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Großes Fest: Neueröffnung des Berliner Platzes

Speyer- Großzügiger, offener, sicherer und schöner ist er nun: der Berliner Platz. Mit einem großen Fest feiert Speyer am Sonntag, 26.Mai, von 12 bis 16 Uhr die Neueröffnung des rund 8.500 Quadratmeter großen Platzes, der in den letzten 14 Monaten im Rahmen der „Sozialen Stadt Speyer-West“ völlig neu gestaltet wurde.

Nach der Eröffnung durch Oberbürgermeister Hansjörg Eger macht die Speyerer Kultband Blues und Bloedel mit rockiger Live-Musik beste Laune und der Kinderzirkus Bellissima entführt die Zuschauer in die bunte Welt der Akrobatik. Der Protestantische Posaunenchor umrahmt eine ökumenische Andacht. Das Jugendmobil der Jugendförderung bringt Spiel und Spaß, für Speisen und Getränke sorgen der Stadtteilverein und die Bäckerei Görtz, die ihre neue Filiale „Brotzeit“ auf dem Platz vorstellt. In ihren Räumen findet sich ab sofort auch das Büro der Sozialen Stadt, das bisher auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes im Fünfkirchener Weg lag. Außerdem zeigt eine kleine Fotoausstellung den Berliner Platz im Laufe der letzten vier Jahrzehnte, von seiner Entstehung bis heute.   

Die Pläne für die Neugestaltung waren in enger Abstimmung mit über 1.000 Anwohnern, mit den Marktbeschickern und Kindergruppen entwickelt worden. Mehrere Beteiligungsaktionen hatten gezeigt, dass viele der Speyerer sich zuletzt nicht mehr wohl fühlten auf dem Platz, der unübersichtlich und dadurch unsicher geworden war; der Brunnen hatte nicht mehr funktioniert und die Spielgeräte waren veraltet. „Ich bin sicher“, so Oberbürgermeister Hansjörg Eger optimistisch angesichts der neuen Gestaltung, „dass der Platz wieder das wird, was er einmal war: Ein beliebter Treffpunkt für alle Bürgerinnen und Bürger von Speyer-West“. www.speyer.de Stadt Speyer, Pressestelle

15.05.2013


Wasseraufbereitungs-Einheiten des THW zu Großübung im Speyerer Reffenthal zu Gast

THW-Präsident Albrecht Bremme äußert „gesteigertes Interesse“ an Weiternutzung des Areals als länderübergreifendes Ausbildungszentrum

Von Gerhard Cantzler

Speyer- Sie rücken aus, wenn irgendwo in der Welt nach Erdbeben, Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen die Trinkwasserversorgung zusammenbricht – sie helfen, wenn, wie gerade jetzt an der syrisch-jordanischen Grenze, Flüchtlingslager überzuquellen drohen - sie sind aber auch zur Stelle, wenn in Deutschland irgendwo ein Brunnen verschmutzt oder gar verseucht und sein Wasser nicht mehr geniessbar ist: Die Wasseraufbereitungs- und Versorgungs-Einheiten des Technischen Hilfswerks aus ganz Deutschland – von Starnberg in Oberbayern bis nach Rotenburg an der Fulda im Nordosten von Hessen, die an diesem Wochenende eine Gross-Übung auf dem früher gemeinsam von Bundeswehr und französischem Militär genutzten Wasserübungsplatz im Reffenthal zwischen Speyer und Otterstadt abhalten.

Mit von der Partie und von dem neuen Speyerer THW-Ortsbeauftragten Jan Görich nicht zum ersten Male in Speyer begrüßt: Albrecht Bremme, Präsident der „Bundesanstalt Technisches Hilfswerk“ in Bonn – quasi der „Oberkommandierende“ des Hilfsdienstes,der sich einen Eindruck von Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit seiner Kameraden - vor allem aber auch vom Zustand und den Besonderheiten dieses durch den Abzug der Bundeswehr in Kürze frei werdenden Areals verschaffen wollte.

„Plätze wie diesen hier in Speyer gibt es in Deutschland weniger als eine Hand voll“, so lautete nach einer eingehenden Besichtigung im Gespräch mit dem SPEYER-KURIER sein fachmännisches Urteil, „...und das THW kann bis heute eigentlich keinen davon nutzen – sieht man einmal von dem vielleicht in Ansätzen vergleichbaren Areal auf der THW-Schule in Hoya ab. Doch Hoya liegt bei Bremen und damit in der äußersten nordwestlichen Ecke der Republik. Wenn wir aber üben wollen, dann müssen wir Einsatzszenarien erproben und nicht den zeitaufwändigen, oft viele hundert Kilometer langen Straßentransport unserer Ausrüstung“, so Bremme.

Von daher habe das THW bereits sein ganz besonderes Interesse an dem ehemals „französischen Teil“ des Speyerer -Wasserübungsplatzes für eine Weiternutzuung als einem gemeinsamen Ausbildungszentrum für seine Landesverbände Rheinland-Pfalz,/Hessen/Saarland sowie Baden-Württemberg angemeldet. „Denn dieses Gelände hat einfach alles, was man zum Üben von Einsätzen auf, im und mit dem Wasser braucht“, so der THW-Präsident weiter. Entsprechende Anträge an die übergeordneten Stellen dazu würden deshalb schon in den nächsten Tagen „auf den Dienstweg“ gebracht, so Albrecht Bremme, der seine Karriere beim THW einst im Ortsverband Darmstadt gestartet hatte und vor der Übernahme des Präsidentenamtes im Jahr 2006 fünfzehn Jahre lang Chef der Berliner Berufsfeuerwehr war.

An diesem Wochenende aber geht und ging es ihm und allen Mit-Übenden erst einmal darum, Erfahrungen für die Wasserversorgung in Not-, Krisen- und Katastrophenfällen zu sammlen: 45 Kubikmeter Trinkwasser pro Stunde können die drei Anlagen fördern, die derzeit auf dem Speyerer Übungsplatz aufgebaut sind. Von einem bekannten deutschen Hersteller entwickelt und von THW-Experten für ihre kurzfristige Verlegung per Lufttransport an alle Einsatzorte der Welt optimiert, kann diese Batterie aus drei parallelen Anlagen den Trinkwasserbedarf von 330.000 Menschen sicherstellen, wenn man einen durchschnittlichen täglichen Trinkwasserbedarf von drei Litern pro Person zugrunde legt.

Vorteil des Systems, das in Speyer erstmals im Dauerbetrieb erprobt wird, ist sein modularer Aufbau: Zerlegt und in eigens dafür konzipierte Aluminiumbehälter verpackt, können die Anlagen auf dem Luftweg innerhalb kürzester Zeit an jeden Ort der Welt geschafft werden. „Wie bei unserem Übungsstart am vergangenen Donnerstag gezeigt, kann eine solche Anlage dann am Ziel innerhalb von vier bis sechs Stunden aufgebaut und nach gründlicher Desinfektion und Spülung schon nach rund zehn Stunden in Betrieb genommen werden“, so Präsident Bremme.

Jede dieser Aufbereitungsanlagen verfügt über drei „Ultrafeinfilter“ mit je 5 Kubikmeter Wasserdurchsatz pro Stunde - das „Nadelöhr“ des Systems und zugleich die letzte Station auf dem komplexen Weg zur Aufbereitung von verschmutztem Wasser zu bestem Trinkwasser.

Fabian Kehr vom Ortsverband Wörrstadt des THW erläuterte den anwesenden Kameraden – unter ihnen auch Claudia Appenburg, Mitarbeiterin in der Geschäftstelle des THW Darmstadt und damit nur eine der immer zahlreicher werdenden Frauen, die es zum Dienst in das technisch hochspezialisierte THW zieht – sowie den Vertretern der lokalen Wasserversorger aus Speyer und Schifferstadt – auch sie würden im Notfall auf die Hilfe des THW zurückgreifen - die aufwändige Technik, die sich in einen weithin erkennbaren, rot markierten Schmutzwasserteil und einen blau gekennzeichneten Trinkwasserteil gliedert.

Am Anfang steht bei dieser Übung in Speyer der geruhsam dahinplätschernde Altrheinarm des Reffenthals, aus dem ein Ansaugrohr das Rohwasser entnimmt. Diesem wird dann über eine Dosierpumpe eine Chemikalie mit einer Eisen III-Lösung zugesetzt, welche die in dem Rohwasser vorhandenen Schwebeteilchen bindet, ehe eine zusätzliche Belüftunganlage dann den Prozess der Ausflockung weiter beschleunigt und die Schmutzpartikel dazu veranlasst, sich auf dem Grund des riesigen Faltbehälters niederzuschlagen. Durch einen Schwimmer an der Wasseroberfläche dieses Beckens wird das Wasser dann entnommen und unter ständiger Kontrolle sowie - wenn nötig - unter Zusatz von Aktiv-Kohle in die riesige, chromglänzende modulare Filteranlage eingeleitet, die das Wasser dann am Ende des Prozesses – und damit bereits in dem blauen Anlagenabschnitt - absolut sauber verläßt.

Zum Schluss wird dann dem Trinkwasser zur Sicherheit noch eine geringe Dosis Chlor zugesetzt, um das Wasser haltbar zu machen und auch noch die letzten möglichen Keime in den Transportgefäßen der „Wasser-Endverbraucher“ abzutöten – eine Massnahme, die insbesondere nach Naturkatastrophen meist unabdingbar ist, um Magen-Darm-Erkrankungen zu verhindern.

Die konstant hohe Qualität des für den Menschen so „überlebenswichtigen“ Lebensmittels „Trinkwasser“ garantiert im übrigen auch das mobile Wasserlabor, das bei allen Einsätzen die Arbeit der Wasseraufbereiter begleitet und das mit drei bis vier hochqualifizierten ehrenamtlichen Laboranten besetzt ist, die auch in ihrem Alltagsberuf in vergleichbaren Funktionen tätig sind.

Am Ende eines Rundganges durch das Übungs-Szenario, zu dem auch die Presse eingeladen war, versammelten sich die Verantwortlichen schließlich an der „Zapfstelle für das frische Trinkwasser“, um das köstliche Nass zu probieren. Und vom Präsidenten bis zum jüngsten THW-Helfer waren sich alle einig: An der Qualität dieses Wassers gibt es nichts, aber auch gar nichts auszusetzen.

Lohn für die Mühe der täglichen ehrenamtlichen Arbeit, die allüberall in Deutschland freiwillige THW-Helfer bei ihren Ortsverbänden einbringen, wenn sie für einen Ernstfall üben, von dem sie alle hoffen, dass er niemals eintreten möge - ist aber immer wieder die Dankbarkeit der betroffenen Menschen, denen sie in Deutschland oder im fernen Ausland dann bei ihren dennoch immer wieder notwendigen Einsätzen begegnen – eine Dankbarkeit, die die meisten von ihnen lebenslang mit dem Technischen Hilfswerk Deutschland - dem THW – verbindet. Foto: gc

11.05.2013


THW Großübung im Speyerer Reffenthal - Bilderalbum

Pfingstsamstag: Offene Radtour zum Naturschutzgebiet Mechtersheimer Tongruben

Speyer- Zur Besichtigung der neuen Polderanlage und des“ NSG Mechtersheimer Tongruben“ bieten die Umwelt-SeniorTRAINERinnen eine offene Fahrradtour am Pfingstsamstag, 18. Mai, 13.30 Uhr ab Dom an. Die Fahrstrecke ist 25 Km, gemütlich auf glatten Wegen mit Einkehrmöglichkeit, Zurück gegen 18 Uhr. Fachkundige Referenten vor Ort sind die Biologin Susanne Mayrhofer vom Netzwerk Umweltbildung Speyer und Emil Pösl, BIR-Aktiver und Akteur der Römerberger Agenda: „Arbeitskreis Grünfläche“.

Pfingstsamstag: Offene Radtour zum Naturschutzgebiet Mechtersheimer Tongruben

Sollte Hochwasserpolder geopfert werden

Von Hans Wels

Als genau vor 60 Jahren (1953) die Tongewinnung südwestlich der Insel Flotzgrün eingestellt wurde, entwickelte sich die Vegetation prächtig. Nach Ausbaggerungssünden kam das Gebiet endlich vor 30 Jahren (1983) unter Naturschutz. 2,9 Millionen DM kostete die Renaturierung. Doch dann kam vor 20 Jahren (1993) ein Weihnachtshochwasser mit schlimmen Überflutungen. Entlang des Rheins wurden nun Hochwasser-Rückhaltebecken gefordert. Die geschützten Tongruben sollten Teil eines 225 Hektar großen Polders mit einem Stauraum von 7 Millionen Kubikmeter werden. Dagegen formierte sich die „Bürgerinitiative Römerberg“ (BIR). Mit Ella Moldaner, Günter Müller und Siegfried Schega an der Spitze konnten sie mit ihren Mitstreitern das Schlimmste verhindern und das „Naturschutzgebiet Mechtersheimer Tongruben“ vor der Verwüstung retten.

Zur Besichtigung bieten die Umwelt-SeniorTRAINERinnen für alle Interessierte eine Fahrradtour nach Mechtersheim an. Als fachkundige Referenten konnten die Biologin Susanne Mayrhofer vom Netzwerk Umweltbildung Speyer und Emil Pösl, BIR-Aktiver und Akteur der Römerberger Agenda: „Arbeitskreis Grünfläche“ gewonnen werden.

Die Radtour führt in das nun auf 145 Hektar reduzierte Poldergebiet mit einem Überschwemmungsraum von 3,6 Millionen Kubikmeter. Von dort werden auch idyllische Blicke in das „NSG Mechtersheimer Tongruben“ geboten.

Info: Die offene Fahrradtour ist eine Veranstaltung der SeniorTRAINERinnen aus Speyer und Umland unter dem Schirm der Pfälzischen Arbeitsstelle „Frieden und Umwelt“.

Quellen: Buch: „Naturschutzgebiete im Landkreis“, 2. Auflage 1994 und eigene Veröffentlichungen.

Termin: Pfingstsamstag, 18. Mai, 13.30 Uhr ab Dom, Fahrstrecke 25 Km, gemütlich auf glatten Wegen, mit Einkehrmöglichkeit. Zurück gegen 18 Uhr. Bild Wels

09.05.2013


Mit Kreativität und großem Engagement wichtige Beiträge zur Verbesserung der regionalen Arbeitsmarktsituation geleistet

Wolfgang Viertel als Geschäftsführer der Speyerer GABIS GmbH verabschiedet und Nachfolger Thomas Cantzler eingeführt

cr. Speyer. Im Rahmen der Gesellschafterversammlung der „Gemeinnützigen Arbeitnehmerüberlassung der Beschäftigungs-Initiative Speyer GABIS“ wurde jetzt der langjährige Geschäftsführer Wolfgang Viertel endgültig aus seinem Amt verabschiedet und sein bereits seit dem 1. Januar 2013 in diese Funktion nachgerückter Nachfolger, Diplom-Psychologe Thomas Cantzler, nun auch offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. Zugleich konnte Gerd Rheude, 1. Vorsitzender des „Vereins für Berufliche Bildung“ Speyer, VFBB e.V. - des Trägervereins der gabis – auch Dekan Friedhelm Jakob verabschieden, der mit seinem Rückzug aus dem aktiven Kirchendienst auch sein Mandat als Vertreter der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Speyer in der Gesellschafterverammlung aufgibt.

Wolfgang Viertel, der zwölf Jahre lang die Geschicke der GABIS GmbH und damit eines bedeutsamen Pfeilers der insgesamt drei eigenständige Geschäftsbereiche umfassenden Aufgabenspektrums des VFBB e.V. lenkte, - neben dem VFBB und der gabis gehört auch die DIAG GmbH dazu - ist geborener Berliner und hatte bis zur Übernahme der Geschäftsführung des Speyerer Gemeinnützigen Arbeitnehmerüberlassungs-Unternehmen seine berufliche Karriere im wesentlichen bei der Firma Siemens absolviert. Berlin, Hamburg, München, Evansville im US-amerikanischen Staat Indiana waren bei dem Weltunternehmen die Stationen seiner beruflichen Laufbahn, ehe er nach einer mehrjährigen Tätigkeit am Siemens-Standort in Augsburg zunächst als Kaufmännischer Leiter und schließlich als gesamtverantwortlicher Betriebsleiter von Siemans Speyer in die Domstadt kam und mit seiner Familie in Römerberg seine neue Heimat fand.

Wesentliche Entwicklungsschritte der GABIS, so betonte Gerd Rheude in seiner Laudatio, seien in die von wechselnden Problemstellungen auf dem Arbeitsmarkt geprägte Zeit der Verantwortlickeit von Wolfgang Viertel gefallen: Die Einstellung des 1000. Mitarbeiters bereits im Jahre 2002, das „Knacken“ der magischen 2000er-Marke schon zwei Jahre später, vor allem aber die Tatsache, dass bis 2004 bereits 600 gabis-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ein festes Arbeitsverhältnis vermittelt werden konnten, das seien Marksteine in der „Erfolgsgeschichte GABIS“ gewesen. Zum zehnjährigen Bestehen des Unternehmens im Jahr 2006 habe Wolfgang Viertel bereits eine Zahl von über 1.000 Vermittlungen konstatieren - bei seinem Überwechseln in den Ruhestand Ende 2012 gar stolze 4.200 Übernahmen in feste Arbeitsverhältnisse bilanzieren können. „Für die Menschen in der Region, die einen neuen Arbeitsplatz suchen, ist die GABIS heute zur allerersten, ganz selbstverständlichen Anlaufadresse geworden“, betonte Rheude, bis zu seinem eigenen Übertritt in den Ruhestand langjähriger Vorsitzender des Betriebsrates des Daimler-Benz LKW-Werkes in Wörth und Mitglied im Aufsichtsrat der Daimler-Benz AG.

Mit einem Büchergeschenk und einem opulenten Blumengebinde dankte Gerd Rheude dem scheidenden Geschäftsführer für seine treue, höchst kreative und stets absolut loyale Arbeit für die GABIS.

„Diese 12 Jahre waren für mich eine ungemein spannende Zeit, die wie im Fluge vorbeigegangen ist“, bekannte Wolfgang Viertel in seinem Dank. „Als ich im Jahr 2001 hier angefangen habe, da wußte ich nicht, auf was ich mich da eingelassen hatte – im Nachhinein aber kann ich sagen: Es war das beste, was mir in meinem Leben begegnet ist“. Viertel bedankte sich bei den Gesellschaftern für die stets überaus vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Rückendeckung, die sie als Vertreter der beiden Kirchen, der Gewerkschafen, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung KAB, der beteiligten kommunalen Gebietskörperschaften - der Stadt Speyer und dem heutigen Rhein-Pfalz-Kreis – der GABIS und seiner eigenen Arbeit stets hätten zukommen lassen. Ein ganz besonderes Dankeschön richtete Viertel aber auch an seine langjährigen Mitarbeiter in der Administration der GABIS, ganz vorne weg an seinen Prokuristen Thomas Cantzler. Mit Thomas Cantzler könne er das Unternehmen jetzt in die Hände eines bewährten und erfahrenen Mitarbeiters und Kollegen übergeben, der fast ebenso lange „mit dabei“ sei, wie er selbst und deshalb die Entwicklung des Unternehmens maßgeblich mit gestaltet habe.

Das unterstrich auch Gerd Rheude bei seiner Einführung und Vorstellung des neuen Geschäftsführers. Der in Speyer geborene Thomas Cantzler (49), verheiratet, zwei Kinder, ist Dipol-Psychologe mit dem Abschluss in Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie. Nach einer Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Heidelberg kam er bereits 1995 als Koordinator zur Beschäftigungsinitiative Speyer und leitete dort die Außenstelle Speyer des CJD. Dort fand er erste Berührungspunkte zur GABIS, zu der er dann 2002 als Personalbetreuer überwechselte. 2012 zum Prokuristen ernannt sei er jetzt - so betonte Rheude ausdrücklich - einstimmig zum neuen Geschäftsführer der GABIS GmbH gewählt worden.

Thomas Cantzler, der sich ehrenamtlich als Schulelternsprecher an einem Speyerer Gymansium engagiert, sei auch im Vereinssport sowie kommunal- und dort wiederum schwerpunktmäßig sozialpolitisch für seine Geburts- und Heimatstadt aktiv, betonte Rheude in seiner Vorstellung.

Cantzler wiederum bedankte sich bei den Gesellschaftern für das Vertrauen, das sie ihm mit dieser Beruf entgegengebracht hätten und dankte insbesondere seinem Vorgänger für die stets ausgezeichnete Zusammenarbeit. „Es macht jeden Tag aufs Neue Spaß, für die GABIS zu arbeiten“, bekannte er und bat seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ihn bei der Entwicklung und Realisierung noch vieler guter arbeitsmarktpolitischer Ideen zu unterstützen.

Im Gespräch mit dem SPEYER-KURIER gab Cantzler in diesem Zusammenhang zu erkennen, dass hier noch so manches zu erwarten stehe. GABIS habe als erster Personalservice-Dienstleister in der Bundesrepublik „equal pay“ - gleichen Lohn für Festangestellte und Leiharbeiter - realisert und zwischenzeitlich auch längst „equal holiday“ - gleichartige Urlaubsregelungen – durchgesetzt. Wenn dies jetzt seitens des Gesetzgebers allen Zeitarbeitsfirmen verbindlich auferlegt werden soll, dann beweise dies, dass die GABIS mit ihrer Geschäftsidee schon vor mehr als zehn Jahren „ihrer Zeit weit voraus“ gewesen sei. „Das macht uns stolz und ist uns Ansporn, auch weiterhin so innovativ auf diesem wichtigen Teilbereich des Arbeitsmarktes unterwegs zu sein“. Foto: gc

08.05.2013


Wechsel an der Spitze der Speyerer GABIS GmbH - Bilderalbum

"Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“

Eine eindringliche Veranstaltung zur Erinnerung an die Bücherverbrennungen vom 6. Mai 1933

von Gerhard Cantzler

Der Innenbereich des Kulturhofes Flachsgasse im Areal des Historischen Rathauses war dicht gefüllt, als zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennungen am 6. Mai 1933 jetzt Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Vertreter der beiden Christlichen Kirchen sowie der Speyerer Volkhochschule in einer bewegenden Zeremonie an diesen unseligen Tag erinnerten, der seinerzeit nur zum Vorboten weitaus schlimmerer Ereignisse unter dem Zeichen des Hakenkreuzes werden sollte. „Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“. Mit diesem Satz hatte der Dichter Heinrich Heine bereits 110 Jahre vor diesem barbarischen Akt der Kulturschande mit seherischer Kraft das Unfassbare vorhergesagt, das Deutschland in den zwölf Jahren des „Dritten Reiches“ erleben sollte. Damals, am 6. Mai 1933, jubelten die von den Nazis herbeikommandierten SA-Gruppen, die Schulklassen und auch die vielen Speyerer Bürger, als die literarischen Werke von Heinrich Heine, Nelly Sachs, Carl von Ossietzky, Joseph Roth, Rosa Luxemburg oder Erich Kästner und viele andere der Vernichtung den Flammen anheim gegeben wurden – jetzt, 80 Jahre später, lauschten die Menschen - nur einen Steinwurf weit entfernt vom damaligen „Ort der Untat“ auf dem Alten Marktplatz - in tiefer Betroffenheit gebannt und schweigend den Reden, den Lesungen und der wie aus einer anderen Welt herübertönenden Klanginstallation.

Oberbürgermeister Eger zeigte sich noch immer fassungslos darüber, dass man in dem damals noch zu Bayern gehörenden Speyer nach der einheitlichen und von langer Hand geplanten, vom Berliner Reichspropagandaministerium vorgegebenen „Hass-Regie“ quasi in „vorauseilendem Gehorsam“ schon vier Tage vor dem offizellen Start der reichsweiten Aktion die Bücherverbrennung zelebriert hatte.

Lesen Sie die Rede von Oberbürgermeister Eger im Wortlaut im SPEYER-KURIER

Thomas Sartingen, Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Speyer, rief mit seiner historischen Hinführung zu den Übergriffen der frühen 1930er Jahre gegen ein intellektuelles Deutschland, das sich in Konfrontation zu der einzigen, damals noch gültigen Meinung des menschenverachtenden NS-Systems bewegte, die ersten Schritte in Erinnerung, die Deutschland auf den Weg in den dunkelsten Abschnitt seiner Geschichte führen sollte. Sartingen erinnerte daran, dass auch Wissenschaftler wie der aus Ludwigshafen stammende Philosoph Ernst Bloch, dass der Schöpfer der Relativitätstheorie, Albert Einstein oder der große Autor und Dramatiker Bertold Brecht damals dem Verdikt der Nazis anheim gefallen seien. Ihr Vergehen: Sie hatten „eine andere Meinung“ oder – sie waren jüdischer Abstammung. „Es war eine Zeit der 'großen Austreibung' der Intellektuellen, Geistesgrößen und Künstlern aus der deutschen Gesellschaft“, beschrieb Theodor Heuss, erster Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland in einer Rede diese unselige Zeit, die den Auftakt bilden sollte zu unvorstellbaren Gräueltaten und zur völligen Zerstörung weiter Teile Europas.

Lesen Sie die Rede von Thomas Sartingen im Wortlaut im SPEYER-KURIER  

Dass es auch - und gerade auch - in Speyer nicht allein die Studenten waren, die sich zu Bütteln der Nazi-Propaganda gegen eine fast vollständige Generation von Intellektuellen im deutschsprachigen Raum machen ließen, unterstrich Katrin Hopstock, Archivarin und zuständig für das „Kulturelle Erbe“ im Speyerer Stadtarchiv., die die Vorgeschichte dieses 6. Mai 1933 aus Speyerer Sicht beleuchtete.

Speyerer SA-Männer - viele von ihnen waren fünf Jahre später, in der Nacht zum 8. November 1938 - auch bei der Brandstiftung an der Speyerer Synagoge mit dabei, und Schüler aus Schulklassen, die als geschlossene Formation über Hauptstrasse marschierten.

Lesen Sie auch die Ausführungen von Katrin Hopstock im Wortlaut. Im SPEYER-KURIER

Übrigens: Sie, die Schüler, vermisste man jetzt, achtzig Jahre später, schmerzlich bei diesem Anlass. Und dabei wäre es doch so einfach, den Kindern und Jugendlichen im Schulunterricht z.B. anhand einer der lustigen und spannenden Kurzgeschichten oder eines der Romane eines Erich Kästner das sinnlose und irrationale Verbot seiner Schriften augenfällig werden zu lassen. Fragen Sie doch einfach einmal ein Kind, liebe Lehrerinnen und Lehrer, was an einem „Emil und die Detektive“ oder an „Pünktchen und Anton“ verbotswürdig sein könnte und Sie werden nichts als Unverständnis und Fassungslosigkeit ernten....

Mit Lesungen aus Werken verfemter Schriftsteller kam die Veranstaltung dann zu ihrem eigentlichen Kern: Rezitationen von Hans Schulze-Bühlmann - für die Evangelische Kirche der Pfalz zugleich Mitveranstalter dieses eindrucksvollen Bekenntisses gegen die Bücherverbrennungen – von Sabrina Albers, Dr. Gabriele Dreßing, Jutta Hornung, Angela Magin, Erhard Steiger u.a. machten deutlich, wie aberwitzig es ist, das geschriebene Wort und seinen Geist durch Verbrennen zum Verstummen bringen zu wollen.

Beziehungsreich wurden dazu die Bücher aus einem symbolischen Feuerkorb herausgeholt und in ein gleichfalls symbolisches Bücheregal zurückgestellt - „Wir entnehmen dem Feuer die Bücher von …..“ hieß es jetzt – analog zu dem offiziell vorgegebenen „Verbrennungstext“ von vor 80 Jahren - viel eindrucksvolle Symbolik, die den Zuhörern geradezu Schauer des Grauens über den Rücken trieben.

Genau an dieser Stelle - im „Kulturhof Flachsgasse“ - soll schon in Kürze ein dauerhaftes, öffentich zugängliches Bücherregal aufgestellt werden – ein robuster und in die Umgebung des Kulturhofes passender Schrank, in dem diese und andere Werke ihre dauerhafte Heimat finden sollen.

In seinem Schlusswort erinnerte Ewald Gaden, als Leiter der Volkshochschule Speyer zugleich auch Mitveranstalter, noch einmal daran, dass die Bücherverbrennungen vom Mai 1933 nur der Auftakt waren zu einer unvorstellbaren Welle der Verfemung und des Verbots jedweder Ausformung von Kunst, die von dem „braunen“ System als „undeutsch“ gebramdmarkt worden war: In der Musik von dem als „Ami- und Negermusik“ diffamierten Jazz bis zu den als „unarisch“ verleumdeten Zehnton-Komponisten in der Nachfolge eines Arnold Schönberg – in der Bildenden Kunst von den im Gegenständlichen verharrenden Expressionisten bis hin zu den abstrakten Malern und Bilderhauern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Nazi-Ideologie liegt längst schon auf dem Müllhaufen der Geschichte – auch der Kulturgeschichte - die Werke der vor 80 Jahren dem Verbrennen anheim gegebenen Autoren und Geistesgrößen aber leben weiter – auch im Speyerer „Kulturhof Flachsgasse“ und im Bewußtsein der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt – sie bewegen die Menschheit bis heute – und viele davon sind heute vielleicht aktueller denn je.

Es war eine bewegende Veranstaltung – dem Erinnern und der Mahnung gewidmet, auf dass sich so etwas nie mehr wiederholt!

Zu diesem Anlaß hat Archivarin Katrin Hopstock übrigens im Stadtarchiv eine eindrucksvolle Ausstellung mit Fotos und Dokumenten zusammengestellt, in der die Ereignisse jenes 6. Mai 1933 noch einmal in eindringlicher Weise dargestellt werden. Über diese Schau wird der SPEYER-KURIER gesondert berichten. Foto: Stadtarchiv Speyer; Kemper

07.05.2013


Oberbürgermeister Hansjörg Eger anlässlich des 80. Jahrestages der Bücherverbrennungen

Gedenken im Kulturhof Flachsgasse am 6. Mai 2013

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

in diesen Tagen ist es 80 Jahre her, dass in deutschen Städten öffentlich Bücher verbrannt wurden: nicht nur in Berlin, sondern auch hier in Speyer.

Diese Bücherverbrennungen waren keine spontanen Aktionen. Sie waren von den Nationalsozialisten, die erst knapp drei Monate zuvor die Macht übernommen hatten, geplant und vorbereitet. Sie riefen dazu auf, öffentlich Bücher zu verbrennen. Sie veröffentlichten eine Liste von Autoren, deren Bücher verbrannt werden sollten. Sie stellten sogenannte Feuersprüche zusammen, die bei den Bücherverbrennungen gerufen wurden.

Überall in Deutschland wurden Bücher missliebiger Autoren verbrannt, die von den Nationalsozialisten als „Schriften und Bücher der Unmoral und Zersetzung“ geschmäht wurden. Die bayrische Pfalz, zu der damals auch Speyer gehörte, war schneller als die Hauptstadt Berlin, man agierte sozusagen in vorauseilendem Gehorsam. Bereits am 6. Mai 1933 verbrannten die Nationalsozialisten auf dem Speyerer Marktplatz, Bücher mit sogenanntem „undeutschem Schrifttum“. Während in Berlin 4 Tage später, am 10. Mai 1933 die Aktion unter Leitung von Joseph Goebbels, dem "Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda", wie das damals hieß, durchgeführt wurde. Herr Sartingen wird darauf noch näher eingehen. Von meiner Seite sei an dieser Stelle darauf verwiesen, dass Erich Kästner in der Menschenmenge war, die zusah, wie auch seine Werke verbrannt wurden.

Ihn schockierte besonders, dass die Bücher in Berlin wie in fast allen Städten hauptsächlich von jungen Menschen, von Studenten in die Flammen geworfen wurden, von den "Blüten der Nation", wie er mit bitterer Ironie schrieb. Die Nationalsozialisten wurden von vielen Studenten begeistert unterstützt.

Die Autoren - Schriftsteller, Wissenschaftler und Journalisten - und ihre Verleger wurden verfolgt. Sie hatten Publikationsverbot. Sie verloren ihre Ämter in Universitäten und ihre Mitgliedschaften in Verbänden und in Akademien. Einige wurden verhaftet, misshandelt und ermordet, wie Erich Mühsam. Andere, wie Anna Seghers und Else Lasker-Schüler, flüchteten aus Deutschland und gingen ins Exil. Einige, wie Kurt Tucholsky und Walter Benjamin, trieb die Erfahrung von Verfolgung und Exil in den Selbstmord.

Im Exil zu leben, was das bedeutet, das kann wohl nur der ganz erfassen, der selber eine solche Erfahrung machen musste. Jeder, der sich diese Frage stellt, kann aber zumindest ahnen, wie schwer es sein muss, sich in einem fremden Land, in einer fremden Kultur und in einer fremden Sprache eine Lebensgrundlage, im Fall von Exilanten spricht man korrekter von Überlebensgrundlage, zu schaffen. Da geht es ja nicht allein darum, das materielle Überleben zu sichern, obwohl das schwer genug ist, wie wir aus vielen Exil-Biographien wissen. Natürlich gab es auch international bekannte Schriftsteller, Wissenschaftler, Experten und Politiker, die auch im Exil erfolgreich waren. Doch viele konnten ihre Berufe nicht weiter ausüben und mussten versuchen, sich und ihre Familien mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser zu halten. Manchen ist das gelungen, manche sind daran auch seelisch und körperlich zugrunde gegangen.

Die Vertreibung aus Deutschland war für fast alle Schriftsteller, Wissenschaftler und Journalisten eine Erfahrung, die sie ein Leben lang gezeichnet hat. Für die deutsche Gesellschaft selber war dieser erzwungene Exodus des Geistes eine Katastrophe, die Jahrzehnte nachgewirkt hat und die in manchem bis heute spürbar ist.

Der Verlust für Deutschland war deshalb so groß, weil die Nationalsozialisten so viele fähige Köpfe aus Deutschland vertrieben hatten. Ihre Positionen an Universitäten und Akademien wurden oft mit mittelmäßigen Nachfolgern besetzt, bei denen ihre sogenannte arische Abstammung oder ihre nationalsozialistische Gesinnung wichtiger waren als ihre Qualifikation.

Warum erinnern wir uns heute, 80 Jahre danach, an die Bücherverbrennungen?

Einer der Gründe ist, dass rechtsradikales, auch an der nationalsozialistischen Ideologie orientiertes Gedankengut in unserer Region wieder an Boden gewinnt.

Wirtschaftlich und sozial schwierige Lagen bieten nachweislich Nährboden für Extremismus, das lehrt uns die Geschichte, das zeigt die aktuelle Entwicklung in einigen Staaten Europas. Umso wichtiger, dass die demokratischen Kräfte in unserem Land, in unserer Stadt zusammenstehen, um die politische Verantwortung zu tragen, indem wir geeignete Antworten finden, um gemeinsam extremistische Propaganda zu entkräften.

Dazu dienen auch bildungspolitische Veranstaltungen im öffentlichen Raum wie die heutige. Ich danke allen Bildungsakteuren: der Stadtbibliothek, der städtischen Musikschule, der Volkshochschule und der Abteilung Kulturelles Erbe, der Katholischen Erwachsenenbildung der Diözese Speyer sowie der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft für die Organisation und Durchführung dieser Gedenkveranstaltung, mit der wir in Speyer ein weiteres Zeichen gegen das Vergessen, für Toleranz und Menschlichkeit setzen.

Dafür haben wir den Kulturhof Flachsgasse ganz bewusst gewählt, zum einen wegen seiner unmittelbaren Nachbarschaft zum Tatort vom 6. Mai 1933 und zum anderen, als Ort der Kultur, als Raum für freien und liberalen Geist. Bei der Bücherverbrennung von 1933 ging es um mehr als um das Verbot der freien Meinungsäußerung. Es ging um den Versuch, das freie Denken selbst zu verbieten.

Aus dieser Lehre sollten wir uns auch heute gegen die Ausgrenzung von geistigem Gedankengut engagieren. Es gibt auch heute noch Publikationsverbote für Journalisten und Schriftsteller, ja sogar Todesdrohungen. Dafür ließen sich hier viele Beispiele von Russland über China bis zum Iran anführen. Ein Wort kann auch heute noch Gefängnis, Verfolgung und Exilerfahrung kosten. Der P.E.N. Club mahnt, dass die Verfolgung von Schriftstellern nach dem 11. September 2001 weltweit zugenommen hat.

Der Nationalsozialismus hat uns gezeigt, was mit einer Gesellschaft geschieht, die die kritische Auseinandersetzung mit sich selber, die den Wettstreit von Ideen, die kulturelle Vielfalt nicht duldet, sondern ins Exil verbannt: Sie richtet sich schließlich selber zu Grunde.

07.05.2013


Thomas Sartingen, Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Speyer

Sehr geehrte Damen und Herren,

sie kennen alle das berühmte Zitat aus Heinrich Heines 1823 erschienenen Tragödie Almansor:

„Das war ein Vorspiel nur,

dort wo man Bücher verbrennt,

verbrennt man am Ende Menschen.“

Heinrich Heines Zitat darf als geradezu prophetisch für die Ereignisse im Deutschen Reich in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts bezeichnet werden.

In einem Rundschreiben vom 06. April 1933 forderte die Deutsche Studentenschaft ihre Untergliederungen auf, sich an einer vierwöchigen „Aktion wider den undeutschen Geist“ zu beteiligen – in diesem Aufruf hieß es wörtlich:

“Die Deutsche Studentenschaft plant anlässlich der schamlosen Greuelhetze des Judentums im Ausland eine vierwöchige Gesamtaktion gegen den Jüdischen Zersetzungsgeist und für volksbewusstes Denken und Fühlen im deutschen Schrifttum.“ Zitat Ende

Am 12. April wurden dann „12 Thesen wider den undeutschen Geist“ veröffentlicht, in denen die grundlegenden Positionen und Ziele der Aktion benannt wurden – ich zitiere auszugsweise:

„Es klafft heute ein Widerspruch zwischen Schrifttum und deutschem Volkstum. Dieser Zustand ist eine Schmach.

Wir fordern die Auslese von Studenten und Professoren nach der Sicherheit des Denkens im deutschen Geiste.

Wir fordern die deutsche Hochschule als Hort des deutschen Volkstums und als Kampfstätte aus der Kraft des deutschen Geistes.“ Zitat Ende

Es folgten Aufrufe zum Professorenboykott, ehe nach Büchersammelaktionen und Beschlagnahmungen im Frühjahr 1933 in zahlreichen deutschen Städten Bücher verbrannt wurden.

Die Grundlage für die Auswahl der zu verbrennenden Werke bildete die so genannte „Schwarze Listen“ des 29-jährigen Bibliothekars Dr. Wolfgang Herrmann (ein überzeugter Nationalsozialist aus Berlin).

Verbrannt wurden Bücher von Autoren, deren mündliche oder schriftliche Äußerungen den Anschauungen – besser dem Ungeist - des Nationalsozialismus widersprachen, darunter Werke von Bertold Brecht, Ernst Bloch, Albert Einstein, Alfred Adler, Else Lasker-Schüler oder Nelly Sachs .

Der 10. Mai war der eigentliche Höhepunkt der „Aktion wider den undeutschen Geist“ In Berlin fand im Beisein von rund 70.000 Menschen eine Bücherverbrennungsaktion auf dem Opernplatz statt.

Zu den Rednern gehörte der Reichspropagandaleiter der NSDAP Dr. Joseph Goebbels, ich zitiere:

„… Deshalb tut ihr gut daran, in dieser mitternächtlichen Stunde den Ungeist der Vergangenheit den Flammen anzuvertrauen“. An anderer Stelle der Rede heißt es: „Wenn ihr Studenten Euch das Recht nehmt, den geistigen Unflat in die Flammen hineinzuwerfen, dann müsst ihr auch die Pflicht auf Euch nehmen, an die Stelle dieses Unrates einem wirklichen deutschen Geist die Gasse freizumachen.“ Zitat Ende

Die Symbolik der Bücherverbrennung sollte durch die landesweit vorgegebenen „Feuersprüche“ betont werden. Die so genannten “Feuersprüche” rufend, wurden die Bücher ins Feuer geworfen – ich zitiere auszugsweise:

„Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Heinrich Mann, Ernst Glaeser und Erich Kästner.

Gegen literarischen Verrat am Soldaten des Weltkrieges, für Erziehung des Volkes im Geist der Wehrhaftigkeit! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Erich Maria Remarque.“ Zitat Ende

Für das Jahr 1933 sind im Deutschen Reich über neunzig Bücherverbrennungen dokumentiert, z.B. in Berlin, in Frankfurt/Main, in Hamburg, aber auch in Kaiserslautern, in Neustadt/Wstr, in Landau, in Mannheim, in Worms und auch hier in Speyer.

„Das war ein Vorspiel nur,

dort wo man Bücher verbrennt,

verbrennt man am Ende Menschen.“

Was Heinrich Heine 1823 formulierte wurde im Deutschen Reich in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts traurige Realität.

Was mit den Bücherverbrennungen begann endete in Auschwitz, Bergen-Belsen oder Buchenwald.

07.05.2013


Bücherverbrennung in Speyer 1933 - Ablauf der Ereignisse

Text und Sprecherin: Katrin Hopstock, Dipl.-Archivarin (FH), Abt. Kulturelles Erbe / Stadtarchiv Speyer

Die von Gauleiter Bürckel herausgegebene „NSZ-Rhein-Front“ schreibt am 5. Mai 1933.

Auf freien Plätzen übergeben wir überall feierlich alles undeutsche Schrifttum, seien es vaterland- oder gottlose Schriften, seien es verlogene Verbrecherhefte und ähnlicher Schund, den Flammen. Die neue zeit hat keinen Raum für Kitsch und Schmutz und Schund. Auf, Ihr HJ-Jungen, und lasst uns der Welt beweisen, dass wir auch innerlich frei geworden sind!“

Die Nazis kündigen also in der bayerischen Pfalz ihr Vorhaben eindeutig an: Im Rahmen eines „Tages der bayerischen Jugend“ – des Wochenendes 6./7. Mai 1933 – soll das Autodafé stattfinden.

In den Speyerer Tageszeitungen steht kein Hinweis auf diese geplante Aktion.

Da an beiden Tagen eine Landessammlung für die Jugend durch Jugend stattfinden soll, werden von Kreisleiter Heber (dem HJ-Beauftragten bei der Stadt Speyer) Jugendliche fest dazu eingeteilt; zur Festzugs-Teilnahme hatte er schon Ende April eine Registrierungspflicht sämtlicher Jugendorganisationen, Bünde, Jugendabteilungen Speyerer Vereine usw. verfügt.

Die Kreishauptstadt Speyer gehört damals zum linksrheinischen Teil Bayerns.

Eine bayerische Ministerialentschließung vom 19. April 1933 soll für die

Entfernung „bolschewistischen und marxistischen Schrifttums in öffentlichen Bibliotheken“ sorgen –

in Speyer die Stadtbücherei, die „Büchereien der Kirchenverwaltungen, der Stiftung und der Schulen“ –

hier vier Volksschulen, elf weiterbildende Schulen einschließlich Gymnasium.

Dazu kommen die in Beständen der bayerischen staatlichen, staatlich verwalteten und Hochschul-Bbliotheken befindlichen Bücher und Zeitschriften, die „ausgesprochen bolschewistische, marxistische, internationale, pazifistische oder atheistische Tendenzen“ aufwiesen „ – die man vorerst sofort für öffentliche Ausleihe sperrt, nur ausnahmsweise werden sie an

politisch Zuverlässige … für rein wissenschaftliche Arbeiten“ ausgegeben.

Bereits Anfang 1933 hat die Kontrolle der gewerblichen Leihbüchereien begonnen.

In Schifferstadt etwa beschlagnahmt man in der Wunder’schen Leihbücherei über 20 Bücher, darunter Remarques „Im Westen nichts Neues“, Feuchtwangers „Jud Süß“, Balzacs „Vater Goriot“ sowie sämtliche Tarzan-Bände von Rice-Burroughs.

Gleichfalls im Frühjahr 1933 bringt die „NSZ-Rhein-Front“ einen Artikel über die „Säuberung“ von Stadtbüchereien: Gefordert wird nicht nur die Entfernung unliebsamen Schriftguts, sondern von Personal gleich mit, nämlich von „jüdisch-marxistischen Elementen in Bibliotheken und Lehrkräften an Bibliotheksschulen“ .

Hinweise auf die Speyerer Bücherverbrennung fehlen in städtischen Akten, hier wie im Landesarchiv Speyer finden sich nur wenige spätere Interna.

Speyerer Bücherverbrennung am 6. Mai 1933

Am 8. Mai berichtet die „Speyerer Zeitung“ über den „zufriedenstellenden Verlauf“ des Wochenendes.

Demnach marschierte am Samstag der „Festzug der Speyerer Jugendorganisationen – angeblich über 2 500 Teilnehmer (es war wohl eher etwa 2/3 dieser Zahl – mit fünf Musikkapellen vom Festplatz über Himmels- u. Johannesgasse, St.-Guidostifts-Platz, Gilgenstraße über die Maximilianstraße zum damaligen Marktplatz vor dem Rathaus.

Außer dem SA-Musikzug beteiligen sich die Kapellen von Stahlhelm, Kriegerverein, Katholischem Gesellenverein sowie Protestantischem Jugendbund. -- Teilnehmende Organisationen sind außer der HJ auch die Sportvereine, verschiedene Jugendbünde, der Deutsche Bund der Mädchen-Bibelkreise.

Alle Schulen sind dabei, auch die Lehrerbildungsanstalt, ebenso die Zöglinge der Staatserziehungsanstalt und der Marineverein.

Die einzigen erhaltenen drei Fotos zeigen eine dichtgedrängte Menge von blockweise stehenden Jugendlichen – am leichtesten erkennbar sind die uniformierten Gruppen, Bünde oder Vereine, selbst einige Nonnen sind erkennbar. Direkt vor der Häuserfront, hinter einer Absperrung, stehen Erwachsene gleichfalls dicht an dicht.

Hauptredner ist ein Unterbannfrührer Jotter aus Ludwigshafen. Seine Ansprache gipfelt in der Forderung, die Uniform der Jugendbünde zu vereinheitlichen, braun sei die einzig richtige Farbe:

Und Ihr getraut Euch in anderer Uniform hierbei zu marschieren?!!“

Die eigentliche Bücherverbrennung nimmt im umfangreichen Bericht der „Speyerer Zeitung nur wenige Zeilen ein:

Am Schlusse seiner Ausführungen kommt Jotter auch auf die aus den Schulbibliotheken entfernten Bücher zu sprechen, von denen je ein Exemplar derselben Gattung vor dem hakenkreuzdrapierten Rednerpult in einer Schale dem Feuertod übergeben [wurden], darunter auch Remarques „Im Westen nichts Neues“.

Die beschämende Veranstaltung endet mit dem Absingen des Horst-Wessel-Liedes.

Das „Rheinische Volksblatt“ erwähnt die Speyersche Bücherverbrennung nach diesem Wochenende mit keiner Silbe, auch nicht die kath. und evangelische Wochenblätter („PILGER“, „Evangelischer Kirchen-bote“, „Union“). Andere Speyerer Bibliotheken werden im Rahmen der obigen Berichterstattung nicht erwähnt, weder die Pfälzische Landesbibliothek, die am 3.(!) Mai 1933 ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert hatte, noch die um ein Jahr jüngere Stadtbücherei.

Bezeichnenderweise hat man in Speyer 1933 den Feuerschutztag – abgeleitet von St. Florian, 4. Mai –

auf Sonntag, den 7. Mai, verlegt.

Zahlreiche zwangsweise eingezogene oder „freiwillig“ abgegebene Bücher gelangen in die Pfälzische Landesbibliothek – noch heute an den Signaturen erkennbar.

Nach 1933

Auch bei der Reichspogromnacht am 9.November 1938 wird Literatur und Schriftgut verbrannt –allem voran werden bei dem Synagogenbrand mindestens acht Torahrollen vernichtet, außerdem die umfang-reiche Gemeindebibliothek, das vollständige Notenmaterial von Kantor, Synagogenchor und Organist, sowie nahezu das gesamte Gemeindearchiv.

1941/42 erhält die Landesbibliothek Speyer auffällig viele Geschenkbücher von der Kreisleitung Speyer – vorwiegend verbotene Literatur. Ihre Katalogkarten bezeichnen sie als „nicht einsehbar“. Möglicherweise besteht hier ein Zusammenhang mit der Deportation Tausender Juden nach Gurs am 22. Oktober 1940, aus Speyer selbst waren es über 50 Personen.

………

Letzter Programmpunkt unserer heutigen Veranstaltung ist die Eröffnung einer kleinen Ausstellung zum Thema im Stadtarchiv, Johannesstr. 22a, wozu ich Sie alle herzlich einlade.

07.05.2013


Mit Hilfe der Lotterie „GlücksSpirale“ wichtiges sozialpädagogisches Gruppenprojekt

Speyerer Frauenhaus bedankt sich für wertvolle Hilfe für seine Schützlinge

spk. Speyer- Ein bedeutsames sozialpädagogisches Gruppenprojekt zur Unterstützung von im Speyerer Frauenhaus lebenden Mädchen und Jungen konnte jetzt mit Hilfe der Lotterie „GlücksSpirale“ erfolgreich durchgeführt werden. Wie die Verantwortlichen des Frauenhauses mitteilten, konnten durch dieses wichtige Angebot Kinder, die mit ihren Müttern ins Frauenhaus gekommen waren und nicht selten nicht nur die Gewalt gegen die Mutter miterlebten, sondern auch selbst Opfer von Gewalt wurden, intensiv unterstützt werden. Meist würden diese Kinder durch das Aufwachsen in einer hochbelasteten Familiensituation vielfältige Verhaltensauffälligkeiten und/ oder Entwicklungsverzögerungen zeigen wie z.B. Einnässen, psychosomatische Erkrankungen, aggressives oder autoaggressives Verhalten u.v.m.. In der dank der Unterstützung durch die „GlücksSpirale“ möglich gewordenenen, begeistert angenommenen sozialen Gruppenarbeit hätten die Mädchen und Jungen nicht nur positive Gruppenerfahrungen gemacht und das engagierte Miteinander genossen, sondern sie fühlten sich – oft zum ersten Mal – mit ihrer eigenen Misshandlungsgeschichte wahrgenommen. Verschiedenartige Hilfs- und Förderangebote seien umgesetzt worden, um den Auswirkungen der negativen Erfahrungen entgegenzuwirken und positive Entwicklungen zu ermöglichen.

Kinder, die in einem gewaltgeprägten Familienumfeld aufwachsen, haben ein vielfach höheres Risiko, später selbst wieder zu Opfern bzw. zu Tätern zu werden. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, sei gerade auch der präventive Charakter sozialpädagogischer Unterstützung und Begleitung im Frauenhaus von zentraler Bedeutung. Aus diesem Grund sei die kontinuierliche sozialpädagogische Arbeit mit Kindern in Frauenhäusern ein äußerst wichtiger und bedeutsamer Bestandteil der Arbeit dieser Einrichtungen.

Das Gruppenprojekt, das durch die Lotterie „GlücksSpirale“ erst möglich wurde, habe einen überaus wertvollen Beitrag zur Arbeit des Frauenhauses geleistet und sei von allen Kindern als durchweg positiv empfunden worden. Die wöchentlich wechselnden Themen in diesem kontinuierlichen Gruppenprojekt beschäftigten sich mit Methoden der Gewaltbearbeitung, gewaltfreier Kommunikation, Biographiearbeit, der Beziehung zu Mutter und Vater, der Auseinandersetzung mit weiteren Hilfs- und Unterstützungsangeboten, der neuen Lebenssituation und vielem mehr. In der Gruppe machten die Kinder die Erfahrung, dass sie mit ihren Gefühlen, Ängsten und Sorgen nicht alleine sind. So sprachen die Mädchen und Jungen in dem geschützten Rahmen häufig zum ersten Mal über das Erlebte sowie über ihre Ambivalenzen und Zukunftssorgen. Das war für alle Kinder und Jugendlichen eine große Entlastung und führte durch die kontinuierliche Weiterarbeit schon während des Aufenthaltes im Frauenhaus zu ersten positiven Veränderungen in Bezug auf ihre persönliche Balance und ihr Wohlbefinden sowie zu Verbesserungen bei Störungsbildern und Auffälligkeiten.

Die professionelle und qualifizierte Begleitung der Mädchen und Jungen sei auch unter präventiven Gesichtspunkten von zentraler Bedeutung. „Die Lotterie „GlücksSpirale“ hat hier einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, schwer belasteten Kindern aus gewaltgeprägten Familien den Weg in eine bessere Zukunft zu ebnen. Leider aber werde diese Arbeit mit Mädchen und Jungen im Frauenhaus von anderer Seite finanziell nicht gefördert.

Doch um Projekte wie das dargestellte durchführen zu können, ist das Frauenhaus Speyer dringend auf Spenden angewiesen. Die Verantwortlichen bedanken sich deshalb auch auf diesem Wege noch einmal ausdrücklich für die Projektfinanzierung durch die Lotterie „GlücksSpirale“ im Jahr 2012.

Über Spenden - speziell auch für dieses Arbeitsfeld – würde sich das Frauenhaus auch weiterhin sehr freuen. Spenden werden erbeten auf das Spendenkonto: Frauenhaus Speyer, Kontonummer 5322, BLZ 547 500 10 Kreis- und Stadtsparkasse Speyer. Foto: Privat

03.05.2013


Sauna im Speyerer 'bademaxx' ist „Premium-Klasse“

Speyerer Freizeit-und Gesundheitseinrichtung in höchste Qualitätsstufe erhoben

cr. Speyer. Gut 50.000 Besucher – statistisch gesehen also jeder Speyerer einmal – haben im vergangenen Jahr die Sauna im Speyerer „bademaxx“ aufgesucht. Heute nun wurde die Einrichtung vom Deutschen Saunabund e.V. für ihre überragende Qualität mit dem höchsten Qualitätszeichen der Vereinigung, „Premium“ ausgezeichnet. Wie der Vorsitzende des Qualitätsausschusses des Deutschen Saunabundes e.V., Dieter Gronbach, bei der Aushändigung der Plakette mitteilte, gehöre die Speyerer Saunalandschaft damit zu dem exklusiven Kreis von nur 98 von insgesamt rund 2.300 Saunabetrieben bundesweit, der diese höchste Qualitätsstufe zuerkannt wurde. Nur sechs dieser 98 Betriebe befänden sich übrigens in Rheinland-Pfalz, so Gronbach.

Derzeit gibt es drei Qualitätsstufen, in die - nach Art der Vergabe von Sternen für Hotels – die Saunabetriebe auf Antrag kategorisiert werden können: „Classic“, „Selection“ und – als höchste Qualitätsstufe - „Premium“. Vor der Entscheidung, dass ein Saunabetrieb eine der begehrten Auszeichnungen entgegennehmen kann, müsse er sich einem aufwändigen Prüfverfahren unterziehen, so der Vorsitzende des Qualitätsausschusses. Nach insgesamt vierzig unterschiedlichen Kriterien untersuchten dabei die sieben Mitglieder des Ausschusses akribisch jeden „Kandidaten“ im Detail, „und längst nicht jeder erhält überhaupt eines unserer Qualitätssiegel“, so Dieter Gronbach. Nach einem entsprechend positiven Votum des Qualitätsausschusses vergibt dann das Präsidium des Deutschen Saunabundes e.V. das Qualitätszeichen.

Kriterien für die Einordnung in die Qualitätsstufe „Premium“ sei dabei u.a, die Verfügbarkeit von mindestens fünf der vorgegebenen Einrichtungen wie einem Natursee, einem natürlicher Bewuchs und – wie in Speyer, wo „echte Enten“ die Besucher begrüßen - die Haltung von Wildtieren in dem Areal. Vielfältige Wellness-Einrichtungen sollten die Besucher zudem dazu animieren, ihren Saunabesuch auf den ganzen Tag auszudehnen. Bereits vor drei Jahren sei die Sauna im „bademaxx“ in die Qualitätsstufe „Selection“ eingeordnet worden, jetzt – dank der neuen Panorama-Sauna - sei ihr „Aufstieg“ in die „Premium“-Klasse möglich geworden. „Das 'bademaxx' stellt seine Sauna damit den modernsten Anforderungen und ist damit gegenwärtig sicher die fortschrittlichste derartige Anlage im Umkreis von 100 Kilometern“, lobte Dieter Gronbach, der feststellte, dass damit in Speyer „der Wohlfühlerwartung an eine solche Einrichtung“ vorbildlich erfüllt werde.

Wolfgang Bühring, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer, in deren Zustandigkeit „bademaxx“ und Sauna liegen, dankte insbesondere den Gästen der Einrichtung, die sich in den vergangenen Jahren immer mehr als Impulsgeber für ihrer Weiterentwicklung bewährt hätten. Dank sagte er aber auch den Partnern beim Betrieb der Sauna, ohne die diese Einrichtung ihre hohe Akzeptanz so nicht hätte erreichen können: Alexandra Gast, die für die gastronomische Betreuung der Gäste zuständig ist, Walter Orth, der für die Wellness-Services sorgt und Hans Ziegle, dessen Mitarbeiter mit Akkuratesse für die gebotene Reinlichkeit in der Sauna sorgten. „Seit 2007 ist das „bademaxx“ eine einzigartige Erfolgsstory“, betonte Bühring, der dafür vor allem auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des „bademaxx“ dankte. Bei Tee und kleinen, beziehungsreichen süßen Köstlichkeiten feierten Mitarbeiter und Saunabesucher, die an diesem Tag „freien Eintritt“ genossen, die hohe Auszeichnung, ehe sie sich wieder an ihr Tagesprogramm machten:Die einen an ihrem Arbeitsplatz im „bademaxx“, die anderem beim nächsten Aufguss in der Sauna.

Übrigens fanden bei dem Vertreter des Deutschens Saunabundes e.V. auch die Eintrittspreise für die Speyerer Einrichtung hohe Akzeptanz: „11 Euro für drei Stunden und 15 Euro für die Tageskarte – das ist beinahe konkurrenzlos“, lobte Dieter Gronbach. „wir sind nicht billig, aber wir sind unseren Preis wert“, stimmte dem auch SWS-Mann Wolfgang Bühring zu – und extrem gesundheitsfördernd ist so ein Besuch in der Sauna obendrein. Also, nicht's wie hin! Foto: gc

02.05.2013


Sauna im Speyerer 'bademaxx' ist „Premium-Klasse“ - Bilderalbum

Verdienter Soldat, engagierter Mitbürger und beliebter Freund

Manfred Mussotter für seine Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft mit hohem Orden ausgezeichnet

cr. Speyer. Ein verdienter Soldat, engagierter Mitbürger und beliebter Freund wurde jetzt im Neuen Trausaal im Speyerer Historischen Rathaus mit einer hohen Auszeichnung geehrt: Manfred Mussotter, bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst Stabsfeldwebel in der Fernmeldeausbildungskompanie 861 der Bundeswehr im südpfälzischen Bad Bergzabern und bis heute Mitglied im Speyerer Stadtrat, wurde jetzt durch Gerard Filippi, Beauftragter der Europäischen Vereinigung der verbündeten Streikräfte und Präsident des französischen Reservistenverbandes der Unteroffiziere Speyer-Neustadt mit dem „Europäischen Stern in Gold“, der sogenannten EEDCM-Gedenkmedaille ausgezeichnet - EEDCM steht für „Etoile Européenne de Découvement Civil et Militaire“.

Wie Gerard Filippi anläßlich der Ordensverleihung feststellte, sei Mussotter damit der erste deutsche Unteroffizier, dem diese hohe internationale Ehrung zuteil werde. In Anwesenheit von Oberbürgermeister Hansjörg Eger und seinem Vorgänger Werner Schineller sowie im Beisein von Bürgermeisterin Monika Kabs, dem früheren Bürgermeister Hanspeter Brohm und den Ratsmitgliedern Heike Häußler und Hans-Peter Rottmann verlas Filippi die offizielle, in französischer Sprache abgefaßte Ernennungsurkunde – von Melanie Forster, bei der Stadtverwaltung Speyer für die Städtepartnerschaften zuständig, gekonnt ins Deutsche übersetzt. In dieser Urkunde werden unter anderem auch die besonderen Verdienste Mussotters um die deutsch-französische Freundschaft hervorgehoben. Diese Ehrung, so betonte Filippi, schließe aber auch die Familie und das persönliche Umfeld des Geehrten mit ein. Ehre, Hingabe, Opfer, Tränen und große Freude – das alles vereinige sich in einer solchen Medaille, so betonte er. „Dieser Stern soll ein Symbol der Brüderlichkeit zwischen Siegen und Niederlagen, aber auch ein Zeichen unserer unverbrüchlichen Freundschaft sein“, rief der Redner mit dem bei solchen militärischen Zeremonien in der farnzösischen Armee üblichen Pathos aus, in dem sich auch der berechtigte Stolz der „grande armée“ widerspiegelt.

Gemeinsam mit seinen Gästen und Freunden – darunter auch Abordnungen der ehemaligen militärischen Standorte in Bad Bergzabern, Landau und Neustadt/Weinstraße - konnten Manfred Mussotter und seine Ehefrau Brigitte dann bei Wein und Brezeln dieses bedeutsame Ereignis im Leben des enagagierten Soldaten und Kommunalpolitikers feiern, der sich in den vielen Jahrzehnten seiner Aktivitäten in der Pfalz vom bis heute unverkennbaren Schwaben zum bekennenden Pfälzer gewandelt hat.

Mussotter trat 1961 in die Bundeswehr ein und wurde bereits 1963 in die Fernmeldeausbildungskompanie in Bergzabern versetzt, die schon früh eine enge Partnerschaft mit entsprechenden französischen Fernmeldeeinheiten in Rastatt und Landau aufbaute. Fünfzig Jahre militärische und persönliche Freund- und Partnerschaft stehen damit auf der Bilanz von Manfred Mussotter, von denen er und seine Freunde hoffen, dass noch viele weitere dazukommen. Foto: gc

30.04.2013


Manfred Mussotter für seine Verdienste mit hohem Orden ausgezeichnet - Bilderalbum

 

Gaststätte „Alter Hammer“: Nach Brandstiftung ab 1.Mai Notlösung

Biergarten bleibt noch zu

Von unserem Mitarbeiter Werner Schilling

Speyer- Bis im „Alten Hammer“ nach der Brandstiftung am späten Sonntagabend die Schäden behoben sind, wird es noch einige Wochen dauern. Doch so lange müssen die Freunde eines leckeren Hefeweizen, einer erfrischenden Apfelsaft- oder Weinschorle und des vielgerühmten Wurstsalat mit Pommes nicht mehr warten. Am Wochenende bleibt der Treffpunkt beim Flaggenmast an der Rheinpromenade noch mit rot-weißem  Absperrband geschlossen, am Dienstag soll eine Übergangslösung mit einem Schankwagen anlaufen. Da die Küche nicht von dem Brandschaden betroffen war, ist die Zubereitung der Speisen gesichert. Spätestens am 1.Mai sollen Gäste im 360 Sitzplätze großen Biergarten wieder bewirtet werden können. So stellt sich Roth den Zeitplan vor. Roth ist einer der drei Geschäftsführer und  arbeitet bereits seit 1990 in dem Ausflugslokal am Rhein, das um1900 erbaut wurde und sich seitdem in Hammerschem Familienbesitz befindet. Nachdem ihn Franz Hammer von 1079 bis 2004 geleitet hatte, verpachtete er den „Alten Hammer“ an die Krebs-Gaststätten GmbH.

Nun hat ein unbekannter Brandstifter zugeschlagen. Wo sonst Hefeweizen, Apfel- oder Weinschorle ausgeschenkt werden, ist alles in grauen Aschestaub eingefärbt. Ein Bild der Verwüstung bietet der Schankraum. Die kräftig verrußte Decke muss komplett herausgerissen, der kontaminierte Raum rundherum entkernt und der Thekenaufbau mit Hilfe der Eichbaumbrauerei wohl runderneuert werden. In diesem Bereich  hatte der am Sonntag über ein aufgehebeltes Fenster in die Gaststätte eingestiegene Übeltäter einen Brandbeschleuniger deponiert, zwei weitere im direkt an den Schankraum angrenzenden Nebenzimmer. Da die beiden Mieter der Wohnungen im  Obergeschoß frühzeitig die Rauchentwicklung bemerkten und die Feuerwehr alarmierten, konnte verhindert werden, dass Feuer entstand und noch einen größeren Schaden anrichten konnte. Für Besitzer Franz Hammer „ein Glück“, dass der Brandstifter das aufgehebelte Fenster hinter sich zuzog, um offenbar sein Eindringen zu verdecken. Ohne Sauerstoffzufuhr  habe das Benzingemisch keine Flammen entfachen können. Die gegen Mitternacht alarmierte Feuerwehr war gut drei Stunden lang im Einsatz. 

Hammer und Roth können sich nicht vorstellen, wer ihnen da so gezielt schaden gewollt haben könnte. In den acht Jahren, seit Petra Krebs mit ihrer GmbH die Gaststätte übernahm, habe es keinerlei Probleme mit  Bediensteten oder Gästen gegeben. Immerhin sorgen sich im „Alten Hammer“ bei Hochbetrieb bis zu 40 Mitarbeiter und Servicekräfte um das Wohl der Durstigen und Hungrigen. Der Brandstifter hätte sich für sein sträfliches Tun keinen günstigeren Zeitpunkt auswählen können. Die aufgrund der kühlen Witterung nur mühsam angelaufene Freiluftsaison wurde nun jäh unterbrochen. In der vergangenen Woche hielten sich an den beiden warmen Tagen nur Kriminalbeamte in dem Haus an der Rheinpromenade auf. Nachdem die ihre Tatortuntersuchungen abgeschlossen hatte, begannen die Aufräumarbeiten und die Vorbereitung für die Notlösung. Dazu gehört unter anderem, dass der am Nebenzimmer vorbei laufende Flurtrakt in Richtung Toilettenanlage zugänglich gemacht wird.

„Keine neuen Erkenntnisse“ meldet der Ludwigshafener Polizei-Pressesprecher Michael Lindner. Er bestätigt gegenüber unserer Zeitung, dass es sich um Brandstiftung handelt und geht von umfangreichen  und gewiss schwierigen Ermittlungen der Kripo aus. Foto: gc

29.04.2013


Nach Brandstiftung ab 1.Mai Notlösung - Bilderalbum

 

“Serving the Children of the World” - für das Wohl der Kinder im Speyerer K.E.K.S.

Serviceclub überbringt 10.000 Euro-Scheck als Erlös aus dem Verkauf des Adventskalenders 2012

cr. Speyer. Die Vorfreude war schon groß, als heute früh Tina Krauss, Holger Kwasny, Dr. Bernd Kray und Jürgen Baum von den „Kiwanis“ Speyer ins K.E.K.S. in die „Quartiersmensa plus St. Hedwig Q + H“ kamen, galt es doch, eine großzügige Spende entgegenzunehmen. 10.000 Euro hatte die Abordnung des Speyerer Clubs mitgebracht, der sich, wie die gesamte „Kiwanis“-Organisation weltweit, unter dem Motto “Serving the Children of the World” aktiv für das Wohl von Kindern einsetzt. Die Spende teilten sich zu je 5.000 Euro   K.E.K.S. und Frühe Hilfen Speyer. „Eingespielt“ hatten die höchst aktiven Mitglieder des Speyerer Clubs - Frauen und Männer aus allen Berufen und Bevölkerungsschichten – diesen stolzen Betrag durch den Verkauf der 3.000 Exemplare des von ihrem Mitglied Jürgen Baum gestalteten und mit Sachpreisen im Wert von 8.000 Euro „gefütterten“ zweiten Adventskalenders, der sich in Speyer einer immer größeren Beliebtheit erfreut.

Für die Speyerer Sozialdezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs, Grund genug, gleichfalls schon zu früher Stunde in die „Quartiersmensa Q + H“ zu kommen. Sie dankte den Mitgliedern des Service-Clubs, dass sie sich mit ihrem Charity-Projekt nun schon zum zweiten Male für für K.E.K.S., eine Einrichtung einsetzten, die ganz „unser aller Zukunft“ diene. Die Einrichtung in Form eines eingetragenen Vereins, die unter ihrem Dach ein Familiencafé, einen Babytreff, einen „Papatreff“ und einen „Raupenkurs“ vereinigt und für alle Zielgruppen Beratung sowie ein umfangreiches Kursangebot bereithält, fühlt sich durch die großzügige Spende nachaltig unterstützt.

Um so mehr freuten sich deshalb auch alle Anwesenden darüber, dass die „Kiwanis“ heute mitteilen konnten, dass die Vorarbeiten für den Adventskalender 2013 bereits in vollem Gange sind. Foto: gc

26.04.2013


Serviceclub überbringt 10.000 Euro-Scheck aus dem Verkauf des Adventskalenders - Bilderalbum

Handwerksgesellen „stürmen“ Stadthaus

Speyer- Breitkrempige schwarze Schlapphüte und Zylinder, Schlaghosen und knorrige Wanderstäbe dicht gedrängt: dieses Bild bot sich heute Vormittag im OB-Büro. 20 Handwerksgesellen, darunter eine Frau, entboten auf der Wanderschaft der „ehrenwerten Stadt“ ihren traditionellen Gruß. Im Stadthaus dankte man ihnen mit dem Speyerer Siegel im Wanderbuch und einem kleinen Obolus als Wegzehrung.

Auf der Walz, zu der sie sich für drei Jahre und einen Tag verpflichtet haben, kreuzten sich ihre Wege mit Zimmermann Jannis aus Karlsruhe, der nach 4 Jahren Wanderschaft Richtung Heimatort unterwegs ist. Auf dieser letzten Etappe von Lambrecht über Neustadt und Speyer nach Karlsruhe, begleiten ihn mittlerweile 19 Zimmerleute, Steinmetze, Tischler und  Maurer aus 15 Bundesländern, „alle außer Thüringen“. Danach wolle jeder seine Reise zu Fuß, entsprechend den traditionellen Regeln des zünftigen Wanderns, alleine fortsetzen, um neue Arbeitspraktiken, sowie unbekannte Orte und Länder kennen zu lernen. „Neben der Erweiterung und Weitergabe unserer beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten verstehen wir die Wanderschaft auch als Beitrag zur Förderung der zwischenmenschlichen Beziehungen und der Völkerverständigung,“ erklären die Wandergesellen im Speyerer Stadthaus. www.speyer.de Pressestelle Stadt Speyer

25.04.2013


Großartige Würdigung für verdienstvolles Wirken zum Wohle von geistig Behinderten in der Region

„Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt e.V.“ ehrt langjärigen Vorsitzenden Kurt Weinschütz

cr. Speyer. Es war eine großartige, wahrlich angemessene Würdigung, die jetzt dem langjährigen verdienstvollen Vorsitzenden und Motor der „Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt e.V.“, Kurt Weinschütz zuteil wurde. Gut 250 Gäste waren ins Katholische Pfarrheim St. Sigismund in Römerberg-Heiligenstein gekommen, um noch einmal die Lebensleistung von Kurt Weinschütz Revue passieren zu lassen und in das einhellige Lob für den Ex-Vorsitzenden einzustimmen, der bereits Ende letzten Jahres den Staffelstab an seinen langjährigen Stellvertreter Gerhard Wissmann weitergegeben hatte. Natürlich wird sich der unermüdliche Vorkämpfer für die geistig Behinderten in der Region und für die Verbesserung ihrer konkreten Lebensverhältnisse jetzt nicht völlig aus dieser Arbeit zurückziehen – als Ehrenvorsitzender der „Lebenshilfe“ wird er auch weiterhin wirken, wird sich als „Kümmerer vom Dienst“ mit aller Kraft für die planmäßige Vollendung des Neubaus des Kurzzeithauses in der Speyerer Paul-Egell-Straße einsetzen - und sicher hat er auch schon wieder weitere Pkäne im Sinn, die – geht es nach ihm - in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen.

Und so war es auch an diesem Tag nicht weiter verwunderlich, dass über allen ehrenden Reden die Schützlinge Weinschütz' - die Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtungen der „Lebenshilfe“ in Speyer und Schifferstadt - im Mittelpunkt standen. Ihnen galten die ersten, ihnen galten die letzten Worte an diesem Tag – und auch zwischendurch waren sie „die Stars“ dieser Festveranstaltung und rührten mit ihrer unverstellten Liebe und offenen Zuneigung zu ihrem „Freund Kurt Weinschütz“ die Anwesenden zutiefst und den Geehrten und seine Ehefrau Margret immer wieder zu Tränen.

Die kommunalen „Größen“, die zu diesem Festakt nach Heiligenstein gekommen waren und die Gerhard Wissman zu Beginn begrüßen konnte – unter ihnen sah man die Speyerer Sozialdezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs und ihren Vorgänger Hanpeter Brohm, die Bürgermeisterin von Schifferstadt, Ilona Volk und ihre Kollegen Peter Eberhard von der Verbandsgemeinde Dudenhofen sowie Manfred Scharfenberger für die Gemeinde Römerberg – wissen wohl sehr gut, was sie an Kurt Weinschütz und der von ihm und seinen Mitstreitern gegründeten Einrichtung haben. Das gilt sicher auch für die beiden Speyerer Landtagsabgeordneten Friedrike Ebli (SPD) und Dr. Axel Wilke (CDU), die sich immer wieder gerne für die Ziele der „Lebenshilfe“ in die Pflicht nehmen lassen. Um so mehr hatten es sicher auch ihre Kollegin Anne Spiegel (Bündnis 90/ Die Grünen), der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger, der Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises, Clemens Körner, Bundestagsabgeordneter Norbert Schindler (CDU) und der Europaabgeordnete Jürgen Creutzmann (FDP) bedauert, an diesem Tag nicht mitfeiern zu können. Sie hatten sich wegen anderer Termin entschuldigen lassen müssen und dem Ehepaar Weinschütz beste Grüße und Wünsche übermittelt. Begrüßen konnte Gerhard Wissmann allerdings die langjährigen Weggefährten, Freunde und Partner seiner Organisation, den Speyerer Weihbischof Otto Georgens, Domprälat Hubert Schuler und Pastoralreferentin Sabine Alschner von der Pfareiengemeinschaft Dudenhofen-Römerberg sowie den Geschäftsführer der Speyerer GEWO, Alfred Böhmer, mit dem gemeinsam Kurt Weinschütz so maches Bauprojekt der „Lebenshilkfe“ zu einem gelungenen Ende geführt hat..

Wie sich die „Lebenshilfe“ in den vergangenen 18 Jahren unter der Ägide von Kurt Weinschütz entwickelte, das schilderte Gerhard Wissmann in zum Teil tief bewegenden Worten.

Lesen Sie dazu die Rede von Gerhard Wissmann im Wortlaut im SPEYER-KURIER.

Sehr persönlich - sehr zu Herzen gehend, dann auch die Rede von „Lebenshilfe“-Geschäftsführer Michael Thorn, der an Ulrich „Uli“ Weinschütz erinnerte - den zwischenzeitlich leider verstorbenen Sohn des Ehepaares Margret und Kurt Weinschütz - dessen Lebensschicksal die Eltern seinerzeit nicht in die Verzweiflung gestürzt, sondern sie aus christlicher Verantwortung zu einer unvergleichlichen Energieleistung angetrieben habe, die sich bis heute in den Einrichtungen der „Lebenshilfe“ in Schifferstadt und Speyer widerspiegele. „Neben vielem anderen verbindet uns aber auch die Liebe zum 1. FC Kaiserslautern“, offenbarte Michael Thorn und überreichte seinem Mentor und langjährigen „Chef“ ein Trikot der „Roten Teufel“ mit dem Namen von Kurt Weinschütz und der Nummer 18 auf dem Rücken – für 18 erfüllte Jahre voller Aktivität und zupackender Tatkraft.

„Kurt Weinschütz kam, sah, beurteilte die jeweilige Situation mit klarem Blick und handelte...“. Mit dieser knappen Charakteristik fasste auch Beate Boltz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der „Lebenshilfe“ ihre Eindrücke von „ihrem Chef“ zusammen. Mit Liebe und Respekt hatte das Team des Vereins in einem dicken Bilderbuch, Station für Station, den Lebensweg von Kurt Weinschütz für seinen Verein nachgezeichnet, um ihm und seiner Ehefrau auch langfristig den Erinnerungswert an diese Zeit zu bewahren.

Auch Barbara Jesse, Landesvorsitzende der „Lebenshilfe“ in Rheinland-Pfalz, dankte Kurt Weinschütz für seinen 18 Jahre währenden Dienst zum Wohle der gemeinsamen Sache. „Wir haben ihn im Landesvorstand immer wieder als engagierten, leidenschaftlichen Kämpfer für die „Lebenshilfe“ erlebt, der auch eine rege Außenwirkung zu entfalten vermag“, attestierte Barbara Jesse, die zugleich auch die Grüße der Bundeskammer der „Lebenshilfe“ übebringen konnte, ihrem Mitstreiter. Sie dankte ihm zugleich auch dafür, dass er mit seinem Nachfolger Gerhard Wittmann einen kompetenten Nachfolger in den Landesvorstand entsandt habe. In Abwandlung eines Aphorismus des Dichters Jean Paul alltestierte sie den Eheleuten Weinschütz, dass „durch das Dasein zweier (solch) guter Menschen die Welt lebt und hell (wird)“.

„Jede Begegnung mit den Bewohnern der 'Lebenshilfe' ist für mich immer so ehrlich und tief, wie sie intensiver nicht sein könnte“, freute sich Schifferstadts Bürgermeisterin Ilona Volk, „und das ist nicht zuletzt Ihr Verdienst, lieber Herr Weinschütz, weil Sie soviel positive Lebensfreude ausstrahlen und auf Ihre Schützlinge damit anstecken“. Ein Bildband soll den scheidenden Vorsitzenden an all diese Jahre erinnern.

Ihre Speyerer Kollegin Monika Kabs bekannte, dass sie immer wieder tief beeindruckt gewesen sei von der liebenswürdigen Hartnäckigkeit, mit der Kurt Weinschütz seine Ziele für die „Lebenshilfe“ verfolgt habe. Sie rief den neuen Vorstand der Vereinigung dazu auf, in diesem Sinne weiterzuarbeiten:“Der Bedarf ist groß – wir müssen deshalb handeln“, mahnte sie. Mit einem Geschenk, „das man nicht kaufen kann“ - vier Flaschen Speyerer Ruländer und zwei Gläser für die Eheleute verband sie den Dank der Stadt Speyer.

Ein ideelles Geschenk hatte auch Pastoralreferentin Sabine Alschner mitgebracht: Sie, die wie so viele zuvor schon vor Jahren von Kurt Weinschütz für die Mitarbeit bei der „Lebenshilfe“ gewonnen werden konnte, „schenkte“ dem Ehepaar Weinschütz einen Gottesdienst – einen Gottesdienst, zu dem sie all die einladen könnten, die ihnen wichtig seien. Alschner warb auch für die Baumpatenschaften für das Gelände des neuen Kurzzeithauses: „Zwei der insgesamt sieben Bäume sind schon finanziert“, ermunterte sie die Anwesenden zu großzügigen Spenden.

Gleich eine Vielzahl ideeller Geschenke hatten auch die Vertreter der Heimbewohner für „ihren“ Kurt Weinschütz mitgebracht: Da war der prachtvoll agierende Chor der „Lebenshilfe“ unter der Leitung von Natalie Günther und Christine Mattich, dessen Mitglieder das „Lebenshilfe-Alphabet“ auf ihre ganz besondere Art buchstabierten: Jeder Buchstabe stand für eine der Kurt Weinschütz zugeschriebenen Eigenschaften und Tugenden, bis sich der Namen „KURT WEINSCHÜTZ“ in großen, bunten Lettern über dem Chor erhob.

Die Lese- und Rechtschreibgruppe unter der ehrenamtlichen Leitung von Regierungsschuldirektoin i. R. Heiderose Zegermacher hatte Danksagungen an Kurt Weinschütz ausgearbeitet, die sie, einer nach dem anderen, am Rednerpult vortrugen und damit „ihrem Kurt Weinschütz“ eine sichtbare Freude machten.Herzliche Umarmungen wie sie überhaupt an diesem Tag angesagt waren, alle Beteiligten – die Akteure und der so reich Beschenkte – trugen ihr Glück gut sichtbar ins Gesicht geschrieben.

Eine großartige intellektuelle Leistung auch die Gedichtvorträge der Heimbewohner Jürgen Stahl und Martina Veigl sowie die Aufführung des zauberhaften musikalischen Märchens von den „Regenmachern“, das Irina Vogt und Lisa Multer mit ihren Schützlingen einstudiert hatten. Eine musikalische Darbietung von Bettina Eßwein, Gabriel Gescheidlen und Simon Enenkel rundete die Beiträge der Heimbewohner ab, die bei den Gästen immer wieder frenetischen Applaus hervorriefen und für Kurt Weinschütz sicher die beste Bestätigung für seine aufopferungsvolle Arbeit waren.

Freilich hatten sich die Künstler der „Lebenshilfe“ auch noch professionelle Unterstützung von außen geholt: Isabel Eichenlaub, Musiklehrerin und großartige Solistin auf dem Cello, umrahmte den Festakt mit überzeugend dargebotenen Werken des Jazzpianisten Dollar Brand, von Jean Marie Gabriel sowie mit selbst komponiertern Stücken. Chapeau !

Blieb es letztlich Kurt Weinschütz, all denen Dank zu sagen, die an diesem Tag der Einladung der „Lebenshilfe“ zu seiner Ehre gefolgt waren: Den tief berührten Gästen, den Rednern, den Musikern, „seinen Freunden“ in den Einrichtungen der „Lebenshilfe“. An sie alle appellierte er, auch weiterhin an dem gemeinsamen, großen Werk tatkräftig mitzuarbeiten.

Danach wurde dann noch ein ebenso würdiges, ein festliches gemeinsames Mahl gereicht – dann aber holte der Alltag die Besucher der Festversammlung wieder ein, denn sie alle wissen, dass sie weiterwirken müssen zum Wohle der geistig Behinderten in der „Lebenshilfe Speyer – Schifferstadt e.V“, so wie ihnen Kurt Weinschütz über so viele Jahre vorangegangen sit und wie er wohl auch weiterhin tatkräftig an ihrer Seite sein wird. Foto: gc

23.04.2013


„Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt e.V.“ ehrt langjärigen Vorsitzenden Kurt Weinschütz - Bilderalbum

 

Rede von Gerhard Wissmann, Vorsitzender der „Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt e.V.“

18 Jahre Kurt Weinschütz

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde der Lebenshilfe, es gibt Situationen im Leben, da ist man ganz schön unsicher. Ich gestehe: ich bin es. Denn, wie würdigt man die Leistung eines Freundes, beschreibt man sein Wirken, das wir gerne auch als Lebenswerk bezeichnen, welches noch nicht beendet und doch allen präsent ist, wohl wissend, dass man sich bei dessen Darstellung der Gefahr aussetzt, ob der Vielfalt und des Umfangs Wichtiges zu vergessen - ich denke, am besten - und du Kurt würdest es jetzt sagen: Fang an!

Nun, vielen bekannt, Kurt Weinschütz wurde am 15. September 1938 geboren, in der Zeit des Beginns der Ausrottung des so genannten „Fremdrassigen“ in unserem Land. Die „Fünfte Verordnung zum Reichsbürgergesetz“ erfolgte am 27. September, Staatsdoktrin wurde alsbald die „Vernichtung lebensunwerten Lebens“; Menschen mit und Menschen ohne Behinderung wurden Opfer der „NS-Rassenhygiene“. Wir alle kennen die Folgen dieses gesellschaftlichen Wahnsinns, doch selbst in dieser dunkelsten Zeit unserer Geschichte wurden Menschen geboren, die später einmal Lebenshilfe atmen, ja verkörpern sollten. Und einige davon sind ja heute hier. Wer sich in der Lebenshilfe engagiert, bejaht die Einmaligkeit eines jeden Menschen und das lieber Kurt, ist dir Verpflichtung. Als überzeugter und praktizierender Christ weist du um die Zusage Gottes, in seiner Hand geborgen zu sein. Wer mit dieser Zusage lebt, kann sich öffnen: Für den Nächsten, für seine Mitmenschen, für alle, die der Hilfe bedürfen. Er braucht nicht erst die eigene Betroffenheit. Und wo sie gegeben ist, wird er sich nie auf diese reduzieren lassen. Nein, dein Antrieb ist anderen Ursprungs, was dein kraftvolles Wirken in der Lebenshilfe erklärt. Menschen mit Behinderung die volle Teilhabe an und in unserer Gesellschaft zu sichern, galt deine Fürsorge. Für sie und ihre Angehörigen Hilfe einfordernd, war und ist dein Begehren: unentwegt, ja ausdauernd und hartnäckig!

Formell begann es im Jahre 1994, damals noch von honorigen Persönlichkeiten ob deiner Tauglichkeit geprüft und nach eingehender Begutachtung bejaht, übernahmst du Verantwortung.

Ob die, welche dich prüften, damals schon die Nachhaltigkeit deines Potentials beurteilen konnten, wage ich allerdings zu bezweifeln. Dass sie nicht wussten, welch starke Frau hinter diesem Manne steht, davon bin ich überzeugt. Doch erst wer die Situation unserer Ortsvereinigung zu Beginn deiner Amtszeit kennt, kann grundlegend beurteilen, was von dort bis heute geschah, kann verstehen, warum wir vom Glücksfall sprechen dürfen, dass Kurt Weinschütz 18 Jahre lang diese Ortsvereinigung führte.

Im Jahre 1994 hatte es die Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt, damals noch „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind“ geschafft, das Wohnhaus in Schifferstadt war seit zwei Jahren in Betrieb, Menschen mit Behinderung hatten eine neue Heimat gefunden. Eine gewaltige Kraftanstrengung, eine gewaltige Leistung für eine kleine Gemeinschaft, doch der Aufwand, besser gesagt die Opfer waren immens. Der langjährige Vorsitzende und von uns allen geschätzte heutige Ehrenvorsitzende Richard Entzminger konnte aus gesundheitlichen Gründen das Amt nicht mehr weiterführen, die Kraft seines Nachfolgers war schon nach kurzer Zeit aufgebraucht, der Verein kämpfte ums Überleben. Die Mitgliederzahl damals: 60 Personen

Nach dem einstimmigen Auftrag der Mitglieder der Ortsvereinigung Speyer-Schifferstadt am 5. September 1994, stelltest du dich lieber Kurt als neuer Vorsitzender den Problemen und begannst in Folge deine Vorstellungen zu präzisieren. Gestählt und erfahren durch ehrenamtliche Engagements bereits als Jugendlicher und junger Erwachsener, in Kirche, Gemeinderat und Vereinen, war dir Arbeit nicht fremd. Aus deinem beruflichen Alltag kanntest du die Verantwortung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genauso wie die Verpflichtung zur Wertschöpfung eines Unternehmens und warst dir bewusst, dass die Erwartungshaltung so mancher riesig und der Dank mitunter sehr spärlich ausfallen kann.

Mit neuem Mut und engem Schulterschluss wurden bald neue Ziele gesteckt, voran ein Vorsitzender mit großer Willenskraft, regsam, fleißig und strebsam. Nicht nach dem Motto handelnd, dass jedes Mittel zum Erfolg angebracht wäre, aber stets die richtigen Maßnahmen ergreifend, die den zu betreuenden Menschen dienen sollten. Weichen wurden gestellt, Strukturen verändert; 1999 wurde die Stiftung „Lebenshilfe - Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung“ gegründet, alsbald die Geschäfts- und Beratungsstelle der Lebenshilfe nach Speyer in die Herdstraße verlegt.

Die richtigen Personen wurden ausgewählt. „Mister Hundertprozent“ bestellte das Haus, stets aufnahmebereit weil an Neuem interessiert. An seiner Seite bald ein neuer, nunmehr hauptamtlicher Geschäftsführer, ein intelligenter Schachzug, wie sich erweisen sollte, denn von nun an stand die Ideenschmiede erst recht unter Dampf. Sach- und fachkundig wurden Konzepte entwickelt, die Zeit zu deren Verwirklichung folgte. Voran ein Vorsitzender mit seinem Geschäftsführer, ein Duo, bewandert, fähig und dort wo nötig tonangebend.

Die Zukunftsfähigkeit der Lebenshilfe Speyer Schifferstadt galt es zwar nachhaltig zu sichern, doch der behinderte Mensch bestimmte das Geschehen. Verschiedene Außenwohngruppen wurden gegründet, was Menschen mit Behinderung eine eigenständigere Lebensgestaltung ermöglichte (Anm.: zurzeit gibt es 5 AWG und 18 Einzelappartements, insgesamt werden 37 Personen betreut). Doch im Einzugsgebiet der Lebenshilfe gab es noch viele Eltern, die für ihre Kinder das suchten, was 36 Bewohnerinnen und Bewohnern der Wohnstätte Schifferstadt gefunden hatten: ein Zuhause, das ihnen Heimat wurde und in dem sie neue Freunde fanden. Und wo sie uns allen bei unseren Besuchen so viel Zuneigung schenkten und schenken. Diesen Eltern und Angehörigen, die sich um die Zukunft ihrer Kinder sorgten und sich an uns wandten, galt es Perspektiven aufzuzeigen, um auch ihren behinderten Kindern ein möglichst selbstständiges Leben zu gewährleisten, frei von Zukunftsängsten, eingebetet in der Mitte der Gesellschaft, dort wo behinderte Menschen hingehören.

Beharrlich, ausdauernd, ob der vielen Widerstände auch hartnäckig, wurde das gesteckte Ziel verfolgt. So wurde wahr, was selbst manchem in den eigenen Reihen zuvor suspekt erschien: das Wohnhaus in Speyer wurde nach 10 Jahren standhaftem Eintreten und Werben gebaut, 60 behinderte Menschen fanden ein neues Zuhause, weitere 36 werden seitdem täglich in der s. g. Tagesförderstätte gefördert. Ein zweites und ebenso offenes Haus für alle Menschen, was wir heute dankbar erleben, wurde und ist Treffpunkt für Menschen mit und ohne Behinderung.

Das von dir geforderte Leitbild wurde zur alles entscheidenden Vorgabe: „Unsere Ziele definiert der behinderte Mensch“. Während so manche das Wort Inklusion noch gar nicht kannten, wurde sie in der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt gelebt. Unsere Einrichtungen waren und sind geöffnet, Haupt- wie Ehrenamtliche begleiten behinderte Menschen, wo immer es gilt, deren Wünsche und deren Recht nach Teilhabe zu realisieren. Gelebte Nächstenliebe bestimmte und bestimmt unser Leitbild, das selbst in der immer größer werdenden Gemeinschaft vertieft werden konnte. Doch trotz aller äußeren Erfolge, längst zum Baumeister geadelt, bliebst du offen für die Notwendigkeiten, die sich aus gesellschaftlichen Veränderungen erklären. Dass Eltern, deren behinderten Kinder zuhause leben auch einmal eine Auszeit benötigen, ist verständlich - ja sie ist wichtig für ihre Gesundheit. Dies erklärt unser derzeitiges Bauvorhaben, welches dich heute weiter fordert und dessen Ende wir vor Augen haben: das Servicehaus, auch Kurzeithaus genannt. Mit dessen Inbetriebnahme erfahren Eltern und Angehörige Entlastung, was dir lieber Kurt stets ein elementares Anliegen war, das unser gemeinsames bleibt.

Ohne unsere Ortsvereinigung wäre die Stadt Speyer, die Stadt Schifferstadt, ja unsere Region um vieles ärmer. Dies ist das Verdienst vieler Menschen, auf das du immer wieder hingewiesen hast. Wie bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, das du nur bereit warst anzunehmen, im Verständnis, dass diese Ehrung für alle verstanden wird. Ich erinnere mich noch gut an deine erste Reaktion, an deine Worte: Es sind doch noch ganz andere, die es verdient hätten und die zu unserem Erfolg beitrugen.

All das ist richtig, doch es ist und bleibt eben das Verdienst eines Vorsitzenden, der nie müde wurde, für behinderte Menschen Partei zu ergreifen, der uns alle über die eigene Betroffenheit hinaus für das sensibilisierte, was doch eigentlich selbstverständlich sein sollte: Dass dem behinderten Menschen nicht vorenthalten werden darf, was dem nicht behinderten Menschen selbstverständlich erscheint: die volle und selbstbestimmte Teilhabe an unserer Gesellschaft. In alledem wusstest du dich von vielen Freunden unterstützt, insbesondere aber grundlegend von einem Geschäftsführer, dessen Fach- und Sozialkompetenz du einst erkanntest.

Lieber Kurt, vieles wird in Folge noch angesprochen, weshalb ich hier enden will. Es bleibt uns nur der Dank, unser aller Dank für dein unermüdliches Eintreten für behinderte Menschen. Mit Respekt blicken wir auf deine Leistung, auf deine Arbeit. Die Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt ist heute mit knapp 1100 Mitgliedern nicht nur die größte Ortsvereinigung auf Bundesebene, sie ist für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen eine der ersten Adressen unseres Landes, weil einer voran ging mit Leidenschaft und der Vision einer besseren Welt, stets unterstützt von seiner Frau, deren Ziele die selben waren und die bereit war, auf vieles zu verzichten.

Darum liebe Margret, lieber Kurt, wünschen wir euch von Herzen alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen und sagen: Vielen Dank!

Anm. zur Ortsvereinigung:

Stimmberechtigte Mitglieder der Bundesvereinigung der Lebenshilfe sind Orts- Kreis- und Bezirksvereinigungen, hier ist die Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt die viertgrößte Vereinigung.

23.04.2013


„Haus für Natur und Bildung“ in der Metropolregion Rhein-Neckar

„Johann Joachim Becher-Gesellschaft zu Speyer e.V.“ diskutiert Konzept für nachhaltige Bildung, Architektur und Energieeinsatz

cr. Speyer. Der Universalgelehrte Johann Joachim Becher hätte sicher seine helle Freude daran gehabt, hätte er miterlebt, wie engagierte Bürgerinnen und Bürger in „seiner Heimatstadt“ Speyer Pläne für ein „Haus für Natur und Bildung“ schmieden, ein Haus, in dem nach seiner Indienststellung Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis hin zu den Senioren an Erkenntnisgewinn auf vielen wissenschaftlichen Feldern arbeiten sollen.

Bei der letzten Zusammenkunft der Mitglieder der hochaktiven Gemeinschaft in der Gedenkstätte für den großen Sohn der Stadt nahmen jetzt Ute Wolf, 1. Vorsitzende des Vereins „Netzwerk Umweltbildung Speyer e.V.“ und Susanne Mayrhofer, Projektkoordinatorin für das „Haus für Natur und Bildung“ Gelegenheit, das Projekt, das in Speyer schon seit einem Informationsbesuch der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Ulrike Höfken im Dezember 2011 auf vielen unterschiedlichen politischen und bürgerschaftlichen Ebenen diskutiert wird, einehend vorzustellen. Dazu hatten die Referentinnen neben einem detaillierten „Projektsteckbrief“ auch das von dem Speyerer Künstler Fred Feuerstein angefertigte eindrucksvolle Modell des neuen Hauses mitgebracht.

Der eindrucksvolle, in seinem Kern zweigeschossige Bau soll nach derzeitgem Stand der „Forschungswerkstatt Natur-Kunst-Technik e.V.“, dem Forstamt Pfälzer Rheinauen für seine „Rucksackschule“, der Freien Reformschule Speyer e.V., dem Verein „Naturspur e.V.“, dem Waldkindergarten der „Flohkiste Speyer e.V.“ und dem Waldkindergarten St. Josef Raum für Inspiration und kreativem Scahffen geben.

Daraüber hinaus sollen aber auch andere, pädagogisch ausgerichtete, Veranstaltungen in den Räumlichkeiten zwischen Flugsanddünen und unterschiedlichen Waldbiotopen stattfinden können. Erreichbar ist das weitläufige Gelände mit Bussen und Bahn – direkt an der Ausfahrt Speyer-West/Böhl-Iggelheim an der B 9 gelegn – mit der Bahn nach einem nur wenge hundert Meter langen Spaziergang vom S-Bahn-Haltepunkt Speyer Nord/West zur Walderholung erreichbar.

Der SPEYER-KURIER präsentiert im folgenden drei Ausarbeitungen, in denen das Konzept des Hauses detailliert vorgestellt wird.

 

Projektsteckbrief

 

Architekturkonzept

 

Bildungskonzept

 

Auf 2,16 Mio Euro haben Architekten und Fachingenieure die Gesamtkosten für das Projekt kalkuliert, für das die Stadt ein im städtisches Besitz befindliches Grundstück hinter der Walderholung an der Iggelheimer Straße vorhält. Für gut ein Drittel der Koste haben die Verantwortlichen vom „Netzwerk Umweltbildung Speyer e.V.“ inzwischen verbindliche Spenden- und Sponsoring-Zusagen „eingefahren“ - jetzt gilt es, weitere Förderer für dieses für die Zukunft unserer Kinder, ihre Entwicklung, aber auch für eine generationenübergreifende Zusammearbiet von Alt und Jung bdeutsame Projekt zu finden. Foto: gc

19.04.2013


"Johann Joachim Becher-Gesellschaft“ diskutiert Konzept für nachhaltige Bildung... - Bilderalbum

Raum zum gemeinsamen Feiern, Spielen und zum Sport treiben

Mit sechs Apfelbäumen Startschuß für „interkulturellen Garten“ hinter dem Judomaxx gegeben

cr. Speyer. Sechs Apfelbäume auf der Fläche hinter dem Judomaxx - sie markieren seit heute den Naturraum, auf dem zukünftig Speyerer und ihre Freunde aus der ganzen Welt spielen, sich erholen und „gärtnern“ sollen. Heiner Sprau, der rührige „spiritus rector“ des Judomaxx, hatte auch zu diesem Projekt den Anstoß gegeben, als er Steffen Schwendy, den Städtischen Planer für Grünflächen und Spielplätzen in der Stadt um Rat fragte, wie man wohl auf dieser Fläche einen Spielplatz realisieren könnte. Heute nun konnte die „Grobplanung“, wie sie in diesem Augenblick entstanden war, in die Realität umgesetzt werden. Viele Feunde des Judomaxx - Babys, Kinder, Jugendliche und Erwachsene – waren gekommen, um gemeinsam mit dem für Migration und Integration zuständigen Städtischen Beigeordneten Dr. Wolf Böhm, erste Hand anzulegen an ein Projekt, in dem Angehörige aller in Speyer vertretenen Ethnien, Religionen und Rassen gemeinsam Natur erleben sollen.

„Sechs Bäume – sie könnten für die fünf Erdteile auf unserer Welt stehen - und der sechste Baum steht dann für die Pfalz“, begeisterte sich der gebürtige Badener und längst zum bekennenden Pfälzer gewordenen Wolf Böhm, der spontan seine Geldbörse zückte und Gerlinde Görgen vom „Judo-Sport-Verein Speyer“ das Geld für einen der sechs Bäume in die Hand drückte, die Steffen Schwendy im Auftrag des Vereins ausgesucht und mitgebracht hatte.

Alte Apfelsorten sollten es sein – mit internationaler Herkunft, so beschrieb Schwendy die von ihm getroffene Auswahl: Ein „Apfel aus Crocels“, ein „Geheimrat Oldenburg“, ein „Jacob Lebel“ und drei andere Sorten sollen auf der Wiese hinterdem Judomaxx Wurzeln schlagen und Früchte bringen - so wie die Verantwortlichen für dieses Projekt den Mitbürgerinnen und Mitbürgern „mit Migrationshintergrund“ in Speyer wünschten, dass sie möglichst rasch und dauerhaft Wurzel schlagen mögen in der Stadt und fruchtbar sein mögen für die Gemeinschaft aller Bürgerinnen und Bürger.

„Wir möchten, dass hier Kinder einen Raum zum Spielen finden, aber auch einen, um Natur zu erleben und unterschiedliche Pflanzen kennenzulernen“, wünschte sich Heiner Sprau. Für jede Ethnie solle deshalb eine eigene Gartenfläche von ca. 8 x 8 Metern vorbereitet werden, auf der sie Pflanzen aus ihrem heimatlichen Kulturkreis anpflanzen – und schließlich auch ihre Früchte ernten und genießen können. Steffen Schwend hat einiges dazu schon vorbereitet: Eine Schirmtanne wird demnächst hier angepflanzt, eine Scheinbuche, Lavendelsträucher, Rosmarin und andere Gewürze – ein Judasbaum soll im kommenden Jahr schon seine überbordende Blütenpracht präsentieren – Muslime, Juden und Christen sollen hier – unter der Patenschaft des Stadtteilsvereins Speyer-West – gemeinsam und im besten Sinne miteinander feiern, spielen, Sport treiben und Freude haben – und für die Kleinsten soll auch ein kleiner Spielplatz angelegt werden.

Bleibt nur noch, all denen zu gratulieren und zu danken, die die Idee zu diesem Projekt hatten, das das Zeug dazu haben sollte, ein weiteres Stück auf dem langen Weg zur Vollendung der Integration der Angehörigen aller Nationen in der Stadt erfolgreich zu gehen. Heiner Sprau dankte Steffen Schwendy, der es spontan übernommen hat, „die Verantwortung“ für den Garten zu übernehmen. „Dazu wirst Du viele Helfer haben“, versprach Sprau dem „Städtischen Grün-Experten“.

Ein weiteres Beispiel bürgerschaftlichen Geistes und Zusammenwirkens in unserer Stadt ist auf einem guten Weg. Foto: gc

19.04.2013


Mit sechs Apfelbäumen Startschuß für „interkulturellen Garten“ hinter dem Judomaxx gegeben - Bilderalbum

Gründung der AG Gender Budgeting in Speyer

Speyer- „Fünf grüne Frauen aus Rheinland- Pfalz haben am 4. April 2013 die AG „Gender Budgeting“ (AG GB)  in Speyer gegründet. Ziel dieser AG ist, die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen, Männern, Mädchen und Jungen in den einzelnen Kommunen bzw. Gemeinden zu fördern und zu einer gerechteren Mittelverteilung zu führen.

Gender Budgeting ist die Anwendung von Gender Mainstreaming im Haushaltsprozess. Es bezieht sich auf die ökonomischen und finanzpolitischen Aspekte staatlichen Handelns.  Gender Budgeting integriert eine Geschlechterperspektive in allen Ebenen des Haushaltsprozesses. Damit wird eine systematische Analyse, Steuerung und Evaluation des Haushalts zur tatsächlichen Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern möglich.

In die AG Gender Budgeting werden weitere Interessierte einsteigen, unter anderem die  Landtagsabgeordnete Anne Spiegel.

Die Gründungsfrauen:

Elisabeth Kolb- Noak           B 90 / Die Grünen KV Alzey- Worms und Sprecherin der LAG – Frauen rlp

Dr. Isis Ksiensik                     B 90 / Die Grünen KV Bad Dürkheim

Ute Sprinstubbe                   B 90 / Die Grünen KV Mainz- Bingen

Dr. Silvia Klengel                   B 90 / Die Grünen KV Mainz- Bingen

Irmel Münch-Weinmann    B 90 / Die Grünen KV Speyer (Initiatorin)

18.04.2013


Herzlich Willkommen zur Kult(o)urnacht Speyer!

Aktuelles Programm soeben erschienen! Der Vorverkauf hat begonnen!

Speyer- Am 24. Mai 2013 bieten 27 Kultureinrichtungen der Dom- und Kaiserstadt Speyer zu ungewöhnlicher Zeit – von 19.00 bis 02.00 Uhr – zum 13. Mal die Möglichkeit, die großartige Vielfalt der Kunst- und Kulturstadt Speyer zu erleben und zu genießen. Spannende Aktionen, Musik, Tanz und Theater warten auf kulturelle Nachtschwärmer.

Nicht nur die großen Einrichtungen wie Historisches Museum der Pfalz oder das Technik Museum Speyer öffnen an diesem Abend ihre „Schatztruhen“, auch die zahlreichen kleinen Galerien, Museen und viele Sehenswürdigkeiten und kulturell geprägte Einrichtungen haben sich für diese Nacht ganz besondere Themen und Aktionen einfallen lassen. Tauchen Sie ein in das Kulturleben der besonderen Art und entdecken Sie das Kulturnetzwerk Speyer.

Zum ersten Mal dabei wird das Kulturhaus Pablo e.V. in der Ludwigstraße teilnehmen. Die Jugendkunstschule ist ein kreatives Zentrum für Kinder, Jugendliche und experimentierfreudige Erwachsene. In der Kult(o)urnacht gibt es ein Mitmach-Angebot und „pablo live“ (Filmvorführung) am laufenden Band.
Wer das Kulturhaus Pablo besuchen möchte, sollte dort recht früh vorbei schauen, es schließt um 23 Uhr.

Getreu dem zweijährigen Beteiligungsrhythmus ist das Bildungszentrum Villa Ecarius 2013 wieder präsent. Unter dem Leitmotiv „Kultur und Bildung mit Witz“ fügen sich dort Ausstellungen, Lach-Yoga, Musikkabarett und Lesungen mit Hellmuth Karasek und Jürgen Brandtner zu einem bunten Reigen.

Spektakulär wird es bei der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer: Der Perkussionist Roland Weimer von der Emmerich-Smola-Musikschule und Musikakademie der Stadt Kaiserslautern trommelt mit Jugendlichen auf einem umgebauten drum-car was das Zeug hält.

Publikumsmagnet wird sicher auch die erst im März eröffnet Ausstellung „Königreich Pfalz“ im Historischen Museum der Pfalz Speyer sein.

Aber auch Bewährtes wird geboten:

Sanfte Gitarrenklänge oder jazzige Grooves zu Ausstellungsrundgängen z.B. in der Volksbank Kur- und Rheinpfalz, viel Musik in den Kirchen, Party im Außengelände des Historischen Museum der Pfalz Speyer, Klezmermusik im Judenhof
Jeder Besucher kann seine Favoriten finden.

Lassen Sie sich verzaubern von Musik und Licht, von Essen und Trinken, von Gesprächen und Stille.

Kult(o)urnacht-Ticket und BUS-Service

Mit einem einzigen Ticket (Kontrollband für’s Handgelenk) gibt’s freien Eintritt in alle Museen, Galerien und sonstigen teilnehmenden Einrichtungen. Dieses Bändchen kostet 7 Euro und ist erhältlich bei allen angeschlossenen Institutionen sowie der Tourist-Information Speyer (Tel. 06232-142392)

Regelmäßig verbindet unser Kulturbus viele Stationen der Speyerer Kulturmeile. Das Ticket gilt auch zur kostenlosen Nutzung dieses Service-Angebotes.

Am Info-Stand der Rheinpfalz (vor dem Historischen Museum) gibt’s Tickets und Programme und freundliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beantworten alle Fragen.

Übrigens: Sollten Sie mit dem Auto anreisen, benutzen Sie bitte den Parkplatz Festplatz. Der Kulturbus hält auch am Festplatz.

Näheres zum Programm finden Sie unter www.kultournacht-speyer.de  Kulturbüro Stadt Speyer, Presse

17.04.2013


„Bürgerschaft für eine wehrhafte Demokratie“

In der Lutherstadt Eisleben wurde der Preis der Lutherstädte „Das unerschrockene Wort“ an die Regensburger Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ verliehen

Sechs Mitglieder der Initiative haben am 13. April 2013 in der Lutherstadt Eisleben den mit 10.000 Euro dotierten Preis der Lutherstädte „Das unerschrockene Wort“ aus den Händen von Oberbürgermeisterin Jutta Fischer entgegengenommen. Ludwig Simek, Natalie Haas, Ina Schneider, Richard Spieß, Sion Israel und Michael Sauerer und weiter Mitglieder der Initiative erhielten die Auszeichnung für ihr unerschrockenes Auftreten.

Herr Sauerer ist der Barkeeper, der couragiert eingegriffen hat, als Neonazis eine dunkelhäutige Frau angepöbelt haben. Diese haben dann auf ihn und das Cafe Picasso einen Racheakt verübt, auf Grund dessen sich dann die Initiative gegründet hat.

Oberbürgermeisterin Jutta Fischer: „Im Sinne von Martin Luther – das Wort mit lauter Stimme zu erheben, gegen Taten, Gewalt und menschenverachtende Handlungen einzuschreiten, das muss in unserer Gesellschaft von allen und mit aller Kraft unterstützt werden.

Alle Initiativen gegen den braunen Mob, ob von einzelnen Bürgern, Bürgervereinigungen, Kirchen und Parteien müssen in unserer Gesellschaft mehr Gehör finden.

Mit der getroffenen Jury Entscheidung des Bundes der Lutherstädte in Deutschland im vorigen Jahr zu Martin Luthers Geburtstag, den Preis „Das unerschrockene Wort“ an die Regensburger Inititiative zu verleihen, sollte so die Jurymitglieder, vielen Menschen Mut machen, gegen nationalsozialistische neue Bestrebungen anzukämpfen“.

Als Laudator begrüßte Oberbürgermeisterin Jutta Fischer Prof Dr. Eckart Conze, Professor für Neuere Geschichte der Philipps-Universität Marburg. Conze würdigte in seiner Rede den Mut und die Zivilcourage derer, die für die Freiheit leben und ihr Leben riskieren, satt sich mundtot machen zu lassen.

„Die Regensburger Initiative setzt an einem entscheidenden Punkt an: Gewalt, gerade auch rechtsradikale Gewalt, vom martialischen Aufmarsch bis hin zum tätlichen Angriff auf Andersdenkende, sie braucht den öffentlichen Raum, zumindest aber das öffentliche Echo, die öffentliche Wahrnehmung, die Gelegenheiten zur Inszenierung und Selbstdarstellung. Gewalttaten von rechts, auch wenn sie häufig feige und hinterhältig ausgeführt werden, sie können ihre Wirkung nur erzielen, wenn die Öffentlichkeit von ihnen erfährt. Rechtsradikale wollen einschüchtern: die von ihnen identifizierten Opfer, aber auch unsere Gesellschaft insgesamt. Sie wollen Angst verbreiten, Angst und Schrecken – Terror –. Denn wenn und weil der Rechtsradikalismus auf öffentliche Wirkung zielt, dann muss es auch aus der Öffentlichkeit und in der Öffentlichkeit deutliche, deutlich wahrnehmbare Zeichen gegen rechtsradikales Denken und rechtsradikale Gewalt geben. Und diese Zeichen müssen sichtbar sein: sichtbar, mitten im öffentlichen Raum, mitten in unserem Alltagsleben. Und sind nicht Kneipen und Bars, Cafés und Restaurants Orte unseres Alltagslebens? Orte, an denen Zeichen gesetzt werden können? Zeichen gegen die Gewalt von rechts, die nicht, zumindest aber nicht ausschließlich, in Kampfstiefeln, Bomberjacken und mit kahl geschorenen Köpfen daher kommt, sondern auch in Anzug und Krawatte oder in ganz normaler Kleidung?

Wer im öffentlichen Raum in so unmissverständlicher Weise Zeichen setzt, wie das die Regensburger Initiative tut, der setzt sich einem Risiko aus und beweist schon alleine dadurch Mut. Der Aufkleber, der heute im Eingang von immer mehr Regensburger Gaststätten zu sehen ist, ist ein „Unerschrockenes Wort“ im allerbesten Sinne, weil es nicht nur eine Meinung artikuliert und sich der Einschüchterung entgegen setzt, sondern auch weil es sich für den Kern unseres demokratischen Gemeinwesens einsetzt, für die Menschenwürde und die aus ihr abgeleiteten Prinzipien von Freiheit und Gleichheit der Menschen – aller Menschen“ so Conze.

Weiterhin nahmen an der Preisverleihung der Innenminister, Holger Stahlknecht, Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt und die Mitbegründerin der Regensburger Initiative „Keine Bedienung für Nazis“, Helga Hanusa.

Stahlknecht überbrachte das Grußwort der Landesregierung Sachsen –Anhalt.

Bevor sich die Preisträger und die Jurymitglieder in das Goldene Buch der Lutherstadt Eisleben eintrugen, stelle Helga Hanusa noch einmal die Regensburger Initiative den Gästen umfassend vor.

Der Preis

Der Preis „Das unerschrockene Wort“ wurde von den Lutherstädten anlässlich des Lutherjahres 1996 im Gedenken an den Reformator Martin Luther gestiftet, der seine Überzeugung mutig und standhaft gegenüber den Autoritäten seiner Zeit verteidigt hat. Mit dem Preis „Das unerschrockene Wort“ sollen Frauen und Männer geehrt werden, heißt es in den Grundsätzen für die Preisvergabe, „die in einer besonderen Situation oder bei einem konkreten Anlass, aber auch beispielhaft über einen größeren Zeitraum hinweg, in Wort und Tat für die Gesellschaft, die Gemeinde, den Staat bedeutsame Aussagen gemacht und gegenüber Widerständen vertreten haben. Dabei soll es weniger um eine Zustandsbeschreibung gehen als um wegweisende zukunftsgerichtete Überlegungen“. Die Preisträger können aus Deutschland oder aus dem Ausland kommen. Der Preis wird seit 1999 alle zwei Jahre verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Das Vorschlagsrecht liegt bei den an der Stiftung beteiligten Städten und den berufenen Jurymitgliedern. Die beteiligten Lutherstädte rufen im Vorfeld die Bürgerinnen und Bürger über eine Ausschreibung und über die Presse dazu auf, Personen zu benennen, die durch ihr „unerschrockenes Wort“ hervorgetreten sind.

Bisherige Preisträger

Preisträger waren bisher 1996 Prof. Dr. Richard Schröder, 1999 Prof. Dr. Hans Küng, 2001 Uta Leichsenring, 2003 Gertraud Knoll, 2005 Stephan Krawczyk, 2007 Emel Abidin-Algan, 2009 Andrea Röpke und 2011 Dmitrij Muratow und die Redaktion der russischen Tageszeitung „Nowaja Gaseta“.

Die Jury

Mitglieder der Jury des Preises „Das unerschrockene Wort“ sind die (Ober-) Bürgermeister aus Augsburg, Coburg, Eisenach, Lutherstadt Eisleben, Erfurt, Halle, Heidelberg, Magdeburg, Marburg, Nordhausen, Schmalkalden, Speyer, Torgau, Lutherstadt Wittenberg, Worms und Zeitz sowie weitere berufene Jurymitglieder. Eisleben war noch 1996 im vergangenen Jahr (2012) bereits zum zweiten Mal Tagungsort für die Jury. 2013 wurde der Preis erstmals in der Lutherstadt Eisleben verliehen.

Preisverleihung 2015

In der Jurysitzung, welche am 13.4.2013 vor der Preisverleihung stattfand, wurde die Lutherstadt Wittenberg als nächster Austragungsort für die Jurysitzung und die Preisverleihung des Preises der Lutherstädte „Das unerschrockene Wort“ von der Oberbürgermeisterin der Lutherstadt Eisleben gelost. Stadtverwaltung Lutherstadt Eisleben, Presse

16.04.2013


St.Guido-Stifts-Platz: Umgestaltung dauert noch bis Juli

Mauerfall ermöglicht Gartenfreuden

Von unserem Mitarbeiter Werner Schilling

Speyer- Während in Berlin für den Erhalt des 1,3 Kilometer langen Mauer-Teilstücks, der „East Side Gallery“, und gegen die Planung für einen Wohnkomplex an der Spree demonstriert wird, fiel in Speyer ein historisches Mauerwerk ohne viel Tamtam. Für einen Bürgerprotest besteht da ja auch überhaupt kein Anlass: die nun etwa 20 Meter breite Lücke in der salischen Stadtmauer bringt schließlich im Rahmen der rund 1,5 Millionen Euro verschlingenden Neugestaltung des St.Guido-Stifts-Platzes eine Steigerung des Erholungswertes in dem innenstadtnahen Bereich und des Hauptzugangs in die City aus den Stadtteilen Nord und West.

Noch rund drei Monate müssen die Speyerer die Baustellen-Umwege ertragen. Etwa zum Brezelfest (11.bis 16.Juli) soll der Platz komplett fertiggestellt und der Weidenberg-Garten unterhalb der ehemaligen.St.Guido-Kirche und der neuen Synagoge Beith Schalom frei zugänglich sein, erklärte Straßenbaupolier Michael Pachner von der Tiefbaufirma Johann Schön & Sohn gegenüber der Schwetzinger Zeitung. Insgesamt vierzehn Stufen, durch kleine Terrassen unterbrochen, führen ab Sommer in einen  neu angelegten Kirchgarten.  Gesäumt sein wird der sanfte Treppenaufgang von mehreren Gabionenwänden (mit Steinen gefüllte Gitterkörbe), die den Treppenbereich gegen das Erdreich in dem ansteigenden Gelände absichern.   Wichtig war den Stadtverantwortlichen, dass in die Planung ein Bezug zum Neubau der der Synagoge in der ehemaligen St.Guidokirche hergestellt wurde, damit der daneben liegenden Weidenberg-Grünzone eine neue Bedeutung zukommt, teilte die städtische Pressestelle mit.

Damit der St.Guido-Stifts-Platz vergrößert und der Platzcharakter verbessert werden kann, musste  ein halbes Dutzend schadhafter Platanen (vor vier Jahrzehnten nur als Provisorium angepflanzt) entlang der früheren Straße geopfert werden. Erhalten blieben dagegen sechs Platanen, die den Platz entlang der Anliegerstraße säumen.  Die Zufahrt zum Kult-Imbiss „Curry-Sau“ soll gesichert bleiben. Hier sind eigene, über die Petschengasse zu erreichende Parkplätze vorgresehen.

Da das gesamte Areal als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen werden wird, gilt am St.Guido-Stifts-Platz nach der Neugestaltung Tempo 30. Auto-Stellplätze, durch neu angepflanzte Bäume gesäumt, wird es auch künftig geben, allerdings kein Dauerparken mehr möglich sein, nur Kurzparken. Vor der Neugestaltung hatte das Parken nahezu den gesamten öffentlichen Raum dominiert - die Bodenbefestigungen waren  in schlechtem Zustand, Aufenthaltsmöglichkeiten fehlten komplett.

Dass es künftig keinen ausgewiesenen Radweg mehr geben wird und Radfahrer den Straßenzug nutzen sollen, wird für alle Verkehrsteilnehmer in diesem Bereich wohl eine Umgewöhnungszeit erforderlich machen. Foto: gc

15.04.2013


„Die Drehorgel muss sich vor der Pfeifenorgel nicht verstecken“

Viertes „Kirchlich-Klassisches Drehorgelkonzert“ in der Speyerer Gedächtniskirche einmal mehr ein voller Erfolg

Von Gerhard Cantzler

Speyer- Für die Freunde ganz außergewöhnlicher Orgelklänge ist es bereits längst zu einer festen Größe im jährlichen Konzertkalender geworden: Das kirchlich-klassiche Drehorgelkonzert, das jetzt bereits zum vierten Mal im Rahmen des Treffens der „Deutschen Drehorgelfreunde“ im Speyerer Technikmuseum Musikliebhaber aus nah und fern in der Speyerer Gedächtniskirche zusammenführte. Und auch in diesem Jahr hatten die Organisatoren um Martin Junger, dem Sprecher des „Pfälzischen Drehorgelstammtischs“, wieder viele musikalische „Schmankerl“ und so manche mechanisch-musikalische Kostbarkeit mit nach Speyer gebracht.

Herausragendes Exponat dabei wohl die sogenannte „Sargorgel“ aus dem Jahr 1855, die in ihrem Front-Prospekt eine mechanisch bewegte Szene aus der Zeit Napoleons zeigt, in der sich der französiche Imperator immer wieder kurz in seinem Sarg aufrichtet. Vor ein paar Jahren in völlig desolatem Zustand in Argentinien aufgefunden, gelangte das Instrument in die „Drehorgel-Stiftung“ nach Waldkirch im Schwarzwald, wo es gründlich restauriert und wieder spielfähig gemacht wurde. Dort ist es seitdem eines der Glanzstücke der Ausstellung, die es bis zu seiner Reise nach Speyer nicht mehr verlassen hatte. „Dieses Instrument wird heute von uns wie ein rohes Ei behandelt“, wußte J. Reich, ihr Interpret und Kustos zu berichten. „In einem eigens dafür angefertigten Sicherheitsbehälter, in dem es selbst einen Totalschaden meines Autos unbeschadet überstehen würde, ist es heute auch nach Speyer gekommen“. Und dass sich dieser Aufwand gelohnt hat, konnten die Besucher mit eigenen Ohren vernehmen, als Reich auf der einst von den Gebr. Bruder in Waldkirch gebauten 22-Walzenorgel „Histroisches Liedgut“ unbekannter Meister zum Erklingen brachte.

Drehorgeln ganz unterschiedlicher Bauart konnte Moderator Martin Junger den Zuhörern vorstellen – Walzenorgeln – bei einer von ihnen konnte J Reich sogar den Wechsel der mit unzähligen Stiften besetzten, empfindlichen Walze demonstrieren, die „für den rechten Klang“ auf dem Instrument sorgen – dann aber auch Band-Orgeln - von der „Orgel“ im Miniatur-Format bis zur großen, volltönenden Zungenorgel – mit allen können Musikstücke von nahezu unbegrenzter Länge wie die „Nabucco-Fantasie“ nach Giuseppe Verdi abgespielt werden.

Eine Drehorgel-Adaption des Cembalo-Konzertes von Johann Christian Bach, das beliebte „Ave Maria“ von Charles Gounod, Joseph Haydns Menuett für eine Flötenuhr, Jacques Offenbachs „Barcarole“ aus „Hoffmanns Erzählungen“ - hier in einer Fassung für Drehorgel und Zither - sowie zum Schluß noch einmal der große musikalische Jahresjubilar Giuseppe Verdi mit seinem berühmten Trinklied aus „La Traviata“ und einem alles überstrahlenden Trompetenregister - es war einmal mehr ein überreiches musikalisches Menue, das da den Zuhörern in der riesigen Gedächtniskirche angerichtet worden war.

Doch neben überbordend Lautem gab es auch die kleinen Spielformen zu hören: Das einst als Volkslied weit verbreitete schlichte und innige „So nimm denn meine Hände“ von Friedrich Silcher oder das „Schlesische Marienlied“ von einem unbekannten Meister, gespielt auf einer „Wellerhaus 33 Walzenorgel“ aus dem Jahr 1915. Und – last but not least – die Geschichte des gelernten Kirchenmusikers und Organisten W. Klein, der von der großen Pfeifenorgel auf die kompakte Drehorgel 'gekommen' ist und mit der „Cannonade für Orgel“ des Franzpsen Claude Balbastre, gespielt auf dem kleineren, von seinem Vater gebauten Instrumet sein Publikum verzauberte.

Pfarrer Uwe Weinerth, seit kurzem „Hausherr“ in der Gedächtniskirche, hatte recht, als er in seinem Grußwort zu Beginn der Matinée darauf verwies, dass es für die kompakten Drehorgeln keinen Grund gebe, sich vor den großen, gewaltigen Pfeifenorgeln „zu verstecken“. Ihr raumfüllender und vielfach zu Herzen gehender Klang hat den Besuchern an diesem Vormittag die Herzen erwärmt, so wie die draußen vor der Kirche durch die Wolken brechende Frühlingssonne ihre Seelen.

Mit drei Zugaben - zum Teil gar für zwei Instrumente - ging dieses einmal mehr zutiefst anrührende Konzert zuende. Und für das dankbar applaudierende Publikum, das der Vorsitzende des „Clubs Deutscher Drehorgelfreunde e.V.“ Joachim Petschat, in seiner Begrüßung um eine großherzige Spende zum Erhalt der gastgebenden Speyerer Gedächtniskirche gebeten hatte, war klar: Im kommenden Jahr wollen sie alle wieder mit dabei sein in Speyer - beim Drehorgeltreffen im Technikmuseum und beim Konzert in der Gedächtniskirche. Denn die kleinen, meisterlich dargebotenen Instrumente verdienen jeden Zuspruch. Foto: gc

15.04.2013


„Kirchlich-Klassisches Drehorgelkonzert“ in der Speyerer Gedächtniskirche - Bilderalbum

Mit eigener Kraft und Städtischer Hilfe Glück und Blütenflor gewinnen

Speyerer Hausgemeinschaft gestaltet öffentliche Grünfläche neu

cr. Speyer. Gestern, Samstag, kurz nach 9:00 Uhr in der Früh: Acht Mitglieder der Hausgemeinschaft in der Speyerer Franz-Schöberl-Straße 12 im ehemaligen Quartier Normand kommen aus dem Haus, um gemeinsam mit dem Leiter der Abteilung Stadtgrün in der Städtischen Bauverwaltung, Steffen Schwendy, der Gartenanlage vor ihrem Wohnungen ein neues Gesicht zu geben. „Es war eine Initiative der Hausgemeinschaft“, erklärt Irmtraud Königsberger-Lutz, die in Abstimmung mit den anderen Bewohnern gemeinsam mit Karin Manns vor ein paar Wochen mit Steffen Schwendy darüber Kontakt aufgenommen hat, um zu beraten, wie sie die kleine Anlage schöner gestalten könnten.

Jetzt – nachdem der (hoffentlich) letzte Frost sich verabschiedet hat – war es soweit: Noch während es leicht vom Himmel feuchtete und die Morgenkühle es doch noch einmal angeraten erscheinen ließ, wärmere Kleidung anzuziehen, rollte Steffen Schwendy mit einer Ladung Stauden, Kleingehölzen, Bodendeckern und Rosensträuchern an, die in vielen Farben - die Rosen schon bald in weiß und orangerot - erblühen sollen. In den letzten Tagen schon hatten Mitarbeiter der Stadtverwaltung zudem eine Fuhre Splitt angefahren, der nach Abschluß der Pflanzarbeiten auf den Zierbeeten ausgebreitet werden soll.

„Endlich können wir unseren Vorgarten ansehnlicher gestalten“, freute sich der Ehemann von Karin Manns, „denn bislang diente er ja leider nur als Ablageplätze für 'Tretminen'“, erklärt der Ehemann von Karin Manns und verweist auf einen Passanten, der nebenan seinen Hund Gassi führt. Doch der Nachbar macht heute alles richtig, hatt er doch eine Tüte dabei, in der er das „Geschäft“ seines vierbeinigen Lieblings gleich an Ort und Stelle entsorgen kann.

Doch auch heute mußten die fleißigen Hobby-Gärtner erst wieder die „Hinterlassenschaften“ aus der Nachbarschaft beiseite räumen, ehe sie mit ihren Verschönerungsarbeiten beginnen konnten.

Vier Stunden später: Die Sonne hat sich durchgesetzt und es ist inzwischen warm geworden in der Franz-Schöberl-Straße in Speyer – die Hobby-Gärtner haben längst ihre Pullover und Sweat-Shirts abgelegt und arbeiten inzwischen mit bloßen Armen und offenem Hemd. So langam wird erkennbar, wie die neue, kleine Gartenanlage in ein paar Monaten aussehen wird. Dann werden die Hausbewohner die kleine Anlage auch weiterhin pflegen, werden die Pflanzen regelmäßig mit Wasser versorgen und - wenn nötig – auch einmal das Unkraut jäten.

„Für die Hausbewohner wirken solche Aktionen gemeinschaftsstiftend“, freut sich Steffen Schwendy, der diesen Effekt für mindstens ebenso wichtig hält wie den Umstand, dass hier die Verantwortung für ein kleines Stück Speyer in Bürgerhände gelegt werden kann. Hinzu kommt: So mancher Bürger, der sich vielleicht schon immer ein kleines, „überschaubares“ Stück Garten gewünscht hat und so etwas noch aus einem früheren Lebensabschnitt kennt, der dies aber in einer Etagenwohnung nicht mehr realisieren kann, der findet auch mit einer so kleinen Parzelle Erfüllung. Denn wie sagte doch Steffen Schwendy, als er die Losung seines Berufstandes, der Gärtner, zitierte? „Wenn Du einen Tag lang glücklich sein willst, dann kauf' Dir eine Flasche Wein – wenn du ein Jahr lang glücklich sein willst, dann heirate - aber wenn du ein Leben lang glücklich sein willst, dann lege einen Garten an“.

Wünschen wir der Hausgemeinschaft in der Speyerer Franz-Schöberl-Straße 12, dass sie mit hrem neuen Blumenbeet ihr kleines Glück finden mögen – und wünschen wir noch vielen anderen Menschen in Speyer und in der Region, dass sie nach diesem Muster ihren individuellen Garten und ihr Glück finden mögen. Foto: gc

14.04.2013


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Architektonisches Konzept und jüdisches religiöses Leben erkundet

Johann Joachim Becher Gesellschaft Speyer e.V. zu Gast in der neuen Synagoge „Beith Schalom“

cr. Speyer. Die rührige „Johann Joachim Becher Gesellschaft zu Speyer e.V.“ - mit ihren Veranstaltungen sonst zumeist auf Spurensuche nach Erfindungen bzw. nach Anregungen für so manche von ihrem großen Namensgeber inspirierte menschheitsdienliche Neuerung, hatte sich jetzt für ihre jüngste Zusammenkunft einmal ein ganz anderes Ziel ausgesucht: Die neue Synagoge „Beith Schalom“ - „Haus des Friedens“ - auf dem Speyerer Weidenberg stand auf dem Besuchsplan des letzten Treffens - hier wollten sich die „Becherianer“über das architektonische Konzept des neuen Sakralbaus sowie über die religiösen Sitten und Gebräuche der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger informieren lassen, die in den letzten zwei Jahrzehnten überwiegend aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion nach Speyer und in die Pfalz eingewandert sind.

Dass der JJBG-Vorstand um seinen 1. Vorsitzenden Hans-Joachim Spengler mit dieser Idee „richtig lag“, bewies der große Zustrom zu dieser Veranstaltung – die Männersynagoge im „Beith Schalom“ war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Angelina Pehotina in Vertretung des verhinderten Geschäftsführers der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz e.V., Daniel Nemirowsky, die Besucher in dem Gotteshaus begrüßte.

Angelina Pehotina gab zunächst noch einmal einen Überblick über die reiche Geschichte des Judentums in Speyer, erinnerte an die religiöse und theologische Ausstrahlung, die das Wirken der in Speyer tätigen Gelehrten gehabt habe, vergaß aber auch nicht, auf die dunklen Punkte in der christlich-jüdischen Vergangenheit der Stadt hinzuweisen. Ruhmvolle Zeiten, in denen Speyer als eine der drei SchUM-Städte am Rhein Speyer als „Stätte jüdischer Gelehrsamkeit“ und als „das Jerusalem am Rhein“ in der ganzen, damals bekannten jüdischen Welt gefeiert wurde, wechselten mit irrational begründeten Üpgromen und Verfolgungen.

Aufstieg und Niedergang des Judentums hätten auch in der bedeutenden Stadt Speyer immer wieder dicht neben einander gestanden, bis nach einer Phase der allgemeinen Akzeptanz und bürgerschaftlichen Anerkennung im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Nationalsozialismus auch über die Speyerer Jüdische Gemeinschaft die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte hereinbrach. Der 11. November 1938 – die Zerstörung der meisten Synagogen und jüdischen Bethäuser sowie zahlloser Bürgerhäuser in Deutschland durch SA und SS – markierte auch das Ende der Speyerer Synagoge, die damals an der Stelle des heutigen Kaufhofs stand.

Doch das gleiche Datum – allerdings 63 Jahre später – steht auch für einen Neubeginn: Am 11. November 2011 wurde die neue, auf den Grundmauern der säkularisierten katholischen Kirche St. Guido errichtete Synagoge eingeweiht. Und seitdem herrscht reges Leben in dem neuen Gotteshaus, ist das Intersse an der neuen Synagoge ungebrochen. Aus der ganzen Welt kommen heute Besucher hierher, um den auch international mit großem Interesse verfolgten Neubau zu besichtigen.

Im weiteren schilderte Angelina Pehotina dann den Ablauf eines jüdischen Gottesdienstes, der – anders als in einer christlichen Kirche – keinen Priester zu seiner Leitung braucht. Prinzipiell kann jeder Jude die Lesung der Thora übernehmen, wenn die Gemeinde ihn dazu für würdig befindet. Die Referentin, die selbst in Chisinau, der Hauptstadt des heutigen Moldawien, geboren wurde und dort auch ein Studium zur Dipolm-Bibliothekarin absolvierte, zeigte sich als überaus kompetente Begleiterin durch die Besonderheiten der jüdischen Riten.Nachdem sie die Anwesenden gebeten hatte, sich in Ehrfurcht vor der Heiligen Schrift von ihren Plätzen zu erheben, öffnete sie den großen, nach Südosten in Richtung Jerusalem ausgerichteten Schrein, auf dem in hebräischen Buchstaben ein Satz aus dem 88. Psalm zu lesen ist: „Die Wahrheit entspringt aus dem Boden – die Gerechtigkeit aber kommt vom Himmel“.

Nachdem sie den aufwändig bestickten Thoravorhang geöffnet hatte, erklärte sie den Besuchern die Symbolik der Thorarollen, von denen die neue Speyerer Synagoge heute wieder zwei besitzt, die ihrerseits wieder in einen kostbar verzierten Mantel eingehüllt sind.

Nachdem sie danach den Schrein wieder sorgfältig verschlossen hatte, erklärte sie auch noch den Gebrauch des Gebetsmantels – in diesem Falle in Form eines Schals – der, über den Kopf gelegt, den Beter vor Störungen von außen bewahren soll.

Dann aber hatten die Besucher ausführlich Zeit, ihre vielen Fragen loszuwerden. Für manch einen überraschend: Die Synagoge ist für jedermann offen zugänglich und selbst die Teilnahme an den Gottesdiensten ist grundsätzlich für jedermann möglich.

Doch wer ist eigentlich Jude? Diese Frage hatten sich wohl schon viele der Gäste gestellt.. Und die Referentin erläuterte, dass man allein durch die Geburt durch eine jüdischen Mutter Jude werden könne. „Auch ein Austritt aus der jüdischen Gemeinschaft löst diesen Bund mit dem Judentum nicht auf“, erklärte Pehotina. „Wer als Jude geboren wird, der stirbt auch als Jude.“ Dies erkläre auch, dass in der NS-Zeit auch so viele zum Christentum konvertierte Juden letztlich doch der Vernichtung in den Konzentrationslagern zum Opfer gefallen seien. „Auch Edith Stein, die hier in Speyer zum Katholizismus übergetreten war und heute in ihrer Kirche als Heilige verehrt wird, ist deshalb in diesem Sinne auch als Jüdin gestorben.“

Breiten Raum nahmen auch die Fragen zur Rolle der Frau im Judentum ein. Hier verwies die Referentin auf das hohe Ansehen der Frau in der Familie, wo sie eindeutig „die Nummer eins“ sei. Sie entzünde am Vorabend des Schabat die erste Kerze – ihr gelte als Trägerin der jüdischen Tradition höchstes Ansehen.

Dass auch in der Speyerer Synagoge Frauen und Männer durch einen Vorhang getrennt voneinander Gottesdienst feierten, habe mit ihren unterschiedlichen Rollen in der Liturgie zu tun. Doch auch hier gebe es im Judentum ganz unterschiedliche Strömungen von „orthodox“ bis „liberal“ – von Tradition und regionalen Zugehörigkeiten geprägt. Die Speyerer Gemeinde verstehe sich als eher „konservativ“, erklärte Angelina Pehotina – steuere also einen eher gemäßigten, „mittleren religiösen“ Kurs.

Noch viele weitere Fragen wurden von der Referentin kompetent beantwortet – so auch die nach dem Ursprung des 'Jiddischen' als globalem Idiom der Juden und seinen Wurzeln in der hebräischen und in der deutschen Sprache - und hier insbesondere auch in den rheinfränkischen Dialekten der SchUM-Städte Dialekten.

Dann konnte sich Hans-Joachim Spengler namens der anwesenden Mitglieder der JJBG bei der Vertretrin der Kultusgemeinde für freundliche Aufnahme und eine spannend-informative Einführung in das „Judentum früher und heute“ bedanken.

Im Anschluss an den Besuch in dem Gottesdienstraum nahmen einige der Besucher noch Gelegenheit, die Ausstellung „Moses“ mit eindrucksvollen Werken des Malers Rainer Magold zu besuchern, die ab dem 14. April auch öffentlich zugänglich ist.

Der SPEYER-KURIER berichtet. Foto: gc

12.04.2013


Becher Gesellschaft Speyer e.V. zu Gast in der neuen Synagoge „Beith Schalom“ - Bilderalbum

"Der brave Mann baut vor“

v.l.: Dr. Oliver Bentz, Abt. Kulturelles Erbe Stadtarchiv Speyer,  Dr. Ekart Köhne, Direktor Historisches Museum der Pfalz, OB Hansjörg Eger,  Dr. Annette Gerlach, Leiterin Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz Koblenz,  Dr. Armin Schlechter, Standortleitung Speyer Landesbibliothekszentrum,  Dr. Gabriele Stüber, Leiterin des Zentralarchivs der Evangelischen Landeskriche der Pfalz,  Dr. Markus Latka, Direktor der Bibliothek der Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer,  Markus Magin, Regens des Priesterseminars (Seminarbibliothek),  Dr. Walter Rummel, Leiter des Landesarchivs Speyer,  Dr. Traudel Himmighöfer, Leiterin der Bibliothek und Medienzentrale der Evang. Landeskirche der Pfalz,  Prof. Dr. Hans Ammerich, Leiter des Diözesanarchives des Bistums Speyer v.l.: Dr. Oliver Bentz, Abt. Kulturelles Erbe Stadtarchiv Speyer, Dr. Ekart Köhne, Direktor Historisches Museum der Pfalz, OB Hansjörg Eger, Dr. Annette Gerlach, Leiterin Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz Koblenz, Dr. Armin Schlechter, Standortleitung Speyer Landesbibliothekszentrum, Dr. Gabriele Stüber, Leiterin des Zentralarchivs der Evangelischen Landeskriche der Pfalz, Dr. Markus Latka, Direktor der Bibliothek der Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer, Markus Magin, Regens des Priesterseminars (Seminarbibliothek), Dr. Walter Rummel, Leiter des Landesarchivs Speyer, Dr. Traudel Himmighöfer, Leiterin der Bibliothek und Medienzentrale der Evang. Landeskirche der Pfalz, Prof. Dr. Hans Ammerich, Leiter des Diözesanarchives des Bistums Speyer

Zehn Speyerer Kultureinrichtungen schließen Vertrag zur gegenseitigen Unterstützung in Notfällen im Archiv-, Bibliotheks- und Museumswesen

Von Gerhard Cantzler

Speyer- August 2002: Ein verheerendes Jahrhunderthochwasser bedroht die unschätzbaren Kulturgüter in Dresden und Sachsen – am 2. September 2004 vernichtet ein Brand in der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar große Teile der historischen Bestände und beschädigt noch größere Mengen unwiederbringlicher Handschriften und Bücher – am 3. März 2009 versinkt das Stadtarchiv der Stadt Köln in der Baugrube eines U-Bahn-Baus und reißt große Teile des kollektiven Gedächtnisses der Stadt mit sich in die Tiefe.

Solche und ähnliche Ereignisse waren es wohl, die jetzt die Hüter des vielfältigen kulturellen Erbes in den städtischen, staatlichen und kirchlichen Institutionen in Speyer zum Abschluss einer Vereinbarung anregten, in der sie sich alle im Falle von Natur- oder menschengemachten Katastrophen zu gegenseitiger Hileleistung verpflichten.

Im Dienstzimmer von Oberbürgermeister Hansjörg Eger im Speyerer Stadthaus wurde jetzt der „Vertrag zur gegenseitigen Unterstützung in Notfällen im Archiv-, Bibliotheks- und Museumswesen“ - kurz „Notfallverbund Speyer“ von den Repräsentanten von insgesamt zehn in Speyer ansässigen Kultureinrichtungen unterzeichnet. Im einzelnen sind dies:

  • Die Bibliothek und Medienzentrale der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer, vertreten durch die Leiterin, Dr. Traudel Himmighöfer,
  • Das Bischöfliche Priesterseminar St. German, Bibliothek, vertreten durch den Regens, Markus Magin,
  • Das Archiv des Bistums Speyer, vertreten durch den Leiter, Prof. Dr. Hans Ammerich,
  • Die Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer, vertreten durch den Leiter der Bibliothek, Dr. Markus Latka,
  • Das Gymnasium am Kaiserdom, Bibliotheks, vertreten durch Oberbürgermeister Hansjörg Eger,
  • Das Historische Museum der Pfalz, vertreten durch Direktor Dr. Eckart Köhne,
  • Das Landesarchiv Speyer, vertreten durch den Leiter Dr. Walter Rummel,
  • Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz/ Pfälzische Landesbibliothek Speyer, vertreten durch die Leiterin, Dr. Annette Gerlach, Koblenz und Dr. Armin Schlechter, Speyer,
  • Stadt Speyer, Abteilung Kulturelles Erbe, vertreten durch Oberbürgermeister Hansjörg Eger
  • Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz, vertreten durch Dr. Gabriele Stüber

In dem jetzt geschlossenen Vertrag erklären die Institutionen ihre Bereitschaft, „im Notfall ihre personellen und sachlichen Ressourcen zu bündeln und die zum Schutz des Kulturgutes zu leistenden Aufgaben in gegenseitiger Unterstützung zu bewältigen“. Insbesondere, so heißt es weiter, solle „bei der Bergung und Sicherung von gefährdetem Kulturgut dessen Substanz und Ordnungszustand mit Hilfe der bei den Verbundpartnern vorhandenen organisatorischen und konservatorischen Fachkompetenzen möglichst erhalten bleiben“. Dabei solle im Notfall „einer akuten, umfangreichen Gefährdung oder Schädigung des zu schützenden Kulturgutes durch Brand, Wasser, Unwetter, technische Defekte oder andere unvorhersehbare Ereignisse“ gemeinsam begegnet werden.

Und solche Vorkommnisse seien durchaus vorstellbar, so Oberbürgermeister Hansjörg Eger - zugleich auch oberster Katastrophenschützer in der Stadt: Hochwasserkatastrophen habe es in der Geschichte der Stadt durchaus immer wieder einmal gegeben. Auch liege die Stadt in einer Region mit erhöhter Erdbebengefahr und der Blick über den Rhein erinnere tagtäglich daran, dass dort noch immer zwei Kernkraftwerke bestehen. Alles sicher keine aktuellen Bedrohungen, so der Oberbürgermeister, aber doch so, dass man bei den zahlreichen Einrichtungen in der Stadt, die wertvolle Kulturgüter aufbewahren, darauf eingerichtet sein sollte.

Als erste Maßnahme dazu wurde bereits vor 18 Monaten eine informelle Arbeitsgruppe eingesetzt, die mit der Vertragsunterzeichnung jetzt dauerhaft konstituiert werden kann. Diese Arbeitsgruppe wird jetzt – jenseits der jeweils eigenen, mit den Rettungsdiensten abgestimmten Maßnahmen – bis 2014 eine gemeinsame Alarmierungsliste erstellen, in der die für die Leitungs- und Sicherungsaufgaben zuständigen Mitarbeiter und deren Stellvertreter in jeder Einrichtung aufgeführt sind.

Darüber hinaus sollen in anderen Listen die Bezugsquellen für in Notfällen erforderliche Verpackungsmaterialien sowie Ausstattungsgegenstände für die Einsatzhelfer festgehalten werden. Dazu Kühlhäuser, mit denen eine Absprache zur Einlagerung beschädigter Kulturgüter getroffen wurde und Ausweichquartiere für evakuierte Archivalien, Bücher und museale Gegenstände. Und vor allem auch die notwendigen Transportmöglichkeitn sollen dort festgehalten werden.

In einem Notfall sollen die beteiligten Institutionen gegenseitig personelle und technische Hilfe bei der Bergung und Sicherung des betroffenen Kulturgutes sowie durch die Bereitstellung von Ausweichdepotflächen für eine Übergangszeit leisten.

„Mit dieser Vereinbarung ist Speyer weiter als die meisten anderen Städte in der Bundesrepublik Deutschland“, lobte die neue Leiterin des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz in Koblenz, Dr. Annette Gerlach, zu deren Verantwortungsbereich auch die Speyerer „LaBi“ gehört. Sogar die Bundeshauptstadt Berlin, in der sie bis vor kurzem die dortige Landesbibliothek leitete, sei hier bislang noch nicht zu einer einvernehmlichen Vereinbarung zwischen den verschiedenen kulturellen Institutionen gekommen.

Natürlich wird alles, was die Arbeitsgruppe in den nächsten Monaten erarbeitet, wohl – hoffentlic - nur „graue Theorie“ bleiben. Darüber waren sich alle Unterzeichner des Vertrages einig. Sei es, dass ein wirklicher „Ernstfall“ hoffentlich nie eintrifft – doch wenn er wirklich eintreten sollte, so Dr. Gerlach, „dann wird alles ganz anders sein, dann müssen wir uns auf die aktuelle Situation einstellen und darauf reagieren“.

Doch das ist etwas, was in gleicher Weise auch für die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk und andere Katastrophenschutzdienste gilt. Und dennoch üben die Katastrophenschützer immer wieder, spielen alle denkbaren Szenarien durch, simulieren Schadensereignisse jeder Art, um dann im Alarmfall bestmöglich gerüstet zu sein.

Und deshalb macht auch diese Vereinbarung sehr wohl Sinn – auch wenn unter Speyer auf absehbare Zeit wohl keine U-Bahn gebaut werden wird, in die ein Stadtarchiv abrutschen könnte und wenn die noch zuletzt getroffenen umfangreichen Maßnahmen zum Hochwasserschutz wohl noch auf lange Zeit nennenswerte Überflutungen ausschließen dürften. Darum gilt auch hier Friedrich Schiller, wenn er in seinem „Wilhelm Tell“ mahnt: „Der brave Mann baut vor!“ Foto: gc

10.04.2013


Zehn Speyerer Kultureinrichtungen schließen Vertrag zur Unterstützung in Notfällen - Bilderalbum

Sammlung zu Speyerer Entnazifizierungsverfahren an das Stadtarchiv abgegeben

Das Stadtarchiv hat gestern einen wertvollen Neuzugang erfahren: Eine in den Jahren 1945 bis 1947 angelegte umfangreiche Kartei gibt Auskunft über die Verfahren der Spruchkammer in Speyer, die wie andernorts in den westlichen Besatzungszonen nach dem 2. Weltkrieg im Zuge der Entnazifizierung eingerichtet wurden. Karl Fücks aus Edesheim hat dem Stadtarchiv weit mehr als tausend Karteikarten übergeben, die vermutlich nach Abschluss der Verfahren von früheren Beisitzern mitgenommen worden waren. „Dieser Neuzugang stellt, obwohl äußerlich unscheinbar, eine wichtige Arbeitsgrundlage für die Erforschung der Entnazifizierung in Speyer nach 1945 dar“, unterstreicht Archivarin Katrin Hopstock.  

Die Spruchkammern wurden von deutschen Laienrichtern geleitet und fällten seit 1946 Urteile. Die Beschuldigten hatten in den Verfahren die Schuldvermutung z.B. bei einer Mitgliedschaft, einem Amt in der NSDAP und anderen Parteiorganisationen zu entkräften. Mehr als die Hälfte der Urteile der Spruchkammern endeten mit einem Quasi-Freispruch als „Mitläufer“, nur wenige Personen wurden als „Hauptschuldige“ oder „Belastete“ eingestuft und dann zu Lagerhaft verurteilt. www.speyer.de Pressestelle Stadt Speyer

05.04.2013


Ein Gala-Programm für Pfälzer Weine

v.l. Dr. Detlev Janik, Edwin Schrank, Monika Kabs, Theresia Riedmaier, Norbert Schindler, Stefan Hilz v.l. Dr. Detlev Janik, Edwin Schrank, Monika Kabs, Theresia Riedmaier, Norbert Schindler, Stefan Hilz

700 erlesene Wein- und Sektkreationen von 140 Pfälzer Weinbaubetrieben gehen am 13. und 14. April in Speyer an den Start

Von Gerhard Cantzler

Speyer- Am 13. und 14. April dieses Jahres wird Speyer ganz im Zeichen des Weines stehen. An diesem Wochenende nämlich wird die Domstadt zum Schauplatz der bislang größten Präsentation Pfälzer Weine. 140 Weinbaubetriebe werden dabei 670 erlesene Weine vorstellen – die Hälfte davon vom Jahrgang 2012 – dazu 30 Pfälzer Sekt-Kreationen. Heute nun waren führende Repräsentanten des Pfälzer Weins in die „gute Stube“ Speyers, den Historischen Ratssaal der Stadt, gekommen, um das Programm dieser außergewöhnlichen Veranstaltung vorzustellen.

Dabei unterstrich Theresia Riedmaier, Landrätin an der Südlichen Weinstraße und 1. Vorsitzende der „Pfalzwein e.V., den Anspruch der Veranstalter, das Kulturgut Wein in direkte Verbindung mit herausragenden kulturellen Orten zu bringen. Nach Präsentationen unter anderem im Mainzer Museum für Antike Schifffahrt und in den römischen Thermen in Trier sei Speyer mit seinem Kaiserdom sicher in ganz besonderer Weise für ein solches Weinforum geeignet. Nachdem die Veranstaltung in der Vergangenheit in der Bad Dürkheimer Salierhalle quasi „alles unter einem Dach“ geboten habe, werde sich das Wein-Forum am Dom auf vier ganz besondere Orte verteilen: Den Innenhof des Historischen Museums der Pfalz, wo derzeit auch die Ausstellung „Königreich Pfalz“ und - dauerhaft - das Weinmuseum besichtigt weden kann, dann das Friedrich-Spee-Haus beim Kaiserdom, den Historischen Ratssaal im Alten Rathaus sowie den Kulturhof Flachsgasse. „Damit hoffen wir, an gute Traditionen anknüpfen und dennoch zugleich etwas Neues bieten zu können“, betonte Theresia Riedmaier, die den Geschäftsführer der Pfalzweinwerbung, Dr. Detlev Janik, dazu beglückwünschte, „als geborener Speyerer“ die Idee zu dieser Form der Veranstaltung geboren zu haben.

Norbert Schindler MdB, direkt gewählter Abgeordneter des in erheblichem Maße vom Weinbau bestimmten Wahlkreises Neustadt-Speyer und Präsident des Mitveranstalters, der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass mit dem diesjährigen Wein-Forum die Veranstaltung an den Ort zurückkehre, der die Heimstatt des „Grauen Burgunders“ - des Ruländers – sei, der im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stehe. „Bad Dürkheim ist lebensfähig genug, um diese Präsentation nach einem viertel Jahrhundert nach Speyer abgeben zu können“, ging Schindler auf die in der Kurstadt laut gewordene Kritik an der Standortverlegung ein.

Für das „Wein-Forum“ in Speyer, für das man die Zahl der teilnehmenden Weingüter noch einmal deutlich habe steigern können, erwarten die Veranstalter mehr als 3.000 Besucher: Weinhändler, Gastronomen, aber vor allem Weinfreunde aus nah und fern. Dass bereits über 500 Karten verkauft seien, lasse ihn zuversichtlich sein, so Schindler, die „angepeilte“ Besucherzahl zu erreichen. Sein ganz besonderer Dank galt dem „engagierten Mittun“ der Stadt, die keinen Moment gezögert habe, sich in die Veranstaltung einzubringen. Schließlich bedankte er sich auch beim Speyerer Domkapitel, das an diesem Wochenende seine „gute Stube“, das Friedrich-Spee-Haus, dem Wein und den Wein-Freunden öffne. „Ohne christliche Kultur gäbe es keine Wein-Kultur“ schloß der Abgeordnete seine Ausführungen, denen sich auch Bürgermeisterin Monika Kabs für die Stadt Speyer anschloß. Sie erinnerte an den Rang Speyers als mittelalterlicher Wein-Handelsstadt, von dem ein kleiner Abglanz an diesen beiden Tagen in die Stadt zurückkehren könne. Auch wenn die kleinen Mengen Ruländer, die von dem Wingert am Tafelsbrunnen geerntet würden, nicht in den Handel kämen, sondern einzig zu Darepräsentativen Zwecken verschenkt würden, so gäben sie doch einen Eindruck davon, dass auch in Speyer Wein gedeihen und vor allem auch ausgeschenkt würde. Für sie sei es deshalb besonders erfreulich, dass sich so viele Speyerer Gastronomen an diesem weit über die Grenzen der Stadt hinaus ausstrahlenden„Wein-Wochenende“ mit einbrächten.

Edwin Schrank, 2. Vorsitzender der „Pfalzwein e.V.“ und Präsident des Weinbauverbandes Pfalz, begrüßte die Teilanhme so vieler Gruppierungen rund um den Wein – vom Barrique-Forum über den „Bioland-Weinberg“ bis hin zur Jahreshauptversammlung der „Deutschen Sommeliers“, von der sich die Veranstalter eine besonders wirksame Langzeitwirkung versprechen. Denn wie meinte Schrank? „Wir alle sind Wein – wir alle sind Pfalz“ - und lud damit alle Pfälzer und vor allem die aus Speyer und der Region ein, an diesem Wochenende in die alte Wein- und Kaiserstadt zu kommen.

Auf die geänderten Kaufgewohnheiten der Weinfreunde verwies schließlich noch Dr. Detlev Janik. Dem wolle das „Wein-Forum 2013“ durch sein Angebot an vier verschiedenen Stätten rund um den Speyerer Dom entsprechen. „Heute fährt man nicht mehr wie früher zu „seinem“ Stammwinzer, sondern sucht sich unterschiedliche Weine von unterschiedlichen Winzern aus“, stellte er fest. Und das könne auch an diesem Wochenende erprobt werden. Das Zauberwort dazu laute heute „Genußorientierung“. Die Besucher freuten sich deshalb auch ganz besonders auf den neuen Jahrgang 2012, der „ganz besonders gut“ ausgefallen sei.

Und was kommt nach „Speyer 2013“? - Auf dies Frage konnte Edwin Schrank schon heute eine gute Nachricht bekanntgeben: „Merken Sie sich schon einmal den 5./6. April 2014 vor“, empfahl er dem Frager. „Wir Weinmacher sind nämlich nicht sprunghaft – deshalb werden wir uns auch dann in Speyer wieder sehen“.

Übrigens: Tageskarten zur Teilnahme am „Wein-Forum der Pfalz 2013 – Wein am Dom“ gibt es auch weiterhin zum Preis von 25,-- Euro bei den Vorverkaufsstellen oder an den Veranstaltungstagen an allen vier Speyerer Präsentationsorten. Das Zwei-Tages-Ticket für die ganz „unermüdlichen Weinbeißer“ kostet 39,-- Euro. Im Preis inbegriffen ist dann auch die kostenlose Nutzung des S-Bahn-Netzes der VRN Rhein-Neckar sowie der Speyerer City-Shuttles. Weitere Informationen unter www.wein-am-dom.de Foto: gc; Pfalzwein e.V

02.04.2013


Schon mehr als 20 Gräber aus römischer Zeit gesichert

Ehemaliges Marienheim-Areal entpuppt sich als wahre Fundgrube für die Grabungsexperten der Speyerer Bodendenkmalpflege

cr. Speyer. Eigentlich wollten sie bis Ostern mit ihren Grabungsarbeiten zu Ende sein – die sechs Mitarbeiter des Sachgebiets Grabungstechnik des Landesamtes für Denkmalpflege um ihren Leiter Helmut Stickl und Grabungstechniker Freddy Ihm, die jetzt schon seit dem 8. März 2013 die Baugrube für die zukünftige Tiefgarage beim ehemaligen Marienheim nach Grabstätten aus der römischen Aera der der alten Stadt Speyer durchsuchen. Damals war zunächst ein Steinsarkophag mit den Überresten eines Menschen, vermutlich aus dem dritten nachchristlichen Jahrhundert, gefunden worden (der SPEYER-KURIER berichtete in seiner Ausgabe vom 9. März).

Doch schon im Zusammenhang mit der Bergung dieses Fundes in den folgenden Tagen stießen die Experten auf die Reste eines weiteren, zweiten Steinsarges sowie auf Spuren zahlreicher weiterer Brand- und Körpergräber. „Mit der Christianisierung im 3. Jahrhundert ging man damals dazu über, die Toten, die bis dahin einfach in einer Erdgrube verbrannt oder die nach ihrer Verbrennung gemeinsam mit unterschiedlichen Grabbeigaben in Tongefäßen bestattet wurden, unversehrt in der Erde zu beizusetzen“, erklärt Helmut Stickl. Die Brandgräber seien deshalb in dem Sand der Baugrube durch Verfärbungen besonders gut zu erkennen und würden vor ihrer detaillierten Auswertung durch Markierungen gekennzeichnet, eingemessen und dokumentiert.

Bis heute konnten so inzwischen bereits 20 Brand- und Körpergräber entdeckt und gesichert werden. Immer wieder stoßen die Archäologen dabei auf zum Teil gut erhaltende menschliche Überreste – vor Tagen auf einen durch den Druck der darüber lastenden Erde allerdings eingedrückten Schädel eines Erwachsenen sowie - erst heute wieder - auf das weitgehend unbeschädigte Haupt eines Kindes oder Jugendlichen.

Die heutige Ludwigsstraße und die Schwerdstraße verlaufen heute auf der Trasse einer Ausfallstraße aus römischer Zeit, zeigt Helmut Stickl anhand eines Stadtplanes aus der Veröffentlichung „Unter dem Pflaster von Speyer“ von 1989. Entlang dieser Straße wurden etwa seit der Zeitenwende – so lange bestand auf dem Areal südwestlich des heutigen Domes bereits ein römisches Kastell – die Toten der damaligen römischen Garnison bestattet. Dass sie jetzt auf dem Gelände des ehemaligen Marienheims auf Grabstätten stoßen würden, hat die Mitarbeiter der Landesarchäologie der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz nicht wirklich überrascht – entsprechende Ausgrabungen im Zusammenhang mit der Errichtung des Marienheimes hätten solche Funde wahrscheinlich gemacht. Doch dass es gleich so viele sein würden, überrascht auch die erfahrenen Bodendenkmalexperten

In Absprache mit der Bauherrschaft und den Architekten haben sie deshalb jetzt damit begonnen, auch den östlichen Teil des Areals vorsichtig zu öffnen, bevor dort die Ausschachtungsarbeiten für diesen Teil der Tiefgararge beginnen. Dabei kommen ihnen die gewaltigen Baumaschinen zu Hilfe, die für das Ausheben der Baugrube eingesetzt werden. Und selbst der 45 Meter hohe, riesige Baukran, der seit kurzem die Baustelle am Feuerbachpark überragt, kann im Notfall von den „Ausgräbern“ in Anspruch genommen weden.

Erstaunlich, mit welcher Vorsicht die Fahrer der Bagger und Radlader zu Werke gehen, um ja keines der in der Erde verborgenen Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit zu gefährden. Und so konnten sie zuletzt mit der Freilegung einer etwa zwei Meter unter dem heutigen Niveau liegenden Bodenschicht durch deutlich erkennbare Verfärbungen bereits wieder neue Hinweise auf weitere Gräber freilegen. Dort werden die umfangreichen Grabungsarbeiten nach den Osterfeiertagen mit unverminderter Intensität weitergehen.

Helmut Stickl lobt im übrigen die harmonische Zusammenarbeit auf der Baustelle: „Der Initiator der Maßnahme, die „Marienheim-Projektentwicklungsgesellschaft“ mit ihrem Geschäftsführer Thomas Huber und Markus Fritz von „Ads-Architekten“ tun alles Menschenmögliche, um uns bei unserer Arbeit zu unterstützen“, freut sich Stickl. So sei ein gedeihliches und im Detail abgestimmtes Zusammenwirken mit den Bauleuten auf der riesigen Baustelle möglich, wo seit Wochen schon immerhin rund 12.000 cbm Erde für den Bau der Tiefgarage abgefahren werden müssen.

Wie lange die Grabungsarbeiten noch fortgesetzt werden, kann Helmut Stickl heute noch nicht vorhersagen. Man werde aber auch weiterhin mit großer Sorgfalt und der gebotenen Gründlichkeit weiterarbeiten, um so mehr, als man im Gegensatz zu anderen Baustellen keinerlei Druck seitens des Bauherren verspüre. Foto: gc

27.03.2013


Ehemaliges Marienheim-Areal entpuppt sich als wahre Fundgrube für die Grabungsexperten - Bilderalbum

„Bekanntes, Bewährtes und viel Neues“ - Speyerer Frühjahrsmesse mit attraktivem Programm vorgestellt

Messeeröffnung am Ostersamstag um 17.00 Uhr beim Riesenrad

cr. Speyer. Die Sperrung des Großparkplatzes auf dem Speyerer Festplatz signalisiert es schon: Es ist wieder Messezeit in Speyer. Seit heute bauen dort die Schausteller ihre Betriebe auf – ab Ostersamstag geht es wieder rund auf der Frühjahrsmesse 2013, die bis einschließlich 7. April im 433. Jahr ihres Bestehens die Tore geöffnet halten wird. Für heute hatte dazu der für die Märkte zuständige Städtische Beigeordnete Frank Scheid gemeinsam mit dem Stellvertretenden Vorsitzenden des Schaustellerbandes Speyer e.V., Andreas Barth, zu einem Informationsgespräch eingeladen, bei dem Scheid das wie immer hoch attraktive Programm der Speyerer Messe präsentierte.

Zuvor wollte der Beigeordnete doch noch den geänderten Anfangstermin der Frühjahrsmesse erläutern, die in den vergangenen 25 Jahren stets schon am Gründonnerstag eröffnet wurde. Aufgrund einer Anordnung der zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungs-Direktion ADD, die im letzten Jahr erstmals die Öffnung der Messe an Karfreitag und an Allerheiligen untersagt hatte, musste die so viele Jahre unbeanstandet geübte Praxis der „stillen Messen“ an diesen Feiertagen eingestellt werden. Im Einvernehmen mit dem Schaustellerverband habe die Stadt deshalb die Verlegung der Eröffnung der Frühjahrsmesse von Gründonnerstag auf Ostersamstag beschlossen.

Auch dieser Regelung könnte zukünftig noch Ungemach drohen. Wie Frank Scheid mitteilte, hatte die Stadt Speyer beim rheinland-pfälzischen Innenministerium gegen das 'Messe-Verbot' an den beiden Feiertagen Widerspruch angemeldet. Doch statt eines „Einsicht in die Speyerer Gewohnheiten“ signalisierenden Bescheids bekräftigte das Ministerium die Anordnung der ADD nicht nur, sondern übersandte der Stadt obendrein auch noch den Entwurf eines neuen Gesetzes zur Stellungnahme zu, das zusätzlich auch noch vorsieht, am Oster- und am Pfingstsonntag die Abhaltung solcher Märkte und Messen zu untersagen. Sollte dieser Entwurf Gesetzeskraft erlangen, dann wäre das ein schwerer Schlag für die Schausteller und für alle Freunde dieser pittoresken Jahrmärkte. Darüber waren sich Andreas Barth und Beigeordneter Frank Scheid einig – dann wäre die Speyerer Frühjahrsmesse ebenso in ihrer Existenz bedroht wie die zahlreichen Oster- und Pfingstmärkte landauf, landab. „Wir hoffen aber, dass der Gesetzgeber am Ende doch noch ein Einsehen hat“, hofft Frank Scheid.

Doch so weit ist es glücklicherweise noch nicht: Erst einmal können sich die Speyerer und ihre Gäste auf eine zwar um zwei Tage kürzere, deswegen aber nicht weniger attraktive Frühjahrsmesse freuen. Marktmeisterin Patricia Holländer, die sich derzeit noch von den Folgen eines schon seit längerem geplanten Eingriffs erholt – weiterhin gute Besserung und viel Erfolg bei der Rekonvaleszenz, Frau Holländer! - die voraussichtlich erst nach Ostern wieder auf ihren Arbeitsplatz zurückkehren wird, hat gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Barbara Raupp getreu dem Grundsatz aller Speyerer Marktmeister(innen) „Bekannt und Bewährt“ eine bunte Mischung aus traditionellen und neuen Messebeschickern mit ihren Betrieben für die Frühjahrsmesse ausgewählt. Insbesondere bei den Fahrgeschäfte wird es dabei viel Neues und Spekakuläres zu sehen und zu Fahren geben.

Da wird „Chaos“ - ein im Wortsinne 'mitreißendes' Hochfahrgeschäft - seine Besucher in Gondeln um gleich mehrere Achsen durch die Luft wirbeln, da wird das Hoch- und Rundfahrgeschäft „High Impress“ den Adrenalinspiegel seiner Benutzer ein ums andere mal noch oben treiben, während nebenan in „Freddy's Circus“ - einem „4-Etagen-Laufgeschäft“, wie's im Jargon der Schausteller heißt, die Menschen juchzend die größte transportable Rutsch-Bahn Europas heruntersausen.

Ruhiger wird es dagegen auf der Familienachterbahn „Doggy Dog“ und auf den zahlreichen Kinder-Fahrgeschäften auf der Messe zugehen, während – alles überragend – nebenan das 45 Meter hohe Riesenrad „Golden Wheel“ majestätisch seine Runden dreht. Dort wird übrigens am Samstag, dem 30. März, um 17.00 Uhr Beigeordneter Frank Scheid nach den schon eine halbe Stunde vorher startenden „Schnupperfahrten“ die Messe mit traditionerllen Fassbieranstich offiziell eröffnen.

Insgesamt 11 Fahrschäfte werden dann auf der Frühjahrsmesse 2013 ihre Runden drehen – mehr oder weniger schnell. Dazu gibt es zahlreiche Geschicklichkeitspiele, eine Schießhalle, Verkaufs- Imbiss- und „Gutsel“-Stände und, und, und........

Vier Bewirtschaftungsbetriebe laden an jeder Ecke des knapp 700 Frontmeter messenden Vergnügungsparcours die Besucher zur Einkehr ein. Die Preise, so betonte Andreas Barth, „sind stabil“ - 6,80 Euro für einen Liter Bier - „das gibt's in München und bei anderen Volksfesten längst nicht mehr“. Möglich seien diese Preise u.a. auch deshalb, weill die Stadt mit ihren Standgebühren schon seit vielen Jahren „einen moderaten Kurs“ steuere und weil die Schausteller durch rechtzeitige Investitionen in energiesparende Technologien ihre Strompreise – ein wichtiger Faktor in der Gesamtkalkulation bei z.B. allein über 12.000 Glühbirnen auf dem Autoskooter und einem Gesamtstromverbrauch der Messeattraktionen von 70.000 kwh.

Am Mittwoch, dem 03. April 2013, ist wiederum ganztätig „Familientag“ angesagt, Dann erwarten halbe Fahrpreise und viel Sonderpreise an den meisten anderen Ständen die Besucher.

Und am Sonntag, dem 07. April 2013, um 21.00 Uhr wird es schließlich zum großen Finale wieder ein fulminantes Musik-Feuerwerk geben. „Unser Feuerwerker hat uns versprochen, in diesem Jahr 'noch eine Schippe draufzulegen' und aus Sympathie mit Speyer das Feuerwerk ganz besonders prachtvoll ausfallen zu lassen“, kann Frank Scheid berichten. Schau'n wir mal....

Und wenn jetzt auch noch die Meteoroegen recht behalten sollten und zum Oster-Wochenende endlich auch in Speyer der Frühling Einzug hält – dann passt wieder alles – dann trägt auch die beliebte Speyerer Frühjahrsmesse einmal mehr ihren Namen zurecht. Foto: gc

25.03.2013


Ausstellung des bekannten Malers Magold zum Thema Mose in der Speyerer Synagoge

Das Interreligiöse Forum Speyer, gegründet am 23. September 20012 in Speyer freut sich wieder gemeinsam eine  Aktion einer breiten Öffentlickeit zu präsentieren.

Das Forum das gegründet wurde um gegenseitigen Respekt, Toleranz, Verständnis und Akzeptanz zu fördern freut sich eine Ausstellung des bekannten Malers Magold zum Thema Mose in der Synagoge zeigen zu können.

Gerade an der Gestalt von Mose kann man sehr schön die Gemeinsamkeiten der drei Weltreligionen aufzeigen. Von daher freut sich das Forum , bestehend aus den katholischen Stadtpfarreien der Stadt Speyer, der jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz, der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Speyer, der Türkisch-Islamischen Gemeinde Speyer und des akademischen Dialogkreises  Mannheim-Speyer, einen weiteren Schritt mit dieser Ausstellung in Richtung der Förderung der interreligiösen und gesellschaftlichen Zusammenarbeit gehen zu können.

Dr. Markus Lamm, Sprecher der Forums

25.03.2013


5. Großer Nachtumzug durch die Domstadt Speyer findet am 25.01.2014 statt

Stadt Speyer & Guggemusik Speyrer Brezlkracher e.V. ziehen an einem Strang

Auf der Grundlage von zwei Gesprächen mit Vertreten der Stadt Speyer unter der Leitung von OB Eger und dem Veranstalter des Nachtumzuges, den Speyrer Brezlkrachern unter der Leitung der 1. Vorsitzenden, Annette Blumenschein, hat der Stadtvorstand der Durchführung des 5. Große Nachtumzuges der Brezelkracher durch die Domstadt Speyer am 25. Januar 2014 zugestimmt.

Wir sind sehr dankbar und freuen uns über die positive Entscheidung des Stadtvorstandes – nun können wir direkt in die Planung der Veranstaltung gehen, so Annette Blumenschein. Jetzt gilt es wieder Narrenzünfte, Hexen, Teufel, Dämonen, Krampusse, Fanfarenzüge, Schalmeien- und Guggemusikgruppen aus dem In- und Ausland nach Speyer einzuladen, das Narrendorf zu planen und vor allem Sponsoren zu gewinnen.

Der 5. Große Nachtumzug wird auf 111 Zugnummern beschränkt werden. Es werden auch 2014 keine Umzugswagen mit dabei sein sondern lediglich Fußgruppen, die mit den Besuchern den einen oder anderen Schabernack treiben werden.

Um die Kosten des Umzuges aufzufangen wird es auch für 2014 wieder einen Button geben, der im Vorfeld und am Umzugstag verkauft werden wird. Mit dem Kauf dieses Buttons unterstützen Sie aktiv die Arbeit der Guggemusik Speyrer Brezlkracher e.V. und des Nachtumzuges.

Besonders traurig ist die Tatsache, dass von den über 70 angeschriebenen Gastronomen nur zwei sich gemeldet haben. Eine finanzielle Hilfe wurde leider ebenso wenig zugesagt wie eine Spende für 2013 getätigt um dem Verein die Kostenlast zu nehmen. Die Speyerer Gastronomen, besonders entlang der Hauptstrasse, sind doch die größten Nutznießer der Veranstaltung ohne hierfür etwas zu tun oder den Veranstalter finanziell zu unterstützen.

Bereits jetzt können sich freiwillige Helfer, die als Zugbegleiter aggieren oder dem Verein anderweitig tatkräftig zur Seite stehen wollen per E-Mail unter 1.Vorstand@Brezlkracher.de oder telefonisch unter 06232/8501304 melden.

Wer den jungen Verein, der in diesem Jahr sein 5-jähriges Bestehen feiern kann, finanziell unterstützen möchte, kann dies über die 2 Spendenkonten, die hierfür eingerichtet wurden, gerne tun. Die Bankverbindung lautet: Volksbank Kur- und Rheinpfalz eG, Kontonummer: 22 40, Bankleitzahl: 547 900 00 oder Kreis- und Stadtsparkasse Speyer, Kontonummer: 880 880, Bankleitzahl 547 500 10. In beiden Fällen ist der Kontoinhaber die Guggemusik „Speyrer Brezlkracher e.V.“.

Auch aktive und passive Mitglieder werden immer wieder gerne aufgenommen. Wer bei der Guggemusik „Speyrer Brezlkracher e.V.“ mitmachen möchte kann gerne unverbindlich in den Proben vorbeikommen. Man muss weder Noten lesen noch ein Instrument beherrschen können. Der musikalische Leiter, Horst Blumenschein, bildet die jeweiligen Spieler selbst aus und bringt ihnen das Spielen des Instruments bei. Die Hauptproben finden immer mittwochs von 18-20.30 Uhr in der Halle 101 statt. Guggemusik Speyrer Brezlkracher e.V., Presse

21.03.2013


Steht für nachhaltigen und ökologisch sinnvollen Umgang mit unseren Ressourcen

Speyerer „Energiezentrum Collectus“ mit dem ersten „KISS-Siegel“ ausgezeichnet

cr. Speyer- Als erstes Speyerer Unternehmen konnte heute das „Energiezentrum Collectus“ in der Wormser Landstraße 247 das „KISS-Siegel“ in Gold als besonders ausgezeichneter „Energieeffizienter Betrieb“ entgegennehmen. Die Stadt Speyer und die Stadtwerke SWS hatten diese Auszeichnung im Rahmen der „Klimaschutzinitiative der Stadt Speyer KISS“ ausgeschrieben - heute nun konnte Oberbürgermeister Hansjörg Eger gemeinsam mit dem Geschäftsführer der SWS, Wolfgang Bühring, dem Sprecher von Collectus, Norbert Schlör, die Plakette und die dazu gehörende Urkunde überreichen. Mit dieser Auszeichnung, so Eger, solle der nachhaltige und ökologisch sinnvolle Umgang von Collectus mit den Ressourcen gewürdigt werden; das Siegel - am Gebäude des Unternehmens montiert - sei damit zugleich auch ein Zeichen für das vorbildliche Engagement des von Collectus im Umwelt- und Klimaschutz, das zur Nachahmung anregen solle.

Grundsätzlich werde das KISS-Siegel in den Abstufungen Gold, Silber und Bronze verliehen. Collectus sei mit dem Siegel in Gold für sein „Plusenergie-Haus“ ausgezeichnet worden, in dem ein aufeinander abgestimmtes energetisches Gesamtkonzept den Wärmeverbrauch auf ein Minimum reduziere. Die Erzeugung erneuerbarer Energien aus Photovoltaik-Anlagen, aber auch die regenerative Wärmegewinnung durch Solarthermieanlagen, Pellets- und Scheitholzkessel sowie durch ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk würden das Informations-Gebäude als Vorzeigeobjekt in Speyer kennzeichnen, so der Oberbürgermeister, der zugleich darauf verwies, dass mit diesem Tag auch die Bewerbungsfrist für Speyerer Betriebe um das „KISS-Siegel“ beginne, die am 31. Oktober 2013 enden wird.

Ehe sich die Teilnehmer an der kleinen Feier zur Überreichung der Auszeichnung – unter ihnen auch der Leiter der Städtischen Bauverwaltung, Hans-Joachim Ritter und Sabrina Schäfer von den SWS - auf einen Rundgang durch das Energiezentrum machten, überreichte Frank Hildebrand von der LUWOGE dem Initiator des Informations-Zentrums, Norbert Schlör, den offiziellen Energieausweis für das Gebäude.

Schlör, der versprach, die Botschaft, die von diesem Tag ausgehe, auch weiterhin in die Stadt und die Region hineintragen zu wollen, stellte den Gästen sodann unterschiedliche Technologien vor, die Collectus für Interessenten an Neubau- und Sanierungsmaßnahmen zur Demonstration bereit hält: Systeme für Lüftung, Heizung und Kühlung, Photovoltaik-Anlagen zur Gewinnung regenerativer Energien aus Sonnenlicht - modular aufeinander abgestimmt – für jede Anwendung und für jeden Bedarf die richtige Lösung.

23 Fachunternehmen – vom spezialisierten Architekturbüro über die unterschiedlichen Handwerks-Gewerke bis zur Energieagentur Speyer-Neustadt/Südpfalz haben sich hier zusammengefunden, um unter einem Dach ökologisch bewußte Häusle-Bauer und Sanierungswillige Hauseigentümer gleichermaßen zu beraten. Weitere Informationen unter www.collectus-speyer.de.

Wie die Klimaschutzmanagerin der Stadt Speyer, Julia Eustachi, abschließend erläuterte, könnten sich alle Betriebe mit einer Betriebsstätte in Speyer an der Ausschreibung beteiligen, die im Jahr 2012/13 eine Immobilie energieeffizient errichtet oder saniert, oder die Maßnahmen zur CO2-Reduzierung an solchen Objekten durchgeführt haben. Für eine Bewerbung ist neben dem Bewerbungsbogen bei neu errichteten Gebäuden ein gültiger Energieausweis, bei allen sanierten Objekten ein Nachweis über die durchgeführten Sanierungsmaßnahmen vorzulegen. Für Rückfragen steht die Klimaschutzmanagerin der Stadt, Julia Eustachi, telefonisch unter 06232-14-2596 oder über e-mail: julia.eustachi@stadt-speyer.de zu Verfügung. Informationen gibt es auch unter www.kiss-speyer.de. Foto: gc

19.03.2013


Speyerer „Energiezentrum Collectus“ mit dem ersten „KISS-Siegel“ ausgezeichnet - Bilderalbum

Harmonische Mitgliederversammlung des Dombauvereins

Die Geehrten für 10 Jahre Mitgliedschaft Die Geehrten für 10 Jahre Mitgliedschaft

Dr. Wolfgang Hissnauer als 1. Vorsitzender bestätigt

von Franz Gabath

Speyer- Harmonisch verlief die Mitgliederverssammlung des Dombauvereins im Ägidienhaus. Dr. Wolfgang Hissnauer, der erste Vorsitzende, konnte ca. 150 Damen und Herren, des mittlerweile 2794 Mitglieder zählenden Vereins begrüßen. Sein besonderer Willkommensgruß galt Oberbürgermeister Hansjörg Eger (CDU), so wie Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU). Seitens der Bistumsleitung konnte Hissnauer Domkapitular Schappert, Domkapitular i.R. Otto Schüßler und Domdekan i. R. Hubert Schuler begrüßen. Der Vorsitzende der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, Dr. Fuchs weilte ebenfalls unter den Gästen.

„Stadt und Dom bilden eine Einheit“ betonte Oberbürgermeister Hansjörg Eger (CDU in seinem Grußwort. Die Neugestaltung des Kaisersaales im Dom mit den restaurierten Schraudolph-Bildern, die Aussichtsplattform im südwestlichen Turm und die geplante Begehung der Zwerggalerie sind nicht nur für den Dom wichtige Bausteine, sie sind, wie der ganze Dom, wichtige Höhepunkte für den Tourismus der Stadt Speyer. Im Rahmen der Möglichkeiten versprach Hansjörg Eger finanzielle Unterstützung.

Dr. Fuchs, der Vorsitzende der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, unterstrich die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Dombauverein und Stiftung. „Wir dienen beide der guten Sache, dem Dom zu dienen, für die jetzige und die zukünftigen Generationen“ war die Kernaussage von Dr. Fuchs.

„Wir sind mittlerweile bei 2794 Mitgliedern angekommen und haben unsere Mitgliederzahl im Jahre 2012 wieder steigern können“ betonte Dr. Wolfgang Hissnauer zu Beginn seines Geschäftsberichtes mit Stolz. Hissnauer hofft in diesem Jahr die die Mitgliederzahl auf die angepeilte Zahl von 2800 erreichen zu können. Die Werbung neuer Mitglieder soll ein besonderer Schwerpunkt der künftigen Arbeit darstellen. Dr. Hissnauer ließ noch einmal die Höhepunkte des vergangenen Jahres Revue passieren. Veranstaltungen wie „Der Tag der Mitglieder“, Beteiligung am „Tag des offenen Denkmals“ wie das Konzert der Chöre „Baden schaut über den Rhein“ nannte Hissnauer als Höhepunkte im Jahr 2012. Diese Veranstaltungen werden auch im Jahr 2013 beibehalten. Das gleiche gilt auch für die immer ausgebuchten Wissenschaftlichen Foren. Diese sind für den 23. Mai, den 04. Juli und den07. November terminiert.

Das Jubiläumskonzert „Baden schaut über den Rhein“ erklingt am 12. Mai.

Besonders ertragreich für den Dombauverein erwies sich auch 2012 der Verkauf der Domwein- und Dom-Sekt-Editionen. Die Präsentation der neuen Dom-Weine wird am 10 April durchgeführt. herausragende Erlebnisse für die Mitglieder stellen immer die Studienfahrten dar. Da die erste eintägige Studienfahrt nach Würzburg schon ausgebucht ist, wird mit dem 19.Juni ein zweiter Termin angeboten. Die mehrtägige Studienreise führt vom 16. Bis 25. August nach Polen. Dr. Walter Appel wird auch dieses Jahr wieder der sach- und fachkundige Reiseleiter sein.

Zum ersten Mal sind am 25 August besonders junge Familien mit ihren Kindern eingeladen, den Dom zu besuchen und an speziellen Führungen teilzunehmen. Am Tag des offenen Denkmals am 08. September wird es wieder möglich sein, nicht immer zugängliche Teiler des Domes kennen zu lernen.

Nach Maria Laach geht die Fahrt am Tag der Mitglieder am 14. September.

Als neue Akzente in der Arbeit des Dombauvereins nannte Dr. Wolfgang Hissnauer die Erstellung eines Domführers der sich besonders an Kinder richtet. Für 2014 kann schon ein Dom-Kalender bestellt werden.“Superlative am Dom zu Speyer“ ist der Titel der in Bild und Text außergewöhnliche Einblicke bieten wird. Die Herausgabe des Kalenders ist für Juni diesen Jahres geplant. Die Homepage wird z. Z. neu gestaltet und wird in Kürze in neuem Gewand erstrahlen.

In Vertretung von Schatzmeisterin Dorothea Halter legte Dr. Hermann von Samson einen sehr detaillierten und erfreulichen positiven Kassenbericht vor. So konnten im Jahr 2012, 150 000 Euro an das Domkapitel überwiesen werden. In den 17 Jahren des Dombauvereins summiert sich dies zu der beachtlichen Summe von über 6 Millionen Euro die der Dombauverein zur Erhaltung des imposanten Gotteshauses beigetragen hat. Michael Dengler dankte im Namen der Kassenprüfer ausdrücklich für die gute Arbeit von Dorothea Halter als Schatzmeisterin geleistet hat. Dorothea Halter wird in der neuen Vorstandschaft nicht mehr vertreten sein. Sie muss dieses Amt aus beruflichen Gründen leider abgebe. Michael Dengler beantragte Entlastung der gesamten Vorstandschaft, die, unter großem Applaus, einstimmig gewährt wurde.

Die VorstandschaftDie Mitgliederversammlung diente auch zur Wahl eines neuen Vorstandes. Oberbürgermeister Hansjörg Eger leitete die Wahl routiniert und souverän die folgendes Ergebnis brachte. Im Amt des 1. Vorsitzenden wurde Dr. Wolfgang Hissnauer bestätigt. Das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden bleibt bei Gudrun Lanig. Ebenso wird als Schriftführerin weiterhin Dr. Barbara Schmidt-Nechl fungieren. Winfried Szkutnik übernimmt das Amt des Schatzmeisters. Neu ist die gesamte Riege der Beisitzer. Dr. David Hissnauer, Markus Hoffmann, Dr. Benedikt Raether, Christian Stadler, so wie Markus Wüstefeld wurden hier gewählt. Kraft Amtes gehören Domkapitular, Domkustos Peter Schappert, Domkapitular, Dompfarrer Matthias Bender, Dombaumeister Mario Colletto und Geschäftsführer Dr. Walter Appel dem Vorstand an.

Als Kassenprüfer fungieren weiterhin Martin Brilla und Michael Dengler. Alle Wahlen erfolgten einstimmig.

„Sie sind nicht nur Mitglied in einem Verein, sie haben Verbindung zu einem hohen Kulturgut“ betonte Dr. Wolfgang Hissnauer vor der Ehrung der Mitglieder für 10 Jahre Zugehörigkeit zum Dombauverein. Von den120 zu Ehrenden konnten 20 die Urkunde persönlich in Empfang nehmen. Allen anderen wird diese mit dem nächsten „Domkurier“ zugestellt.

Alle Infos über den Dombauverein sind unter www.dombauverein-speyer.de im Internet einzusehen oder unter der Rufnummer 06232 102 116 . oder dombauverein@bistum-speyer.de am Edith-Stein-Platz 8 zu erhalten. Bild: fg

17.03.2013


Außengelände der KiTa „Arche Noah“ in Speyer-Nord neu bepflanzt

Optik-Kette Fielmann spendet dazu 31 Bäume

cr. Speyer Hochbetrieb herrrschte heute auf dem Freigelände rund um die Protestantische Kindertagesstätte „Arche Noah“ im Falkenweg in Speyer-Nord. Mit Schaufeln und Harken, mit Pickeln und Spaten „bewaffnet“ hatten sich bei strahlendem Sonnenschein rund 30 Erwachsene – Eltern der KiTa-Kinder zumeist sowie die Mitarbeiterinnen der Einrichtung - eingefunden, um - unterstützt von Profis, die mit Motorsägen und sogar mit einem kleinen Bagger angerückt waren - den Grünflächen rund um die KiTa ein neues Gesicht zu verleihen.

Zu verdanken hatte die KiTa diese Pflanzaktion einer Spende, die der Leiter der Speyerer Fielmann-Filiale, Jens Vogel, zu diesem Tag hatte anfahren lassen: 31 stattliche Bäume, die heute eingepflanzt wurden und von denen der Augenoptiker-Meister hofft, dass sie schon bald Schatten für viele KiTa-Kinder spenden werden. „Wir pflanzen diese Bäume ja nicht für uns, sondern für die nachkommende Generationen“, betonte Vogel, der an diesem Tag auch selbst mit Hand anlegte.

Wie die Leiterin der „Arche Noah“, Ulrike Kraus, in einem kurzen Rückblick erklärte, sei der Wunsch, das Außengelände dieser seit 1973 bestehenden KiTa in einen naturnahen Spielraum für alle Altersgruppen von ein bis sechs Jahren zu verwandeln, durch die Erweiterung des Betreuungsangebots für Kinder ab einem Jahr und die auch dadurch bedingte Aufstockung der Zahl der Gruppen ausgelöst worden. „Für die ganzheitliche Entwicklung unserer Kinder sind Erfahrungen in Natur und Umwelt von entscheidender Bedeutung“, so Ulrike Kraus. „Die Kinder erfahren sich und ihren Körper in Beziehung zu ihrer natürlichen Umgebung immer wieder anders und immer wieder neu“. Entscheidend seien in diesem Zusammenhang vor allem auch ausreichende Bewegungserfahrungen.

Im Zuge der Erweiterungsmaßnahmen der KiTa, so Ulrike Kraus, sei zuletzt der Bestand an älteren Pflanzen auf dem Gelände doch arg in Mitleidenschaft gezogen worden; ein Raupenbefall bei mehreren alten Eichenbäume habe zudem Anfang des Jahres die Fällung der betroffenen Bäume notwendig gemacht. Dank der Unterstützung der Optikkette Fielmann sei es jetzt aber dankenswerter Weise möglich geworden, dass die „Arche Noah“ auf ihrem Freigelände wieder zahlreiche neue, schattenspendende Bäume erhält.

Neben der Auspflanzung der neuen Bäume wurden heute auch neue Weidentipis eingepflanzt, die mit hohem Flechtwerk verdichtet werden. Zudem wurde auf der Grünfläche, auf der mehr und mehr schwindende Schneeplacken noch an den zu Ende gehenden Winter erinnerten, aus den gefällten Eichenstämmen ein neuartiges Klettermikado errichtet sowie ein vorhandenes Klettergerüst an eine neue Stelle umgesetzt.

Wie in Speyer engagiere sich Fielmann schon seit Jahrzehnten in vielfältigen Projekten des Natur- und Umweltschutzes, so Jens Vogel gegenüber dem SPEYER-KURIER. So pflanze das Unternehmen für jeden Mitarbeiter in jedem Jahr einen zusätzlichen Baum. Auf diese Weise seien deutschlandweit bis heute mehr als eine Million junge Bäume ausgepflanzt worden. Jens Vogel: „Für die Menschen ist der Baum das Symbol des Lebens - Naturschutz ist deshalb eine Investition in die Zukunft von uns allen“. Dieser Feststellung konnte sich als Vertreterin des Trägers, der KiTa „Arche Noah“ auch Pfarrerin Heike Kronenberg von der Protestantischen Christuskrichengemeinde in Speyer-Nord aus vollem Herzen anschließen, die es sich nicht hatte nehmen lassen, bei dieser Baumpflanz-Aktion mit von der Partie zu sein. Foto: gc

16.03.2013


Außengelände der KiTa „Arche Noah“ in Speyer-Nord neu bepflanzt - Bilderalbum

Feuerwehrbedarfsplan und Dienstleistungsangebot der Stadt für ihre Bürger – trotz schwergewichtiger Themen Tagesordnung der letzten Ratssitzung zügig „durchgezogen“.

Unerwartet schnell ging jetzt die letzte Sitzung des Speyerer Stadtrates über die Bühne. Denn obwohl so schwergewichtige Themen wie der Feuerwehrbedarfsplan und die Standortfrage für das/die Bürgerbüro(s) in der Stadt auf der Tagesordnung standen, waren die Ratsmitglieder doch schon nach knapp drei Stunden mit ihrem Beratungsbedarf am Ende – rekordverächtig oder vielleicht auch nur der Einsicht geschuldet, dass Beratungen, die bereits wiederholt in aller Ausführlichkeit geführt worden sind, nicht noch einmal wiederholt werden müssen. Und so prägte – abgesehen von kleinen Differenzierungen, die halt sein müssen, wenn man auf den Oppositionsbänken sitzt – Einmütigkeit angesagt bei dieser Sitzung:

Das begann schon bei der Beratung der beiden Tagesordnungspunkte, die sich mit der zukünftigen Wasserversorgung in der Stadt beschäftigten. Hier konnte Oberbürgermeister Hansjörg Eger den Stadtrat der „Linken“, Wolfgang Förster, beruhigen: Bisher sind noch keine privaten Anbieter an die Stadt herangetreten, um das Wasserrohrnetz im Versorgungsgebiet der Stadt zu übernehmen. Weitgehende Einmütigkeit dann auch bei der Verabschiedung der von der Fraktion von „Bündnis 90/Die Grünen“ eingebrachten Resolution, mit der der Rat sich gegen die Absicht der Europäischen Union ausspricht, die Wasserversorgung für die Übernahme in private Hände zu öffnen. „Ein so existenzielles Lebensgut wie Wasser“ dürfe nicht in private Hände gelangen – „Trinkwasser darf nicht zur Handelsware werden, sondern muss elementarer Teil der kommunalen Daseinsvorsorge bleiben“, wie es in dem „Grünen“-Antrag heißt. Der Vorwurf, dass die FDP im Europäischen Ministerrat der Privatisierung zugestimmt habe, brachte die beiden Speyerer FDP-Mandatsträger auf – sie enthielten sich bei der Abstimmung – ansonsten wurde die Resolution einstimmig angenommen.

„Mit diesem Antrag wollen Sie eigentlich nur erreichen, dass der Ist-Zustand bei zukünftigen Einstellungen bei Stadtwerken und EBS beibehalten wird“, interpretierte der Oberbürgermeister einen Antrag der SPD, die sich gegen eine vermeintliche „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ in diesen städtischen Tochterunternehmen ausgesprochen hatte. Nachdem der Rat sich in Gänze zu dieser Sichtweise verstehen konnte, hatte sich der Antrag dann rasch erledigt.

Obwohl sich Claus Ableiter, BGS eingangs gespannt zeigte, ob die CDU „nun in jeder Sitzung einen so witzigen Antrag präsentiert“ stimmte auch er wie der gesamte Rat am Ende dem von Jörg Zehfuß, CDU, begründeten Antrag zu, unter Beteiligung der Bürger die richtigen Standort für Papierkörbe in der Stadt zu ermitteln und diese so kreativ und bunt zu gestalten, dass sie sich von ihrem jeweiligen Hintergrund abheben könnten. Vorbilder in Mannheim und Hamburg hatte die Verwaltung bereits in Augenschein genommen – jetzt soll es auch an der Bürgerschaft sein, Gestaltungsvorschläge zu machen.

Auf gleich vier Anfragen der „Grünen“ zum Sachstand von Anträgen, die sie in zurück liegenden Sitzungen eingebracht hatten, konnte Oberbürgermeister Eger in allen vier Fällen „Vollzug melden“. Die noch immer nicht erfolgte Straßenbenennung nach ehemaligen jüdischen Mitbürgern – von Claus Ableiter ausdrücklich auch auf Mitbürgerinnen erweitert – habe noch nicht umgesetzt werden können, weil seit der Antragstellung noch keine neuen Straßen benannt worden seien.

Bezüglich der Anfrage nach Schaffung von kostengünstigem, einfachen Wohnraum mit geringem Energieverbrauch erinnerte der Oberbürgermeister an die zwischenzeitlich auch mit den Kommunalen Wohnungsbaugesellschaften Speyers abgeschlossenen Klimaschutzvereinbarungen, die die Schaffung derart ausgestatteter Mietwohnungen zum Ziel hätten. Bezüglich der angefragten Einrichtung eines neuen Internetangebotes der Stadt konnte Eger ankündigen, dass der neue Internetauftritt der Stadt am 11. März freigeschaltet würde. Und schließlich bedauerte es der Oberbürgermeister, dass es noch nicht möglich gewesen sei, den vom Rat gewünschten ökologischen Mietspiegel zu erstellen. Eine diesbezügliche Umfrage der Verwaltung, zu der 1.700 repräsentativ ausgewählte Bürger einen Fragebogen erhalten hätten, der u.a. auch entsprechende Auskünfte erbat, habe gerade einmal 24 Antworten erbracht. „Für einen aussagekräftigen Mietspiegel hätten wir aber mindestens 500 Rückläufer gebraucht“, so Eger, „ein neuer Mitespiegel konnte deshalb noch nicht erstellt werden“, bedauerte er.

Dann wurde auch schon der Feuerwehrbedarfsplan aufgerufen – und nach kurzer Diskussion einstimmig verabschiedet. Tenor des Beschlusses: Speyer braucht eine völlig neues Konzept für die Standorte von Feuerwache und Gerätedepots. Insbesondere die Situation der „feuerwehrfernen“ Stadtteile Speyer-Nord und Speyer-West müsste dadurch möglichst rasch verbessert werden.

Die Speyerer Feuerwehr soll im Kern eine „Freiwillige Feuerwehr“ bleiben – darüber ist sich der Rat, auch aus Kostengründen, einig. Doch die demographische Entwicklung der Gesellschaft und die Abschaffung des verpflichtenden Wehr- und Ersatzdienstes, von dem man sich bisher durch eine zeitliche Verpflichtung für die Feuerwehr befreien lassen konnte, habe auch die „Freiwilligkeit“ spürbar sinken lassen. Von daher müsse wohl auch Speyer über eine Verstärkung des Anteils seiner hauptberuflichen Feuerwehrleute nachdenken.

„60 hauptamtliche Wehrmitglieder zum 1. Januar 2014 werde ich Ihnen aber natürlich nicht zusagen können“, musste der Oberbürgermeister dazu unter zustimmendem Nicken von Wehrleiter Michael Hopp in den Zuhörerrängen feststellen, „dazu fehlen uns sowohl das Geld und – wenn wir es hätten – das entsprechend ausgebildete Personal“.

Bleibt deshalb alles beim Alten? Vermutlich – wenn man mit Ratsmitgliedern spricht, dann hat wohl niemand so recht eine zündende Idee, wie angesichts der Städtischen Kassenlage und des Damoklesschwerts „Kommunaler Entschuldungsfonds“ die gut 3.5 Millionen Euro, die das vorgelegte Konzept kosten würde, aufgebracht werden sollten. Da kann der neue Feuerwehrbedarfsplan wohl nur als Auftrag an den Oberbürgermeister verstanden werden, mit dem Land darüber zu verhandeln, wie das von dem gleichen Landes-Innenministerium vorgegebene Ziel, innerhalb von acht Minuten jedes Haus in der Stadt anfahren zu können, erreicht werden kann.

Ganz so einmütig ging es dann allerdings bei der Frage des Dienstleistungsangebotes der Stadt für ihre Bürgerschaft nicht weiter: Hier war es schließlich die Mehrheit der Rathausparteien, die den Erhalt von zwei Bürgerbüros in Speyer durchsetzte, 13 Ratsmitglieder stimmten gegen diesen Vorschlag.

Nicht entschieden war damit jedoch auch die Frage der weiteren Nutzung des Anwesens Ludwigsstraße 13 – bis vor kurzem auch als Standort des bisher in der Salzgasse untergebrachten Bürgerbüros. Für dieses Haus gibt es neben Vorstellungen für die Unterbringung anderer Verwaltungseinheiten inzwischen auch mehrere Interessenten, die der Stadt dieses Haus abkaufen möchten. Eine solche Umplanung bei der Nutzung, so teilte der Oberbürgermeister mit, beeinflusse auch nicht die Bewilligung eines Landeszuschusses auf die auf 1,2 Millionen Euro veranschlagten Sanierungskosten für dieses Gebäude.

Divergenzen gab es auch bei der Beratung über die Offenlegung des Bebauungsplanes für die Paul-Egell-Straße. Dort sollen nämlich entgegen der ursprünglich vorgesehenen Wohnungen für junge Familien 90 Mietwohnungen für Senioren sowie eine Sozialstation, eine Einrichtung der Tagespflege sowie ein Angebot an Gesundheitsdienstleistungen entstehen. Ergänzend dazu teilte OB Eger mit, dass die GEWO dafür auf der anderen Seite der Straße Häuser für junge Familien errichten werde. Gegen die Stimmen von SPD und dem Ratsmitglied der Linken und bei Enthaltung des Vertreters der Republikaner stimmte der Rat schließlich der Offenlegung des Bebauungsplanes zu.

Gleich zu Beginn der Sitzung hatte der Oberbürgemeister das langjährige Ratsmitglied Fritz Knutas entpflichtet, der aus persönllichen Gründen zum Jahresende 2012 seinen Rücktritt aus dem Stadtrat erklärt hatte. Der gelernte Bankkaufmann, der 1997 als Nachfolger von Elisabeth Alschner für die SPD in den Speyerer Stadtrat eingezogen war, hatte sich als Schwerpunkte seiner politischen Arbeit die Bereiche Soziales und die barrierefreie Stadtentwicklung auf die Fahnen geschrieben. Mit einem Weinpräsent bedankte sich Hansjörg Eger unter lang anhaltendem Beifall des Rates bei dem bewährten und engagierten Kommunalpolitiker.

09.03.2013


Sprit-Flaschen ohne Ende

Schülerinnen und Schüler der Freien Reformschule Speyer beteiligten sich am Dreck-weg-Tag 2013

„Wir räumen auf, als hätte der Teufel den Boden geschleckt“, hatten sich Zweitklässler Valentin und seine Mitschülerinnen und Mitschüler von der Freien Reformschule Speyer für den diesjährigen Dreck-weg-Tag vorgenommen. Und gingen am Freitagmorgen bei frühlingshaftem Sonnenschein mit Feuereifer rund ums Stiftungs-Krankenhaus ans Werk. Unterstützung erhielten sie dabei nicht nur von einer ehemaligen Mitschülerin, sondern auch von Umweltdezernent Frank Scheid höchstpersönlich.

Der Einsatz der Grundschüler tat wahrlich Not: Schon nach kürzester Zeit musste Klassenlehrer Simon Eisenlöffel mit dem Bollerwagen den ersten Gang zum Altglas-Container antreten. „In den Büschen hier liegen Sprit-Flaschen ohne Ende herum“, schüttelte Elternvertreterin Berit Imo fassungslos den Kopf, „Bier, Whisky, Wodka, Schnaps – zum Teil sogar noch gefüllt!“ Auch Zigarettenkippen, Verpackungsmaterial und Parkscheine sammelten die mit Handschuhen und großen Zangen bewaffneten Kinder in größeren Mengen ein. Selbst Spritzen und Glühbirnen, die eigentlich in den Sondermüll gehören, waren zu finden. Das kurioseste Fundstück war wohl ein altes Portemonnaie mit D-Mark und verrotteten Karten.

Einfach in die Natur geworfen hatten achtlose Mitbürger aber auch Dinge, die nach Ansicht der Schülerinnen und Schüler durchaus noch Gebrauchswert aufwiesen: ein alter Stuhl, ein Windlicht und eine kleine Ton-Eule zum Beispiel. Oder einen kleinen Blech-Löffel. Erst ein vielstimmiges „igitt“ sowie der Kommentar eines Viertklässlers „So bekommst Du nie eine Freundin!“ konnten Zweitklässler Eliot dazu bewegen, sich schweren Herzens doch von ihm zu trennen.

In einem Schulprojekt hatten die Reformschüler sich bereits im Vorfeld umfassend mit dem Thema Müll beschäftigt. Neben der Bewegung an der frischen Luft brachte der Dreck-weg-Tag den Reformschülern dann sogar noch Geld für die Klassenkasse ein: Rund 20 Euro an Leergut, so die Schätzung von Schulleiterin Martina Plaumann.

09.03.2013


„Wenig überraschender Fund“ - Sandsteinsarkophag mit Skelett und Grabbeigaben bei Erdarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Marienheimes geborgen.

Für die Mitarbeiter der Außenstelle Speyer der Direktion Landesarchäologie bei der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz war es nicht wirklich eine Überraschung, als sie heute auf die Baustelle des Ehemaligen Marienheimes in der Ludwigsstraße gerufen wurden, wo Bagger derzeit die Baugrube für eine den gesamten Innenhof des Gebäudekomplexes ausfüllende Tiefgarage ausheben. Arbeiter waren dort heute auf einen Sandsteinsarkophag gestoßen, der – in der Mitte durchgebrochen und mit eingedrücktem Sargdeckel unter einer ca. drei Meter dicken Sandschicht verborgen – die menschlichen Überreste eines Menschen aus römischer Zeit birgt.

In das 3 Jahrhundert nach Christus datiert Grabungstechniker Freddy Ihm den Fund, zu dem auch zwei ca. 20 cm hohe Einhenkelkrüge - typische Grabbeigaben jener Zeit - gehören, in dem dem Verstorbenen für seine Reise ins Jenseits Wein oder Öl mitgegeben wurden..

Freddy Ihm hat heute die Grabstelle fotographisch dokumentiert und ihre Lage zentimetergenau eingemessen. Als nächstes wird dann die genaue Tiefe des Fundes im Gelände einnivelliert. Schließlich wird der Fund geborgen und zur wissenschaftlichen Auswertung in das Archäologische Schaufenster gebracht.

Gräber aus der Römerzeit wurden auf dem Areal des Ehemaligen Marienheimes bereits bei seiner Errichtung in den Jahren 1907/08 gefunden. Die Mitarbeiter der Speyerer Landesarchäologie gehen deshalb davon aus, dass sich dort auch noch weitere Gräber befinden könnten, die überbaut und deshalb nicht mehr zugänglich sein dürften. Die Grabstelle selbst liegt an der früheren Römerstraße, die seit kurz nach der Zeitenwende aus dem römischen Kastell auf dem Rheinhochgestade in Richtung Westen aus der Stadt herausführte. cr

09.03.2013


Ja oder nein zur Pflegekammer?

„Mittendrin“ befinden sich aktuell alle beruflich Pflegenden in Rheinland-Pfalz. Sie haben die Chance, über die Einrichtung einer Pflegekammer abzustimmen. Es geht um die Weiterentwicklung ihres Berufsbildes, die gesellschaftliche und politische Anerkennung ihres Berufsstandes und nicht zuletzt um die Sicherung der pflegerischen Qualität für die Zukunft. Im St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer engagieren sich die Mitarbeiterinnen der Pflegeleitung um Pflegedirektorin Monika Lenz für die berufspolitische Bildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So auch Silvia Hansch, Krankenschwester, Lehrerin für Gesundheitsfachberufe und Leiterin der Innerbetrieblichen Fortbildung.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer und der neue Gesundheitsminister Alexander Schweitzer unterstützen die Einrichtung einer Pflegekammer in Rheinland-Pfalz. Voraussetzung ist für sie allerdings, dass die Berufsangehörigen und Auszubildenden in der Pflege das auch wollen. Wie werden die Beteiligten in die Entscheidung einbezogen?

Monika Lenz

Alle beruflich Pflegenden aus der Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie Altenpflege dürfen im März 2013 über die Einrichtung einer Pflegekammer in Rheinland-Pfalz abstimmen. Derzeit ist die zentrale Befragungs- und Registrierungsstelle am Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) damit beschäftigt, eine Datenbank der Stimmberechtigten zu erstellen. Das ist nötig, da die Adressen der Pflegekräfte nicht zentral erfasst sind. Ein Umstand, der sich durch die Einrichtung einer Pflegekammer für die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen dann hoffentlich bald ändert!

Wenn die Pflegenden nicht registriert sind, wie erfahren sie dann von der Abstimmung?

Silvia Hansch

Sowohl der Dachverband der Pflegeorganisationen (DPO) als auch das Ministerium haben in einer landesweiten Kampagne mit Infomaterial und Veranstaltungen über die Abstimmung informiert. An drei Terminen konnten wir im St.-Vincentius-Krankenhaus rund die Hälfte der pflegerischen Mitarbeiter plus Auszubildende persönlich erreichen. Die restlichen wurden von ihren Stations- und Abteilungsleitungen einbezogen. Wir haben über 200 Registrierungsanträge an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilt. Bisher haben sich zirka 50% dazu entschlossen, an der Abstimmung teilzunehmen. Es ist uns sehr wichtig, dass alle die Chance nutzen, sich eine Meinung zu bilden und von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen. Wie die Kolleginnen und Kollegen letztendlich abstimmen, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.

Welchen Nutzen erwarten Sie sich von einer Pflegekammer?

Silvia Hansch

Die Aufgaben einer Pflegekammer richten sich nach Innen und nach Außen. Einerseits soll sie Selbstverwaltung sein und die qualifizierte Ausbildung und Ausübung der Profession Pflege nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sichern. Die registrierten Berufsangehörigen verpflichten sich zur gewissenhaften Einhaltung ihrer Berufspflichten und zur regelmäßigen Fort- und Weiterbildung. Die Pflegekammer nimmt hier, zum Wohle der Gesellschaft, eine Kontrollfunktion wahr. Nach Außen erhoffen wir uns eine gleichberechtigte Standesvertretung für politische Entscheidungen im Gesundheitswesen. Die letzten Veränderungen und besonders Einsparungen wurden überwiegend zu Lasten der Pflege ausgetragen. So wurden in den letzten 10 Jahren bundesweit rund 50 000 Pflegestellen abgebaut. Wenn die immer weiter wachsende Zahl an Pflegebedürftigen in 10 Jahren weiterhin versorgt sein sollen, muss diese Entwicklung endlich umgekehrt werden. Dazu brauchen wir eine einheitliche Stimme!

Über die Einrichtung einer Kammer analog der Industrie- und Handels- oder Ärztekammer wird in der Pflege schon seit 40 Jahren diskutiert. Warum hat es so lange gedauert, bis eine Pflegekammer in greifbare Nähe gerückt ist?

Monika Lenz

Das hat vielschichtige Gründe. Die Wurzeln der Pflege in Deutschland liegen ganz klar in der christlichen „Caritas“, also tätigen Nächstenliebe, und in der Arztassistenz. Die sinnvolle Positionierung der akademisch ausgebildeten Pflegekräfte in den letzten 20 Jahren wurde durch die Gesundheitspolitik ausgebremst. Mit immer weniger Akteuren lassen sich die innovativsten Ideen und Konzepte nun einmal nicht realistisch umsetzen. Die patienten- und bewohnernahen Kolleginnen und Kollegen stöhnen mit Recht über Veränderungen, wenn sie tagtäglich mit dem Aufrechterhalten des Regelbetriebes beschäftigt sind.

Andererseits aber werden die Ansprüche an Qualität und Kompetenz seitens der Kostenträger und Patienten/ Bewohner immer größer. Die Patientenzahlen in Krankenhäusern erhöhen sich stetig, die Pflegenden im ambulanten Bereich haben es mit Menschen zu tun, die früher noch über Wochen länger in der Klinik versorgt worden wären. Die Pflegebedürftigen in stationären Altenpflegeeinrichtungen werden immer älter. So entwickelt sich aus einer traditionell „dienenden“, ausführenden und darüber hinaus anzahlmäßig sehr großen Berufsgruppe zwangsläufig nach und nach eine kompetente, selbstbewusste „Profession“, die mitreden und mitentscheiden will.

Welches sind Ihre persönlich wichtigsten Ziele für die Einrichtung einer Pflegekammer?

Silvia Hansch

Das sind ganz klar die gesundheitspolitischen, die in direktem Zusammenhang mit der Attraktivität der Pflegeberufe stehen. Wenn wir einem massiven Fachkräftemangel in der Pflege entgegenwirken wollen, brauchen wir eine Standesvertretung, die sich für die Berufsinteressen einsetzt. Und auch für mich persönlich wünsche ich mir die Betreuung durch professionell Pflegende, falls ich sie mal benötige.

Monika Lenz

Von einer Aufwertung des Berufsbildes durch die Kammer erhoffen wir uns mehr Bewerber für die Ausbildung, mehr Umsetzungsmöglichkeiten für Qualität in der Berufsausübung und weniger Berufsflucht. Die Pflege benötigt dringend Nachwuchs und Fachkräfte, die im Beruf bleiben, da es jetzt schon die problematische Entwicklung gibt, freie Stellen nur schwer qualifiziert besetzen zu können. Und dafür müssen sich so viele beruflich Pflegende wie möglich an der Abstimmung beteiligen!

Alle aktuellen Informationen über die Abstimmung zur Einrichtung einer Pflegekammer finden Sie im Internet unter: www.pflegekammer-rlp.de

09.03.2013


„Global denken – lokal handeln“ - auch Speyerer Baugenossenschaft GBS unterzeichnete jetzt Klimaschutzvereinbarung

Forschungsprojekt für neue Wege bei der energetischen Sanierung „unter Betrieb“ angekündigt

cr. Speyer. Eine Kooperationsvereinbarung zum Klimaschutz hat die Stadt Speyer jetzt auch mit der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Speyer e.G. GBS abgeschlossen. Dazu unterzeichneten Oberbürgermeister Hansjörg Eger und die GBS-Vorstände Alexander Braun und Michael Schurich heute im Amtszimmer des Oberbürgermeisters einen entsprechenden Vertrag, in dem sich die GBS dazu verpflichtet, durch entsprechende Maßnahmen an ihrem Wohnungsbestand zu dem Ziel beizutragen, den CO2-Ausstoß in der Stadt um 25 % zu reduzieren. Wie es in der Vereinbarung heißt, soll dazu „der Energieverbrauch für Raumwärme und Warmwasser … durch energetische Sanierungsmaßnahmen soweit reduziert werden, wie sich dies wirtschaftlich darstellen läßt“. Außerdem verpflichtet sich jetzt auch die GBS dazu, „bei Neuanschaffungen von Maschinen und Fahrzeugen energiesparende und damit CO2gemeinderte Versionen zum Einsatz zu bringen“.

Oberbürgermeister Eger gab bei diesem Anlass seiner Freude darüber Ausdruck, dass sich mit der BGS nun auch das zweitgrößte öffentliche Wohnungsbauunternehmen in der Stadt mit seinem umfangreichen Wohnungsbestand dem Grundsatz „global denken – lokal handeln“ verpflichtet habe. Wie GBS-Vorstand Michael Schurich betonte, sei die Verpflichtung seiner Genossenschaft zu den Zielen des Klimaschutze ihrer traditionellen Verankerung in der Region Speyer geschuldet.

Als beispielhafte Projekte hierzu nannte Schurich die geplante Baumassnahme in der Speyerer Ernst-Abbé-Straße, wo ein bestehendes Gebäude mit 20 Wohnungen demnächst abgerissen und durch ein neues ersetzt werden wird, das eine um 30% bessere Energiebilanz aufweisen werde.

Noch ein Stück revolutionärer will die GBS bei ihrem 96 Wohnungen umfassenden Wohnungsbestand aus den 1950er Jahren in der Straße „Am Germansberg“ vorgehen. Hier soll gemeinsam mit einer interdisziplinären Arbeitsgruppe der Technischen Universität Kaiserslautern ein Forschungsprojekt auf den Weg gebracht werden, in dem neue Wege der energetischen Sanierung großer Wohngebäude „unter Betrieb“, d.h. in vermieteten Zustand, gesucht werden sollen. Dies sei sicher nur im engenen Einvernehmen mit den Mietern möglich, ergänzte der Technische Vorstand der GBS, Alexander Braun, der im einzelnen neben der energetischen Sanierung der Dachhaut, der Anbringung von Vollwärmeschutz und dem Einbau von zeitgemässen, isolierverglasten Fenstern auch die Errichtung einer Thermo-Solar-Anlage auf dem Dach als Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der gegenwärtigen energetischen Situation aufführte. Damit strebe die GBS in diesem Wohnbestand jedoch keineswegs eine vollkommen autarke Energieversorgung an, sondern den Audbau einer möglichst leistungsfähigen Eigenversorgung in einer Insel innerhalb des öfentlichen Versorgungsnetzes.

Darüber hinaus kündigten die beiden GBS-Vorstände für die kommenden Jahre die energetische Umrüstung von jährlich ca. 25 Wohneinheiten auf einen Passivhaus-Standard an. Die dabei entstehenden Kosten veranschlagt die GBS auf das doppelte einer herkömmlichen energetischen Sanierung. Bei vergleichbaren, bereits abgeschlossenen Massnahmen dieser Art habe sich allerdings gezeigt, dass die aus der Umlegung des anrechenbaren Teils dieser Mehrkosten auf die Mieten resultierenden Mietpreiserhöhungen durch die niedrigeren Verbauchskosten für Heizung und Warmwasser in vollem Umfang kompensiert würden. „Eine echte win-win-Situation also für alle Beteiligten – und für die Umwelt dazu“, so die GBS-Vorstände.

Ehe sich die Vertragspartner dann an die Unterzeichnung der Vereinbarung machten, an der auch der Leiter der Städtischen Bauverwaltung, Hans-Joachim Ritter, und die Städtische Klimaschutzbeauftragte, Diplom-Geographin Julia Eustachi, teilnahmen, unterstrich der Oberbürgermeister noch einmal das besondere Interesse der Stadt an dem Forschungsprojekt am Germansberg, weil sich dies in unmittelbarer Nachbarschaft eines der größten Planungsgebiete in Speyer in den nächsten Jahren vollziehen werde. „Wir hoffe deshalb, von den Ergebnissen dieses Projektes auch für die dortigen Massnahmen profitieren zu können“, so Hansjörg Eger, der große Erwartungen in die quartiersbezogene Ausgestaltung von thermischen Solaranlagen für die Erzeugung von Heizwärme und Strom setzt. Foto: gc

04.03.2013


Speyerer Baugenossenschaft GBS unterzeichnete Klimaschutzvereinbarung - Bilderalbum

„Ohne Kunst und Kultur kein Leben“

Speyerer CDU spricht sich auch in finanziell schwierigen Zeiten für Kunst und Kultur als nicht beliebig disponible Pflichtaufgabe aus

Von Gerhard Cantzler

Die Einmütigkeit war groß, als jetzt die Speyerer CDU bei ihrem Ersten Kulturforum in den dicht besetzten Räumen des Kunstvereins im Kulturhof Flachsgasse die Frage stellte: „Wie viel Kultur braucht der Mensch?“ - „So viel wie nur irgend möglich“, so lautete die spontane und einhellige Antwort, denn „ohne Kultur und Kunst (gibt es) kein Leben!“, so der Vorsitzende der „Europäischen Stiftung Kaiserdom“, der erfolgreiche Unternehmer, Kunstmäzen und als Maler aktive Künstler, Dr. Manfred Fuchs in seinem einleitenden Impulsreferat zu diesem Abend.

Aktive Künstler aus den unterschiedlichsten Kunstgattungen sowie Speyerer Kulturpolitiker saßen auf dem Podium, als der Stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende und Vorsitzende der Stadtratsfraktion, Dr. Gottfried Jung, in Vertretung des erkrankten Initiators des Forums, des CDU-Kreisvorsitzenden Michael Wagner, den Reigen der Redner an diesem Abend eröffnete. Dabei bezeichnete Dr. Jung, der unter den zahlreichen Gästen auch den früheren rheinland-pfälzischen Kultusminister Dr. Georg Gölter, sowie die früheren Städtischen Kulturdezernenten Prof. Dr. Otto Roller und Bürgermeister a.D. Hanspeter Brohm begrüßen konnte, die Stadt Speyer als eine traditionsreiche kulturelle Hochburg, die nicht nur mit dem Kaiserdom über ein singuläres „Alleinstellungsmerkmal“ verfüge, sondern in der Kunst und Kultur auch - unabhängig von der Kathedrale – ein absolutes „Markenzeichen“ sei.

In finanziell schwierigen Zeiten wie heute gerieten aber auch Kunst und Kultur immer mehr in Gefahr, als „freiwillige finanzielle Leistungen“ zumindest teilweise dem Verdikt des kommunalen Entschuldungsfonds KEF und damit dem Rotstift zum Opfer zu fallen. „Für die CDU aber sind Kunst und Kultur keine beliebigen freiwilligen Leistungen, sondern Pflichtaufgaben, der wir uns zum Wohl und im Interesse der Bürger nicht entziehen dürfen“. In diesem Sinne nahm Dr. Jung das Motto einer Kunstausstellung in Köln auf, die überschrieben war: „Kunst ist Nahrung für die Seele“ und unterstrich auch die Aussage des Ludwigshafener Theaterintendanten Hans-Günther Heyme, der in einem Interview davon sprach, dass „Theaterarbeit auch Sozialarbeit“ sei. Auch wenn sich die Speyerer CDU uneingeschränkt dazu bekenne, dass Kunst und Kultur nicht in den Bereich der freiwilligen und damit disponiblen Aufgaben abgeschoben werden dürfe, so müsse man sich doch darüber im Klaren sein, „dass wir uns nicht mehr alles leisten können, was wir uns gerne leisten möchten“. Um so wichtiger sei es deshalb, mit den verfügbaren Finanzmitteln kostenbewusst umzugehen. Dabei erfahre auch der Einsatz und das Engagement Ehrenamtlicher in der Kultur eine wachsende und ganz besondere Bedeutung.

In seinem Statement plädierte Oberbürgermeister Hansjörg Eger dafür, das „Schubladendenken“ in der Finanzpolitik zugunsten eines integrierten Ansatzes und einer übergreifenden Betrachtungsweise der Bedeutung von Kultur aufzugeben und sie quasi als „Querschnittsaufgaben“ der Gesellschaft zu verstehen. „Kultur findet in allem statt - jeder Teiletat der Stadt berührt im weitesten Sinne immer auch Kultur“, so Eger. Speyer sei als Kommune wirtschaftlich gar nicht so schlecht aufgestellt, wie dies in der Öffentlichkeit oft erscheine. „Immerhin bietet Speyer über 6.000 Einpendlern einen Arbeitsplatz mit allen positiven Auswirkungen auf die Steuerkraft der Stadt“, stellte der Oberbürgermeister fest. Um so unverständlicher sei es deshalb, wenn drei politische Ebenen oberhalb der Stadt – die EU, der Bund und das Land – immer wieder durch gesetzliche Vorgaben bestimmten, wofür die Stadt ihre Einnahmen verwenden dürfe, um dann auch noch zusätzlich durch den KEF Einfluss nehmen zu wollen.

„Juristen wissen, dass Verträge zu Lasten Dritter unzulässig und deshalb verboten sind“, betonte Eger – selbst Jurist. Die Lage insbesondere der kreisfreien Städte belege nur, dass „zu wenig Geld im System ist“. Dies habe auch das Landesverfassungsgericht in seinem Urteil festgestellt und das Land dazu verpflichtett, die Kommunen im Zuge des kommunalen Finanzausgleichs besser auszustatten. „Wir sehen den entsprechenden Entscheidungen des Landesgesetzgebers mit Spannung und Erwartung entgegen“, schloss Eger sein Statement, in dem auch er gleich mehrfach auf die unverzichtbare Rolle von Kunst und Kultur für die Menschen hinwies.

Der Hauptreferent des Abends, Dr. Manfred Fuchs, ging in seinem Impulsreferat zunächst auf die Gesamtsituation von Kunst und Kultur in Deutschland ein. Mit über 6.000 Museen – allein 196 davon in der Metropolregion Rhein-Neckar – mit 430 im Deutschen Bühnenverein zusammengefassten Theatern und Opernhäusern sowie148 Berufsorchestern, sei diese historisch begründete Ausstattung der Bundesrepublik Deutschland mit Kultureinrichtungen vorbildlich in der Welt. Nun gelte es aber, auch den Bestand dieser Einrichtungen dauerhaft sicherzustellen. Dies sei primär eine öffentliche Aufgabe – privates Sponsoring habe in Europa – im Gegensatz zu den USA – nur einen ergänzenden Charakter. Dennoch nehme diese Förderung einen immer größeren Umfang an, weil sich „gute Unternehmen“ im Sinne ihrer internen Kultur immer häufiger zu dieser Verantwortung bekennen würden. Allerdings suchten sich Wirtschaftsunternehmen für ihr Sponsoring oft nur die „kulturellen Leuchttürme“ aus. „Gerade diese Leuchttürme aber brauchen breite Fundamente“, so Dr. Fuchs – weshalb die konsequente Förderung des Nachwuchses für die Zukunft von Kunst und Kultur unabdingbar sei.

Angesichts der zunehmenden Zahl älteren Menschen in unserer Gesellschaft mahnte der Referent die Verantwortlichen, dieser Bevölkerungsgruppe ein entsprechend breit aufgestelltes Kulturprogramm zugänglich zu machen. Dazu dürften sich die Senioren allerdings auch nicht den zeitgenössischen Ausformungen der unterschiedlichen Kunstgattungen verschließen. Hier biete die Wirtschaft gleichermaßen Dialog und Partnerschaft an.

Lesen Sie das komplette Impulsreferat von Dr. Manfred Fuchs im SPEYER-KURIER

„Als der homo spiens damit begann, Mensch zu sein, war er zugleich auch Kunst- und Kulturschaffender“. Mit dieser Feststellung begann Prof. Helmut Erb, profilierter „Star-Trompeter“ und gewählter Präsident der renommierten Musikhochschule in Würzburg, seinen Diskussionsbeitrag. Auch in Speyer seien Kunst und Kultur zu allen Zeiten präsent gewesen. „Erinnert sich hier im Raum noch jemand daran, dass es nach dem Krieg in unserer Stadt sogar ein eigenes Sinfonie-Orchester gab“, überraschte der geborene Speyerer das Auditorium. Mangels finanzieller Mittel habe dieser Klangkörper dann aber in den Fünfziger Jahren wieder aufgegeben werden müssen - seine Mitglieder wanderten in Orchester in Mannheim, Heidelberg und Baden-Baden ab, und „wer dort nicht unterkam, der wurde von der LVA aufgefangen“, so Prof. Erb. Dieses Beispiel zeige, dass der Umfang von Kunst und Kultur in einer Kommune letztlich auch eine Frage der Prioritäten sei.

Im weiteren ging Erb auch auf die musikalische Erziehung von Kindern und Jugendlichen ein. Hier hätten Musikschulen in öffentlicher Trägerschaft, ausgestattet mit öffentlichen Subventionen, inzwischen die privaten Musikschulen von einst weitgehend abgelöst, die über Jahrzehnte hinweg diese Funktion ausfüllten. Diese privaten und öffentlichen Einrichtungen seien für die Breitenförderung verantwortlich, ohne die eine Ausbildung der musikalischen Eliten an den 23 weltweit angesehenen deutschen Musikhochschulen überhaupt nicht denkbar wäre. Doch dass eine solche Struktur so funktioniere – dazu sei vor allem der Willen und das Engagement der Eltern notwendig. Leidenschaftlich plädierte Prof. Erb dafür, „ dass wieder mehr in der Familie gesungen wird und dass „in dieser Keimzelle unserer Gesellschaft wieder ein anderen Ambiente - ein ganz besondere Geist herrschen müsste“. Diese Entwicklung zu fördern - dazu müsse sich Politik auf allen Ebenen aufgerufen fühlen.

Die Kinder und Jugendlichen für Kunst und Kultur zu gewinnen – dazu rief auch der Hausherr an diesem Abend, der Vorsitzende des Kunstvereins Speyer und Pädagoge Franz Dudenhöffer auf. „Die Bildende Kunst ist gut aufgestellt in der Stadt“, betonte er - es gebe zahlreiche, gut funktionierende private und öffentliche Einrichtungen und mit der Privaten Kunstschule „Pablo“ sogar ein Haus, in dem schon Kinder an die Kunst herangeführt würden. „Denn das ist das eigentliche Problem ist hierbei, dass Menschen, die nicht schon als Kinder an die Kunst herangeführt werden, ihr ganzes Leben lang keinen Bezug mehr zur Kunst entwickeln“.

Dudenhöffer plädierte deshalb dafür, dass öffentliche Kultureinrichtungen für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren grundsätzlich auf die Erhebung von Eintrittsgeld verzichten sollten. „Das Beispiel der Schulkarte, die das Historische Museum der Pfalz jetzt anbietet und die es dann allen Schülern der beteiligten Schule ermöglicht, kostenlos das Museum zu besuchen, sollte Schule machen“, rief der Pädagoge auf. „Das hilft den Besucherzahlen der Einrichtungen – hilft aber vor allem den Kindern und Jugendlichen, die so schon frühzeitig frei von Kostendruck einen natürlichen und ungezwungenen Umgang mit der Kunst entwickeln könnten.

Diesem Vorschlag schloss sich auch der Speyerer freie Künstler Klaus Fresenius an, der von seinen Erfahrungen in Londoner Museen berichtete, die – grundsätzlich kostenlos zugänglich – an Wochenenden vielfach von Familien geradezu „überrollt“ würden. „So können Kinder ein natürliches Verhältnis zu Kunst entwickeln“, betonte auch das künstlerische Multitalent Klaus Fresenius.

Speyer und seine Künstler hätten mit dem Dom eine höchst anspruchsvolle Orientierungsgröße, die sie immer wieder mit der Kleinheit und Unzulänglichkeit ihres eigenen Schaffens konfrontiere. Mit der Städtischen Galerie verfüge Speyer über eine Präsentationsfläche, die in Rheinland-Pfalz eher eine Ausnahme darstelle. Um hier vielleicht noch mehr Künstler von außen anzuziehen und ihnen ein gewisses Äquivalent für ihre zeitlichen und materiellen Vorleistungen zu gewähren – nicht immer könnten sie dies aus Verkäufen ausgleichen – empfahl Fresenius die Einführung eines „Ausstellungshonorars“.

„Kunstförderung ist Wirtschaftsförderung“, schloss Fresenius sein Statement und verwies auf Untersuchungen, wonach im gesamten Bereich der Künste mehr Geld umgesetzt werde als beispielsweise in der Automobil-Industrie.

Die Bedeutung des Speyerer Kinder- und Jugendtheaters, das wie so viele ihrer Art in den siebziger und achtziger Jahren gegründet worden sei, hob dessen Leiter Matthias Folz hervor. Seine Einrichtung - das selbstverwaltete Kulturzentrum im Alten Stadtsaal - biete jährlich rund 250 Vorstellungen mit Film, Theater und Musik an. Dabei , so Folz, gehe es weniger um die Frage der Quantität, als vielmehr um die Qualität des dort Gebotenen. Auch müsse gefragt werden, um welche Kultur es sich handeln müsse. „Es gibt viele Filme, aber auch viele schlechte Filme – es gibt viel Musik, aber auch viel schlechte Musik“, betonte Folz. Um hier zu einer gerechten Auswahl zu kommen, arbeite man unentwegt an einer eigenständigen Ästhetik. Dazu aber bedürfe es auch einer entsprechend ausreichenden Finanzausstattung, „denn wenn uns Kultur für Kinder und Jugendliche so wichtig ist, dann müssen wir darin auch entsprechend investieren“. 30 % der Einwohner Speyers gehörten der Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen an. „Aber werden auch 30 % der städtischen Aufwendungen für diese Gruppe eingesetzt?“ fragte der Theatermann provozierend. „Kindertheater darf deshalb auch nicht wie ein 'Kinderteller' im Restaurant sein – genau das gleiche wie für Erwachsene, nur weniger...“.

Als letzte Sprecherin im Podium ergriff dann die Speyerer Kulturdezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs, das Wort. Sie bezeichnete es als eine durchaus beachtliche Tat, dass sich der Rat der Stadt Speyer dazu entschlossen habe, die Städtische Musikschule zu erhalten und ihr in der Salier-Schule eine neue Heimstatt zu schaffen. „Andere Kommunen haben hier anders entschieden“, stellte Kabs fest. Für den zuletzt in die Diskussion gekommenen Skulpturengarten forderte sie mehr Experimentierfreudigkeit ein.

Grundsätzlich aber schloss auch Kabs sich der Überzeugung aller Redner an diesem Abend an, dass der zunehmende Finanzdruck nicht zum „Totschlag-Argument“ gegen die Kultur und ihre Einrichtungen werden dürfe. Die Dezernentin zählte sodann eine Vielzahl kultureller Projekte auf, deren Fortbestand es für die Zukunft zu sichern gelte. Für sie alle stelle die Stadt in aller Regel Gebäude und Einrichtungen zur Verfügung, unterstütze sie mit Sachleistungen und Personal. „Das kommt in Speyer rund 50 Vereinen mit über 6.000 Mitgliedern zugute“, betonte die Bürgermeisterin, die im folgenden drei Schwerpunkte für die kulturelle Arbeit in der Stadt in der näheren Zukunft aufzählte: Diese beträfen die Kinder- und Jugendkultur samt der Stadtbibliothek, die Klassische und Geistliche Musik sowie, nicht zuletzt, die Bildende Kunst.

Ziel aller Aktivitäten auf dem weiten Feld der Künste müsse es nach ihrer Überzeugung sein, kulturelle Teilhabe für alle Menschen in der Stadt zu ermöglichen.

In der anschließenden Diskussion wurde dann unter anderem noch einmal die originäre Verantwortung der Eltern für die Entwickelung des Verhältnisses ihre Kinder zu Kunst und Kultur hervorgehoben. „Wir können nicht alles auf den Staat und die Allgemeinheit abladen“, zeigten sich die Diskutanten einig und der Hauptreferent des Abends bemerkte, dass „Kinder den besten Zugang zur Kunst finden würden, wenn es ihre Eltern nur zulassen würden“.

Oder wie sagte es Goethe – so ein anderer Diskussionsteilnehmer? „Wir könnten gut erzogene Kinder gebären, wenn wir nur gut gebildete Eltern hätten...“

Dem musste Dr. Gottfried Jung am Ende des Abends nicht mehr viel hinzufügen – nur noch seine Freude über die große Resonanz auf die Einladung und die rege Beteiligung an der Diskussion, die gezeigt hätten, dass die Speyerer CDU mit ihrem engagierten Einsatz und dem 'Flagge-zeigen' für Kunst und Kultur in Speyer voll „ins Schwarze“ getroffen habe. Foto: gc

Lesen Sie hierzu auch einen EINWURF von Gerhard Cantzler

28.02.2013


CDU-Kulturforum - Bilderalbum

Einwurf

Kunst – die Nahrung für die Seele - Kultur - Verfassungsziel und Querschnittsaufgabe?

Von Gerhard Cantzler

Wer in der jüngsten Zeit die öffentliche Diskussion um die Zukunft der Städtischen Finanzen verfolgte, der glaubte bei den politischen Akteuren mitunter einen Anflug von Verzagtheit und Resignation heraushören zu können. Denn können die noch so gut gemeinten Zukunftsvisionen von Rat und Bürgerschaft überhaupt noch etwas fruchten, wenn sie von den „Hütern“ und Exekutoren des KEF gleich wieder kassiert und so ad absurdum geführt werden?


Da war es beim Ersten Kulturforum der Speyerer CDU erfrischend zu hören, wie sich Oberbürgermeister Hansjörg Eger mit bürgerschaftlichem Selbstbewusstsein gegen die „Übergriffigkeit“ der Bürokratien in Brüssel, Berlin und Mainz zu Lasten des Speyerer Stadtsäckels aufstellte und sich – wie die gesamte Speyerer CDU – gegen die Einordnung von Kunst und Kultur als „Freiwillige Leistung“ und damit als „Steinbruch“ für die übergeordnete Sparkommissare zur Wehr setzte.


Nein - die Förderung von Kunst und Kultur muss Pflichtaufgabe auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen bleiben, weil der Mensch ohne Kunst im eigentlichen Sinne nicht leben kann – weil er ohne Kultur eigentlich gar nicht zum Menschsein befähigt ist. Dass Hansjörg Eger Kultur nun als eine Querschnittsaufgabe bewerten will, die sich künftig wie der berühmte „rote Faden“ durch alle Haushaltspositionen ziehen muss, das eröffnet den Weg zu einer Neubewertung aller Haushaltspositionen und macht Hoffnung darauf, dass die Kultur, wenn sie schon nicht auf dem üblichen Gesetzgebungsweg als ausdrückliches Verfassungsziel Eingang in unser Grundgesetz findet, doch an der Basis, auf der Ebene unserer Stadt, zum alltäglichen sittlichen Grundprinzip unseres Lebens erhoben wird.


Auch in soweit hat das Kulturforum der Speyerer CDU sicher Maßstäbe gesetzt und den Weg zu völlig neuen Horizonten geöffnet.

Wie viel Kultur braucht der Mensch? Ohne Kunst und Kultur kein Leben!

Impulsreferat Dr. Manfred Fuchs beim Forum "Kunst und Kultur" des CDU-Kreisverbands Speyer am 26.2.2013 in Speyer

Ohne Kunst und Kultur kein Leben!

Ein Leben ohne Kunst und Kultur ist nicht denkbar. Sie machen unser Leben le­benswert und bereichern es. Kunst und Kultur sind ein entscheidender Teil der Menschheitsgeschichte sowie der abendländischen und deutschen Geschichte.

Sie machen unser Selbstverständnis und unsere Identität aus; im übrigen fördern sie Gemeinschaft, Zusammenhalt, Kreativität, Leistung sowie „Lebensglück“.

Kunst und Kultur sind Vielfalt!

Kunst und Kultur umfassen sehr viele Bereiche, sehr viele Ausdrucksformen, sehr unterschiedliche „Zielgruppen“ sowie unzählige Ausübende, Aktivitäten und Ereig­nisse.

Die Vielfalt bereichert und befruchtet. Wer sie verneint, zerstört Kunst und Kultur.

Kunst und Kultur brauchen Freiheit

Schon das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland besagt in Artikel 5: „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei“!

Zu dieser Freiheit bekennen sich in aller Regel auch die Träger und Förderer von Kunst und Kultur, nämlich die öffentliche Hand, d. h. insbesondere die Länder und Kommunen einerseits sowie die privaten Förderer und Sponsoren, d. h. die Unter­nehmen, Verbände und Privatpersönlichkeiten andererseits.

„Neue Wege“ versus „Klassiker“

Kunst und Kultur – auch das ergibt sich aus der Freiheit – müssen „neue Wege“ ge­hen und haben dies immer getan. Das Publikum sollte hier aufgeschlossen und tole­rant sein, um sich mit „neuen Sichtweisen“ auseinander zu setzen.

Das sollte jedoch nicht heißen, dass nur noch „neue Wege“ gegangen werden. Ne­ben der zeitgenössischen Kunst und Kultur haben wir auch die Pflicht zur Pflege un­seres kulturellen Erbes und damit zur Präsentation und Vermittlung der „Klassiker“ in der Bildenden Kunst, der Musik, der Literatur und den Theatern. Was wirklich gut war, wird Bestand haben und verdient unser nachhaltiges Interesse!

Es gilt der Grundsatz der Vielfalt! Einseitigkeit in der einen oder anderen Richtung sollte keinen Raum haben.

Kunst und Kultur sowie Gesellschaft und Wirtschaft bedingen sich gegenseitig

Da ein Leben ohne Kunst und Kultur kein Leben ist, brauchen Gesellschaft und Wirt­schaft die Kunst und Kultur.

Kunst und Kultur brauchen aber auch die Gesellschaft und die Wirtschaft, denn sie sind gleichermaßen Träger, Förderer und „Konsumenten“. Was sollten Theater, Mu­seen oder andere Kultureinrichtungen, wenn sie zur Erbringung ihrer künstlerischen und kulturellen Leistungen nicht mehr die erforderlichen materiellen Ressourcen be­kämen oder niemand mehr hinginge?

Beide Seiten bedingen sich also gegenseitig und sind aufeinander angewiesen.

Deutschland hat eine überdurchschnittliche „Kulturdichte“

Unser Land hat 6.000 Museen; in der Metropolregion Rhein-Neckar sind es allein 196 Museen!

Im übrigen vereinigen der Deutsche Bühnenverein als einer der ältesten und größten Theatervereine der Welt 430 Mitglieder und die Deutsche Orchestervereinigung 148 Orchester.

Das ist sicher eine im Vergleich zu den meisten anderen Ländern der Welt beson­ders hohe „Kulturdichte“ und stellt eine beachtliche Leistung für die Kunstschaffenden und für die kunst- und kulturinte­ressierte Bürgerschaft dar.

„Bewertung“ von Kunst und Kultur? Relevanz, Bedeutung, Kriterien, Maßstäbe und Effizienz?

„Bewertung“ von Kunst und Kultur im Sinne „guter“ oder „schlechter“ Kunst und Kultur ist sicher unmöglich oder zumindest problematisch. Dies ist letztlich eine sehr persönliche Frage, die von der individuellen Wahrnehmung und Empfindung sowie der mehr oder weniger intensiven Beschäftigung mit diesen Dingen abhängt, d. h. mit Wissen, Bildung, Schulung und vergleichendem Überblick.

Auch erweist sich „gute“ oder „schlechte“ Kunst und Kultur darin, dass sie „Bestand“ hat, d. h. man muss z. B. zu einem Gemälde oder einer Komposition immer wieder zurückkehren können und darin frühere Empfindungen nachhaltig bestätigt finden oder neue Aspekte entdecken.

Und schließlich hängt diese persönliche „Bewertung“ auch vom Lebensalter, der „Erfahrungskurve“ und der momentanen Stimmung ab.

Gleichwohl ist es interessant und vermutlich hilfreich, durch die Feststellung von Besucherzahlen, Zustimmungs- und Zufriedenheits-Voten, Stimmen der Fachkritik und andere Kriterien Entscheidungshilfen für die öffentliche und private Förderung von Kunst und Kultur zu erhalten.

Kunst und Kultur in Deutschland im Wesentlichen durch die öffentliche Hand finanziert

In Deutschland wird Kunst und Kultur – anders als z. B. in den USA – ganz überwiegend durch die öffentliche Hand finanziert, d. h. im Wesentlichen durch die Länder und die Kommunen. Der Beitrag der Unternehmen, Verbände und Privatpersönlichkeiten hat nach Art und Umfang eher ergänzenden Charakter.

Dies macht Kunst und Kultur zu einer gesellschaftlichen Angelegenheit.

Die öffentliche Hand muss weiterhin die kulturelle „Grundversorgung“ und „Basisförderung“ sowie die nötige Vielfalt und Breite gewährleisten. Die Wirtschaft kann und will diese Rolle nicht übernehmen, sondern immer nur ergänzend, gezielt und punktuell tätig werden und fördern.

Die öffentliche Förderung von Kunst und Kultur ist nicht nur eine Geld-, sondern auch eine Prioritätenfrage

Die „Geldfrage“ steht in Zeiten der öffentlichen Haushaltsnöte natürlich im Vordergrund, die Förderung von Kunst und Kultur ist aber auch eine Frage der landes- und kommunalpolitischen Prioritäten.

Es gibt eben Bundesländer und Städte, die der Kunst und Kultur im Interesse der Bevölkerung einen besonders hohen Rang einräumen und dies auch als Teil ihres bildungspolitischen Auftrags sehen und andere, die – aus welchen Gründen auch immer – ihre Prioritäten auf anderen Feldern setzen.

Kunst- und Kultur-Förderung durch die Wirtschaft

Gute Unternehmen bekennen sich heute zu ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und damit zur Förderung von Kunst und Kultur, sie unterliegen jedoch den gesellschafts- und steuerrechtlichen Bestimmungen, der Festlegung ihres satzungsmäßigen Unternehmensgegenstands und Geschäftszwecks sowie der Aufsicht durch Kontrollorgane und Behörden. Dies setzt Grenzen!

Im Übrigen muss die Wirtschaft generell mit ihren eigenen „Regeln“ zu Werk gehen und hier gilt natürlich, dass mit dem Sponsoring ein optimaler Zweck erfüllt werden soll. Dies führt dann oft zwangsläufig dazu, dass „Leuchttürme“ bzw. besonders publikumswirksame Veranstaltungen eher gefördert werden als z. B. ein lokales Laien- oder Mundarttheater, so sehr man dies „vor Ort“ bedauern möge. Die fördernde Wirtschaft ist heute in der Regel überregional oder international bzw. global aufgestellt und hier zählt dann eben vor allem das, was überregional oder international wirkt.

Natürlich spielt „Mäzenatentum“ immer eine gewisse Rolle, dies gilt aber insbe­sondere für vermögende Privatpersonen oder Familien sowie für Eigentümer­unternehmer.

Ziele, Motive, Restriktionen sowie Ergebnisse der Kunst- und Kultur-Förderung durch die Wirtschaft

Unternehmen, Unternehmer und Unternehmertum sind nicht nur in ihre Märkte eingebettet, sondern auch in ihr gesellschaftliches Umfeld. Ohne diesen „Außen­bezug“ sind sie heute nicht mehr nachhaltig lebens- und zukunftsfähig! Hierher gehören die Begriffe: Image, Attraktivität und Präferenzen, Good Citi­zenship und Stakeholder Value.

Beim Kunst- und Kulturengagement der Wirtschaft stehen heute im Grunde unternehmerische Gesichtspunkte im Vordergrund. Eine Untersu­chung hat vor einigen Jahren ergeben, dass die Hauptzielsetzungen von Kultur­engagement mit 41 % auf die gesellschaftliche Verantwortung, mit 37 % auf kommerzielle und kommunikative Ziele, mit 19 % auf die Mitarbeitermotivation und mit 3 % auf Liebhaberei entfallen.

Mit Kunst- und Kulturförderung lassen sich eindeutig Wettbewerbsvorteile generieren. Nach der bereits genannten Untersuchung gilt das insbesondere für das je­weilige Unternehmensimage sowie für die Erzielung gesellschaftlichen Wohl­wollens gefolgt von der Chance von Medienauftritten, Arbeitgeberattraktivität, Produkt- und Marktauftritt sowie Investoreneinstellungen.

Es ist heute anerkannt, dass Kunst und Kultur in den Unternehmen einen Bei­trag leisten, in dem sie Kreativität, Innovation sowie ein Klima der Offenheit und Leistungsorientierung fördern. Kunst und Kultur machen unser Leben rei­cher. Auf dieser Basis lässt sich einfach besser arbeiten! Was wären die Wirtschaft und die Unternehmen, wenn sie nur aus Sach- und Fachbezogenheit sowie aus ökonomischen Gegebenheiten bestehen würden?

Das kulturelle Engagement der Unternehmen ist auch ein gewichtiger „wei­cher“ Standortfaktor, der die Attraktivität der Metropolregion Rhein-Neckar fördert.

Wirtschaft sucht keinen inhaltlichen Einfluss auf Kunst und Kultur

Der Kulturkreis des Bundesverbands der Deutschen Industrie vertritt den Standpunkt, dass die Förderung der Kunst und Kultur durch die Wirtschaft nicht mit inhaltlichen Auflagen verbunden sein darf. Dies ist auch von den anderen Verbänden der Wirtschaft sowie den Unternehmen in aller Regel anerkannt.

Natürlich kommen durch die Kunst- und Kulturförderung der Wirtschaft und privater Persönlichkeiten indirekt Präferenzen zum Ausdruck, denn der eine fördert lieber die Bildende Kunst, der andere die Musik oder das Theater. Und der eine setzt auf Zeitgenössisches und der andere auf das Klassische. Hier muss es jedem Unternehmen und jeder Privatpersönlichkeit überlassen bleiben, ob, wen und was man fördert. Auch hier gilt eben die Freiheit dessen, der gibt!

„Leuchttürme“ der Kunst und Kultur brauchen breite Fundamente!

Es besteht kein Zweifel, dass „Leuchttürme“ breite Fundamente brauchen. Sie bedingen und befruchten sich gegenseitig.

Im übrigen sind Kunst und Kultur „vor Ort“, d. h. in der Breite und in ihrer ganzen Vielfalt „bürgernah“ und in ihrem Rahmen durchaus „effizient“. Sie bewirken erfahrungsgemäß „Mitmach-Effekte“, Begeisterung, Initiative und Selbsthilfe, gegenseitige Befruchtung sowie einen Beitrag zur Bildung; auch bestehen hier nicht die psychologischen „Schwellen“ und „Einstiegsbarrieren“ wie bei „Leuchttürmen“ und kulturellen „Kathedralen“.

Kunst, Kultur und Demographie

Man wird mit Sorge sehen müssen, dass die demografische Entwicklung in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern zu einer signifikanten Verringerung der Bevölkerung und zu einem weiteren Anstieg des Durchschnittsalters führt.

Diese Dinge werden auch Auswirkungen für Kunst und Kultur sowie deren Förderung haben.

Das Ergebnis dürften Schließungen im „Grenzbereich“ unzureichender „Betriebsgrößen“, Budgets und Attraktivität sein, d. h. eine gewisse Konzentration sowie ein Trend zu größeren „Schwerpunkteinrichtungen“, die man dann „Leuchttürme“ nennen möge.

Bedeutung der Kunst und Kultur für die „Positionierung“ der Metropolregion Rhein-Neckar

Wenn Kunst und Kultur eine so zentrale Bedeutung für unser Leben sowie für Gesellschaft und Wirtschaft haben, so vermögen sie auch, zur Attraktivität einer Stadt und einer Region beizutragen. Daher ist es folgerichtig, dass die Metropolregion Rhein-Neckar Kunst und Kultur als einen außerordentlich wichtigen „weichen“ Standortfaktor erachtet und dazu beitragen will, diesen zu fördern.

Kunst und Kultur können der Metropolregion Rhein-Neckar Image und Profil geben und helfen, diese Region langfristig auch im europäischen Wettbewerb zu einer der attraktivsten, bekanntesten und wettbewerbsfähigsten Regionen zu machen.

Die Vertreter der Kunst und Kultur sollten sich hierüber grundsätzlich freuen, denn eine Region, die sich zu diesen Werten bekennt, ist sicher besser als eine Region, die sich nur auf ihre materielle Basis beruft.

Dialog und Partnerschaft !

Gefragt sind nicht ein etwaiger Interessengegensatz oder gar gegenseitige Ängste und Beschuldigungen bzw. Kontroversen, sondern der Dialog und die Partnerschaft zwischen Kunst und Kultur einerseits sowie Gesellschaft und Wirtschaft andererseits!

28.02.2013


Sondereinsatz für die Speyerer Feuerwehr:

Der Versuch, mit der Drehleiter die Unklarheiten über die „wahren“ Höhenverhältnisse bei den neuen Gebäuden auf dem „Erlus-Gelände“ zu lichten

cr. Speyer. Heute Nachmittag auf dem abgeräumten Areal des früheren Erlus-Geländes: Alle waren bemüht, ihr Bestes zu geben – die Bauverwaltung hatte noch einmal die Ansichten, Entwürfe und Grundrisse für die neue Wohnbebauung aufgehängt, die Architekten des Investors die Eckpunkte der neuen Baukörper markiert und die Freiwillige Feuerwehr Speyer mit ihrer großen Drehleiter die Traufhöhe und die Falllinie des neuen Gebäudes an seiner nordwestlichsten Ecke gekennzeichnet.

Stadträte, Anlieger und interessierte Bürger sollten sich – wie in der Ratssitzung im Dezember beschlossen - einen Eindruck davon verschaffen können, wie sich die Kubatur des neuen Baukörpers gegenüber der Umgebungsbebauung ausmachen wird. „Gehen Sie in aller Ruhe um das Grundstück herum und betrachten Sie die Situation von allen Seiten – auch aus der Perspektive der Nachbarn“, empfahl Oberbürgermeister Hansjörg Eger.

Und während die einen diesem Rat folgten, drängten sich andere, heftig diskutierend, um die Pläne. „Zwischen dem derzeit im Bau befindlichen Gebäude westlich der Franz-Kirrmeier-Straße und der Bebauung auf dem Erlus-Gelände werden mehr als 20 Meter Abstand sein – die Angst, dass hier eine unansehnliche Straßenschlucht entstehen könnte, ist also unbegründet“, so Stadtentwickler Bernd Reif mit Verweis auf den viergeschossigen Rohbau auf der gegenüberliegenden Straßenseite - auf dem ehemaligen Dupré-Gelände.

Doch wie so oft ist auch hier sicher alles eine Frage der Perspektive: Wer schon immer gegen diese Baumaßnahme war, wird sich auch durch diese Höhendemonstration nicht von seiner ablehnenden Meinung abbringen lassen – wer schon immer „dafür“ war, wird sich darin bestärkt sehen, dass die Bebauung doch nicht zu hoch werden wird.

Und wenn immer wieder die Einschränkung des Blicks der aus Norden über die Franz-Kirrmeier-Straße anfahrenden Passanten auf den Speyerer Dom moniert wird, dann muss an die Wortmeldung von SPD-Ratsmitglied Friedel Hinderberger bei der Ratssitzung am 16. Dezember erinnert werden, bei der er monierte: „Man könnte grad meinen, alle Speyerer wandern täglich über den Leinpfad, um von dort aus den Dom zu betrachten“, und darauf verwies, dass es in der Stadt durchaus noch viele andere Stellen gibt, von denen aus man die Kathedrale nicht sehen kann

Das dunstig-trübe Wetter am heutigen Tag hat deshalb vermutlich auch nicht dazu beigetragen, dass die Ratsmitglieder in dieser Sache seit heute mehr Klarheit haben.

Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn die Ratsmitglieder, die immer noch Zweifel an der architektonischen Sinnhaftigkeit des Projektes haben, statt zum Erlus-Gelände einmal nach Ludwigshafen-Süd gefahren wären. Dort ist nämlich in der Nachbarschaft der alten Walzmühle ein neues Quartier entstanden, wo – was Höhen und Abstände der Baukörper zu der Umgebungsbebauung angeht - ähnliche Proportionen umgesetzt wurden wie sie für das Erlus-Gelände vorgesehen sind. Danach hätte man sich vielleicht ein profunderes Urteil bilden können..

Oder ist auch hier – wie so oft in Speyer - „bei uns halt alles anders, als als sonst wo auf der Welt?“ Foto: gc

25.02.2013


Mit der Drehleiter die „wahren“ Höhenverhältnisse simuliert - Bilderalbum

Mit unaufgeregter Präzision ein traditionsreiches Symbol Speyerer Industriegeschichte „abgeräumt“

Kamin der Alten Ziegelei auf dem Erlusgelände planmäßig gesprengt

Von Gerhard Cantzler

Heute, Samstag, 13:00 Uhr: Rund um das ehemalige Erlusgelände am alten Rheinhafen finden sich bei bitter-kaltem Nordwind und unaufhörlich niedergehendem Schneegriesel die ersten Fotografen ein, suchen nach dem besten Platz, von dem aus sie den für 15.00 Uhr angesetzten „Fall“ des 55 Meter hohen Kamins der früheren Speyerer Ziegelwerke am besten „auf die Platte bannen“ können. „Eine Kaminsprengung habe ich noch nie erlebt“, meint einer von ihnen, der es doch sehr bedauert, dass im Hintergrund der Dom immer mehr in der diesig-grauen Schneewand verschwindet. „Als vor Jahren der Kamin der 'elf-Raffinierie' fiel“, fährt der Fotograf bedauernd fort,“da musste ich leider arbeiten“.

Arbeiten mussten heute vor allem die Mitarbeiter des seit 35 Jahren als Sprengmeister tätigen Dieter Schaal, die den in den 1920er Jahren errichteten, doppelschaligen Schlot zum Einsturz bringen sollten. Sie waren allerdings schon seit dem frühen Morgen vor Ort, haben oberhalb des Kaminsockels in vierzig Bohrlöchern mit Präzision und unaufgeregter Routine die Sprengladungen aus zwei Kilogramm eines Spezialsprengstoffs eingebracht und das ganze von außen mit Strohballen verdämmt und abgesichert. „Eine im Grunde recht einfache Sprengung“, so Dr, Arnold Müller von der Umweltabteilung der Struktur- und Genehmigungsdirektion SGD Süd in Neustadt zu den Umstehenden, handelte es sich bei dem Kamin doch um einfaches Ziegelmauerwerk ohne Stahlarmierungen. „Das ist wie bei einem Baum, in den ein Keil geschnitten wird, damit er dann in die richtige Richtung fällt“, ergänzt Dr,. Müllers Kollege Rolf Zimmermann.

Andere Mitarbeiter der Spezialfirma kontrollieren derweil noch einmal die großräumig angelegten Absperrungen und schließen die letzten Lücken in dem viele hundert Meter langen Bauzaun. Kein unbefugter Schaulustiger darf sich mehr auf dem inzwischen weitgehend abgeräumten ehemaligen Industriegelände aufhalten, wenn die Ladungen scharf sind. Feuerwehr und Rettungsdienste haben ihre Positionen bezogen und auch Speyers oberster Katastrophenschützer, Oberbürgermeister Hansjörg Eger, ist inzwischen auf dem Grundstück eingetroffen, wo ab dem kommenden Montag mit den Arbeiten für eine umfangreiche Wohnbebauung begonnen werden soll.

14:30 Uhr: Entlang der Franz-Kirrmeier-Straße haben sich inzwischen zahllose Schaulustige eingefunden, die Balkone und Vordächer der angrenzenden Häuser sind schwarz vor Menschen - wer in seiner Wohnung Fenster zur Alten Ziegelei hin hat, der hat heute viele Freunde. Auf der Straße quälen sich inzwischen Autofahrer auf ihrem Weg von oder zum Einkaufen im Gewerbegebiet Auestraße durch das Gewimmel, während gegenüber auf dem Deich Sicherheitskräfte vor dem Gitterzaun patroullieren, die verhindern sollen, dass sich Schaulustige dem Gelände zu sehr nähern. „Genau In unser Richdung soll er falle“, informiert ein Speyerer mit leicht aufgeregtem Tonfall seinen Nachbarn, „dort uff denne Schutthaufe soll er uffschlaache“.

    Um 14:58 Uhr und 30 Sekunden ertönt zum ersten Mal das sogenannte Trötensignal, ein heiser klingendes Alarmhorn – drei Wasserfontänen, von der Speyerer Feuerwehr auf Anweisung von Rolf Zimmermann vorbereitet, steigen entlang der geplanten Falllinie des Kamins in den Himmel – sie sollen mit einem Wasserschleier den aufsteigenden Staub möglichst rasch niederschlagen und so verhindern, dass er bei dem herrschenden Nordostwind über die Stadt getrieben wird. Dann ertönt die Tröte zum zweiten Mal – ein dumpfer Knall – der Kamin neigt sich langsam, aber exakt in der vorgesehenen Fallrichtung, zur Seite - zerbricht noch auf seinem Weg auf den Boden in halber Höhe in mehrere Stücke und zerschellt schließlich auf dem Boden.

      Eine riesige Staubwolke steigt auf und legt sich langsam über die Szenerie. „Eigentlich gar nicht so spektakulär“, meint eine Zuschauerin, fast ein wenig enttäuscht, zu ihrem Mann. Dennoch brandet an einigen Stellen Beifall auf für die Experten, die einmal mehr mit ihrer Sprengung eine „Punktlandung“ hingelegt haben.

      Jetzt aber rein ins Auto und nichts wie weg – heim ins Warme. Nur wenige Minuten nach der Sprengung ist die so lange und gründlich vorbereitete Aktion auch schon vorbei. Und von dem stolzen Industriekamin - fast ein Jahrhundert lang weithin sichtbares Symbol der traditionsreichen Speyerer Ziegelwerke - bleiben nur noch ein gut fünfzig Meter langer Schutthaufen aus Ziegelsteinen und Mörtel – und viele, viele Erinnerungsfotos. Foto: gc; walmi

      Sehen Sie hierzu auch unser Video von Michael Waldschmidt:

      23.02.2013


      Kamin der Alten Ziegelei auf dem Erlusgelände gesprengt - Bildealbum

         

      Trauriger Rekord: 18 Tote im Feuerwehr-Einsatzjahr 2012

      Ärgerlich: Zahl der Fehlalarme durch Billig-Rauchmelder im Steigen - Speyerer Wehr musste 511 mal ausrücken

      spk. Speyer. Auch im vergangenen Jahr hatte die Freiwillige Feuerwehr Speyer wieder alle Hände voll zu tun. Das ging aus dem Jahresbericht 2012 hervor, den jetzt der Wehrleiter, Stadtfeuerwehrinspekteur Michael Hopp und der Pressesprecher der Wehr, Hubert Kling, bei einem Pressegespräch beim zuständigen Städtischen Dezernenten, Beigeordneten Frank Scheid vorstellte. Traurigste Zahl dabei: 18 Tote – mehr als je zuvor in der Statistik der Speyerer Feuerwehr – gestorben bei bei Verkehrsunfällen, häuslichen Unglücksfällen oder durch Suizid – jeder einzelne für die Wehrmänner, die an der Bergung der Toten beteiligt sind, eine außergewöhnliche, eine extreme psychische Belastung.

      Weniger dramatisch, eher ärgerlich, die große, ebenfalls „spitzenmässige“ Zahl von 120 Fehlalarmen im vergangenen Jahr, 14 allein durch fehlerhaft „losgegangene“ Rauchmelder. Minderwertige Produkte, fehlerhaft montiert – da ist es dann nur eine Frage der Zeit, bis die Feuerwehr auf der Schwelle steht, um einen vermeintlichen Brand zu löschen. Und dann kann es teuer werden, wenn die Kosten für den vergeblichen Einsatz in Rechnung gestellt werden müssen. Dennoch: Niemand bei der Feuerwehr möchte die segensreichen Rauchmelder missen, am wenigsten sicher die acht Speyerer, denen die Geräte allein im vergangenen Jahr durch ihren Alarm wohl das Leben gerettet haben.

      Ein anderes Sorgenkind der Speyerer Wehr: Die übergeordneten Straßenzüge rund um die Stadt – die Autobahn A 61 und die Bundesstraßen B 9 und 39. Insbesondere durch die Dauerbaustelle auf der Rheinbrücke der A 61 ist es 2012 erneut zu zahlreichen, zum Teil schwersten Unfällen mit Toten und Verletzten unterschiedlicher Schwere gekommen. Und auch im laufenden Jahr rechnen die Männer um Michael Hopp hier nicht mit einer Entspannung – ganz im Gegenteil: Aufgrund der bevorstehenden, neuen halbseitigen, mitunter sogar Vollsperrungen muss mit einer Ableitung des Verkehrs auf die Bundesstraßen B 9 und 39 und in der Folge davon mit Staus auf der Stadtumgehung und vermutlich auch wieder mit vielen Unfällen gerechnet werden.

      522 mal sind die Einsatzfahrzeuge im vergangenen Jahr ausgerückt – öfter zwar als im Jahr zuvor – dennoch aber bei längerfristiger Betrachtung durchaus im Schnitt. 108 mal musste dabei gelöscht werden, dreimal sogar mit „großem Besteck“ - Großbrände auf einem Campingplatz, ein Waldbrand und ein Gebäudebrand in der Innenstadt, der auf die Nachbarschaft überzugreifen drohte. Verschont geblieben ist Speyer im letzten Jahr dagegen von größeren oder auch kleineren Naturkatastrophen, Sturm, Starkregen oder gar Hochwasser mit Überschwemmungen blieben weitestgehend aus.

      Meist Brandstiftung sei die immer noch große Zahl von 24 Abfallbränden, wusste Hubert Kling zu berichten, rückläufig dagegen sei die Zahl der durch Tiere ausgelösten Einsätze ebenso wie die Einsätze zur Abwendung von Umweltgefahren. Hier sei die Speyerer Wehr jedoch durch gut ausgebildetes Personal und durch entsprechende technische Ausrüstung gut „aufgestellt“, sei aber dennoch nicht traurig, wenn ihr Können und ihr Material micht in „Ernstfällen“ getestet werden musste..

      Interessant schließlich noch eine letzte Zahl: Genau jeder zweite Einsatz im Berichtsjahr – 261 an der Zahl – betraf technische Hilfeleistungen – auch hier eine spürbare Aufwärtstendenz.

      Und dann war da natürlich noch die Frage, wie es mit der zukünftigen Unterbringung der Feuerwache weitergehen soll. Hier konnte Beigeordneter Frank Scheid berichten, dass die Beratungen des neuen Feuerwehrbedarfsplanes in den zuständigen städtischen Ausschüssen abgeschlossen sei und wohl in der März- oder April-Sitzung des Stadtrates endgültig verabschiedet werden soll. Und dann wird vermutlich auch feststehen, wo die neue(n) Feuerwache(n) in der Stadt ihren Platz finden sollen, um möglichst innerhalb der angepeilten Acht-Minuten-Frist jede Stelle in der Stadt erreichen zu können.

      Man darf gespannt sein..... Foto: spk-Achiv

      Hier lesen Sie die Statistik der Feuerwehreinsätze 2012

      22.02.2013


      Einsatzstatistik 2012 der Feuerwehr Speyer

      Einsatzstatistik der Feuerwehr 2012

      Die Feuerwehr der Stadt Speyer musste im vergangenen Jahr zu insgesamt 522 Einsätzen ausrücken. Damit schlugen wieder 64 Einsätze mehr zu Buche als im Jahr 2011, das aber im langjährigen Vergleich ein sehr schwaches Jahr war:

       

      Jahr:

      Einsätze:

      1997

      468

      1998

      454

      1999

      601

      2000

      544

      2001

      552

      2002

      504

      2003

      540

      2004

      467

      2005

      602

      2006

      627

      2007

      522

      2008

      473

      2009

      519

      2010

      579

      2011

      458

      2012

      522

      Die 522 Einsätze lassen sich aufgliedern in:

       


      2012:2012:

      2011 (zum Vergleichzum Vergleich):

      Brände

      109

      20,9 %

      106

      23,1 %

      Technische Hilfeleistungen

      261

      50,0 %

      223

      48,7 %

      Fehlalarme

      120

      23,0 %

      98

      21,4 %

      Sicherheitswachen

      32

      6,1 %

      31

      6,8 %

      Im Vergleich zum Jahr 2011 waren deutlich mehr Technische Hilfeleistungen und Fehlalarme zu verzeichnen.


      Brände

      Die Feuerwehr wurde zu insgesamt 109 Bränden alarmiert, zum Glück für die Stadt und ihre Bürger waren dies aber meist kleinere Einsätze.

      Der Löwenanteil der Brandmeldungen hatte sich beim Eintreffen der Feuerwehr von selbst erledigt (41) oder konnte auf einen "Kleinbrand" begrenzt werden, zu löschen mit einem Kleinlöschgerät (9) oder aber mit einem Strahlrohr und wenigen Litern Wasser (48).

      Brände, die einen größeren Löscheinsatz erforderten – Mittelbrände (8) und Großbrände (3) –, waren zum Glück die Ausnahme.

      Die Einteilung der Brandereignisse in Kleinbrand (A oder B), Mittelbrand und Großbrand ist übrigens bundesweit festgelegt und richtet sich nach Anzahl und Art der eingesetzten Löschgeräte, nicht nach dem Ausmaß des Feuers oder der Höhe des entstandenen Schadens.

      So sind unter dem Begriff "Großbrand" Brände erfasst, bei denen mehr als 3 C-Strahlrohre oder aber Sonderrohre, z. B. Wasserwerfer, im Einsatz waren. Die drei Großbrände des letzten Jahres waren:

      am 12.03. der Brand von 3 Wohnwagen samt Vorzelten auf einem Campingplatz in der Tullastraße,

      am 03.04. standen in einem Wäldchen am Birkenweg etwa 2.500 m² Gestrüpp in Flammen,

      am 23.09. brannte in der Johannesstraße eine Dachwohnung aus, auch der Dachstuhl wurde schwer beschädigt.

      Nicht immer hatten sich bei den Gebäudebränden die Bewohner selbst in Sicherheit bringen können. Insgesamt 6 Personen wurden von der Feuerwehr gerettet bzw. bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes versorgt, 4 mit Verdacht auf Rauchgas-vergiftungen, 2 mit Verbrennungen. Spektakuläre Rettungsaktionen, z. B. über Leitern, waren jedoch nicht erforderlich.

      Hoch blieb auch in 2012 die Zahl der Brände von Abfällen aller Art (Mülltonnen, Müllcontainer, Wertstoffbehälter, loser Müll und Gerümpel sowie Grünabfälle), die oft auf Brandstiftung zurückzuführen sind (24 Fälle).

      Kurios waren 4 Fälle von Brandstiftung an Fahrrädern im Unterstand am Bahnhof. Auch Briefkästen der Post sind immer wieder das Ziel von Vandalen (3).

      Relativ gering war im vergangenen Jahr, wie schon in den Jahren zuvor, die Zahl der Wald- oder Flächenbrände. Dies hängt sehr stark von der Witterung ab.

      Technische Hilfeleistungen

      Der Schwerpunkt der Tätigkeit der Feuerwehr Speyer liegt ganz eindeutig weiter auf den insgesamt 261 Technischen Hilfeleistungen verschiedenster Art.

      Die Feuerwehr wird dabei zu allen möglichen, auch neuen und außergewöhnlichen Situationen gerufen, oftmals ist Improvisationstalent gefragt, die Feuerwehr wird zum oft zitierten "Mädchen für Alles".

      Im Bewusstsein der Bürger und Institutionen – städtische Dienststellen, Polizei, andere Einrichtungen – ist die Feuerwehr jederzeit rund um die Uhr verfügbar und schnell einsatzbereit. Dabei wird oft übersehen, dass die Feuerwehr Speyer im Grunde eine Freiwillige Feuerwehr ist und außerhalb der regulären Arbeitszeiten immer ehrenamtliche Feuerwehrleute verständigt werden müssen.

      Im vergangenen Jahr kam es zu auffallend vielen schweren Verkehrsunfällen mit Verletzten und auch Toten, allein 8 Unfälle im Rückstau vor der Brückenbaustelle auf der A 61 in Fahrtrichtung Hockenheim, oft waren LKW beteiligt.

      Insgesamt war die Anzahl der Alarmierungen zu Rettungseinsätzen weiterhin hoch (29 Fälle von Personen in einer technischer Notlage, 37 Fälle von Tür öffnen bei einer Notlage, wenn manchmal auch nur vermutet).

      Bei diesen Hilfeleistungen wurden durch die Speyerer Feuerwehr letztlich insgesamt 48 Menschen (2011: 33) aus einer bedrohlichen oder hilflosen Lage befreit:

      eingeklemmt nach Verkehrsunfall (4 Personen)

      • Tür öffnen, hilflose Lage (18 Personen)

      • im Aufzug eingeschlossen (20 Personen)

      • Patiententransport in schwieriger Lage (6 Personen)

      Leider wurde die Feuerwehr im letzten Jahr bei ihren Hilfeleistungen auch mit insgesamt 18 Toten konfrontiert, so vielen wie noch nie in einem Jahr bisher.

      In 11 Fällen von Türöffnung lag die Person jeweils tot in der Wohnung, 1 Patient verstarb vor Ort an seiner Erkrankung noch bevor er mit der Drehleiter transportiert werden konnte, 1 Leiche musste nach einem Sprung aus dem 6. OG von einem Vordach geborgen werden, 5 Personen konnten nach Verkehrsunfällen nur noch tot geborgen werden.

      Die Zahl von Einsätzen mit Tieren war wieder rückläufig (2012: 39 Fälle, 2011: 48 Fälle, 2010: 53 Fälle, 2009: 70 Fälle). Betroffen sind meist Hunde und Katzen sowie Vögel aller Art in den unterschiedlichsten Situationen (freilaufend, eingeklemmt, verletzt), aber z. B. auch ein Igel, eine Schildkröte, eine Zwergziege oder eine Schlange.

      Auch Einsätze unter dem Stichwort "Umweltschutz" waren weiter rückläufig (2012: 21 Fälle, 2011: 33 Fälle, 2010: 37 Fälle, 2009: 34 Fälle, in 2008 noch 57). Hier wirkt sich vor allem aus, dass die Beseitigung von reinen Ölspuren auf Straßen nicht mehr Aufgabe der Feuerwehr ist.

      Von Unwettern wie Stürmen oder Starkregen blieb die Stadt im letzten Jahr weitest-gehend verschont, wodurch die Anzahl der Einsätze unter dem Stichwort "droht zu fallen" relativ gering ist. Die hohe Zahl der Wasserschäden wurde vor allem durch den starken Frost im Februar oder aber durch technische Defekte verursacht.

      Weiterhin hoch blieb die Zahl der Einsätze unter dem Stichwort "Tür öffnen" (60). Oft wird die Feuerwehr in einem Notfall – real oder vermutet – alarmiert (37), aber auch im Auftrag der Polizei (14) oder wenn kein Schlüsseldienst zu erreichen ist (9).

      Fehlalarme

      Im Jahr 2012 musste die Speyerer Feuerwehr zu insgesamt 120 Fehlalarmen ausrücken, so vielen wie noch nie im Laufe eines Jahres.

      Genau die Hälfte dieser Fehlalarme ging auf automatische Brandmeldeanlagen zurück (60 Fälle). In Speyer sind derzeit 96 Objekte mit solchen Meldeanlagen verschiedenster Art ausgestattet, Tendenz weiter steigend.

      Solche Meldeanlagen haben aber auch ihren Nutzen: in mehreren Fällen in den letzten Jahren konnten so Brände frühzeitig entdeckt und eingedämmt werden.

      Bei den Fehlalarmen "im guten Glauben" (56 Fälle, in 2011 noch 33 Fälle) beginnt sich die Ausstattung der Wohngebäude mit Rauchwarnmeldern bemerkbar zu machen (2012: 14 Fälle, 2011: 6 Fälle).

      Aber auch der Nutzen der Rauchwarnmelder beginnt deutlich zu werden: in 8 Fällen wurden durch solche Melder Brände frühzeitig entdeckt und gingen meist glimpflich aus. Wir werden hier die Entwicklung aufmerksam beobachten.

      Sicherheitswachen

      Brandsicherheitswachen werden meist bei Veranstaltungen mit größeren Menschen-ansammlungen oder solchen mit besonderer Feuergefahr (Feuerwerke, Pyro-technik) eingerichtet.

      Im Jahr 2012 waren insgesamt 32 Sicherheitswachen zu stellen.

       Die Speyerer Feuerwehr leistete im letzten Jahr in 3 Fällen Nachbarschaftshilfe. Einmal war von der FF Schifferstadt eine Wärmebildkamera angefordert worden, einmal der moderne ABC-Erkundungskraftwagen zu Messungen nach einem Unfall mit Gefahrstoffen in Germersheim, einmal eine Drehleiter beim Brand in einer Kiessortieranlage in Otterstadt.

      Einzelheiten zur Statistik und zu besonderen Einsätzen entnehmen Sie bitte den beige-fügten Übersichten. Zur Kenntnis liegen zusätzlich ein Vergleich der Einsatzzahlen 2011/2012 und eine Gesamtübersicht der Einsätze von 1995 bis 2012 bei.

       

      Einsätze 2012



      MonatMMonat

      B

      TTT

      FF

      SS

      insg.insg.






      Januar

      10

      20

      4

      1

      35

      Februar

      8

      34

      15

      1

      58

      März

      16

      15

      7

      2

      40

      April

      4

      20

      8

      2

      34

      Mai

      18

      31

      6

      1

      56

      Juni

      9

      17

      14

      1

      41

      Juli

      8

      24

      10

      15

      57

      August

      5

      19

      13

      0

      37

      September

      13

      29

      13

      3

      58

      Oktober

      3

      18

      12

      2

      35

      November

      9

      19

      9

      2

      39

      Dezember

      6

      15

      9

      2

      32













      insgesamt

      109

      261

      120

      32

      522







      Anteil in %

      20,9

      50,0

      23,0

      6,1









      B = Brände F = Fehlalarme

      T = Technische Hilfeleistungen S = Sicherheitswachen

       

      H. Kling, 2012

      Einsätze 2012 – Auswertung

       

      Besondere Einsätze:Besondere Einsätze

       

      Januar

      03.

      Franz-Schöberl-Straße: nächtlicher Schwelbrand in einem Abstellraum einer Wohnanlage, Treppenhaus verqualmt,

      Polizei kann Bewohner rechtzeitig in Sicherheit bringen

      13.

      B 39, AS SP-Zentrum: Frontalzusammenstoß zweier PKW,

      ein Mann eingeklemmt und getötet, die Bergung ist schwierig

      15.

      Am Wasserturm: Tür öffnen, da zwei Behinderte vermisst, Mann

      tot in Wohnung, Frau hilflos


      Februar

      ---

      Stadtgebiet: der lange, strenge Frost beschert der Feuerwehr

      zahlreiche Wasserschäden durch geplatzte Leitungen (16 Fälle),

      auch vermeintlich festgefrorene, hilflose oder verletzte Tiere

      werden verstärkt gemeldet (8 Fälle)


      März

      10.

      Nikolaus-von-Weis-Straße: ein abgestellter LKW 7,5 t brennt

      mitten in der Nacht völlig aus

      12.

      Tullastraße / Steinhäuserwühlsee: im Campinggebiet brennen

      drei Wohnwagen, Vorzelte und Gartenhäuschen ab

      19.

      A 61 > Hockenheim: in der Baustelle an der Rheinbrücke brennt

      ein PKW völlig aus

      20.

      A 61 > Hockenheim: Kollision zwischen PKW und LKW, die

      Feuerwehr muss den schwer verletzten und eingeklemmten

      PKW-Fahrer mit hydraulischen Rettungsgeräten befreien

      24.

      Bahnhofstraße: schwerer Unfall mit 2 PKW, ein Fahrzeug in

      Tankstelle geprallt, 3 Schwer- und 4 Leichtverletzte, Unter-

      stützung des Rettungsdienstes, Aufräumungsarbeiten.

      25.

      L 528 > Böhl-Iggelheim: PKW brennt völlig aus, Holzbrücke

      dabei beschädigt, Betriebsstoffe in Bach gelaufen

      31.

      B 9: Verkehrsunfall mit 3 PKW, ein Fahrzeug auf dem Dach,

      nur Aufräumungsarbeiten


      April

      03.

      Birkenweg: in einem Wäldchen an der Kurpfalz-Kaserne stehen

      etwa 2.500 m² Bodenbewuchs in Flammen, insgesamt sind

      3 Strahlrohre und 2 Wasserwerfer im Einsatz

      11.

      B 39, AS SP-Zentrum: Verkehrsunfall mit 4 PKW und 1 LKW,

      Kleinbus umgestürzt, 5 Leichtverletzte, Aufräumungsarbeiten

      27.

      Alter Hafen: 12-Meter-Yacht droht zu sinken, Ölsperre um das

      Boot ausgebracht, dann mit Bordmitteln gelenzt




      Mai

      07.

      Otto-Mayer-Straße: im Keller der Sporthalle des Hans-Purrmann-

      Gymnasiums brennt eine Tischtennisplatte, starker Rauch

      16.

      A 61 > Ludwigshafen / AS Hockenheim: Auffahrunfall mit zwei

      LKW, Tank aufgerissen, etwa 300 Liter Diesel ausgelaufen

      ---

      Innenstadt: immer wieder werden nachts Wertstoffsäcke und

      Mülltonnen in Brand gesteckt, die Feuerwehr rückt 6 mal aus,

      weitere Brandstellen werden von der Polizei gelöscht

      30.

      B 39, AS SP-Süd: Verkehrsunfall mit 1 LKW und 3 PKW, eine

      Person eingeklemmt, mit hydraulischem Schneid- und Spreiz-

      gerät befreit


      Juni

      06.

      Otterstadt: Unterstützung mit einer Drehleiter bei einem Brand

      in einer Kiessortieranlage

      06.

      A 61 > Hockenheim: Verkehrsunfall, PKW unter LKW, Fahrer

      schwer verletzt, ausgelaufene Betriebsstoffe, Trümmer räumen

      17.

      Am Neuen Rheinhafen / Ölhafen: nächtliche Suche nach

      vermisster Person, im Einsatz sind die Feuerwehren Speyer,

      Otterstadt und Waldsee, die SEG Wasserrettung und die

      Rettungshundestaffel Frankenthal, ohne greifbares Ergebnis

      19.

      Rhein / Leinpfad: Person von Rheinbrücke gesprungen, Suche

      mit mehreren Booten, dann Abbruch, da vermutlich Mutprobe

      29.

      Maximilianstraße: Verpuffung in der Toilette eines Imbisses,

      vermutlich durch Treibgas aus einer Spraydose, 2 Jugendliche

      mit schweren Verbrennungen


      Juli

      09.

      Hilgardstraße: ein Patient des Diakonissenkrankenhauses springt

      aus dem 6. OG, Bergung der Leiche vom Vordach

      19.

      B 9, AK Speyer > AS SP-Nord: ein Sattelzug fährt ungebremst

      auf einen stehenden LKW der Straßenmeisterei auf, der Fahrer

      des Sattelschleppers wird getötet

      25.

      Kardinal-Wendel-Straße: eine Küche im Untergeschoß eines

      Wohnhauses brennt völlig aus, das ganze Gebäude ist verqualmt

      26.

      Berghäuser Altrhein: Patient mit schwerem Kreislaufkollaps im

      Auwald wird mit dem Mehrzweckboot an die Anlegestelle Rhein-

      häuser Fähre gebracht und dort von einen RTW übernommen

      29.

      A 61 > Hockenheim, Höhe Waldseer Straße: PKW in Vollbrand, Benzin läuft aus und setzt über einen Kanaleinlauf auch die

      Böschung in Brand






      August

      12.

      Salierbrücke / Höhe Kanuclub: Person droht nachts von der

      Brücke auf Land zu springen, Sprungpolster in Stellung

      gebracht, Boot auf dem Rhein in Bereitschaft, kann nach mehr

      als 2 Stunden von der Polizei zur Aufgabe bewegt werden

      12.

      Ludwigstraße: nachts Rauchwarnmelder ausgelöst, Wohnung

      gewaltsam geöffnet, Räume verqualmt, zwei zunächst nicht

      ansprechbare Personen aus der Wohnung gerettet und an

      Rettungsdienst übergeben, in der Küche Essen verbrannt


      September

      03.

      A 61 > Hockenheim: in der Baustelle vor der Rheinbrücke

      brennt ein Kleintransporter völlig aus

      09.

      Speyer-Süd / -Vogelgesang: nächtliche Suche nach einem

      älteren Mann, Rettungshunde im Einsatz, erfolglos abgebrochen

      12.

      Bahnhof: während der Fahrt war an einem S-Bahn-Zug ein

      Dachaufbau in Brand geraten, durch Regen erloschen, Ober-

      leitung kann nicht abgeschaltet werden, Einsatz abgebrochen

      22.

      Landauer Straße / Nähe Stadtgärtnerei: ein PKW prallt frontal

      gegen einen Baum, die Fahrerin verstirbt noch vor Ort

      23.

      Johannesstraße: Großbrand in Dachstuhl, Firstraum brennt aus,

      Schutz der Nachbargebäude über 2 Drehleitern, Aufräumungs-

      arbeiten ziehen sich über mehr als 6 Stunden hin

      26.

      A 61 / AK Speyer: ein Volvo fährt nachts auf einen Opel Corsa

      auf, zwei im Fond eingeklemmte Personen mit einfachen

      technischen Mitteln befreit, eine Person vor Ort verstorben


      Oktober

      04.

      A 61 > Hockenheim: LKW auf Sattelzug aufgefahren, Fahrer im

      Beinbereich eingeklemmt, mit hydraulischen Rettungsgeräten

      befreit, per Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen

      10.

      A 61 > Hockenheim: im Baustellenstau 1 LKW und 3 PKW

      kollidiert, insgesamt 4 Verletzte, Aufräumungsarbeiten


      November

      08.

      Industriestraße: eine auf dem Hof einer Autofirma abgestellte

      LKW-Zugmaschine brennt völlig aus

      14.

      A 61 > Hockenheim: PKW auf Sattelzug aufgefahren, unter den

      Auflieger geschoben, Fahrer eingeklemmt, mit hydraulischen

      Rettungsgeräten befreit, wenig später verstorben

      23.

      A 61 > Hockenheim: PKW auf Lastzug mit Anhänger geprallt,

      Hinterachse des Hängers abgerissen, PKW-Fahrer schwer

      verletzt, mit Rettungshubschrauber ins Krankenhaus


      Dezember

      ---



      Einsatzstatistik 2012:


      109 Brände

      1. Unterscheidung nach Brandarten:



      Stichwort:Stichwort

      Bedeutung:Bedeutung:

      41 (41) x

      kein Löscheinsatz

      bei Ankunft der Feuerwehr gelöscht / selbst erloschen

      9 (10) x

      Kleinbrand A

      Kleinlöschgerät genügt, z. B. Feuerlöscher

      48 (48) x

      Kleinbrand B

      1 C-Rohr im Einsatz (ca. 100 l Wasser / min)

      8 (6) x

      Mittelbrand

      2 oder 3 C-Rohre gleichzeitig im Einsatz

      3 (1) x

      Großbrand

      mehr als 3 C-Rohre oder Wasserwerfer im Einsatz

      2. Unterscheidung nach Brandobjekten:



      Stichwort:

      WeitereWeitere Unterscheidung: Unterscheidung:

      23 (21) x

      Wohngebäude

      4 x Wohnraum

      2 x Küche

      10 x Küche, nur angebranntes Essen

      4 x Keller

      2 x Dachstuhl, -wohnung

      1 x Abstellraum

      14 (17) x

      Sonstige Gebäude


      5 x Industrie-, Gewerbebetrieb

      1 x Ladengeschäft

      1 x Bank

      1 x Gaststätte

      2 x Schule

      4 x Senioren-, Pflegeheim

      19 (14) x


      Fahrzeuge

      7 x PKW

      1 x Wohnmobil, -wagen

      10 x LKW, Anhänger, Auflieger

      1 x S-Bahn-Zug (Dachaufbau)

      15 (22) x

      Grünflächen

      6 x Waldfläche

      2 x Grasfläche

      4 x einzelner Baum, Baumstumpf

      3 x Hecke, Buschwerk

      (Vorjahr in Klammern)

       

      38 (32) x


      Sonstiges

      7 x Mülltonne, -container

      3 x Wertstoffsäcke

      2 x Altkleidercontainer

      7 x Abfälle, Gerümpel (lose)

      5 x Grünabfälle

      2 x Kleinbauten:

      - Wartehäuschen

      - Toilettenhäuschen

      12 x andere Brandobjekte:

      - Briefkasten der Post (3)

      - Fahrrad in Unterstand (4)

      - Gartenbank

      - Holzverschlag

      - Klettergerüst aus Holz

      - Palme in Topf

      - Klimagerät an Gebäude

      (Vorjahr in Klammern)


      insatzstatistik 2012:


      261 Technische Hilfeleistungen

       


      Stichwort:

      Weitere Unterscheidung:Weitere Unterscheidung:

      29 (27) x


      Person in Notlage

      8 x eingeklemmt nach Verkehrsunfall

      5 x droht zu springen / fallen

      5 x in Aufzug eingeschlossen

      7 x Patiententransport mit Drehleiter

      1 x Patiententransport mit Gerät

      3 x Personensuche

      39 (48) x

      Einsatz mit Tieren

      37 x Rettung von Tieren

      2 x Bergung Kadaver

      21 (33) x


      Umweltschutz

      2 x freigesetzte Gefahrstoffe

      3 x Gas-, Chemiegeruch / Messeinsatz

      11 x austretende Stoffe nach Verkehrsunfall

      2 x auslaufende Stoffe aus KFZ (ohne Unfall)

      1 x Bergung von Gefahrstoffen

      2 x Gewässerverunreinigung Bach

      13 (16) x


      droht zu fallen ...

      11 x Baum, Ast

      2 x Bauteil

      61 (13) x


      Wasserschaden

      29 x in Wohnräumen

      20 x in Kellerräumen

      12 x sonstige Räume

      60 (63) x


      Tür öffnen

      37 x in einer Notlage (32)

      14 x im Auftrag der Polizei (14)

      9 x ohne Notlage (17)

      38 (23) x


      Sonstiges

      1 x Leichenbergung

      12 x KFZ-Bergung, Aufräumen nach Unfall

      3 x Bergung von Gegenständen

      16 x technische Hilfeleistungen für Stadt / SWS

      6 x sonstige technische Hilfeleistungen

      (Vorjahr in Klammern)

      Einsatzstatistik 2012:


      120 Fehlalarme

       

      1. Unterscheidung:

       



      56 (33) x

      Anrufer in gutem Glauben

       davon 14 x Rauchwarnmelder in Wohnung ausgelöst (6)

      4 (1) x

      vermutlich in böswilliger Absicht

      60 (64) x

      durch eine automatische Brandmeldeanlage


      (Vorjahr in Klammern)

      2. Brandmeldeanlagen:


      Nr.:Nr:

      Objekt:Objekt

      Anzahl der Alarme: der Alarme:Anzahl


      1004

      (einzelne Objekte unkenntlich gemacht)

      1

      1005


      1

      1006


      

      2

      1011


      1

      1014


      1

      1018


      1

      1019


      1

      1022


      

      2

      1023


      

      4

      1024


      1

      1026


      1

      1028


      1

      1029


      1

      1031


      

      3

      1033


      1

      1037


      1

      1043


      1

      1046


      

      2

      1048


      1

      1052


      

      4

      1055


      1

      1057


      1

      1060


      1

      1061


      

      3

      1069


      

      7

      1075


      

      2


      1076


      1

      1080


      

      3

      1082


      

      3

      1085


      

      2

      1090


      1

      1092


      1

      1093


      1

      1098


      

      2


      Einsatzstatistik 2012:


      Sicherheitswachen

       

      Nr.

      E-Nr.E-Nr.

      Datum:

      Zeitraum: Anlass: Anlass:

      1

      24

      21.01.2012

      17.50 – 23.30

      Hist. Museum / Round-Table-Charity

      2

      84

      18.02.2012

      19.45 – 02.05

      Hist. Museum / Faschingsparty

      3

      104

      10.03.2012

      14.45 – 18.05

      Hist. Museum / Ausstellungseröffnung

      4

      113

      18.03.2012

      13.30 – 16.30

      Sommertagszug

      5

      152

      15.04.2012

      20.25 – 21.55

      Frühjahrsmesse / Feuerwerk

      6

      167

      30.04.2012

      20.00 – 02.45

      Hist. Museum / Tanz in den Mai

      7

      169

      01.05.2012

      10.00 – 13.30

      Demonstration / Bereitschaft in Wache

      8

      224

      01.06.2012

      19.00 – 02.10

      Hist. Museum / Kult(o)urnacht

      9

      282

      12.07.2012

      20.00 – 24.00

      Brezelfest

      10

      284

      13.07.2012

      20.00 – 02.00

      Brezelfest

      11

      287

      14.07.2012

      20.00 – 02.00

      Brezelfest

      12

      289

      15.07.2012

      14.00 – 19.00

      Brezelfest

      13

      292

      15.07.2012

      19.00 – 24.00

      Brezelfest

      14

      294

      16.07.2012

      20.00 – 24.00

      Brezelfest

      15

      295

      17.07.2012

      09.37 – 10.43

      Flugplatz / Sonderlandung Formel 1

      16

      296

      17.07.2012

      20.00 – 24.00

      Brezelfest

      17

      297

      17.07.2012

      21.45 – 23.15

      Brezelfest / Feuerwerk

      18

      299

      18.07.2012

      14.54 – 15.47

      Flugplatz / Sonderlandung Formel 1

      19

      302

      19.07.2012

      11.10 – 13.46

      Flugplatz / Sonderlandung Formel 1

      20

      303

      20.07.2012

      08.51 – 09.31

      Flugplatz / Sonderlandung Formel 1

      21

      307

      22.07.2012

      11.36 – 12.17

      Flugplatz / Sonderlandung Formel 1

      22

      309

      22.07.2012

      17.30 – 19.32

      Flugplatz / Sonderlandung Formel 1, 2x

      23

      311

      23.07.2012

      09.16 – 10.33

      Flugplatz / Sonderlandung Formel 1

      24

      370

      07.09.2012

      19.00 – 02.00

      Altstadtfest

      25

      371

      08.09.2012

      14.30 – 20.30

      Altstadtfest

      26

      374

      08.09.2012

      20.30 – 02.00

      Altstadtfest

      27

      435

      19.10.2012

      17.00 – 01.40

      Technikmuseum / Firmenveranstaltung

      28

      451

      31.10.2012

      19.00 – 03.00

      Hist. Museum / Halloween-Party

      29

      456

      04.11.2012

      19.00 – 21.00

      Herbstmesse / Feuerwerk

      30

      466

      11.11.2012

      17.00 – 19.45

      Martinszug

      31

      492

      05.12.2012

      18.53 – 20.12

      Altpörtel in Flammen

      32

      513

      20.12.2012

      18.35 – 20.00

      Altpörtel in Flammen

      Einsatzstatistik 2012:


      Sonstiges

      Nachbarschaftshilfen: 3 (7)

      • 25.01. Schifferstadt: Wärmebildkamera angefordert, Einsatz abgebrochen

      • 24.05. Germersheim: Messeinsatz mit ABC-ErkKW nach Gefahrgutunfall

      • 06.06. Otterstadt: Unterstützung mit Drehleiter bei Brand in Kiessortieranlage



      Todesfälle: 18 (7)

      • 13.01. Verkehrsunfall mit 2 PKW, ein Fahrer eingeklemmt und getötet

      • 15.01. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung

      • 21.01. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung

      • 28.03. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung

      • 23.05. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung

      • 25.05. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung

      • 29.06. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung

      • 09.07. Mann aus dem 6. OG gesprungen, Leichenbergung von Vordach

      • 10.07. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung

      • 19.07. Verkehrsunfall mit 2 LKW, ein Fahrer getötet

      • 21.07. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung

      • 14.09. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung

      • 22.09. Verkehrsunfall, PKW an Baum, Fahrerin vor Ort verstorben

      • 26.09. Verkehrsunfall mit 2 PKW, Insasse vor Ort verstorben

      • 29.09. Patiententransport mit Drehleiter, Person vor Ort verstorben

      • 17.10. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung

      • 14.11. Verkehrsunfall PKW gegen LKW, eingeklemmter Fahrer getötet

      • 07.12. Tür öffnen, Person tot in der Wohnung

      (Vorjahr in Klammern)


      Einsätze 2012 Vergleich

       

      MonatMonat

      20112011

      2012

      +/-++/-







      Januar

      35

      35

      35

      35

      0

      Februar

      35

      70

      58

      93

      + 23

      März

      33

      103

      40

      133

      + 30

      April

      45

      148

      34

      167

      + 19

      Mai

      49

      197

      56

      223

      + 26

      Juni

      38

      235

      41

      264

      + 29

      Juli

      52

      287

      57

      321

      + 34

      August

      41

      328

      37

      358

      + 30

      September

      37

      365

      58

      416

      + 51

      Oktober

      28

      393

      35

      451

      + 58

      November

      35

      428

      39

      490

      + 62

      Dezember

      30

      458

      32

      522

      + 64













       

      Einsätze 1995 – 2012

       

      Jahr:Jahr:

      B B

      TT

      FF

      S

      insg.insg.

      1995

      141

      250

      57

      --

      448

      1996

      149

      258

      69

      --

      476

      1997

      114

      286

      68

      --

      468

      1998

      115

      268

      71

      --

      454

      1999

      120

      403

      78

      --

      601

      2000

      97

      348

      66

      33

      544

      2001

      129

      306

      86

      31

      552

      2002

      96

      293

      80

      35

      504

      2003

      140

      262

      108

      30

      540

      2004

      89

      274

      78

      26

      467

      2005

      113

      379

      83

      27

      602

      2006

      102

      412

      79

      34

      627

      2007

      101

      319

      78

      24

      522

      2008

      93

      252

      94

      34

      473

      2009

      95

      325

      77

      22

      519

      2010

      94

      349

      104

      32

      579

      2011

      106

      223

      98

      31

      458

      2012

      109

      261

      120

      32

      522


      B = Brände F = Fehlalarme

      T = Technische Hilfeleistungen S = Sicherheitswachen


      H. Kling, 01/2013

      Stadtverwaltung Speyer

      Fachbereich 2 / Abteilung 210

      - Sg. 214 - Brand- und Katastrophenschutz -

      22.02.2013


      Austauschschülerinnen aus Dominikanerinnen-Schule in Peru zu Gast im Historischen Trausaal

      Bürgermeisterin Monika Kabs gewährt Einblicke in die Speyerer Stadtgeschichte

      gc. Speyer. Eine zehnköpfige Gruppe peruanischer Austauschschülerinnen, die bereits seit Ende Dezember am Speyerer Edith-Stein-Gymnasium zu Gast sind, wurde heute, wenige Tage vor ihrer Rückreise am kommenden Wochenende, von Bürgermeisterin Monika Kabs im Historischen Trausaal des Speyerer Rathauses empfangen. Die Schülerinnen im Alter von 14-16 Jahren besuchen in ihrer Heimat, in Chosica in der Nähe der peruanischen Hauptstadt Lima, die Schule „Beata Imelda“, eine Gründung der Speyerer Dominikanerinnen, die auch die Trägerinnen der Edith-Stein-Schulen in Speyer sind.

      Die jungen Peruanerinnen, die in den letzten Wochen bei engagierten Gastfamilien in Speyer und Umgebung lebten und in dieser Zeit ganz in den Alltag des Schullebens des Edith-Stein-Gymnasiums sowie des Freizeitverhaltens ihrer deutschen Altergenossinnen eintauchen konnten, lernen in ihrer Heimat selbst bei der sie begleitenden Deutschlehrerin Natalie Jeri die deutsche Sprache.im Unterricht.

      Ihre Gastgeberinnen, die am Edith-Stein-Gymnasium ihrerseits spanisch lernen, werden in den Sommerferien mit ihrer Spanischlehrerin Anne Jaschinski zu einem Gegenbesuch in den Andenstaat aufbrechen.

      Bürgermeisterin Monika Kabs verwies in ihrer Begrüßung nicht nur auf die wechselvolle Geschichte Speyers, die sich in einer mehr als 2000jährigen Stadtgeschichte, dem über 950jährigen Kaiser- und Mariendom und dem über 300 Jahre alten Historischen Rathaus manifestierten, sondern auch in den zahllosen aktuellen Aktivitäten. So sei die Stadt mit über 10.000 Schülern, davon über 5.000 aus dem Umland, nicht nur eine „echte“ Schulstadt, sondern mitihren vielfältigen Veranstaltungen auch ein kulturelles Zentrum in der Metropolregion Rhein-Neckar. „Aber vieles davon werdet ihr ja inzwischen mindestens eben so gut kennen wie ich“, rief Kabs den jungen Peruanerinnen zu, für die das „Kinder- und Jugendtheater“ oder die „Halle 101“ erkennbar keine Fremdwörter mehr waren.

      Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten sie die Ausführungen der Bürgermeisterin über die zahlreichen Religionsgemeinschaften in der Stadt - über christliche Kirchen, den alten Judenhof und die neue jüdische Synagoge sowie die neue Moschee, die den mulitkulturellen Charakter Speyers nachdrücklich unterstreichen würden.

      „Es gibt doch in Speyer auch einen Oberbürgermeister“, wollte eine der Schülerinnen wissen „worin liegt denn da der Unterschied zu Ihnen, der Bürgermeisterin?“. Mit Verweis auf die Gemeindeordnung erläuterte Monika Kabs die unterschiedlichen Aufgaben, die die Mitglieder des Stadtvorstandes zu erfüllen hätten, gestand aber zu, dass es manchmal auch für eine Bürgermeisterin durchaus hilfreich sein könne, noch eine Entscheidungs- und Verantwortungsinstanz „über“ sich zu haben.

      Bei Brezeln und alkoholfreien Getränken konnten die jungen Besucherinnen sich schließlich noch im Historischen Ratssal umsehen und dort einen Blick auf die originalen Deckenmalereien aus der Entstehungszeit des Hauses erhaschen. Foto: gc

      19.02.2013


      Austauschschülerinnen aus Peru zu Gast im Historischen Trausaal - Bilderalbum

      Anfrage der Grünen Fraktion Speyer an Bgm. Monika Kabs wegen Deutschem Turnfest in der Metropolregion - Nachfrage des SPEYER-KURIER bei Monika Kabs

      Frau

      Bürgermeisterin

      Monika Kabs

      Maximilianstrasse 100

      67346 Speyer

      Turnfest in der Metropolregion Rhein-Neckar.

      Liebe Bürgermeisterin Moni,

      in der Woche vom 18 - 25 Mai 2013 findet in der Metropolregion Rhein-Neckar das Deutsche Turnfest statt. Es wird das erste Mal nicht in einer großen Deutschen Stadt veranstaltet. Das größte Turn- und Breitensportfest, das sich alle 3 - 5 Jahre wiederholt, wird dieses Jahr vor der Tür Speyers stattfinden.

      In 2008 hat Speyer bei der Mission Olympic den Wettbewerb "Aktivste Stadt Deutschlands" gewonnen und damit bewiesen, dass Speyer viele Menschen zum Sport bewegen kann.

      Im Programm des Deutschen Turnfestes finden alle Altersklassen von „11 bis 80plus“ geeignete und passende Wettkampfangebote. Das bedeutet, dass vor allem breite Bevölkerungsschichten daran teilnehmen können.

      An dem Turnfest der Metropolregion nehmen verschiedene Städte teil. Neben den drei großen, Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg beteiligen sich auch Schifferstadt, Worms, Mutterstadt oder Heppenheim, um nur einige zu nennen. Speyer beteiligt sich sportlich in keiner Weise daran. Wir sind der Meinung, unsere Stadt hätte über den Tellerrand hinaus schauen müssen, sich am Fest beteiligen und damit verdeutlichen zur Metropolregion zu zu gehören.

      Wir, die Grüne Fraktion, stellen uns in diesem Zusammenhang mehrere Fragen, die Du uns bitte beantworten möchtest:

      1. Wurde die Stadt Speyer angefragt an diesem Fest teilzunehmen?

      2. Wenn nein, was waren die Gründe dafür?

      3. Wenn ja, was führte zu der Entscheidung sich daran nicht zu beteiligen?

      Da in dieser Woche voraussichtlich 80.000 Menschen sich an dem Event beteiligen werden und weitere Touristen dadurch angezogen werden, wäre es für Speyer wichtig und notwendig sich als Stadt auch an dem Fest zu beteiligen.

      4. Welche touristischen Gründe sprechen dafür sich dem Fest zu entsagen?

      Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

      Luzian Czerny

       

      Ökumenischer Turnfest-Gottesdienst an Pfingstmontag im Speyerer Dom - Turnfest 2013 ohne sportliche Veranstaltungen in Speyer.

      cr. Speyer. „In einem Schreiben an das Organisationskomitee des Deutschen Turnfestes hat der damalige Oberbürgermeister Werner Schineller bereits im Juli 2010 das grundsätzliche Interesse der Stadt Speyer daran bekundet, als einer der Austragungsorte für dieses sportliche Großereignis zur Verfügung zu stehen“. Das erklärte heute die Speyerer Sportdezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs, auf Anfrage des SPEYER-KURIER und beantwortete damit zugleich auch den offenen Brief des GRÜNEN-Stadtratsmitgliedes Luzian Czeny vom 17. Februar 2013 (siehe oben). Mit diesem Schreiben, dem er damals auch eine ausführliche und umfangreich dokumentierte Liste der in Speyer zur Verfügung stehenden, Sportstätten beigefügt hatte, habe Schineller damals eine Anfrage des Komitees aus dem Jahr 2009 beantwortet, so Kabs. Erst mit der Vorstellung des endgültigen Programms des Turnfestes habe die Stadt Speyer dann allerdings erfahren, dass die Veranstalter von diesem Angebot der Stadt keinen Gebrauch machen wollten.

      Um so mehr freue sie sich deshalb, so Monika Kabs, dass man sich dazu entschlossen habe, den traditionellen Ökumenischen Turnfest-Gottesdienst in dem wohl bedeutsamsten Kirchenbau in der Metropolregion, dem Speyerer Dom, abzuhalten. Hochrangige Vertreter der christlichen Kirchen werden diesen Festgottesdienst am Pfingstmontag, dem 20. Mai 2013, um 18.00 Uhr in der romanischen Kathedrale feiern. Gruppen aus Vereinen des Badischen Turner-Bundes wollen dabei – wie es im Programm heißt - biblische Texte in Bewegung umwandeln und damit dokumentieren, „dass nicht allein das Leben in Bewegung ist, sondern auch der Geist (Gottes) uns bewegt“.

      Das Turnfest 2013 beginnt bereits am Samstag, dem 18. Mai 2013 um 18.00 Uhr mit einem offiziellen Festakt für geladene Gäste mit hochrangigen Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft und Sport im Herzen der Region, im Mannheimer Congress Center Rosengarten. Dazu haben die Veranstalter die Stadt Speyer um die Übersendung einer Video-Botschaft zu der Bewegungssportart „Flag-Line“ gebeten.

      18.02.2013


      Offener Brief von Oberbürgermeister Hansjörg Eger an Anette Blumenschein

      Sehr geehrte Frau Blumenschein,

      hinsichtlich der gegenwärtig geführten öffentlichen Diskussion über den Nachtumzug der Guggenmusiker kann ich Ihnen mitteilen, dass wir das ehrenamtliche Engagement Ihres Vereins für diese Veranstaltung schätzen und deshalb den Nachtumzug in den letzten vier Jahren personell, finanziell, in der Verkehrs- und Parklogistik und bei der Müllentsorgung in erheblichem Maße unterstützt haben. Dies haben wir gerne getan, weil mir sehr wohl bewusst ist, welcher organisatorische Aufwand für Ihren Verein mit einem Großereignis dieser Art verbunden ist.

      Die Veranstaltung hat aber mit rund 20.000 Besuchern eine Größenordnung erreicht, die ursprünglich wahrscheinlich auch seitens des Vereins nicht geplant war und mittlerweile eine ganze Reihe organisatorischer, logistischer und finanzieller Fragen aufwirft.

      In der letzten Stadtratssitzung habe ich davon gesprochen, dass die Stadtverwaltung für Sicherheit, Ordnung, Müllentsorgung und andere Leistungen des Baubetriebshofs in diesem Jahr 25.000 Euro an Personal- und Sachkosten für die Durchführung des Nachtumzuges aufgewendet hat. Mehr Müll als in den Vorjahren hat zu Kostensteigerungen geführt. Auch hinsichtlich der sanitären Anlagen hat es in diesem Jahr erhebliche Defizite gegeben, wie auch bei der Zugorganisation und damit verbunden der Dauer der Veranstaltung.

      Vorsitzende anderer Vereine sowie kulturelle, sportliche und soziale Initiativen in der Stadt fragen mich bei solchen Kosten mit Recht, warum die Stadt für eine Vereinsveranstaltung der Brezelkracher Leistungen in dieser Größenordnung erbringt?

      Um alle offenen Fragen hinsichtlich des Nachtumzuges zu erörtern, habe ich unmittelbar nach der Veranstaltung im Januar einen Gesprächstermin mit Ihnen vereinbart, der in der nächsten Woche stattfinden wird.

      In diesem Kontext ist es wenig hilfreich, wenn Sie über die Medien und die Sozialen Netzwerke eine Leserbriefkampagne gegen die Stadtverwaltung initiieren, die mit unsachlichen und gelegentlich auch diffamierenden Beiträgen die Diskussion anheizt.

      Ich wäre Ihnen deshalb sehr verbunden, wenn wir den anstehenden Gesprächstermin dazu nutzen könnten, zum sachlichen Austausch zurückzukehren und in Ruhe und mit fundierten Argumenten alle offenen Fragen zu klären.

      Mit freundlichen Grüßen

      Hansjörg Eger

      Stadt Speyer, Pressestelle
      www.speyer.de

      15.02.2013


      Die Stadt bittet um Mithilfe bei der Fortschreibung des Mietspiegels

      Der Speyerer Mietspiegel wird derzeit wieder aktualisiert. Dazu werden Fragebögen an Haushalte verschickt, die in einer repräsentativen Zufallsauswahl gezogen wurden. Die Teilnahme an der Befragung ist freiwillig. Die Antworten werden anonym ausgewertet.

      Der Mietspiegel gibt einen Überblick über die ortsüblichen Vergleichsmieten. Er ist leicht anzuwenden und hat in der Vergangenheit mit dazu beigetragen, dass die Zahl der Gerichtsverfahren wegen der Miethöhe gering geblieben ist. Mietern und Vermietern wird mit dem Mietspiegel ein Instrument angeboten, das bei der Festlegung der Miete hilft und eine preiswerte Alternative zum Sachverständigengutachten darstellt.

      Oberbürgermeister Hansjörg Eger und die beteiligten Vereine der Mieter und der Vermieter bitten die angeschriebenen Haushalte um ihre Mitwirkung. Als Dankeschön fürs Mitmachen wird unter den an der Befragung teilnehmenden Haushalten dreimal ein Gutschein für 2 Personen für eine Kulinarische Stadtführung verlost. Stadt Speyer, Pressestelle

      15.02.2013


      Durch Verzicht auf individuelle Mobilität sich selbst und der Umwelt Gutes tun

      Kirchen, Umweltorganisationen und AOK eröffnen 16. Aktion Autofasten“ in Speyer

      cr. Speyer. Als eine Möglichkeit, das Umweltbewusstsein in unserer Gesellschaft zu stärken und damit zugleich auch als eine Chance zur Neubesinnung auf einen sachgerechten Umgang mit der Natur – so charakterisierte Domkapitular Franz Vogelgesang, der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge des Bischöflichen Ordinariats in Speyer, die Aktion „Autofasten“, die heute - bereits zum 16. Mal - im Rahmen der inzwischen schon zu einer kleinen Tradition gewordenen Auftaktveranstaltung auf dem Alten Marktplatz in Speyer gestartet wurde „Fasten und Verzicht sind kein Selbstzweck, sondern bedeuten vielmehr einen Schritt der inneren Umkehr hin zu dem lebendigen Gott“, betonte Vogelgesang. Das Auto-Fasten führe so gleichsam ‚auto-matisch’ zu einem anderen Lebensstil, der mit weniger Ressourcen auskommt, dafür aber mit einem höheren Bewusstsein für die Bewahrung der Schöpfung einhergeht“.

      Dr. Frank Hennecke, Umweltbeauftragter der Diözese Speyer, konnte zu dieser Gelegenheit Vertreter der beiden christlichen Kirchen in der Pfalz begrüßen, die diese Aktion gemeinsam mit den evangelischen und katholischen Kirchen in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Luxemburg durchführen – dazu Sprecher von Umweltorganisationen, der Stadt Speyer, des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs ADFC sowie des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar VRN und – last but not least – der AOK Rheinland-Pfalz begrüßen. Sie alle verbindet in diesen Tagen das gleiche Ziel: Die Menschen zum Verzicht auf ihr Auto und zum Umstieg aufs Fahrrad oder auf Öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen.

      „Das Schöne am Fasten ist, dass man auf etwas verzichtet, das einem im Alltag viel bedeutet“, so der Umweltdezernent der Evangelischen Kirche der Pfalz, Oberkirchenrat Michael Gärtner. Er verwies darauf, dass die Aktion „Autofasten“ deshalb einen Anstoß dazu geben könne, über das eigene Handeln und dessen Folgen für die Umwelt nachzudenken. „Auch wenn die Einladung zum „Autofasten“ manchmal provoziert, weil der Verzicht auf bequeme Mobilität immer noch 'quer' zu unserem Denken liegt – und deshalb manchmal auch gar nicht so einfach umzusetzen ist - so macht sie doch zugleich deutlich, dass der Verzicht auf individuelle Mobilität mit dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs einhergehen muss““, so Gärtner, der sich, obschon selbst „begeisterter“ Autofahrer, schon seit einiger Zeit auch selbst in die Aktion „Autofasten“ „eingeklinkt“ habe, indem er seinen täglichen Weg von seiner Wohnung in Ludwigshafen zum Dienstsitz in Speyer nicht mehr mit dem Auto, sondern mit Fahrrad und S-Bahn zurücklege.

      Für die Stadt Speyer erneuerte Umweltdezernent Frank Scheid die Zusage der Stadt zur nachdrücklichen Unterstützung der Aktion „Autofasten“. „Dabei geht es nicht darum, auf etwas zu verzichten, sondern um die Wahl der jeweils rationellsten Form der Mobilität“, betonte Scheid, der darauf verwies, dass über fünfzig Prozent der in Speyer anfallenden Wegstrecken unter fünf Kilometer, dreißig Prozent gar unter drei Kilometer lang seien. Angesichts der topographischen Verhältnisse in der Stadt dränge sich hier die vermehrte Nutzung des Fahrrades geradezu auf. Dies zu fördern und damit zugleich die Gesundheit der Menschen zu stärken, sei ein erklärtes Ziel der Stadt. Ebenso mache sich Speyer für die intensivere Nutzung des ÖPNV stark. Der Stadtrat habe hierzu erst kürzlich den Bau eines dritten S-Bahn-Haltepunktes in Speyer-Süd beschlossen und erst am vergangenen Donnerstag den Weg freigemacht für.eine Neuausschreibung des Städtischen Busverkehrs. Scheid dankte deshalb den Umweltbeauftragten der beiden Kirchen, Bärbel Schäfer und Dr. Frank Hennecke, dass sie sich auch in diesem Jahr wieder für die Aktion „Autofasten“ engagierten.

      Roland Kirsch, Vorsitzender des BUND, Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland, Kreisverband Speyer, von Anfang an an der Aktion „Autofasten“ beteiligt, unterstrich die Bedeutung der Aktion für die Reduzierung des CO2-Ausstosses Er gab insbesondere seiner Hoffnung auf einen sich weiterhin ändernden Umgang mit der Mobilität Ausdruck.

      Auch Gerhard Kruppenbacher, Marketing-Leiter der AOK Rheinland-Pfalz, lobte den hohen Wert der Aktion für die Gesundheitsförderung der Menschen. „Der Mangel an Bewegung in unserer Bevölkerung verursacht für die Krankenversicherer Kosten in gleicher Höhe wie sie durch die Raucher verursacht werden“, offenbarte er. Dagegen könne regelmäßige Bewegung ein probates Mittel sein, zumal 30 Minuten tägliche Bewegung zu jährlich sechs Kilogramm Reduktion von Körperfett führten „Und das wollen wir doch schließlich alle“, so Kruppenbacher.

      Damit traf er auch die Intentionen des neuen Vorsitzenden des Kreisverbandes Speyer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs ADFC, Werner Zink.

      Die Auswertung der Befragungen der Teilnehmer in den Jahren 2010 bis 2012 habe ergeben, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer dauerhaft ihr Mobilitätsverhalten geändert hätten, erklärte Bärbel Schäfer. Vier Prozent hätten das Auto sogar ganz abgeschafft. "Diese gute Nachricht ermutigt uns, die Aktion fortzusetzen.

      Abschließend erläuterte der Sprecher des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, VRN, Axel Thiemann, das Angebot an die eingetragenen Teilnehmer an der Aktion „Autofasten“. Sie erhalten zum Preis von 53,60 Euro das „Entdeckerticket“, das sie einen Monat lang zur Benutzung von allen Bussen und Bahnen innerhalb des RNV berechtigt Neben der Bonuskarte für ein verbilligtes Vier-Wochen-Ticket werden unter allen Teilnehmern zudem Bahncards und wertvolle Sachpreise verlost.

      Anmeldungen und weitere Informationen im Internet unter www.autofasten.de. Flyer zur Aktion sind in den Kirchengemeinden erhältlich. Auskunft erteilt die Umweltbeauftragte der Evangelischen Kirche der Pfalz, Bärbel Schäfer, Telefon: 06232 / 67 15 19, E-Mail: umwelt@frieden-umwelt-pfalz.de.

      Ebenfalls Tradition ist inzwischen schon die zweite Eröffnung der Aktion „Autofasten“, die in diesem Jahr wieder in der Westpfalz, am Freitag, 15. Februar, 11 Uhr, vor der Stiftskirche in der Fußgängerzone in Kaiserslautern stattfindet. Foto: gc

      13.02.2013


      Kirchen, Umweltorganisationen und AOK eröffnen 16. Aktion "Autofasten“ in Speyer - Bilderalbum

       

      Kampagne „Fairtrade Towns“ in der Domstadt erfolgreich angelaufen

      Speyer „fairwandelt“ sich

      Das Spektrum reicht von fair gehandelten Bananen über Kaffeebohnen, Schokolade und Bekleidungsartikel bis hinzu fair gehandelten Fußbällen. Speyer will sich „fairwandeln“, sich im Herbst dieses Jahres einreihen in den Kreis der weltweit über 1000 „Fairtrade Towns“ und dem Beispiel der mittlerweile nahezu 50 deutschen Kommunen folgen, die mit dieser Kampagne ein deutliches Zeichen setzen wollen gegen die erschreckende Unterbezahlung in den Produktionsländern und vor allem die illegale, ausbeuterische Kinderarbeit.

      Die Kampagne „Fairtrade Towns“ startete im Jahr 2000 in Großbritannien, wo s inzwischen bereits rund 500Städte, Gemeinden oder Regionen das Gütesiegel tragen dürfen. Erste deutsche „Fairtrade-Stadt wurde im April 2009 Saarbrücken. Dort war es nach dem Start der Kampagne im Januar schon nach vier Monaten zuerst gelungen, die unterschiedlichen Akteure aus Politik, Handel, Kirchen, Gastronomie, Vereinen und Verbänden für die Idee zu begeistern. In Rheinland-Pfalz gehören inzwischen unter anderem Koblenz, Trier und Mayen zu den mit dem „Fairtrade-Siegel“ ausgezeichneten Städten, während Mainz und Ludwigshafen gerade auf dem Weg dazu sind, sich zu „fairwandeln“. In Speyer ist der Startschuss auch bereits erfolgt, als der Stadtrat im November vergangenen Jahres auf Wunsch der Speyerer Projektgruppe unisono dem Antrag des Stadtvorstands zustimmte, wonach sich die Domstadt für die Auszeichnung bewerben wird. Dieses Prädikat „Fairtrade-town“ ist an fünf einheitliche Kriterien gebunden, die von der Stadt Speyer erfüllt werden müssen. Hierzu gehört die Arbeit einer Steuerungsgruppe, die die Bemühungen um den fairen Handel koordiniert und vorantreibt. Diese Gruppe hat sich bereits mit Vertretern von Weltladen, Stadtverwaltung, Schulen, Kirche, Verbänden und Presse formiert und das gemeinsame Ziel abgesteckt, bis zum Oktober alle Bedingungen zu erfüllen. Oberbürgermeister Hansjörg Eger hat bestmögliche Unterstützung zugesagt.

      Geplant hat die Steuerungsgruppe unter anderem die Organisation einer medienwirksamen Veranstaltung, mit der alle Bürger, gezielt aber auch Schulen, Vereine und Kirchen bestmöglich für die Ziele von Transfair sensibilisiert und über die Fairtrade-Kampagne informiert werden sollen. Zu den Kriterien auf dem Weg zum Fairtrade-Siegel gehört auch ein Beschluss der Kommune, dass bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Stadtrates sowie in den Büros des Stadtvorstandes Fairtrade-Kaffee und ein weiteres Produkt aus fairem Handel verwendet werden. Ferner müssen in einer Stadt wie Speyer mit mehr als 50000 Einwohnern elf Geschäfte und sechs Gastronomiebetriebe mindestens zwei fair gehandelte Produkte verkaufen. Ehrenamtsbeauftragte Ute Brommer, Ansprechpartnerin der Speyerer Freiwilligen-Agentur (spefa), übernimmt die Koordinationsstelle bei der Stadt und für die Steuerungsgruppe gerne jetzt schon Meldungen von Gastronomen und Geschäftsleuten über mindestens zwei bei ihnen angebotenen Fairtrade-Produkten entgegen, per E-Mail an: ute.brommer@stadt-speyer.de. ws

      Infos zu TransFair

      1992 startete der gemeinnützige Verein TransFair seine Arbeit mit dem Ziel, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und durch Fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. TransFair selbst handelt nicht mit Waren. Der Verein vergibt vielmehr das Fair Trade-Siegel für fair gehandelte Produkte. Der Verein vermittelt Marktzugänge zu fairen Bedingungen für Produzentengruppen und Arbeiter aus benachteiligten Regionen des Südens. Im Dialog mit seinen Partnern pflegt und erweitert TransFair das Fair Trade-Produktsortiment, erschließt neue Vertriebswege, vermarktet das Siegel und betreibt Informations-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit. Weitere Infos unter www.fairtrade.net .

      09.02.2013


      „Pflege – Deine Zukunft“

      Arbeitskreis stationärer Seniorenzentren in Speyer lädt interessierte Schulabgänger und Seiteneinsteiger zum 3. Informationstag ein

      cr./spk. Speyer. Am 20. Februar ist es wieder soweit: Dann startet zum dritten Mal der Informationstag „Pflege – Deine ZUKUNFT“, mit dem der gleichnamige, im Jahr 2011 ins Leben gerufene Arbeitskreis der 8 stationären Seniorenzentren in Speyer einen Beitrag dazu leisten will, qualifiziertes Personal für die Altenpflege zu gewinnen. Bei der Vorstellung des Programms für diesen Tag wies die Speyerer Sozialdezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs, auf einen durch den demographischen Wandel in unserer Gesellschaft auch in Speyer rasch ansteigenden Bedarf an Pflegekräften hin. Um so bedeutsamer sei es deshalb, wenn die Pflegeeinrichtungen an diesem Tag ihre Türen öffneten und allen Interessierten praxisnah die Chancen und Möglichkeiten präsentierten, die dieses Berufsfeld bietet.

      Gute 700 Pflegeplätze bieten derzeit allein die acht Einrichtungen in Speyer – im Umland würden in dichter Folge weitere „wie Pilze aus dem Boden schießen, berichtete Diplom-Pädagogin Michaela Peters, die Koordinatorin des Arbeitskreises, die gemeinsam mit den Sprechern der Arbeitsgemeinschaft, Gudrun Wolter vom Alten- und Pflegeheim „St. Martha“, Klaus-Dieter Schneider vom Diakoniezentrum Speyer „Haus am Germansberg“ und Roland Brugger vom Senioren-Zentrum „Haus Edelberg“ zu dem Informationsgespräch gekommen war. Der daraus resultierende Fachkräftebedarf, so erläuterten die Experten, werde in den nächsten zehn Jahren durch eine bevorstehende Welle von Verrentungen bisheriger Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch zusätzlich verschärft. „Ich habe mir erst unlängst die Altersstruktur unseres Hauses angesehen – da ist mir ganz Angst und Bange geworden“, so Roland Brugger.

      Um so wichtiger sei es, an diesem Tag den Blick von Schulabsolventen und Menschen, die als „Quereinsteiger“ wieder ins Berufsleben zurückkehren wollten, auf die vielfältigen Möglichkeiten in der Altenpflege zu lenken. Dazu müsste das Image dieser Berufe dringend gesteigert und mögliche Interessenten über Karrierewege und Verdienstmöglichkeiten aufgeklärt werden. „Friseurinnen verdienen oft weniger als die Hälfte einer Altenpflegerin“, so Klaus-Dieter Schneider, der sich darüber wundert, dass dennoch gerade bei jungen Frauen das Interesse am Friseurberuf noch immer größer sei als das an einer Tätigkeit in der Pflege. Auch sei noch immer eine deutliche Disparität zwischen Frauen und Männern bei der Nachfrage nach Beschäftigungen in diesem Berufsfeld festzustellen.

      Mit dem Informationstag am 20. Februar soll sich das einmal mehr ändern: Hierzu treffen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – Schulabsolventen und Quereinsteiger – um 08.30 Uhr im Speyerer Rathaus, wo sie von der Schirmherrin der Veranstaltung, Bürgermeisterin Monika Kabs und Mitwirkenden des Speyerer Zimmertheaters begrüßt werden. Danach haben sie dann die Wahl zwischen zwei Informationsrouten, die sie zu jeweils vier unterschiedliche Institutionen der Altenpflege mit verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten in der Stadt führen.

      Route A startet um 9:30 Uhr mit dem Angebot „mentor4u – Ausbildung / Nachqualifizierung / Quereinstieg“ im Haus am Germansberg, wo auch Ansprechpartner der Agentur für Arbeit und des CJD zur Verfügung stehen. .
      Um 10:45 Uhr werden sie dann im Haus Bernhardinum unter dem Titel „You have the choice“ über die unterschiedlichen Berufsfelder in der Altenpflege informiert.
      Der Mittagssnack in Route A wird um 12:00 Uhr im Altenzentrum St. Martha unter dem Titel „Have a break – have a fingerfood - let us talk about future“ angeboten.
      Den Abschluss der Route A bildet dann um 13:30 Uhr das Salierstift mit einem Vortrag zu der Thematik „Wenn Omas Schlüssel im Kühlschrank liegt – Begleitung und Betreuung von Menschen mit Demenz“.

      Ebenso abwechslungsreich und informativ präsentiert sich auch die Route B. Ab 9:30 Uhr wartet das Seniorenzentrum Storchenpark mit dem Angebot „Wahrnehmungsförderung bei Schluckstörungen und Schlaganfall mit praktischen Übungen“ auf die Gruppe.
      Im Altenheim Am Adenauerpark geht es dann um 10:45 Uhr mit der unterhaltsamen Präsentation „fit@work - Tagesablauf eines Altenpflegers“ weiter.
      Der Mittagssnack für die Teilnehmer der Route B wird inhaltlich unterstützt von der Agentur für Arbeit und dem CJD. Unter dem Titel „Lunch & talk – Gemeinsames Mittagessen und Einblicke in den Beruf incl. Quereinstieg“ lädt um 12:00 Uhr das AWO-Seniorenhaus Burgfeld ein. Zu Ende geht die Rundfahrt der Route B um 13:30 Uhr im Seniorenstift Bürgerhospital mit „Follow me – Praxisbegleitung beim Pflegeteam“.

      Für alle Teilnehmer, die sämtliche Stationen durchlaufen, wird ein Zertifikat für die Bewerbungsunterlagen ausgestellt. Dafür muss ein ausgefüllter und in den einzelnen Einrichtungen abgestempelter Laufzettel am Ende des Tages bei der letzten Station abgegeben werden.

      Der Laufzettel, sowie die Routenpläne und ein vorbereitender Fragebogen, den Lehrer zur Vorbereitung auf die Veranstaltung mit ihren Schülerinnen und Schülern bearbeiten können, steht unter www.bildung-und-beratung.info zum Download.

      Am Ende des Tages wird es an der letzten Station eine Abschlussevaluation geben, die den Bogen zu dem Vorbereitungsfragebogen schlägt. Alle Schülerinnen und Schüler, die sowohl den abgestempelten Laufzettel als auch den mit Namen versehenen Evaluationsbogen abgeben, erhalten außer dem Zertifikat auch noch ein kleines Präsent.

      Koordiniert und organisiert wird dieser „Infotag Pflege“ auch in diesem Jahr von „Michaela Peters – Bildung und Beratung“. die in ihrer Funktion bei „Lernen vor Ort“ bereits die Veranstaltungen in den beiden zurückliegenden Jahren betreut hat.

      Zur besseren Koordination des Mittagssnacks bitten die Veranstalter um Voranmeldung bis zum 15.02.2013 unter info@michaela-peters.de..

      Nachdem auch schon in den beiden Vorjahren jeweils mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Einladung zu dem Informationstag gefolgt waren und sich für den diesjährigen Infotag bis heute schon wieder über vierzig Interessenten angemeldet haben, rechnen die Veranstalter auch für den „Info-Tag 2013“ wieder mit einem vollen Erfolg. Denn 2012 wurden nämlich bereits am Infotag selbst erste Ausbildungsverträge – je nach Stadium übrigens mit Vergütungen zwischen 830 und 1.011 Euro entlohnt - abgeschlossen - und die Zahl der Bewerbungen um ein Praktikum in einer der Einrichtungen nahm sprunghaft zu, wie Michaela Peters berichtete. Foto: gc

      08.02.2013


      Aus dem Blickwinkel von Frauen: Stadtführungen zu den Wirkungsstätten bedeutsamer Frauen in der Speyerer Geschichte

      Kunsthistorikerin Dr. Anja Rasche und die Lehramts-Studentin Sabrina AlbersErster Rundgang schon an diesem Donnerstag, dem 07. Februar um 16.00 Uhr

      cr. Speyer. Spezialisierte Stadtführungen zu den Wirkungsstätten bedeutender Frauen in der Speyerer Stadtgeschichte bieten jetzt unter dem Titel „Kaiserinnen – Künstlerinnen – Krankenschwestern: Frauen-Power in Speyer im Wandel der Zeit“ sechs konzessionierte Stadtführerinnen um die rührigen Protagonistinnen dieser Idee, die Kunsthistorikerin Dr. Anja Rasche und die Lehramts-Studentin Sabrina Albers an. Die ausgewiesenen Kennerinnen der Stadt und ihrer facettenreichen Geschichte wollen damit insbesondere den immer häufiger geäußerten Wünschen „echter Speyer-Fans“ entsprechen, die neben dem allgemeinen Stadtrundgang zum Teil schon mehrere Themenführungen durch die Stadt hinter sich und noch immer nicht „genug“ haben. Als Dr. Anja Rasche und Sabrina Albers dann feststellen mussten, dass auch in der großen „Speyerer Jubiläumsstadtführung“ Frauen eher „nur am Rande vorkommen“, stand ihr Entschluss fest: Sie recherchierten die Lebensgneschichten bedeutender Frauen in der Speyerer Stadtgeschichte und „bauten“ darum eine ganz besonderen Stadtrundgang.

      Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden dabei den im Speyerer Kaiserdom bestatteten Kaiserinnen Gisela, der Gemahlin des Gründers der Kathedrale Konrad II. und Berta, der Gattin von Heinrich IV ebenso begegnen wie Beatrix von Burgund, der zweiten Gemahlin von Friedrich Barbarossa, die im Speyerer Dom gemeinsam mit ihrer Tochter Agnes die letzte Ruhestätte gefunden hat. Auch wenn die Stadtführerinnen im Dom selbst keine Führungen abhalten dürfen – das obliegt allein den offiziellen Domführerinnen und Domführern des Domkapitels – werden sie ihre Gäste doch von außen mit der mächtigen Kathedrale vertraut machen und ihnen im Domschatzmuseum des Historischen Museums der Pfalz die dort ausgestellten Zeugnisse der salischen Herrscher-Dynastie, darunter auch zahlreiche persönliche Sammlungsstücke der Kaiserinnen, nahebringen.

      Weitere Stationen des Rundgangs werden dann u.a. der historische Judenhof in der Kleinen Pfaffengasse, das Hohenfeld'sche Haus beim Jakobs-Pilger in der Maximilianstraße, das Purrmann-Haus in der Kleinen Greifengasse sowie das Kloster St. Magdalena in der Speyerer Altstadt, in der Hasenpfuhlstraße sein.

      Im Judenhof wollen die Führerinnen ihren Gästen einen Eindruck von der bedeutenden Stellung vermitteln, die die Ehefrauen der hier wirkenden jüdischen Religionswissenschaftler einst einnahmen, die mit ihrer Gelehrsamkeit im Mittelalter von Speyer aus in die ganze jüdische Welt ausstrahlten.

      In dem blauen Hohenfeld'schen Haus neben dem Stadthaus, in dem heute eine Gedenkstätte an sie erinnert, lebte im 18. Jahrhundert für sechs Jahre die bedeutende Schriftstellerin der Aufklärung und der Empfindsamkeit, Sophie de la Roche, die Brieffreundin und Seelenverwandte des Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe und die Großmutter von Bettina und Clemens Brentano.

      Der Malerin Mathilde Vollmoeller-Purrmann, Frau des bedeutenden Speyerer Malers des frühen 20. Jahrhunderts, Hans Purrmann, begegnen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Rundgänge nur wenige hundert Meter weiter im Purrmann-Haus.

      Lehramts-Studentin Sabrina AlbersDa die Führerinnen der jeweiligen Interessenlage ihrer Gäste entsprechen wollen, sind neben den vorgenannten Stationen auch Abstecher in das Feuerbachhaus in der Allerheiligenstraße oder ins Kloster in der Altstadt möglich. Im Feuerbachhaus können sie unter anderem auch Briefe und andere Erinnerungen an die Mutter eines der bedeutendsten deutschen Maler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, des in Speyer geborenen Anselm Feuerbach, Henriette Feuerbach, sehen.

      Wer dagegen seinen Weg in die Speyerer Altstadt nimmt, den erinnert die Gedenkstätte im Kloster St. Magdalena an die Religionsphilosophin Edith Stein, die hier von 1923 bis 1932 als Lehrerin an der Schule der Dominikanerinnen wirkte. 1922 zum Katholizismus konvertiert, trat die in Breslau geborene Jüdin im Jahr 1933 in den Orden der Karmelitinnen ein, wo sie damit begann, mit aufrüttelnden öffentlichen Schreiben unter anderem an den Papst vor den Übergriffen der Nazis gegen Juden und andere missliebigen Gruppen zu warnen. Nach ihrer Übersiedlung in den Karmel im niederländischen Echt wurde sie 1942 gemeinsam mit ihrer Schwester Rosa ins KZ Auschwitz deportiert, wo sie am 9. August 1942 den Märtyrertod starb.

      Im Jahr 1987 wurde „Benedicta vom Kreuz“, so ihr Ordensname, von Papst Johannes Paul II. selig und bereits zwei Jahre später heilig gesprochen. Zugleich erhob sie der Papst in diesem historischen Jahr zur „Patronin Europas“.

      Kunsthistorikerin Dr. Anja RascheDen Spuren bedeutender Frauen wolle man mit diesen Führungen folgen, so Dr. Anja Rasche, Frauen, die gerade aus der Sicht von Frauen noch einmal eine ganz andere Dimension erfahren würden. Allerdings ist sich Dr. Rasche sicher, dass diese Sichtweisen auch für Männer von großem Interesse sind.

      Noch sechs solcher öffentlichen Rundgänge zu den Wirkungsstätten bedeutsamer Speyerer Frauen sind für dieses Jahr geplant – allesamt an beziehungsreichen Tagen: Der erste startet schon morgen, am 7. Februar 2013, an Altweiberfastnacht, Beginn 16.00 Uhr –

      weitere folgen

      am 08. März 2013, am Internationalen Frauentag, Beginn 16.00 Uhr

      am 30. April 2013, zur Walpurgisnacht, Beginn 16.00 Uhr

      am 12. Mai 2013, am Muttertag, Beginn um 10.30 Uhr

      am 15. August 2013, an Mariä Himmelfahrt, Beginn um 16.00 Uhr und

      am 03. November 2013, am Internationalen Männertag, Beginn um 10.30 Uhr


      Treffpunkt für alle Führungen ist jeweils vor der Tourist Information neben dem Rathaus.

      Die Teilnahmegebühr für die ca, zweistündige Führung: 5 Euro/ ermäßigt: 3,50 Euro.

      Karten im Vorverkauf bei der Tourist Info oder direkt bei der Gästeführerin.

      Außerhalb der öffentlichen Rundgänge können auch geschlossene Führungen für Gruppen bis max. 25 Personen zum Preis von 78.00 Euro vereinbart werden. Foto: gc

      06.02.2013


      Die neuen Speyerer Lions feiern ihre Charterfeier

      Am Samstag den 02.02. hat der neue Lions Club Speyer Palatina im Alten Stadtsaal in Speyer seine Charterfeier begangen.

      Damit wurden die 25 Männer und Frauen offiziell in die weltweit 1,4 Millionen Mitglieder umfassende Gemeinschaft der Lions Clubs aufgenommen. Die Governerin des Lionsdistrikts Mitte-Süd, Iris Landgraf-Sator, überreichte dem Club feierlich die Charterurkunde. Rund zweihundert Gäste und Freunde waren gekommen, um der Präsidentin, Vibeke Walger, und dem Club ihre Glückwünsche zu überbringen und anschließend gemeinsam zu feiern. Unter den Gästen waren viele Vertreter aus benachbarten und befreundeten Lions Clubs. Besonders gefreut hat sich der LC Speyer Palatina, dass auch die anderen Speyerer Serviceclubs gekommen waren und die Neugründung mit viel Wohlwollen und Herzlichkeit aufgenommen haben, so die Präsidentin. Stellvertretend für den Lions Club Germersheim, der die Patenschaft für die Gründung übernommen hat, überreichte der Präsident der Germersheier, Marcus Schaile, als Geschenk ein eigens getischlertes Rednerpult und wünschte dem jungen Club viele interessante und gute Veranstaltungen.

      Den Gründungsmitgliedern des LC Palatina war es sehr wichtig, sich schon mit ihrer ersten Veranstaltung für einen sozialen Zweck zu engagieren. Durch die Großzügigkeit der Sponsoren, allen voran der Firma Reifen Mönig in Hanhofen und Straub Catering Artists, der Firma Heberger und der gynäkologischen Praxis Dr. Tatjana Mönig, ist es dem Club gelungen ein Spendenvolumen von über 12.000 € zu erzielen. Damit legt der LC Speyer Palatina ein würdiges Debut hin, so der Vizepräsident Dr. Holger Uhthoff. Mit dem Erlös soll dem Speyerer Kinder- und Jugendtheater ein Rundzelt für Aufführungen im Sommer ermöglicht werden. Und das Kinderheim Haus Gabriel, das über keinen Garten verfügt, soll im Hof eine Kletterwand erhalten, an der ausgebildete Klettertherapeuten mit den Kindern und Jugendlichen trainieren können. Text und Foto: Lions Club Speyer

      05.02.2013


      „Die braune Diktatur kam nicht über Nacht – und auch nicht überraschend“

      Pfalz-Forscher Roland Paul gewährte Einblicke, wie die Pfalz „braun“ wurde

      Von Gerhard Cantzler

      Speyer- Die braune Diktatur kam schleichend und nicht über Nacht – auch nicht in der Pfalz. Denn schon zwölf Jahre vor der „Machtergreifung“, wie die Nazi-Potentaten später jenen 30. Januar 1933 wie ein singuläres Ereignis zu glorifizieren versuchten - da hatten sich auch in der Pfalz – 1921 schon in Odernheim am Glan, ein Jahr später in der Industriemetropole Ludwigshafen – bereits die ersten Ortsgruppen der NSDAP formiert.

      Über diese Jahre berichtete jetzt der Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern, Roland Paul, in seinem Vortrag „Die Pfalz wird braun“ im Rahmen der Reihe „Erinnern - Gedenken – Mahnen“ in der Speyerer Heiliggeistkirche. Schon früh, so wusste Paul dabei zu berichten, habe sich ein deutliches regionales Akzeptanzgefälle für die braune Bewegung zwischen den Landschaften in der Pfalz abgezeichnet: Während in der Südwestpfalz, im Raum Pirmasens-Zweibrücken ebenso wie in der Nordpfalz die Nationalsozialisten schon relativ früh Macht und Einfluss gewannen, schafften sie es in der Vorderpfalz nur schwer, Fuß zu fassen.

      Ganz unterschiedlich auch der sich in den Wahlergebnissen jener Zeit niederschlagende Erfolg der Nazis in den katholisch bzw. in den protestantisch geprägten Regionen. Während die NSDAP in den katholischen Dörfern und Städten der Pfalz lange nur wenig Zustimmung fand, konnte sie in den evangelischen Gebieten schon früh hohe Wahlerfolge verzeichnen. Wie Roland Paul berichtete, habe die Nazi-Partei bei den Reichstagswahlen im Jahr 1924 in Zweibrücken bereits 26,2 % der Stimmen für sich verbuchen können, während sie im Durchschnitt der Pfalz nur auf 5,2 % gekommen sei.

      Die Ursachen für die frühe und zum Teil hohe Akzeptanz der Nazis in der Pfalz sieht Paul insbesondere in den Folgen der Besetzung dieser Region durch die Franzosen nach dem Ersten Weltkrieg, die die Pfalz als Faustpfand für die Durchsetzung ihrer, im Versailler Friedensvertrag festgelegten. Reparationsforderungen gegen Deutschland benutzten Ein weiterer Grund sei aber auch in der galoppierende Inflation zu finden gewesen, die den Besitz der Menschen in dramatischer Weise aufzehrte. Und schließlich wies der Referent auch auf die „Separatistenbewegung“ in den Zwanziger Jahren hin, die den Anschluss der Pfalz an Frankreich zum Ziel gehabt habe.

      Dass allerdings die katholisch geprägten Regionen der „braunen“ Bewegung länger widerstanden, führte Paul nicht zuletzt auf den Umstand zurück, dass die Katholiken mit der Zentrumspartei und der Bayerischen Volkspartei politische Gruppierungen vorgefunden hätten, die auch vom Katholischen Klerus „von der Kanzel herab“ nachdrücklich unterstützt worden seien. Eine solche Empfehlung für diese katholisch orientierten Parteien habe es naturgemäß seitens der Protestantischem Pfarrerschaft nicht gegeben.

      Breiten Raum in Roland Pauls Ausführungen nahm dann auch die Rolle von Josef Bürckel, der zentralen Figur des Nationalsozialismus in der Pfalz, ein. 1895 in Lingenfeld geboren, sei der katholische, aber zutiefst antiklerikale Lehrer schon 1921 in die NSDAP eingetreten. Nach Aktionen gegen die separatistische Bewegung im Jahr 1923 trat er 1925 der zwischenzeitlich verbotenen NSDAP erneut bei und wurde schon im darauf folgenden Jahr zum Gauleiter der Partei für die Pfalz berufen. Als „Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlandes“ organisierte er dann den „Anschluss des Saarlandes an das Reich“ und den anschließenden verwaltungsmäßigen Zusammenschluss dieser Region mit der Pfalz. Aufgrund seiner Erfahrung mit „Rückgliederungen“ übertrug ihm Hitler 1938 auch die Organisation des Anschlusses von Österreich – ein Bürokrat, wie er im „Buche des Unmenschen“ stand..

      1940 schließlich wurde Bürckel dann zum „Reichsstatthalter für die Westmark“ ernannt, in der neben der Pfalz und dem Saarland auch das mittlerweile von deutschen Truppen besetzte Lothringen mit eingegangen war.

      In dieser Funktion war Bürckel dann allerdings auch maßgeblich an nationalsozialistischen Verbrechen beteiligt. So initiierte er im Spätjahr 1939 die Massendeportationen Wiener Juden, im Oktober 1940 – gemeinsam mit mit dem badischen Gauleiter Robert Wagner die Massendeportation der verbliebenen Juden aus dem Gau Baden und dem Gau Saarpfalz in das Konzentrationslager Gurs am Fuße der französischen Pyrenäen, von wo aus die Opfer in die Vernichtungslager Auschwitz und Treblinka in Polen geschafft wurden.

      Doch zurück zum 30. Januar 1933: Noch am Abend dieses Tages, so berichtete Roland Paul in seinem Vortrag, habe Gauleiter Bürckel in Neustadt eine Kundgebung abgehalten, auf der er den Startschuss für die Verfolgung von unliebsamen politischen Gegnern gegeben habe. Von da an ging dann alles sehr schnell: Das autoritäre Regime überrannte die wenigen noch verbliebenen demokratischen Strukturen und besetzte innerhalb kürzester Zeit alle politischen Schlüsselpositionen - auch in der Pfalz – mit Nazis..

      Die Gefängnisse im Lande waren rasch überfüllt mit unliebsamen politischen Gegnern des Systems: Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschaftlern wurden inhaftiert – die Gefängnisse reichten nicht mehr aus, um die zahllosen „Schutzhäftlinge“ aufzunehmen. Die Nazis überzogen deshalb das gesamte Land mit einem dichten Netz von „wilden“ Lagern für derartige Häftlinge, Lager, in denen – fern jeder Rechtsstaatlichkeit – die Schergen des Systems folterten und mordeten.

      Bereits wenige Wochen nach der „Machtergreifung“ begannen dann - am 1. April 1933 - mit den Boykotten gegen jüdische Kaufleute, Rechtsanwälte, Ärzte u.v.a.m. die Judenverfolgungen. Die Redaktion des Hetzblatts gegen die Juden im deutschen Reich „Der Stürmer“ erhielt in dieser Zeit auch aus der Pfalz zahllose Fotografien zur Veröffentlichung zugeschickt, mit denen „pflichteifrige“ Pfälzer Nationalsozialisten die judenfeindliche Gesinnung ihrer Gemeinde, ihrer Stadt dokumentieren wollten. „Juden und Hunden ist der Zutritt zum Schwimmbad verboten“ lautete der Text auf einem der gezeigten Schilder, das die Verblendung der Menschen in dieser Zeit in besonders abstoßender Weise erkennbar macht.

      Schon im Mai dieses Jahres folgten überall auf den Marktplätzen die berüchtigten Bücherverbrennungen – die Verfemung und Ausgrenzung von Juden und Intellektuellen fand immer abscheulichere Formen des Ausdrucks.

      Roland Paul führte noch viele Beispiele der Verfolgung durch das Naziregime an: So seien allein 200 katholische Geistliche in der Pfalz schwersten Repressalien ausgesetzt gewesen, wurden – wie auch der evangelische Pfarrer Johannes Bähr in Mutterstadt - in ihrer Amtsausübung behindert, immer wieder kurzzeitig festgenommen, verhört und misshandelt. Viele von ihnen landeten in dem Sonderlager für Geistliche der beiden Konfessionen im ersten Konzentrationslager in Dachau bei München - einige erlitten – wie der Rheingönheimer Priester Wilhelm Caroli - dort oder in anderen Vernichtungslagern den Märtyrertod (vergl. „Damit es sich nie mehr wiederholt...“, Beitrag im SPEYER-KURIER vom 30. Januar 2013).

      Das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ vom 7. April 1933, das u.a. Juden die Ausübung ihrer Funktionen im Staatsdienst sowie die Führung ihrer akademischen Titel untersagte, die „Nürnberger Rassengesetze“, die Eheschließungen von Juden mit „Ariern“ unter Strafe stellten, die „Erbgesundheitsgesetze“, die Zwangssterilisation oder gar die Tötung von Behinderten ermöglichten - sie alle wurden auch in der Pfalz mit der gleichen, unvorstellbar gnadenlosen Präzision exekutiert, wie sie in dieser Zeit an der Tagesordnung war und wie sie uns noch heute Schauer des Grauens über den Rücken treibt.

      Wer Glück hatte im jüdischen Teil der Bevölkerung in dieser Zeit und z.B. Verwandte oder Freunde in den USA hatte, der konnte vielleicht noch, unter Zurücklassung seines gesamten Besitzes, ins Ausland emigrieren – die anderen fielen der grauenvollen Vernichtungsmaschinerie der Konzentrationslager des Dritten Reiches zum Opfer.

      Als Hitler dann den Zweiten Weltkrieg entfesselte, war auch in vielen Teilen der Pfalz – vor allem in den Grenzgebieten nach Frankreich hin - nach der Rückkehr in die durch zeitweilige Aussiedlung geräumte „roten“ Kampfzone der Jubel groß. Die Erwartung auf ein „großdeutsches Reich“ vom Ural bis zum Atlantik ließ – unabhängig von den Untaten und Gräueln, die mit diesen Kriegszügen einhergingen – die Menschen „in der Heimat“ jubeln.

      Doch während die Kriegsberichterstatter und Kommentatoren in den „gleichgeschalteten Zeitungen“ noch „ihren Führer und Kriegsherrn“ bejubelten, wurden die Seiten mit den Todesanzeigen der Gefallenen am anderen Ende der Zeitungen immer umfangreicher. Der Krieg mit all seinen Gräueln, der einst von Deutschland ausgegangen war und für dessen Anzettelung der 30. Januar 1933 ein erster, lautstarker Akzent war - er war zurück gekommen: Städte und Dörfer, auch in der Pfalz, fielen den Bombardements der alliierten Luftangriffen zum Opfer: Kaiserslautern – zerstört, Ludwigshafen und die BASF – vernichtet, Pirmasens – im Bombenhagel untergegangen. Auch hierzu hatte Roland Paul eindrucksvolle Bilddokumente mitgebracht.

      Noch einen letzten Aspekt wollte der Referent an diesem Abend nicht unbeachtet lassen: Die Frage, was aus den „Tätern“ jener unseligen Zeit nach dem Krieg geworden ist: Da musste er von dem hochrangigen „Nazi-Bonzen“ berichten, der als „minderbelasteter Mitläufer“ eingestuft wurde und der auch in der neuen Bundesrepublik wieder als „Staatsdiener“ tätig werden konnte - oder von einem anderen, der, obwohl schwer belastet, vor Gericht am Ende sogar die Zahlung seiner vollen Altersbezüge erstreiten konnte. „Gerechtigkeit geht anders“, mag da der eine oder andere denken.

      Und deshalb muss dieser 30. Januar als Gedenktag auch zukünftigen Generationen eine Mahnung sein, Gewalt und Willkür nie mehr eine Chance zu geben - Diskriminierung und Rassenwahn zu bekämpfen, wo immer sie ihr menschenverachtendes Haupt erheben und einzutreten für Freiheit und Gerechtigkeit...

      ...damit es sich nie mehr wiederholt, was am 30. Januar 1933 seinen Anfang nahm.... Foto: gc

      02.02.2013


      Einblicke, wie die Pfalz „braun“ wurde - Bilderalbum

         

      Euthanasie und Psychiatrie im Nationalsozialismus

      Gedenken an die Opfer furchtbarer Verbrechen im Namen der Wissenschaft

      cr. Speyer. Es war einmal mehr eine zutiefst bewegende Gedenkstunde, zu der jetzt Schülerinnen und Schüler der Speyerer Realschulen und Gymnasien in die Heiliggeistkirche eingeladen hatten, um aus Anlass des „Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus und des Holocaust“ am 27. Januar an eine Opfergruppe zu erinnern, die in einer ganz besonderen Weise die Unmenschlichkeit des Nazi-Regimes offenbar werden ließ. Es ging um Körperbehinderte, geistig Eingeschränkte oder um solche, die das menschenverachtende System dafür hielt – um „lebensunwertes Leben“, wie es im Sprachgebrauch der Unmenschen hieß – um „minderwertiges Leben“, das nach den damals gültigen Kriterien entweder direkt „ausgemerzt“ oder dessen Fortpflanzung zumindest durch Zwangssterilisation unterbunden werden sollte. „Euthanasie“ nannten ideologisch verblendete, verbrecherische Ärzte und Psychiater in Sinnentleerung des griechischen Begriffes vom „schönen Tod“ die gnadenlose Ermordung von über 70.000 Menschen allein in zwanzig Monaten in den Jahren 1940 und 1941, in denen die gefürchteten „grauen Busse“ - mobile Gaskammern - in Deutschland unterwegs waren. Über 300.000 Opfer forderte die gnadenlose Vernichtungsmaschinerie in den stationären Euthanasie-Zentren im Reich, die wie die gesamte Aktion unter dem Kommando des persönlichen Leibarztes Adolf Hitlers, Dr. Karl Brandt, standen.

      Karl Brandt und sein wichtigster Helfer Viktor Brack wurden nach dem Krieg in den Nürnberger Prozessen angeklagt, zum Tode verurteilt und hingerichtet – unzählige andere aber, Ärzte und Psychiater, die durch entsprechende Gutachten die Todesurteile über ihre Opfer sprachen, ohne diese zumeist überhaupt je gesehen zu haben - sie blieben unbehelligt und konnten ihren Beruf auch weiterhin ausüben. Zahlen und Fakten, die die Schülerinnen und Schüler vor dem erschütterten Publikum ausbreiteten und die jeden mit Grauen und Fassungslosigkeit erfüllen.

      Sie zitierten aus erschütternden Dokumenten und Briefen von Angehörigen, die den gewaltsamen Tod des Kindes, des Bruders, des Vaters ein Leben lang nicht verkraften konnten - die erfüllt waren von Selbstvorwürfen, weil sie ihren Angehörigen nicht vor seinem furchtbaren Schicksal bewahren konnten, Und da waren aber auch die Briefe der Opfer von Zwangssterilisationen, die zum Teil bis heute an dem an ihnen begangenen Verbrechen leiden.

      Fall für Fall entrollten die Schüler vor den atemlos zuhörenden Auditorium bei der Gedenkstunde dramatische Lebensgeschichten, riefen Namen von Opfern auf, die vielleicht heute noch lebten könnten, wären sie nicht den mörderischen Nazi-Schergen in die Hände gefallen.

      Auch in der Pfalz, in der Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster – heute Pfalzklinikum Landeck - wüteten die Täter und trugen ihren Anteil zu der grausig-mörderischen Ernte bei. Mehr als 2.000 Opfer, so schätzt man, ließen in dieser eigentlich der Heilung verpflichteten medizinischen Einrichtung ihr Leben.

      Mit welch grauenvoller Präzision die Täter dabei zu Werke gingen, mögen amtliche Zahlen aus jener Zeit belegen, die allein von 64,441 Opfern medizinischer Experimente berichten, von denen 6.831 bei diesen mit wissenschaftlichem Anspruch verbrämten Versuchen zum Teil unter schrecklichsten Qualen ihr Leben verloren.

      Grauenvolle Zahlen, die nie vergessen werden dürfen, wenn wir unserer Verantwortung für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte gerecht werden wollen.

      Doch dass die Sicherheit dieser Werte bis heute nicht vor Gefahren und Angriffen gefeit ist, unterstrichen in dieser Veranstaltung die alltäglichen Beispiele rechtsradikaler und neonazistischer Übergriffe aus dem vergangenen Jahr, die eine Schülerin in scheinbar zufälliger Folge aus der Tagespresse zitierte und die Oberbürgermeister Hansjörg Eger mit den ersten Paragraphen des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland in Kontrast setzte. Anspruch und Wirklichkeit.!

      Stehend gedachten die Teilnehmer der Gedenkfeier – unter ihnen sah man neben den Landtagsabgeordneten Friederike Ebli (SD) und Dr. Axel Wilke (CDU) auch den Städtischen Beigeordneten Dr. Wolf Böhm sowie Vertreter der beiden christlichen Kirchen, an ihrer Spitze Domdekan Dr. Christoph Kohl auch die Vertreter vieler weltlicher Institutionen, die gemeinsam mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt die Stuhlreihen in der säkularisierten Heiliggeistkirche dicht an dicht füllten.

      Intensiv und zu Herzen gehend wie die Textpassagen war auch die musikalische Umrahmung der vom Koordinator des Gedenkens, Thomas Sartingen von der Katholischen Erwachsenenbildung der Diözese Speyer gemeinsam mit den Schülern gestalteten Gedenkfeier, die vom gemischten Schüler- und Lehrerchor des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums unter der Leitung von Anja Bosl-Ridder, dem Saxophonensemble unter Thomas Denzinger sowie der jungen Geigerin Janina Steinbach gestaltet wurde.

      Noch ganz unter dem beklemmenden Eindruck des Gehörten hatten die Besucher nach der Feier noch Gelegenheit, die hoch informativen und sehenswerten Ausstellungen "NS-Psychiatrie in der Pfalz" - eine Ausstellung des Pfalzklinikums Klingenmünster, "Krankenmord im Nationalsozialismus - Grafeneck 1940 - Euthanasie-Verbrechen in Südwestdeutschland", sowie "Lebensunwert - zerstörtes Leben", eine Ausstellung des Bundes der "Euthanasie"-Geschädigten und Zwangssterilisierten mit Dokumenten über die Staatlichen Euthanasie-Programme jener Zeit sowie mit Berichten über die „Mord-Kliniken“ im ganzen „Dritten Reich auf sich wirken zu lassen.

      Diese informative Ausstellung ist noch bis zum 6. Februar 2013 in der Speyerer Heiliggeistkirche zu besichtigen. Foto: gc

      30.01.2013


      Bewegende Gedenkstunde - Bilderalbum

      Dom-Spardose „geleert“

      Dombauverein erhält weitere 3000 Euro zugunsten des Weltkulturerbes „Kaiser- und Mariendom zu Speyer“

      is.spk. Speyer. Die Dom-Spardose zahlt sich aus für die Speyerer Kathedrale: Mit einem ansehnlichen Scheck über 3.000 Euro konnte heute der Vorstandsvorsitzende der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer, Uwe Geske, den jüngsten Erlös aus dem Verkauf von weiteren Exemplaren der Dom-Spardose durch die Zweigstellen des Speyerer Geldinstitutes überbringen..Wie der Vorsitzende des Dombauvereines, Dr. Wolfgang Hissnauer bei der Übergabe des symbolischen Schecks mitteilte, haben damit seit März 2011 bereits 2200 der insgesamt 2500 Exemplare dieser attraktiven "Dombausteine" ihre Liebhaber gefunden. Die letzten originalgetreuen Nachbildungen des UNESCO-Weltkulturerbes, so mutmaßen inzwischen Experten für solche Sammelobjekte, werden sich wohl schon bald einer wachsenden Nachfrage erfreuen und dann vielleicht sogar einen deutlich über dem Einstandspreis von 15 Euro liegenden Angebotspreis erzielen.

      „Der Kaiserdom liegt uns von der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer stets sehr am Herzen“, bekannte Uwe Geske. Darum sei auch der Dombauverein immer wieder mit Spenden bedacht worden. „Und daran“, so versprach Geske, „wird sich auch nach einem möglichen Zusammenschluss der Sparkassen in der Vorderpfalz nichts ändern“.

      Die „Dom-Spardosen“ waren im März 2011 aus Anlass des Domjubiläums und des Salier-Jahres in einer Auflage von 2.500 Exemplaren herausgegeben worden. Dabei – so Dr. Hissnauer – habe die Kreis- und Stadtsparkasse Speyer dankenswerter Weise nicht nur die Vorfinanzierung des Projekts übernommen, sondern über ihre Zweigstellen und durch Werbung bei ihren Firmenkunden auch einen erheblichen Teil des Verkaufs des beliebten Geschenkes. Den dadurch zuletzt erlösten Betrag von 2.400 Euro habe die Sparkasse jetzt großzügig auf 3.000 Euro „aufgerundet“, wofür Dr. Hissnauer und seine Stellvertreterin Gudrun Lanig heute dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse ganz besonders dankten.

      Zuvor schon – so teilte Dr. Hissnauer auf Anfrage des SPEYER-KURIER mit – habe der Dombauverein aus der Aktion bereits einen stattlichen Gewinn von 7.100 Euro verzeichnen können, so dass der Verein nach dem Verkauf der restlichen, noch vorhandenen 300 Spardosen mit einem Gesamtgewinn zugunsten der Kathedrale von gut 11.500 Euro rechnen könne. Ein stolzes Ergebnis für eine gute Sache !

      Als Weihnachtspräsent in Firmen oder als Geschenk zur Ersten Heiligen Kommunion oder zur Konfirmation sei die Spardose halt auch eine "wirklich ganz tolle Sache", unterstrich auch Sparkassen-Chef Uwe Geske. Er selbst habe den „Miniaturdom“ für solche Zwecke inzwischen schon häufiger eingesetzt, so offenbarte er und versprach bei dieser Gelegenheit noch einmal, dass die Kreis- und Stadtsparkasse ihr Sponsoring für den Dom, das ihm auch ganz persönlich ein Herzensanliegen sei, auch in der Zukunft aufrechterhalten werde.

      Die Dom-Spardose zum Preis von 15 Euro ist als reizvolles Souvenir für die Freunde und Besucher der romanischen Kathedrale auch in folgenden Geschäften in Speyer erhältlich:

      .    Buchhandlung Oelbermann Speyer, Wormser Straße und Dudenhofener Straße
      .    Kaufhof Speyer, Maximilianstraße
      .    Sonnenapotheke Speyer, Maximilianstraße

      Sie kann zudem auch bezogen werden über die Geschäftsstelle des Dombauvereins Speyer, Edith-Stein-Platz, 67346 Speyer -

      Telefon 0 62 32 - 102-116, e-Mail: dombauverein@bistum-speyer.de. Weitere Informationen unter www.dombauverein-speyer.de. Foto: gc

      29.01.2013


      Dombauverein erhält weitere 3000 Euro zugunsten des Weltkulturerbes - Bilderalbum

      St. Konrad Helau

      Der „Bunte Abend“ der Pfarrei St. Konrad in Speyer-Nord war ein voller Erfolg.

      Die nur alle zwei Jahre stattfindende Fastnachtsveranstaltung im Pfarrsaal der Pfarrei war bereits frühzeitig ausverkauft. Gabi Schmotz und Angelika Hirt führten gereimt durch das aus vielen Höhepunkten bestehende Programm und moderierten gekonnt diese einzigartige Fastnachtssitzung.

      „St. Konrad Helau“, viele Raketen und starker Applaus für die einzelnen Darbietungen waren der verdiente Lohn für die einzelnen Gruppen und Akteure.
      Dieter Stadter eröffnete mit dem Satiregedicht „Gottlieb“ den Bunten Abend, bevor das Tanzmariechen vom CCS das Publikum mit seinem Gardetanz verzückte. Der französische Aushilfspfarrer, alias Adolf Sommer, erklärte dem Publikum in gebrochenem deutsch-französisch gekonnt die Entstehungsgeschichte. Jutta Hinderberger, besser bekannt als Kättl Feierdaach, berichtete von Ihren Erlebnissen vom vergangenen Hochzeitstag. Die Putzkolonne der Pfarrei, bestehend aus Angelika Hirt, Gabi Schmotz und Volker Mojses erzählten sich von Ihren Männern und Ihrer Arbeit. Pfarrer Matthias Bender und Kaplan Thomas Becker spielten zwei alte Kirchendamen aus der letzten Reihe und sprachen über Ihre Gedanken und Erfahrungen. Eine „Sängerin mit Startrupp“ sang ein Klockenlied mit Beinpfannenbegleitung, bevor der Beamtenversteher Reinhold Hirt aus dem Leben der Beamten, ihrer Welt und deren Arbeitsweise berichtete.

      Nach der zweiten Pause sorgten die lieblichen Krankenschwestern vom Männerballett der Chorgemeinschaft Speyer für weitere Stimmung. Bauarbeiter alias Kaplan Becker berichtete von seinem Baualltag, seinen Erlebnissen mit seinem Lehrling und den Widrigkeiten am Bau.

      Nach einer Schunkelrunde sangen die Domstadtbrüder vom CCS, schlewwerten Frau Schlewwerisch und Frau Tratschich, alias Sabine Seidel und Susanne Kaiser, über Ihr Leben und Ihre Lieben, bevor der Singkreis Perspektiven, um Christiane Arendt-Stein, das abwechslungsreiche Programm mit lustigen und selbstgereimten Songs über die Pfarrei beendeten.

      Beim großen Finale mit allen Akteuren weit nach Mitternacht sang und schunkelte der ganze Saal, wurden die Tanzbeine geschwungen und die Bar eröffnet. Ein rundum gelungener Abend mit vielen tollen Darbietungen, Lachern, Zugaben und kurzweiligem Programm. Frank Ableiter; Foto:Reinhold Hirth

      28.01.2013


      Noch mehr Komfort beim Besuch der Städtischen Galerie

      Lions Club Speyer spendet 20 extrem leichte Klapphocker

      cr. Speyer. Eine überaus hilfreiche Spende des „Lions Club Speyer“ konnte heute die Speyerer Kulturdezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs, in der Städtischen Galerie in der Flachsgasse entgegennehmen. Denn länger schon hatten die Sprecherinnen des „Arbeitskreises Kultur“ des Städtischen Seniorenbeirates, Helma Rieser. Hermine Pfaud und Ilse Dingler beklagt, dass ältere Menschen bei Führungen durch die Galerie oft vergeblich nach Sitzgelegenheiten Ausschau hielten, um bei längeren Führungen eine kurze Rast einlegen zu können. Mit der Gabe, die Johannes Merz und Reinhard Oelbermann heute für den Lions Club überreichen konnten, gehört diese Klage wohl endgültig der Vergangenheit an.

      Zwanzig extrem leichte Klapphocker - auf einem Transportwagen im Erdgeschoss der Galerie neben dem Aufzug platziert - werden zukünftig allen, die vielleicht auch einmal vor einem Kunstwerk innehalten und es für längere Zeit auf sich einwirken lassen wollen, eine bequeme und praktische Sitzgelegenheit sein. „Diese Hocker sind so leicht, dass sie die älteren Menschen auch bequem mit durch eine Ausstellung nehmen können“, freute sich der Leiter des Städtischen „Fachbereiches 3 – Kultur, Bildung, Sport und Senioren“, Bruno Cloer, der die neuen Hocker aus der Vielzahl entsprechender Möbelangebote ausgesucht hatte.

      Ganz billig sind sie allerdings nicht, die neuen „Wanderhocker“: Rund 3.000 Euro „durfte“ der Lions Club dafür „berappen“ und damit einen Großteil seiner Einnahmen in Höhe von knapp 4.000 Euro aus den „Löwenhof-Aktivitäten“ beim letztjährigen Altstadt-Fest drein geben. Wie Reinhard Oelbermann andeutete, könnten mit den jetzt noch verbleibenden rund 1.000 Euro wohl noch weitere Hocker für das Speyerer „Hans-Purrmann-Haus“ beschafft werden,

      Bürgermeisterin Monika Kabs dankte den „Lions“, die mit dieser Spende ihrem Motto „We serve“ - „wir dienen“ einmal mehr in eindrucksvoller Weise gerecht geworden seien. „Mit diesen federleichten Hockern können die Besucher der Städtischen Galerie ihren Aufenthalt noch ein Stück weit komfortabler erleben“, lobte die Kulturdezernentin, ehe Bruno Cloer die Neuerwerbungen elegant an ihren neuen Standplatz steuerte. Foto: gc

      23.01.2013


      Lions Club Speyer spendet 20 extrem leichte Klapphocker - Bilderalbum

      Keramik-Scherben aus unterschiedlichen Epochen geben Aufschluss über die Entwicklung Speyers im ersten Jahrtausend

      cr. Speyer- Als „ein bedeutendes archäologisches Archiv“ hat heute der Leiter der Außenstelle Speyer der Direktion Landesarchäologie der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Prof. Dr. Helmut Bernhard, bei einem Pressegespräch den Speyerer Domhügel charakterisiert. Nach Abschluss der Grabungen, die im Zusammenhang mit den Erd- und Betonarbeiten zum Einbau einer stabilen Halterung für den derzeit noch weit in die Stadt hinein strahlenden Christbaum vor der romanischen Kathedrale möglich und notwendig geworden seien, wollte seine Dienststelle noch einmal über die Ergebnisse dieser exemplarischen Grabungen berichten, die während ihrer Durchführung vom 23. Juli bis zum 3. September 2012 bei Speyerern und zahlreichen Besuchern der Stadt viel Aufsehen erregt und großes Interesse gefunden haben. „Unsere Mitarbeiter haben oft viele Stunden ihrer Arbeitszeit damit verbracht, den vielen Besuchern der Stadt das Projekt zu erklären“, wusste Grabungsleiter Helmut Stickl zu berichten.

      Mit einem Grabungsschnitt von 4 x 4 Metern, der in Abträgen von jeweils 10 bis 15 Zentimetern Schicht für Schicht mit großer Akribie bis zu einer Tiefe von 1,80 Metern in den Boden getrieben und im Zentrum noch einmal auf einer Fläche von 1 x 1 Meter um weitere 80 cm vertieft wurde, hätten natürlich keine großflächigen neuen Erkenntnisse gewonnen werden können, betonte Prof. Dr. Bernhard. Der Schnitt habe aber viele Annahmen bestätigt, so auch die, dass sich in römischer Zeit an dieser Stelle ein typisch römisches Streifenhaus von 10 bis 15 Metern Breite und bis zu 30 Metern Tiefe befunden habe. Reste solcher römischer Wohnhäuser seien auch schon bei Grabungen in den 1960er Jahren gefunden worden, die im Bereich des Edith-Stein-Platzes nördlich des Domes und entlang der heutigen Gro0en Himmelsgasse, die der Trasse einer historischen Römerstraße folgt, vorgenommen wurden.

      Damit könnte das sich aus den Ergebnissen vieler Einzelgrabungen komplettierende Kataster der Stadt, die in römischen Zeiten eine Ausdehnung von ca. 30 Hektar besessen habe, um weitere gesicherte Erkenntnisse ergänzt werden - so Helmut Stickl - darunter auch die über den Verlauf weiterer Römerstraßen auf der Trasse der heutigen Kleinen Pfaffengasse sowie entlang des Rheins auf dem Hochgestade des Flusses.

      Anhand zahlreicher Fotos und Zeichnungen, wie sie – gemeinsam mit den schriftlichen Dokumentationen – immer angefertigt werden, wenn archäologische Grabungen vorgenommen und ausgewertet werden, zeigte Helmut Stickl dann. Schicht für Schicht, die Keramik-Funde auf, die vor dem Kaiserdom aus der Erde geborgen werden konnten und die jetzt im „Archäologischen Schaufenster“ in der Speyerer Gilgenstraße präsentiert werden.

      Überraschend seien bei der Grabung allerdings die dicken Schichtpakete aus dem 8. und 9. Jahrhundert – aus der karolingischen Zeit – gewesen, durch die der Bestand an hochwertiger karolingischer Keramik, der bislang aus dem Speyerer Stadtgebiet bekannt war, erheblich erweitert werden konnte.

      In dem Aufschluss sei aber auch ein menschlicher Schädel aus dieser Zeit gefunden worden – das dazu gehörende Skelett liegt weiterhin nördlich dieses Anschlusses in ca. 1,30 Metern Tiefe, führte Helmut Stickl aus.

      Insgesamt hätten die weiteren Untersuchungen aber keine erkennbaren Baustrukturen ergeben – statt dessen viele Keramik-Reste in den bis auf 3,40 unter das heutige Niveau hinunter reichenden Kulturschichten, ehe man auf die ursprüngliche Sandschicht gelangte. Als Grund für so viele Keramikscherben nannten die Archäologen die Tatsache, das es auch in Speyer bis ins 19, Jahrhundert hinein keine Müllabfuhr gegeben habe und Hausmüll und Abfälle statt dessen einfach auf den Straßen oder in den Gärten „entsorgt“ worden seien.

      Die Grabung am Domhügel hat also ein Stück weit mehr Klarheit über die ersten drei Jahrhunderte unserer Zeitrechnung ergeben, als auch auf dem Areal des heutigen Speyer römische Soldaten für eine schrittweise Entwicklung sorgten. Dennoch blieb die frühere „civitas nemetum“ und das nachfolgende „Spira“ ein unbedeutendes Kuhdorf, bis um die erste Jahrtausendwende Kaiser Konrad II, beschloss, hier für seine Dynastie eine monumentale Grablege errichten zu lassenm die bis heute das Stadtbild der Stadt prägt. Foto: gc; GENERALDIREKTION KULTURELLES ERBE Rheinland-Pfalz

      22.01.2013


      Grabungen geben Aufschluss über die Entwicklung Speyers im ersten Jahrtausend - Bilderalbum

      Verleihung des Umweltpreises der Stadt Speyer 2012

      Umweltdezernent Frank Scheid mit den Schülern der „Arbeitsweltklasse“ und dem betreuenden Lehrer Willi Batzer (v.l.n.r) bei Übergabe des Schecks. Umweltdezernent Frank Scheid mit den Schülern der „Arbeitsweltklasse“ und dem betreuenden Lehrer Willi Batzer (v.l.n.r) bei Übergabe des Schecks.

      Der diesjährige Umweltpreis unter dem Motto „Nachhaltige Ernährung“ wurde von Umweltdezernent Frank Scheid am 21.01.13 an das Siegerprojekt der Burgfeldschule Realschule plus, die „Arbeitsweltklasse“ mit ihrem Schulgarten, vergeben. Die kleine Gruppe setzte sich unter Leitung ihres Lehrers Willi Batzer gegen sieben weitere Bewerber durch und darf sich nun über den mit 1.250 Euro dotierten Preis freuen.

      Der Umweltpreis wird seit 2006 alle zwei Jahre von der Stadt Speyer ausgelobt. Bewerben können sich Kindertagesstätten, Schulen, Gaststätten, Betriebs-Kantinen, Vereine, Verbände sowie Arbeits- und Interessengemeinschaften. Das Ziel des von der Stadt Speyer ausgelobten Preises ist es, das Interesse an der Umwelt und an Belangen der Nachhaltigkeit zu wecken. Im seit einigen Jahren erfolgreichen Projekt Schulgarten, voll und ganz erreicht worden. Wenn etwas im Garten getan werden muss, so macht sich die Klasse unter der Leitung ihres Lehrers ans Werk. Es wird gepflanzt und geerntet, was das Zeug hält. Mit den geernteten Produkten bereiten die Schüler kleine Leckereien vor, die anschließend im Schulkiosk verkauft werden. Falls etwas zugekauft werden muss, wird immer auf die Qualitätsmerkmale regional, saisonal, biologisch und fair geachtet. Wie sich das Projekt weiterentwickeln wird und wofür das Preisgeld verwendet wird, steht laut Batzer noch „in den Sternen“. Stadt Speyer, Pressestelle  www.speyer.de

      21.01.2013


      Mit Elan und vielen politischen Reden ins Wahljahr 2013

      Speyerer GRÜNE luden zum „legendären“ Neujahrsempfang

      cr.Speyer. Das evangelische Gemeindezentrum „Haus Trinitatis“ bei der Heiliggeistkirche war einmal mehr bis an die Grenzen seiner Kapazitäten gefüllt, als Petra Fischer-Wolfert, Vorstandssprecherin des Kreisverbandes Speyer von Bündnis 90/Die Grünen, gemeinsam mit ihren Vorstandskolleg/innen Gudrun Weber und Helmut Stickl Mitglieder, Freunde und Gäste der Partei zum schon traditionellen Neujahrsempfang begrüßte Ihr erster Gruß richtete sich dabei an die Hauptrednerin des Tages, die rheinland-pfälzische Staatsministerin Irene Alt, an die grüne Landtagsabgeordnete Anne Spiegel sowie an die Direktkandidatin der Partei zur Bundestagswahl, Jutta Paulus.

      Unter den Gästen galt ihr Gruß neben Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Bürgermeisterin Monika Kabs und dem Städtischen Beigeordneten Dr. Wolf Böhm den Abgeordneten in Bundes- und Landtag, Tobias Lindner MdB (B90/Die Grünen) und Dr. Axel Wilke MdL (CDU). Dann aber auch den Mitgliedern des Speyerer Stadtrates aus allen demokratischen Parteien, an ihrer Spitze dem Vorsitzende der CDU-Fraktion, Dr. Gottfried Jung, den Vertretern von Verbänden und Vereinen in der Stadt, Mitgliedern des Migrationsbeirates der Stadt, angeführt von ihrer Vorsitzenden, Dr. Brenda Hart-Bohne sowie Angehörigen des Speyerer Jugendstadtrates.

      In den nachfolgenden Grußworten und Festreden stand - wie zu Beginn dieses Wahljahres 2013 nicht anders zu erwarten - die bevorstehende Bundestagswahl im Vordergrund, für die sich die Grünen die Ablösung der derzeitigen schwarz-gelben Koalition in Berlin erhoffen. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Speyerer Stadtrat, Johannes Jaberg, sprach sich dabei für die Fortsetzung der nachhaltigen Politik seiner Partei auf allen Politikebenen aus. Dazu nannte er an erster Stelle die konsequente Umsetzung der Energiewende, die von keiner Seite in Frage gestellt werden dürfe.

      Die Speyerer Grünen unterstützten deshalb auch nachdrücklich die Speyerer Stadtwerke beim Ausbau der erneuerbaren Energien. „Die Energiewende wird nicht von den großen Konzernen, sondern gerade von den vermeintlich kleinen Stadtwerken vorangetrieben, die vor Ort globale Verantwortung zeigen“, stellte Jaberg fest, der den Stadtwerken noch einmal zu der Auszeichnung „Öcologia 2013“ für ihr ökologisches Engagement gratulierte. Zugleich kritisierte er die steigenden Energiepreise, die zu einer immer größeren sozialen Belastung der Bürger führten. Mit seiner Forderung nach mehr bezahlbarem, Wohnraum durch eine verstärkte Förderung des sozialen Wohnungsbaus verband Jaberg die Anregung nach Aufstellung eines ökologischen Mietspiegels für die Stadt, um damit insbesondere einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen eine Orientierung zu geben.

      Einer Wohnbebauung auf dem Speyerer Konversionsgelände stehe seine Partei allerdings skeptisch gegenüber, betonte Jaberg mit Blick auf die demografischen Entwicklung in Speyer., für die er entgegen den Prognosen eine abnehmende Bevölkerungszahl auch in Speyer auf wieder unter 50 000 Einwohner zu erkennen glaubt.

      Die Vorlage eines Armuts- und Reichtumsberichtes, die Bereitstellung von Räumlichkeiten für Jugendliche im Stadtzentrum und die Entwicklung der Stadt zur „Fairtrade-Town“ waren weitere Themen, die Jaberg in Anknüpfung an seine kürzlich gehaltene Haushaltsrede (siehe SPEYER-KURIER vom 10. Dezember 2012) zu sprechen kam..

      Nachhaltigkeit müsse sich aber auch in der Verkehrspolitik niederschlagen, so der Redner, der einen konsequenten Ausbau von ÖPNV und Radwegenetz in der Stadt forderte.

      „Wir Speyerer Grüne setzen darauf, die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in die politischen Entscheidungen einzubeziehen“, betonte Jaberg abschließend und stellte in Aussicht, dass sich seine Partei auch in der Zukunft an ihrem Einsatz für die Einbindung der BürgerInnen und Bürger in die Entscheidungsprozesse in der Stadt messen lassen wolle.

      Staatsministerin Irene Alt, Ressortchefin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen in Rheinland-Pfalz, würdigte eingangs ihrer Rede die wachsende Akzeptanz ihrer Partei in der Bevölkerung, die sich in der steigenden Zahl neuer Mitglieder widerspiegele, aber auch in den eindrucksvollen Wahlerfolgen bei den Oberbürgermeisterwahlen in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart ebenso wie in der rheinland-pfälzischen Kreisstadt Mayen in der Eifel.

      Auf den ureigensten Politikfeldern der Integrations- und Familienpolitik hätten die Grünen in Rheinland-Pfalz entscheidende Initiativen ergriffen, „Wir wollen die Interkulturelle Öffnung in Rheinland-Pfalz vorantreiben und die Vielfalt der Gesellschaft in den Köpfen der Menschen verankern“, versprach die Ministerin..Dazu sollten auch mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund im Öffentlichen Dienst beschäftigt werden.

      In dem wichtigen Bereich der Familienpolitik habe ihr Ministerium das Projekt „Guter Start ins Kinderleben“ angesiedelt, das Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Gesundheitshilfe und Jugendhilfe zum Ziel habe. Im Rahmen dieses Programms sollten mit Hilfe eines Screeningbogens mögliche Belastungen in der Familie und daraus resultierende Risiken festgestellt und gegebenenfalls das Gespräch mit den Betroffenen gesucht und für sie Hilfe vermittelt werden. Ein weiteres Schwerpunktthema ihrer Familienpolitik, so Irene Alt,sei die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu haben sie 2012 Regionale Netzwerktreffen mit Unternehmen und familienpolitischen Akteuren ins Leben gerufen.

      Mit der Kampagne „Rheinland-Pfalz unterm Regenbogen“ trete Rheinland-Pfalz für die Akzeptanz von „queren Lebensweisen“, d.h. von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgenders, Transsexuellen und Intersexuellen ein. „Wir haben dazu einen Aktionsplan gegen Homophobie und Transphobie mit 110 Maßnahmen erarbeitet, der in diesem Jahr in die Umsetzung geht“, so kündigte die Ministerin an.

      Im Bereich „Kinder und Jugend“ gelte ab dem 1. August 2013 der Rechtsanspruch für Einjährige auf einen Kita-Platz. Hier stehe das Land sehr gut da: „Rheinland-Pfalz ist unter den westdeutschen Flächenländern die Nummer 1,“, erklärte Irene Alt nicht ohne Stolz.Allerdings sollte der Bund das Betreuungsgeld, das er ab August 2013 „in die Hand nimmt“, besser für den Ausbau der Kindertagesstätten einsetzen, forderte die Ministerin. Deshalb habe sich Rheinland-Pfalz im Bundesrat auch gegen das Betreuungsgeld eingesetzt und hoffe, dass diese Regelung im Zuge eines Regierungswechsels im Herbst endgültig wieder abgeschafft werde.

      Mit eher nachdenklichen Worten wollte Landtagsabgeordnete Anne Spiegel auf Themen „zwischen der kommunalen und der landespolitischen Ebene“ zu sprechen kommen. Dabei bedankte sie sich zunächst bei den zahllosen Ehrenamtlichen in der Region und im Lande, ohne deren Einsatz Politik nicht möglich sei. Anne Spiegel kritisierte den geplanten Stellenabbau der Diakonie bei den Schuldner-, Sucht- und Familienberatungsstellen. Hier wolle sie sich auch weiterhin für den Erhalt der bewährten Strukturen einsetzen, weil dies Menschen zugute komme, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens“ stünden. Das gelte auch für das Thema „Warenkörbe“.

      Für das Jahr 2013:hob die junge Abgeordnete zwei ihrer Projekte ganz besonders hervor: Die Stärkung der Rechte von Flüchtlingskindern im Bereich der Flüchtlingspolitik und die Novelle des Landesgleichstellungsgesetzes, mit der die Rechte von Gleichstellungsbeauftragten ausgebaut und dadurch die Frauenpolitik verbessert werden solle.

      Mit einem ganz besonderen Wunsch schloss Anne Spiegel ihre Rede: „Ich habe den Wunsch und auch die Hoffnung, dass mit jedem Neuen Jahr nicht nur der einzelne Mensch reifer wird, sondern die Menschheit insgesamt. Es wäre an der Zeit, denn beim Umgang mit unseren Ressourcen, mit unserer Umwelt und mit unseren Mitmenschen wäre ein reiferes Handeln der Menschheit dringend angebracht“.

      Auf ein „spannendes Wahljahr“ freute sich schließlich als letzte Rednerin auch die Direktkandidatin der Grünen im Wahlkreis Neustadt/Speyer, Jutta Paulus die die gegenwärtige schwarz-gelbe Bundesregierung und die ihr angehörenden Minister scharf angriff. „Eigentlich ist der Wahlkampf ganz einfach, weil Schwarz-Gelb so viele offene Flanken bietet, dass die Kabarettisten gar nicht wissen, wo sie anfangen sollen“, höhnte sie. „Wir haben einen Außenminister ohne internationalen Einfluss und ohne Profil. Wir haben eine Arbeitsministerin, die Minijobs ausweitet und so die Armutsrenten vorbereitet, die sie dann aufstocken will. Wir haben einen Umweltminister, der sich seiner Aufgabe, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen, nicht stellt, und sich vorbehalten will, Atommüll ins Nicht-EU-Ausland zu exportieren. Wir haben einen Wirtschaftsminister, der eine unserer wichtigsten und zukunftsfähigsten Industrien mit enormem technologischen Vorsprung sehenden Auges in den Ruin treibt. „Wenn ein Warren Buffet in Photovoltaik investiert, dann müsste auch der letzte Neoliberale begriffen haben, dass hier die Zukunft liegt“, rief Paulus aus..

      Deshalb sollte es leicht fallen, grüne Stärken im Wahlkampf nach vorn zu bringen und deutlich zu machen: „Die Grünen sind die Eltern der Energiewende und der Garant für ihr Gelingen!“, so die Kandidatin. Deshalb müssten sich auch die Grünen zu der Notwendigkeit neuer Hochspannungsleitungen bekennen. Wenn behauptet werde, der Bau von 3800 km neuer Stromleitungen sei ein nicht zu bewältigender Stolperstein, dann verkenne das, dass von 1970 bis 1993, als es darum ging, die neuen AKW ans Netz anzuschließen, 34000 km, also fast das zehnfache, neu gebaut wurde. „Und auch daran ist das Abendland nicht untergegangen“, betonte Jutta Paulus.

      Jutta Paulus, studierte Pharmakologin und Umweltanalytikerin in einem von ihr mitbegründeten Analyseinstitut in Kirrweiler/Pfalz, will sich verstärkt für eine eine ehrliche Kostendebatte über die Energiepreise einsetzen, die eigentlich inflationsbereinigt nicht gestiegen seien. Von der aktuellen Umlage von 5,27 ct/kWh flössen gerade einmal 2,26 ct/kWh an die Erzeuger/Innen, so die Referentin. „Wir dürfen uns deshalb nicht von der FDP jagen lassen, die plötzlich ihr Herz für Hartz-IV-Berechtigte entdeckt hat“.

      Schließlich sprach sich Paulus auch für eine „Korrektur der schlimmsten Auswüchse der Agenda 2010“ aus, die – kein Ruhmesblatt - von ihrer grünen Partei mit beschlossen worden sei.. „Es gilt, den Menschen tatsächliche Chancen zu geben und sie nicht von Maßnahme zu Maßnahme zu schieben“, forderte die grüne Bundestagskandidatin. Die unwürdigen Sanktionen müssten abgeschafft, die Zeitarbeit wieder begrenzt werden. Die Aushöhlung der Sozialsysteme müsse gestoppt werden - nicht nur für die Krankenversicherung, auch für die Rentenversicherung werde eine Bürgerversicherung benötigt, in die alle einbezahlen.

      Abschließend erinnerte Jutta Paulus daran, dass die Grünen 1990 mit dem Slogan "Alle reden von Deutschland -.Wir reden vom Wetter." noch aus dem Bundestag geflogen sei.. Heute sei der Klimawandel in aller Munde und werde die Welt stärker verändern, als man sich das heute schon vorstellen könne. Folgen für.Landwirtschaft, Migration, Gesundheit, Versorgung mit Rohstoffen, letztlich auch militärische Konflikte – die Liste der Gefährdungspotentiale sei endlos.Darum müssten die Grünen jetzt anfangen, ihre Alternativen nach vorn zu bringen.

      Doch ehe sie sich daran machten – ehe sie sich in den Bundestagswahlkampf 2013 stürzten - machten sie sich erst einmal über das opulente Buffet her, das bei den Neujahrsempfängen der Grünen längst als legendär gilt - legendär, weil es – so die Vorstandssprecher - mit viel Liebe von den grünen Mitgliedern selbst gemacht wird. Noch lange nahmen die Grünen und ihre Gäste Gelegenheit, sich – musikalisch begleitet von der Speyerer Gruppe „Wink“ - über Politisches und über „ganz Normales“ auszutauschen. Und dann hieß es: Das politische neue Jahr – es kann kommen. Foto: moth

      18.01.2013


      Speyerer GRÜNE luden zum „legendären“ Neujahrsempfang - Bilderalbum

      Bürgerreisen in die Partnerstädte - Europa erleben

      Ravenna, Chartres und Spalding lauten die Reiseziele der beliebten Bürgerreisen, die die Freundeskreise der Partnerstädte in Zusammenarbeit mit der Stadt Speyer regelmäßig anbieten.

      Während für die Fahrt nach Italien vom 2. bis 7. April 2013 bereits alle Plätze ausgebucht sind, nehmen die „Friends of Spalding“ und die „Amis de Chartres“ noch Anmeldungen Reiselustiger entgegen.

      Kathedrale von ChartresVom 9. bis 12. Mai 2013 geht es nach Chartres. Die gotische Kathedrale mit ihren weltweit berühmten Glasfenstern sowie die malerischen Gassen der Kernstadt werden in einer Stadtführung erkundet. Gemeinsam mit den Freunden in Chartres führt ein Ausflug in die wunderbare Landschaft des Landkreises Eure und Loire, die als die Getreidekammer Frankreichs gilt. Paris liegt nur 80 km von Speyers Partnerstadt entfernt und bietet sich für Städteinteressierte ebenfalls als Ausflugsziel an.

      StonehengeDie Freunde Spaldings steuern zunächst Ziele im westlichen Teil Großbritanniens an, bevor es zur Partnerstadt Spalding geht: die Überfahrt mit der Fähre absolviert, geht es weiter nach Salisbury, Stonehenge und anschließend Richtung Wales, wo neben Cardiff weitere Stationen auf dem Programm stehen. Die Reise findet vom 7. bis 17. Juli 2013 statt.

      Weitere Informationen erhalten Sie im Büro für Städtepartnerschaften, Tel.: (0 62 32) 14 22 59. Pressestelle Stadt Speyer; Foto: pem

      17.01.2013


      Ein Stier für Speyer

      Bildhauer Prof. Thomas Duttenhöfer stattet seiner Vaterstadt mit eindrucksvoller Dauerleihgabe Dank und Reverenz ab

      Von Gerhard Cantzler

      Die Stadt Speyer ist um ein ansehnliches Kunstobjekt reicher: Prof. Thomas Duttenhöfer, Bildhauer und Professor für Grundlehre und Zeichnen an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule für Kunst in Mannheim hat heute dem Oberbürgermeister seiner Vaterstadt Speyer, Hansjörg Eger, in dessen Amtszimmer den Eisenguss einer von ihm im Jahre 2010 geschaffenen Skulptur eines Stieres als Dauerleihgabe überreicht.

      Damit wolle er – fast fünfzig Jahre, nachdem er das damalige Staatliche Neusprachliche Gymnasium in Speyer – das heutige Hans-Purrmann-Gymnasium - absolviert hatte, all den Speyerern seinen Dank abstatten, die ihm auf seinen künstlerischen Lebensweg geholfen hätten. Duttenhöfer erinnerte dabei insbesondere an Oberstudienrat Thomas Schubert, den Zeichenlehrer seines Bruders, der offensichtlich sein künstlerisches Talent erkannt und auf seine Eltern eingewirkt habe, ihm das Studium der Bildenden Kunst zu ermöglichen.

      Der „große Motivator“ Thomas Schubert - neben Hein Albig, Rudolf Dister und Willy Weiglein einer der Mitbegründer der Speyerer Künstlergruppe „argo“ - sei es auch gewesen, der in ihm das Interesse für die Kunst geweckt habe. „Wenn er über Rembrandt gesprochen hat, dann war es so, als säße der große niederländische Meister selbst mit uns am Tisch“, erinnert sich Thomas Duttenhöfer bis heute voll verehrungsvollem Respekt und Begeisterung für seinen ersten künstlerischen Lehrer.

      Dem Oberbürgermeister dankte der renommierte Bildhauer, - Weggefährten bescheinigen ihm, dass er sicher auch ein ebenso bedeutender Schauspieler hätte werden können - dafür, dass er auch „in Zeiten knapper Kassen“ nicht müde werde, „immer wieder den Stier bei den Hörner zu packen“, und die Geschicke der Stadt Speyer positiv voran zu bringen. Der Stier – Sinnbild von Kraft, Energie und Potenz – solle Eger zugleich Ermutigung sein, diesen eingeschlagenen Weg unbeirrt fortzusetzen.

      Hansjörg Eger dankte dem Künstler auch seinerseits für die Gabe, die in der nächsten Zeit neben Werken von Hans Purrmann und Anselm Feuerbach das Dienstzimmer des Oberbürgermeisters schmücken wird. „Meine Tür ist immer offen“, lud er Interessenten ein, einen Blick auf das neue Kunstwerk zu werfen, ehe es dann mittelfristig einen Platz in der Städtischen Galerie finden wird.

      Arbeiten von Thomas Duttenhöfer, dessen Werke in Speyer zuletzt im Rahmen einer Ausstellung im Jahr 2010 zu sehen waren, werden in der nächsten Zeit auch in Präsentationen in Mainz, Münster in Westfalen, in Gießen und voraussichtlich dann auch im Jüdischen Museum SchPIRA in Speyer gezeigt.- viele Gelegenheiten also, seine vielfältigen, soviel Kraft ausstrahlenden Werke zu bewundern. Foto: gc

      15.01.2013


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      Für Aufmerksamkeit und gegen Vertrauensseligkeit

      Speyerer Senioren bei Seminar für ehrenamtliche Sicherheitsbeauftragte

      cr.Speyer- Der Oberbürgermeister selbst war heute früh ins Wahlbüro im Städtischen Rathaus gekommen, um ein zweitägiges Seminar zu eröffnen, mit dem rund 20 Speyerer Seniorinnen und Senioren zu ehrenamtlichen Sicherheitsbeauftragten qualifiziert werden sollen. „Das Wissen um die Methoden und Tricks der Gauner sind schon 'die halbe Miete', um nicht auf sie herreinzufallen“, betonte Hansjörg Eger bei dieser Gelegenheit gegenüber dem dem SPEYER-KURIER. Deshalb sei es besonders verdienstvoll, dass sich so viele Bürgerinnen und Bürger für dieses Thematik interessierten und ihre Zeit dafür einbrächten.Gleichzeitig warnte Eger Senioren, die Opfer einer der gängigen Betrugsmaschen geworden seien, dies aus Scham zu verschweigen. Statt dessen sollten sie sich direkt an die zuständige Polizeibehörde wenden, die durch geeignete Fahndungsmaßnahmen solchen Tätern oft rasch auf die Spur kommen könnte.

      Das unterstrich auch der Leiter der Polizeiinspektion Speyer, Polizeioberrat Uwe Giertzsch, der von zwei aktuellen Fällen des zu berichten wusste, in denen Straftäter versucht hätten, Senioren mittels des sogenannten „Enkeltricks“ um ihr Erspartes zu bringen: Gestern erst wurde eine 70jährige Seniorin aus Speyer von ihrem angeblichen „Enkel“ angerufen und um die kurzfristige Überlassung von 24.000 Euro angegangen. Die Dame ließ sich zum Schein auf dieses Ansinnen ein und verabredete sich mit dem Täter bei ihrer Bank. Gleichzeitig verständigte sie allerdings die Polizei über den Vorfall, die dann die Bank observierte. Offensichtlich hatte der Täter dann aber „Lunte gerochen“ und erschien erst garnicht mehr zu dem veabredeen Treffen.

      Noch während die Polizei eine Nahbereichsfahndung einleitete, wurde dann, so Giertzsch, aus Ludwigshafen ein zweiter Fall von versuchtem Betrug mittels des „Enkeltricks“ bekannt: Dort sollte es allerdings sogar um 90.000 Euro gehen die der Täter von seiner angeblichen „Oma“verlangte. „Man sieht, diese Masche greift auch bei uns immer mehr um sich“, warnte der Speyerer Polizeichef.

      Um so wichtiger sei es da, dass sich Seniorinnen und Senioren auch selbst aktiv für die Sicherheit ihrer Altersgruppe einsetzten. „Sie können Ihren Freundes- und Bekanntenkreis viel besser über das informieren, was Sie in den nächsten beiden Tagen in diesem Seminar erfahren, als dies alle Broschüren und polizeiliche Aufklärungskampagnen vermögen“, betonte auch der Seminarleiter,

      Kriminalhauptkommissar Walter Zöllner vom „Zentrum für Polizeiliche Prävention“ beim Polizeipräsidium Rheinpfalz in Ludwigshafen. Allein im Bereich seiner Dienststelle seien in den letzten Monaten 180 Senioren zu ehrenamtlichen Sicherheitsberatern ausgebildet worden. „Wenn jeder von ihnen nur zehn weitere ältere Menschen aus seiner Umgebung über die Möglichkeiten der Gefahrenabwehr unterrichtet, erreichen wir eine immer größere Zahl von Senioren.

      Zöllner, der neben den zuständigen Beamten für derartige Delikte im Lauf des Seminars auch die für die einzelnen Stadtteile zuständigen Beamten vorstellte, konnte noch viele Beispiele dafür anführen, wie durch aufmerksames Beobachten der Umgebung Straftaten verhindert und Kriminalität bekämpft werden könnten. „Mit unseren Seminaren wollen wir die Senioren jedoch keineswegs zum Misstrauen gegenüber ihren Mitmenschen aufstacheln“, betonte er, warnte aber zugleich vor unangebrachter Vertrauensseligkeit.

      Der für ehrenamtliche Aktivitäten in der Stadt zuständige Beigeordnete Dr. Wolf Böhm würdigte auch seinerseits das Engagement der Seminarteilnehmer, die zum Abschluss des Kurses einen „Pass als ehrenamtliche Sicherheitsbeauftragte“ entgegennehmen dürfen. Foto: gc

      15.01.2013


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      Trotz desolater Haushaltslage mit Zuversicht ins Neue Jahr

      Speyerer Neujahrsempfang auch 2013 wieder stark nachgefragt

      cr. Speyer. Mit einer höchst geistreichen und auch rhetorisch überaus gelungenen Rede mit vielen augenzwinkernden Seitenblicken ist Oberbürgermeister Hansjörg Eger jetzt auch als „Neujahrsredner“ gleichrangig neben seinen Amtsvorgängern angekommen. „Des hott er awwer wirklich toll gemacht“, hörte man am Ende der Ansprache so manchen Gast in der zu diesem Anlass auch 2013 wieder bestens besuchten Speyerer Stadthalle anerkennend loben. Und in der Tat: Die Gäste konnten sich an einer kompakt-konzentrierten und durchaus spannenden Rede erfreuen, die es ihnen unter dem Strich leicht machte, den offiziellen Teil des Abends im Wortsinne bestens „durchzustehen“.

      Gleich zu Beginn des Abends hatte der Oberbürgermeister allen Gästen, die seiner Einladung zu dieser schon traditionellen Begegnung gefolgt waren, herzliche Wünsche zum Neuen Jahr entboten, unter ihnen dem Speyerer Ehrenbürger Prof. Dr. Bernhard Vogel sowie Egers beiden Amtsvorgängern, Dr. Christian Roßkopf und Werner Schineller.

      Neben den Vertretern aus Wirtschaft, Banken und Verwaltung sah man aus den Spitzen der beiden christlichen Kirchen Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und seinen „Nachbarn“, Kirchenpräsident Christian Schad von der Evangelischen Landeskirche der Pfalz. Dem Rang der Dom- und Kaiserstadt als Jahrhunderte altes geistliches Zentrum angemessen befanden sich unter den Gästen aber auch noch zahlreiche weitere Geistliche – unter ihnen Weihbischof Otto Georgens, Generalvikar Dr. Franz Jung, Domdekan Dr. Christoph Kohl und Dompfarrer Matthias Bender auf katholischer - der wieder genesenen Dekan Friedhelm Jakob und Pfarrer Marc Reusch auf evangelischer Seite.

      An parlamentarischer Prominenz konnte der Oberbürgermeister das Mitglied des Europäischen Parlaments, Jürgen Creutzmann (FDP), den Bundestagsabgeordneten Norbert Schindler (CDU) sowie die Landtagsabgeordneten Friederike Ebli (SPD), Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Axel Wilke (CDU) begrüßen.

      Daneben waren aber auch wieder die zahlreichen Ehrenamtlichen mit von der Partie, die der Einladung ihres Oberbürgermeisters gefolgt waren und die auf diesem Wege in aller Öffentlichkeit für ihr unermüdliches Engagement gewürdigt werden sollten. Ihnen allen konnte Eger für dieses Jahr wieder die Auslobung eines Städtischen Ehrenamts-Preises ankündigen, für dessen Jury er den Speyerer Bischof Dr. Wiesemann, Kirchenpräsident Schad und die Präsidentin des Sozialgerichts Speyer, Anette Schmidt gewinnen konnte.

      Eine weitere bedeutsame Aufgabe, die Eger sich für das neue Jahr vorgenommen habe, sei die Einrichtung eines weiteren „Jugendcafés“, das die Stadt, so Eger, demnächst gemeinsam mit dem Verein CoLab in der Ludwigstraße eröffnen wolle.

      Tourismuskonzept, Verkehrsentwicklungsplan und das zuletzt viel diskutierte „Konzept für ein integriertes Stadtmarketing“ waren weitere Themen in Egers Ansprache. Dabei legte er großen Wert auf die Feststellung, „dass Wirtschaftsförderung in Speyer auch weiterhin Chefsache bleibe“.

      Wie schon in den Vorjahren stellte der Oberbürgermeister auch in diesem Jahr wieder einige zentralen Bereiche der Stadtverwaltung und die dafür verantwortlichen Mitarbeiter vor – viele, wie z.B. der Bereich Stadtgrün, hatten sich auch bei der Vorbereitung dieses Neujahrsempfangs sichtbar und mit viel Geschmack in Szene gesetzt.

      Im einzelnen stellte der OB dabei Mitarbeiter des Baubetriebshofes vor - namentlich Martin Spitz, die Leiterin der Gärtnerei, Sabine Wilke und den Leiter der Stadtreinigung, Peter Gerlach. Von den technischen Bereichen nannte er den Leiter der Schlosserei, Dieter Bummel, für die Spenglerwerkstatt Hans-Peter Romes, für die Schreinerei Peter Blau, für die Elektrowerkstatt Bernd Ahles, für die Maurer Jürgen Feiniler und für den Kfz-Betrieb schließlich Siegfried Fischer.

      Und noch einen weiteren, noch ganz neuen Mitarbeiter konnte Eger der Versammlung vorstellen: Den neuen Leiter der Städtischen Musikschule, Bernhard Sperrfechter, der sich mit seinem Banjo teamdienlich in die „Band des Abends“ - die Gruppe „The Brezel Bu Boogaloo“ mit ihrem stadtbekannten Frontmann Stefan „Hering“ Cerin, eingereiht hatte.

      Zwar gab es auch in diesem Jahr wieder Getränke, Brezeln und kleine Knabbereien an den Ständen im Saal und im Foyer der Stadthalle reichlich und „fer umme“ - überall jedoch kündeten dezente Schilder neben den aufgestellten kleinen Kassen vom Zweck der dafür erbetenen Spenden, Und die Speyerer und ihre Gäste „vunn auswärts“ machten reichlich Gebrauch von diesen Angeboten, tranken. aßen – und spendeten fleißig und tauschten sich noch lange in größeren oder kleineren Runden über einen höchst stimmungsvollen Abend aus.

      Lesen Sie die Neujahrsansprache von Oberbürgermeister Eger im Wortlaut im SPEYER-KURIER  

      11.01.2013


      Neujahrsansprache von Oberbürgermeister Hansjörg Eger am 11. Januar 2013

      Schritt für Schritt

      Neujahrsansprache von Oberbürgermeister Hansjörg Eger am 11. Januar 2013

      Meine sehr geehrten Damen und Herren,

      das Jahr 2012 hat trotz zahlreicher Ankündigungen und, vielleicht für den einen oder die andere überraschend oder auch enttäuschend, nun doch keinen Weltuntergang gebracht.

      Auch den Maya kann man keinen Glauben schenken, nachdem Politiker, Banker, Medien, Unternehmer und viele andere ihre Glaubwürdigkeit bereits verloren haben.

      Etwas defätistisch könnte man auf den Gedanken kommen, dass wir mit dem Weltuntergang all unsere Sorgen losgeworden wären. Ich glaube aber, wir hätten nur eine gute Chance verpasst, auch wenn als positiver Effekt zumindest das ganze Krisengerede und die Schwarzmalerei ein Ende gefunden hätten. Man sollte aber nicht das Kind mit dem Bade ausgießen.

      Wenn man all die Nachrichten für bare Münze nehmen würde, wäre der Weltuntergang doch zumindest ein klarer, endgültiger Lösungsansatz für alle Krisen: die Umweltkrise, die Energiekrise, die Schuldenkrise, die Wirtschafts- und Finanzkrise, die Gerechtigkeits- und Verteilungskrise, aber auch die anderen Krisen dieser Welt.

      Seltsam nur, dass wir in Deutschland selten zuvor in so friedlichen und materiell gesättigten Zuständen lebten wie heute.

      Und in Speyer?

      Wir haben in Speyer mit die beste Versorgung an Kindertagesbetreuung in Rheinland Pfalz. Der Versorgungsgrad liegt über dem von Bund und Land geforderten statistischen Wert. Den Unternehmen geht es gut, was man u.a. daran sieht, dass diese Gewerbe unserer Stadt Gewerbesteuereinnahmen in noch nie erlebter Höhe zahlen mussten und ich darf ergänzen: dies auch konnten. Wie pflegte mein Vater zu sagen: „Solange wir Steuern zahlen, haben wir ja ein Einkommen.“ Gleichzeitig sind wir in der Pfalz, auch ein Zeichen der eigenen wirtschaftlichen Stärke, die kreisfreie Stadt mit den deutlich geringsten Schlüsselzuweisungen je Einwohner, d.h. der geringsten Landesunterstützung, wie die IHK Pfalz in ihrer Haushaltsanalyse 2012 offenbart. Die Gesundheitsversorgung ist gewährleistet, unsere Krankenhäuser investieren in neuste Versorgungstechniken. Der Verkehr fließt wieder besser, zumindest in der Innenstadt, und weitere Baustellen werden auch im Jahr 2013 für Arbeit bei den Baufirmen sorgen.

      Und trotz dieser guten Rahmenbedingungen auch im sozialen, kulturellen oder sportlichen Bereich – bitte immer gemessen an den Rahmenbedingungen eines linksrheinischen Mittelzentrums – ist das Wehklagen nicht zu überhören. Nun ist die Schuldensituation der Stadt auch nicht zu vernachlässigen, auch wenn hier die bereits zitierte Haushaltsanalyse 2012 der IHK Pfalz interessante Relativierungen anbietet und wenn man nicht außer Acht lassen darf, dass ein wesentlicher Teil ohne unsere Einflussmöglichkeit strukturell von Land und Bund verursacht wurde.

      Wir sind einen wesentlichen Schritt weitergekommen, indem wir den Vertrag über die Teilnahme am Kommunalen Entschuldungsfonds abgeschlossen haben. Sicherlich wurde der wesentliche Teil über die Erhöhung der Einnahmen und die Anpassung von Gebühren und Beiträgen erreicht. Aber es ist wichtig und richtig, die öffentlichen Aufgaben kostendeckend vergütet zu bekommen.

      Ein wesentlicher Aspekt ist auch, dass wir stärker diejenigen für Leistungen heranziehen, die ein privates Interesse verfolgen. Müssen private Interessen von der Allgemeinheit subventioniert werden? Geht Speyer zugrunde, wenn die Allgemeinheit für private Interessen, die sicherlich sinnvoll, aber doch überwiegend privat sind, weniger zahlt? Nun, wir haben eine interessante und für die Zukunft wichtige Diskussion über Einsparmöglichkeiten und Notwendigkeiten sowie Prioritäten mit dem Beitritt zum Kommunalen Entschuldungsfonds (KEF) begonnen, die ich in der Zukunft kontinuierlich fortsetzen werde.

      Aber trotz oder gerade wegen der vielen Krisen stellt man mir immer wieder die Frage nach meinen Visionen für Speyer.

      Wie stehe ich zu Visionen? Ich will jetzt nicht Helmut Schmitt zitieren, der schon öfter darauf hingewiesen hat, dass sein viel zitierter Ausspruch „Wer Visionen hat, solle zum Arzt gehen“ aus dem Zusammenhang gerissen worden sei. Aber zitieren will ich Langenscheidts Großwörterbuch „Deutsch als Fremdsprache“, in dem für den Begriff „Vision“ zwei Erläuterungen enthalten sind:

      1. ein Bild, das nur in der Phantasie existiert = Halluzination (Synonym), Traumbild

      2. eine Idee oder Vorstellung von etwas in der Zukunft.

      Was wäre ich für ein OB, der nur in seiner Phantasie lebte oder die Stadt Speyer im Sinne oder für die Verwirklichung einer Halluzination verwalten wollte.

      Was wäre ich aber auch für ein OB, der eine Vorstellung von der Zukunft der Stadt Speyer hätte, die er ohne Rücksicht auf die vergangenen Jahre und Jahrzehnte und ohne Rücksicht auf die Rahmenbedingungen entwickeln und umsetzen würde.

      • Eine Zukunft, in der Speyer klimaneutral seine Energie auch für die vorhandene Wirtschaft und Unternehmen zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen unter Erhalt des Stadtbildes erzeugt,
      • eine Zukunft, in der Speyer seinen CO2 Ausstoß um mehr als 50 % reduziert,
      • eine Zukunft, in der Arbeitslosigkeit bei 0% liegt,
      • eine Zukunft, in der Bildungsangebote jedes individuelle Bedürfnis, also auch die Ganztagesbetreuung im Gymnasialbereich, ebenso abdecken wie die Förderung von beeinträchtigten Kindern im Regelschulbereich oder im Förderschulbereich, jeweils soweit sinnvoll,
      • eine Zukunft, in der Kinderbetreuung nicht nur für die bereits erreichten über 40 % sondern für 100% angeboten werden kann, aber gleichzeitig die Familien die Wahl haben, die Kinderbetreuung ohne finanzielle Einbußen zu Hause selbst zu gestalten,
      • eine Zukunft, in der junge Menschen eine Ausbildung ihren Fähigkeiten entsprechend frei wählen und im Anschluss einen sicheren zukunftsfähigen Arbeitsplatz garantiert bekommen,
      • eine Zukunft, in der jeder Speyerer und jede Speyererin frei von Ängsten, Gewalt und Nöten die Hilfen bekommt, die er oder sie braucht,
      • eine Zukunft, in der jeder Speyerer oder Speyererin seine persönlichen Interessen, seien sie kulturell oder sportlich frei entfalten und entwickeln kann,
      • eine Zukunft, in der jede und jeder gemäß den eigenen Wünschen bezahlbaren Wohnraum und gleichzeitig eine sozial verträgliche, hilfsbereite Nachbarschaft findet,
      • eine Zukunft, in der wir Nächstenliebe leben, ohne gezwungen werden zu müssen und ohne dass wir unsere Liebe dem Nächsten aufzwingen,
      • eine Zukunft, in der wir mit uns und unserer Welt zufrieden sind und zufrieden sein können,
      • eine Zukunft, in der wir in Abwandlung zu den Worten von Kirchenpräsident Schad alle zu Menschen werden mit einem aufrechten Gang, zu freien Geschöpfen unter freiem Himmel mit der Empathie für unseren freien Nachbarn - dass wir mit uns - und ich ergänze: mit unseren Nächsten - stimmig werden.

      Nun, meine Damen und Herren, bevor ich weitere Wünsche äußere, stellt sich doch die Frage, ist dies eine Idee einer Zukunft oder eine krankhafte Halluzination? Die Entscheidung überlasse ich Ihnen, während ich mir Gedanken mache, wie ich den Boden für eine solche Zukunft bereiten kann. Das Problem ist, wie ich finde, weniger die Idee als der Weg. Oder wie ein japanisches Sprichwort sagt: „Visionen ohne Taten werden zu Träumereien, Taten ohne Visionen zu Alpträumen.“

      Ich weiß, dass Speyer eine liebenswerte Stadt ist, in der ich und hoffentlich wir alle gerne leben. Kaum eine Stadt dieser Größe hat so viel zu bieten und das alles auf kleinstem Raum. Speyer versorgt als flächenmäßig kleinste rheinland-pfälzische aber auch aktivste kreisfreie Stadt, wie ich finde, ein großes Umland, sowohl in der Bildung, Ausbildung, Arbeit aber auch als Einkaufs- und Kulturzentrum oder im Sport und der Gesundheitsversorgung.

      Wir waren mal Hauptstadt und die Domstadt war auch mal völlig zerstört und vergessen. Weder das eine noch das andere zählt zu meinen Wunschvorstellungen. Demgegenüber sollten wir das menschliche Maß einer liebenswerten Stadt mit großer Geschichte bewahren, mit dem angemessenen Selbstbewusstsein, aber auch ohne Überheblichkeit.

      Ich liebe Speyer, denn wir haben Vieles, was sich zu bewahren lohnt. Eine vielfältige Stadt, gute Bildungsangebote und hervorragende Betreuungsangebote für Kinder. Wir haben eine attraktive Wohnversorgung, auch wenn wir weiterhin dem Thema „bezahlbarer Wohnraum für Familien bzw. Geringverdiener“ besondere Aufmerksamkeit widmen müssen. Die Schwierigkeit liegt hier darin, dass die Stadt bedauerlicherweise nicht über entsprechende Flächen verfügt, die für die Neuschaffung von günstigem Wohnraum genutzt werden können. Die Stadt hat in den letzten zwei Jahren ganze 216 m² an private Investoren veräußert - ein kleines Grundstück mit abrissreifem Haus in der Mehlgasse. Deshalb werde ich auch weiter versuchen, die Wohnungsbaugesellschaften unserer Stadt und private Investoren zu motivieren, in diesem Segment zu investieren.

      Wir sind die Stadt der kurzen Wege, haben attraktive Arbeitsplätze, hervorragende kulturelle und sportliche Angebote und vieles mehr. Und das Beste von allem ist, wir haben viel, das wir auch noch verbessern können. Es wird sicher niemand behaupten wollen, dass wir die Schönsten, Größten oder Reichsten seien - ich sagte bereits, dass wir selbstbewusst sein können, aber kein Grund für Überheblichkeit besteht. Wir dürfen zufrieden auf das Erreichte schauen, ohne jedoch satt und träge vor Veränderungen zurückzuschrecken.

      Wir sollten bei allem, was wir fordern, Maß halten. Übermaß tut selten gut, und ich will unsere Entwicklung nicht mit Großprojekten anderer Städte, seien es Freizeitparks, Einkaufszentren oder Flughafenerweiterungen, vergleichen. Lassen Sie uns weniger den Nabel oder den Nabelschmuck unserer Nachbarn bewundern, sondern vielmehr unsere Stadt Schritt für Schritt weiterbringen, ohne ins Stolpern zu geraten. Um ein Stolpern zu vermeiden, ist es auch von Bedeutung, dass bereits eingeschlagene Wege vernünftig weitergegangen werden, bevor uns eine Halluzination vom Weg abbringt. Mein Vater brachte mir bei, dass man zunächst ein Kapitel zu Ende bringen muss, bevor das nächste schlüssig angefügt werden kann. Oder, um es mit Hilmar Kopper zu sagen: „Visionen brauchen Fahrpläne“.

      Visionen haben aber in der Regel zwei Seiten. Die Vision des einen ist häufig der Alptraum des anderen. Beispiele dafür gibt es genug. Das fängt nicht erst bei der Vision einer schönen neuen Welt in Amerika oder dem Nahen Osten an. Manchmal sind auch viele kleine Schritte erfolgreich. Man denke an den Elysee-Vertrag und seinen 50-ten Geburtstag am 22. Januar, der die Erbfeindschaft überwunden hat und mit ausschlaggebend war für die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Europäische Union und die erfolgreiche Friedenspolitik der letzten 60 Jahre in Europa.

      Es zeigt sich, dass der Zeitpunkt und die Rahmenbedingungen stimmen müssen, ebenso wie die Gelegenheit aber auch die Vorbereitung und die Umsetzung bewältigt werden wollen.

      Visionen, die bar jeder legalen Umsetzbarkeit sind, weil sie z.B. eine diktatorische Machtvollkommenheit des Oberbürgermeisters voraussetzen, Visionen, die im regionalen wie auch nationalen Gesamtgefüge andere Rahmenbedingungen erfordern, Visionen, die den einzelnen Menschen die eigene Gestaltungsmöglichkeit aber auch Eigenverantwortung entziehen und bevormunden anstatt diesem Hilfeangebote zu unterbreiten, gehören in den Bereich der alptraumhaften Halluzinationen.

      Visionen aber, die den Menschen aufrichten, getragen von Respekt, Menschlichkeit, Vernunft und Hilfsbereitschaft, werden trotz meiner eigenen, mir bekannten menschlichen Unzulänglichkeit meine volle Unterstützung erhalten. Ich muss Ihnen gestehen, dass ich gerade dann an meine Grenzen stoße, wenn ich bei Mitmenschen doch eher Privatinteressen feststelle oder den Wunsch, die Verantwortung für eigenes Tun zu verdrängen.

      In diesem Kontext freut es mich, so viele ehrenamtlich Tätige heute Abend in der Stadthalle versammelt zu sehen. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zu unserem Gemeinwesen, Sie sind eine große Bereicherung für diese Stadt, denn Sie machen Speyer zu dem von mir geschätzten lebens- und liebenswerten Ort.

      Um dieses ehrenamtliche Engagement weiter zu würdigen, habe ich mich entschlossen, in diesem Jahr zum ersten Mal einen „Ehrenamtspreis der Stadt Speyer“ auszuloben. Er wird zum Internationalen Tag des Ehrenamtes, am 5. Dezember 2013, im Rathaus verliehen an Personen aus Speyer, die sich im Verlauf dieses Jahres in herausragendem Maße im Ehrenamt verdient gemacht haben. Ich darf mich schon heute Abend bei Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Kirchenpräsident Christian Schad und der Präsidentin des Sozialgerichtes Speyer, Anette Schmidt, bedanken, dass sie in der Jury zur Vergabe dieses Preises mitwirken wollen. In dieser Runde werden wir uns über die genauen Modalitäten zur Vergabe dieses Preises in den nächsten Wochen verständigen.

      Entscheidend für mich ist, das lebenswerte Speyer zu stärken, eine Stadt mit großer, aus der Geschichte sich ergebender bürgerschaftlicher Verantwortung, ein Mittelzentrum in der Metropolregion Rhein-Neckar mit guten Einkaufs-, Bildungs-, Arbeits-, Wohn-, ja mit Lebensmöglichkeiten.

      Interessant war zum Jahresende ein Interview in einer lokalen Zeitung, das sich angeblich verschlechterte Bedingungen für die Wirtschaft und Unternehmen zum Thema machte. Nicht nur die Tatsache, dass die Ergebnisse des zugrunde liegenden Wettbewerbes bereits im August veröffentlicht wurden und jetzt, wohl als Jahresrückblick, in die „Krisensituation“ eingeführt wurden, ließ mich aufhorchen. Auch das in dem Interview ersichtliche Anspruchsdenken macht mich nachdenklich. Wenn man wiederholt erster war, ist jeder Platz darunter offenbar eine Niederlage.

      Aber sind wir gut, weil wir einen innerstädtischen Vergleich der IHK gewonnen haben, oder sind wir gut, weil wir aus unseren Möglichkeiten das Beste gemacht haben? Wie enttäuscht muss ein Unternehmer in Speyer verständlicherweise sein, der, an ein Wohngebiet grenzend, teure Auflagen für den Lärmschutz, für ökologische Auflagen oder auch für die Umsetzung eines Klimakonzeptes erfüllen muss, die er in einer Kommune ohne die räumliche Nähe zur Wohnnutzung nicht erhält?

      Wie viel sorgfältiger muss eine Verwaltung einzelne Interessen abwägen, je näher diese zueinander bestehen?

      Wie viel Verständnis muss bei Bewohnern geschaffen werden, um doch noch eine Ansiedlung eines Unternehmens zu erreichen, mit Arbeits- und Ausbildungsplätzen, und damit zusätzlichen Verkehr und Immissionen?

      Keine Angst, meine Damen und Herren, ich nehme als OB gerne diese sportliche Herausforderung an, aber Schritt für Schritt und: das Team muss stimmen, die Rahmenbedingungen müssen stimmen.

      Mit der Teilnahme am Entschuldungsfond verpflichten wir uns, unsere Möglichkeiten effizient einzusetzen, aber auch Liebgewonnenes auf seine Notwendigkeit und auf die Priorität hin zu prüfen. Lassen sie uns gemeinsam mit gutem Gewissen unsere Stärken ausbauen und an den Schwächen arbeiten, jeweils im Rahmen unserer Möglichkeiten. Lassen Sie uns das Tun, was wir können, und zwar Schritt für Schritt.

      Stellvertretend für viele andere möchte ich Ihnen auch bei diesem Neujahrsempfang ein motiviertes, einsatzbereites und einsatzfähiges Team vorstellen. Verbunden mit einem herzlichen Dank für die diesjährige Ausgestaltung der Stadthalle begrüße ich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Baubetriebshofes der Stadt Speyer. Namentlich willkommen heißen will ich bei dieser Gelegenheit dessen Leiter Martin Spitz, die Leiterin der dem Baubetriebshof angegliederten Stadtgärtnerei Sabine Wilke, ihren kürzlich in den Ruhestand verabschiedeten Vorgänger Peter Blau, den Leiter der Zentralen Dienste und der Straßenreinigung Peter Gerlach, den Leiter der Schlosserei Klaus Bummel, für die Kfz-Werkstatt Siegfried Fischer, aus der Spenglerwerkstatt Hans-Peter Romes, für die Schreinerei Peter Blau, die Elektrowerkstatt Bernd Ahles und den Leiter der Maurer, Jürgen Feiniler.

      Diese Dame und diese Herren sind verantwortlich und, wie ich finde, erfolgreich, Speyer in einem guten Licht erscheinen zu lassen.

      Eine Vielzahl von Festen und Veranstaltungen im Verlauf des Jahres erfordert ihren Einsatz. Lassen Sie mich das an zwei Beispielen deutlich machen. Um das Stadtzentrum von den „Hinterlassenschaften“ der Silvesternacht zu befreien, waren letzte Woche 11 Mitarbeiter mit zusammen 47 Einsatzstunden und 3 Kleinkehrmaschinen im Einsatz. Sie haben insgesamt 6m³ Müll eingesammelt. Beim großen Nachtumzug der Guggenmusiker, er steht in der nächsten Woche wieder an, waren im letzten Jahr 17 Mitarbeiter in zusammen 52 Einsatzstunden aktiv und haben 20m³ Müll - mehr als drei Mal so viel wie in der Silvesternacht - von den Straßen geräumt.

      Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Baubetriebshof und Stadtgärtnerei: Herzlichen Dank für diesen unermüdlichen Einsatz!

      Wenn ich davon spreche, dass wir uns Schritt für Schritt entwickeln, so betrachten wir unseren Standort und dürfen doch Stolz auf das bereits Erreichte sein, auch wenn jedem klar ist, dass wir noch nicht im Paradies leben.

      Mit dem Beitritt in den KEF, rechtzeitig zum fragwürdigen Jubiläum von 20 Jahren mit Jahresfehlbeträgen im städtischen Haushalt, werden wir die Stabilisierung schaffen, wenn auch Land und Bund ihren Anteil übernehmen und nicht die Schuldenbremsen erneut zur Verlagerung von Kosten auf die Kommunen führt und die Reform des kommunalen Finanzausgleiches ab dem 1. Januar 2014 nachhaltig, ich will lieber sagen dauerhaft und wirksam, das heißt aufgabengerecht, verbessert wird.

      Wir haben ein beschlossenes Tourismuskonzept und werden nun verstärkt in die Suche nach Hotelbetreibern gehen. Erste Kontakte bestehen.

      Wir stehen vor dem Abschluss des ÖPNV-Planes, der noch um die Schulbusverbindungen ergänzt werden muss.

      2013 wollen wir uns auch verstärkt auf den VEP konzentrieren.

      Feuerwehrbedarfsplan, Rettungswache und Sparkasse wollen ebenfalls besprochen, diskutiert und gegebenenfalls beschlossen werden.

      Die Kinderbetreuung wird uns beschäftigen, wie auch die Reduzierung der Klassenmesszahlen bei den Schulen, der kommunale Vollzugsdienst und vieles mehr – auch Fragen, an die wir heute noch gar nicht denken. Apropos Vollzugsdienst: Visionär und nicht alptraumhaft wäre auch, wenn wir in Speyer auf einen kommunalen Vollzugsdienst ganz verzichten könnten, weil sich alle Speyererinnen und Speyerer rechtstreu verhalten würden: nicht falsch parken würden, ihre Nachbarn nicht mit Lärm belästigen würden etc. Für diesen Fall würde ich auch großzügig auf die Mehreinnahmen aus diesem Bereich für den Kommunalen Entschuldungsfonds verzichten.

      Ich habe in den letzten zwei Jahren nicht nur viele bereits begonnene Projekte mit umfangreicher Bürgerbeteiligung fortgeführt. Ich musste auch feststellen, dass einiges in Speyer nicht bzw. nicht mehr zukunftsfähig aufgestellt ist. Mit der vielfach erläuterten integrierten Stadtentwicklung und dem neuen Stadtentwickler Bernd Reif gehen wir dabei seit Mai 2012 den richtigen Weg. Herr Reif – willkommen im Team! Wenn früher die Wirtschaftsförderung im Wesentlichen in der Vermittlung von Flächen lag, muss der Schwerpunkt im Rahmen dieses integrierten Konzeptes neu gesetzt werden. Dennoch wird Wirtschaftsförderung auch unter meiner Regie selbstverständlich Chefsache bleiben, sie ist nicht weniger wichtig als z.B. Fragen der sozialen Sicherung.

      Und so kann ich Ihnen versichern, dass ich zusammen mit der Kollegin und den Kollegen des Stadtvorstandes wie auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung mein Möglichstes tun werde, um die Stadt weiter sinnvoll zu entwickeln.

      Dazu gehört ein weiterer integrativer Schritt. Ich werde im Verlauf dieses Jahres verstärkt Fragen des integrativen Stadtmarketings angehen. Dazu müssen wir uns unserer Stärken noch besser bewusst werden wie auch unserer Schwächen. Ein solches Stadtmarketing-Konzept liegt bislang nicht vor, vielmehr hat man bisher auf der Grundlage des alten Stadtleitbildes Maßnahmen abgearbeitet. Meine Stadtmarketing-Initiative ist aber gerade nicht als neues „Bild“ zu verstehen, das gerahmt gut über dem Kamin hängen würde. Im Grunde ist es die konsequente Fortführung einer integrierten Stadtentwicklung und die Weiterentwicklung des Stadtleitbildes. Beides habe ich bereits im Wahlkampf zur Oberbürgermeisterwahl 2010 gefordert und ich will damit auch ein Wahlversprechen einlösen.

      Dass in der noch jungen politischen Diskussion zum Thema Stadtmarketing gleich mehrere Väter diese Idee für sich reklamieren, kann ich nur begrüßen. Es ist ein deutliches Zeichen dafür, dass wir damit ein wichtiges Projekt anstoßen. Und ich kann die Hoffnung damit verbinden, dass der Stadtrat es mit großer Mehrheit unterstützen wird. Der Fahrplan zu dieser Vision kann mit einem breiten Konsens nur beschleunigt werden!

      In diesem Konzept muss, auch angesichts des Spardiktats der Aufsichtsbehörde, was die freiwillig erbrachten Leistungen angeht, der Kulturstandort Speyer gebührend berücksichtigt werden. Ich habe das anlässlich der Verleihung der Purrmann-Preise im Oktober 2012 bereits betont und will es noch einmal an dieser Stelle wiederholen: Über die Jahrhunderte hinweg hat sich in unserer Stadt eine Verantwortung für die Erhaltung kultureller Werte entwickelt. Dies ist aber nur möglich, weil sich noch heute in Speyer Kulturschaffende in der gesamten Breite zeitgenössischen Kunstschaffens, von der Bildenden Kunst über die Darstellenden Künste bis hin zu Musik und Literatur engagieren. Dies, meine Damen und Herren, zählt zu den Stärken unserer Stadt und sollte deshalb in einem künftigen Stadtmarketingkonzept auch entsprechend berücksichtigt werden. Dafür können wir uns im neuen Jahr alle einsetzen.

      Lassen Sie mich beim Stichwort „Kultur“ auch den Musikern von „The Brezel Bu Boogaloo“ unter der Regie von Hering Cerin für die musikalische Auflockerung dieses Abends danken. Das gibt mir die Gelegenheit, noch den neuen Leiter unserer Musikschule, Bernhard Sperrfechter, vorzustellen. Er wird die eigens für diesen Anlass gebildete Formation „Brezel Bu Boogaloo“ beim Ausmarsch mit dem Banjo unterstützen.

      Danken will ich auch der Henkell Sektkellerei und der Domhofbrauerei Speyer für die alljährliche großzügige Unterstützung dieses Neujahrsempfangs. Darüber hinaus danke ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, die diese Veranstaltung vorbereitet haben und die Ihnen jetzt gleich die Getränke einschenken werden.

      Die Getränke, meine Damen und Herren, sind im Gegensatz zu Neujahrsempfängen anderer Städte immer noch frei, aber ich würde mich freuen, wenn Sie großzügig für die Schaffung oder Ausstattung von Jugendräumen in unserer Stadt Ihre Geldbörsen öffnen würden. Junge Menschen brauchen Räumlichkeiten für Begegnungen in einem nicht kommerziellen Umfeld. Mit einem dritten Jugendcafé in Speyer-Mitte, das demnächst in Zusammenarbeit mit dem Verein CoLab in der Ludwigstraße seine Pforten öffnen wird, werden wir zusätzliche Begegnungsräume für Jugendliche in Speyer schaffen. Ich bitte Sie also, diese und andere Aktivitäten für Jugendliche in dieser Stadt nach Kräften zu unterstützen. Dafür haben wir Spendenboxen an den Getränkeständen aufgestellt.

      Ich wünsche uns für das Jahr 2013 nicht nur Geduld, Gelassenheit und Gesundheit für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben, sondern will in Anlehnung an Franz von Assisi bzw. Reinhold Niebuhr mit einem kleinen Gebet schließen:

      „Herr, gib uns Kraft, die Dinge zu ändern, die wir ändern können,

      die Gelassenheit, das Unabänderliche zu ertragen

      und die Weisheit, zwischen diesen beiden Dingen die rechte Unterscheidung zu treffen“.

      Herzlichen Dank!

      11.01.2013


      Informativer und konstruktiver Gedankenaustausch über die Zukunft der Kurpfalzkaserne

      Auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Schindler trafen sich die Spitzen der für die Konversion zuständigen bei dem Standortältesten in Speyer, Oberstleutnant Jens Küster, in der Kurpfalzkaserne zu einem über zwei Stunden dauernden, sehr ausführlichen, informativen und konstruktiven Gespräch. Mit Dr. Jürgen Gehb, Sprecher des Vorstands der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und seinem Mitarbeiter in der Abteilung Konversion für Rheinland-Pfalz, Frank-Michael Kreis, waren neben dem Abgeordneten Norbert Schindler der Bund vertreten; der Oberbürgermeister der Stadt Speyer, Hansjörg Eger, dem Stadtentwickler Bernd Reif, mit der Konversionsbeauftragten, Silvia Gonsior, die Orts- und Verbandsgemeindebürgermeister, Otto Reiland für Waldsee, Peter Eberhard für Dudenhofen und Bernd Zimmermann für Otterstadt, für die betroffenen Städte und Gemeinden.

      Zunächst wurden dabei die Fakten geklärt: Es geht bei den in Rede stehenden Konversionsflächen um ca. 80 Hektar, die sich aus ca. 28 ha im Reffenthal, knapp 25 ha Kerngelände der Kurpfalzkaserne in Speyer, 11 ha Pionierübungsgelände in Dudenhofen und 18 ha sog. Polygongelände (ehemaliges Fahrschulgelände zwischen B9 und B 39) zusammensetzt. Die ebenfalls zur Kaserne gehörigen 300 ha Wald stellen in der Konversion derzeit kein Thema dar.

      In den Gespräch wurde zwischen allen Beteiligten vereinbart, dass die Stadt Speyer ihre bisher sehr gute Vorarbeit zur Konversionsplanung gemeinsam mit den umliegenden Gemeinden unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger fortführen soll, um bis Ende 2013 eine Grobkonzeption zu erstellen. Von der bisher geleisteten hervorragenden Vorarbeit vor Ort. zeigte sich Dr. Jürgen Gehb besonders beeindruckt.

      Inwieweit bei der Planung Flächen für Wohnraumangebote, Gewerbe, Freizeitangebote aber auch Naturschutz ausgewiesen werden können und zu welchem Preis diese angeboten werden können, hängt von einer späteren Bewertung gemeinsam mit der BImA ab.

      Mit dem Beschluss, dass es spätestens 2014 ein fertiges Konzept geben soll, zeigten sich alle Beteiligten hochzufrieden. Denn dann blieben Bund und Kommunen noch zwei Jahre Zeit, um die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, dieses Konzept bis 2016 umzusetzen.

      Nach Abschluss der Gespräche und einem Mittagessen in der Kaserne konnten sich der BImA-Vorstandssprecher Dr. Jürgen Gehb und der Bundestagsabgeordnete Norbert Schindler bei einer Befahrung und Begehung aller vier Geländeteile, die derzeit noch in Nutzung der Bundeswehr sind, einen persönlichen Eindruck von den Liegenschaften machen. Dies war auch im Hinblick auf schon bestehende Anfragen von THW oder Sportvereinen auf eine mögliche spätere Nutzung durch diese ein Gewinn.

      „Ich bin sehr zuversichtlich, dass sowohl die Stadt und die Gemeinden als auch die BImA Ihre Hausaufgaben machen werden, damit zeitgerecht beim Abzug der Bundeswehrpioniere aus Speyer eine für die gesamte Region tragfähige Lösung umgesetzt werden kann“, so der Bundestagsabgeordnete Norbert Schindler. Büro Norbert Schindler MdB, Presse

      10.01.2013


      Innovativer Erfinder, herausragender Unternehmer und technikbegeisterter Sammler

      Eberhard LayherZum Tode des Gründers der Technikmuseen in Sinsheim und Speyer, Eberhard Layher

      von Gerhard Cantzler

      Weit über die Grenzen der Metropolregion Rhein-Neckar hinaus, vor allem im Kraichgau und in Speyer, trauern heute die Menschen um Eberhard Layher. Als innovativer Erfinder, herausragende, nimmermüde Unternehmerpersönlichkeit und als technikbegeisterter Sammler, der sich insbesondere als Gründer der beiden sicher bedeutsamsten privat geführten Technikmuseen in Europa - in Sinsheim und in Speyer - einen unauslöschlichen Namen in der europaweiten Museumslandschaft gemacht hat, wird Eberhard Layher über seinen Tod am vergangenen Sonntag hinaus, am 30. Dezember 2012, in dauerhafter Erinnerung bleiben.

      Eberhard Layher mit seiner Ehefrau am 85. GeburtstagSo wie er es sich immer gewünscht hatte, durfte er bis an sein Lebensende in geistiger Frische, wenn auch nach einem Unfall von zunehmenden körperlichen Gebrechen gezeichnet, in seinem Güglinger Haus zubringen. Dort ist er jetzt im Alter von 91 Jahren friedlich eingeschlafen und damit nach knapp drei Jahren seiner geliebten Frau Margot nachgefolgt, mit der er fast sechzig Jahre verheiratet war.

      Am 8. September 1921 in Brackenheim im Landkreis Heilbronn geboren, wuchs Eberhard Layher in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart auf, wo sein Vater mehrere kleinere Unternehmen betrieb. Nach Abschluss einer kaufmännischen Lehre wurde er 1938 zum Reichsarbeitsdienst und von dort zwanzigjährig zur Wehrmacht eingezogen, um als Fernmelder am Russlandfeldzug teilzunehmen.

      Als er nach einer schweren Verwundung nach Hause zurückkehrte, war sein Elternhaus wie so viele in Stuttgart, dem Bombenhagel um Opfer gefallen. Gemeinsam mit seinen Eltern zog Layher daraufhin zurück aufs Land und gründete in Eibensbach im Zabergäu – heute ein Ortsteil seiner Heimatgemeinde Güglingen – eine kleine Fabrik für landwirtschaftliche Geräte.

      In den Jahres des Wiederaufbaus der Nachkriegszeit widmete sich das kleine Unternehmen mit großem Erfolg dem Bau und dem Vertrieb von Baugerüsten aus dem reichlich vorhandenen Holz der umliegender Wälder.

      1965 gelang dem kreativen „Technik-Freak“ Eberhard Layher dann mit der Vorstellung des „Layher-Blitz-Gerüstes“ ein erster Durchbruch auf dem boomenden Baumarkt. Dieses System aus senkrecht stehenden Rahmen, in die Geländer und Böden eingelegt werden, revolutionierte damals den Fassadengerüstbau.

      1974 gelang Eberhard Layher dann der zweite, entscheidende Schritt in der Entwicklung des Gerüstbaus: Mit der Entwicklung des „Layher-Allround-Gerüsts“, bei dem an den an senkrechten Stielen angebrachten Lochscheiben bis zu acht Quer- oder Diagonalverstrebungen in einer Ebene angeschlossen werden können, eröffnete Layher dem Gerüstbau nahezu unbegrenzte Auf- und Ausbaumöglichkeiten.

      Eberhard Layher unterwegs in einem Audi-OldtimerBeide Gerüst-Systeme werden in der von Eberhard Layher entwickelten und für ihn durch weltweite Patente geschützten Bauart bis heute hergestellt und gelten unverändert als global gültiger Standard.

      Im Jahr 1987 – mit 66 Jahren – entschloss sich Layher, sich aus diesem Geschäftsbereich zurückzuziehen und sich neben der Verwaltung seiner Immobilien – unter anderem war er Hauptinitiator der Messe Sinsheim und mit über 600 000 Quadratmetern vermieteten Flächen in über 100 Liegenschaften im eigenen Bestand einer der bedeutendsten privaten Immobilienunternehmer im süddeutschen Raum – vor allem seiner eigentlichen Leidenschaft zu widmen: Dem Sammeln von einzigartigen Zeugnissen der Technikgeschichte. Unterstützt von einem Verein gleichgesinnter Sammler hatte er bereits 1981 damit begonnen, in Sinsheim sein „Auto- und Technik-Museum“ aufzubauen. Dampfwalzen, Traktoren, dann immer mehr Automobile, Motorräder – kurz Oldtimer aller Gattungen fanden Einzug in die neuen Hallen im Sinsheimer Gewerbegebiet an der Autobahn A 6.

      Liller Halle im Technik-Museum Speyer„Mehr aus Zufall“, wie er immer wieder gerne erzählte, erwarb er dann 1990 das damals zur Konversion anstehende ehemalige Gelände der Pfalz-Flugzeugwerke in Speyer, das zuvor Jahrzehnte als deutsche und zuletzt als französische Kaserne gedient hatte. Denn eigentlich war Eberhard Layher damals mit seinem Sohn Hermann nach Speyer gekommen, um sich über die baulichen Möglichkeiten rund um den Neuen Speyerer Rheinhafen zu informieren. Dann aber faszinierte ihn die Architektur der damals „völlig heruntergekommenen“ „Liller Bahnhofshalle“, sodass er sie erhaltenen und liebevoll restaurieren ließ. Als Herzstück“ des heutigen Technikmuseums Speyer zeugt dieses Baudenkmal noch immer von den Anfängen dieses Museums, das bis heute schon mehr als 15 Millionen Technikfreunde in die Dom- und Kaiserstadt gelockt hat.

      Freunde und Interessenten zu gewinnen und insbesondere die Jugend zu begeistern für die außergewöhnlichen Exponate seiner beiden außergewöhnlichen Schausammlungen in Speyer und Sinsheim – auch dort waren seit Gründung des Museums schon weit über 30 Millionen Besucher zu Gast – das war stets das treibende Anliegen von Eberhard Layher.

      Spektakuläre Fluss- und Straßentransporte – vom U-Boot „U 9“ über die Überschall-Jets „Concorde“ und „Tupolew“- die Lufthansa-Boeing 747, den Seenotrettungskreuzer „John T. Essberger“ bis hin zur russischen Weltraumfähre „Buran“ - sie alle werden mit dem Namen des stets überaus bescheiden und zurückhaltend, ja geradezu scheu auftretenden Grandseigneurs der beiden Technik-Museen, Eberhard Layher, ebenso untrennbar verbunden bleiben wie all die kleineren Exponate wie die mechanischen Musikinstrumente, die er, der Musikfreund, in einer eigenen Sammlung zum Klingen bringen ließ.

      Überreichung der Ehrenplakette der Stadt Speyer durch OB Werner SchinellerÜberhaupt: Alles, was in den Sammlungen gezeigt wird, sollte nach dem Willen Eberhard Layhers auch funktionsbereit sein – oder zumindest in einem Zustand, der mit wenigen Handgriffe seine Wiederbenutzung erlauben sollte. Mit diesem Anspruch sollte den zahllosen älteren und vor allem den jüngeren Besuchern ein möglichst authentischer Eindruck von der früheren Funktion der Museumsstücke vermittelt werden.

      Und dafür werden sicher noch künftige Generationen von Besuchern der Technik Museen in Speyer und Sinsheim dem Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Ehrenplakette der Stadt Speyer, Eberhard Layher dankbar sein. Foto: Auto & Technik Museum Sinsheim e.V.

      02.01.2013