammlungen oder solchen mit
besonderer Feuergefahr (Feuerwerke, Pyro-technik) eingerichtet.
Im Jahr 2012 waren insgesamt 32
Sicherheitswachen zu stellen.
Die Speyerer Feuerwehr leistete im letzten
Jahr in 3 Fällen Nachbarschaftshilfe. Einmal war von der FF
Schifferstadt eine Wärmebildkamera angefordert worden, einmal der
moderne ABC-Erkundungskraftwagen zu Messungen nach einem Unfall mit
Gefahrstoffen in Germersheim, einmal eine Drehleiter beim Brand in
einer Kiessortieranlage in Otterstadt.
Einzelheiten zur Statistik und zu besonderen
Einsätzen entnehmen Sie bitte den beige-fügten Übersichten. Zur
Kenntnis liegen zusätzlich ein Vergleich der Einsatzzahlen
2011/2012 und eine Gesamtübersicht der Einsätze von 1995 bis 2012
bei.
Einsätze 2012
|
MonatMMonat
|
B
|
TTT
|
FF
|
SS
|
insg.insg.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Januar
|
10
|
20
|
4
|
1
|
35
|
|
Februar
|
8
|
34
|
15
|
1
|
58
|
|
März
|
16
|
15
|
7
|
2
|
40
|
|
April
|
4
|
20
|
8
|
2
|
34
|
|
Mai
|
18
|
31
|
6
|
1
|
56
|
|
Juni
|
9
|
17
|
14
|
1
|
41
|
| Juli |
8
|
24
|
10
|
15
|
57
|
|
August
|
5
|
19
|
13
|
0
|
37
|
|
September
|
13
|
29
|
13
|
3
|
58
|
|
Oktober
|
3
|
18
|
12
|
2
|
35
|
|
November
|
9
|
19
|
9
|
2
|
39
|
|
Dezember
|
6
|
15
|
9
|
2
|
32
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
insgesamt
|
109
|
261
|
120
|
32
|
522
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Anteil in %
|
20,9
|
50,0
|
23,0
|
6,1
|
|
|
|
|
|
|
|
|
B = Brände F = Fehlalarme
T = Technische Hilfeleistungen S = Sicherheitswachen
H. Kling, 2012
Einsätze 2012 – Auswertung
|
Besondere Einsätze:Besondere
Einsätze
|
| Januar |
03.
|
Franz-Schöberl-Straße: nächtlicher Schwelbrand in einem
Abstellraum einer Wohnanlage, Treppenhaus verqualmt,
Polizei kann Bewohner rechtzeitig in Sicherheit bringen
|
|
13.
|
B 39, AS SP-Zentrum: Frontalzusammenstoß zweier PKW,
ein Mann eingeklemmt und getötet, die Bergung ist schwierig
|
|
15.
|
Am Wasserturm: Tür öffnen, da zwei Behinderte vermisst, Mann
tot in Wohnung, Frau hilflos
|
| Februar |
---
|
Stadtgebiet: der lange, strenge Frost beschert der Feuerwehr
zahlreiche Wasserschäden durch geplatzte Leitungen (16
Fälle),
auch vermeintlich festgefrorene, hilflose oder verletzte
Tiere
werden verstärkt gemeldet (8 Fälle)
|
| März |
10.
|
Nikolaus-von-Weis-Straße: ein abgestellter LKW 7,5 t brennt
mitten in der Nacht völlig aus
|
|
12.
|
Tullastraße / Steinhäuserwühlsee: im Campinggebiet brennen
drei Wohnwagen, Vorzelte und Gartenhäuschen ab
|
|
19.
|
A 61 > Hockenheim: in der Baustelle an der Rheinbrücke
brennt
ein PKW völlig aus
|
|
20.
|
A 61 > Hockenheim: Kollision zwischen PKW und LKW, die
Feuerwehr muss den schwer verletzten und eingeklemmten
PKW-Fahrer mit hydraulischen Rettungsgeräten befreien
|
|
24.
|
Bahnhofstraße: schwerer Unfall mit 2 PKW, ein Fahrzeug in
Tankstelle geprallt, 3 Schwer- und 4 Leichtverletzte, Unter-
stützung des Rettungsdienstes, Aufräumungsarbeiten.
|
|
25.
|
L 528 > Böhl-Iggelheim: PKW brennt völlig aus, Holzbrücke
dabei beschädigt, Betriebsstoffe in Bach gelaufen
|
|
31.
|
B 9: Verkehrsunfall mit 3 PKW, ein Fahrzeug auf dem Dach,
nur Aufräumungsarbeiten
|
| April |
03.
|
Birkenweg: in einem Wäldchen an der Kurpfalz-Kaserne stehen
etwa 2.500 m² Bodenbewuchs in Flammen, insgesamt sind
3 Strahlrohre und 2 Wasserwerfer im Einsatz
|
|
11.
|
B 39, AS SP-Zentrum: Verkehrsunfall mit 4 PKW und 1 LKW,
Kleinbus umgestürzt, 5 Leichtverletzte, Aufräumungsarbeiten
|
|
27.
|
Alter Hafen: 12-Meter-Yacht droht zu sinken, Ölsperre um das
Boot ausgebracht, dann mit Bordmitteln gelenzt
|
| Mai |
07.
|
Otto-Mayer-Straße: im Keller der Sporthalle des
Hans-Purrmann-
Gymnasiums brennt eine Tischtennisplatte, starker Rauch
|
|
16.
|
A 61 > Ludwigshafen / AS Hockenheim: Auffahrunfall mit
zwei
LKW, Tank aufgerissen, etwa 300 Liter Diesel ausgelaufen
|
|
---
|
Innenstadt: immer wieder werden nachts Wertstoffsäcke und
Mülltonnen in Brand gesteckt, die Feuerwehr rückt 6 mal aus,
weitere Brandstellen werden von der Polizei gelöscht
|
|
30.
|
B 39, AS SP-Süd: Verkehrsunfall mit 1 LKW und 3 PKW, eine
Person eingeklemmt, mit hydraulischem Schneid- und Spreiz-
gerät befreit
|
| Juni |
06.
|
Otterstadt: Unterstützung mit einer Drehleiter bei einem
Brand
in einer Kiessortieranlage
|
|
06.
|
A 61 > Hockenheim: Verkehrsunfall, PKW unter LKW, Fahrer
schwer verletzt, ausgelaufene Betriebsstoffe, Trümmer räumen
|
|
17.
|
Am Neuen Rheinhafen / Ölhafen: nächtliche Suche nach
vermisster Person, im Einsatz sind die Feuerwehren Speyer,
Otterstadt und Waldsee, die SEG Wasserrettung und die
Rettungshundestaffel Frankenthal, ohne greifbares Ergebnis
|
|
19.
|
Rhein / Leinpfad: Person von Rheinbrücke gesprungen, Suche
mit mehreren Booten, dann Abbruch, da vermutlich Mutprobe
|
|
29.
|
Maximilianstraße: Verpuffung in der Toilette eines Imbisses,
vermutlich durch Treibgas aus einer Spraydose, 2 Jugendliche
mit schweren Verbrennungen
|
| Juli |
09.
|
Hilgardstraße: ein Patient des Diakonissenkrankenhauses
springt
aus dem 6. OG, Bergung der Leiche vom Vordach
|
|
19.
|
B 9, AK Speyer > AS SP-Nord: ein Sattelzug fährt
ungebremst
auf einen stehenden LKW der Straßenmeisterei auf, der Fahrer
des Sattelschleppers wird getötet
|
|
25.
|
Kardinal-Wendel-Straße: eine Küche im Untergeschoß eines
Wohnhauses brennt völlig aus, das ganze Gebäude ist
verqualmt
|
|
26.
|
Berghäuser Altrhein: Patient mit schwerem Kreislaufkollaps
im
Auwald wird mit dem Mehrzweckboot an die Anlegestelle Rhein-
häuser Fähre gebracht und dort von einen RTW übernommen
|
|
29.
|
A 61 > Hockenheim, Höhe Waldseer Straße: PKW in Vollbrand,
Benzin läuft aus und setzt über einen Kanaleinlauf auch die
Böschung in Brand
|
| August |
12.
|
Salierbrücke / Höhe Kanuclub: Person droht nachts von der
Brücke auf Land zu springen, Sprungpolster in Stellung
gebracht, Boot auf dem Rhein in Bereitschaft, kann nach mehr
als 2 Stunden von der Polizei zur Aufgabe bewegt werden
|
|
12.
|
Ludwigstraße: nachts Rauchwarnmelder ausgelöst, Wohnung
gewaltsam geöffnet, Räume verqualmt, zwei zunächst nicht
ansprechbare Personen aus der Wohnung gerettet und an
Rettungsdienst übergeben, in der Küche Essen verbrannt
|
| September |
03.
|
A 61 > Hockenheim: in der Baustelle vor der Rheinbrücke
brennt ein Kleintransporter völlig aus
|
|
09.
|
Speyer-Süd / -Vogelgesang: nächtliche Suche nach einem
älteren Mann, Rettungshunde im Einsatz, erfolglos
abgebrochen
|
|
12.
|
Bahnhof: während der Fahrt war an einem S-Bahn-Zug ein
Dachaufbau in Brand geraten, durch Regen erloschen, Ober-
leitung kann nicht abgeschaltet werden, Einsatz abgebrochen
|
|
22.
|
Landauer Straße / Nähe Stadtgärtnerei: ein PKW prallt
frontal
gegen einen Baum, die Fahrerin verstirbt noch vor Ort
|
|
23.
|
Johannesstraße: Großbrand in Dachstuhl, Firstraum brennt
aus,
Schutz der Nachbargebäude über 2 Drehleitern, Aufräumungs-
arbeiten ziehen sich über mehr als 6 Stunden hin
|
|
26.
|
A 61 / AK Speyer: ein Volvo fährt nachts auf einen Opel
Corsa
auf, zwei im Fond eingeklemmte Personen mit einfachen
technischen Mitteln befreit, eine Person vor Ort verstorben
|
| Oktober |
04.
|
A 61 > Hockenheim: LKW auf Sattelzug aufgefahren, Fahrer
im
Beinbereich eingeklemmt, mit hydraulischen Rettungsgeräten
befreit, per Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen
|
|
10.
|
A 61 > Hockenheim: im Baustellenstau 1 LKW und 3 PKW
kollidiert, insgesamt 4 Verletzte, Aufräumungsarbeiten
|
| November |
08.
|
Industriestraße: eine auf dem Hof einer Autofirma
abgestellte
LKW-Zugmaschine brennt völlig aus
|
|
14.
|
A 61 > Hockenheim: PKW auf Sattelzug aufgefahren, unter
den
Auflieger geschoben, Fahrer eingeklemmt, mit hydraulischen
Rettungsgeräten befreit, wenig später verstorben
|
|
23.
|
A 61 > Hockenheim: PKW auf Lastzug mit Anhänger geprallt,
Hinterachse des Hängers abgerissen, PKW-Fahrer schwer
verletzt, mit Rettungshubschrauber ins Krankenhaus
|
Einsatzstatistik 2012:
109 Brände
1. Unterscheidung nach Brandarten:
|
|
Stichwort:Stichwort
|
Bedeutung:Bedeutung:
|
|
41 (41) x
|
kein Löscheinsatz
|
bei Ankunft der Feuerwehr gelöscht / selbst erloschen
|
|
9 (10) x
|
Kleinbrand A
|
Kleinlöschgerät genügt, z. B. Feuerlöscher
|
|
48 (48) x
|
Kleinbrand B
|
1 C-Rohr im Einsatz (ca. 100 l Wasser / min)
|
|
8 (6) x
|
Mittelbrand
|
2 oder 3 C-Rohre gleichzeitig im Einsatz
|
|
3 (1) x
|
Großbrand
|
mehr als 3 C-Rohre oder Wasserwerfer im Einsatz
|
2. Unterscheidung nach Brandobjekten:
|
|
Stichwort:
|
WeitereWeitere Unterscheidung:
Unterscheidung:
|
|
23 (21) x
|
Wohngebäude
|
4 x Wohnraum
2 x Küche
10 x Küche, nur angebranntes Essen
4 x Keller
2 x Dachstuhl, -wohnung
1 x Abstellraum
|
|
14 (17) x
|
Sonstige Gebäude
|
5 x Industrie-, Gewerbebetrieb
1 x Ladengeschäft
1 x Bank
1 x Gaststätte
2 x Schule
4 x Senioren-, Pflegeheim
|
|
19 (14) x
|
Fahrzeuge
|
7 x PKW
1 x Wohnmobil, -wagen
10 x LKW, Anhänger, Auflieger
1 x S-Bahn-Zug (Dachaufbau)
|
|
15 (22) x
|
Grünflächen
|
6 x Waldfläche
2 x Grasfläche
4 x einzelner Baum, Baumstumpf
3 x Hecke, Buschwerk
|
(Vorjahr in Klammern)
|
38 (32) x
|
Sonstiges
|
7 x Mülltonne, -container
3 x Wertstoffsäcke
2 x Altkleidercontainer
7 x Abfälle, Gerümpel (lose)
5 x Grünabfälle
2 x Kleinbauten:
- Wartehäuschen
- Toilettenhäuschen
12 x andere Brandobjekte:
- Briefkasten der Post (3)
- Fahrrad in Unterstand (4)
- Gartenbank
- Holzverschlag
- Klettergerüst aus Holz
- Palme in Topf
- Klimagerät an Gebäude
|
(Vorjahr in Klammern)
insatzstatistik 2012:
261 Technische Hilfeleistungen
|
|
Stichwort:
|
Weitere Unterscheidung:Weitere
Unterscheidung:
|
|
29 (27) x
|
Person in Notlage
|
8 x eingeklemmt nach Verkehrsunfall
5 x droht zu springen / fallen
5 x in Aufzug eingeschlossen
7 x Patiententransport mit Drehleiter
1 x Patiententransport mit Gerät
3 x Personensuche
|
|
39 (48) x
|
Einsatz mit Tieren
|
37 x Rettung von Tieren
2 x Bergung Kadaver
|
|
21 (33) x
|
Umweltschutz
|
2 x freigesetzte Gefahrstoffe
3 x Gas-, Chemiegeruch / Messeinsatz
11 x austretende Stoffe nach Verkehrsunfall
2 x auslaufende Stoffe aus KFZ (ohne Unfall)
1 x Bergung von Gefahrstoffen
2 x Gewässerverunreinigung Bach
|
|
13 (16) x
|
droht zu fallen ...
|
11 x Baum, Ast
2 x Bauteil
|
|
61 (13) x
|
Wasserschaden
|
29 x in Wohnräumen
20 x in Kellerräumen
12 x sonstige Räume
|
|
60 (63) x
|
Tür öffnen
|
37 x in einer Notlage (32)
14 x im Auftrag der Polizei (14)
9 x ohne Notlage (17)
|
|
38 (23) x
|
Sonstiges
|
1 x Leichenbergung
12 x KFZ-Bergung, Aufräumen nach Unfall
3 x Bergung von Gegenständen
16 x technische Hilfeleistungen für Stadt / SWS
6 x sonstige technische Hilfeleistungen
|
(Vorjahr in Klammern)
Einsatzstatistik 2012:
120 Fehlalarme
1. Unterscheidung:
|
|
|
|
56 (33) x
|
Anrufer in gutem Glauben
davon 14 x Rauchwarnmelder in Wohnung ausgelöst (6)
|
|
4 (1) x
|
vermutlich in böswilliger Absicht
|
|
60 (64) x
|
durch eine automatische Brandmeldeanlage
|
(Vorjahr in Klammern)
2. Brandmeldeanlagen:
|
Nr.:Nr:
|
Objekt:Objekt
|
Anzahl der Alarme: der
Alarme:Anzahl
|
|
|
1004
|
(einzelne Objekte unkenntlich gemacht)
|
|
1
|
|
1005
|
|
|
1
|
|
1006
|
|
|
2
|
|
1011
|
|
|
1
|
|
1014
|
|
|
1
|
|
1018
|
|
|
1
|
|
1019
|
|
|
1
|
|
1022
|
|
|
2
|
|
1023
|
|
|
4
|
|
1024
|
|
|
1
|
|
1026
|
|
|
1
|
|
1028
|
|
|
1
|
|
1029
|
|
|
1
|
|
1031
|
|
|
3
|
|
1033
|
|
|
1
|
|
1037
|
|
|
1
|
|
1043
|
|
|
1
|
|
1046
|
|
|
2
|
|
1048
|
|
|
1
|
|
1052
|
|
|
4
|
|
1055
|
|
|
1
|
|
1057
|
|
|
1
|
|
1060
|
|
|
1
|
|
1061
|
|
|
3
|
|
1069
|
|
|
7
|
|
1075
|
|
|
2
|
|
1076
|
|
|
1
|
|
1080
|
|
|
3
|
|
1082
|
|
|
3
|
|
1085
|
|
|
2
|
|
1090
|
|
|
1
|
|
1092
|
|
|
1
|
|
1093
|
|
|
1
|
|
1098
|
|
|
2
|
Einsatzstatistik 2012:
Sicherheitswachen
|
Nr.
|
E-Nr.E-Nr.
|
Datum:
|
Zeitraum: |
Anlass: Anlass: |
|
1
|
24
|
21.01.2012
|
17.50 – 23.30
|
Hist. Museum /
Round-Table-Charity
|
|
2
|
84
|
18.02.2012
|
19.45 – 02.05
|
Hist. Museum / Faschingsparty
|
|
3
|
104
|
10.03.2012
|
14.45 – 18.05
|
Hist. Museum / Ausstellungseröffnung
|
|
4
|
113
|
18.03.2012
|
13.30 – 16.30
|
Sommertagszug
|
|
5
|
152
|
15.04.2012
|
20.25 – 21.55
|
Frühjahrsmesse / Feuerwerk
|
|
6
|
167
|
30.04.2012
|
20.00 – 02.45
|
Hist. Museum / Tanz in den Mai
|
|
7
|
169
|
01.05.2012
|
10.00 – 13.30
|
Demonstration / Bereitschaft in Wache
|
|
8
|
224
|
01.06.2012
|
19.00 – 02.10
|
Hist. Museum / Kult(o)urnacht
|
|
9
|
282
|
12.07.2012
|
20.00 – 24.00
|
Brezelfest
|
|
10
|
284
|
13.07.2012
|
20.00 – 02.00
|
Brezelfest
|
|
11
|
287
|
14.07.2012
|
20.00 – 02.00
|
Brezelfest
|
|
12
|
289
|
15.07.2012
|
14.00 – 19.00
|
Brezelfest
|
|
13
|
292
|
15.07.2012
|
19.00 – 24.00
|
Brezelfest
|
|
14
|
294
|
16.07.2012
|
20.00 – 24.00
|
Brezelfest
|
|
15
|
295
|
17.07.2012
|
09.37 – 10.43
|
Flugplatz / Sonderlandung Formel 1
|
|
16
|
296
|
17.07.2012
|
20.00 – 24.00
|
Brezelfest
|
|
17
|
297
|
17.07.2012
|
21.45 – 23.15
|
Brezelfest / Feuerwerk
|
|
18
|
299
|
18.07.2012
|
14.54 – 15.47
|
Flugplatz / Sonderlandung Formel 1
|
|
19
|
302
|
19.07.2012
|
11.10 – 13.46
|
Flugplatz / Sonderlandung Formel 1
|
|
20
|
303
|
20.07.2012
|
08.51 – 09.31
|
Flugplatz / Sonderlandung Formel 1
|
|
21
|
307
|
22.07.2012
|
11.36 – 12.17
|
Flugplatz / Sonderlandung Formel 1
|
|
22
|
309
|
22.07.2012
|
17.30 – 19.32
|
Flugplatz / Sonderlandung Formel 1, 2x
|
|
23
|
311
|
23.07.2012
|
09.16 – 10.33
|
Flugplatz / Sonderlandung Formel 1
|
|
24
|
370
|
07.09.2012
|
19.00 – 02.00
|
Altstadtfest
|
|
25
|
371
|
08.09.2012
|
14.30 – 20.30
|
Altstadtfest
|
|
26
|
374
|
08.09.2012
|
20.30 – 02.00
|
Altstadtfest
|
|
27
|
435
|
19.10.2012
|
17.00 – 01.40
|
Technikmuseum / Firmenveranstaltung
|
|
28
|
451
|
31.10.2012
|
19.00 – 03.00
|
Hist. Museum / Halloween-Party
|
|
29
|
456
|
04.11.2012
|
19.00 – 21.00
|
Herbstmesse / Feuerwerk
|
|
30
|
466
|
11.11.2012
|
17.00 – 19.45
|
Martinszug
|
|
31
|
492
|
05.12.2012
|
18.53 – 20.12
|
Altpörtel in Flammen
|
|
32
|
513
|
20.12.2012
|
18.35 – 20.00
|
Altpörtel in Flammen
|
Einsatzstatistik 2012:
Sonstiges
Nachbarschaftshilfen: 3 (7)
-
25.01. Schifferstadt: Wärmebildkamera angefordert, Einsatz
abgebrochen
-
24.05. Germersheim: Messeinsatz mit ABC-ErkKW nach
Gefahrgutunfall
-
06.06. Otterstadt: Unterstützung mit Drehleiter bei Brand in
Kiessortieranlage
Todesfälle: 18 (7)
-
13.01. Verkehrsunfall mit 2 PKW, ein Fahrer eingeklemmt und
getötet
-
15.01. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung
-
21.01. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung
-
28.03. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung
-
23.05. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung
-
25.05. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung
-
29.06. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung
-
09.07. Mann aus dem 6. OG gesprungen, Leichenbergung von
Vordach
-
10.07. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung
-
19.07. Verkehrsunfall mit 2 LKW, ein Fahrer getötet
-
21.07. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung
-
14.09. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung
-
22.09. Verkehrsunfall, PKW an Baum, Fahrerin vor Ort
verstorben
-
26.09. Verkehrsunfall mit 2 PKW, Insasse vor Ort verstorben
-
29.09. Patiententransport mit Drehleiter, Person vor Ort
verstorben
-
17.10. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung
-
14.11. Verkehrsunfall PKW gegen LKW, eingeklemmter Fahrer
getötet
-
07.12. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung
(Vorjahr in Klammern)
Einsätze 2012 Vergleich
|
MonatMonat
|
20112011
|
2012
|
+/-++/-
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Januar
|
35
|
35
|
35
|
35
|
0
|
|
Februar
|
35
|
70
|
58
|
93
|
+ 23
|
|
März
|
33
|
103
|
40
|
133
|
+ 30
|
|
April
|
45
|
148
|
34
|
167
|
+ 19
|
|
Mai
|
49
|
197
|
56
|
223
|
+ 26
|
|
Juni
|
38
|
235
|
41
|
264
|
+ 29
|
|
Juli
|
52
|
287
|
57
|
321
|
+ 34
|
|
August
|
41
|
328
|
37
|
358
|
+ 30
|
|
September
|
37
|
365
|
58
|
416
|
+ 51
|
|
Oktober
|
28
|
393
|
35
|
451
|
+ 58
|
|
November
|
35
|
428
|
39
|
490
|
+ 62
|
|
Dezember
|
30
|
458
|
32
|
522
|
+ 64
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Einsätze 1995 – 2012
|
Jahr:Jahr:
|
B B |
TT
|
FF
|
S
|
insg.insg.
|
|
1995
|
141
|
250
|
57
|
--
|
448
|
|
1996
|
149
|
258
|
69
|
--
|
476
|
|
1997
|
114
|
286
|
68
|
--
|
468
|
|
1998
|
115
|
268
|
71
|
--
|
454
|
|
1999
|
120
|
403
|
78
|
--
|
601
|
|
2000
|
97
|
348
|
66
|
33
|
544
|
|
2001
|
129
|
306
|
86
|
31
|
552
|
|
2002
|
96
|
293
|
80
|
35
|
504
|
|
2003
|
140
|
262
|
108
|
30
|
540
|
|
2004
|
89
|
274
|
78
|
26
|
467
|
|
2005
|
113
|
379
|
83
|
27
|
602
|
|
2006
|
102
|
412
|
79
|
34
|
627
|
|
2007
|
101
|
319
|
78
|
24
|
522
|
|
2008
|
93
|
252
|
94
|
34
|
473
|
|
2009
|
95
|
325
|
77
|
22
|
519
|
|
2010
|
94
|
349
|
104
|
32
|
579
|
|
2011
|
106
|
223
|
98
|
31
|
458
|
|
2012
|
109
|
261
|
120
|
32
|
522
|
B = Brände F = Fehlalarme
T = Technische Hilfeleistungen S = Sicherheitswachen
H. Kling, 01/2013
Stadtverwaltung Speyer
Fachbereich 2 / Abteilung 210
- Sg. 214 - Brand- und Katastrophenschutz -
22.02.2013
Austauschschülerinnen aus Dominikanerinnen-Schule in Peru zu Gast im Historischen Trausaal
Bürgermeisterin
Monika Kabs gewährt Einblicke in die Speyerer
Stadtgeschichte
gc. Speyer. Eine zehnköpfige Gruppe peruanischer
Austauschschülerinnen, die bereits seit Ende Dezember am Speyerer
Edith-Stein-Gymnasium zu Gast sind, wurde heute, wenige Tage vor
ihrer Rückreise am kommenden Wochenende, von Bürgermeisterin
Monika Kabs im Historischen Trausaal des Speyerer Rathauses
empfangen. Die Schülerinnen im Alter von 14-16 Jahren besuchen in
ihrer Heimat, in Chosica in der Nähe der peruanischen Hauptstadt
Lima, die Schule „Beata Imelda“, eine Gründung der Speyerer
Dominikanerinnen, die auch die Trägerinnen der Edith-Stein-Schulen
in Speyer sind.
Die jungen
Peruanerinnen, die in den letzten Wochen bei engagierten
Gastfamilien in Speyer und Umgebung lebten und in dieser Zeit ganz
in den Alltag des Schullebens des Edith-Stein-Gymnasiums sowie des
Freizeitverhaltens ihrer deutschen Altergenossinnen eintauchen
konnten, lernen in ihrer Heimat selbst bei der sie begleitenden
Deutschlehrerin Natalie Jeri die deutsche Sprache.im
Unterricht.
Ihre Gastgeberinnen, die am Edith-Stein-Gymnasium ihrerseits
spanisch lernen, werden in den Sommerferien mit ihrer
Spanischlehrerin Anne Jaschinski zu einem Gegenbesuch in den
Andenstaat aufbrechen.
Bürgermeisterin Monika Kabs verwies in ihrer Begrüßung nicht nur
auf die wechselvolle Geschichte Speyers, die sich in einer mehr als
2000jährigen Stadtgeschichte, dem über 950jährigen Kaiser- und
Mariendom und dem über 300 Jahre alten Historischen Rathaus
manifestierten, sondern auch in den zahllosen aktuellen
Aktivitäten. So sei die Stadt mit über 10.000 Schülern, davon über
5.000 aus dem Umland, nicht nur eine „echte“ Schulstadt, sondern
mitihren vielfältigen Veranstaltungen auch ein kulturelles Zentrum
in der Metropolregion Rhein-Neckar. „Aber vieles davon werdet ihr
ja inzwischen mindestens eben so gut kennen wie ich“, rief Kabs den
jungen Peruanerinnen zu, für die das „Kinder- und Jugendtheater“
oder die „Halle 101“ erkennbar keine Fremdwörter mehr waren.
Mit großer
Aufmerksamkeit verfolgten sie die Ausführungen der Bürgermeisterin
über die zahlreichen Religionsgemeinschaften in der Stadt - über
christliche Kirchen, den alten Judenhof und die neue jüdische
Synagoge sowie die neue Moschee, die den mulitkulturellen Charakter
Speyers nachdrücklich unterstreichen würden.
„Es gibt doch in Speyer auch einen Oberbürgermeister“, wollte
eine der Schülerinnen wissen „worin liegt denn da der Unterschied
zu Ihnen, der Bürgermeisterin?“. Mit Verweis auf die
Gemeindeordnung erläuterte Monika Kabs die unterschiedlichen
Aufgaben, die die Mitglieder des Stadtvorstandes zu erfüllen
hätten, gestand aber zu, dass es manchmal auch für eine
Bürgermeisterin durchaus hilfreich sein könne, noch eine
Entscheidungs- und Verantwortungsinstanz „über“ sich zu haben.
Bei Brezeln und alkoholfreien Getränken konnten die jungen
Besucherinnen sich schließlich noch im Historischen Ratssal umsehen
und dort einen Blick auf die originalen Deckenmalereien aus der
Entstehungszeit des Hauses erhaschen. Foto: gc
19.02.2013
Austauschschülerinnen aus Peru zu Gast im Historischen Trausaal - Bilderalbum
Anfrage der Grünen Fraktion Speyer an Bgm. Monika Kabs wegen Deutschem Turnfest in der Metropolregion - Nachfrage des SPEYER-KURIER bei Monika Kabs
Frau
Bürgermeisterin
Monika Kabs
Maximilianstrasse 100
67346 Speyer
Turnfest in der Metropolregion Rhein-Neckar.
Liebe Bürgermeisterin Moni,
in der Woche vom 18 - 25 Mai 2013 findet in der Metropolregion
Rhein-Neckar das Deutsche Turnfest statt. Es wird das erste Mal
nicht in einer großen Deutschen Stadt veranstaltet. Das größte
Turn- und Breitensportfest, das sich alle 3 - 5 Jahre wiederholt,
wird dieses Jahr vor der Tür Speyers stattfinden.
In 2008 hat Speyer bei der Mission Olympic den Wettbewerb
"Aktivste Stadt Deutschlands" gewonnen und damit bewiesen, dass
Speyer viele Menschen zum Sport bewegen kann.
Im Programm des Deutschen Turnfestes finden alle Altersklassen
von „11 bis 80plus“ geeignete und passende Wettkampfangebote. Das
bedeutet, dass vor allem breite Bevölkerungsschichten daran
teilnehmen können.
An dem Turnfest der Metropolregion nehmen verschiedene Städte
teil. Neben den drei großen, Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg
beteiligen sich auch Schifferstadt, Worms, Mutterstadt oder
Heppenheim, um nur einige zu nennen. Speyer beteiligt sich
sportlich in keiner Weise daran. Wir sind der Meinung, unsere Stadt
hätte über den Tellerrand hinaus schauen müssen, sich am Fest
beteiligen und damit verdeutlichen zur Metropolregion zu zu
gehören.
Wir, die Grüne Fraktion, stellen uns in diesem Zusammenhang
mehrere Fragen, die Du uns bitte beantworten möchtest:
1. Wurde die Stadt Speyer angefragt an diesem Fest
teilzunehmen?
2. Wenn nein, was waren die Gründe dafür?
3. Wenn ja, was führte zu der Entscheidung sich daran nicht zu
beteiligen?
Da in dieser Woche voraussichtlich 80.000 Menschen sich an dem
Event beteiligen werden und weitere Touristen dadurch angezogen
werden, wäre es für Speyer wichtig und notwendig sich als Stadt
auch an dem Fest zu beteiligen.
4. Welche touristischen Gründe sprechen dafür sich dem Fest zu
entsagen?
Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.
Mit freundlichen Grüßen
Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Luzian Czerny
Ökumenischer Turnfest-Gottesdienst an Pfingstmontag im
Speyerer Dom - Turnfest 2013 ohne sportliche Veranstaltungen
in Speyer.
cr. Speyer.
„In einem Schreiben an das Organisationskomitee des Deutschen
Turnfestes hat der damalige Oberbürgermeister Werner Schineller
bereits im Juli 2010 das grundsätzliche Interesse der Stadt Speyer
daran bekundet, als einer der Austragungsorte für dieses sportliche
Großereignis zur Verfügung zu stehen“. Das erklärte heute
die Speyerer Sportdezernentin, Bürgermeisterin Monika
Kabs, auf Anfrage des SPEYER-KURIER und beantwortete
damit zugleich auch den offenen Brief des
GRÜNEN-Stadtratsmitgliedes Luzian Czeny vom 17. Februar 2013 (siehe
oben). Mit diesem Schreiben, dem er damals auch eine ausführliche
und umfangreich dokumentierte Liste der in Speyer zur Verfügung
stehenden, Sportstätten beigefügt hatte, habe Schineller damals
eine Anfrage des Komitees aus dem Jahr 2009 beantwortet, so Kabs.
Erst mit der Vorstellung des endgültigen Programms des Turnfestes
habe die Stadt Speyer dann allerdings erfahren, dass die
Veranstalter von diesem Angebot der Stadt keinen Gebrauch machen
wollten.
Um so mehr freue sie sich deshalb, so Monika Kabs, dass man sich
dazu entschlossen habe, den traditionellen Ökumenischen
Turnfest-Gottesdienst in dem wohl bedeutsamsten Kirchenbau in
der Metropolregion, dem Speyerer Dom, abzuhalten.
Hochrangige Vertreter der christlichen Kirchen werden diesen
Festgottesdienst am Pfingstmontag, dem 20. Mai 2013, um 18.00
Uhr in der romanischen Kathedrale feiern. Gruppen aus Vereinen
des Badischen Turner-Bundes wollen dabei – wie es im Programm heißt
- biblische Texte in Bewegung umwandeln und damit dokumentieren,
„dass nicht allein das Leben in Bewegung ist, sondern auch der
Geist (Gottes) uns bewegt“.
Das Turnfest 2013 beginnt bereits am Samstag, dem 18. Mai
2013 um 18.00 Uhr mit einem offiziellen Festakt für geladene
Gäste mit hochrangigen Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft
und Sport im Herzen der Region, im Mannheimer Congress Center
Rosengarten. Dazu haben die Veranstalter die Stadt Speyer um
die Übersendung einer Video-Botschaft zu der Bewegungssportart
„Flag-Line“ gebeten.
18.02.2013
Offener Brief von Oberbürgermeister Hansjörg Eger an Anette Blumenschein
Sehr geehrte Frau Blumenschein,
hinsichtlich der gegenwärtig geführten öffentlichen Diskussion
über den Nachtumzug der Guggenmusiker kann ich Ihnen mitteilen,
dass wir das ehrenamtliche Engagement Ihres Vereins für diese
Veranstaltung schätzen und deshalb den Nachtumzug in den letzten
vier Jahren personell, finanziell, in der Verkehrs- und
Parklogistik und bei der Müllentsorgung in erheblichem Maße
unterstützt haben. Dies haben wir gerne getan, weil mir sehr wohl
bewusst ist, welcher organisatorische Aufwand für Ihren Verein mit
einem Großereignis dieser Art verbunden ist.
Die Veranstaltung hat aber mit rund 20.000 Besuchern eine
Größenordnung erreicht, die ursprünglich wahrscheinlich auch
seitens des Vereins nicht geplant war und mittlerweile eine ganze
Reihe organisatorischer, logistischer und finanzieller Fragen
aufwirft.
In der letzten Stadtratssitzung habe ich davon gesprochen, dass
die Stadtverwaltung für Sicherheit, Ordnung, Müllentsorgung und
andere Leistungen des Baubetriebshofs in diesem Jahr 25.000 Euro an
Personal- und Sachkosten für die Durchführung des Nachtumzuges
aufgewendet hat. Mehr Müll als in den Vorjahren hat zu
Kostensteigerungen geführt. Auch hinsichtlich der sanitären Anlagen
hat es in diesem Jahr erhebliche Defizite gegeben, wie auch bei der
Zugorganisation und damit verbunden der Dauer der
Veranstaltung.
Vorsitzende anderer Vereine sowie kulturelle, sportliche und
soziale Initiativen in der Stadt fragen mich bei solchen Kosten mit
Recht, warum die Stadt für eine Vereinsveranstaltung der
Brezelkracher Leistungen in dieser Größenordnung erbringt?
Um alle offenen Fragen hinsichtlich des Nachtumzuges zu
erörtern, habe ich unmittelbar nach der Veranstaltung im Januar
einen Gesprächstermin mit Ihnen vereinbart, der in der nächsten
Woche stattfinden wird.
In diesem Kontext ist es wenig hilfreich, wenn Sie über die
Medien und die Sozialen Netzwerke eine Leserbriefkampagne gegen die
Stadtverwaltung initiieren, die mit unsachlichen und gelegentlich
auch diffamierenden Beiträgen die Diskussion anheizt.
Ich wäre Ihnen deshalb sehr verbunden, wenn wir den anstehenden
Gesprächstermin dazu nutzen könnten, zum sachlichen Austausch
zurückzukehren und in Ruhe und mit fundierten Argumenten alle
offenen Fragen zu klären.
Mit freundlichen Grüßen
Hansjörg Eger
Stadt Speyer, Pressestelle
www.speyer.de
15.02.2013
Die Stadt bittet um Mithilfe bei der Fortschreibung des Mietspiegels
Der Speyerer Mietspiegel wird derzeit wieder aktualisiert. Dazu
werden Fragebögen an Haushalte verschickt, die in einer
repräsentativen Zufallsauswahl gezogen wurden. Die Teilnahme an der
Befragung ist freiwillig. Die Antworten werden anonym
ausgewertet.
Der Mietspiegel gibt einen Überblick über die ortsüblichen
Vergleichsmieten. Er ist leicht anzuwenden und hat in der
Vergangenheit mit dazu beigetragen, dass die Zahl der
Gerichtsverfahren wegen der Miethöhe gering geblieben ist. Mietern
und Vermietern wird mit dem Mietspiegel ein Instrument angeboten,
das bei der Festlegung der Miete hilft und eine preiswerte
Alternative zum Sachverständigengutachten darstellt.
Oberbürgermeister Hansjörg Eger und die beteiligten Vereine der
Mieter und der Vermieter bitten die angeschriebenen Haushalte um
ihre Mitwirkung. Als Dankeschön fürs Mitmachen wird unter den an
der Befragung teilnehmenden Haushalten dreimal ein Gutschein für 2
Personen für eine Kulinarische Stadtführung verlost. Stadt
Speyer, Pressestelle
15.02.2013
Durch Verzicht auf individuelle Mobilität sich selbst und der Umwelt Gutes tun
Kirchen,
Umweltorganisationen und AOK eröffnen 16. Aktion Autofasten“ in
Speyer
cr. Speyer. Als eine Möglichkeit, das Umweltbewusstsein
in unserer Gesellschaft zu stärken und damit zugleich auch als eine
Chance zur Neubesinnung auf einen sachgerechten Umgang mit der
Natur – so charakterisierte Domkapitular Franz Vogelgesang,
der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge des Bischöflichen
Ordinariats in Speyer, die Aktion „Autofasten“, die heute - bereits
zum 16. Mal - im Rahmen der inzwischen schon zu einer kleinen
Tradition gewordenen Auftaktveranstaltung auf dem Alten Marktplatz
in Speyer gestartet wurde „Fasten und Verzicht sind kein
Selbstzweck, sondern bedeuten vielmehr einen Schritt der inneren
Umkehr hin zu dem lebendigen Gott“, betonte Vogelgesang. Das
Auto-Fasten führe so gleichsam ‚auto-matisch’ zu einem anderen
Lebensstil, der mit weniger Ressourcen auskommt, dafür aber mit
einem höheren Bewusstsein für die Bewahrung der Schöpfung
einhergeht“.
Dr. Frank Hennecke, Umweltbeauftragter der Diözese
Speyer, konnte zu dieser Gelegenheit Vertreter der beiden
christlichen Kirchen in der Pfalz begrüßen, die diese Aktion
gemeinsam mit den evangelischen und katholischen Kirchen in
Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Luxemburg durchführen – dazu
Sprecher von Umweltorganisationen, der Stadt Speyer, des
Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs ADFC sowie des
Verkehrsverbundes Rhein-Neckar VRN und – last but not least – der
AOK Rheinland-Pfalz begrüßen. Sie alle verbindet in diesen Tagen
das gleiche Ziel: Die Menschen zum Verzicht auf ihr Auto und zum
Umstieg aufs Fahrrad oder auf Öffentliche Verkehrsmittel zu
bewegen.
„Das Schöne am
Fasten ist, dass man auf etwas verzichtet, das einem im Alltag viel
bedeutet“, so der Umweltdezernent der Evangelischen Kirche der
Pfalz, Oberkirchenrat Michael Gärtner. Er verwies darauf,
dass die Aktion „Autofasten“ deshalb einen Anstoß dazu geben könne,
über das eigene Handeln und dessen Folgen für die Umwelt
nachzudenken. „Auch wenn die Einladung zum „Autofasten“ manchmal
provoziert, weil der Verzicht auf bequeme Mobilität immer noch
'quer' zu unserem Denken liegt – und deshalb manchmal auch gar
nicht so einfach umzusetzen ist - so macht sie doch zugleich
deutlich, dass der Verzicht auf individuelle Mobilität mit dem
Ausbau des öffentlichen Verkehrs einhergehen muss““, so Gärtner,
der sich, obschon selbst „begeisterter“ Autofahrer, schon seit
einiger Zeit auch selbst in die Aktion „Autofasten“ „eingeklinkt“
habe, indem er seinen täglichen Weg von seiner Wohnung in
Ludwigshafen zum Dienstsitz in Speyer nicht mehr mit dem Auto,
sondern mit Fahrrad und S-Bahn zurücklege.
Für die Stadt
Speyer erneuerte Umweltdezernent Frank Scheid die Zusage der
Stadt zur nachdrücklichen Unterstützung der Aktion „Autofasten“.
„Dabei geht es nicht darum, auf etwas zu verzichten, sondern um die
Wahl der jeweils rationellsten Form der Mobilität“, betonte Scheid,
der darauf verwies, dass über fünfzig Prozent der in Speyer
anfallenden Wegstrecken unter fünf Kilometer, dreißig Prozent gar
unter drei Kilometer lang seien. Angesichts der topographischen
Verhältnisse in der Stadt dränge sich hier die vermehrte Nutzung
des Fahrrades geradezu auf. Dies zu fördern und damit zugleich die
Gesundheit der Menschen zu stärken, sei ein erklärtes Ziel der
Stadt. Ebenso mache sich Speyer für die intensivere Nutzung des
ÖPNV stark. Der Stadtrat habe hierzu erst kürzlich den Bau eines
dritten S-Bahn-Haltepunktes in Speyer-Süd beschlossen und erst am
vergangenen Donnerstag den Weg freigemacht für.eine
Neuausschreibung des Städtischen Busverkehrs. Scheid dankte deshalb
den Umweltbeauftragten der beiden Kirchen, Bärbel Schäfer
und Dr. Frank Hennecke, dass sie sich auch in diesem Jahr
wieder für die Aktion „Autofasten“ engagierten.
Roland Kirsch, Vorsitzender des
BUND, Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland,
Kreisverband Speyer, von Anfang an an der Aktion „Autofasten“
beteiligt, unterstrich die Bedeutung der Aktion für die Reduzierung
des CO2-Ausstosses Er gab insbesondere seiner Hoffnung auf einen
sich weiterhin ändernden Umgang mit der Mobilität Ausdruck.
Auch
Gerhard Kruppenbacher, Marketing-Leiter der AOK
Rheinland-Pfalz, lobte den hohen Wert der Aktion für die
Gesundheitsförderung der Menschen. „Der Mangel an Bewegung in
unserer Bevölkerung verursacht für die Krankenversicherer Kosten in
gleicher Höhe wie sie durch die Raucher verursacht werden“,
offenbarte er. Dagegen könne regelmäßige Bewegung ein probates
Mittel sein, zumal 30 Minuten tägliche Bewegung zu jährlich sechs
Kilogramm Reduktion von Körperfett führten „Und das wollen wir doch
schließlich alle“, so Kruppenbacher.
Damit traf er auch die Intentionen des neuen Vorsitzenden des
Kreisverbandes Speyer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs
ADFC, Werner Zink.
Die Auswertung der Befragungen der Teilnehmer in den Jahren 2010
bis 2012 habe ergeben, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer
dauerhaft ihr Mobilitätsverhalten geändert hätten, erklärte
Bärbel Schäfer. Vier Prozent hätten das Auto sogar ganz
abgeschafft. "Diese gute Nachricht ermutigt uns, die Aktion
fortzusetzen.
Abschließend
erläuterte der Sprecher des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, VRN,
Axel Thiemann, das Angebot an die eingetragenen Teilnehmer an
der Aktion „Autofasten“. Sie erhalten zum Preis von 53,60 Euro das
„Entdeckerticket“, das sie einen Monat lang zur Benutzung von allen
Bussen und Bahnen innerhalb des RNV berechtigt Neben der Bonuskarte
für ein verbilligtes Vier-Wochen-Ticket werden unter allen
Teilnehmern zudem Bahncards und wertvolle Sachpreise verlost.
Anmeldungen und weitere Informationen im Internet unter
www.autofasten.de.
Flyer zur Aktion sind in den Kirchengemeinden erhältlich. Auskunft
erteilt die Umweltbeauftragte der Evangelischen Kirche der Pfalz,
Bärbel Schäfer, Telefon: 06232 / 67 15 19, E-Mail: umwelt@frieden-umwelt-pfalz.de.
Ebenfalls Tradition ist inzwischen schon die zweite Eröffnung
der Aktion „Autofasten“, die in diesem Jahr wieder in der
Westpfalz, am Freitag, 15. Februar, 11 Uhr, vor der Stiftskirche in
der Fußgängerzone in Kaiserslautern stattfindet. Foto:
gc
13.02.2013
Kirchen, Umweltorganisationen und AOK eröffnen 16. Aktion "Autofasten“ in Speyer - Bilderalbum
Kampagne „Fairtrade Towns“ in der Domstadt erfolgreich angelaufen
Speyer
„fairwandelt“ sich
Das Spektrum reicht von fair gehandelten Bananen über
Kaffeebohnen, Schokolade und Bekleidungsartikel bis hinzu fair
gehandelten Fußbällen. Speyer will sich „fairwandeln“, sich im
Herbst dieses Jahres einreihen in den Kreis der weltweit über 1000
„Fairtrade Towns“ und dem Beispiel der mittlerweile nahezu 50
deutschen Kommunen folgen, die mit dieser Kampagne ein deutliches
Zeichen setzen wollen gegen die erschreckende Unterbezahlung in den
Produktionsländern und vor allem die illegale, ausbeuterische
Kinderarbeit.
Die Kampagne „Fairtrade Towns“ startete im
Jahr 2000 in Großbritannien, wo s inzwischen bereits rund
500Städte, Gemeinden oder Regionen das Gütesiegel tragen dürfen.
Erste deutsche „Fairtrade-Stadt wurde im April 2009 Saarbrücken.
Dort war es nach dem Start der Kampagne im Januar schon nach vier
Monaten zuerst gelungen, die unterschiedlichen Akteure aus Politik,
Handel, Kirchen, Gastronomie, Vereinen und Verbänden für die Idee
zu begeistern. In Rheinland-Pfalz gehören inzwischen unter anderem
Koblenz, Trier und Mayen zu den mit dem „Fairtrade-Siegel“
ausgezeichneten Städten, während Mainz und Ludwigshafen gerade auf
dem Weg dazu sind, sich zu „fairwandeln“. In Speyer ist der
Startschuss auch bereits erfolgt, als der Stadtrat im November
vergangenen Jahres auf Wunsch der Speyerer Projektgruppe unisono
dem Antrag des Stadtvorstands zustimmte, wonach sich die Domstadt
für die Auszeichnung bewerben wird. Dieses Prädikat
„Fairtrade-town“ ist an fünf einheitliche Kriterien gebunden, die
von der Stadt Speyer erfüllt werden müssen. Hierzu gehört die
Arbeit einer Steuerungsgruppe, die die Bemühungen um den fairen
Handel koordiniert und vorantreibt. Diese Gruppe hat sich bereits
mit Vertretern von Weltladen, Stadtverwaltung, Schulen, Kirche,
Verbänden und Presse formiert und das gemeinsame Ziel abgesteckt,
bis zum Oktober alle Bedingungen zu erfüllen. Oberbürgermeister
Hansjörg Eger hat bestmögliche Unterstützung zugesagt.
Geplant hat die Steuerungsgruppe unter anderem die Organisation
einer medienwirksamen Veranstaltung, mit der alle Bürger, gezielt
aber auch Schulen, Vereine und Kirchen bestmöglich für die Ziele
von Transfair sensibilisiert und über die Fairtrade-Kampagne
informiert werden sollen. Zu den Kriterien auf dem Weg zum
Fairtrade-Siegel gehört auch ein Beschluss der Kommune, dass bei
allen Sitzungen der Ausschüsse und des Stadtrates sowie in den
Büros des Stadtvorstandes Fairtrade-Kaffee und ein weiteres Produkt
aus fairem Handel verwendet werden. Ferner müssen in einer Stadt
wie Speyer mit mehr als 50000 Einwohnern elf Geschäfte und sechs
Gastronomiebetriebe mindestens zwei fair gehandelte Produkte
verkaufen. Ehrenamtsbeauftragte Ute Brommer, Ansprechpartnerin der
Speyerer Freiwilligen-Agentur (spefa), übernimmt die
Koordinationsstelle bei der Stadt und für die Steuerungsgruppe
gerne jetzt schon Meldungen von Gastronomen und Geschäftsleuten
über mindestens zwei bei ihnen angebotenen Fairtrade-Produkten
entgegen, per E-Mail an: ute.brommer@stadt-speyer.de.
ws
Infos zu TransFair
1992 startete der gemeinnützige Verein TransFair seine
Arbeit mit dem Ziel, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika,
Asien und Lateinamerika zu fördern und durch Fairen Handel ihre
Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. TransFair selbst
handelt nicht mit Waren. Der Verein vergibt vielmehr das Fair
Trade-Siegel für fair gehandelte Produkte. Der Verein vermittelt
Marktzugänge zu fairen Bedingungen für Produzentengruppen und
Arbeiter aus benachteiligten Regionen des Südens. Im Dialog mit
seinen Partnern pflegt und erweitert TransFair das Fair
Trade-Produktsortiment, erschließt neue Vertriebswege, vermarktet
das Siegel und betreibt Informations-, Öffentlichkeits- und
Lobbyarbeit. Weitere Infos unter www.fairtrade.net
.
09.02.2013
„Pflege – Deine Zukunft“
Arbeitskreis
stationärer Seniorenzentren in Speyer lädt interessierte
Schulabgänger und Seiteneinsteiger zum 3. Informationstag
ein
cr./spk. Speyer. Am 20. Februar ist es wieder soweit:
Dann startet zum dritten Mal der Informationstag „Pflege
– Deine ZUKUNFT“, mit dem der gleichnamige, im Jahr 2011 ins
Leben gerufene Arbeitskreis der 8 stationären Seniorenzentren in
Speyer einen Beitrag dazu leisten will, qualifiziertes Personal für
die Altenpflege zu gewinnen. Bei der Vorstellung des Programms für
diesen Tag wies die Speyerer Sozialdezernentin, Bürgermeisterin
Monika Kabs, auf einen durch den demographischen Wandel in
unserer Gesellschaft auch in Speyer rasch ansteigenden Bedarf an
Pflegekräften hin. Um so bedeutsamer sei es deshalb, wenn die
Pflegeeinrichtungen an diesem Tag ihre Türen öffneten und allen
Interessierten praxisnah die Chancen und Möglichkeiten
präsentierten, die dieses Berufsfeld bietet.
Gute 700
Pflegeplätze bieten derzeit allein die acht Einrichtungen in Speyer
– im Umland würden in dichter Folge weitere „wie Pilze aus dem
Boden schießen, berichtete Diplom-Pädagogin Michaela Peters,
die Koordinatorin des Arbeitskreises, die gemeinsam mit den
Sprechern der Arbeitsgemeinschaft, Gudrun Wolter vom
Alten- und Pflegeheim „St. Martha“, Klaus-Dieter Schneider vom
Diakoniezentrum Speyer „Haus am Germansberg“ und Roland Brugger vom
Senioren-Zentrum „Haus Edelberg“ zu dem Informationsgespräch
gekommen war. Der daraus resultierende Fachkräftebedarf, so
erläuterten die Experten, werde in den nächsten zehn Jahren durch
eine bevorstehende Welle von Verrentungen bisheriger
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch zusätzlich verschärft. „Ich
habe mir erst unlängst die Altersstruktur unseres Hauses angesehen
– da ist mir ganz Angst und Bange geworden“, so Roland Brugger.
Um so
wichtiger sei es, an diesem Tag den Blick von Schulabsolventen und
Menschen, die als „Quereinsteiger“ wieder ins Berufsleben
zurückkehren wollten, auf die vielfältigen Möglichkeiten in der
Altenpflege zu lenken. Dazu müsste das Image dieser Berufe dringend
gesteigert und mögliche Interessenten über Karrierewege und
Verdienstmöglichkeiten aufgeklärt werden. „Friseurinnen verdienen
oft weniger als die Hälfte einer Altenpflegerin“, so Klaus-Dieter
Schneider, der sich darüber wundert, dass dennoch gerade bei jungen
Frauen das Interesse am Friseurberuf noch immer größer sei als das
an einer Tätigkeit in der Pflege. Auch sei noch immer eine
deutliche Disparität zwischen Frauen und Männern bei der Nachfrage
nach Beschäftigungen in diesem Berufsfeld festzustellen.
Mit dem Informationstag am 20. Februar soll sich das einmal mehr
ändern: Hierzu treffen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer –
Schulabsolventen und Quereinsteiger – um 08.30 Uhr im Speyerer
Rathaus, wo sie von der Schirmherrin der Veranstaltung,
Bürgermeisterin Monika Kabs und Mitwirkenden des Speyerer
Zimmertheaters begrüßt werden. Danach haben sie dann die Wahl
zwischen zwei Informationsrouten, die sie zu jeweils vier
unterschiedliche Institutionen der Altenpflege mit verschiedenen
inhaltlichen Schwerpunkten in der Stadt führen.
Route A startet um 9:30 Uhr mit dem Angebot „mentor4u –
Ausbildung / Nachqualifizierung / Quereinstieg“ im Haus am
Germansberg, wo auch Ansprechpartner der Agentur für Arbeit und
des CJD zur Verfügung stehen. .
Um 10:45 Uhr werden sie dann im Haus Bernhardinum
unter dem Titel „You have the choice“ über die unterschiedlichen
Berufsfelder in der Altenpflege informiert.
Der Mittagssnack in Route A wird um 12:00 Uhr im
Altenzentrum St. Martha unter dem Titel „Have a break – have
a fingerfood - let us talk about future“ angeboten.
Den Abschluss der Route A bildet dann um 13:30 Uhr das
Salierstift mit einem Vortrag zu der Thematik „Wenn Omas
Schlüssel im Kühlschrank liegt – Begleitung und Betreuung von
Menschen mit Demenz“.
Ebenso
abwechslungsreich und informativ präsentiert sich auch die Route B.
Ab 9:30 Uhr wartet das Seniorenzentrum Storchenpark
mit dem Angebot „Wahrnehmungsförderung bei Schluckstörungen und
Schlaganfall mit praktischen Übungen“ auf die Gruppe.
Im Altenheim Am Adenauerpark geht es dann um 10:45
Uhr mit der unterhaltsamen Präsentation „fit@work - Tagesablauf eines Altenpflegers“
weiter.
Der Mittagssnack für die Teilnehmer der Route B wird inhaltlich
unterstützt von der Agentur für Arbeit und dem CJD. Unter dem Titel
„Lunch & talk – Gemeinsames Mittagessen und Einblicke in den
Beruf incl. Quereinstieg“ lädt um 12:00 Uhr das
AWO-Seniorenhaus Burgfeld ein. Zu Ende geht die Rundfahrt der
Route B um 13:30 Uhr im Seniorenstift Bürgerhospital
mit „Follow me – Praxisbegleitung beim Pflegeteam“.
Für alle Teilnehmer, die sämtliche Stationen durchlaufen, wird
ein Zertifikat für die Bewerbungsunterlagen ausgestellt. Dafür muss
ein ausgefüllter und in den einzelnen Einrichtungen abgestempelter
Laufzettel am Ende des Tages bei der letzten Station abgegeben
werden.
Der Laufzettel, sowie die Routenpläne und ein vorbereitender
Fragebogen, den Lehrer zur Vorbereitung auf die Veranstaltung mit
ihren Schülerinnen und Schülern bearbeiten können, steht unter
www.bildung-und-beratung.info
zum Download.
Am Ende des Tages wird es an der letzten Station eine
Abschlussevaluation geben, die den Bogen zu dem
Vorbereitungsfragebogen schlägt. Alle Schülerinnen und Schüler, die
sowohl den abgestempelten Laufzettel als auch den mit Namen
versehenen Evaluationsbogen abgeben, erhalten außer dem Zertifikat
auch noch ein kleines Präsent.
Koordiniert und organisiert wird dieser „Infotag Pflege“ auch in
diesem Jahr von „Michaela Peters – Bildung und Beratung“. die in
ihrer Funktion bei „Lernen vor Ort“ bereits die Veranstaltungen in
den beiden zurückliegenden Jahren betreut hat.
Zur besseren Koordination des Mittagssnacks bitten die
Veranstalter um Voranmeldung bis zum 15.02.2013 unter info@michaela-peters.de..
Nachdem auch schon in den beiden Vorjahren jeweils mehr als 100
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Einladung zu dem Informationstag
gefolgt waren und sich für den diesjährigen Infotag bis heute schon
wieder über vierzig Interessenten angemeldet haben, rechnen die
Veranstalter auch für den „Info-Tag 2013“ wieder mit einem vollen
Erfolg. Denn 2012 wurden nämlich bereits am Infotag selbst erste
Ausbildungsverträge – je nach Stadium übrigens mit Vergütungen
zwischen 830 und 1.011 Euro entlohnt - abgeschlossen - und die Zahl
der Bewerbungen um ein Praktikum in einer der Einrichtungen nahm
sprunghaft zu, wie Michaela Peters berichtete. Foto:
gc
08.02.2013
Aus dem Blickwinkel von Frauen: Stadtführungen zu den Wirkungsstätten bedeutsamer Frauen in der Speyerer Geschichte
Erster Rundgang schon
an diesem Donnerstag, dem 07. Februar um 16.00 Uhr
cr. Speyer. Spezialisierte Stadtführungen zu den
Wirkungsstätten bedeutender Frauen in der Speyerer Stadtgeschichte
bieten jetzt unter dem Titel „Kaiserinnen – Künstlerinnen –
Krankenschwestern: Frauen-Power in Speyer im Wandel der Zeit“
sechs konzessionierte Stadtführerinnen um die rührigen
Protagonistinnen dieser Idee, die Kunsthistorikerin Dr. Anja
Rasche und die Lehramts-Studentin Sabrina Albers an. Die
ausgewiesenen Kennerinnen der Stadt und ihrer facettenreichen
Geschichte wollen damit insbesondere den immer häufiger geäußerten
Wünschen „echter Speyer-Fans“ entsprechen, die neben dem
allgemeinen Stadtrundgang zum Teil schon mehrere Themenführungen
durch die Stadt hinter sich und noch immer nicht „genug“ haben. Als
Dr. Anja Rasche und Sabrina Albers dann feststellen mussten, dass
auch in der großen „Speyerer Jubiläumsstadtführung“ Frauen eher
„nur am Rande vorkommen“, stand ihr Entschluss fest: Sie
recherchierten die Lebensgneschichten bedeutender Frauen in der
Speyerer Stadtgeschichte und „bauten“ darum eine ganz besonderen
Stadtrundgang.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden dabei den im Speyerer
Kaiserdom bestatteten Kaiserinnen Gisela, der Gemahlin des Gründers
der Kathedrale Konrad II. und Berta, der Gattin von Heinrich IV
ebenso begegnen wie Beatrix von Burgund, der zweiten Gemahlin von
Friedrich Barbarossa, die im Speyerer Dom gemeinsam mit ihrer
Tochter Agnes die letzte Ruhestätte gefunden hat. Auch wenn die
Stadtführerinnen im Dom selbst keine Führungen abhalten dürfen –
das obliegt allein den offiziellen Domführerinnen und Domführern
des Domkapitels – werden sie ihre Gäste doch von außen mit der
mächtigen Kathedrale vertraut machen und ihnen im Domschatzmuseum
des Historischen Museums der Pfalz die dort ausgestellten Zeugnisse
der salischen Herrscher-Dynastie, darunter auch zahlreiche
persönliche Sammlungsstücke der Kaiserinnen, nahebringen.
Weitere Stationen des Rundgangs werden dann u.a. der historische
Judenhof in der Kleinen Pfaffengasse, das Hohenfeld'sche Haus beim
Jakobs-Pilger in der Maximilianstraße, das Purrmann-Haus in der
Kleinen Greifengasse sowie das Kloster St. Magdalena in der
Speyerer Altstadt, in der Hasenpfuhlstraße sein.
Im Judenhof wollen die Führerinnen ihren Gästen einen Eindruck
von der bedeutenden Stellung vermitteln, die die Ehefrauen der hier
wirkenden jüdischen Religionswissenschaftler einst einnahmen, die
mit ihrer Gelehrsamkeit im Mittelalter von Speyer aus in die ganze
jüdische Welt ausstrahlten.
In dem blauen Hohenfeld'schen Haus neben dem Stadthaus, in dem
heute eine Gedenkstätte an sie erinnert, lebte im 18. Jahrhundert
für sechs Jahre die bedeutende Schriftstellerin der Aufklärung und
der Empfindsamkeit, Sophie de la Roche, die Brieffreundin und
Seelenverwandte des Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe und
die Großmutter von Bettina und Clemens Brentano.
Der Malerin Mathilde Vollmoeller-Purrmann, Frau des bedeutenden
Speyerer Malers des frühen 20. Jahrhunderts, Hans Purrmann,
begegnen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Rundgänge nur
wenige hundert Meter weiter im Purrmann-Haus.
Da die Führerinnen
der jeweiligen Interessenlage ihrer Gäste entsprechen wollen, sind
neben den vorgenannten Stationen auch Abstecher in das
Feuerbachhaus in der Allerheiligenstraße oder ins Kloster in der
Altstadt möglich. Im Feuerbachhaus können sie unter anderem auch
Briefe und andere Erinnerungen an die Mutter eines der
bedeutendsten deutschen Maler der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts, des in Speyer geborenen Anselm Feuerbach, Henriette
Feuerbach, sehen.
Wer dagegen seinen Weg in die Speyerer Altstadt nimmt, den
erinnert die Gedenkstätte im Kloster St. Magdalena an die
Religionsphilosophin Edith Stein, die hier von 1923 bis 1932 als
Lehrerin an der Schule der Dominikanerinnen wirkte. 1922 zum
Katholizismus konvertiert, trat die in Breslau geborene Jüdin im
Jahr 1933 in den Orden der Karmelitinnen ein, wo sie damit begann,
mit aufrüttelnden öffentlichen Schreiben unter anderem an den Papst
vor den Übergriffen der Nazis gegen Juden und andere missliebigen
Gruppen zu warnen. Nach ihrer Übersiedlung in den Karmel im
niederländischen Echt wurde sie 1942 gemeinsam mit ihrer Schwester
Rosa ins KZ Auschwitz deportiert, wo sie am 9. August 1942 den
Märtyrertod starb.
Im Jahr 1987 wurde „Benedicta vom Kreuz“, so ihr Ordensname, von
Papst Johannes Paul II. selig und bereits zwei Jahre später heilig
gesprochen. Zugleich erhob sie der Papst in diesem historischen
Jahr zur „Patronin Europas“.
Den Spuren
bedeutender Frauen wolle man mit diesen Führungen folgen, so Dr.
Anja Rasche, Frauen, die gerade aus der Sicht von Frauen noch
einmal eine ganz andere Dimension erfahren würden. Allerdings ist
sich Dr. Rasche sicher, dass diese Sichtweisen auch für Männer von
großem Interesse sind.
Noch sechs solcher öffentlichen Rundgänge zu den Wirkungsstätten
bedeutsamer Speyerer Frauen sind für dieses Jahr geplant – allesamt
an beziehungsreichen Tagen: Der erste startet schon morgen, am
7. Februar 2013, an Altweiberfastnacht, Beginn 16.00 Uhr –
weitere folgen
am 08. März 2013, am Internationalen Frauentag, Beginn 16.00
Uhr
am 30. April 2013, zur Walpurgisnacht, Beginn 16.00 Uhr
am 12. Mai 2013, am Muttertag, Beginn um 10.30 Uhr
am 15. August 2013, an Mariä Himmelfahrt, Beginn um 16.00 Uhr
und
am 03. November 2013, am Internationalen Männertag, Beginn um
10.30 Uhr
Treffpunkt für alle Führungen ist jeweils vor der Tourist
Information neben dem Rathaus.
Die Teilnahmegebühr für die ca, zweistündige Führung: 5 Euro/
ermäßigt: 3,50 Euro.
Karten im Vorverkauf bei der Tourist Info oder direkt bei der
Gästeführerin.
Außerhalb der öffentlichen Rundgänge können auch geschlossene
Führungen für Gruppen bis max. 25 Personen zum Preis von 78.00 Euro
vereinbart werden. Foto: gc
06.02.2013
Die neuen Speyerer Lions feiern ihre Charterfeier

Am Samstag den 02.02. hat der neue Lions Club Speyer
Palatina im Alten Stadtsaal in Speyer seine Charterfeier
begangen.
Damit wurden die
25 Männer und Frauen offiziell in die weltweit 1,4 Millionen
Mitglieder umfassende Gemeinschaft der Lions Clubs aufgenommen. Die
Governerin des Lionsdistrikts Mitte-Süd, Iris Landgraf-Sator,
überreichte dem Club feierlich die Charterurkunde. Rund zweihundert
Gäste und Freunde waren gekommen, um der Präsidentin, Vibeke
Walger, und dem Club ihre Glückwünsche zu überbringen und
anschließend gemeinsam zu feiern. Unter den Gästen waren viele
Vertreter aus benachbarten und befreundeten Lions Clubs. Besonders
gefreut hat sich der LC Speyer Palatina, dass auch die anderen
Speyerer Serviceclubs gekommen waren und die Neugründung mit viel
Wohlwollen und Herzlichkeit aufgenommen haben, so die Präsidentin.
Stellvertretend für den Lions Club Germersheim, der die Patenschaft
für die Gründung übernommen hat, überreichte der Präsident der
Germersheier, Marcus Schaile, als Geschenk ein eigens getischlertes
Rednerpult und wünschte dem jungen Club viele interessante und gute
Veranstaltungen.
Den
Gründungsmitgliedern des LC Palatina war es sehr wichtig, sich
schon mit ihrer ersten Veranstaltung für einen sozialen Zweck zu
engagieren. Durch die Großzügigkeit der Sponsoren, allen voran der
Firma Reifen Mönig in Hanhofen und Straub Catering Artists, der
Firma Heberger und der gynäkologischen Praxis Dr. Tatjana Mönig,
ist es dem Club gelungen ein Spendenvolumen von über 12.000 € zu
erzielen. Damit legt der LC Speyer Palatina ein würdiges Debut hin,
so der Vizepräsident Dr. Holger Uhthoff. Mit dem Erlös soll dem
Speyerer Kinder- und Jugendtheater ein Rundzelt für Aufführungen im
Sommer ermöglicht werden. Und das Kinderheim Haus Gabriel, das über
keinen Garten verfügt, soll im Hof eine Kletterwand erhalten, an
der ausgebildete Klettertherapeuten mit den Kindern und
Jugendlichen trainieren können. Text und Foto: Lions Club
Speyer
05.02.2013
„Die braune Diktatur kam nicht über Nacht – und auch nicht überraschend“
Pfalz-Forscher
Roland Paul gewährte Einblicke, wie die Pfalz „braun“ wurde
Von Gerhard Cantzler
Speyer- Die braune Diktatur kam schleichend und
nicht über Nacht – auch nicht in der Pfalz. Denn schon zwölf Jahre
vor der „Machtergreifung“, wie die Nazi-Potentaten später jenen 30.
Januar 1933 wie ein singuläres Ereignis zu glorifizieren versuchten
- da hatten sich auch in der Pfalz – 1921 schon in Odernheim am
Glan, ein Jahr später in der Industriemetropole Ludwigshafen –
bereits die ersten Ortsgruppen der NSDAP formiert.
Über diese Jahre berichtete jetzt der Direktor des Instituts
für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern, Roland
Paul, in seinem Vortrag „Die Pfalz wird braun“ im Rahmen der
Reihe „Erinnern - Gedenken – Mahnen“ in der Speyerer
Heiliggeistkirche. Schon früh, so wusste Paul dabei zu berichten,
habe sich ein deutliches regionales Akzeptanzgefälle für die braune
Bewegung zwischen den Landschaften in der Pfalz abgezeichnet:
Während in der Südwestpfalz, im Raum Pirmasens-Zweibrücken ebenso
wie in der Nordpfalz die Nationalsozialisten schon relativ früh
Macht und Einfluss gewannen, schafften sie es in der Vorderpfalz
nur schwer, Fuß zu fassen.
Ganz
unterschiedlich auch der sich in den Wahlergebnissen jener Zeit
niederschlagende Erfolg der Nazis in den katholisch bzw. in den
protestantisch geprägten Regionen. Während die NSDAP in den
katholischen Dörfern und Städten der Pfalz lange nur wenig
Zustimmung fand, konnte sie in den evangelischen Gebieten schon
früh hohe Wahlerfolge verzeichnen. Wie Roland Paul berichtete, habe
die Nazi-Partei bei den Reichstagswahlen im Jahr 1924 in
Zweibrücken bereits 26,2 % der Stimmen für sich verbuchen können,
während sie im Durchschnitt der Pfalz nur auf 5,2 % gekommen
sei.
Die Ursachen für die frühe und zum Teil hohe Akzeptanz der Nazis
in der Pfalz sieht Paul insbesondere in den Folgen der Besetzung
dieser Region durch die Franzosen nach dem Ersten Weltkrieg, die
die Pfalz als Faustpfand für die Durchsetzung ihrer, im Versailler
Friedensvertrag festgelegten. Reparationsforderungen gegen
Deutschland benutzten Ein weiterer Grund sei aber auch in der
galoppierende Inflation zu finden gewesen, die den Besitz der
Menschen in dramatischer Weise aufzehrte. Und schließlich wies der
Referent auch auf die „Separatistenbewegung“ in den Zwanziger
Jahren hin, die den Anschluss der Pfalz an Frankreich zum Ziel
gehabt habe.
Dass allerdings die katholisch geprägten Regionen der „braunen“
Bewegung länger widerstanden, führte Paul nicht zuletzt auf den
Umstand zurück, dass die Katholiken mit der Zentrumspartei und der
Bayerischen Volkspartei politische Gruppierungen vorgefunden
hätten, die auch vom Katholischen Klerus „von der Kanzel herab“
nachdrücklich unterstützt worden seien. Eine solche Empfehlung für
diese katholisch orientierten Parteien habe es naturgemäß seitens
der Protestantischem Pfarrerschaft nicht gegeben.
Breiten Raum
in Roland Pauls Ausführungen nahm dann auch die Rolle von Josef
Bürckel, der zentralen Figur des Nationalsozialismus in der Pfalz,
ein. 1895 in Lingenfeld geboren, sei der katholische, aber zutiefst
antiklerikale Lehrer schon 1921 in die NSDAP eingetreten. Nach
Aktionen gegen die separatistische Bewegung im Jahr 1923 trat er
1925 der zwischenzeitlich verbotenen NSDAP erneut bei und wurde
schon im darauf folgenden Jahr zum Gauleiter der Partei für die
Pfalz berufen. Als „Reichskommissar für die Rückgliederung des
Saarlandes“ organisierte er dann den „Anschluss des Saarlandes an
das Reich“ und den anschließenden verwaltungsmäßigen
Zusammenschluss dieser Region mit der Pfalz. Aufgrund seiner
Erfahrung mit „Rückgliederungen“ übertrug ihm Hitler 1938 auch die
Organisation des Anschlusses von Österreich – ein Bürokrat, wie er
im „Buche des Unmenschen“ stand..
1940 schließlich wurde Bürckel dann zum „Reichsstatthalter für
die Westmark“ ernannt, in der neben der Pfalz und dem Saarland auch
das mittlerweile von deutschen Truppen besetzte Lothringen mit
eingegangen war.
In dieser Funktion war Bürckel dann allerdings auch maßgeblich
an nationalsozialistischen Verbrechen beteiligt. So initiierte er
im Spätjahr 1939 die Massendeportationen Wiener Juden, im Oktober
1940 – gemeinsam mit mit dem badischen Gauleiter Robert Wagner die
Massendeportation der verbliebenen Juden aus dem Gau Baden und dem
Gau Saarpfalz in das Konzentrationslager Gurs am Fuße der
französischen Pyrenäen, von wo aus die Opfer in die
Vernichtungslager Auschwitz und Treblinka in Polen geschafft
wurden.
Doch zurück
zum 30. Januar 1933: Noch am Abend dieses Tages, so berichtete
Roland Paul in seinem Vortrag, habe Gauleiter Bürckel in Neustadt
eine Kundgebung abgehalten, auf der er den Startschuss für die
Verfolgung von unliebsamen politischen Gegnern gegeben habe. Von da
an ging dann alles sehr schnell: Das autoritäre Regime überrannte
die wenigen noch verbliebenen demokratischen Strukturen und
besetzte innerhalb kürzester Zeit alle politischen
Schlüsselpositionen - auch in der Pfalz – mit Nazis..
Die Gefängnisse im Lande waren rasch überfüllt mit unliebsamen
politischen Gegnern des Systems: Kommunisten, Sozialdemokraten und
Gewerkschaftlern wurden inhaftiert – die Gefängnisse reichten nicht
mehr aus, um die zahllosen „Schutzhäftlinge“ aufzunehmen. Die Nazis
überzogen deshalb das gesamte Land mit einem dichten Netz von
„wilden“ Lagern für derartige Häftlinge, Lager, in denen – fern
jeder Rechtsstaatlichkeit – die Schergen des Systems folterten und
mordeten.
Bereits wenige Wochen nach der „Machtergreifung“ begannen dann -
am 1. April 1933 - mit den Boykotten gegen jüdische Kaufleute,
Rechtsanwälte, Ärzte u.v.a.m. die Judenverfolgungen. Die Redaktion
des Hetzblatts gegen die Juden im deutschen Reich „Der Stürmer“
erhielt in dieser Zeit auch aus der Pfalz zahllose Fotografien zur
Veröffentlichung zugeschickt, mit denen „pflichteifrige“ Pfälzer
Nationalsozialisten die judenfeindliche Gesinnung ihrer Gemeinde,
ihrer Stadt dokumentieren wollten. „Juden und Hunden ist der
Zutritt zum Schwimmbad verboten“ lautete der Text auf einem der
gezeigten Schilder, das die Verblendung der Menschen in dieser Zeit
in besonders abstoßender Weise erkennbar macht.
Schon im Mai dieses Jahres folgten überall auf den Marktplätzen
die berüchtigten Bücherverbrennungen – die Verfemung und
Ausgrenzung von Juden und Intellektuellen fand immer abscheulichere
Formen des Ausdrucks.
Roland Paul
führte noch viele Beispiele der Verfolgung durch das Naziregime an:
So seien allein 200 katholische Geistliche in der Pfalz schwersten
Repressalien ausgesetzt gewesen, wurden – wie auch der evangelische
Pfarrer Johannes Bähr in Mutterstadt - in ihrer Amtsausübung
behindert, immer wieder kurzzeitig festgenommen, verhört und
misshandelt. Viele von ihnen landeten in dem Sonderlager für
Geistliche der beiden Konfessionen im ersten Konzentrationslager in
Dachau bei München - einige erlitten – wie der Rheingönheimer
Priester Wilhelm Caroli - dort oder in anderen Vernichtungslagern
den Märtyrertod (vergl. „Damit es sich nie mehr wiederholt...“,
Beitrag im SPEYER-KURIER vom 30. Januar 2013).
Das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ vom 7.
April 1933, das u.a. Juden die Ausübung ihrer Funktionen im
Staatsdienst sowie die Führung ihrer akademischen Titel untersagte,
die „Nürnberger Rassengesetze“, die Eheschließungen von Juden mit
„Ariern“ unter Strafe stellten, die „Erbgesundheitsgesetze“, die
Zwangssterilisation oder gar die Tötung von Behinderten
ermöglichten - sie alle wurden auch in der Pfalz mit der gleichen,
unvorstellbar gnadenlosen Präzision exekutiert, wie sie in dieser
Zeit an der Tagesordnung war und wie sie uns noch heute Schauer des
Grauens über den Rücken treibt.
Wer Glück hatte im jüdischen Teil der Bevölkerung in dieser Zeit
und z.B. Verwandte oder Freunde in den USA hatte, der konnte
vielleicht noch, unter Zurücklassung seines gesamten Besitzes, ins
Ausland emigrieren – die anderen fielen der grauenvollen
Vernichtungsmaschinerie der Konzentrationslager des Dritten Reiches
zum Opfer.
Als Hitler dann den Zweiten Weltkrieg entfesselte, war auch in
vielen Teilen der Pfalz – vor allem in den Grenzgebieten nach
Frankreich hin - nach der Rückkehr in die durch zeitweilige
Aussiedlung geräumte „roten“ Kampfzone der Jubel groß. Die
Erwartung auf ein „großdeutsches Reich“ vom Ural bis zum Atlantik
ließ – unabhängig von den Untaten und Gräueln, die mit diesen
Kriegszügen einhergingen – die Menschen „in der Heimat“ jubeln.
Doch während
die Kriegsberichterstatter und Kommentatoren in den
„gleichgeschalteten Zeitungen“ noch „ihren Führer und Kriegsherrn“
bejubelten, wurden die Seiten mit den Todesanzeigen der Gefallenen
am anderen Ende der Zeitungen immer umfangreicher. Der Krieg mit
all seinen Gräueln, der einst von Deutschland ausgegangen war und
für dessen Anzettelung der 30. Januar 1933 ein erster, lautstarker
Akzent war - er war zurück gekommen: Städte und Dörfer, auch in der
Pfalz, fielen den Bombardements der alliierten Luftangriffen zum
Opfer: Kaiserslautern – zerstört, Ludwigshafen und die BASF –
vernichtet, Pirmasens – im Bombenhagel untergegangen. Auch hierzu
hatte Roland Paul eindrucksvolle Bilddokumente mitgebracht.
Noch einen letzten Aspekt wollte der Referent an diesem Abend
nicht unbeachtet lassen: Die Frage, was aus den „Tätern“ jener
unseligen Zeit nach dem Krieg geworden ist: Da musste er von dem
hochrangigen „Nazi-Bonzen“ berichten, der als „minderbelasteter
Mitläufer“ eingestuft wurde und der auch in der neuen
Bundesrepublik wieder als „Staatsdiener“ tätig werden konnte - oder
von einem anderen, der, obwohl schwer belastet, vor Gericht am Ende
sogar die Zahlung seiner vollen Altersbezüge erstreiten konnte.
„Gerechtigkeit geht anders“, mag da der eine oder andere
denken.
Und deshalb muss dieser 30. Januar als Gedenktag auch
zukünftigen Generationen eine Mahnung sein, Gewalt und Willkür nie
mehr eine Chance zu geben - Diskriminierung und Rassenwahn zu
bekämpfen, wo immer sie ihr menschenverachtendes Haupt erheben und
einzutreten für Freiheit und Gerechtigkeit...
...damit es sich nie mehr wiederholt, was am 30. Januar 1933
seinen Anfang nahm.... Foto: gc
02.02.2013
Einblicke, wie die Pfalz „braun“ wurde - Bilderalbum
Euthanasie und Psychiatrie im Nationalsozialismus
Gedenken an
die Opfer furchtbarer Verbrechen im Namen der Wissenschaft
cr. Speyer. Es war einmal mehr eine zutiefst bewegende
Gedenkstunde, zu der jetzt Schülerinnen und Schüler der Speyerer
Realschulen und Gymnasien in die Heiliggeistkirche eingeladen
hatten, um aus Anlass des „Gedenktages für die Opfer des
Nationalsozialismus und des Holocaust“ am 27. Januar an eine
Opfergruppe zu erinnern, die in einer ganz besonderen Weise die
Unmenschlichkeit des Nazi-Regimes offenbar werden ließ. Es ging um
Körperbehinderte, geistig Eingeschränkte oder um solche, die das
menschenverachtende System dafür hielt – um „lebensunwertes Leben“,
wie es im Sprachgebrauch der Unmenschen hieß – um „minderwertiges
Leben“, das nach den damals gültigen Kriterien entweder direkt
„ausgemerzt“ oder dessen Fortpflanzung zumindest durch
Zwangssterilisation unterbunden werden sollte. „Euthanasie“ nannten
ideologisch verblendete, verbrecherische Ärzte und Psychiater in
Sinnentleerung des griechischen Begriffes vom „schönen Tod“ die
gnadenlose Ermordung von über 70.000 Menschen allein in zwanzig
Monaten in den Jahren 1940 und 1941, in denen die gefürchteten
„grauen Busse“ - mobile Gaskammern - in Deutschland unterwegs
waren. Über 300.000 Opfer forderte die gnadenlose
Vernichtungsmaschinerie in den stationären Euthanasie-Zentren im
Reich, die wie die gesamte Aktion unter dem Kommando des
persönlichen Leibarztes Adolf Hitlers, Dr. Karl Brandt,
standen.
Karl Brandt
und sein wichtigster Helfer Viktor Brack wurden nach dem Krieg in
den Nürnberger Prozessen angeklagt, zum Tode verurteilt und
hingerichtet – unzählige andere aber, Ärzte und Psychiater, die
durch entsprechende Gutachten die Todesurteile über ihre Opfer
sprachen, ohne diese zumeist überhaupt je gesehen zu haben - sie
blieben unbehelligt und konnten ihren Beruf auch weiterhin ausüben.
Zahlen und Fakten, die die Schülerinnen und Schüler vor dem
erschütterten Publikum ausbreiteten und die jeden mit Grauen und
Fassungslosigkeit erfüllen.
Sie zitierten aus erschütternden Dokumenten und Briefen von
Angehörigen, die den gewaltsamen Tod des Kindes, des Bruders, des
Vaters ein Leben lang nicht verkraften konnten - die erfüllt waren
von Selbstvorwürfen, weil sie ihren Angehörigen nicht vor seinem
furchtbaren Schicksal bewahren konnten, Und da waren aber auch die
Briefe der Opfer von Zwangssterilisationen, die zum Teil bis heute
an dem an ihnen begangenen Verbrechen leiden.
Fall für Fall entrollten die Schüler vor den atemlos zuhörenden
Auditorium bei der Gedenkstunde dramatische Lebensgeschichten,
riefen Namen von Opfern auf, die vielleicht heute noch lebten
könnten, wären sie nicht den mörderischen Nazi-Schergen in die
Hände gefallen.
Auch in der Pfalz, in der Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster
– heute Pfalzklinikum Landeck - wüteten die Täter und trugen ihren
Anteil zu der grausig-mörderischen Ernte bei. Mehr als 2.000 Opfer,
so schätzt man, ließen in dieser eigentlich der Heilung
verpflichteten medizinischen Einrichtung ihr Leben.
Mit welch grauenvoller Präzision die Täter dabei zu Werke
gingen, mögen amtliche Zahlen aus jener Zeit belegen, die allein
von 64,441 Opfern medizinischer Experimente berichten, von denen
6.831 bei diesen mit wissenschaftlichem Anspruch verbrämten
Versuchen zum Teil unter schrecklichsten Qualen ihr Leben
verloren.
Grauenvolle Zahlen, die nie vergessen werden dürfen, wenn wir
unserer Verantwortung für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte
gerecht werden wollen.
Doch dass die
Sicherheit dieser Werte bis heute nicht vor Gefahren und Angriffen
gefeit ist, unterstrichen in dieser Veranstaltung die alltäglichen
Beispiele rechtsradikaler und neonazistischer Übergriffe aus dem
vergangenen Jahr, die eine Schülerin in scheinbar zufälliger Folge
aus der Tagespresse zitierte und die Oberbürgermeister Hansjörg
Eger mit den ersten Paragraphen des Grundgesetzes der
Bundesrepublik Deutschland in Kontrast setzte. Anspruch und
Wirklichkeit.!
Stehend gedachten die Teilnehmer der Gedenkfeier – unter ihnen
sah man neben den Landtagsabgeordneten Friederike Ebli (SD)
und Dr. Axel Wilke (CDU) auch den Städtischen
Beigeordneten Dr. Wolf Böhm sowie Vertreter der beiden
christlichen Kirchen, an ihrer Spitze Domdekan Dr. Christoph
Kohl auch die Vertreter vieler weltlicher Institutionen, die
gemeinsam mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt die
Stuhlreihen in der säkularisierten Heiliggeistkirche dicht an dicht
füllten.
Intensiv und zu Herzen gehend wie die Textpassagen war auch die
musikalische Umrahmung der vom Koordinator des Gedenkens, Thomas
Sartingen von der Katholischen Erwachsenenbildung der Diözese
Speyer gemeinsam mit den Schülern gestalteten Gedenkfeier, die vom
gemischten Schüler- und Lehrerchor des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums
unter der Leitung von Anja Bosl-Ridder, dem Saxophonensemble
unter Thomas Denzinger sowie der jungen Geigerin Janina
Steinbach gestaltet wurde.
Noch ganz
unter dem beklemmenden Eindruck des Gehörten hatten die Besucher
nach der Feier noch Gelegenheit, die hoch informativen und
sehenswerten Ausstellungen "NS-Psychiatrie in der Pfalz"
- eine Ausstellung des Pfalzklinikums Klingenmünster,
"Krankenmord im Nationalsozialismus - Grafeneck 1940 -
Euthanasie-Verbrechen in Südwestdeutschland", sowie
"Lebensunwert - zerstörtes Leben", eine
Ausstellung des Bundes der "Euthanasie"-Geschädigten und
Zwangssterilisierten mit Dokumenten über die Staatlichen
Euthanasie-Programme jener Zeit sowie mit Berichten über die
„Mord-Kliniken“ im ganzen „Dritten Reich auf sich wirken zu
lassen.
Diese informative Ausstellung ist noch bis zum 6.
Februar 2013 in der Speyerer Heiliggeistkirche zu
besichtigen. Foto: gc
30.01.2013
Bewegende Gedenkstunde - Bilderalbum
Dom-Spardose „geleert“
Dombauverein
erhält weitere 3000 Euro zugunsten des Weltkulturerbes „Kaiser- und
Mariendom zu Speyer“
is.spk. Speyer. Die Dom-Spardose zahlt sich aus für die
Speyerer Kathedrale: Mit einem ansehnlichen Scheck über 3.000 Euro
konnte heute der Vorstandsvorsitzende der Kreis- und
Stadtsparkasse Speyer, Uwe Geske, den jüngsten Erlös aus
dem Verkauf von weiteren Exemplaren der Dom-Spardose durch die
Zweigstellen des Speyerer Geldinstitutes überbringen..Wie der
Vorsitzende des Dombauvereines, Dr. Wolfgang Hissnauer bei
der Übergabe des symbolischen Schecks mitteilte, haben damit seit
März 2011 bereits 2200 der insgesamt 2500 Exemplare dieser
attraktiven "Dombausteine" ihre Liebhaber gefunden. Die letzten
originalgetreuen Nachbildungen des UNESCO-Weltkulturerbes, so
mutmaßen inzwischen Experten für solche Sammelobjekte, werden sich
wohl schon bald einer wachsenden Nachfrage erfreuen und dann
vielleicht sogar einen deutlich über dem Einstandspreis von 15 Euro
liegenden Angebotspreis erzielen.
„Der Kaiserdom liegt uns von der Kreis- und Stadtsparkasse
Speyer stets sehr am Herzen“, bekannte Uwe Geske. Darum sei auch
der Dombauverein immer wieder mit Spenden bedacht worden. „Und
daran“, so versprach Geske, „wird sich auch nach einem möglichen
Zusammenschluss der Sparkassen in der Vorderpfalz nichts
ändern“.
Die
„Dom-Spardosen“ waren im März 2011 aus Anlass des Domjubiläums und
des Salier-Jahres in einer Auflage von 2.500 Exemplaren
herausgegeben worden. Dabei – so Dr. Hissnauer – habe die Kreis-
und Stadtsparkasse Speyer dankenswerter Weise nicht nur die
Vorfinanzierung des Projekts übernommen, sondern über ihre
Zweigstellen und durch Werbung bei ihren Firmenkunden auch einen
erheblichen Teil des Verkaufs des beliebten Geschenkes. Den dadurch
zuletzt erlösten Betrag von 2.400 Euro habe die Sparkasse jetzt
großzügig auf 3.000 Euro „aufgerundet“, wofür Dr. Hissnauer und
seine Stellvertreterin Gudrun Lanig heute dem
Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse ganz besonders dankten.
Zuvor schon – so teilte Dr. Hissnauer auf Anfrage des
SPEYER-KURIER mit – habe der Dombauverein aus der Aktion
bereits einen stattlichen Gewinn von 7.100 Euro verzeichnen können,
so dass der Verein nach dem Verkauf der restlichen, noch
vorhandenen 300 Spardosen mit einem Gesamtgewinn zugunsten der
Kathedrale von gut 11.500 Euro rechnen könne. Ein stolzes Ergebnis
für eine gute Sache !
Als
Weihnachtspräsent in Firmen oder als Geschenk zur Ersten Heiligen
Kommunion oder zur Konfirmation sei die Spardose halt auch eine
"wirklich ganz tolle Sache", unterstrich auch Sparkassen-Chef Uwe
Geske. Er selbst habe den „Miniaturdom“ für solche Zwecke
inzwischen schon häufiger eingesetzt, so offenbarte er und
versprach bei dieser Gelegenheit noch einmal, dass die Kreis- und
Stadtsparkasse ihr Sponsoring für den Dom, das ihm auch ganz
persönlich ein Herzensanliegen sei, auch in der Zukunft
aufrechterhalten werde.
Die Dom-Spardose zum Preis von 15 Euro ist als reizvolles Souvenir
für die Freunde und Besucher der romanischen Kathedrale auch in
folgenden Geschäften in Speyer erhältlich:
. Buchhandlung Oelbermann Speyer, Wormser Straße und
Dudenhofener Straße
. Kaufhof Speyer, Maximilianstraße
. Sonnenapotheke Speyer, Maximilianstraße
Sie kann zudem auch bezogen werden über die Geschäftsstelle des
Dombauvereins Speyer, Edith-Stein-Platz, 67346 Speyer -
Telefon 0 62 32 - 102-116, e-Mail: dombauverein@bistum-speyer.de.
Weitere Informationen unter www.dombauverein-speyer.de. Foto: gc
29.01.2013
Dombauverein erhält weitere 3000 Euro zugunsten des Weltkulturerbes - Bilderalbum
St. Konrad Helau
Der
„Bunte Abend“ der Pfarrei St. Konrad in Speyer-Nord war ein voller
Erfolg.
Die nur alle zwei Jahre stattfindende Fastnachtsveranstaltung im
Pfarrsaal der Pfarrei war bereits frühzeitig ausverkauft. Gabi
Schmotz und Angelika Hirt führten gereimt durch das aus vielen
Höhepunkten bestehende Programm und moderierten gekonnt diese
einzigartige Fastnachtssitzung.
„St. Konrad Helau“, viele Raketen und starker Applaus für die
einzelnen Darbietungen waren der verdiente Lohn für die einzelnen
Gruppen und Akteure.
Dieter Stadter eröffnete mit dem Satiregedicht „Gottlieb“ den
Bunten Abend, bevor das Tanzmariechen vom CCS das Publikum mit
seinem Gardetanz verzückte. Der französische Aushilfspfarrer, alias
Adolf Sommer, erklärte dem Publikum in gebrochenem
deutsch-französisch gekonnt die Entstehungsgeschichte. Jutta
Hinderberger, besser bekannt als Kättl Feierdaach, berichtete von
Ihren Erlebnissen vom vergangenen Hochzeitstag. Die Putzkolonne der
Pfarrei, bestehend aus Angelika Hirt, Gabi Schmotz und Volker
Mojses erzählten sich von Ihren Männern und Ihrer Arbeit. Pfarrer
Matthias Bender und Kaplan Thomas Becker spielten zwei alte
Kirchendamen aus der letzten Reihe und sprachen über Ihre Gedanken
und Erfahrungen. Eine „Sängerin mit Startrupp“ sang ein Klockenlied
mit Beinpfannenbegleitung, bevor der Beamtenversteher Reinhold Hirt
aus dem Leben der Beamten, ihrer Welt und deren Arbeitsweise
berichtete.
Nach
der zweiten Pause sorgten die lieblichen Krankenschwestern vom
Männerballett der Chorgemeinschaft Speyer für weitere Stimmung.
Bauarbeiter alias Kaplan Becker berichtete von seinem Baualltag,
seinen Erlebnissen mit seinem Lehrling und den Widrigkeiten am
Bau.
Nach einer Schunkelrunde sangen die Domstadtbrüder vom CCS,
schlewwerten Frau Schlewwerisch und Frau Tratschich, alias Sabine
Seidel und Susanne Kaiser, über Ihr Leben und Ihre Lieben, bevor
der Singkreis Perspektiven, um Christiane Arendt-Stein, das
abwechslungsreiche Programm mit lustigen und selbstgereimten Songs
über die Pfarrei beendeten.
Beim großen Finale mit allen Akteuren weit nach Mitternacht sang
und schunkelte der ganze Saal, wurden die Tanzbeine geschwungen und
die Bar eröffnet. Ein rundum gelungener Abend mit vielen tollen
Darbietungen, Lachern, Zugaben und kurzweiligem Programm. Frank
Ableiter; Foto:Reinhold Hirth
28.01.2013
Noch mehr Komfort beim Besuch der Städtischen Galerie
Lions Club
Speyer spendet 20 extrem leichte Klapphocker
cr. Speyer. Eine überaus hilfreiche Spende des „Lions
Club Speyer“ konnte heute die Speyerer Kulturdezernentin,
Bürgermeisterin Monika Kabs, in der Städtischen Galerie in
der Flachsgasse entgegennehmen. Denn länger schon hatten die
Sprecherinnen des „Arbeitskreises Kultur“ des Städtischen
Seniorenbeirates, Helma Rieser. Hermine Pfaud und Ilse
Dingler beklagt, dass ältere Menschen bei Führungen durch die
Galerie oft vergeblich nach Sitzgelegenheiten Ausschau hielten, um
bei längeren Führungen eine kurze Rast einlegen zu können. Mit der
Gabe, die Johannes Merz und Reinhard Oelbermann heute
für den Lions Club überreichen konnten, gehört diese Klage wohl
endgültig der Vergangenheit an.
Zwanzig extrem
leichte Klapphocker - auf einem Transportwagen im Erdgeschoss der
Galerie neben dem Aufzug platziert - werden zukünftig allen, die
vielleicht auch einmal vor einem Kunstwerk innehalten und es für
längere Zeit auf sich einwirken lassen wollen, eine bequeme und
praktische Sitzgelegenheit sein. „Diese Hocker sind so leicht, dass
sie die älteren Menschen auch bequem mit durch eine Ausstellung
nehmen können“, freute sich der Leiter des Städtischen
„Fachbereiches 3 – Kultur, Bildung, Sport und Senioren“, Bruno
Cloer, der die neuen Hocker aus der Vielzahl entsprechender
Möbelangebote ausgesucht hatte.
Ganz billig sind sie allerdings nicht, die neuen „Wanderhocker“:
Rund 3.000 Euro „durfte“ der Lions Club dafür „berappen“ und damit
einen Großteil seiner Einnahmen in Höhe von knapp 4.000 Euro aus
den „Löwenhof-Aktivitäten“ beim letztjährigen Altstadt-Fest drein
geben. Wie Reinhard Oelbermann andeutete, könnten mit den jetzt
noch verbleibenden rund 1.000 Euro wohl noch weitere Hocker für das
Speyerer „Hans-Purrmann-Haus“ beschafft werden,
Bürgermeisterin Monika Kabs dankte den „Lions“, die mit dieser
Spende ihrem Motto „We serve“ - „wir dienen“ einmal mehr in
eindrucksvoller Weise gerecht geworden seien. „Mit diesen
federleichten Hockern können die Besucher der Städtischen Galerie
ihren Aufenthalt noch ein Stück weit komfortabler erleben“, lobte
die Kulturdezernentin, ehe Bruno Cloer die Neuerwerbungen elegant
an ihren neuen Standplatz steuerte. Foto: gc
23.01.2013
Lions Club Speyer spendet 20 extrem leichte Klapphocker - Bilderalbum
Keramik-Scherben aus unterschiedlichen Epochen geben Aufschluss über die Entwicklung Speyers im ersten Jahrtausend
cr.
Speyer- Als „ein bedeutendes archäologisches Archiv“ hat
heute der Leiter der Außenstelle Speyer der Direktion
Landesarchäologie der Generaldirektion Kulturelles Erbe
Rheinland-Pfalz, Prof. Dr. Helmut Bernhard, bei einem
Pressegespräch den Speyerer Domhügel charakterisiert. Nach
Abschluss der Grabungen, die im Zusammenhang mit den Erd- und
Betonarbeiten zum Einbau einer stabilen Halterung für den derzeit
noch weit in die Stadt hinein strahlenden Christbaum vor der
romanischen Kathedrale möglich und notwendig geworden seien, wollte
seine Dienststelle noch einmal über die Ergebnisse dieser
exemplarischen Grabungen berichten, die während ihrer Durchführung
vom 23. Juli bis zum 3. September 2012 bei Speyerern und
zahlreichen Besuchern der Stadt viel Aufsehen erregt und großes
Interesse gefunden haben. „Unsere Mitarbeiter haben oft viele
Stunden ihrer Arbeitszeit damit verbracht, den vielen Besuchern der
Stadt das Projekt zu erklären“, wusste Grabungsleiter Helmut
Stickl zu berichten.
Mit einem
Grabungsschnitt von 4 x 4 Metern, der in Abträgen von jeweils 10
bis 15 Zentimetern Schicht für Schicht mit großer Akribie bis zu
einer Tiefe von 1,80 Metern in den Boden getrieben und im Zentrum
noch einmal auf einer Fläche von 1 x 1 Meter um weitere 80 cm
vertieft wurde, hätten natürlich keine großflächigen neuen
Erkenntnisse gewonnen werden können, betonte Prof. Dr. Bernhard.
Der Schnitt habe aber viele Annahmen bestätigt, so auch die, dass
sich in römischer Zeit an dieser Stelle ein typisch römisches
Streifenhaus von 10 bis 15 Metern Breite und bis zu 30 Metern Tiefe
befunden habe. Reste solcher römischer Wohnhäuser seien auch schon
bei Grabungen in den 1960er Jahren gefunden worden, die im Bereich
des Edith-Stein-Platzes nördlich des Domes und entlang der heutigen
Gro0en Himmelsgasse, die der Trasse einer historischen Römerstraße
folgt, vorgenommen wurden.
Damit könnte das sich aus den Ergebnissen vieler Einzelgrabungen
komplettierende Kataster der Stadt, die in römischen Zeiten eine
Ausdehnung von ca. 30 Hektar besessen habe, um weitere gesicherte
Erkenntnisse ergänzt werden - so Helmut Stickl - darunter auch die
über den Verlauf weiterer Römerstraßen auf der Trasse der heutigen
Kleinen Pfaffengasse sowie entlang des Rheins auf dem Hochgestade
des Flusses.
Anhand
zahlreicher Fotos und Zeichnungen, wie sie – gemeinsam mit den
schriftlichen Dokumentationen – immer angefertigt werden, wenn
archäologische Grabungen vorgenommen und ausgewertet werden, zeigte
Helmut Stickl dann. Schicht für Schicht, die Keramik-Funde auf, die
vor dem Kaiserdom aus der Erde geborgen werden konnten und die
jetzt im „Archäologischen Schaufenster“ in der Speyerer
Gilgenstraße präsentiert werden.
Überraschend seien bei der Grabung allerdings die dicken
Schichtpakete aus dem 8. und 9. Jahrhundert – aus der
karolingischen Zeit – gewesen, durch die der Bestand an
hochwertiger karolingischer Keramik, der bislang aus dem Speyerer
Stadtgebiet bekannt war, erheblich erweitert werden konnte.
In dem Aufschluss sei aber auch ein menschlicher Schädel aus
dieser Zeit gefunden worden – das dazu gehörende Skelett liegt
weiterhin nördlich dieses Anschlusses in ca. 1,30 Metern Tiefe,
führte Helmut Stickl aus.
Insgesamt hätten die weiteren Untersuchungen aber keine
erkennbaren Baustrukturen ergeben – statt dessen viele
Keramik-Reste in den bis auf 3,40 unter das heutige Niveau hinunter
reichenden Kulturschichten, ehe man auf die ursprüngliche
Sandschicht gelangte. Als Grund für so viele Keramikscherben
nannten die Archäologen die Tatsache, das es auch in Speyer bis ins
19, Jahrhundert hinein keine Müllabfuhr gegeben habe und Hausmüll
und Abfälle statt dessen einfach auf den Straßen oder in den Gärten
„entsorgt“ worden seien.
Die Grabung am Domhügel hat also ein Stück weit mehr Klarheit
über die ersten drei Jahrhunderte unserer Zeitrechnung ergeben, als
auch auf dem Areal des heutigen Speyer römische Soldaten für eine
schrittweise Entwicklung sorgten. Dennoch blieb die frühere
„civitas nemetum“ und das nachfolgende „Spira“ ein unbedeutendes
Kuhdorf, bis um die erste Jahrtausendwende Kaiser Konrad II,
beschloss, hier für seine Dynastie eine monumentale Grablege
errichten zu lassenm die bis heute das Stadtbild der Stadt prägt.
Foto: gc; GENERALDIREKTION KULTURELLES ERBE
Rheinland-Pfalz
22.01.2013
Grabungen geben Aufschluss über die Entwicklung Speyers im ersten Jahrtausend - Bilderalbum
Verleihung des Umweltpreises der Stadt Speyer 2012
Umweltdezernent Frank Scheid mit den Schülern der „Arbeitsweltklasse“ und dem betreuenden Lehrer Willi Batzer (v.l.n.r) bei Übergabe des Schecks.
Der diesjährige Umweltpreis unter dem Motto „Nachhaltige
Ernährung“ wurde von Umweltdezernent Frank Scheid am 21.01.13 an
das Siegerprojekt der Burgfeldschule Realschule plus, die
„Arbeitsweltklasse“ mit ihrem Schulgarten, vergeben. Die kleine
Gruppe setzte sich unter Leitung ihres Lehrers Willi Batzer gegen
sieben weitere Bewerber durch und darf sich nun über den mit 1.250
Euro dotierten Preis freuen.
Der Umweltpreis wird seit 2006 alle zwei Jahre von der Stadt
Speyer ausgelobt. Bewerben können sich Kindertagesstätten, Schulen,
Gaststätten, Betriebs-Kantinen, Vereine, Verbände sowie Arbeits-
und Interessengemeinschaften. Das Ziel des von der Stadt Speyer
ausgelobten Preises ist es, das Interesse an der Umwelt und an
Belangen der Nachhaltigkeit zu wecken. Im seit einigen Jahren
erfolgreichen Projekt Schulgarten, voll und ganz erreicht worden.
Wenn etwas im Garten getan werden muss, so macht sich die Klasse
unter der Leitung ihres Lehrers ans Werk. Es wird gepflanzt und
geerntet, was das Zeug hält. Mit den geernteten Produkten bereiten
die Schüler kleine Leckereien vor, die anschließend im Schulkiosk
verkauft werden. Falls etwas zugekauft werden muss, wird immer auf
die Qualitätsmerkmale regional, saisonal, biologisch und fair
geachtet. Wie sich das Projekt weiterentwickeln wird und wofür das
Preisgeld verwendet wird, steht laut Batzer noch „in den Sternen“.
Stadt Speyer, Pressestelle www.speyer.de
21.01.2013
Mit Elan und vielen politischen Reden ins Wahljahr 2013
Speyerer GRÜNE
luden zum „legendären“ Neujahrsempfang
cr.Speyer. Das evangelische Gemeindezentrum „Haus
Trinitatis“ bei der Heiliggeistkirche war einmal mehr bis an die
Grenzen seiner Kapazitäten gefüllt, als Petra
Fischer-Wolfert, Vorstandssprecherin des Kreisverbandes Speyer
von Bündnis 90/Die Grünen, gemeinsam mit ihren
Vorstandskolleg/innen Gudrun Weber und Helmut Stickl
Mitglieder, Freunde und Gäste der Partei zum schon traditionellen
Neujahrsempfang begrüßte Ihr erster Gruß richtete sich dabei an die
Hauptrednerin des Tages, die rheinland-pfälzische
Staatsministerin Irene Alt, an die grüne
Landtagsabgeordnete Anne Spiegel sowie an die
Direktkandidatin der Partei zur Bundestagswahl, Jutta
Paulus.
Unter den Gästen galt ihr Gruß neben Oberbürgermeister
Hansjörg Eger, Bürgermeisterin Monika Kabs und dem Städtischen
Beigeordneten Dr. Wolf Böhm den Abgeordneten in Bundes- und
Landtag, Tobias Lindner MdB (B90/Die Grünen) und Dr. Axel
Wilke MdL (CDU). Dann aber auch den Mitgliedern des Speyerer
Stadtrates aus allen demokratischen Parteien, an ihrer Spitze dem
Vorsitzende der CDU-Fraktion, Dr. Gottfried Jung, den
Vertretern von Verbänden und Vereinen in der Stadt, Mitgliedern des
Migrationsbeirates der Stadt, angeführt von ihrer Vorsitzenden,
Dr. Brenda Hart-Bohne sowie Angehörigen des Speyerer
Jugendstadtrates.
In den
nachfolgenden Grußworten und Festreden stand - wie zu Beginn dieses
Wahljahres 2013 nicht anders zu erwarten - die bevorstehende
Bundestagswahl im Vordergrund, für die sich die Grünen die Ablösung
der derzeitigen schwarz-gelben Koalition in Berlin erhoffen. Der
Fraktionsvorsitzende der Grünen im Speyerer Stadtrat,
Johannes Jaberg, sprach sich dabei für die Fortsetzung der
nachhaltigen Politik seiner Partei auf allen Politikebenen aus.
Dazu nannte er an erster Stelle die konsequente Umsetzung der
Energiewende, die von keiner Seite in Frage gestellt werden
dürfe.
Die Speyerer Grünen unterstützten deshalb auch nachdrücklich die
Speyerer Stadtwerke beim Ausbau der erneuerbaren Energien. „Die
Energiewende wird nicht von den großen Konzernen, sondern gerade
von den vermeintlich kleinen Stadtwerken vorangetrieben, die vor
Ort globale Verantwortung zeigen“, stellte Jaberg fest, der den
Stadtwerken noch einmal zu der Auszeichnung „Öcologia 2013“ für ihr
ökologisches Engagement gratulierte. Zugleich kritisierte er die
steigenden Energiepreise, die zu einer immer größeren sozialen
Belastung der Bürger führten. Mit seiner Forderung nach mehr
bezahlbarem, Wohnraum durch eine verstärkte Förderung des sozialen
Wohnungsbaus verband Jaberg die Anregung nach Aufstellung eines
ökologischen Mietspiegels für die Stadt, um damit insbesondere
einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen eine Orientierung zu
geben.
Einer Wohnbebauung auf dem Speyerer Konversionsgelände stehe
seine Partei allerdings skeptisch gegenüber, betonte Jaberg mit
Blick auf die demografischen Entwicklung in Speyer., für die er
entgegen den Prognosen eine abnehmende Bevölkerungszahl auch in
Speyer auf wieder unter 50 000 Einwohner zu erkennen glaubt.
Die Vorlage eines Armuts- und Reichtumsberichtes, die
Bereitstellung von Räumlichkeiten für Jugendliche im Stadtzentrum
und die Entwicklung der Stadt zur „Fairtrade-Town“ waren weitere
Themen, die Jaberg in Anknüpfung an seine kürzlich gehaltene
Haushaltsrede (siehe SPEYER-KURIER vom 10. Dezember 2012) zu
sprechen kam..
Nachhaltigkeit müsse sich aber auch in der Verkehrspolitik
niederschlagen, so der Redner, der einen konsequenten Ausbau von
ÖPNV und Radwegenetz in der Stadt forderte.
„Wir Speyerer Grüne setzen darauf, die Bürgerinnen und Bürger
frühzeitig in die politischen Entscheidungen einzubeziehen“,
betonte Jaberg abschließend und stellte in Aussicht, dass sich
seine Partei auch in der Zukunft an ihrem Einsatz für die
Einbindung der BürgerInnen und Bürger in die Entscheidungsprozesse
in der Stadt messen lassen wolle.
Staatsministerin
Irene Alt, Ressortchefin für Integration, Familie, Kinder,
Jugend und Frauen in Rheinland-Pfalz, würdigte eingangs ihrer Rede
die wachsende Akzeptanz ihrer Partei in der Bevölkerung, die sich
in der steigenden Zahl neuer Mitglieder widerspiegele, aber auch in
den eindrucksvollen Wahlerfolgen bei den Oberbürgermeisterwahlen in
der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart ebenso wie
in der rheinland-pfälzischen Kreisstadt Mayen in der Eifel.
Auf den ureigensten Politikfeldern der Integrations- und
Familienpolitik hätten die Grünen in Rheinland-Pfalz entscheidende
Initiativen ergriffen, „Wir wollen die Interkulturelle Öffnung in
Rheinland-Pfalz vorantreiben und die Vielfalt der Gesellschaft in
den Köpfen der Menschen verankern“, versprach die Ministerin..Dazu
sollten auch mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit
Migrationshintergrund im Öffentlichen Dienst beschäftigt
werden.
In dem wichtigen Bereich der Familienpolitik habe ihr
Ministerium das Projekt „Guter Start ins Kinderleben“ angesiedelt,
das Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Gesundheitshilfe und
Jugendhilfe zum Ziel habe. Im Rahmen dieses Programms sollten mit
Hilfe eines Screeningbogens mögliche Belastungen in der Familie und
daraus resultierende Risiken festgestellt und gegebenenfalls das
Gespräch mit den Betroffenen gesucht und für sie Hilfe vermittelt
werden. Ein weiteres Schwerpunktthema ihrer Familienpolitik, so
Irene Alt,sei die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu
haben sie 2012 Regionale Netzwerktreffen mit Unternehmen und
familienpolitischen Akteuren ins Leben gerufen.
Mit der Kampagne „Rheinland-Pfalz unterm Regenbogen“ trete
Rheinland-Pfalz für die Akzeptanz von „queren Lebensweisen“, d.h.
von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgenders, Transsexuellen und
Intersexuellen ein. „Wir haben dazu einen Aktionsplan gegen
Homophobie und Transphobie mit 110 Maßnahmen erarbeitet, der in
diesem Jahr in die Umsetzung geht“, so kündigte die Ministerin
an.
Im Bereich „Kinder und Jugend“ gelte ab dem 1. August 2013 der
Rechtsanspruch für Einjährige auf einen Kita-Platz. Hier stehe das
Land sehr gut da: „Rheinland-Pfalz ist unter den westdeutschen
Flächenländern die Nummer 1,“, erklärte Irene Alt nicht ohne
Stolz.Allerdings sollte der Bund das Betreuungsgeld, das er ab
August 2013 „in die Hand nimmt“, besser für den Ausbau der
Kindertagesstätten einsetzen, forderte die Ministerin. Deshalb habe
sich Rheinland-Pfalz im Bundesrat auch gegen das Betreuungsgeld
eingesetzt und hoffe, dass diese Regelung im Zuge eines
Regierungswechsels im Herbst endgültig wieder abgeschafft
werde.
Mit eher
nachdenklichen Worten wollte Landtagsabgeordnete Anne
Spiegel auf Themen „zwischen der kommunalen und der
landespolitischen Ebene“ zu sprechen kommen. Dabei bedankte sie
sich zunächst bei den zahllosen Ehrenamtlichen in der Region und im
Lande, ohne deren Einsatz Politik nicht möglich sei. Anne Spiegel
kritisierte den geplanten Stellenabbau der Diakonie bei den
Schuldner-, Sucht- und Familienberatungsstellen. Hier wolle sie
sich auch weiterhin für den Erhalt der bewährten Strukturen
einsetzen, weil dies Menschen zugute komme, die nicht auf der
Sonnenseite des Lebens“ stünden. Das gelte auch für das Thema
„Warenkörbe“.
Für das Jahr 2013:hob die junge Abgeordnete zwei ihrer Projekte
ganz besonders hervor: Die Stärkung der Rechte von
Flüchtlingskindern im Bereich der Flüchtlingspolitik und die
Novelle des Landesgleichstellungsgesetzes, mit der die Rechte von
Gleichstellungsbeauftragten ausgebaut und dadurch die Frauenpolitik
verbessert werden solle.
Mit einem ganz besonderen Wunsch schloss Anne Spiegel
ihre Rede: „Ich habe den Wunsch und auch die Hoffnung, dass mit
jedem Neuen Jahr nicht nur der einzelne Mensch reifer wird, sondern
die Menschheit insgesamt. Es wäre an der Zeit, denn beim Umgang mit
unseren Ressourcen, mit unserer Umwelt und mit unseren Mitmenschen
wäre ein reiferes Handeln der Menschheit dringend
angebracht“.
Auf ein
„spannendes Wahljahr“ freute sich schließlich als letzte Rednerin
auch die Direktkandidatin der Grünen im Wahlkreis
Neustadt/Speyer, Jutta Paulus die die gegenwärtige
schwarz-gelbe Bundesregierung und die ihr angehörenden Minister
scharf angriff. „Eigentlich ist der Wahlkampf ganz einfach, weil
Schwarz-Gelb so viele offene Flanken bietet, dass die Kabarettisten
gar nicht wissen, wo sie anfangen sollen“, höhnte sie. „Wir haben
einen Außenminister ohne internationalen Einfluss und ohne Profil.
Wir haben eine Arbeitsministerin, die Minijobs ausweitet und so die
Armutsrenten vorbereitet, die sie dann aufstocken will. Wir haben
einen Umweltminister, der sich seiner Aufgabe, die natürlichen
Lebensgrundlagen zu schützen, nicht stellt, und sich vorbehalten
will, Atommüll ins Nicht-EU-Ausland zu exportieren. Wir haben einen
Wirtschaftsminister, der eine unserer wichtigsten und
zukunftsfähigsten Industrien mit enormem technologischen Vorsprung
sehenden Auges in den Ruin treibt. „Wenn ein Warren Buffet in
Photovoltaik investiert, dann müsste auch der letzte Neoliberale
begriffen haben, dass hier die Zukunft liegt“, rief Paulus
aus..
Deshalb sollte es leicht fallen, grüne Stärken im Wahlkampf nach
vorn zu bringen und deutlich zu machen: „Die Grünen sind die Eltern
der Energiewende und der Garant für ihr Gelingen!“, so die
Kandidatin. Deshalb müssten sich auch die Grünen zu der
Notwendigkeit neuer Hochspannungsleitungen bekennen. Wenn behauptet
werde, der Bau von 3800 km neuer Stromleitungen sei ein nicht zu
bewältigender Stolperstein, dann verkenne das, dass von 1970 bis
1993, als es darum ging, die neuen AKW ans Netz anzuschließen,
34000 km, also fast das zehnfache, neu gebaut wurde. „Und auch
daran ist das Abendland nicht untergegangen“, betonte Jutta
Paulus.
Jutta Paulus, studierte Pharmakologin und Umweltanalytikerin in
einem von ihr mitbegründeten Analyseinstitut in Kirrweiler/Pfalz,
will sich verstärkt für eine eine ehrliche Kostendebatte über die
Energiepreise einsetzen, die eigentlich inflationsbereinigt nicht
gestiegen seien. Von der aktuellen Umlage von 5,27 ct/kWh flössen
gerade einmal 2,26 ct/kWh an die Erzeuger/Innen, so die Referentin.
„Wir dürfen uns deshalb nicht von der FDP jagen lassen, die
plötzlich ihr Herz für Hartz-IV-Berechtigte entdeckt hat“.
Schließlich
sprach sich Paulus auch für eine „Korrektur der schlimmsten
Auswüchse der Agenda 2010“ aus, die – kein Ruhmesblatt - von ihrer
grünen Partei mit beschlossen worden sei.. „Es gilt, den Menschen
tatsächliche Chancen zu geben und sie nicht von Maßnahme zu
Maßnahme zu schieben“, forderte die grüne Bundestagskandidatin. Die
unwürdigen Sanktionen müssten abgeschafft, die Zeitarbeit wieder
begrenzt werden. Die Aushöhlung der Sozialsysteme müsse gestoppt
werden - nicht nur für die Krankenversicherung, auch für die
Rentenversicherung werde eine Bürgerversicherung benötigt, in die
alle einbezahlen.
Abschließend erinnerte Jutta Paulus daran, dass die Grünen 1990
mit dem Slogan "Alle reden von Deutschland -.Wir reden vom Wetter."
noch aus dem Bundestag geflogen sei.. Heute sei der Klimawandel in
aller Munde und werde die Welt stärker verändern, als man sich das
heute schon vorstellen könne. Folgen für.Landwirtschaft, Migration,
Gesundheit, Versorgung mit Rohstoffen, letztlich auch militärische
Konflikte – die Liste der Gefährdungspotentiale sei endlos.Darum
müssten die Grünen jetzt anfangen, ihre Alternativen nach vorn zu
bringen.
Doch ehe sie sich daran machten – ehe sie sich in den
Bundestagswahlkampf 2013 stürzten - machten sie sich erst einmal
über das opulente Buffet her, das bei den Neujahrsempfängen der
Grünen längst als legendär gilt - legendär, weil es – so die
Vorstandssprecher - mit viel Liebe von den grünen Mitgliedern
selbst gemacht wird. Noch lange nahmen die Grünen und ihre Gäste
Gelegenheit, sich – musikalisch begleitet von der Speyerer Gruppe
„Wink“ - über Politisches und über „ganz Normales“ auszutauschen.
Und dann hieß es: Das politische neue Jahr – es kann kommen.
Foto: moth
18.01.2013
Speyerer GRÜNE luden zum „legendären“ Neujahrsempfang - Bilderalbum
Bürgerreisen in die Partnerstädte - Europa erleben
Ravenna, Chartres und Spalding lauten die Reiseziele der
beliebten Bürgerreisen, die die Freundeskreise der Partnerstädte in
Zusammenarbeit mit der Stadt Speyer regelmäßig
anbieten.
Während für die Fahrt nach Italien vom 2. bis 7. April 2013
bereits alle Plätze ausgebucht sind, nehmen die „Friends of
Spalding“ und die „Amis de Chartres“ noch Anmeldungen Reiselustiger
entgegen.
Vom 9. bis 12. Mai
2013 geht es nach Chartres. Die gotische Kathedrale mit ihren
weltweit berühmten Glasfenstern sowie die malerischen Gassen der
Kernstadt werden in einer Stadtführung erkundet. Gemeinsam mit den
Freunden in Chartres führt ein Ausflug in die wunderbare Landschaft
des Landkreises Eure und Loire, die als die Getreidekammer
Frankreichs gilt. Paris liegt nur 80 km von Speyers Partnerstadt
entfernt und bietet sich für Städteinteressierte ebenfalls als
Ausflugsziel an.
Die Freunde Spaldings steuern zunächst Ziele im
westlichen Teil Großbritanniens an, bevor es zur Partnerstadt
Spalding geht: die Überfahrt mit der Fähre absolviert, geht es
weiter nach Salisbury, Stonehenge und anschließend Richtung Wales,
wo neben Cardiff weitere Stationen auf dem Programm stehen. Die
Reise findet vom 7. bis 17. Juli 2013 statt.
Weitere Informationen erhalten Sie im Büro für
Städtepartnerschaften, Tel.: (0 62 32) 14 22 59. Pressestelle
Stadt Speyer; Foto: pem
17.01.2013
Ein Stier für Speyer
Bildhauer
Prof. Thomas Duttenhöfer stattet seiner Vaterstadt mit
eindrucksvoller Dauerleihgabe Dank und Reverenz ab
Von Gerhard Cantzler
Die Stadt Speyer ist um ein ansehnliches Kunstobjekt reicher:
Prof. Thomas Duttenhöfer, Bildhauer und Professor für
Grundlehre und Zeichnen an der Fakultät für Gestaltung der
Hochschule für Kunst in Mannheim hat heute dem
Oberbürgermeister seiner Vaterstadt Speyer, Hansjörg
Eger, in dessen Amtszimmer den Eisenguss einer von ihm im Jahre
2010 geschaffenen Skulptur eines Stieres als Dauerleihgabe
überreicht.
Damit wolle er – fast fünfzig Jahre, nachdem er das damalige
Staatliche Neusprachliche Gymnasium in Speyer – das heutige
Hans-Purrmann-Gymnasium - absolviert hatte, all den Speyerern
seinen Dank abstatten, die ihm auf seinen künstlerischen Lebensweg
geholfen hätten. Duttenhöfer erinnerte dabei insbesondere an
Oberstudienrat Thomas Schubert, den Zeichenlehrer seines Bruders,
der offensichtlich sein künstlerisches Talent erkannt und auf seine
Eltern eingewirkt habe, ihm das Studium der Bildenden Kunst zu
ermöglichen.
Der „große
Motivator“ Thomas Schubert - neben Hein Albig, Rudolf Dister und
Willy Weiglein einer der Mitbegründer der Speyerer Künstlergruppe
„argo“ - sei es auch gewesen, der in ihm das Interesse für die
Kunst geweckt habe. „Wenn er über Rembrandt gesprochen hat, dann
war es so, als säße der große niederländische Meister selbst mit
uns am Tisch“, erinnert sich Thomas Duttenhöfer bis heute voll
verehrungsvollem Respekt und Begeisterung für seinen ersten
künstlerischen Lehrer.
Dem Oberbürgermeister dankte der renommierte Bildhauer, -
Weggefährten bescheinigen ihm, dass er sicher auch ein ebenso
bedeutender Schauspieler hätte werden können - dafür, dass er auch
„in Zeiten knapper Kassen“ nicht müde werde, „immer wieder den
Stier bei den Hörner zu packen“, und die Geschicke der Stadt Speyer
positiv voran zu bringen. Der Stier – Sinnbild von Kraft, Energie
und Potenz – solle Eger zugleich Ermutigung sein, diesen
eingeschlagenen Weg unbeirrt fortzusetzen.
Hansjörg Eger
dankte dem Künstler auch seinerseits für die Gabe, die in der
nächsten Zeit neben Werken von Hans Purrmann und Anselm Feuerbach
das Dienstzimmer des Oberbürgermeisters schmücken wird. „Meine Tür
ist immer offen“, lud er Interessenten ein, einen Blick auf das
neue Kunstwerk zu werfen, ehe es dann mittelfristig einen Platz in
der Städtischen Galerie finden wird.
Arbeiten von Thomas Duttenhöfer, dessen Werke in Speyer zuletzt
im Rahmen einer Ausstellung im Jahr 2010 zu sehen waren, werden in
der nächsten Zeit auch in Präsentationen in Mainz, Münster in
Westfalen, in Gießen und voraussichtlich dann auch im Jüdischen
Museum SchPIRA in Speyer gezeigt.- viele Gelegenheiten also, seine
vielfältigen, soviel Kraft ausstrahlenden Werke zu bewundern.
Foto: gc
15.01.2013
Ein Stier für Speyer - Bilderalbum
Für Aufmerksamkeit und gegen Vertrauensseligkeit
Speyerer
Senioren bei Seminar für ehrenamtliche
Sicherheitsbeauftragte
cr.Speyer- Der Oberbürgermeister selbst war
heute früh ins Wahlbüro im Städtischen Rathaus gekommen, um ein
zweitägiges Seminar zu eröffnen, mit dem rund 20 Speyerer
Seniorinnen und Senioren zu ehrenamtlichen Sicherheitsbeauftragten
qualifiziert werden sollen. „Das Wissen um die Methoden und Tricks
der Gauner sind schon 'die halbe Miete', um nicht auf sie
herreinzufallen“, betonte Hansjörg Eger bei dieser
Gelegenheit gegenüber dem dem SPEYER-KURIER. Deshalb sei es
besonders verdienstvoll, dass sich so viele Bürgerinnen und Bürger
für dieses Thematik interessierten und ihre Zeit dafür
einbrächten.Gleichzeitig warnte Eger Senioren, die Opfer einer der
gängigen Betrugsmaschen geworden seien, dies aus Scham zu
verschweigen. Statt dessen sollten sie sich direkt an die
zuständige Polizeibehörde wenden, die durch geeignete
Fahndungsmaßnahmen solchen Tätern oft rasch auf die Spur kommen
könnte.
Das
unterstrich auch der Leiter der Polizeiinspektion Speyer,
Polizeioberrat Uwe Giertzsch, der von zwei aktuellen Fällen
des zu berichten wusste, in denen Straftäter versucht hätten,
Senioren mittels des sogenannten „Enkeltricks“ um ihr Erspartes zu
bringen: Gestern erst wurde eine 70jährige Seniorin aus Speyer von
ihrem angeblichen „Enkel“ angerufen und um die kurzfristige
Überlassung von 24.000 Euro angegangen. Die Dame ließ sich zum
Schein auf dieses Ansinnen ein und verabredete sich mit dem Täter
bei ihrer Bank. Gleichzeitig verständigte sie allerdings die
Polizei über den Vorfall, die dann die Bank observierte.
Offensichtlich hatte der Täter dann aber „Lunte gerochen“ und
erschien erst garnicht mehr zu dem veabredeen Treffen.
Noch während die Polizei eine Nahbereichsfahndung einleitete,
wurde dann, so Giertzsch, aus Ludwigshafen ein zweiter Fall von
versuchtem Betrug mittels des „Enkeltricks“ bekannt: Dort sollte es
allerdings sogar um 90.000 Euro gehen die der Täter von seiner
angeblichen „Oma“verlangte. „Man sieht, diese Masche greift auch
bei uns immer mehr um sich“, warnte der Speyerer Polizeichef.
Um so wichtiger sei es da, dass sich Seniorinnen und Senioren
auch selbst aktiv für die Sicherheit ihrer Altersgruppe einsetzten.
„Sie können Ihren Freundes- und Bekanntenkreis viel besser über das
informieren, was Sie in den nächsten beiden Tagen in diesem Seminar
erfahren, als dies alle Broschüren und polizeiliche
Aufklärungskampagnen vermögen“, betonte auch der Seminarleiter,
Kriminalhauptkommissar
Walter Zöllner vom „Zentrum für Polizeiliche Prävention“ beim
Polizeipräsidium Rheinpfalz in Ludwigshafen. Allein im Bereich
seiner Dienststelle seien in den letzten Monaten 180 Senioren zu
ehrenamtlichen Sicherheitsberatern ausgebildet worden. „Wenn jeder
von ihnen nur zehn weitere ältere Menschen aus seiner Umgebung über
die Möglichkeiten der Gefahrenabwehr unterrichtet, erreichen wir
eine immer größere Zahl von Senioren.
Zöllner, der neben den zuständigen Beamten für derartige Delikte
im Lauf des Seminars auch die für die einzelnen Stadtteile
zuständigen Beamten vorstellte, konnte noch viele Beispiele dafür
anführen, wie durch aufmerksames Beobachten der Umgebung Straftaten
verhindert und Kriminalität bekämpft werden könnten. „Mit unseren
Seminaren wollen wir die Senioren jedoch keineswegs zum Misstrauen
gegenüber ihren Mitmenschen aufstacheln“, betonte er, warnte aber
zugleich vor unangebrachter Vertrauensseligkeit.
Der für ehrenamtliche Aktivitäten in der Stadt zuständige
Beigeordnete Dr. Wolf Böhm würdigte auch seinerseits das Engagement
der Seminarteilnehmer, die zum Abschluss des Kurses einen „Pass als
ehrenamtliche Sicherheitsbeauftragte“ entgegennehmen dürfen.
Foto: gc
15.01.2013
Speyerer Senioren bei Seminar für ehrenamtliche Sicherheitsbeauftragte - Bilderalbum
Trotz desolater Haushaltslage mit Zuversicht ins Neue Jahr
Speyerer
Neujahrsempfang auch 2013 wieder stark nachgefragt
cr. Speyer. Mit einer höchst geistreichen und auch
rhetorisch überaus gelungenen Rede mit vielen augenzwinkernden
Seitenblicken ist Oberbürgermeister Hansjörg Eger jetzt auch
als „Neujahrsredner“ gleichrangig neben seinen Amtsvorgängern
angekommen. „Des hott er awwer wirklich toll gemacht“, hörte man am
Ende der Ansprache so manchen Gast in der zu diesem Anlass auch
2013 wieder bestens besuchten Speyerer Stadthalle anerkennend
loben. Und in der Tat: Die Gäste konnten sich an einer
kompakt-konzentrierten und durchaus spannenden Rede erfreuen, die
es ihnen unter dem Strich leicht machte, den offiziellen Teil des
Abends im Wortsinne bestens „durchzustehen“.
Gleich zu Beginn des Abends hatte der Oberbürgermeister allen
Gästen, die seiner Einladung zu dieser schon traditionellen
Begegnung gefolgt waren, herzliche Wünsche zum Neuen Jahr entboten,
unter ihnen dem Speyerer Ehrenbürger Prof. Dr. Bernhard
Vogel sowie Egers beiden Amtsvorgängern, Dr. Christian
Roßkopf und Werner Schineller.
Neben den
Vertretern aus Wirtschaft, Banken und Verwaltung sah man aus den
Spitzen der beiden christlichen Kirchen Bischof Dr. Karl-Heinz
Wiesemann und seinen „Nachbarn“, Kirchenpräsident Christian
Schad von der Evangelischen Landeskirche der Pfalz. Dem Rang
der Dom- und Kaiserstadt als Jahrhunderte altes geistliches Zentrum
angemessen befanden sich unter den Gästen aber auch noch zahlreiche
weitere Geistliche – unter ihnen Weihbischof Otto
Georgens, Generalvikar Dr. Franz Jung, Domdekan Dr.
Christoph Kohl und Dompfarrer Matthias Bender auf
katholischer - der wieder genesenen Dekan Friedhelm
Jakob und Pfarrer Marc Reusch auf evangelischer
Seite.
An parlamentarischer Prominenz konnte der Oberbürgermeister das
Mitglied des Europäischen Parlaments, Jürgen Creutzmann
(FDP), den Bundestagsabgeordneten Norbert Schindler
(CDU) sowie die Landtagsabgeordneten Friederike Ebli (SPD),
Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Axel Wilke
(CDU) begrüßen.
Daneben waren aber auch wieder die zahlreichen Ehrenamtlichen
mit von der Partie, die der Einladung ihres Oberbürgermeisters
gefolgt waren und die auf diesem Wege in aller Öffentlichkeit für
ihr unermüdliches Engagement gewürdigt werden sollten. Ihnen allen
konnte Eger für dieses Jahr wieder die Auslobung eines
Städtischen Ehrenamts-Preises ankündigen, für dessen Jury er
den Speyerer Bischof Dr. Wiesemann, Kirchenpräsident Schad und die
Präsidentin des Sozialgerichts Speyer, Anette Schmidt
gewinnen konnte.
Eine weitere
bedeutsame Aufgabe, die Eger sich für das neue Jahr vorgenommen
habe, sei die Einrichtung eines weiteren „Jugendcafés“, das
die Stadt, so Eger, demnächst gemeinsam mit dem Verein CoLab in der
Ludwigstraße eröffnen wolle.
Tourismuskonzept, Verkehrsentwicklungsplan und das zuletzt viel
diskutierte „Konzept für ein integriertes Stadtmarketing“ waren
weitere Themen in Egers Ansprache. Dabei legte er großen Wert auf
die Feststellung, „dass Wirtschaftsförderung in Speyer auch
weiterhin Chefsache bleibe“.
Wie schon in den Vorjahren stellte der Oberbürgermeister auch in
diesem Jahr wieder einige zentralen Bereiche der Stadtverwaltung
und die dafür verantwortlichen Mitarbeiter vor – viele, wie z.B.
der Bereich Stadtgrün, hatten sich auch bei der Vorbereitung dieses
Neujahrsempfangs sichtbar und mit viel Geschmack in Szene
gesetzt.
Im einzelnen stellte der OB dabei Mitarbeiter des
Baubetriebshofes vor - namentlich Martin Spitz, die Leiterin
der Gärtnerei, Sabine Wilke und den Leiter der
Stadtreinigung, Peter Gerlach. Von den technischen Bereichen
nannte er den Leiter der Schlosserei, Dieter Bummel, für die
Spenglerwerkstatt Hans-Peter Romes, für die Schreinerei
Peter Blau, für die Elektrowerkstatt Bernd Ahles, für
die Maurer Jürgen Feiniler und für den Kfz-Betrieb
schließlich Siegfried Fischer.
Und noch einen
weiteren, noch ganz neuen Mitarbeiter konnte Eger der Versammlung
vorstellen: Den neuen Leiter der Städtischen Musikschule,
Bernhard Sperrfechter, der sich mit seinem Banjo
teamdienlich in die „Band des Abends“ - die Gruppe „The Brezel
Bu Boogaloo“ mit ihrem stadtbekannten Frontmann Stefan
„Hering“ Cerin, eingereiht hatte.
Zwar gab es auch in diesem Jahr wieder Getränke, Brezeln und
kleine Knabbereien an den Ständen im Saal und im Foyer der
Stadthalle reichlich und „fer umme“ - überall jedoch kündeten
dezente Schilder neben den aufgestellten kleinen Kassen vom Zweck
der dafür erbetenen Spenden, Und die Speyerer und ihre Gäste „vunn
auswärts“ machten reichlich Gebrauch von diesen Angeboten, tranken.
aßen – und spendeten fleißig und tauschten sich noch lange in
größeren oder kleineren Runden über einen höchst stimmungsvollen
Abend aus.
Lesen Sie die Neujahrsansprache von Oberbürgermeister
Eger im Wortlaut im SPEYER-KURIER 
11.01.2013
Neujahrsansprache von Oberbürgermeister Hansjörg Eger am 11. Januar 2013
Schritt für
Schritt
Neujahrsansprache von Oberbürgermeister Hansjörg Eger am 11.
Januar 2013
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
das Jahr 2012 hat trotz zahlreicher Ankündigungen und,
vielleicht für den einen oder die andere überraschend oder auch
enttäuschend, nun doch keinen Weltuntergang gebracht.
Auch den Maya kann man keinen Glauben schenken, nachdem
Politiker, Banker, Medien, Unternehmer und viele andere ihre
Glaubwürdigkeit bereits verloren haben.
Etwas defätistisch könnte man auf den Gedanken kommen, dass wir
mit dem Weltuntergang all unsere Sorgen losgeworden wären. Ich
glaube aber, wir hätten nur eine gute Chance verpasst, auch wenn
als positiver Effekt zumindest das ganze Krisengerede und die
Schwarzmalerei ein Ende gefunden hätten. Man sollte aber nicht das
Kind mit dem Bade ausgießen.
Wenn man all die Nachrichten für bare Münze nehmen würde, wäre
der Weltuntergang doch zumindest ein klarer, endgültiger
Lösungsansatz für alle Krisen: die Umweltkrise, die Energiekrise,
die Schuldenkrise, die Wirtschafts- und Finanzkrise, die
Gerechtigkeits- und Verteilungskrise, aber auch die anderen Krisen
dieser Welt.
Seltsam nur, dass wir in Deutschland selten zuvor in so
friedlichen und materiell gesättigten Zuständen lebten wie
heute.
Und in Speyer?
Wir haben in Speyer mit die beste Versorgung an
Kindertagesbetreuung in Rheinland Pfalz. Der Versorgungsgrad liegt
über dem von Bund und Land geforderten statistischen Wert. Den
Unternehmen geht es gut, was man u.a. daran sieht, dass diese
Gewerbe unserer Stadt Gewerbesteuereinnahmen in noch nie erlebter
Höhe zahlen mussten und ich darf ergänzen: dies auch konnten. Wie
pflegte mein Vater zu sagen: „Solange wir Steuern zahlen, haben wir
ja ein Einkommen.“ Gleichzeitig sind wir in der Pfalz, auch ein
Zeichen der eigenen wirtschaftlichen Stärke, die kreisfreie Stadt
mit den deutlich geringsten Schlüsselzuweisungen je Einwohner, d.h.
der geringsten Landesunterstützung, wie die IHK Pfalz in ihrer
Haushaltsanalyse 2012 offenbart. Die Gesundheitsversorgung ist
gewährleistet, unsere Krankenhäuser investieren in neuste
Versorgungstechniken. Der Verkehr fließt wieder besser, zumindest
in der Innenstadt, und weitere Baustellen werden auch im Jahr 2013
für Arbeit bei den Baufirmen sorgen.
Und trotz dieser guten Rahmenbedingungen auch im sozialen,
kulturellen oder sportlichen Bereich – bitte immer gemessen an den
Rahmenbedingungen eines linksrheinischen Mittelzentrums – ist das
Wehklagen nicht zu überhören. Nun ist die Schuldensituation der
Stadt auch nicht zu vernachlässigen, auch wenn hier die bereits
zitierte Haushaltsanalyse 2012 der IHK Pfalz interessante
Relativierungen anbietet und wenn man nicht außer Acht lassen darf,
dass ein wesentlicher Teil ohne unsere Einflussmöglichkeit
strukturell von Land und Bund verursacht wurde.
Wir sind einen wesentlichen Schritt weitergekommen, indem wir
den Vertrag über die Teilnahme am Kommunalen Entschuldungsfonds
abgeschlossen haben. Sicherlich wurde der wesentliche Teil über die
Erhöhung der Einnahmen und die Anpassung von Gebühren und Beiträgen
erreicht. Aber es ist wichtig und richtig, die öffentlichen
Aufgaben kostendeckend vergütet zu bekommen.
Ein wesentlicher Aspekt ist auch, dass wir stärker diejenigen
für Leistungen heranziehen, die ein privates Interesse verfolgen.
Müssen private Interessen von der Allgemeinheit subventioniert
werden? Geht Speyer zugrunde, wenn die Allgemeinheit für private
Interessen, die sicherlich sinnvoll, aber doch überwiegend privat
sind, weniger zahlt? Nun, wir haben eine interessante und für die
Zukunft wichtige Diskussion über Einsparmöglichkeiten und
Notwendigkeiten sowie Prioritäten mit dem Beitritt zum Kommunalen
Entschuldungsfonds (KEF) begonnen, die ich in der Zukunft
kontinuierlich fortsetzen werde.
Aber trotz oder gerade wegen der vielen Krisen stellt man mir
immer wieder die Frage nach meinen Visionen für Speyer.
Wie stehe ich zu Visionen? Ich will jetzt nicht Helmut Schmitt
zitieren, der schon öfter darauf hingewiesen hat, dass sein viel
zitierter Ausspruch „Wer Visionen hat, solle zum Arzt gehen“ aus
dem Zusammenhang gerissen worden sei. Aber zitieren will ich
Langenscheidts Großwörterbuch „Deutsch als Fremdsprache“, in dem
für den Begriff „Vision“ zwei Erläuterungen enthalten sind:
1. ein Bild, das nur in der Phantasie existiert = Halluzination
(Synonym), Traumbild
2. eine Idee oder Vorstellung von etwas in der Zukunft.
Was wäre ich für ein OB, der nur in seiner Phantasie lebte oder
die Stadt Speyer im Sinne oder für die Verwirklichung einer
Halluzination verwalten wollte.
Was wäre ich aber auch für ein OB, der eine Vorstellung von der
Zukunft der Stadt Speyer hätte, die er ohne Rücksicht auf die
vergangenen Jahre und Jahrzehnte und ohne Rücksicht auf die
Rahmenbedingungen entwickeln und umsetzen würde.
- Eine Zukunft, in der Speyer klimaneutral seine Energie auch für
die vorhandene Wirtschaft und Unternehmen zu 100 % aus erneuerbaren
Energiequellen unter Erhalt des Stadtbildes erzeugt,
- eine Zukunft, in der Speyer seinen CO2 Ausstoß um mehr als 50 %
reduziert,
- eine Zukunft, in der Arbeitslosigkeit bei 0% liegt,
- eine Zukunft, in der Bildungsangebote jedes individuelle
Bedürfnis, also auch die Ganztagesbetreuung im Gymnasialbereich,
ebenso abdecken wie die Förderung von beeinträchtigten Kindern im
Regelschulbereich oder im Förderschulbereich, jeweils soweit
sinnvoll,
- eine Zukunft, in der Kinderbetreuung nicht nur für die bereits
erreichten über 40 % sondern für 100% angeboten werden kann, aber
gleichzeitig die Familien die Wahl haben, die Kinderbetreuung ohne
finanzielle Einbußen zu Hause selbst zu gestalten,
- eine Zukunft, in der junge Menschen eine Ausbildung ihren
Fähigkeiten entsprechend frei wählen und im Anschluss einen
sicheren zukunftsfähigen Arbeitsplatz garantiert bekommen,
- eine Zukunft, in der jeder Speyerer und jede Speyererin frei
von Ängsten, Gewalt und Nöten die Hilfen bekommt, die er oder sie
braucht,
- eine Zukunft, in der jeder Speyerer oder Speyererin seine
persönlichen Interessen, seien sie kulturell oder sportlich frei
entfalten und entwickeln kann,
- eine Zukunft, in der jede und jeder gemäß den eigenen Wünschen
bezahlbaren Wohnraum und gleichzeitig eine sozial verträgliche,
hilfsbereite Nachbarschaft findet,
- eine Zukunft, in der wir Nächstenliebe leben, ohne gezwungen
werden zu müssen und ohne dass wir unsere Liebe dem Nächsten
aufzwingen,
- eine Zukunft, in der wir mit uns und unserer Welt zufrieden
sind und zufrieden sein können,
- eine Zukunft, in der wir in Abwandlung zu den Worten von
Kirchenpräsident Schad alle zu Menschen werden mit einem aufrechten
Gang, zu freien Geschöpfen unter freiem Himmel mit der Empathie für
unseren freien Nachbarn - dass wir mit uns - und ich ergänze: mit
unseren Nächsten - stimmig werden.
Nun, meine Damen und Herren, bevor ich weitere Wünsche äußere,
stellt sich doch die Frage, ist dies eine Idee einer Zukunft oder
eine krankhafte Halluzination? Die Entscheidung überlasse ich
Ihnen, während ich mir Gedanken mache, wie ich den Boden für eine
solche Zukunft bereiten kann. Das Problem ist, wie ich finde,
weniger die Idee als der Weg. Oder wie ein japanisches Sprichwort
sagt: „Visionen ohne Taten werden zu Träumereien, Taten ohne
Visionen zu Alpträumen.“
Ich weiß, dass Speyer eine liebenswerte Stadt ist, in der ich
und hoffentlich wir alle gerne leben. Kaum eine Stadt dieser Größe
hat so viel zu bieten und das alles auf kleinstem Raum. Speyer
versorgt als flächenmäßig kleinste rheinland-pfälzische aber auch
aktivste kreisfreie Stadt, wie ich finde, ein großes Umland, sowohl
in der Bildung, Ausbildung, Arbeit aber auch als Einkaufs- und
Kulturzentrum oder im Sport und der Gesundheitsversorgung.
Wir waren mal Hauptstadt und die Domstadt war auch mal völlig
zerstört und vergessen. Weder das eine noch das andere zählt zu
meinen Wunschvorstellungen. Demgegenüber sollten wir das
menschliche Maß einer liebenswerten Stadt mit großer Geschichte
bewahren, mit dem angemessenen Selbstbewusstsein, aber auch ohne
Überheblichkeit.
Ich liebe Speyer, denn wir haben Vieles, was sich zu bewahren
lohnt. Eine vielfältige Stadt, gute Bildungsangebote und
hervorragende Betreuungsangebote für Kinder. Wir haben eine
attraktive Wohnversorgung, auch wenn wir weiterhin dem Thema
„bezahlbarer Wohnraum für Familien bzw. Geringverdiener“ besondere
Aufmerksamkeit widmen müssen. Die Schwierigkeit liegt hier darin,
dass die Stadt bedauerlicherweise nicht über entsprechende Flächen
verfügt, die für die Neuschaffung von günstigem Wohnraum genutzt
werden können. Die Stadt hat in den letzten zwei Jahren ganze 216
m² an private Investoren veräußert - ein kleines Grundstück mit
abrissreifem Haus in der Mehlgasse. Deshalb werde ich auch weiter
versuchen, die Wohnungsbaugesellschaften unserer Stadt und private
Investoren zu motivieren, in diesem Segment zu investieren.
Wir sind die Stadt der kurzen Wege, haben attraktive
Arbeitsplätze, hervorragende kulturelle und sportliche Angebote und
vieles mehr. Und das Beste von allem ist, wir haben viel, das wir
auch noch verbessern können. Es wird sicher niemand behaupten
wollen, dass wir die Schönsten, Größten oder Reichsten seien - ich
sagte bereits, dass wir selbstbewusst sein können, aber kein Grund
für Überheblichkeit besteht. Wir dürfen zufrieden auf das Erreichte
schauen, ohne jedoch satt und träge vor Veränderungen
zurückzuschrecken.
Wir sollten bei allem, was wir fordern, Maß halten. Übermaß tut
selten gut, und ich will unsere Entwicklung nicht mit Großprojekten
anderer Städte, seien es Freizeitparks, Einkaufszentren oder
Flughafenerweiterungen, vergleichen. Lassen Sie uns weniger den
Nabel oder den Nabelschmuck unserer Nachbarn bewundern, sondern
vielmehr unsere Stadt Schritt für Schritt weiterbringen, ohne ins
Stolpern zu geraten. Um ein Stolpern zu vermeiden, ist es auch von
Bedeutung, dass bereits eingeschlagene Wege vernünftig
weitergegangen werden, bevor uns eine Halluzination vom Weg
abbringt. Mein Vater brachte mir bei, dass man zunächst ein Kapitel
zu Ende bringen muss, bevor das nächste schlüssig angefügt werden
kann. Oder, um es mit Hilmar Kopper zu sagen: „Visionen brauchen
Fahrpläne“.
Visionen haben aber in der Regel zwei Seiten. Die Vision des
einen ist häufig der Alptraum des anderen. Beispiele dafür gibt es
genug. Das fängt nicht erst bei der Vision einer schönen neuen Welt
in Amerika oder dem Nahen Osten an. Manchmal sind auch viele kleine
Schritte erfolgreich. Man denke an den Elysee-Vertrag und seinen
50-ten Geburtstag am 22. Januar, der die Erbfeindschaft überwunden
hat und mit ausschlaggebend war für die Verleihung des
Friedensnobelpreises an die Europäische Union und die erfolgreiche
Friedenspolitik der letzten 60 Jahre in Europa.
Es zeigt sich, dass der Zeitpunkt und die Rahmenbedingungen
stimmen müssen, ebenso wie die Gelegenheit aber auch die
Vorbereitung und die Umsetzung bewältigt werden wollen.
Visionen, die bar jeder legalen Umsetzbarkeit sind, weil sie
z.B. eine diktatorische Machtvollkommenheit des Oberbürgermeisters
voraussetzen, Visionen, die im regionalen wie auch nationalen
Gesamtgefüge andere Rahmenbedingungen erfordern, Visionen, die den
einzelnen Menschen die eigene Gestaltungsmöglichkeit aber auch
Eigenverantwortung entziehen und bevormunden anstatt diesem
Hilfeangebote zu unterbreiten, gehören in den Bereich der
alptraumhaften Halluzinationen.
Visionen aber, die den Menschen aufrichten, getragen von
Respekt, Menschlichkeit, Vernunft und Hilfsbereitschaft, werden
trotz meiner eigenen, mir bekannten menschlichen Unzulänglichkeit
meine volle Unterstützung erhalten. Ich muss Ihnen gestehen, dass
ich gerade dann an meine Grenzen stoße, wenn ich bei Mitmenschen
doch eher Privatinteressen feststelle oder den Wunsch, die
Verantwortung für eigenes Tun zu verdrängen.
In diesem Kontext freut es mich, so viele ehrenamtlich Tätige
heute Abend in der Stadthalle versammelt zu sehen. Sie leisten
einen unverzichtbaren Beitrag zu unserem Gemeinwesen, Sie sind eine
große Bereicherung für diese Stadt, denn Sie machen Speyer zu dem
von mir geschätzten lebens- und liebenswerten Ort.
Um dieses ehrenamtliche Engagement weiter zu würdigen, habe ich
mich entschlossen, in diesem Jahr zum ersten Mal einen
„Ehrenamtspreis der Stadt Speyer“ auszuloben. Er wird zum
Internationalen Tag des Ehrenamtes, am 5. Dezember 2013, im Rathaus
verliehen an Personen aus Speyer, die sich im Verlauf dieses Jahres
in herausragendem Maße im Ehrenamt verdient gemacht haben. Ich darf
mich schon heute Abend bei Bischof Karl-Heinz Wiesemann,
Kirchenpräsident Christian Schad und der Präsidentin des
Sozialgerichtes Speyer, Anette Schmidt, bedanken, dass sie in der
Jury zur Vergabe dieses Preises mitwirken wollen. In dieser Runde
werden wir uns über die genauen Modalitäten zur Vergabe dieses
Preises in den nächsten Wochen verständigen.
Entscheidend für mich ist, das lebenswerte Speyer zu stärken,
eine Stadt mit großer, aus der Geschichte sich ergebender
bürgerschaftlicher Verantwortung, ein Mittelzentrum in der
Metropolregion Rhein-Neckar mit guten Einkaufs-, Bildungs-,
Arbeits-, Wohn-, ja mit Lebensmöglichkeiten.
Interessant war zum Jahresende ein Interview in einer lokalen
Zeitung, das sich angeblich verschlechterte Bedingungen für die
Wirtschaft und Unternehmen zum Thema machte. Nicht nur die
Tatsache, dass die Ergebnisse des zugrunde liegenden Wettbewerbes
bereits im August veröffentlicht wurden und jetzt, wohl als
Jahresrückblick, in die „Krisensituation“ eingeführt wurden, ließ
mich aufhorchen. Auch das in dem Interview ersichtliche
Anspruchsdenken macht mich nachdenklich. Wenn man wiederholt erster
war, ist jeder Platz darunter offenbar eine Niederlage.
Aber sind wir gut, weil wir einen innerstädtischen Vergleich der
IHK gewonnen haben, oder sind wir gut, weil wir aus unseren
Möglichkeiten das Beste gemacht haben? Wie enttäuscht muss ein
Unternehmer in Speyer verständlicherweise sein, der, an ein
Wohngebiet grenzend, teure Auflagen für den Lärmschutz, für
ökologische Auflagen oder auch für die Umsetzung eines
Klimakonzeptes erfüllen muss, die er in einer Kommune ohne die
räumliche Nähe zur Wohnnutzung nicht erhält?
Wie viel sorgfältiger muss eine Verwaltung einzelne Interessen
abwägen, je näher diese zueinander bestehen?
Wie viel Verständnis muss bei Bewohnern geschaffen werden, um
doch noch eine Ansiedlung eines Unternehmens zu erreichen, mit
Arbeits- und Ausbildungsplätzen, und damit zusätzlichen Verkehr und
Immissionen?
Keine Angst, meine Damen und Herren, ich nehme als OB gerne
diese sportliche Herausforderung an, aber Schritt für Schritt und:
das Team muss stimmen, die Rahmenbedingungen müssen stimmen.
Mit der Teilnahme am Entschuldungsfond verpflichten wir uns,
unsere Möglichkeiten effizient einzusetzen, aber auch
Liebgewonnenes auf seine Notwendigkeit und auf die Priorität hin zu
prüfen. Lassen sie uns gemeinsam mit gutem Gewissen unsere Stärken
ausbauen und an den Schwächen arbeiten, jeweils im Rahmen unserer
Möglichkeiten. Lassen Sie uns das Tun, was wir können, und zwar
Schritt für Schritt.
Stellvertretend für viele andere möchte ich Ihnen auch bei
diesem Neujahrsempfang ein motiviertes, einsatzbereites und
einsatzfähiges Team vorstellen. Verbunden mit einem herzlichen Dank
für die diesjährige Ausgestaltung der Stadthalle begrüße ich die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Baubetriebshofes der Stadt
Speyer. Namentlich willkommen heißen will ich bei dieser
Gelegenheit dessen Leiter Martin Spitz, die Leiterin der dem
Baubetriebshof angegliederten Stadtgärtnerei Sabine Wilke, ihren
kürzlich in den Ruhestand verabschiedeten Vorgänger Peter Blau, den
Leiter der Zentralen Dienste und der Straßenreinigung Peter
Gerlach, den Leiter der Schlosserei Klaus Bummel, für die
Kfz-Werkstatt Siegfried Fischer, aus der Spenglerwerkstatt
Hans-Peter Romes, für die Schreinerei Peter Blau, die
Elektrowerkstatt Bernd Ahles und den Leiter der Maurer, Jürgen
Feiniler.
Diese Dame und diese Herren sind verantwortlich und, wie ich
finde, erfolgreich, Speyer in einem guten Licht erscheinen zu
lassen.
Eine Vielzahl von Festen und Veranstaltungen im Verlauf des
Jahres erfordert ihren Einsatz. Lassen Sie mich das an zwei
Beispielen deutlich machen. Um das Stadtzentrum von den
„Hinterlassenschaften“ der Silvesternacht zu befreien, waren letzte
Woche 11 Mitarbeiter mit zusammen 47 Einsatzstunden und 3
Kleinkehrmaschinen im Einsatz. Sie haben insgesamt 6m³ Müll
eingesammelt. Beim großen Nachtumzug der Guggenmusiker, er steht in
der nächsten Woche wieder an, waren im letzten Jahr 17 Mitarbeiter
in zusammen 52 Einsatzstunden aktiv und haben 20m³ Müll - mehr als
drei Mal so viel wie in der Silvesternacht - von den Straßen
geräumt.
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Baubetriebshof und
Stadtgärtnerei: Herzlichen Dank für diesen unermüdlichen
Einsatz!
Wenn ich davon spreche, dass wir uns Schritt für Schritt
entwickeln, so betrachten wir unseren Standort und dürfen doch
Stolz auf das bereits Erreichte sein, auch wenn jedem klar ist,
dass wir noch nicht im Paradies leben.
Mit dem Beitritt in den KEF, rechtzeitig zum fragwürdigen
Jubiläum von 20 Jahren mit Jahresfehlbeträgen im städtischen
Haushalt, werden wir die Stabilisierung schaffen, wenn auch Land
und Bund ihren Anteil übernehmen und nicht die Schuldenbremsen
erneut zur Verlagerung von Kosten auf die Kommunen führt und die
Reform des kommunalen Finanzausgleiches ab dem 1. Januar 2014
nachhaltig, ich will lieber sagen dauerhaft und wirksam, das heißt
aufgabengerecht, verbessert wird.
Wir haben ein beschlossenes Tourismuskonzept und werden nun
verstärkt in die Suche nach Hotelbetreibern gehen. Erste Kontakte
bestehen.
Wir stehen vor dem Abschluss des ÖPNV-Planes, der noch um die
Schulbusverbindungen ergänzt werden muss.
2013 wollen wir uns auch verstärkt auf den VEP
konzentrieren.
Feuerwehrbedarfsplan, Rettungswache und Sparkasse wollen
ebenfalls besprochen, diskutiert und gegebenenfalls beschlossen
werden.
Die Kinderbetreuung wird uns beschäftigen, wie auch die
Reduzierung der Klassenmesszahlen bei den Schulen, der kommunale
Vollzugsdienst und vieles mehr – auch Fragen, an die wir heute noch
gar nicht denken. Apropos Vollzugsdienst: Visionär und nicht
alptraumhaft wäre auch, wenn wir in Speyer auf einen kommunalen
Vollzugsdienst ganz verzichten könnten, weil sich alle
Speyererinnen und Speyerer rechtstreu verhalten würden: nicht
falsch parken würden, ihre Nachbarn nicht mit Lärm belästigen
würden etc. Für diesen Fall würde ich auch großzügig auf die
Mehreinnahmen aus diesem Bereich für den Kommunalen
Entschuldungsfonds verzichten.
Ich habe in den letzten zwei Jahren nicht nur viele bereits
begonnene Projekte mit umfangreicher Bürgerbeteiligung fortgeführt.
Ich musste auch feststellen, dass einiges in Speyer nicht bzw.
nicht mehr zukunftsfähig aufgestellt ist. Mit der vielfach
erläuterten integrierten Stadtentwicklung und dem neuen
Stadtentwickler Bernd Reif gehen wir dabei seit Mai 2012 den
richtigen Weg. Herr Reif – willkommen im Team! Wenn früher die
Wirtschaftsförderung im Wesentlichen in der Vermittlung von Flächen
lag, muss der Schwerpunkt im Rahmen dieses integrierten Konzeptes
neu gesetzt werden. Dennoch wird Wirtschaftsförderung auch unter
meiner Regie selbstverständlich Chefsache bleiben, sie ist nicht
weniger wichtig als z.B. Fragen der sozialen Sicherung.
Und so kann ich Ihnen versichern, dass ich zusammen mit der
Kollegin und den Kollegen des Stadtvorstandes wie auch den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung mein Möglichstes
tun werde, um die Stadt weiter sinnvoll zu entwickeln.
Dazu gehört ein weiterer integrativer Schritt. Ich werde im
Verlauf dieses Jahres verstärkt Fragen des integrativen
Stadtmarketings angehen. Dazu müssen wir uns unserer Stärken noch
besser bewusst werden wie auch unserer Schwächen. Ein solches
Stadtmarketing-Konzept liegt bislang nicht vor, vielmehr hat man
bisher auf der Grundlage des alten Stadtleitbildes Maßnahmen
abgearbeitet. Meine Stadtmarketing-Initiative ist aber gerade nicht
als neues „Bild“ zu verstehen, das gerahmt gut über dem Kamin
hängen würde. Im Grunde ist es die konsequente Fortführung einer
integrierten Stadtentwicklung und die Weiterentwicklung des
Stadtleitbildes. Beides habe ich bereits im Wahlkampf zur
Oberbürgermeisterwahl 2010 gefordert und ich will damit auch ein
Wahlversprechen einlösen.
Dass in der noch jungen politischen Diskussion zum Thema
Stadtmarketing gleich mehrere Väter diese Idee für sich
reklamieren, kann ich nur begrüßen. Es ist ein deutliches Zeichen
dafür, dass wir damit ein wichtiges Projekt anstoßen. Und ich kann
die Hoffnung damit verbinden, dass der Stadtrat es mit großer
Mehrheit unterstützen wird. Der Fahrplan zu dieser Vision kann mit
einem breiten Konsens nur beschleunigt werden!
In diesem Konzept muss, auch angesichts des Spardiktats der
Aufsichtsbehörde, was die freiwillig erbrachten Leistungen angeht,
der Kulturstandort Speyer gebührend berücksichtigt werden. Ich habe
das anlässlich der Verleihung der Purrmann-Preise im Oktober 2012
bereits betont und will es noch einmal an dieser Stelle
wiederholen: Über die Jahrhunderte hinweg hat sich in unserer Stadt
eine Verantwortung für die Erhaltung kultureller Werte entwickelt.
Dies ist aber nur möglich, weil sich noch heute in Speyer
Kulturschaffende in der gesamten Breite zeitgenössischen
Kunstschaffens, von der Bildenden Kunst über die Darstellenden
Künste bis hin zu Musik und Literatur engagieren. Dies, meine Damen
und Herren, zählt zu den Stärken unserer Stadt und sollte deshalb
in einem künftigen Stadtmarketingkonzept auch entsprechend
berücksichtigt werden. Dafür können wir uns im neuen Jahr alle
einsetzen.
Lassen Sie mich beim Stichwort „Kultur“ auch den Musikern von
„The Brezel Bu Boogaloo“ unter der Regie von Hering Cerin für die
musikalische Auflockerung dieses Abends danken. Das gibt mir die
Gelegenheit, noch den neuen Leiter unserer Musikschule, Bernhard
Sperrfechter, vorzustellen. Er wird die eigens für diesen Anlass
gebildete Formation „Brezel Bu Boogaloo“ beim Ausmarsch mit dem
Banjo unterstützen.
Danken will ich auch der Henkell Sektkellerei und der
Domhofbrauerei Speyer für die alljährliche großzügige Unterstützung
dieses Neujahrsempfangs. Darüber hinaus danke ich den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, die diese
Veranstaltung vorbereitet haben und die Ihnen jetzt gleich die
Getränke einschenken werden.
Die Getränke, meine Damen und Herren, sind im Gegensatz zu
Neujahrsempfängen anderer Städte immer noch frei, aber ich würde
mich freuen, wenn Sie großzügig für die Schaffung oder Ausstattung
von Jugendräumen in unserer Stadt Ihre Geldbörsen öffnen würden.
Junge Menschen brauchen Räumlichkeiten für Begegnungen in einem
nicht kommerziellen Umfeld. Mit einem dritten Jugendcafé in
Speyer-Mitte, das demnächst in Zusammenarbeit mit dem Verein CoLab
in der Ludwigstraße seine Pforten öffnen wird, werden wir
zusätzliche Begegnungsräume für Jugendliche in Speyer schaffen. Ich
bitte Sie also, diese und andere Aktivitäten für Jugendliche in
dieser Stadt nach Kräften zu unterstützen. Dafür haben wir
Spendenboxen an den Getränkeständen aufgestellt.
Ich wünsche uns für das Jahr 2013 nicht nur Geduld, Gelassenheit
und Gesundheit für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben,
sondern will in Anlehnung an Franz von Assisi bzw. Reinhold Niebuhr
mit einem kleinen Gebet schließen:
„Herr, gib uns Kraft, die Dinge zu ändern, die wir ändern
können,
die Gelassenheit, das Unabänderliche zu ertragen
und die Weisheit, zwischen diesen beiden Dingen die rechte
Unterscheidung zu treffen“.
Herzlichen Dank!
11.01.2013
Informativer und konstruktiver Gedankenaustausch über die Zukunft der Kurpfalzkaserne
Auf Einladung
des CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Schindler trafen sich die
Spitzen der für die Konversion zuständigen bei dem Standortältesten
in Speyer, Oberstleutnant Jens Küster, in der
Kurpfalzkaserne zu einem über zwei Stunden dauernden, sehr
ausführlichen, informativen und konstruktiven Gespräch.
Mit Dr. Jürgen Gehb, Sprecher des Vorstands der Bundesanstalt
für Immobilienaufgaben (BImA) und seinem Mitarbeiter in der
Abteilung Konversion für Rheinland-Pfalz, Frank-Michael Kreis,
waren neben dem Abgeordneten Norbert Schindler der Bund vertreten;
der Oberbürgermeister der Stadt Speyer, Hansjörg Eger, dem
Stadtentwickler Bernd Reif, mit der
Konversionsbeauftragten, Silvia Gonsior, die Orts- und
Verbandsgemeindebürgermeister, Otto Reiland für
Waldsee, Peter Eberhard für Dudenhofen und Bernd
Zimmermann für Otterstadt, für die betroffenen Städte und
Gemeinden.
Zunächst wurden dabei die Fakten geklärt: Es geht
bei den in Rede stehenden Konversionsflächen um ca. 80 Hektar, die
sich aus ca. 28 ha im Reffenthal, knapp 25 ha Kerngelände der
Kurpfalzkaserne in Speyer, 11 ha Pionierübungsgelände in Dudenhofen
und 18 ha sog. Polygongelände (ehemaliges Fahrschulgelände zwischen
B9 und B 39) zusammensetzt. Die ebenfalls zur Kaserne gehörigen 300
ha Wald stellen in der Konversion derzeit kein Thema dar.
In den Gespräch wurde zwischen allen Beteiligten
vereinbart, dass die Stadt Speyer ihre bisher sehr gute Vorarbeit
zur Konversionsplanung gemeinsam mit den umliegenden Gemeinden
unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger fortführen soll, um
bis Ende 2013 eine Grobkonzeption zu erstellen. Von der bisher
geleisteten hervorragenden Vorarbeit vor Ort. zeigte sich Dr.
Jürgen Gehb besonders beeindruckt.
Inwieweit bei der Planung Flächen für
Wohnraumangebote, Gewerbe, Freizeitangebote aber auch Naturschutz
ausgewiesen werden können und zu welchem Preis diese angeboten
werden können, hängt von einer späteren Bewertung gemeinsam mit der
BImA ab.
Mit dem Beschluss, dass es spätestens 2014 ein
fertiges Konzept geben soll, zeigten sich alle Beteiligten
hochzufrieden. Denn dann blieben Bund und Kommunen noch zwei Jahre
Zeit, um die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, dieses Konzept bis
2016 umzusetzen.
Nach Abschluss der Gespräche und einem Mittagessen
in der Kaserne konnten sich der BImA-Vorstandssprecher Dr. Jürgen
Gehb und der Bundestagsabgeordnete Norbert Schindler bei einer
Befahrung und Begehung aller vier Geländeteile, die derzeit noch in
Nutzung der Bundeswehr sind, einen persönlichen Eindruck von den
Liegenschaften machen. Dies war auch im Hinblick auf schon
bestehende Anfragen von THW oder Sportvereinen auf eine mögliche
spätere Nutzung durch diese ein Gewinn.
„Ich bin sehr zuversichtlich, dass sowohl die Stadt
und die Gemeinden als auch die BImA Ihre Hausaufgaben machen
werden, damit zeitgerecht beim Abzug der Bundeswehrpioniere aus
Speyer eine für die gesamte Region tragfähige Lösung umgesetzt
werden kann“, so der Bundestagsabgeordnete Norbert Schindler.
Büro Norbert Schindler MdB, Presse
10.01.2013
Innovativer Erfinder, herausragender Unternehmer und technikbegeisterter Sammler
Zum Tode des
Gründers der Technikmuseen in Sinsheim und Speyer, Eberhard
Layher
von Gerhard Cantzler
Weit über die Grenzen der Metropolregion Rhein-Neckar hinaus,
vor allem im Kraichgau und in Speyer, trauern heute die Menschen um
Eberhard Layher. Als innovativer Erfinder, herausragende,
nimmermüde Unternehmerpersönlichkeit und als technikbegeisterter
Sammler, der sich insbesondere als Gründer der beiden sicher
bedeutsamsten privat geführten Technikmuseen in Europa - in
Sinsheim und in Speyer - einen unauslöschlichen Namen in der
europaweiten Museumslandschaft gemacht hat, wird Eberhard Layher
über seinen Tod am vergangenen Sonntag hinaus, am 30. Dezember
2012, in dauerhafter Erinnerung bleiben.
So wie er es
sich immer gewünscht hatte, durfte er bis an sein Lebensende in
geistiger Frische, wenn auch nach einem Unfall von zunehmenden
körperlichen Gebrechen gezeichnet, in seinem Güglinger Haus
zubringen. Dort ist er jetzt im Alter von 91 Jahren friedlich
eingeschlafen und damit nach knapp drei Jahren seiner geliebten
Frau Margot nachgefolgt, mit der er fast sechzig Jahre verheiratet
war.
Am 8. September 1921 in Brackenheim im Landkreis Heilbronn
geboren, wuchs Eberhard Layher in der baden-württembergischen
Landeshauptstadt Stuttgart auf, wo sein Vater mehrere kleinere
Unternehmen betrieb. Nach Abschluss einer kaufmännischen Lehre
wurde er 1938 zum Reichsarbeitsdienst und von dort zwanzigjährig
zur Wehrmacht eingezogen, um als Fernmelder am Russlandfeldzug
teilzunehmen.
Als er nach einer schweren Verwundung nach Hause zurückkehrte,
war sein Elternhaus wie so viele in Stuttgart, dem Bombenhagel um
Opfer gefallen. Gemeinsam mit seinen Eltern zog Layher daraufhin
zurück aufs Land und gründete in Eibensbach im Zabergäu – heute ein
Ortsteil seiner Heimatgemeinde Güglingen – eine kleine Fabrik für
landwirtschaftliche Geräte.
In den
Jahres des Wiederaufbaus der Nachkriegszeit widmete sich das kleine
Unternehmen mit großem Erfolg dem Bau und dem Vertrieb von
Baugerüsten aus dem reichlich vorhandenen Holz der umliegender
Wälder.
1965 gelang dem kreativen „Technik-Freak“ Eberhard Layher dann
mit der Vorstellung des „Layher-Blitz-Gerüstes“ ein erster
Durchbruch auf dem boomenden Baumarkt. Dieses System aus senkrecht
stehenden Rahmen, in die Geländer und Böden eingelegt werden,
revolutionierte damals den Fassadengerüstbau.
1974 gelang Eberhard Layher dann der zweite, entscheidende
Schritt in der Entwicklung des Gerüstbaus: Mit der Entwicklung des
„Layher-Allround-Gerüsts“, bei dem an den an senkrechten
Stielen angebrachten Lochscheiben bis zu acht Quer- oder
Diagonalverstrebungen in einer Ebene angeschlossen werden können,
eröffnete Layher dem Gerüstbau nahezu unbegrenzte Auf- und
Ausbaumöglichkeiten.
Beide
Gerüst-Systeme werden in der von Eberhard Layher entwickelten und
für ihn durch weltweite Patente geschützten Bauart bis heute
hergestellt und gelten unverändert als global gültiger
Standard.
Im Jahr 1987 – mit 66 Jahren – entschloss sich Layher, sich aus
diesem Geschäftsbereich zurückzuziehen und sich neben der
Verwaltung seiner Immobilien – unter anderem war er Hauptinitiator
der Messe Sinsheim und mit über 600 000 Quadratmetern vermieteten
Flächen in über 100 Liegenschaften im eigenen Bestand einer der
bedeutendsten privaten Immobilienunternehmer im süddeutschen Raum –
vor allem seiner eigentlichen Leidenschaft zu widmen: Dem Sammeln
von einzigartigen Zeugnissen der Technikgeschichte. Unterstützt von
einem Verein gleichgesinnter Sammler hatte er bereits 1981 damit
begonnen, in Sinsheim sein „Auto- und Technik-Museum“ aufzubauen.
Dampfwalzen, Traktoren, dann immer mehr Automobile, Motorräder –
kurz Oldtimer aller Gattungen fanden Einzug in die neuen Hallen im
Sinsheimer Gewerbegebiet an der Autobahn A 6.
„Mehr aus
Zufall“, wie er immer wieder gerne erzählte, erwarb er dann 1990
das damals zur Konversion anstehende ehemalige Gelände der
Pfalz-Flugzeugwerke in Speyer, das zuvor Jahrzehnte
als deutsche und zuletzt als französische Kaserne gedient hatte.
Denn eigentlich war Eberhard Layher damals mit seinem Sohn Hermann
nach Speyer gekommen, um sich über die baulichen Möglichkeiten rund
um den Neuen Speyerer Rheinhafen zu informieren. Dann aber
faszinierte ihn die Architektur der damals „völlig
heruntergekommenen“ „Liller Bahnhofshalle“, sodass er sie
erhaltenen und liebevoll restaurieren ließ. Als Herzstück“ des
heutigen Technikmuseums Speyer zeugt dieses Baudenkmal noch immer
von den Anfängen dieses Museums, das bis heute schon mehr als 15
Millionen Technikfreunde in die Dom- und Kaiserstadt gelockt
hat.
Freunde und Interessenten zu gewinnen und insbesondere die
Jugend zu begeistern für die außergewöhnlichen Exponate seiner
beiden außergewöhnlichen Schausammlungen in Speyer und Sinsheim –
auch dort waren seit Gründung des Museums schon weit über 30
Millionen Besucher zu Gast – das war stets das treibende Anliegen
von Eberhard Layher.
Spektakuläre
Fluss- und Straßentransporte – vom U-Boot „U 9“ über die
Überschall-Jets „Concorde“ und „Tupolew“- die Lufthansa-Boeing 747,
den Seenotrettungskreuzer „John T. Essberger“ bis hin zur
russischen Weltraumfähre „Buran“ - sie alle werden mit dem Namen
des stets überaus bescheiden und zurückhaltend, ja geradezu scheu
auftretenden Grandseigneurs der beiden Technik-Museen, Eberhard
Layher, ebenso untrennbar verbunden bleiben wie all die kleineren
Exponate wie die mechanischen Musikinstrumente, die er, der
Musikfreund, in einer eigenen Sammlung zum Klingen bringen
ließ.
Überhaupt:
Alles, was in den Sammlungen gezeigt wird, sollte nach dem Willen
Eberhard Layhers auch funktionsbereit sein – oder zumindest in
einem Zustand, der mit wenigen Handgriffe seine Wiederbenutzung
erlauben sollte. Mit diesem Anspruch sollte den zahllosen älteren
und vor allem den jüngeren Besuchern ein möglichst authentischer
Eindruck von der früheren Funktion der Museumsstücke vermittelt
werden.
Und dafür werden sicher noch künftige Generationen von Besuchern
der Technik Museen in Speyer und Sinsheim dem Träger des
Bundesverdienstkreuzes und der Ehrenplakette der Stadt Speyer,
Eberhard Layher dankbar sein. Foto: Auto & Technik Museum
Sinsheim e.V.
02.01.2013